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neue Reifenzeitung 12/2013

C 7624 · ISSN 0933-3312 · Dezember 2013

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⎮S. 12⎮ Schaeffler-Rettung ⎮S. 40⎮ Agritechnica ⎮S. 82⎮ Essen Motor Show ⎮S. 90⎮ 50 Jahre „The Cal“



LIEBER LESER

Neue Reifenzeitung 12/2013

Lieber Leser ... ... Besser als der Markt Wann immer und mit wem immer man sich über die Entwicklung des Reifengeschäftes unterhält, kann man mit beinahe 100-prozentiger Erfolgsquote darauf wetten, von seinem Gesprächspartner das Folgende zu hören: Egal wie die Lage insgesamt sich darstellt, der jeweilige Gesprächspartner weiß in der weit überwiegenden Zahl aller Fälle zu betonen, dass die Entwicklung des eigenen Unternehmens jedenfalls besser ist als die des Gesamtmarktes. Jeder, der mit der Bildung des Durchschnitts aus mehreren Einzelwerten vertraut ist, dürfte sich freilich bewusst sein, dass das gar nicht sein kann. Oder wer glaubt schon, dass es bei angeblich so vielen Gewinnern im Markt auf der anderen Seite nur ein paar wenige gibt, die das Ganze so dermaßen versemmelt haben, dass sie quasi im Alleingang den Mittelwert so weit absenken, dass der Rest halt einfach nicht anders kann als glänzend dazustehen? Was soll das? Will man mit so etwas bewusst in die Irre führen oder wird sich da selbst in die Tasche gelogen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Oder wird damit nicht doch nur lediglich dem Umstand Rechnung getragen, dass das „Normale“ im Vergleich zu den inflationär vielen „Extremen“ in der heutigen Zeit vermeintlich einfach nicht mehr interessant genug erscheint? Mal ehrlich und mit Blick auf unsere eigene Branche: Wer schaut beispielsweise bei den Ergebnissen eines Reifentests schon auf das in der Regel breite Mittelfeld mit guten Produkten und nicht vielleicht doch stärker in Richtung der Testsieger und dann allenfalls noch zu denen, die am gegenüberliegenden Ende der Bewertungsskala gedanklich mehr oder weniger als Verlierer abgehakt werden? Dabei ist ein Ergebnis im Mittelfeld doch alles andere als ein Beinbruch, wenngleich der Begriff „mittelmäßig“ vielfach negative Assoziationen weckt. Aber es gibt nun einmal das „Normale“, selbst wenn uns die Politik des Öfteren vorgaukeln will, es gebe nur die eine, ideale und beste Lösung. Und so kann manch einer vielleicht einfach nicht damit umgehen, dass es nach einem „Superjahr“ wie 2010 im deutschen Reifenersatzgeschäft auch einmal ein wenig ruhiger zugeht. Und wie mehr oder weniger schon 2011 und 2012 sieht es aus derzeitiger Sicht genau danach im noch laufenden Jahr aus. Selbst wenn sich nach einem enttäuschenden Sommerreifengeschäft und einem im Oktober nicht recht in Schwung gekommenen Winterreifengeschäft der November mit einem Absatzplus bezüglich letzterer Produktgattung in Höhe von – so die Daten des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) – gut sechs Prozent halbwegs versöhnlich präsentiert hat. Das bis dato aufgelaufene Minus im Pkw-Reifengeschäft wird sich trotzdem nur mit ganz viel Glück und tatkräftiger (Wetter-)Unterstützung von ganz weit oben noch kompensieren lassen. Insofern bleibt der Branche nur zu wünschen übrig, dass sie eine bessere Entwicklung als der Gesamtmarkt hinlegen kann – eine bessere Entwicklung 2014 als der Gesamtmarkt 2013.

Christian Marx

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INHALT Neue Reifenzeitung 12/2013

Die NEUE REIFENZEITUNG wünscht Ihnen ein Frohes Fest

Warum stoppt Marangoni die Neureifenfertigung?

Rück- und Ausblicke auf Contis LkwReifenersatzgeschäft

Die italienische Marangoni-Gruppe hat es sich nicht gerade leicht gemacht, die Entscheidung zur Zukunft der Neureifenfabrik in Anagni bei Rom zu treffen. Doch nachdem das Unternehmen nach mehreren Jahren mit Millionenverlusten und null Aussichten auf Besserung im September nun endlich den Schlussstrich unter das knapp ein Vierteljahrhundert währende Experiment „Neureifenfertigung“ gezogen hat, stellt sich die Frage nach dem Warum.

Zum Jahresabschluss informiert Dr. Marko Multhaupt – Leiter Marketing und Vertrieb bei Continental fürs Ersatzgeschäft Bus- und LkwReifen in der Region DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) – über das zu Ende gehende Geschäftsjahr und seine Herausforderungen. Er gibt aber auch einen Ausblick auf das kommende Jahr, das mit reichlich spannenden Themen gespickt sein soll.

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Contis neues Werk in Stöcken Die Continental AG hat ihr neues Runderneuerungs- und Recyclingwerk Mitte November zusammen mit dem sogenannten „Technology Center Campus“ am Standort in Hannover-Stöcken eingeweiht. Somit betreibt der deutsche Hersteller jetzt nicht nur seine „globale Denkzentrale“ am Stammsitz des Unternehmens. Vielmehr setzt das Unternehmen mit dieser Investitionsentscheidung ein Zeichen in mehrfacher Hinsicht.

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INHALT

12/2013

LIEBER LESER Premiummarke Trelleborg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 Besser als der Markt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 Heuver setzt auf Linglong . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Volles Haus bei Bohnenkamp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 AKTUELL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 RUNDERNEUERUNG/RECYCLING MARKT + MARKETING Contis neues Werk in Stöcken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Der Blick zurück . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Zertifizierte Altreifenentsorgung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 Wundersame Schaeffler-Rettung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Marangoni: Enge Kundenbeziehungen . . . . . . . . . . . . . 68 Marangoni stoppt die Neureifenfertigung . . . . . . . . . . . 20 Ausblick aufs Autojahr 2014 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 PRODUKTE Contis Lkw-Reifenersatzgeschäft . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 ZAwheel von Ziehl-Abegg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 ATU ist verkauft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Aufklärung über „Wintermythen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Apollo-Cooper-Deal weiter in der Schwebe . . . . . . . . . 33 Conti-Industriereifenportfolio wächst . . . . . . . . . . . . . . . 74 Gettygo-Reifenversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 JAHRESRÜCKBLICK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 „RoadAttack 2 Evo“ vorgestellt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Bridgestone zeigt neue Luftlosreifengeneration . . . . . 79 LANDWIRTSCHAFTSREIFEN/AGRITECHNICA Verbesserter Heuver-Webshop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Michelin sieht die Bedürfnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Aus Alliance wird immer mehr die ATG . . . . . . . . . . . . . 44 ESSEN MOTOR SHOW/TUNING Agrarreifenmarken von Bridgestone . . . . . . . . . . . . . . . 46 Anziehungspunkt der Branche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 Mitas: Spektakuläres und Konventionelles . . . . . . . . . . 48 Späth nicht mehr RH-Geschäftsführer . . . . . . . . . . . . . 86 BKTs ganzheitlicher Auftritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 BBS-Zertifizierungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 2


Reifentechnik, die bewegt! Von der Agritechnica Die Agritechnica setzt Impulse und hat auch mit Blick auf die Reifen eine ganze Reihe herausragende Nachrichten. Das Reifenteilsegment erweist sich erneut als widerstandsfähig gegen Markteinbrüche und bleibt lukrativ. Während auf einer IAA die Zubehörbranche von den Fahrzeugherstellern an den Rand gedrängt wird, hat sich die Reifenbranche auf der Landwirtschaftsmesse mit ganz breiter Brust präsentiert.

Das war 2013

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Oftmals sind Jahresrückblicke die reinsten Jubelarien, eine Aneinanderreihung glanzvoller Ereignisse. Die Reifenbranche hatte in ihrer Gesamtheit nicht viel Grund zum Jubilieren, aber: Es hätte auch schlimmer kommen können.

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MENSCHEN + FIRMEN Pirelli feiert 50 Jahre „The Cal“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 Kompletträder von Interpneu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94 AIBA erneut ausgezeichnet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96 „Held der Straße 2013“ steht fest . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Veränderung im Pirelli-Marketing . . . . . . . . . . . . . . . . . 100 Positives Fazit zur „Reifen China“ . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Goodyear Dunlop ehrt Jubilare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 „Reifenspende“ für Oldtimerfeuerwehr . . . . . . . . . . . . 106 RUBRIKEN Inserentenverzeihnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Anzeigenmarkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 WWW – Web-Weg-Weiser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110 Vorschau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112

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Reifentechnik, die bewegt.


AKTUELL Neue Reifenzeitung 12/2013

Kurzgefasst. Europa-Aktivitäten von Toyo unter neuer Leitung Der japanische Reifen- und Kautschukkonzern Toyo Tire & Rubber Co. Ltd. hat zum 1. Januar 2014 diverse Managementverschiebungen und organisatorische Veränderungen beschlossen, die unter anderem auch die Führung der Toyo Tire Europe GmbH in Willich betreffen. Der bisherige In der Konzernhierarchie General Manager für die höher gerückt: Tamotsu Sakuramoto Geschäftseinheit Europa und seit Sommer 2009 auch Präsident von Toyo Tire Europe Tamotsu Sakuramoto wird zum General Manager für die Geschäftseinheit Japan und Chairman der Toyo Tire Japan Co. Ltd. ernannt. Neuer General Manager für Europa wird Takashi Shimizu, bislang in Japan verantwortlich für die Planung und Administration im Konzernbereich Reifen. Präsident der Toyo Tire Europe GmbH wird Naoki Gonsui, der zuvor in gleicher Funktion die Toyo Tire (U.K.) Ltd. geführt hat. dv

Dominik Schwarz neuer Vertriebsleiter für Michelin in Österreich Mit Wirkung zum 1. Dezember 2013 hat Dominik Schwarz (37) die Verantwortung für den Vertrieb in Österreich übernommen. Er tritt die Nachfolge von Frederic Chouquet-Stringer an, der unlängst eine neue Stelle bei Michelin in Taiwan übernommen hatte. Dominik Schwarz Dominik Schwarz sammelte bereits Führungserfahrung im Vertrieb von Michelin und bei Euromaster. In seiner neuen Funktion berichtet er an Dieter von Aspern, Direktor Vertrieb Deutschland, Österreich und Schweiz. dv

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Formel 1 in (Reifen-)Zahlen

Allein in der Saison 2013 stellte Pirelli den Rennteams insgesamt 33.200 Formel-1-Reifen zur Verfügung, von denen letztendlich dann 25.700 (23.300 Slicks, 2.400 Regenreifen) im Renntempo bewegt wurden

ach dem Ende der diesjährigen Formel-1-Saison hat Pirelli Statistiken rund um die Rennserie veröffentlicht, die während der vergangenen drei Jahre von dem italienischen Hersteller exklusiv mit Reifen ausgerüstet wurde und allem Anschein nach wohl auch weiter werden wird. In den drei Jahren 2011 bis 2013 lieferte man demnach insgesamt 112.200 Rennreifen an die Teams. Von denen waren 93.600 für die Rennen – 68.800 Slicks, 24.800 Regenreifen – bestimmt sowie 18.600 für Tests. Tat-

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sächlich im Rennen eingesetzt wurden laut Pirelli aber nur 72.200 Reifen, von denen 65.800 auf Slicks und 7.400 auf Regenreifen entfielen. Mit Blick allein auf die Saison 2013 ist von 33.200 den Teams zur Verfügung gestellten Reifen die Rede, von denen letztendlich aber wohl nur 25.700 (23.300 Slicks, 2.400 Regenreifen) im Renntempo bewegt wurden. Von einer 100-ProzentQuote kann der Reifenhersteller allerdings berichten: Alle während der zurückliegenden drei Jahre ausgelieferten 112.200 Formel-1-Reifen wurden den Italienern zufolge samt und sonders recycelt. cm

Yokohama und Kumho verhandeln über globale Allianz

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uf dem weltweiten Reifenmarkt scheint sich eine neue Allianz zweier führender Hersteller anzubahnen. Wie Yokohama Rubber jetzt mitteilt, habe man am 29. November gemeinsam mit Kumho Tire eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Danach wollen Yokohama und Kumho jetzt Diskussionen über eine Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung im Reifenbereich und damit in Bezug stehenden Bereichen sowie über eine finanzielle Überkreuzbeteiligung beider Unternehmen beginnen.

Ziel der Verabredung sei es, die Wettbewerbsfähigkeit sowie das Wachstumspotenzial beider Unternehmen auf dem weltweiten Reifenmarkt zu steigern, heißt es dazu weiter in einer Mitteilung. Ein rechtlich verpflichtender Vertrag soll demnach „so schnell wie möglich“ unterzeichnet werden. Der Konzern Yokohama Rubber aus Japan ist aktuell der achtgrößte Reifenhersteller der Welt mit einem Jahresumsatz von 5,5 Milliarden Euro – davon ca. 80 Prozent im Reifenbereich –, während Kumho aus Südkorea die Nummer 13 im Ranking der weltweit größten Unternehmen der Reifenbranche mit einem Jahresumsatz von 2,8 Milliarden Euro ist. ab


Bußgeld für „Winterreifenmuffel“ wird erhöht Wer bei solchen Witterungsverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, kassiert zwar auch in Zukunft „nur“ einen Punkt in Flensburg, muss ab 1. Mai 2014 allerdings ein Bußgeld in Höhe von 60 anstatt wie bisher 40 Euro berappen Zum 1. Mai kommenden Jahres tritt die Reform des Punktesystems in Kraft, mit dem in Deutschland Verstöße im Straßenverkehr geahndet werden. Anstatt der bisher maximal 18 Punkte gibt es dann nur noch acht, und die Eintragungsgrenze, ab der das Konto weiter anschwillt, liegt nach der Umstellung bei einem Bußgeld von 60 Euro (aktuell: 40 Euro). Wer nun allerdings meint, so vielleicht generell den einen oder anderen Punkt „einsparen“ zu können, ist in Bezug auf manches Vergehen allerdings auf dem Holzweg. Denn gleichzeitig gibt es im Zuge dessen auch Änderungen im Bußgeldkatalog, sodass etwa „Winterreifenmuffel“, die trotz eindeutig winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen unterwegs sind und insofern nicht den Anforderungen der hierzulande gültigen „situativen Winterreifenpflicht“ genügen, ab 1. Mai dann mit 60 statt bisher 40 Euro zur Kasse gebeten werden und damit ihr Punktekonto folglich weiterhin um einen Zähler hochsetzen. cm

Für Reifenfachhändler + KFZ-Werkstätten » ZUVERLÄSSIG : Deutschlandweites Software-Servicenetz » BEWÄHRT: Seit über 10 Jahren im täglichen Einsatz

Maloya-Reifen sind zurück – und zwar als Ganzjahresreifen aloya-Reifen sind wieder am Markt verfügbar. Die vormals Schweizer Marke, die seit der Übernahme des Unternehmens 1993 bei Vredestein eine neue Heimat gefunden hatte, war erst vor anderthalb Jahren aus dem Sortiment genommen worden. Unternehmensvertreter betonten indes stets, dass damit die Marke natürlich nicht „gestorben“ sei. Nun hat das Unternehmen seine Marke wiederbelebt und legt damit erstmals auch einen Maloya-Ganzjahresreifen auf. Der Maloya „Quadris“ ist aktuell in 14 Größen erhältlich und wird nur auf dem deutschen Markt vertrieben, wo gerade das Ganzjahresreifensegment jüngst deutlich bessere Entwicklungen zeigte als der Gesamtmarkt. Für die konzernweit führende Marke Vredestein ist die Wiedereinführung der Marke Maloya eine passende Abrundung des bestehenden Sortiments. Ab dem kommenden Jahr, so wird der NEUE REIFENZEITUNG bestätigt, sollen dann auch Apollo-Ganzjahresreifen auf den hiesigen Markt kommen. Der Maloya „Quadris“ wird in Enschede gefertigt. ab

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Mit dem Maloya „Quadris“ holt Vredestein seine Zweitmarke zurück und legt diese nun erstmals auch als Ganzjahresreifen auf

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AKTUELL Neue Reifenzeitung 12/2013

Kurzgefasst. Für die neue S-Klasse liefert Bridgestone 19-Zöller ans Band

Für die neue S-Klasse von Mercedes liefert Bridgestone sein „Potenza S001“ genanntes Modell in 19 Zoll als Erstausrüstung ans Band des Fahrzeugherstellers Bei ihrer Vorstellung in diesem Sommer war in Sachen der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz aufseiten der Erstausrüstung zunächst nur von einer 17- und 18-Zoll-Bereifung die Rede. Laut Bridgestone hat man Ende Oktober aber das Freigabeprozedere auch für 19-Zöller erfolgreich abgeschlossen, sodass das Unternehmen eigenen Worten zufolge nun 19-Zoll-Ausführungen seines „Potenza S001“ genannten Modells ans Band des Fahrzeugherstellers liefere. cm

Insolvenzverfahren gegen Reifen Go! Zur Essen Motor Show hatte die Essener Firma „Reifen Go!“ noch einen Messestand gebucht, wohl um dort Aluminiumfelgen der beiden hauseigenen Marken „Royal Wheels“ und „Modul Wheels“ zu zeigen. Zum Messeauftakt aber war es schon zu spät, die beiden Geschäftsführer Mostafa Ahmadi und Mohamad Raza Sharif mussten sich bereits keine zehn Kilometer vom Messegelände entfernt auf ihrem Firmengelände mit den Folgen ihrer Aktivitäten auseinandersetzen, was jetzt mit der Anordnung des Insolvenzverfahrens gegen das im „In- und Export sowie dem Einzel- und Großhandel mit Reifen und Felgen“ tätige Unternehmen gipfelt. In der Branche aufgefallen war Reifen Go! bereits in der Vergangenheit, weil es gezwungen war, Pkw-Stahlräder wegen eines „erheblichen Mangels für die Verkehrssicherheit“ zurückrufen zu müssen. detlef.vogt@reifenpresse.de

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Deutschlandvertrieb der Marke GoldenTyre wechselt von Delticom zu SW Im Rahmen der weltweiten Umstrukturierung der Vertriebsaktivitäten der italienischen Reifenmarke GoldenTyre verändert sich zum Januar kommenden Jahres nun doch auch der Distributionspartner für den deutschen Markt: Bis zum Jahreswechsel 2013/2014 ist dies zwar noch die Delticom AG, doch danach übernimmt der im unterfränkischen Schweinfurt beheimatete Zweiradreifengroßhändler SW Reifenhandel GmbH die B2B-Vertriebsaktivitäten zum nationalen Motorrad- und Reifenhandel. „Wir wollen eine stärkere Ausrichtung des Vertriebs auf den Fachhandel“, so Jens Engelking, Geschäftsführer der GoldenTyre World Service GmbH (Trochtelfingen), die seit Anfang dieses Jahres die weltweiten Vertriebsaktivitäten vom Standort Deutschland aus koordiniert und federführend verantwortet, während die Abteilungen Forschung & Entwicklung, Technik sowie Rennsport weiterhin Zum neuen Jahr übernimmt der Zweiradreifengroßhändler SW am GoldenTyre-Hauptsitz im tosMotorradreifen GmbH in Sachen der Marke GoldenTyre die B2Bkanischen Bientina bei Pisa (Ita- Vertriebsaktivitäten zum nationalen Motorrad- und Reifenhandel lien) beheimatet sind. Nachdem im März bereits die Europalogistik in die Hände des Schweinfurter Großhändlers gelegt wurde, wolle man mit der jetzt noch erweiterten Zusammenarbeit mit SW dem „starken Wachstum“ der Marke GoldenTyre mit der Schaffung neuer europäischer (Vertriebs-)Strukturen Rechnung tragen, erklärt Engelking. GoldenTyre-Produkte mit Schwerpunkt Motocross und Enduro können in Deutschland demnach über das nationale Händlernetz bezogen werden, welches ab Januar 2014 dann eben durch die SW Reifenhandel GmbH versorgt wird. Zudem könnten weitere Produktsegmente wie Motorradstraßen- und Rollerreifen ebenso wie Pkw-Oldtimer- und Llkw-Bereifungen bei den meisten Reifenhändlern der Republik bezogen werden, heißt es weiter unter Verweis darauf, dass auch hier SW als Bezugsquelle fungiert. cm

Höhenflug der Conti-Aktie vor seinem Ende? In den vergangenen Wochen und Monaten sind die Aktien der Continental AG von Analysten in immer größere Höhen hochgejubelt worden. Zuletzt wurde sogar schon ein Kursziel von 180 Euro für die Wertpapiere des Automobilzulieferers ausgegeben, doch jetzt gibt es offenbar einen ersten Trend in umgekehrter Richtung. Denn gemäß entsprechender Berichte verschiedener Finanzinformationsdienste hat JP Morgan seine Einschätzung bezüglich der Conti-Aktien von bisher „overweight“ auf jetzt „neutral“ heruntergestuft. Als Grund dafür wird angeführt, dass der tatsächliche Kurs der Wertpapiere die von JP Morgan zuletzt ausgegebene Zielmarke von 150 Euro überschritten habe. Sehr viel mehr an Potenzial wird der Aktie nun also wohl nicht zugetraut: Zwar sei der Reifenhersteller/Automobilzulieferer eines der bestgeführten Branchenunternehmen und entwickele sich prächtig, doch das aktuelle Marktumfeld rechtfertige kein höheres Kursziel, gibt Der Aktionär die Meinung eines JP-Morgan-Analysten wieder. cm


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MARKT + MARKETING Neue Reifenzeitung 12/2013

NRZ 12/2008

Der Blick zurück

Unter die „Top 6“ Die „Big Three“ der globalen Reifenindustrie erscheinen unerreichbar in übersichtlicher Zeit. Also machen sich Hankook, Kumho und jetzt auch Apollo auf, um die „zweiten Drei“ Continental, Pirelli und Sumitomo zu attackieren.

Nicht mehr im DAX Weil nur noch 10,3 Prozent der Continental-Aktien im Streubesitz sind, müssen die Hannoveraner den DAX (Deutscher Aktienindex) verlassen, das zweite Mal in der Unternehmensgeschichte.

Nicht mehr bei BBS Die wohl bedeutendste BBS-Tochtergesellschaft aus Vorinsolvenzzeiten war der italienische Aluminiumräderhersteller BBS-Riva in Ruina bei Ferrara. Jetzt ist die Abspaltung endgültig, neuer Gesellschafter ist die IGS-Gruppe und benennt die Produktionsstätte in IGS Riva um.

Weniger USA-Produktion Reifenhersteller Cooper hat angekündigt, eines seiner vier US-Reifenwerke zu schließen, Bridgestone Nordamerika, eine Teilstillegung vorzunehmen, und Kumho USA verzögert den Bau eines US-Werkes.

Mehr Onlinereifenhandel Die Vorhersage, dass bei einem beratungsintensiven Produkt wie dem Reifen relativ schnell ein Limit erreicht werde, erweist sich als falsch. Im B2B-Bereich sind die Plattformen etabliert; B2C wird überwiegend kritisch gesehen – und wächst doch.

... wussten Sie es noch? 8

Bei Rema Tip Top ist man optimistisch für 2014 Auch wenn er das laufende Jahr aus der Sicht Reifenbranche in Deutschland und Zentraleuropa ganz allgemein als „nicht zufriedenstellend“ charakterisiert, so zieht Jens Dahlheimer, BusinessUnit-Manager Automotive bei Rema Tip Top, für sein Unternehmen nichtsdestoweniger ein ungleich positiveres Fazit. Ungeachtet eines „moderaten Aufwärtstrends“ insbesondere im deutschen Pkw-Reifengeschäft während des zweiten Halbjahres und der Hoffnung auf das diesjährige Winterumrüstgeschäft kämpfe der Reifenfachhandel, der seinen Worten zufolge eine der für Rema Jens Dahlheimer, BusinessTip Top wichtigsten Kundengruppen darstellt, zwar immer noch Unit-Manager Automotive bei mit vor allem auf die Marktentwicklung im ersten Halbjahr zurück- Rema Tip Top, glaubt, dass 2014 zuführenden Umsatzrückgängen. Doch für Rema Tip Top – sagt wieder ein gutes Jahr für sein Dahlheimer – „war das Geschäftsjahr 2013 aufgrund des breiten Unternehmen wird und auch für Produktportfolios und unserer umfassenden Servicephilosophie den Reifenfachhandel ein besseres als das noch laufende durchaus zufriedenstellend“. Und er ergänzt, dass man auch 2014 positiv entgegenschaue. Zumal unter anderem der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobilserviceausrüstungen (ASA) oder der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WdK) von einer moderaten Markterholung im kommenden Jahr ausgingen. Nichtsdestoweniger müsse sich der Reifenfachhandel weiterhin auf strukturelle Veränderungen einstellen und sich im Hinblick auf ein erfolgreiches Bestehen im Markt mit einem verstärkten Serviceangebot beispielsweise im Bereich Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) um seine Kunden bemühen. „Mit unserem Komplettanbieterprogramm sind wir gut für kommende Anforderungen gerüstet. Unser Ziel in Automotive wird es auch weiterhin sein, unsere Position im Markt zu stärken und auszubauen“, sieht Dahlheimer Rema Tip Top selbst dabei gut in der Spur. cm

Bremsenspezialist Brembo legt beim Umsatz weiter zu Wie schon nach dem ersten Halbjahr kann der italienische Bremsenspezialist Brembo auch für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres eine Verbesserung seiner Umsatzzahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 berichten. Von Januar bis September erzielte das Unternehmen Verkaufserlöse in Höhe von ziemlich genau zwischen einer Milliarde und 1,1 Milliarden Euro, die damit um 10,5 Prozent über dem entsprechenden Referenzwert für dieselben neun Monate des vergangenen Jahres liegen. Allein im dritten Quartal konnte man den Umsatz um 14,5 Prozent auf nunmehr 391,5 Millionen Euro steigern. Das EBITDA wird mit 150,5 Millionen Euro (neun Monate) bzw. 51,4 Millionen Euro (Quartal) beziffert und konnte um 17,1 respektive 27,8 Prozent zulegen. Mit Blick auf das EBIT werden ebenfalls kräftige Verbesserungen um 23,1 bzw. 49,9 Prozent auf nunmehr 84,5 Millionen Euro bzw. 29,0 Millionen Euro genannt. Der Nettogewinn soll bezogen auf den Neunmonatszeitraum um 29,4 Prozent auf 63,4 Millionen Euro geklettert sein, während im dritten Quartal sogar ein 50,4-prozentiges Wachstum auf 20,1 Millionen Euro verzeichnet wurde. „Das dritte Quartal hat mit besseren Ergebnissen abgeschlossen als erwartet – sowohl in Umsätzen als auch in Margen. Diese Resultate wurden von allen unseren Märkten und Sparten beeinflusst, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Ich freue mich besonders anzumerken, dass Italien Zeichen einer Erholung gezeigt hat, wenn auch weniger deutlich als der Rest Europas“, so Brembo-Chairman Alberto Bombassei, der nicht ohne Stolz auf das Erreichte – auch im nordamerikanischen Markt – blickt. „Im genannten Zeitraum wurden dort 25,4 Prozent der gesamten Verkaufserlöse erzielt, damit wird Nordamerika jetzt unser stärkster Markt. Und schließlich unterstützt das Auftragsvolumen die Prognose, dass für den Jahresabschluss 2013 Ergebnisse in Sicht sind, die dem aktuellen Trend folgen”, ist er überzeugt. cm


MARKT + MARKETING Neue Reifenzeitung 12/2013

Studie rät Autohäusern einmal mehr, die Rädereinlagerung auszulagern or rund zwei Jahren hatte die nach eigenen Aussagen deutschlandweit derzeit knapp 60 sogenannte „RäderHotels“ betreibende 4Wheels Service und Logistik GmbH (Düsseldorf) das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) bereits mit einer Studie beauftragt, welche Nutzen und Chancen rund um das Reifen-/Rädergeschäft in Autohäusern bzw. die Einlagerung von Kundenrädern aufzeigen sollte. Kam man damals schon zu dem Schluss, dass das Auslagern des Einlagerungsgeschäftes bzw. die Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Dienstleister wie eben 4Wheels durchaus Sinn machen könne, so gelangt das IFA in einer aktuellen Untersuchung nun zu mehr oder weniger derselben Erkenntnis. Begründet wird diese Sicht der Dinge insbesondere damit, dass die mit der Rädereinlagerung erzielbaren Erlöse aktuell zwar „nicht ausreichen, um die Kosten- bzw. Aufwandspositionen solcher Angebotsleistungen zu decken“ (die erlösseitige Unterdeckung wird mit durchschnittlich rund 70 Prozent beziffert), aber gerade die Fremdvergabe an einen spezialisierten Dienstleister zu „positiven Effekten bei den Autohausprozessen und zur Kostenoptimierung“ führe. „Unter Vollkostengesichtspunkten lässt sich an dieser Stelle eine spürbare Entlastung von bis zu 40 Prozent gegenüber der Selbsteinlagerung erreichen“, heißt es in der aktuellen IFA-/4Wheels-Studie. Zugleich lässt sie bei alldem keinerlei Zweifel daran aufkeimen, dass die Rädereinlagerung heute zu den Muss-Dienstleistungen im Autohaus zählt, weil sie außer einem Beitrag zur Kundenzufriedenheit bzw. -bindung zudem noch die Realisierung zusätzlicher Umsatzpotenziale in den verschiedenen Geschäftsbereichen der Betriebe ermögliche. Insofern geht es nach Meinung des IFA weniger um das Ob als das Wie. Oder anderes formuliert: Welche Maßnahmen sind nötig,

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Der Studie zufolge gehört die Rädereinlagerung heute zu den Muss-Dienstleistungen im Autohaus, weshalb sie vor allem der Frage nachgeht, mittels welcher Maßnahmen das Ganze betriebswirtschaftlich tragfähig dargestellt werden kann

um die betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Dienstleistungsangebotes sicherzustellen? In diesem Zusammenhang gibt es neben den Kosten selbst noch weitere Dinge zu berücksichtigen, und so werden durchaus noch weitere Argumente genannt, warum für Autohäuser ein Outsourcing der Rädereinlagerung Sinn macht. Denn für die jüngste Untersuchung wurden nicht nur fast 400 Betriebe befragt, sondern auch beinahe 1.000 Kunden, wobei rund 82 Prozent aus letzterer Gruppe angegeben haben sollen, im Zuge des Radwechsels zusätzliche Wartungs- und Reparaturumfänge in Auftrag geben zu wollen. „Leider bewältigen die Autohäuser nach den vorliegenden Befragungsergebnissen lediglich in durchschnittlich 6,2 Prozent aller Radwechsel- und Einlagerungsfälle diese zusätzlichen Auftragspositionen“, heißt es vonseiten des IFA, wo man der Meinung ist, dass gerade das Auslagern der Rädereinlagerung die Personalund Raumkapazitäten für solche als ertragsstark beschriebenen Serviceleistungen gewährleisten hilft. „Die zwei jährlichen Radwechselphasen im Frühjahr und Herbst führen jeweils in etwa fünfwöchigen Zyklen zu einer Überbeanspruchung der Serviceorganisation im einzelnen Autohaus. Um die zusätzlichen Aufträge zu bewältigen, müsste die Personalkapazität in solchen Zeiten um bis zu 46 Prozent erhöht werden, um die sonst üblichen Beratungs- und Serviceleistungen umfassend anzubieten“, wird in der Studie vorgerechnet. cm

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MARKT + MARKETING Neue Reifenzeitung 12/2013

4x4-/Lkw-Reifenabsatz so lala – der von Pkw-/Llkw-Reifen eher nicht Berichtete die NEUE REIFENZEITUNG vor Kurzem bereits über ein zehnprozentiges Absatzminus bei Pkw-Winterreifen (Handel an Verbraucher) im für dieses Geschäft so wichtigen Monat Oktober, so liegen zwischenzeitlich weitere Zahlen zum deutschen Ersatzgeschäft mit Stand nach den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres vor. Sehr viel erbaulicher sind die aber auch nicht, selbst wenn es hier und da aus einigen Segmenten durchaus Positives zu berichten gibt. ie guten Nachrichten also zuerst. Mit Blick auf das Geschäft des Handels mit dem Endverbraucher weist das sogenannte Sell-out-Panel des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) für 4x4-/ Offroadreifen bis dato ein fast neunprozentiges Plus aus. Allein im Oktober wurden demnach über 24 Prozent mehr an Bereifungen für Allradler, Geländewagen, SUVs (Sport Utility Vehicles) – oder wie immer man die zugrunde liegende Fahrzeugkategorie nennen mag – verkauft, wobei es sich aller Wahrscheinlichkeit nach wohl um solche für den Wintereinsatz gehandelt haben dürfte. Zu einem Plus hat es bei den Lkw-Reifen zwar weder aus Monatssicht noch bezogen auf den bisherigen Jahresverlauf gereicht, aber immerhin wurden dem WdK zufolge in diesem Oktober genauso viele Reifen für Lastkraftwagen vom Handel in Richtung Verbraucher vermarktet wie im Vorjahresmonat, sodass die Zwischenbilanz nach nunmehr zehn Monaten mit gut einem Prozent nur ein vergleichsweise kleines Minus ausweist. Allerdings waren das die mehr oder weniger einzigen positiven Aspekte, die man der aktuellsten WdK-Absatzstatistik für das deutsche Reifenersatzgeschäft entnehmen kann. Dass die Verkaufszahlen von Pkw-Sommerreifen ausgerechnet im Oktober in die Höhe schnellen würden, wird ohnehin

D

Reifenersatzmarkt Deutschland 2013 Stückzahlentwicklung Januar-Oktober gegenüber Vorjahreszeitraum

Segment Pkw-Sommerreifen

0,7%

-10,6%

Pkw-Winterreifen

-9,3%

-4,0%

4x4-/Offroadreifen

0,3%

8,7%

Llkw-Reifen

-17,1%

-4,0%

Lkw-Reifen

8,0%

-1,3%

Quelle: WdK/ERMC

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Sell-in Sell-out (Industrie an Handel) (Handel an Industrie)

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kaum jemand ernsthaft erwartet haben, und tatsächlich bleibt die Bilanz des diesjährigen Sommergeschäftes mit Autoreifen wie sie schon Ende September war: bescheiden, weil von Januar bis einschließlich Oktober gut zehn Prozent weniger Reifen dieses Typs hierzulande einen Käufer fanden. Schwerer aber wiegt, dass aus dem gut dreiprozentigen Plus bei Pkw-Winterreifen zum Stand Ende September nur einen Monat später ein vierprozentiges Minus geworden ist. In Summe über beide Reifengattungen ist das gleichbedeutend damit, dass sich der deutsche Pkw-Reifenersatzmarkt stückzahlenmäßig im bisherigen Jahresverlauf um fast acht Prozent rückläufig entwickelt hat. Angesichts dessen das vierprozentige Minus bei LlkwReifen als vergleichsweise „gut“ zu bezeichnen, käme aber trotzdem wohl nur ausgesprochenen Optimisten in den Sinn. Ähnlich durchwachsen, aber tendenziell auch eher negativ fällt die Zwischenbilanz bezüglich des Reifenersatzgeschäftes aus, wenn man auf die Absatzzahlen der Industrie in Richtung des Handels (Sell-in) blickt. Mit den 17,5 Millionen Stück, welche die Statistik der European Rubber Manufacturers’ Conference (ERMC) diesbezüglich ausweist, wurden von Januar bis Oktober zwar fast ein Prozent mehr Pkw-Sommerreifen an die Vermarktungspartner hierzulande ausgeliefert, dafür aber mit 18,1 Millionen Einheiten gut neun Prozent weniger PkwWinterreifen. In Summe kommt das einem fast fünfprozentigen Minus auf bis dato alles in allem 35,6 Millionen Pkw-Reifen gleich, während die Zahl der an den Handel gelieferten 4x4-/Offroadreifen mit rund 2,5 Millionen Stück stabil blieb. Hinsichtlich Llkw-Reifen lieferte die Industrie mit knapp 2,7 Millionen Einheiten gut 17 Prozent weniger ihrer Produkte in diesem Segment an ihre Handelspartner aus, während das Geschäft mit Lkw-Reifen der Industrie derzeit mehr Anlass zur Freude bietet. Denn mit über 1,1 Millionen Stück in den ersten zehn Monaten dieses Jahres konnten acht Prozent mehr Lkw-Reifen abgesetzt werden als im selben Zeitraum 2012. christian.marx@reifenpresse.de


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Schaeffler/Continental: Einmal Vollgas Richtung Pleite und zurück – Die wundersame Rettung der Schaeffler-Gruppe So ist es mit den Spekulanten: Kleine hängt man, Große lässt man laufen. Notgedrungen. Da kauft ein kleiner Spekulant Aktien für 20.000 Euro – zur Hälfte mithilfe eines Bankkredites. Wehe aber, wenn sich die Aktienkurse gen Süden bewegen oder sich gar, so im Fall des LehmanKonkurses, im freien Fall nach unten befinden. Sofort fragt die Bank nach weiteren Sicherheiten, Geld muss auf die Konten oder aber, so sind die Regeln, der Schuldner muss sich von seinen Aktien trennen und so weit erforderlich auch andere Dinge zu Geld machen. Koste es, was es wolle. Dass die Kurse schon in wenigen Monaten wieder den umgekehrten Weg einschlagen, kümmert nicht weiter. Der Problemfall ist eingetreten, er muss gelöst werden, und zwar jetzt. Mit salbungsvollen Worten erklärt man dem Kleinen, dass die Bank Geld ja nur treuhänderisch verwalte. Banker warten nicht, der nächste Deal lockt.

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Maria-Elisabeth Schaeffler wird als eitel, aber auch als „schwierig“ beschrieben

ür 20.000 Euro hätte man vor Lehman 250 Conti-Aktien bekommen. Nach Lehman waren diese weniger als 5.000 Euro wert. Wer zum Verkauf gezwungen wurde, verlor nicht allein sein eingesetztes Eigenkapital von 10.000 Euro voll, sondern schuldet der Bank immer noch 5.000 Euro, die abzustottern sind. Die Spekulation ist fehlgeschlagen. Besser dran wäre der genügsame Aktienspekulant gewesen. Sein Eigenkapital von 10.000 Euro hätte, vor Lehman, zum Erwerb von 125 Aktien gereicht. Nach Lehman wären diese Aktien nur noch rund 2.500 Euro wert gewesen. Da der Spekulant mit eigenem Geld geklimpert hat, tröstet er sich mit der Erkenntnis, dass gestern alles „nur Papier“ war und auch heute alles „nur Papier“ ist. Mit einem Verkauf heute würde der Verlust endgültig realisiert. Folglich schlägt man das Buch zu, reicht es in Gedanken schon mal an die Enkel weiter und tut zwischen 2009 und 2013 nichts. Jetzt riskiert man einen Blick auf den Börsenzettel und stellt fest, dass

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die 125 Aktien den Weg ohne jedes eigene Zutun aus der Sch... in die gute Butter gefunden haben. Die 125 Papierchen sind inzwischen knapp 19.000 Euro wert, Dividenden gab es zwischenzeitlich auch noch. So verdoppelt man seinen Einsatz im Schlaf, während der andere Spekulant immer noch Überstunden macht, um einen Kredit mit unverschämt hohen Zinsen abstottern zu können. Merke: Spekuliere nur mit eigenem Geld! Der Fall Schaeffler/Conti scheint die Zeitgenossen zu bestätigen, die den Teufel zeihen, seine Notdurft sowieso nur auf dem falschen Haufen zu verrichten. Schaeffler hatte für Continental insgesamt rund 13 Milliarden Euro geboten, war aber davon ausgegangen, bestenfalls um die 40 Prozent zu bekommen. Die Lehman-Pleite ließ den Schaeffler-Tresor aber mit mehr als 90 Prozent der Conti-Aktien vollpfropfen. Nur waren die zum Stückpreis von 75 Euro abzunehmenden Papiere durch das, was rückschauend als weltweite Finanzkrise bezeichnet wird, über Nacht abgestürzt und an der Börse für 15 oder 16 Euro zu haben; trotzdem kaufte niemand mehr. So stand den Krediten von zwölf bis 13 Milli-


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arden Euro bestenfalls noch ein Betrag von drei Milliarden an Sicherheiten gegenüber. Schaeffler war für die Kreditgeber aus allen Sicherheiten in Milliardenhöhe heraus. Manfred Wennemer stellte im Spiegel-Interview fest, der Hebel liege nun bei den Banken, sie müssten sie nur bewegen. So war die Tatsache ausgesprochen, dass die SchaefflerGruppe die unternehmerische Freiheit, ihre Unabhängigkeit verspielt hatte. In den Rankings von Forbes oder Manager-Magazin schaffte die Milliardärsfamilie nicht mal mehr einen Platz für arme Schlucker.

Too big to fail Mit einer Null an sich ist kein Staat zu machen, mit vielen Nullen aber doch. Denn nicht allein die Schaefflers hatten sich verzockt, sondern die Banken ebenfalls. Da hätten sie noch so hämisch nach neuen Sicherheiten fragen können, selbst wenn die Eigentümerfamilie ihre diversen Villen beliehen oder gar verkauft hätte, es wäre nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Glück oder Pech, Kalkulation oder Spekulation, solche Kriterien setzen viele Nullen außer Kraft: Too big to fail! Das ist ein in der Krise entstandener Lehrsatz. Frau Schaeffler selbst hatte ihre Gruppe in höchster Not und Verzweiflung gar als systemrelevant für die Automobilindustrie bezeichnet und war deswegen verhöhnt worden mit dem Argument, dass Schaeffler ja nicht als Hersteller vom Markt verschwinde, nur weil die Eigentümerfamilie die Koffer zu packen hätte. Wenn die Schaeffler-Gruppe auch nicht systemrelevant war, so war sie doch für das System relevant. Ein Untergang Schaefflers hätte Banken mit in den Abgrund gestürzt, allen voran die Commerzbank. Mögen auch kleine Schuldner gepiesackt und stranguliert worden sein, mit Schaeffler musste anders verfahren werden. In hoher Verzweiflung und in Panik wird Ruhe, und nichts als Ruhe, oberste Pflicht. Man hatte vor Augen: Muss Schaeffler heute verkaufen, sind auch wir mausetot, muss Schaeffler in zwei, drei Jahren verkaufen, könnte sich der Kurs so weit erholt haben, dass wir zwar schwer verwundet sein werden, aber immerhin noch leben. Schei... der Teufel wirklich immer auf den größten Haufen? Nach dem Fehlgriff auf Conti waren „die Schaefflers“ regelrecht paralysiert, sie konnten nur warten, ohne ei-

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gentlich zu wissen worauf. Tun konnten sie les glimpflich verlaufen ist, mit Begriffen wie wenig, d.h. bis auf den Umstand, dass jähr- Weitsicht, Strategie, Wagemut und Vision lich Hunderte von Millionen an Zinsen erar- beschreiben zu wollen, klingt, wie es ist: läbeitet werden mussten. Doch bekanntlich cherlich! gibt’s der Herr den Seinen auch schon mal im Schlaf. Wer hätte gedacht, dass sich die Schaeffler als Ankeraktionär Continental-Aktie binnen weniger Jahre nicht nur zurück auf 75 Euro bewegen wür- 1991 von ITT-Teves zur Continental AG gede, sondern inzwischen dem doppelten kommen, wollte Dr. Hubertus von Grünberg Kurs nahe gekommen ist. Und auch hier gilt: (Jahrgang 1942) die Säulen Reifen und ob der Aktienkurs bei 15, 75 oder 150 Euro liegt. Es ist immer noch dieselbe Nach dem Fehlgriff auf Conti Firma. Eine Schwanwaren „die Schaefflers“ regelrecht kung des Börsenparalysiert, sie konnten nur wertes zwischen warten, ohne eigentlich zu wissen drei Milliarden im worauf. Jahre 2009 und knapp 30 Milliarden heute lässt sich nicht erklären. Aber es hilft – wie oft im Leben – immer wie- Technische Gummiartikel um die dritte Säule CAS (Continental Automotive Systems) der der tiefe Glaube. Es kann ohne Umschweife und ohne ergänzen, um aus Conti einen System- oder Übertreibung festgehalten werden, dass Modulanbieter zu formen. Als der US-Konsich Schaeffler mit dem Angriff auf Conti- zern ITT im Rahmen einer neuen Ausrichnental als Zocker geoutet hat, Warnungen in tung 1998 eine seiner Tochtergesellschafden Wind geschlagen hatte, dass meist ten, den Bremsenspezialisten Teves, auf die auch schiefgeht, was schiefgehen kann. Verkaufsliste setzte, überzeugte von GrünNichts als Glück hat Schaeffler vor einem berg in kürzester Zeit seinen Aufsichtsrat Desaster bewahrt. Das heute, nachdem al- von der Sinnhaftigkeit einer Akquisition und griff schnell zu. Der Preis schien sehr hoch, aber die Entwicklung zum Automobilzulieferer war damit schneller als gedacht Wirklichkeit geworden. Obwohl sich die neuen Strukturen, auch die Bilanzstrukturen, als attraktiv erwiesen, hielt die Aktionärsstruktur nicht Schritt. Der hohe Streubesitzanteil war eine Einladung für „Heuschrecken“. Um der Gefahr eines Überfalls mit anschließender Zerschlagung des Konzerns in seine Einzelteile etwas entgegenzusetzen, suchte von Grünberg Maria-Elisabeth Schaeffler auf, seine gute Bekannte, die ihn nach dem Tode ihres Mannes 1996 um Beratung gebeten hatte. Er wollte die Industriellenfamilie als Ankeraktionär mit einem Anteil am Aktienkapital von 20 oder 25 Prozent gewinnen, um der Continental AG mit einem einflussreichen, aber nicht dominierenden Ankeraktionär langfristigere Planungen zu ermöglichen und um unabhängiger von auf Der ehemalige Conti-Vorstandschef Manfred WenQuartalsberichte schielenden Analysten zu nemer konnte sich augenscheinlich keine Zusammenarbeit mit Leuten vorstellen, die er für „egoistisch, werden. Ein Vorschlag mit viel Charme, auch selbstherrlich und verantwortungslos“ hält mit vielen Vorteilen für einen Großaktionär.

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Dr. Hubertus von Grünberg initiierte die Entwicklung Contis vom Hersteller von Reifen und Technischen Gummiartikeln mithilfe einer Stärkung der Sparte Automotive Systems hin zu einem System-/ Modulanbieter für die Fahrzeugindustrie Einen Aktienbatzen zwischen 20 bis 30 Prozent hätte Schaeffler stemmen können, ohne Gefahr zu laufen, Investitionen im eigenen Geschäft aus Finanznot einschränken zu müssen. So hätte es eine totale Win-winSituation werden können, Conti auf der einen Seite übernahmesicher, „heuschreckenfest“ und Schaeffler mit einem soliden Investment mit Aussicht auf überdurchschnittliche Dividenden. Und zusätzlich winkten beiden Seiten ein paar Kooperationsmöglichkeiten mit der Aussicht, durchaus nennenswerte Synergien schöpfen zu können. Dass sich in Herzogenaurach so etwas wie ein Jahrmarkt der Eitelkeiten gebildet hatte, muss von Grünberg übersehen haben. 1998 war mit Dr. Jürgen Geißinger (Jahrgang 1959) ein führungsstarker Vorsitzender der Geschäftsleitung nach Herzogenaurach gekommen, dem schon drei Jahre später mit der feindlichen FAG-Übernahme durch INA-Schaeffler ein echter Coup, mit dem Schaeffler zur Weltfirma aufstieg, gelungen war. Die Integration gelang zügig, die neu gebildete Gruppe überzeugte mit guten Zahlen. Ein solches Klima kann zu Selbstüberschätzungen verführen und Selbstzweifel im Keim ersticken. Einerseits ein Siegertyp wie Geißinger, andererseits eine für Aufmerksamkeiten anfällige Clanchefin, die seit fast 20 Jahren meint, alles im Griff zu haben. Geißingers Beurteilung durch Mit-

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arbeiter fällt unterschiedlich aus. Sie haben ihn als gelegentlich ruppig, lautstark, gar tobend erlebt, anerkennen aber seine analytischen Stärken. Er könne gewinnend charmant auftreten, aber auch undiplomatisch barsch. Einer beschreibt es so: „Geißinger ist ein Siegertyp, wo ich bin, ist vorn. Ihm sind Selbstzweifel fremd. Er kann Angriff am besten. Härte hat er als Handballer schon unter Beweis gestellt. Schmerzen werden bekämpft, notfalls mit Voltaren. Aber ohne ihn wären wir ein Kleinkleckerleladen geblieben. Geißinger wollte schon immer mit technisch anspruchsvollen, neuen Produkten unseren Laden nach vorn pushen, und das ist ihm ja auch gelungen.“ Mitinhaberin Maria-Elisabeth Schaeffler wird zurückhaltender beschrieben. Sie habe eine tiefe Bindung zum Unternehmen, besonders zum Ursprungsteil, zu INA. Sie wird als eitel und vor diesem Hintergrund auch als schwierig beschrieben. Unkontrollierte Emotionen verleiteten nicht nur ausnahmsweise zu falschen Entscheidungen. Auf der „Sympathieskala“ liegt sie vor Geißinger, der wiederum die „Kompetenzskala“ anführt.

herem Chefsessel. 1998 wurde er Chef der Schaeffler-Gruppe und managte den Umund Ausbau. Es lief alles glänzend in den nächsten Jahren, und man hatte den Eindruck, dass alles, was Geißinger anfasse, richtig und erfolgreich sei. Und es hatte Geißingers Ego sichtbar gutgetan. Hätte von Grünberg angesichts zurückliegender Geißinger/Schaeffler-Manöver gewarnt sein müssen? Schaeffler hatte den größeren Rivalen FAG mit einem Börsenmanöver, das dem des späteren Angriffs auf Conti ähnlich sah, ausgetrickst. Die Sache war schon nahezu gelaufen, bevor FAG davon Wind bekam und Gegenmaßnahmen hätte einleiten können. Diese, nennen wir es mal trickreiche Übernahmezockerei war doch zu schön und zu erfolgreich verlaufen, als dass man es nicht ein zweites Mal starten könnte. Hätte man die Herren der Kugellager nicht unter diesem Gefahrengesichtspunkt auf dem Radar haben können? Es sprach einiges dafür, aber noch mehr dagegen, dass Schaeffler einen solchen Wurf wagen würde. Viel zu riskant für Schaeffler, eine Nummer zu groß. Von Grünberg hatte eine gute Finanzanlage in Conti-Aktien zu bieten mit Aussicht auf nachhaltige Dividendenfähigkeit sowie der Möglichkeit, in einem attraktiven Umfang durch kooperative Zusammenarbeit der beiden Gruppen auf bestimmten Feldern Synergien schöpfen zu können. Kooperation ist nicht davon abhängig, ob man 25, 50 oder 75 Prozent der Aktien hält, solange die Zusammenarbeit beiden Seiten Vorteile bringt. Aber in der Rückschau sind immer alle schlau.

Hans-Olaf Henkel fiel vom Stuhl. Fast

In eine solche Kerbe schlägt Conti-Aufsichtsrat Professor Hans-Olaf Henkel (Jahrgang 1940). Er beschreibt seine Sicht der Dinge in einem Kapitel eines seiner Bücher. Fast vom Stuhl will er gefallen sein, nachdem er erfahren habe, dass kein anderer als Conti-Aufsichtsratschef von Grünberg um Schaeffler als Ankeraktionär geworben habe. Henkel insinuiert, von Grünberg habe damit bei Schaeffler die Übernahmeidee anKonzernschmied Geißinger gestoßen, vielleicht nicht mal ungewollt. Der Professor äußert sich gern, auch ungefragt, Mit einer Abteilungsleiterstelle bei Teves zu vielfältigen Themen, gilt den einen als erhatte es für Geißinger 1992 begonnen, und fahren und weise, anderen als starrsinnig schon 1996 saß er auf von Grünbergs frü- und schlaumeierisch. Hat der Professor bil-


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tor Schaeffler letztlich selbst einen Investor ins Haus?

Das Personenkarussell dreht sich

Noch bis Herbst dieses Jahres leitete Dr. Jürgen Geißinger die Geschicke bei Schaeffler – 1998 war er als Vorsitzender der Geschäftsleitung nach Herzogenaurach gekommen lig nachgetreten und damit sein Buch zum Pamphlet verkommen lassen? Oder wollte er sich bei der neuen Herrschaft ein wenig einschmeicheln? Was tut man nicht alles fürs eigene Ego? Die Gefahr, dass sich die Schaefflers „anschleichen“ würden, blieb aus von Grünbergs Sicht gering. Wer konnte so gut einschätzen wie er, wo Schaeffler und Conti zusammenpassten und wo nicht? Nimmt man die heutzutage mit 400 Millionen Euro bezifferten synergetischen Effekte als wahr und gegeben an, welch tolle Erfolgsgeschichte wäre damit zu beschreiben? Schaeffler wäre höchst einflussreicher Ankeraktionär, wäre längst wieder schuldenfrei und müsste nicht unter einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro ächzen, der nur in Trippelschritten abbaubar ist. Schon die Senkung der Verschuldung von zwölf Milliarden Euro auf inzwischen neun Milliarden Euro war nur durch Aktienverkäufe möglich. So sank der Anteil von 90 Prozent auf unter 45 Prozent. Seit Jahren schon muss die Schaeffler-Belegschaft buckeln, allein um die immensen Zinsen bedienen zu können, rund zwei Millionen Euro Tag für Tag, inzwischen vielleicht etwas weniger. Viel weniger jedoch nicht. Also war es nun Wagemut, oder war es Gier und Selbstüberschätzung? War es nur einer Reihe glücklicher Umstände zu verdanken, die das durch die weltweite Finanzkrise strapazierte Unternehmen doch noch aus einem Insolvenzszenario herausgehalten hat? Die letzten Kapitel sind noch nicht geschrieben. Schwer zu glauben, dass Schaeffler seinen Anteil von derzeit rund 45 Prozent an Continental halten kann, weil die Schulden immer noch mächtig drücken. Oder holt sich der Inves-

Die Übernahmeattacke hat bis heute noch niemanden richtig glücklich gemacht, sehr wohl aber Verlierer produziert. Dass es für Vorstandschef Manfred Wennemer (Jahrgang 1947) keine Zusammenarbeit mit Leuten geben kann, die er als „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“ brandmarkte, war sofort klar. Er und von Grünberg hatten Schaeffler vertraut und mussten sich wie übertölpelte Schuljungen von Schaeffler-Chef Geißinger belehren lassen, der Überfall sei schon vor Bekanntwerden gelaufen. Nach Wennemer trennten sich mit Finanzchef Dr. Alan Hippe (Jahrgang 1967) und Wennemer-Nachfolger Dr. Karl-Thomas Neumann (Jahrgang 1961) zwei weitere Spitzenkräfte vom Conti-Konzern, an dessen rasantem Aufbau sie maßgeblich beteiligt waren. Die Blutspur wurde immer breiter. Zwischenzeitlich hatte schon von Grünberg vorzeitig aufgegeben. Es gilt aber als sicher, dass er sich nicht wieder zur Wahl gestellt hätte, um nach Schaefflers Pfeife zu tanzen. Ihm war mit Rolf Koerfer ein angesehener Rechtsberater in Sachen Merger & Acquisitions gefolgt, der in einem aufgewühlten Klima eine unglückliche Figur mach-

„„ Die letzten Kapitel sind noch nicht geschrieben. Schwer zu glauben, dass Schaeffler seinen Anteil von derzeit rund 45 Prozent an Continental halten kann, weil die Schulden immer noch mächtig drücken.

te. Er wurde wegen möglicher Interessenkollision durch Gerichtsentscheid zum Rücktritt gezwungen. Zuvor aber feuerte der von Schaeffler dominierte Aufsichtsrat erst Neumann, um dann mit Dr. Elmar Degenhart (Jahrgang 1959) Geißingers Vertrauensmann als neuen Conti-Chef durchzusetzen. Neumann war von ihm gewogenen Aufsichtsräten von der Arbeitgeberbank massiv gedrängt worden, einem Konflikt mit Schaeffler nicht aus dem Weg zu gehen. Als Neumann, im Vertrauen auf die Rückendeckung dieser Herren, entsprechend handelte, entschied sich der Aufsichtsrat dann gegen ihn. Übrigens: einstimmig, das gehört sich nun mal so. Dank dieser Freunde fürchtet Neumann seine Feinde nicht mehr.

