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Info

NOCH IMMER: ALMOSEN FÜR TIERVERSUCHSFREIE FORSCHUNG MILLIARDEN FÜR TIERVERSUCHE!

02 | 2019


Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Vereins,

Jahreshauptversammlung 2019 / Vorstandswahlen An dieser Stelle möchte ich allen Mitgliedern noch einmal herzlich danken, die den Verein durch ihr Kommen aktiv in der Jahreshauptversammlung unterstützten und an den Vorstandswahlen teilnahmen. Der neue (alte) Vorstand setzt sich zusammen aus: 1. Vorsitzende 2. Vorsitzende Beisitzerin Schriftführerin

Christiane Neuhaus Astrid Raasch Anna Wagner Ingeborg Cetin

Wir danken für das in uns gesetzte Vertrauen Im Namen des Vorstands Ihre Christiane Neuhaus

Impressum Geschäftsstelle Telefon und Fax

Dahlmannstr. 16 10629 Berlin 030 341 80 43

Redaktion Vorstand Gestaltung Andreas Stratmann 81. Ausgabe Für die mit Namen versehenden Beiträge ist der Unterzeichner selbst verantwortlich.

auch dieser Sommer zeigte weltweit in erschreckender Weise: der Klimawandel ist da. Hausgemacht, durch die Maßlosigkeit der Menschen über Jahrzehnte, im Glauben, unseren Planeten uneingeschränkt nutzen zu können. Diese furchtbare Mentalität zeigt sich auch immer wieder in der tierexperimentellen Forschung. Es ist die Überzeugung, machen zu dürfen, was machbar ist, auch wenn es die totale Ausbeutung und unsagbares Leid für die Tiere bedeutet. Sie sollen nun, und das sind bereits mehr als nur Forschungsträume, als mögliche reine Ersatzteillager dienen: in Japan, in China, und natürlich auch in Deutschland: Einen kurzen Bericht finden Sie in dieser Info. Unsere Aktiven blieben unermüdlich, das System der tierexperimentellen Forschung transparent zu machen, auf das Unrecht zu weisen. Wir fordern stärker denn je die Finanzierung tierversuchsfreier Forschung, die Abschaffung aller Tierversuche. Über unsere Aktionen lesen Sie mehr in dieser Info. Zu unserer Arbeit gehören natürlich auch Gespräche mit Politikern, Planungen von Aktionen, Veranstaltungen und Demos. Auch die Planung unserer 40-Jahres-Feier gehört dazu. Die Feier wird nicht nur Rückblick, sondern gleichzeitig ein herzlicher Dank an alle Mitglieder und Freunde des Vereins sein. Gewinnen konnten wir wieder junge Freiwillige, welche uns unterstützen, am Stand oder bei Recherchen. Ebenfalls ehrenamtlich setzte sich eine Graphikerin für den Verein ein, ihnen allen hier ein sehr lieber Dank! Wohltuend war der Animal Rights March am 25.8. 2019. Mehr als 5500 Menschen gingen für Tierrechte auf die Straße, 2000 mehr Menschen als im vorigen Jahr! Wunderbare Nachrichten kommen aus Großbritannien. Das sehr bekannte Tierversuchslabor des Sanger-Instituts in Hixton, führendes Genom-Zentrum, Lieferant von Tausenden von Tieren an Forscher aus aller Welt, wird bis 2022 seine Tore schließen. Man wolle auf modernste Methoden tierversuchsfreier Forschung setzen. Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Vereins, auch das geschieht nicht ohne den weltweit immer größer werdenden Ruf nach der Abschaffung von Tierversuchen, nach der Forderung tierversuchsfreier Forschung mit ihren sichtbaren Erfolgen und Erfolgsaussichten. Auch hier dürfen wir unsere jahrzehntelange Arbeit als Erfolg werten. Unser Dank soll deshalb auch an all die Forscher gehen, die sich durch Mut, Weitsicht und ethisches Denken auszeichnen, die festgefahrene Pfade verlassen und tierversuchsfreie Forschungsmethoden entwickeln. Ich wünsche Ihnen viel Interesse beim Lesen dieser Info.

Die Redaktion behält sich vor, über die Aufnahme von Artikeln und das Abbilden von Bildern selbst zu entscheiden.

Im Namen des Vorstands Christiane Neuhaus

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AKTIONEN

Reisemesse ITB: Mit Air France Flüge in den sicherenTod

TierVersuchsGegner zu Gast bei Radio Potsdam Auf Einladung von Radio Potsdam war unser Vorstandsmitglied Astrid Raasch am 06. Mai zu Gast im Studio des Radiosenders, um über unseren Verein und die grausame Wahrheit hinter Tierversuchen zu reden. In der Sendereihe „Helden wie ihr“ erzählte Astrid im Interview, was sie dazu bewegt hat, sich gegen Versuche an Tieren zu engagieren, und wie unser Verein konkret gegen Tierversuche vorgeht. Gemeinsam mit Christian Ott von den „Ärzten gegen Tierversuche“ wurde zudem darüber informiert, was Menschen im Alltag tun können, um diese Tierquälerei nicht weiter zu fördern und welche tierversuchsfreien Methoden es gibt. Wir danken dem Radio Potsdam für sein Interesse an unserem Herzensthema und der Gelegenheit, seine Hörer*innen dazu aufzuklären.

Trotz des stürmischen Wetters am 09. März klärten wir vor der Berliner Reisemesse ITB-Besucher über die berüchtigten Versuchstiertransporte auf, die Air France als letzte verbleibende große europäische Fluggesellschaft nach wie vor durchführt. Wir verteilten viele Flyer; Unverständnis und Empörung herrschte gegenüber Air France. Demonstrationen und Aufklärung über die befremdenden Geschäftsgebaren von Air France werden weitergehen.

Aktion anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche

Gemeinsam im Bündnis „Berlin gegen Tierversuche“ machten wir am 27. April auf das unsagbare Leid der Tiere in den Laboren aufmerksam. Laut hallten die Namen der Tierversuchseinrichtungen Berlins über den Alexanderplatz, laut wurden die missbrauchten Tierarten verlesen. Verstörend für manche Zuhörer*innen, dennoch gingen viele Daumen hoch!

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AKTIONEN

„Tatort Labor“

Animal Rights Parade Berlin Auch bei den monatlichen Animal Rights Paraden waren wir vereint im Bündnis „Berlin gegen Tierversuche“ regelmäßig dabei und forderten die Abschaffung aller Tierversuche sowie eine tierversuchsfreie Forschung. Herzlichen Dank an Jointhemove, das Organisationsteam dieser Demo.

Das PETA ZWEI Streetteam hat am 26. Mai mit seiner Aktion „Tatort Labor“ auf dem Alexanderplatz in beeindruckender Weise auf die Grausamkeit der Tierversuche aufmerksam gemacht. Gemeinsam im Bündnis „Berlin gegen Tierversuche“ waren wir dabei. Wir werden immer vor Ort sein, wenn es darum geht, den Tieren in den Laboren Gehör zu verschaffen.

08.06.2019

Karneval der Kulturen Wir hatten einen Stand im Areal “Shanty Town”. Dort gab es neben unserem viele weitere interessante Stände. Durch unsere Gespräche haben wir viele Menschen nachdenklich gemacht, die gerne unsere Flyer mitnahmen. Für die Kleinen gab es ein Spiel, bei dem sie auf kreative Weise ein Tier aus seinem Laborkäfig retten konnten. Das gerettete Tier konnten die Kinder dann auf eine Platte kleben. So kamen etliche gerettete Tiere zusammen. Manche Kinder kamen mehrfach zurück, um noch ein Tier zu retten. So kann man vielleicht schon früh den Tierschutzgedanken etablieren. Wichtig waren auch die Diskussionsrunden auf der Bühne. Es ging um die Themen Umweltschutz und Massentierhaltung. Wir hatten die Gelegenheit, unseren Verein und unsere Aufgaben vorzustellen. Wir konnten durch unsere Argumente den Zuhörern deutlich machen, dass Massentierhaltung mit zu den größten Verursachern der hohen Co2-Werte gehört. Jeder, wirklich jeder kann durch sein Verhalten den Co2-Wert beeinflussen und damit seinen Teil zum Umweltschutz beitragen. Übrigens, gerade für die Massentierhaltung werden unermesslich viele Tierversuche gemacht.

Liebe Mitglieder, am 2. Juni 2019 fand in Berlin wieder das Umweltfestival am Brandenburger Tor statt. Die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e. V. haben in diesem Jahr nicht daran teilgenommen. Die Veranstaltung betitelt sich selbst als Europas größte ökologische Erlebnismeile. Entgegen dem umweltbewussten Image, welches das Festival nach außen vermitteln will, wird jedoch auch für Fleischkonsum geworben. Im Wissen um das große Leid der Tiere und die gravierende Klimaschädlichkeit von Fleisch sehen wir darin einen starken Widerspruch zum eigentlichen Ziel eines Umweltfestivals. Nach Auskunft der Veranstalter sollten auch dieses Jahr wieder Tiere auf dem Festival ausgestellt werden - und neben ihnen steht dann der Grill! Das ist eine Praxis, die die TierVersuchsGegner nicht unterstützen. Wir würden es begrüßen, wenn das Umweltfestival im Sinne seiner Ziele zukünftig auf die Bewerbung von Fleischkonsum und die Zurschaustellung von Tieren verzichtet. Sonst ist die eigentlich gute Idee dieser Veranstaltung nichts weiter als eine inhaltsleere Marketingstrategie. Wir schrieben eine diesbezügliche E-Mail an das Umweltfestival. Bisher erhielten wir leider keine Antwort.

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TIERVERSUCHE

14.06.2019

Tag des Ehrenamtes Zum Tag des Ehrenamtes gingen wir an unserem Stand auf der Wilmersdorfer Straße auf Fragen der ethischen Verwerflichkeit und der medizinischen Fragwürdigkeit von Tierversuchen ein. Passant*innen wurden über neueste tierversuchsfreie Forschungsmethoden informiert. Der Ehrenamtstag wird bereits seit 1997 durchgeführt, soll für das Freiwilligen-Engagement werben und interessierten Bürger*innen die Möglichkeiten aufzeigen, sich für eine gute Sache einzusetzen.

15.06.2019

Lange Nacht der Wissenschaften – die Silent Line, ein Störfaktor Gleich zweimal mussten wir durch die Polizei unsere „Silent Line“ vor der FU verlegen, bis schließlich dem Hausrecht Genüge getan war. Derweil wurde drinnen betont, wie notwendig und sinnvoll Tierversuche doch seien, dass letztendlich viel mehr Tiere gegessen werden als im Versuch zu Tode kommen, der Fortschritt in Frage gestellt werden müsse ohne Tierversuche; um Alternativen werde sich ständig bemüht. Dass diese Bemühungen durch mangelnde Finanzierung, deshalb auch durch mangelnde Karrierechancen stark gebremst werden, kein lautes Wort des Vorwurfs. Wir betonten mit unseren Plakaten der Silent Line, dass Tierversuche eben nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar seien, dass eine Vielzahl der Versuche nicht reproduzierbar sei, dass sie ethisch verwerflich seien und dass tierversuchsfreie Forschung massiv finanziert werden müsse. Diese Tatsachen wurden anscheinend nicht einmal als freie Meinungsäußerung gesehen, sondern schienen schlichtweg störend.

