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apply.ING. 2010/11 Richtig bewerben. Das Bewerbungsmagazin f端r Technikerinnen und Techniker

Schwerpunkt

Soft Skills

Erfolg ist eine Frage der Technik. www.tucareer.com


Editorial Liebe Leserin, lieber Leser! Sie haben eine wichtige Entscheidung getroffen! Sie haben vor, sich umfassend über das Thema Bewerbung und Karriere zu informieren - und das ist gut. Sie halten die aktuelle Ausgabe des Bewerbungsmagazins apply.ING. in Ihren Händen, das nicht nur im neuen (Feder)Kleid erstrahlt, sondern auch wieder viele neue und interessante Inhalte präsentiert. Neben den Klassikern „Gestaltung von Bewerbungsunterlagen“, „Vorbereitung aufs Bewerbungsgespräch“ und „Vorbereitung auf Jobmessen“ widmet sich diese Ausgabe schwerpunktmäßig dem Thema „Soft Skills“. Eine aktuelle Umfrage des AMS Österreich bestätigt, dass 90 % der befragten Unternehmen Schlüsselqualifikationen bzw. Soft Skills bereits als genauso wichtig wenn nicht sogar wichtiger als Fachwissen beurteilen. Welche Faktoren beeinflussen beruflichen Erfolg? Was kann ich tun, um meine Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern? Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Techniker/innen? Welchen Veränderungen unterliegt die Arbeitswelt der Zukunft? Auf diese und viele andere Fragen gibt das vorliegende Magazin Antworten. Absolvent/inn/en der TU Wien erzählen über Ihre Erfahrungen im Berufsleben, Sie erhalten wertvolle Informationen über die Karrieremöglichkeiten in renommierten Unternehmen und Vizerektorin Seidler stellt die interessanten Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Karriere vor. 60.000 Stunden seines Lebens verbringt der Mensch mit Arbeit. Das sollte Grund genug sein, sich mit seiner Karriere intensiv zu beschäftigen, sorgfältig zu planen und sich gut darauf vorzubereiten. Die Expert/inn/en am TU Career Center unterstützen Sie dabei mit vielfältigen Angeboten. Die Chancen für Absolvent/inn/en der TU Wien nach dem Studium schnell einen Job zu finden sind nach wie vor hervorragend. Sie sollten sich jedoch den Luxus leisten, den optimalen Job für sich zu suchen. Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg für Ihre Zukunft! Ihre Helene Czanba Geschäftsführerin TU Career Center

Impressum: apply.ING. 2010/11 – Richtig bewerben. Das Bewerbungsmagazin für Technikerinnen und Techniker Herausgeber, Medieninhaber, Redaktion: TU Career Center GmbH, www.tucareer.com Autorinnen: Mag. Su Busson, Gerhard Felbermayer, Mag. Markus Latzke, Mag. Daniela Haiden, Mag. (FH) Caroline Klonner, Zeljana Juric, Sabine Pavelka, Dr. Thomas M. Schneidhofer, Karin Wittmann Fotos: iStockphoto, Fotolia, Dreamstime, TU Wien, www.fotovonzinner.at Grafik&Layout: co2 – Werbe- und Designagentur, Coproduction GmbH, www.co2.eu Druck: Dorrong OHG, www.dorrong.at Auflage: 15.000 Stück

Soft Skills

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Arbeitsmarkt

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Karriereplanung

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Richtig bewerben

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Bewerbungsunterlagen

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Bewerbungsgespräch

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Alumni Betreuung

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Jobmessen

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Gastkommentare

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Arbeitsmarkt Technik – Das Land, wo Milch und Honig fließen?

Mag. Daniela Haiden

Der österreichische Arbeitsmarkt ist derzeit vor allem von zwei gegenläufigen Trends geprägt. Auf der einen Seite stehen die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, auf der anderen Seite die Prognosen zu demographischer Entwicklung, Bildungsniveau und Akademikerquote.

Aktuelle Trends am Arbeitsmarkt Die weltweite Finanz- und Wirtschafts­ krise ließ in den vergangenen zwei Jahren auch in Österreich die Wirtschaft deutlich schrumpfen. Die Konjunktur- und Hilfspakete der öffentlichen Hand erweisen sich zwar als wirksam, die wirtschaftliche Erholung schreitet dennoch nur langsam voran. Verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizie­ ren für die nächsten fünf Jahre jedenfalls nur zögerliches Wachstum, mit jähr­lichen Zuwachsraten von 0,7 % bis 2,4 %. Der Nachfrageeinbruch traf mit dem Produktions- und Industriesektor auch einen Bereich, der gerade auf die Beschäftigungsaussichten in technischen Berufen großen Einfluss hat. Voraussagen des Arbeitsmarktservice zufolge rechnet man mit einem Verlust von 18.800 Arbeitsplätzen in Öster­reich bis 2013. Ein düsteres Szenario, also?

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Soft Skills

Sind wir auf dem Weg in Dantes neunten Kreis der Hölle? Vielleicht, gäbe es nicht zwei gegenläufige Trends! Den des eklatanten Mangels an Fach- und Führungskräften, z. B. in Technik und Naturwissenschaf­ten. Und die Prognosen zur demo­g ra­ phischen Entwicklung, die eine besorg­ niserregende Abnahme der Be­völkerung im erwerbstätigen Alter beschreiben. Darüber hinaus erwartet man ab 2011 auch wieder ein Arbeitsplatzwachstum in Österreich.

Von A bis W – Beschäftigungsaus­ sichten nach Studienabschluss In vielen technischen und naturwissenschaftlichen Studien waren die Chancen beim Berufseinstieg auch trotz und während der Wirtschaftskrise gut bis ausgezeichnet. Selbstverständlich blieb auch die Nachfrage nach Techniker/

inne/n nicht vollkommen unbeeinflusst. Die An­zahl der arbeitslos gemeldeten Akademiker/innen mit technischem Stu­ dium stieg z. B. von Jänner 2009 auf Jänner 2010 um 43 %. Deren Anzahl ist zwar mit 803 Personen immer noch vergleichsweise niedrig, aber auch der Arbeitsmarkt für Techniker/innen ist bei Weitem keine Insel der Seeligen. Die Techniker/innenlücke allerdings wurde vielfach nicht vollständig geschlossen, in vielen Disziplinen gibt es nach wie vor einen mehr oder weniger starken Mangel an adäquat qualifizierten Bewerberinnen und Bewer­bern. War bis Mitte 2009 noch ein Trend hin zu Jobangeboten mit erforderlicher Berufserfahrung erkennbar, so erholt sich seit Beginn des Jahres 2010 auch der Stellenmarkt für Einstiegspositionen merklich. Die Stellenangebote in der Online-Jobbörse des TU Career Centers

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stiegen z. B. im ersten Halbjahr 2010 um rund 25 %. Im Detail lassen sich folgende Beschäftigungsaussichten beschreiben: Bauingenieurinnen und Bauingenieure haben nach wie vor sehr gute Einstiegschancen z. B. im konstruktiven Ingenieurbau, Hoch- und Tiefbau, in Verkehrswesen und Projekt­entwicklung. Aufgrund der vielfältigen Berufsaussich­ ten bietet auch ein Studienabschluss in Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen-Ma­schi­nen­ bau eine sehr gute Ausgangs­position für den Berufseinstieg. In diesen Dis­­zi­plinen ist darüber hinaus die Be­schäf­ti­ gungsstabilität bzw. Arbeitsplatzsiche­r­­­ heit besonders hoch. Elektrotechniker/ innen können sich ebenfalls über sehr gute Einstiegschancen in unterschiedlichsten Einsatzbereichen freuen. Architekt/inn/en ebenso wie Raumplaner/innen stehen einem angespannten Arbeitsmarkt gegenüber. Steigende Abschlusszahlen und die starke Konkur­ renz zu anderen Disziplinen (z. B. Bau­ ingenieur- oder Wirtschaftsingenieurwesen) lassen oft wenig Spielraum beim Berufseinstieg. Von Absolvent/inn/en wird hohe Flexibilität gefordert. Der Trend geht in Richtung unsicherer, be­ fristeter oder projektbezogener Beschäf­ tigungsverhältnisse, geringerem Ein­kom­ men und einer verzögerten Etablierung in adäquaten Positionen. In der Informatik wurde seit 2007 ein leichter Rückgang der Stellenangebote verzeichnet, in den Jahren davor allerdings war das Wachstum umso stärker. In den nächsten vier Jahren sollen weitere 10.000 bis 20.000 neue Arbeitsplätze in der Informatik dazukommen (Prognose vom Marktforschungsinstitut ICD). Besonders gefragt sind Fachkräfte im IT-Projektmanagement, in SoftwareArchitektur, Software-Development und auch IT-Berater/innen. Absolvent/inn/en in Technischer Mathe­ matik und Physik bekamen die Konsequenzen der Wirtschaftskrise stärker zu spüren. Die Arbeitslosenzahl stieg in diesen Disziplinen, der Berufseinstieg verlief für viele Absolvent/inn/en nicht so rasch und reibungslos wie in den

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Jahren zuvor. Die Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten verspricht dennoch recht gute Aussichten am Arbeitsmarkt, erfordert aber auch höhere Flexibilität und Mobilität, und zwar sowohl zeitlicher als auch räumlicher und inhaltlicher Natur. Die Nachfrage nach Technischen Chemi­ ker/inne/n kann als gleich bleibend bis leicht steigend beschrieben werden, gute Einstiegschancen bieten sich v. a. im Kunststoffbereich bzw. den Werkstoffwissenschaften.

Fachkompetenz * Soft Skills – das Einmaleins des Berufserfolgs! Sie denken jetzt: Durchatmen, hinset­ zen und Tee trinken? Bei den Aussich­ ten kommt das richtige Jobangebot ganz von selbst zu mir! Optimismus ist zwar in den meisten technischen Stu­ dienrichtungen gerechtfertigt, aber der Berufseinstieg ist bestimmt für keine/n „a gmahde Wiesn“. Nicht nur die Quali­ fikation, sondern auch die Persönlichkeit und das Auftreten müssen im Bewerbungsprozess und am Arbeitsplatz stimmen, um langfristig erfolgreich zu sein. Insbesondere steigt die Bedeutung von Schlüssel- und Zusatzqualifikationen zu­ nehmend. Laut einer aktuellen Umfrage des Arbeitsmarktservice Österreich erachten rund 40 % der Unternehmen Zu-

satzqualifikationen als wichtiges Einstellungskriterium, 39 % achten besonders auf die Flexibilität der Bewerber/innen. Für rund 90 % der befragten Unternehmen sind Schlüsselqualifikationen bzw. Soft Skills bereits genauso wichtig oder sogar wichtiger als Fachwissen. Welche Soft Skills sind aber nun besonders wichtig, um im Berufsleben zu reüssieren? Welche entscheiden zwischen Zu- und Absage im Bewerbungsprozess, zwischen Auf- und Abstieg bzw. Stag­ na­tion im Berufsleben? Im Vorfeld der UNESCO Weltkonferenz zum Thema „Higher Education“ wurde folgender Forderungskatalog des globalen Arbeits­ marktes zusammengestellt: • Fähigkeit zur Teamarbeit (inkl. Überwin­ dung stereotyper Geschlechterrollen) • Zielbewusstsein, Kreativität, Initiative und Entscheidungsfreudigkeit • Gute sprachliche und schriftliche Ausdrucksweise, Kommunikationskompetenz • Selbstdisziplin und Arbeitsmoral • Fähigkeit, Aufgabenstellungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten • Bewusstsein für die Notwendigkeit zur ständigen Weiterbildung In diesem Sinne setzen wir im apply.ING. 2010 den Schwerpunkt auf „Soft Skills“ und deren Bedeutung für einen erfolgreichen Berufseinstieg und den weite­ ren Karriereweg.

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Soft Skills – Nichts für Weicheier!

Mag. Daniela Haiden

Im Zuge der Globalisierung und Liberalisierung des Welthandels sowie der Neu- und Weiterentwicklungen in der Informations- und Kommuni­ ka­tionstechnologie stieg die Komplexität der Berufswelt und die Anforderungen an jede/n einzelne/n Mitarbeiter/in veränderten sich. Welche Qualifikationen sind nun in dieser zunehmend komplexen Arbeitswelt entscheidend für den Erfolg beim Berufseinstieg? Welche Anforderungen stellen Arbeitgeber im Speziellen an Absolvent/inn/en in Technik und Naturwissenschaft? Gibt es eigentlich DAS Erfolgsrezept für Bewerbung und Berufseinstieg nach Studienabschluss? Gäbe es ein „Erfolgsrezept“, würde es wohl – kurz gefasst – wie folgt lauten: 1) Man nehme eine/n analytisch und stra­­ tegisch denkende/n Mitarbeiter/in 2) und füge eine Prise kommunikative Kompetenz gewürzt mit hoher Teamfähigkeit 3) sowie eine große Portion Flexibilität, Mobilität und Eigenverantwortung hinzu. 4) Garniert wird dieses Gustostückerl mit sicherem, souveränem Auftreten. „Die eierlegende Wollmilchsau also?“, fragt sich so mancher, der dieses Rezept

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Soft Skills

oder auch die eine oder andere Stellenausschreibung für Berufseinsteiger/innen in Technik und Naturwissenschaft liest. „Ja und nein“, lautet die Antwort aus der Recruiting- und Personalmana­ gementpraxis. Denn objektiv kann man nur feststellen, dass die Anforderun­gen an Mitarbeiter/innen im Berufsalltag tatsächlich steigen. Hintergrund ist eine sich ohne Frage immer rascher wandelnde Arbeitswelt, die sich insgesamt flexibler und komplexer darstellt. Techniker/innen und Naturwissenschaft­ ler/innen schließlich sind am Arbeits-

markt längst nicht mehr ausschließlich als Fachexpert/inn/en und Spezialist/ inn/en gefragt. Vielmehr nehmen sie in zunehmendem Maße auch Manage­ ment- und Schnittstellenfunktionen in Unternehmen ein. Und selbst für Spe­zia­ list/inn/enkarrieren gilt: Unterneh­mer/ innen im Unternehmen sind gefragt, die An­forderung an die Kunden- und Service­orientierung interner Dienst­ leister steigt stetig. Ausgezeichnete Fachkompetenz gilt darum heute am Arbeitsmarkt vielfach als Grundvoraussetzung. Entscheidend für den Erfolg in Bewerbungsprozessen nach Studienabschluss, beim Berufseinstieg ebenso wie im späteren Berufs­ leben ist ein Bündel vielfältiger Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen: dazu zählt Methodenkompetenz ebenso wie die viel zitierten Soft und Social Skills. Das gilt auch für Positionen in Technik und Naturwissenschaft. Denn die Zeiten, in denen Techniker/innen im „kleinen Kämmerlein“, im Labor oder Rechenzentrum abgeschieden von der Außenwelt ihre Experimente durchführ­ ten oder Programme entwickelten, sind eindeutig vorbei. In der heutigen Arbeits­ welt nehmen Techniker/innen häufig von Beginn ihres Berufslebens an wichtige Schnittstellenfunktionen ein, arbeiten in interdisziplinären Teams, leiten große Projekte, betreuen Kunden und übernehmen diverse Managementaufgaben. Umso bedeutender werden Sozialkompetenz und Soft sowie Management Skills, die an Universitäten im Allgemeinen und an Technischen Universitäten im Speziellen selten Teil des Curriculums sind oder sein können. Ihre Aneignung wird zur „Holschuld“ der Studierenden und Absolvent/inn/en; Zusatzausbildungen, Soft-Skills-Workshops und (postgraduale) Weiterbildun­ gen gewinnen von Jahr zu Jahr an Be­deutung. Dabei liegt es in der Eigenverantwortung des/der Einzelnen sich neben Fachkompetenz auch Methoden-, personale und soziale Kompetenz anzueignen. Für den Erfolg beim Berufseinstieg ent­­scheidend ist schließlich auch eine komplexe Kombination aus Qualifika-

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tionen und Kompetenzen in den folgenden Bereichen:

1) Fachkompetenz 1. Ausgezeichnetes Fach- und Spezial­ wissen wird von Arbeitgebern auch beim Berufseinstieg üblicherweise vorausgesetzt. Allerdings geht es nicht nur darum, inhaltliche Fragen korrekt beantworten zu können, sondern auch darum, basierend auf der jeweiligen Fachkompetenz, • f achbezogene Fragestellungen eigenständig analysieren und bearbeiten zu können, • neue und innovative Lösungen zu ent­ wickeln sowie • Spezialwissen so erklären und ver­ mitteln zu können, dass es auch fachfremde Personen verstehen können. 2. Fremdsprachenkenntnisse sind ohne­ hin fast zu einer „Pflichtkompetenz“ beim Berufseinstieg geworden. Fließen­ des Englisch wird gerade im internatio­ nalen Umfeld und in Konzernen viel­fach vorausgesetzt. Mit weiteren Sprach­ kenntnissen, die zum Einsatzgebiet in der jeweiligen Funktion passen, können auch Techniker/innen bei Arbeitgebern punkten. 3. Erste Projekterfahrung wird beim Be­rufseinstieg ebenfalls sehr positiv be­ wer­tet, da in vielen Unternehmensbe­ reichen projektbasiertes Arbeiten an Be­ deutung gewinnt. Wer im Studium die Chance nutzt, bei Seminaren, Übun­gen, kleineren Forschungsprojekten oder der Abschlussarbeit, aktiv an Projekten in verschiedenen Phasen mitzuarbeiten, hat einen eindeutigen Startvorteil.

