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03-04/08  |  Nr. 398

Ernst Rank

Lehrpreis Mathe

Leitungswechsel

Auf Einladung des Personalrates besuchte der Vorsitzende des Hochschulrates die Personalversammlung der nicht wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der erste Lehrpreis für Mathematik für das Wintersemester 2007/08 geht an Peter BeckerKern. Nominiert wurde der Privatdozent wegen der guten Ergebnisse einer Lehr-Evaluation.

Nach einjähriger gemeinsamer Leitung des Instituts für Spanende Fertigung hat Klaus Weinert den Schlüssel an Dirk Biermann übergeben. Gefeiert wurde die Übergabe mit einer Fachtagung.

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Vier neue NRW-Forschungsschulen TU Dortmund ist erfolgreichste Universität im NRW-Förderprogramm.

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it vier Bewilligungen bei fünf gestellten Anträgen konnte sich die TU Dortmund im Förderprogramm Forschungsschulen des Landes NRW durchsetzen. Damit ist die TU die erfolgreichste Universität im Programm, als einzige Hochschule kann sie vier bewilligte Forschungsschulen vorweisen. Ab Oktober werden die Forschungsschulen „Synchrotonstrahlung in den Nanound Biowissenschaften“, „Education and Capabilities“, „Energieeffiziente Produktion und Logistik“sowie die „Ruhr Graduate School in Economics“ bis 2013 mit bis zu 500.000 Euro pro Jahr gefördert, ergänzende finanzielle Unterstützung kommt aus der TU. Ziel der Forschungsschulen ist eine strukturierte Promotionsförderung in wissenschaftlichen Exzellenzbereichen, die auch ausländische Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler an die TU ziehen soll.

Forschen mit Synchrotonstrahlung Die Forschungsschule „Forschen mit Synchrotonstrahlung in den Nano- und Biowissenschaften“ hat das Ziel, Lösungsansätze für grundlegende und anwendungsbezogene Problemstellungen aus Physik, Chemie, Biochemie und Medizin mit dem Einsatz hochintensiver Synchrotronstrahlung zu erarbeiten. Durch die Dortmunder-ElektronenspeicherringAnlage DELTA an der TU steht eine leistungsfähige Quelle zur Verfügung, an der die wesentlichen strukturellen und spektroskopischen Untersuchungen mit Röntgenstrahlung durchgeführt werden kön-

nen. Neben der Sprecherhochschule TU Dortmund sind an der Forschungsschule die Universitäten Bochum, Wuppertal und Siegen, das Forschungszentrum Jülich sowie das Dortmunder ISAS-Institute for Analytical Sciences beteiligt.

Education and Capabilities Gemeinsam mit der Universität Bielefeld trägt die TU Dortmund die Forschungsschule „Education and Capabilities“. Im Mittelpunkt des innovativen Forschungsund Ausbildungskonzepts für Promotionsstudien steht eine Längsschnittstudie, die erstmals die Auswirkungen differenter Lern- und Bildungschancen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt unter dem Aspekt der Verwirklichungsgerechtigkeit untersucht. Die international ausgewiesene Expertise der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler garantiert eine exzellente theoretische und methodische Doktorandinnen- und Doktorandenausbildung im Bereich der komplexen Prozesse von Bildung, Erziehung, Lernen und Kompetenzerwerb.

Energieeffiziente Produktion und Logistik Die Forschungsschule „Energieeffiziente Produktion und Logistik“ betrachtet die gesamte Prozesskette von der Produktplanung und –entwicklung über die Fertigung bis hin zu fertigungsstätteninter-

ner und -übergreifender Logistik unter den Gesichtspunkten Energieeffizienz und CO2-Minderung. In ihr werden Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Energie- und Verfahrenstechnik, Produktentwicklung und Produktionstechnik sowie Logistik- und Materialwissenschaften eng zusammenarbeiten. Die Forschungsschule ist eine Einrichtung der Engineerung Unit Ruhr, der gemeinsamen virtuellen Fakultät der Maschinenbaufachbereiche der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum.

Ruhr Graduate School in Economics Die „Ruhr Graduate School in Economics“ (RGSEcon) ist eine gemeinsame Forschungsschule der Universitätsallianz Metropole Ruhr mit dem RheinischWestfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Die Forschungsschule ist eine Neuausrichtung der erfolgreichen RGS Econ, die bislang im Rahmen des Landesprogrammes „International NRW Graduate Schools“ gefördert wurde. Die Forschungsschwerpunkte liegen in der theoretischen Modellierung und ökonometrischen Analyse realer wirtschaftlicher Probleme offener Volkswirtschaften. Die „Ruhr Graduate School in Economics“ führt auf innovative Art und Weise die universitäre Grundlagenforschung und die problemorientierte, empirische Forschung zur Politikberatung auf Seiten des RWI zusammen. Sie ermöglicht moderne Doktorandenausbildung auf internationalem Niveau. (Unizet)

Gesellschaft der Freunde und TU Dortmund feiern gemeinsam ihr Jubiläum

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in Festakt, ein Wettbewerb und ein neues Haus: Die Gesellschaft der Freunde der Universität bereitet ihren 50. Geburtstag vor. Dieser wird zeitgleich mit dem 40. Geburtstag der TU am Juni 2008 im Audimax gefeiert. Das gemeinsame Programm bietet einen Rückblick auf eine stolze Vergangenheit und einen Ausblick in die Zukunft. Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart wird für die feierliche Ansprache erwartet. Pünktlich zum Festakt erscheint eine Jubiläumsbroschüre, die über die wichtige Arbeit der Gesellschaft der Freunde berichtet. Die gemeinnützige Organisation hat den Bau der Universität in Dortmund

zung von Forschungsprojekten. Ein ganz besonderes „Geburtstagsgeschenk“ hat der Vorstand zusammen mit dem Rektor bei Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen eingeworben: Das Internationale Begegnungszentrum wird in der Emil-Figge-Straße ein moderner Ort der Begegnung für Studierende aller Nationen werden. Die Namen der wichtigsten Großspender sollen im Rahmen der Feier bekannt gegeben werden. Die TU gestern und heute: 2008 werden zwei Jubiläen gefeiert.

seit 1958 beharrlich gefordert. Nach dem Fordern hat sich die Gesellschaft der Freunde seit der Universitätsgründung auf das Fördern verlegt. Studierende und

Wissenschaftler in allen 16 Fakultäten profitieren vom Engagement der Freunde – etwa durch die Jahrgangsbesten- und Dissertationspreise oder die Unterstüt-

www.tu-dortmund.de/unizet | redaktion.unizet@tu-dortmund.de

Außerdem hat die Gesellschaft der Freunde zum Jubiläum einen Wettbewerb zum Thema „Zukunft der Arbeit“ ins Leben gerufen. Studierende sind eingeladen, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Arbeitsplätze der Zukunft aussehen

können. Eine Jury – unter den Mitgliedern befindet sich Rektor Prof. Eberhard Becker und Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund - wählt unter den eingesandten Beiträgen die besten Arbeiten aus. Die Sieger erwartet unter anderem ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Um auch in Zukunft Wissenschaft und Forschung der TU Dortmund symbolisch aber auch finanziell unterstützen zu können, will die Gesellschaft der Freunde gerade im Jubiläumsjahr neue Mitglieder gewinnen. Weitere Informationen: www.freunde-uni-dortmund.de


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unizet | Campus und Leben

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Strategieworkshop für familiengerechte Hochschule

M Das neue Team der Gleichstellungsbeauftragten: Verena Bruchhagen, Beraterin der Gleichstellungsbeauftragten im Ressort Wissenschaft, Dr. Ute Zimmermann, Gleichstellungsbeauftragte der TU Dortmund, Petula Neuhaus, Beraterin der Gleichstellungsbeauftragten im Ressort Studium, Birgitt Volle, Beraterin der Gleichstellungsbeauftragten im Ressort Verwaltung/Technik.

it einem Strategieworkshop am 1. Februar begann der Prozess um das Audit-Zertifikat der beruf und familie gGmbH (Hertie-Stiftung). Die Veranstaltung diente dazu, die Rahmenbedingungen für das Audit zu definieren und die angestrebte Vorgehensweise zu klären. Anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulleitung, der Personalräte und der Studierenden, die Projektleitung sowie die Gleichstellungsbeauftragte. Wie kann Arbeiten und Studieren an der TU Dortmund familienfreundlicher werden? Dieser Frage widmet sich die TU im Rahmen des audit familiengerechte hochschule seit Anfang des Jahres sehr intensiv. Externe Auditorinnen der beruf und familie gGmbH begleiten die Hochschule auf ihrem Weg zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Studierenden und Beschäftigten mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Viele andere Hochschulen, z.B. in Bochum oder München, in Mannheim und in Göttingen, haben diesen Prozess, den die Hertie Stiftung vor 10 Jahren ins Leben rief, schon durchlaufen. Doch auch an der TU Dortmund sind die ersten Schritte bereits getan: Am 01.02.08 fand ein Strategieworkshop statt, bei dem das Rektorat, die Personalräte und eine Vertreterin des AStA der TU Dortmund wesentliche Zielund Begriffsdefinitionen für den Prozess festlegten. Der nächste Schritt ging ins Detail: Beim Auditierungsworkshop am 26. Februar

wurden konkrete Ideen und Maßnahmen entwickelt. Als Projektleiterin lud die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Ute Zimmermann verschiedene Teilnehmer/ innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Studium ein, die entweder einen persönlichen oder einen dienstlichen Bezug zum Thema haben. Dazu gehörten einerseits Professoren und Professorinnen sowie Beschäftigte aus Lehre und Verwaltung mit eigenen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen und andererseits Studierende und Stipendiatinnen, die Erfahrungen mit den Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Ausbildung und Familie haben. Über eines waren die Teilnehmenden sich einig: für die erfolgreiche Umsetzung aller Ziele ist die Sensibilisierung für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf/ Studium an der Hochschule vonnöten. Es muss sich eine familiengerechte Hochschulkultur entwickeln. Dazu ist vor allem Vernetzung, Information und Engagement hilfreich. Für die Umsetzung der Ergebnisse des Workshops hat die TU nun drei Jahre Zeit. Mit der verbindlichen Festlegung dieser Vorhaben bewirbt sich die TU Dortmund um das (Grund-)Zertifikat „Familienfreundliche Hochschule“, das im Juni 2008 von Bundesfamilienministerin von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Glos verliehen wird. Wenn die Vorhaben umgesetzt und die Ziele erreicht werden, dann erhält die TU Dortmund im Rahmen einer Re-Auditierung im Jahr 2011 das endgültige Zertifikat als familiengerechte Hochschule. (UniZet)

Der Physiker Prof. Manfred Bayer ist vom Senat der Technischen Universität Dortmund zum Vorsitzenden des Senats gewählt worden. Nach der neuen Grundordnung der TU hat der Rektor nicht mehr automatisch den Vorsitz. Das Hochschulgremium bestätigt das durch den Hochschulrat gewählte Rektorat und ist unter anderem für den Erlass und die Änderungen der verschiedenen Ordnungen zuständig. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde der Amerikanist Prof. Walter Grünzweig gewählt. Foto: Prorektor Prof. Wolfram E. Richter (li.) gratuliert dem neuen Senatsvorsitzenden.