Schulklasse zu Besuch bei den TierVersuchsGegnern Immer wieder dürfen die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. in ihrer Geschäftsstelle in Charlottenburg Schulklassen begrüßen, die sich über Tierversuche informieren möchten. So auch, als uns äußerst aufgeschlossene Schüler*innen des Beruflichen Gymnasiums des Oberstufenzentrums Teltow-Fläming aus Lucken-

walde am 30.06. besuchten. Mit großem Interesse und vielen Fragen verbrachten wir rund zwei Stunden damit, über Tierversuche zu diskutieren und Wege in eine Zukunft ohne Tierversuche zu beleuchten. Besonders erfreulich war für uns, wie viel Vorwissen die Schüler*innen bereits mitbrachten. Nach unserer Erfahrung haben

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sonst die jungen Menschen kaum Berührungspunkte mit dem Thema gehabt, bevor sie uns besuchten. Daher ist es für uns immer sehr erfreulich, wenn Schulklassen unser Besuchsangebot in Anspruch nehmen und wir unser Wissen über Tierversuche und tierversuchsfreie Forschung teilen können.


AKTIONEN

Keine Tierversuche für Haushaltsprodukte! Im Zuge unserer Kampagne „Keine Tierversuche für Haushaltsprodukte!“ informierten wir am 03.08. auf der Wilmersdorfer Straße Passant*innen und nannten Firmen mit Haushaltsprodukten, die ohne Tierleid entwickelt wurden.

Ethiktreffen: Die Mensch-Tier-Beziehung in der Philosophie

Alle Fotos: © Jasmin Borgwardt

Im Rahmen eines Ethiktreffens laden die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. immer wieder Dozenten und Dozentinnen in ihre Berliner Geschäftsstelle ein, um mit Interessierten über spannende Themen rund um das Tier zu diskutieren. Am Donnerstag, dem 22. August, gab Dr. phil. Björn Hayer einen interessanten Abriss über die Mensch-Tier-Beziehung in der Philosophie und ging auf die Begründung von Tierrechten aus Sicht verschiedener Disziplinen ein. Hayer hat Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft an der JohannesGutenberg-Universität Mainz studiert. Er ist Literaturwissenschaftler an der Universität Koblenz-Landau. Zudem arbeitet er als freier Journalist, u. a. für Die Zeit, Spiegel Online und die Neue Zürcher Zeitung. Erst kürzlich veröffentlichte er als Mitherausgeber den Grundlagenband „Tierethik transdisziplinär“, der das Verhältnis von Menschen und Tieren in der Spätmoderne näher beleuchtet. Der Vortrag mit anschließender Diskussion fand von 18 – 20 Uhr in unserer Geschäftsstelle in der Dahlmannstraße 16, 10629 Berlin statt. Wir danken Björn Hayer für seine überaus interessanten Ausführungen.

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TIERVERSUCHE

Infostand beim Veganen Sommerfest in Berlin

Mahnwachen gegen „Versuchstiertransporte“ durch Air France:

Vom 23. – 25. August 2019 fand zum 12. Mal das größte Vegane Sommerfest Europas statt. Die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. waren an allen 3 Tagen mit einem Infostand vertreten.

Jeden dritten Sonntag im Monat sind die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. am Flughafen Tegel mit ihren weithin sichtbaren gelben Bannern zu sehen. In der Haupthalle informieren wir Flugreisende und Besucher*innen über die grausamen Tiertransporte der Fluggesellschaft Air France-KLM.

© Jasmin Borgwardt

Animal Rights March 2019 Am 25.08. versammelten sich über 5500 Tierfreund*innen, um gemeinsam beim Animal Rights March Flagge zu zeigen für die Rechte von Tieren. Wie schon im vergangenen Jahr haben sich die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg auch 2019 wieder am Animal Rights March beteiligt und besonders den Millionen gequälten Labortieren ihre Stimme verliehen.

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TIERVERSUCHE

Herz aus Stein:

Das erste „Herz aus Stein“ ging an das Berliner Max-Delbrück-Zentrum für seine Nacktmullforschung, bei der untersucht wurde, wie lange Nacktmulle ohne Sauerstoff auskommen können. Auch die Kandidat*innen für die diesjährige Abstimmung waren nicht minder grausam und erschüttern Tierfreund*innen. Insgesamt standen 5 Kandidat*innen zur Auswahl.

das waren die schlimmsten Tierversuche 2018

Erneut haben die „Ärzte gegen Tierversuche“ ihr „Herz aus Stein“ für den schlimmsten Tierversuch 2018 verliehen. Mit dem Negativpreis werden besonders herzlose Forschungen bedacht, um so außergewöhnlich grausame und absurde Tierversuche ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Mit 2.294 Stimmen wurde dem Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung der Universität Ulm der zweifelhafte Ruhm des ersten Platzes und damit die Auszeichnung des „Herzens aus Stein“ zuteil. Mindestens 42 Mäuse wurden in Versuchen zum Rauchen gezwungen. Es wurde ein Blutungsschock eingeleitet durch die hohe Abnahme von Blut. Durch eine auf ihren Brustkorb gerichtete explosionsartige Luftwelle wurde dann eine Lungenquetschung ausgelöst. Die Studie endete mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass sich Rauchen bei schweren Traumata wie einer Lungenquetschung negativ auswirkt. Die Annahme des Preises durch die Ulmer Universität wurde erwartungsgemäß verweigert. Eine Diskussion vor Ort löste die Auszeichnung als schlimmster Tierversuch 2018 dennoch aus. Weit vorn mit 1.571 Stimmen auf Platz 2 waren auch die Versuche am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Mindestens 75 Mäusen wurde ein menschlicher Knochentumor, das sogenannte Ewing-Sarkom, implantiert, um die Wirksamkeit einer Virusbehandlung zu untersuchen, und das, obwohl es bereits Patientenstudien und Untersuchungen mit Zellkulturen zu ihrer Wirksamkeit gibt. Das Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der meist Knochen befällt und sehr schmerzhaft ist. Derzeit laufen noch Ermittlungen gegen das Deutsche Krebsforschungszentrum wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

© Nima Allinger

Auf dem dritten Platz landete das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Es wird vermutet, dass Stress während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf das Kind haben kann, u.a. ein erhöhtes Asthmarisiko. Dies wurde an schwangeren Mäusen untersucht, die 24 Stunden lang einem 88 dB lauten Ton ausgesetzt waren, der zur Nagerabwehr genutzt wird und bei Mäusen zu Stress führt. Ein Teil der Tiere wurde am 18. Tag der Schwangerschaft durch

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TIERVERSUCHE

Erneut schockieren chinesische Forscher mit fragwürdigen Experimenten.

Enthauptung unter CO2-Narkose getötet, die Föten wurden entnommen, tiefgefroren und untersucht. Platz 4 belegte die Uniklinik Aachen. In einer Studie sollte ein Hungermodell bei Ratten etabliert werden, welches Magersucht bei Teenagern nachbildet. Dafür wurden junge Ratten nur so wenig gefüttert, dass sie nach 4 Wochen nur noch die Hälfte ihres Normalgewichtes hatten. Nach Beendigung der Versuche wurden die Ratten getötet. Weitere Versuche mit längeren Hungerzeiten sind geplant.

Nachdem Wissenschaftler*innen unlängst genetisch veränderte und nun schwer kranke Affen geklont hatten, stehen nun Experimente in der Kritik, bei denen Rhesusaffen menschliche Gene in die Gehirne eingesetzt wurden. Es wird behauptet, damit mehr über menschliche Intelligenz und die Entstehung von psychischen oder neurologischen Erkrankungen zu erfahren. Die manipulierten Gehirne der Versuchsaffen brauchten für ihre Entwicklung länger als bei Artgenossen, dafür schnitten die Affen bei Tests zum Kurzzeitgedächtnis und der Reaktionszeit aber besser ab. Die Experimente sind laut westlichen Wissenschaftler*innen allerdings weit davon entfernt, tiefere Erkenntnisse über den menschlichen Verstand zu erbringen. Zudem ist es unerheblich, wie viele Gene gleich sind, sondern welche. Neben der wissenschaftlichen Unsinnigkeit und der Grausamkeit der Experimente ist die genetische Manipulation von Affen ethisch absolut fragwürdig. Doch die Wissenschaftler*innen aus Fernost halten weiter an ihren Affenexperimenten fest, auch weil China die Forschung mit Affen gezielt fördert. Larry Baum vom Zentrum für Genom-Forschung der Universität Hongkong versucht das Experiment damit zu rechtfertigen, dass lediglich ein paar der rund 20.000 Gene manipuliert worden sind, und suggeriert damit, dass ein bisschen menschliches Gen im Affenhirn kein Grund zur Sorge sei. Doch der Großteil von Wissenschaftler*innen lehnt die Experimente ebenso ab wie Tierfreund*innen auf der ganzen Welt.

Auf Platz 5 landete das Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Erlangen. Um eine neue Analyse zur Messung des Ruhezustandes der Gehirnaktivität mittels Magnetresonanz zu erproben, wurden 25 Ratten in eine Kontrollgruppe und eine experimentelle Gruppe eingeteilt. Der experimentellen Gruppe wurden unter Narkose die Tasthaare bis auf eine bestimmte Region abgeschnitten. Alle Ratten wurden dann auf einem Plastikgestell mit Zahnbeißstangen fixiert, „dort kann der Rattenkopf ohne die Notwendigkeit von Ohrschrauben befestigt werden“, und in ein Bildgebungsgerät (fMRT) gelegt. Das Narkosegas wurde während der Magnet-Resonanz-Messung reduziert. Bei der experimentellen Gruppe wurden die fMRT-Aufnahmen wiederholt, die verbleibenden Tasthaare mit einem Kamm stimuliert. Quelle: 02.04.2019 Ärzte gegen Tierversuche e.V. www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/helfen/ aktioen/2863-herz-aus-stein-2018

Quelle: 11.04.2019, Neue Zürcher Zeitung www.nzz.ch/ wissenschaft/forscher-setzen-menschliche-genein-affengehirne-ein-ld.1474549

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TIERVERSUCHE

Tierversuche reduzieren

Am 23. Mai 2019 hielt Dr. Michael Efler (Die Linke) im Abgeordnetenhaus eine Rede zum Thema „Tierversuche reduzieren“. Er vertritt seit September 2016 die Berliner Linksfraktion und ist u. a. ihr tierschutzpolitischer Sprecher. Efler spricht sich für tierversuchsfreie Forschung aus und arbeitet mit unserem Verein zusammen, um das Ziel des Koalitionsvertrages, Tierversuche „auf das absolut notwendige Maß“ zu reduzieren bzw. sie ganz abzuschaffen, zu erreichen.

42. Sitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin, 23. Mai 2019 Dr. Michael Efler (LINKE): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor zwei Tagen war ich im wunderschönen Wedding bei der Firma TissUse. Das ist ein Startup, eine Ausgründung aus der TU, das mittlerweile ca. 100 Patente angemeldet hat. Das Hauptprodukt der Firma ist ein so genannter Multi-Organ-Chip oder auch Human-on-a-Chip. Ich habe den mal mitgebracht. Ich habe

ihn nicht geklaut, sondern ich habe ein Muster bekommen. Das ist ein kleines Ding, auf dem – das ist jetzt schon Praxis – entweder zwei oder sogar vier menschliche Organe im Miniaturformat abgebildet werden können. Es existiert sogar ein Prototyp für zehn menschliche Organe. Diese Organe können auf Basis von Humanzellen im Miniaturformat abgebildet und miteinander verbunden werden. Es wird der menschliche Blutkreislauf abgebildet. Das eignet sich hervorragend für Medikamenten- und Chemikalientests. Das ist hochmoderne Spitzenforschung.