2) Methodenkompetenz Einfluss auf den Erfolg im Bewerbungs-

prozess und beim Berufseinstieg hat auch die Methodenkompetenz. Darun­ter versteht man Kenntnisse über Ins­tru­ mente und Werkzeuge sowie die Ver­ trautheit mit dem Einsatz dieser Techni­ken im Arbeitsumfeld. Besonders wichtig erscheint beim Berufseinstieg Methodenkompetenz in den folgenden Bereichen, die häufig sogar schon im Bewerbungs­ prozess, bei Interviews oder in Assessment Centern, thematisiert werden: a. Präsentations- und Moderations­ technik b. Strategieentwicklung/Strategisches Denken c. Analysetechnik/-fähigkeit d. Organisationsfähigkeit

3) Personale Kompetenz Aus der Vielfalt der Fähigkeiten, die dem Bereich der personalen oder Selbstkom­ petenz zugeordnet werden, seien an dieser Stelle drei für den Berufseinstieg besonders wichtige herausgegriffen: a. Mit sicherem und souveränem Auftre­ten können Berufseinsteiger/innen punk­ ten, und zwar beginnend beim ersten Kontakt mit dem potentiellen Arbeitge­ ber. Dazu gehören auch sichere Umgangs­ formen im Businesskontext. Entscheidend ist, dass diese Sicherheit nicht nur „antrainiert“ ist, sondern man damit das eigene Selbstbewusstsein aus­strahlt. b. Wer mit Selbstständigkeit und Eigen­ verantwortung in seinen ersten Job nach Studienabschluss startet, hat gute Karten für die weitere Karriere. Es gilt, Initiative zu zeigen, eigene Ideen einzubringen, die Verantwortung für Projekte, aber auch Ergebnisse zu übernehmen – und zwar egal, ob diese erfolgreich sind oder nicht. Denn nur, wer auch Verantwortung für Fehler und

Tipp Speziell für Akademiker/innen in Technik und Naturwissenschaft bieten das TU Career Center und das Servicecenter TUalumni seit kurzem maßgeschneiderte Soft SkillsTrainings an: denn auch Rhetorik, Präsentation und Charisma sind eine Frage der Tech­ nik! Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unsere Website www.tualumni.at!

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Misserfolge übernimmt, kann für die Zukunft daraus lernen. c. Mobilität und Reisebereitschaft spielen in vielen Unternehmen eine große Rolle, die Bereitschaft der Mitarbeiter/innen zu Dienstreisen und Auslands­aufenthalten hinkt aber leider immer noch hinterher.

4) Soziale Kompetenz Ausgeprägte Fähigkeiten in der Interaktion mit anderen Personen am Arbeitsplatz, mit Kolleg/inn/en ebenso wie mit Vorgesetzten und internen sowie externen Kunden, werden in der Arbeitswelt immer wichtiger, auch für Techniker/ innen und Naturwissenschaftler/innen. Besonders gefragt sind: a. Team- und Kooperationsfähigkeit b. Kommunikations- und Kontaktfä­ higkeit c. Dienstleistungs- und Serviceorien­ tierung d. Verhandlungsgeschick und Über­ zeugungskraft Was kann man also als Berufseinsteiger/ in tun, um sich dieses komplexe Bündel an Kompetenzen anzueignen? Der erste Schritt ist in jedem Fall eine detaillierte Stärken-Schwächen- bzw. Kernkompetenzanalyse und die Identifikation von Funktionsbereichen, in denen man die eigenen Stärken optimal einsetzen kann. Weiterbildungen, Workshops und Semi­ nare zu Soft und Social Skills schließlich fördern nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern verbessern auch die Karrierechancen. Nicht zuletzt sollte man die Chancen nutzen, die sich bereits während des Studiums bieten, indem man Freifächer sinnvoll einsetzt, gezielt aus dem Angebot des Soft Skills Katalogs wählt, das interdisziplinäre Lehr­ angebot belegt und Praxis- sowie Auslandserfahrung sammelt. Letztlich aber geht es darum, einen Job zu finden, der einem Spaß macht, in dem man die eigenen Stärken sinnvoll einsetzen kann. Denn nur dann startet man in jeden – nun ja: fast jeden – Arbeitstag mit voller Motivation und Engagement, und das spürt nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch die Kolleg/inn/en und die Kund/ inn/en.

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Charisma – der Schlüssel zum Erfolg

Mag. Su Busson

Drei TU Absolvent/inn/en mit vergleichbarer Qualifikation bewerben sich um denselben Job – nur eine/r davon bekommt ihn. Drei Angestellte eines Unternehmens mit vergleichbarer Berufserfahrung wollen zum/zur Abteilungsleiter/in aufsteigen – nur eine/r davon wir befördert. Drei Techniker/innen arbeiten im Vertrieb und verkaufen dasselbe Produkt – nur eine/r davon ist ein/e Spitzenverkäufer/in.

Worauf kommt es an? Wie ent­ scheidet sich, wer Erfolg hat? Tatsache ist: Fachwissen ist nur zu einem geringen Teil am Erfolg beteiligt. Über Erfolg und Misserfolg wird in hohem Maße auf einer ganz anderen Ebene entschieden: auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen. Fachlich extrem kompetente Mitarbeiter/innen scheitern oft mit ihren Ideen und Projekten, nur weil sie nicht den richtigen Draht zu Ihren Mitmenschen finden. Ihnen fehlen die Überzeugungskraft und die Fähigkeit, andere für sich zu gewinnen. Wer erfolgreich sein will, muss mit anderen Menschen gut zurechtkommen. Soziale Kompetenz ist gefragt. Achtung! Nicht Worte sind es, mit denen wir andere Menschen wirklich erreichen.

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Das, was wir sagen, bestimmt nur zu 7 %, wie wir auf andere wirken. Wie wir bei anderen ankommen, hängt zu 93 % von unserer persönlichen Ausstrahlung ab.

Was zählt ist das gewisse Etwas Manche Menschen haben es. Von ihnen geht eine positive Kraft, eine Lebendigkeit und Dynamik aus, die ansteckend wirkt. Wo sie auftauchen, erwecken sie mit ihrer Präsenz und ihrem Verhalten Aufmerksamkeit und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Diese Menschen haben Charisma. Mit ihrer Ausstrahlung sind sie in der Lage, ihre Mitmenschen zu überzeugen, zu motivieren und Höchstleistungen zu vollbringen. Kein Wunder, dass Charisma als starker Karrierebeschleuniger gilt. Ausstrahlung

wird von vielen Menschen sogar als das wichtigste Merkmal eines guten Managers bzw. einer guten Managerin gesehen. Das hat eine Umfrage unter 1.000 Führungskräften in 640 Unternehmen ergeben. Fachwissen nannten die Befragten erst an zweiter Stelle, gefolgt vom Charakter. Wer neben fachlicher Kompetenz auch noch eine positive Ausstrahlung hat, kann viel mehr bewirken. Aus Ange­­ stell­ten werden motivierte Mitarbei­ter/ innen, aus Managern und Manager­in­ nen, Top Mana­ger/innen, und aus Verkäufer/inne/n, Spitzenverkäufer/innen. Charismatische Menschen bringen sich selbst, ihre Abteilung und ihr Unternehmen auf Erfolgskurs. Aber nicht nur im Beruf, auch im Privatleben hän-

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gen Glück und Erfolg sehr stark davon ab, was wir ausstrahlen. Charisma kann also jeder brauchen. Die Frage ist: Kann jeder Charisma haben? Oder ist Charisma ein angebo­ re­nes Wesensmerkmal, dem einen geschenkt, dem anderen auf ewig versagt? Dank zahlreicher Untersuchungen und Forschungen in den Bereichen Psychologie und Sozialwissenschaften steht Folgendes fest: • Charisma ist das Ergebnis einer inneren Haltung, die jede/r einnehmen kann. •C  harisma hat weniger damit zu tun, was wir tun, sondern damit, wie wir etwas tun. •C  harisma ist eine erlernbare und trainierbare Fähigkeit. Das ist die gute Nachricht. Wer jetzt allerdings glaubt, dass es nur darum geht ein paar Verhaltensmuster zu ler­ nen, um charismatisch zu wirken, sei gewarnt. Selbstverständlich gibt es eine Fülle an Ratschlägen für eine bessere Ausstrahlung: „Tun Sie dies und tun Sie jenes!“ oder „Machen Sie XY auf keinen Fall!“ Ein typisches Beispiel aus dem Rhetoriktraining: „Reden Sie nie mit den Händen in der Hosentasche“. Diese Tipps mögen durchaus sinnvoll sein, haben aber mit Charisma wenig zu tun. Im Gegenteil, wer sich auf Grund solcher Verhaltungsregeln übermäßig be­müht, sich verbiegt oder versucht, anders zu sein als er/sie ist, hat mit Sicherheit keine positive Ausstrahlung. Charisma hat immer auch mit Authentizität zu tun.

So sein, wie Sie wirklich sind! Nur wer „echt“ ist – „authentisch“ – wirkt anziehend auf seine/ihre Mitmenschen. Charismatische Menschen „tun“ nichts, um charismatisch zu sein. Sie sagen vielmehr das, was sie denken und handeln in Übereinstimmung mit ihren Werten und Überzeugungen. Sie machen niemandem etwas vor und sind nicht von der Meinung anderer Menschen abhängig. Ohne selbstverliebt zu sein, nehmen sie sich selbst mit ihren Stärken und Schwächen an und

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wissen, damit umzugehen. Sie haben gelernt auf ihre Gefühle zu achten und übernehmen selbst die Verantwortung für ihr Wohlbefinden. Ohne rücksichtslos zu sein, stehen sie für sich selbst ein und verwirklichen ihr Leben. So zu sein, wie sie wirklich sind, macht ihr Charisma aus.

Wie innen, so außen Charisma entwickeln hat also viel mit Selbstfindung, Selbsterkenntnis, Selbstbewusstsein und dem Mut „ich selbst zu sein“ zu tun. Davon profitiert auch das Umfeld. Was wir innerlich fühlen, strahlen wir nach außen aus. Wer sich selbst gut kennt, mit sich klar kommt und sein Leben selbstverantwortlich ge­staltet, kann in der Regel auch mit anderen Menschen gut umgehen. Wer es nicht notwendig hat, sich selbst zu beweisen, zu verstecken oder zu verteidigen, kann offen sein gegenüber Neuem. Charismatische Menschen

können auf andere Menschen wirklich eingehen, zuhören und Lösungen finden, von denen alle Beteilig­ten profitieren. Dort wo andere sagen „Das geht nicht!“ fragen sie „Wie kann es funktionieren?“, „Wie schaffen wir das?“. Die eigene innere Sicherheit bewirkt Optimismus, Zu­ver­sicht und ein souveränes Auftreten.

Entfalten Sie Ihr Charisma! Sie wünschen sich mehr Charisma? Jeder trägt diese Fähigkeit in sich, aber die wenigsten Menschen nutzen ihr charismatisches Potential. Charisma gehört leider nicht zur Allgemeinbildung und die entscheidenden Faktoren werden auch an der Universität nicht gelehrt oder trainiert. Aus diesem Grund bietet das TU Career Center ein spezielles Charisma-Training an, das Ihnen dabei hilft Ihr ureigenes charismatisches Po­ten­ tial zu entdecken und erfolgreich ein­ zusetzen.

Tipp Ein praxisorientierter Workshop, der Ihnen hilft, Ihr Charisma zu entfalten und authen­ tisch nach außen zu strahlen. Mit gezielten Methoden lernen Sie Ihre Wirkung auf Ihre Umgebung zu steigern und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der 1 ½ tägige Workshop gliedert sich in zwei Teile. Teil 1: Das innere Programm Ausstrahlung ist weit mehr als antrainiertes Verhalten. Hier lernen Sie unter anderem: • Klarheit & Fokus: Wertereflexion, innere Beweggründe erkennen, Prioritäten setzen • Update: Innere Programme mit den persönlichen Entwicklungszielen abgleichen • Wohlbefinden auf Abruf: Moment of Excellence & Moment of Importance • Innere Gelassenheit und Authentizität, die sichtbar und spürbar ist • Sendungsbewusstsein: sich darüber klar werden, was man bewirken und welche Spuren man hinterlassen will Teil 2: Die Wirkung nach außen Wer „wirken“ bzw. etwas „bewirken“ will, braucht die Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzustellen. Hier lernen Sie unter anderem: • Rapport herstellen • Das Geheimnis der Empathie • Achtung Wahrnehmungseinschränkung: Durch welche Brille sehen Sie die Welt? • Überzeugend sprechen: Wie Sie transportieren, was Ihnen wichtig ist. • Begeisterung, die ansteckend ist Informationen zu den nächsten Trainingsterminen finden Sie auf unserer Website unter www.tualumni.at.

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Rhetorik – Eine Frage der Technik?

Gerhard Felbermayer

Tipps von Gerhard Felbermayer, Unternehmensberater und Dipl. Coach

Sprechen ist ein Ausdruck der Persönlichkeit! Nur was innerlich an Klarheit, Sicherheit und Überzeugung vorhanden ist, kann glaubwürdig nach außen dargestellt werden und bei Menschen Resonanzen erzeugen. Wie kommen Sie nun zu Klarheit, Sicher­ heit und Überzeugung? Und, wie transportieren Sie Ihr Thema so, dass Ihre Zuhörer/innen Ihnen gerne zuhören? Dazu hat Gerhard Felbermayer, selbstän­ diger Unternehmensberater und Dipl. Coach, einige Tipps, die Sie sofort (z. B. bei Referaten, Präsentationen oder Reden) umsetzen können.