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Degenharts Berufsweg – „Anschlussverwendung“ als Conti-CEO Elmar Degenhart war für Continental kein Unbekannter. Das kleine geschäftliche Einmaleins hat er sich einbimsen können, wo zuvor andere schon reüssierten. Bei Teves in Frankfurt begann er 1993, arbeitete mit Geißinger zusammen und nahm auf dessen Stuhl Platz, als Geißinger sich Richtung Herzogenaurach auf die Socken gemacht hatte. Seit Continental 1998 Teves übernommen hatte, wurden die Zügel für Degenhart kürzer. Auf Wennemers Betreiben hin musste Degenhart gehen. So kam mit relativ kurzen Engagements Bewegung in Degenharts Erwerbsbiografie. Nach einem kurzen Intermezzo bei Bosch, fern der absoluten Führungsebene, folgte seine Berufung zum CEO beim größeren Mittelständler Keiper Recaro. Übrigens, dessen Hauptinhaber Martin Putsch und Hubertus von Grünberg liefen sich schon als Pennäler in Remscheid über die Füße. Als Keiper den Recaro-Teil an Johnson verkaufte, sorgte sein Mentor Geißinger für eine sanfte Landung bei Schaeffler, machte ihn zum Geschäftsführer der Sparte Automotive und verschaffte ihm als vorläufige Krönung seiner Karriere eine „Anschlussverwendung“ als Chef des Continental-Konzerns.

Schaefflers Schoßhund war Geißinger nie Nun ist wieder alles in Bewegung. Man wusste ja, dass zwischen den Schaefflers und Geißinger längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war, und so hielt sich die Überraschung seines Abgangs auch in Grenzen. Geißinger ging zwar, so offizielle Statements, im gegenseitigen Einvernehmen, das musste allerdings sofort geschehen. Damit war auch noch der allerkleinste Zweifel darüber beseitigt, dass es sich um einen glatten Rauswurf handelt. Frau Schaeffler konnte ihn offenbar nicht mehr riechen. Warum? Der Mann hat in unnachahmlicher Weise die Schaeffler-Gruppe auf Effizienz getrimmt, sie regelrecht nach vorn gepusht und schon wieder kurz nach dem Lehman-Desaster Ergebnisse vorweisen können, die die Süddeutsche Zeitung gar mit der Headline „Es regnet Geld bei Schaeffler!“ kommentierte. Solche Leute

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Nach dem Ausscheiden Wennemers bei Conti verließen mit seinem Nachfolger Dr. Karl-Thomas Neumann (links) und Finanzchef Dr. Alan Hippe (rechts) zwei weitere Spitzenkräfte den Konzern müssen selten gehen, auch wenn sie als ruppig, knallhart oder sonst wie unangenehm werden könnend beschrieben werden. Nach dem Eindruck Frau Schaeffler nahestehender Personen soll diese zunehmend schwerer daran getragen haben, scharfen öffentlichen Attacken ausgesetzt zu sein, während Geißinger als das Schwergewicht der Gruppe galt, das die Zügel fest in der Hand hielt. Hinzu kommt, dass die Schaeffler-Gruppe nach wie vor aus zwei wesentlichen Teilen besteht, dem INA-Teil sowie dem größeren Rest der Gruppe. An

Selbstdarstellung Geißingers standen Entspannungsbemühungen im Wege. Er hatte sich mit großen Erfolgen eine starke Position aufgebaut und war alles andere als Schaefflers Schoßhündchen; und er ließ das spüren. Geißinger mag treibende Kraft für die Attacke auf Continental gewesen sein, aber die Eigentümer hatten dieser Attacke zugestimmt. Niemand konnte sich mehr aus der Verantwortung stehlen, diese delikate Suppe war nur gemeinsam auszulöffeln. Heute erklären uns bestimmte Kreise, schon viel früher mit Geißingers Rauswurf gerechnet zu haben, aber nicht jetzt, wo sich alles zum Guten hin entwickele. Ist das Geißinger ging zwar, so offizielle so? Schaeffler, zeitStatements, im gegenseitigen weilig auch ContiEinvernehmen, das musste nental, standen unallerdings sofort geschehen. Damit ter dem Diktat der war auch noch der allerkleinste Banken. Nach deZweifel darüber beseitigt, dass es sich ren Überzeugung um einen glatten Rauswurf handelt. war es nur noch Geißinger zuzutrauden INA-Standorten ist das Bekenntnis zur en, die Schaeffler-Gruppe aus einem droFamilie Schaeffler bis heute spürbar, aber henden Insolvenzszenario herausbringen der blinde Glaube an die Familie herrscht zu können. Einer Entlassung Geißingers in nicht mehr vor. An allen anderen Standor- dieser Zeit hätten die Schaeffler-Kreditgeber ten spielte das eh und je nur eine unterge- die Rote Karte entgegengehalten, wie die ordnete Rolle. Nicht etwa, dass Geißinger Continental-Kreditgeber unmissverständdort besonders geliebt wurde, aber man lich schon bei einer ganz locker angedachbringt ihm hohen Respekt entgegen, weil er ten Fusion Schaeffler/Continental die Rote die Gruppe kompetent durch alle Stürme Karte aus der Brusttasche zogen. Dass Geigebracht hat. Das Selbstvertrauen und die ßinger sich in höchster Not aufmachte und

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aufmachen musste, im Nahen Osten nach finanzstarken Investoren für Schaeffler zu suchen, muss Frau Schaeffler schlaflos gehalten haben. Doch nach dem Lehman-Desaster hatte sie dieses Mal Glück, weil Geißingers Suche erfolglos blieb, denn bei dem um ihre Milliardenausleihungen fürchtenden Druck der Banken hätte sie keinen ernsthaften Investor abweisen können. Doch nach dem Lehman-Pech kehrte das Glück zurück, auch wenn es damals noch nicht so aussah. Die Dinge hingen durchaus am seidenen Faden, und ob es Insidern wie Beobachtern passt oder auch nicht, dass Maria-Elisabeth Schaeffler heute nicht mit einer anderen Exmilliardärin bei Aldi und Lidl die Einkaufswägelchen schieben muss, ist ganz sicher auch ein Verdienst Geißingers. Und nun? Zu einer Fusion Schaeffler/ Conti wird es nicht mehr kommen, dazu ist der Aktienanteil der Schaefflers zu klein geworden. Theoretisch denkbar, dass die Continental AG jetzt nach ihrem massivem Abbau des einst riesigen Schuldenbergs Schaeffler übernimmt und die Familie Schaeffler dann der größte Einzelaktionär, möglicherweise gar Mehrheitsaktionär eines solchen dann nochmals weitaus größeren Konzerns würde. Ohne Schaefflers Zutun liefe aber gar nichts. So bleibt ein Reverse Take-over eine unwahrscheinliche theoretische Möglichkeit. Einstweilen jedenfalls. Bei realistischer Betrachtung kann der Aktienanteil Schaefflers auf rund 25 Prozent zurückgeführt werden, um mit den Verkaufserlösen den Schaefflerschen Schuldenberg signifikant abzubauen. Der starke Einfluss auf den

Continental-Konzern bliebe damit weitgehend erhalten. Genau dies hätte man von Anfang problem- und mühelos mit einer Selbstbeschränkung auf eine Sperrminorität von 25 Prozent haben können; Gier bzw. der Wunsch nach Macht standen dem im Wege. Selbst der naivste Zeitgenosse sieht doch, dass bis jetzt schon idiotisch viel Geld in Form von Zinszahlungen verbrannt worden ist, was die Schaeffler-Gruppe nicht gestärkt, sondern geschwächt hat. Ein paar Hedgefonds und eine Handvoll Banken, vorzugsweise aus Übersee, haben sich die Taschen voll gesteckt und tun es noch. „Auch wir sind Schaeffler“ – so demonstrierten die um ihre Existenz fürchtenden Schaeffler-Belegschaften. Und irgendwie sind wir doch alle ein wenig Schaeffler, weil Zinszahlungen von 700 Millionen Euro jährlich Gewinne und damit Körperschafts- und Gewerbesteuern auf Jahre hinweg auf Talfahrt schicken. Man muss es sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen. Man zahlt 700 Millionen Euro an Zinsen, um aus projektbezogener Zusammenarbeit Synergien in Höhe von 400 Millionen Euro schöpfen zu können. Wie sich die Zahl errechnet, weiß eine Handvoll Leute, die entweder von der einen oder von der anderen Seite schielen und möglicherweise nur Schönrechnerei betreiben. Auf das Komma genau lassen sich über viele Jahre immer nur die Zinsen errechnen. Die Conti-Schaeffler-Geschichte ist noch nicht vorbei, eine Erfolgsgeschichte wird es aber nicht mehr werden können.

Als zwischenzeitlicher Aufsichtsratsvorsitzender bei Conti machte Rolf Koerfer (links) eine unglückliche Figur, bis ihn Dr. Wolfgang Reitzle dann in dieser Funktion ablöste

Maria-Elisabeth Schaeffler lernt zu warten Einen Tritt vors Schienbein erhielt Frau Schaeffler vor wenigen Wochen bei der Suche nach Geißingers Nachfolger. Gefunden war der Kandidat schnell. Und er sollte schnell nach Herzogenaurach kommen. Daraus wurde bisher nichts, weil der Herr seinen Vertrag als Vorstandsmitglied bei Knorr-Bremse zu erfüllen hat. Darauf besteht der Aufsichtsrat, dem u.a. Manfred

Seit dem Neumann-Abgang ist Dr. Elmal Degenhart Conti-Vorstandsvorsitzender Wennemer angehört. Wennemer ist konsequent, manche halten ihn gar für einen sturen Westfalen. Selbstherrlich, egoistisch und verantwortungslos ist er aber nicht. Aber er hat eben ein gutes Gedächtnis. Bisher hat Frau Schaeffler ihre wichtigste Aufgabe stets gut lösen können. Sie interessierte und gewann hervorragende Leute für sich und die Schaeffler-Gruppe, sodass die richtigen Leute zur richtigen Zeit an die entsprechenden Stellen kamen. So gewann sie nach dem Tode des Ehemannes 1996 bekanntlich u.a. Hubertus von Grünberg als Berater, später Jürgen Geißinger für die Konzernführung. Und dann inmitten der Krise kam das Konstrukt Schaeffler/Conti endlich dadurch in ruhigeres Fahrwasser, dass ihr Werben um Wolfgang Reitzle (Jahrgang 1949) erfolgreich war. Reitzle, fraglos eine der anerkanntesten Führungspersönlichkeiten des Landes, ist nach allen Rückschlägen u.a. auch deshalb der große Glücksfall für Schaeffler und für Conti ebenso, weil ihm weder die wichtigsten ContiProdukte noch die Märkte, auf denen sich für Conti alles dreht, erklärt werden mussten.

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Umzug in die USA. Das werfen ihm gewisse Kreise als „Flucht“ vor. Geschenkt. Georg Schaeffler ist bzw. war verheiratet und hat Kinder. Im Umgang mit der Presse, die nicht davor zurückschreckte, massiv in seinem Privatleben herumzuschnüffeln, hat er nicht die besten Erfahrungen gemacht mit der Folge, dass er sich da völlig zurückhält und „die Journaille“ überhaupt nicht mag und sich entsprechend verhält. Durch Protzerei mit Reichtum ist Schaeffler in den USA jedenfalls nicht aufgefallen, Kollegen der „US-Law Firm“ in Dallas/Texas, wo Schaeffler als Rechtsanwalt arbeitete, wussten zwar, dass er „gut situiert“ war, beteiligt an einem mittelständischen Unternehmen, aber sie waren weit weg von Vorstellungen in MilliardenWichtigste, zumindest mächtigste Person bei Schaeffler ist höhen. So wird Georg Schaeffler Georg Schaeffler: Er hält 80 Prozent der Firmenanteile, seine drastisch unterschätzt. Er lässt Mutter Maria-Elisabeth gerade mal 20 Prozent seiner Mutter in der Öffentlichkeit Von ihm hängt nun alles ab: gerne den Vorrang, was ihm vorschnell als Georg Schaeffler Schwäche ausgelegt wird. Die stets auf öffentliche Wirkung bedachte Frau Mutter verDie wichtigste, zumindest mächtigste Person stärkt, auch ungewollt, das Bild des „braven“ ist bis hierhin unerwähnt geblieben. Georg und dabei unbeholfen erscheinenden SohSchaeffler (Jahrgang 1964) hält 80 Prozent nes. Schade eigentlich, dass die Mutter nicht der Firmenanteile, Mutter Maria-Elisabeth in der Lage zu sein scheint, sich zur Revidiegerade mal 20 Prozent. Weite Teile der deut- rung dieses Bildes zurückzunehmen. Wenn schen Öffentlichkeit wollen ihn nur als rei- sie mal wieder den Wechsel vom privaten chen Sohn sehen, zwei Schritte brav hinter Umgangston mit ihm auf den Business-Umder Frau Mutter durchs Leben laufend. So gang in der Öffentlichkeit nicht rechtzeitig heißt es z.B. in einem Handelsblatt-Artikel hinbekommt, bleibt dem Sohn nicht viel vom 19. Februar 2009, Conti-Aufsichtsräte mehr übrig, als die Augen rollend darüber hätten sich gewundert, wie Maria-Elisabeth hinwegzusehen. Aber man darf das ohnehin Schaeffler, Geißinger und Koerfer ihm über nicht überinterpretieren. den Mund führen. Als strategischer WeiWährend Maria-Elisabeth Schaeffler als chensteller werde er nicht wahrgenommen. „himmelhochjauchzend zu Tode betrübt“ beDie Rede ist ferner davon, er müsse nun ta- schrieben wird, was ihre emotionale Seite tenlos zusehen, wie das Familienvermögen wahrscheinlich trefflich beschreibt, wird vor die Hunde ginge, Schaeffler sei ohne Georg Schaeffler von diesem Kreis der Leustaatliche Hilfe nicht mehr überlebensfähig, te als rational denkender und handelnder und eine besondere Schwierigkeit könne der Mann, der auch in schwierigen Situationen damalige Finanzminister Steinbrück darin nicht kalt, aber doch gelassen bleibt, besehen, einem Unternehmen beispringen zu schrieben. Der Ausdruck „cool“ dürfte es sollen oder zu müssen, dessen 80-Prozent- wohl ziemlich gut treffen. Seine nähere UmBesitzer seine Steuern in den USA zahle. gebung beschreibt ihn als durchaus geradGanz so kam es dann doch nicht. linig, als offensiv und zielsicher. Es sei „schon Wird diese Beschreibung Georg Schaeff- klar, dass ihm der Laden gehört“. Er hat das ler gerecht? Nach Studienzeiten in Europa Sagen, und er sagt auch was; er macht das, folgten ein Jurastudium in den USA und ein was zu tun ist, auch selbst. Er hat die der Mut-

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ter nachgesagte Eitelkeit nicht, ist überhaupt nicht daran interessiert, nach außen hin ein Rollenbild abzugeben oder zeichnen zu lassen, das ihn vorteilhafter erscheinen ließe. Es interessiert ihn nicht und lässt ihn kalt; so sagen es Leute, die relativ nah dran sind. Letztlich wird er die Frage beantworten, wie die Schaeffler-Conti-Geschichte endet. Die tiefe emotionale Bindung seiner Mutter an das Unternehmen fühlt Georg Schaeffler vielleicht nicht. Das könnte in der Zukunft Entscheidungen ermöglichen, die mit Frau Schaeffler schwerlich möglich wären und dennoch richtig sein könnten, weil sie schlicht ergreifend Herrin im Hause zu bleiben gedenkt.

Was wurde aus den „Opfern“? Werfen wir mal einen Blick zurück. Wie ist es, um es mit den Worten des letzten Wirtschaftsministers zu sagen, um deren „Anschlussverwendung“ bestellt? Dr. Hubertus von Grünberg ist u.a. mächtiger Chairman des in der Schweiz beheimateten ABB-Konzerns. In dieser herausragenden Position ist er Nachfolger von Jürgen Dormann (Jahrgang 1940), der als Chef der Chemiewerke Höchst einst die Fusion mit Rhône-Poulenc zur Aventis SE betrieb. Manfred Wennemer ist seit März 2013 Chairman von Sulzer, eines in Winterthur/Schweiz beheimateten Konzerns. Er ist Nachfolger von wem? Richtig, von Jürgen Dormann. Daneben sitzt Wennemer in mehreren Aufsichtsräten, u.a. bei Bekaert und Knorr-Bremse und lehrte als solcher gerade eine „listige Witwe“ Geduld. Dr. Alan Hippe landete beim schweizerischen Roche-Konzern in Basel und verdient dem Vernehmen nach jährlich fünf Millionen Euro plus. Dr. Karl-Thomas Neumann wurde Volkswagen-Chef im größten Absatzmarkt dieses Konzerns, China. Inzwischen ist er Chef der Opel-Werke mit Sitz im Vorstand von General Motors. Und auch Dr. Jürgen Geißinger nagt nicht am Hungertuch. Er dürfte finanziell sowieso ausgesorgt haben und bald wieder als Führungskraft auftauchen. Mag er auch rabaukenhaft, erbarmungslos und aufbrausend sein, Männer mit Ecken und Kanten werden gebraucht. klaus.haddenbrock@reifenpresse.de


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Verdopplung der Produktionskapazität im thailändischen Yokohama-Werk ie unsere britische Schwesterzeitschrift TYRES & ACCESSORIES unter Berufung auf thailändische Medien schreibt, plant Yokohama, die Kapazitäten im Reifenwerk Rayong in etwa zu verdoppeln, um von dort aus vor allem die Länder der ASEAN-Region mit Reifen zu versorgen. Innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre soll sich die Fertigungskapazität radialer Bus- und Lkw-Reifen arbeitstäglich auf 2.080 verdoppeln, die für Pkw-Reifen von heute 12.200 auf 26.000 erhöhen. Wie sich der Stellenwert der Fabrik verschiebt, mag man daran ablesen: Im Jahre 2012 wurden noch 60 Prozent der produzierten Reifen nach Nordamerika exportiert. Dieser Anteil war schon 2013 wesentlich geringer und soll künftig auf nur noch sieben Prozent der Gesamtkapazität schrumpfen. Auf der anderen Seite wächst der Fertigungsanteil für den heimischen thailändischen Markt von zehn auf bereits 42 Prozent im Jahre 2013, während neun Prozent für Europa und 26 Prozent für die anderen ASEAN-Märke und Australien bestimmt waren. dv

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Maxxis-Hersteller will nächstes Jahr Reifenfabrik in Indonesien bauen Die Cheng Shin Rubber Industry Co. plant offenbar den Bau einer Reifenfabrik in Indonesien. Wie es dazu in der Zeitung Taipeh Times unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss heißt, wolle der taiwanesische Hersteller für rund 2,4 Milliarden Taiwan-Dollar (58 Millionen Euro) seine elfte Reifenfabrik bauen. Die neue Fabrik in Indonesien wäre dann bereits die dritte des Herstellers in Südostasien nach Thailand und Vietnam. Mit dem Beginn der Bauarbeiten wird für Ende 2014 gerechnet. Nachdem Cheng Shin mit der Produktion von Motorradreifen beginnen will, sollen dort später auch Pkw-Reifen gefertigt werden. Aktuell setzt Cheng Shin – unter anderem Hersteller der Marke Maxxis – zwei von drei Reifen in China ab. Diese Zahl spiegele eine Abhängigkeit und ein Risiko dar und soll in Zukunft verringert werden. Ebenfalls in Indonesien produzieren etwa Hankook, Kumho, Pirelli, Sumitomo, Bridgestone und Gajah Tunggal. Erst kürzlich hatten Apollo Tyres und JK Tyre & Industries ebenfalls über Baupläne für das wachstumsstarke Indonesien berichtet. ab

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Warum? Warum stoppt Marangoni die Neureifenfertigung? Und warum fing man sie an? CEO Massimo de Alessandri erläutert Hintergründe und Perspektiven Die italienische Marangoni-Gruppe hat es sich nicht gerade leicht gemacht, die Entscheidung zur Zukunft der Neureifenfabrik in Anagni bei Rom zu treffen, wie auch, sind davon doch rund 400 Mitarbeiter vor Ort und weitere in der Vertriebsorganisation betroffen. Doch nachdem das Unternehmen nach mehreren Jahren mit Millionenverlusten und null Aussichten auf Besserung im September nun endlich den Schlussstrich unter das knapp ein Vierteljahrhundert währende Experiment „Neureifenfertigung“ gezogen hat, wirken die Verantwortlichen bei Marangoni trotz der Schwere der Entscheidung erleichtert und sind „Hinterher ist man immer schlauer!“ – Diese Redensart ist so zutreffend wie sie auch niemals dabei hilft, unternehmerische Entscheidungen zu erklären. Nahezu ein Vierteljahrhundert, nachdem die (damals) von Mario Marangoni geleitete MarangoniGruppe das unter staatlicher Verwaltung stehende, weil sich in arger wirtschaftlicher Not befindende Ceat-Werk in Anagni bei Rom gekauft hat, scheinen die Dinge klar zu liegen. Die Neureifenproduktion hat spätestens seit 2006/2007 jährliche Millionen-

zuversichtlich, sich in Zukunft wieder ganz und gar um das Kerngeschäft der Runderneuerung kümmern zu können und hier strategische Investitionen zu bündeln. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert Marangoni-CEO Massimo De Alessandri, wie es zu der Entscheidung kam, wo in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden, warum der Ausflug in die Neureifenfertigung zwar nachvollziehbar, aber im Nachhinein vielleicht alles andere als ratsam war und wie es jetzt weiter geht mit der Marangoni Group.

verluste zum Ergebnis der ansonsten gesunden Unternehmensgruppe beigesteuert und galt somit als „Klotz am Bein“, der die Entwicklungsfähigkeit der gesamten Gruppe gefährden konnte. Massimo De Alessandri, CEO der privaten Marangoni-Gruppe, will zwar nicht die Höhe der jährlichen Verluste in der Zeitung lesen, bestätigt aber eine Summe, für die man einige neue Werke zur Produktion von runderneuerten Reifen hätte bauen können – und noch einiges mehr. Kenner des Unternehmens hatten ge-

genüber der NEUE REIFENZEITUNG sogar spekuliert, die jährlichen Verluste seien sogar noch deutlich höher gewesen, wie Marangoni dies gegenüber dieser Zeitschrift bestätigen mochte, und seien auch über einen längeren Zeitraum angefallen. Wie dem auch sei: Verluste im zweistelligen Millionenbereich können für ein Familienunternehmen wie Marangoni gefährlich werden, ist man doch ansonsten in einem eher margenschwachen und von starken Schwankungen betroffenen Markt unterwegs. Selbst

Marangoni-CEO Massimo de Alessandri (links) und Corporate Strategy & Development Director Paolo Fincato erklären einen schwierigen Beschluss: Marangoni gibt die Pkw-Neureifenfertigung nach knapp einem Vierteljahrhundert auf

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wenn die Verluste nicht lebensbedrohlich werden sollten, schmerzlich sind sie allemal und werfen immer wieder die Frage nach dem Warum auf. Warum das Ganze? Als Anfang der 1980er Jahre das drittgrößte italienische Kautschukunternehmen Ceat Spa in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, stand das Unternehmen vor seiner Zerschlagung. Das Ceat-Reifenwerk in Turin ging samt F&E-Einrichtung an Marktführer Pirelli; das zweite 1961 in Betrieb genommene Reifenwerk in Anagni hingegen zog zunächst keinen Kaufinteressenten an und kam somit unter staatliche Kontrolle. Die Marangoni-Gruppe war bereits seit 1986 Ceat-Kunde und ließ dort im Rahmen eines Offtake-Agreements Marangoni-Pkw-Neureifen fertigen. Wie sich Massimo De Alessandri jetzt im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erinnert, habe die Marangoni-Gruppe in den 1980er und frühen 1990er Jahren eine Zeit großer Veränderungen durchlebt. Geprägt vom allgemeinen Unternehmenswachstum habe Mario Marangoni gemeinsam mit seinen Brüdern die Weichen für weiteres Wachstum gestellt, wozu Anfang 1988 der Börsengang und 1990 auch die Übernahme von Ellerbrock in Deutschland gehörte – unter anderem. Es lag damals auf der Hand, so De Alessandri, das Wachstum des Unternehmens voranzutreiben, verdienten in den späten 1980er Jahren im Westen Europas doch viele Neureifenhersteller reichlich Geld mit ihrem Geschäft; das Ende des Kalten Krieges und die Auswirkungen auf das Wettbewerbsumfeld waren zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht abzusehen. Jedes Unternehmen will wachsen, muss wachsen, will es im Wettbewerb nicht zurückfallen, erinnert CEO De Alessandri an altbekannte Weisheiten. Folglich lag es auf der Hand, die Ceat-Reifenfabrik für umgerechnet unter zehn Millionen Euro zu kaufen, erhielt das Unternehmen doch für die beabsichtigten Modernisierungen der Fabrik Zuschüsse und andere Förderungen vom italieni-

schen Staat, der die Arbeitsplätze in Anagni – einem besonderen Fördergebiet damals – sichern wollte, so berichtete die NEUE REIFENZEITUNG bereits 1990. Und am Ende war die Übernahme der Ceat-Reifenfabrik auch ein verlockendes Angebot, eine günstige Gelegenheit sozusagen, für eine renommierte und gut vernetzte italienische Unternehmerfamilie aus Rovereto, die auf Wachstum sann und zu den Großen der Branche aufschließen wollte. Ebenfalls erwähnenswert ist dabei natürlich die Entwicklung, die die Pkw-Reifenrunderneuerung in den Jahren damals wie auch danach durchlaufen musste. Es war absehbar, dass auch die eigene Runderneuerung bei Marangoni von der rückläufigen Bedeutung runderneuerter Pkw- Reifen immer stärker betroffen sein würde. Die eigene Runderneuerungsmarke „Marix“ wurde übrigens erst in den 1990er Jahren eingeführt. Diese Rückgänge galt es zu kompensieren. Die Wachstumsgeschichte des Unternehmens hätte verschiedenen Beobachtern zufolge durchaus ein Erfolg werden können. Dass die Geschichte dabei aber kein gutes Ende nahm, hat vielerlei Gründe. In den öffentlichen Verlautbarungen der Marangoni-Gruppe von Anfang September machte das Unternehmen zuallererst Marktentwicklungen für die jetzt stattfindende Schließung bzw. den Verkauf verantwortlich – sollte sich denn ein Käufer finden. Mit Sicherheit tragen diese Gründe allesamt schwer. Etwa, dass Marangoni unter den Krisen auf den europäischen Reifenmärkten immer besonders gelitten hat. Marangoni- genau wie zwischenzeitig auch StunnerReifen (deren Produktion wurde bereits 2005 eingestellt) erreichten preislich und als Marke kaum ein Marktsegment, das zumindest teilweise unangreifbar machte gegen die in den 1990er Jahren aufkommende Konkurrenz aus Fernost. Der Wettbewerb aus Asien und Osteuropa war unabwendbar und immens und zehrte an den Margen, so De Alessandri,

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der dem Neureifengeschäft unter der Geschäftseinheit „Marangoni Tyre“ für die ersten 15 Jahre seines Bestehens eine durchaus gute und gesunde Zeit bescheinigt. „Die Unternehmung lief gut, war profitabel und ohne nennenswerte Probleme“, so der Marangoni-CEO gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Heute wird aber nahezu jeder dritte in Europa vermarktete Pkw-Reifen irgendwo in Asien oder von asiatischen Herstellern gefertigt. Als dann 2007/2008 der Markt von einer ersten großen Krise heimgesucht wurde, wurde Marangoni hart getroffen. Nur einige Jahre später 2011/2012 kam es dann sogar noch schlimmer. Allein auf ihrem Heimatmarkt Italien musste die MarangoniGruppe einen Rückgang des Marktvolumens von immerhin 20 Prozent verdauen; in diesem Jahr waren die Rückgänge sogar noch schlimmer. Diese Probleme machen ein Unternehmen der Realwirtschaft immer dann besonders angreifbar, wenn es nicht so ohne Weiteres auf Low-Cost-Produktionsstätten ausweichen oder über Synergien einige der Belastungen abfangen kann. Dies, so er-

zählt Massimo De Alessandri, sei vermutlich eines der größten Probleme für das Unternehmen gewesen: Während nach dem Mauerfall ab Anfang der 1990er Jahre viele Hersteller Produktionsstätten in Osteuropa übernommen bzw. auf der grünen Wiese aufgebaut haben, war man bei Marangoni niemals darüber hinausgekommen, eine entsprechende Erweiterung der eigenen Produktionskapazitäten in einem Niedriglohnstandort voranzutreiben. Natürlich habe man gesucht, bescheinigt De Alessandri. Aber vielleicht, so mag man es heute sehen, hat die Marangoni-Geschäftsleitung damals schon den Schritt gescheut, sich weiter als Neureifenhersteller am Markt zu positionieren. Während das Unternehmen spätestens seit der EllerbrockÜbernahme zur Spitze der europäischen Runderneuerung mit dem direkten Zugriff auf viel hochwertige Produktionstechnologie (etwa über die 1966 gegründete Marangoni Meccanica oder die immer stärker anlaufende „Ringtread“-Produktion) hatte, lag die Entwicklung der Neureifenfabrik und der Neureifenmärkte irgendwo im Ungefähren. Sicher, Marangoni hat eigenen Aussa-

gen zufolge in den 23 Jahren seit der Übernahme rund 150 Millionen Euro in die Anagni-Fabrik investiert. Dies ist aber kaum mehr als die üblichen fünf Prozent des Umsatzes, die Unternehmen landläufig in ihre Fabriken und die Entwicklung neuer Produkte investieren. 150 Millionen Euro – das reichte, um den Bestand der Fabrik zu gewährleisten. Um damit in Bezug auf die Qualität der Produkte oder der Effizienz der Produktionsstätte voranzukommen, hat es vielen Beobachtern zufolge eben nicht gereicht. Wie auch der heutige CEO des Unternehmens bescheinigt, habe die maximale Produktionskapazität in Anagni nie bei mehr als 3,5 Millionen Reifen pro Jahr gelegen. Hinzu kommen noch einmal 300.000 Einheiten pro Jahr, die Marangoni seit 2000 am Standort in Rovereto in einer modularen Produktionsplattform namens MTM fertigen kann; diese war ausschließlich auf Reifen in 16 und 17 Zoll ausgelegt. Laut De Alessandri könne ein Unternehmen heute rund die Hälfte der in Westeuropa gebrauchten HPReifengrößen auch in Westeuropa produzieren, zumindest in einer wenigstens zu zwei Drittel ausgelasteten Fabrik, sodass ein Ge-

In der Marangoni-Neureifenfabrik in Anagni bei Rom wurden zuletzt nur noch rund zwei Millionen Reifen pro Jahr gefertigt – zu wenig, um profitabel zu sein

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schäft daraus werde. Die sogenannten Brot-undButter-Reifen hingegen sollten dann idealerweise aus einem Werk in einem Niedriglohnland stammen. Ein solches Werk aber fehlte dem Unternehmen aus Italien, und es sei ihm eben in den 1990er Jahren nicht gelungen, diesen offensichtlichen Mangel abzustellen, auch wenn man natürlich nach einer Produktionsstätte in Osteuropa gesucht habe. den Schritt, gleich eine komplett neue, eigene Fabrik in Osteuropa zu bauen, wollte man indes nicht wagen. Neben der fehlenden Produktionsstätte an einem Standort mit einer günstigeren Kostenstruktur habe es aber noch andere „Schwächen“ gegeben. Einer: das Fehlen von Skaleneffekten. Üblicherweise kann eine halbwegs moderne Pkw-Reifenfabrik ab einer Kapazität von fünf bis 5,5 Millionen Reifen im Jahr profitabel betrieben werden. Ist die Fabrik kleiner, geht dies nur noch bedingt – etwa wenn sich der Staat an den Kosten beteiligt oder andere Synergien erzielt werden können. Nun haben Vertreter des Unternehmens stets die Möglichkeit zu Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern betont, etwa beim Einkauf oder in der Entwicklung. Viele Beobachter sahen darin mehr Wunschdenken als Realität. Tatsache ist aber, dass die Komplexität der notwendigen Reifenspezifikationen in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen hat. Dies hat eine Massenproduktion in Anagni noch unmöglicher gemacht als dies durch die geringe Kapazität vor Ort eh schon nahezu unmöglich gewesen wäre. Ja, hätte man doch … ja, hätte man doch … Wie gesagt: Im Nachhinein ist es immer leicht, mit dem Finger aufzuzeigen, woran es gelegen hat, dass das Ende der Neureifenfertigung bei Marangoni eben so gekommen ist, wie es gekommen ist. Nach der Sommerpause hat das Unternehmen die Produktion am Standort Anagni nicht wieder angefahren. Zuletzt, so ist aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören, wurden dort gerade einmal noch zwei Millionen Marangoni-Reifen gefertigt, von denen rund die Hälfte in Italien vermarktet wurde – ein nicht unerheblicher Teil übrigens über das Marangoni-eigene Retailnetzwerk „Pneusmarket“ mit 60 Niederlassungen in Norditalien –, weitere 20 bis 25 Prozent wurden jeweils in Deutschland und Großbritannien verkauft, der Rest in anderen europäischen Ländern. Was nun aus den 400 Mitarbeitern in Anagni wird? Darüber kann Massimo De Alessandri nur spekulieren. Fakt ist, derzeit sind diese nahezu ausnahmslos in Kurzarbeit, werden also vom Staat finanziert. Dies könnte noch bis zum Ende des kommenden Jahres die schlimmsten ökonomischen Härten für die betroffenen Arbeiter abfedern. Gera-

de für die Mitarbeiter im Werk empfinde De Alessandri unterdessen Mitgefühl, sehe man sie doch als Teil der Marangoni-Familie. Natürlich: „Es gibt niemals den richtigen Moment für eine solche Entscheidung“, betont er weiter. Auch der Neureifenvertrieb in Deutschland ist natürlich von der jetzt getroffenen Entscheidung betroffen. Ein Management muss sich natürlich um das gesamte Unternehmen kümmern, und dem wird von allen Beobachtern eben eine gute Substanz und ein Geschäftsmodell konstatiert, das durchaus zukunftsfähig ist. Nur die Neureifenfertigung eben, dort musste man die vergangenen Jahre ein Sterben auf Raten beobachten, so einer aus dem engeren Umfeld des Unternehmens gegenüber dieser Zeitschrift, einer, der sich darüber freut, dass die Neureifenfertigung nun eben nicht mehr eine Belastung für das Runderneuerungsgeschäft der Marangoni-Gruppe darstellt, sondern hier neue Möglichkeiten schafft, in zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen zu investieren. Hätte man dies bereits früher haben können? Vermutlich ja. Aber so ist es eben. In der Zwischenzeit versucht man bei Marangoni aber, die Produktionsstätte zu verkaufen. Wie der Marangoni-CEO gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG betont, sei man in Gesprächen mit Interessenten, die allesamt aus Asien stammten und von daher bereits über notwendige Produktionskapazitäten an Niedriglohnstandorten verfügten und sich somit eine Reifenfabrik in Europa „leisten“ könnten. Übrigens: Ebenfalls zum Verkauf steht die modulare Produktionsplattform in Rovereto, deren Equipment verlegt werden könnte. Wie diese Geschichte ausgeht, ist schwer abzuschätzen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Eine Meinung dazu, ob ein Verkauf tatsächlich stattfinden kann, mochte Massimo De Alessandri nicht offiziell äußern. In Zukunft will die Marangoni-Gruppe ihre (freigewordenen) Ressourcen noch mehr in das Kerngeschäft mit der Runderneuerung investieren, so viel ist klar und kommt nicht unerwartet. Bereits ab 2007/2008 hat das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld ganz gezielt Investitionsschwerpunkte gesetzt, etwa mit der Errichtung neuer Produktionsstätten in Nord- und Südamerika; aber auch die Vollgummireifenproduktion in Sri Lanka und die Entwicklung des Maschinengeschäftes (macht heute rund 25 Millionen Euro Umsatz pro Jahr) gehören dazu. Auch in Zukunft will das Unternehmen weiterhin neue Marangoni-Lkw-Reifen anbieten, die im Rahmen eines Offtake-Agreements durch einen europäischen Produzenten zugeliefert werden. arno.borchers@reifenpresse.de

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VDA erwartet Aufwärtsbewegung im Automobiljahr 2014 Das Automobiljahr 2013 ist – global betrachtet – durchaus erfreulich, so Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): Der Pkw-Weltmarkt legt um fünf Prozent auf 72,2 Millionen Einheiten zu. Getragen wird das Wachstum von den beiden großen Märkten USA und China: Der US-Markt steigt 2013 voraussichtlich um sieben Prozent auf knapp 15,5 Millionen Light Vehicles. Das Wachstum in China wird mit 21 Prozent sogar dreimal so hoch sein. Der chinesische Pkw-Markt wird 2013 die 16Millionen-Marke erreichen und damit erstmals der größte Markt sein. Die deutschen Hersteller können in China das dortige hohe Wachstumstempo mitgehen – sie haben einen Marktanteil von über 20 Prozent. Westeuropa hingegen befinde sich nach schwierigen Jahren auf dem Weg der langsamen Erholung, meint Wissmann. Im Gesamtjahr 2013 wird der Absatz mit 11,4 Millionen Pkw zwar noch drei Prozent unter dem Vorjahr liegen, doch im zweiten Halbjahr sei eindeutig eine leichte Aufwärtsentwicklung erkennbar. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), ist für 2014 verhalten optimistisch

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Pkw-Inlandsmarkt 2013 noch verhalten

Export und Inlandsproduktion legen leicht zu

Der Pkw-Inlandsmarkt hat sich 2013 erwartungsgemäß verhalten entwickelt. Bis November wurden gut 2,7 Millionen Personenwagen neu zugelassen (siehe Kastentext), das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent. Allerdings hat sich die Lage im zweiten Halbjahr verbessert: Von Januar bis Juni lagen die Neuzulassungen noch um acht Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres, von Juli bis November sind es nur noch minus ein Prozent. Im November wurden 254.700 Pkw neu zugelassen (minus zwei Prozent), arbeitstäglich bereinigt entspricht das einem Plus von drei Prozent. Die langsame Stabilisierung des deutschen Marktes setzt sich also fort. Im Gesamtjahr werden wir mit gut 2,9 Millionen Neuzulassungen wohl noch unter dem Volumen des Vorjahres liegen (minus fünf Prozent). Erfreulich ist, so der VDA-Präsident, dass der Inlandsauftragseingang der deutschen Hersteller sich im zweiten Halbjahr mit plus zwei Prozent ebenfalls aufgehellt hat (erstes Halbjahr: minus vier Prozent).

Trotz des schwierigen westeuropäischen Marktes werden Export und Inlandsproduktion im Gesamtjahr 2013 leicht zulegen. Der VDA rechnet mit einer Pkw-Fertigung an den deutschen Standorten zwischen 5,4 und 5,5 Millionen Einheiten (plus ein Prozent), der Export wird mit knapp 4,2 Millionen Neuwagen ebenfalls um ein Prozent wachsen. Der starke Export – mehr als drei von vier Autos, die hier gebaut werden, gehen in internationale Märkte – sorgt für eine gestiegene Beschäftigung am Standort Deutschland: Die Stammbelegschaften umfassen 760.000 Mitarbeiter (September 2013), das entspricht einem Plus von über 10.000 Arbeitsplätzen. Im bisherigen Jahresverlauf (Januar-September) liegt die Beschäftigung bei 754.000. Das sind 14.000 Mitarbeiter mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In den ersten neun Monaten konnte der Umsatz der deutschen Automobilindustrie mit 269 Milliarden Euro auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden.


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volumen an den internationalen Standorten von 8,7 Millionen Einheiten (plus sechs Prozent). Das Wachstum findet vor allem in China und im Mercosur statt. Die deutsche Automobilindustrie produziert damit 2013 knapp 14,2 Millionen Autos weltweit, davon zwischen 5,4 und 5,5 Millionen im Inland.

Steigende Auslandsproduktion

Zulieferer mit 75 Prozent Wertschöpfungsanteil

Die Auslandsfertigung ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Für das Gesamtjahr erwarte man – so Wissmann – ein Produktions-

75 Prozent der automobilen Wertschöpfung entfällt auf Zulieferer. Deren Bedeutung spiegelt sich auch im VDA wider: Über

83 Prozent der VDA-Mitgliedsunternehmen sind Zulieferbetriebe, die meisten von ihnen mittelständische Familienunternehmen, oftmals eigentümergeführt. Die Zulieferer beschäftigen in Deutschland 293.000 Mitarbeiter, das sind 38 Prozent aller Beschäftigten der deutschen Automobilindustrie. In den ersten neun Monaten erreichte der Umsatz der Zulieferer mit 52 Milliarden Euro das Vorjahresniveau. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz entspricht gut einem Drittel. Die Exporte von Zulieferprodukten lagen bis September leicht über dem Vorjahresniveau (plus zwei Prozent).

STROHFEUER BEI DEUTSCHEN KFZ-NEUZULASSUNGEN SCHON WIEDER AUSGEBRANNT Noch im Oktober zeigte der deutsche Fahrzeugmarkt leichte Erholungstendenzen, weil die Kraftfahrzeugneuzulassungen gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat einigermaßen kräftig zulegen konnten. Doch wie es scheint, ist dieses Strohfeuer nur einen Monat später schon wieder ausgebrannt. Denn laut den offiziellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) sind im November in Summe gut 292.100 Kraftfahrzeuge neu auf bundesdeutsche Straßen gekommen sowie etwas mehr als 16.200 Kfz-Anhänger, was im Vergleich zum November 2012 Rückgängen um 0,7 respektive 1,1 Prozent entspricht. Damit fällt in Bezug auf die ersten elf Monate bzw. den bisherigen Jahresverlauf die Zwischenbilanz weiter negativ aus: Die bis dato knapp 3,2 Millionen neuen Kfz und fast 240.000 neuen Kfz-Anhänger entsprechen den KBA-Zahlen zufolge einem Minus von 4,6 bzw. 2,9 Prozent. Größten Anteil an der Gesamtentwicklung haben dabei freilich die Pkw, und von denen wurden im November gut 254.600 Einheiten und im bisherigen Jahresverlauf über 2,7 Millionen Stück neu in Deutschland zugelassen. Auch hier ist der Trend negativ, weil diese Zahlen Rückgängen um zwei respektive 4,9 Prozent gleichkommen. Insofern spricht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) schon davon, dass dem Fahrzeuggeschäft im Jahresendspurt die Puste ausgehe. Auf Basis der jüngsten Zahlen geht der ZDK einen Monat vor Jahresende insofern von „einer insgesamt durchwachsenen Bilanz des Autojahres 2013 aus Sicht der Kfz-Betriebe“ aus. Doch auf das kommende Jahr schaue man mit einer gewissen Zuversicht, weil sich die allgemeinen wirtschaftlichen Rah-

menbedingungen wohl weiter verbessern werden, wie es unter Berufung auf Einschätzungen von Wirtschaftsforschern weiter heißt. Einstweilen haben im November einzig die Nutzfahrzeugneuzulassungen glänzen bzw. sich weitgehend im Plus präsentieren können. „Die Zugmaschinen legten um plus 16,3 Prozent und die Lastkraftwagen um plus 9,5 Prozent zu, nur die Kraftomnibusse mussten im Vergleich zum Vorjahresmonat ein leichtes Minus von 2,1 Prozent hinnehmen“, so das KBA. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch bei den Nutzfahrzeugen in der Zwischenbilanz nach elf Monaten die Farbe Rot vorherrscht, weil die bis dato rund 230.800 neuen Lastwagen und etwa 69.500 Zugmaschinen Neuzulassungsrückgängen um 4,2 bzw. 2,7 Prozent entsprechen. Ähnlich die Situation bei den Sattelzugmaschinen, wo 26.800 Einheiten ein Minus von 8,8 Prozent bedeuten. Einzig Kraftomnibusse konnten im bisherigen Jahresverlauf zulegen: um 6,8 Prozent auf gut 4.700 Fahrzeuge. Rückläufig präsentieren sich wiederum die Neuzulassungen an Krafträdern. Laut den KBA-Zahlen wurden in diesem November 3.200 Maschinen und damit 1,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat neu zugelassen, und in Summe über die ersten elf Monate ist das Minus mit 1,8 Prozent auf nunmehr fast 136.400 Maschicm nen sogar noch leicht größer.

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Die Sorgen, die manche Unternehmen noch vor einigen Jahren hatten, haben sich insgesamt nicht bewahrheitet. Allerdings habe sich die Wettbewerbsintensität weiter erhöht, stellt Matthias Wissmann fest. Auch die Zulieferer spüren die Internationalisierung der Märkte, die wachsende Bedeutung Asiens und Amerikas. Sie sind – wie die Hersteller – mit eigener Fertigung in den Wachstumsregionen präsent. Auch der Mittelstand baut seine globale Präsenz stark aus. Eine aktuelle Studie von PwC kommt zu dem Ergebnis, dass zudem der Export von Komponenten aus Deutschland weiter wachsen wird.

Nutzfahrzeugmarkt mit Zeichen der langsamen Erholung Für die Unternehmen der Nutzfahrzeugindustrie bleibt das derzeitige Marktumfeld anspruchsvoll. Von Januar bis November 2013 gingen die Neuzulassungen von Transportern im Inland um vier Prozent auf knapp 200.000 Einheiten zurück, bei Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen wurden mit 71.300 rund sechs Prozent weniger Neufahrzeuge angemeldet. Allerdings scheint der Markt in den letzten Monaten endlich wieder den Vorwärtsgang eingelegt zu haben: Im November stieg der Inlandsabsatz von Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen um 13 Prozent, bereits in den beiden Vormonaten gab es ein leichtes Plus. Das ist auf den Vorzieheffekt vor dem neuen Euro-VI-Standard zurückzuführen; aber auch die allmähliche Konjunkturerholung löst den Investitionsstau langsam auf. Im Gesamtjahr 2013 erreicht der Markt für schwere Nutzfahrzeuge (über sechs Tonnen) in Deutschland ein Volumen von 77.000 Einheiten (minus vier Prozent). Im Bereich der Anhänger- und Aufbauten lagen bis Oktober 2013 die Neuzulassungen noch drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Westeuropa ging der Markt für schwere Nutzfahrzeuge in den ersten zehn Monaten auf 188.600 Einheiten (minus sechs Prozent) zurück. Der Automobilverband sieht allerdings eine Stabilisierung der Nachfrage in Ländern wie Frankreich oder Spanien. Das außereuropäische Ausland ist – ähnlich wie beim Pkw – auf Wachstumskurs. Im Gesamtjahr 2013 wird in Westeuropa ein Nutzfahrzeugmarkt (über sechs Tonnen) von 225.000 Einheiten (minus vier Prozent) erwartet.

Autojahr 2014: Weltmarkt wächst – Westeuropa dreht erstmals wieder leicht ins Plus Für 2014 erwarte man, heißt es, insgesamt einen Weltmarkt, der auf 74,7 Millionen Pkw (plus drei Prozent) steigen wird. Abgesehen von Japan (minus

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vier Prozent) rechnet der VDA damit, dass sich alle relevanten Märkte positiv entwickeln werden. China nimmt das Wachstumstempo zwar etwas zurück, doch mit konservativ geschätzten plus sieben Prozent wird dieser Markt 2014 die 17-Millionen-Marke knacken (17,1 Millionen Pkw). Die USA nähern sich mit plus drei Prozent der 16-Millionen-Marke (15,9 Millionen Light Vehicles). Westeuropa kommt nach vier Jahren erstmals wieder ins Plus. Wissmann prognostiziert 11,6 Millionen Einheiten (plus zwei Prozent). Das ist noch kein kraftvoller Aufschwung, eher eine Seitwärtsbewegung. In den neuen EU-Ländern geht die Erholung mit einem Wachstum von sieben Prozent schneller voran. Auch Indien (plus sieben Prozent), Russland (plus drei Prozent) und Brasilien (plus zwei Prozent) beginnen sich zu stabilisieren, wobei Indien und Russland ihre Wachstumsmöglichkeiten noch nicht voll ausschöpfen. Wenn man die Struktur des Weltmarktes 2009 und 2014 vergleiche, erklärt der VDA-Chef, werde die Veränderung besonders deutlich: China wird von 8,4 Millionen auf 17,1 Millionen Pkw zulegen, die USA von 10,4 auf 15,9 Millionen Light Vehicles, während der westeuropäische Markt von 13,7 Millionen auf 11,6 Millionen Pkw zurückgeht. In Marktanteilen heißt das: Chinas Anteil am Pkw-Weltmarkt steigt in diesen fünf Jahren von 15 auf 23 Prozent, die USA legen von 19 auf gut 21 Prozent zu. Westeuropa hingegen geht von 25 auf knapp 16 Prozent zurück. Allerdings wäre es verkehrt, die aktuelle Schwäche Westeuropas als „Normalzustand“ für die nächsten Jahre anzusehen. Man habe dies 2009, als die USA im „Krisenmodus“ waren, auch nicht getan – und sei bestätigt worden. Für Westeuropa erwartet der VDA in den kommenden Jahren ebenfalls einen Hochlauf, allerdings mit geringerer Dynamik. Die Erholung werde ihre Zeit brauchen. Es spricht für die Stärke der deutschen Automobilindustrie, deren Anteil am Welt-Pkw-Markt rund ein Fünftel beträgt, dass sie sich auf die Veränderungen eingestellt hat und Schritt hält mit dem Wachstum des Pkw-Weltmarktes. Die deutschen Hersteller werden 2014 knapp 14,7 Millionen Pkw weltweit produzieren, davon rund 5,5 Millionen Einheiten im Inland. Die Auslandsfertigung wird um sechs Prozent auf 9,2 Millionen Pkw steigen. Der Export bleibt mit knapp 4,2 Millionen Einheiten 2014 stabil. Laut Wissmann sei daher eine stabile Beschäftigung am Automobilstandort Deutschland zu erwarten. Der Pkw-Inlandsmarkt wird 2014 rund drei Millionen Neuzulassungen umfassen und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2013 liegen. Allerdings gilt dies nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich die derzeit erkennbadv re Erholung fortsetzt.


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Autokäufer und damit auch -fahrer werden immer weniger und älter ine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und NTT DATA Deutschland befasst sich mit der Zukunft des Autohandels. Zwar betätigt sich wohl nur eine Minderheit der Reifenhändler hierzulande im Fahrzeuggeschäft, doch das eine oder andere Ergebnis der Untersuchung dürfte auch für den Reifenmarkt von Interesse sein. So etwa, dass aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der potenziellen Autokäufer absolut gesehen insgesamt sinken dürfte. Zudem sei davon auszugehen, dass der typische Autokäufer und damit letztlich auch -fahrer im Schnitt immer älter wird – ein Effekt, der rund ums Motorradfahren schon seit Jahren beobachtet wird und mit Blick auf motorisierte Zweiräder für bestenfalls stagnierende bzw. eher sogar rückläufige Neuzulassungszahlen sorgt. In der Studie wird als weiterer Effekt, der für eine sinkende Zahl privater Pkw-Anschaffungen sorgen wird, die steigende Bedeutung von Mo-

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bilitätskonzepten wie dem Carsharing als Alternative genannt. Allein der demografische Wandel werde dafür sorgen, dass es 2020 bereits rund 1,5 Millionen potenzielle Autokäufer weniger gibt als 2010. „Und das bei einem um zehn Jahre steigenden Altersdurchschnitt der Kundengruppe“, heißt es weiter in der Studie, der zufolge ein im selben Zeitraum von knapp unter 40 auf über 42 Prozent steigender Anteil an Singlehaushalten genauso wie der Umstand, dass 2020 wohl 86 Prozent der potenziellen Fahrzeugkäufer in Städten bzw. Ballungszentren (1995: 82 Prozent) wohnen, nicht ohne Folgen für den privaten Automobilmarkt bleiben werden. „Wer in der Stadt lebt und alleine wohnt, braucht seltener ein Auto – und kaum einmal ein großes. Die Urbanisierung lässt allerdings die Nachfrage nach Kleinwagen und alternativen Mobilitätskonzepten steigen. Im dünner besiedelten ländlichen Raum werden hingegen in allen Segmenten weniger Fahrzeuge gekauft und auch weniger Mobilitätsdienst-

leistungen nachgefragt“, lautet die Begründung für diese Sicht der Dinge. Zwar wird in der Untersuchung nichts zum Pkw-Bestand gesagt, der in erster Linie ja für den Reifenersatzbedarf von Bedeutung ist, und dürfte dieser – wenn überhaupt – vergleichsweise eher langsam abnehmen, so muss sich der Reifenhandel mit Blick auf seine Kunden vielleicht trotzdem auf die eine oder andere Auswirkung all dessen einstellen. Zumindest darauf, dass auch seine Kunden eher älter als jünger werden und zudem der Reifenersatzbedarf der Privatkunden insgesamt tendenziell ebenfalls eher sinkt. Zumal die PwC-Studie vor diesem Hintergrund einen steigenden Marktanteil der Pkw-Flottenverkäufe bis 2020 prognostiziert. Dementsprechend könnte es für den Reifenhandel von zunehmender Wichtigkeit sein, sich vermehrt im Flottengeschäft zu engagieren, um damit möglicherweise wegbrechende Umsätze/Erträge im Geschäft mit Privatcm kunden zu kompensieren.

Sicherer, sparsamer, smarter – Autoindustrie setzt auf Produktinnovationen Innovationsstrategien in der Automobilindustrie zielen vor allem auf technologische Fortschritte und eine stärkere Kundenorientierung. Weniger Aufmerksamkeit widmen die Automanager hingegen möglichen Innovationen im Geschäftsmodell oder im Prozess- und Lieferkettenmanagement, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC aufzeigt. So rechnen 40 Prozent der gut 70 weltweit befragten Topautomanager auf Sicht der kommenden drei Jahre mit wegweisenden technologischen Innovationen. Demgegenüber planen nur 24 Prozent eine grundlegende Veränderung ihres Geschäftsmodells. „Im Fokus der Innovationsstrategien stehen in der Branche eindeutig der Kunde und dessen Erwartungen an das ,Auto von morgen’. Zwar sind produktbezogene Innovationen die Voraussetzung für den Erfolg in der extrem wettbewerbsintensiven Automobilindustrie, die Unternehmen sollten jedoch vermeintlich nachrangige Innovationsfelder nicht vernachlässigen. So bieten neue Ansätze wie die Evolution vom Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister oder auch die stärkere Nutzung des Internets als Vertriebskanal erhebliches Potenzial im Wettbewerb“, kommentiert Felix Kuhnert, PwC-Partner und Leiter des Automotive-Bereichs in Deutschland und Europa. Zwei prominente Beispiele für Automobilhersteller, die ihr Geschäftsmodell um Mobilitätsdienstleistungen erweitern, sind die BMW Group mit DriveNow (einem Joint Venture von BMW und Sixt) sowie die Daimler AG mit Car2go. Beide Unternehmen verbinden dabei Serviceinnovationen (Carsharing), die gerade ein modernes, urbanes Mi-

lieu ansprechen, das zu einem beträchtlichen Teil kein eigenes Auto mehr besitzt, mit Produktinnovationen, beispielsweise durch Einsatz von E-Mobilen. Auf der Produkt- bzw. Technologieseite gelangen derzeit besonders viele Innovationen aus dem Bereich alternativer Antriebe zur Marktreife. BMW beispielsweise hat mit dem i3 ein komplett neues E-Fahrzeug entwickelt, Hyundai bietet mit dem ix35 das weltweit erste Serienauto mit Brennstoffzellenantrieb an. Als Haupttreiber für Innovationen sehen die Automanager den Kunden (88 Prozent der Befragten) gefolgt von strategischen Partnern (85 Prozent) und den Zulieferern (71 Prozent). Dabei gewinnen Technologiepartner aus anderen Branchen stark an Bedeutung. Das voll vernetzt selbstfahrende Automobil beispielsweise lässt sich nur in enger Kooperation mit Unternehmen aus dem IT- und Kommunikationssektor realisieren. Die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern wird hingegen nur von 36 Prozent der Befragten als wichtige Innovationsquelle genannt. Verantwortlich für den Erfolg einer Innovationsstrategie ist nach Einschätzung der Automanager in erster Linie die Einbindung und aktive Unterstützung des Topmanagements (79 Prozent der Nennungen). Einen hohen Stellenwert für die Innovationskultur des Unternehmens haben auch die Anerkennung und Förderung innovativer Ideen (75 Prozent) sowie die Implementierung schlüssig definierter Indv novationsprozesse (72 Prozent).

