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Jahrgang 1 Ausgabe 4

Lenné-Überflieger

P E T E R - J O S E P H - L E N N É - G E S AM T S C H U L E

P O T S D AM

Mai/Jun. 2006

Jahrgang 1 Ausgabe 4

Potsdamer Sonne für Kuba auf Seite 12/13

Partytime

Wir wünschen allen Abiturienten viel Erfolg für alles, was nach der Lenné– Zeit kommt; ebenso den Zehnern, die uns verlassen. Euch und euren Lehrern wünschen wir einen Super– Abiball, schöne Abschlussfeste und der gesamten Schule wunderbare, heiße Sommerferien!

Mal ehrlich, mehr Glück mit dem Wetter hätten wir nicht haben können. Und so ein Aktionstag ist doch immer ein besonderer „Schultag“. Alle waren super vorbereitet und jede Klasse und natürlich auch unsere Gäste fanden die richtigen .

Jede Menge Eindrücke und Fotos: ab Seite 3

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Abi in der Tasche! Noch sind wir nicht so weit, aber bald… Unsere 13. haben es geschafft und den Olymp verlassen: S.6

IN DIESER AUSGABE: Habt ihr WORTE? Projekt & Aktion Die Götter haben den Olymp verlassen Lütte, wann entdeckte Columbus Amerika? Alles „Fair Trade“, Banane?

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Potsdamer Sonne für Kuba

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Theater ohne Ende

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Schüleraustausch/ Ginkgos und Rosen Die Deutschen und die Fußball-WM Vorurteile?

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Musik, Fernsehen und Kino Fotos Aktionstag Schulalltag Rätselauflösung

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Sektglas auf der Titelseite: Wieland Hilker

Neues Überflieger- Signet Der Kunstkurs 12 hatte die Aufgabe, ein Signet für den „Überflieger“ zu entwerfen. Hier nun die beiden Erstplatzierten: 1. Clara Anders, 12/3 (links) 2. Eva Ackermann, 12/4 (rechts). Im neuen Schuljahr wird das Sieger-Signet das Cover der Schülerzeitung schmücken.

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Glückliche Schüler Die Projektwoche dieses Schuljahres fand vom 30.Mai bis 2.Juni statt. Alle Klassen befassten sich in dieser Zeit innerhalb und außerhalb der Schule eigenverantwortlich mit dem Thema WORTE und erarbeiteten eine Präsentation für den Aktionstag am 16.Juni. Die Ergebnisse durften wir dann alle bei sengender Hitze am Freitagnachmittag bestaunen. Die Wetterköche im Himmel haben dann auch keine Minute länger als bis zum Ende gewartet, um alle Schleusen zu öffnen und es so richtig krachen zu lassen. So kam es auch, dass das Foto von den fleißigen Bühnenmonteuren nicht zustande kam. Denn was so ein kerniger Bühnenbauer aushält, spült den Fotografen den Bach hinunter. Also auf diesem Weg herzlichen Dank an euch und an alle, die beim Auf- und Abbau geholfen haben.

Nun aber noch einmal zurück zum Anfang. Für die Arbeit in der Projektwoche hatte sich die Klasse 11/3 zum Beispiel überlegt: „Wir haben Potsdamer Eindrücke gesammelt, wobei wir neben vielen schönen Orten auch Potsdams Schandflecke präsentieren. Die Bilder sprechen für sich (vgl. Foto rechts). Am Aktionstag haben sich dann auch viele Besucher von unseren Fotos beeindrucken lassen. Wir hoffen, dass uns das im nächsten Jahr wieder gelingt.“ (Felix Heller, Monique Franke, 11/3) Die Klasse 7c verpasste Schneewittchen kurzerhand Gangsterzwerge und spielte einfach mal verdrehte Märchenwelt. Was am Ende so rund lief, kostete schon bei der Rollenverteilung erhebliche Mühe. Schließlich hat alles geklappt und alle Beteiligten waren sicher froh, als der Auftritt überstanden war. Jahrgang 1 Ausgabe 4

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Ähnlich erging es sicher auch anderen Theater– Truppen. - Eine Gruppe haben wir noch befragt, auch, weil sie mit ihrem tollen Ergebnis vor der Videowand im „Schatten“ bei strahlendem Sonnenschein und überfülltem Zeitplan etwas zu kurz kam. Es ist die Rede von der „bunten Truppe“ der 12/3, die in der Projektwoche ein Video zu „ROMEO UND JULIA“ herstellte und dazu die Schlösser und Gärten Potsdams durchstreifte (Foto hinten): „Ich bin sehr stolz auf unsere bunte Truppe.“ (Clara Anders) „Die Projektwoche hat mir sehr viel Freude bereitet. “ (Christina Rudolph) „Der Dreh der Romeo-und-Julia-Szene hat mir am meisten Spaß gemacht.“ (Romina Hagen) „Durch die gute Zusammenarbeit der Truppe hat der Dreh Super-Spaß gemacht. Darum Dankeschön an unsere bunte Truppe!“ (Julia Tietz) Und von Benni-Romeo Röpcke haben wir gehört, dass er sich dann doch nicht so ganz wohl in seiner Rolle fühlte. Romeo musste nämlich Vulgärsprache gebrauchen, während Julia in gehobener Sprache sprechen durfte. Vielleicht kann man sich die DVD ja mal ausleihen, um doch noch in den vollen Genuss des Schauspiels der „bunten Truppe“ zu kommen. Wir könnten noch viel über die Vorbereitungen zum Aktionstag berichten, lassen aber lieber noch einmal den Tag selbst und die Ergebnisse der Projektwoche im Telegrammstil Revue passieren: Eröffnung durch Herrn Müller und die Moderatoren Sina, Dani und Leroy, der auch zur Technik-Truppe gehörte. Dann gab es Aktionen: Trommelgruppe, Tanz um die Eine (9b), Dialoge in Gebärdensprache/ Jugendsprache (10b), Schneewittchen (7c), Talk am Mittag (8b), Kommunikationsmodell (9d), emotions (10c), Seite 4