Ernst Rank besucht die Personalratsitzung Hochschulrat als Dienstleister für die Technische Universität Dortmund

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ür viele nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war es der Höhepunkt der Personalratsversammlung am 13. März: Die Präsentation des neuen Hochschulrates durch seinen Vorsitzenden. Mit Spannung verfolgten sie, was Prof. Ernst Rank ihnen zu sagen hatte. „Die Hochschullandschaft befindet sich im Wandel. Universitäten können und müssen ein eigenständiges Profil entwickeln, es herrscht ein erheblich stärkerer Wettbewerb, die Universitäten haben an Autonomie gewonnen, müssen aber im Gegenzug auch mehr Verantwortung übernehmen“, schätzt Prof. Ernst Rank die derzeitige Situation der Hochschulen ein. Rank, bis Ende März dieses Jahres 1. Vizepräsident der TU München, wurde im vergangenen Dezember zum Vorsitzenden des Hochschulrates der TU Dortmund gewählt. Die TU Dortmund ist dem Wissenschaftler nicht unbekannt: Von 1990 bis 1997 hatte Prof. Rank eine Professur für Numerische Methoden und Informationsverarbeitung im Bauwesen an der TU Dortmund inne. Rank sieht die Umbenennung in eine Technische Universität „als Chance, eine Technische Universität der ganz besonderen Art zu werden“. „Gerade der Rückbezug der Natur- und Ingenieur-

Zukunft und im Technologietransfer als Motor für die Wirtschaft und den Standort sieht Rank die wichtigsten Aufgaben und Ziele der TU Dortmund, die auch der Hochschulrat verfolgen wird.

wissenschaften auf die Geistes- und Kulturwissenschaften, die Verbindung von Mensch und Technik birgt großes Potenzial. Dieser im neuen Leitbild der TU Dortmund festgelegte Rahmen muss jetzt mit Leben erfüllt werden“. Den Hochschulrat sieht er in erster Linie als ein beratendes Organ. Die Angst, dass die Universität ein ‚gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen’ wird und ein Hochschulrat ähnli-

che Funktionen wie ein Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft übernimmt, konnte er den Mitarbeitern nehmen. „Für mich leistet der Hochschulrat genau so wie alle wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Dienst an die Universität und an der gesamten Gesellschaft.“ In der Ausbildung des akademischen Nachwuchses, der Forschung als Grundlage der

Zur Person: 1974 bis 1980 studierte Prof. Dr. rer. nat. Ernst Rank Mathematik und Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1980 bis 1985 war er wissen-schaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen der TU München. An der University of Maryland, USA, hielt er sich 1985 und 1986 als DAAD-Stipendiat und Visiting Assistant Professor auf. Im Anschluss war er drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentralbereich Forschung und Technik bei der Siemens AG München tätig. 1990 folgte er dem Ruf der TU Dortmund auf die Professur für Numerische Methoden und Informationsverarbeitung im Bauwesen. Seit 1997 ist er als Ordinarius am Lehrstuhl für Bauinformatik und Computation in Engineering der Technischen Universität München beschäftigt. Von Oktober 2002 bis März 2008 war Prof. Rank 1. Vizepräsident der TU München. Seit Anfang 2007 leitet er die im Rahmen der Exzellenzinitiative an der TUM eingerichtete ‚International Graduate School of Science and Engineering’.

Freunde und Förderer der Technischen Universität Gute Freunde findet man nicht am Wege. Doch die TU Dortmund darf sich glücklich schätzen, eine ganze Reihe guter Freunde zu haben. Zu einigen bestehen schon lange freundschaftliche Beziehungen, andere sind im Laufe der Jahre oder erst kürzlich hinzu gekommen. Allen ist gemeinsam, dass sie unserer Universität mit Rat und Tat zur Seite stehen, uns unterstützen, Projekte in Forschung und Lehre, Stipendien und Veranstaltungen ermöglichen. Viele Angehörige der Universität haben bereits von dem Engagement unserer Freunde profitiert, und doch scheint ihr Wirken in der Universitätsöffentlichkeit wenig präsent zu sein. Die bedeutendste Gruppe ist sicherlich die Gesellschaft der Freunde der Universität Dortmund. Sie vergibt die Jahrgangsbesten- und Dissertationspreise, unterhält das Gästehaus der Universität, und unterstützt eine Vielzahl an Forschungsprojekten. Ja, vielmehr noch, sie war einer der Hauptpromotoren, die eine Universität überhaupt nach Dortmund gebracht haben. Bereits 1958 wurde sie zu diesem Zweck gegründet, und somit feiert sie in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird am 5. Juni ein Festakt auf dem Campus stattfinden, auf den ich Sie bereits heute aufmerksam machen möchte. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch der Grundstein für das neue Internationale Begegnungszentrum gelegt werden, das aktuelle große Förderprojekt der Gesellschaft der Freunde. Die enge Beziehung zur Gesellschaft der Freunde wird flankiert durch viele Kooperationen mit Stiftungen und Partnern, von denen ich hier nur einige aufführen möchte. Zu den bekanntesten gehören die Stiftung Mercator, die VW-Stiftung und die Telekom-Stiftung, die mit großen Summen Projekte an unserer Universität fördern. Besonders enge Kooperationen bestehen zudem zu den Förderern der Gambrinus-Stiftung, zur Chaudoire-Stiftung, zur Martin-Schmeißer-Stiftung, zur Uhde-Stiftung sowie zur erst kürzlich gegründeten Stiftung der Gesellschaft der Freunde der Universität Dortmund. Weitere Stiftungen wie z.B. die Dortmund-Stiftung, die Dumcke- und die Karl-Kolle-Stiftung, das Dortmunder Spendenparlament Spendobel, die Dörken- und die Pro-Hominibus-Stiftung sowie die Helmut-RaschinskiStiftung unterstützen die Universität ebenfalls, sei es durch die Finanzierung von Projekten oder Veranstaltungen oder durch Stipendien. Und auch aus der Industrie konnten kürzlich eine Reihe an Stipendien eingeworben werden, z.B. bei MAN und dem TÜV Süd. Ihnen allen sind wir zu großem Dank verpflichtet! Herzlichst, Ihr


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unizet  |  Lernen und Lehren

Kurz und Knapp Die Diplom-Ökonomin Jessica Donato und der Politikwissenschaftler Dr. Sven Pastoors haben ihre Tätigkeiten als Fakultätsmanager für Studium und Lehre bzw. für Studium und Forschung an der WisoFakultät aufgenommen. Durch die Schaffung dieser Positionen erhofft sich die Fakultät einen spürbaren Zuwachs an professionellem Fakultätsmanagements unter Einschluss der Fachstudienberatung und des Prüfungswesens gerade im Interesse der Studierenden, um sich im internen und externen Hochschulwettbewerb noch besser zu behaupten und zu profilieren. Der Aufgabenkatalog der Fakultätsmanager umfasst u.a. die Bereiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pflege von Firmenkontakten, Information und Beratung der Studierenden im Hinblick auf Studium und Berufseinstieg. Die Diensträume befinden sich in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft von Dekanat, Prüfungsausschuss und Fachschaft im 1. OG des Gebäudes Mathematik. Kontakt: Jessica.Donato@uni-dortmund.de, Sven.Pastoors@uni-dortmund.de

Michael Stegemann gibt Seminar zu Glenn Gould

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er Schriftsteller Thomas Bernhard nannte ihn „den größten Pianisten aller Zeiten“ („Der Untergeher“), die Medien feierten ihn als „James Dean am Klavier“. Gould-Biograph und Musik-Prof. Michael Stegemann hielt nun zwei Seminare zum legendären kanadischen Pianisten Glenn Gould. Dass die Seminare mit dem absoluten Gould-Spezialisten für die Studierenden spannend waren, steht außer Frage. Aber auch Stegemann selbst war begeistert: „Am Ende habe ich mich bei den Studentinnen und Studen­ ten für ihre Anregungen bedankt.“ Zum einen behandelte er das musikali­ sche Werk Glenn Goulds und zum anderen seine Schriften, Hörspiele und Radiofeatures. „Es war eine herausragende Lehrveranstaltung. Die Studierenden haben sich so sehr für den Musiker begeistert, dass die Diskussionen auf Augenhöhe stattfanden. Es war ein spannender Austausch - grandios!“ freut sich der Dortmunder Wissenschaftler In den Seminaren wurden Grundsatzfragen be-

sprochen, wie die Frage, ob die Exzentrik eines Künstlers bewirkt, dass sich das Publikum ihm zuwendet. Inwiefern spielt die Persönlichkeit des Künstlers in der Rezeption eine Rolle? Gould sang beim Spielen laut mit, oder summte laut – eine Marotte oder ein Teil der Kunst? Ein weiteres interessantes Thema drehte sich um die Verantwortlichkeit des Originals. Beethovens letzte Klaviersonate fand Gould „zu lang“, berühmte klassische Werke spielte er in stark veränderter Form ein. Darf man so mit einem Kunstwerk umgehen und es auf diese Art verändern? „Aus den Seminaren ist auch eine neue Idee für das nächste Seminar entstanden. Gould beschäftigte sich viel mit Arnold Schönberg, dessen sehr moderne Musik oft auf Ablehnung stößt. Durch Goulds Zugang zu der Musik haben auch die Studierenden ihre Hemmungen vor Schönberg verloren. Der Zugang zur Wiener Schule durch Gould wird das Thema des nächsten Seminars sein“, blickt Stegemann in die Zukunft. (ab)

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Erster Lehrpreis Mathematik geht an Peter Becker-Kern Die Studierenden sind begeistert über akutelle und berufsorientierte Inhalte.