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Auf dem Weg zum „Reifenhersteller erster Wahl“ Das Jahr 2013 im Lkw-Reifenersatzgeschäft bei Conti in der Region DACH geht insgesamt erfolgreich zu Ende Zum Jahresabschluss lädt Dr. Marko Multhaupt – Leiter Marketing und Vertrieb bei der Continental Reifen Deutschland GmbH für das Ersatzgeschäft Bus- und LkwReifen in der Region DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) – inzwischen schon traditionell die Presse zum Konzernsitz nach Hannover und informiert über das zu Ende gehende Geschäftsjahr und seine Herausforderungen. Er gibt dabei aber auch gleich erste Ausblicke auf das kommende Jahr 2014, das mit reichlich spannenden Themen gespickt sein soll.

nter dem Thema „Premium-Lkw- und -Busreifen aus dem Hause Continental“ bezieht sich Multhaupt auf Reifenvorstand Nikolai Setzer, der erst unlängst als die wesentlichen Eckpfeiler der hauseigenen Unternehmensvision für Reifen zwei wichtige Punkte formuliert hat: erstens „Reifenhersteller erster Wahl“ und zweitens „verlässlichster Partner basierend auf exzellenter Leistung und bevorzugten Kundenlösungen“ sein zu wollen. Multhaupt: „Für uns im Lkw- und Busreifengeschäft DACH folgt das Eine aus dem Anderen. Exzellente Leistung steht bei der Entwicklung unserer Lkw- und Busreifen immer und absolut im Vordergrund. Dass exzellente Leistung kein Selbstzweck ist, zeigt sich in unserem Bestreben, „Lowest Overall Driving Cost“ oder „die effektiv niedrigsten Gesamtkosten im Fuhrpark“ für die Logistikund Transportbranche zur Verfügung zu stellen. Exzellente Leistung und Wirtschaftlichkeit gehen bei unseren Continental Lkwund Busreifen also Hand in Hand.“ Wer das Thema Lkw-/Busreifen auf den Preis reduziert, der wird dem Produkt nicht gerecht. Denn je robuster sich der Reifen im Alltag verhält, je widerstandsfähiger er gegen Abrieb ist, je besser er den Fahrer beim Anfahren, Lenken und Bremsen sommers wie winters unterstützt und je geringer sein Rollwiderstand ist, desto höher ist sein wirtschaftlicher Beitrag im Transportalltag. Der

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Dreiklang aus Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit beinhaltet – jedenfalls bei diesem Produkt – einen Automatismus: Je wirtschaftlicher der Reifen ist, desto umweltfreundlicher ist er auch. Hier passt die in der Wirtschaft so viel beschworene Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie geradezu idealtypisch. Wirtschaftlichkeit, so der Lkw-Marketing- und -Vertriebschef für den deutschsprachigen Raum, drücke sich nicht nur durch direkt verursachte Kosten, sondern insbesondere durch die Senkung indirekter Kosten aus. „Diese Eigenschaften jeden Tag in der Produktion zu gewährleisten und in Form von neuen Produkten kontinuierlich zu verbessern, macht uns zum verlässlichen Partner unserer Kunden. Paart sich eine hohe Wirtschaftlichkeit und maximale Sicherheit schließlich mit Nachhaltigkeit und ökologischem Handeln, sehen wir dies als Schlüssel zur bevorzugten Wahl beim Reifenkauf.“ Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind also kein Widerspruch, sondern bedingen sich bei Lkw- und Busreifen gegenseitig. Lkw- oder Busreifen mit den beschriebenen Eigenschaften schonen die Umwelt! Um Vorteile der Continental-Lkw- und -Busreifen in der Praxis erfahrbar zu machen, führt Multhaupts Team seit 2010 und zum inzwischen bereits siebten Mal den Spritsparwettbewerb „Beat the Best“ durch. Transportunternehmen testen hierbei die hauseigenen Reifen gegenüber der Leistungsfähigkeit anderer Hersteller auf „Herz

Dr. Marko Multhaupt, Leiter Marketing und Vertrieb bei der Continental Reifen Deutschland GmbH für das Ersatzgeschäft Bus- und Lkw-Reifen in der Region DACH

und Nieren“, und zwar im jeweiligen Echtbetrieb. Dr. Marko Multhaupt: „Wir gewinnen zwar nicht immer, aber immer öfter.“ Bei einem der nächsten Wettbewerbe ist übrigens geplant, ihn nicht mit einer Lkw-, sondern mit einer Omnibusflotte auszufahren, „Beat the Best“ also auch im Personentransport zu etablieren. Natürlich gehört zu einer Jahresbilanz dieses Reifensegmentes auch das erst unlängst in Betrieb genommene ContiLifeCycle-Werk in Hannover (siehe an anderer Stelle in dieser Ausgabe), mit dem man eine Vorreiterrolle einnehme und für das das Unternehmen schon kurz nach Einweihung


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von einer Jury des Huss-Verlages mit dem „Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2014“ ausgezeichnet worden war. Und war die Zusammenführung von Elektronik und Reifen in der Vergangenheit oftmals in der Branche mehr Lippenbekenntnis denn Realität, so sollte es sich fast von selbst verstehen, dass ein Autozuliefererkonzern wie Continental, der die Expertise im einen wie im anderen Bereich unter seinem großen Dach hat, geradezu prädestiniert ist, tatsächlich beides zusammenzuführen: Mit dem im Sommer 2013 auf den Markt gebrachten ContiPressureCheck ist das gelungen. Wobei: Auch beim Thema permanente Luftdrucküberwachung geht es wieder gleichermaßen um Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Ökologie. Denn nur durch den richtigen Luftdruck im Reifen sind die angestrebten Leistungsmerkmale und deren positive Auswirkungen hinsichtlich der „effektiv niedrigsten Gesamtkosten im Fuhrpark“ auch zu realisieren. Dazu hat das DACH-Team im Rahmen der „Roadshow 2013“ mehr als tausend Kunden besucht und die Vorteile des Systems zur permanenten Überwachung des Luftdruckes erläutert. Dem sehr hohen Interesse seien schnell erste Testkäufe im Personentransportgewerbe gefolgt, und was aktuell besonders erfreut: Bei diesen Kunden gebe es eine Welle von Nachkäufen, um weitere Fahrzeuge auszurüsten.

Bus- und Lkw-Reifen der dritten Generation Der Startschuss zur Einführung der Busund Lkw-Reifen der dritten Generation war zweifellos ein Highlight im Reifenbereich des Continental-Konzerns im Jahre 2013. Die aufwendige Einführung im Rahmen eines Launch-Events in Pachfurth (Österreich) von speziellen Busreifen für die neu benannten Segmente ContiCoach (Coach), ContiCityPlus (Intercity) und ContiUrban (Urban) stieß auf große Resonanz. Vom Kundenbedarf kommend, war es Contis Ziel, nicht nur die im Markt bereits vorhandenen Reifen zu verbessern, sondern mit dem ContiCityPlus HA3 erstmalig einen Reifen speziell für das Segment der Überlandbusse zu präsentieren. Gemessen daran, dass hier alternativ in der Vergangenheit LkwReifenprofile zum Einsatz kamen, stellt dieser spezielle Busreifen sicherlich eine tech-

nisch bevorzugte Kundenlösung dar. Dr. Multhaupt: „Wir sind der Überzeugung, dass der Mensch als das wichtigste Transportgut für den Busunternehmer diese Segmentierung unbedingt erforderlich macht.“ Die Leistungsfähigkeit der Continental-Busreifen der dritten Generation waren unlängst wohl für die Deutsche Bahn ein wichtiges Kriterium, den Gesamtbedarf an Busreifen von DB Regio und DB Arriva Gruppe für verschiedene europäische Länder zusammenzufassen und im Rahmen einer europäischen Ausschreibung an Continental zu vergeben. Damit vertraut sich eine weitere internationale Großflotte den sich weiterhin sehr positiv entwickelnden „Conti 360° Fleet Services“ an. „Neben der wirtschaftlich attraktiven Kombination aus ,erstklassigen Produkten’ und ,erstklassigem Service’ schätzen immer mehr Kunden den damit verbundenen ,Komfort’. Der Transportunternehmer kann ein komplexes Thema abgeben und sich auf seine Kernkompetenz ,Logistikdienstleistungen’ konzentrieren.“ Die alljährlich Anfang Dezember durchgeführte Veranstaltung dient auch immer dazu, der Presse die aktuellen Marktzahlen für die Region DACH zu übermitteln. Und obwohl Marko Multhaupt erst auf konkrete Zahlen bis einschließlich Oktober zurückgreifen kann, dürften die Prozentzahlen doch schon ziemlich nahe am schlussendlichen Jahresergebnis liegen: Durchgängig positiv, was der deutschen Mautstatistik zu entnehmen ist: So liegt der Kilometerindex bei plus 2,3 Prozent (Stand Oktober 2013). Durchgängig positiv auch die Absatzzahlen Neureifen: Während der deutsche Markt ein Plus von acht Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum verzeichnen konnte, blieb Österreich (7,8 Prozent) knapp dahinter zurück, die Schweiz hingegen konnte noch deutlicher zulegen (12,9 Prozent). Dass der Absatz runderneuerter Reifen in Deutschland um 2,6 Prozent, in Österreich um 10,3 Prozent und in der Schweiz um 0,9 Prozent rückläufig war, ist unter anderem der anhaltenden und sich abschwächenden Nachfrage für einzelne Neureifengrößen geschuldet: Gerade für „klassische“ Einsatzgebiete runderneuerter Reifen auf Baustellen mangelte es an Karkassen und dürfte es auch weiterhin Knappheit geben. Während es in den Vorjahren zu eher schwer erklärbaren Marktentwicklungen gekommen war, gab es

2013 eine Rückkehr zur Normalität. Multhaupt: „Insgesamt war die Nachfrage nach Lkw- und Busreifen zwar durch die lange Frostperiode Anfang 2013 zeitlich nach hinten verschoben, jedoch saisonal durch einen typischen Verlauf geprägt.“ Bei Continental rechnet man aufgrund der anhaltend positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Region DACH, aber auch aufgrund positiver Signale aus ganz Europa und selbst Griechenland mit einem stabilen bis leicht positivem Lkw- und Busreifengeschäft im kommenden Jahr. Für die LkwPremiummarke aus Hannover steht im Jahre 2014 die Erneuerung der Produktpalette im so wichtigen „Goods“-Bereich im Vordergrund. Der hauseigenen neuen Nomenklatur folgend werden alle Reifen für das „Autobahn“-Segment durch Reifen der Serie „ContiEcoPlus“ und für das „Landstraßen“Segment durch Reifen der Serie ContiHybrid ersetzt. Auf der Lenkachse werde man den Einsatz des VAIs erweitern (Verschleißanalyseindikators), bei den aktuellen und neuen Winterreifen das 3PMSF-Symbol (Three Peak Mountain Snow Flake) einführen. Damit folgt Continental dem europäischen Marktführer. Man kann wohl davon ausgehen, dass jetzt die Dämme brechen und immer mehr Marken sich berufen fühlen, diese Markierung auf der Seitenwand zu platzieren, obwohl sie rein rechtlich gewissermaßen ein Muster ohne Wert ist. Das gilt im Grunde natürlich dann auch für eine Marke Continental, mag aber als eher marketingtechnische Begleiterscheinung durchgehen für jemanden, der eine besondere Tradition als Winterspezialist hat. Bezogen auf den vor einigen Monaten eingeführten ContiPressureCheck arbeite man, so Multhaupt, an Verbesserungen hinsichtlich Vernetzung (Telematik) und Flexibilität bei wechselnden Zugmaschinen und Anhängerkombinationen, die Roadshow soll erneut die Leistungsfähigkeit der Lkw-Reifen der Generation 3 hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Ökologie praxisnah und vor Ort vermitteln, und der Wiedereinstieg in die Produktion von runderneuerten Reifen dürfte sich als ein sehr spannendes Feld erweisen. Herausforderungen auf dem Weg zum „Reifenhersteller erster Wahl“. detlef.vogt@reifenpresse.de

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ATU ist verkauft – Investor Centerbridge Partners übernimmt Anteile Kohlberg Kravis Roberts (KKR) verkauft die Werkstatt- und Fachmarktkette ATU an Centerbridge Partners LP, dem größten Anleihegläubiger. Diesem und anderen Gläubigern hatte KKR den Umtausch ihrer Forderungen in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro in Firmenanteile angeboten. Wie es dazu heißt, bleiben KKR am Ende des nun verbindlich vereinbarten Restrukturierungsprozesses nur noch drei Prozent des 2006 für über 1,4

Hans-Norbert Topp freut sich „außerordentlich" darüber, dass ATU jetzt einen neuen Haupteigentümer hat – und darüber, dass man nach abgeschlossener Restrukturierung „nur“ noch rund 150 Millionen Euro Schulden hat urch den Eigentümerwechsel steht ATUs Finanzierung wieder auf sichererem Boden, sinkt die Schuldenlast doch auf rund 150 Millionen Euro. Ein offensichtlich erleichterter Hans-Norbert Topp, Vorsitzender der Geschäftsführung von ATU, freue sich „außerordentlich“ über die jetzt stattfindende „finanzielle Umstrukturierung“, eröffne sie doch endlich wieder Möglichkeiten, das operative Geschäft zielgerichtet voranzutreiben – unbeeinträchtigt von zuletzt überbordenden finanziellen Verpflichtungen. Bei ATU in Weiden ist man durchaus erleichtert, habe man eigenen Aussagen zufolge nun doch „den entscheidenden Meilenstein in seiner finanziellen Neuaufstellung erreicht“. Das Unternehmen, seine Gesellschafter und über 80 Prozent der vorrangigen Anleihegläubiger von ATU haben einer Mitteilung zufolge „eine rechtsverbindliche Vereinbarung (Lock-up-Agreement) unterzeichnet, mit der die Schulden von ATU um über 600 Millionen Euro gesenkt und das Unternehmen mit frischem Kapital in Höhe von etwa 100 Millionen Euro ausgestattet wird“. Von HayFin Capital Management hat das Unternehmen darüber hinaus die Zusage für eine 2018 fällige, vorrangig besicherte Kreditlinie in Höhe von

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Milliarden Euro gekauften deutschen Unternehmens. Centerbridge und die Private-Equity-Sparte von Goldman Sachs hatten sich über die Jahre günstig in die Schulden der Werkstatt- und Fachmarktkette eingekauft und erhalten nun – im Vergleich zum ursprünglichen Kaufpreis, den KKR gezahlt hatte – vergleichsweise günstig die Kontrolle über ATU.

75 Millionen Euro erhalten. ATU rechnet mit dem Abschluss der Restrukturierung im Januar 2014. Im Rahmen eines „freiwilligen Umtauschangebots“ können die vorrangigen Anleihegläubiger nun ihre Forderungen in Vorzugsanteile und rund fünf Prozent der Stammanteile von ATU wandeln. „Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich an dem neuen Kapital zu beteiligen, welches mit dem Abschluss der Transaktion insgesamt einem Anteil von rund 92 Prozent der Stammanteile von ATU entsprechen wird. Die Aufbringung des neuen Kapitals ist vollständig gesichert, da Fonds, die von Centerbridge Partners LP, Goldman Sachs Investment Partners und Babson Capital gemanagt werden, bereits verbindlich zugesagt haben, dieses Investment gegebenenfalls anteilig bis zur vollen Höhe zu übernehmen.“ Die nun getroffene „langfristige Finanzierungslösung“ werde die Zinsbelastung des Unternehmens um mehr als 90 Prozent verringern. Nach Vollzug der Transaktion werden die größten Anleihegläubiger des Unternehmens – von Centerbridge Partners LP gemanagte Fonds – Mehrheitsgesellschafter von ATU. Die Transaktion steht unter verkehrsüblichen Vorbehalten. Hans-Norbert Topp, Vorsitzender der Geschäftsführung von ATU, erklärte dazu: „Wir freuen uns außerordentlich, dass sich alle wichtigen Beteiligten im Schulterschluss auf eine finanzielle Umstrukturierung von ATU geeinigt haben. Dank der beteiligten Gläubiger und KKR konnten wir unsere Verbindlichkeiten drastisch reduzieren. Durch die neuen Investitionen wird zudem unsere finanzielle Ausstattung deutlich verbessert und das Wachstum von ATU unterstützt. In einem letzten Schritt des Prozesses werden wir mit unseren Vermietern die Mietverträge für einige unserer Standorte noch nachverhandeln.“ Topp weiter: „Mit dem Abschluss der Transaktion, den wir für Januar erwarten,

schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte auf. ATU wird sich mit einer gesunden Bilanz und auf ein normales Maß reduzierten Miet- und Zinskosten nun darauf konzentrieren, die Dienstleistungen für unsere Kunden weiter kontinuierlich zu verbessern.” ATU will sich jetzt auf die Optimierung und den Ausbau seines operativen Geschäfts konzentrieren, „um sich langfristig in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld als Marktführer zu behaupten. Dafür sollen die Wachstumsfelder E-Commerce, Flottenmanagement und Autoglas weiter forciert und ausgebaut werden.“ „Der Schuldenabbau und die Sicherung unserer Liquidität hatten in den vergangenen Monaten die höchste Priorität. Mit der jetzt erzielten verbindlichen Einigung können wir uns verstärkt darauf konzentrieren, Angebot und Service für unsere Kunden als Qualitätsführer mit den besten Preisen weiter auszubauen“, fügt Topp hinzu. Mit Hauptsitz in Weiden betreibt ATU heute rund 650 Filialen in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz. Die rund 12.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro. Centerbridge Partners LP ist eine auf Private Equity sowie Kreditinvestitionen spezialisierte Investmentgesellschaft. Das Unternehmen hat Büros in London und New York und verwaltet rund 20 Milliarden US-Dollar. Es investiert vornehmlich in Nordamerika und Europa, engagiert sich aber auch außerhalb dieser Regionen. Die Investitionen werden in unterschiedlichen Branchen getätigt – unter anderem Transport und Logistik, Handel und Konsumgüter, Gastgewerbe, Unternehmensdienstleistungen, Finanzinstitute, Gesundheitswesen, Industrie, Kommunikation und Medien sowie Immobilien. arno.borchers@reifenpresse.de


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Goodyear Dunlop baut Stellen in Wittlich ab – Folgt die PkwReifenproduktion? Produktion wird auf unter eine Million Reifen reduziert Ist die Reifenfabrik von Goodyear Dunlop in Wittlich auf dem Weg, eine reine Lkw-Reifenfabrik zu werden? Informationen dieser Zeitschrift zufolge plant der Hersteller am 1971 eröffneten Standort in Rheinland-Pfalz demnächst die Produktion von Pkw-Reifen deutlich zu reduzieren. Wie es dazu heißt, werden dort aktuell noch täglich rund 4.000 Pkw-Reifen gefertigt, was für eine Jahresproduktion in Höhe von knapp 1,5 Millionen Reifen steht. Im kommenden Jahr soll die Produktion allerdings auf 2.500 bis 2.800 Reifen täglich reduziert werden, was wiederum 875.000 bis 980.000 Reifen jährlich entspricht. Gleichzeitig sollen jetzt auch Stellen im Werk abgebaut werden. Was bedeutet dies für die Zukunft des Werks? ie die Lokalzeitung Trierischer Volksfreund dazu berichtet, werde der Hersteller in diesem Zusammenhang auch rund 30 der aktuell 930 Arbeitsplätze in der Produktion streichen. Dieser Personalabbau soll indes sozialverträglich stattfinden, es soll demnach keine Kündigungen geben. Bei Goodyear Dunlop Tires Germany versuche man derzeit, „einige ältere Mitarbeiter über diverse Abfindungen entweder zu Aufhebungsverträgen oder zu Altersteilzeit zu bewegen“, wird Joachim Weberskirch zitiert. Auch sollen frei werdende Stellen in der Produktion nicht neu besetzt werden. Der Betriebsratsvorsitzende weiter zu den Hintergründen: „Ein Grund ist, dass auf dem Markt der Verkauf für Pkw-Reifen europaweit abgenommen hat, was immer noch zu Absatzproblemen führt. Allgemein gilt für Wittlich seit etwa zehn Jahren, dass der Schritt hin zum Lkw-Reifenwerk führt. Die Lkw-Reifenproduktion wird gestärkt.“ Diese Stärkung des Produktionsstandortes bei Nutzfahrzeugreifen – in Wittlich befindet sich das europäische LkwReifenzentrallager sowie eine der Goodyear-eigenen LkwReifenrunderneuerungsstätten – bedeute auch, dass der Standort insgesamt nicht infrage stehe. Dies bescheinigt etwa Produktionsdirektor Christoph Maas: „Wittlich ist der einzige deutsche Standort von Goodyear Dunlop, an dem sowohl Pkw- als auch Lkw-Reifen gefertigt werden. Die Spezialisierung des Standortes Wittlich im Bereich Lkw-Reifen wollen wir auch in Zukunft weiter vorantreiben. Dies ist im Unternehmen und auch bei den Mitarbeitern seit Langem bekannt“, heißt es dazu weiter im Trierischen Volksfreund. Laut Produktionsdirektor Maas gebe es „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Entscheidung zur Aufgabe der Produktion von Pkw-Reifen in Wittlich“. Goodyear Dunlop „entwickelt, produziert und vertreibt“ eigenen Angaben zufolge in seinen sechs deutschen Fabriken jährlich rund 30 Millionen Reifen für Pkw, Lkw, Motorräder, Busse und Baumaschinen. Marktbeobachtern zufolge stellt sich indes schon die Frage, inwiefern die Pkw-Reifenproduktion in Wittlich langfristig Beab stand haben kann.

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Im Werk Wittlich sollen in Zukunft noch weniger Pkw-Reifen als bisher schon produziert werden und gleichzeitig 30 Stellen gestrichen werden

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Kurzgefasst. Im kommenden Jahr geringere Zinslast für Schaeffler Die Schaeffler AG hat eigenen Worten zufolge im Rahmen einer Transaktion Zinsderivate mit einem Volumen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro vorzeitig abgelöst. Dadurch – so heißt es vonseiten des ContiGroßaktionärs – würden sich die von dem Unternehmen zu leistenden Zinszahlungen im Jahr 2014 um rund 60 Millionen Euro reduzieren. Die Zinsderivate resultierten demnach noch aus der im Jahre 2008 aufgenommenen Akquisitionsfinanzierung für den Erwerb der Anteile an der Continental AG und dienten der Absicherung von variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten. „Mit der vorzeitigen Ablösung der Zinsderivate unternehmen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um die Kapitalstruktur der Schaeffler-Gruppe zu optimieren und die zukünftigen Zinszahlungen zu reduzieren“, ist der SchaefflerVorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld cm überzeugt.

Planungskommission gibt grünes Licht für Hankooks US-Werk Wie amerikanische Medien berichten, hat die zuständige Planungskommission für die Region Clarksville im US-Bundesstaat Tennessee jetzt grünes Licht für den Neubau eines Hankook-Reifenwerkes im dortigen Corporate Business Park des Countys gegeben. Damit hat das 800-Millionen-Dollar-Projekt nun auch den offiziellen Segen von behördlicher Seite, und die Planungen können konkreter bzw. die Bauarbeiten letztlich in Angriff genommen werden. Als Termin für den ersten Spatenstich wurde seitens Hankook zuletzt ein Termin Ende kommenden Jahres genannt, für die Fertigstellung des Werksneubaus in den USA wird 2016 anvisiert. cm

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Sommerreifengeschäft 2014 könnte besser werden als das diesjährige Das diesjährige Sommergeschäft im deut- sammenarbeit mit Continental aufbereitete schen Reifenersatzmarkt ist weitgehend Material wird den eigenen Mitgliedern ab hinter den Erwartungen zurückgeblieben. sofort zum Herunterladen im internen BeDaher spricht Hans-Jürgen Drechsler, Ge- reich der Verbandshomepage angeboten. schäftsführer des Bundesverbandes Reifen- „Die Erfahrungen der letzten Jahre unterhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV), streichen, dass eine professionelle und ausin diesem Zusammenhang aus Branchen- reichende Vororder – gleichfalls sehr wohl sicht auch von „eher mageren Ergebnis- auch eine betriebswirtschaftlich sinnvolle sen“. Gleichzeitig verleiht er aber der Hoffnung Ausdruck, dass einerseits das noch laufende Winterreifengeschäft zu einer Verbesserung der Situation beiträgt sowie dass sich andererseits das Marktvolumen für Sommerreifen 2014 wieder stabilisieren könnte bzw. diesbezüglich eine Steigerung des Absatzes um 2,7 Prozent im Vergleich zu 2013 möglich sei. Doch selbst wenn – wie er ergänzt – eine seriöse Prognose für das kommende Jahr zum derzeitigen Zeitpunkt noch schwerfalle, so legt er dem Reifenfachhandel den- Dank umfangreicher Unterlagen, die der BRV wieder einmal zusammen noch nahe, sich mög- mit Continental aufbereitet hat, kann sich der Handel schon jetzt auf das lichst frühzeitig auf die kommende Sommerreifengeschäft vorbereiten nächste Sommersaison vorzubereiten. Und genau deswegen Bevorratung vor einer Saison – immer mehr veröffentlicht der BRV einmal mehr schon an substanzieller Bedeutung gewinnt“, unjetzt umfangreiche und hilfreiche Unterlagen terstreicht Drechsler die Wichtigkeit des für die Pkw-, 4x4- und Van-Sommerreifen- Themas Warenverfügbarkeit zum richtigen cm disposition 2014. Das wie gewohnt in Zu- Zeitpunkt.

Langfristrating der Continental AG vor Hochstufung? Wie BörseGo in Erfahrung gebracht hat, könnte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) das Langfristrating der Continental AG, das derzeit noch bei „BB+“ liegen soll, demnächst hochstufen. Zumindest gehöre der Automobilzulieferer ebenso wie mit BMW und Linde noch zwei weitere im DAX vertretene Konzerne zu denjenigen 22 Unternehmen, die S&P auf eine entsprechende „Beobachtungsliste“ gesetzt habe, heißt cm es.


Zieht Apollo Tyres jetzt den Stecker? Geldgeber werden nervös Jüngste Veröffentlichungen werfen ein neues Licht auf die juristischen Streitereien zwischen Cooper Tire & Rubber und Apollo Tyres über die Modalitäten der geplanten, nahezu ausschließlich kreditfinanzierten Übernahme. Wie sich jetzt zeigt, drängen vor Auch wenn die betreffenden Banken Morgan Stanley, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Standard Chartered dazu öffentlich natürlich keine Stellung beziehen wollen, beziehen sich hochrangige Bankmanager in jetzt bekannt gewordenen E-Mails auf die andauernden Probleme mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Coopers, der Chengshan Group, sowie auf die Verhandlungen mit der US-Gewerkschaft United Steelworkers an den Cooper-Standorten in den USA. Die Rede ist bereits davon, „den Stecker zu ziehen“, so meldete jedenfalls Reuters Mitte November. Die kreditfinanzierte Übernahme würde Apollo Tyres eh auf finanziell sehr dünnes Eis bringen, und das in einem hochvolatilen Marktumfeld wie dem des Reifenmarktes. Bereits kurz zuvor hatte die Auseinandersetzung zwischen beiden Herstellern einen erstmaligen Höhepunkt erreicht, als der Delaware Court of Chancery eine Entscheidung zugunsten von Apollo Tyres traf. Der zuständige Richter befand dabei, der indische Reifenhersteller würde die Verhandlungen mit den Gewerkschaften in den Cooper-Fabriken in den USA eben nicht mutwillig verzögern, um damit einen erwünschten Preisnachlass auf den Kaufpreis durchzusetzen. Der Richter meinte stattdessen, Apollo Tyres habe sehr wohl die Verhandlungen entsprechend den Abmachungen vom 12. Juni geführt und sei somit seinen Verpflichtungen nachgekommen; der Richter könne keinen Bruch der Übernahmevereinbarung zwischen Cooper Tire & Rubber und Apollo Tyres erkennen. Dies hatte Cooper behauptet und war damit vor das Gericht gegangen. Apollo Tyres betonte nach der Gerichtsentscheidung in einer Stellungnahme, man sei weiterhin an der Übernahme Coopers interessiert – wie bekannt, aber nicht zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen in Höhe von 35 US-Dol-

Bei Apollo Tyres in Indien hofft man immer noch darauf, Cooper Tire & Rubber aus den USA übernehmen zu können – die Zeichen dafür scheinen aber nicht gerade gut zu stehen

allem die Geldgeber des größten indischen Reifenherstellers darauf, einen Preisnachlass zu erwirken oder die Übernahme ganz platzen zu lassen – offenbar erscheint ihnen die Übernahme mittlerweile selbst zu riskant.

lar pro Aktie. Apollo Tyres wolle den Kaufpreis um 2,50 Dollar pro Aktie senken. Nach der Entscheidung des Gerichts in Delaware ging Cooper Tire & Rubber Co. erwartungsgemäß in die Berufung. Nun soll sich der Delaware Supreme Court bis zum 31. Dezember mit den Anschuldigungen Coopers befassen, wonach Apollo Tyres die Verhandlungen eben mutwillig verzögere. Laut dem Abkommen zwischen den beiden Reifenherstellern vom Juni soll die Übernahme bis Ende dieses Jahres vollzogen sein, danach verliere das Abkommen seinen bindenden Charakter. Unterdessen machte ein weiterer Informationsbaustein in der Auseinandersetzung die Runde im Markt. Seitdem Apollo Tyres versucht, den US-Mitbewerber Cooper Tire & Rubber zu übernehmen, gab und gibt es Probleme mit dessen chinesischem JointVenture-Partner Chengshan Group. Auch wenn der chinesische Hersteller „nur“ 35 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen in Rongcheng hält, bestimmt er offenbar weitestgehend die Geschicke vor Ort; so werden keine Marken des CooperKonzerns mehr gefertigt, und die vorgelegten Geschäftskennzahlen des Gemeinschaftsunternehmens seien ebenfalls überaus lückenhaft, betont Apollo. Wie sich Anfang November anlässlich der Gerichtsverhandlung zwischen Cooper und Apollo Tyres im Delaware Chancery Court herausstellte, habe der indische Hersteller parallel zur geplanten Übernahme von Cooper auch versucht, die Chengshan Group aus dem Joint Venture in China hinauszukaufen. Dadurch wäre Apollo – bei Vollzug der Cooper-Übernahme – Alleineigentümer der Fabrik in Rongcheng geworden. Unter dem Codenamen „Project Charlie“ habe Apollo der Chengshan Group 150 bis

200 Millionen US-Dollar für die Anteile geboten. Chengshan-Chairman Che Hongzhi habe dieses Angebot indes abgelehnt, wie Apollos Vice-Chairman und Managing Director Neeraj Kanwar bei Gericht in Delaware zu Protokoll gab. Apollo-CFO Sunam Sarkar ergänzte dazu, der Chengshan-Chairman habe für die 35 Prozent an dem Joint Venture „mehr als 400 Millionen Dollar“ gefordert. Diesen Preis habe Apollo Tyres freilich nicht zahlen wollen, hätte er doch noch einmal 45 Prozent auf den aktuell verhandelten Übernahmepreis in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar aufgeschlaarno.borchers@reifenpresse.de gen.

ANLEGER WETTEN AUF SCHEITERN DES APOLLO-COOPERDEALS Die anhaltenden Querelen um die Cooper-Übernahme durch Apollo Tyres lassen viele Anleger offenbar glauben, dass die Transaktion letztendlich wohl doch nicht zustande kommen wird. Denn nach Berichten indischer Medien sollen viele Börsianer derzeit in CallOptionen für Apollo-Aktien investieren und damit gewissermaßen auf ein Scheitern des Deals bzw. als Folge dessen wieder steigende Kurse wetten. Zumal Anleger wie Analysten das Ganze bislang ohnehin eher kritisch gesehen haben und der Apollo-Aktienkurs bei Ankündigung der Übernahme im Juni prompt auf Talfahrt gegangen war. Davon hat er sich zwischenzeitlich zwar ein wenig erholt, liegt aber immer noch mehr als zehn Prozent unter dem Durchschnittsniveau während der erscm ten Jahreshälfte.

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MARKT + MARKETING Neue Reifenzeitung 12/2013

Apollo Vredestein stellt sich deutlich breiter am Markt auf Apollo-Lkw-Reifen kommen – Autohauskanal wird beliefert Für die deutsche Apollo Vredestein GmbH war 2013 ein spannendes Reifenjahr. Ein schwieriges Marktumfeld hat die Verantwortlichen in Vallendar vor große Herausforderungen gestellt. Nichtsdestotrotz ist man dort nicht unzufrieden mit dem Erreichten, gehören dazu doch auch gewisse strategische Neuausrichtungen in Bezug auf den Vertrieb, aber auch in Bezug auf die interne Verwaltung. Weitere Entscheidungen werden zum Anfang des neuen Jahres umgesetzt, wie die NEUE REIFENZEITUNG im Gespräch mit Apollo-Vredestein-Geschäftsführer Michael Lutz erfuhr.

er Sommerreifenmarkt lief in Deutschland – den Umständen entsprechend – noch vergleichsweise gut, wenn man ein Wachstum von einem Prozent beim Sell-in laut ERMC in der Zeit von Januar bis Oktober denn als „gut“ einstufen will. Apollo Vredestein jedenfalls konnte seinen Reinverkauf der Marke Vredestein „deutlich stärker“ steigern, erläutert Michael Lutz. Dies liege seiner Meinung nach an dem modernen Sortiment mit neuen Produkten und einer stark steigenden Nachfrage nach Ganzjahresreifen, einem Segment, in dem Vredestein traditionell sehr stark ist. Auch Apollo konnte sich etwas besser als der Markt entwickeln, so Lutz, was nicht zuletzt auch an der zunehmenden Präsenz der Marke im deutschen Reifenfachhandel liege. Aktuell werden Apollo-Reifen über rund 600 Verkaufspunkte – darunter auch point S – in Deutschland vertrieben. Der Winterreifen-Sell-in hingegen war 2013 bisher (Januar bis Oktober) schlecht und lag Lutz zufolge in Deutschland bei einem Minus von zehn Prozent. Apollo hingegen lag beim Sell-in sogar im Plus. „Unsere Marke Apollo erlebte in diesem Jahr ein stabiles, kontinuierliches Wachstum“, bilanziert der deutsche Apollo-Vredestein-Geschäftsführer. Auch das Apollo-Sortiment ist überaus modern. Was Winterreifen ganz allgemein betrifft, sei man für den Markt indes „nicht sonderlich euphorisch“, zu schlecht ist da die Nachfrage in Deutschland. Für Apollo Vredestein, das bisher eine klare und nahezu exklusive Ausrichtung auf den Reifenfachhandel hatte, brachte 2013 eine strategische Neuausrichtung beim Vertrieb. Seit dem Sommer beschäftigt die deutsche Gesellschaft einen Key-Account-Manager. Volker Schlecker soll sich speziell um das branchenweit wachsende Autohausge-

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Laut Apollo-Vredestein-Geschäftsführer Michael Lutz war 2013 ein spannendes Reifenjahr, 2014 wird es darüber hinaus ebenfalls nicht langweilig, werden doch einige Richtungsentscheidungen umgesetzt schäft kümmern und hier einen neuen Vertriebskanal für das Unternehmen aufbauen. Wie Michael Lutz dazu betont, sollen über diesen Kanal vorwiegend Reifen der Marke Apollo vertrieben werden, der im Konzern bekanntermaßen der Status einer weltweiten OE-Marke zukommt. Verschiedenen Verlautbarungen zufolge ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Apollo auch in Europa einen ersten Abschluss mit einem Erstausrüstungskunden zeichnet. Es werde zwar auch Absätze der Marke Vredestein über den neuen Autohauskanal geben, nur sei dies nicht das Ziel der strategischen Neuausrichtung im Vertrieb. Vredestein sei und bleibe die „Premiummarke für den Reifenfachhandel“, so Lutz weiter. Für Apollo Vredestein gilt beim Autohaus, was auch andernorts gilt: Man will das Geschäft lang-


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sam, dafür aber kontinuierlich und vor allem nachhaltig entwickeln. Das Autohausgeschäft sei für die deutsche Organisation komplett neu, erläutert Lutz, weswegen man sich zunächst einmal das Know-how sowie das notwendige Netzwerk aufbauen müsse. Unter einem nennenswerten Absatzdruck sehen sich die Verantwortlichen in Vallendar indes nicht. Die Entscheidung, sich in Zukunft intensiver um den Autohauskanal zu kümmern, sei jedenfalls nicht durch freie Kapazitäten in der Produktionsstätte im niederländischen Enschede oder „die Marktsituation 2013“ bedingt gewesen. Die Fabrik in Enschede produziert mit rund 5,5 Millionen Pkw- und 500.000 Landwirtschaftsreifen am Limit. Der deutsche Markt ist dabei so etwas wie ein Testballon für den indisch-niederländischen Reifenhersteller; läuft das Autohausgeschäft hierzulande gut, sollte dieser Kanal wohl auch auf anderen Märkten verstärkt angegangen werden. Gerade was die Marke Apollo betrifft, wird sich in naher Zukunft noch Weiteres ändern bzw. weiterentwickeln. Nachdem das Unternehmen in diesem Herbst bereits die Reifenmarke Maloya mit einem neuen Ganzjahresreifen wiederbelebt hat, soll auch für Apollo demnächst ein Ganzjahresreifen folgen. Das Unternehmen will seine Präsenz auf diesem gerade in Deutschland so wichtigen Wachstumsmarkt weiter ausbauen. Eine noch weiter reichende Änderung wird die Einführung von Apollo-Lkw-Reifen in Deutschland und darüber hinaus sein.

Wie Michael Lutz erläutert, seien diese ab dem 1. Januar hierzulande erhältlich. Apollo Tyres zählt in Indien zwar zu den Newcomern bei radialen Lkw-Reifen, hat man doch erst vor einigen Jahren mit der Produktion begonnen. Dennoch hat sich Apollo Tyres auf seinem Heimatmarkt bereits den Titel als Marktführer bei Lkw-Reifen erarbeitet. Das Sortiment besteht Lutz zufolge zunächst aus zwölf Größen für Standardanwendungen; auch 17,5 Zoll große Reifen werden dabei sein, allesamt aus indischer Produktion. Neben Deutschland sollen Apollo-Lkw-Reifen im neuen Jahr auch in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Österreich eingeführt werden. Diese schrittweise Markteinführung habe auch schon bei Apollo-Pkw-Reifen funktioniert. In einem zweiten Schritt sollen dann weitere Märkte folgen. Damit das Lkw-Reifengeschäft in Deutschland vernünftig in Gang kommt, wird Michael Lutz ab dem 1. Februar einen eigenen Key-Account-Manager für Lkw-Reifen in seinem Vertriebsteam haben. Auch beim Geschäft mit Lkw-Reifen soll gelten, was beim Geschäft mit Pkw-Reifen gilt: die Orientierung auf den Fachhandel. Dieser soll dabei gestärkt werden, betont der Geschäftsführer weiter. Deswegen wolle man auch kein direktes Flottengeschäft angehen, wie dies viele andere Hersteller tun. Man muss dabei natürlich hinzufügen, dass Apollo Vredestein – anders als einige seiner großen Wettbewerber – nicht über einen eigenen Vertriebskanal bzw. eine industrienahe Reifenhandelsorganisation verfü-

gen kann, die den dann im direkten Flottengeschäft notwendig werdenden Service beim Flottenkunden erbringen könnte. Den Einstieg in das Geschäft mit Lkw-Reifen werde man dabei über bestehende Kunden suchen – dies liege nahe, soll aber neue Geschäftsbeziehungen natürlich nicht verhindern. Die Organisation der deutschen Apollo Vredestein GmbH ist in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen. Zum Ende des Jahres hin zählt Michael Lutz insgesamt 43 Mitarbeiter, 27 davon arbeiten demnach im Innendienst. Erst diesen Herbst hatte das Unternehmen am Sitz in Vallendar zusätzlich zu den zwei belegten Etagen eine dritte Etage hinzugemietet, zu eng waren im Laufe der Jahre die Räumlichkeiten für das stetig wachsende Team geworden. Apollo Vredestein verfügt jetzt über rund 700 m² Bürofläche, wozu seit Neuestem auch ein großzügiger, modern ausgestatteter Schulungsraum gehört. Neben dem Innendienst sind aktuell 16 Außendienstler unter der Apollo-Vredestein-Flagge in Deutschland unterwegs – wie gesagt: Tendenz weiter steigend. Mit dem neuen Jahr wird sich ebenfalls der Logistikdienstleister für Apollo Vredestein in Deutschland ändern. Das bestehende Lager in Eppertshausen südlich von Frankfurt wird derzeit vom branchenbekannten Kontraktlogistiker Fiege übernommen, der dann in Zukunft auch Apollo-Vredestein-Partner sein wird. arno.borchers@reifenpresse.de

Die deutsche Apollo Vredestein GmbH verfügt seit Kurzem über deutlich erweiterte Räumlichkeiten am Standort in Vallendar, im Bild: das Innendienstteam für Pkw-Reifen

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JAHRESRÜCKBLICK Neue Reifenzeitung 12/2013

2013? Na ja! Rückblick auf ein irgendwie verkorkstes Reifenjahr Eigentlich versteht sich der Verfasser dieses Rückblicks ja als positiv denkender Mensch, als einer, der zuerst das Gute benennt und möglicherweise erst danach etwas zu bedenken gibt. Es geht ihm ja auch ganz gut, auch in der Reifenbranche. Dass die „13“ in der Jahreszahl vorkommt und die ja bekanntlich mit Ungemach behaftet sein soll, wischt er weg, zählt wie ein kleines Kind mit den Fingern angefangen beim Jahr 2000 nach und kommt auf 14. Und doch: Zu alledem was im Rückblick auf 2013 zum jetzigen Zeitpunkt so einfällt gesellt sich immer sofort „ein Aber“. Irgendwie sind zu viele Haare in zu wenig Suppe. Wer die folgenden Zeilen liest, möge berücksichtigen: Hier gibt bei seinem Rundumschlag von der großen Reifenwelt über die europäische Ebene bis hin zum deutschen Reifenmarkt nicht nur ein Optimist seine Sicht der Dinge zum Besten, sondern auch einer, der nicht frei ist von einem gewissen Hang zum Zynismus.

Global – Banal? So manches in unserer Branche erweist sich als recht simpel, wenn man einmal genauer drüber nachdenkt und sieht: Letzten Endes haben wir es immer wieder mit handelnden Menschen, ihren Stärken wie Begeisterungsfähigkeit, kluges Taktieren, Geduld, Empathie, aber auch ihren Fehlern wie Eitelkeit, Ignoranz, Größenwahn, Borniertheit zu tun. Manches wird auch erst in der Rückschau verständlich. In eher unregelmäßigen Abständen fühlt sich irgendein Führer von einer der großen Reifenindustrieunternehmungen – jeder ist mal dran – berufen, der anstehenden Konsolidierung der Branche das Wort reden zu wollen. Jede Wette: Der Journalist fällt drauf rein und wittert hier einen Deal, wägt dort Potenziale ab, ist ihm doch erst jüngst das dann doch nicht weiter verfolgte Gerücht zugetragen worden … Ach! Wer soll denn bitte schön mit wem? Einerseits geht es nicht nur dem Redakteur dieser Zeitschrift gut, sondern auch den großen Herstellern. Von deren Renditen träumt man in anderen Branchen. Selbst der langjährige amerikanische Patient Goodyear steht auf seinem Heimatmarkt nicht mehr im tückischen Treibsand, sondern bekommt ein Gefühl von festem Boden und sieht auch in Europa Licht am Ende des Tunnels. Und dann wären da im Falle eines Falles ja noch die das

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Hohelied des Wettbewerbs singenden Kartellwächter. Mit seltsam krächzender Stimme, aber so viel verlangend, dass eine Elefantenhochzeit dann plötzlich doch keine so gute Idee zu sein scheint. Mit der in Angriff genommenen Akquisition Coopers durch Apollo wurde keine Konsolidierungswelle ausgelöst, der so teure Deal ist noch nicht einmal in trockenen Tüchern. Vielleicht sollten sich die Inder vor Zustandekommen ihres USAbenteuers auch mal bei den Japanern, Franzosen und Deutschen nach deren Erfahrungen erkundigen: Bridgestone mit Firestone, Michelin mit Uniroyal Goodrich, Continental mit General – sie eint, dass sie einen „damned long stony path“ zurückzulegen hatten. Okay: Hat jeweils zum guten Ende geführt. „Per aspera ad astra“ würde der schlaumeiernde Bildungsbürger sagen, der Kölner kann’s kürzer: „Et hätt noch emmer joot jejange“. Kein Abschweifen: Während sich Investoren und Fonds Hoffnung auf einen Reibach machen und auch der oberste Cooper-Chef auf mehr als 20 Millionen USDollar, murren die Arbeiter: die US-Gewerkschaften einerseits, die in einem fernen China-Werk andererseits. Kann ein indisch-holländisch-amerikanisch-chinesischer Einheitsbrei bekömmlich sein? Multikulti? Nicht mal innerhalb der westlichen Welt will das Zusammenführen zweier Unternehmenskulturen so recht gelingen. Wer wird im Good-


JAHRESRÜCKBLICK Neue Reifenzeitung 12/2013

Ob’s etwas wird mit der Apollo-Cooper-Ehe oder auch nicht, ist derzeit noch nicht abzusehen

year-Dunlop-Gespann wohl untergebuttert? Ein noch besseres Beispiel für schwer verständliches Gebaren: Was kann man von einem Erzkapitalisten „Morry“ Taylor erwarten, dem erspart geblieben wäre, im Kampf um eine bankrotte Reifenfirma Galaxy israelisch-indischen Konsorten zu unterliegen, wäre er in den 90er Jahren doch Präsident der Vereinigten Staaten geworden? „The Grizz“ wischt sich kurzerhand den Schaum vom Mund ob Niederlagen und verunglimpft dafür die französische Arbeiterschaft im Großraum Amiens um ein vor der Schließung stehendes Goodyear-Reifenwerk, sodass die jetzt ihrerseits schäumen. Denkbar, dass sie am Ende doch einlenken, zähneknirschend dann gewiss, aber nach dem Motto: lieber einen Arbeitsplatz unter einem rabaukenhaften US-Tycoon als gar kein Job. Taylor ist mit seinen fast 70 Jahren wenigstens noch ein echter Typ, davon gibt’s in der Reifenbranche nicht mehr viele. Der Mann geht durch die Wand, nimmt russischen Herstellern, die die Investitionen Pirellis vor Ort in Agrarreifen befürchten, deren Landwirtschafts- und Industriereifengeschäft ab und sieht auch noch einige weitere potenzielle Opfer in Europa.

Reifenlabel benötigen. Verbände und Hersteller sehen Chancen, predigen Vorteile. Da tauchen „Whistleblower“ (damit wäre auch dieses „gefühlte Wort des Jahres 2013“ untergebracht) in Form von Reifenverantwortlichen bei Automobilherstellern auf und winken ab. Das sei ein „Marketinggag“ des Ersatzgeschäftes, so richtig zur Sache ginge es doch nur bei OE-Homologationen, da würden ganz andere, selbstredend viel härtere Anforderungen gestellt. Ach so. Und überhaupt: Wenn einer mit „AA“ glänze, wisse man doch gleich, dass das über die Laufleistung erkauft worden sei. Au ja, hätte man auch selbst drauf kommen können. Schließlich haben uns die Techniker der Reifenindustrie jahrelang etwas vorgebetet von

Kontinental – Auch egal! Wo wir gerade bei Europa sind. Die Brüsseler Behörden haben sich von Reifenflüsterern aus Hannover und Clermont-Ferrand überzeugen lassen, dass wir ein

Morry Taylor ist mit seinen fast 70 Jahren wenigstens noch ein echter Typ, davon gibt’s in der Reifenbranche nicht mehr viele

Kompromissen, die sie eingehen müssten, Zielkonflikten und Physik, die man nun einmal nicht überlisten könne, und dem magischen Dreieck aus Nasshaftung, Rollwiderstand und Laufleistung. Und die reifentestenden Zeitschriften sind auch schon auf den Trichter gekommen und lassen bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse die offiziellen Labelwerte gleich weg. „Stimmen sowieso nicht“, sagt einer ihrer anerkannt besten Fahrer, „hinten und vorne nicht.“ Dass das Label, so wie es eingeführt wurde, nicht auf den Winterreifen gemünzt ist, das haben wir ja nun begriffen. So richtig interessiert sich der Verbraucher aber auch nicht für das Label, wenn er Sommerreifen kaufen soll. Im Reifenhandel selbst winkt auch schon manch einer ab und kehrt zurück zum lieben Preisargument oder zu alten Beratungsmustern. Die Branche hat aktuell eine zweite Chance und die Brüsseler Bürokraten auch. Lernen wir aus gemachten Fehlern und fangen’s bei der Winterkennzeichnung besser an. Das alte „M+S“ war schon immer ein „Muster ohne Wert“, Schwamm drüber. Da kommt das „Three-Peak-Mountain-Snow-Flake“-Symbol gerade recht. Ja, aber: Bei Nutzfahrzeugreifen sieht die Welt doch ganz anders aus als bei solchen für Pkw. Grrrr … Kriegt unsere Reifenbranche denn gar nichts auf die Reihe, was man mal als rundum gelungen bezeichnen könnte. Vielleicht kommt ja mal wieder jemand auf die Idee, dass 1,6 Millimeter Profiltiefe nicht ausreichend seien. Zwei, drei, vier Millimeter, je mehr, desto sicherer. Bei verschneiter, bei nasser Straße.

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JAHRESRÜCKBLICK Neue Reifenzeitung 12/2013

Ach, Slicks sind wahre Rollwiderstandswun- mal gar nicht. Wem gar nichts anderes mehr der, das kommt der Umwelt zugute. Wie einfällt, der kann ja immer noch an die Reikonnte man das vergessen?! fenindustrie bzw. deren Handelsketten verkaufen. Dann kann es sogar passieren, dass National – Fatal? sich im unerbittlichen Zwist verfangene Familienstämme wie die aus Landshut plötzDie deutsche Reifenhandelslandschaft sei lich unter gemeinsamem Dach wiederfinüberbesetzt, künden Marktkenner. Zumal es den. irgendwann aufgrund von zunehmender UrAls der Film des Jahres 2013 für den banisierung, geänderter Interessenlagen deutschen Reifenhandel begann, stand da der jungen Generation oder demografischer am Eingang des Kinos „Leben und sterben Entwicklungen weniger Autos auf deut- lassen“ oder „Man lebt nur zweimal“ (so schen Straßen geben und dann auch der Er- zwei Bond-Titel)? Oder leben Todgesagte satzbedarf schrumpfen wird. Vor allem im doch länger, wie es sprichwörtlich heißt? Ist Großhandel sei der Überbesatz frappierend die Lage vielleicht besser als die Stimund stünde Marktbereinigung an. Klagen mung? Bedeutet der Austritt von Helm und über eine wirtschaftlich bedrohliche Situati- RTC schon automatisch, dass die älteste beon von Reifeneinzel- und -großhändlern al- stehende Reifenhandelskooperation – gelerorten. Haben wir da was verpasst? Wo gründet 1978 – dahingerafft wird? Oder sind 2013 denn Händler kollabiert? Schock- droht der Team-Exitus erst bei weiterem wellen haben den deutschen Reifenmarkt Aderlass? Kehren wir zum Ausgangspunkt jedenfalls 2013 nicht heimgesucht. Geht es zurück, der Verfasser ist Optimist. Na dann: den Händlern immer noch zu gut? Jammern sie auf hohem Niveau? Haben sie in fetten Jahren derart dicke Polster angesetzt, dass Ihr sie noch lange davon zehren können? Keine Ahnung! Krise der Kooperationen, ein Geschäftsmodell, das sich überdauert hat. Das gilt natürlich immer für die anderen, grundsätzlich allerdings nicht und für einen selber schon

Alles Gute für 2014!

Detlef Vogt

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LANDWIRTSCHAFTSREIFEN/AGRITECHNICA Neue Reifenzeitung 12/2013

Innovationen im Dienste der Landwirte Michelin sieht auf die Bedürfnisse von Kunden und Märkten Der Bereich Landwirtschaftsreifen bei Michelin pflegt mehr denn je eine enge Verbindung zu den Herstellern von landwirtschaftlichen Maschinen, um den Anforderungen der Landwirte von heute gerecht zu werden und deren künftige Bedürfnisse vorwegzunehmen. Dabei verstehen sich die Franzosen als Technologieführer – nicht nur als Lieferant von Reifen für größte und anspruchsvollste Maschinen, so Emmanuel Ladent, Direktor der Produktlinie Landwirtschaftsreifen weltweit, im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Agritechnica.