Ein klares Ziel haben „Bevor Sie Ihre Präsentation bzw. Ihre Rede vorbereiten, sollten Sie sich zunächst über Ihr Ziel im Klaren sein“, rät der erfahrene Rhetoriktrainer. Möchten Sie Menschen mit Ihren Informationen begeistern, wachrütteln oder zum Nach­ denken anregen? Möchten Sie ein Produkt präsentieren oder Ihre Forschungs-

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ergebnisse vorstellen und vielleicht For­schungsgelder lukrieren? Oder wollen Sie einfach nur Zahlen, Daten und Fakten „loswerden“? Das sind Fragen, die Sie sich unbedingt beantworten sollten, bevor Sie überhaupt beginnen Ihren Stoff aufzuarbeiten. Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal passiert, dass Sie einen Vortrag gehört haben, wo Ihnen danach gar nicht klar war, was der/die Vortragende eigentlich aus­ sagen wollte. Beugen Sie diesem, leider sehr häufig anzutreffenden, Fehler vor und legen Sie Ihr Ziel fest. So wird es Ihnen gelingen für Klarheit zu sorgen. Fragen wie „Welchen Nutzen haben meine Zuhörer/innen von meinem Vortrag?“ oder „Was ist das Besondere daran?“ können Ihnen ebenfalls dabei helfen, ein klares Ziel zu definieren.

Empfänger/innen/gerechte Kom­ munikation „Der Wurm muss dem Fisch schmecken“, meint Herr Felbermayer, „daher ist für eine gute Vorbereitung nicht nur das

Thema an sich wichtig sondern auch das Publikum, dem ich das Thema näher­ bringen möchte.“ Für eine Präsentation unter Studienkolleg/inn/en wird eine andere Sprache, eine andere Struktur bzw. ein anderes Auftreten passend sein als für eine Präsentation auf einem internationalen Fachkongress.

Weiche Faktoren mit harten Folgen Als Nächstes bringt der Unternehmensberater „weiche Faktoren mit harten Folgen“ zur Sprache. „Menschen, die überzeugend auftreten, die sich wortgewandt und charmant ausdrücken kön­n en, werden sich immer besser durchsetzen können“, meint der Fachmann. „Zu einem überzeugenden Redner bzw. einer überzeugenden Rednerin gehören nicht nur die optische Erscheinung und die richtigen Worte. Vor allem die Ausstrahlung zählt hier“, erzählt er weiter. Nach dem Motto: „Was innerlich da ist, kann nach außen strahlen“, rät er

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dazu die eigene innere Haltung zu überprüfen. Kleine fachliche Unsicherheiten lassen sich durch eine gründliche Vorberei­tung gut in den Griff bekommen. Schwieri­ger verhält es sich da mit Lampenfieber, Nervosität oder der Angst, „das Gesicht zu verlieren“. Auch die Angst sich zu blamieren oder sich vor allen Menschen lächerlich zu machen, bereitet vielen Redner/inne/n schlaflose Nächte. Auch dafür hat der Fachmann professio­ nelle Unterstützung anzubieten. „Mittels Entspannungstechniken und Mentaltraining, das übrigens auch im Leistungssport eingesetzt wird, lässt sich da oft sehr leicht und schnell Abhilfe schaffen“, weiß Herr Felbermayer. Besonders Atemübungen gibt er gerne weiter. „Angst ist der Feind des Atems und die Atmung ist der Feind der Angst“, erklärte er bei seinem Workshops auf der TUday10 – Die Jobmesse der TU Wien. Er meint: „Neben dem rhetorischen Handwerkszeug ist es auch wichtig, dass die Redner/innen ständig Zugang zu ihren inneren Ressourcen haben. Fühlt sich ein Redner oder eine Refe­rentin wohl, hat er/sie einen sogenannten „guten inneren Zustand“. Dann kann er/sie auch sicher und ruhig mit Einwänden, Gegenargumenten oder un­ angenehmen Fragen umgehen“, weiß der Unternehmensberater aus eigener Erfahrung.

Struktur und Lebendigkeit Nun wissen Sie, was Ihr Ziel ist, Sie haben sich mit Ihrem „Publikum“ auseinander gesetzt und Sie haben gelernt, einen guten inneren Zustand zu halten und dadurch eine positive Ausstrahlung zu haben. Jetzt ist es an der Zeit sich mit der Struktur, dem sogenannten roten Faden, auseinanderzusetzen und damit, wie Sie Ihr Thema lebendig vermit­ teln können. „Die beste Struktur ist wenig Wert, wenn Ihnen die Zuhörer/ innen einschlafen“, meint Felbermayer.

Grundlagen der Kommunikation Die Auseinandersetzung mit Grund­ lagenwissen zum Thema Kommunikation ist dabei sehr hilfreich. Die Kanäle, mit

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denen Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. So ist beispielsweise bei vielen Menschen der visuelle Sinn besonders stark. Diese Menschen brauchen visuelle Reize, um Inhalte leicht und gerne aufnehmen zu können. Anders verhält es sich mit kinästhetischen Menschen. Diese lieben Bewegung und möchten Dinge gerne in die Hand nehmen und angreifen. Um einen Vortrag interessant und lebendig zu gestalten, ist es wichtig auf die unterschiedlichen Typen einzugehen. „Jeder Typ fühlt sich durch andere „Zugänge“ angesprochen, und Sie als Redner/in können ganz leicht auf diese Bedürfnisse eingehen und Ihr Thema entsprechend präsentieren“, erklärt Fel­ ber­mayer, „wenn es Ihnen gelingt in den Köpfen Ihrer Zuhörer/innen Bilder, Emotionen und neue Gedanken entstehen zu lassen, werden die Menschen Ihnen gerne zuhören.“

Geeignete Struktur „Egal ob mit Hilfe der „Kette“, der „Synthese“ oder der „Alternative“, ein guter Spannungsbogen muss her“, meint Herr Felbermayer. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, die Sie verwenden können. Wichtig ist, dass Sie sich für eine geeignete Variante entscheiden und diese dann auch einhalten. Die Struktur ist wesentlich für die eigene Sicherheit, die Klarheit und auch für das Verständnis durch das Publikum. „Bauen Sie Ihr Thema Schritt für Schritt auf und schaffen Sie dadurch Klarheit und Verständnis bei Ihren Zuhörer/inne/n“, rät Felbermayer.

Authentizität – Den eigenen Stil finden „Worthülsen auswendig zu lernen und Verhalten von anderen zu kopieren macht keinen wirklich guten Redner bzw. gute Rednerin aus. In vielen durchaus guten Büchern zum Thema können Sie Tipps nachlesen wie: suchen Sie sich einen festen Stand, halten Sie Blick­kon­ takt, reden Sie langsam, in die Hände gehören nicht die Hosentasche usw. Diese Tipps gelesen zu haben ist eine Sache, und sicherlich eine Wichtige. Noch wichtiger ist es die Dinge selber auszuprobieren, den eigenen Stil zu finden, im entscheidenden Moment ruhig zu bleiben und die Menschen begeistern zu können“, meint der erfahrene Unternehmensberater. Das lernen Sie aber nicht durch ein Buch, sondern nur durch die Übung. Daher empfiehlt der Rhetorikfachmann allen Menschen, die Reden halten müssen, einen Workshop zum Thema zu besuchen. „Learning by training and by doing“, ist die Devise von Gerhard Felbermayer.

Tipp Erleben Sie den Unternehmensberater und Dipl. Coach persönlich und lernen Sie in einem übungsreichen und lebhaften Workshop, an Ihre persönliche Bestleistung zu gehen. Lösen Sie Sprechblockaden auf, erlernen Sie praktisches Handwerkszeug und optimieren Sie Ihre rhetorischen Fähigkeiten. In seinen Workshops werden Sie an die Quelle Ihrer inneren Ausstrahlungskraft geführt. Die nächsten Termine finden Sie auf der Website www.tualumni.at unter der Rubrik Events.

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„Stairway to heaven” oder „Highway to hell”?

Dr. Thomas M. Schneidhofer und Mag. Markus Latzke

Über den Zusammenhang von Studien- und Karriereerfolg. Thomas M. Schneidhofer & Markus Latzke, Interdisciplinary Group for Management and Organisational Behaviour, WU Vienna

Non vitae, sed scholae discimus “Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir”, hat der römische Philosoph Seneca seinen Kollegen dereinst an den Kopf geworfen, um deren „unmäßige Sucht nach Gelehrsamkeit“ zu kritisieren. Heutzutage wird das Bonmot gerne umgedreht, um damit die Vermittlung vermeintlich zweckfreien Wissens dem Leben zu­zuschreiben. Beiden Zitaten geht es also um das gleiche: Der Sinn des Lernens ist im Leben zu suchen, nicht im Strebern selbst. Abgesehen von einer Makroperspektive, die den Philosophen Konrad Paul Liessmann (in Verbindung mit einer Veränderung der Hochschullandschaft)

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eine Theorie der Unbildung konzep­ tualisieren ließ, lässt sich auch auf individueller Ebene die Frage stellen, inwiefern und inwieweit es sich auszahlt, nächtelang zu lernen, jahrelange Gehaltseinbußen und so manche Demütigung in Kauf zu nehmen um vermeintlich später groß abzusahnen – sei es gemessen am Gehalt, oder in erhöhter Lebenszufriedenheit. Dabei zeigt eine Metastudie aus dem Jahr 1985 bereits, dass im hoch­quali­ fizierten Bereich (also für Architekt/ inn/en, Techniker/innen und Wissen­ schaftler/innen aus ver­schiedenen For­ schungszweigen, ins­­besondere Technik, Mathematik oder Naturwissenschaf­

ten), die Stu­dienleis­tung weder für die spätere Be­rufs­l eistung (gemessen an Ver­ö ffentlichungen oder Leistungsbeurteilungen) noch für außergewöhnlich kreative Lei­stungen von besonderer Wichtigkeit ist. Betrachtet man aber das Ge­halt oder ähnliche Parameter von „adult success“, dann findet man Zusammenhänge zwischen universitären Leistungen und Erfolgsvariablen – allerdings nur sehr schwache. Deshalb hat es sich eine Wiener Forschungsgruppe zur Aufgabe gemacht, die Veränderung von Management­ karrieren zu verfolgen. Das Vienna Career Panel Project (ViCaPP) der in­ter­ disziplinären Abteilung für Verhaltens-

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telwert als Lagemaß aber bräuchte), macht ein erfolgreiches Studium wohl mehr aus: Studiendauer, gesammelte (Arbeits-)Erfahrungen während der Ausbildung und Zusatzqualifikationen sowie Auslandserfahrungen.

Führ‘ mich zum Schotter!

wissenschaftlich orientiertes Mana­ ge­ment der WU Wien hat (gefördert vom FWF) die Karriereverläufe von WU Absolvent/inn/en mittels Längschnittsdesign untersucht. Das bedeutet, dass im Zuge des Projekts die Karrieren unterschiedlicher Absolvent/inn/enjahrgänge bzw. Kohorten (1970, 1990, 2000 und 2010) über einen längeren Zeit­­ raum hinweg verfolgt werden. Damit lässt es Alumnis selbst die Frage beant­ worten, ob das Studium die Treppe in den Himmel bedeutet – oder die Schnellstraße in die Hölle.

Hey Mamma, look at me – I‘m on my way to the promised land Allerdings wäre es zu wenig, Studien­ erfolg einfach mit dem Notendurchschnitt gleichzusetzen; hier müssen auch andere mögliche erfolgsrelevante Kriterien herangezogen werden. Denn abgesehen davon, dass man dies streng statistisch gar nicht dürfte (Noten sind ordinal skaliert und ich habe Grund zur Sorge, dass der Unterschied zwischen Note 1 und 2 nicht gleichgroß ist wie der zwischen Note 4 und Note 5 – was ich für den Mit-

Empfohlene Literatur Bretz, R. D. Jr. (1989): College grade point average as a predictor of adult suc­cess: a meta-analytic review and some additional evidence. In: Public Personnel Management Journal, 18(1): 11-22. Jones, Ethel B. / Jackson, John D. (1990): College grades and labor market rewards. In: Journal of Human Resources, 25(2): 253-266. Mayrhofer, Wolfgang / Schiffinger, Michael (2005): Einmal gut, immer gut? Zum Zusammenhang von Studien- und Karriereerfolg. In: Wolfgang Mayrhofer / Michael Meyer / Johannes Steyrer (Hg.), Macht? Erfolg? Reich? Glücklich? Einflussfaktoren auf Karrieren. Wien: Linde international: 132-155. Roth, Philip L. / Clarke, Richard L. (1998): Meta-analyzing the relation between grades and salary. In: Journal of Vocational Behaviour, 53(3): 386-400. Strunk, Guido / Hermann, Anett / Praschak, Susanne (2005): Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen. In: Wolfgang Mayrhofer / Michael Meyer / Johannes Steyrer (Hg.), Macht? Erfolg? Reich? Glücklich? Einfluss­ faktoren auf Karrieren. Wien: Linde international: 211-242.

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Und siehe da: Noten haben zu Job­ beginn keinen Einfluss auf das Ein­ kommen. So liegt z. B. das mittlere Einkommen von Absolvent/inn/en mit einem Notendurchschnitt von <2 bei € 28.614 und bei >2,9 bei € 28.652. Das ist also nicht der Unterschied, der den Unterschied macht. Lohnt sich das Strebern etwa gar nicht? Ein Blick auf die Daten im Zeitverlauf gibt ein differenziertes Bild. Noten werden mit den Jahren immer wichtiger, wobei sich dann natürlich die Frage auftut, ob es wirklich der Studienerfolg ist, der zum objektiven Karriereerfolg führt, oder die Fähigkeiten bzw. Merkmale, die hinter dem Studienerfolg stehen (wie z. B Gewissenhaftigkeit, emotio­ nale Stabilität oder etwa Leistungs­ streben), die ihrerseits das Einkommen moderieren. Bei der Studiendauer hingegen macht sich ein Unterschied bereits beim Jobeinstieg bemerkbar: Allerdings sind es hier die langsameren Studierenden (>14 Semester, € 33.080), die schnelle Studierende ausbremsen (<8 Semester, € 27.620). Das mag auf den ersten Blick verwundern, hängt aber vielleicht mit dem Bonus der Berufserfahrung zusammen, den in diesem Falle zu Unrecht so genannte „Bummelstudie­ rende“ mehrheitlich lukrieren. Die zahlt sich nämlich besonders in der frühen Karrierephase aus, d. h. je mehr man an einschlägigen Prakti­ kumserfahrungen bereits in den ersten Job mitnimmt, desto lukrativer, selbst wenn man dafür auch länger studieren muss. Die Stärke des Zusammenhangs wird im Laufe der Karriere aber immer geringer und ist darüber hinaus ab dem 4. Karrierejahr nicht mehr signifikant. Der Schritt aus dem „Hotel Mama“ bzw. das Ausbrechen aus gewohnter territorialer Umgebung für zumindest drei

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Monate scheint eine positive Investi­ tion in die eigene finanzielle Zukunft zu sein. Die Auslandserfahrung als dritter Parameter zahlt sich sowohl von Beginn an aus, als auch im Zeitverlauf. Jedoch ist auch hier Vorsicht bei der Interpretation geboten, weil die Daten zeigen, dass es sich um eine spezielle Studierendenpopulation handelt, die freiwillig ins Ausland geht. Diese Studierenden sind strebsamer, vom Persönlichkeitsprofil her erfolgs­ salienter (weil besonders leistungswillig und initiativ) und auch von einer „höheren“ sozialen Herkunft. Und letztere ist überhaupt der stärkste Varianzerklärer beim Einstiegsgehalt. Deshalb überrascht es auch nicht, dass der Gehaltsvorsprung der Studierenden mit Auslandsaufenthalt (von mehr als drei Monaten) von Beginn an vorhanden ist und diese Lücke über die Zeit noch größer wird. Bevor jetzt die „Ich-hab’s-immer-schongewußt- es-ist-nur- eine -Frage - der-

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DNA“-Vertreter/innen aus allen Löchern sprin­gen und den Erfolg ihres Slo­gans propagieren: Es gibt Indizien dafür, dass es einen Trade-off zwischen so­ zia­ler Herkunft und Persönlichkeits­ variablen gibt. Das heißt, dass die soziale Herkunft zu Beginn der Kar­ riere erfolgswirksam ist. Jedoch nimmt dieser Effekt stetig im Zeitverlauf ab, während der Einfluss der Persönlichkeitsvariablen fast im gleichen Ausmaß zunimmt. Deswegen vielleicht auch die Erfolgsträchtigkeit von Noten in der späteren Karriere: Da werden Persönlichkeitseigenschaften, die auch für gute Noten verantwortlich sein könn­ ten, relevanter.