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rstmalig verleiht die Fakultät Mathematik einen Lehrpreis. Der erste Lehrpreis für das Wintersemester 2007/2008 geht an Privat-Dozent Dr. Peter Becker-Kern. Nominiert wurde der Dortmunder Wissenschaftler aufgrund einer im Sommersemester 2007 durchgeführten Lehrevaluation und der Entscheidung einer Kommission. Diese setzt sich sowohl aus Angehörigen der Fakultät Mathematik als auch aus Mathestudierenden zusammen. „Die Studierenden sind von Peter Becker-Kern begeistert. Er hat aktuelle und berufsorientierte Inhalte in seinen Vorlesungen aufgegriffen und neue Lehrveranstaltungen eingebracht“, so Prof. Stefan Turek. Seine innovativen Lehrveranstaltungen über Wirtschaftsmathematik, Versicherungsmathematik sowie Stochastik für Informatiker sind bei den Dortmunder Studierenden auf große Begeisterung gestoßen. „Der Lehrpreis wird auch aus Studienbeiträgen mitfinanziert. Die Studierenden haben sich dafür ein-

Fakultät und Studierende belohnen gute Lehre: Stefan Turek (links) verleiht Peter Becker-Kern (rechts) den Lehrpreis für Mathematik.

gesetzt, um eine gute Lehre zu fördern.“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden. Das Geld soll für eine innovative Investition eingesetzt

werden. Peter Becker-Kern hat an der Technischen Universität Dortmund Mathematik studiert, promovierte hier im Jahr 2000 und habilitierte sich 2007.

Karl-Kolle-Stiftung fördert Studierende

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ie Karl-Kolle-Stiftung fördert rückwirkend zum Wintersemester 2007/2008 drei Studierende der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik mit einem mehrjährigen Stipendium. Die Stiftung wurde von dem Dortmunder Unternehmer Karl Kolle im Jahre 1998 gegründet. Dem heute 94jährigen Stifter liegt besonders die Unterstützung der Ausbildung technischer Disziplinen mit Bezug zur Kraftfahrzeugentwicklung am Herzen. Über die finanzielle Unterstützung des Studiums an der Technischen Universität Dortmund durch die Stiftung freuen sich Richard Scherping, Thomas Breitbach,

Christian Schmitz und Prof. Torsten Bertram (Lehrstuhl für Regelungssystemtechnik). Dr. Jochen Plaßmann, geschäftsführender Vorstand der Karl-Kolle-Stiftung, konnte sich in einem ausführlichen Gespräch mit den Studierenden und Prof. Bertram von der Förderungswürdigkeit der neuen Stipendiaten überzeugen. Prof. Torsten Bertram stellte dem interessierten Gast anschließend die aktuellen Forschungsarbeiten im Labor, die in Kooperation mit der Automobilindustrie durchgeführt werden, und die weiteren Forschungsschwerpunkte Robotik und Computational Intelligence des Lehrstuhls für Regelungssystemtechnik vor. (Fakultät)

Die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls für Regelungssystemtechnik stoßen beim Vorstand der Stiftung auf großes Interesse.

Wie bewegen sich kleinste Teilchen? Patrick Butschkau (links) aus der 12. Klasse des Zeppelin-Gymnasiums in Lüdenscheid und Tobias Ostermann (2.v.l) aus der 12. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lüdenscheid ließen sich von den Physik-Professoren Heinrich Päs (3.v.l.) und Claus Gößling (re.) den Zerfall von Z-Bosonen (das sind neutrale Elementarteilchen) erklären. Der internationale Forschungstag „Hands-on Particle Physics Masterclasses“ fand in mehr als 15 deutschen und vielen internationalen Städten statt. Auch die Fakultät Physik schloss sich diesem Aktionstag an: Am 13. März hatten Schülerinnen und Schüler der Gymnasien und Gesamtschulen aus Dortmund und Umgebung die Möglichkeit, einen Einblick in die Welt der physikalischen Grundlagenforschung zu gewinnen. Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung war der Ergebnisvergleich per Videokonferenz mit Schülergruppen aus Padua, Pisa, Rom (Italien), Presow (Slowakei), Bern (Schweiz), Witwatersrand (Südafrika) und Sao Paolo (Brasilien). Die Daten ergaben, dass Myonen, Hadronen und andere Elementarteilchen zu gleichen Anteilen bei bestimmtem Teilchenkollisionen entstehen. (Unizet)

ThyssenKrupp Manager-Cup startet

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er hat das Zeug für die Chefetage? Der technisch versierte Maschinenbauer, der kaufmännisch geschulte Betriebswirt oder doch der sozial kompetente Pädagoge. Studenten aller Dortmunder Hochschulen und Fachrichtungen sind eingeladen ihr unternehmerisches Geschick zu beweisen. Im Mai veranstaltet ThyssenKrupp zusammen mit dem Lehrstuhl Controlling ein Unternehmensplanspiel. Die drei erstplatzierten Teams erhalten Preise im Wert von zusammen 3.500 Euro. Außerdem bekommen die Siegerteams einen Praktikumsplatz im Hause Thyssen-Krupp garantiert. Alle Teilnehmer profitieren von

den im Planspiel vermittelten praxisrelevanten Inhalten. Jedes Team aus vier bis sechs Studenten leitet dabei ein international tätiges Produktionsunternehmen. Für dieses Unternehmen sind wichtige Entscheidungen in den Bereichen Beschaffung, Marketing, Finanzen und Produktion zu treffen. Die Studenten erfahren

wie die verschiedenen Betriebsbereiche ineinandergreifen. Das Planspiel beginnt mit einer Einführungsveranstaltung am 29. April. Dann geht es in der Hauptrunde über vier Spielperioden. Jedes Teams gibt im Wochenrhythmus seine Entscheidungen ab. Die besten Teams der Hauptrunde qualifizieren sich für das Finale. Dieses wird als Blockveranstaltung an zwei Tagen im Juni bei ThyssenKrupp gespielt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung: Timo Kornetzki: timo.kornetzki@tu-dortmund.de. Informationen: www.wiso.uni-dortmund.de/uc/de/index. html (Fakultät)


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Ein Kaleidoskop der Forschung Sich und die anderen Fachbereiche und die Personen, die dahinter stehen, besser kennenlernen. Neugier und Respekt füreinander entwickeln. Dies war die Idee für einen Vortragsabend, den Wissenschaftler aus den Fakultäten Musik, Kunst, Raumplanung, Maschinenbau, Physik, und Wirtschaftswissenschaft veranstalten. Geboten wird ein Kaleidoskop der Forschung mit vier wissenschaftlichen und zwei künstlerischen Beiträgen, jeder nicht länger als eine Viertelstunde. Vorhandenes meint man zu kennen. Es neu zu bewerten verlangt, es mit neuen Augen zu sehen. Das wird man nicht ohne Grund machen. Vielmehr bedarf es einer besonderen Motivation. So kann der innere Wunsch bestehen, Bekanntes oder Geläufiges in einen neuen Zusammenhang zu stellen und durch die Art und Weise, in der dies geschieht, etwas Eigenes, möglicherweise auch etwas Einmaliges, zu konstituieren – wie in der Musik von Eva-Maria Houben. Durch scheinbar unvereinbare, kompositorische Verknüpfungen und formale Übersprünge können sich gedankliche Verschiebungen und neue Bedeutungen ergeben, denen Bettina van Haaren mit Ihren Zeichnungen nachspürt. Der Anstoß zur Neubewertung von Vorhandenem kann auch von außen kommen. So können Gebäude und die Infrastruktur von Städten als Folge wirtschaftlicher Veränderungen die ihnen zugedachte Funktion verlieren. Für Sabine Baumgart ergibt sich daraus der Planungsauftrag, die Stärken und Schwächen vorhandener Standorte im bestehenden räumlichen Kontext zwischen lokalen und globalen Anforderungen neu zu bewerten und aufzubereiten. Bereits benutzte Werkstoffe so aufzubreiten, dass sie neue ersetzen können, ist für Erman Tekkaya nicht nur eine technische Herausforderung. Vielmehr sieht er darin einen unverzichtbaren Beitrag zum Energiesparen und zur Verringerung von treibhausrelevanten Emissionen. Wenn sich die Welt verändert, verändern sich berufliche Anforderungen. Wer das nicht akzeptiert, wird möglicherweise erfahren müssen, dass die Welt ohne ihn auskommt. Das gilt auch für Wissenschaftler. Am eigenen Beispiel zeigt der Physiker Metin Tolan, wie sich ein Forschungsinteresse verschiebt, und zwar von festen Körpern hin zu „weichen“ biologischen Materien. Zu letzteren zählen Proteine, die Bausteine des Lebens. Eine Neubewertung von Vorhandenem wird notwendig, wenn Unerwartetes eintritt oder Erwartetes nicht. Der Einzelne kann Erwartungsfehler kaum vermeiden, schließlich ist irren bekanntlich menschlich. Für Wolfram Richter liegt die Herausforderung darin zu verstehen, unter welchen Umständen nicht nur Einzelne, sondern ganze Märkte falsche Erwartungen hegen und weltweite Finanzkrisen auslösen können. Termin: 7. Mai, 17 Uhr in der Experimentierhalle des Instituts für Umformtechnik und Leichtbau, CampusSüd.