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nd Jean-Paul Gauthier, verantwortlich für Forschung und Entwicklung, konkretisiert gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG an zwei Beispielen: So steht Michelin neuen Ansätzen wie zum Beispiel der Verwendung von Gummilaufketten statt Reifen durchaus offen gegen-

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über, man fühle sich trotz der 124 Jahre währenden glorreichen Historie als Hersteller von Reifen nicht primär diesem Produkt verpflichtet, sondern der Mobilität. Und wie zum Beweis präsentiert Philippe Guillaume als Michelin-Presseverantwortlicher die Ergebnisse eines im Sommer 2012 durchgeführten unabhängigen Vergleichstests beider „Systeme“, bei dem sich ein mit „IF“ (Improved Flexion) gekennzeichneter Reifen mit

1,4 bar Luftdruck gegen den Einsatz einer Kette auf einer Erntemaschine hinsichtlich Bodenverdichtung durchgesetzt hat: mit um neun Prozent besseren Werten bei weichem Untergrund. Das zweite von Gauthier präsentierte Beispiel: Ob in Europa hergestellte (in drei Michelin-Werken in Polen, Frankreich und Spanien) und für Europa konzipierte Reifen auch in China funktionieren, könne man auf-


LANDWIRTSCHAFTSREIFEN/AGRITECHNICA Neue Reifenzeitung 12/2013

dukt anbieten zu können und hat deshalb im Rahmen der Agritechnica zwei neue Reifen vorgestellt: den SprayBib jetzt auch in der Größe VF420/95 R50 mit den hauseigenen „Ultraflex Technologies“ für Feldspritzen und als völlig neues Produkt den BibLoad Hard Surface, eine neue Produktreihe für Teleskop- und Kompaktlader. Ferner wurde auf der Fachmesse voller Stolz mit dem AxioBib IF900/65 R46 der gemessen am Luftvolumen größte Reifen der Welt für Traktoren präsentiert. Der New Holland T9 und die neue Serie 11 von Deutz-Fahr standen auf der Messe bereits ausgerüstet mit dem (reifenseitigen) Giganten der Landwirtschaft. Emmanuel Ladent, Michelin-Direktor der Produkt- Auch Krone hat angekündigt, dass seine linie Landwirtschaftsreifen weltweit nächste Häckslergeneration mit einer Motorleistung von über 1.100 PS diesen Pneu grund gemachter Erfahrungen (zum Bei- einsetzen will. spiel in den Märkten Brasilien/Nordamerika) eher bezweifeln. Man habe erst im August BibLoad Hard Surface 2013 die ersten Landwirtschaftsreifen im so vielversprechenden gigantisch großen Teleskop- und Kompaktlader kommen in Markt China verkauft und das mit Praxisde- landwirtschaftlichen Betrieben heute immer monstrationen unterfüttert, um den chinesi- häufiger zum Einsatz. Die Größe der Betrieschen Verbrauchern die Überlegenheit mo- be wächst rasant an, sodass diese Geräte derner Radialreifen der Marke Michelin zu länger auf Straßen und geteerten Hoffläbeweisen und den Nutzen, den die Reifen chen zum Einsatz kommen. Als Folge nimmt bei richtiger Verwendung stiften können. Es die durchschnittliche Zeit, in der ein Landdauere wohl noch einige Jahre, bis Miche- wirt auf harten Flächen arbeitet, zu. In vielen lin Landwirtschaftsreifen in China herstelle, Fällen kann diese mehr als 50 Prozent der so Gauthier auf konkrete Nachfrage. Ande- Arbeitszeit ausmachen. Um den veränderrerseits ist es Michelin-Philosophie, erst ein- ten Einsatzbereichen und der zunehmenmal einen und eben auch den chinesischen den Technisierung der Landwirtschaft gerecht zu werden, hat Michelin eine neue ReiMarkt wirklich zu verstehen, zu lernen. „Lernen zu wollen“ ist auch ein Aspekt, fenfamilie entwickelt, die genau diese Kriteauf den Ladent im Rahmen seiner Präsen- rien berücksichtigen soll: den Radialreifen tation eingeht und verweist auf zwei Kon- BibLoad Hard Surface. Für die Entwicklung dieser Produktreihe zeptreifen, die erste Lösungsansätze für die Mobilität in der Landwirtschaft von morgen haben die Michelin-Ingenieure zahlreiche und übermorgen zeigen: Neben innovativen Praxistests durchgeführt. Mehrere Dutzend Reifenprofilen geht es hierbei um den „intel- landwirtschaftliche Betriebe in Frankreich, ligenten“ Reifen – wie zum Beispiel den Deutschland und Russland waren daran mit Concept QR Code (beide Ansätze wird die ihren realen Einsatzbedingungen beteiligt. NEUE REIFENZEITUNG im Rahmen ihrer Dabei statteten die Entwickler die TeleskopJanuar-Berichterstattung über Landwirt- und Kompaktlader mit Systemen zur Aufzeichnung von GPS-Daten aus. Auf diese schaftsreifen erneut aufgreifen). Weise konnten sie die Einsatzbedingungen Neues bringen, Bewährtes exakt analysieren und anhand der Nutergänzen, in neue Dimensio- zungsprofile ideale Spezifikationen festlenen vordringen gen. So stellten sie fest, dass zum Arbeitsalltag der Geräte häufige Richtungswechsel 2014 erweitert Michelin erst einmal sein Rei- bzw. Seitwärts-, Längs- und Querbewegunfenangebot erneut, um für möglichst alle er- gen auf harten, schmierigen und sogar verdenklichen landwirtschaftlichen Anwendun- schneiten Flächen gehören. Michelin hat gen und Einsatzbereiche das passende Pro- deshalb ein neuartiges Profil entwickelt, das

an diese häufigen Richtungswechsel im Betrieb angepasst ist. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Robustheit der Reifenflanken. Der BibLoad Hard Surface ist der erste Reifen mit einem Profil, dessen Gummistollen an einen Diamanten mit angeschrägten Facetten erinnert. Ihre Formgebung mit jeweils sechs unterschiedlichen Stollenkanten verleihe dem Gummiblock mehr Steifigkeit unabhängig von der Profiltiefe, heißt es. Die bis zum Profilgrund angelegten Fasen können die bei Seitwärtsbewegungen auf die Karkasslage einwirkenden Kräfte besser verteilen. Außerdem erleichtern sie die Selbstreinigung des Reifenprofils. Im Vergleich zur Reifenfamilie XMCL, die für Arbeiten auf lockerem Boden geeignet ist, verfügen die neuen Reifen der Reihe BibLoad Hard Surface über deutlich weniger Zwischenräume zwischen den Stollen. Der sogenannte Negativprofilanteil beträgt 50 Prozent (XMCL: 70 Prozent). Dies erhöht die Laufruhe, den Fahrkomfort und die Lebensdauer. Für den BibLoad Hard Surface verspricht der Hersteller hohe Langlebigkeit dank einer optimierten Aufstandsfläche, dadurch geringere Betriebskosten pro Stunde als bei herkömmlichen Agroindustriereifen, größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Verletzungen dank verstärkter Flanken und hohen Komfort und Stabilität dank der steifen Profilstruktur. Die neue Produktreihe startet 2014 mit den Dimensionen 400/70 R20 und 460/70 R24, weitere Größen sind in Vorbereitung und werden im Lauf der Jahre 2014 und 2015 erhältlich sein.

SprayBib jetzt auch in der Dimension VF420/95 R50 Mit dem neuen SprayBib in der Dimension VF420/95 R50 sollen neue Maßstäbe bei Pflegereifen gesetzt werden, so bietet die 95er-Serie mehr Sicherheit und Stabilität für die Nutzer von Feldspritzen und Pflegegeräten, deren Größe im Zuge der wachsenden Technisierung der Landwirtschaft stetig zunimmt. Diese Entwicklung geht auf die immer anspruchsvolleren Leistungsanforderungen in puncto Produktivitätszahlen, Geschwindigkeiten und Tragfähigkeit zurück. Die Tanks künftiger Gerätegenerationen können über 4.500 Liter fassen. Nur eine Bereifung mit einem Höhen-Breiten-Verhält-

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LANDWIRTSCHAFTSREIFEN/AGRITECHNICA Neue Reifenzeitung 12/2013

nis kleiner oder gleich 95 könne optimale Stabilität bieten, insbesondere bei einem hohen Tempo von bis zu 65 Kilometern in der Stunde, sofern laut Straßenverkehrsordnung der jeweiligen Länder zulässig, heißt es bei Michelin. Zusätzlich zur hohen Sicherheit bietet der SprayBib den Landwirten die Vorteile der Ultraflex Technologies: Als Reifen mit VF-Kennzeichnung (very high flexion, also sehr hohe Einfederung) schont der neue Pflegereifen den Boden, indem er weniger Bodendruck erzeugt. Zudem verteilt sich der Bodendruck gleichmäßig dank der großen Aufstandsfläche. Beispiel: Bei einem Tragfähigkeitsindex von 177 (entspricht 7.300 Kilogramm) benötigt ein Reifen in IFBauart einen Betriebsfülldruck von 4,8 bar. Dank der Ultraflex Technologies in VF-Bauart lässt sich der SprayBib VF420/95 R50 bereits mit einem Fülldruck von 3,6 bar auf dem Feld nutzen. Dass der Landwirt den Fülldruck senken kann, verschafft ihm einen entscheidenden Vorteil: Er kann so bereits zu einem früheren Zeitpunkt am Ende des Winters und auch bei schwierigen Bodenverhältnissen das Feld bearbeiten, ohne Ertragseinbußen zu befürchten. Nach der Markteinführung des SprayBib VF380/90 R46 im Jahr 2011 kommt die neue Größe 2014 in den Handel. Michelin hat diese am Markt bisher einzigartige Dimension in enger Zusammenarbeit mit John Deere entwickelt.

Der AxioBib IF900/65 R46 war auf dem Messestand von New Holland auf dem T9 montiert

AxioBib IF900/65 R46 Eine Breite von 900 Millimetern, ein Durchmesser von 2,32 Metern, eine Tragfähigkeit von 10.600 Kilogramm je Reifen und Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h, sofern laut Straßenverkehrsordnung der jeweiligen Länder zulässig, schränkt Michelin ein: Mit

dem AxioBib IF900/65 R46 wurde der gemessen am Luftvolumen größte Traktorreifen der Welt auf der Agritechnica gezeigt (diese Reifengröße bietet als zweiter Hersteller Trelleborg). Als Weltmarktführer von Radialreifen für die Landwirtschaft brachte die Michelin-Gruppe bereits 1999 den ersten Landwirtschaftsreifen mit einem Durchmesser von 2,05 Metern auf den Markt. Außerdem stellte das Unternehmen 2003 die Ultraflex Technologies vor. 2006 setzte der französische Hersteller mit der Einführung des ersten landwirtschaftlichen Reifens mit einem Durchmesser von 2,15 Metern erneut Maßstäbe, wobei große Reifendimensionen stets einhergehen mit fortschrittlichen technischen Lösungen. Der AxioBib IF 900/65 R46 nutzt alle Vorteile der Ultraflex Technologies. Bei einem Betriebsfülldruck von nur 0,8 bar erzielt er eine besonders lange Aufstandsfläche. Der Auflagedruck verteilt sich auf diese große Fläche, der Boden verdichtet sich weniger als bei Reifen ohne Ultraflex Technologies. detlef.vogt@reifenpresse.de

Völlig neues Profilmuster beim BibLoad Hard Surface

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Eine Kraft, gewachsen aus den Anforderungen professioneller Anwender: Ausgezeichnete Traktion, optimale Verschleißfestigkeit; stich- und schlagfeste Gummimischung; multilayer Stahlgürtel Karkasse für ein extrem langes Reifenleben; geringerer Kraftstoffverbrauch. Die Earthmax-Serie verkörpert die optimale Kombination der BKT-Radialtechnik für industrielle und OTR-Anwendungen eine wertvolle Wahl, entwickelt um den speziellen Anforderungen professioneller Nutzer gerecht zu werden. BKT Industrie- und OTR-Reifen: Innovative Lösungen mit einer der vielseitigsten und wettbewerbsfähigsten Produktpaletten auf dem Markt.

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Premiumqualität zu wettbewerbsfähigen Preisen Aus Alliance wird immer mehr die Alliance Tire Group ATG

Man gebe eigens zur Agritechnica eine Pressekonferenz, um sich zu präsentieren, um zu zeigen, wer man sei, so der Chief Executive Officer der Alliance Tire Group (ATG) Yogesh Mahansaria auf dem Messestand gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Man gehe überall dorthin, wo Landwirtschaft betrieben wird. Immer mehr Menschen leben auf der Welt, und der von ihm geführte Reifenhersteller wolle einen Beitrag dazu leisten, dass diese Menschen auch satt werden können. oderne Landwirtschaftsreifen können dazu beitragen, dass die landwirtschaftlichen Erträge steigen. Auf die Frage, ob denn die ATG-Hauptmarke Alliance Premiumcha-

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ein schnellfahrendes Fahrzeug (wie auf der Agritechnica ausgestellt) im landwirtschaftlichen Einsatz Reifen benötigt, dann stellt sich Alliance der Aufgabe, in diesem Falle mit Reifen, die den Speedindex „E“ tragen. Es gebe durchaus ungewöhnliche Anwendungen, bei denen es außer Alliance keinen Wettbewerber gebe, der eine adäquate Lösung habe. Hinzu kommt der Faktor Zeit: Alliance hat die Entwicklungskompetenz, nicht nur Problemlösungen zu bieten, sondern sie schnell zu bieten.

In der Gruppe stark ATG-CEO Yogesh Mahansaria rakter habe und damit in herausragender Weise die Bedürfnisse der Menschen und der Landwirtschaft betreibenden Betriebe erfülle, weiß Mahansaria eine passende Antwort: Man biete den Reifenhändlern und Landwirten ein Produkt von Premiumqualität, das es ihnen erlaube, gutes Geld zu verdienen, mithin: „Premiumqualität zu wettbewerbsfähigen Preisen“. Das ATG-Streben zielt auf Lösungen für alle erdenklichen Anforderungen in der Landwirtschaft. Wenn Mercedes-Benz für

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Mit der Übernahme von GPX vor etwa vier Jahren in Nordamerika ist aus Alliance eine Gruppe geworden, mit mehreren Marken, mit noch mehr Einsätzen, mit einem noch breiteren Produktportfolio und mit noch weiter verbreiteter Präsenz. Im Jahre 2012 hat die ATG 525 Millionen US-Dollar umgesetzt (2013 werden 575 Millionen erwartet), der Sprung um das Zweieinhalbfache seit 2007 (197 Millionen USDollar) ist auch der Akquisition geschuldet. Der Anbieter von Landwirtschafts- (steht für 60 Prozent vom Umsatz), Baumaschinen-

(31 Prozent) und Forstreifen (acht Prozent) setzt 82 Prozent in den etwa 120 Ländern, in denen Alliance vertreten ist, im Ersatzgeschäft ab. Das Unternehmen ist äußerst exportorientiert: Auf Europa entfallen 48 Prozent aller Umsätze, auf Nordamerika 40 Prozent. Die Hauptmarke ist Alliance mit einem Anteil von 62 Prozent, Galaxy steht für 22 und Primex für neun Prozent. Das indisch-israelische Unternehmen – seit einigen Monaten mehrheitlich in der Hand der Private-Equity-Firma KKR und unter der industriellen Führung des Minderheitsgesellschafters, der Familie Mahansaria – beliefert alle wesentlichen Fahrzeughersteller in den Segmenten, in denen es aktiv ist. Entwicklungszentren sind außer in Israel und Indien auch in den USA und Südafrika. Während der Standort Hadera in Israel die technologische Basis für höchst anspruchsvolle Produkte ist, sorgen die gleichwohl noch sehr jungen und daher auch modernen indischen Fabriken Tirunelveli (seit 2009 in Betrieb) und brandneu Dahej (erreicht Vollauslastung erst Ende 2014) für Wettbewerbsfähigkeit. Insgesamt wird für das Jahr 2015 eine Gruppenkapazität von 175.000 Tonnen anvisiert. Womit wir bei den Zielen wären: Man wolle weltweit zu den drei großen Anbietern im Segment der Landwirtschafts-, Baumaschinen- und Forstreifen gehören und strebe in Bereichen wie EM, Hafen oder Minen


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eine starke Präsenz an. Wenn alle mittelfristigen Wachstumsziele erreicht werden, steht für das Jahr 2017 ein Umsatzvolumen von einer Milliarde US-Dollar in der Bilanz. In Deutschland hat die Marke Alliance seit etwa vier Jahrzehnten eine feste Bindung mit dem spezialisierten Reifengroßhändler und Marktführer in diesem Segment Bohnenkamp. Mit der GPX-Akquisition galt es auch Partner für die beiden neuen Marken zu finden: Für Galaxy ist dies Starco, für Primex Kock & Sohn. Im Die IF-Technologie hat auch bei Alliance Einzug gehalten, beispielsweihiesigen Flotationradialreifenmarkt se wie hier auf dem Agriflex 363 sieht Alliance für sich einen überragenden Marktanteil in Sphären von 35 bis 40 Prozent, bei Erntereifen von immerhin 30 Prozent. Der Marktanteil Schlepperreifen wird mit zehn Prozent beziffert, soll – so das ambitionierte Ziel – allerdings in nur zwei bis drei Jahren verdoppelt werden.

Produktvielfalt Für jeden erdenklichen Einsatz soll es ATG-Reifen geben, verspricht Mahansaria und drückt aufs Tempo: 120 neuartige verschiedene Reifentypen soll es geben, das wären alle drei Tage ein neues Produkt. Und einige davon hatte das Unternehmen zur Agritechnica mitgebracht und ausgestellt. Ein Flotationreifen, mit dem eine Geschwindigkeit von 100 km/h auf der Straße recht komfortabel möglich ist, der aber auch auf dem Feld funktioniert und genügend Traktion bzw. Selbstreinigungskräfte hat, stand nicht einmal auf der Entwicklungsagenda von Reifenherstellern, Alliance hat ihn und Yogesh Mahansaria zeigt sich stolz: Der 396 MPT High Speed ist für landwirtschaftliche Lkw und Spritzen oder Streuer vorgesehen: In 445/65 R22.5, 600/50 R22.5 sowie 445/70 R24 ist er bereits verfügbar, in 620/40 R22.5, 700/40 R22.5 750/45 R22.5 und 495/70 R24 ist er in der Entwicklung. Ebenfalls in die Kategorie der Flotationreifen gehört der 393 AgriTransport, der auf der erfolgreichen Serie 390 fußt. Verfügbar in 30.5 LR32 (900/65 R32), bietet sich diese Weiterentwicklung mit textiler Karkasse und Stahlgürteln für Getreidewagen und Güllefässer an.

Wer als Anbieter von Landwirtschaftsreifen zur Spitzengruppe gerechnet werden will, der verfügt auch über die IF-Technologie (Improved Flexion) für Schlepper und Erntemaschinen. Der Alliance-Reifentyp Agriflex 363 wird in der Ausführung IF 380/90 R46 offeriert, ist auf Geschwindigkeiten bis 65 km/h ausgelegt und kann außer auf (Pflegereifen-)Traktoren auch auf gezogenen und selbstfahrenden Spritzen montiert werden. Den Agriflex 372 für 2-WD- und 4-WDTraktoren gibt es bereits in den Größen IF 420/85 R28, IF 600/70 R28, IF 600/70 R30 und IF 800/70 R38, in Vorbereitung ist 710/70 R42. Für landwirtschaftliche Traktoren, Erntemaschinen, gezogene und selbstangetriebene Spritzen ist der Dritte im Bunde der neuen IF-Reifentypen mit 20 Plus beim Einfederungsverhalten der Agriflex 354, bereits verfügbar sind IF 320/105 R46, IF 380/90 R46 und IF 480/80 R50, gleich mehrere Größen befinden sich „in der Pipeline“. Dass auch die anderen Marken gepflegt werden, sei am neue Galaxy-Reifentyp „Garden Pro Radial“ belegt, der erste Reifen speziell für die Vorderachse von kleineren Traktoren mit einem Multifunktionsdesign, passend für leichte Einsätze der Traktoren im Grasland bzw. auf dem Rasen, aber beispielsweise auch in Weinbergen. Eine Antwort auf Reifen, die aus Sicht von Mahansaria bei diesen Anwendungen überpreist sind. Mahansaria ist ein Mann, der mit beiden Füßen fest im Landwirtschaftsreifenmarkt steht, der die Produkte, die unter seiner Ägide entwickelt werden, förmlich „lebt“. detlef.vogt@reifenpresse.de

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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Künftig zwei Agrarreifenmarken des Bridgestone-Konzerns

Auf künftigen europäischen Landwirtschaftsreifenmessen wird man die beiden Marken Bridgestone und Firestone nebeneinander finden

Lothar Schmitt, Direktor Landwirtschafts- und Off-The-Road-Reifen bei Bridgestone Europe NV/SA in Zaventem (Belgien), hat im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Agritechnica in Hannover die Ausweitung der Mehrmarkenstrategie und die Markteinführung von Landwirtschaftsreifen der Marke Bridgestone in Europa angekündigt. Die im Landwirtschaftsreifenmarkt bestens eingeführte Marke Firestone werde die Hauptmarke bleiben. Auch soll das Firestone-Programm das umfangreichere bleiben; die Marke Bridgestone werde sich bei den wenigen zu erwartenden Überschneidungen als diejenige präsentieren, die das eine oder andere Feature mehr hat. Eine Einführung der Marke Bridgestone auf außereuropäischen Märkten stehe derzeit und wohl auch auf absehbare Zeit nicht auf der Agenda.

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andwirtschaftsreifen von Bridgestone zielen auf das wachsende Spitzensegment des europäischen Marktes ab und sollen die speziellen Anforderungen der größten, leistungsstärksten Landwirtschaftsfahrzeuge und -maschinen erfüllen. Die ersten in Europa und für Europa entwickelten (bei Rom) und hergestellten (in Spanien) Reifen – selbstredend ausschließlich in radialer Bauart – befinden sich bereits in der Erprobung bei Kunden. Bridgestone plant, im Mai 2014 während der internationalen Messe „Reifen“ in Essen das erste Produkt der neuen Landwirtschaftsreifenmarke vorzustellen. Innerhalb der zweiten Jahreshälfte soll das Produkt dann europaweit auf dem Markt erhältlich sein.

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Mehrmarkenkonzept Entsprechend der Mehrmarkenstrategie von Bridgestone wird das neue Sortiment das bisherige Geschäft mit Firestone-Landwirtschaftsreifen ergänzen. Firestone hat in den letzten Jahren massiv in die Erneuerung seines Produktportfolios für Europa investiert, dabei sowie dadurch eine stärkere Position auf dem europäischen Markt erobert und die Qualitäten der Marke Firestone in unabhängigen Tests unter Beweis stellen können. Da sich Bridgestone auf die größten Fahrzeuge und Maschinen im Spitzensegment des Marktes konzentriert, dürften Überschneidungen zwischen beiden Marken hinsichtlich Größen und Standards sehr weitgehend vermieden werden. „Die Marken Bridgestone und Firestone weisen unterschiedliche Stär-


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ken und Merkmale auf. Zusammen können sie Landwirten im Rahmen unseres Mehrmarkenkonzepts in allen Segmenten optimale Lösungen bieten“, so Lothar Schmitt.

Bridgestone engagiert sich für nachhaltige Landwirtschaft

Landwirtschaft im Wandel

Die Mission der japanischen Bridgestone Corporation hat sich nicht verändert, seit sie vom Firmengründer Shojiro Ishibashi 1931 erstmals formuliert wurde: „Der Gesellschaft mit höchster Qualität dienen.“ Das Unternehmen ist bestrebt, diese Mission jeden Tag zu erfüllen, indem es seinen Kunden nicht nur Produkte und Dienstleistungen mit Weltklasseniveau bietet, Das künftige Logo einer künftigen Premiummarke im Farmsektor sondern auch gesellschaftliche Gruppen unterstützt und zum Erhalt ei- manager der Commercial Business Unit bei ner nachhaltigen Umwelt für die derzeitigen Bridgestone Europe. Ebenso auf der Agriund kommenden Generationen beiträgt. Ei- technica gezeigt wurden die bewährten Reine ganz natürliche Folge dieses Engage- fentypen Duraforce Utility in der Größe ments ist die Herstellung hochwertiger 500/70 R24 für Industrieeinsätze sowie der Landwirtschaftsreifen, die die Produktivität Maxi Traction IF in 800/70R38 mit geringesteigern und gleichzeitig Pflanzen und wert- rer Bodenverdichtung und mehr Effizienz vollen Mutterboden schonen sollen. Die für PS-starke Traktoren. Die überragende Anzahl der in Europa Landwirtschaftsreifensparte des Konzerns wird die enormen Entwicklungsressourcen angebotenen Landwirtschaftsreifentypen und zur Verfügung stehenden technologi- der Marke Firestone wurden in den letzten schen Ressourcen des Weltmarktführers Jahren im europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrum von Firestone in Itakünftig für zwei Marke nutzen. lien entworfen und getestet, sie werden (95 Neue Firestone-Landwirtaller hierzulande vermarkteten Firestoneschaftsreifen Landwirtschaftsreifen) in einem in den vergangenen Jahren technologisch ertüchtigIm Firestone-Bereich des Messestandes ten Spezialwerk für landwirtschaftliche Reihatte Bridgestone einige kürzlich im Markt fen in Spanien hergestellt. Diese Kapazitäeingeführte Reifentypen aus europäischer ten muss sich die Marke Firestone jetzt mit Produktion präsentiert, darunter den Pflege- Bridgestone teilen. detlef.vogt@reifenpresse.de reifen Performer in 270/95 R48 für Pflanzenschutzspritzen sowie den robusten Maxi Traction in 800/65 R32 für Erntemaschinen. „Mithilfe dieser Produkte können wir den Betreibern landwirtschaftlicher Maschinen sehr effiziente und langlebige Reifen bieten, die nicht nur ihre Betriebskosten reduzieren, sondern aufgrund der Bodenschonung und Kraftstoffeffizienz auch die Auswirkungen für die Umwelt gering halten“, so Harald Van Ooteghem, Senior-Marketing-

Die sich rasch wandelnde Agrarbranche stelle für das Unternehmen in Europa eine Chance dar, so Schmitt im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe nimmt immer mehr ab – gleichzeitig werden die verbleibenden immer größer. Ferner teilen sich häufig mehrere Betriebe Ressourcen und Ausstattung zur Maximierung ihrer Effizienz. Dabei nimmt der Umfang der Ausstattung ebenfalls zu, die zudem leistungsstärker und stärker spezialisiert ist. Diese Entwicklung des landwirtschaftlichen Sektors in Europa stellt Hersteller von Landwirtschaftsreifen vor die erhebliche Herausforderung, mit der Geschwindigkeit des Wandels Schritt zu halten. Als weltgrößter Hersteller von Reifen- und Gummierzeugnissen begegnet Bridgestone dieser Herausforderung mit einem zielorientierten Mehrmarkenproduktportfolio, das die Anforderungen aller Akteure der Agrarbranche erfüllen soll.

Lothar Schmitt, Direktor Landwirtschafts- und Off-The-Road-Reifen bei Bridgestone Europe

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Spektakuläres und Konventionelles Mitas ist etabliert, schaut aber auch über den Tellerrand Die tschechische Mitas a.s. (Prag), Mitglied der CGS Holding Group, stellt Industrie-, Motorrad-, selbst Flugzeugreifen her, ist aber vor allem als Produzent der beiden Eigenmarken Mitas und Cultor sowie in Lizenz (vorläufig bis 2019) der Marke Continental im Landwirtschaftsreifensegment – repräsentiert ca. 70 Prozent aller Mitas-Umsätze – einer der ganz großen Marktteilnehmer mit fünf Fabriken (drei in Tschechien, je eine in Serbien und den USA). Im Bereich der Agrarreifen ist Mitas in den letzten Jahren zu einem anerkannten Entwicklungspartner führender Fahrzeughersteller (OEMs) wie John Deere, AGCO/Fendt oder Case New Holland geworden.

Im Jahre 2013 haben zum Beispiel AGCO oder der italienische Traktorspezialist Carraro Agritalia die Qualität des Zulieferers gewürdigt. Und erst unlängst hat Krone Mitas mit einem Lieferantenaward in der Kategorie „Reifen“ bedacht. Das tschechische Unternehmen habe den Award in einem harten Wettbewerbsumfeld gewonnen, hieß es dazu vonseiten des Reifenherstellers. „Es ist für Mitas ein großer Erfolg, die hohe Qualität unserer Produkte und dazugehöriger Dienstleistungen entsprechend anerkannt zu bekommen“, kommentierte Gerhard Schulterobben, Vertriebsdirektor Deutschland für Mitas.

Das PneuTrac-Konzept wurde auf der Agritechnica auf einer 38-Zoll-Felge vorgestellt. Mitas hat bereits Tests auf einer 18-Zoll-Felge durchgeführt Man sei immer bestrebt, neueste Innovationen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, erklärte Hans-Ulrich Klose, Automotive Engineering & Product Management, gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG auf der Agritechnica und verwies auf das spektakulärste Ausstellungsstück auf dem Messestand: den „PneuTrac“.

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Revolution im Reifendesign Vor etwa zwei Jahren, berichtet Klose, sei man auf die Idee gekommen, die jeweiligen Vorteile von Gummibandlaufwerken und Luftreifen in einem Produkt zu bündeln, viel Traktion bei geringem Luftdruck zu erreichen. Er räumt ein, dass man mit dem auf der Messe gezeigten Prototypen noch einige Jahre von einer eventuellen Serienreife entfernt sei, auch müssten ja dafür geeignete Fahrzeuge parat stehen. Ferner sehe man ja die Premiumqualitäten der eigenen Produkte, mit der eine solche Innovation dann in Konkurrenz trete. Immerhin hätte PneuTrac den „Charme“, sehr weitgehend auf bestehenden Produktionsanlagen für Reifen hergestellt zu können. „Wir müssten nicht eigens eine Fabrik errichten.“ „Mitas sticht als Innovator in der Reifenindustrie hervor. Das Konzept zeigt, dass wir über den Tellerrand gängiger Herstellungsverfahren hinausschauen und den Fokus auf den praktischen Nutzen für Landwirte richten. Es ist noch ein langer Weg vom Konzept zum Verkaufsprodukt, wobei die Herausforderung auch darin besteht, die Vorzüge eines Laufbandes zu dem Kosten einer herkömmlichen Reifenkonstruktion herzustellen, aber die ersten Resultate sind sehr vielversprechend“, lässt sich Andrew Mabin, Direktor Marketing & Sales bei Mitas, zitieren.

PneuTrac soll sich durch bessere Traktion bei niedrigerem Schlupf auszeichnen und somit zu niedrigeren Betriebskosten und höheren Ernteerträgen verglichen mit einem Standardreifen führen, hohe Seitenstabilität bei niedrigen Fülldrücken gewähren und dadurch für Fahrkomfort und Sicherheit sorgen, ohne dass eine Anpassung des Fülldrucks erforderlich ist. Die Bodenaufstandsfläche des PneuTrac ist 53 PneuTrac größer als die eines Standardreifens und er verfügt über bessere Zugkraftübertragung. Dies dürfte zu verbesserter Bodenschonung durch bessere Verteilung des Bodendrucks, also geringere Bodenverdichtung, führen. Die Seitenstabilität des PneuTrac übersteigt das Niveau eines Standardreifens um 167 Prozent. Mitas entwickelt PneuTrac zusammen mit dem kompetenten Partner Galileo Wheel Ltd., die ersten ermutigenden Testergebnisse entstammen unabhängigen Untersuchungen in einem Labor in Zlin, dem IGTT, bzw. auf dem dortigen eigenen Testgelände.

Neue Größen für den CHO Auf der Agritechnica hat Mitas die Erweiterung der Baureihe des CHO (Cyclic Harvesting Operation) um fünf neue Größen der


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MARKENLIZENZVERTRAG ZWISCHEN MITAS UND CONTINENTAL BIS 2019

Marken Continental und Mitas vorgestellt. „Die Erweiterung der Baureihe des CHO zeigt, dass dieser Reifen erste Wahl bei den Herstellern von Mähdreschern ist“, so MaDer tschechische Off-The-Road-Reifenhersteller Mitas wird noch bis Ende 2019 Conbin,. „Mitas bietet jetzt weltweit sechs Grötinental-Landwirtschaftsreifen in Lizenz produzieren können. Mitas hat den Vertrag, ßen des CHO der Marken Mitas und Contider die Herstellung von Landwirtschaftsreifen unter dem Markennamen Continental nental an.“ Neu in der CHO-Reihe sind die regelt, um weitere fünf Jahre verlängert. Mitas hat den Bereich Landwirtschaftsreifen Größen: 900/70 R32 CHO 182A8/179B, der Continental AG 2004 übernommen und produziert Reifen der Marken Mitas und 680/85 R32 CHO 178A8/175B, 800/70 Cultor sowie Continental in Lizenz. „Der Markenlizenzvertrag zwischen Mitas und R38 CHO 178D/181A8, 900/60 R32 CHO Continental ist bis zum Jahr 2019 gültig“, sagt Jaroslav Cechura, CEO bei Mitas. „Die 176A8/173B und 900/60 R38 CHO 178D/ Reifen der Marke Continental sind ein wichtiger Teil unseres Portfolios. Mitas produ181A8; bereits vorher verfügbar war der ziert sie in drei Werken in der Tschechischen Republik (Otrokovice, Prag und Zlin, d. Reifen in 800/70 R32 CHO 175A8/172B. Red.)“, ergänzt er. „Wir bestätigen, dass Mitas die Option zur Fortführung der HerstelMit der CHO-Reihe habe Mitas „extrem lung von Continental-Landwirtschaftsreifen in Lizenz, gemäß dem 2004 unterzeichkraftvolle Reifen für große Mähdrescher neten Markenlizenzvertrag, in Anspruch nimmt und dass die Zusammenarbeit bis konzipiert. Der CHO erlaubt eine höhere 2019 fortgesetzt wird“, ergänzt Florian Schleifer, Abteilung Corporate Trademark bei maximale Tragfähigkeit bei gleichzeitig besdv Continental. serer Bodenschonung während des Feldeinsatzes und hohem Fahrkomfort Durchmesser von 1,6 Me- (Super Flexion Tyre) von Mitas, der über eiauf der Straße“, so der Hersteller. tern und einem Gewicht ne maximale Transportgeschwindigkeit von „Die stark angestiegenen Achsvon 220 kg ist der 650/65 65 km/h verfügt und mit einem Gewicht von lasten durch die Ausstattung R30.5 der größte Flotati- 426 kg und einem Außendurchmesser von mit breiteren Schneidwerken onreifen in der Mitas-Pa- 2,16 Metern der bisher größte Landwirtund größeren Getreidetanks lette. Er hat eine radiale schaftsreifen der Marke Mitas ist. stellen eine große HerausforStahlgürtelkonstruktion, Genannt sei auch der den VF HC 1000 derung dar. (…) Mit dem CHO ist für Geschwindigkeiten – konzipiert für die Anwendung an selbsthaben wir einen Reifen konbis 65 km/h zugelassen fahrenden Spritzen – für die gestiegenen zipiert, der bei erhöhter Tragund trägt eine Maximallast Anforderungen an Tragfähigkeit und Gefähigkeit mit geringerem Füllvon 7.100 kg bei vier bar. Der schwindigkeit. Die Geschwindigkeitskatedruck auskommt“, sagt Klose. Agriterra 03 besitzt ein geän- gorie „D“ des VF-Reifens (Very High FlexiKonkret am 800/70 R32 CHO dertes Laufflächendesign im on) erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 65 bietet das den Vorteil, dass der Vergleich zum Agriterra 02, mit km/h und eine maximale Tragfähigkeit von Luftdruck im Vergleich zum Stan- Neue Technologien kommen beiden Marken größeren Profilzwischenräumen 6.500 kg, was die eines Standardreifens um dardreifen bei gleicher Tragfähigzugute: Hier ein 800/70 für verbesserte Selbstreini62,5 Prozent übersteigt. keit um 31 Prozent reduziert wer- R32 CHO der Marke gungseigenschaften des Dennoch können die den kann. Dieser geringere Luft- Continental Reifens. Auch die Profilgleichen Felgen wie bei druck führt zu einer um 24 Proeinem Standardreifen zent vergrößerten Bodenaufstandsfläche. tiefe des Agriterra 03 ist größer als verwendet werden. Die Zusätzlich zu verringerter Bodenverdich- beim Agriterra 02. „Beim Agriterravergrößerte Bodenauftung, weniger Schlupf und vermindertem Projekt entwickelt Mitas Niederstandsfläche des VFKraftstoffverbrauch sorgt die vergrößerte druckreifen mit den technischen Reifens führt zu gerinBodenaufstandsfläche für bessere Mobilität Eigenschaften von Premiumreifen“, gerer Bodenverdichauf schwierigen und nassen Böden. Anders sagt Pavel Kott, Produktmanager tung. Der VF von Mitas als bei einem noch breiteren Standardreifen Landwirtschaftsreifen bei Mitas. wird im neuen Werk in wird bei einem 800/70 R32 CHO auf beiCharles City (Iowa, USA) spielsweise einem Claas-Mähdrescher die Neue Technologien hergestellt und im Laufe gesetzlich festgelegte maximale Gesamt- werden Standard des Jahres 2014 weltweit breite des Fahrzeuges von 3,50 Metern Schon allein weil die Kunden nach Ein Agriterra der dritten verfügbar sein. nicht überschritten. detlef.vogt@ diesen Technologien verlange, sei es Generation Flotationreifen der dritten reifenpresse.de selbstverständlich, dass Mitas auch Generation die „Flexion“-Technologie entwickelt habe und anbiete, so Hans-Ulrich Klose, der auf Der Agriterra 03 ist für den Einsatz an die ausgestellten sechs Reifentypen der schwerstem landwirtschaftlichem Gerät wie Marke Mitas und vier der Marke ContinenGülle-Tankwagen bestimmt. Mit einem tal verweist: So auf den 900/60 R42 SFT

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BKT nutzt Agritechnica für ganzheitlichen Auftritt Indischer Reifenhersteller präsentierte nicht nur neue Produkte, sondern auch Unterhaltung und Spektakel Ein umfangreiches Programm mit diversen sehr intensiven Aktivitäten präsentierte BKT anlässlich der Agritechnica. Diese internationale Kulisse bot dem Unternehmen, das heute zu den Hauptakteuren im Markt der Off-Highway-Reifen zählt, die Gelegenheit, in europäischer Vorschau zwei neue Reifensortimente vorzustellen: „Constar“, ein spezieller Reifen für Teleskoplader und Radlader, sowie „Star Trac“, ein speziell für Fahrzeuge zum Einsatz auf Baumwollplantagen geeigneter Reifen. Es wurden darüber hinaus zahlreiche Programmerweiterungen der Linien AgrimaxForce, Agrimax Spargo, Agrimax RT 600, FL 630 Super und Agrimax Elos vorgestellt. Eine „große Show“ ist auf solchen Fachmessen wie der Agritechnica eigentlich eher unüblich, anders bei BKT: Am Stand wurden – jeweils nach Auftritten von Christopher Noel und Colin Nell – insgesamt mehr als 16.000 Fußbälle verteilt. Die beiden Fußball-Freestyler haben auf Der AgrimaxForce ist das Spitzenprodukt im BKT-Sortiment

dem BKT-Stand spektakuläre akrobatische Ballübungen mit Fußbällen unter Einsatz des gesamten Körpers in unglaublichen Varianten und Kombinationen gezeigt. Das aber war noch nicht alles: BKT zählt zu den Sponsoren des Panini-Stickeralbums zum Thema „Landtechnik“, das der Welt der Landwirtschaft, der Traktoren und dem Zubehör gewidmet ist und zum ersten Mal auf der Messe vorgestellt wurde. Im Album sind die BKTReifen auf zwei Seiten als Hauptdarsteller mit zwölf Sammelstickern vertreten. Im Zusammenhang mit dem Al-

Bei BKT gab’s auf dem Messestand neben Information auch Show

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bumsponsoring hat das indische Unternehmen eine Kampagne gestartet, um diejenigen zu belohnen, die auf der nächsten Auflage der Agritechnica im Jahre 2015 mit einem vollständigen Album erscheinen. Und das ist immer noch nicht alles: Mit einem BKT-„Wow“ wurden Besucher der Agritechnica aus aller Welt bereits bei ihrer Ankunft am Flughafen von Hannover empfangen. Von den Gepäckbändern bis zum Ausgang der Terminals hieß BKT die Teilnehmer der Agritechnica persönlich willkommen und lud sie zum Besuch des Messestands ein.

Zwei neue Produktlinien und viele Programmerweiterungen Der „Constar“ wurde speziell für Transportarbeiten in den Bereichen Landwirtschaft und Industrie (Teleskoplader/Radlader) entwickelt, um hohe waagerechte und senkrechte Stabilität zu gewährleisten – eine wesentliche Voraussetzung für Hebearbeiten. Seine breiten Stollen vergrößern die Kontaktfläche, hilfreich beim Befördern sehr schwerer Lasten. Die spezielle Mischung dient der Widerstandskraft gegenüber Schnitten und Stößen auch unter härtesten Einsatzbedingungen und trägt nicht zuletzt zu einer längeren Lebensdauer des Reifens bei. Der „Constar“ wird zunächst in der Größe 400/80 – 24 verfügbar sein. Der zweite „echte“ Neuzugang heißt „Star Trac“, bietet sich als Reifen für Erntemaschinen auf Baumwollplantagen aber eher weniger für die mitteleuropäischen


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BKT-FEEDBACK ZUR MESSE Märkte an. Baumwolle ist eine strauchartige Pflanze mittlerer Größe, deren Ernte von einem Reifen hervorragende Flotation sowie geringste Bodenverdichtung abverlangt. Dieser Reifen wurde auf der Agritechnica in der Größe VA500/95 D32 ausgestellt, wobei „VA” auf ein spezielles Profil der Felge hinweist, das bei Mähdreschern Verwendung findet, während der Buchstabe „D“ für die konventionelle Bauart des Reifens steht. Sehr wohl für hiesige Breiten ist hingegen der AgrimaxForce konzipiert, schließlich handelt es sich bei diesem Radialreifen für Hochleistungstraktoren ab 250 PS um das Spitzenprodukt im BKT-Sortiment, das mit IF-Technologie entwickelt wurde, um den Nutzern eine größere Ladekapazität bei geringerem Reifendruck im Vergleich zu einem Standardreifen zu bieten; die AgrimaxForceLinie wird um die Größen IF 600/70 R30, IF 650/65 R34, IF 650/85 R38, IF 800/70 R38 und IF 710/70 R42 ergänzt. Vom Agrimax Spargo gibt es neben VF380/90 R46 in Kürze auch die Größe VF480/80 R50 für Spritz-

Lucia Salmaso, Geschäftsführerin von BKT Europe: „Diese Veranstaltung ist für uns eine unverzichtbare Gelegenheit, um unsere Rolle als globaler Hauptakteur zu bekräftigen. Das rege Publikumsinteresse hat dies bestätigt. Hier haben wir die Möglichkeit, mit Kunden aus aller Welt ins Gespräch zu kommen. Ihre Rückmeldungen sind für unseren weiteren Weg des Wachstums unentbehrlich.“ Arvind Poddar, der auf der Messe anwesende BKT-Vorstandsvorsitzende: „Unsere Teilnahme war nicht nur aufgrund eines reichhaltigen Programms an Aktivitäten, sondern vor allen Dingen dank unserer neuen Produkte besonders einschneidend. Wir haben seitens der Kunden und Besucher viel positives Feedback in Bezug auf die neu vorgestellten Produkte und die Erweiterungen der auf dem Markt erhältlichen Größen erfahren. Wir werden auch in Zukunft an den großen internationalen Events teilnehmen, um uns dv mit dem Publikum und den Branchenbeteiligten zu messen.“ fahrzeuge und Reihenkulturen. Für den Bereich von Anwendungen auf Rasenflächen und weichen Böden wird die Serie Agrimax RT 600, die während der letzten SIMA in Paris in der Größe 800/65 R32 lanciert worden war, um 1050/50 R 32 ergänzt. Für Anhänger stellte BKT auf dem AgritechnicaStand die Größe 750/60 R30.5 des FL 630 Super aus, der ebenfalls im Februar in Paris in der Größe 650/55 R26.5 ihr Debüt hat-

te; bald soll der Reifen auch in den Größen 600/55 R26.5, 560/60 R22.5, 650/50 R22.5 und 750/60 R26.5 erhältlich sein. Ferner wurde auf der Agritechnica die neue Größe 480/80 R42 vom Agrimax Elos präsentiert, ein Reifen für Traktoren speziell zum Einsatz auf nassem und sumpfigem Gebiet; in Kürze folgen 16.9 R28 und 520/85 R42. detlef.vogt@reifenpresse.de

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Zwischen digitaler Welt und nachhaltigem Landwirtschaften Großer Auftritt der Premiummarke Trelleborg

Ein imaginärer Wasserfall, das verblüfft und zieht die Blicke auf sich

Die zum schwedischen Trelleborg-Konzern gehörende Trelleborg Wheel Systems (TWS) – der Sparte Reifen und Räder für die Segmente Landwirtschaft, Forsten, Gabelstapler und sonstige eher industrielle Anwendungen – präsentierte sich im Rahmen der Agritechnica als Avantgarde der Reifenbranche. Das Prädikat Premiummarke sollte offensichtlich unterfüttert werden mit einem Aufbruch in die digitale Welt. Trelleborg versteht sich nicht nur als führend in der Reifentechnik im Landwirtschaftssegment, als Vorreiter in Umweltfragen, sondern auch sehr weit fortgeschritten in der digitalen Welt, die als „fundamental für agrarisches Wachstum“ gesehen wird.

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D-Animationen, ein 3DKino, Apps für Tablets und Mobiltelefone unter den Titeln „Tire Efficiency“, „Dealer „Locator“, „aTtraction“, „Load Calculator, „Tire Book“ und „Tire iBrochure“ – die schöne neue digitale Welt beherrscht das Marketing. „Social Media“ wird auf allen erdenklichen Kanälen bedient und soll der Interaktion zwischen Reifenhersteller und Anwender dienen. Die Apps sind Teil eines Kommunikationsnetzwerkes unter dem Titel „Trelleborg Agri“. Bleibt zu hoffen, dass Trelleborg dabei nicht nur die Landwirte von morgen mitnimmt, sondern auch die von heute nicht vergisst. Im Konzern ist die Bedeutung von TWS gestiegen, vor drei Jahren lag der Anteil der Sparte am Konzernumsatz noch in Sphären von elf bis zwölf Prozent, jetzt dürfte er bei um die 20 Prozent liegen. Was dabei gewiss auch von eher „psychologischer Bedeutung“ ist: Bei den anderen Sparten innerhalb des Unternehmens spielt der Markenname des Herstellers eine eher marginale Rolle, bei einer Premiumreifenmarke ist allerdings schon Stolz erlaubt. Trelleborg ist bei allen relevanten Fahrzeugherstellern für Land- und Forstwirtschaft vertreten, liefert vom kleinen bis zum großen Agrarreifen inklusive solche, die eher industriellen Einsätzen zuzurechnen wären, wie Paolo Pompei, TWS-Präsident der Geschäftseinheit Landwirtschafts- und Forstreifen, auf einer Pressekonferenz während der Messe erklärte. Wobei sich Trelleborg vor allem im Bereich der besonders anspruchsvollen Produkte zu Hause fühlt,

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wie sie beispielsweise auf „High-Power“der neuesten Generation ErnteTraktoren verbaut werden. Hergestellt reifen der TM3000 in IF 800/70 werden diese Ultra-High-PerforR32 CFO. Vor allem aber mance-Reifen für die Landwirtsei hingewiesen auf den schaft im italienischen Werk TiTM1000 High Power in voli, wo in der jüngeren Vergander Größe 750/75 R46, genheit die Kapazität um zwander einen „großen Bruzig Prozent gesteigert worden der“ bekommen hat: In ist. Von den mehr als tausend der Größe IF 900/65 R46 Homologationen, von denen reklamieren Trelleborg und TWS berichtet, stammen 600 aus Michelin gleichermaßen für den letzten vier Jahren. Übrigens sich, den weltgrößten Landstellt Trelleborg inzwischen und mit wirtschaftsreifen im Programm wachsendem Anteil Landwirtschaftsreizu haben. Nachgemessen hat fen radialer Bauart auch in dem erst 2011 er- Trelleborgs weltgrößter auch die NEUE REIFENZEITUNG worbenen chinesischen Werk Xingtai her. Landwirtschaftsreifen nicht, die Franzosen beziehen sich auf Der Switch von „Diagonal“ auf diese moderdas höchste Luftvolumen, die Schwene Reifentechnologie sei gelungen, so Pompei. Bei den auf den größten Fußabdruck – damit hätten einem Anteil von vielleicht drei Prozent am chine- dann ja beide recht. sischen Landwirtschaftsreifenmarkt fühle man sich In einem aber hat TWS ein einmaliges Angebot: als Pionier. Denn während der „hauseigene weltgrößte Reifen“ Thematisch war auf dem Trelleborg-Messe- ein Maximum an Flotation-Eigenschaften bietet, ist stand nachhaltiges Landwirtschaften in den Fokus der zwar auch 2,3 Meter Durchmesser messende gerückt worden. Ein eindrucksvoller „LED-Wasser- 750/75 R46 die optimale Alternative beim fall“ – da blieben die Besucher stehen – unterstrich Pflügen. Das heißt: Bei Trelleborg hat der den Einklang mit der Natur. Aber letzten Endes Verbraucher je nach Einsatzart die Wahl, so kommt es doch immer auf die Produkte an. Ausge- Piero Mancinelli, als TWS-Direktor zuständig stellt waren das Modell TM1000 HP in 710/75 R42, für Forschung und Entwicklung. detlef.vogt@reifenpresse.de aus der neuen AgroIndustriereihe der TH400 in 460/70R24, vom Twin Radial 750/60 R30.5 und aus

Willkommen in der digitalen Trelleborg-Welt

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50 Prozent mehr Vredestein-Agrarreifen aus Enschede Neue Produkte und Erweiterung der Größenpalette

Aufgrund der wachsenden Nachfrage bei allen landwirtschaftlichen Reifen seitens professioneller Endbenutzer investiert Apollo Vredestein B.V. deutlich in die Ausweitung der eigenen Produktionskapazitäten für diese Produkte. Der Produktionsplan für das Werk in Enschede (Niederlande) sowie die hergestellten Stückzahlen werden ab Januar 2014 um 50 Prozent erhöht. Diese Vergrößerung hat die Lieferzeiten bereits verkürzt, und dank der verbesserten Produktionskapazitäten läuft die Entwicklung neuer Reifen schneller als geplant.

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ie steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Reifen der Marke Vredestein führte im vergangenen Jahr zu der Entscheidung, in zusätzliche Produktionskapazitäten in den Werken in Europa und Indien zu investieren. Schwerpunkt bei den erhöhten Produktionskapazitäten werden Reifen für Traktoren und Radialreifen der Serie Traxion und Flotation sein. Die Investitionen sollen Apollo Vredestein B.V. darüber hinaus in die Lage versetzen, noch größere und breitere Reifen herzustellen. Außerdem kann sich Vredestein dank der höheren Produktion von landwirtschaftlichen Reifen auch neue geografische Märkte wie Lateinamerika und Asien in Angriff nehmen. Als Teil der Apollo Tyres Ltd kann Vredestein die bestehenden Netzwerke des Konzerns auf allen Kontinenten nutzen.

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Darüber hinaus hatte das Unternehmen auch noch einige Produktneuheiten mit im Gepäck für die Agritechnica: so den Traxion Cereall in der Größe IF 800/70 R32 CFO für Erntefahrzeuge als ersten VredesteinReifen mit „F+“-Technologie für erhöhte Flexion, den Traktorreifen diagonaler Bauart Faktor-S für leichte bis mittelschwere Traktoren sowie die Erweiterung der Palette des Traxion XXL um die Größe 710/75 R38.

mit einem deutlich niedrigeren Reifendruck, unabhängig von Geschwindigkeit, zu kombinieren. Dadurch verfüge der Traxion Cereall über 20 Prozent mehr Tragfähigkeit als herkömmliche Reifen. Eine weitere Neuerung: Dank CFO (Cyclic Field Operation – Zyklischer Feldbetrieb) ist seine Tragfähigkeit 55 Prozent höher als bei Reifen ohne dieses Merkmal. Genau das ist zur Bewältigung der großen Gewichtsunterschiede zwischen einem leeren und ei-

Traxion Cereall mit „F+“Technologie Die aktuelle Generation von Mähdreschern und Bunkerrodern zeichnet sich durch ihre hohe Leistungsfähigkeit sowie kraftvollere Motoren, höhere Arbeitsbreite und größeres Tankvolumen aus. Reifen auf diesen Fahrzeugen müssen daher mehr Gewicht tragen und gleichzeitig für noch mehr Traktion sorgen. Der neue Traxion Cereall mit der von Vredestein sogenannten „F+“-Technologie trägt dem Rechnung. Er ist der erste Reifen seiner Klasse, der dank dieser „F+“-Technologie (erhöhte Flexion) 20 Prozent mehr „Beugung“ bietet, heißt es. Der besondere IF-Karkassenaufbau macht es möglich, hohe Belastungen

Beim Traxion Cereall kommt die „F+“-Technologie zum Einsatz


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nem vollen Korntank bei der Ernte notwendig. Die gewölbte Laufflächenstollenform des Traxion Cereall ermögliche es – so der Hersteller –, einen Großteil der Kraft in die Traktionszone der Reifen zu übertragen. Das selbstreinigende Profil mit nach außen gezogenen Stollen vermindere den Radschlupf und erhöhe die Effizienz. Die Breite basiert auf der maximalen Fahrzeugbreite für Mähdrescher.

Neuer Diagonaltraktorreifen Faktor-S Karkassaufbau, Größe und Profil des neuen Diagonalreifens Faktor-S für leichte bis mittelschwere Traktoren wurden aufeinander abgestimmt, um das allgemeine Leistungsniveau zu steigern, der Allrounder fügt sich in das Radialtraktorreifenprogramm von Vredestein ein und erscheint besonders für Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus geeignet. Denn diese Aktivitäten werden nicht immer im großen Stil betrieben, für weniger umfangreiche Arbeiten kommen meist leichtere Maschinen zum Einsatz, die wiederum andere Anforderungen an die Reifen stellen. Der Faktor-S wurde speziell für diese Kategorie entwickelt. Die langen, breit ausgestellten Laufflächenstollen bieten eine große Aufstandsfläche und sollen eine komfortable Fahrt sowie lange Lebensdauer ermöglichen. Die Stollenform und der robuste Nylonaufbau der Karkasse stehen für Traktion, Stabilität und Widerstandsfähigkeit. Mit vierzehn gängigen Größen von 9.524 bis 18.4-34 deckt der Newcomer eine breite Palette ab. Der Reifen ist für Schmalund Breitfelgen geeignet und eine Option sowohl für Hobby- als auch klassische Traktoren. Alle Reifen sind mit Tragfähigkeitskennzahl mit Geschwindigkeitsindex A8 und Angabe der Tragfähigkeitsklasse versehen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Der Faktor-S von Vredestein kann ab Frühjahr 2014 bestellt werden.

Traxion XXL jetzt auch in 710/75 R38 Großflächige landwirtschaftliche Betriebe mit leistungsstarken Traktoren brauchen Reifen, die mit jeder Aufgabe mühelos zurechtkommen. Der etablierte Traxion XXL

investition um bis zu 65 Prozent geringer sein als bei einer üblichen Umstellung, hat Vredestein errechnet.