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Der Erklärbär (12/1), Wortspiel (9c), Moritat „Blaukäppchen“ (8c), Teakwondo (Rico Giang), Tanz (7b), Kommu-nikation zwischen Mann und Frau (12/4), Worte gegen den Krieg (7a), Rhythmische Sport-gymnastik, Mozart in der Neuzeit (9a), Tanzprojekt in der Turnhalle, Wortspiele (10a), Theater (8a), Sketch (mit Tony als Regisseur, 10d), Therapierunde und Trompete (11/5), Geographische Begriffe anders erklärt (11/2). Ich möchte nicht entscheiden müssen, was am besten gelungen ist. Bei der Riesenauswahl an guten Darbietungen hat mit Sicherheit jeder seine Favoriten selbst festgelegt. Und dann waren da natürlich unsere Gäste: die Schriftstellerin Frau Hoppe, die in der Grotte aus ihren Büchern las, Mitglieder der Gruppe „Keimzeit“, die die Stimmung noch ordentlich anheizten, nachdem unser Bildungsminister Herr Rupprecht den Moderatoren Sina und Felix ein aufschlussreiches Interview gegeben hatte. Dem Lob des Ministers können wir uns nur anschließen: Die beiden waren ausgezeichnet vorbereitet. Mit dem Minister waren auch der Staatssekretär Herr Jungkamp und der Schulrat Herr Bogel-Meyhöfer gekommen, außerdem ehemalige Lehrer und Schüler und der Olympiasieger Kevin Kuske. Ein Kurz-Interview, das wir mit Herrn Rupprecht auf dem Weg zur Eröffnung des Bioraums führen konnten, findet ihr z.T. auf Seite 19. Im Oktober lest ihr dann unser Interview mit der Band „Keimzeit“. . Die Tombola, die zahlreichen Stände und die eisernen Jahrgang 1 Ausgabe 4

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Die (jungen) Götter haben den Olymp verlassen...

… die alten tanzen weiter Auch in diesem Jahr war es wieder so weit: Die Schüler der 13. Klassen feierten ihren letzten Schultag an unserer Schule. Sie boten uns ein aufregendes Programm mit lustigen Spielen und tollen Tanzeinlagen, an denen sich unsere Lehrer mutig beteiligten. Die gesamte Show stand unter dem Titel „Die Götter verlassen den Olymp“. Wir durften also von unten diesem hohen olympischen Treiben zuschauen. Die Lehrer der 13. mussten selbst einige dieser Götter verkörpern, was kurzerhand durch einen Lorbeerkranz und ein göttliches Gewand kenntlich gemacht wurde. Des Weiteren bekamen sie Götternamen, die die Schüler individuell auf jeden „LehrerGott“ anpassten. Somit waren einige neue Gottheiten geschaffen und das Programm wurde mit dem passenden Satz: „Nun lasst die Spiele beginnen!“ eröffnet. Die Spiele, die unsere „Gottheiten“ absolvieren mussten, waren geschickt gewählt. So kam es wiederholt dazu, dass Lehrer sich (und wir sie) etwas näher kennen lernten und sie z.B. beim Spiel „Herzblatt“ ein paar kleine, intime Geheimnisse verrieten. Doch das müssen wir unSeite 6

seren Lehrern lassen: Spontan waren sie wirklich, besonders Frau Grabowski und Frau Kreuzberger, die nicht nur außerordentlich gut tanzen können, sondern auch in anderen Dingen ihre charmanten Vorzüge zeigten. Somit machten sie es Herrn Boersch in seiner Entscheidung nicht leicht. - Herr Pries und Frau Schwarz zeigten ihre große tänzerische Begabung und belegten hier den ersten Platz. Das eigentliche Highlight des Programms aber war die Verabschiedung von Frau Siewert. Sie beendet mit diesem Schuljahr ihre lange und erfolgreiche Zeit als Lehrerin. Die Schüler der 13. Klasse bereiteten ihr einen herzlichen Abschied. Gerührt war nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen. Ausgestattet mit Blu-