Kurz und Knapp Nathalie Gallert ist als Culturepreneurship-Coach und Koordinatorin des EXIST-Projekts „Kultur.Unternehmen.Dortmund“, das von der Transferstelle koordiniert wird, tätig. Zu ihren Aufgaben gehört die Beratung von Studierenden der Fakultät Kulturwissenschaften und die Koordination des Lehrangebots. Kontakt: Nathalie Gallert, Ruf: 755-7156

unizet  |  Kultur und Gesellschaft

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Sprachenzentrum unter neuer Leitung Elmar Winters-Ohle übergibt Leitung an Meni Syrou.

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oderne Fremd- und Fachsprachen, Deutsch als Fremdsprache, Alte Sprachen, Gebärdensprache, Kreatives Schreiben, Landeskunde, Phonetik: Schier unendlich scheint die Liste des Angebotes, das das Sprachenzentrum als eines der größten Institute der TU Dortmund für alle Fakultäten bereithält. Gerade diese Vielfalt ist es, die Dr. Meni Syrou begeistert. „Kein Tag ist wie der andere.“ Zum 1. August 2007 hat die Germanistin und Anglistin die Leitung des Sprachenzentrums übernommen, und für sie ist es ihre „Traumstelle“. Auch wenn die Schuhe, in die sie gestiegen ist, große sind. Ihr Vorgänger, Dr. Elmar Winters-Ohle, hat mit seiner Leistung die Messlatte hoch gehängt. Unter seiner Ägide wurde aus der wissenschaftlichen Einrichtung innerhalb der Fakultät 15 eine zentrale Betriebseinheit, die jetzt dem Rektorat direkt unterstellt ist. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter war Winters-Ohle 1980 an das Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Dortmund gekommen. Später wurde ihm die kommissarische Leitung des Sprachenzentrums übertragen und zuletzt die Leitung.

„Meni Syrou ist die „prima inter pares“ Meni Syrou (links) übernimmt den „Hausschlüssel“ von Elmar Winters-Ohle.

Von Jahr zu Jahr hat er die Palette des Angebotes erweitert. Heute können die Studierenden aller Fakultäten nicht nur zwischen 15 Sprachen wählen, sondern auch noch Kurse zur Landeskunde oder zum kreativen Schreiben belegen. Mit seiner Angebotsvielfalt trifft das Sprachenzentrum den richtigen Nerv. Jedes Jahr nutzen 3.000 Studierende diesen Service. Wie sehr sich Elmar WintersOhle all die Jahre engagiert hat, zeigen seine zahlreichen Aktivitäten. So holte er beispielsweise eine Fachtagung mit über 500 Teilnehmern aus über 30 Ländern

nach Dortmund, unterstützte den Aufbau eines Sprachenzentrums in Rostow am Don und nahm an vier EU-Lingua-Projekten teil. Bei seiner Nachfolgerin sieht er das Sprachenzentrum in guten Händen: „Meni Syrou ist die „prima inter pares“.“ Als Tochter einer Österreicherin und eines Griechen wurde der gebürtigen Grazerin internationales Denken quasi in die Wiege gelegt. So hielt es sie auch nicht als Lehrerin in Österreich, sondern es zog sie nach Dortmund, wo sie zunächst in der Fakultät Kulturwissenschaften pro-

movierte und anschließend zwei internationale Studiengänge an der Fakultät Maschinenbau koordinierte. Als neue Leiterin des Sprachenzentrums verfolgt sie ebenso ehrgeizige Ziele wie ihr Vorgänger. Nach ihren Plänen befragt, sprudeln die Ideen nur so aus ihr heraus: so möchte sie beispielsweise das fachsprachliche Kursangebot weiter ausbauen, E-Learning- und Selbstlernprogramme implementieren und hochschulübergreifende anerkannte Abschlüsse (Unicert) einführen. „Die Globalisierung bringt es mit sich, dass die Studierenden heute mindestens

Erhält den deutschen Hörbuchpreis: Michael Stegemann

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er Deutsche Hörbuchpreis für die „Beste Information“ geht an Prof. Dr. Michael Stegemann für die „Glenn Gould Trilogy – Ein Leben“. Der Musikwissenschaftler porträtiert den legendären kanadischen Pianisten in einer „klingenden Biographie“, die Goulds eigenen musikalischen Prinzipien und seiner Radioästhetik folgt. So entsteht ein Porträt, das nicht nur Goulds schwierigen Charakter, sondern auch seine musikalische Handschrift sensibel wiedergibt. Produziert wurde das dreiteilige Werk vom Kulturradio WDR 3 mit Sony Classical. Autor und Regisseur Michael Stegemann montiert aus einem enormen Materialfundus eine „klingende Biographie“ über das Leben und die Musik von Glen Gould. Es entstand eine informativ-spielerische Collage, die für den Hörer sowohl Bereicherung als auch Herausforderung bietet, so die Jury in ihrer Begründung. Prof. Dr. Michael Stegemann wurde 1956 in Osnabrück geboren. Er studierte in Münster (Musikwissenschaft, Philosophie, Romanistik und Kunstgeschichte) und Paris (u.a. Komposition in der Meisterklasse von Olivier Messiaen). 1981 promovierte er mit einer Arbeit über Camille Saint-Saëns und das französische Solokonzert von 1850 bis 1920. Von 1981 bis 1986 war er Redakteur der Neuen Zeitschrift für Musik und Lehrtätigkeit an der Universität Münster. 1986 bis 2002 arbeitete er als freier Komponist, (Musik-)

Schriftsteller und Rundfunk-Autor. Im Sommer 2002 wurde Michael Stegemann als Nachfolger von Prof. Dr. Martin Geck auf den Lehrstuhl für Musikwissenschaft

an das Institut für Musik und ihre Didaktik der TU Dortmund berufen. Schwerpunkt seiner Lehr- und Forschungstätigkeit dort ist die Interpretationsforschung.

zwei Sprachen beherrschen müssen. Die Zertifizierung von Sprachkenntnissen wird daher immer wichtiger“. Bei all ihren Vorhaben kann sie mit der Kooperation ihres Vorgängers rechnen. Als Geschäftsführer des „Vereins zur Förderung der Internationalisierung des Studienstandorts Dortmund e.V.“ bleibt Elmar Winters-Ohle ihr und der TU Dortmund als Ansprechpartner erhalten. (Wi) Kontakt: www.sprachenzentrum.unidortmund.de

Dies und Das Prof. Horst Pöttker ist neuer Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften, Prof. Hans Peters Prodekan (Haushalt, Forschung und Organisation) und Prof. Ute Gerhard ist Prodekanin II (Lehre und Studium). Neuer Dekan der Fakultät Humanwissenschaften und Theologie ist Prof. Norbert Mette, die bisherigen Prodekane wurden wiedergewählt: Prodekan Prof. Udo Vorholt (Studiendekan) und Dr. Udo Kittler (Haushalt und Finanzen). Prof. Elisabeth Wacker wurde zur Dekanin der Fakultät Rehabilitationswissenschaften gewählt. Zum 12. Mal lädt die TU Dortmund zu ihrer Internationalen Musikwoche „Campus Cantat“ ein. Im Mittelpunkt steht die Erarbeitung von Joseph Haydns Chorwerk „Die Schöpfung“. Termine: 27.06.: Kennenlern-Konzert 28.06.: Hauskonzert, auch für Gäste 1.07.: Erstes Konzert in Bochum, 2.07.: Großes Abschlusskonzert in der Dortmunder Reinoldikirche mit anschließender langer Sommernacht im „Campustreff“ der TU Dortmund. Mit einem großen Konzert wird Prof. Werner Abegg verabschiedet. Zu hören sind verschiedene Ensembles der TU, unter anderem das Universitätsorchester, das Abegg 1990 gegründet hat. Termin: 8.4., 20 Uhr im Audimax. Der Eintritt ist frei.


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unizet  |  Kultur und Gesellschaft

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Neue Partnerschaft mit Medienagentur: Mediale Konstellationen: Mode und Film

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er Lehrstuhl „Kulturanthropologie des Textilen“ am „Institut für Kunst und Materielle Kultur“ wird in einem seiner Schwerpunktthemen „Mode und Medien“ von einer Filmproduktionsfirma unterstützt. Das erste Produkt der jungen Kooperationsbeziehung war eine Tagung am Ende des Wintersemesters, die nach den Berührungspunkten der medialen Konstellationen Mode und Film fragte. Das Kolloquium bündelte aktuelle Forschungsfragen und Gestaltungskonzepte im Schwerpunktbereich „Mode und Medien“, der im Jahr 2008 erstmals von der „cp medien AG“, Ludwigsburg großzügig gefördert wird. Susanne Marshall von der Universität Mainz referierte über „Die Farbe im Film“. Sie zeichnete den Weg von den Anfängen der Farbfotografie, über handkolorierte Kurzfilme und das Viragieren zu modernen Farbfilmverfahren nach. Marschall, Analytikerin einer Farbenlehre der Filmkunst, führte die gegenseitigen Bedingungen von ästhetischen Wahrnehmungsweisen

und technischen Neuerungen vor. In ihren Filmbeispielen konzentrierte sie sich auf die Funktion der Kleidung in der filmischen Farbdramaturgie. Marisa Buovolo, Hamburg thematisierte die Inszenierung der Geschlechterrollen in ihrem Beitrag „Filmhelden im Anzug: Männlichkeitsbilder und die Sprache der Kostüme“. Das Verhältnis von Mode und Film bestimmte sie als zwei Weisen der Kommunikation in einer vampiristischen Beziehung.

Zum Abschluss stellte Daniel Devoucoux, TU Dortmund, Thesen zur Bedeutungsdimension von Kleidung im Film vor und gab damit eine Vorschau auf seine jüngste Publikation: „Mode im Film. Zur Kulturanthropologie zweier Medien“.