Ferner … … neu aus der Produktlinie Traxion XXL die Größe 710/60 R30, die sowohl für die Vorderachse von schweren Traktoren als auch die Lenkachse von Häckslern geeignet ist, sowie für das Sortiment des Flotation Trac gleich vier neue Dimensionen: In 520/50 R17 ersetzt er den 500/50 R17 Flotation Pro, kommt oft bei Ballenpressen und Ballenpackmaschinen zum Einsatz, ist dank seiErgänzung der Produktlinie Traxion XXL um eine ner großen Tragfähigkeit aber auch für Anwichtige Größe hänger geeignet. In 520/55 R22.5 wird der Flotation Trac oft für Ballenpressen und Lawurde von Vredestein speziell für diese dewagen für große BodenbearbeitungsgeKraftpakete auf dem Acker entwickelt. Jetzt räte nachgefragt. Vor der Markteinführung wurde die Palette um die Größe 710/75 R38 steht auch 560/60 R22.5 161D, dank der erweitert. Für schwere Arbeiten kommt oft ein 710mm-Reifen zum Einsatz. Bei einem Traktor mit 230 bis 280 PS wird aufgrund der zusätzlichen Traktion oft der Austausch der standardgemäßen 38-Zoll-Felgen an den Hinterrädern durch Felgen mit 42 Zoll notwendig. Das bedeutet unter Umständen, dass die Räder an der Vorderachse auch Querschnittslauffläche an der Schulter für von 28 auf 30 Zoll vergrößert werden müs- Ackerland geeignet. Schließlich ergänz die sen, was beachtliche Investitionen bei Rei- Größet 650/40 R22.5 den 620/40 R22.5 um fen und Felgen nach sich ziehen kann. Dank den Durchmesser 1085 mm und ist besonder Einführung der Grröße 710/75 R38 ist ders geeignet für Ladewagen, an denen höes jedoch künftig nicht mehr nötig, größere here Reifen nicht aufgezogen werden könFelgen zu verwenden, da die Reifen auf die nen, die aber eine große Auflagefläche, ein bestehenden Felgen aufgezogen werden größeres Luftvolumen und eine höhere Tragfähigkeit in Verbindung mit niedrigem können. Besonders hervorzuheben: die Höhe Reifendruck benötigen. Damit nicht genug, sollten als aktuelle der Seitenwand, die mit 75 Prozent der Reifenbreite einen Durchmesser von zwei Me- Neuerungen die Größe 540/65 R34 TL 152D tern erzeugt. Dieses Maß liegt genau zwi- des Traxion+ speziell für schnell fahrende schen dem niedrigeren 710/70 R38 und Traktoren und die Greentrax-Dimensionen dem höheren 710/70 R42 und passt prak- 210/60-10 sowie 270/50-12 für professiotisch immer ohne Änderungen des Fahrer- nelle Rasenmäher nicht unerwähnt bleiben. detlef.vogt@reifenpresse.de hauses. Die 38-Zoll-Felgen können weiterhin verwendet werden, aber trotzdem kommen die Vorteile eines größeren Durchmessers zum Tragen, so der Anbieter: mehr Traktion, größere Auflagefläche und höhere Tragfähigkeit. Das größere Luftvolumen im neuen Hinterreifen ermöglicht bei der Beförderung bis zu 400 kg mehr Tragfähigkeit als mit dem 710/70 R38. Je nach Größe der Reifen an der Vorderachse, die auch auf die bestehenden Felgen passen, könne die Gesamt-

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Neue Agrarmarke Linglong bei Heuver

Heuver Reifengroßhandel (Hardenberg/ Niederlande) präsentierte auf der Agritechnica erstmals in Europa eine neue Reifenmarke für landwirtschaftliche Fahrzeuge: Linglong. Den Anfang macht ein Reifen der 85-Serie für Traktoren, Erntemaschinen und leichte Radlader. Später folgen weitere Serien für angetriebene Räder und danach Reifentypen für Hänger und Maschinen. Die neue Marke sei in diesem Segment unter anderem eine preisgünstige Alternative zur von Heuver in Benelux exklusiv angebotenen Marke Alliance, so Marketingmanagerin Dewy Mulder im Rahmen der Messe gegenüber dieser Fachzeitschrift. ertus Heuver, Geschäftsführer von Heuver Reifengroßhandel: „Wir waren schon lange der Ansicht, dass im Reifenmarkt für Landwirtschaftsfahrzeuge eine Marke mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis fehlt. Und genau dieses bietet uns Linglong, ein ehrgeiziger und großer Reifenhersteller. Wir haben vollstes Vertrauen in seine Produkte. Ausführliche Tests haben unsere ersten Eindrücke bestätigt. Die Linglong-Reifen erfüllen die hohen Qualitätsansprüche, die wir stellen und auf die unsere Kunden vertrauen. Deshalb haben wir die Gespräche sofort auf ein exklusives Importrecht für ganz Europa gelenkt. Diese Reifen bedeuten einen wichtigen Durchbruch auf dem OEMund Ersatzteilemarkt für Landwirtschaftsreifen in Europa. Wir beginnen mit dem Vertrieb in Deutschland, den Benelux-Ländern und Frankreich. Das sind Länder mit einem modernen, technologieorientierten Markt, für den dieses neue Qualitätsprodukt preistechnisch wie geschaffen ist. Zunächst liefern wir die Radialreifen der 85-Serie für angetriebene Räder, die rund 75 Prozent des Markts ausmachen. Danach folgen die 65und 70-Serien. Dieser Reifen hat sich in unseren Tests einwandfrei bewährt. Wir können die Qualität dieser Radialreifen garantieren. Diese Sicherheit möchten wir unseren Kunden immer bieten können.“

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Mit neuen Produkten auf der Agritechnica: Detlev Schwarznecker (rechts) ist jetzt bei Heuver und für den nordostdeutschen Markt zuständig. Jan Janmaat ist Account-Manager Landwirtschaftsreifen

Aeolus AE77 jetzt auch in der Größe 445/65 R22.5 2012 hatte Heuver mit dem Aeolus AE77 in 24 R20.5 im Markt für großvolumige Anhängerreifen für Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge aufgewartet. Nun stellt das Unternehmen diesen Reifentyp auch in der Größe 445/65 R22.5 vor, der auch in dieser Größe für Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h zugelassen ist, sodass er nicht nur offroad eine gute Figur macht, sondern auch auf öffentlichen Straßen und für größere Entfernungen eingesetzt werden kann – beispielsweise bei Lohnunternehmen und Transportbetrieben.

sionen. Mit sechs unterschiedlichen Varianten zwischen 550/45 und 700/40 in 22,5 Zoll sowie weitere drei Applikationen zwischen 600/55 und 800/45 in 26,5 Zoll lassen sich sowohl in der Erstausrüstung wie auch für den Ersatzbedarf über den qualifizierten Reifenfachhandel eine Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungen optimal bereifen.“ In der Spitze kann ein solcher Reifen auf einer Lastachse bis zu zehn Tonnen transportieren. Selbst auf der Antriebsachse können dem Diagonalreifen mit NylonKarkasse und verstärkter Wulstferse bei zulässigen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h – je nach Fülldruck – bis zu 4.500 kg aufgebürdet werden.

Altura …

… und all die anderen Marken

Heuver ist darüber hinaus unter anderem auch Altura-Exklusivimporteur für Europa, wobei Bertus Heuver den auf der Agritechnica gezeigten T422 hervorhebt: „Ein ganz spezieller Flotationreifen, mit dem sowohl Antriebs- wie Lastachsen perfekt bereift werden können. Freigegeben sind die Reifen jeweils für Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Zur Verfügung stehen sie in besonders gefragten Durchmessern und Dimen-

Neben den genannten Produkten der Marken Linglong, Aeolus und Altura wartete der holländische Grossist mit weiteren Reifentypen auf, die sein ganzes Spektrum von den großen A-Marken bis hin zu Budgetprodukten aufzeigen: Neben Michelin CerexBib waren da Alliance- und Dneproshina-Radialreifen, aber auch ein diagonaler Schlepper-Frontreifen der Marke Superking zu sedetlef.vogt@reifenpresse.de hen.


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Volle Auslastung im „neuen“ Mitas-Werk in Otrokovice In weniger als einem Jahr gelang es Mitas, die gesamte Reifenproduktion aus der bisherigen tschechischen Produktionsstätte im Industriegelände Barum-Continental in einen neuen Standort (das „TOMA“-Gelände) zu verlagern. Der tschechische OTRHersteller musste mit der gesamten Reifenproduktion aus der Anlage in Otrokovice ausziehen, die man im Jahr 2004 beim Erwerb der Division Landwirtschaftsreifen für einen begrenzten Zeitraum von der Continental AG gemietet hatte. In dem neueröffneten Werk werden radiale Landwirtschaftsreifen hergestellt.

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ie Bauarbeiten für das neue Werk begannen am 7. August 2012. Ende Mai 2013 war der Bau der Produktionshalle abgeschlossen, am 2. Juli 2013 wurde der erste Reifen vulkanisiert. Seit November 2013 wird in der neuen Halle unter voller Auslastung produziert. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf etwa 40 Millionen Euro, darin enthalten sind Bauarbeiten, Verlagerung und die Modernisierung der Produktionstechnologie. In der neuen MitasFabrik in Otrokovice werden jetzt Reifen der

Marken Mitas und Continental mit einer Kapazität von 42.000 Tonnen Reifen pro Jahr hergestellt. Das Gelände der neuen Produktionsstätte misst insgesamt 24.000 Quadratmeter. Das Grundstück umfasst insgesamt 78.000 Quadratmeter. „Es ist uns gelungen, dieses modernste aller Mitas-Werke in weniger als zwölf Monaten zu errichten“, sagt Josef Kremecek, Werksleiter in Otrokovice und Zlín. „Mitas ist bestrebt, immer die neuesten Technologien einzusetzen, was diese neue Produktionsstätte zu einer der fortschrittlichsten der Welt macht, wenn es um die Herstellung von radialen Landwirtschaftsreifen geht,“ ergänzt er. „Die Fabrik in Nordamerika ist auch schon in der Lage, die Produktion voll aufzunehmen. Mitas ist jetzt bereit, weltweit den Markt für sich zu gewinnen, mit hochqualitativen und langlebigen Reifen aus den fortschrittlichsten Reifenwerken der Welt“, ergänzt Jaroslav Cechura, CEO bei Mitas. „Dank der engen Kooperation und der Investitionen in unsere Fabriken waren wir in der Lage unsere Produktionskapazität so zu optimieren, dass es während des ganzen Übergangsprozesses keine Beeinträchtigungen bei Lieferungen an unsere Kunden dv gab.“

Runderneuerte Agrarreifen vom ReifenCenter Hofdmann Der Reifenrunderneuerungsbetrieb Reifen-Center Hofdmann aus Wittmund (Ostfriesland) hatte erstmalig auf der Agritechnica ausgestellt und neben den bereits laufenden Runderneuerungen für Michelin CargoXBib und andere Güllefassbereifungen ganz neu die Runderneuerung von Ackerschlepperreifen mit einem vorgefertigten Laufstreifen präsentiert. Bei diesem Verfahren werden die abgefahrenen Reifen nicht wie bei der klassischen Heißerneuerung in einer pro Dimension festgelegten Form abgeheizt, sondern die neuen Stollen werden in einzelnen Segmenten auf die abgerauten Karkassen im Kaltverfahren aufgebracht. Der Vorteil dieses Systems liege – so der Anbieter – in der Variabilität der zu erneuernden Dimensionen: So können sowohl 540/65 R28 bis hin zu 600/65 R34 mit ein und demselben Laufstreifen von 520 Millimetern Nennbreite belegt werden. Durch die Unterteilung der Stollenpaare in kurze Segmente werden auch der Stollenzwischenraum und der Grundgummi mit erneuert, was Stollenausbrüchen entgegenwirkt. Die Profiltiefe beträgt nach der Besohlung einheitlich 45 Millimeter. Außerdem hat das Unternehmen auf der Messe die Besohlung von Teleskopladerreifen mit Non-markingLauffläche gezeigt. Dieses wird im Wesentlichen von Stahlhallenbauern verlangt, welche auf bereits fertigen Fußböden arbeiten und keine schwarzen Streifen vom Rangieren hinterlassen dürfen. dv

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Auf dem Messestand bei Bohnenkamp herrschte immer viel Betrieb

Volles Haus bei Bohnenkamp Die Osnabrücker sind Europas führender Großhändler für Landwirtschaftsreifen Fast durchgängig „volles Haus“ auf dem Agritechnica-Messestand der Bohnenkamp AG, dem klaren Marktführer im Großhandel von Landwirtschaftsreifen im deutschsprachigen Markt und auch europaweit gewiss in diesem Segment. Das liegt unter anderem sicherlich auch daran, dass Bohnenkamp exklusive Marken im Portfolio hat, die international besonders stark wachsen und auch technologisch auf dem neuesten Stand sind, so verfügen sie über moderne Reifentechnologien bei Landwirtschaftsreifen wie „IF“ (Improved Flexion) und „VF“ (Very high Flexion), merkt Marketingleiter Henrik Schmudde an.

eitere Schwerpunkte neben den Bereifungen von Fahrzeugen in der Landwirtschaft liegen im Erdbewegungs- und Baustelleneinsatz. Heute hält die Bohnenkamp-Gruppe mit acht Standorten in Europa auf über 100.000 Quadratmetern Lagerfläche das volle Sortiment für die Bereifung aller erdenklichen Nutzfahrzeuge bereit. Ergänzend bietet der Spezialist mit über 60 Jahren Erfahrung im Handel mit Landwirtschaftsreifen einen sehr umfassenden und professionellen Service für seine Kunden. „Gemessen an Lagerfläche, Warenumschlag und Servicedichte sind wir heute der führende Vermarkter und Großhändler von Agrar-, EM- und Nutzfahrzeugreifen in Europa“, so der Vorstandsvorsitzende Gregor Rüth, der seit dem 1. August 2013 im Amt

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ist. Die Bohnenkamp-Gruppe beschäftigt an den vier nationalen Standorten Osnabrück, Leipzig, Kletzin und Landshut sowie den Tochterunternehmen in den Niederlanden, Österreich und in der Slowakei insgesamt über 240 Mitarbeiter. Im November 2013 kam mit der Gründung der Bohnenkamp Suisse ein weiteres Tochterunternehmen hinzu. Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe lag 2012 bei 229 Millionen Euro, in 2013 dürfte dies Niveau wenigstens gehalten worden sein (die aktuellen Zahlen liegen noch nicht vor). Im Servicecenter stehen mehr als 50 Mitarbeiter für die telefonische Kundenbetreuung bereit, 20 Gebietsleiter sorgen national und international für die Nähe zum Kunden. Die moderne Logistik sorgt dafür, dass Bestellungen im EU-Vertriebsgebiet innerhalb von 24


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Stunden an den Kunden ausgeliefert werden. Um dies sicherzustellen, betrug der Lagerbestand in 2012 allein im Hauptlager in Osnabrück ca. 1,2 Millionen Teile im Wert von ca. 30 Millionen Euro und der Warenausgang ca. 45.000 Tonnen, die mit 3.000 Sendungen pro Tag verschickt wurden.

Alliance technologisch „state of the art“ … Highlight der indisch-israelischen Marke Alliance aus der ATG (Alliance Tire Group) auf der Agritechnica war die Vorstellung des neuen Agriflex 372 IF mit Intensive Flexing Technologie (IF) für Hochleistungstraktoren. Auf dem eigenen Messestand (ATG hat auch selbst ausgestellt) hatte Bohnenkamp den 372 IF in der Größe 600/70 R28 präsentiert, ferner von Alliance den Agristar 375 in der Größe 900/60 R32 und den Farm Pro in der Größe 710/70 R42 sowie den Flotationreifen Flotmaster 381 in der Größe 800/45 R26.5. Mit dem komplett neu entwickelten Agriflex 372 IF stößt Alliance in die Klasse der Hightech Reifen mit IF-Technolgie vor. Der für den Einsatz auf Traktoren der gehobenen Leistungsklasse (ab 180 PS aufwärts) und Erntemaschinen entwickelte Reifen ermöglicht eine ca. 20 Prozent höhere Tragfähigkeit bei gleichem Luftdruck gegenüber einem Standardreifen – oder ermöglicht einen um 20 Prozent geringeren Luftdruck bei gleicher Traglast (Effekt = geringerer Bodendruck). Darüber hinaus eignet sich der Reifen auch für

den zyklischen Feldeinsatz (CFO = Cyclic Field Operation). Seine erhöhte Aufstandsfläche sorgt für einen geringeren Bodendruck, eine höhere Traktion und damit auch für einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Sein spezielles R-1W-Profil sorgt für Traktion und lange Lebensdauer. Der Alliance Agristar 375 in 900/60 R32 mit erhöhter Tragkraft ist ein echter Schwerlastträger für die Bereifung von hochmodernen Erntemaschinen. Der mit einer Tragkraft von 9.250 kg bei 50 km/h (oder auch bis 17.680 kg im zyklischen Einsatz) ausgestattete Reifen verfügt nicht nur über einen R-1W MultiWinkel-Stollen zur Optimierung der Traktion, er ist ferner mit zwei Stahleinlagen ausgerüstet, die ihn vor Stichverletzungen schützen. Mit der Größe 710/70 R42 macht Alliance mit dem Profil Farm Pro einen Schritt in Richtung der Bereifung von Hochleistungstraktoren mit einer Leistung von mehr als 220 PS. Insbesondere im Stollenbereich wurde das Profil des Farm Pro deutlich überarbeitet. Die vergrößerte Aufstandsfläche im Stollenmittelbereich sorgt nun für ein Plus an Fahrkomfort auch bei höheren Geschwindigkeiten sowie einen geringen Bodendruck. Gleichzeitig bietet der auch hier eingesetzte R-1W Multi-Winkel-Stollen eine gute Traktion. Mit der Größe 800/45 R26.5 baut der Hersteller mit Fabriken in Indien und Israel sein Programm an Stahlgürtelreifen für den Grünlandeinsatz weiter aus. Das Profil 381 wurde auf den gemischten Einsatz auf Anhängern, Silierwagen und Ballenpressen zugeschnitten. Die Stahlgürtelkarkasse des Reifens ermöglicht eine gleichmäßige Druckverteilung und schützt ihn

vor Stoßverletzungen. Das nicht laufrichtungsgebundene Profil mit abgerundeten Schultern schont den Boden und den Pflanzenbestand der Grasnarbe.

… und BKT auch Aus dem Programm der der indischen Balkrishna Industries Limited (BKT, stellte ebenfalls selbst aus) wurden bei Bohnenkamp die AS-Reifen Agrimax Force IF in der Größe IF900/60 R42, der Agrimax RT 855 in 480/80 R50, der Agrimax Teris in 620/60 R30 sowie der Flotationreifen FL 693M in der neuen Größe 750/60 R30.5 von BKT vorgestellt. Ersterer für Traktoren der höchsten Leistungsklasse ab 220 PS ist wie dies auch die bereits genannte Marke Alliance für sich erarbeitet hat ebenfalls mit der IFTechnologie ausgerüstet. Der Agrimax RT 855 von BKT wird mit einer von BKT neu entwickelten Gummimischung hergestellt, welche die Schnittfestigkeit um 30 Prozent und die Lebensdauer der Reifen um mehr als 25 Prozent im Vergleich zu den Vorgängermodellen steigert; er eignet sich sowohl als AS-Reifen, als auch für selbstfahrende Feldspritzen, als Pflegebereifung und als Zwillingsreifen. Mit dem Agrimax Teris in der neuen Größe 620/75 R30 baut der Hersteller und Betreiber von vier Reifenfabriken sein Programm im Bereich der Erntemaschinenreifen weiter aus. Er wurde speziell für den Einsatz auf modernen Erntemaschinen entwickelt, wo gute Traktion, hohe Tragfähigkeit und geringer Bodendruck extrem wichtig sind. Mit dem FL 693M präsentierte der Osnabrücker BKT-Partner auf der Messe ferner einen speziell entwickelten Reifen für Silier-, und Güllefasswagen sowie Dungstreuer, die mit einem hohen Straßenanteil bewegt werden.

Der Agriflex 372 ist ein technologisches Highlight im Alliance-Programm

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Neuer Technischen Ratgeber Der neue Technische Ratgeber 2013 der Bohnenkamp AG erscheint in diesem Jahr bereits in der siebten Auflage. Er ist mit über 330 Seiten eines der umfangreichsten Nachschlagewerke zum Thema Landwirtschaftreifen. „Unser technischer Ratgeber hat sich zu einem Standardwerk der Branche entwickelt. Auch in die neue Auflage haben wir wieder unser ganzes Know-how einfließen lassen“, so Heiko Holthaus, Gesamtverantwortlicher für den Geschäftsbereich Agrar bei Bohnenkamp. Der Technische Ratgeber stellt dem Nutzer anschaulich und übersichtlich alle relevanten Fakten und Informationen über Landwirtschaftsreifen und Räder zusammen. Er bietet technische Daten und Wissenswertes zu Gewicht, Maße, Umbereifung, Traglast, Luftdruck und Felgendurchmesser für alle gängigen und neuen Markenreifen der Branche. Darüber hinaus hat die Bohnenkamp AG auch in der neuen Auflage nützliches Hintergrundwissen zu Themen wie zum Beispiel Reifenmontage, Wasserfüllung und Gewichtsumrechnung kompakt zusammengestellt. Die Daten sind übersichtlich nach Zollgrößen sortiert, sodass ein direkter Vergleich der aufgeführten Fabrikate möglich ist.

Überarbeiteter Onlineshop

Geschäft noch einfacher und effizienter abwickeln können.“ Die offensichtlichste Neuerung des unter www.bohnenkamp.de erreichbaren Onlineshops ist das aufgeräumte und moderne Design. Hierbei wurden die klassischen Funktionen der Produktsuche, wie zum Beispiel die Suche durch Eingabe eines Matchcode, beibehalten und um weitere sinnvolle Funktionen ergänzt. So kann der Kunden zukünftig auch gezielt in den Shop für Räder oder Schläuche wechseln und erhält hier zielgenau die Produkte, die er sucht. Zu jedem AS-Reifen sind zusätzlich die Tragfähigkeiten ja nach Beladung und Geschwindigkeit hinterlegt. Eine echte Innovation verbirgt sich hinter dem neu geschaffenen Bereich „Service“. Hier bietet Bohnenkamp seinen Kunden erstmalig ausführliche Informationen und Berechnungsmöglichkeiten für verschieden Anforderungen, mit denen der Handel immer wieder konfrontiert wird. So können zum Beispiel die Möglichkeiten für Umbereifungen von Traktoren online abgefragt und Alternativen ermittelt werden. Hierfür muss lediglich die aktuelle Bereifung des Fahrzeugs eingeben werden. Der Konfiguration ermittelt dann direkt die möglichen Bereifungen und die aktuellen Verfügbarkeiten. Handelt es sich um einen Allradschlepper, so besteht zusätzlich die Möglichkeit, den für das Hinterrad passenden Vorderreifen zu ermitteln. Ein weiteres „Plus“ erhält der Händler auch in dem Bereich „Mein Shop“. Hier ermöglicht Bohnenkamp es dem Händler, die Farbgebung des Onlineshops und das angezeigte Logo an seinen eigenen Firmen-

Die Bohnenkamp AG präsentierte während der Agritechnica ihren komplett überarbeiteten, im Jahre 2000 in Betrieb genommenen Onlineshop, über den in einigen Segmenten bis zu 40 Prozent der Geschäfte generiert werden. Unter dem Label „Service Plus“ verfügt der neue Onlineshop über eine deutlich erweiterten Serviceplattform. Nochmals Schmudde: „Wir haben den Shop komplett neu gestaltet und das Serviceangebot im Shop um viele neue und nützliche Features erweitert. Ziel ist es, unsere Handelskunden bei der täglichen Arbeit zu unterstützen, damit diese ihr Alles auf einen Blick im Bohnenkamp-Onlineshop

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Die „IF“-Technologie wird von BKT beherrscht auftritt anzupassen. Zusätzlich kann der Händler für verschiedene Einkaufswerte, Größen und Produktbereiche seine eigene Preiskalkulationen hinterlegen. Der Bohnenkamp-Marketingleiter: „Mit der Funktion ,Mein Shop‘ wird der Bohnenkamp-Shop zum Kundenshop. So kann der Händler während des Beratungs- und Verkaufsgesprächs mit dem Kunden in den Shop schauen und mit ihm zusammen den passenden Reifen ermitteln. Aus den hinterlegten Preisen lassen sich anschließend auch kundenspezifische Angebote abspeichern und später wieder abrufen. Hierbei geben wir keine Preise oder Berechnungen vor. Alles ist individuell vom Kunden einstellbar.“ Zunehmende Bedeutung gewinnt auch die mobile Nutzung des Onlineshops. Um dieser gestiegenen Bedeutung Rechnung zu tragen, steht der Onlineshop jetzt auch als App für Tabletcomputer, sowohl für Android als auch für Apple-Produkte, zur Verfügung. Die jeweils benötigte App steht in den entsprechenden Stores kostenlos zum Download bereit. detlef.vogt@reifenpresse.de


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RUNDERNEUERUNG/RECYCLING Neue Reifenzeitung 12/2013

Continentals Signale – Was bedeutet neues Werk in Stöcken für Markt und Wettbewerbsumfeld? Neues ContiLifeCycle-Werk „eine einzigartige Kombination“ Die Continental AG hat ihr neues Runderneuerungs- und Recyclingwerk Mitte November zusammen mit dem sogenannten „Technology Center Campus“ am Standort in Hannover-Stöcken eingeweiht. Somit betreibt der deutsche Hersteller jetzt nicht nur seine „globale Denkzentrale“, den „technischen Nukleus der Reifenfertigung“, am Stammsitz des Unternehmens, wie Reifenvorstand Nikolai Setzer anlässlich der feierlichen Einweihung beider Einrichtungen erläuterte. Vielmehr setzt das Unternehmen mit dieser Investitionsentscheidung ein Zeichen in mehrfa-

cher Hinsicht. In Hannover-Stöcken wird nach der Schließung der Lkw- und Pkw-Reifenfertigung vor über drei Jahren endlich wieder produziert – ein positives Signal für den Standort Deutschland. Gleichzeitig ist der Standort weltweit der erste, an dem eine vollintegrierte Runderneuerungs- und Recyclinganlage betrieben wird – ein deutliches Signal in Sachen Nachhaltigkeit und technologischer Innovationskraft des deutschen Herstellers.

ie Continental AG gehört in den vergangenen Jahren zu den wenigen Unternehmen, die beim Flottengeschäft unter dem Label „Conti 360°“ und im Geschäft mit runderneuerten Reifen erkennbare Fortschritte erzielen und zunehmend zu den Großen der Branche aufschließen konnte. Seit November setzt der Reifenhersteller jetzt auch auf eine eigene Produktion von heiß- und kaltrunderneuerten Reifen, nachdem man sich in der Vergangenheit auf die Zusammenarbeit mit Produktionspartnern verließ – ein strategisch wichtiger Schritt für das Unternehmen. Bei der Einrichtung des eigenen Runderneuerungswerkes am Stammsitz in Hannover-Stöcken, wo bis vor drei Jahren noch Neureifen gefertigt wurden, ging der Hersteller aber gleich einen Schritt weiter als alle anderen Hersteller zuvor. Continental in-

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tegrierte ein eigenes, ebenfalls neu errichtetes Recyclingwerk in den Produktionsprozess; dazu unten mehr. Für den Runderneuerungsmarkt und die Flottenkunden des deutschen Herstellers ist diese Investition in Höhe von gut zehn Millionen Euro ein überaus positives Signal. Die Prozesse beim Hersteller werden weiter optimiert, weiter integriert und das Angebot damit abgerundet. Die Kapazität des Werkes liegt aktuell bei rund zwei Dritteln der Zielkapazität von 150.000 Heiß- und 30.000 Kalterneuerten; es soll an fünf Tagen die Woche in drei Schichten gearbeitet werden. Wann genau der Endausbau des ContiLifeCycle-Werkes stattfindet, so der Hersteller, hänge zentral von der Entwicklung des Marktes ab, genauer gesagt: von der Entwicklung des Flottengeschäftes und dem Anteil der Runderneuerung am gesamten Lkw-Reifenmarkt. Auch die Einführung des EU-Reifenlabels für Runderneuerte sollte in Zukunft positive Akzente für die Runderneuerungsbranche setzen. Am Standort in Hannover-Stöcken kann der Hersteller bis zu 16.000 per Shearografie eingangskontrollierte Karkassen lagern. Der weitere Ausbau des ContiLifeCycleWerks, wozu etwa zehn weitere Vulkanisationspressen (aktuell sind 16 Pressen in Betrieb), eine weitere Raumaschine sowie eine weitere Streifenwickelmaschine (Stip-Winder) gehören würden, ist bereits in der aktuell kommunizierten Investition in Höhe von

Im neuen ContiLifeCycle-Werk will der Hersteller einmal 180.000 Runderneuerte fertigen können, darunter allein 150.000 Heißrunderneuerte

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„Für uns dient das ContiLifeCycle-Werk als eine Keimzelle für unsere LifeCycle-Aktivitäten auf der ganzen Welt. Mit unserem einzigartigen Team aus Forschung und Entwicklung, Produktionsmanagement, Engineering und Qualitätsmanagement hier in Stöcken entwickeln und verbessern wir Lösungen für die anderen LifeCycle-Zentren in Petaling Jaya – Malaysia, Cuenca – Ecuador, und Morelia – Mexiko. Zudem haben wir mit der sogenannten ContiLifeCycle-Academy im Werk ein Trainingszentrum geschaffen, in dem wir Schulungen zu verschiedenen Themen der Runderneuerung anbieten“, ergänzt Dr. Andreas Esser, Leiter des Geschäftsbereiches Nutzfahrzeugreifen bei Continental. Christian Sass betont gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG, dass man auch mit der eigenen Fabrik nicht in direkten Wettbewerb zu den ContiTread-Kaltrunderneuerungspartnern treten will, auch wenn diese Befürchtung natürlich auf der Hand liegt und auch bereits geäußert wurde. 30.000 kaltrunderneuerte ContiTread-Reifen aus industrieller Produktion sind natürlich keine Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was unabhängige ContiTread-Partner vielleicht im Jahr fertigen. Während die Heißrunderneuerten vorwiegend auf den westeuropäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Benelux, Großbritannien im direkten Flottengeschäft vertrieben werden, so gehe „die Mehrheit unserer ContiTread-Produktion in den Export“ außerhalb dieser Kernmärkte, betont Sass weiter. Darüber hinaus nutze man die selbst produzierten ContiTread-Kaltrund-

gut zehn Millionen Euro enthalten. Ob es dem deutschen Hersteller dabei eher früher als später gelingen wird, die nicht unerheblichen Produktionskapazitäten von aktuell rund 120.000 Reifen auch tatsächlich auszulasten, muss sich indes erst noch zeigen. Wie aus den für gewöhnlich „gut informierten Kreisen“ zu hören ist, habe sich der Hersteller beim deutschen (Noch-)Produktionspartner Reifen Ihle zuletzt noch eine nicht unerhebliche Fehlquote zur vereinbarten Abnahmemenge geleistet. Aber auch andere Neureifenhersteller mit eigener neu eingerichteter Runderneuerung stehen im Ruf, ihre Produktionskapazitäten bei Weitem nicht auszulasten. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG betonte Christian Sass, Projektinitiator und bei Continental als Director Retread Business weltweit für die Runderneuerung zuständig, dass die am Standort gefertigten Runderneuerten vorwiegend über den „Hauptkanal Conti 360°“ vertrieben werden (sollen). Laut Sass liege der Anteil am Gesamtabsatz der heißrunderneuerten ContiRe-Reifen aus eigener Produktion wie auch zuvor aus Produktion der Produktionspartner Reifen Ihle und Bandvulc bei „deutlich über 50 Prozent“ und soll mittelfristig sogar auf zwei Drittel ausgeweitet werden. Continental will mit den Produkten aus eigener Produktion demnach vorwiegend das bereits bestehende direkte Flottengeschäft unterstützen und hier das Angebot an neuen und runderneuerten Reifen noch attraktiver gestalten. Heißrunderneuerte ContiRe-Reifen würden stets auf Continental-Karkassen gefertigt, wodurch sich die Kosten pro Kilometer bzw. die „Total Costs of Ownership“ (TCO) der Reifenkunden weiter verringern sollen und das übergeordnete Ziel des ContiLifeCycle-Konzepts erfüllt werde, nämlich die „effektiv niedrigsten Gesamtkosten für die Flotten“ zu Das neue ContiLifeCycle-Werk wird bieten. von Franz Stuefer geleitet

erneuerten dazu, um direkten Flottenkunden den Einstieg in die Runderneuerung mit Fremdfabrikaten zu erleichtern; wie gesagt, die ContiRe-Heißrunderneuerung finde ausschließlich auf Continental-Karkassen statt, während man bei der Kaltrunderneuerung grundsätzlich auch Fremdfabrikate akzeptiere, auch wenn dies verständlicherweise für Sass nur die zweitbeste Lösung ist. Wie der Director Retread Business im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG betont, sollten Fremdfabrikate idealerweise vom ContiTread-Partner vor Ort kaltrunderneuert werden. Die Laufstreifen für die ContiTread-Kaltrunderneuerung werden übrigens auch in Zukunft von Marangoni zugekauft. Darüber hinaus stammt auch ein nicht unerheblicher Anteil der in der Runderneuerung im ContiLifeCycle-Werk genutzten Technologie von Marangoni, so etwa der Builder vom Typ „Alpha Twin – Dual Black Swan“, die Raumaschine, aber auch der Autoklav mit Platz für 18 bis 20 Reifen oder die Monorail-Bahn. Die Pressen wiederum seien von einem „europäischen Hersteller“ nach technischen Vorgaben von Continental gebaut worden. Ein Blick in die Pressen wurde den neugierigen Journalisten bei einer Werksführung nicht gestattet. Als Teil des ContiLifeCycle-Werkes hat Continental zudem einen Recyclingprozess für das bei der Runderneuerung anfallende Raumehl entwickelt. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, welches es uns ermöglicht, das vulkanisierte Raumehl wieder zu devulkanisieren. Das Gummirezyklat ist von so hoher und kontrollierter Qualität, dass es bedenkenlos für neue Reifenmischungen verwendet werden kann”, bemerkt Dr. Boris Mergell, Leiter der Produktentwicklung Lkw-Reifen bei Continental. Bestanden Lkw-Neureifenmischungen bei Continental bisher bis zu drei Prozent aus Recyclingmaterialien, so könne der Hersteller diesen Anteil nun auf bis zu sechs Prozent ausweiten. Das Rezyklat wird dabei in der ProDie in Hannover-Stöcken gefertigten duktion von Mischungen für die Heißrunderneuerten werden Neureifen- wie auch für die Contivorwiegend über den „Hauptkanal Re-Produktion verwendet. Die von Conti 360°“ vertrieben, betont Christian Sass, bei Continental als Continental entwickelte RecycDirector Retread Business weltweit für lingtechnologie wurde dabei vom die Runderneuerung zuständig Umweltinnovationsprogramm des

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In Hannover-Stöcken werden nach drei Jahren endlich wieder Reifen gefertigt, und zwar Heiß- und Kaltrunderneuerte Zentrale Anlage im neuen ContiLifeCycle-Werk ist der Marangoni-Builder vom Typ „Alpha Twin – Dual Black Swan“

deutschen Bundesumweltministeriums mit 1,2 Millionen Euro gefördert; es entstanden rund 100 neue Arbeitsplätze im ContiLifeCycle-Werk, das von Franz Stuefer geleitet wird. Das im Werk anfallende Raumehl wird komplett in der an das Werk angeschlossenen Recyclinganlage verarbeitet. Selbst bei maximaler Auslastung des Werkes mit der Produktion von 180.000 runderneuerten Reifen im Jahr kann das Raumehl die Recyclinganlage – die auf eine Kapazität von 4.000 Tonnen Gummi jährlich ausgelegt ist – höchstens zu rund 30 Prozent auslasten. Pro Reifen entstehen rund drei bis sieben Kilogramm Raumehl, so der Richtwert. Die verbleibenden Recyclingkapazitäten wird das Unternehmen mit Materialien zu decken wissen, die von der ContinentalTochter Reifen-Entsorgungsgesellschaft mbH (REG) – ebenfalls Sitz in Hannover – eingesammelt werden. Die REG entsorgt pro Jahr etwa 40.000 Tonnen Altreifen und noch einmal die gleiche Menge Altgummi. Die Recyclinganlage im neuen ContiLifeCycle-Werk werde demnach ständig zu 100 Prozent ausgelastet sein, heißt es dazu vonseiten des Unternehmens. Und das Material, das zusätzlich zum Raumehl in dem ContiLifeCycle-Werk in Hannover-Stöcken recycelt wird, muss nicht teuer der sogenannten thermischen Verwertung zugeführt werden; die Verbrennung von einer Tonne Altreifen lässt sich die Ze-

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mentindustrie mit wenigstens 200 Euro bezahlen. Man darf also annehmen, dass die Continental durch das eigene Recyclingwerk jährlich wenigstens eine halbe Million Euro an Entsorgungskosten einspart. Die Continental spricht im Zusammenhang mit dem LifeCycle-Werk von einem „geschlossenen Produktionsprozess“ – das Recyclingmaterial wird demnach komplett in der Produktion des Herstellers weiterverwendet. Der integrierte Ansatz in Hannover-Stöcken helfe nicht nur dabei, die Produktionskosten insgesamt weiter zu verringern, weil zunehmend auch Recyclingmaterial in der

Mischungsproduktion eingesetzt wird. Gleichzeitig werden dadurch auch wertvolle Rohstoffe geschont, bereits gebrauchte Rohstoffe weitergenutzt, Abfälle reduziert und signifikant CO2-Einsparungen erzielt. Die Kombination einer Heiß- und Kaltrunderneuerungsanlage mit der Gummirecyclinganlage sei weltweit „eine einzigartige Kombination“, heißt es dazu vonseiten des Herstellers. arno.borchers@reifenpresse.de

Im angeschlossenen Recyclingwerk kann die Continental jährlich rund 4.000 Tonnen Gummi devulkanisieren und somit für eine erneute Verwendung in der Reifenproduktion aufbereiten


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EUROPÄISCHER NACHHALTIGKEITSPREIS GEHT AN CONTINENTAL ContiLifeCycle-Werk in der Kategorie „Reifen und Reifendienste“ ausgezeichnet Continental erhält den „Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit“ für sein neues ContiLifeCycle-Werk in Hannover-Stöcken, das technisch hochwertige Reifenrunderneuerung mit umweltschonendem Gummirecycling verbindet. Der internationale Reifenhersteller und Automobilzulieferer wird in der Kategorie „Reifen und Reifendienste“ ausgezeichnet. Vergeben wird der „Europäische Transportpreis für Nachhaltigkeit“ alle zwei Jahre vom Huss-Verlag in München für Entwicklungen und Erfolge Dr. Marko Multhaupt, Leiter Marketing und Vertrieb Bus- und Lkwder Nutzfahrzeugindustrie hinsichtlich Reifen DACH (Mitte), bedankt sich in München für den „Europäischen Transnachhaltiger Produkte. Im Verlag er- portpreis für Nachhaltigkeit“ scheinen Titel wie Transport oder Logistik heute. zyklat weiterverarbeitet und in die Produktion Dr. Marko Multhaupt, Leiter Vertrieb und von Neureifen und runderneuerten Reifen zuMarketing Bus- und Lkw-Reifen Ersatzgeschäft rückgeführt. So können im Produktionsprozess Deutschland, Österreich und Schweiz, hat den 7.800 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart „Europäischen Transportpreis für Nachhaltigwerden; die Abfallmengen verringern sich um keit 2014“ am 19. November im Rahmen eines rund 80 Prozent. Die runderneuerten Reifen lieFestaktes in München für Continental entgegen hinsichtlich ihrer Laufeigenschaften und gengenommen. Multhaupt hierzu: „Mein Dank ihres Rollwiderstands auf dem Niveau von Neugilt den Initiatoren und der Jury, die mit diesem reifen“, heißt es dazu vonseiten des Reifenhereuropäischen Preis in Sachen Nachhaltigkeit stellers. eine für Continental äußerst motivierende EntDie Jury aus sieben namhaften Experten scheidung getroffen haben.“ aus Forschung, Technik und Transport verlieh Im ContiLifeCycle-Werk werden „in einer indem neuen ContiLifeCycle-Werk Bestnoten. novativen und technisch hochwertigen Anlage Bewertet und gewichtet wurde dabei in drei Kaabgefahrene Lkw-Reifen in einem Heißrundertegorien: 1. Ökonomie: Prozessoptimierung und neuerungsverfahren ressourcenschonend wieKostenersparnis mit 30 Prozent, 2. Ökologie: der aufgearbeitet. Im Vergleich zur NeureifenÖkobilanz des Produktes mit 40 Prozent, 3. Soproduktion ist dabei der Energieaufwand um ziale Verantwortung: Schonung von Umweltrund 50 Prozent und der Wasserbedarf um rund ressourcen, Schutz der Umwelt, Bedingungen 80 Prozent niedriger. Das in der Runderneueam Arbeitsplatz mit 30 Prozent. ab rung anfallende Raumehl wird zu Gummire-

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Karl Kurz: Altreifenentsorgung nur über zertifizierte Betriebe „Wenn schwarzes Gold im Wald verbrennt“ Wer bei Google-News den Suchbegriff „Altreifen“ eingibt, erhält ein erschreckendes Ergebnis. Allein im Oktober gibt es gleich auf Seite eins der Suchergebnisse sechs Meldungen zu illegaler Altreifenentsorgung: „40 Altreifen am Donauufer entsorgt“, „100 Altreifen in Bremerhaven illegal entsorgt“, „200 Altreifen im Wald bei Heikendorf entsorgt“, „Unbekannte entsorgen 70 Altreifen an der B8 bei Geisling“, „Illegal elf Altreifen in Hönisch entsorgt“, „Unbekannte werfen 50 Altreifen auf eine Pferdeweide“. – Das macht zusammen 421 illegal entsorgte Reifen in einem Monat – und hier handelt es sich nur um Fälle, über die die Presse berichtet hat. er große Teil der Kfz-Werkstätten, Reifenhändler und Autohäuser wird bei der Altreifenentsorgung wohl darauf achten, wem sie ihre alten Reifen zur Entsorgung anvertrauen. Oft wird das aber auch über den Preis entschieden, und der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag – was dann weiter mit den alten Reifen passiert, weiß der Auftraggeber oft nicht. „Unter den Altreifenentsorgern gibt es leider, wie auch in anderen Branchen, schwarze Schafe. Sie bieten die Entsorgung extra billig an, kassieren den Entsorgungsbeitrag und laden die Reifen dann im nächsten Bach ab“, kommentiert dazu die Kurz Karkassenhandel GmbH, einer der führenden Altreifenentsorger in Deutschland. „Es geht aber auch anders“, so Kurz weiter: Einer, der zu den Vorreitern in Sachen umweltgerechter Altreifenentsorgung gehört und seit je mit gutem Beispiel voran geht, ist Karl Kurz. In Wendlingen und Landau, wo der heute 80-Jährige mit seinem Unternehmen, der Kurz Karkassenhandel GmbH, seit knapp 60 Jahren ansässig ist, zeigt er, wie im Bereich der Altreifenentsor-

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gung nachhaltig und sorgfältig gearbeitet werden kann. Die schwarzen Schafe schaden „seiner“ Branche und stellen das Gros der Entsorgungsunternehmen in der Öffentlichkeit in ein schlechtes Licht. Nachrichten über illegale Reifendeponien und Reifenbrände machen Karl Kurz wütend. Erst im Juli dieses Jahres wurden über 400 illegal entsorgte Reifen an zehn oder mehr Stellen in verschiedenen Bächen um Kirchheim unter Teck – nicht weit von Wendlingen entfernt – gefunden. Deswegen setzt sich Karl Kurz für die Zertifizierung aller Entsorgungsbetriebe ein. Bei Bundesverbänden und Automobilklubs macht er regelmäßig auf die Missstände aufmerksam und appelliert auch innerhalb der Branche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Altreifen. Der Altreifenentsorger und Karkassenhändler der ersten Stunde steht seit der Gründung seines Unternehmens im Jahr 1955 für die umweltgerechte und zertifizierte Altreifenentsorgung ein. „Es ist dringend notwendig, dass alle Reifenhändler, aber auch Autohäuser und Kfz-Werkstätten, verpflichtet werden, ihre Altreifen nur an zertifizierte und genehmigte Entsorgungsunternehmen abgeben zu dürfen“, fordert Karl

Kurz. „Wer von seinen Kunden Geld für den Reifenwechsel und die Entsorgung der alten Reifen verlangt, übernimmt zugleich die Verantwortung dafür, dass die Reifen auch umweltgerecht entsorgt werden.“ Altreifen auf der grünen Wiese zu entsorgen, ist in hohem Maße umweltschädlich, vor allem dann, wenn die Reifen unkontrolliert und unprofessionell verbrannt werden. Erst im Juli berichtete die Presse von einem Reifengroßbrand in Rheinland-Pfalz auf einer illegalen, nicht genehmigten Halde. Bei der Verbrennung von Altreifen werden giftige Gase freigesetzt, die eine Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen. Reifen brennen extrem gut, entwickeln bei der Verbrennung extrem hohe Temperaturen und können außerdem nur sehr schwer gelöscht werden. „Noch dazu sind solche Handlungen umso unverständlicher, wenn man weiß, dass Altreifen ein wertvoller Rohstoff sind, der wiederverwertet und zu neuen Produkten weiterverarbeitet werden kann“, heißt es dazu weiter. Seit es im Jahr 2001 Wissenschaftlern der Technischen Universität Chemnitz zum ersten Mal gelungen ist, aus Altreifenmehl und Polypropylen einen stabilen Beim Kurz Karkassenund formbaren Kunststoff aus der Gruppe handel können kleine der Thermoplastischen Elastomere herwie auch ganz große zustellen, haben sich Technik und VerReifen fachgerecht entsorgt werden fahren auf diesem Gebiet rasant weiterentwickelt. Damals sagten die Wissenschaftler dem Altgummi eine große Zukunft im Automobilbau voraus, inzwischen gehört die Verwendung von recyceltem Kunststoff aus Gummigranulat und Gummimehl aus Altreifen nicht nur in dieser Branche zum Alltag. Aus dem Recyclingprodukt werden heute Bodenbeläge für Sporthallen und Spielplätze, Tartanbahnen, Gartenschläuche und vieAuch Gummiabfälle stellen für zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe oftmals kein Problem dar le weitere Produkte hergestellt. ab


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Recyclinganlage für gummierten Stahlcord von Continental Continental hat eine Anlage entwickelt, die es erstmals ermöglichen soll, unvulkanisierte Stahlcordabfälle aus der Reifenproduktion zu recyceln. Die „Hurricane Machine“ genannte Anlage trennt Produktionsabfälle wieder in unvulkanisierte Gummimischung und Stahlcord auf. Die Entwicklung dieses Prozesses wird von Continental als weiterer Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Reifenproduktion gewertet.

Die „Hurricane Machine“ steht im Continental-Reifenwerk Puchov er Recyclingprozess ist weltweit der erste seiner Art in der Reifenindustrie und wurde von dem früheren Leiter des Bereichs Umweltschutz bei Continental Nutzfahrzeugreifen, Dr. Martin Theusner, entwickelt. „Jedes Jahr fallen in Reifenwerken produktionsbedingt signifikante Mengen an Verschnitt an. Anstatt dieses gummierte Stahlcordmaterial als Abfall zu deklarieren und zu entsorgen, haben wir bei Continental nach einer umweltschonenden und nachhaltigen Lösung gesucht, die es zugleich ermöglicht, die wertvollen Rohmaterialien erneut zu verwenden“, erklärt Theusner.

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Da das Material nicht vulkanisiert wurde, wird die Trennung von Gummi und Stahlcord durch die Anwendung mechanischer Kräfte erwirkt. Nachdem der Stahl extrahiert und die Gummimischung granuliert wurde, sorgt eine Reihe starker Magnete dafür, dass auch die letzten Stahlreste aus der Gummimischung entfernt werden. Während der Stahl verkauft und außerhalb des Unternehmens recycelt wird, kann die so gewonnene Gummimischung in Continental-Werken zur Reifenproduktion wiederverwendet werden. „Da wir fortwährend an der Optimierung unseres Produktionsprozesses arbeiten, war es eine interessante Herausforderung, eine Lösung für diese unvermeidbaren Gummiabfälle zu entwickeln. Dieses Verfahren ermöglicht es uns, unseren Materialeinsatz weiter zu verbessern, und trägt dazu bei, dass unser Produktionsprozess noch umweltfreundlicher wird“, erläutert Thierry Wipff, Leiter Produktionsmanagement Nutzfahrzeugreifen bei Continental. Die „Hurricane Machine“ wurde gemeinsam mit einem auf den Bau von Recyclinganlagen spezialisierten Unternehmen entwickelt. Im slowakischen Continental Reifenwerk in Puchov verarbeitet die Anlage unvulkanisierte Gummiabfälle aus nahezu allen europäischen Continental-Reifenwerken. dv

Hat die Maschine entwickelt: Dr. Martin Theusner

Thierry Wipff, Leiter Produktionsmanagement Nutzfahrzeugreifen bei Continental

Bei Conti wächst das Laufstreifenangebot für die Lkw-Reifenrunderneuerung Um insgesamt zehn neue LaufContinental erweitert sein Produktprogramm an Laufstreifen für die Kaltrunderneuerung von Lkw-Reifen. „Wir bauen das ‚ContiTread’Angebot für unsere Partner umfangreich aus. Für verschiedene Segmente und Nutzfahrzeugklassen bieten wir insgesamt zehn neue Artikel an“, erklärt Christian Sass, Leiter des Geschäftsbereiches Runderneuerung Lkw-Reifen für die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bei Conti. Für den innerstädtischen und regionalen Verteilerverkehr steht den Runderneuerungspartnern des Unternehmens demnach ab sofort das „LDR-1+“-Antriebsreifenprofil

streifen für die Kaltrunderneuemit M+S-Kennzeichnung für leich- rung wird das „ContiTread“Produktportfolio ausgebaut te und mittelschwere Lkw in fünf neuen Dimensionen – 205/75 R17.5, 215/75 R17.5, 225/75 R17.5, 235/75 R17.5 und 245/70 R17.5 – zur Verfügung. Speziell für den Wintereinsatz auf der Antriebsachse ist das Profil „HDW 2 Scandinavia“ mit M+S-Label in der Größe 315/80 R22.5 ge- Tread“-Portfolio hinzu. Alle Laufstreifen diedacht sowie „HTW 2“ in 385/65 R22.5 und ses Labels sind Unternehmensangaben zu385/55 R22.5 für Anhänger/Auflieger. Zu- folge optimal ausgelegt für die Verwendung sätzlich kommt für Trailerreifen nun außer- mit Conti-Karkassen – sie sollen jedoch dem noch der Laufstreifen für den „HTL 1 auch auf Karkassen anderer PremiumfabriEco Plus“ in den Dimensionen 385/65 kate „sehr gute Ergebnisse“ erzielen. cm R22.5 und 385/55 R22.5 neu zum „Conti-

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Marangoni setzt auf enge Beziehung mit Kunden in der Türkei Besuch italienischer Marangoni-Standorte Seit einiger Zeit ist die Türkei dank einer im Vergleich zu Europa weitaus höheren wirtschaftlichen Wachstumsrate und der Schlüsselstellung in Bezug auf die Handels- und Energieströme zwischen Europa und Asien einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für Nutzfahrzeugreifen und ihre Runderneuerung, die fast ausschließlich mit vorgefertigten Laufflächen erfolgt. Mit 400.000 Reifen, die jährlich von etwa 80 Spezialbetrieben runderneuert werden, ist die Türkei der sechstgrößte Markt Europas, was die Gesamtzahl runderneuerter Reifen betrifft, und der zweitgrößte nach Deutschland in Bezug auf das Kaltverfahren. All diese Faktoren und die leichte Erschließbarkeit machen den türkischen Markt ausgesprochen wettbewerbsfähig, auch hinsichtlich des Angebots von Materialien zur Runderneuerung, das durch einige lokale Hersteller und verschiedene europäische und außereuropäische Akteure gedeckt wird. eit mehr als zehn Jahren ist Marangoni Retreading Systems in der Türkei mit einer eigenen Filiale, der „Marangoni Kaucuk Ticaret Izmir“, vertreten, die sich in Izmir befindet. Neben Aktivitäten in Verwaltung und Logistik betreut sie mit einem Vertriebs- und Servicenetz die Kunden vor Ort und bedient rund 15 mittelgroße Runderneuerungsbetriebe, die zum Großteil auch im Vertrieb von Neureifen tätig sind. Durch die Präsenz einiger wichtiger Runderneuerungsbetriebe im Vertriebsnetz der Marangoni Kaucuk Ticaret war es möglich, einen Marktanteil von 17 Prozent zu erzielen, der überwiegend mit dem Marangoni-Ringsystem „Ringtread“ zur Runderneuerung realisiert wurde, heißt es dazu in einer Mitteilung. Dies bestätigt Osman Bayik, Geschäftsführer der türkischen Filiale, der von Beginn an die Entwicklung verfolgte: „Das ,Ringtread’-Verfahren

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Marangoni Retreading Systems schult türkische Partner an italienischen Standorten

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bietet den Partnern von Marangoni Retreading Systems eine wichtige Wachstums- und Gewinnquelle, da dem Endverbraucher ein exklusives Produkt von höchster Qualität geboten werden kann.“ In Anbetracht der Entwicklung des türkischen Markts und der Präsenz des italienischen Unternehmens kündigte Marangoni Retreading Systems auf der Händlerversammlung im vergangenen Frühjahr ein Besuchsprogramm zur Besichtigung der eigenen italienischen Anlagen an, das die wichtigsten türkischen Kunden einbezieht und vergangene Woche eröffnet wurde. Während der vier Tage in Italien besuchte die erste Gruppe türkischer Kunden die MarangoniRunderneuerungsanlage in Rovereto und anschließend die Firma TRM/Marangoni in Ala, wo die neuesten vom Unternehmen entwickelten Maschinen und die technischen Serviceleistungen sowohl für das Management der Maschinen (Global Machinery Service) als auch für den Runderneuerungsprozess vorgestellt wurden. Die Reise ging anschließend weiter in die Toskana mit einem Besuch der zur Marangoni-Gruppe gehörenden Firma Fedi Gomme in Florenz, die Fuhrparks Verträge auf Basis der Kilometerkosten anbietet. Ein Workshop über das Outsourcing des Reifenmanagements gab die Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch und Einblick in die Hard- und Softwareinstrumente, mit denen Dienstleistungen dieser Art für Fuhrparks professionell erbracht werden können. Am Ende der Begegnung stand eine Besichtigung der Stadt Florenz und der Hügel des ChiantiGebiets, bevor es nach Ferentino bei Rom zu einem Besuch der Produktionsanlage für „Ringtread“-Ringe ging, wo die Reise endete. ab


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Weiterentwickeltes Bandag-Profil für Busreifen peziell für Busse, die im Stadtverkehr eingesetzt werden, bringt Bridgestone ein neues Bandag-Runderneuerungsprofil auf den Markt. Das unter dem Namen „BDU2” vermarktete Produkt soll gegenüber dem Vorgänger „BDU(E)” unter anderem mit einer 20 Prozent höheren Laufleistung aufwarten können, gleichzeitig aber auch gute Traktions- und Bremseigenschaften im Trockenen wie im Nassen mitbringen. Zudem wird eine Ganzjahreseignung (M+S-Markierung) versprochen. „BDU2“Laufstreifen sollen in verschiedenen Breiten angeboten werden, sodass damit Reifen der meisten gängigen Dimensionen runderneuert werden können. „Mit Bandags neuem ‚BDU2’ haben städtische Fuhrparks Zugriff auf eines der modernsten Runderneuerungsprodukte auf dem Markt, das alle Eigenschaften für einen fordernden Einsatzbereich mitbringt wie Sicherheit für die Passagiere, eine herausragende Ganzjahres-Performance und vor allem eine hohe Laufleistung“, sagt Harald Van Ooteghem, Senior Manager Marketing Planning der Commercial Business Unit bei Bridgestone Europe. cm

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RTA kann dritten Geburtstag feiern

„Protread by Bandag“ aus dem Reiff-Werk Fast jeder zweite montierte Nutzfahrzeugreifen ist runderneuert – mit steigender Tendenz. Anlass genug für das Reutlinger BandagRunderneuerungswerk der Reiff-Gruppe, die Produktpalette weiter auszubauen. Zur Vielzahl der bisher erhältlichen Profile kommt dieser Tage die neue Produktlinie „Protread by Bandag“ hinzu. Der zur Unternehmensgruppe gehörende Großhändler R.Tec bietet das komplette Bandag-Sortiment jetzt auch über seinen Onlineshop an. Der Einsatzzweck für „Protread“ sind Fahrzeuge im Nah- und Verteilerverkehr, die besonders wirtschaftlich unterwegs sein müssen, richtet sich also an Flotten, bei denen der Preis pro Kilometer das Entscheidungsmotiv für den Reifenkauf ist. Wie die anderen Bandag-Profile auch gibt es „Protread“ in den wichtigsten Dimensionen. Zusätzlich zu bewährten Bandag-Profilen gibt es jetzt speziell entwickelte Neuheiten wie die Modelle PRO DR1, PRO TR1 und PRO TRL2 für den Trailereinsatz. Diese Modelle eignen sich auch für den Nahverkehr. Logistikunternehmen können sich dabei auf die bekannte Bandag-Runderneuerungstechnologie verlassen. dv

„BDU2“-Laufstreifen sollen in verschiedenen Breiten angeboten werden, sodass damit Reifen der meisten gängigen Dimensionen runderneuert werden können

ieser Tage kann die Retread Tire Association (RTA) ihren dritten Geburtstag feiern. Zwar kursierten schon ein paar Wochen zuvor Gerüchte, der ehemalige TRIB-Geschäftsführer Harvey Brodsky habe nach seinem Ausscheiden beim Tire Retread & Repair Information Bureau bereits einen neuen Runderneuerungsinteressenverband gegründet, doch der offizielle RTA-Starttermin ist seinen Worten zufolge der 16. November 2010. Seit diesem Stichtag sind aber nicht nur einfach drei Jahre vergangen, sondern seither ist die Zahl der Verbandsmitglieder von null auf mittlerweile bereits mehr als 300 in weltweit 38 Ländern geklettert. Und noch immer kämen beinahe jede Woche neue hinzu, freut sich Brodsky über das anhaltende Wachstum der RTA. Wie er sich heute zurückerinnert, habe ihn damals Keith Jarman von AME International angerufen, weil er erstes RTA-Mitglied werden wollte. Doch damit sei Jarman zu spät drangewesen, weil ihm Bob Hendry von der 31 Incorporated um gerade einmal fünf Minuten zuvorgekommen war. „Als Bob mich anrief, um Mitglied zu werden, hatten wir noch kein Büro und noch nicht einmal ein Bankkonto eingerichtet“, so der in Sachen Runderneuerung umtriebige Brodsky, der den dreijährigen RTA-Geburtstag zugleich zum Anlass nimmt, allen Mitgliedern für ihre Unterstützung bzw. das in ihn gesetzte Vertrauen zu danken. „Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, damit sich ihr Investment in die Retread Tire Association auch zukünftig weiter auszahlt“, versichert er. Man mache sicherlich auch Fehler, aber man werde sich weiter bemühen, die RTA zum weltweit „besten Runderneuerungsverband mit den engagiertesten Mitarbeitern“ zu machen. cm

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Ziehl-Abegg baut Antriebssystem ZAwheel aus „Ziehl-Abegg setzt mit ZAwheel Maßstäbe in Effizienz und Emissionsverhalten bei Stadtbussen“, verspricht Ralf Arnold, Geschäftsführer von ZiehlAbegg Automotive. 90 Prozent Verkehrslärm entfallen, die Emissionen von CO2 und NO2 sind bei null. Neu ist, dass Ziehl-Abegg ein komplettes Achsantriebsmodul im Portfolio hat und auch optionale Komponenten anbietet: ein Energiemanagementsystem und ein Telediagnostiksystem. Zudem wurde das Nenndrehmoment von ZAwheel um ein Drittel auf 2.700 Nm pro Rad erhöht. erade ein Jahr ist es her, dass ZiehlAbegg (3.150 Mitarbeiter/371 Millionen Euro Umsatz) auf der IAA Nutzfahrzeuge das sogenannte ZAwheel präsentiert hat. Der Clou bei der E-Mobilitätslösung für Stadtbusse: Der Elektromotor sitzt direkt in der Mitte des Rades. Dadurch wird neben dem Dieselmotor jedes Schalt-, Differential- und einfache Übersetzungsgetriebe überflüssig. Der Vorteil neben der Emissionseinsparung ist die hohe Effizienz. Denn jede Getriebeübersetzung schluckt Energie. ZAwheel kommt so auf 90 Prozent Wirkungsgrad von der Batterie zum Rad. Möglich ist dies durch eine ausgeklügelte Steuerung – die auch komplett ins Rad integriert

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ZAwheel von Ziehl-Abegg: Elektromotor und Steuerungselektronik sind komplett in die Radnabe integriert

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ist. Dass beim Bremsen die Energie nicht verlorengeht, sondern wieder in die Akkus gespeist wird, versteht sich von selbst. Ziehl-Abegg stellt ein System vor, das seit dem Jahr 2008 in mehreren Ländern im Linienbetrieb getestet worden ist. Belastbare Werte belegen Funktionstauglichkeit, Effizienz und Emissionswerte. Das jahrelang im Feldversuch erprobte Antriebssystem gibt es seit Frühjahr bei zwei Busherstellern serienmäßig in Neufahrzeugen. Sowohl das polnische Unternehmen AMZ als auch VDL Bus & Coach statten neue E-Stadtbusse serienmäßig mit ZAwheel aus. 2013 räumt Ziehl-Abegg bei mehreren Wettbewerben mit dieser E-Mobilitätslösung ab: Die Energy Globe Foundation hat das ZAwheel an die Spitze gesetzt, beim internationalen Plus X Award schnitt es als „Best Product of the Year“ ab. Und auch im Rahmen des Umwelttechnikpreises des Landes Baden-Württemberg überreichte Umweltminister Franz Untersteller eine Auszeichnung. Die Nominierung für den Bayerischen Staatspreis für Elektromobilität passt gut dazu. „Gerade bei Nutzfahrzeugen wie Omnibussen, die oft anfahren und bremsen, kommt die Effizienz durch die Energierückgewinnung besonders stark zum Tragen“, unterstreicht Vertriebsleiter Harald Ludescher. Zusätzlich gibt es in den Innenräumen der Fahrzeuge mehr Platz. Denn mit ZAwheel kann der Durchgang an den hinteren Radkästen deutlich breiter werden. Das süddeutsche Unternehmen kann mehr als hundert Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Elektromotoren vorweisen. Bisher waren diese Antriebe in Aufzügen, in Ventilatoren oder in Spezialfahrzeugen auf dem Meeresgrund zu finden. „Unser Ziel war es schon immer, den Energiebedarf zu senken, die Betriebsgeräusche zu minimieren und hochwertige Motoren zu bauen, die lange und zuverlässig ihren Dienst verrichten“, sagt Geschäftsführer Arnold. In den vergangenen Monaten wurde der reine Radnabenantrieb erweitert: Ziehl-Abegg bietet ein


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komplettes Achsantriebsmodul an, optional gibt es ein Energiemanagementsystem und ein Telediagnostiksystem. ZAwheel kann in neue oder gebrauchte Busse eingebaut werden. Dazu wird der komplette Antriebsstrang gegen die ZAwheel-Achseinheit getauscht und die notwendige Elektrifizierung vorgedv nommen.