It’s the personality, stupid!? Aber auch der Umkehrschluss ist schlicht falsch. Es kommt nicht nur auf eine/n selbst an, auch nicht „in the long run“. Dazu gibt es noch viel zu viele strukturelle Ungleichheiten (wie z. B. Geschlecht) oder kontextuelle

Einflussfaktoren (wie z. B. Branche), die eine Rolle spielen. Männer verdienen im Verlauf von zehn Karrierejahren knapp € 71.000 mehr als Frauen, die sich in nichts von ihnen unterscheiden als im biologischen Geschlecht (also auch nicht im Studienerfolg). Nicht zuletzt sind auch soziale Netzwerke und das österreichische „Vitamin B“ Erfolgsprädiktoren: Sowohl die Anzahl der Kontakte als auch die Beschaffenheit der Netze (die Besetzung sogenannter „struktureller Löcher“) wirkt sich positiv auf den Karriereerfolg aus. Deswegen überrascht es auch nicht, dass das Modell zur Erklärung des Karriereerfolges durch den Studien­ erfolg gerade einmal knapp 2 % der Varianz erklärt: Die Wirklichkeit ist zu komplex, als sich durch das Studium allein erklären zu lassen. Insofern lässt sich die im Titel gestellte Frage auch nur paradox beantworten: Ein Studium ist wohl beides – und gleichzeitig auch keines von beidem.

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Willkommen in der Patchwork-Ära

Zeljana Juric

Das Studium schnell abschließen, den passenden Job finden und schon steht einer langjährigen Karriere nichts mehr im Wege – das ist das Ziel vieler Studierender. Doch was passiert, wenn der erste Job auf die Projektdauer befristet ist? Was, wenn in dem gewünschten Bereich nur Praktika angeboten werden? Man kann doch nicht alle paar Jahre das Unternehmen wechseln, oder? Mit diesen Fragen sehen sich sehr viele Absolvent/inn/en bei der Jobauswahl kon­frontiert. Sobald die Suche nach dem richtigen Job beginnt, schwinden die Illus­ionen einer hierarchischen Lang­zeit­ karriere. Spätestens nach den ersten Vor­ stellungsgesprächen wird einem klar, dass der klassische Berufsweg Geschich­te ist. Viele haben nur noch die Möglichkeit von Praktikum zu Praktikum zu schlendern, Projekte in Angriff zu neh­men oder sich als Freelancer zu versuchen. Und so be­ ginnt man, den eigenen Lebenslauf aus verschiedensten Teilen „zusammenzuflicken“, eine Patchwork-Karriere entsteht. In Zeiten der Globalisierung und des immer schneller werdenden technologischen Fortschritts müssen Unternehmen ihre Flexibilität unter Beweis stellen, um sich am Markt behaupten zu können. Aufgrund dessen versuchen sie in kürzester Zeit so gut es geht von ihren Mitarbeiter/inne/n zu profitieren. So werden auch Projektorganisationen bzw. Projektgesellschaften immer häu­ fi­ger. Praktika, Volontariate, freie sowie befris­tete Verträge bestimmen die Zukunft der Patchworker. Viele Young Professionals haben wenige Auswahlmöglichkeiten, um erste Berufs­ erfahrungen vorweisen zu können. An­ dere Mitarbeiter/innen hingegen sind permanent bestrebt, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, doch dies gelingt nur selten in ein- und demsel­ ben Unternehmen über einen längeren Zeitraum. Um der Stagnation zu entfliehen, bleibt nur noch die Möglichkeit den Arbeitsplatz zu wechseln. Ebenso kann die Langeweile bzw. der Reiz nach etwas Neuem die treibende Kraft in das Patchworkerleben sein. Die einen sehen diesen Wandel im Karrieregedanken als Herausforderung, die anderen empfinden jeden Projektab-

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schluss als Verlust einer sicheren Komponente und fühlen sich einer unsiche­ ren Zukunft gegenübergestellt. Unabhängig davon, wie man zum/zur Patch­worker/in wird, ob aus Notwendigkeit oder bewusster Entscheidung, vielen wird rasch klar, dass Jobs nicht mehr lebenslang sicher und Neustarts erforderlich sind. Deshalb ist eine Kar­ riereplanung herausfordernder denn je, wenn nicht gar unmöglich. Unabhängig davon, wie man der Herausforderung einer möglichen Karriere­ planung gegenübersteht, Ziele müssen dennoch festgelegt und die persönlichen Erfolge daraus abgeleitet werden. Hilfreich dafür können folgende Fragen sein: • Wo sehe ich mich in X Jahren? • Was bedeutet Erfolg für mich? • Woran merke ich, dass ich erfolgreich bin? • Welche Fähigkeiten haben mir bisher da­ bei geholfen meine Ziele zu erreichen? • Welche Interessensgebiete habe ich? Klare Antworten auf diese Fragen sind nicht nur der Selbstreflexion dienlich und helfen dabei, seine Ziele klarer zu definieren, sondern stellen sich als wichtig heraus, wenn bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen die Sprache auf die häufig gewechselten Jobs und Arbeitsbereiche kommt. Denn sobald man

diese Fragen für sich beantwortet hat, fällt es einen auch beim Vorstellungsgespräch leichter häufige Jobwechsel zu argumen­tieren. Mittlerweile entwickelt sich eine Art „Kunst“, die bisherigen Lebens- und Ausbildungserfahrungen, wie z. B. Uni, Praktika, Jobs, Projekte, Fortbildungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten, schön in einen Lebenslauf zu verpacken. Denn Personalverantwortliche werfen einen genauen Blick auf etwaige Lücken im Lebenslauf, häufige Jobwechsel stechen sofort ins Auge. Entscheidend bei der Erstellung eines Curriuculum Vitae ist ein roter Faden, der sich erkennbar durchziehen und die Interessens­ge­ biete und Fähigkeiten deutlich hervor streichen sollte. Wer sich hierbei unsicher ist, dem bietet sich die Möglichkeit, externe Spezialist/inn/en zu Rate zu ziehen. Die Expert/inn/en des TU Career Centers helfen dabei gerne weiter und wissen genau, worauf es bei einem guten Lebenslauf ankommt. Den klassischen Karriereweg, in dem man nach der Ausbildung in einen Beruf einsteigt und diesen dann bis zu seiner Pensionierung ausübt, gibt es nicht mehr. Patchwork-Karrieren sind schon lange Realität. Für Job-Suchende ist es wichtig, diese Tatsache im Auge zu behalten, und ihre Vorstellungen und ihr Vorgehen während der Jobsuche entsprechend anzupassen.

Tipp Gerne überprüfen wir Ihre Bewerbungsunterlagen und geben Ihnen wertvolle Tipps. Schicken Sie Ihren Lebenslauf als Word-Dokument an lebenslauf@tucareer.com. Wir freuen uns darauf, Ihnen hilfreiches Feedback zu geben!

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Karriereplanung: Macht es heutzutage noch Sinn eine Karriere zu planen?

Sabine Pavelka

Wer weiß denn schließlich, was in 5 oder gar in 10 Jahren sein wird? Die IT-Branche scheint mir ein gutes Beispiel zu sein. Diese Branche zeigt uns sehr deutlich den schnellen Wandel bzw. den rasenden Fortschritt, dem wir unter­ liegen. Was heute modern ist, darüber wird in 10 Jahren bestenfalls noch müde gelächelt. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Speicherkapazität eines Computers vor 10 Jahren. Heute haben die meisten Handys, Digitalkameras oder USB-Sticks viel mehr Speicherplatz als damals ein durchschnittlicher Computer eines Büroarbeitsplatzes. Und mit einem Handy konnte man vor einigen Jahren „nur“ telefonieren. Heute ist man mit seinem Mobiltelefon ständig online und macht tolle Bilder und Videos. Ein Handy, mit dem man nur telefonieren kann, ist schon lange out. Auch am Arbeitsmarkt kann man einen solchen Wandel verfolgen. Berufe, die vor 10 Jahren gang und gäbe waren, sind heute ausgestorben. Früher war der

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Karriereplanung

Traum vieler Heranwachsender, Mecha­ niker/in zu werden. Ein Beruf, den es heute nicht mehr gibt. Jetzt werden Jugendliche stattdessen Karosseriebau­ techniker/innen oder Mechatroniker/ innen, die sich um Ihr Auto kümmern. Es gab eine Zeit, da wurden Radios und Fern­seher repa­riert – von einem/einer Radio- und Fernseh­mechaniker/in. Da­ mals ein be­liebter Beruf, heute nicht mehr gebraucht und in Vergessenheit geraten. Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viele Menschen getroffen, die sich im Laufe ihres Berufslebens nie Ge­

danken über Karriere, Weiterentwicklung oder berufliche Zukunft gemacht haben. Sie haben ihre Berufe ausgeübt, haben damit ihren Lebensunterhalt verdient und dabei vergessen darauf zu achten, dass das Leben sich verändert. Einer dieser Menschen war Tom. Tom hatte „übersehen“, dass sich viele Bereiche rasant weiterentwickelten und er selber nicht. Er liebte seinen Job und er war, keine Frage, richtig gut in seinem Fachbereich. Sein Problem war nur: er veränderte sich nicht mit, er entwickelte sich nicht weiter, er bildete sich nicht

Tipp Wenn Sie sich für Ihre Karriereplanung professionelle Unterstützung holen wollen, wenden Sie sich an das Beratungsteam des TU Career Centers. Die Coaches und Beraterinnen helfen Ihnen gerne dabei, Ihre berufliche Laufbahn zu planen und aktiv zu gestalten.

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weiter. Im Zuge der Umstrukturierung des Unternehmens, für das er arbeitete, wurde Tom – aus Mangel an Flexibilität – „unbrauchbar“ und wurde gekündigt. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass es für Tom nicht leicht war, einen neuen Job zu finden. Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich viele dieser „Toms“ kennenge­ lernt. Sie kamen aus unterschiedlichen Branchen und aus allen Bildungs- und Hierarchieebenen. Was können Sie also tun, um nicht wie Tom am beruflichen Abstellgleis zu landen? Ja, Sie können Ihre Karriere planen. Sie können genau heute damit beginnen. Glauben Sie aber bitte nicht, dass Sie heute Ihren Berufsweg ausarbeiten, in den ersten Job einsteigen und damit die Karriereplanung erledigt haben. Vielmehr sollten Sie Karriereplanung als einen langfristigen Prozess verstehen, der auf der einen Seite sehr klar und auf der anderen Seite auch sehr flexibel sein soll. Diesen Prozess sollten Sie immer wieder überprüfen, denn nur so kann es Ihnen gelingen alle Faktoren, die Ihr Berufsleben beeinflussen werden, im Auge zu behalten. Sie können dadurch rechtzeitig reagieren und Veränderun­ gen vornehmen. Eine gelungene Karriereplanung beschäftigt sich u. a. mit Themen wie dem Jobeinstieg, hierarchischen Aufstiegsmöglichkeiten bzw. Karriereschritten, Work-Life-Balance, Burnoutprophylaxe, Beruf und Familie, Weiterentwicklung oder Berufssaustieg. Wie Sie vielleicht schon gehört oder gelesen haben, sind Patchworkkarrieren immer üblicher und werden in Zukunft den Daueranstellungen „den Rang ablaufen“. (Mehr dazu können Sie im Kapi­ tel 2 nachlesen.) Um dafür gut ausgerüstet zu sein, beginnen Sie am besten gleich heute mit Ihrer Karriereplanung. Überlegen Sie sich am besten schon während Ihres Studiums „wohin die Reise gehen soll“. Dazu einige Tipps:

Überblick schaffen Um schon während des Studiums einen guten Überblick über die vielen Möglichkeiten zu bekommen ist es wichtig, so früh wie möglich den Kontakt zu

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Karriereplanung

potentiellen Arbeitgebern zu suchen. Exkursionen oder Firmenpräsentationen bieten sich an um herauszufinden, welche Tätigkeitsbereiche oder Arbeitsfel­ der in einem Unternehmen geboten werden. Durch Praktika, Ferienjobs oder Traineeprogramme können Sie herausfinden, welche Tätigkeiten Ihnen Spaß machen bzw. welche Aufgabenberei­che gut zu Ihnen passen.

bzw. wie viel Freizeit Sie brauchen, um „rund zu laufen“ und um voll leistungsfähig zu bleiben. Übrigens, wer genau weiß, was er/sie will bzw. was er/sie nicht will, kann sich bei einem Bewerbungsgespräch viel klarer und sicherer ausdrücken und kommt bei den Personalist/inn/en dadurch viel besser an.

Klarheit über die eigenen Fähig­ keiten und Fertigkeiten gewinnen Was macht mir Spaß? Welche Art von Arbeit macht mir Freude? Welche Art von Arbeit kostet mir Kraft und Energie? Wo möchte ich mich gerne weiterentwickeln? Worin bin ich gut? Worin bin ich nicht ganz so gut? Stellen Sie sich diese und ähnliche Fragen um Klarheit über Ihre Fähigkeiten zu bekommen. Menschen, die ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt sind, leisten mehr und haben wesentlich mehr Spaß an ihrer Tätigkeit.

Klarheit über die eigenen Werte Was ist wertvoll für mich? Was ist mir „etwas“ wert? Ist es Freizeit, Weiterentwicklung, Familie oder Erfolg? Erstellen Sie am besten eine persönliche Werteliste. Schreiben Sie dazu alle Werte auf, die Ihnen einfallen. Wenn Sie alle gesammelt haben versuchen Sie, diese in eine Rangordnung zu bringen. Eventuell gleichen Sie Ihre Werteliste auch mit den Werten Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin ab. So können Sie gleich überprüfen, ob Sie in eine gemeinsame Richtung gehen, und böse Überraschungen vermeiden.