Thesen zwischen Kostüm- und Kinogeschichte

Armani Anzug, Flanell und Boxershort als Legitimationen von Männlichkeit Anhand ihrer Filmanalysen konnte sie zeigen, wie der Film „Körper macht“, wie er Körper durch Kostüme ausstellt und männliche Helden im Hollywood-Labor vestimentär herstellt. Armani Anzug, Flanell und Boxershort als Legitimationen von Männlichkeit illustrieren zugleich die ökonomischen Schnittstellen von Mode-

und Filmindustrie. Thematisch anschließend berichtete Barbara Schimmel, TU Dortmund als Gestalterin und Kostümbildnerin über ihre Mitarbeit bei Filmproduktionen der Gebrüder Fosco und Donatello Dubini, die im Sommer 2008 wieder ein neues gemeinsames Projekt

starten werden. Ihr Blick hinter die Kulissen führte die Gestaltungs- und Farbkonzepte sowie die Kostümierung vor. Die Einsicht in den strategischen Einsatz von Mode und Kleidung im Film demonstrierte, wie Kostüme die Filmrealität markieren, konterkarieren und improvisieren.

Mit seinen Thesen zwischen Kostümund Kinogeschichte, die die Beziehungsebenen zwischen Textilem und Zelluloid beleuchten, führt Devoucoux ein bisher kaum systematisch erforschtes Feld vor. Seine Studie der Kleidung als filmisches Konstruktionselement, die von der Lehre an der Technischen Universität Dortmund profitierte (und umgekehrt), konturiert diesen Forschungszweig wegweisend für die Kulturanthropologie des Textilen. Die Reihe wird fortgesetzt. (Gudrun M. König/ Wiebke Bartsch)

Zehn Jahre Lehrstuhl für Marketing: Hartmut Hubert Holzmüller

Wandler zwischen den Kulturen: Eric Tsui

Der Wissenschaftler richtete den Lehrstuhl neu aus.

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as gemeinsam konzipIerte Studium berücksichtigt die soziologische und technologische Seite des Wissenschaftsmanagements Hong Kong wird auch als „Tor zu Asien“ bezeichnet. Für Prof. Dr. Eric Tsui wird umgekehrt ein Schuh daraus, für ihn war Hong Kong das Tor zur Welt. „Tsui ist kein typischer Chinese, er hat die europäische und anglo-amerikanische Welt sehr intensiv kennengelernt“, erzählt Prof. Dr. Uwe Wilkesmann. 22 Jahre arbeitete Tsui als Innovationsmanager bei Australian Mutual Provident (AMP) in Australien, Professor Uwe Wilkesmann vom Zentrum für Weiterbildung der Technischen Dortmund lernte Professor Eric Tsui während eines Drittelmittelprojektes des Bundesministeriums für Technologie, Wissenschaft und Innovation kennen. In dieser Studie untersuchten Forscher aus der ganzen Welt, wie Wissenschaftsmanagement in verschiedenen Ländern funktioniert. Professor Uwe Wilkesmann wurde auf den chinesischen Wissenschaftler aufmerksam, da dieser den Lehrstuhl für Wissenschaftsmanagement an der Universität Hong Kong inne hat. „Wir kamen schnell in Kontakt, trafen uns in Hong Kong und dort entstand die Idee, zusammen ein Studium über interkulturelles

Wissenschaftsmanagement zu initiieren“, blickt Wilkesmann zurück. „Wir ergänzen uns ideal. Prof. Tsui ist auf die technologische Seite des Themas spezialisiert, ich auf die soziologische“, so Wilkesmann. In ihrem neu konzipierten Weiterbildendem Studium wollen sie vermitteln, wie sich Mitarbeiter verständigen können, wenn sie nicht am gleichen Ort sind. „Da reichen reine IT-Lösungen nicht aus, die sozialwissenschaftliche Seite muss immer berücksichtigt werden“, erläutert der Dortmunder Forscher. Während Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem deutschen Unternehmen oft die Person ansprechen, die für ein Thema zuständig ist, müssen sich ihre Kollegen in China immer zuerst an den Vorgesetzten wenden. Solche und andere kulturelle Unterschiede lernen Interessierte im weiterbildenden Studium „Interkulturelles Wissensmanagement“ der TU Dortmund kennen. Das Programm basiert auf einer Kooperation zwischen der TU Dortmund und der Hong Kong Polytechnic University. Daher richtet sich das Zertifikatsstudium an Mitarbeiter mittelständischer und großer Unternehmen in Deutschland und Hong Kong, die den Wissenstransfer mit ihren Tochterunternehmen im jeweils anderen Land managen müssen. Professor Eric Tsui leitet das Studium in Hong Kong, Prof. Uwe Wilkesmann in Dortmund.

Lernten sich über ein Drittmittelprojekt kennen: Eric Tsui (links) und Uwe Wilkesmann.

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as Dreifache „h“ im Jubiläumsmotto „10 Jahhhre Lehrstuhl für Marketing“ steht für den Professor, der den Lehrstuhl leitet: Hartmut Hubert Holzmüller. Ende Februar feierte einer der ältesten und zentralen Lehrstühle an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der TU Dortmund, dass Prof. Holzmüller seit zehn Jahren den Lehrstuhl Marketing inne hat und ihn neu ausrichtete. Dazu nahmen 300 Gäste an einem Symposium teil und verfolgten Vorträge von Referenten aus Wien, Eindhoven, München und der TU Dortmund. In der Lehre müssen auch unkonventionnelle Wege beschritten werden.„Das besondere am Marketing-Studium in Dortmund ist die Anwendungsorientierung. Alle Diplomarbeiten und Dissertationen werden gemeinsam mit Firmen realisiert“,

so Prof. Holzmüller. Seit zehn Jahren stehen am Lehrstuhl für Marketing vor allem empirische Marketingforschung, die Vermittlung von Methodenkompetenz und der Praxisbezug im Vordergrund. Unter Holzmüllers Leitung wandte sich der Lehrstuhl für Marketing Fragen des Industriegütermarketings und der Schnittstelle „Kunden und Technik“ zu. „Mir ist wichtig, dass wir in der Lehre neue und unkonventionelle Wege beschreiten. Fallstudien und Fallanalysen binden wir in unsere Veranstaltungen ein und führen umfangreiche Projektseminare mit Unternehmen durch“, so der Dortmunder Wissenschaftler. Die Anzahl der Aktivitäten des Lehrstuhls für Marketing ist groß, ihre Beschaffenheit vielfältig: Der Lehrstuhl kooperiert sowohl mit der Wirtschaft als auch mit der Stadt Dortmund. Holzmüller war u.a. als Referent und Gut-

achter am „dortmund-project“ beteiligt, entwickelte das Marketingkonzept für PHOENIX West und den dazugehörigen See und arbeitet mit der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Cityring zusammen. Auch Marketingentwicklungen zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 und zum Programm ContractFuture Ruhr 2030 des Initiativkreises Ruhrgebiet gestaltete Holzmüller mit. Auf universitärer Ebene konzipierte der Lehrstuhl für Marketing unter der Leitung von Holzmüller eine Basisstrategie für das Sponsoring der TU, gestaltete die Einrichtung eines AlumniClubs mit und initiierte das „Centrum für Unternehmensentwicklung an der TU Dortmund e.V.“. Mit verschiedenen Forschungsprojekten, vielfältigen Publikationen und durch die Mitgestaltung internationaler Konferenzen ist der Lehrstuhl auch international präsent. (ab)


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Zwischen Industrie und Hochschule: Klaus Weinert übergibt an Dirk Biermann

Dies und Das

Nach einjähriger gemeinsamer Leitung wird Prof. Biermann das ISF nun allein weiter führen.

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it einem Fachgespräch zwischen Industrie und Hochschule verabschiedete sich der Leiter des Instituts für Spanende Fertigung (ISF), Prof. Dr. Klaus Weinert, von der TU Dortmund. „Zerspanen im modernen Produktionsprozess“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der am 26. und 27. Februar rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschienen. Hochkarätige Experten - sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der industriellen Praxis - stellten mo­derne Lösungen für Zerspanungsprozesse auf höchstem Niveau vor. Die inhaltlichen Schwerpunkte lagen auf den Themenfeldern: Maschine und Umfeld, Werkzeuge und Verfahren sowie Prozessgestaltung. Neben den Vortragsblöcken sollten vor allem praktische Vorführungen, Live-Demonstrationen und ein erstmalig durchgeführtes Studierendenforum zu lebhaften und fruchtbaren Diskussionen unter den in- und ausländischen Zerspanungsexperten führen.

Zuge einer vorgezogenen Neubesetzung im Amt. Nach einjähriger gemeinsamer Leitung wird Prof. Biermann das Institut für Spanende Fertigung nun allein weiter führen.