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Keine leichte Aufgabe für Frau Siewert! Vor zwei Jahren übernahm sie unsere Klasse 11/3 als Tutorin. - Nun rückt der Abschied nahe. In der Zeit, in der wir sie als unsere Geschichtslehrerin genießen durften, ist es ihr gelungen, aus einem ganz normalen Lehrer-Schüler-Verhältnis eine durchaus persönliche und freundliche Beziehung zu zaubern. Selbst bei denen, die sich bei der Wahl des Geschichts-Leistungskurses nicht sicher waren, vermochte sie es , das Interesse für dieses Fach zu wecken. Obwohl der Unterricht oft nicht einfach und mit viel Extra-Arbeit verbunden war, ist es men und einem Preis wurde sie schließlich von Frau Siewert immer gelungen, mit dem einem Abiturienten auf einem Motorrad von täglichen Stoff viele Randinforma-tionen der Bühne abgeholt. Eine super Idee! zu verknüpfen und den Unterricht inteZum krönenden Abschluss kam noch einmal ressant und abwechslungsreich zu gestaletwas Schwung in die Runde, indem eine kleine ten. Break Dance– Show gezeigt wurde, an der sich eine ehemalige Schülerin beteiligte. Dabei wurde uns ungöttlichen Zuschauern zwar nicht selbst warm, denn es herrschten sehr kühle Temperaturen, aber es war ein Spaß den sportlichen Einlagen und göttlichen Spielen zuzusehen. So verließen sie uns, unsere „Götter 2006“. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in der großen, weiten Welt! Sina Hartmann, 11/1

Jetzt freuen wir uns darauf, mit ihr nach Italien zu fahren und noch eine kurze Weile Sätze wie „Bist gar nicht so dumm, wie du aussiehst“ zu hören. Wir sind sicher, dass uns jeder Mitschüler, der je mit Frau Siewert Unterricht hatte, zustimmen wird, wenn wir behaupten: Frau Siewert, Sie sind für uns eine der besten Lehrerinnen und alle Anerkennung und Lobreden wären nicht ausreichend, um Ihre Leistung gebührend zu würdigen. Uns als Klasse 12/3 bleibt nur noch zu sagen: Danke für die vergangenen Jahre. (Felix Schrandt, Klassensprecher 12/3)

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Lütte, wann entdeckte Columbus Amerika? Frau Siewert ist seit 1966 Lehrerin. Nach diesem Schuljahr verlässt sie die Schule. Höchste Zeit für uns, ihr ein paar Fragen zu stellen. Frau Siewert, war es schon immer Ihr Wunsch, Lehrerin zu werden? Ja, schon früh. Ich hatte zwei Berufswünsche. Ich wollte Lehrer oder/und Grafiker werden. Jetzt bin ich Lehrer für Kunst und Geschichte. Warum gerade Geschichte und Kunst? Ich zeichnete gern und viel und liebte Bücher, auch solche über Geschichte, Sagen und Mythen… Für das Studium musste ich mich zwischen Deutsch und Geschichte entscheiden. Wie lange arbeiten Sie schon als Lehrerin? Seit 40 Jahren. 23 davon war ich an dieser Schule. Wie hat sich die Arbeit im Laufe der Zeit verändert oder hat sich die Zeit verändert? Die Arbeit hat sich im Vergleich zu vor 1989 dahin gehend verändert, dass sie sich stärker auf die Lehrtätigkeit konzentriert. Das schließt aber den Erziehungsauftrag ein. Vorher hatte die Erziehungsarbeit im Rahmen von Jugendorganisation, Patenbrigaden, Elternaktiven und dergleichen relativ viel Zeit und Kraft erfordert. Insofern hat sich auch die Zeit verändert. Ist Ihnen in dieser Zeit jemals die Freude am Unterrichten verloren gegangen? Seite 8

Nein, die ist mir niemals verloren gegangen. Erinnern Sie sich an schöne Zeiten in der Schule? Ja, an viele. Was mögen Sie an der Lenné-Schule? Ich mag die gute Atmosphäre, die Schüler, mein Kollegium, die Schulleitung… Ich mag meine Arbeit. Wo sehen Sie noch Reserven für die Arbeit an unserer Schule? Mehr Kontinuität könnte mehr Ruhe in die Arbeitsabläufe bringen. Was macht Ihrer Ansicht nach einen guten Lehrer aus? Ich denke, dass jeder engagierte Lehrer ein guter Lehrer ist. Er muss die Schüler mögen, sie als Partner betrachten, nicht als „Gegner“ (auch die jüngeren Jahrgänge). Er muss die Schüler erst einmal so annehmen, wie sie sind, d.h. sie da „abholen“, wo sie gerade stehen, um dann beharrlich und systematisch mit ihnen zu arbeiten. Ein Lehrer sollte möglichst gut und kontinuierlich auf seine täglichen Aufgaben vorbereitet sein. Auch denke ich, dass das Bemühen um Fairness, Ehrlichkeit und gegen-seitigen Respekt eine wesentliche Voraussetzung für ein gutes Mitein-ander darstellt. Wichtig ist auch Ausgeglichenheit als Basis für Freund-lichkeit und Konfliktfähigkeit. Gibt es auch den sprichwörtlich guten Schüler? Lenné-Überflieger


Den gibt es in jeder Klasse. Wie sehen Sie die Lerneinstellung der Lenné -Schüler? Überwiegend gut. Zum Schluss vervollständigen Sie bitte folgende Sätze:

Wenn ich einmal nichts für die Schule mache, dann… lese ich, sehe fern, wandere oder treibe Sport.) Verreisen würde ich gerne noch einmal nach… Afrika. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre das… lange, gute Gesundheit, um die Enkel heranwachsen zu sehen. Frau Siewert, wir bedanken uns herzlich für das Interview und wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft. (Ihr „Überflieger“- Team)