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Das ist genau der Weg, den wir mit den Anträgen unterstützen wollen. Der Weg der Zukunft ist nicht die alte Wissenschaft, die auf Tierversuchen basiert. Die neue Wissenschaft, die alles versucht, um Wissenschaft nach vorne zu bringen, nutzt vor allem Alternativmethoden. Das ist Human-on-a-Chip, der MultiOrgan-Chip. Das sind viele andere Methoden, die schon der Kollege Taschner hier dargestellt hat. Ganz klar ist: Die Fehlerquote beim jetzigen System ist unwahrscheinlich hoch. Wir haben eine Ausfallquote bei Medikamententests – das ist nicht meine Zahl, sondern die von Biotechnologen, die das erklärt haben – von 92 Prozent. Das heißt, 92 Prozent aller Tests, die auf Tierversuchen basieren, kommen nicht einmal in die klinische Erprobung, weil sie so ungenau sind. Bei denen lohnt es sich nicht, weiter zu testen, geschweige denn in die Anwendung zu gehen. Das heißt aber auch, dass die Tiere, an denen dort getestet wird und die dort verbraucht werden, umsonst leiden und sterben und dass die Preise von der Pharmaindustrie in die Höhe getrieben werden. Am Ende zahlt der Patient die Zeche. Genau aus diesem System, Herr Grasse, wollen wir raus. Wir wollen eine Spitzenwissenschaft, was bedeutet, dass wir Alternativmethoden zu Tierversuchen fördern wollen. Bei dem Besuch der Firma TissUse wurde auch noch gesagt, dass ca. 70 Prozent der Tierversuche, die es jetzt für Medikamentenstudien gibt, allein durch die Multi-Organ-Chips ersetzt werden können. Wenn man die Tierversuche insgesamt betrachtet, könnten 50 Prozent ersetzt werden. Das Fraunhofer-Institut, das diese Chips nicht verkauft, sagt auch, dass hier


TIERVERSUCHE

„Der Weg der Zukunft ist nicht die alte Wissenschaft, die auf Tierversuchen basiert. Die neue Wissenschaft, die alles versucht, um Wissenschaft nach vorne zu bringen, nutzt vor allem Alternativmethoden“, sagt Michael Efler. ein enormes Potenzial besteht. Genau das wollen wir eben weiter fördern, und das steht in beiden Anträgen drin. Das ist wirklich der Weg der Zukunft, und wer das nicht unterstützt, der ist einfach von gestern. Das muss man ganz klar sagen. Der ist nicht bereit, moderne Wissenschaft mit zu fördern. Es ist schon angesprochen worden: Wir wollen auch das BB3R*) aufrechterhalten. Das ist ganz wichtig. Wir haben das angeschoben mit einer Startfinanzierung und dürfen nicht zulassen, dass eine solche Einrichtung wegbricht. Ich will noch etwas zu dem Antrag „Tierversuche reduzieren I“ sagen, wo wir auch über Einschränkungen und Regulierungen sprechen. Wir haben hier in der Tat aufgeschrieben, welche Spielräume die EU-Tierversuchsrichtlinie lässt. Wir wollen Tierversuche an Menschenaffen verbieten und Tierversuche, die mit schweren und voraussichtlich lang anhaltenden Schmerzen verbunden sind. Es ist eben auch darauf eingegangen worden, warum das mit den Menschenaffen so sein soll. Wenn man sich mal etwas

genauer damit beschäftigt und sich die kognitiven und emotionalen Fähigkeiten dieser Tiere ansieht und sieht, dass diese Tiere ein Selbstbewusstsein entwickeln können, finde ich es jedenfalls ethisch nicht vertretbar, an diesen Tieren herumzuexperimentieren. Ich kann das einfach mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, und ich glaube, ich stehe da auch nicht alleine. Schweden, Österreich und Holland haben diese Tierversuche verboten, und mir ist nicht bekannt, dass das einen Rückschritt in der Wissenschaft mit sich gebracht hätte. Verhaltensforschung, sozialwissenschaftliche Forschung, ist natürlich weiterhin möglich und gewünscht, aber dafür muss man die Tiere doch nicht einsperren. Dafür kann man nach Afrika oder Asien fahren und dort wunderbare Studien von diesen Tieren machen, aber man muss doch nicht diese Tiere hinter Gitter sperren. Last not least jetzt noch zum Berliner Hochschulgesetz, das schon angesprochen worden ist: Was wir hier wollen, ähnlich wie im Klimaschutz, ist schlicht und

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ergreifend die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand. Wir haben hier ein enormes Steuerungspotenzial mit den tollen Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die sollen eben alles, was in ihrer Macht steht, dafür tun, um weitgehend – wir haben das nicht mit 100 Prozent formuliert – tierversuchsfrei in Lehre und Forschung zu arbeiten, und kein Studierender – wie Herr Taschner das mal war – soll gezwungen sein, in Berlin an Tierversuchen mitzuwirken, um das Studium abschließen zu können. Diesen Weg wollen wir gehen, und diesen Weg werden wir auch gehen. Eines muss man auch noch klar sagen, weil hier mehrfach gesagt wurde, wir hätten nichts geändert oder hätten gar keine Erkenntnisse aus der Anhörung mitgenommen: Genau aufgrund der Anhörung und der Debatten und auch aufgrund des FDP-Änderungsantrags haben wir auch noch mal unseren Antrag geändert und haben gesagt, dass zum Beispiel für die Veterinärmedizin das zu 100 Prozent nicht umsetzbar ist, weil es hier bundesrechtliche Vorgaben gibt, wonach eben Studierende in dem Bereich Tierversuche machen müssen. Das haben wir verstanden, und deswegen haben wir es geändert. Wenn Sie es nicht zur Kenntnis nehmen, tut es mir leid, wir haben es jedenfalls gemacht. Ich schließe damit, dass Alternativen zu Tierversuchen nicht nur ethisch geboten sind, sondern auch die Wissenschaft verbessern. Das ist der Weg der Zukunft. Wir gehen ihn, und ich hoffe, Sie gehen ihn mit. – Vielen Dank! *) Berlin-Brandenburger Forschungsplattform BB3R – Entwicklung, Vernetzung und Verstetigung von 3R-Methoden


TIERVERSUCHE

Der Mythos von sicheren Medikamenten durch Tierversuche Eine klassische Frage in der Diskussion um Tierversuche ist „Wollen Sie etwa Ihrem Kind ein Medikament geben, das nicht an Tieren getestet worden ist?“ Meist antwortet der Fragende selbst: „Also ich bin ja froh, dass neue Medikamente erstmal an Tieren ausprobiert werden.“ Diese Aussage legt nahe, dass der Mensch andere Tiere als Vorkoster verwenden sollte. Vorkoster waren im antiken Rom Sklaven, welche die Speisen der Herrschenden probieren mussten. Wenn der Sklave auch nach einiger Zeit keine Anzeichen einer Vergiftung zeigte, galt die Speise als sicher.

Da der menschliche Körper zu komplex ist, als dass ein Medikament nur eine Wirkung haben könnte, stellt sich bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen auch immer die Frage nach den Nebenwirkungen. Das bekannteste Beispiel ist die fruchtschädigende Eigenschaft von Thalidomid, das unter dem Namen Contergan als Beruhigungsmittel verkauft worden war. Insbesondere schwangere Frauen, die mit morgendlicher Übelkeit zu kämpfen hatten, sollten davon profitieren. In der Folge kamen mehrere tausend Kinder missgebildet zur Welt, bis aufgeklärt worden war, dass das Medikament dafür verantwortlich war. Contergan wurde zuvor bereits an Ratten, Mäusen, Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen und Hunden ausprobiert. Da keine

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schweren Nebenwirkungen erkannt wurden, war Contergan sogar als „erstes bromfreies Schlaf- und Beruhigungsmedikament ohne größere Nebenwirkungen“ beworben worden. Als bekannt wurde, welche Schäden das Medikament für das sich entwickelnde Kind im Mutterleib anrichten kann, wurden erneut Tierversuche, diesmal an schwangeren Tieren, durchgeführt. Das Resultat war, dass bei keinem der bekannten Versuchstiere diese Schädigung auftrat. Letztlich wurde eine Tierart gefunden. Der Weiße Neuseeländer ist eine spezielle Kaninchenart, die auf gute Fleischausbeute gezüchtet war und durch Contergan ebenfalls Missbildungen im Mutterleib erlitt. Contergan ist nicht der einzige Fall mit gravierenden Nebenwirkun-


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gen beim Menschen, nachdem die Forscher auf Grundlage von Tierversuchen eine Unbedenklichkeit bescheinigt hatten. 95 Prozent der Medikamente, welche laut Tierversuchen vielversprechend sind, scheitern bei der Testung am Menschen. Die Gründe sind fast ausschließlich die mangelnde Wirkung am Patienten oder gravierende Nebenwirkungen. Auch Medikamente, welche nach der Testung an Patienten eine Marktzulassung erhalten, werden in 20–50 Prozent der Fälle wieder vom Markt genommen oder mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen. In diesem Artikel sollen die Ergebnisse der Suche nach Nebenwirkungen in nichtmenschlichen Tieren unter die Lupe nehmen. Dazu werden zwei Studien betrachtet: Die erste Studie stellte die Frage, wie viele der menschlichen Giftigkeitsbefunde schon zuvor in anderen Tierarten aufgetreten waren. Dabei wurde bereits vorselektiert. Es wurden nur gravierende Nebenwirkungen untersucht, welche Einfluss auf die Medikamentenentwicklung genommen hatten. Damit seien die „Myriaden von kleineren Nebenwirkungen, welche jedes neue Medikament begleiten“, im Vorfeld ausgeklammert. Untersucht wurde also nur, ob eine nachweislich beim Menschen auftretende schwere Nebenwirkung schon vorab in einer Studie an Versuchstieren beobachtet worden war. Das Ergebnis war schockierend. 71 Prozent der schweren Nebenwirkungen waren vorab auch an einzelnen Tieren in Versuchen beobachtet worden. Das bedeutet, dass 29 Prozent der schwerwiegenden Giftigkeitsbefunde im Tierversuch nicht auftraten, sondern ausschließlich beim Menschen erkannt wurden. Fast jede dritte Schädigung, die bei der Testung am Menschen auftritt,

ist den Forschern vollkommen neu. Das macht bereits deutlich, dass keinesfalls von sicheren Medikamenten gesprochen werden kann. Bei 7 Prozent der Nebenwirkungen hat man eine entsprechende Schädigung bei Nagetieren gesehen und beschlossen, sie zu vernachlässigen, weil sie bei Hunden und Affen nicht auftrat. Andersherum gab es Nebenwirkungen, welche zwar bei Hunden oder Affen auftraten, die allerdings bei Nagetieren fehlten und deshalb vernachlässigt wurden. Und weitere 36 Prozent der Nebenwirkungen traten sowohl bei Nagetieren als auch bei Hunden oder Affen auf, aber sie wurden nicht berücksichtigt, vermutlich weil die Zahl der daran leidenden Tiere zu klein war, um die Wirkung ernst zu nehmen.