Klärung der eigenen Rahmenbe­ dingungen Dazu gehört u.a. die Auseinandersetzung mit den Gehaltsvorstellungen. In dem Zusammenhang sollten Sie sich überlegen, was für Sie alles zum Gehalt zählt. Ist es die Summe, die am Monats­ ende auf Ihr Konto überwiesen wird, oder auch die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die Ihnen geboten werden? Klären Sie auch für sich ab, wie viel Freizeit sie gerne hätten

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Bin ich der/die Richtige? Stelleninserate richtig lesen

Mag. Daniela Haiden

Stelleninserate sind für Sie als Bewerber/in die erste Informationsquelle über Ihren potentiellen künftigen Job. Aber nur, wer die Ausschreibung richtig liest und korrekt interpretiert, kann seine Bewerbungsunterlagen perfekt darauf abstimmen und sich bestmöglich auf den Auswahlprozess vorbereiten. Der Bewerbungsprozess beginnt für Sie als Bewerber/in nicht erst beim Vorstellungsgespräch, sondern bei der – hoffentlich gezielten – Suche nach offenen Positionen. Dazu nutzt man am besten mehrere Informationsquellen: Karriereteile in Printmedien, Onlinejobbörsen und Unternehmenswebsites. Um nun aus der Vielfalt der veröffentlichten Stel­ leninserate Ihren Traumjob auszuwählen, ist es notwendig 1) Ihre persönlichen Suchkriterien zu definieren: Dazu müssen Sie sich im Klaren sein, in welcher Branche Sie tätig sein wollen, welche Funktionsbereiche Sie ausüben möchten und welche Rahmenbedingungen (z. B. Dienstort, Reisebereitschaft) für Sie in Frage kommen. 2) Neben dieser systematischen Herangehensweise ist auch die aufmerksame Durchsicht und Analyse der

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Richtig bewerben

Inserate ein wichtiger Faktor bei der Selektion der passenden Jobangebote. Bin ich der/die Richtige? – Diese Frage können Sie sich selbst und in weiterer Folge Ihrem künftigen Arbeit­ geber umso besser beantworten, je genauer Sie verstehen, welche Aufgaben zur Position gehören und welche Anforderungen an Bewerber/ innen gestellt werden. Das Stelleninserat selbst unterteilt sich in den meisten Fällen in folgende Abschnitte: 1. Unternehmensporträt oder Selbstdarstellung des Unternehmens 2. Positionsbeschreibung 3. Anforderungen an die Position (fachliche und persönliche Qualifikation) 4. Leistungsangebot („Wir bieten“ oder „Unser Angebot“) 5. Art der Bewerbung

Im Unternehmensporträt erhalten Sie wichtige Informationen über das Unternehmen, wie z. B. Branche, Geschäftsbereiche, Produkte oder Dienstleistungen. In diesem Abschnitt wird auch der Standort, der zumeist dem Dienstort ent­ spricht, genannt. Grundsätzlich gilt: je unbekannter ein Unternehmen ist, desto präziser stellt es sich üblicher­weise vor. Wenn Unternehmen Personalberater/ innen mit der Selektion und Auswahl von Bewer­ber/inne/n für vakante Positionen betrauen, werden üblicherweise ver­deckte Inserate geschalten. Solche er­kennt man an den Wortlauten „Unser Kunde sucht …“, „Im Auftrag unseres Kunden…“ oder „Unser Kunde zählt zu den…“. In der Positionsbeschreibung erfährt der/die Bewerber/in, welches Aufgabengebiet übernommen werden soll. In einigen Sätzen oder Punkten werden

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Anforderungsprofile erwecken auf den ersten Blick oft den Eindruck, dass nur die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“ gesucht wird. Wichtig hierbei ist es, auf den richtigen Wortlaut zu achten. Dadurch erkennen Sie, ob es sich bei den beschriebenen Anforderungen um Muss- oder Soll-Kriterien handelt. •M  uss-Kriterien sind unabdingbare Vor­aussetzungen für die Position und in jedem Fall zu erfüllen. Man kann sie durch folgende Formulierungen erken­ nen: verfügt über, wir setzen voraus, unabdingbar sind, … • Soll-Kriterien bringen Pluspunkte bei der Bewerbung, sind aber nicht zwingend zu erfüllen. Folgende Ausdrücke sind dafür typisch: wünschenswert sind, nach Möglichkeit, und/oder, idealerweise, von Vorteil, … die wichtigsten Aufgaben und Tätigkeits­ schwerpunkte der Stelle beschrieben. Dieser Abschnitt gibt Ihnen die Gelegenheit zu überprüfen, ob Sie für diese Aufgaben qualifiziert sind, Sie in diesen Tätigkeiten schon praktische Erfahrung haben und nicht zuletzt, ob Ihnen diese Aufgaben auch Spaß machen. Wird man in diesem Abschnitt mit einer Vielzahl von Anglizismen (wie etwa Business Unit Power, Packaging Design Engineer) kon­ frontiert, lässt das oftmals darauf schließen, dass im Unternehmen sehr großer Wert auf die englische Sprache gelegt wird und daher gute Englischkenntnisse von großer Bedeutung sind.

FactBox

Unternehmen beschreiben gerne ein optimales Anforderungsprofil, das kaum ein/e Bewerber/in zu 100 % erfüllen kann. Wichtig ist, dass Sie alle MussKriterien erfüllen. Wenn Sie insgesamt rund 60-70 % der Anforderungen er­ füllen, lohnt sich eine Bewerbung auf jeden Fall. Wenig sinnvoll ist es, sich auf Positio­nen zu bewerben, die nicht den eigenen Qualifikationen ent­spre­ chen. Um dies zu vermeiden, er­stellen Sie eine Liste mit den Muss- und Soll-Kriterien und vergleichen diese mit Ihren eigenen Qualifikationen. Eine Bewerbung macht in den meisten Fäl-

Checkliste für Stelleninserate

Welche Informationen über das Unternehmen sind verfügbar? Wie gut erfülle ich die fachlichen und persönlichen Qualifikationen? Bin ich über- oder unterqualifiziert?

Welche Muss- und Soll-Kriterien sind angeführt? Wird ein/e Ansprechpartner/in genannt? Ist eine Kurzbewerbung oder sind aussagekräftige Bewerbungsunterlagen gefordert? Sollen die Bewerbungsunterlagen per Post oder E-Mail gesendet werden, oder gibt es die Möglichkeit einer Onlinebewerbung? Habe ich alle Hinweise beachtet?

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Richtig bewerben

len bei klarer Über- oder Unterquali­fi­ zierung keinen Sinn. Die angegebene Art der Bewerbung sollte unbedingt eingehalten werden. Wenn Kurzbewerbungen gefordert sind, reichen ein Anschreiben und ein tabel­ larischer Lebenslauf aus. Bei aussage­ kräftigen Bewerbungsunterlagen sind zusätzlich noch Qualifikationen mit Zeug­ nissen oder Zertifikaten zu bele­gen. Achten Sie immer auf die Voll­ständigkeit Ihrer Bewerbungsunterlagen. So verhin­ dern Sie, dass Schlampigkeit Ihrem Traum­job im Wege steht. Beachten Sie auch, ob die Unterlagen per E-Mail oder postalisch gesendet werden sollen, oder ob eine Online-Bewerbung möglich bzw. erforderlich ist. Auf Stellenanzeigen sollten Sie sofort reagieren, vor allem bei Printmedien. Bei Onlinemedien können Sie davon ausgehen, dass eine Position so lange offen ist, wie das Inserat online ist. Sind mehr als zwei Wochen seit der Stellenausschreibung vergangen, sollten Sie jedoch auf jeden Fall nachtelefonieren und fragen, ob Ihre Bewerbung noch berücksichtigt werden kann. Der Griff zum Telefon macht auch Sinn, wenn ein Inserat zu viel Raum für Interpretationen lässt. Rufen Sie aber auf keinen Fall an, nur um sich einmal bei der Ansprechperson im Unternehmen gemeldet zu haben. Wenn Sie ein Stelleninserat richtig verstanden haben, steht einem perfekten Anschreiben nichts mehr im Wege. Arbeiten Sie wichtige Anforderungen darin ein. Beschreiben Sie Ihre Qualifikationen und Stärken für die Position, belegen Sie diese mit Beispielen oder näheren Ausführungen. Geben Sie darin auch Antwort auf Fragen wie „Warum bewerbe ich mich für diese Stelle?“ oder „Warum gerade dieses Unternehmen?“. Wenn im Stelleninse­ rat Angaben über Gehaltsvorstellungen oder den möglichen Arbeitsbeginn gefordert werden, haben Sie im Anschreiben die Möglichkeit darauf ein­ zugehen.

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Musterstelleninserat Es handelt sich hierbei um ein verdecktes Stelleninserat, der genaue Firmenwortlaut wird nicht genannt. Das Unternehmen sucht über einen Personalberater. Unser Kunde ist ein führendes Unternehmen für die Herstellung von Stärkeprodukten an Standorten in Österreich, Ungarn und Rumänien. Für den Produktionsstandort im Norden von Wien, suchen wir für unseren Auftrag­geber eine/n motivierte/n und ambitionierte/n Mitarbeiter/in als

Technische/r Assistent/in der Geschäftsführung Überlegen Sie sich Folgendes: Wie stark ist mein Interesse an dem Aufgabengebiet? Traue ich mir diese Aufgaben zu? Machen sie mir Spaß? Ihr Aufgabengebiet: •U  nterstützung der Geschäftsführung als Assistent/in im technischen Bereich • L eitung/ Unterstützung von Sonderprojekten in den Bereichen Technologie, Produktion und Investition • E nger Kontakt mit den Standorten in Österreich, Ungarn und Rumänien sowie Betreuung, Koordination und Super­ vision von einzelnen Themen­gebieten • S tandortübergreifende Koordinationsaufgaben im technischen Bereich sowie Organisation des technischen Berichtswesens Alle angeführten Studienrichtungen, aber auch ähnliche Disziplinen kommen gleichwertig in Frage. Ihr Profil: •A  bgeschlossenes Studium (Universität, Fachhochschule) in Verfahrens­technik, Maschinenbau oder einer verwandten Disziplin An dieser oder ähnlichen Formulierungen erkennt man Einstiegspositionen (ohne Berufserfahrung). Notwendige Berufserfahrung ist an folgenden Formulierungen er­kennbar: mehrjährige Erfahrung, einige Jahre Praxis, x Jahre Berufserfahrung Berufseinstieg ist an folgenden Formulierungen erkennbar: Sie wollen Erfahrungen sammeln, nach einer intensiven Einschulung, Formulierung als Kann-Kriterium • Erste fachspezifische Erfahrung von Vorteil • S elbstständige Arbeitsweise, hohe Belastbarkeit, sicheres und souveränes Auftreten • L ogisch strukturiertes Denkvermögen und gutes Verständnis für industrielle Abläufe • Hohe Reisebereitschaft (Österreich, Ungarn, Rumänien) •A  usgezeichnete Englischkenntnisse sowie gute EDV-Anwender­kenntnisse Reisebereitschaft und Englischkenntnis­se sind in dieser Auf­zäh­lung unbedingt notwendig. Spricht man von hoher Reise­bereit­­schaft, so sind damit zumin­dest 30-50% der Arbeitszeit gemeint. Nach einer intensiven Einschulung bietet unser Auftraggeber Ihnen in dieser Position ein vielfältiges Aufgaben­ gebiet in einem professionellen und wertschätzenden Umfeld mit den ausgezeichneten Entwicklungs- und Weiter­bildungsmöglichkeiten eines weltweit agierenden Konzerns. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung für diese abwechslungsreiche und herausfordernde Schnittstellenfunktion! Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen per E-Mail an aline.musterfrau@technikerin.net Technikerin AG Mag. Aline Musterfrau Technikergasse 5/4 1234 Technikerstadt t: 01/ 123456-78

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Richtig bewerben

Achten Sie darauf, welche Bewerbungsunterlagen ge­fordert werden und ob diese per E-Mail, Post oder über ein Onlineportal geschickt werden sollen. Ansprechpartner/in im Unternehmen oder zuständige/r Personalberater/in. Wenn auch die Telefonnummer angegeben ist, Möglichkeit eines Telefonkontaktes bei für Sie noch offenen Fragen.

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Professionelle Bewerbungsunterlagen – Der erste Eindruck bei Ihrem künftigen Arbeitgeber

Sabine Pavelka

Sich „be-werben“, bedeutet Werbung in eigener Sache zu machen. Diese Werbung in eigener Sache beginnt mit gut gestalteten Bewerbungsunterlagen. Nutzen Sie diese Chance um bereits bei diesem ersten Kontakt mit Ihrem zukünftigen Arbeitgeber einen optimalen Eindruck zu hinterlassen.

Bedenken Sie, dass gelungene Bewerbungsunterlagen nicht nur inhaltlich gut aufbereitet, sondern auch optisch ansprechend gestaltet sein sollen. Am besten Sie kreieren dazu ein eigenes Layout, das Sie für Ihre gesamten Unterlagen verwenden. Achten Sie dabei auf Schriftform und Schriftgröße genau so wie auf die Formgebung und den Einsatz von Farben. Mit der optischen Gestaltung Ihrer Unter­lagen, der übersichtlichen und ansprechenden Aufbereitung Ihrer Er-

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Richtig bewerben

fahrungen, einer klaren Struktur und einem guten Bewerbungsfoto können SIE als Bewerber/in einen Fokus setzen. Es liegt also an Ihnen, von welcher Seite Sie sich zeigen. Mit Ihren Unterlagen muss es Ihnen gelingen die Aufmerksamkeit potenzieller Arbeitgeber zu gewinnen. Ihre Chance auf den gewünschten Job steigt, wenn Sie mit individuellen, für jede Position neu erstellten Unterlagen Ihre Eignung für die begehrte Position klar darstellen. Grundsätzlich gilt es mit Hilfe seine Un-

terlagen eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen dem Anforderungsprofil und den eigenen Kenntnissen und Fertigkeiten zu präsentieren. Dement­ sprechend sollte man bestimmte Anfor­ derungen besonders herausstreichen und sehr genau auf die Position und das Unternehmen eingehen. Die professionelle Erstellung von Bewerbungsunterlagen erfordert viel Zeit. Ein/e Personalist/in merkt sofort, ob es sich um eine 0/8/15-Massenbewerbung han­ delt oder ob man sich wirklich die Mühe

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gemacht hat, für diese spezifische Position Unterlagen zu erstellen. Es gilt: Welche Unterlagen die Bewerbung enthält, richtet sich im Wesentlichen nach den Anforderungen des Unternehmens. In der Stellenausschreibung ist meist angegeben, welche Doku­mente der Bewerbung beigelegt und auf welchem Wege die Unterlagen übermittelt werden sollen. Wichtig sind Vollständigkeit und Übersichtlichkeit. Bedenken Sie: Die Informa­ tionen, die Ihr Lebenslauf nicht enthält, kann der/die Personalist/in nicht von Ihnen wissen. Fehlen z. B. Details über Sprach- oder EDV-Kenntnisse kann es gut sein, dass Ihre Unterlagen gleich „ausgesiebt werden“. Personalverantwortliche stehen oft unter Zeitdruck und entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob Sie in die engere Auswahl der interessanten Bewerbungen kommen oder gleich auf dem Absagestapel landen.