Lütte, wann entdeckte Columbus Amerika? Das ist einer der Sätze, die man bei Frau Siewert im Unterricht der Klasse 11 zu hören bekommt. Sie ist ein sehr netter Mensch mit viel Wissen und mit großem Interesse für Geschichte. Wer bei Frau Siewert im Kurs sitzt, weiß, wie interessant das Fach Geschichte gestaltet werden kann. Sie setzt sich auf ihren Stuhl und fängt an zu erzählen. Dann erzählt sie und erzählt. Sie erzählt Geschichte(n), als wäre sie live dabei gewesen, als hätte sie in einer Polis gelebt, mit Aristoteles gesprochen oder zugesehen, wie Johannes Gutenberg die ersten Bücher druckte. Gern Jahrgang 1 Ausgabe 4

stellt sie die Verbindung zum Fach Kunst her und zeigt uns Bilder, um alles zu veranschaulichen. Oder man bekommt „schlaue Arbeitsblätter“ zum Lernen. Mit viel Eifer versuchte sie, uns etwas von ihrem Wissen zu vermitteln. Wir werden sie vermissen und wünschen ihr viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg. (Annemarie Richter, Henriette Reiwand, 11/5) Kunst mit Frau Siewert. Wie kann man den Unterricht beschreiben? Sie geht an jeden Block mit Elan heran. In jedem Bild sieht sie ein Kunstwerk, so misslungen wir es auch finden. Sollten wir dennoch einmal etwas falsch machen, kommt ein Ausruf wie „Ach, du Küken!“ Frau Siewert schafft es sogar, die langweiligsten Bildanalysen und Bildbeschreibungen interessant zu machen und uns den Eindruck zu vermitteln, dass es riesigen Spaß macht, theoretische Dinge des Kunstunterrichts auswendig zu lernen. Alles in allem wird am Ende dieses Schuljahres eine wunderbare Lehrerin unsere Schule verlassen, was wir sehr bedauern. (Stefanie Makswitat, 11/5)

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A l l e s « F a i r Tr a d e »

Da standen wir also. Es war ein Samstagmorgen im März und sommerliche Temperaturen herrschten nicht gerade. Eigentlich hätten wir unseren Schönheits-schlaf genießen können, aber wir hatten etwas Besseres zu tun. Angefangen hatte alles ein paar Wochen vorher, als sich eine Gruppe unseres Pb-Kurses mit Frau Steinbuch entschied, in der Freizeit an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem wir uns mit «Fair Trade» befassten, um zu verstehen, was es eigentlich bedeutet. Mithilfe der Mitarbeiter des «Eine-Welt-Ladens» in der Gutenbergstraße wurde uns das bewusst: Hauptsächlich in Südamerika müssen Bananen- und Kaffeebauern unter katastrophalen Bedingungen leben und arbeiten. Auf den Plantagen sind sie hoch giftigen Pestiziden ausgesetzt und bekommen nur einen Hungerlohn für ihre Knochenarbeit. Wenn diese Bauern dann in eine Gewerkschaft eintreten, um ihre Rechte durchzusetzen, werden sie entlassen und auf eine «schwarze Liste» gesetzt, welche anderen Großbetrieben wie Chiquita oder Dole ermöglicht, diese Bauern zu erkennen und gar nicht erst einzustellen. Dank Fair Trade können diese Bauern auf Plantagen arbeiten, die keine Pestizide einSeite 10

setzen und ihre Arbeiter gut bezahlen, so dass sie ihre Familien ernähren können. Ihre Kinder müssen auch nicht auf den Plantagen arbeiten, da ihre Eltern mit dem erwirtschafteten Geld eine Schulausbildung bezahlen können. Nicht nur Bananen werden fair gehandelt, sondern ebenso Schokolade, Tee, Kaffee, Tabak und z.B. Fußbälle. Bei Fair- Trade- Produkten kann man davon ausgehen, dass sie keimfrei wachsen. Schließlich trafen sich einige Mitglieder unserer Projektgruppe, um unangemeldet Inhaber und Mitarbeiter von Verkaufsketten wie Spar, Kaisers, Rewe und Netto zu interviewen bzw. davon Kenntnis zu erhalten, welche Bananen sie verkaufen. Erstaunlicherweise fanden wir keine einzige fair gehandelte Banane. Doch der wichtigste Teil unseres Projektes war der Informations- und Verkaufsstand auf dem Markt am Nauener Tor . All diese neu gewonnenen Informationen konnten wir dort präsentieren und natürlich auch die „fairen Bananen“ (vgl. Karikatur von Monique auf Seite 36). Während die von bekannten Exporteuren stammenden Früchte nach einiger Zeit im