INNOVATION LABEL 2013 FÜR GETRIEBELOSEN RADNABENANTRIEB ZAWHEEL AUF DER BUSWORLD Ziehl-Abegg (Künzelsau) hat mit dem getriebelosen Elektroantrieb für Stadtbusse (ZAwheel) auf der Busworld in Kortrijk (Belgien) überzeugt und das ECW Innovation Label 2013 gewonnen. Der ausgezeichnete Elektromotor sitzt direkt in der Radnabe und ist unerreicht bei der Effizienz. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der European Coach and Bus Week (ECW) von einem internationalen Expertenteam verliehen. Mit dem Innovation Label werden herausragende Innovationen gewürdigt, die auf der Busworld in Kortrijk ausgestellt werden. „Der getriebelose Radnabenantrieb übertrifft alle anderen Elektromotorenanbieter deutlich, was die Effizienz angeht“, sagt Ralf Arnold, Geschäftsführer von Ziehl-Abegg Automotive. Dazu kommt, dass sämtliche Wartungs- und Servicekosten für Getriebe und Differenzial entfallen. „Wir entfernen 80 Prozent der beweglichen Teile im Antriebsstrang“, sagt Arnold und fügt hinzu: „Was nicht vorhanden ist, benötigt weder Service noch Wartung und vor allem keine Energie.“ Auf der Busworld ist der getriebelose Radnabenantrieb gleich mehrfach zu sehen gewesen. Der große niederländische Bushersteller VDL Bus & Coach bot ein Serienfahrzeug mit ZAwheel für Testfahrten an; am Messestand von AMZ (Polen) wurde der Arctic Whisper vorgestellt – ein Stadtbus, der in Umea (Nordschweden) täglich im Linienverkehr beweist, dass Elektromobilität auch in kalten Regionen möglich ist. Ausgezeichnet wurde bei der Busworld auch E-Traction, der niederländische Entwicklungspartner von Ziehl-Abegg. Am Messestand von Ziehl-Abegg waren die neueste Generation von ZAwheel zu sehen und ein komplettes dv Achsantriebsmodul.

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Kurzgefasst. Auch RTS bietet jetzt Cubs Universal-RDKS an

Das „große Starterkit“ besteht aus „SensorAID“-Diagnosegerät, zehn „Uni-Sensoren“ sowie einem Montageset

Das universelle Reifendruckkontrollsystem (RDKS) bzw. das Diagnosegerät „Sensor AID“ der taiwanesischen Cub Elecparts Inc. ist offenbar bei immer mehr Vertriebspartnern erhältlich. Neuerdings können Fachhändler beides beispielsweise auch über die RTS Räder Technik Service GmbH mit Sitz in Vettweiß bzw. deren Webshop unter www.tpmsshop.de beziehen. RTS bietet dabei nicht nur die RDKS-Sensoren, das Diagnosegerät oder ein Montageset jeweils einzeln an, sondern in Form zweier daraus zusammengestellter Bundles (groß/klein) zudem noch sogenannte „Starterkits“. cm

Aktualisierte Kataloge für Nachrüst-RDKS „TireMoni“ verfügbar Unter dem Namen „TireMoni“ bietet die Technology Products Marketing GmbH (TPM) schon seit einiger Zeit Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) zum Nachrüsten an. Mitte November hat das Unternehmen neue Produktkataloge rund um seine Lösungen einerDie aktualisierten Kataloge seits für Pkw, Anhänger, stehen unter www.tiremoTransporter, Wohnmobile ni.com/support/handbucher/ zum Herunterund Wohnwagen sowie laden bereit andererseits für Nutzfahrzeuge, Busse, Mobilkrane, Erdbewegungsmaschinen und Tieflader veröffentlicht. Die aktualisierten Dokumente stehen auf der TPM-Website unter www.tiremoni.com/support/handbucher/ zum Herunterladen bereit. cm

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RDK-Systeme in laufender Saison: Völlig indiskutable Situation Seit Mitte vergangenen Jahres informiert der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk permanent und ausdrücklich über die neue Gesetzeslage hinsichtlich des Einsatzes von Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) in neuen bzw. neu zugelassenen Fahrzeugen. „Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal auf die beiden wesentlichen Termine der Inkraftsetzung/Wirksamkeit der EU-VO 661/2009 hingewiesen“, so der Verband in einem aktuellen Newsletter. rstens: Die EU-VO 661/2009 zu RDKS gilt ab 1. November 2012 für ab diesem Zeitpunkt neu typengenehmigte (neu homologierte) Kraftfahrzeuge der Klasse M1, d.h. diese Fahrzeuge müssen verbindlich mit einem RDKS ausgestattet sein, das die Bedingungen der ECE-R 64 erfüllt (direkte oder indirekte Systeme). Zweitens: Die EU-VO 661/ 2009 zu RDKS gilt ab 1. November 2014 für alle ab diesem Zeitpunkt neu zugelassenen Kraftfahrzeuge der Klasse M1, d.h. diese Fahrzeuge müssen verbindlich mit einem RDKS ausgestattet sein, das die Bedingungen der ECE-R 64 erfüllt (direkte oder indirekte Systeme). Das Problem für den Reifenhandel liegt dem BRV zufolge allerdings weiterhin in der eindeutigen Zuordnung neuer Fahrzeuge zu den oben angegebenen Terminen. Der BRV kritisiert dazu: „Die Genehmigungsbehörde in Deutschland, das KBA, sieht sich außer Stande, hierzu verifizierbare Informationen bereit zu stellen.“ Bekanntermaßen hat sich der BRV in den vergangenen anderthalb Jahren nachdrücklich dafür eingesetzt, dass für den Aftermarket, den Reifenfachhandel, Möglichkeiten und Informationsquellen geschaffen werden, die eine eindeutige Identifikation des Fahrzeugs ermöglichen – ob dieses unter die EU-VO 661/2009 fällt oder eben (noch) nicht. „Leider ist das bis dato immer noch nicht der Fall“, so der BRV. Auch der entsprechende Eintrag in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Buchstabe K (Nummer der EG-Typengenehmigung oder ABE) und der Ziffer (6) – Datum zu K – lasse eben keinen eindeutigen Rückschluss zu, ob bereits ein RDK-System im Auto integriert sein muss oder eben noch nicht. Dies sei „eine sicherlich für den Aftermarket, den Reifenfachhandel, völlig indiskutable Situation hinsichtlich einer fach- und sachgerechten Kommunikation zum Kun-

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Wann muss ein neues Auto mit RDK-Sensoren ausgerüstet werden und wann kann man – zumindest rechtlich – darauf verzichten? den, schon im laufenden Winterreifengeschäft“, moniert der Verband weiter. Unabhängig von allen Unsicherheiten bei der Zuordnung „müssen wir in der Praxis, wie bereits gesagt, schon in der laufenden Winterreifensaison damit umgehen können“. Die BRV-Geschäftsstelle gibt dazu folgende Empfehlung ab: „Grundsätzlich sollten Sie – in der Information/Beratung Ihrer Kunden, insbesondere bei der jetzt anstehenden Umbereifung auf Winterräder – davon ausgehen, dass Fahrzeuge der Klasse M1, bei denen in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Ziffer (6) – ein Datum ab dem 1. November 2012 eingetragen ist – unter die EU-VO 661/2009 fallen bzw. fallen können. Damit muss dem Kunden dringend empfohlen werden, dass die neuen Winterräder – so das Fahrzeug über ein direktes RDKS verfügt – gleichfalls mit Sensoren zur Funktionsfähigkeit des RDKS auszustatten sind, da eine de facto Deaktivierung des RDKS dieser Fahrzeuge unzulässig ist.“ Im Zweifelsfalle sollte sich der Reifenhändler von seinem Kunden schriftlich bestätigen lassen, dass dieser auf den oben genannten Tatbestand aufmerksam gemacht worden ist, er sich aber entgegen der Empfehlung des Händlers auf eigenes Risiko gegen die Montage der Sensoren entschieden hat.

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Richtig oder falsch? ADAC und Bridgestone klären „Mythen im Winter“ auf

Muss man im Winter immer mit Winterreifen fahren? Reichen Winterreifen auf der Antriebsachse gesetzlich aus? Sind bei Geländewagen Sommerreifen mit gutem Profil ausreichend im Winter? – Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich Mitte November die Gäste des ADAC HessenThüringen und von Bridgestone Deutschland bei einer Diskussionsrunde zum Thema „Wintermärchen oder Wahrheit? – Diskussionsrunde: Mythen zur Mobilität im Winter“. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass auch drei Jahre nach der Einführung das Thema der situativen Winterreifenpflicht ein stets aktuelles ist. ebel, Schnee, Glatteis – im Winter haben es Verkehrsteilnehmer nicht leicht. Unter Fußgängern, Rad- und Autofahrern kursieren Halbwahrheiten und Tipps für Hausmittel, welche durch die dunkle Jahreszeit helfen sollen. Doch macht es überhaupt Sinn, die Frontscheibe mit kochendem Wasser von Eis zu befreien? Gibt es für ausländische Fahrzeuge eigentlich eine Winterreifenpflicht? Und gelten verschneite Verkehrsschilder überhaupt noch? Auf diese und viele weitere Fragen fand ein Expertengremium die richtigen Antworten und prüfte dabei zahlreiche Mythen rund um die Mobilität im Winter auf ihren Wahrheitsgehalt. So betonte etwa Michael Uhl von Bridgestone Deutschland vor den versammelten Pressevertretern, wieso ein Ganzjahresreifen eben ein Kompromiss sei und Saisonreifen für Winter und Sommer stets vorzuziehen seien. Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht Rainer Kuhn wiederum betonte, dass die Beweislast im Falle eines Falles stets die Behörden trügen: Passiert ein Unfall im Winter auf schneeglatter Fahrbahn und sind dabei Sommerreifen bei dem Unfallverursacher montiert, müssen die ermittelnden Behörden dem Unfallverursacher nachweisen, dass die laut Straßenverkehrsordnung nicht erlaubten Reifen ursächlich für den Unfall waren; niemand

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müsse sich entlasten. Siegfried Wetterau, Vorstand für Verkehr, Umwelt und Technik beim ADAC Hessen-Thüringen, wies unterdessen darauf hin, dass im Winter offensichtlich generell vorsichtiger gefahren werde; es passierten zwar mehr Unfälle im Winter, die Anzahl der Personenschäden – also der Toten und Verletzten – sei im Sommer überdurchschnittlich hoch. Nach der Diskussionsrunde hatten die Teilnehmer auf dem Fahrsicherheitszentrum des ADAC Hessen-Thüringen Gelegenheit, den Unterschied zwischen modernen Winterreifen und SUV-Sommerreifen mit M+S-Kennzeichnung direkt selber zu erfahren. ab

Bei der Diskussionsrunde auf dem Fahrsicherheitszentrum des ADAC Hessen-Thüringen in Nohra bei Weimar sorgte die Expertenrunde für die Aufklärung einiger Winter(reifen)mythen

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Industriereifenportfolio bei Conti wird ausgebaut Der Reifenhersteller Continental stellt im Segment Industriereifen, das bei ihm unter dem Namen „Commercial Specialty Tires“ (CST) geführt wird, neue Vollreifen für Flurförderzeuge vor. Nicht weniger als gleich drei Modelle – benannt als „CS20“, „SC20 Mileage+“ und „SC20 Energy+“ – werden dabei an den Start geschickt. „Mit der Einführung der neuen Reifen verfolgen wir konsequent unseren Ansatz, maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Kundenbedürfnisse zu entwickeln“, erklärt Dr. Michael Andreas Märtens, Leiter des Geschäftsbereiches CST bei Conti.

Das Doppel-L-Profildesign von Contis „CS20“ wird als innovativ beschrieben und mit guter Traktion sowie guten Selbstreinigungseigenschaften assoziiert, während die geschlossenen Flanken für weniger Vibrationen und damit ein Maximum an Laufruhe sorgen sollen

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anspruchsvollen Fahrbahnoberflächen operieren, heißt es. „Gerade im Außenbereich beschleunigen abrasive Böden wie Verbundpflastersteine, Kopfsteinpflaster oder herumliegende Fremdkörper die Abnutzung von Reifen. Für derartige Einsatzbedingungen haben unsere Ingenieure die neue Gummimischung mit kurzen Schwefelbrücken entwickelt, die beim ‚SC20 Mileage+’ erstmals zum Einsatz kommt“, so Märtens unter Verweis darauf, dass die Lauffläche des Reifens maximale Widerstandsfähigkeit gegen Einstiche oder Schnitte biete und folglich den Verschleiß verringere bzw. die Lebensdauer verlängere. Entsprechend seiner Namensgebung ist der „SC20 Energy+“ demgegenüber eher für einen geringen Rollwiderstand ausgelegt, was ihn besonders für den Einsatz auf batteriebetriebenen Fahrzeugen im Innenbereich prädestiniere. „Aufgrund des niedrigen Rollwiderstandes verbrauchen die Fahrzeuge weniger Energie und haben so eine längere Batterielaufzeit“, stellt der Reifenhersteller als Vorteil heraus. Das Resultat seien kürzere Standzeiten und somit geringere Betriebskosten. Durch ein optimiertes Abrollverhalten wird Conti zufolge die Wärmeentwicklung im Reifen minimiert, was letztendlich zu „bester Haltbarkeit bei starker Becm anspruchung“ führe.

Die „CS20“- und „SC20“-Modelle sind Superelastikreifen und können nach Herstellerangaben auch auf reguläre Luftreifenfelgen montiert werden. Sie sind demnach außerdem als sogenannte „Clean“-Version für den Einsatz in staub- und schmutzempfindlichen Bereichen wie der Lebensmittelindustrie oder der Elektronikbranche erhältlich. Um zu verhindern, dass Fahrzeuge sich elektrostatisch aufladen, werden die SC20-Reifen zudem als leitfähige Variante gefertigt, was das Risiko unkontrollierter Entladungen verringern bzw. die Beschädigung empfindlicher Ladung wie zum Beispiel Elektrobauteile verhindern könne. Das Modell „CS20“ soll einen Beitrag dazu leisten, dass Transportfahrzeuge im Alltag weniger Energie verbrauchen und sich gleichzeitig der Fahrkomfort verbessert. Denn für ein Maximum an Laufruhe sind geschlossene Flanken dafür zuständig, Vibrationen zu minimieren, während der Anbieter mit den durchlaufenden Profilbändern des Reifens eine gute Seitenstabilität verbindet – gerade wenn häufig Kurven, enge Radien und Wendemanöver gefahren werden. Mit dem „CS20“-Profil im Doppel-L-Design mit abgerundeter Rillenkontur werden gute Traktion sowie gute Selbstreinigungseigenschaften verbunden. Der ebenfalls neue „SC20 Mileage+“ kann laut Conti dank einer neuartigen Gummimischung mit einer verbesserten Kilometerlaufleistung aufDer „SC20 Energy+“ genannte Conti-Reifen ist vor allem im Hinblick auf einen warten und somit zur Senkung der möglichst geringen Rollwiderstand ausgelegt, während beim „SC20 Mileage+“ Service-/Wartungskosten beitragen. demgegenüber Dinge wie Laufleistung und Schnittbeständigkeit im Vordergrund Vor allem dann, wenn Fahrzeuge auf stehen


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Bei Kaguma: Rückholkosten waren gestern ie Ausgangssituation kennt jeder Reifenhändler: Reifen werden geordert, der Kunde tritt vom Kauf zurück und der Händler bleibt sprichwörtlich auf den Reifen sitzen. Die Rückholkosten sind oftmals sehr teuer im Vergleich zu dem tatsächlichen Warenwert.

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Der Lagerbestand steigt, was zu einer unnötigen Kapitalbindung führt. Und was ist mit den sogenannten „Exoten“ – Reifen in einer speziellen Dimension? Genau für solch eine Situation hat die Reifen- und Serviceplattform Kaguma (Hallbergmoos) ein Tool entwickelt und will allen Reifen-

BEKANNTHEITSGRAD VON KAGUMA „DEUTLICH GESTEIGERT“ Die Kaguma GmbH & Co. KG – Betreiberin des gleichnamigen B2B-Reifenhandelsportals unter www.kaguma.com – handelt eigenen Worten zufolge nach dem Grundsatz, seinen Kunden ganz nah zu sein, um beispielsweise Anregungen von dieser Seite aufnehmen zu können. Vor diesem Hintergrund hat sich das Unternehmen einmal mehr an der alljährlichen Fachtagung „Freie Werkstätten und Servicebetriebe“ der Vogel Business Media GmbH & Co. KG beteiligt, die dieses Jahr unter dem Motto „Werkstattportale online: Chance oder Risiko?“ stand und Ende Oktober im VCC Vogel Convention Center in Würzburg stattfand. Die Präsenz vor Ort wurde zugleich dazu genutzt, das „Kundenverkauf“ genannte neue Modul der Kaguma-Plattform einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. „In der aktuellen Wettbewerbssituation ist es sehr wichtig, die Bedürfnisse der Kunden genauestens zu kennen, um so einen Vorsprung zu erlangen, aber auch keinen Trend zu verschlafen. Im Vergleich zum Für die Tombola der Fachtagung stiftete Kaguma ein Vorjahr können wir stolz feststellen, dass Fahrertraining in einem Porsche 911 GT3 als Preis: wir den Bekanntheitsgrad durch innovaÜbergeben wurde er von Kaguma-Marketingleiterin Caroline Schüller und Kfz-Betrieb-Chefredakteur tive und intelligente Marketingkonzepte von Kaguma deutlich gesteigert haben“, Wolfgang Michel an Gerd Müller (Mitte) vom Autoservice Albert Müller aus Bad Herrenalb sagt Kaguma-Geschäftsführer Marco cm Schulz.

händlern ab Dezember 2013 eine Lösung anbieten: den „Kaguma-Kundenverkauf“. Die Nutzung ist für alle Reifenhändler möglich und soll keinen Cent kosten. Der Handel kann somit seine nicht mehr benötigten Reifen einfach und schnell auf der Reifen- und Serviceplattform mit dem jeweils gewünschten Preis einstellen, auf Wunsch auch anonymisiert mit einer sogenannten „White Label Funktion“. Das Unternehmen übernimmt grundsätzlich keine Vermittlerrolle, sondern verkauft die Ware im Namen und auf Rechnung von Kaguma. So wie es unsere Kunden im Einkaufsprozess bereits gewohnt sind: „Eine Rechnung aus einer Hand“ – ganz egal, wie viele Reifen und welche Marken geordert werden, mit einer übersichtlichen Auflistung. Das spart Verwaltungsaufwand und beschleunigt Rechnungsprüfung, Buchhaltung und Fakturierung, was sich insbesondere im Zuge der bevorstehenden SEPAEinführung als Mehrwert erweisen dürfte. dv

Ersatzmarkt-RDKS-Sensoren laut BRV zulässig Vor dem Hintergrund der Pflicht zu Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) in seit 1. November 2012 neu homologierten Fahrzeugen der Klasse M1 bzw. der obligatorischen Verwendung in allen neu zugelassenen Fahrzeugen dieser Gattung ab 1. November 2014 hat sich der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) um Klärung der Frage bemüht, ob die Verwendung sogenannter Ersatzmarkt-RDKS- anstelle von Originalsensoren überhaupt zulässig ist. Hatte man selbst keinerlei Zweifel daran, dass Systeme, die in der Regel auf vorprogrammierten bzw. programmierbaren Sensoren basieren, verwendet werden dürfen, sofern sie

die Aufrechterhaltung der RDKS-Funktionalität sicherstellen, so soll dies zwischenzeitlich auch vonseiten der zuständigen Stellen beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) bestätigt worden sein. „Damit steht dem Einsatz dieser Systeme, die für den Reifenfachhandel eine erhebliche Erleichterung in Bezug auf Lagerhaltung und Systemkomplexität darstellen und zum Beispiel in den USA bereits viele Jahre erfolgreich eingesetzt werden, nichts mehr im Wege“, sagt BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. cm

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Schneekettentest bei Auto Straßenverkehr Wer sich für den Winter eine Schneekette zulegen will, der sollte sich gut überlegen, ob er zu den günstigsten Angeboten zu Preisen von rund 30 Euro greifen will. Im aktuellen Schneekettentest der Zeitschrift Auto Straßenverkehr zeigten die drei günstigsten Ketten jedenfalls deutliche Schwächen und erreichten nur ein „bedingt empfehlenswert“. Wer nur wenig mehr anlegt, kann mit der CB 12 von Thule (70 Euro) schon eine Kette bekommen, die das Testurteil „empfehlenswert“ erreicht hat. Gleich drei Ketten erreichten das Ergebnis „sehr empfehlenswert“. Sie alle lassen sich relativ einfach montieren, sind sehr stabil und haltbar und zeigen auf Schnee und Eis gute Fahreigenschaften und ein überzeugendes Abrollverhalten, so der Test. Zudem sind sie gut gegen Rost geschützt. Testsieger wurde die Star Track von RUDmatic, die mit 209 Euro auch die teuerste Kette im Test war. Dahinter mit etwas Abstand folgen gleichauf Pewag Servo (134 Euro) und Pewag Snox (149 Euro). Das Testurteil „empfehlenswert“ erreichten die Ketten RUDmatic easy to go (149 Euro), Thule CB 12 (70 Euro), Ottinger Maxi GS (112 Euro), Ottinger O-Tec (174 Euro) und die Thule CL 10 (160 Euro). Bei diesen Ketten hätten sich aber schon erste Schwächen etwa beim Bremsverhalten auf Schnee oder der Festigkeit der Ketten gezeigt, heißt es. So klopfen die beiden Ottinger-Ketten ab Tempo 55, die Thule CL 10 schon ab 48 km/h. Vorsicht gilt dagegen beim Kauf der drei günstigsten Ketten. Sie ließen sich schwieriger montieren, halten nicht so lange und rosten vergleichsweise schnell. Allerdings zeigen sie auf Schnee und Eis akzeptable Fahrleistungen. Wer Schneeketten also nur gelegentlich braucht, kann zu den günstigen Ketten Filmer SuperGripp (30 Euro), Cartrend Polar Safety (28 Euro) und Rinder Alpin 9 mm (30 dv Euro) greifen.

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Mit nur einem zusätzlichen Klick kann bei Gettygo ab sofort eine Reifenversicherung über die Allianz abgeschlossen werden

Reifenversicherung ergänzt Gettygo-Angebot

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ber die Gettygo-Reifenplattform kann neuerdings auch eine europaweite Reifenversicherung abgeschlossen werden. Bei diesem Angebot arbeiten die Betreiber des Marktplatzes mit der Allianz zusammen, und es werden maximale Flexibilität beim Versicherungsabschluss sowie weitgehende Leistungen versprochen. „Unsere Unternehmenspolitik sieht vor, dass wir unseren Kunden keine Beschränkungen auferlegen, sondern ihnen möglichst viele Freiheiten lassen“, erklärt Gettygo-Geschäftsführer Steffen Fritz. Entsprechend gebe es auch bei der Reifenversicherung keine Mindestabnahme: Eine Versicherung kann demnach also für einen kompletten Reifensatz genauso abgeschlossen werden wie für einen einzelnen Reifen. Bei allen Reifen sei außerdem der Versicherungszeitraum nicht fest vorgeschrieben, sondern könne über zwölf oder 24 Monate frei gewählt werden, heißt es weiter. Versichert werden Reifen für in Deutschland zugelassene Personenkraftfahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen gegen Reifenpannen, Diebstahl und Vandalismus – die Versicherungssumme richtet sich nach dem jeweiligen Reifenpreis. Der Versicherungsschutz gilt allerdings auf dem ganzen europäischen Kontinent, wie er geografisch definiert ist, also vom Nordkap bis Gibraltar und vom Atlantik bis zum Ural. Und wo auch immer ein Ernstfall eintritt, soll Allianz mit einer 24-Stunden-Hotline an 365 Tagen im Jahr erreichbar sein. „Unsere Kunden erwarten von uns Zuverlässigkeit und besten Service. Als Partner für unsere Reifenversicherung arbeiten wir darum mit der Allianz zusammen, dem weltweit größten Versicherungskonzern. So können wir echte Qualität und Sicherheit bieten“, hebt Fritz den Mehrwert der Kooperation mit dem Versicherer hervor. Die Buchung des Versicherungsschutzes wird dabei als denkbar einfach beschrieben: Dazu genügt der Klick auf einen neuen Button bei der Reifenbestellung. Das Angebot gilt insgesamt aber für zwei Wochen, sodass die Daten auch noch innerhalb von 14 Tagen ab Kaufdatum abgeschickt werden können. Diese Angaben bleiben im System hincm terlegt, um bei etwaigen Nachbestellungen sofort verfügbar zu sein.


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„RoadAttack 2 Evo“ soll vor allem mit mehr Laufleistung und Nassgrip punkten it seinem kürzlich erst vorgestellten Motorradreifen „RoadAttack 2 Evo“ will Continental die Grenzen im Sporttouringbereich neu definieren. Das Modell ist nach Aussagen des Reifenherstellers eine komplette Neuentwicklung, wobei es gegenüber seinem Namensvetter ohne die Zusatzbezeichnung „Evo“ vor allem in Bezug auf den Nassgrip sowie die Laufleistung verbessert worden sein soll. Andere Charakteristika wie Handling, Trockengrip und Stabilität wurden bei dem Neuen demnach beibehalten. Dabei löst der neue „Evo“-Reifen den bisherigen „RoadAttack 2“ nicht etwa ab, sondern ist vielmehr eine Ergänzung des Conti-Motorradreifenportfolios. Jedenfalls sagt der Reifenhersteller, dass der „ContiRoadAttack 2“ auch weiterhin in allen gängigen Größen produziert wird, während der „ContiRoadAttack 2 Evo“ zugleich ab sofort in den Dimensionen 120/70 ZR17 M/C 58W TL und 110/80 R19 M/C 59V TL für das Vorder- sowie in den fünf Dimensionen 150/70 R17 M/C 69V TL, 160/60 ZR17 M/C 69W TL, 180/55 ZR17 M/C 73W TL, 190/50 ZR17 M/C 73W TL und 190/55 ZR17 M/C 75W TL für das Hinterrad erhältlich ist. Dass der Newcomer insbesondere beim Nassgrip mit „einem bis dato unerreicht hohen Niveau“ glänzen können soll, wird vor allem auf die komplett neu entwickelte Gummimischung des Sporttouringreifens zurückgeführt. Ein Beitrag wird jedoch ebenso dem sogenannten „New-Edge“Profildesign zugeschrieben, mit dem Conti eine bessere Wasserdrainage aus der Bodenaufstandsfläche heraus verbindet. „In Fahrtests lieferte der Reifen eine beeindruckende Performance, die seinesgleichen sucht. Im direkten Vergleich zum Vorgänger und zu Mitbewerbern setzte der Pneu aus Korbach dabei die Messlatte extrem hoch“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Eine verbesserte Haltbarkeit ist beim „RoadAttack 2 Evo“ demgegenüber vor allem wohl auf eine im Vergleich zum „RoadAttack 2“ deutlich höhere Profiltiefe oder das Kalkül „mehr Gummi gleich mehr Kilometer“

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Der „RoadAttack 2 Evo“ ergänzt ab sofort das ContiMotorradreifenprogramm, aber auch der bisher schon erhältliche „ContiRoadAttack 2“ soll weiterhin in allen gängigen Größen produziert werden zurückzuführen. Als weiteres Entwicklungsziel hatten die Conti-Ingenieure neben dem Beibehalten der sonstigen „RoadAttack-2“Eigenschaften eigenen Worten zufolge außerdem noch im Hinterkopf, die „Evo“-Variante an die Anforderungen elektronischer

Assistenzsysteme wie Traktionskontrolle, elektronische Fahrwerke und ABS hin zu optimieren und abzustimmen. Mithilfe von vier Konzerntechnologien – „Multi Grip“, „Traction Skin“, „Rain Grip“ sowie eine Nullgrad-Stahlgürtel-Konstruktion werden in diesem Zusammenhang genannt – schaffe es der „ContiRoadAttack 2 Evo“ jedenfalls, Motorradfahrern „Vertrauen und Sicherheit in jeder Straßen- und Wettersituation zu vermitteln“. Mit „Multi Grip“ verbindet der Anbieter eine homogene Gripabstufung zwischen Zenit- und Schulterbereich des Reifens und einen guten Grip in Kurven bei gleichzeitig großer Kilometerlaufleistung. „Traction Skin“ nennt Conti die aufgeraute Oberfläche seiner Motorradreifen, was letztlich für eine extrem kurze und sichere Einfahrzeit sorgen soll. Hinter „Rain Grip“ verbirgt sich die im Hinblick auf ein optimiertes Nässeverhalten verbesserte Laufflächenmischung, während die Nullgrad-Stahlgürtel-Konstruktion für größtmögliche Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sowie eine geringe Kickback-Neigung verantwortcm lich zeichnet.

BMWS R 1200 GS ADVENTURE MIT CONTIREIFEN ALS ERSTAUSRÜSTUNG Im kommenden Frühjahr bringt BMW seine R 1200 GS Adventure auf den Markt, und die wird serienmäßig auf dem ContiMotorradreifen „TKC 80“ stehen. Das grobstollige Profil des Reifenherstellers kam schon bei vergangenen Generationen vom BMWs Adventure-Reihe als Erstausrüstung zum Einsatz und soll nun genauso bei der neuen Maschine sowohl mit guten Offroadeigenschaften glänzen als zugleich auch durch seine Straßentauglichkeit bzw. Dinge wie Grip und Abrollkomfort auf Asphalt überzeugen. Außer bei BMW wird der „TKC 80“ zudem cm übrigens bei KTM-Maschinen serienmäßig verbaut. Contis „TKC 80“ wird bei der neuen BMW R 1200 GS Adventure serienmäßig montiert

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Reifen Krupp erweitert Sortiment um türkische Marke Starmaxx

Hergestellt bei Petlas in der Türkei ortimentsvielfalt ist eines der Attribute, die den Reifengroßhändler Reifen Krupp (Schifferstadt, ein Unternehmen der Reiff-Gruppe) nach eigener Aussage zur ersten Wahl des Fachhandels mache. Dieser Tage erweitert das Unternehmen seine aktuell über 800.000 Reifen starke Produktpalette im Pkw-Segment um eine weitere Reifenmarke: Starmaxx. Starmaxx ist eine Marke des Reifenherstellers Petlas, welche aktuell bereits in ca. 100 verschiedenen Ländern weltweit vertrieben wird. Auf dem deutschen Markt werden die preisgünstigen Pkw-Reifen ab sofort von Reifen Krupp gehandelt. Die Marke wird somit das Sortiment des Großhändlers um einen USP im Segment der Pkw-Reifen erweitern. Damit reicht die Produktpalette der Schifferstädter nunmehr von Motoradbereifung über Premiumreifen für Pkw, Runflat- und UHP-Reifen bis hin zu preiswerten Marken. dv

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Von KraussMaffei Berstorff für Reifenseitenwände Die Firma KraussMaffei Berstorff hat eine modular konzipierte und konstruierte „Mini-Roller-Head“-Anlage entwickelt. Mit dieser lassen sich Seitenteile mit Verstärkungsstreifen für Hochleistungsreifen in einem einzigen Arbeitsgang herstellen. „Unsere Kunden profitieren mit unserer ,Mini-RollerHead’-Anlage vielfältig: optimale Prozesse, einfache Handhabung, Zeitgewinn und hohe Wirtschaftlichkeit“, erläutert Peter Roos, President des Segments Extrusionstechnik und der Marke KraussMaffei Berstorff. Mit der Integration der „Mini-Roller-Head“-Anlage in eine Extrusionsanlage für Reifenseitenteile hat „Mini-Roller-Head“-Anlage für die Herstellung von Reifenbauteilen KraussMaffei Berstorff eine Alternative zu teuren und zeitaufwendigen Kalandrierverfahren geschaffen. KraussMaffei Berstorff bietet die Anlage darüber hinaus als reines „Stand-alone“-Extrusionssystem für die Herstellung von profilierten und unprofilierten Gummistreifen an. In der Anlage kommen ausschließlich von KraussMaffei Berstorff entwickelte Extruder, Spritzköpfe und Zwei-Walzen-Kalander zum Einsatz. Sie sind verantwortlich für eine präzise Herstellung von Füllstreifen mit verschiedensten Geometrien von 0,5 bis vier Millimetern Dicke und bis zu einer Breite von 120 Millimetern. Speziell gelagerte und temperierte Walzen des Kalanders sorgen für Produktionssicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Randbeschnitt, der bei der Herstellung immer anfällt, wieder in die Produktion zurückzuführen und damit Rohstoff einzusparen. dv

Staplerreifen Utimate XT neu bei Interpneu auch in 20 Zoll Ab sofort sind drei neue 20-zöllige Dreischichtvollgummireifen der Marke Ultimate XT von Hersteller Global Rubber Industries (Sri Lanka) auch in Deutschland lieferbar. In schwarzer Ausführung mit Standardfelgensitz gibt es die Staplerpneus in den Größen 10.00 – 20 für acht Zoll Felgenbreite sowie in 12.00 – 20 jeweils für acht und 8,5 Zoll breite Felgen. Mit den neuen Größen ergänzt Global Rubber seine Produktpalette im Premiumsegment mit dem Ziel, eine alternative Bereifungslösung für Schwerlaststapler anzubieten. Produktgruppenmanager Erwin Schwab freut sich über das erweiterte Sortiment: „Sei es bei Einsätzen in Betonwerken, Maschinenbaubetrieben,

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Stahlwerken oder Terminals: Das Profildesign des Ultimate XT wurde von Global Rubber speziell entwickelt, um bei besonders hohen Transportlasten einen sicheren Gütertransport auf Böden mit wechselnder Beschaffenheit zu garantieren. Die umlaufenden Profilrillen halten die Fahrzeuge gut in der Spur und sorgen für eine hohe Kurvenstabilität, wie Praxiseinsätze zeigen. Auch bei der Traktion stellen die neuen Reifen dank der ausgeprägten Profilkanten die Staplerprofis zufrieden.“ Ultimate XT Reifen sind in Deutschland exklusiv bei Interpneu erhältlich. Fragen zum Produkt beantwortet das vom Großhändler eigens eingerichtete Servicecenter Industriereifen. dv

Programmerweiterung


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Bridgestone stellt die zweite Generation seines Konzeptreifens vor Ziel der Praxistauglichkeit rückt durch erweitere Funktionalität näher Bridgestone hat auf der 43. Tokyo Motor Show 2013, die am 1. Dezember endete, die zweite Generation des „Air Free Concept Tire“ (Reifen ohne Luftbefüllung) vorgestellt. Das revolutionäre neue Design biete Optimierungen in den Bereichen Tragfähigkeit, Umweltverträglichkeit und Fahrleistung, so der Hersteller. Mithilfe der jüngsten Verbesserungen am „Air Free Concept Tire“ macht Bridgestone einen weiteren Schritt hin zu einem leistungsfähigen und für die Praxis nutzbaren Reifen ohne Luftbefüllung.

Bridgestones neuer Luftlosreifen der zweiten Generation biete einige „revolutionäre, neue Designfeatures“ Dank der einmaligen Speichenstruktur auf der Innenseite der Reifen, die das Gewicht des Fahrzeugs trägt, erübrigt sich das regelmäßige Aufpumpen der Reifen. Dies führe zu einem geringeren Wartungsbedarf und löse gleichzeitig das Problem von Reifenpannen, so Bridgestone. Die Speichenstruktur innerhalb der Reifen ist aus wiederverwendbarem Thermoplast (ein Kunstharz) hergestellt und ist somit – genauso wie das für die Lauffläche verwendete Gummi – recyclingfähig. Auf diese Weise trage das Konzept zu einer sehr effizienten Ressourcennutzung bei. Durch eine erhebliche Senkung des Rollwiderstands und eine Reduzierung der CO2-Emissionen mithilfe firmeneigener Technologie sei es möglich, „noch mehr Umweltfreundlichkeit und Sicherheit zu erreichen. Bridgestone treibt diese technologische Entwicklung voran,

um einen ‚Cradle-to-Cradle’-Prozess (von der Wiege zur Wiege) zu erreichen, der die zyklische Verwendung der Ressourcen von alten Reifen für neue sowie die Nutzung von recyclingfähigen Ressourcen proaktiv steigert.“ Dies sind die neuen Technologien und Eigenschaften der zweiten Reifengeneration: Erstens, höhere Vielseitigkeit durch Der neue Luftlosr eifen von Bridgestone komme einer kommerziellen Lösung scho verbesserte Tragfähigkeit recht nahe, so der Reifenhersteller n und Fahrleistung. Bridgestone hat die Speichenstruktur durch einen Das „Environmental Mission Statement“ sehr festen, aber gleichzeitig flexiblen und extrem leistungsfähigen Kunstharz sowie der Bridgestone-Gruppe stellt das Ziel des mithilfe von Simulationen im Rahmen der Fi- Unternehmens heraus, zu einer nachhaltinite-Elemente-Methode (FEM) weiter opti- geren Gesellschaft beizutragen. Dabei stemiert. Dadurch konnten Spannungen und hen drei Bereiche besonders im Fokus: BeDeformationen im Inneren des Reifens re- wahrung der Umwelt, Erhaltung der Resduziert werden. Die zweite Generation des sourcen und Reduzierung der CO2-Emissio„Air Free Concept Tire“ sei somit vielseiti- nen. Der Umweltbericht sowie die zahlreiger und weise eine höhere Tragfähigkeit chen Aktivitäten zur Erhaltung der Umwelt und Fahrleistung im Vergleich zur ersten machten deutlich, welche Richtung BridgeGeneration auf. Ultraleichte Fahrzeuge kön- stone langfristig in puncto Umwelt anstrebt. nen nun hohe Geschwindigkeiten (max. 60 Bridgestone unterstützt die Entwicklung des „Air Free Concept Tire“, der umweltkm/h) erreichen. Zweitens, geringer Rollwiderstand für freundlicher ist als bisherige Reifen, um ihn reduzierte CO2-Emissionen. Etwa 90 Pro- sobald wie möglich bei einer Vielzahl von zent des durch den Rollwiderstand verur- Fahrzeugen kommerziell nutzen zu können. sachten Energieverlustes entstehen durch „Bridgestone ist der Auffassung, durch das Walken während des Rollens. Bei der eine effektive Nutzung von Ressourcen, efzweiten Generation der Reifen ohne Luft- fiziente betriebliche Abläufe sowie geringebefüllung sei es Bridgestone gelungen, re CO2-Emissionen, dank einer besseren den Energieverlust durch den Einsatz der Kraftstoffeffizienz ein Gleichgewicht zwifirmeneigenen Materialtechnologien und schen Unternehmen und Umwelt zu erreidurch die Vereinfachung der Reifenstruktur chen, um so dem Kunden auch in ferner Zuerheblich zu senken. Auf diese Weise habe kunft attraktive Produkte anbieten zu könBridgestone beim „Air Free Concept Tire“ nen. Aus diesem Grund wird Bridgestone denselben geringen Rollwiderstand errei- weiterhin zahlreiche technologische Innochen können wie bei seinen konventionel- vationen umsetzen, die zur Erreichung einer len, kraftstoffeffizienten Reifen, die mit Luft nachhaltigeren Gesellschaft beitragen“, gefüllt sind. Auf diese Weise können diese kommentiert der Hersteller seinen Antrieb ab Konzeptreifen zur Reduzierung der CO2- dazu. Emissionen beitragen.

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Kurzgefasst. Erster völlig fossilfreier Pkw-Reifen im japanischen Ersatzmarkt Gegenüber dem Enasave 97 (bestand noch zu drei Prozent aus fossilen Rohstoffen) weise der Dunlop Enasave 100, den der japanische Kautschukkonzern Sumitomo Rubber Industries (SRI) dieser Tage erstmals in den freien Handel auf dem Heimatmarkt brachte, einen um 19 Prozent verbesserten Verschleiß auf und konnte auch beim Nassbremsen und beim Fahrverhalten optimiert werden. Der weltweit erste Pkw-Reifen, bei dem völlig auf die Verwendung fossiler Rohstoffe verzichtet werden konnte, hat die Größe 195/65 R15 91H. dv

Richtiges Bremsen auf Schnee – Conti-Video erklärt, wie’s geht Allmonatlich weist Continental unter dem Titel „Video des Monats“ auf einen von dem Unternehmen produzierten Streifen hin, bei dem man sich einem speziellen (Reifen-)Thema gewidmet hat. Für den November fiel die Wahl dabei auf einen schon Anfang Oktober veröffentlichten Clip, bei dem es um das richtige Bremsen auf verschneiten Straßen geht. Conti-Testingenieur Angelo Pérez-Riemer erklärt, was es dabei zu beachten gilt. Ergänzend zu seinen Fahrtipps erläutert Reifenentwicklerin Patricia Garcia Álvarez, welchen Beitrag Lamellen im Reifenprofil zum Grip auf winterlichen Fahrbahnen leisten. cm

Jetzt auch Schneeketten über Rameders Reifenportal erhältlich s ist noch gar nicht so lange her, dass Rameder – bisher hauptsächlich als Anbieter von Anhängerkupplungen und Transportzubehör bekannt – ein eigenes Reifenportal an den Start gebracht hat und dabei ankündigte, das darüber erhältliche Produktangebot alsbald noch weiter ausbauen zu wollen. Jetzt lässt das Unternehmen dieser Ankündigung bereits Taten folgen mit der Aufnahme von Schneeketten in das über www.kupplung.de erhältliche Portfolio. Sämtliche dort offerierten Modelle sollen die strenge Ö-Norm erfüllen und fünf Jahre Garantie bieten. Damit die Auswahl des richtigen Schneekettentyps den Kunden möglichst leicht fällt, wurde eigens ein als intuitiv und im Markt einzigartig beschriebener Konfigurator in den Onlineshop integriert. „Die eingängige Logik wurde direkt aus der hauseigenen ‚Suchmaschine’ für fahrzeugspezifische Anhängerkupplungen abgeleitet. Der Kunde muss auf www.kupplung.de lediglich sein Fahrzeugmodell inklusive Motorvariante eingeben und erhält dann eine Liste der verfügbaren Reifendimensionen. Jetzt fehlt nur

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Vor Kurzem erst startete der RamederOnlinereifenshop unter www.kupplung.de, da erweitert das Unternehmen sein dortiges Angebot auch schon um Schneeketten

„Ventus S1 evo²“ Erstausrüstung bei dritter X5-Generation

Jetzt werden auch Runflats in Contis China-Werk produzier Gemäß Meldungen heimischer Medien produziert Continental in seinem noch relativ jungen chinesischen Werk in Hefei neuerdings auch Notlaufreifen. Diese sogenannten Runflats sind demnach vornehmlich für die Erstausrüstung von BMW-Modellen der Dreier-, Fünfer- und Sechser-Serie bestimmt, heißt es. Der chinesische Standort sei damit eines von weltweit vier Konzernwerken, in denen Conti Notlaufreifen herstelle. cm

noch ein Klick, und schon werden alle lieferbaren Schneeketten angezeigt – und diese Auswahl passt garantiert“, verspricht Rameder. Bei vielen Autotypen bestehe sogar die Option zwischen verschiedenen Schneeketten, darunter auch solche mit Thules patentiertem „Easy-Fit“-System für eine besonders leichte Montage. In einigen Fällen könne sich der Kunde zudem ein Video anschauen, welches das Anlegen der Kette Schritt für Schritt zeigt, heißt es weiter. cm

Gerade erst vorgestellt und gleich Erstausrüstung beim neuen BMW X5: Hankooks „Ventus S1 evo² SUV“

Die erst in diesem Herbst vorgestellte SUV-Variante von Hankooks „Ventus S1 evo²“ wird als Erstausrüstung auf dem neuen BMW X5 verbaut. Die dritte Generation dieses SAV bzw. SUV (Sports Activity/Utility Vehicle) ist damit bereits das fünfte Fahrzeugmodell der BMW Group, das werksseitig mit Reifen des koreanischen Reifenherstellers vom Band läuft. Denn der beliefert den bayrischen Autobauer bereits für den Einser, Dreier, Fünfer sowie den Mini mit seinen Produkten. „Unser Flaggschiff ist auch in der Variante für leistungsstarke SUVs vollgepackt mit innovativen Technologien und anspruchsvollen Designmerkmalen, die wir unter anderem auf Basis unserer Expertise als exklusiver Reifenpartner der BMWMotorsportteams in der DTM entwickeln konnten“, sagt Jin-Wook Choi, Hankook-Tire-Präsident und -Europachef. „Mit dem neuen ‚Ventus S1 evo² SUV’ haben wir einen Hochleistungsreifen entwickelt, der den Charakter leistungsstarker und sportlich-komfortabel ausgelegter Fahrzeuge wie den des neuen BMW X5 optimal unterstützt, ohne die immer wichtigeren Attribute Effizienz und Umweltfreundlichkeit zu vernachlässigen“, ergänzt Klaus Krause, Leiter des Hankook European Technical Center in Hannover. cm


PRODUKTE Neue Reifenzeitung 12/2013

Ohne Winterreifen kein Versicherungsschutz? Nichts hält sich bekanntlich so lange wie eine Fehlinformation. Im Verkehrsbereich zählt zu den prominentesten Irrtümern mit Allgemeingültigkeitsanspruch: Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen einen Unfall verursacht, verliert seinen Versicherungsschutz. Das ist jedoch nicht der Fall, wie Versicherer versichern.

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ichtig ist: Die Kfz-Versicherung kommt auch für Unfallschäden auf, die von einem Autofahrer verursacht wurden, der im Winter mit Sommerbereifung unterwegs war. Allerdings kann das Unfallopfer eine Mitschuld treffen, wenn sein Fahrzeug gleichfalls nicht der Jahreszeit entsprechend bereift ist. Dann wird der entstandene Unfallschaden von der Versicherung des Unfallverursachers möglicherweise nicht vollständig ersetzt. Die Haftung richtet sich also grundsätzlich nicht danach, ob der Unfall durch falsche Bereifung verursacht wurde. Auch um Beschädigungen des eigenen Autos muss sich kein Kraftfahrer sorgen, der einen solchen Winterunfall auslöste. Denn die Vollkaskoversicherung zahlt in diesem Fall ebenso. Nur wenn sich der Fahrer grob fahrlässig verhält, indem er sich etwa mit abgefahrenen Sommerreifen auf schneebedeckte oder vereiste Straßen begibt, kann die Versicherung ihre Haftung bei einem so verursachten Unfall einschränken. Begründung: Dem Autofahrer hätte klar sein müssen, dass die Bereifung seines Fahrzeugs nicht den Straßenverhältnissen entspricht. Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es nicht, aber in der Straßenverkehrsordnung (StVO) finden wir die „situative Winterreifenpflicht“, die erst einmal mit dem Versicherungsschutz wenig zu tun hat: Wer gegen diese Vorschrift verstößt, dem droht ein Bußgeld von mindestens 40 Euro, im Falle einer Verkehrsbehinderung gegebenenfalls auch von 80 Euro. Zusätzlich ist dem Reifensünder ein Punkt im Flensburger Strafregister gewiss. dv

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Benutzerkomfort und Geschwindigkeit des Heuver-Webshops erhöht Der Webshop ist seit seiner Gründung im Jahr 2008 ein unverzichtbares Instrument für Heuver Reifengroßhandel (Hardenberg/Niederlande) und seine Kunden geworden. Um Benutzerkomfort und Geschwindigkeit des digitalen Bestellprozesses weiter zu erhöhen, führte das international tätige Unternehmen im November 2013 eine Optimierung im Webshop durch mit dem Ziel, den Kunden noch einfacher durch die elektronischen Systeme zu führen. Heuver lancierte 2008 seinen Webshop, 2011 wurde ein Bonusshop an den Webshop gekoppelt. Die Ergänzung mit einer mobilen Website und einem mobilem Webshop im Jahr 2012 erfüllte ein weiteres Bedürfnis der Kunden. Mit seinem modernisierten Webshop geht Heuver den nächsten Schritt beim E-Commerce. Bertus Heuver, Direktor von Heuver Reifengroßhandel: „Wir streben danach, dass der Kunde schnell und einfach seinen Weg finden kann, wenn er sich entscheidet, seine Reifen online zu bestellen. Unabhängig davon, in welchem Segment er sucht und egal, wie vertraut er mit Webshops ist, un-

ser Webshop soll den Kunden intuitiv durch die Sites führen. Der Kunde muss von unserem technischen Wissen auf diesem Gebiet profitieren können. Ein Beispiel: Das System speichert die Bestellung im Warenkorb. Wenn man also einen Tag später zurückkommt, kann man dort weitermachen, wo man geblieben war. So kann der Reifenservicebetrieb zwischendurch mit dem Kunden Rücksprache halten. Das ist optimaler Benutzerkomfort. Wir haben den Webshop Schritt für Schritt weiterentwickelt. Dabei haben wir unseren Kunden gut zugehört, und daraus folgen auch die letzten Entwicklungen. Wir

haben unseren neuen Webshop – wir sagen, unser Webshop 3.0 – auf einen großen, eigenen Server verlegt. Auch durch die Nutzung von Caches und technischer Optimierung werden die Seiten schneller geladen, und Preise und aktuelle Vorräte sind schneller sichtbar. So profitiert der Kunde wieder von größerem Benutzerkomfort und einer höheren Geschwindigkeit. Schlussendlich haben wir auch die Zugänglichkeit vergrößert: Der Kunde kann den ganzen Tag eingeloggt bleiben und danach seine Bestellung mit einem Mausklick aufgeben. Auch der Bezahlprozess wurde verbessert.“ dv

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ESSEN MOTOR SHOW/TUNING Neue Reifenzeitung 12/2013

Motor Show lockt wieder Hunderttausende nach Essen Räder- und Reifenhersteller nutzen Messe als Plattform Aussteller und Besucher der diesjährigen Essen Motor Show bekamen wieder einiges geboten. Während sich die Besucher über die Stände von mehr als 500 Ausstellern aus den Bereichen Tuning, Motorsport, sportliche Serienautomobile und Classic Cars freuen durften, durften diese sich auf rund 360.000 PS-Fans freuen, die in die Essener Messehallen strömten – das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Die Messe Essen gibt damit ein weiteres klares Signal in Richtung des Tuningmarktes und belegt offensichtlich, dass die Neuausrichtung der Messe vor vier Jahren Sinn machte und von Erfolg gekrönt war. ie Essen Motor Show ist traditionell die Messe zum Ende des Jahres, auf der Bilanz gezogen und ein Blick auf die kommende Saison geworfen wird. Hankook präsentierte sich auf der diesjährigen Messe wieder ganz klar als Hersteller leistungsorientierter Produkte sowie als Partner in Sachen Motorsport. Zum aktuellen Sortiment, das Hankook in Essen dem Publikum zeigte, gehörten etwa der Umrüstbreitreifen Ventus V12 evo2 oder der UHP-Reifen Ventus S1 evo2, der nun auch in einer SUV-Version bis 22 Zoll zu haben ist. Mit dem neuen Ganzjahresreifen Kinergy 4S sowie den zum Teil „AA“-gelabelten Reifen Kinergy Eco und Ventus Prime2 sprach der Hersteller hingegen das breitere Messepublikum an und warf mit dem „Hankook-iFlex“-Konzeptreifen einen Blick in die (mögliche) Zukunft der Reifenentwicklung. Auf der Essen Motor Show zeigte sich einmal mehr, wie erfolgreich Hankook das Thema Tuning mittlerweile

D Hankook und die Essen Motor Show – das erfolgreiche Paar gehört seit Jahren fest zusammen

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Erstmals in Essen auf der Motor Show am Start: Bridgestone öffentlich für sich reklamiert, unbeeinträchtigt von den meisten anderen Reifenherstellern. Erstmals einen Versuch startete in diesem Jahr der weltgrößte Reifenhersteller, sich in Essen auf der Motor Show dem tuningaffinen Publikum zu präsentieren. Bridgestone setzte dabei auf die Anziehungskraft der neuesten Produkte aus den Bereichen Motorrad und Auto und inszenierte diese am Bridgestone-Motorsport-Truck – Rennstallatmosphäre inklusive. Dazu zählte etwa „der sportliche und optisch aufsehenerregende Reifen Adrenalin RE002 für PS-starke, sportliche Fahrzeuge – der optimale Reifen für das tuningbegeisterte Publikum auf der Essen Motor Show“, wie man bei Bridgestone befand. Aber auch der nagelneue Winterreifen Blizzak LM-32S machte am BridgestoneStand eine gute Figur. Aus der Riege der Reifenhersteller zählte neben Hankook und Bridgestone noch Continental zu den Ausstellern der Essen Motor Show. Das Unternehmen aus Hannover sieht sich als „Innovations- und Technologieführer im Tuningsegment“ und tritt seit Jahren gemeinsam mit seinen Partnern aus der Branche der Fahrzeugveredler auf. Dies sind Abt, AC Schnitzer, Heico Sportiv, Lorinser und


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Techart. Die Produktpalette mit ContiForceContact, ContiSportContact 5 und ContiSportContact 5 P soll dabei die besondere Marktstellung im Bereich der Sportreifen unterstreichen, heißt es dazu vonseiten des Herstellers. „Die Zahl der tuningaffinen Endverbraucher, die sich im Premiumsegment nur mit der besten Lösung zufriedengeben, steigt“, weiß man in Hannover. Das komme den Produkten von Continental entgegen. Insofern sei die Präsenz von Continental in Essen „Ausdruck der besonderen Marktstellung“. Auch bei Keskin Tuning Europa feilt man weiter an seiner Stellung auf dem deutschen und europäischen Tuningmarkt. Ins-

Ein Unternehmen – drei Marken: Keskin Tuning Europa zeigte auf der diesjährigen Essen Motor Show erstmals sein komplettes Sortiment an Syron-Reifen sowie Keskin- und MAM-Rädern an einem einzigen Stand besondere setzt das Unternehmen dabei große Stücke auf seine Reifenmarke Syron sowie die beiden Rädermarken Keskin und MAM. In Essen zeigte sich das Unternehmen in diesem Jahr erstmals komplett an einem einzigen deutlich vergrößerten Stand. Keskin Tuning Europa will sich und seine Produkte dabei ganz bewusst auf einer Stufe mit anderen etablierten Vermarktern der Branche sehen und fördert dementsprechend die Vermarktung über den Fachhandel. Aus den Reihen der Reifenfachhändler gehört seit Langem auch Premio mit sei-

Der Premio-Tuningkalender gehört seit Jahren fest zur Branche dazu und gilt mittlerweile als Standardnachschlagewerk

nem Bereich „Premio Tuning“ fest zur Branche dazu. Gerade der allgemein verzeichnete Trend am Markt weg vom Extremtuning hin zu dezenteren, alltagstauglicheren und gleichzeitig auf Sicherheit und (auch) Komfort ausgelegten Umbaumaßnahmen spielt der Organisation aus dem Hause Goodyear Dunlop sicher in die Hände. Dabei bildet das Reifenangebot, das der Hersteller machen kann, eine ganz zentrale Rolle beim Erfolg von Premio auf dem deutschen Tuningmarkt. Man lege Wert auf Schulung der Mitarbeiter, heißt es dazu am Premio-Stand in Essen. Eine qualifizierte Fahrzeugveredelung nach hohen Qualitätsstandards sei heute das, was viele Endverbraucher wünschten; das Versprechen sei, „einen ausgezeichneten Service und ein umfangreiches Leistungsportfolio zu fairen Preisen“ zu liefern, und zwar an allen 290 eigenen deutschen Standorten, den 500 Premio-Tuningpartnerbetrieben und darüber hinaus. Messebesucher, die sich zu Hause Anregungen zur Fahrzeugindividualisierung holen wol-

len, denen hatte Premio seinen Tuningkatalog mit auf die Essen Motor Show gebracht.