Das Anschreiben Im Anschreiben, oder auch Motivations­ schreiben genannt, werden kurz und prägnant die Motivation für die Be­ werbung sowie die relevanten Quali­ fika­tionen präsentiert. Es soll die Neugierde wecken, sich die Unterlagen genauer anzusehen. Gestaltet wird das Anschrei­ben als Brief mit den üblichen Bestand­teilen (Adresse, Datum, Betreff, Grußformel,…). Es sollte nicht länger als eine Seite sein und wird lose auf die übrigen Unterlagen gelegt. Inhaltlich sollte man sehr individuell auf die ausgeschriebene Position eingehen und darlegen, warum man sich für diesen Job interessiert und genau der/die Richtige für diese Stelle ist. In der Einleitung stellen Sie Bezug zum Unternehmen her. Recherchieren Sie aktuelle Entwicklungen des Unter­neh­ mens bzw. informieren Sie sich auf der Homepage über Werte und Ziele des Unternehmens. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich von den „Hiermit bewerbe ich mich …“-Einleitungen abzuheben und einen originellen, persönlichen Einstieg zu schaffen. Im Hauptteil weisen Sie gezielt auf Ihre Qualifikationen, Fähigkeiten und

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Richtig bewerben

Kompetenzen in Bezug auf die ausgeschriebene Stelle hin. Vermeiden Sie es, Daten, die ohnehin im Lebenslauf zu finden sind, zu wiederholen. Der Schluss beinhaltet den Wunsch, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Seien Sie sparsam mit Konjunktiven, hier ist eine gesunde Portion Selbstbewusstsein durchaus angebracht: Sie gehen ja davon aus, dass Sie zum Gespräch eingeladen werden.

Der Lebenslauf Der Lebenslauf ist das „Herzstück“ Ihrer Bewerbung und im ersten Schritt Ihr wichtigstes „Werbeinstrument“. Wenn Sie es schaffen, Ihre Qualifikationen und Erfahrungen übersichtlich und aussage­ kräftig zu präsentieren, sind Sie Ihrem Traumjob mit Sicherheit einen Schritt näher gekommen. Ein leider sehr oft unterschätzter Punkt: das Bewerbungsfoto. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“: dieser alte Spruch gilt ganz besonders für Ihre Bewerbungsunterlagen. Mit Ihrem professionellen Bild unterstützen Sie den ersten Eindruck ganz maßgeblich. Es lohnt sich also, diesem Thema etwas Zeit zu widmen. Überlegen Sie sich, welchen Eindruck Sie hinterlassen möchten, und investieren Sie ein bisschen Geld in den Besuch eines Fotografen. Sie können mit Mimik, Frisur und Kleidung ganz wesentlichen Einfluss auf die Wirkung Ihres Bildes nehmen. Üblich ist die Gestaltung des Lebenslaufs in tabellarischer Form und in gestürzter Chronologie („last job first“). Links findet sich eine Zeitleiste mit Beginn und Ende einer Tätigkeit/Ausbil­ dung (z. B. 06/2005 – 09/2007), rechts davon steht der erklärende Text (z. B. Firma, Positionsbezeichnung, genauere Beschreibung der Tätigkeit). Man beginnt mit der aktuellsten Tätigkeit bzw. der letzten Ausbildung und geht dann zurück bis zum ersten Job bzw. zur Matura. Der Lebenslauf sollte zwei bis drei Seiten nicht überschreiten. Fragen Sie sich bei der Erstellung Ihres CVs am besten immer: Welche Infor­ma­ tionen sind für einen Persona­listen/eine Personalistin wichtig? Was wird meinen

zukünftigen Arbeitgeber inter­essieren? Beispielsweise können bei der Angabe Ihrer Ausbildungen neben Dauer und Titel auch Inhalte und Schwerpunkte inte­ressant sein. Für manche Positio­nen ist möglicherweise auch das Thema Ihrer Diplomarbeit relevant. Auch hier gilt: Passen Sie Ihre Angaben immer der aktuellen Bewerbung an. Beachten Sie dies auch bei der Angabe Ihrer Berufs­ erfahrung. Gegliedert wird der Lebenslauf in Themenblöcke. Diese Blöcke können z. B. Persönliche Daten, Ausbildung, Beruf­ liche Erfahrung, Sprach- und EDV-Kennt­­ nisse, Aus- und Weiterbildung und even­tuell Sonstiges, wie Hobbies, Vereins­ mitglied­schaften benannt werden. Persönliche Daten und Kontaktinformationen beinhalten Vor- und Zuname, Adresse, E-Mailadresse und Telefon­num­ mer. Hier noch ein kleiner Tipp betref­ fend Ihre Anrufbeantworter- und Mobil­ boxtexte: Löschen Sie die aus Ihrer Studienzeit sicher sehr witzi­gen Texte von James Bond, Mr. Spock oder Kaiser Franz Josef und ersetzen Sie sie durch seriöse Ansagetexte. Ansagen wie: „I bin grad net do, was liegt an?“ klingen in den Ohren der Personalist/inn/en nicht sehr professionell und sind als erster Eindruck nicht gut geeignet. Weiters werden Geburtsdatum und -ort, Familienstand, Zahl und Alter der Kinder sowie Ihre Staatsbürgerschaft angegeben. Bei ausländischen Staatsbürgern empfiehlt sich dazu noch die Nennung allfälliger Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen. Für Mütter mit kleinen Kindern hat es sich als praktisch er­wiesen, im CV neben der Erwähnung der Kinder auch gleich einen Hinweis auf eine gesicherte Kinderbetreuung zu geben. So ist klar, Sie bekommen Kinder und Job „unter einen Hut“. Informa­tionen über Beruf und Alter der Eltern, Partner/in oder Geschwister sind im Lebenslauf nicht relevant. Bei der Auskunft über Ihre Ihrer Sprachund EDV-Kenntnisse sollten Sie auch immer den Grad der Beherrschung anführen. Dazu bieten sich Formu­lie­ rungen wie Basiskenntnisse, sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift (Aus-

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landsaufenthalt von 2 Monaten), verhandlungssicher (6 mona­tiger Studienaufenthalt in Amerika) an.

Onlinebewerbung Bewerbungen werden heute fast ausschließlich per E-Mail oder über Online­ portale versendet. Das Medium Internet verleitet durch die Geschwindigkeit der Kommunikation leicht zu mangelnder Sorgfalt. Achten Sie daher besonders auf Rechtschreibung, Grammatik und die richtige Form. Verwenden Sie für den Versand einer EMail unbedingt eine seriöse Mailadres­se. Am besten eignet sich vorname.nach­ name@xyz.at. Versenden Sie auf keinen Fall Ihre Unterlagen in CC an meh­rere

Unternehmen, das wirkt auf Personalist/ inn/en wenig respektvoll. Achten Sie beim Versand auch darauf, dass die Dateigröße 1-2 MB nicht überschreitet. Als Betreff bietet sich eine Formulierung wie „Bewerbung: Junior Consultant JobNr. 123“ an. Da Personalist/inn/en und Personalberater/innen parallel mehrere Positionen zu besetzen haben, erleich­ tern Sie den Mitarbeiter/inne/n mit mög­ lichst konkreten Angaben die Arbeit und Ihre Unterlagen können rascher und leich­ter zugeordnet werden. Wir empfehlen Ihnen, den Mailtext kurz zu halten. Verweisen Sie auf Erreich­ barkeit und Ihre im Anhang angefüg­ ten Unterlagen. Diese versenden Sie idealerweise als pdf-File.

Viele Unter­nehmen verwalten einlan­ gen­de Bewerbungen heute über ein standar­disiertes Online-Tool. Über die Website des Unternehmens oder der Karriereplatt­form landen Sie mit einem Mausklick auf einem Bewerbungsfor­ mu­lar. Füllen Sie alle Felder genau aus, um bei den elek­tronischen Such­ abfragen des Bewerber­pools auch ausgewählt wer­den zu können. Nutzen Sie die Möglichkeit, Dokumente hoch zu laden, wenn es diese Option gibt. Bitte beachten Sie, dass es viele Unter­ nehmen gibt, die Bewer­bungen ausschließlich über diese E-RecruitingTools akzeptieren, und achten Sie auf die entsprechenden Hinweise in den Inseraten.

Englische Bewerbungsunterlagen Englischsprachige Bewerbungsunterlagen bestehen aus zwei Teilen: dem Anschreiben bzw. Motivationsschreiben (Europa: Covering Letter, restlicher eng­ lischsprachiger Raum: Cover Letter) und dem Lebenslauf (Großbritannien, Irland, Schottland: Curriculum Vitae, restlicher englischsprachiger Raum: Resume). Vollständige Bewerbungsmappen oder weitere Unterlagen werden nicht verschickt, außer es wird ausdrücklich gefordert. Zeugnisse (References) und Re­fe­ renzen (Recommendations) reicht die/ der Bewerber/in erst auf Anfrage nach (References on request). Beim Vorstellungsgespräch sind Referenzen oder auch „letters of recommendation“ gerne gesehen. Typisch für den englischsprachigen Raum

Tipp

ist auch, dass die Bewerbungsunterlagen kein Foto enthalten. Die persönlichen Angaben beschränken sich auf Name, Adresse, Telefonnummer und Emailadresse, also keine Angabe des Geburtsortes. In den USA wird auch das Geburtsdatum nicht angeführt.

Telefonische Kontaktaufnahme Der auffälligste Unterschied zwischen dem angloamerikanischen und dem deutschsprachigen Raum ist das konsequente höfliche Nachtelefonieren, um sich über den Stand der Dinge zu informieren. Ein absolutes „Must“ ist die telefonische Kontaktaufnahme, bevor man die Bewerbung versendet, um beispielsweise den Namen der Kontaktperson herauszufinden. Besonders bei

Angebot des TU Career Centers:

Gerne unterstützen Sie unsere Berater/innen bei der Erstellung und Optimierung Ihrer englischen Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Beratungstermin oder im Online-CV-Check. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an lebenslauf@tucareer.com.

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Richtig bewerben

Initiativbewerbungen ist es im anglo­ amerikanischen Raum üblich, vorher persönlich Kontakt aufzunehmen. In diesen Gebieten muss man auch nach dem Verschicken der Unterlagen unbedingt präsent bleiben. Damit bezeugt man Motivation und Profes­ sionalität. Wenn die Bewerbung abgeschickt wurde, sollte man sich nicht länger als drei bis vier Tage Zeit lassen um nachzufragen, ob das Verschickte angekommen ist, ob es noch Unklarheiten in Bezug auf die Bewerbung gibt oder ob noch andere Unterlagen gewünscht sind. Eine Einladung abzuwarten und nichts von sich hören zu lassen wird als Desinteresse bewertet. Auch nach dem Vorstellungsgespräch bleibt die/der Bewerber/in aktiv und schickt einen „Thank you letter“, in dem man sich für das informative Gespräch und die weiteren Informationen bedankt. Bekommt man eine Zusage, so formuliert man ein Annahmeschreiben und verleiht seiner Freude Ausdruck. Wenn das Interesse an der Position nicht mehr besteht, dann schickt man ein höfliches Absageschreiben.

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Musteranschreiben

Wofür bewerben Sie sich? Machen Sie Technik AG in der Betreffzeile möglichst konkrete Frau Dr. Sabine Musterfrau An­gaben zu Positionsbezeichnung/Job­ Turbinenstraße 15 titel und führen Sie, wenn vorhanden, 6789 Tudorf die Referenz- oder Jobnummer an.

Maria Mustermann Technikerstraße 52, 1234 Wien maria.mustermann@muster.at 0664/245 67 89

Wien, 18. August 2010

Einstieg als „Junior Consultant” (Referenz-Nr. 1234)

Sehr geehrte Frau Dr. Musterfrau, Ihr Stellenangebot auf www.tucareer.com für den Berufseinstieg als „Junior Consultant“ hat sofort meine Begeisterung geweckt. Auf der TUday10 konnte ich mich bereits in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Kollegen Herrn XY von der offenen und partnerschaftlich geprägten Unternehmenskultur der Technik AG überzeugen. Umfassende IT-Kenntnisse konnte ich mir während meines Informatikstudiums und durch meine Berufstätigkeit als Softwareentwickler aneignen. Meine sehr guten analytischen und konzeptionellen Fähigkeiten, die sich auch im ausgezeichneten Abschluss meines Studiums widerspiegeln, werden sich bei meinem Einstieg als „Junior Consultant“ ebenfalls sehr positiv auswirken. Untermauern Sie die Angaben zu Ihren Qualifikationen mit Fakten, nachweisbaren Erfolgen und konkreten Argumenten. Meine Projektmanagementkenntnisse konnte ich bereits erfolgreich in dem XY-Projekt unter Beweis stellen. Durch meine Tätigkeit als … konnte ich meine Kenntnisse in … vertiefen. Ich verfüge über jahrelange praktische Erfahrung mit …, die für Ihr Team in der Anwendung von… sicher von Nutzen ist. Die Aufzählung der Stärken und Qualifikationen soll unbedingt in Zusammenhang mit dem Anforderungskatalog der konkreten Position stehen und möglichst anschaulich sein (konkrete Beispiele, Situationen). Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch und stehe Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen

Maria Mustermann

Konjunktive vermeiden, wenn gefordert möglichen Eintrittstermin und Gehaltsvorstellung angeben.

Maria Mustermann

Unterlagen, die der Bewerbung beigelegt werden: Zeugnisse, Nachweise, Zertifikate. Anlage: Curriculum Vitae Kopie des Arbeitszeugnisses

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Bewerbungsunterlagen

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Musterdeckblatt

Finden Sie ein Layout, das zu Ihnen passt und verwenden Sie dieses Layout für Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen.

Maria Mustermann Technikerstraße 52, 1234 Wien maria.mustermann@muster.at 0664/245 67 89

Einstieg als „Junior Consultant” (Referenz-Nr. 1234) Verwenden Sie ein professionelles Foto. Wichtig dabei sind: seriöse Kleidung, freundlicher offener Blick, gute Auflösung, passende Frisur.

Maria Mustermann Technikerstraße 52, 1234 Wien maria.mustermann@muster.at 0664/245 67 89

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Bewerbungsunterlagen

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Musterlebenslauf Maria Mustermann Technikerstraße 52, 1234 Wien maria.mustermann@muster.at 0664/245 67 89 Persönliche Daten Geburtsdatum: Geburtsort: Staatsangehörigkeit: Familienstand:

01. April 1985 Wien Österreich Partnerschaft Ihren zukünftigen Arbeitgeber interessiert nicht nur der Name bzw. Titel Ihrer Ausbildung, sondern vor allem auch, welche Inhalte, Spezialisierungen und Schwerpunkte Sie gewählt haben.

Ausbildung 10/2007 – voraus- sichtlich 12/2010

TU Wien, 1040 Wien Masterstudium Wirtschaftsinformatik - Schwerpunkte: IT Security und Qualitätsmanagement - Diplomarbeit: „Anonymity, integrity and ….“ in Zusammenarbeit mit Firma XY.

02/2009 – 07/2009

KTH Royal Institut of Technology Stockholm, Schweden - Auslandssemester

10/2004 – 06/2007

TU Wien, 1040 Wien Bachelorstudium Medizinische Informatik - Thema der Abschlussarbeit: „…“

06/2003

BORG, 1220 Wien Matura mit Auszeichnung

Nennen Sie Ihren Arbeitgeber und Ihre Funktion und beschreiben Sie kurz Ihre Aufgaben­ gebiete, damit Ihr künftiger Arbeitgeber eine Vorstellung bekommt, welche Tätigkeiten Sie bereits ausgeübt haben.