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Was ist «Fairer Handel»? aufgeschnittenen Zustand schon leicht braun wurden, sahen die Bananen, die wir aus dem „Eine-Welt-Laden“ in der Gutenbergstraße bezogen hatten, noch gut aus. Das kommt, weil sie nicht mit Pestiziden behandelt werden und hat uns zuerst selbst überrascht. So verkauften wir ganze 40 Kilo Bananen und konnten den Erlös und unser Preisgeld dem «Eine-Welt-Laden» spenden. Was hat uns die Aktion gebracht? Wir veröffentlichten einen Artikel in der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» und erstellten fünf Wandzeitungen über unser Projekt. Am wichtigsten: Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass man solche informativen Stände und Aktionen häufiger organisieren sollte, da Potsdams Bürger sehr viel Interesse zeigten und zum Teil nicht wussten, wie wichtig die Unterstützung des fairen Handels auf der Welt ist. Wir sind uns einig, dass es nicht die einzige Aktion dieser Art bleiben soll. Wir informieren euch nun im « Überflieger», um euch ebenfalls für dieses brisante Thema zu interessieren. Setzt euch für den «Fairen Handel» ein! Danke. (Felix Heller, 11/3)

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Fairer Handel ist im Allgemeinen eine alternative Form des Entlohnens der Arbeiterschaft, wobei der Mehrwert der Marke dadurch dargestellt wird, dass dem Käufer vermittelt wird, mit der Mehrausgabe wirtschaftlich schwächeren Menschen zu helfen, so dass der Bezug zwischen der Leistung und dem Einkommen gewahrt bleibt. So werden mit den zusätzlichen Einnahmen, 45.60 € pro Kiste (19 Kilo) zu je 2.40 € für 1 Kilo, soziale Programme zur Förderung der meist unterdrückten Arbeiter auf den Plantagen realisiert. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, arbeiten meist unter schlechten Arbeitsbedingungen mit mangelnder sozialer Absicherung, unter Einsatz von hoch giftigen Pestiziden, immer in der Gefahr vor Übergriffen und vor sexuellen Belästigungen der Arbeiterinnen durch die Plantagen-besitzer. Fairer Handel ermöglicht den Arbeitern auf den Plantagen, unter besseren Allgemeinbedingungen zu arbeiten und über ein erhöhtes Einkommen zu verfügen. Außerdem werden mit den zusätzlichen Einnahmen durch fairen Handel verschiedene Projekte gefördert, die der Allgemein-heit dienen.

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Sonne online ?

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Sonne aus Potsdam f端r Kuba

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Theater ohne E nde

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Klassenzimmer im Theater

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Schüleraustausch... nach Dänemark Am 24. April ging es los. Unser Besuch in Dänemark sollte beginnen. Der Weg dorthin war allerdings beschwerlich. Wir waren nämlich (unfreiwillig) bemüht, so oft wie möglich das Verkehrsmittel zu wechseln: Wir fuhren mit dem Bus, der Fähre, wieder mit dem Bus und zuletzt mit dem Zug. Endlich in Stenlöse angekommen, waren wir total erschöpft. Bei unseren Gastfamilien fielen wir nach kurzen Gesprächen und dem Abendessen nur noch ins Bett. Am nächsten Morgen hatten wir uns erholt und fuhren mit unserem Austauschpartner zur Schule. Die Schule dort ist sehr groß und schön. Nach einem Rundgang und einer kurzen Besprechung stiegen wir wieder einmal in den Bus und fuhren zu einer Fähre, die uns nach Schweden brachte. Dort besichtigten wir einen Turm und ein Freilichtmuseum, in dem sich auch Tiere und kleine Geschäfte befanden. Auf dem Rückweg nach Dänemark benutzten wir natürlich wieder alle gängigen Verkehrsmittel. Bei unseren Familien machten wir uns frisch für den Abend und weiter ging es. Die dänischen Schüler hatten eine Party für uns organisiert, die bis in die Nacht ging. Noch erschöpft vom Vorabend fuhren wir am nächsten Tag nach Kopenhagen, wo wir zusammen mit den dänischen Schülern eine Hafenrundfahrt vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten unternahmen. Schließlich landeten wir im „Tivoli“, dem bekanntesten Freizeitpark Dänemarks. Wir fuhren mit allen Achterbahnen und Attraktionen. Das brachte unser Adrenalin so richtig in Schwung. Am Donnerstag haben wir in der Schule gemeinsam mit den dänischen Schülern ein „Nachrichtenprojekt“ durchgeführt. Wir mussten den Dänen Nachrichten aus Deutschland und eine internationale Nachricht vorlesen. Umgekehrt trugen die dänischen Schüler Nachrichten aus Dänemark und aus der Welt in deutscher Sprache vor. Am Abend haben wir unseren Besuch gemein Seite 16

sam in einem Bowlingcenter ausklingen lassen. Um 10 Uhr vormittags fuhren wir mit dem Bus nach Kopenhagen ab. Unsere Eltern erwarteten uns um 18 Uhr am Hauptbahnhof Potsdam. (Robert & Antje)

nach Frankreich Das ist neu, aber kann mit dem nächsten Schuljahr beginnen. Es ist nicht sehr nah, aber in einer wunderschönen Gegend. Der Ort heißt St. Jean-de-Luz und liegt im französischen Baskenland. Es ist eine kleine Hafenstadt am Atlantik, wo Ludwig der XIV. mal geheiratet hat. In einem Umkreis von 30 km liegen Bayonne, Biarritz, Hendaye (Grenzstadt) und San Sebastian (Spanien). In einer Stunde kann man auf die Pyrenäen steigen und anschließend am Strand liegen. Die Austauschschüler sind Schüler der 10. bis 12. Klassen; eine 13. Klasse gibt es in Frankreich nicht. In der Schule gibt es etwa 500 Schüler. Zwei Schülerinnen der (noch) 10. Klasse haben schon eine Austauschadresse. Für einen Jungen suchen wir noch einen Partner. Seinen Brief drucken wir im Folgenden ab und würden uns freuen, wenn sich Interessenten melden (bei Frau Kluth). Wahrscheinlich würden die Franzosen zuerst für eine Woche kommen. Dann könnte unser Gegenbesuch vielleicht im Frühling sein(?). Das wird noch zu Lenné-Überflieger