Wenn eine andere Tierart das Medikament gut verträgt, sagt das nichts darüber aus, ob auch Menschen das Medikament gut vertragen. Wohlgemerkt, alle Medikamente sind zur Testung am Menschen zugelassen worden, obwohl bereits 71 Prozent der gravierenden Nebenwirkungen in Versuchen an Tieren beobachtet worden waren. Der Grund dafür war, dass man nicht sicher wusste, ob die Schädigungen beim Menschen auch auftreten würden. Das macht deutlich, wie schwer es ist, ein Ergebnis auf eine andere Tierart zu übertragen.

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Eine weitere Studie stellte die Frage daher grundlegender: Kann der Befund einer Tierart vorhersagen, ob eine andere Tierart geschädigt würde? Das betont gleich zwei essentielle Punkte. Erstens ist es wichtig bei der Beurteilung der Giftigkeit eine Vorhersage treffen zu können. Es ist schlecht im Nachhinein festzustellen, dass man schon vorher Indizien hatte, die man nicht recht zu deuten wusste. Zweitens wird nicht nur die Übertragbarkeit von anderen Tierarten auf den Menschen hinterfragt, sondern auch untersucht, ob Ergebnisse der Maus besser übertragbar wären auf den Hund, das Kaninchen, den Affen oder die Ratte, und auch umgekehrt, ob die Ergebnisse des Affen Rückschlüsse auf die Situation beim Kaninchen, dem Hund oder der Ratte erlauben könnten. Auch hier waren die Ergebnisse ernüchternd. Die Gesundheit des einen Tieres hatte überhaupt keine Aussagekraft, ob die andere Tierart geschädigt würde oder nicht. Wenn eine Tierart an Nebenwirkungen litt, war das fast nie ein zuverlässiger Indikator dafür, dass auch die andere Tierart daran leiden würde. Einzig bei Maus und Ratte konnte darauf geschlossen werden, dass jeweils auch das andere Nagetier leiden würde. Zwischen Hunden, Affen, Menschen und Mäusen hingegen war ein Giftigkeitsbefund in der einen Tierart in der Regel nur ein mäßiges, aber kein zuverlässiges Indiz. Während Wissenschaftler in letzter Zeit zunehmend betonen, dass Primaten als die Nächstverwandten des Menschen als bestmögliches „Tiermodell“ mehr benutzt werden sollten, kommt die Studie zu faszinierenden Ergebnissen. Die Aussagekraft zwischen Primaten und Menschen war nahezu die schwächste unter


TIERVERSUCHE

allen untersuchten Tierarten. Eine vergiftete Maus war für Affen ein stärkeres Indiz, als es ein vergifteter Affe für den Menschen war. Tatsächlich war ein leidender Affe für Mäuse, Ratten und Hunde ein gefährlicheres Zeichen als für den Menschen. Dabei gilt es zu betonen, dass keine Tierart ein zuverlässiger Indikator für eine andere Tierart war. Es gab nur unzuverlässige und weniger unzuverlässige Ergebnisse. Die Autoren der Studie kommen zusammenfassend zu dem Schluss, dass keine Tierart als „Modell“ für den Menschen dienen kann. Die eingangs gestellte Frage, ob es für Kinder und Erwachsene nicht sicherer sei, wenn Medikamente zuerst an Tieren getestet werden, lässt sich also eindeutig beantworten. Nein! Wenn eine andere Tierart das Medikament gut verträgt, sagt das nichts darüber aus, ob auch Menschen das Medikament gut vertragen. Wenn eine andere Tierart unter Nebenwirkungen leidet, ist das kein Beweis für die Giftigkeit am Menschen. Christian Ott

Quellen: • Hartung T.: Look back in anger what clinical studies tell us about preclinical work. ALTEX 2013; 30(3):275-91 • Lasser K. E. et al.: Timing of new black box warnings and withdrawals for prescription of medications.The Journal of the American Medical Association 2002; 287(17): 22152220 • Olson H. et al.: Concordance of the toxicity of pharmaceuticals in humans and in animals. Regul Toxicol Pharmacol. 2000;32:56–67 • Bailey J. et al.: Predicting Human Drug Toxicity and Safety via Animal Tests: Can Any One Species Predict Drug Toxicity in Any Other, and Do Monkeys Help? ATLA 2015; 43: 939- 403

Ermittlungen gegen Deutsches Krebsforschungszentrum gehen weiter Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde im Januar dieses Jahres gegen drei Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums Anzeige durch das Regierungspräsidium Karlsruhe sowie durch „Ärzte gegen Tierversuche“ und die „Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht“ gestellt. Den Forschern wurde zur Last gelegt, dass sie die Mäuse zwei Tage länger im Versuch ließen als vorgesehen und den Genehmigungszeitraum für ihre Forschungen um 6 Wochen überschritten hatten, was die Tierversuche illegal macht. Ziel des Versuches war, die Wirksamkeit einer bestimmten Virentherapie für das besonders bösartige Ewing-Sarkom zu untersuchen. Dafür wurden den Mäusen menschliche Krebszellen unter die Haut gespritzt, sodass schnell wachsende Tumore entstanden. Ab einer bestimmten Tumorgröße sollten die Mäuse getötet werden. Bei 8 Mäusen wurde dies versäumt. Die aggressiven Tumore führen dabei ohne Frage zu erheblichen und länger anhaltenden Schmerzen für die Tiere. Zudem ist die festgelegte Tumorgröße, ab der die Tiere getötet

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werden sollten, vollkommen willkürlich gewählt. Trotz dieser Verstöße gab die Staatsanwaltschaft Heidelberg Mitte des Jahres bekannt, die Ermittlungen zu den Vorgängen im Deutschen Krebsforschungszentrum einzustellen. Nun prüft das Regierungspräsidium Karlsruhe, ob die Forscher bei den Versuchen eine Ordnungswidrigkeit begangen haben. Das Präsidium untersucht, ob die Wissenschaftler die von der Behörde erteilte Genehmigung für Experimente mit Mäusen auch eingehalten haben. Wenn sich herausstelle, dass nicht genehmigte Experimente vorgenommen worden seien, drohe ein Bußgeld. Ergebnisse der Prüfung seien nicht vor Ende August zu erwarten. Quelle: 11.07.2019, Ärzte gegen Tierversuche e.V., www.aerzte-gegen-tierversuche.de/ de/neuigkeiten/2962deutsches-krebsforschungszentrum-versucht-tierversuchsgegner-einzuschuechtern


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Neue Meerschweinchenliebhaber in Hessen © tilialucida - stock.adobe.com

Obwohl die schwarz-grüne Hessische Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel nennt, auf Tierversuche perspektivisch zu verzichten und diese zu ersetzen, sind die Versuchstierzahlen kräftig angestiegen. Im Jahr 2018 wurden 2814 Meerschweinchen neu in Tierversuchen eingesetzt.

Ethische Bankrotterklärung: Tiere als Organfabriken

Beispiel Meerschweinchentest Schäden Belastungsgrad: schwer. Gemäß Anhang VIII der RL 2010/63/EU: Gesetzlich vorgeschriebene Tests von Impfstoffen, die durch eine dauerhafte Beeinträchtigung des Zustandes des Tieres und fortschreitende zum Tode führende Krankheit mit lang andauernden mittelstarken Schmerzen oder mittelschweren Ängsten oder Leiden gekennzeichnet sind. Tiere Tierart Meerschweinchen Tierzahl 20.000 Quellen: Frankfurter Rundschau 24.7.19 Animaltestinfo

Die mangelnde Verfügbarkeit von Organspenden stellt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein Problem dar für Menschen, die dringend auf ein Ersatzorgan angewiesen sind. Die Suche nach der Lösung dieses Problems führt Forscher*innen in moralisch sehr bedenkliche Bereiche. In der Vergangenheit wurde immer wieder die Möglichkeit diskutiert, menschliche Organe in Tieren heranzuzüchten. Weltweit haben Forscher*innen bereits mehrfach Embryonen mit induzierten pluripotenten menschlichen Stammzellen in Muttertiere eingepflanzt. Ausgetragen wurden diese Embryonen bislang jedoch noch nie. Japan hat nun erstmals ein solches Experiment erlaubt, diese Tiere auf die Welt zu bringen. Das Verfahren soll erst an Mäusen und Ratten getestet werden, später dann an Schweinen. Vorerst sollen die Embryonen nach diversen Tests kurz vor der Geburt getötet werden.Im Rahmen des genehmigten Tests ist es aber ganz klar erlaubt worden, solche Tiere auch zu gebären. Das erklärte Ziel dieser Versuche ist es, Tiere zukünftig als Organfabrik zu nutzen und in ihnen Ersatzorgane zu produzieren. Die Frage nach der moralischen Ver-

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tretbarkeit und dem medizinischen Nutzen wird unter Wissenschaftler*innen heiß diskutiert. Amerika verbietet die Finanzierung solcher Forschung seit 2015 komplett. Der Deutsche Ethikrat wiederum sieht in den Versuchen kein Problem und hat in einer früheren Stellungnahme derartige Versuche ausdrücklich befürwortet. Ein Forschungsteam aus Spanien und Amerika hat unlängst verkündet, einen geburtsreifen Hybriden aus Makaken-Embryos und menschlichen Zellen erschaffen zu haben. Es ist zu befürchten, dass das Vorhaben der japanischen Forscher*innen auch andere Forscher*innen dazu antreibt, ähnliche Versuche zu wagen. Die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. sind entsetzt über dieseVorhaben. Die Idee, Tiere als lebende Organfabrik heranzuzüchten, ist moralisch ein Alptraum. Und es stellt sich wieder die Frage, ob wir dürfen, was machbar ist, mit allen Konsequenzen. Quelle: 31.07.2019 , Welt, www.welt.de/wissenschaft/article 197727667/In-Japan-duerfen-erstmals-Mischwesen-aus-Mensch-undTier-erschaffen-werden.html


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Sie nannten sie Helden – Tiere in der Raumfahrt Als Neil Armstrong 1969 als erster Mensch den Mond betrat, fieberten Menschen vor den Fernsehern, ging dieses Ereignis in die Geschichtsbücher der Welt ein. In diesem Jahr, 50 Jahre danach, berichten wieder viele Medien von der Landung auf dem Mond, jedoch ohne auf das Grauen zu verweisen, welches den Tieren im Namen des Fortschritts zugefügt wurde.

Rumänische Briefmarke von 1957 mit der Hündin Laika

In den USA waren vor allem Affen beliebte Testobjekte für die Forschung zur Raumfahrt. Die Tiere wurden in engsten Anzügen auf Sitze geschnallt, Höllenlärm und stärksten Vibrationen ausgesetzt und in Zentrifugen herumgeschleudert. Haben die Affen auf Lichtsignale hin nicht die richtigen Hebel im Cockpit betätigt, wurden sie mit Stromschlägen brutal bestraft. Ab 1947 begannen die USA damit, Lebewesen für ihre Raumfahrtexperimente zu nutzen. Zunächst Fruchtfliegen, aber dann sattelte man schnell auf Rhesusaffen um.