Berufserfahrung

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09/2008 - laufend

UAB Technology, Wien Projektbetreuerin, Consultant Teilzeit, 20 h/Woche - Kundensupport und Troubleshooting - Programmierung und Erweiterung einer webbasierten Java-Applikation - Pflichtenheft, Dokumentation und Reporting - Technische Beratung und Betreuung von Bestandskunden

06/2008 – 09/2008

Rotes Kreuz, Bezirksstelle xxx Urlaubsvertretung als Rettungssanitäterin

Bewerbungsunterlagen

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10/2006 – 03/2008

ABC Online, Wien Projektmitarbeiterin - Aufbau eines E-Learning Systems - Technischer Support und Troubleshooting

07/2005 – 08/2005

Max und Co IT Services, Wien Praktikantin - Datenintegration in ein Datawarehouse - DB-Reporting

07/2003 – 08/2003

Stadtgemeinde Wien Praktikantin in der EDV-Abteilung - Telefonsupport

Maria Mustermann Technikerstraße 52, 1234 Wien maria.mustermann@muster.at 0664/245 67 89

Ehrenamtliches Engagement seit 2003 2005 – 2009 09/2003 – 09/2004

ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Roten Kreuz: Urlaubsvertretungen im Bereich Krankentransporte, Rettungs- und Notfallsanitäterin mit regelmäßigen Einsatzfahrten Singverein Nachtigall: aktives Mitglied, Gestaltung der Website Pflegeheim „XY Cura“: Freiwilliges Soziales Jahr

Sprachkenntnisse Deutsch: Englisch: Schwedisch:

Muttersprache fließend in Wort und Schrift (Abschlussarbeit in englischer Sprache verfasst) Basiskenntnisse

EDV Kenntnisse Programmierung: Internet Security: Netzwerk- u. Datenbankadministration:

C/C++, VB, Java, Perl, VBA Spezialisierung im Masterstudium Oracle, MS Sql-Server, MySql

Interessen & Hobbies Singen – lange Zeit im Verein Volleyball – zurzeit in einer Hobbymannschaft Schifahren – Schilehrer/innenausbildung Interesse an Medizin und „Erste Hilfe“

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Führen Sie unbedingt an, wie gut Sie eine Sprache sprechen: Grundkenntnisse, gute/ sehr gute Kenntnisse, fließend, verhandlungs­ sicher. Auslandsaufenthalte und abgelegte Prüfungen untermauern diese Angaben.

Bewerbungsunterlagen

Diese Angabe ist kein „Muss“, sondern optional. Sie bietet Ihnen aber eine gute Gelegenheit, das Bild Ihrer Persönlichkeit abzurunden.

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Englischer Musterlebenslauf Resume / Curriculum Vitae HANS MUSTERMANN Technikergasse 1 1234 Technikerstadt m: +43 676 1234567 h.mustermann@techniker.net

Im amerikanischen Raum CV nur für Bewerbungen im wissenschaftlichen Bereich, ansonsten Resume. Nur Kontaktinformation, keine An­ga­ben über Familienstand, Geburts­ort, Religion, kein Foto. Im amerikani­schen Raum auch kein Geburtsdatum.

Oder CAREER TARGET: die angestrebte Position kurz dargestellt. Gibt dem Resume einen Fokus (nicht notwendig bei Bewerbungen im wissenschaftlichen Bereich).

CAREER OBJECTIVE An IT Position in software design, development and testing that will use my experience promoting software products. EDUCATION Master of Software Engineering & Internet, Degree expected February 2007 Bachelor of Software & Information Engineering, January 2004 Technical University of Vienna, Austria

 ls Absolvent/in 1seitig, bei mehr­ A jähriger Berufserfahrung 2seitig. Umgekehrt chronologisch: Aktuel­les zuerst, dann das weiter Zurückliegende („last job first“). Maßgeschneidert und selektiv in Bezug auf die Position. Keine vollständigen Sätze, nur Stich­ worte. Keine Unterschrift. Bewerbungsunterlagen: Keine Be­wer­­­ bungsmappe, nur Anschreiben und CV. Unbedingt persönlich Kontakt aufnehmen.

• Nur Institutionen anführen, wo man mit einem akademischen Grad abgeschlossen hat. • GPA (Notendurchschnitt) besonders im technischen Bereich anführen, ansons­ ten könnte von einem schlechten Notendurchschnitt ausgegangen werden. • Dissertations- und Diplomarbeitsthema anführen.

RELATED COURSE WORK Software Engineering and Project Management Sie können unter diesem Punkt Studienschwerpunkte und relevante Spezialisierungen anführen, v.a. wenn Sie wenig Berufserfahrung haben. AnAdvanced Software Engineering sonsten wird dieser Punkt mit QUALIFICATION SUMMARY, QUALIFICATION Internet Computing PROFILE benannt, und die Highlights für die Position sind enthalten. Software Quality Engineering Semi-Automatic Information and Knowledge Systems

Priorität entsprechend der ausgeschriebenen Stelle. D. h. die beruf­

lichen Erfahrungen, die für die Stelle relevant sind, zuerst erwähnen. PROFESSIONAL EXPERIENCE Kann auch RELEVANT EXPERIENCE, RELEVANT EMPLOYMENT, EMDatawarehousing/Software Engineering PLOYMENT HISTORY genannt werden. Keine falsche BescheidenAugust 2003 to April 2006 heit, rücken Sie sich ins beste Licht, besonders im amerikanischen Techniker AG, Vienna, Austria Raum. Achten Sie auf aussagekräftige Positionsbezeichnungen. • Developing Applications using .NET technologies • S oftware Development: Requirements Analysis, Software Design & Coding, Software Testing and Software Maintenance

LANGUAGE SKILLS German: mother tongue English: fluent (spoken and written) Oder COMPUTER SKILLS

SKILLS/ ABILITIES: Was können Sie dem Arbeitgeber bieten. Spezialisierte oder allgemeine Fähigkeiten, die für die Position nützlich sind. Z. B. auch BUSINESS SKILLS, COMMUNICATION SKILLS etc. Sprachniveau: excellent, fluent, good kowlegde, intermediate, basic knowledge.

COMPUTER KNOWLEDGE Windows 2000 – Windows 7, Windows Server 2000-2008, MS SQL Server 7-2008, Oracle 8i, Microsoft .NET (C#, ASP.NET, ADO.NET), Visual C++ (MFC/ATL), Visual Basic 6.0, VBA 6.0, VBS, HTML, Macromedia Dreamweaver Active Server Pages (ASP), PHP, Java Script, MS Office, PowerPoint, Visio

ACTIVITIES AND INTERESTS Webdesign, cycling and reading.

REFERENCES References provided on request.

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Bewerbungsunterlagen

Weitere Punkte, die im Resume ent­ halten sein können, wenn diese für die Position relevant sind: CERTIFICATIONS/ LICENSES MILITARY PUBLICATIONS CITIZENSHIP AWARDS HONORS LEADERSHIP MEMBERSHIPS ACHIEVEMENT ACCOMPLISHMENTS

Oder EXTRACURRICULAR ACTIVITIES, um seine Interessen und sozialen Kompetenzen zu betonen. Keine Aktivitäten anführen, die mit der Position, Firmenphilosophie nicht vereinbar sind. Oder „References available upon request“, “Furnished upon request”. Zum persönlichen Gespräch sollte man immer eine separate Referenzliste mitbringen, wo folgende Informationen enthalten sind z. B.: Michael Bander, Head of IT Services, Techniker AG Technikergasse 5, 1020 Vienna, Austria, Phone: +4317890998-211

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Das Bewerbungsgespräch

Mag. Daniela Haiden

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch erhalten! Damit sind Sie Ihrem neuen Job einen entscheidenden Schritt näher. Mit Ihrer schriftlichen Bewerbung konnten Sie überzeugen und Interesse an Ihrer Person wecken. Sie zählen also bereits zum ausgewählten Kreis von Bewerber/ inne/n, die das Unternehmen Ihrer Wahl gerne persönlich kennen lernen möchte. Jetzt geht es darum, nicht nur fachlich, sondern vor allem auch persönlich zu überzeugen. Neben Ihrer fachlichen Kompetenz stehen nämlich Ihre Motivation und Ihr Charakter im Mittelpunkt des Bewerbungsgesprächs. Die Tatsache, ob Sie von Ihrer Persönlichkeit her ins Unternehmen und zum bestehenden Team passen, ist neben Ihrem fachlichen Know-how wohl das wichtigste Auswahlkriterium.

Vorbereitung Um im Bewerbungsgespräch überzeugen zu können, bedarf es einer fundierten Vorbereitung. Kennen Sie vor Ihrem persönlichen Gesprächstermin lediglich den Namen des Unternehmens, seine Adresse und das Stelleninserat? Oder verfügen Sie bereits über umfangreiche Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen, der Branche, der Firmengeschichte und der Struktur des Unternehmens? Nutzen Sie im Vorfeld eines Vorstellungs­ gespräches die Möglichkeit, um­fas­sende Informationen über das Unter­

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Bewerbungsgespräch

neh­men einzuholen! So hinterlassen Sie einen interessierten und motivier­ ten Eindruck!

Überzeugendes Auftreten im Be­werbungsgespräch Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Eine altbewährte Regel, die umso mehr auf das Bewerbungs­ gespräch zutrifft! Der erste Eindruck, den Ihr/e Gesprächspartner/in von Ihnen ge­winnt, wird vor allem von Ihrem Auf­tre­ten, Ihrer Kleidung, Ihrer Körperhaltung und Ihrer Ausdrucksweise beeinflusst.

Der Gesprächsverlauf Als Interviewte/r erwarten Sie im Bewerbungsgespräch ein/e oder mehrere Vertreter/innen des Unternehmens. In Abhängigkeit von der Größe des Unter­nehmens und der Gestaltung des Be­werbungsprozesses handelt es sich dabei zumeist um Vertreter/innen der Personalabteilung und/oder der jeweiligen Fachabteilung. In kleineren Unternehmen oder im fortgeschrittenen Stadium Ihrer Bewerbung, das heißt beim zweiten oder gar dritten Interview, kann es durchaus vorkommen, dass sich auch Abteilungslei­ter/innen,

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Mitglieder der Geschäftsführung oder des Vorstands die Zeit neh­men, Sie persönlich kennen zu lernen. Um sich im Vorfeld optimal auf die Situation einstellen zu kön­nen, fragen Sie am besten schon im Zuge der Ein­ladung nach dem Namen und der Funktion Ihrer Gesprächspartner/innen. Das Vorstellungsgespräch ist ein Dia­ log zwischen zwei gleichberechtig­ten Partner/inne/n: das Unternehmen hat für Sie ein Stellenangebot, Sie wiederum bieten dem Unternehmen Ihre Arbeitsleistung und Ihren Arbeitseinsatz an. Sie können als gleichberechtigter, akti­ver Partner das Bewerbungsgespräch mitgestalten. Nutzen Sie die Chance, sich und Ihre Quali­ fikation souverän und selbstbewusst zu präsentieren und Ihre eigenen offenen Fragen zu klären. Der Gesprächsablauf beim Bewerbungsinterview gliedert sich üblicherweise in mehrere typische Phasen. Wenn Sie diese Abschnitte, deren Hintergrund und Intention sowie häufig gestellte Fragen kennen, können Sie sich optimal auf die Gesprächs­ situation vorbereiten.

gen Fragestellungen und Tipps für deren Beant­wortung ein „Rüstzeug“ für Ihren Erfolg im Bewerbungsgespräch mit auf den Weg geben. Geben Sie mir bitte einen Überblick über Ihren bisherigen Lebenslauf! Hintergrund/Intention der Frage: dient häufig als Gesprächseinstieg. Ist der/ die Bewerber/in in der Lage, seinen/ ihren bisherigen Werdegang flüssig, gut struk­turiert und schlüssig zu prä­ sentieren?

Tipp

Antwortstrategie: ca. fünf- bis zehn­ mi­nü­tige Schilderung der wichtigsten Stationen des bisherigen Werdegangs. Kompakter und nachvollziehbarer Über­ blick über Aus- und Weiterbildung sowie praktische Erfahrungen/Berufs­­ tätigkeit. Darstellung erworbener Fähig­ keiten und Kenntnisse sowie der Motivation für die Studien- und Berufswahl. Überleitung zu den Gründen Ihrer Bewerbung für die angestrebte Position. Wichtig: Arbeiten Sie den „roten Faden“

Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch

S orgfältige Internetrecherche über das Unternehmen, v.a. auf der firmeneigenen Website: Informationen zu Branche, Standorten, Geschäftsleitung, Unternehmensstruktur, Firmengeschichte, Geschäftsberichten, Unternehmenskennzahlen, Produkten und Dienstleistungen. Nutzung vorhandener Kontakte zu Mitarbeiter/inne/n des Unternehmens: z. B. Informationen zur Unternehmenskultur und zum Arbeitsklima. Intensive Auseinandersetzung mit der angestrebten Position und der Stellenbeschreibung: Analyse der Aufgaben, Anforderungen und Ziele der Position und Vergleich mit den eigenen Qualifikationen und Erwartungen. Klärung unbekannter und unklarer Begriffe im Stelleninserat. Vorbereitung gut durchdachter, positionsbezogener Fragen für das Vorstellungsgespräch.

Welche Fragen erwarten Sie im Bewerbungsgespräch? Um im Bewerbungsgespräch inhaltlich zu überzeugen, gibt es mehrere entscheidende Faktoren. Eine wesentliche Voraussetzung ist es, dem/der Interviewer/in während des Gesprächs auf­merksam und aktiv zuzuhören. Signali­sieren Sie durch direkten Blickkontakt und zustimmendes Nicken eine aufmerk­same, interessierte Grund­ haltung. Über­legen Sie sich, welche Antworten und Inhalte sich Ihr Gegenüber auf seine/ihre Fragen erwartet und mit welcher Intention er/sie diese Fragen stellt. Wenn Sie den Hintergrund und das Ziel einer Frage richtig einschätzen, können Sie mit Ihrer Antwort konkrete, passende Informationen liefern. Da das mitunter schwierig ist, und sich unter Stress manche Frage nicht so leicht aus dem Stehgreif beantworten lässt wie im All­ tag, wollen wir Ihnen mit einigen häufi­

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Bewerbungsgespräch

Tipp

Diese Fragen sollten Sie im Bewerbungsgespräch stellen!

Fragen zu: dem künftigen Aufgaben- und Verantwortungsbereich den Entscheidungsbefugnissen und Zuständigkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, Personen oder Kooperationspartnern Umfang, Ort und Art der Einschulung dem gewünschten Starttermin Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen der Abteilungs- und Unternehmensstruktur (Wer ist mein/e direkte/r Vorgesetzte/r?) der Größe des Teams und dem beruflichen Hintergrund von Kolleg/inn/en Möglichkeiten, die künftigen Kolleg/inn/en vorab kennen zu lernen Arbeitszeitregelungen (z. B. fix vorgegebene Arbeitszeiten, Gleitzeitregelung) der Art des Dienstvertrags (un-/befristet, Probezeit, freier Dienstvertrag) dem Umfang der Reisetätigkeit

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in Ihrer bisherigen Laufbahn heraus und setzen Sie unbedingt klare Prio­ ritäten! Warum haben Sie sich in unserem Unternehmen/für diese Position be­ worben? Hintergrund/Intention der Frage: Klärung der Motivation des Bewerbers/ der Bewerberin für die vakante Posi­ tion und des Interesses am Unternehmen. Antwortstrategie: Darstellung von drei bis vier gut fundierten Argumenten zur Beschreibung Ihrer Motivation. Er­ läute­rung des Interesses an bestimmten Be­reichen, Methoden, Produkten oder Stra­tegien des Unternehmens. Integration des Wissens aus Ihren Recherchen zum Unternehmen.