Ginkgos und Rosen besprechen sein. Wichtig ist zunächst, dass sich interessierte Schüler melden. Fotos vom Ort und der Schule könnt ihr bei uns ansehen. Hier nun der Brief von Robin: « Je m’appelle Robin, j’étudie l’allemand depuis une année scolaire en langue vivante 3 (=L.V.3). Je suis allé déjà à Rostock, belle région où la bière est bonne… Le fait d’aller dans le pays de la langue étudiée renforce le vocabulaire appris. J’habite au sud (ouest) de la France, près de l’Espagne, à 6 km de l’Océan Atlantique, au pied des Pyrénées. La région est calme, un peu trop parfois. J’espère que ces quelques phrases décideront certains d’entre vous à venir. Avec toutes mes salutations distinguées, et tout, et tout… » Robins Lehrer hat noch ein paar Sätze ergänzt: « Robin spaßt gern und verwendet deshalb am Briefende eine offizielle französische Floskel. Je sais aussi que Robin aime beaucoup l’équitation, qu’il veut faire des études d’ architecture. Ses parents sont tous 2 professeurs de français. Ils ont une belle maison avec une piscine. » Falls es Verständnisprobleme gibt, findet ihr genug Französischlehrer an unserer Schule. Es wäre erfreulich, wenn sich bald ein Brief-/Austauschpartner für Robin bei uns melden würde. (Foto unten: St. Jean-de-Luz, Küste)

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Die Straßenschilder mit der Aufschrift „Friedensallee“, vor dem Schulhof, sind euch bestimmt schon aufgefallen. Doch was hat es damit auf sich? Diese Initiative ist ein weiterer „Baustein in der Allee des Friedens“, so der Staatssekretär Burkardt Jungkamp, der der Veranstaltung beiwohnte. Udo Lauer, ein Fotograf aus Berlin, ist die treibende Kraft dieses Projekts. Zusammen mit der Merlin-Presse Berlin und weiteren Sponsoren pflanzt er immer 4 Ginkgos und Rosen-sträucher an Orten in der Welt, in denen er eine Fotoausstellung hatte, z.B. in Wolgograd (ehem. Stalingrad), Jerusalem, Moskau oder Abu Dhabi. So passierte es auch am 24.04. 2006 vor unserem Schul-gelände. Warum gerade Ginkgos und Rosen gepflanzt wurden, ist einfach zu erklären. Der Ginkgo „ist schon lange vor uns da gewesen und daher ein Symbol der Beständigkeit“, erzählt der Bundes-verdienstkreuzträger Lauer einer kleinen Menschentraube, die sich vor dem Schultor versammelt hat. Zusammen bilden sie ein Liebespaar. Die Rosen symbolisieren die Liebe und versinnbild-lichen diese zwischen den Bäumchen. Das Projekt hat Symbolcharakter und dient dazu, die Menschen auf der ganzen Welt friedlich zu einen. Schüler der 7. Klassen haben die Patenschaft über die Pflanzen übernommen. Hoffen wir also auf eine grün-rote Farbenpracht am Eingang der Lenné-Schule und darauf, „dass es auf der Welt noch viele Orte geben möge, an denen Herr Lauer Ginkgos und Rosen pflanzen kann“, wie Herr Müller sagte. Peter Christ Seite 17


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Vorurteile ?

Eines Tages kam jemand nach Potsdam. Ihn kannte niemand und auch er kannte niemanden. Jeder sah, dass er anders war, und auch er wusste, dass er anders war. Er kam aus weiter Ferne, um ein besseres Leben zu führen. Wir sehen Leute wie ihn jeden Tag auf der Straße, im Bus oder im Supermarkt. Doch wie sie mit vielen Problemen, die ihnen hier in Deutschland vielleicht mehr als anderswo begegnen, umgehen, wissen wir nicht. Ich wurde gebeten, einmal nachzufragen. Also habe ich mich vor ein paar Wochen mit einem guten Freund getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt. Er ist kein Deutscher, sondern Kenianer und kommt aus Nairobi. Vor drei ein halb Jahren kam er nach Deutschland und hat seitdem viel erlebt. In unserem Gespräch erzählte mir Sammy von den ersten rassistischen Übergriffen, die er erlebte und von betrunkenen Fußballfans. Aber lest selbst: Seite 20

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Dickes Lob und Danke an zwei fleiĂ&#x;ige Artikelschreiber: Georg und Lars. Jahrgang 1 Ausgabe 4