Räder, Räder, Räder Aufseiten der Räderhersteller machte insbesondere Ronal auf sich aufmerksam, zeigte das in der Schweiz ansässige Unterneh-

Groß war das Interesse am neuen einteiligen Karbonrad von Ronal, das nicht nur deutlich weniger wiegt als herkömmliche Leichtmetallräder, sondern mit 15.000 Euro als Rädersatz auch einen unvergleichlichen Preis hat

„TUNE-IT!-SAFE!“-KAMPAGNENFAHRZEUG AUCH 2014 AUF HANKOOK-REIFEN Als traditionell am Pressetag auf der Essen Motor Show das „Tune-it!-Safe!“Kampagnenfahrzeug für das kommende Jahr enthüllt wurde, war auch Reifenhersteller Hankook traditionell als Hauptsponsor dabei. Damit startet das getunte Polizeifahrzeug auch im neunten Jahr des Bestehens der Initiative für sicheres und legales Tuning auf High-EndBreitreifen aus dem Hause Hankook. Die Aktion Für Hankook ist die „Tune-it!-Safe!“-Kampagne für sicheres und legasteht unter der Schirm- les Fahrzeugtuning seit Jahren eine wichtige Kommunikationsplattform herrschaft des Bundesmi- im Umfeld der Essen Motor Show nisters für Verkehr und wird vom Verband der Automobiltuner (VDAT) getragen. Das diesjährige Kampagnenfahrzeug ist wieder ein getuntes Polizeiauto. Das vom Aachener Tuner AC Schnitzer umgerüstete BMW 428i Coupé wird im neuen Jahr als rollender „Tune-it!-Safe!“-Botschafter auf Hankook-Reifen vom Typ Ventus S1 evo in der Dimension 245/30 ZR21 in Deutschland unterwegs sein und im Polizeistreifendienst und auf vielen Events für ab sicheres und legales Fahrzeugtuning werben.

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cher Größe. Karbon hat allerdings seinen Preis: Laut Lämmli müssten Käufer für einen Satz Ronal-Karbonräder rund 15.000 Euro bezahlen. Auch Räderhersteller BBS zeigte auf der Motor Show drei Weltneuheiten und widerlegte damit die Auffassung, in Essen – von wem auch immer – gezeigte Produkte seien bereits andernorts gezeigt worden. Dabei feierte nicht nur das vollkommen neu gestaltete Design XA seine Premiere am BBS-Stand. Auch das Winterrad SR in der diamantgedrehten Version sowie eine zweiteilige Variante des Erfolgsmodells CH-R in 21 Zoll haben für angemessene Aufmerksamkeit am BBS-Stand gesorgt, und zwar unter dem Motto „100 ProAuch Borbet zeigte im Rahmen seiner Messepräsenz, was das akzent neu, 100 Prozent tuelle Sortiment für das kommenBBS, 100 Prozent ‚Made Jahr ausmacht … de in Germany’“. Borbet nutzte die men in Essen doch erstmals Essen Motor Show ein Karbonrad aus einem auch in diesem Jahr, Stück und feierte damit Euum zahlreiche Highropapremiere. Das Design … und feierte insbesondere mit „einer inno- lights vorzustellen. Am „Carbon Revolution CR-9“, vativen Oberflächenveredelung“ Weltpremiere Stand des Leichtmedas in der Schweiz und in tallspezialisten feierte Großbritannien bereits zugelassen ist, soll insbesondere „eine innovative Oberflächendabei neue Maßstäbe in Bezug auf Gewicht, veredelung“ Weltpremiere, und zwar auf Performance und Komfort setzen, verspricht dem bereits erhältlichen Raddesign XRT. Die die Ronal Group. Aktuell erhältlich ist der ge- Farbausführung „Reflectic” ist dabei eine meinsam von Ronal und dem australischen Kombination aus Glanzbeschichtung und Unternehmen Carbon Revolution entwickel- Hochglanzpolierung und soll dem Rad „eite Einteiler in 8.5x19 und 12x19 Zoll und soll ne dunkel schimmernde, reflektierende ausschließlich auf dem europäischen Er- Oberfläche schenken, welche die Form und satzmarkt angeboten werden. Mit einer Frei- Lichtkanten des Rads präzise akzentuiert – gabe für den deutschen Markt rechnet Pa- Hochglanz in seiner vollendeten Form.“ trick Lämmli, bei Ronal Vice President Sales, Für AEZ war die Essen Motor Show der bis zum kommenden Spätsommer. Aller- passende Moment, um den neuen Imagedings ist hierzulande noch niemals ein Kar- film erstmals vorzuführen. „Als Premiumherbonrad durch ein entsprechendes Verfahren gelaufen. Ronal zufolge wiegt das Rad in seinen beiden Größen 6,9 bzw. 7,9 Kilogramm und ist damit 40 bis 50 Prozent leichter als gängige Aluminiumräder gleiEs heißt nicht zuletzt Essen Motor Show – AEZ nahm die Aufforderung wörtlich und legte bereits am Preview- und Pressetag eine ordentliche Show zur Vorstellung des neuen Imagefilms hin

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Fahrwerksspezialist H&R zählt seit Jahren zu den größten Ausstellern der Essen Motor Show und gab dabei etliche Detaileinblicke in seine Produktwelt steller von Leichtmetallrädern im Topsegment bietet AEZ Top-Qualität ‚Made in Germany’ an. Zu einer Premiummarke gehört auch ein umfangreiches Marketingsortiment. Aus diesem Grund hat AEZ eine eigene Imagefilmreihe entwickelt“, heißt es dazu. Fabian Raidel alias „Fabian Bond“ ist

Erstmals dabei, aber bereits eine feste Größe im Rädermarkt: die Interpneu Handelsgesellschaft mit ihrer Marke Platin einer der Hauptdarsteller des Films „The Revenge“, der auch auf YouTube zu sehen ist. Weitere Darsteller sind natürlich die jeweils neuesten Räder von AEZ. Erstmals auf der Essen Motor Show mit einem eigenen Stand dabei: die Interpneu Handelsgesellschaft mit ihrer Marke Platin. Die Marke ist seit einem Vierteljahrhundert am Markt und konnte in dieser Zeit etliche Marktanteile mit ihren „Schmuckstücken fürs Auto“ gewinnen. Nun habe man eine „kritische Masse“ erreicht und es sei an der


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SPENDENRALLYE BEI DER MOTOR SHOW VON FALKEN GESPONSERT

Für Andreas Riedlberger von Diewe Wheels ist die Essen Motor Show eine ideale Plattform, um die Marktbedeutung des erst vor drei Jahren ins Rädergeschäft eingestiegenen Unternehmens zu steigern Zeit, hieß es am Platin-Stand in Essen, den Partnern im Reifenhandel eine Bestätigung ihrer Bemühungen für den Absatz der Räder zuteil werden zu lassen und durch die Messepräsenz den Markenbekanntheitsgrad im Land noch weiter zu steigern. Dabei hat Interpneu/Platin ganz bewusst auf ein irgendwie „protziges“ Auto am Stand verzichtet, findet man die eigene Räderkundschaft doch eher unter den nach Individualisierung strebenden VW-Fahrern. Folglich zierte den Stand ein VW Up! – sowie ein Großteil der aktuell 30 Platin-Räderdesigns. Den Sprung in solche Sphären muss Diewe Wheels erst noch schaffen. Dennoch ist Betriebsleiter Andreas Riedlberger zuversichtlich, den Vertrieb in Zukunft noch

Brock gab auf der Essen Motor Show einen umfangreichen Einblick in das aktuelle Produktsortiment für 2014

Falken Tyre war bei der diesjährigen Essen Motor Show zwar selbst nicht als Aussteller vertreten, aber irgendwie trotzdem bei der Tuning- und Motorsportmesse mit dabei. Denn die Europadependance des japanischen Reifenherstellers war einer von drei Hauptsponsoren einer Spendenrallye im Rahmen der Motor Show. Ausgetragen wurde sie auf einer Carrera-Bahn und zugunsten der „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ – teilnehmen konnte jeder, der ein Startgeld in Höhe von zwei Euro als Spende gezahlt hatte. Alle Teilnehmer hatten die Chance, Preise rund ums Auto zu gewinnen: Wer über die Dauer der Messe die Bestzeit auf der Carrera-Bahn fuhr, gewann einen Satz Falken-Reifen im Wert von bis zu 1.000 Euro. Haben es die Teilnehmer geschafft, insgesamt 1.500 Euro einzufahren, wollen die drei Hauptsponsoren – außer Falken Tyre Europe sind auch Dekra und Wunderbaum mit dabei – jeweils weitere 1.500 Euro dazulegen. „Eine Spendenrallye mit einer Carrera-Bahn passt zur Essen Motor Show wie Reifenqualm zur Drift-Action. Wenn es dann auch noch einem guten Zweck dient, macht es uns umso mehr Spaß. Als Reifenhersteller steht das Thema Sicherheit für uns immer im Fokus. Daraus resultiert letztlich ein besonderes Verantwortungsgefühl für Kinder und Jugendliche – auch über das reine Kerngeschäft hinaus. Als wir von den Veranstaltern um Unterstützung gebeten wurden, war uns schnell klar: Da sind wir dabei“, erklärt Falken-Sprecherin Nadine Cerone-Schatz. cm weiter steigern zu können. Dass das Unternehmen mit Sitz in Ried bei München auf einem guten Weg ist zeigt der Plan, den Geschäftsbereich Räder ab 2015 als eigenständige Gesellschaft zu führen. Diewe Wheels hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Essen ausgestellt und fühlt sich dort sichtlich wohl, wie Riedlberger erläutert, treffe man dort doch auf das breite Publikum, das man mit den Designs aus dem „gehobenen unteren Segment“ anspreche. Der Gewe Reifengroßhandel zeigte in Essen die Trends und Highlights der kommenden Felgensaison 2014, und zwar „in automobiler Atmosphäre und Faszination“. So hat der europaweit operierende Reifengroßhändler aus Kaiserslautern den Besuchern der Motor Show etwa Erweiterungen seiner ASA-Produktlinie gezeigt. Dazu gehören etwa limitierte Sonderauflagen wie die „Limited Edition“ der GT3-Felge in den Farbgebungen Tornado-Rot und Gun-Metall oder des GT1-Designs, das jetzt ebenfalls in der Trendfarbe Gun-Metall in Essen präsentiert wurde. Die junge Ganzjahreslinie „Tec by ASA“ lüftete zur Messe das Geheimnis um die neue ASA-Felge AS3. Das neue Doppelspeichenrad besteche durch sein prägnantes Design, heißt es dazu. Leicht konkav mit ungewöhnlichem Designmerk-

mal am Felgenrand, gibt es die AS3 ab Frühjahr in den Startgrößen von 17 bis 19 Zoll. arno.borchers@reifenpresse.de

Gewe-Chef Achim Becker lüftete in Essen auf der Motor Show persönlich das Geheimnis um die neue ASA-Felge AS3

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Kurzgefasst. Premios neuer Tuningkatalog liegt im Reifenhandel aus Seit Mitte Dezember liegt Premios neuer Tuningkatalog bei deutschlandweit mehr als 500 in Sachen Tuning engagierten Betrieben dieses zu den Goodyear Dunlop Handelssystemen (GDHS) zählenden Partnerkonzeptes aus. Ab Februar kommenden Jahres wird er dann auch am Kiosk erhältlich sein. Die Ausgabe für 2014 ist demnach mehr als 400 Seiten stark und übersichtlicher gestaltet. Zudem sei es noch informativer und biete mehr Neuheiten als frühere Auflagen, heißt es über das im Rahmen der Essen cm Motor Show vorgestellte Werk.

Antidumpingzölle auf PkwAluminiumräder aus Malaysia Als vor gut drei Jahren mehr als 20 Prozent Strafzölle auf Importe von Pkw-Aluminiumrädern erhoben wurden, blieb der laute Aufschrei hiesiger Anbieter, die in China fertigen ließen, aus: Man arrangierte sich, switchte wenigstens teilweise auf andere fernöstliche Länder als Bezugsquellen um, der chinesische Produzent ließ etwas nach, der EU-Importeur begnügte sich mit etwas niedriger Marge – und irgendwie ging es weiter, das Ende der Antidumpingzölle auf China-Räder ist inzwischen in Sicht. Wenn ab dem 1. Januar 2014 auf Pkw-Aluminiumräder, die aus malaysischer Produktion kommen und in die Staaten der EU (sowie die Türkei) exportiert werden, ein etwa 4,5-prozentiger Zoll erhoben wird, dann wird das entsprechenden Importeuren nicht gefallen, aber sie werden die Bleistifte anspitzen und ggf. nach alternativen Herkunftsländern Ausschau halten. Wobei sie beachten sollten: Die EU-Kommission hat auch die sonstigen „üblichen Verdächtigen“ aus der Region (Thailand, Indonesien, Taiwan …) unter Beobachtung, auch für diese Länder sind zu einem späteren Zeitpunkt Zölle möglich. Aber wie das Beispiel China gelehrt hat: Ein wirklich großer Einfluss auf den hiesigen Rädermarkt wäre auch davon kaum zu erwarten. dv

Wolfgang Späth nicht mehr RHAlurad-Geschäftsführer

Aus Zerra wird 2014 Tec Speedwheels Pünktlich zur Essen Motor Show gibt die Gewe Reifengroßhandel GmbH (Kaiserslautern) die Umbenennung der Produktgruppe Zerra in Tec Speedwheels bekannt. Damit wird das Portfolio der „Tecby-ASA“-Line erweitert. Gleichzeitig verfolgt Gewe damit die stringente Markenkommunikation der Felgenproduktlinien ASA und Tec by ASA und will so den einheitlichen Auftritt im Markt mit hohem dv Wiedererkennungswert sichern.

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Wie das Onlineportal Der Westen der Funke-Mediengruppe – früher WAZ-Mediengruppe, wobei hier das Kürzel für Westdeutsche Allgemeine Zeitung steht – meldet, fungiert Wolfgang Späth nicht länger als Geschäftsführer der RH Alurad GmbH. Im Impressum der Website des Räderherstellers wird er zwar noch so tituliert, doch in dem entsprechenden Bericht ist von seiner Entlassung die Rede. Zu den Gründen dafür soll sich Wolfgang Böhmer als Vertreter der Gesellschafter auf Anfrage der Zeitung allerdings nicht im Detail geäußert haben. Es habe kein Vertrauen mehr bestanden, und deswegen sei ein Schlussstrich gezogen worden, gibt das Blatt seine Aussagen dazu wieder. Spekulationen, das Ganze könnte einen wirtschaftlichen Hintergrund haben, soll Böhmer gleichzeitig zurückgewiesen haben. „Das Unternehmen ist finanziell nicht gefährdet“, wird er zitiert, und auch Wolfgang Späth ist nicht länger Geschäftsführer der Späths Nachfolge ist demnach bereits ge- RH Alurad GmbH regelt, selbst wenn der Name des neuen Geschäftsführers freilich noch nicht genannt cm wird.


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Reifen.com bewirbt „Aluminiumfelgen zum Stahlpreis“

Die sogenannte „Dark Edition“ von Dotz umfasst mattschwarze Ausführungen der „Fast Fifteen“, „Rapier“, „Mugello“ und „Territory“ genannten Räder

Was Dotz mit dunklen/schwarzen Rädern verbindet Schwarz lackierte Leichtmetallräder scheinen derzeit im Trend zu liegen, denn es gibt kaum einen Hersteller, der nicht auch dunkle statt „nur“ silberne Modelle in seinem Portfolio hätte. Bei Dotz tragen solche schwarz lackierten Designs die Zusatzbezeichnung „dark“, und mit der Farbe selbst verbindet der Anbieter eigenen Worten zufolge Dinge wie Exklusivität, Macht und Gegensätze. „Und gerade in der kalten Jahreszeit entsteht ein ansprechendes Wechselspiel zwischen weißem Schnee und dunklen Akzenten“, preist Dotz vor diesem Hintergrund gerade jetzt die „Dark“-Ausführungen seiner „Fast Fifteen“, „Rapier“, „Mugello“ und „Territory“ genannten Räder besonders an. Wie die vier mattschwarzen Modelle letztlich am eigenen Fahrzeug wirken, können Interessierte übrigens mithilfe einer DotzApp herausfinden: Auto fotografieren, Leichtmetallfelge wählen und schon könne man die neuen Winterräder am Bildschirm am eigenen Fahrzeug in Augenschein nehmen, heißt cm es.

Falken-Facebook-Fanseite: Rasieren und Kassieren Schneller, bunter, tiefer, breiter – die Essen Motor Show ist eine automobile Veranstaltung der Superlative. Und nicht selten auch recht schräger Aktionen: Mit einer FacebookAktion sorgte der japanische Reifenhersteller Falken für Aufsehen. Auf der Falken-Facebook-Fanseite wurden in der Woche vor der Essen Motor Show Fans gesucht, die verrückt genug sind, sich ein Reifenprofil auf dem Kopf rasieren zu lassen. Das Feedback war gewaltig. So musste das Los entscheiden, wer vor Ort zum „Haarstar“ wurde. Sogenannte Haartattoos sind seit Jahren ein Trend. Mit einem Rasierer und künstlerischem Geschick rasiert der dafür ausgebildete Friseur Vereinslogos, Muster und selbst Comicfiguren in die Haare seiner Kunden. Angelehnt an diesen Trend startete Falken für die Motor Show in Essen diese haaWem’s gefällt rige Aktion. Die fünf ausgelosten Fans bekamen das Reifenprofil des FK453 in die Haare geschnitten. So viel Mut wurde natürlich auch belohnt: Für den neuen Haarschnitt bekommt jeder Teilnehmer jeweils einen Satz Falken-Reifen geschenkt. „Wir waren begeistert, dass sich so viele unserer Fans für die spaßige Aktion freiwillig gemeldet haben“, sagt Falken-Sprecherin Nadine Cerone-Schatz. „Die Teilnehmer haben sich nicht nur über ihre neuen Reifen gefreut, sondern auch über die gelungene neue Frisur. Und wir hatten damit natürlich auch fünf Markenbotschafter auf der Mesdv se, die garantiert auffielen.“

Im Winter wollen zunehmend weniger Autofahrer auf Aluminiumräder an ihrem Fahrzeug verzichten, und dank der Qualität heutiger Oberflächenlackierungen haben die Auswirkungen etwa von Streusalz schon längst ihren Schrecken für die Optik der Silberlinge verloren. Wenn also der eine oder andere Verbraucher noch vor der Verwendung von Leichtmetallrädern auch im Winter zurückschreckt, dann könnte es wohl eher am Anschaffungspreis liegen. Davon berichtet zumindest Reifen.com. „Stahlfelgen sind zwar nicht die schickste Wahl, dafür aber preiswert und robust. So denken gerade im Winter noch viele Autofahrer“, weiß das Unternehmen von seinen Erfahrungen zu berichten. Zugleich will man den Beweis antreten, dass dem nicht in allen Fällen so sein muss. Denn aktuell wirbt man für „Aluminiumfelgen zum Stahlpreis“ bzw. speziell das ProLine-Design „PV“. Wie es weiter heißt, seien Alukompletträder mit diesen Felgen nicht immer teurer als vergleichbare Stahlräder inklusive Radkappe. Gleichzeitig mache das bei Reifen. com in den Größen 6,0x14 Zoll, 6,5x15 Zoll, 6,5x16 Zoll und 7,0x16 Zoll angebotene Rad mit seinen sieben mittig geschlitzten massiven Speichen sowie einem seine Breite betonenden abgesenkten Mittenbereich an Fahrzeugen angefangen bei Kleinwagen über die Mittelklasse bis hin zu kompakten SUV „richtig cm was her“.

Alukompletträder auf Basis von ProLines „PV“Modell seien „nicht immer teurer als vergleichbare Stahlräder inklusive Radkappe“, so Reifen.com

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Zertifizierungen wertet BBS als Beleg für erfolgreichen Neustart or Kurzem hat die BBS Motorsport GmbH ihre Zertifizierung gemäß der Normen ISO 9001:2008 sowie ISO TS16949:2209 erfolgreich abgeschlossen. Dies wird von dem Unternehmen nicht nur als Beleg für kontrollierte, jederzeit nachvollziehbare Prozesse in allen Firmenbereichen gewertet, sondern auch als nach außen deutlich sichtbarer Beleg für einen „ausgesprochen erfolgreichen Neustart der traditionsreichen Marke“ BBS. „Unser Blick geht nach vorn und nicht zurück. Was war, gehört zur Historie. Die Gegenwart und vor allem die Zukunft, das sind

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stellung/Produktion bis hin zum Vertrieb und der vollständigen administrativen Abwicklung des jeweiligen Kundenauftrages will das Unternehmen nach eigenen Worten „der Branche, dem Rädermarkt und dem gesamten automotiven Business ganz deutlich signalisieren, dass BBS Motorsport den eingeschlagenen neuen Weg konsequent fortsetzt“. Mit dem neuen japanischen Mehrheitseigentümer (Washi Holding) könne man gemeinsam mit den Mitarbeitern, die dem Unternehmen weitgehend treu geblieben seien, das – so heißt es weiter – „neue Kapitel der Marke erfolgreich fortsetzen“. Neben dem erfolgreichen Durchlaufen des Zertifizierungsprozesses wird zudem noch auf weitere Weichenstellungen für die Zukunft

langwierige Rüst- und Wartezeiten möglich. Als Folge dessen könne man nicht nur kurzfristig auf Kundenwünsche eingehen, sondern diese auch umfassend, erfolgreich und termingerecht erfüllen. „Dies ist nicht nur im Motorsport oftmals der Faktor, der wirklich zählt. Auch im Bereich der Erstausrüstung von High-End-Fahrzeugen und im Tuningsegment ist dies ein ausgesprochen wichtiges Argument, das wir nachhaltig umsetzen können. Auch einzelne Sätze für Prototypen, Versuchsfahrzeuge oder Showcars bis 24 Zoll der Fahrzeug- oder Reifen-Industrie sind so sehr schnell möglich – unsere langjährige Erfahrung, insbesondere in der Applikation von Felgen für den Motorsport ist hier unser entscheidendes Plus“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Erst bei noch größeren Varianten – so die beiden seit Jahrzehnten eng mit der Marke BBS verbundenen Geschäftsführer Gissler und Müller – brauche man dann „ein klein wenig cm mehr Zeit für die Umsetzung“.

Gleich im ersten Anlauf konnte die BBS Motorsport GmbH ihre Zertifizierung gemäß der Normen ISO 9001:2008 sowie ISO TS16949:2209 erfolgreich abschließen die wirklich wichtigen Themen für unser nach wie vor weltweit bekanntes Unternehmen“, so die drei Geschäftsführer Yoshikuni Kojima, Erich Gissler und Roman Müller unisono. Mit der Zertifizierung beginnend bei Entwicklung und Einkauf über die Her-

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Erich Gissler ist einer der insgesamt drei BBS-Geschäftsführer und der Rädermarke seit Jahrzehnten eng verbunden

verwiesen, wobei in diesem Zusammenhang unter anderem ein moderner Maschinenpark in der Produktions-/Fertigungshalle am neuen Standort in Haslach/Kinzigtal als Beispiel dafür genannt wird. Insofern sei ein hochflexibler Einsatz der vor Ort direkt zur Verfügung stehenden Ressourcen ohne


ES-

Der neue Mercedes-Benz S 65 AMG: Driving Performance in Vollendung

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er Mercedes-Benz S 65 AMG ist das einzige High-PerformanceAutomobil mit Zwölfzylindertriebwerk eines deutschen PremiumHerstellers Bei dem Fahrzeug kommen ausschließlich AMG-Leichtmetallräder in Schmiedetechnologie zum Einsatz. Serienmäßig rollt der S 65 AMG auf Rädern im Vielspeichendesign, keramisch hochglanzpoliert in 8,5x20 Zoll vorn und 9,5x20 Zoll hinten mit Reifen in 255/40 bzw. 285/35. Die Vielspeichenräder dürfen als Neuinterpretation der klassischenSpeichenräder aus den 1930er-Jahren gelten – wie sie etwa beim legendären Mercedes 540 K zum Einsatz kamen. Jede der 16 Speichen ist verdreht ausgeführt, dadurch laufen die Lichtkanten bis zur Mitte der Radnabe. Der Effekt: Das Rad wirkt optisch noch größer. Ein weiteres hochwertiges Detail ist die schraubbare und voll integrierte Radschraubenabdeckung aus geschmiedetem Metall. Ihre Form erinnert an einen Zentralverschluss, eine Reminiszenz an den Motorsport. Zudem erlaubt das Design freie Blicke auf die Hochleistungsbremsanlage.

Der H&R-Konfigurator soll dem Nutzer die zum Fahrzeug passenden Gewindefahrwerke, Sportfedernsätze Der hochwertige Eindruck der AMG- und Alufelgen mit den jeweiligen technischen Daten, Schmiederäder hat seinen Ursprung im auf- Lagerbeständen und Preisen anzeigen können wendigen Finishprozess: Nach einem ersten Poliervorgang erfolgt ein manuelles Schleifen der Leichtmetallräder. Zwei Polierstufen mit unterschiedlichem Schleifgranulat sorgen für den gewünschten Tiefenglanz. Nach einem Reinigungsvorgang folgt die Endbehandlung inklusive Versiegelung mit Klarlack. Als Wunschausstattung sind alternativ drei weitere AMG-Schmiederadtypen im Wenn es um das Thema Tuning geht, dann gleichen Format erhältlich. Die Variante im werden neben Änderungen an der serienZehn-Speichen-Design ist titangrau lackiert mäßigen Rad-Reifen-Kombination eines und poliert oder mattschwarz lackiert mit Fahrzeuges meist auch Modifikationen an glanzgedrehtem Felgenhorn lieferbar – und dessen Fahrwerk vorgenommen. Daher ververfügt ebenfalls über eine schraubbar voll wundert nicht, dass Spezialisten auf diesem integrierte Radschraubenabdeckung aus Gebiet bei entsprechenden Messen Flagge geschmiedetem Metall. Alternativ stehen zeigen, um dort ihre Produkte zu präsentieAMG-Schmiederäder im Fünf-Doppelspei- ren. So war die H&R Spezialfedern GmbH chen-Design, titangrau lackiert und glanz- bei der SEMA Show in Las Vegas (USA) gedreht mit schwarzer Radschraubenab- ebenso dabei wie bei der Essen Motor dv Show. Bei der Präsentation seiner Produktdeckung, zur Verfügung. palette setzte das Unternehmen hier wie dort nicht nur auf Gewohntes, sondern zudem auf einen Onlinekonfigurator der BMF Media Information Technology GmbH. Er wurde bei der US-Automesse, die als eine der weltgrößten für Tuning und Zubehör gilt, erstmalig den H&R-Kunden und Besuchern vorgestellt. Mit einer um 360° drehbaren Ansicht des ausgewählten Fahrzeugs soll er dem Nutzer die zum Fahrzeug passenden Gewindefahrwerke, Sportfedernsätze und Alufelgen mit den jeweiligen technischen Daten, Lagerbeständen und Preisen anzeigen können. Bei alldem wird auf 3D-Produktabbildungen gesetzt, wobei sich Federn und Fahrwerke mithilfe eines Detailbildes betrachten lassen. Fahrwerksanpassungen werden über eine optische Tieferlegung visualisiert. „Sind dann auch noch die Wunschfelgen am Fahrzeug montiert, kann man über eine Palette sogar die Originalfahrzeugfarbe aus einer HerstellerfarbpaHochglanzpoliert cm lette aussuchen“, so BMF.

Auf Messen zeigt H&R seine Produkte auch mittels BMFKonfigurator

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Pirelli

feiert 50 Jahre

„The Cal“,

und zwar mit großer Überraschung

Unveröffentlichter Kalender aus 1986 jetzt veröffentlicht Der legendäre Pirelli-Kalender – von vielen nur „The Cal“ genannt – beging Mitte November in Mailand die Feierlichkeiten zu seinem 50. Geburtstag. Dieses Jubiläum des Kultobjekts feierte Pirelli mit Jubiläums-Shootings von Lindbergh und Demarchelier sowie einer Geschichtsausstellung im Mailänder Hangar Bicocca. Und zur Freude aller Anhänger der Fotokunst wurde der bislang unveröffentlichte Pirelli-Kalender des Jahres 1986 herausgegeben. Seine Aufnahmen machte der unvergessene Helmut Newton.

lender in diert der Pirelli-Ka ie fe , 64 19 ht ntlic ging der Konrstmals veröffe es Jubiläum be . Jubiläum. Dies 50 in se alaabend im hr G Ja sem sowie einem ihe von Events Re r ne m Hangar ei de it t, m zern che Kuns für zeitgenössis m ru nt er, JourZe rtn er pa nd Mailä nter Geschäfts ru da , te äs G 0 80 n teilgenomBicocca. Rund elt, haben dara W r le al s au r le mm nalisten und Sa r Fotografie, . men ei Giganten de zw rk Yo w Ne in e Kalender n Juni setzten twortlich für di Im vergangene archelier (veran m De ck in jüngetri its Pa re h und Szene, die be Peter Lindberg 08), Models in 20 d ra Amun nd 05 sa 20 es bzw. gehörten Al zu Da . 1996 und 2002 en en hi ersc a Kurkova des Kalenders nda Kerr, Karolin ren Ausgaben eli Fontana, Mira ab Is , en ns te Chris brosio, Helena . ek W ek und Al

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äalaabend zur Pr r traditionelle G de r nu t ch ni ita fand in der nord In diesem Jahr Unternehmens s de tz Si am s lender ete Pirelli gleich sentation des Ka r hinaus eröffn be rü Da t. at ng st ropole tsausstellu . lienischen Met a eine Geschich cc co Bi ar ng nder Ha tografen, die im zeitig im Mailä der über 30 Fo s to Fo 0 16 s al mehr f diese Weise Sie präsentiert ten, und führt au äg pr er nd le Ka e den Laufe der Jahr n „The Cal“. e Geschichte vo ig hr jä zig nf ied sich Pirelli, fü e durch di „The Cal“ entsch n vo s um lä bi Ju ftrag zu geben. Anlässlich des Kalender in Au n ue ne en in 14 ke als den Pirellifür das Jahr 20 rnehmen erstm te Un s da ht lic röffent on fotografierte Stattdessen ve n Helmut Newt vo r De . 86 19 hres itdem im GeKalender des Ja ndern wurde se so t, ch ni s al m en da verdanken ist Kalender erschi aufbewahrt. Zu s en m eh rn te des Un relli, die den schichtsarchiv r Fondazione Pi de ch au be ga raus rte. seine jetzige He r Arbeit restaurie und sorgfältige er ng la st 30 Jahfa in er 86 Kalend lli-Kalender 19 re Pi n de , ss lu Jubiläum und Mit dem Entsch rdigt Pirelli das wü n, he lic nt röffe Tagesdaten re später zu ve stand, dass die Um en ch kli üc gl den nutzt zugleich ch sind. und 2014 identis 86 19 e lli UK Limited, hr der Ja Projekt von Pire n ei h lic ng rü ns, der dabei „The Cal“ ist ursp länder Konzer ai M s de ft ha ellsc der suchten der Tochterges wird. Die Englän en ss la ge nd ie Ha itischen Reiweitgehend fre sich auf dem br um e, gi te tra gs ketin auftragten nach einer Mar setzen. Daher be zu ab rn be er ew ettb d offiziellen fenmarkt von W Bildkünstler un n he isc gl en n de Leitung von sie im Jahr 1964 man, unter der ee Fr rt be Ro afen uartiges ProBeatles-Fotogr e Zeit völlig ne für die damalig n ei h, yt es und anrs siv Fo Derk tstand ein exklu en So n. fe ru zu rischen und jekt ins Leben it einem künstle m t uk od pr gs rla e und Glaspruchsvolles Ve Begriffe wie Mod er üb it we r de alt, kulturellen Geh t. ich re us Verstreina hi r mou l“ nicht nur das entiert „The Ca en aufhr Ja Seither dokum it nunmehr 50 gleich gilt er se Zu ierteit. m Ze m r no de re chen ht von den ahmen, gemac fn Au relle er ltu in ku se ue d grun rreiter für ne ihrer Zeit, als Vo en af gr to Fo sten eit. dern. Zuiblicher Schönh we ng Zeiträume glie llu te rs Da r de in n h dabei in drei sic t ss lä Tendenze s ntlichung er ffe nd rö rde die Ve des Pirelli-Kale anschließend wu ; 74 Die Geschichte 19 un Jahs ne bi r fü 64 n 19 zession e Jahrzehnt vo verursachten Re ise lkr Ö r r Neunächst das erst de de d it un m rieg . Es beginnt m Jom-Kippur-K 1984 bis 1994 n vo t r Zeithn aufgrund der vo de ze t hr tz te Ja ckt. Und zule . Dann das zwei Rampenlicht rü s in t wird, er re unterbrochen ek ed bj wi lto h lmählic Cal“ zum Ku lenders, der al de, in der „The en ab tw er geburt des Ka nd hu hr der Ja . Es ist die Zeit raum seit 1994 ößt. der Trends anst

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Kurzgefasst. 2014 setzt Nexen sein Motorsportengagement fort Nachdem Nexen Tire auf eine erfolgreiche Motorsportsaison 2013 zurückblicken kann, will der koreanische Reifenhersteller auch im kommenden Jahr wieder ins Renngeschehen eingreifen. Deswegen wird die bisherige Zusammenarbeit mit den beiden unterstützten Teams Adrenalin Racing und Nexen Tire Motorsport fortgesetzt. „Wir haben bereits mit beiden Motorsportteams die Zusammenarbeit für 2014 verlängert und freuen uns schon jetzt auf die kommende Saison. Mit der Motorsportplattform transportieren wir unser UHP-Know-how und nutzen unser Engagement erfolgreich als Kundenbindungsinstrument“, so Jo-Hoo Song, Precm sident von Nexen Tire Europe.

Reifenhändler Alterauge stellt Langstrecken-E-Auto in Dienst Die zum Reifenhändlerverbund point S gehörende Alterauge GmbH setzt weiter auf das Thema Elektromobilität. Nachdem das in Kettig (Rheinland-Pfalz) beheimatete Unternehmen etwa vor Jahresfrist bereits eine kostenlose öffentliche „Tankstelle“ für E-Mobile auf dem Gelände seines an der Bundesstraße 9 gelegenen Betriebes zwischen Koblenz und Andernach eingerichtet hatte, wo sie ihre Batterien aufladen können, stellte man unlängst nun auch selbst ein solches Fahrzeug in Dienst: ein Tesla-Modell vom Typ S 85 Performance mit 100-prozentigem Elektroantrieb und über 400 PS Leistung. Wie es weiter heißt, soll sich die 85-kWh-Batterie des Wagens an der betriebseigenen „Stromtankstelle“ innerErste „Betankung“ des halb von vier Stunden komAlterauge-Teslas an der plett aufladen lassen und firmeneigenen, aber auch dann eine Reichweite von von der Öffentlichkeit kostenlos nutzbaren Lade- bis zu 480 Kilometern ermöglichen. cm station für E-Mobile

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Großhändler hilft, potenzielle Reifendiebe dingfest zu machen aut der örtlichen Polizei ist in der Nacht vom 3. auf den 4. November ein Sattelanhänger samt Container vom Gelände einer Reifenfirma in der Aachener Philipsstraße – gemeint sein dürfte also wohl der dortige Conti-Standort – gestohlen worden. Auf diese Weise sollen der oder die Täter unter Zuhilfenahme einer zuvor in den Niederlanden entwendeten Zugmaschine nicht weniger als 600 Reifen erbeutet haben. Als Verdächtige konnten die Ermittler zwischenzeitlich bereits drei Männer im Alter von 28, 33 und 41 Jahren aus Köln und Velbert festnehmen. Der Erfolg der Beamten ist dabei – wie sie selbst sagen – dem Hinweis eines Reifengroßhändlers aus

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dem nicht einmal 100 Kilometer von Aachen entfernten Landkreis Viersen zu verdanken. Denn ihm waren einige Tage nach dem Diebstahl die Reifen zum Kauf angeboten worden. Er meldete sich bei der Polizei, sodass die Ermittler in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Viersen und Köln „umfangreiche Maßnahmen“ einleiten und letztendlich das Diebesgut sicherstellen und dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben konnten. Bei ihren Vernehmungen gab das tatverdächtige Trio demnach an, die Reifen selber in Köln erworben zu haben. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Aachen dauern weiter an. cm

Geschäftsbereich Aftermarket bei Tenneco wird neu aufgestellt Um – wie es heißt – den Veränderungen die Balkan- und GUSdes freien Ersatzteilmarkts Rechnung zu Staaten – die Vertragen, hat Tenneco seine europäische Aftriebsleitung für termarket-Division neu ausgerichtet. Im Österreich und die Zuge der Umstrukturierung teilt man den Schweiz gibt er an Markt nunmehr in drei Regionen ein. DaWerner Gerwin ab, der bei zeichnet der Niederländer Maurits Binbisher als Countrynendijk als Senior Sales & Marketing DiManager Deutschrector neuerdings für Zentral- und Osteuland für Tenneco tätig ropa sowie die Balkanstaaten verantwortwar und künftig den lich und damit auch die für die Geschäfte Vertrieb in der DACHin der DACH-Region (Deutschland, ÖsterJörn Lorenz (links) wechselt bei Tenneco in das zentrareich, Schweiz). In Nord-, West- und Süd- le Marketing und gibt die Vertriebsleitung für Österreich europa übernimmt Jean Francois Floor als und die Schweiz an den bisherigen Country-Manager Senior Sales & Marketing Director die Lei- Deutschland Werner Gerwin ab tung, während sich Samy Mahta als Senior Sales & Marketing Director Emerging Mar- Region verantwortet. „Wir sind überzeugt, kets um die sogenannten aufstrebenden dass die neue strategische und kundenoriMärkte kümmern soll. Abgesehen davon hat entierte Ausrichtung unseren Kunden bei Tenneco zudem seine Marketingdivision für der Bewältigung der täglichen und langfrisden Aftermarket EMEA (Europa, Mittlerer tigen Herausforderungen helfen wird. Die Osten, Afrika) neu aufgestellt: Jörn Lorenz neuen Strukturen garantieren kurze Wege wechselt in das zentrale Marketing und und schnelle Entscheidungen“, ist Gerwin übernimmt außerdem die Regionalverant- überzeugt. cm wortung für Zentral- und Osteuropa sowie


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Nennschluss für nächstes 24h-Rennen ist der 28. April

A

ls Termin für die nächste, dann 42. Ausgabe des 24Stunden-Rennens auf dem Nürburgring steht das Wochenende vom 19. bis zum 22. Juni bereits seit Längerem fest – jetzt haben die Veranstalter mit dem 28. April 2014 zudem den finalen Nennschluss für den Langstreckenklassiker in der Eifel fixiert. Bis zum 31. März können sich potenzielle Teilnehmer demnach „zu ermäßigten Konditionen“ anmelden. Zudem werden noch einige Änderungen gegenüber dem diesjährigen Rennen bekannt gegeben: So soll die Hatz auf der Nordschleife vor allem sicherer werden. Deswegen wird die Teilnehmerzahl des bisherigen Top-40-Qualifyings beispielsweise um zehn Fahrzeuge reduziert, um den Wettbewerbern eine freie Strecke zu garantieren. „Die Reduzierung ermöglicht es uns, die Quali-Teilnehmer mit etwas größerem Zeitabstand auf ihre schnellen Runden zu schicken“, erklärt Rennleiter Walter Hornung. „So wird es unwahrscheinlicher, dass zwei Fahrzeuge aufeinander auflaufen und sich gegenseitig womöglich behindern“, fügt er hinzu. Zum Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen gehören auch entsprechende Änderungen in der Boxengasse, wo nicht nur die dort eingesetzten Marshal zukünftig feuerfeste Overalls tragen müssen, sondern auch alle Mit-

Wer bei der 42. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens am Wochenende vom 19. bis zum 22. Juni kommenden Jahres mit dabei sein will, hat für die Nennung noch bis Ende April 2014 Zeit glieder der Rennteams, die unmittelbar am Tankvorgang der Fahrzeuge beteiligt sind. Mit einer Verfeinerung der Ausschreibung in Bezug auf das System der Fahrzeugklassen – verfügbar auf der Homepage des ADAC Zurich 24h-Rennens unter www.24h-rennen.de – will man zudem Privatiers fördern. cm

DIE 24 STUNDEN AUF DEM NÜRBURGRING BEKOMMEN „KLEINEN BRUDER” Die Veranstalter des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring wollen im Vorfeld des Langstreckenklassikers, der kommendes Jahr für das Wochenende vom 19. bis zum 22. Juni terminiert ist, erstmals ein sogenanntes Qualifikationsrennen ausrichten. Stattfinden soll das, was von den Organisatoren als „echter Knüller“ bezeichnet wird, am 5. und 6. April 2014 und damit gut drei Wochen vor Nennschluss für den 24-StundenLauf. „Wir wollen den Teams, die beim 24-Stunden-Rennen an den Start gehen, eine optimale Testmöglichkeit bieten – und zwar ohne den Druck einer Meisterschaft”, erklärt Walter Hornung, Rennleiter des 24-Stunden-Rennens und Sportleiter des veranstaltenden ADAC Nordrhein, den dahinter stehenden Ge-

dankenansatz. Zugleich biete die Wochenendveranstaltung Fans und Medien die Gelegenheit, sich schon einmal einen ersten Überblick über das Starterfeld des 24-Stunden-Rennens im Juni zu verschaffen. Vom Funktionstest auf dem Grand-PrixKurs über freie Trainingssitzungen bis in die Abendstunden auf der Nordschleife am Samstag bis hin zum zweistündigen Qualifying und einem Sechsstundenrennen durch die „Grüne Hölle“ am Sonntag soll das neue Veranstaltungsformat jedenfalls alles das bieten, was den Teams bei der Vorbereitung auf das Haupt-Event am Fronleichnamswochenende hilft – und das auf der Originalstreckenvariante des 24-Stunden-Rennens. cm

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Blick in die Interpneu-Komplettradmontagehalle in Karlsruhe

Mehr als 100.000 Kompletträder von Interpneu jährlich Großhandelstochter der Pneuhage-Gruppe baut das Geschäftsfeld konsequent aus Die Zeiten haben sich geändert. Noch vor rund einem Jahrzehnt haben Reifen- und Rädergrossisten das Thema Kompletträder geflissentlich umschifft: aus Sorge, der Kunde Einzelhändler könne ihm diese Aktivität verübeln, weil das doch eine ureigene Aufgabe einer Reifenservicestation sei. „Nach unserem Verständnis ist unser Komplettradangebot ein Kundenservice – noch dazu ein für ihn kostenloser –, der gerne angenommen wird“, erklärt Wolfgang Butsch, Geschäftsführer der Interpneu Handelsgesellschaft mbH (Karlsruhe), der Großhandelsbereich der Pneuhage-Gruppe. icht nur ein kostenloser, sondern auch ein logischer, möchte man ergänzen. Schließlich beliefert Interpneu den Reifeneinzelhandel einschließlich der durch das Vertriebspartnerkonzept PVP mit den Karlsruhern verbundenen Unternehmen und die eigenen Pneuhage-Outlets sowie Kfz-Betriebe ja täglich mit Reifen und Rädern, um – jedenfalls hinsichtlich des Fahrzeugsegments Pkw – sodann beim Kunden zum Komplett-

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rad zusammengeführt zu werden. Gerade in der höchst geschäftigen Wechselsaison ist es da schon hilfreich, gleich mit dem Komplettrad beliefert zu werden. Da ist das Interpneu-Komplettradangebot in höchstem Maße entlastend, äußerst bequem und mit der Garantie versehen, dass die Montage professionell erfolgt ist. Und es ist in preislicher Hinsicht von unschlagbarer Transparenz: Der Kunde addiert lediglich Reifenund Felgenpreis und weiß, wie viel er fürs Komplettrad zu berappen hat. Die professionelle Montage und der Transport werden nicht berechnet. Noch vor fünf Jahren belief sich der Komplettradumschlag bei Interpneu auf ca. 20.000 pro Jahr, inzwischen hat er sich verfünffacht. Torsten Linder, der für die Komplettradvermarktung verantwortlich ist, sieht aufgrund der äußerst dynamischen Entwicklung noch reichlich Potenzial für das Geschäftsfeld. Jedes Rad ist mit jedem Reifen aus dem Interpneu-Sortiment montierbar, mehr als vier Millionen Kombinationsmöglichkeiten weist der hauseigene Komplettradkonfigurator aus. Als Vollsortimenter deckt Inter-

pneu sämtliche Premiumreifenmarken, das Mittelpreis- sowie Budgetsegment ab – und verfügt überdies über die bei anerkannten Qualitätsherstellern produzierten Eigenmarken Platin und Premada. Als langjährig erste Adresse im Aluminiumräderersatzgeschäft in Deutschland führt Interpneu ein Großteil der führenden Marken, aber auch Nischenprodukte für Autofreaks – und verfügt ebenfalls mit Platin über eine seit gut zweieinhalb Jahrzehnten etablierte Aluminiumrädereigenmarke. Dass die Vermarktung eines Komplettrades bestehend aus Platin(oder Premada-)Reifen und Platin-Aluminiumrad besondere Freude bereitet, kann man da den Verantwortlichen im Karlsruher Gewerbegebiet Roßweid nicht verdenken. Während es für einen Einzelhändler ein eher riskantes Unterfangen ist, in der weniger arbeitsintensiven Zeit vor der Saison in größerem Umfang Vormontagen vorzunehmen, kann sich da ein erfahrener Großhändler schon mehr zutrauen: Die Lagerkapazität Kompletträder wird mit immerhin 20.000 beziffert. Interpneu hat in den letzten Jahren die Komplettradmontage immer weiter profes-


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Anlieferung aus dem Logistikzentrum Speyer der zur Montage vorgesehenen Reifen

sionalisiert. „Unsere Zielgruppe ist der Einzelhandel“, stellt Butsch klar. Aber für den tue man alles, was „aus dessen Sicht“ erwartet werden kann, knüpft er an eine Hausphilosophie seines Vorgängers in der Position des Interpneu-Geschäftsführers an, „immer aus der Sicht des Kunden zu denken“. Sieben Montagestraßen sind aktuell in der großen Halle nur wenige Schritte vom Firmensitz entfernt installiert, davon ist eine in der Regel Stahlrädern vorbehalten. Das spiegelt in etwa das Tagesgeschäft wider, so Torsten Linder. Im Jahre 2012 habe der Anteil der Komplettradmontagen mit Stahlrädern bei etwa zwanzig Prozent gelegen. Fahrzeuge aus dem Kleinwagensegment, Zweit-, Dritt- oder schon ein wenig in die Jahre gekommene Autos sind zwar die kleinere, aber auch gewiss noch in den nächsten Jahren recht stabile Zielgruppe für Kompletträder mit stählernen Felgen. Produktseitig kooperiert Interpneu zuverlässig mit den anerkannten Stahlradexperten von Stahlgruber und Alcar. Die sieben Montagestraßen sind mit moderner Fördertechnik versehen, für die Montage von Runflats kann Interpneu auf eine Zertifizierung verweisen. „Exoten“, üppige SUV- und groß dimensionierte Räder für Supersportwagen sind kein Hindernis, bis 26 Zoll ist möglich, verweist Torsten Linder darauf, dass die Kernmannschaft erfahren und bestens geschult, aber auch das zu Saisonzeiten benötigte zusätzliche Personal ei-

ne absolut sichere und untadelige Montage gewährleistet. Dabei: Eine „tote Phase“ gebe es in der Komplettradmontage eigentlich gar nicht mehr, zu tun sei immer. Womit nicht nur die Vormontage in den Sommermonaten fürs Wintergeschäft gemeint ist, sondern auch das Frühjahr seine Highlights und Herausforderungen mit hochwertigen 20-Zoll-Reifen und beispielsweise sehr exklusiven Tuningrädern hat. Die in der Saison über 20 Mitarbeiter zählende Mannschaft steht für einen TagesOutput von etwa 1.800 Kompletträdern, allesamt mit Stickstoff befüllt. Bei jedem einzelnen Rad wird der Individualität Rechnung getragen: Sind die Felgen einem aktuellen Markttrend folgend schwarz, dann sind auch die Metallventile und die Klebegewichte schwarz. Dass die Räder schnell beim Kunden sind, dafür steht die ausgereifte und eingespielte interne Logistik: Ein, zumeist aber zweimal täglich fährt die Reifenlieferung aus dem großen Logistikzentrum in Speyer kommend an eines der acht Tore des Komplettradcenters, das Felgenlager ist ohnehin quasi „um die Ecke“. Dass die gewünschten Kompletträder innerhalb von zwei Werktagen beim Kunden sind, könne man fast garantieren, zumeist sei man schneller, will Geschäftsführer Wolfgang Butsch bei der logistischen Leistung vor allem die Geschwindigkeit betont sehen. So sei es theoretisch möglich, in Speyer bis zu zwei Millionen Pkw-Reifen einzulagern, tat-

sächlich beschränkt sich Interpneu auf etwa 1,2 Millionen. Denn alles ist auf einen schnellen Durchlauf ausgerichtet, „unsere Domäne“ (so Butsch). Was intern perfektioniert wurde, bedarf aber einer Ergänzung durch Dienstleister. Weil einzelne Paketdienste schnell mal überfordert sind, wenn der herbstliche Run einsetzt, arbeitet Interpneu gleich mit mehreren zusammen und mit verschiedenen Logistikern auch. Darüber hinaus hatte Interpneu schon sehr frühzeitig ein hohes Maß an Transparenz an Verfügbarkeiten installiert und kann jetzt die Früchte ernten: Weil die Kunden des Unternehmens diese Anzeige auch nutzen, kann es nicht zu bösen Überraschungen kommen. Man weiß bei Interpneu: Ein Endverbraucher, der lange warten muss, wird allzu leicht zu einem verlorenen Endkunden – wohl auch ein Beispiel für die Maxime, immer die Perspektive des Kunden einnehmen zu woldetlef.vogt@reifenpresse.de len.

Kurz vor der Vereinigung von Rad und Reifen

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Dank AIBA wird Contidrom zum „Testgelände des Jahres 2013“ Die international besetzte Jury des Automotive Testing Technology International Award 2013 hat das, nördlich von Hannover gelegene Contidrom in der Kategorie „Testgelände des Jahres“ ausgezeichnet. Den Ausschlag dafür soll vor allem die Automated Indoor Braking Analyzer (AIBA) genannte Indoor-Reifentestanlage gegeben haben, mittels der in einer überdachten Halle ganzjährig, wetterunabhängig und vollautomatisch ohne Testfahrer die Bremseigenschaften von bis zu 100.000 Reifen pro Jahr geprüft werden können. Schon im Frühjahr hatte das Magazin Vehicle Dynamics International (VDI) AIBA als „Entwicklung des Jahres” gekürt.