Klaus Weinert wirkte national und international Klaus Weinert übernahm im April 1992, nach langjähriger leitender Industrietätigkeit in der Automobilbranche, die Professur für Spanende Fertigung und die damit verbundene Leitung des Instituts für Spanende Fertigung von seinem Vorgänger Prof. Dr.-Ing. Ludolf Cronjäger. In der Zeit Von 1992 bis 2008 hat er 43 Promotionen, eine Habilitation und weit mehr als 400 Studien- und Diplomarbeiten betreut. Eine Vielzahl von Veröffentlichungen sowie insgesamt 13 größere Konferenzen in Dortmund dokumentieren das nationale und internationale Wirken von Klaus Weinert auf dem Feld der Zerspanungstechnologie in hervorragender Weise. Dirk Biermann wird als neuer Institutsleiter die Tradition der Fachgespräche zwischen Industrie und Hochschule am mittlerweile 50 Mitarbeiter starken Institut weiter fortführen. (Fakultät)

Das insgesamt neunte Fachgespräch unter der Organisation von Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Klaus Weinert stand im Zeichen eines Wechsels in der Leitung des Instituts für Spanende Fertigung. Bereits seit April 2007 ist mit Prof. Dr.-Ing. Dirk Biermann der Nachfolger von Klaus Weinert im

Dies und Das Dr. Holger Schwender von der Fakultät Statistik hat in diesem Jahr den Gustav-Adolf-Lienert-Preis gewonnen. Der Preis wird seit 1995 von der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft für hervorragende biometrische Arbeiten an junge promovierte Nachwuchswissenschaftler vergeben. Dr. Schwender nahm den Preis auf dem diesjährigen Biometrischen Kolloquium in München entgegen, das als internationale Tagung mehrerer Regionen und Gruppen der Internationalen Biometrischen Gesellschaft unter dem Motto „Lifestat 2008“ stattfand. Dort stellte Dr. Schwender in einem eingeladenen Vortrag im Rahmen der Plenarsitzung „Nachwuchs­ preise Biometrie 2008“ wesentliche Ergebnisse seiner preisgekrönten Arbeit „Statistical Analysis of Genotype and Gene Expression Data“ vor, die er als Promotionsschrift an der Fakultät Statistik angefertigt hat Auf der Tagung „Lifestat 2008“ wurden zudem erstmals Preise für die besten PosterPräsentationen vergeben. Der erste Preis ging dabei an Dipl.-Stat. Sandra Leissen von der Fakultät Statistik. Ausgezeichnet wurden Auszüge ihrer Diplomarbeit „Nonparametric Trend Tests for the Analysis of Right Censored Survival Times“. Am 28. Februar 2008 fand auf Initiative der Fakultät für Informatik der Technischen Universität Dortmund ein erstes Treffen der Informatiker an den Standorten Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen statt. Diskutiert wurden insbesondere die verschiedenen Angebote im Bereich der Masterstudiengänge. Das Treffen diente jedoch auch dem Austausch über die verschiedenen Forschungsschwerpunkte und die Möglichkeiten für stärkere Kooperationen. Es ist vorgesehen, die Gespräche regelmäßig durchzuführen. Kontakt: Dr. Norbert Jesse, Fakultät Informatik, Ruf: 755-6221

Der Fakultätsrat Raumplanung hat Prof. Hans-Peter Tietz zu Dekan und Prof. Christa Reicher zur Prodekanin gewählt. Dekan der Fakultät Maschinenbau ist nun Prof. Wolfgang Tillmann, Prodekan ist Prof. Uwe Clausen, Studiendekan ist Prof. Bernd Künne. Die Fakultät Maschinenbau hat Prof. Wolfgang Tillmann zum Dekan, Prof. Uwe Clausen zum Prodekan und Prof. Bernd Künne zum Studiendekan gewählt. Der 17. April steht ganz im Zeichen der Logistik. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) hat erstmals den bundesweiten Tag der Logistik ins Leben gerufen. Mit voraussichtlich über 200 Veranstaltungen in Deutschland will die BVL einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung und Aufgaben einer funktionierenden Logistik innerhalb der Volkswirtschaft vor Augen führen. In Dortmund findet im Signal-IdunaPark der erste „Studententag der Logistikmetropole Ruhr“ statt. Fakultät und Fachschaft Maschinenbau der TU Dortmund sowie die BVL Regionalgruppe Ruhr wollen Studierende der Fachrichtung Logistik aus dem gesamten Einzugsgebiet zusammen bringen. Der Studententag bietet die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Praktikern aus Industrie und Wissenschaft zu fachlichen aber auch beruflichen Themenstellungen im Kontext der Logistik. Infos: www.tag-der-logistik.de

Alumni-Serie: Olaf Stehr studierte Informatik in Dortmund Über Umwege in den Chefsessel

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laf Stehr zeigt ein altes Foto eines Trading-Floors. Es verdeutlicht das Problem, das viele Energiekonzerne 2006 noch hatten: Stromhändler mussten an sechs bis acht Bildschirmen gleichzeitig arbeiten, um alle Informationen zu überblicken. Der Dortmunder Informatikabsolvent Olaf Stehr hat eine Lösung geschaffen: Er hat ein intelligentes Marktinformationssystem entwickelt. „Die Trader und Analysten mussten sich bisher die entscheidungsrelevanten Informationen aus verschiedenen Quellen zusammensuchen. Was ihnen fehlte, war ein Softwaresystem, das diese Daten vereint und einheitlich aufbereitet: ein intelligentes Marktinformationssystem“, so der Dortmunder Informatikabsolvent Olaf Stehr. Seine Idee: Standardisierte Softwarekomponenten und individuelle Konfiguration miteinander zu kombinieren und so für den Kunden die Flexibilität von Individualsoftware und die Kosten- und Zeitvorteile einer Standardlösung bieten. Dass sich der TU-Absolvent einmal mit Datenmanagementlösungen für den Energiehandel befassen und selbst ein Unternehmen gründen würde, hätte er zu Beginn seines Studiums nicht erwartet – eines kam zum anderen. „Mein Weg führte nicht direkt vom Hörsaal in den Chefsessel. Es lief wie bei vielen über Umwege“, stellt Olaf Stehr fest. Nach seinem Studium der Ingenieur-Informatik an der TU Dortmund war Olaf Stehr zunächst als IT-Berater für den Technopark Schwerte und „Wissenschaft vor Ort“ tätig. Im Anschluss war er selbstständiger IT-Berater. In einigen Projekten arbeitete er auch für Energieversorger und entwickelte seine Geschäftsidee. „Die Situation am Energiemarkt änderte sich gerade durch die Liberalisierung des Europäischen Energiemarktes. Strom wurde etwa in den Börsenhandel eingeführt. Das stellte ganz neue IT-Anforderungen an die Energiekonzerne“, erzählt Olaf Stehr von den Anfängen. Die Nische war gefunden, die Geschäftsidee kurze Zeit später entwi-

ckelt. Aber sich gleich selbstständig machen? Olaf Stehr sprach mit vielen Fachleuten und potentiellen Kunden darüber, ob seine Idee trägt und welche speziellen Nutzer-Anforderungen es gab. Er führte eine umfassende Marktanalyse durch. „In diesen Gesprächen stellte ich fest, dass es einen Bedarf an solchen intelligenten Systemen gibt“, blickt Stehr zurück. Kurzum entwickelte er eine Strategie. Dazu holte er sich Rat und Unterstützung. „Das „start2grow-Netzwerk“, das Mentoring-Programm der „IdeenbörseProgress“ und das Gründernetzwerk der Dortmunder Hochschulen G-DUR haben mir sehr geholfen“, so Stehr. Gründungslotse Sebastian Hanny von der Transfer-

stelle der TU Dortmund und sein G-DURTeam betreuten ihn bei der Konzeption seines Geschäftsplans und machten ihn auch auf weitere unterstützende Programme aufmerksam. So nutzte Olaf Stehr im Vorfeld der Gründung das so genannte Pre-Incubator-Zentrum PINC für seinen Start. PINC bietet in der Vorgründungsphase für Kandidaten aus Hochschulen drei bis sechs Monate lang ein kostengünstiges Starterbüro und Beratung. Gegründet wurde sein Unternehmen „TradeSpark“ mit Sitz im Technologiezentrum Dortmund schließlich Anfang August 2006. Von dem Preisgeld aus den IT-Gründungswettbewerben von start2­ grow konnte der Dortmunder Informatiker einen Mitarbeiter einstellen. Zusam-

Ehemaliger Informatikstudent Olaf Stehr gründet Unternehmen.

men entwickelten sie einen Prototypen und eine Roadmap für die Entwicklung und Vermarktung der Software. Und das Geschäft läuft bis heute gut. „Wir überlegen sogar uns auszuweiten. Nun wollen wir nicht nur Systeme für große Energiekonzerne, sondern auch für Stadtwerke entwickeln und uns auf das Ausland ausbreiten.“ Und auch seine persönliche Rolle in seinem jungen Unternehmen hat sich geändert: „Ganz am Anfang muss man bereit sein, alles zu machen. Heute konzentriere ich mich auf die Kundenberatung und Managementfunktionen. Die Entwicklungsleitung liegt bei meinem Partner Martin Kluger in guten Händen – er ist übrigens auch ein Alumnus der TU Dortmund!“ (ab)


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Erste Computersimulation der Struktur von RNA-Molekülen

Drei neue EU-Projekte: Informatik erfolgreich

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ange Zeit galten Ribonukleinsäuren (RNA) lediglich als Boten, die im Zellkern genetische Informationen übertragen. Erst in den letzten Jahren ist die vielfältige biologische Bedeutung der kleinen RNA-Fragmente erkannt worden: Sie leisten wichtige regulatorische und katalytische Funktionen in der Zelle. Was die Wissenschaft bislang nur im Experiment untersuchen konnte hat jetzt Dr. Dietmar Paschek, Chemiker der Technischen Universität Dortmund, gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Prof. Angel Garcia erstmals im Computer simuliert. Durch diese neuartige Methode ist es jetzt möglich, den nur eine Mikrosekunde dauernden komplexen Prozess der Faltung eines RNA-Moleküls in detaillierten Einzelschritten mit atomarer Auflösung zu betrachten.

Dimensionen in seiner natürlichen Umgebung zu betrachten, hierdurch werden wichtige Erkentnisse über die Funktionen und Reaktionsweisen der verschiedenen RNA-Typen in der Zelle möglich. Ein Beispiel zeigt, welches Potenzial die RNA haben. So ist es mit ihrer Hilfe möglich, gezielt einzelne Gene in Laborversuchen auszuschalten. Für diese Entdeckung, von der sich die Wissenschaft neue Therapie-möglichkeiten bei der Bekämpfung von Krankheiten erhofft, erhielten die beiden US-Wissenschaftler Andrew Z. Fire und Craig C. Mello bereits 2006 den Nobelpreis für Medizin.

