turi2 edition #14 Social Media

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Network Guide: Friedhof

* 2006 † 2016

* 2013 † 2017 Todesurache: Andere können es besser

Meine, deine, keine Die Lokalisten überzeugen ProSiebenSat.1 mit der Idee, Leute über ihre Wohnorte zu vernetzen. 3,6 Millionen Nutzerinnen sind 2010 das Ergebnis zahlloser TV-Spots. Besser wird’s nicht, die Seite verschimmelt. Erst 2016 zieht P7S1 den Stecker

In der Kürze keine Würze mehr Twitters Video-Plattform treibt das Prinzip „kurz und gut“ auf die Spitze: Nutzerinnen können Sechs-Sekunden-Clips erstellen, teilen und liken. Das tun sie so eifrig, dass Facebook Angst bekommt und auf Instagram ebenfalls Kurzvideos einführt. Vine stirbt, mit ihm der Video-Hype. Ein paar Jahre später erwacht er auf TikTok zu neuem Leben

Wir nehmen Abschied von

liegt seit 20 Jahren im Sterben

Raus aus meinem Raum In den frühen 2000ern stürzt die Frage, welche Musik im virtuellen Zuhause laufen soll, die Generation Emo schon mal in eine Sinnkrise. Dann werden die Nutzerinnen erwachsen und ziehen nach und nach um in andere Netzwerke

*2003 Wiederbelebung gescheitert Todesursache: Ein Leben ist anstrengend genug

* 2004 † 2012

Wie Alltag, aber anders Die Online-Parallelwelt ruft Anfang der 2000er Netz-Pessimistinnen und -Enthusiastinnen auf den Plan: Leben wir künftig nur noch online? Avatare können in der grafischen Umgebung Konzerte besuchen, Geld ausgeben. Mit der Zeit merken immer mehr Nutzerinnen, dass zwei Leben ganz schön schlauchen – und stehen nach der Anmeldung nur noch in virtuellen Geisterstädten

Profil-Schleuder Wie TikTok, nur 2007: Auf Piczo präsentieren Millionen Teenies ihre „BEST FRiiENDZ“. Firmen wie Unilever helfen mit Stickern bei der Selbstdarstellung. Kaum sind alle Glitzer-Wallpaper im Profil verbaut, ist der Hype schon wieder rum

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