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Verschiedenes: Musik und Fernsehen Kino, Fernsehen und Musik haben VERSCHIEDENES zu bieten und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Deshalb auf vier Seiten ein paar unkommentierte Kostproben und „Hinter Gittern“ Meinungen. Der Katzenknast:

Ende letzten Jahres hatte ich das große Glück, Kim Cattrall, 49, („Samantha Jones“ in „Sex and the City“) zu treffen. Die Serie SATC (6 Staffeln) errang mittlerweile Kultstatus und mehrere Preise, z.B. einen Golden Globe. Als ich erfuhr, dass ich Kim Cattrall sogar interviewen durfte, war alles perfekt. Ich wartete drei Stunden in Berlin, um sie zu treffen und Autogramme zu bekommen. Dann stand ich endlich vor ihr und brachte erst einmal kein Wort heraus. Doch sie fing selbst an zu erzählen und wirkte dabei viel jünger als in der Serie. Kim Cattral war freundlich und keineswegs überheblich. Als ich mit dem Interview begann, überraschte mich, dass Sie die deutsche Sprache versteht und ziemlich gut spricht. Hier also mein Interview: Benjamin: Wie gefällt es Ihnen, in Deutsch -land zu sein? Kim Cattrall: Es gefällt mir sehr gut hier, da die Deutschen sehr freundlich zu mir sind. Sie können sehr gut deutsch sprechen. Ich kann also auf Deutsch fragen? Ja, das geht ganz gut, ich habe ja auch hier gelebt. Wo in Deutschland haben Sie gelebt? In Frankfurt am Main. Um genau zu sein, in Borkenheim. Es hat mir sehr gut gefallen. Haben Sie dort noch Freunde? Und was haben Sie dort gemacht? Ich habe dort eine gute Freundin, Gabi Bork, die ich ab und zu während der Dreharbeiten zu „Sex and the City“ besucht Seite 22

Bald im Fernsehen! Wird es die neue Kultserie?

habe. Was habe ich dort gemacht? Zum Beispiel habe ich Apfelwein getrunken und Schweine-rippchen gegessen. Sehr lecker! Darf ich fragen, warum Sie dort lebten? Ja, darfst du. Ich war mit einem deutschen Architekten verheiratet. Es ist leider auseinander gebrochen. Es ist schwer mit einer Frau wie mir. Mit einer Schauspielerin zusammen zu sein, die oft reist, ist wirklich schwierig. Aber so ist es im Leben: Alles kann zu Bruch gehen. Wenn Sie hier durch die Straßen laufen, passiert es da auch, dass Frauen rufen: „Oh mein Gott, das ist sie wirklich!“ Ja, ganz genau das ist mir passiert. Ich fühle mich geehrt, aber manchmal ist es auch beängstigend. Ist ein bisschen Samantha Jones in der echten Kim Cattrall? Ich hoffe, dass in allen Frauen etwas von ihr ist, da sie weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Sie hatten die meisten Sexszenen in der Serie. Bekommt man dafür mehr Geld? Nein, leider nicht, denn man bekommt natürlich mehr Geld, wenn man die Hauptrolle spielt. Ich finde aber, dass es keine gibt und dass die vier Frauen gemeinsam die Hauptrolle übernehmen. Alle vereint wären eine ideale Frau. Wird es eine Fortsetzung geben? Lenné-Überflieger


Leider ist alles fix und fertig! Es wird nichts mehr geben. Sie promoten gerade Ihr Buch „Sexual Intelligence“, das Sie selbst geschrieben haben. Worum geht es darin? Das ist schon mein zweites Buch. Im ersten ging es darum, wie man Sex praktiziert. Dieses nun handelt davon, warum wir Sex tun wollen. Ich arbeitete zwei Jahre mit einem Team und wir gingen historisch vor. Wir waren in Rom und Griechenland, wo Sex heilig war. Es war aufregend und hat viel Spaß gemacht. Ich mag es, hier in Deutschland über dieses Thema zu reden, weil alle viel offener und selbstbewusster sind als die Menschen in den Staaten. Dort ist das Buch unkenntlich verpackt und die Serie wird auch nicht im normalen Fernsehen ausgestrahlt, nur auf HBO, einem bezahlten Sender. Vielen Dank für deine Fragen, es hat mir Spaß gemacht und viel Erfolg im Leben. (Benjamin Höft) Vor acht Jahren hatten sich „Tic Tac Toe“, die damals erfolgreichste deutsche Girlgroup, im TV-Streit getrennt. Keiner hat je daran geglaubt, dass sich die Band wieder versöhnen und neu anfangen würde. Im Herbst letzten Jahres wurden wir jedoch eines Besseren belehrt. Die Nachricht ereilte alle privaten TV- Sender und SpeziJahrgang 1 Ausgabe 4