Im Juni 1948 war Albert I. an Bord einer Rakete. Das vier Kilo schwere Äffchen wurde mit Morphium betäubt, in die Spitze der Rakete geschnallt und abgeschossen. Die Rakete erreichte den Weltraum nicht. Albert erstickte jämmerlich. 1949 wurde Albert II. in den Weltraum geschossen, das erste Säugetier im All. Er wurde bei seiner Rückkehr beim Aufprall der Kapsel auf dem Boden zerschmettert. Der Fallschirm hatte sich nicht geöffnet. So erging es Dutzenden von Affen. Albert der VI. überlebte die Fahrt, starb aber 2 Stunden nach der Landung an

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den Folgen der erlittenen Hitze in der Wüste. Gordo, das Totenkopfäffchen, dessen Bilder 1958 um die Welt gingen, überlebte die Schwerelosigkeit und 40-fache Erdanziehungskraft. Dann ertrank er im Meer. Der Fallschirm hatte versagt. Er wurde nie gefunden. Das Rhesusäffchen Able und das Seidenäffchen Baker überlebten die Torturen des Fluges vom Cap Canaveral aus. Able starb jedoch einige Tage später während der Entfernung der Kabel aus seinem Körper. Sicherlich um auf die Größe Amerikas zu verweisen, wurden Able und Baker ausgestopft und sind als tierische Helden im Raumfahrtmuseum von Washington zu sehen. 1961 flog erstmals der Schimpanse Nummer 25 in einer Rakete ins Weltall. Er überlebte. Aus PR-Gründen er Ham genannt. Der erfolgreiche suborbitale Flug des Tieres sorgte weltweit für Schlagzeilen und befeuerte das Wetteifern, den ersten Menschen ins Weltall zu bringen. Stärkster Konkurrent der USA war dabei die Sowjetunion. Statt auf Affen setzten die sowjetischen Forscher*innen auf streunende Hunde. Täglich um ihr Leben auf der Straße kämpfend, galten diese armseligen Tiere als besonders robust. Zwischen 1951 und 1961 schossen die Sowjets rund 50 Hunde ins Weltall, wovon nach offiziellen Berichten fast die Hälfte nicht überlebte. Auch sie mussten u.a. vorher höllischen Lärm, stärkste


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schickten die Forscher*innen Laika mit vergiftetem Futter auf die Reise, woran sie nach zehn Tagen im Weltall sterben sollte. Nach unzähligen, mehr oder minder erfolgreichen Tests mit Tieren, begannen die Amerikaner und Sowjets schließlich, Menschen ins All zu schießen.

Zu keinem Zeitpunkt wurde die ethische Frage nach Tierversuchen für die Raumfahrt öffentlich diskutiert.

Ham war der erste Schimpanse, der im Verlauf des Mercury-Programms der USA am 31. Januar 1961 ins Weltall geschossen wurde..

Vibrationen sowie das Schleudern in Zentrifugen ertragen. 1951 wurden mit Desik und Tsygan die ersten Hunde ins All geschickt, beide Tiere überlebten. Der bekannteste Hund unter den Raumfahrer*innen ist die Hündin Laika. Auch ihr Foto in der Kapsel ging um die Welt. 1957, am 3. November, wurde sie im Sputnik II als erstes Tier überhaupt in die Erd-

umlaufbahn geschossen. Ihr Herz rast. Die Hitze ist unerträglich. Nach sieben Stunden gibt es kein Lebenszeichen mehr von Laika. Eine Rückkehr des Hundes war aber ohnehin von vornherein nicht geplant. Im Wetteifern um den prestigeträchtigen Erfolg entwickelten die Sowjets zunächst kein funktionierendes Rückkehrsystem. Stattdessen

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2013 machte dann der Iran damit Schlagzeilen, angeblich einen Affen erfolgreich in den Weltraum geschickt zu haben. Sofort stellte sich die Frage nach militärischer Stärke, Zweifel wurden laut. Auch zu diesem Zeitpunkt wurde die ethische Frage nach Tierversuchen für die Raumfahrt nicht öffentlich diskutiert. Sie mit der Aussage von Prof. Dr. Stefan Hippenstiel (Charité) beantworten zu wollen, erscheint einfach zu simpel, zu brutal, nicht akzeptabel: „Ein Tierversuch ist dann ethisch in Ordnung, wenn er hinterher nutzbar ist.“ Quelle: 12.07.2019, Neue Zürcher Zeitung www.nzz.ch/wochenende/schwerpunkt/tiere-im-weltall-laika-unddie-schimponauten-ld.1493155


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Unbekannt verzogen?

Gute Nachricht: Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim stellt den „forcierten Schwimmtest“ ein © Jean-Etienne Minh-Duy Poirrier

Sie erinnern sich? Die vom Lageso genehmigten Nachtigallenversuche und das ganze Procedere drum herum sorgten in Berlin im Jahre 2018 für große Empörung. Nun ist die dafür verantwortliche Wissenschaftlerin mit ihren Vögeln an das Max-Planck- Institut für Ornithologie nach Oberbayern gezogen. Hinter dem so harmlosen Begriff Institut für Ornithologie kann viel Grausamkeit stecken. Ist das Wissen über den Gesang der Vögel von so großem wissenschaftlichem Nutzen in ferner Zukunft, dass Nachtigallen dafür gefangen gehalten, gequält und getötet werden dürfen? Die Experimentatorin muss es anscheinend mit viel wissenschaftlicher Phantasie plausibel dargestellt haben. Das ist entscheidend für die Genehmigung. Es gab gute Forschungsgelder der EU. Welche Behörde wagt sich da, nein zu sagen? Aber auch in Oberbayern wird nicht nur Vogelgezwitscher zu hören sein, sondern laute, gerechtfertigte Kritik.

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat sich entschieden, den grausamen Forced Swim Test (Schweregrad schwer) nicht mehr durchzuführen. Eine Ratte während des Die EU verbietet sei„Schwimmtest“. nen Mitgliedsstaaten besonders leidvolle Tierversuche, erlaubt sind jedoch Ausnahmen. Deutschland macht von diesen Ausnahmen reichlich Gebrauch. Bei diesem Test werden Mäuse und Ratten in einen hohen, engen, mit Wasser gefüllten Behälter gesetzt. Für die Tiere gibt es kein Entrinnen. Sie schwimmen verzweifelt um ihr Leben. Wer aufgibt, sich treiben lässt, gilt als depressiv… Quelle: 25.07. 2019 www.peta.de/erfolg-boehringer-i ingelheim-beendet-grausamenverzweiflungstest-an-tieren-

Quelle: 23.08.2019 www.tierschutz-berlin.de/aktuelles/ kampagne-gegen-nachtigallenversuche-geht-weiter

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USA planen Ende der Giftigkeitstests an Tieren bis 2035

Für ein Studium ohne Tierverbrauch!

Jedes Jahr sterben unzählige Tiere in sogenannten Giftigkeitstests, bei welchen an Tieren ermittelt werden soll, wie giftig bestimmte Stoffe sind. Die amerikanische Umweltbehörde will diese Praxis nun bis 2035 vollständig abschaffen und durch tierfreie Methoden ersetzen. In den nächsten 6 Monaten soll zunächst eine Fachgruppe einen umfassenden Ausstiegsplan erarbeiten, der Giftigkeitstests ab dem 1.1.2035 grundsätzlich verbietet und nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die Richtlinie der Behörde sieht vor, die Erforschung tierfreier Methoden voranzutreiben, die Finanzierung von Tierversuchen aus Steuergeldern zunächst zu reduzieren und beginnend ab 2025 die Zahl der Tests um 30 Prozent zu verringern, bis sie ab 2035 dann komplett abgeschafft werden. 2016 legten bereits die Niederlande einen umfangreichen Ausstiegsplan zum Ersatz regulatorischer Sicherheitstests u. a. für Chemikalien vor. Nun lassen auch die USA ihrem Vorhaben, tierversuchsfreie Forschung zu fördern, Taten folgen. Dass Deutschland sich so stark abhängen lässt und noch nicht einmal einen Ausstiegsplan vorlegen kann, ist mehr als beschämend.

Die Berliner Landesregierung hat dem Antrag vom 14.9.18 der Fraktionen SPD, Die Linke und dem Bündnis 90/Die Grünen im Mai zugestimmt, dass “auf die Verwendung von Tieren (…) in der Lehre möglichst weitgehend verzichtet werden soll.“ Dieses ist ein großer, positiver Schritt in die richtige Richtung. Damit käme Berlin als sechstes Bundesland hinzu, welches sein Hochschulgesetz daraufhin ändert. Sowohl aus der Sicht vieler Professor*innen, Dozent*innen, Student*innen und der Bevölkerung ist der Versuch oder das Töten eines Tieres speziell für die Lehre nicht mehr zeitgemäß. Eine solche Lehre bereitet junge Wissenschaftler*innen in keiner Weise auf künftige Forschung vor. Mitgefühl und Empathie werden für Scheine und berufliche Karriere abtrainiert. Ein zweiter Antrag verspricht, dass sich Berlin auf Bundesebene für weniger Tierversuche in der Forschung einsetzt. Wir werden gemeinsam im Bündnis „Berlin gegen Tierversuche“ uns dafür einsetzten, dass diese Versprechen in die Praxis umgesetzt werden. Quelle: 23.05.2019, ntv, www.n-tv.de/regionales/berlin-undbrandenburg/An-Berliner-Hochschulensoll-es-weniger-Tierversuche-gebenarticle21043764.html

Quelle: 13.09.2019, Ärzteblatt, www.aerzteblatt.de/nachrichten/105995/ USA-planen-offenbar-Abschaffungvon-Giftigkeitstests-bei-Tierversuchen

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Undercover Recherche im LPT Eine Undercover-Aktion im Auftragslabor LPT in Hamburg von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International enthüllt katastrophale Zustände. Von Dezember 2018 bis März 2019 hat ein verdeckter Ermittler von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International die schrecklichen Zustände dokumentiert. Mittlerweile wurde von den zuständigen Behörden ein Verfahren eingeleitet. Mehr als 7000 Menschen sind daraufhin am 19. Oktober dem Aufruf der „Soko Tierschutz“ gefolgt und demonstrierten gegen das „Todeslabor LPT“ und für das Ende aller Tierversuche. Bei der Mahnwache am Abend vor dem Außenlabor in Mienenbüttel haben sich rund 700 Menschen mit Kerzen versammelt, die den Platz in ein flackerndes Lichtermeer tauchten.