Thomas Neddenriep ist Leiter Globale Evaluation von Reifeneigenschaften bei Continental

„Mit der Eishalle und dem gerade in Betrieb genommenen Automated Indoor Braking Analyzer stehen Continental jetzt sehr zuverlässige Messergebnisse für die Reifen-Performance auf realistischen Fahrbahnoberflächen zur Verfügung, die auch wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich des Einflusses auf fahrdynamische Kriterien beinhalten. Das führt sowohl zu besseren und sicheren Reifen als auch zu effizienteren Reifenentwicklungsprozessen“, meint Phil Morse von Energy Balance LLC, eines der Jurymitglieder von Automotive Testing Technology International. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und sind auch stolz darauf. Dieser Preis spiegelt aus unserer Sicht den hohen Aufwand für den Ausbau der Teststrecken, den Bau des Automated Indoor Braking Analyzer sowie die neuen Gebäude und Anlagen der vergangenen Jahre wider. Und er ist gleichzeitig eine große Motivation für das ganze Team, denn unsere Herausforderung heißt jetzt, die Position des Contidroms als eines der besten Testgelände weltweit auch in den kommenden Jahren im Sinne unserer Kunden und unserer eigenen Testanforderungen zu verteidigen“, erklärt Thomas Neddenriep, der Leiter Globale Evaluation von Reifeneigenschaften bei Continental. cm

Neues Conti-Reifenlager entsteht im Aachener Industriepark Avantis

Nach der Auszeichnung als „Entwicklung des Jahres” ist Contis AIBA nun ein weiteres Mal dadurch gewürdigt worden, dass das Contidrom dank dieser Indoor-Reifentestanlage beim Automotive Testing Technology International Award 2013 zum „Testgelände des Jahres“ gekürt worden ist

Soll im nächsten Frühjahr bezogen werden

Der Investor und Logistikdienstleister Honold baut im Aachener Gewerbepark Avantis ein neues Reifenlager für Continental. Nach Fertigstellung Anfang nächsten Jahres wird dort Platz für rund 800.000 Reifen sein, täglich können dann bis zu 35.000 Reifen umgeschlagen werden. Mit dem Neubau ist das Lager von den deutschen Autobahnen A4/A44 und der niederländischen A76 leicht zu erreichen, der Binnenhafen Maastricht ist schnell anzufahren.

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ontinental gewinnt mit der Teilverlagerung der Reifenlogistik aus dem Reifenwerk und aus verschiedenen kleineren Lagern Platz auf dem Produktionsgelände, der zum Werksausbau genutzt werden kann. Für ei-

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ne mögliche Ausweiterung der Lagerkapazität steht ausreichend Fläche zur Verfügung. Beim Neubau nutzt Investor Honold alle Möglichkeiten, ein energiesparendes Lagergebäude nach dem neuesten Stand der Technik entstehen zu lassen. Durch den

niedrigen Energieverbrauch des Gebäudes können die Umwelt geschont sowie Betriebskosten deutlich verringert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Reifenherstellers. dv


Elio Motors und Cooper Tire wollen bei „Dreirad“ zusammenarbeiten Die Cooper Tire & Rubber Company und Elio Motors Inc. wollen zusammenarbeiten und haben diesbezüglich eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach soll der Reifenhersteller das in Troy (Michigan/USA) beheimatete Startup als Erstausrüster für das von ihm entwickelte dreirädrige Fahrzeug beliefern. Ausgestattet mit einem 55 PS starken Dreizylindermotor könne das nur gut 540 Kilogramm auf die Waage bringende „Dreirad“ mit einer Gallone Kraftstoff immerhin 84 Meilen zurücklegen, wird bei alldem insbesondere dessen Sparsamkeit des Mobils hervorgehoben. Für amerikanische Verhältnisse mögen die sich daraus errechnenden rund 3,4 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer zwar durchaus beeindruckend sein, aber solche Werte werden von so manchem in Serie gefertigten europäischen Kleinwagenmodell bereits heute beinahe erreicht. Vielleicht ist da schon der von Elio angepeilte Verkaufspreis in Höhe von rund 6.800 US-Dollar (gut 5.000 Euro) ein schlagenderes Argument für das Fahrzeug, das in Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana vom Band laufen soll und bei dem den

Ende 2014 soll das „Dreirad“ auf den Markt kommen, für das Cooper das Start-up-Unternehmen Elio Motors mit Erstausrüstungsreifen beliefern will Planungen zufolge hauptsächlich Komponenten „Made in North America“ verbaut werden. Wie dem auch sei, bei Elio freut man sich jedenfalls darüber, Cooper als Partner für das Projekt gewonnen zu haben. „Beständige Innovationen sind lebenswichtig für das Automotive-Geschäft, und wir bei Cooper freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Elio bzw. die Entwicklung eines innovativen Reifendesigns, das in einem unserer US-Werke gefertigt wird“, so Chris Ostrander, im Range eines Präsidenten bei Cooper. Wie Elio wolle man mittels des neuen Fahrzeuges zu mehr Nachhaltigkeit und durch rollwiderstandsarme Reifen dazu beitragen, das angepeilte Verbrauchsziel zu erreichen, sagt er. cm

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Straße

Patrick Olney wird neuer TRW-COO

Ort

Zum Jahresanfang 2014 wird Patrick Olney neuer Chief Operating Officer (COO) der TRW Automotive Holdings Corp. In dieser Funkion löst er Steve Lunn bei dem Zulieferer ab, der zum 28. Februar in den Ruhestand wechseln wird. Derzeit ist Olney Präsident von Volvo Construction Equipment, einem Geschäftsbereich der Volvo-Gruppe mit einem Umsatz von zehn Milliarden US-Dollar. In seiner neuen Position bei TRW wird Olney an John Plant, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) bei TRW Automotive, berichten und im Firmenhauptsitz in Livonia (Michigan, USA) sein Büro beziehen. „Steve Lunn ist seit 2003 Chief Operating Officer bei TRW und hat wesentlich zum heutigen Erfolg von TRW beigetragen. Wir werden ihn alle sehr vermissen“, erklärt Plant, der dessen designierten Nachfolger zugleich als „vielseitige Führungskraft mit umfangreicher und globaler praktischer Erfahrung sowie einem sehr guten Verständnis für Finanzen“ beschreibt. „Seit über 18 Jahren ist er bei Volvo Construction Equipment in leitenden Positionen tätig. Ich bin froh, dass wir einen hochrangigen Manager wie Patrick mit dieser internationalen Erfahrung und einer derartigen Erfolgsbilanz für TRW gewinnen konnten. Mit seinem Führungsstil sowie seiner Zielstrebigkeit ergänzt er ideal unser bestehendes Managementteam“, so der TRW-Chairman und -CEO weiter. Dass Lunn und Olney für einen kurzen Zeitraum zusammenarbeiten werden, soll für einen reibungslosen Übergang sorgen und die Kontinuität im operativen Geschäft sicherstellen. cm

USt-Id.-Nr. (für EU-Staaten)

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Große Öffentlichkeit für neuen „Held der Straße des Jahres 2013“ Goodyear Dunlop setzt sich weiter konsequent für Verkehrssicherheit ein Goodyear-Dunlop-Chef George Rietbergen gratulierte als Erster dem neuen „Helden der Straße des Jahres 2013“

„Wir wollen mit unserer Kampagne die Bereitschaft, in Notsituationen die Initiative zu ergreifen und zu helfen, fördern“, sagt Goodyear-Dunlop-Chef George Rietbergen

Neben der Auszeichnung erhielt der neue „Held der Straße des Jahres“ Wilhelm Dirkmann (Mitte) vom Automobilpartner Hyundai Motor Deutschland das in diesem Jahr neu eingeführte i30 Coupe im Gesamtwert von rund 16.000 Euro

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eder Verkehrstote ist einer zu viel. Nun geht zwar die Anzahl der Unfallopfer auf deutschen Straßen seit Jahren kontinuierlich zurück. Nichtsdestotrotz setzt Goodyear Dunlop weiterhin konsequent darauf, die Themen Hilfe im Straßenverkehr bzw. Erste Hilfe sowie Fahrzeugsicherheit in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern und kommt damit seiner unternehmerischen Verantwortung nach. Eines der Mittel, deren

sich der Reifenhersteller dabei bedient, ist die Auszeichnung zum „Held der Straße“. Die Verkehrssicherheitsaktion läuft bereits seit sechs Jahren erfolgreich. Vorläufiger Höhepunkt war nun in Berlin beim Bundesverkehrsminister wieder einmal die Wahl zum „Held der Straße des Jahres“. Die zahlreich anwesende Fach- und Tagespresse sowie etliche Fernsehteams zeugten von der ungebrochenen Bedeutung der Aktion sowie von der öffentlichen Unterstützung. Der aus Bad Bentheim (Niedersachsen) stammende und in Ettlingen (Baden-Württemberg) wohnende Wilhelm Dirkmann (45) wurde Anfang Dezember von Goodyear und dem Automobilclub von Deutschland (AvD) mit dem Titel „Held der Straße des Jahres 2013“ geehrt. Die Auszeichnung wurde stellvertretend für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer von Staatssekretär Rainer Bomba und der Fachjury im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin überreicht. Seit sechs Jahren suchen Goodyear und der AvD zusammen mit den Partnern Hyundai Motor Deutschland, Allianz AG sowie den Magazinen Auto Test und Trucker mutige Helden, die durch ihr beispielhaftes Handeln Leben gerettet haben und würdigen ihr Engagement. Aus den elf Monatshelden des Jahres wählte die Fachjury mit Wilhelm Dirkmann einen couragierten Helden, dessen beherztes Bremsmanöver drei Frauen vor dem Flammentod bewahrte: Der IT-Berater setzte sich mit seinem Fahrzeug vor den qualmen-


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den und offenbar bremsunfähigen Pkw der Verunfallten, bremste diesen in kürzester Zeit bis zum Stillstand ab und rettete so die drei Insassen, bevor der Wagen komplett ausbrannte. Wilhelm Dirkmann ist am 17. April 2013 auf dem Weg von einem Kundentermin zurück nach Ettlingen. Auf der A8 auf dem abschüssigen Wolfartsweierer Hang bei Karlsruhe bemerkt er einen Pkw vor sich, der Flüssigkeit verliert und immer stärker qualmt. Plötzlich fängt das Heck des Wagens Feuer. Im Inneren des Pkws bildet sich starker Rauch, sodass die drei Frauen ihre Köpfe aus den Fenstern strecken. Gleichzeitig wird der Wagen immer schneller. Dem IT-Fachmann ist sofort klar, dass diese Situation schnelles Handeln erfordert. Er überholt, setzt sein Auto vor den außer Kontrolle geratenen Wagen und lässt ihn vorsichtig auffahren. Durch dieses außergewöhnliche Bremsmanöver schafft er es, den in Flammen stehenden Pkw auf dem Standstreifen zum Stehen zu bringen. Dann hilft er sofort den drei Frauen aus dem Fahrzeug und bringt sie hinter der Leitplanke in Sicherheit. Kurz danach brennt das Auto vollständig aus. Dank des schnellen Eingreifens von Wilhelm Dirkmann erlitten die 31-jährige Fahrerin und ihre beiden Begleiterinnen nur eine leichte Rauchvergiftung. Schirmherr Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dazu: „Auch in diesem Jahr zeichnen wir couragierte Mitbürger aus, die Großes geleistet haben und unsere höchste Anerkennung verdienen. Durch buchstäblich heldenhaftes Eingreifen konnten zahlreiche Menschenleben gerettet werden. Dafür meinen herzlichen Dank – denn Verkehrssicherheit geht uns alle an. Es ist eine bleibende Aufgabe, unseren Verkehr noch sicherer zu machen. Dieses Anliegen weiter voranzubringen, ist Ziel von ,Held der Straße‘. Gerne bin ich daher Schirmherr dieser wichtigen Aktion.“ Für sein mutiges Handeln wurde Wilhelm

Den neuen „Held der Straße des Jahres 2013“ erwartete in Berlin eine große Öffentlichkeit

Dirkmann nun von Goodyear und dem AvD zusammen mit den Partnern der Titel „Held der Straße des Jahres 2013“ im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung verliehen. Neben der Auszeichnung erhielt er vom Automobilpartner Hyundai Motor Deutschland das in diesem Jahr neu eingeführte i30 Coupe im Gesamtwert von rund 16.000 Euro sowie eine Autoversicherung der Allianz für ein Jahr. Der sportliche Dreitürer überzeugt neben seiner dynamischen Optik auch durch eine umfangreiche Serien- und Sicherheitsausstattung. „Im Jahr 2012 sind laut Statistischem Bundesamt 3.600 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr gestorben. Zwar ist die Zahl so niedrig wie zuletzt 1950, dennoch ist jeder verletzte oder gar getötete Verkehrsteilnehmer einer zu viel. Verkehrssicherheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der jeder einen aktiven Beitrag leisten kann und muss. Wir wollen mit unserer Kampagne die Bereitschaft, in Notsituationen die Initiative zu ergreifen und zu helfen, fördern. Unsere Helden der Straße sind Vorbilder für uns alle, denn sie haben entschlossen und auf vielfältige Weise Erste Hilfe geleistet“, betonte George Rietbergen, Group Managing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei Goodyear Dunlop, anlässlich der Preisvergabe in Berlin. Matthias Braun, Generalsekretär des Automobilclub von Deutschland, betont: „Anderen Menschen selbstlos in Notsituationen zu helfen sollte für uns alle selbstverständlich sein. Heldentaten wie die von Wilhelm Dirkmann sind ein Paradebeispiel von Mut und

Selbstlosigkeit, ich hoffe, dass viele Menschen diesem Vorbild folgen. Ich freue mich bereits heute auf viele weitere Helden der Straße.“ Aus den insgesamt elf Monatshelden 2013 wählte die fachkundige Jury, bestehend aus Matthias Braun, AvD-Generalsekretär, Dr. Hans H. Hamer, Verlagsgeschäftsführer der Verlagsgruppe Auto, Computer und Sport im Axel Springer Verlag und Geschäftsführer des Axel Springer Auto Verlag, Olaf Schilling, Herausgeber und Chefredakteur Auto Test, Auto Bild Motorsport, Auto Bild Sportscars und Herausgeber Auto Bild Allrad, Jens Lison, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, Markus Schrick, Geschäftsführer der Hyundai Motor Deutschland GmbH, Johannes Reichel, Chefredakteur des Magazins Trucker, sowie George Rietbergen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Wilhelm Dirkmann als den „Held der Straße des Jahres 2013“. Unterstützt wird die Verkehrssicherheitsaktion unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer auch durch die beiden Zeitschriften Auto Test und Trucker. Menschen, die eine selbstlose Tat im Straßenverkehr geleistet haben, sind Kandidaten für den „Held der Straße“. Vorschläge können im Internet unter www.held-der-strasse.de eingereicht werden. Bewerbungen nimmt Goodyear auch unter der Adresse Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Mirko Kraus, Stichwort „Held der Straße“, Dunlopstraße 2, 63450 Hanau entgegen – oder per Telefon unter 0221/97666-494. ab

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F+E-Engagement Pirellis in Russland Die staatliche russische Ölgesellschaft Rosneft, die Holding Rostec (Russian Technologies) und Pirelli haben ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet, ihre Aktivitäten hinsichtlich Forschung und Entwicklung im Bereich Materialien, die im Reifenbau Verwendung finden, zu bündeln. Es geht dabei zum Beispiel um Synthesekautschuke, Ruße und Verstärkungsmaterialien. Aus Anlass der Vertragsunterzeichnung betonte Pirelli-Chairman und -CEO Marco Tronchetti Provera (65) die strategische Bedeutung, die Russland für sein Unternehmen habe. dv

Pirelli-Ausstellung mit dem „Red Dot: Grand Prix 2013“ ausgezeichnet Die Ausstellung „L'anima di gomma. Estetica e tecnica al passo con la moda“ – präsentiert von der Pirelli Foundation – wurde jetzt beim RedDot-Design-Award-Event in Berlin mit dem „Red Dot: Grand Prix 2013“ prämiert. Der Preis gilt als eine der namhaftesten Auszeichnungen im Bereich des Kommunikationsdesigns. Die im Juli 2011 im Rahmen der Mailänder Triennale installierte Ausstellung ließ über ein Jahrhundert der vielfältigen industriellen und kulturellen Aktivitäten von Pirelli Revue passieren. In der Ausscheidung beim Red Dot Award setzte sich das Projekt in seiner Kategorie gegen mehr als 6.800 Konkurrenten durch. ab

Die Pirelli-Ausstellung anlässlich der Mailänder Triennale 2011 wurde jetzt mit dem „Red Dot: Grand Prix 2013“ ausgezeichnet

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Installationen von Dieter Roth im Hangar Bicocca „Islands“, eine anthologische Ausstellung von Dieter und Björn Roth, wird seit dem 6. November und bis zum 9. Februar 2014 im Hangar Bicocca, der von Pirelli unterstützen Mailänder Galerie für zeitgenössische Kunst, gezeigt. Dieter Roth (geb. 1930 in Hannover, gest. 1998 in Basel) spielte während der vergangenen Jahrzehnte eine Hauptrolle in der internationalen Kunstszene. „Islands“ präsentiert erstmals in Italien über hundert seiner Werke, die gemeinsam mit seinem Sohn Björn ausgesucht wurden. Die imposanten Installationen bieten eine einzigartige Gelegenheit, die industrielle Vorgeschichte des Hangar Bicocca in die Ausstellung zu integrieren. Die Besucher werden auf eine Reise zu thematischen „Inseln“ geschickt, die das multidisziplinäre kreative Universum des Künstlers repräsentieren. „Roth New York Bar“ dv

Veränderung im Marketing des Pirelli-Geschäftsbereiches Truck um 1. Dezember übernahm Ferdinando Visconti di Modrone (35) die Verantwortung für das Marketing in Zentraleuropa des Geschäftsbereiches Truck bei Pirelli. In dieser Position tritt er damit die Nachfolge von Alain Versace an, der das Unternehmen zum 30. November auf eigenen Wunsch hin verlassen hat. Bislang zeichnete di Modrone bei dem italienischen Reifenhersteller in der Business Unit Pkw für das Marketing im Bereich Ersatzgeschäft für Österreich und Slowenien verantwortlich. Der diplomierte Betriebswirt wird als profunder Kenner des Der diplomierte Betriebswirt Ferdinando Visconti di europäischen Reifenmarktes beschrieben. Nach Abschluss Modrone tritt bei Pirelli als seines Studiums an der Mailänder Wirtschaftsuniversität neuer Marketingleiter des Luigi Bocconi trat er im Oktober 2005 in die Dienste von Pi- Pirelli-Geschäftsbereichs Truck relli, wo er in der Mailänder Konzernzentrale zunächst zwei für Zentraleuropa die NachfolJahre als Produktmanager im Zentralmarketing des Ge- ge von Alain Versace an, der das Unternehmen auf eigenen schäftsbereiches Car arbeitete, um im Januar 2008 dann Wunsch hin verlassen hat zur Pirelli Deutschland GmbH nach München zu wechseln. Bei der deutschen Konzerntochter war Visconti di Modrone, der ausgezeichnet Deutsch, Englisch und Französisch sprechen können soll, im Geschäftsbereich Car als Produktmanager in den Segmenten Produktstrategien, Marktanalysen, Pricing, Planung und Logistik tätig. Drei Jahre später wurde er dann nach Wien berufen, wo man ihn mit der Leitung des Marketings für das Pkw-Reifenersatzgeschäft in Österreich und Slowenien betraute. In seiner neuen Funktion berichtet er an Manfred Zoni, Leiter Vertrieb und Marketing Pirelli Truck Zentraleuropa. cm

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Meet & Greet mit Vettel bei Tirendo-Gewinnspiel ausgelobt ls der B2C-Onlinereifenhändler unter dem Delticom-Dach ein neues Zuhause fand, wurde betont, dass der deutsche Formel-1Rennfahrer Sebastian Vettel Tirendo auch in der neuen Konstellation als Markenbotschafter erhalten bleiben würde. Deswegen verwundert es nicht weiter, dass nach dem Ende der diesjährigen Rennsaison ein sogenanntes Meet & Greet mit dem inzwischen viermaligen Weltmeister als Hauptpreis eines Tirendo-Gewinnspiels ausgelobt wird: Ein Mitmachen ist unter www.tirendo.de/vettel möglich, wo zugleich die Bedingungen dafür im Detail nachgelesen werden können – Teilnahmeschluss ist der 15. Januar 2014. Aber selbst wer nicht den Hauptpreis ergattert und zusammen mit einer Begleitperson Vettel abseits der Rennstrecke persönlich kennenlernen kann, muss dabei nicht unbedingt leer ausgehen. Denn darüber hinaus gibt es außerdem noch ein ADAC-Fahrsicherheitstraining als zweiten Preis zu gewinnen. Ausgelobt sind des Weiteren zudem noch diverse handsignierte Fanartikel von Sebastian Vettel. Mit diesem Gewinnspiel will sich Tirendo eigenen Worten zufolge bei seinen Kunden bedanken, zumal das Unternehmen von einem erfolgreichen Start in die Wintersaison berichtet und dies unter Mitmachen bei dem Gewinnspiel ist über die Website unter anderem auf eine neue Werbekampagne sowie eine erweiterte Produktpa- www.tirendo.de/vettel möglich – Teilnahmeschluss ist der 15. Januar kommenden Jahres lette zurückführt. cm

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Quad-/Zweiradhändler küren „Best Brands“ im Motorrad(reifen)geschäft Im Rahmen der jüngsten Fachtagung der Zeitschrift Bike und Business Ende November in Würzburg wurden in insgesamt 13 Kategorien die „Best Brands 2013“ gekürt. Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Umfrage des Blattes unter gut 500 Motorrad-, Motorroller- und Quad-/ATV-Vertragshändlern, die von Juli bis September durchgeführt wurde. In der Kategorie Reifenhandel hatte dabei einmal mehr der Großhändler M&A Reifenhandel Theobald

die Nase vorn, während sich die Eberhard Hoeckle GmbH aus Mössingen gegenüber dem letztjährigen dritten Rang um einen Platz verbesserte und die Bielefelder Boxenstopp Heitz GmbH diesmal Dritter wurde. In Sachen Reifenhersteller wurde Dunlop bzw. die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH auf Platz eins gewählt und konn-

In der Kategorie Reifenhandel hatte einmal mehr der Großhändler M&A Reifenhandel Theobald die Nase vorn In Sachen Reifenhersteller wurde Dunlop bzw. die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH auf Platz eins gewählt: Bei der Fachtagung der Zeitschrift Bike und Business nahm David Steinmetz (Zweiter von rechts) – Vertriebsleiter Motorradreifen für die DACHRegion bei dem Unternehmen – dafür eine Urkunde entgegen

te damit das Reifenwerk Heidenau und die Ralf Bohle GmbH mit ihrer Marke Schwalbe auf die weiteren Plätze verweisen. David Steinmetz – Vertriebsleiter Motorradreifen Deutschland, Österreich und Schweiz bei der Goodyear Dunlop – hat vor rund 220 geladenen Gästen eine entsprechende Urkunde aus den Händen von Stefan Zügner, Marketing- und Vertriebsleiter der Händlerzeitschrift, entgegengenommen. „Nach dem dritten Platz im vergangenen Jahr freuen wir uns ganz besonders, in diesem Jahr ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und bedanken uns für das Vertrauen, das die Händler uns ausgesprochen haben“, freut er sich. Dies zeige, dass man mit den eigenen Produkten und Services auf dem richtigen Weg sei. „Gerade in den vergangenen Jahren haben wir in allen Motorradreifensegmenten erstklassige Produkte wie den ‚RoadSmart II’, den ‚Trailmax TR91’, den ‚ScootSmart’, den ‚StreetSmart’ und jüngst den ‚SportSmart²’ auf den Markt gebracht. Auch darin sehe ich die Gründe für unseren wachsenden Erfolg und die hohe Zufriedenheit bei unseren Handelspartnern“, so Steinmetz. cm

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Kurzgefasst. Andreas Giese verlässt Giti Tire Deutschland GmbH Zu Ende November ist Andreas Giese bei der Giti Tire Deutschland GmbH ausgeschieden. Seit Anfang 2010 hat er dort als Marketingmanager fungiert. Bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist, übernimmt Rainer Harter seine bisherigen Aufgaben in Personalunion. „Die Position soll umgehend wieder besetzt werden“, erklärt der Giti-Tire-Deutschland-Geschäftsführer aber gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. cm Andreas Giese – seit Anfang 2010 in Diensten der Giti Tire Deutschland GmbH – hat das Unternehmen verlassen und ist zu Falken Tire Europe gewechselt

Startschuss für den „FlottenAward 2014“ Anlässlich ihres „Flotten-Awards 2014“ sucht die Zeitschrift Autoflotte wieder die besten Fahrzeuge und Dienstleister rund ums Flottengeschäft. Bei der Onlineabstimmung unter www.autoflotte.de/award_ vote/ stehen wie schon in den zurückliegenden Jahren wieder zahlreiche Unternehmen auch aus der Reifenbranche zur Wahl, etwa wenn es in drei von insgesamt mehr als 20 Kategorien darum geht, die besten Unternehmen/Marken in Sachen Reifenservice, Reifen und freie Werkstätten zu küren. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr dann ja mal ein wenig Abwechslung hinsichtlich der Sieger, nachdem zuletzt 2013, 2012 und 2011 jedes Mal das Trio Euromaster (Reifenservice), Continental (Reifen) und ATU (freie Werkstätten) die Nase vorn hatte. Die Abstimmung läuft noch bis zum 20. Februar 2014. christian.marx@reifenpresse.de

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Millionenklage von Bridgestone Americas gegen IBM Wie The Tennessean berichtet, hat Bridgestone Americas den IT-Riesen IBM verklagt. Letzterer soll Anfang 2012 ein neues Computersystem an die in Nashville beheimatete USTochter des japanischen Reifenherstellers geliefert, das für den unternehmensweiten Einsatz gedachte System aber nicht wie gewünscht zum Laufen bekommen haben. Damit seien die gesamten Geschäftsabläufe bei Bridgestone Americas „ins Chaos gestürzt” worden, zitiert die Zeitung aus der Klageschrift. Auch von „lähmenden Mängeln“ des IBMSystems gleich nach dessen Inbetriebnahme und „verheerenden Auswirkungen auf das Geschäft“ ist die Rede. Wie es weiter heißt, klagt der Reifenhersteller nun auf Zahlung von 600 Millionen US-Dollar durch IBM, um damit entstandene Kosten und Schäden zu kompensieren. Zumal das IT-System weiterhin dem Ruf des Reifenherstellers und seinen Kundenbeziehungen schade, weil beispielsweise Reifen nicht ausgeliefert werden könnten und sich stattdessen unnötig in diversen Lägern bzw. Distributionszentren stapelten. IBM soll die Anschuldigungen als übertrieben, sachlich falsch sowie unbegründet zurückgewiesen haben und macht seinerseits Bridgestone Americas Vorwürfe. Das Unternehmen habe nicht die Verpflichtungen erfüllt, von denen der Erfolg eines solchen Projektes abhängig ist, gibt die Zeitung eine entsprechende Stellungnahme des IT-Riesen wieder. Letztendlich hätten Bridgestones Versäumnisse einen signifikanten Einfluss auf die Kosten und den Zeitplan des Projektes gehabt, und die Entscheidung, entgegen IBM-Warnungen die Implementierung gleich auf alle Unternehmensbereiche auszudehnen, sei für die Probleme im gesamten Nordamerika-Geschäft verantwortlich. cm

Binder-Rückzug aus und Prüfer-Rückkehr in dem/den Delticom-Vorstand Rainer Binder – Co-CEO und einer der beiden Gründer des Internetreifenhändlers Delticom AG – plant mit Wirkung zum Ende des laufenden Geschäftsjahres, aus dem Vorstand des Unternehmens auszuscheiden. „Aus persönlichen Gründen“, wie es in einer entsprechenden Mitteilung heißt. Er stehe dem Unternehmen aber auch zukünftig beratend zur Seite und strebe im kommenden Geschäftsjahr zudem einen Sitz im Aufsichtsrat an, heißt es weiter. Den umgekehrten Weg will Dr. Andreas Prüfer beschreiten und zum Jahresende sein Mandat im Aufsichtsrat der Delticom AG aufgeben, um zu Beginn des kommenden Geschäftsjahres – vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates – als CoCEO in den Vorstand der Gesellschaft zurückzukehren. „Als Vorsitzender des Aufsichtsrats hat Prüfer die Delticom AG in den letzten Jahren eng begleitet. Mit dem Wechsel vom Aufsichtsrat in den Vorstand wird er sich nun noch mehr in die zukünftige Entwicklung der Delticom-Gruppe einbringen“ ist einer Verlautbarung des Unternehmens dazu ebenso zu entnehmen wie die Ankündigung, dass Co-CEO Philip von Grolman ab dem neuen Jahr den Einkauf der Delticom-Gruppe verantworten wird. cm

Rainer Binder (links) will sich aus dem Delticom-Vorstand zurückziehen und strebt stattdessen einen Sitz im Aufsichtsrat an, und Co-CEO Philip von Grolman wird ab dem neuen Jahr den Einkauf der Delticom-Gruppe verantworten

Dr. Andreas Prüfer will zu Beginn des kommenden Geschäftsjahres als Co-CEO in den Vorstand der Gesellschaft zurückzukehren


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Messe Essen zieht positives Fazit der „Reifen China 2013“ ie Messe Essen verbucht die diesjährige „Reifen China“, die Mitte November im Shanghai New International Expo Exhibition Center stattfand, als vollen Erfolg. Denn bei der gemeinsam mit der China United Rubber Corporation als Partner organisierten Messe sollen mit 120 Unternehmen aus zwölf Ländern sowohl mehr Aussteller als bei der 2012er Veranstaltung dabei gewesen sein wie auch die Ausstellungsfläche um 15 Prozent auf 11.500 Quadratmeter zulegen konnte. Damit nicht genug, wurden diesmal mit über 15.300 Besuchern außerdem noch 20 Prozent mehr Messegäste gezählt als im Vorjahr. Die Aussteller kamen aus Deutschland, China, Belgien, Japan, Indien, Malaysia, Großbritannien, Polen, Russland, den Niederlanden, den USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter laut den Veranstaltern alle Top-15-Reifenhersteller Chinas wie beispielsweise Double Coin, Shandong Linglong oder Cooper Chengshan. Die Messebesucher strömten demnach aus insgesamt 65 Ländern und Regionen zur „Reifen China“, von der es vor diesem Hintergrund freilich auch 2014 wieder eine Ausgabe geben wird. Zumal 80 Prozent der Aussteller, die dieses Mal dabei waren, bereits ihre Teilnahme für die Veranstaltung vom 3. bis zum 5. Dezember kommenden Jahres bestätigt haben sollen. Übrigens: Die parallel laufende „RubberTech China“ zur Vorstufe der Reifenproduktion ist mit 454 Ausstellern ebenfalls gewachsen. Schwerpunkte des beide Messen begleitenden „RubberTech & Reifen China Forum“ waren die Auswirkungen des Reifen-

Inserentenverzeichnis

A Aczent ........................................................................109 Aeolus ...........................................................................11 Al Dobowi ...................................................7, Beilage

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B B2 System ................................................................U2 Julius Berger .........................................................108 BKT ................................................................................43 Bohnenkamp ......................................................3, 19

C CITEXPO .....................................................................71

E Sowohl aufseiten der Aussteller- als auch hinsichtlich der Besucherzahlen wurden laut der Messe Essen deutliche Zuwächse bei der diesjährigen „Reifen China“ registriert labelings auf die Technologieentwicklung sowie Trends in der Automatisierung. All dies wertet der Messeveranstalter aus der Ruhrmetropole als „gute Vorzeichen“ für die ebenfalls von ihm in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) als ideeller Träger organisierte Reifenmesse vom 27. bis zum 30. Mai 2014 in Essen. „Das gute Ergebnis der ‚Reifen China 2013’ spiegelt die Entwicklung der Mutterveranstaltung ‚Reifen’“, so die Essener. Nach derzeitigem Anmeldestand werden für die „Reifen 2014“ in Essen rund 670 Aussteller erwartet, darunter alle namhaften Reifenhersteller. Bereits jetzt sollen die Hallen zu weiten Teilen ausgebucht sein. cm

„RUBBERTECH EUROPE” HAT BEI NÄCHSTER REIFENMESSE PREMIERE Die „Reifen China” wird schon seit ihren Anfangstagen von der Konferenz „RubberTech” begleitet – bei der kommenden Reifenmesse vom 27. bis zum 30. Mai 2014 hat sie nun auch ihre Europapremiere. Die Zielrichtung der „RubberTech Europe” ist dabei selbstverständlich dieselbe wie bei der Vorlage „RubberTech China”: Sie widmet sich dem kompletten Spektrum der Reifenproduktion inklusive mechanischen Equipments, Maschinen für Produkttests, Kautschukchemikalien und Rohmaterialien. Organisiert wird die Veranstaltung in Essen wie in China in Zusammenarbeit der China United Rubber Corporation (CURC) mit der Messe Essen GmbH. cm

ETD .................................................................................21 Euro-Tyre ..................................................................107 Falken ..........................................................................U4

G GDI ....................................................................................5 Göggel .........................................................................93

H Hagedorn .................................................................109 Hankook ...................................................................108 Heuver .........................................................................45 Hofdmann ..................................................................53

M Maxxis .......................................................................108 Mitas .............................................................................U1

P Pneuhage ......................................................................9

R REG .............................................................................109

S Sailun .........................................................................107

T Tepe .............................................................................109 Tyre24 ................................24/25, 54/55, 62/63, ...................................................70/71, 88/89, 96/97

V Vredestein ..................................................................51

W Wesseler ..................................................................109

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Geehrt für 705 Jahre Berufserfahrung am Standort Wittlich: die insgesamt 24 Jubilare, die 25 bzw. 40 Jahre dem Unternehmen angehören

Jubilarehrung am Goodyear-Dunlop-Standort Wittlich or Kurzem ehrte die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH langjährige Mitarbeiter des Standortes Wittlich im Rahmen einer Jubilarfeier: 17 Mitarbeiter wurden für eine 25-jährige und sieben für eine 40-jährige Zugehörigkeit zum Unternehmen gewürdigt. Alle 24 zusammen kommen auf immerhin 705 Jahre Betriebszugehörigkeit im Werk Wittlich.

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Annette Grams – Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektorin bei Goodyear Dunlop – und Yasmine Goudembourg – Manager Human Resources Manufacturing Wittlich bei Goodyear Dunlop – betonten bei den Feierlichkeiten, wie die Jubilare die Zukunftsfähigkeit des Werks in den zurückliegenden 25 bzw. 40 Jahren mitgeprägt haben und wie wichtig abgesehen von modernen Technologien und Fertigungsanlagen vor allem auch ihre Erfahrung und ihr Fach-

wissen für den Erfolg des Konzerns sind. Auch Christoph Maas, Werksdirektor des Standortes Wittlich bei Goodyear Dunlop, bedankte sich bei den Anwesenden für ihren langjährigen Einsatz und erinnerte zugleich an wichtige Ereignisse aus Sport, Politik und Gesellschaft in den Jahren seit 1988 bzw. 1973. Die Anwesenden nutzten die Jubilarfeier aber auch, um sich über die aktuellen Entwicklungen im Werk Wittlich und im Unternehmen auszutauschen. cm

Jubilare Goodyear Dunlops ostdeutscher Werke geehrt ie Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH ehrte vor Kurzem langjährig Beschäftigte ihrer Standorte Fürstenwalde und Riesa. Die Werksdirektoren Markus Wachter (Fürstenwalde) und Bruno Kihm (Riesa) würdigten bei einer gemeinsamen Jubilarfeier die 25- bzw. 40-jährige Unternehmenszugehörigkeit von insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Beide betonten, welch großen Anteil die Jubilare an der Zukunftsfähigkeit der Werke haben. Nicht nur modernste Tech- Bei einer gemeinsamen Jubilarfeier der beiden Goodyear-Dunlop-Standorte Fürstenwalde und Riesa wurden insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre 25- bzw. 40-jährige Unternehmenszugenologien und Fertigungsanlagen, sondern auch ihr hörigkeit geehrt Fachwissen und ihre Erfahrung seien Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Konzerns, sagten sie. Die Laudatoren dank- Erlebnisse aus der beruflichen Laufbahn der Anwesenden. Neben ten den Jubilarinnen und Jubilaren für ihre besondere Leistung der Vergangenheit standen aber auch aktuelle Entwicklungen an während der vergangenen Jahrzehnte in den Werken Fürstenwal- den Standorten im Besonderen sowie im Unternehmen im Allgede und Riesa, und gemeinsam erinnerten sie an Höhepunkte und meinen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. cm

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Wieder „Top-Arbeitgeber-Automotive“- Auszeichnung für Goodyear Dunlop

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ie Goodyear Dunlop Bereiche Personalführung, PersonalentwickTires Germany GmbH lung und Personalstrategie“, sagt Annette ist vom Top Employers Grams, Mitglied der Geschäftsführung und Institute als „Top ArArbeitsdirektorin der Goodyear Dunlop Tires beitgeber Automotive Germany GmbH. 2014“ zertifiziert wor„Wir fördern unsere Mitarbeiterinnen und den. Damit kann sich Mitarbeiter gezielt und bieten ihnen aktive das Unternehmen zum bereits siebten Mal in Unterstützung bei der Weiterentwicklung im Folge über diese Auszeichnung freuen. Der Unternehmen. Es freut uns sehr, diese AusReifenhersteller wertet diesen erneuten Erzeichnung zum siebten Mal in Folge zu erhalfolg einmal mehr als Beleg dafür, dass man ten. Das Zertifikat belegt eindeutig, dass wir einer der attraktivsten Arbeitgeber der Autounseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mobil- und Automobilzulieferindustrie in sehr gute Rahmenbedingungen bieten und Deutschland ist. Denn das Top Employers In- Annette Grams – Mitglied der Geschäftsführung ein sehr attraktiver Arbeitgeber in der Autound Arbeitsdirektorin bei Goodyear Dunlop – stitute würdigt weltweit Unternehmen, die ihzusammen mit Stefan Rauser – Manager Human mobilbranche in Deutschland sind“, ergänzt ren Mitarbeitern herausragende Arbeitsbe- Resources Non-Manufacturing Deutschland, Östersie. Unerlässliche Voraussetzung für die Zerdingungen bieten. Goodyear Dunlop lässt reich und Schweiz bei Goodyear Dunlop – bei der tifizierung als „Top Arbeitgeber“ sei die Erfülseine Leistungsfähigkeit in den Bereichen Auszeichnung als „Top Arbeitgeber Automotive 2014“ lung der strengen Untersuchungskriterien Personalführung und Personalstrategie seit des Top Employers Institutes, bei denen es sieben Jahren vom Top Employers Institute untersuchen und wur- um Kriterien wie Innovationsmanagement, primäre Benefits, sekunde bisher jedes Jahr mit dem Titel „Top Arbeitgeber Automotive“ däre Benefits & Work-Life-Balance, Training & Entwicklung, Karrieausgezeichnet. In diesem Jahr war der Reifenhersteller eines von remöglichkeiten sowie Unternehmenskultur Management gehe. 24 Unternehmen, denen das entsprechende Zertifikat verliehen Ausgezeichnet werden demnach nur Unternehmen, welche die verwurde. Besonders in der Kategorie Unternehmenskultur Manage- bindlichen Untersuchungskriterien – so wie augenscheinlich ment soll Goodyear Dunlop überzeugt und hier sogar den dritten Goodyear Dunlop – erfüllen konnten. Seine „wie in den Jahren zuPlatz aller teilnehmenden Firmen erreicht haben. „Unsere Mitarbei- vor in allen Bereichen hervorragenden Ergebnisse“ wertet der Reiterinnen und Mitarbeiter sind ein zentraler Bestandteil unseres Ge- fenhersteller als „nachhaltigen Erfolg des Unternehmens im Beschäftserfolgs. Deswegen legen wir einen starken Fokus auf die reich Personalmanagement“. cm

Ehrung von Jubilaren des Goodyear-DunlopStandortes Hanau Vor Kurzem ehrte die Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH langjährige Mitarbeiter des Unternehmensstandortes Hanau bei ihrer alljährlichen Jubilarfeier. Zusammen kommen die dabei insgesamt geehrten 101 Jubilarinnen und Jubilare auf 2.765 Jahre Betriebszugehörigkeit in dem im Osten des Rhein-Main-Gebietes gelegenen hessischen Werk des Reifenherstellers: 85 von ihnen sind schon seit 25 Jahren mit dabei und 16 sogar 40 Jahre. Anlässlich der Feierlichkeiten würdigte Annette Grams, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektorin der Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, den Beitrag, den die Jubilare dank ihrer Erfahrung und ihres Fachwissens für den Erfolg des Konzerns geleistet sowie gleichzeitig damit die Zukunftsfähigkeit des Werkes mitgeprägt haben. Auch Brigitte Gefri, Manager Human Resources Manufacturing bei Goodyear Dunlop, und Stefan Rauser, Manager Human Resources Non-Manufacturing Deutschland, Österreich und Schweiz bei dem Reifenhersteller, dankten den Jubilarinnen und

Jubilaren für ihre besondere Leistung in den vergangenen Jahrzehnten. Doch bei der Jubilarfeier ging es nicht nur um die Vergangenheit, sondern man tauschte sich freilich auch über die aktuellen Entwicklungen im Werk Hanau und im Unternehmen aus. cm

Insgesamt 101 langjährige Mitarbeiter des Goodyear-Dunlop-Werkes Hanau wurden bei der diesjährigen Jubilarfeier dort geehrt: 85 von ihnen sind schon seit 25 Jahren mit dabei und 16 sogar 40 Jahre – zusammen kommen sie auf 2.765 Jahre Berufserfahrung am Standort Hanau

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„Falcon“-Oldtimerfeuerwehr steht jetzt auf Falken-Reifen alken Tyre Europe hat dafür gesorgt, dass das Feuerwehrfahrzeug „Falcon“ des Feuerwehrgeschichts- und Museumsvereins Frankfurt am Main e.V. (FGMV) wieder fahren kann. Denn das Unternehmen hat dem Oldtimer einen Satz neue Reifen vom Typ „GI307“ spendiert, die speziell für den groben Alltagseinsatz von schweren Nutzfahrzeugen und Lkw konzipiert wurden. Die alten sollen schon mehr als 15 Jahre alt und porös gewesen sein, sodass dem Fahrzeug aus Sicherheitsgründen die Stilllegung durch den TÜV drohte – dank Falkens „Reifenspende“ kann der rote Exot nun aber wieder als lebendiges Museumsstück auf Stadtfesten und Oldtimershows vorgeführt werden. „Für einen kompletten Satz Lkw-Reifen in dieser Größe hätte der Verein die Finanzmittel nicht aufbringen können – der ‚Falcon‘ hätte für immer in der Garage bleiben müssen“, sagt FGMV-Vorsitzender Ralf Keine.

F

„Wir freuen uns riesig über die großzügige Spende von Falken. Jetzt können wir wieder echte Feuerwehrgeschichte und -technik für jedermann erlebbar machen“, ergänzt er. „Wir haben bei Falken selbst einige Mitarbeiter, die bei der Feuerwehr tätig sind, schon alleine daher war es uns ein echtes Anliegen, das Fahrzeug vor der Stilllegung zu bewahren“, begründet Unternehmenssprecherin Nadine Cerone-Schatz das Engagement des Reifenherstellers. Bei dem „Falcon“-Feuerwehrfahrzeug des FGMV – ein Universallöschfahrzeug des österreichischen Herstellers Rosenbauer – soll es sich um das einzige von nur drei nach Deutschland gelieferten Typen handeln, das noch funktionsfähig ist. Von der von Flughafenlöschfahrzeugen (SIMBA) abgeleiteten Version seien außerdem nur sehr wenige gebaut wurden, was den Oldtimer zu einer – wie es heißt – „echten Rarität“ mache. cm

Übergabe der „Reifenspende“: Nadine Cerone-Schatz vom Reifenhersteller Falken Tyre Europe mit Ralf Keine, Vorsitzender des Feuerwehrgeschichts- und Museumsvereins Frankfurt am Main e.V.

Karitative Organisationen werden von Reifen Stiebling unterstützt „Alle Jahre wieder …“ verzichtet Reifen Hospiz hat sich zum Ziel gesetzt, das SterStiebling aus Herne darauf, seine Kunden im gesamten Ruhrgebiet sowie am Niederrhein mit Weihnachtspräsenten zu bedenken – und das aus gutem Grund: Denn stattdessen unterstützt das Unternehmen karitative Organisationen mit Spenden. Dieses Jahr gehen jeweils 2.000 Euro an die „Herner Tafel“ und an den Förderverein des Lukas-Hospizes. „Wir fühlen uns beiden Einrichtungen seit ihrer Gründung sehr eng verbunden. Mit unserer Spende möchten wir vor allem unsere Hochachtung vor den dort engagierten Frauen und Männern zum Ausdruck bringen, die sich ehrenamtlich und zeitintensiv in den Dienst von bedürftigen oder kranken Menschen stellen“, sagt Geschäftsführer Christian Stiebling. Die „Tafel“ verteilt in Herne Lebensmittel an Bedürftige und ist dabei auf die Hilfe von zurzeit 15 Ehrenamtlichen angewiesen. Das Lukas-

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ben als Teil des Lebens zu ermöglichen – menschenwürdig, weitgehend beschwerdefrei sowie entscheidungs- und gestaltungsfähig. Stellvertretend für ihre Organisationen nahmen Wolfgang Becker sowie Anneli Wallbaum und Dr. Rolf Lücke unlängst in der Reifen-Stiebling-Firmenzentrale die Spenden entgegen. Dabei betonte Becker – Hernes ehemaliger Oberbürgermeister und Vorsitzender der „Herner Tafel“ –, wie wichtig die laufende Unterstützung des Vereins durch solche Beiträge sei, da „unsere Arbeit nach wie vor ohne öffentliche Zuschüsse geleistet wird. Wir leben nur von diesen Spenden.“ Gleiches gilt für das Lukas-Hospiz im Herner Süden, nur wenige Meter von der Stiebling-Zentrale entfernt „Als finanzielle Absicherung der Arbeit im Hospiz sind wir auf diese Spenden angewiesen. Denn

Spendenübergabe in der Herner Stiebling-Zentrale (v.l.n.r.): Dr. Rolf Lücke und Anneli Wallbaum vom Lukas-Hospiz, Reifen-Stiebling-Geschäftsführer Christian Stiebling sowie Wolfgang Becker von der „Herner Tafel“ unsere Leistungen werden von den Krankenkassen nur zum Teil getragen“, so Dr. Rolf Lücke, Vorsitzender des Fördervereins cm mit aktuell 1.029 Mitgliedern.


ANZEIGENMARKT Neue Reifenzeitung 12/2013

Stellenmarkt Unser Auftraggeber, Euro-Tyre B.V. ist ein internationales Unternehmen in der Reifenbranche und sucht kurzfristig einen erfahrenen Einkäufer.

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Ihre Funktion: Euro_Tyre_Maerz_2013_17032013.indd 1 Sie sind verantwortlich fĂźr den weltweiten Einkauf unserer Reifen bei den entsprechenden Anbietern. Wir arbeiten im B2B System. Aufgaben und Verantwortung: • Sie sind zuständig fĂźr den Einkauf des Warenbestandes. • Sie suchen und verhandeln mit den Lieferanten und Anbietern. • Sie kontrollieren den Wareneingang. • Sie halten persĂśnlichen Kontakt zu den Lieferanten, um sich mit diesen um Termine und Lieferformalitäten auszutauschen. • Sie besprechen mit dem Logistik- und Verkaufsteam den Einkauf und die Nachbestellung benĂśtigter und gefragter Artikel. • Sie sind in der Lage, das Warenangebot der Marktanalyse anzupassen und dementsprechend den Einkauf darauf abzustimmen. Wir erwarten: • Sie besitzen eine abgeschlossene Ausbildung im Kaufmännischen Bereich und sind schon eine Weile in diesem Bereich tätig. • Da Sie in der ganzen Welt agieren, beherrschen Sie mindestens die englische Sprache in Wort und Schrift und sind sich bewusst, dass die Arbeitszeiten sehr flexibel sein kĂśnnen. • Sie kennen sich mit allen anfallenden Prozessen in Excel und Acces aus und kĂśnnen damit arbeiten. Erfahrungen mit Account View wären von Vorteil. • Sie besitzen analytische Fähigkeiten und gutes Verhandlungsgeschick und mĂśchten dass gerne ständig weiter als Verkäufer weiter fortfĂźhren. • Erfahrung im Bereich Reifenhandel wäre von Vorteil. • Erfahrung im Bereich Einkauf im GroĂ&#x;handel ist jedoch Voraussetzung. Ihr Ansprechpartner Luuk Goumans FĂźr den telefonischen Kontakt +31(0)6 1941 4082/+31(0) 478 630 930 Schicken Sie uns eine E-mail: L.Goumans@Personato.nl

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Hankook Reifen ist eine expandierende Marke im internationalen Reifengeschäft und gehört heute zu den führenden Reifenherstellern. Bedeutende Automobilhersteller setzen Hankook Reifen bei der Erstausrüstung ein. Testergebnisse in unabhängigen Fachzeitschriften unterstreichen seit Jahren die konstant hohe Leistung von Hankook. Um diesem Anspruch weiter gerecht zu werden, suchen wir für unsere deutsche Vertriebstochter mit Hauptsitz in Neu-Isenburg eine/n

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Marketing Manager ( m/w ) Ihre Aufgaben / Unser Angebot Als Marketing Manager verantworten und leiten Sie alle Marketing-, Promotion und Werbe-Aktivitäten mit Schwerpunkt PKW– und Motorradreifen  Verantwortlichkeit für die Marketingstrategie und deren Optimierung und Weiterentwicklung  Laufende Marktbeobachtung- und Wettbewerbsanalysen  Umsetzung der europäischen Marken- bzw. Produktstrategien  Erarbeitung des jährlichen Marketing-Plans in Zusammenarbeit mit den relevanten Abteilungen  Umsetzung und Verwaltung des Marketing-Budgets Ihr Profil  Erfahrung in der Reifenbranche ( Industrie und/oder Reifenhandel ) im Bereich Marketing sowie Produktmanagement  Ein sicheres Gespür für die Umsetzung von Marketingkampagnenund Produktstrategien  Starke Kommunikationsfähigkeit  Verhandlungssichere Englischkenntnisse Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen. Maxxis International GmbH – Kaddenbusch 31 – 25578 Dägeling Dirk Rohmann – 04821 / 890614 – D.Rohmann@maxxis.de

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23.12.2013 108


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IMPRESSUM

Vorschau

VERLAG:

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Profil-Verlag GmbH Harsefelder Str. 5, 21680 Stade Postfach 1408, 21654 Stade Telefon: 0 4141 53 36-0 Telefax: 0 4141 60 99 00 Online: www.reifenpresse.de E-Mail: info@reifenpresse.de USt-IdNr. DE116461871

HERAUSGEBER: Klaus Haddenbrock

REDAKTION: Klaus Haddenbrock (Chefredakteur) Telefon: 0 4141 53 36-0 E-Mail: klaus.haddenbrock@reifenpresse.de Detlef Vogt, Tel.: 0 4141 53 36-21 E-Mail: detlef.vogt@reifenpresse.de

Landwirtschaftsreifen

Christian Marx, Tel.: 0 4141 53 36-28 E-Mail: christian.marx@reifenpresse.de Arno Borchers, Tel.: 0 4141 53 36-27 E-Mail: arno.borchers@reifenpresse.de

2013 mag für einige Teilnehmer des Landwirtschaftsreifenmarktes kein ganz einfaches Jahr gewesen sein. Aber: Während andere Marktsegmente sich vom Krisenszenario vergangener Jahre partout nicht zu berappeln scheinen, kennt das für Landwirtschaftsreifen durchaus auch Gewinner. Auf jeden Fall wird es 2014 viel über Agrarreifen zu berichten geben.

WEITERES REDAKTIONSBÜRO: Tyres & Accessories 6A Salem Street Etruria, Stoke-on-Trent Staffordshire, ST1 5PR, UK Tel.: 00 44 1782 2142 24 Fax: 00 44 1782 26 02 52 Online: www.tyrepress.com E-Mail: info@tyrepress.com

ANZEIGEN: Ute Monsees, Tel.: 0 4141 53 36-22 E-Mail: ute.monsees@reifenpresse.de Tanja Fergin, Tel.: 0 4141 53 36-24 E-Mail: tanja.fergin@reifenpresse.de

„Grüne“ Reifen „Grüne“, also rollwiderstandsoptimierte Modelle hat heute beinahe jeder Reifenhersteller in seinem Produktportfolio, selbst wenn Verbraucher damit bzw. mit dem insbesondere zur Erhöhung der Energieeffizienz eingeführten EU-Reifenlabel scheinbar noch nicht in allen Fällen etwas anzufangen wissen. Dabei können die sogenannten Ökoreifen den Kraftstoffverbrauch eines damit bereiften Fahrzeuges durchaus senken helfen. In der kommenden Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG werfen wir einen detaillierten Blick auf die neuesten Entwicklungen und Trends speziell in diesem Marktsegment.

VERTRIEB: Petra Sander-Dammann, Tel.: 0 4141 53 36-20 E-Mail: vertrieb@reifenpresse.de

LAYOUT, SATZ UND REPRO: Heike Schomaker-Eymers, Tel.: 0 4141 53 36-23 E-Mail: heike.schomaker-eymers@reifenpresse.de Gaby Hinck Tel.: 0 4141 53 36-26 E-Mail: gaby.hinck@reifenpresse.de

ERSCHEINUNGSWEISE: monatlich in der dritten Woche

BEZUGSBEDINGUNGEN UND PREISE: Bezugspreis für 12 Monate Inland: 126,00 Euro inkl. USt und Versand sowie uneingeschränkter Zugang zu Reifenpresse.de. Preis eines Einzelheftes 12,50 Euro inkl. USt und Versand. Bezugspreis für 12 Monate Ausland: Europa 159,00 Euro inkl. Versandkosten sowie uneingeschränkter Zugang zu Reifenpresse.de. Weltweit 183,00 Euro inkl. Versandkosten sowie uneingeschränkter Zugang zu Reifenprese.de. Mindestlaufzeit 12 Monate, Kündigung 3 Monate vor Ablauf möglich, ansonsten automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr.

BANKVERBINDUNG:

Fullservice-Werkstattsysteme Seit Jahren schon verbinden viele im Reifenmarkt mit mehr Autoservice auch mehr und vor allem ertragsstärkere Umsätze und eine gleichmäßigere Auslastung des Betriebs übers Jahr gesehen. Aber was bieten die sogenannten Fullservice-Werkstattsysteme und machen sie Sinn für jeden Reifenhändler, gerade für diejenigen, die sich auf radnahe Dienstleistungen beschränken wollen?

Freuen Sie sich auf Ihre Januar-Ausgabe am 17.1.2014 112

Kreissparkasse Stade Kto.-Nr. 122 986 BLZ 241 511 16 IBAN: DE35241511160000122986 SWIFT-BIC: NOLADE21STK Dresdner Bank Kto.-Nr. 250 911 800 BLZ 200 800 00 IBAN: DE32200800000250911800 SWIFT-BIC: DRESDEFF209 Namentlich gekennzeichnete Artikel stellen die Ansicht des Verfassers dar, nicht unbedingt die der Redaktion oder des Verlages. Nachdruck oder Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Verlages. Einsender von Manuskripten, Briefen o.ä. erklären sich mit redaktioneller Bearbeitung einverstanden. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Haftung für unverlangte Einsendungen. Lithos und PR-Fotos werden den Einsendern in Rechnung gestellt. Das Nichterscheinen infolge höherer Gewalt, Streiks, Papierverknappung oder dergleichen berechtigt nicht zu Ansprüchen an den Verlag.

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Die NEUE REIFENZEITUNG ist die Fachzeitschrift für die Reifen- und Räderbranche im deutschsprachigen Raum. Sie erscheint jeweils um den 15....

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