Ein handelsüblicher Computer müsste 35 Jahre rechnen, um diesen aufwändigen Prozess simulieren zu können. Daher hat Paschek auch die Kooperation mit seinem Kollegen dem Rensselaer Polytechnic Institute in Troy im Staat New York (USA) gesucht, denn dieses besitzt gegenwärtig den weltweit größten universitätsbasierten Computercluster. Die Computersimulation, die nur Dank der in Dortmund entwickelten Parallel-Programme möglich war, konnte zusätzlich auch die Molekül­ umgebung, also das Lösungsmittel Wasser, vollständig realistisch wiedergeben. Insgesamt bietet dieses Verfahren somit die Möglichkeit, ein RNA Molekül in allen

Ist die Simulation von Paschek und Garcia zur Zeit noch eine singuläre Pionierarbeit, so könnte sie angesichts weiter exponentiell steigender Computerleistungen in wenigen Jahren Routine sein. Die Anerkennung im Kollegenkreis ist beiden dagegen schon jetzt gesichert. In der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Journal of the American Chemical Society stellen die beiden Wissenschaftler ihre Methode vor. Zusätzlich wurde Dietmar Paschek eingeladen, auf der diesjährigen Frühjahrstagung der American Chemical Society über die neuartige Simulation zu berichten. Kontakt: dietmar.paschek@uni-dortmund.de

Basis für die Weiterentwicklung der RNA-Nutzung

ie Europäische Union bündelt seit längerer Zeit ihre Forschungsförderung in Rahmenplänen. Bei der soeben abgeschlossenen ersten Ausschreibungsrunde zum nunmehr siebten. Rahmenprogramm war die Dortmunder Informatik besonders erfolgreich: Prof. Peter Marwedel konnte für das wirtschaftlich überaus bedeutsame Themengebiet „Eingebettete Systeme“ insgesamt drei Projekte einwerben. Bei eingebetteten Systemen handelt es sich um Anwendungen der IT innerhalb von größeren Systemen wie etwa der Fahrzeug- oder Kommunikationstechnik. Anders als bei PCs ist hier die IT nicht unmittelbar sichtbar, sondern arbeitet im „Verborgenen“. An solche eingebettete Systeme – z. B. in Airbags, Maschinen oder Geräten der Unterhaltungselektronik – werden besonders hohe Anforderungen an die Effizienz und die Sicherheit gestellt. Die Europäische Union fördert diesen Bereich nachhaltig, um die ausgezeichnete Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem Weltmarkt zu sichern und auszubauen. Das erste Projekt mit dem Namen PREDATOR wird von Prof. Marwedel in Kooperation mit Bosch und Airbus durchgeführt. Ziel ist es, das Zeitverhalten eingebetteter Systeme signifikant weiter zu verbessern. Bei dem zweiten Projekt handelt es sich um die stärkere Bündelung europäischer Aktivitäten im Rahmen des Exzel-

lenznetzwerks ArtistDesign. Die von Prof. Dr. Marwedel geleitete Arbeitsgruppe arbeitet hier an grundlegenden Lösungen für den Einsatz parallel arbeitender Prozesse. Die Ergebnisse sind relevant für Anwendungen in der Telephonie, der Dateiübertragung oder der Video- oder Musikwiedergabe auf persönlichen digitalen Assistenten. Das Netzwerk wird gesteuert durch Prof. Dr. Joseph Sifakis. Prof. Sifakis hat den diesjährigen „inoffiziellen Nobelpreis“ der Informatik, den Touring-Award, gewonnen. Die Mitarbeit in diesem Netzwerk ist damit ein weiterer Beleg dafür, dass die Fakultät für Informatik in dem Forschungsgebiet der eingebetteten Systeme in der „ersten Liga“ spielt. Das dritte von Prof. Dr. Marwedel geleitete Projekt wird am Informatik Centrum Dortmund e.V. (ICD) durchgeführt. Das ICD ist wirtschaftlich unabhängig, aber mit der TU Dortmund über einen Kooperationsvertrag verbunden. Insgesamt stellt die Europäische Kommission dem Dortmunder Forscher über eine Million Euro zur Verfügung. „Ich bin zuversichtlich, mit dem Geld entscheidende Fortschritte erzielen zu können“, so Marwedel. „Damit leisten wir einen Beitrag zu Videoanwendungen mit höherer Auflösung bei niedrigem Stromverbrauch und zu neuen, noch sicheren Fahrzeugen.“ Gesucht werden noch wissenschaftliche Mitarbeiter, zur Verstärkung des Forschungsteams. Kontakt: Peter Marwedel, Ruf: 7556111/6112, peter.marwedel@udo.edu

Mathe-Koffer: Spannende Experimente und Aufgaben Holzquader, Spiegel und Rauten helfen, geometrische Vorstellungen aufzubauen.

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arum dauert es immer so lange, bis die Zahl sechs gewürfelt wird? Welche Figuren lassen sich aus Quadern bauen? Und wie muss man ein Blatt knicken und falten, um ein bestimmtes Muster daraus zu schneiden? Diese Frage stellt der Mathekoffer, der Schülerinnen und Schülern die graue Theorie der Mathematik näher bringen soll.

„Heute sind alle kleine Matheforscher“, freut sich Ulrich Schwätzer von der Fakultät Mathematik. Im Rahmen der Veranstaltungen zum Jahr der Mathematik veranstaltete die Fakultät der TU Dortmund Ende Februar eine „Mathinee“. Dabei entdeckten rund 600 Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse der Kontaktschulen des Instituts für Entwicklung und Erforschung der Mathematik (IEEM) der TU Dortmund diese Wissenschaft für sich neu: In verschiedenen Workshops probierten Jungen und Mädchen Aufgaben und Experimente aus dem Mathekoffer aus. Der Mathekoffer beinhaltet ein umfangreiches Set an Materialien für Schülerinnen und Schülern der Klassen fünf bis zehn, um mathematische Zusammenhänge zu erforschen und die Bedeutung der Mathematik für den Alltag zu entdecken. „Wir haben eine Sammlung von Aktivitäten und Experimenten zu verschiedenen mathematischen Themengebieten, wie etwa Wahrscheinlichkeitsrechnung und Geometrie, zusammengestellt. Diese sind zum einen spannend, zum anderen sind sie im Lehrplan der Sekundarstufe I enthalten“, so Mathe-Prof. Hans-Wolfgang Henn der TU Dortmund. „Daher bietet der Koffer für Lehrerinnen und Lehrer eine Entlastung in der Didaktik, für die Jungen und Mädchen einen interessanten Unterricht. Die Aufgaben sind so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler durch eigenes Entdecken und Experimentieren auf die Lösung kommen“, so Henn. Zu jedem

Kerstin Hollweg (links) und Jenny Stock (rechts) vom Rivius-Gymnasium in Altendorn probieren aus, welche Figuren sich durch eine jeweils andere Anordnung der Würfel bauen lassen.

Themengebiet hält der Koffer auch eine Aufgabenkartei, Arbeitsmaterial mit Fragen und einen Lehrerkommentar bereit. Die Idee zum Mathekoffer stammt von Hans-Jürgen Elschenbroich vom Förderverein Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht (MNU). „Wir wollten das Jahr der Mathematik nicht wie andere Wissenschaftsjahre nur theoretisch angehen, sondern es in die Schulen bringen und einen Bezug für jedermann schaffen“, erklärt Elschenbroich sein Anliegen. Prof. Hans-Wolfgang Henn und Andreas Büchter aus der Fakultät Mathematik der TU Dortmund haben die Idee realisiert und das Konzept geliefert. Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt die Herstellung und bundesweite Verbreitung des Mathekoffers. Jede Schule hat ab Mitte März die Möglichkeit sich die Materialsammlung für 98 Euro bei den Verlagen Erhard Friedrich und Ernst Klett zu bestellen. Ebenfalls ab März bieten die Telekom Stiftung, MNU und der Klett Verlag kostenlose Lehrer-Fortbildungen zum Mathekoffer an. In den Schulungen erfahren Lehrer, wie sie die didaktischen Mittel im Unterricht einsetzen können. Infos unter www.mathekoffer.de, www. mnu.de und www.klett.de

Info Bei der nächsten Veranstaltung des IEEM zum Jahr der Mathematik „Basisfertigkeiten sichern – Problemlösekompetenzen entwickeln“ geht es um den neuen Mathematiklehrplan für die Grundschule. Am 17. Mai um zehn Uhr im Mathematikgebäude, Campus Nord, können Interessierte alles über Ziele und Leitideen zeitgemäßen Mathematikunterrichts sowie alles über Unterrichten im Geiste des neues Lehrplans erfahren.


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Ein BMW für Forschungszwecke

Denk Dich reich! G-DUR prämiert neue Geschäftsideen

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tudierende, wissenschaftliche Mitarbeiter, Absolventen der Hochschulen und Forschungsinstitute in Dortmund und Region waren aufgerufen, sich mit neuen Produkten, Diensten und Unternehmen am Ideenwettbewerb von G-DUR, dem Gründungsnetzwerk für Dortmunder Hochschulen, zu beteiligen. Rund 30 Ideenskizzen wurden eingereicht, aus denen eine Jury besonders Erfolg versprechende Ideen ausgewählt hat. Die Gewinner wurden am 14. Februar feierlich gewürdigt; prämiert wurden die Plätze eins bis drei, sowie ein Sonderpreis „Technik und Patente“.

Gotthold Heim (rechts), Geschäftsführer der Dortmunder BMW-Niederlassung, überreichte Prof. Dr.-Ing. Stephan Frei (Mitte) den Schlüssel für einen BMW X5. Gemeinsam mit seiner Doktorandin Kerstin Siebert (links) will Prof. Frei den Wagen für Untersuchungen an Kfz-Elektroniksystemen einsetzen.