Pressemeldung von SOKO Tierschutz e.V. vom 13.10.2019:

Undercover in Deutschlands geheimsten, privaten Tierversuchslabor Erschütternde Beweise: Rechtsbrüche, Gewalt gegen Tiere und sterbende, blutende Hunde Hamburg/München (ots)

obs/SOKO Tierschutz e.V./SOKO Tierschutz/crueltyfree int“

Das LPT in Mienenbüttel nahe Hamburg macht Giftigkeitsversuche an Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen für Auftraggeber aus Deutschland und weltweit. Das Labor agiert völlig abgeschottet. Einblicke, selbst durch die Politik, waren unerwünscht. Eine Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz und Cruelty Free International beweist unhaltbare Zustände, rechtswidrige Tierhaltung, grausame Versuche und Brutalität gegen die Tiere. Mit dieser Aufdeckung erhält das aktuelle Vertragsverletzungsverfahren der EU wegen der schlechten Zustände in deutschen

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Tierversuchslabors erschütternde Beweise für das Versagen der deutschen Politik beim Schutz von Versuchstieren. Im Ermittlungszeitraum von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte der Ermittler mehrfach, wie Hunde, nachdem ihnen Schläuche oder Kapseln in den Hals gezwungen wurden, entsetzlich bluteten. Das Bildmaterial zeigt blutverschmierte Zwinger. Die Hunde gingen teilweise grausam zugrunde und wurden nicht ausreichend überwacht und umsorgt. Die gesamte Hundehaltung verfügt über kein nach EU-Recht vorgeschriebenes Beschäftigungsmaterial. „Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen“, beschreibt SOKO Tierschutz Ermittler Mülln die Szenen. Den schlimmsten Haltungsbedingungen in dem Labor sind die Affen ausgesetzt. Sie leben teilweise in engen Käfigbatterien und in keinem der Käfige gab es das gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmaterial. Diese Wildtiere leiden unter Stress und Käfighaltung. Die Folgen sind Tiere, die sich wie verrückt im Kreis drehen und das sogar rückwärts. Ein Teil der Käfige verstößt gegen in Deutschland verbindliches EU-Recht. Die Affen werden bei Versuchen mit äußerster Grobheit behandelt: Es kam zu blutigen Verletzungen und ein Mitarbeiter schlug einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante. Widerstand gegen solche Übergriffe ist nach Aussagen eines Mitarbeiters sinnlos. Die Person habe es versucht, es sei den Vorgesetzten egal. Unter den zahlreichen Arbeitern der Einrichtung befand sich nur ein ausgebildeter Tierpfleger. Der Rest der Arbeiter

Mehr als 7.000 Menschen demonstrierten am 19. Oktober gegen das Labor.

rekrutiert sich z. B aus Schlachtern, Mechanikern und einem Militärmusikanten. In einer Katzenstudie für eine Tierarzneimittelfirma wurde ein Antibiotikum mit dem gleichen Wirkstoff, aber mit Geschmack, verglichen. Dazu wurden den Katzen die Beine an einem einzigen Tag 13mal zerstochen. Auch hier mangelte es den Mitarbeitern an Fähigkeiten, mit Folgen für die Tiere. Die Tiere müssen zu all dem Leid auch noch weltweite Tiertransporte ertragen: Katzen aus Spanien, Hunde aus den USA und Affen aus China. Die meisten Studien enden mit dem Tod der Tiere. Das Video zeigt, wie Hunde regelrecht geschlachtet werden und Katzen in Müllsäcken landen. „Jedes Jahr werden hunderttausende Tiere in Europa für regulatorische, toxikologische Tests vorsätzlich vergiftet. Unsere Recherche enthüllt entsetzliches Tierleid, unzulängliche Pflege der Tiere, schlechte Praktiken und Brüche europäischen und deutschen Rechts. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung dieses Falls und allgemein solcher Tierversuche

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in Europa“, so Michelle Thew von Cruelty Free International. In Deutschland sterben jedes Jahr mindestens 2,8 Millionen Tiere an Tierversuchen. SOKO Tierschutz und Cruelty Free International fordern ein sofortiges Ende der veralteten, gefährlichen und grausamen Giftigkeitstests an Tieren und die Schließung des Labors durch die Behörden. „Es ist unverantwortlich, dass der Staat diese Versuche zwar anordnet, aber Giftigkeitstests z. B. an Hunden oder Kaninchen nicht genehmigungspflichtig sind. Hier zieht sich Deutschland aus der Verantwortung. Die angeblichen Sicherheitstests bringen zudem keine Sicherheit für den Menschen und Tieren nur einen grausamen Tod“, sagt SOKO Sprecher Friedrich Mülln, der 2003 selbst undercover in einem solchen Labor arbeitete. Sein Fazit: „Leider haben sich die Zustände bei den Tierversuchen in diesem langen Zeitraum sogar verschlechtert. Es ist erschütternd zu sehen, dass Wildtiere wie Affen nach wie vor unter solch schrecklichen Bedingungen gehalten werden.“ Quelle: www.presseportal.de/ pm/110736/4399553


TIERVERSUCHSFREIE FORSCHUNG

Tierversuchsfreie Forschung

Anhörung im Abgeordnetenhaus am 4.3.2019

Die EU Tierversuchsrichtlinie enthält die eindeutige Verpflichtung zum Ausstieg aus Tierversuchen. Deutschland und natürlich auch Berlin sind daran gebunden. Im Umkehrschluss dieser Verpflichtung steht die Finanzierung der Erforschung tierversuchsfreier Methoden. Die Finanzierung sollte so gestaltet sein, dass auch ihre Ergebnisse zur Anwendung kommen können. Der Weg der Erforschung tierversuchsfreier Methoden ist nach wie vor mit großen Schwierigkeiten verbunden. Student*innen werden mit Tierverbrauch konfrontiert, erlernen kaum die Anwendung hochmoderner Methoden. Forschungsgelder hierfür fließen spärlich. Für Alternativen zum Tierverbrauch wird im Studium zu wenig Geld ausgegeben. Noch wird die Karriereleiter in der Regel mit Tierversuchen erklommen, hierfür ist der Weg geebnet.

Sehr interessant und trotzdem auch sehr nachdenklich stimmend war die Anhörung am 4.3.2019 im Abgeordnetenhaus, Thema: Charité 3R – Neues interdisziplinäres Forschungszentrum für Alternativen in der Tiermedizin Ausschuss Wissenschaft und Forschung, öffentliche Sitzung. Die ausgewählten Aussagen sollen den Willen nach tierversuchsfreier Forschung nicht schmälern oder gar absprechen. Sie sollen zeigen, dass innovatives Denken und der Mut zu einem wirklichen Paradigmenwechsel Zeit brauchen. Das Festhalten am Tierversuch, ihn in seiner Auswirkung auf Tiere zu verharmlosen, ihn gar neu zu definieren, blieb im Raum stehen. Aus dem Wortprotokoll: Ein typischer Tierversuch, der an Mäusen gemacht wird, ist, dass zu Beginn des Versuchs die Mäuse narkotisiert und am Ende euthanasiert oder getötet werden. Das heißt, das Tier erlebt in diesem Versuch keine subjektiven Schmerzen. Es ist natürlich ein Tier getötet worden. Aber das Tier hat keine subjektiven Schmerzen erlebt. Es ist ein Tierversuch. (Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan, Charité)

Die Forschungsgemeinschaft steht fest zusammen. Aus welchen Gründen auch immer, hören wir immer wieder gebetsmühlenartig Allgemeinplätze: • Wir können auf Tierversuche zum heutigen Zeitpunkt nicht verzichten, leider. • Wir brauchen den gesamten Organismus. • Tierversuche werden immer notwendig sein. • Tierversuche ohne Restrisiko zu ersetzen, das ist der Plan. • Wir müssen Tierversuche durch führen, sie sind gesetzlich vorgeschrieben. • Wir brauchen nicht alle Tierversuche zu ersetzen, es gibt ja das Refinement. • Ohne Tierversuche wird es keinen medizinischen Fortschritt geben. • Bei der Arzneimittelerforschung wird es ohne Tierversuche nicht gehen.

Ein Tierversuch ist dann ethisch in Ordnung, wenn er hinterher nutzbar ist. (Prof. Dr. Stefan Hippenstiel, Charité, Sprecher Charité 3R) Jede Behandlung eines Tieres durch einen Studenten ist rechtlich ein Tierversuch. Also einen Tierversuch völlig abzuschaffen geht nicht, dann haben wir keine Tierärzte mehr. (Prof. Dr. Monika Schäfer-Körting, FU Berlin)

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… aber es gibt auch Bereiche, wo wir als Charité im Jahr 2019 ganz klar sagen müssen: Die (Tierversuche) können wir im Moment nicht ersetzen! - Die Gesellschaft muss einfach die Frage beantworten: Möchten wir dann mit diesem Bereich des Erkenntnisgewinns aufhören oder eben nicht? (Prof. Dr. Stefan Hippenstiel, Charité, Sprecher Charité 3R)

Der Organ-on-a-Chip simuliert biologische Organe.

Jüngste tierversuchsfreie Forschungsprojekte

Das heißt, wir fahren eine Doppelstrategie: Auf der einen Seite möchten wir die Tierversuche, wo immer möglich, im Sinne des 3R-Gedankens verbessern, auch mit dem Ziel einer besseren Translation. Und das zweite ist: Wir werden konsequent daran arbeiten, eben diese Alternativen in eine Tauglichkeit zu überführen... (Prof. Dr. Stefan Hippenstiel, Charité, Sprecher Charité 3R)

Trotz geringster Geldmittel im Vergleich zu den Summen, die Tierversuche verschlingen, macht die tierversuchsfreie Forschung phantastische Fortschritte. Es entstehen große Projekte wie z. B. Simulierter Mensch (SiM) in Berlin. Es gibt Forscher/innen und Firmen, die an „Organ-on-a- chip“ weltweit weiterforschen oder andere, die z. B. die 3D Forschung vorantreiben, um nur einige zu nennen. Das Adlershofer Unternehmen Alacris Theranostics hat per Crowdfunding 800.000 Euro eingesammelt. 20 Mitarbeiter forschen auf einem verhältnismäßig neuen Feld – simulierte Biologie. Krebs wird im Computer simuliert. Tierversuche könnten auf diesem Gebiet überflüssig werden, so die Forschenden.

Wir werden auf absehbare Zeit nicht völlig auf den Tierversuch verzichten können. (Arzneimittelentwicklung) Dazu 2016 s. oben: Bei der Arzneimittelentwicklung wird es ohne Tierversuche nicht gehen. (Prof. Dr. Monika Schäfer-Körting, FU Berlin) Finden wir junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für dieses Thema (Alternativen zu Tierversuchen) begeistern? – Ja, die finden wir. (Prof. Dr. Stefan Hippenstiel, Charité, Sprecher Charité 3R)

Fünf neue tierversuchsfreie Forschungsprojekte aus jüngster Zeit sollen als Beispiele hier kurz vorgestellt werden.

… aber wir tun bisher nicht genug für Alternativen. (Prof. Dr. Axel Radlach, Axel Pries, Dekan Charité) Ende Wortprotokoll

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Foto: Universität Leipzig

Dr. Peggy Stock bei ihrer Arbeit im Labor

Neue 3D-Silikon-Plott-Technologie für Zellkulturen soll Zahl der Tierversuche senken Nach wie vor sind für viele Wirkstoffe wie Medikamente oder Chemikalien Tierversuche vom Gesetz vorgeschrieben mit der Begründung, eine Aussage über die Verträglichkeit für den Menschen zu machen. Zumindest für einen Teil der Tests soll nun nach den Forschungen von Wissenschaftler*innen die Verträglichkeit aber statt an Tieren auch an gezüchteten Zellkulturen erprobt werden. Bislang passierte das in zweidimensionalen Modellen. Jedoch gibt eine solche 2D-Kultur die Realität nur unzureichend wieder, denn menschliche Zellen wachsen im Körper in Verbänden und Organen heran, eben dreidimensional und nicht flach. Forscher*innen der Leipziger Universitätsmedizin haben nun gemeinsam im Verbundprojekt mit der KET Kunststoff- und Elasttechnik GmbH Liegau-Augustusbad ein neuartiges 3D-Silikongitter

entwickelt, auf dem sich menschliche Stammzellen ansiedeln und so agieren wie im menschlichen Körper. In einem ersten Testlauf hat das Forschungsteam menschliche Stammzellen aus dem Fettgewebe isoliert. Im nächsten Schritt wurden sie auf das Silikongitter ausgesät und in einem Brutschrank kultiviert. Die Wissenschaftler*innen differenzierten die menschlichen Stammzellen auf den 3D-Gittern so, dass sie wie organische Zellen im Körper agieren. Im Test konnte bewiesen werden, dass die Zellen wie gewünscht das Gitter besiedeln und selbst dreidimensionale Zellstrukturen bilden. Natürliche Eigenschaften der Zellen, wie z. B. die Fähigkeit zur Kommunikation untereinander, bleiben dabei erhalten. Mit der neuen 3D-Silikon-Plott-Technologie wird es zukünftig möglich sein, präzisere Vorhersagen über die Machbarkeit

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von Neuentwicklungen im Bereich der Medizin und Arzneimittel zu treffen und somit die Zahl der bislang noch aufgrund gesetzlicher Vorschriften erfolgten Tierversuche herunterzusetzen. Leiter des Projekts ist Prof. Dr. Bruno Christ. Das Vorhaben wird mit Mitteln des Freistaates Sachsen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit 120 000 Euro gefördert. Der Funktionstyp soll voraussichtlich 2025 in Serie gehen. Quelle: 18.07. 2019, Pressemitteilung Uni Leipzig, www.uniklinikum-leipzig.de/presse/ Seiten/Pressemitteilung_6798.aspx


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Kukident, adieu! Ja, bei Haien, Krokodilen und Nagetieren wachsen Zähne nach. Und bei uns?