alsendungen folgten. Die drei Mädchen Jazzy, Ricky, Lee sind reife Frauen geworden und greifen mit dem Titel “Spiegel“ das heutige Leben auf. Treffen sie damit wirklich den Nerv der Zeit? Sehen wir in die Charts. Der Song schoss bis auf Platz 6 und zeigt, dass die Themen interessieren. Sehr viele Menschen sind übergewichtig und wollen gern so aussehen wie ihre Idole. So werden sie schließlich magersüchtig, weil sie den falschen Weg wählen. Kaum jemand weiß, dass pro Jahr ca. 20.000 Menschen an Übergewicht und den Folgen der Magersucht sterben. Und dann singen die drei noch von gut aussehenden Menschen, die nur oberflächlich nach ihrem Äußeren beurteilt werden. Sie werden nur darauf reduziert und niemand interessiert sich für das, was sie zu sagen haben, was Sie wirklich ausmacht. Andere Songs handeln vom Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Der Erfolgsdruck ist heutzutage sehr hoch und manchmal kommt man nicht klar damit. Manche denken sogar an Suizid, aber das ist kein Ausweg. Man kann den Kampf nur gewinnen, wenn man sich den Problemen stellt. Ich denke, dass der Erfolg der Single berechtigt ist. Wir werden sehen, welche Themen die Band in Zukunft aufgreifen wird. Tipp: Das Album „Comeback“ Out now ! (Benjamin Höft) Filmreif ist der Auftritt vielleicht noch nicht ganz… Aber schauspiele-risches Talent ist klar zu erkennen. Das ist also das SommerLehrer-Rätsel. Zu gewinnen gibt es dieses Mal eine Kino-Freikarte. Seite 23


Das Leben eines anderen Menschen ist immer mysteriös und interessant für Außenstehende. Neugierig wird das Leben der Nachbarn beobachtet. Jeder kennt das Tuscheln über die Meiers und ihr neues Auto. Das ist vielleicht lästig, aber harmlos. Nun ist es aber oft so, dass auch Staatsmächte sehr daran interessiert sind, wie ihr Volk denkt und handelt. In der ehemaligen DDR hieß die dazu eingerichtete Behörde Ministerium für Staatssicherheit. Am Anfang wurden von diesem Ministerium wirklich Feinde der DDR abgehört, doch im Laufe der Zeit wurde es immer mehr dazu missbraucht, das eigene Volk systematisch zu kontrollieren und zu überwachen und damit zu unterdrücken. Solch einen exemplarischen Fall versucht der junge Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck in seinem Kinodebüt darzustellen. In seinem Film „Das Leben der Anderen“ zeigt er, wie der systemtreue, erfolgreiche Dramatiker Georg Dreymann (Sebastian Koch) nur deshalb rund um die Uhr observiert wird, weil ein einflussreicher Minister ihm seine attraktive Freundin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), ausspannen will. Doch der Minister begeht den Fehler, den als „harten Hund“ bekannten Stasi-Ausbilder Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) auf Dreymann anzusetzen. Um Belastendes über den gefeierten Theaterdramatiker zu finden, lässt Wiesler dessen Wohnung verwanzen und schreibt in seinem Versteck auf dem Dachboden des Hauses Seite 24

jedes Wort des Paares mit. Durch das Eindringen in das ihm fremde, offene und freie Denken und Leben der beiden Künstler geschockt, verändert sich Wiesler und wird sich bei seinen Abhöraktionen immer mehr bewusst, wie erbärmlich sein Tun und Dasein sind. Interessiert an diesem anderen Leben, an diesem „Leben der Anderen“, versucht er schließlich, es vor dem Staat und seiner eigenen Behörde zu schützen. Diese Wandlung vom strengen StasiAusbilder zum Beschützer der individuellen Freiheit zeichnet von Donnersmarck in bewegenden Bildern. Die Konflikte spitzen sich so zu, dass sie schließlich in der Selbsttötung Christa-Maria Sielands enden. Leider wird die Handlung mit der Zeit zumindest teilweise unglaubwürdig, da offiziell kein Fall bekannt ist, in dem ein Stasi-Spitzel die von ihm zu observierende Person deckte. Der Film zieht sich endlos hin und stellt den StasiMann zu nett dar. Und schließlich: Kann man tatsächlich jemandem nur dafür vergeben, dass er einmal etwas Gutes getan hat? Oder geht es hier auch um die alte Debatte über die zweite Chance für (staatstreue) Straftäter, von denen es in der Geschichte genug gab? Für mich ist das „Leben der Anderen“ ein interessanter, sehenswerter Film, den man jedoch mit einer Portion Misstrauen anschauen sollte. (Martin Koll, Lenné-Überflieger


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Liegt ’ne Kuh auf der Schiene?

lernen besser... Wir sind natürlich viel zu spät, weil die Zeitung nicht eher fertig war, aber nachträglich drucken wir euren Gruß noch ab:

Felix Glenetzky, 7b Seite 28

Liebe Anne, wir wünschen dir alles Gute zu deinem 13. Geburtstag am 09.06.06. Vielleicht wirst du ja noch ein bisschen größer (grins), verrückt bist du ja schon. Deine Lieben Jana & Thora. HDGDL Lenné-Überflieger


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Rätselauflösung Mozarträtsel (S.17):

Schmetterlinge?

Lehrerrätsel:

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Was haben wir mit Fair Trade zu tun? Infos ab S. 10

Projektwoche : S.3-5 und 26 (Foto: die bunte Truppe inszeniert „Romeo und Julia“)

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Martin Stemmler, 7b Seite 32

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Lenné Überflieger Ausgabe 4  

PETER-JOSEPH-LENNÉ-GESAMTSCHULE Wir wünschen allen Abiturienten viel Erfolg für alles, was nach der Lenné– Zeit kommt; ebenso den Zehnern, d...

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