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ehr Sicherheit mit dem „FlexRay“Datenbus: Nicht zuletzt die intelligente Fahrzeugelektronik ist einer der Gründe dafür, dass die Fachpresse mit viel Lob auf die Kombination aus Luxus-Limousine, Lifestyle-Offroader und Fahrmaschine im neuen BMW X5 reagierte. Damit diese Technik in Zukunft noch besser funktioniert, stellt der Münchener Autobauer dem Arbeitsgebiet Bordsysteme der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Dortmund ein Fahrzeug für Forschungs-

zwecke zur Verfügung, das am 14. März, durch Gotthold Heim, Geschäftsführer der Dortmunder BMW-Niederlassung, übergeben wurde. Prof. Dr.-Ing. Stephan Frei will den Wagen für Untersuchungen an Kfz-Elektroniksystemen einsetzen. Besonders interessant ist ein spezielles Datennetzwerk, das einige sicherheitsrelevante elektronische Systemkomponenten des Fahrzeugs miteinander verbindet, der „FlexRay“-Datenbus. Dieser kommt im neuen BMW X5 erstmalig in einem Serienfahrzeug zum Einsatz. Das

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Arbeitsgebiet Bordsysteme der TU entwickelt zur Zeit eine Simulationsmethodik für solche schnellen Datenbussysteme. Damit können Probleme bereits in sehr frühen Entwicklungsphasen detektiert werden. Mit dem BMW-Fahrzeug soll die Qualität der Modellierungsansätze der Wissenschaftler durch Messungen überprüft und optimiert werden. Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Stephan Frei, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Ruf: 755-5980, Email: stephan.frei@unidortmund.de (Unizet)

Sowohl den ersten Preis (1.500 Euro) als auch den Sonderpreis Technik/Patent (500 Euro) konnten sich Hendrik Kortmann, Lars Blank und Prof. Dr. Andreas Schmid von der TU Dortmund sichern. Damit zeichnete die Jury ihre Verbindung zwischen kleinen Mikrochips und großen Apparaturen aus. Mikrochips als Labore im Briefmarkenformat sind sehr praktisch, denn sie sind platz- und kostensparend und damit perfekt etwa für die Wirkstoff-Forschung, klinische Dia­ gnostik oder Biotechnologie. Die Industrie möchte die Chips gerne nutzen, hat dabei jedoch ein sprichwörtlich großes Pro­blem: Ihre Apparaturen sind für eine Makrowelt gemacht, zu den Mini-Laboren fehlt schlicht die passende Verbindung. Die drei Wissenschaftler des Institute for Analytical Sciences (ISAS) haben eine solche Verbindung nun entwickelt. Der Missing Link lässt sich auf alle gängigen Mikrochips anpassen.

Den zweiten Platz und damit 1.000 Euro erhielten Christian Bott, Martin Lautzas (TU Dortmund und TU Darmstadt) für ihre Vorlese-Software für Handys. „elumo“, die Firma der beiden Gründer, entwickelt eine innovative Software für Mobiltelefone, mit der Nutzer Texte fotografieren und sich vom Gerät vorlesen lassen können. Diese verwandelt ein geeignetes handelsübliches Mobiltelefon in ein Vorlesehandy, das Texte auf Fotos automatisch und schnell erkennt. Es ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen sowie Analphabeten, sich im Alltag zu orientieren und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Platz drei und damit 500 Euro ging an Erik Frank, Stefan Springwald, Karsten Hilgers, Markus Siepermann und Chris Börgermann von der TU Dortmund. Ihre Geschäftsidee heißt Wawerko – ein Do-itYourself-Dienstleistungsportal. Deutschland ist Do-It-Yourself (DIY) Land. Es gibt immer etwas zu tun. Dieser Meinung sind Zweidrittel der Deutschen, die den Hammer grundsätzlich selbst in die Hand nehmen. Jedoch ist die eigene Arbeit zugegebenermaßen teilweise mit Mängeln behaftet. Wawerko beabsichtigt, fehlende DIY-Expertise allen frei zugänglich zu machen. Die Geldpreise von insgesamt 3.000 Euro stiftete das dortmund-project, die Patentverwertungsagentur PROvendis stellte den Sonderpreis Technik/Patent 500 Euro. Kontakt: Sebastian Hanny, Transferstelle, Ruf: 755-5522 (UniZet)

Bauwesen und Wirtschaft als gemischtes Doppel

Produktionsstandort Deutschland

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ur zu gern verschanzt man sich an Hochschulen im Elfenbeinturm seiner Disziplin. Dies wollen die Professoren Mike Gralla vom Lehrstuhl Baubetrieb und Bauprozessmanagement und Andreas Hoffjan vom Lehrstuhl Unternehmensrechnung und Controlling von der TU Dortmund ändern. Denn die betriebliche Praxis fordert gemischte Teams, zum Beispiel aus Ingenieuren, Architekten und Kaufleuten. Diese arbeiten gemeinsam an Fragestellungen und entwickeln zusammen Lösungen.

Impressum Herausgeber: Referat für Öffentlich­ keitsarbeit der TU Dortmund,  Baroper Str. 285, 44221 Dortmund Chefredaktion: Angelika Willers (Wi), Ruf: (0231) 755-5449, Mail: redaktion. unizet@tu-dortmund.de Redaktionelle Mitarbeit: Andrea Bahrenberg (ab), Sylvia Ebbes (Vertrieb), Jürgen Huhn (Fotografie), Gabriele Scholz (Redaktionsassistenz) Internet: www.tu-dortmund.de/unizet Unizet erscheint neun Mal im Jahr. Redaktionsschluss ist jeweils der 10. des Vormonats. Die Meinung einzelner Autorinnen und Autoren gibt nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. ISSN: 1439-1198

Dazu haben die beiden Professoren im Wintersemester einen ersten Modellversuch gestartet. Zum Thema Immobiliencontrolling führten sie in dieser Woche ein gemeinsames zweitägiges Seminar durch. Das Seminar ist so konzipiert, dass die Studierenden während des Semesters eigenständig ein Thema erarbeiten, darüber ein Referat verfassen und abschließend in einem Vortrag präsentieren. In der Lehrveranstaltung werden die unterschiedlichen Sichtweisen der beteiligten Fachbereiche zusammengeführt. Jeweils ein Student aus den Fächern Wirtschaft und Bauwesen bearbeiten das gleiche Thema. Allerdings jeder aus seiner Fachperspektive, d.h. entweder kaufmännisch oder technisch. Diskutiert werden die Vorträge dann zusammen. Neben den inhaltlichen Aspekten zielen die Hochschullehrer mit dieser Veranstaltung vor allem auf die weichen Faktoren. Dazu Controlling-Professor Andreas Hoffjan: „Die Studierenden müssen lernen, sich für alle Beteiligten verständ­ lich auszudrücken. Mit Fachchinesisch kann man kein gemischtes Team führen.“ Ähnlich sieht das sein Kollege Prof. Mike Gralla aus dem Bauwesen: „In der Praxis sind interdisziplinär zusammengesetzte Teams üblich und auch notwendig. Nur so kann man in der Immobilienwirtschaft professionell die Faktoren Termine, Kosten und Qualität in den Griff bekommen.“ Dementsprechend wurde auch in der Vorbereitung großer Wert auf die „Social Skills“ gelegt. Mit im Boot war auch Dr. Sigrid Dany vom Hochschuldidaktischen Zentrum der TU Dortmund. Sie machte die Studierenden fit in Sachen Präsentation, Rhetorik und öffentlichem Auftreten,was großen Anklang fand. Kontakt: Prof. Andreas Hoffjan, Ruf: 755-3140

Made in Germany ist weltweit ein Markenzeichen. rodukte „Made in Germany“ stehen heute am Weltmarkt trotz der weiter fortschreitenden Globalisierung noch immer hoch im Kurs. Zu diesem Erfolg tragen zwei wesentliche Kriterien bei: So ist es der deutschen Wirtschaft einerseits gelungen, die Lohnstückkosten durch effiziente, intelligente Produktionsverfahren zu optimieren, wodurch die Lohnkostenvorteile der Niedriglohnländer nicht mehr so stark zum Tragen kommen. Andererseits führen die intensiven und exzellenten F&E-Aktivitäten in und für die Wirtschaft dazu, dass sich deutsche Produkte im globalen Wettbewerb durch einen hohen Innovationsvorsprung auszeichnen. Durch moderne Produktionsverfahren und innovative Produkte lassen sich aber nicht nur bestehende Märkte sichern, sondern auch neue erschließen.

Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wichtig Um über diese Marktchancen und die sich hieraus ergebenden Handlungserfordernisse zu diskutieren, trafen sich auf Einladung der Wirtschaftsförderung und der TU Dortmund über 60 Unternehmer, Wissenschaftler der produktionsorientierten Fakultäten in Bochum und Dortmund sowie Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Forschungszentrum Karlsruhe bei der Hoesch Spundwand und Profil GmbH. Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund: „Um auch in Zukunft am globalen Markt bestehen zu können, ist es wichtig, dass sich deutsche Produkte weiterhin durch ihr Know-how auszeichnen. Produkte ‚Made in Germany’ und damit auch ‚Made in Dortmund’ haben dabei eine gute Ausgangslage. Es

Mit Blechen zum Erfolg: Die mittelständischen Baroper Federn- und Stanzwerke

darf aber nicht übersehen werden, dass auch der internationale Wettbewerb in Sachen Produktentwicklung nicht schläft. Vor diesem Hintergrund ist eine enge Kooperation zwischen F&E-Einrichtungen und der Produktionswirtschaft wichtiger den je.“ Und der Bedarf an einem gezielten Austausch zwischen der Wissenschaft und Wirtschaft ist groß, bestätigt Jörg Kröll, Geschäftsführer der Hoesch Spundwand und Profil GmbH. Mit der Veranstaltungsreihe bietet die Wirtschaftsförderung Dortmund daher seit einem Jahr eine Plattform, auf der die relevanten Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft branchenspezifisch zusammengeführt werden. Der Austausch zwischen den Teilnehmern bildete einen Schwerpunkt der Veranstaltung. Prof.

Hirsch-Kreinsen vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Industriesoziologie: „Die Diskussionen der Veranstaltung bestätigen nachhaltig die Ergebnisse der aktuellen Studie ‚Lean Implementation – Pragmatische Einführung ganzheitlicher Geschäftsmodelle in Unternehmen der einfachen Standardfertigung’. So sind in Deutschland hergestellte Produkte auch in Zukunft am Weltmarkt wettbewerbsfähig, sofern es den Unternehmen gelingt, ihre Produktionskosten durch optimierte Prozessabläufe weiter zu reduzieren. Prozessoptimierung bedeutet dabei aber ausdrücklich nicht den Abbau von Arbeitsplätzen. Im Gegenteil! Die hohe Qualifikation der deutschen Arbeitnehmer stellt einen weiteren entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der internationalen Konkurrenz dar.“ (UniZet)


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