Forscher*innen der Universität Magdeburg arbeiten derzeit an Roboterfischen. Diese sollen echte Fische ersetzen, die bislang noch in sehr hoher Zahl eingesetzt werden, um in Tierversuchen zu testen, wie verträglich Flusskraftwerke für Fische sind. In Deutschland gibt es zahlreiche kleine und große Laufwasserwerke, die das Land mittels Wasserkraft mit Strom versorgen. Gleichzeitig unterbrechen diese Werke aber auch die Wanderwege von Fischen. Die Betreiber*innen der Werke sind daher in der Pflicht nachzuweisen, dass ihre Anlagen die Fischpopulation nicht nachhaltig schädigen. Dafür wird im Versuch getestet, wie fischverträglich die Passage von Turbinen ist. Bislang werden dafür noch lebende, meist wild gefangene Fische, eingesetzt. Eine hohe Anzahl der eingesetzten

Tiere verenden bei den Versuchen qualvoll. Dies soll sich nun mit den Roboterfischen ändern. Die künstlichen Ersatzfische sollen zukünftig Informationen über Strömungsbedingungen und an den Fischen zu erwartende Schädigungen erbringen. Die dafür notwendigen Daten sollen zunächst mit Sensoren ausgestattete lebende Fische liefern. Ergänzt werden die Roboterfische durch Strömungssimulationen und Vorhersagemodelle. Langfristig ist das Ziel des Projekts, dass keine echten Fische mehr für diese leidvollen Versuche eingesetzt werden müssen. Quelle: welt, 17.06.2019 www.welt.de/regionales/sachsenanhalt/article195398087/ Weniger-Tierversuche-Uni-Magdeburg-entwickelt-Roboterfische.html

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Foto: TU Berlin PR Tobias Rosenberg.

Foto: Jana Dünnhaupt/Universität Magdeburg

Roboterfische sollen echte Fische vor Tierversuchen bewahren

Dr. Robert Lauster, Professor für Biotechnologie an der TU Berlin, ist mit seiner Mitarbeiterin Dr. Jennifer Rosowski überzeugt, dass der menschliche Kiefer lebenslänglich über Informationen verfügt, die für das Wachstum nachwachsender Zähne von Bedeutung sind. In einfach genial klingender Weise haben sie aus menschlichem Zellmaterial des Weisheitszahns einen entstehenden Zell-Ball, 2oo bis 500 Mikrometer groß, „gezüchtet“. Konkurrierend mit Tierversuchen, kommen sie ganz ohne diese aus. Wenn alle In-vitroVersuche erfolgreich abgeschlossen sind, stehen die Zahnkeime sehr bald vor den präklinischen Tests. Hier sind Tierversuche immer noch vorgeschrieben, obwohl sie keine sicheren Vorhersagen in ihrer Übertragbarkeit auf den Menschen machen. Quelle: 23.07.2019, TU Berlin, www.pressestelle.tu-berlin.de/ menue/tub_medien/publikationen/ medieninformationen/2019/ juli_2019/medieninformation_ nr_1332019/


TIERVERSUCHSFREIE FORSCHUNG

Tierversuchsfreier Allergietest Zurzeit gibt es drei international anerkannte tierversuchsfreie Sensibilisierungstests. Sie ermöglichen eine Vorhersage allergischer Hautreaktionen. Um die Hautverträglichkeit von Kosmetika zu testen, werden außerhalb der EU immer noch Tierversuche durchgeführt. Jetzt soll ein vierter tierversuchsfreier, verbesserter Test dazukommen. Dieser Test, der “Kinetic DPRA“, soll über eine Ja-Nein-Antwort hinausgehen und über die Stärke der Reaktion eine Aussage machen. Er soll zudem weitere Tierversuche zur Bestimmung der allergenen Wirkung von Chemikalien überflüssig machen. Dafür arbeiten BASF, Givaudan (Firma für Duftstoffe) und das Institute for In Vitro Sciences (IIVS)zusammen. IIVS ist spezialisiert auf die Validierung von Alternativmethoden zu Tierversuchen. Das Projekt soll bei erfolgreichem Ergebnis noch in diesem Jahr der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit) vorgelegt werden. Projektpartner sind Dr. Robert Landsiedel (BASF) und Dr. Andreas Natsch (Givaudan).

Dem Organchip das Sehen beibringen Wissenschaftler*innen des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB ist es gelungen, die menschliche Netzhaut auf einem Organchip nachzubilden. Durch die Erkenntnis, dass „Tiermodelle“ auch hier für die nachfolgenden Fragestellungen unzureichend geeignet sind, werden Forscher*innen in die richtige Richtung geführt. Gemeinsam mit der Universität Tübingen ist es Prof. Dr. Peter Loskill gelungen, die Stammzellen so zu differenzieren und in den Chip zu integrieren, dass sie ein mehrschichtiges Gewebe ausbilden, das u. a. aus den lichtempfindlichen Stäbchen und Zapfen, dem Pigmentepithel und Ganglionzellen, welche den optischen Nerv bilden, besteht. Wird die Netzhaut belichtet, kann in den Stäbchen und Zapfen ein elektrophysiologisches Signal gemessen werden. Derzeit arbeiten die Forscher*innen an einem System, um dieses Signal quantitativ auslesen zu können. Sobald dieses existiert, kann gemessen werden, wie stark eine Substanz das „Sehvermögen“ der Netzhaut auf dem Chip beeinflusst. Sobald die Retina-on-a-Chip einsatzfähig ist, können Pharmaunternehmen z. B. die Nebenwirkungen ihrer Arzneistoffe auf die Netzhaut testen oder es können Medikamente für diverse Erkrankungen der Netzhaut entwickelt werden.

Quelle: 30.08.2019., Laborpraxis, www.laborpraxis.vogel.de/tierversuchsfreie-allergietests-a-746838

Quelle: 02.09.2019, Laborpraxis, www.laborpraxis.vogel.de/mikrochips-mit-augenoder-fettgewebe-a-860724/

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Wie tierversuchsfreie Forschung die Auswirkungen von Medikamenten auf die Leber vorhersagen kann

Der Leiter des Fachbereiches Toxikologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund, Prof. Dr. med. Jan G. Hengstler, forscht zur menschlichen Leber und gab dazu unlängst ein Interview. Hauptaufgabe der Leber im menschlichen Körper ist es, alle schädlichen Stoffe, die der Mensch zu sich nimmt, zu entgiften. Daher ist eine funktionierende Leber für den Menschen lebenswichtig. Jedoch leiden leider viele Menschen an Lebererkrankungen – allein in Deutschland mehr als fünf Millionen Menschen. Verursacht werden diese häufig durch Alkohol oder Übergewicht, aber auch verschiedene Viruserkrankungen oder erbliche Ursachen. Auch Chemikalien und Medikamente können unsere Leber schädigen. Zu Leberschädigungen durch Medikamente forscht auch der Toxikologe Jan Hengstler. Ein Medikament

gelangt meist in recht hoher Konzentration in die Leber. Es kann dort verschiedene Funktionen stören und sogar zum Absterben von Leberzellen führen. Dies kann die Leber jedoch recht gut abfedern, denn im Laufe der Evolution hat sich der menschliche Organismus daran gewöhnt, giftige Pflanzen zu sich zu nehmen. Die Leber hat das Potential entwickelt, einmalige Schäden zu regenerieren. Diese Regeneration funktioniert jedoch nicht so gut, wenn wiederholt giftige Substanzen in den Körper gelangen. Wird die Leber wiederholt geschädigt, kann es zu einer Vernarbung und schlimmstenfalls zu einer Leberzirrhose kommen. Um die Giftigkeit von Medikamenten auf den Menschen besser vorherzusagen, kultiviert das Team um Hengstler menschliche Leberzellen im Labor und fügt dann den Wirkstoff in bekannten Konzentrationen dazu. Von vielen Medika-

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menten ist mittlerweile bekannt, ab welcher Blutkonzentration sie giftig wirken. Wenn man genau bei diesem Wert auch einen Schaden in der Zellkultur beobachten kann, ist das für die Forscher ein Beleg, dass man richtige Vorhersagen treffen kann. Bei einigen Substanzen ist es jedoch komplizierter und die Schädigung im Menschen tritt schon bei einer geringeren Konzentration auf. Dann suchen die Forscher nach weiteren Indikatoren für Schädigungen, die über den Zelltod hinausgehen. Die Ergebnisse aus diesen Tests werden in Computermodelle eingespeist, um weitere physiologische Eigenschaften der Leber zu berücksichtigen. Mit der Kombination aus Zellkultur-Tests und Computermodellen soll vorhersagbar sein, ob eine neue Substanz schädlich ist und ab welcher aufgenommenen Dosis und auch welcher Konzentration im Blut mit Schäden zu rechnen ist. Eine solche Teststrategie kann schneller, sicherer und kostengünstiger als bisherige Methoden sein. Darüber kann damit künftig genauer das tatsächliche Leberschädigungsrisiko von Patienten eingeschätzt werden. So kommt es immer wieder vor, dass Medikamente wieder vom Markt genommen oder gar nicht erst zugelassen werden, weil sie bei bestimmten Personen zu Leberschädigungen führen. Der Plan sei, Tierversuche zu ersetzen, die bisher in diesem Fall noch gesetzlich vorgeschrieben sind. Unterstützt wird seine Forschungsarbeit vom Forschungsministerium unter dem Rahmen von der Fördermaßnahme „LiSyM“. Quelle: 28.11.2018 BMBF, www.bmbf.de/de/ wie-medikamente-die-leberschaedigen-7417.html


Einen Film drehen Mein Name ist Chicco und ich bin Darsteller in dem Film über 40 Jahre Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e. V. Mein Frauchen ist Mitglied bei den Tierversuchsgegnern und hat die Aufgabe übernommen, sich um den Film zu kümmern. Noch vor einem halben Jahr hatte sie keine Ahnung, aber dank Sebastian Pilz (Medientechniker, Filmer, Fotograf und großer Unterstützer unseres Vereins) konnte sie inzwischen gute Erfahrungen sammeln. Ich habe ja mitbekommen, was man da alles machen muss. Das werde ich Ihnen jetzt erzählen. Also, zuerst gibt es eine Idee. Weil der Verein 40 Jahre alt ist, wollen sie einen Film drehen. Was soll in dem Film gezeigt und gesagt

werden? Man braucht eine Liste mit allem, was darin vorkommen soll. Das nennt man Drehbuch.

Das Drehbuch: Welche Botschaft soll überbracht werden? Hier muss jede einzelne Szene, jedes gesprochene Wort festgehalten werden. Es werden Texte besprochen, geändert und irgendwann auch für gut befunden. Meine Güte, wie oft hat sie mit Sebastian oder dem Vorstand telefoniert - fürchterlich. Je Szene wird auch über den entsprechenden Hintergrund, der hinter den Sprechern zu sehen sein soll, beraten. Er muss natürlich zu der gesprochenen Aussage passen. Er wird dann im Drehbuch eingetragen.

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Jetzt wird überlegt, wer den Text sprechen kann. Vorher hat Frauchen natürlich schon mit ein paar Mitgliedern und Unterstützern gesprochen. Das ist nicht immer leicht, aber funktioniert hat es dann doch. Jetzt wird im Drehbuch eingetragen: Sprecher der Szene ist XYZ. So wird jede Szene des Drehbuchs bearbeitet, bis es fertiggestellt ist.

Filmen: Wird der Film draußen gedreht, muss man sich um den Hintergrund keine Gedanken machen. Wenn man die richtige Umgebung gefunden hat, kann es gleich ans Drehen gehen. Innen, in unserem Besprechungsraum, bedarf es natürlich etlicher Vorbereitungen. Um einen


Hintergrund einspielen zu können, muss grüner Stoff an die Wand genagelt werden. Den hatten sie schon von einem anderen Film. Natürlich muss das gesamte Mobiliar beiseite geräumt werden, damit für die zu drehende Szene und das ganze Equipment, welches man zum Filmen braucht, auch genügend Platz ist. Nun geht es ans Ausrichten. Jede Person muss ausgeleuchtet werden. Es darf natürlich kein Schatten auf die Wand fallen, sonst kann der Hintergrund nachher nicht eingespielt werden. Bei den Sprechproben gab es auch einige Schwierigkeiten. Mal war der Text nicht richtig betont oder man hat sich versprochen, den Text vergessen, der Gesichtsausdruck war nicht passend oder Ähnliches. Das Telefon klingelte dann mal, Peppels (Sonjas Hund) bellte, und einmal bin ich eingeschlafen und habe geschnarcht. Trotz der Unterbrechungen haben die Menschen doch ein paar Mal sehr gelacht. So wurde Szene um Szene gedreht. Manchmal vier- bis fünfmal die gleiche Szene. Dann kam die Szene mit mir – als Bettelhund. Wir haben es gleich vor der Geschäftsstelle gedreht. Ich sollte für die tierversuchsfreie Forschung betteln. Damit wollen wir darauf hinweisen, dass nicht genügend Geld für diese Forschung zur

Verfügung gestellt wird. Also, links von mir wurde Frauchens schwarzer Hut platziert, rechts ein Schild mit dem Hinweis „Für die tierversuchsfreie Forschung“. Leute gehen vorbei und werfen evtl. Geld in den Hut. Mit dem Geld, das waren natürlich Leute von uns. Ich schaute den Menschen, die vorbeigingen, hinterher. Es waren gute Aufnahmen und wir mussten die Szene nur einmal wiederholen. Ich war so gut, dass ich danach natürlich von allen ordentlich geknuddelt wurde und Leckerchen bekam ich auch. Dann ging es an den Lietzensee. Dort sollten die Außenaufnahmen gedreht werden. Ich soll, an der Leine, mit Astrid einen Weg langgehen. Leider musste ich mich dauernd umdrehen und nach meinem Frauchen suchen. Na ja, deshalb mussten wir die Szenen auch des Öfteren wiederholen. Dann hatte

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Frauchen eine gute Idee. Damit ich sie auch sehen konnte, ist sie immer vorneweg, natürlich rückwärts, gegangen. So ging es ganz wunderbar, denn ich habe Frauchen ja gesehen. Als Frauchen dann endlich zufrieden war, konnten wir alles einpacken und der Drehtag war zu Ende. Danach musste Sebastian noch alles schneiden, die Hintergrundfilme einfügen usw. Das ist eine sehr, sehr langwierige und auch schwere Aufgabe, aber er hat es richtig gut gemacht. Der Film wird Ihnen sicherlich auch gut gefallen. Ganz unbescheiden muss ich sagen, die Szenen mit mir sind einfach die besten. Nun wissen Sie, wie man einen Film dreht. Es war hoffentlich interessant für Sie. Viele Grüße Ihr Chicco


In dankbarer Erinnerung an Hans Wall

»… und die Welt ein Stückchen besser machen.« Hans Wall

Vorausschau Aktivitäten • Infostand auf dem veganen Weihnachtsmarkt in Berlin Ort: Fehrbelliner Platz, weitere Infos werden noch bekannt gegeben

Mi, 24.04.2019

• Demo „Wir haben es satt“. Infostand und Demo, Genauer Ort & Uhrzeit werden noch bekannt gegeben.

Sa, 18.01.2020

• Aktion vor der Reisemesse ITB Ort: ITB Messehallen (Bahnhof Messe Süd), weitere Infos werden noch bekannt gegeben. •

Urania Podiumsdiskussion anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche Veranstaltung des TVB und des Deutschen Tierschutzbundes. Ort: Urania Berlin, weitere Infos waren zum Redaktionsschluss leider nicht bekannt.

• Aktion anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche weitere Infos werden noch bekannt gegeben. • Infostand beim Tag des Ehrenamtes in der Wilmersdorfer Straße • Aktion zur Langen Nacht der Wissenschaften Genauer Ort & Uhrzeit werden noch bekannt gegeben.

WE 07./08.03.2020

Fr, 24.04.2020

WE 25./26.04.2020

Fr, 29.05.2020 Sa, 06.06.2020

• Mahnwachen gegen die „Tierversuchstransporte“ der Air France auf dem Flughafen Tegel Termine: 19.01., 16.02., 15.03., 19.04., 17.05., 21.06. ,19.07 jeweils von 13:00-15:00, Treffpunkt: Haupthalle, an der Treppe zur Sperrgutannahme.


Geschenktipp SOS Hunde-Hilfe e.V. Berlin feiert 30-jähriges Jubiläum mit eigenem Buch Nach 3 Jahrzehnten Tierrettungen weiß man so einige Geschichten zu erzählen. Grund genug für den Verein SOS HundeHilfe e. V. Berlin, zu seinem 30. Jubiläum ein Buch herauszugeben, in dem er Einblick gewährt in seine Vereinsarbeit. Die Hundeschicksale sprechen für sich. Ob es Seppl ist, der sein Herrchen verloren hatte; Tiffi, die ausgehungert, verwahrlost und mit einer tiefen Wunde am Körper aufgefunden wurde, oder Moses, ein Rottweiler, der von seinem Herrchen mitten auf der Straße misshandelt wird – die Mitarbeiter*innen der SOS Hunde-Hilfe sind sofort vor Ort, tun, was getan werden muss und oft noch mehr – egal, zu welcher Uhrzeit. Sie retten in der Not, beraten die Besitzer*innen in der Hundehaltung oder suchen die geeignete

Pflegestelle, bis die Tiere so weit sind, dass sie wieder neu vermittelt werden können. Dabei sind es nicht nur die tierischen Schicksale, sondern auch die menschlichen, die berühren, denn hinter einem verwahrlosten Hund steht häufig ein ebenso hilfsbedürftiger Mensch. Die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e. V. gratulieren herzlich zum 30-jährigen Bestehen und wünschen viel Kraft für ihre wunderbare Tierschutzarbeit! Mit dem Kauf dieses berührenden Buches unterstützen Sie die wertvolle Arbeit der SOS Hunde-Hilfe. Quelle: PM des Mariposa Verlag Berlin, 29.05.2019, www.openpr.de/news/1050755/30Jahre-SOS-Hunde-Hilfe-e-V-Berlin.html

Vereinsinternes Liebe Mitglieder, etliche unserer Spender*innen haben uns gebeten, auch für Beträge unter 200 € eine Spendenquittung auszustellen (s. Info 01/2019, S. 30). Der Vorstand möchte diesen Wünschen nachkommen und stellt deshalb auch ungebeten Spendenquittungen für den Betrag von unter 200 € aus. Sie sollen wissen, dass der Verein Ihnen für

jeden Betrag sehr dankbar ist. Wir bemühen uns zurzeit um ein besseres Buchungssystem, das die Mehrarbeit, wie die Erstellung von Spendenquittungen, Briefen, Mahnungen etc., erheblich verringert. Wir hoffen so, den Mehraufwand zu kompensieren, um weiterhin in Ihrem Sinne für andere Tätigkeiten genug Zeit zu haben. Ihre Christiane Neuhaus

Beitrittserklärung Ich erkläre meinen Beitritt zu den TierVersuchsGegnern Berlin und Brandenburg e.V. Normaler Jahresbeitrag 40 € / ermäßigter Beitrag für Schüler, Studenten und Mitglieder mit Anspruch auf Grundsicherungsleistungen 20 €. Bitte jährliche Zahlung (möglichst per Dauerauftrag oder Lastschrift)! Ich überweise den Betrag von

Name PLZ, Wohnort Tel/Fax

Vorname Str./Hausnr. Datum

Geburtsdatum Beruf Unterschrift (bei Minderjährigen des Erziehungsberechtigten)

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Ich möchte die Vereinszeitung als PDF-Datei per E-Mail erhalten. E-Mail-Adresse: Es gelten die Datenschutzbestimmungen (www.tvg-bb.de/datenschutz). Diese habe ich gelesen und stimme der Verarbeitung meiner Daten entsprechend der Datenschutzerklärung zu.


Was Sie tun können, um zu helfen • Fordern Sie unsere Unterschriften- liste für ein Verbot der Versuche an Tieren an. •

Helfen Sie den Tieren, die sich selbst nicht wehren können! Unterstützen Sie deshalb unsere Arbeit durch Spenden oder Ihre Mitgliedschaft.

Wenn Sie an weiteren Informationen oder einem anderen Thema interessiert sind, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Werfen Sie diese „Info“ nach dem Lesen nicht in den Papierkorb, sondern geben Sie sie an Interessierte weiter.

Vermächtnis Mit dem Nachlass etwas Gutes tun! Diesen Gedanken haben immer mehr Menschen. Oft hat man das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wofür es sich lohnt einzustehen. Gerade wenn es um den letzten Willen geht, möchte man sicherstellen, dass das Erbe adäquat eingesetzt wird. Viele kleine gemeinsame Schritte führen zu großen Erfolgen und Veränderungen. Auch zukünftig werden wir uns täglich für die Abschaffung von Tierversuchen einsetzen. Sie haben die Möglichkeit, mit Ihrem Nachlass unsere Arbeit zu unterstützen. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit! Gerne können Sie auch nach Terminvereinbarung in unsere Geschäftsstelle zum persönlichen Gespräch kommen. Dort beraten wir Sie persönlich und beantworten Ihre individuellen Fragen.

Spenden Die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. sind als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich absetzbar Bank: Postbank Berlin IBAN: DE03 1001 0010 0039 5731 03 BIC: PBNKDEFF

TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. Dahlmannstr. 16 10629 Berlin Fon & Fax: 030/341 80 43 Email: info@tvg-bb.de Web: tvg-bb.de

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Info 02/2019 TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V.  

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