Tipp

Optimales Auftreten im Bewerbungsgespräch

Kleidung Wählen Sie gepflegte, ordentliche und eher konservative Businesskleidung (Anzug, Hemd und Krawatte für Herren; Kostüm, Bluse und Blazer für Damen). Orientieren Sie sich in der Wahl Ihrer Kleidung an typischen Branchen- bzw. Berufsvertreter/inne/n. Wählen Sie ein Outfit aus, in dem Sie sich wohl fühlen und das zu Ihrer Person/ Persönlichkeit passt. Allgemeine Verhaltensregeln Pünktlichkeit: Planen Sie einen Zeitpuffer für etwaige Verspätungen ein. Treffen Sie ca. 5 bis 10 Minuten vor dem Gesprächstermin im Unternehmen ein. Geben Sie der Ansprechperson im Unternehmen bei einer Verspätung auf jeden Fall telefonisch Bescheid. Schalten Sie Ihr Handy schon vor Gesprächsbeginn aus! Kaugummi und Bonbons sind während des Bewerbungsgesprächs ein abso­ lutes Tabu! Begrüßung Begrüßen Sie Ihr Gegenüber mit festem Händedruck, aufrechter Körperhaltung, einem Lächeln und freundlicher, fester Stimme. Stellen Sie sich mit Ihrem vollständigen Namen vor. Nehmen Sie angebotene Getränke (Wasser, Fruchtsäfte, Kaffee, Tee) an. Nutzen Sie Ihre Körpersprache und Ihre Stimme, um Sympathie herzustellen und Aufmerksamkeit, Interesse sowie Selbstsicherheit zu zeigen. offener, gerader Blick und häufiger, direkter Blickkontakt entspannter, freundlicher Gesichtsausdruck aufrechte, ruhige und entspannte Körperhaltung mit beiden Füßen am Boden, den Armen entspannt neben dem Körper und den Händen im Schoß oder am Tisch deutliche, modulierte, gut artikulierte Stimme

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Wie gut kennen Sie unser Unter­ nehmen schon? oder In welchem Zu­ sammenhang haben Sie unser Unter­ nehmen schon kennen gelernt? Hintergrund/Intention der Frage: Er­­kun­d ung der Informiertheit des Bewer­b ers/der Bewerberin über das Unter­n ehmen und die Reali­täts­an­ gemes­s enheit seiner/ihrer Einschätzung. Antwortstrategie: Nutzung der Infor­ ma­tionen aus Ihren Recherchen zum Betrieb (Unternehmensstruk­tur, Branche, Dienstleistungen und Pro­duk­te, Marktposition, Projekte). Glaub­würdige Darstellung Ihres persön­l ichen Bezugs zum Unternehmen: Wissen über bestimmte Projekte oder Produktentwicklungen des Unternehmens aus Studium/Fachzeitschriften, Praktikum in dieser Firma, Anknüpfungspunkte zu Dienstleistungen, Pro­dukten oder Neuerungen des Unternehmens durch Ausbildung/Prak­tika/Berufstätigkeit. Wichtig: Informationen dieser Art zeugen von Ihrem besonderen Inte­r­ esse an dem potentiellen neuen Ar­ beitgeber. Sie zeigen Ihrem Gegen­über, dass Ihre Bewerbung im Unternehmen nicht eine von hunderten ist, die Sie verschickt haben. Genauso wie Sie als Bewerber/in nicht aus­ tausch­bar, sondern herausra­gend sein

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Typische Phasen eines Bewerbungsgesprächs

Phase 1: Begrüßung und Einleitung •B  egrüßung des Bewerbers/der Bewerberin und Vorstellung der Gesprächspartner/innen (Name und Funktion) • Warming-up zur Auflockerung der Gesprächsatmosphäre (Smalltalk über An­reise, Wetter, Bürogebäude, etc.) •D  arstellung des Gesprächsablaufs

Phase 2: Selbstdarstellung des Bewerbers/der Bewerberin •P  räsentation des bisherigen Werdegangs

Phase 3: Detaillierte Fragen zur fachlichen Kompetenz, zu Fähigkeiten, Motivation und Persönlichkeit •K  lärung der Motive Ihrer Bewerbung für die angestrebte Position • E rkundung Ihrer Informiertheit über das Unternehmen •D  arstellung Ihres bisherigen Ausbildungswegs •B  eschreibung Ihrer beruflichen (Vor-)Erfahrungen •Ü  berprüfung berufsrelevanter Fähigkeiten und Qualifikationen • E rkundung Ihrer Leistungsmotivation • F eststellung des Fachwissens und der Fachkompetenz •C  harakterisierung des Bewerbers/der Bewerberin in berufsrelevanten Eigenschaf­ten (Stärken, Schwächen, Vorbilder, Teamfähigkeit, etc.) •K  lärung der aktuellen Lebenssituation, eventuell auch des familiären Hintergrunds • F allweise Fragen zur Freizeitgestaltung oder zum sozialen Engagement

Phase 4: Informationen für den/die Bewerber/in (manchmal auch zu Beginn des Gesprächs) •B  eschreibung des Unternehmens und des jeweiligen Tätigkeitsbereichs durch den/die Interviewer/in

Phase 5: Fragen des Bewerbers/der Bewerberin •G  elegenheit für den/die Bewerber/in, selbst Fragen zu stellen

Phase 6: Arbeitskonditionen •K  lärung konkreter Arbeitskonditionen (z. B. Aufgabengebiet, Arbeitszeit, Probe­zeit, Bezahlung, etc.)

Phase 7: Abschluss und Verabschiedung •B  eschreibung des weiteren Vorgehens im Auswahlprozess (z. B. weitere Gespräche, Zeitpunkt der Entscheidung, etc.) • Verabschiedung

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möchten, will auch Ihr/e zukünftige/r Arbeitgeber/in einmalig und nicht auswechselbar sein! Wie stellen Sie sich die angestrebte Tätigkeit konkret vor? Hintergrund/Intention der Frage: Reali­ tätsangemessenheit der Vorstellungen und Erwartungen des Bewerbers/der Bewerberin, mögliche Vorerfahrungen im Berufsfeld. Antwortstrategie: Positive, interessierte Einschätzung des Aufgabengebietes. Be­schreibung der Kenntnisse über die angestrebte Tätigkeit und Darstellung fachspezifischer Praktikums- oder erster Berufserfahrungen. Realistische Einschätzung durch Nennung kritischer Punkte oder typischer Schwierigkeiten im Tätigkeitsfeld. Welche besonderen Erfolge haben Sie schon erlebt? Hintergrund/Intention der Frage: Per­­sönlichkeit des Bewerbers/der Be­wer­b e­r in: falsche Bescheidenheit oder Selbst­überschätzung, Arbeitsengagement und Leistungsmotivation, Fähigkeit zur Selbst­reflexion und Kritik­ fähigkeit. Antwortstrategie: Darstellung von ein bis zwei ausbildungs- oder berufsbezogenen Erfolgen und Ihres Beitrags dazu. Themen für Studienabgänger/ innen können z. B. sein: Studienabschluss mit (sehr) guten Leistungen und (vergleichsweise) kurzer Studien­ dauer, die Diplomarbeit als eigenständiges Projekt mit erfolgreichem Abschluss, die Mitarbeit an Produktentwicklungen oder Projekten im Rahmen von Praktika. Wichtig: Arbeiten Sie in jedem Fall Ihren persönlichen Beitrag zu den be­schriebenen Erfolgen heraus – Leis­ tungsfähig­keit und Ehrgeiz bringen bei dieser Frage Pluspunkte, nicht falsch verstandene Bescheidenheit! Und welche Misserfolge? Antwortstrategie: Darstellung eines Miss­erfolgs, der keinen unmittelbaren Bezug zu der anvisierten Position hat, sodass Sie sich dafür nicht disquali­

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Bewerbungsgespräch

fizieren. Bereitschaft zeigen, Verantwortung für Feh­ler und Misserfolge zu übernehmen. Beschreibung, wie Sie aus dem Misserfolg gelernt haben und eine Wieder­h olung vermeiden werden. Wie würden Sie sich selbst charak­ terisieren? Wo liegen Ihre Stärken? Wo Ihre Schwächen? Hintergrund/Intention der Frage: Per­ sön­lichkeit und Selbsteinschätzung des Bewerbers/der Bewerberin. Antwortstrategie: Bezug zum Profil der betreffenden Position herstellen, aber keine reine Wiederholung der genannten Anforderungen. Keine be­ deutungs­lose Aufzählung von Merkmalen, sondern Beschreibung von drei bis fünf Stärken anhand des konkre­ten Verhal­tens und einer Situation, in der Sie diese Eigenschaft bereits erfolgreich unter Beweis stellen konn-

ten. Nennung von ein bis zwei Schwächen, die für die angestrebte Position weni­ger oder gar nicht bedeutend sind. Darstellung, dass und wie man an diesen Schwächen arbeitet. Beschreibung eigener Strategien und Maß­ nahmen zur Weiterentwicklung in diesen Bereichen (z. B. Präsentations-, Rhetoriktraining). Warum glauben Sie, dass Sie der/ die beste Kandidat/in für die Posi­ tion sind? Hintergrund/Intention der Frage: Prüfung der Überzeugungskraft und Argumentationsfähigkeit des Bewerbers/ der Bewerberin. Antwortstrategie: Darstellung von drei bis fünf überzeugenden Argumenten Ihrer Qualifikation für die angestrebte Position: z. B. fachliche und persönliche Eignung, praktische Erfahrungen, Moti­vation und Engagement. Unter-

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mauerung durch konkrete Beispiele, Erfahrungen, Erfolge und Verhaltensweisen. Tipp: Den besten Eindruck hinterlassen Sie, wenn Sie sich das wichtig­ste Argu­m ent für den Abschluss Ihrer Antwort aufheben. Es bleibt Ihrem/ Ihrer Gesprächpartner/in bestimmt im Gedächtnis und hinterlässt einen positiven, über­zeugenden Eindruck. Wie würden Sie Ihren Traumjob be­ schreiben? Hintergrund/Intention der Frage: Wie stark unterscheidet sich der Traumjob des Bewerbers/der Bewerberin von der angestrebten Tätigkeit? Antwortstrategie: Beschreibung eines Traumjobs mit Ähnlichkeit bzw. Über­ einstimmungen mit der angestrebten Position in Funktions-, Aufgabenbereich und wichtigen Merkmalen (z. B. Internationalität, Entwicklungsmöglichkeiten) und Darstellung der damit verbundenen Herausforderungen. Welche Ziele möchte Sie in drei/ fünf/zehn Jahren erreicht haben? Hintergrund/Intention der Frage: Ist der/die Bewerber/in ein ehrgeiziger, zielstrebiger Mensch mit Plänen für seine/ihre berufliche Zukunft? Antwortstrategie: Konkrete Antwort, die Ehrgeiz zeigt, ohne über das Ziel hinauszuschießen. Beschreibung der beruflichen Erfahrungen und/ oder Weiter­bildungen, die Sie in den nächsten Jahren machen möchten. Dar­stellung der Bereiche, in denen Sie sich weiterentwickeln möchten. Wichtig: Bereitschaft, den Erfahrun­ gen entsprechende Führungs- oder

Projekt­verantwortung zu überneh­ men, hinter­lässt einen zielorientier­ ten, motivierten, dynamischen Eindruck. Warum möchten Sie Ihren Arbeits­ platz wechseln? Hintergrund/Intention der Frage: Er­kun­dung der tatsächlichen Beweggründe für den angestrebten Stellen­ wechsel und der generellen Einstellung zum Berufsleben. Erscheint der Arbeitsplatz­wechsel spontan und un­geplant, aus einer Laune heraus? Oder strebt der/die Bewerber/in damit

Tipp

bewusst und zielgerichtet eine berufliche Weiterentwicklung an? Antwortstrategie: Nennung plausib­ ler Argumente für den Stellenwechsel und Darstellung der damit ver­bun­denen beruflichen Weiterentwick­ lung. Betonung der Herausforderun­ gen und Vorteile der neuen Posi­tion (spannendes und größe­res Auf­gabenge­b iet, interessante Pro­jekte, neue Technologien, Weiterbildung, etc.) und nicht der Nachteile der bishe­r igen Stelle. Loyalität gegenüber der­z ei­­tigen und ehemaligen Arbeit­ geber/inne/n.

Entscheidende Faktoren für Ihren Erfolg im Bewerbungsgespräch sind also:

 ine umfassende Vorbereitung e Selbstreflexion (Was spricht für, was spricht gegen mich als Bewerber/in?) Darstellung der Kontinuität und Weiterentwicklung in Ihrem bisherigen Werdegang (Ihr „roter Faden“ im Lebenslauf ) Kenntnis der Jahreszahlen, Unternehmen und Tätigkeiten aus dem eigenen Lebenslauf Lückenlose Dokumentation Ihres bisherigen Werdegangs Aufmerksames und aktives Zuhören Erkennen des Hintergrunds und der Intention der Fragen Ruhige und souveräne Reaktion auch auf unangenehme und/oder Stressfragen Nachvollziehbare Argumentation Konkrete Antworten sowie Beispiele für Ihre Behauptungen Reflexion darüber, was man mit einer Antwort ausdrücken und erreichen möchte Loyalität gegenüber früheren oder derzeitigen Arbeitgeber/inne/n Angebot des TU Career Centers: Gerne unterstützen Sie unsere Berater/innen mit maßgeschneiderten Einzelberatungen oder Bewerbungstrainings bei der Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch. Informationen zu den nächsten Terminen unseres Workshops „apply.ING. live – Alles rund um das Bewerbungsgespräch“ finden Sie unter der Rubrik Events auf www.tucareer.com.

Empfohlene Literatur Brenner, D. & Brenner, F. (2007). Das große Testbuch für die Bewerbung. Freiburg i.Br.: Rudolf Haufe Verlag. Hesse, J. & Schrader, H.C. (1999). Die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungs­gespräch. Frankfurt am Main: Eichborn AG. Hesse, J. & Schrader, H.C. (2001). Neue Bewerbungsstrategien für Hochschul­absolventen. Frankfurt am Main: Eichborn AG. Manz & Wirtschaftsblatt Ratgeber (2002): Karriere richtig planen. Wien: Novographic. Püttjer, Ch. & Schnierda, U. (2006). Das überzeugende Bewerbungsgespräch für Hochschulabsolventen. Die optimale Vorbereitung. Frankfurt am Main: Campus Verlag GmbH. Siewert, H.H. (2006). Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän beantworten. Heidelberg: Redline Wirtschaft.

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Bewerbungsgespräch

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Das Assessment Center

Mag. Daniela Haiden

Das Assessment Center – kurz AC – ist ein Instrument zur Personalauswahl, das gerade von größeren Unternehmen häufig eingesetzt wird. Was erwartet Sie nun als Bewerber/in, wenn Sie eine Einladung zu einem AC erhalten? – Kurz zusammengefasst: verschiedene Übungen bzw. Aufgabenstellungen, bei deren Bewältigung Sie von mehreren Assessor/inn/en beobachtet und Ihre Leistung anhand ausgewählter Kriterien beurteilt wird. Zumeist stehen die ausgewählten Übungen in Bezug zu den Aufgaben der zu besetzenden Position und können durchaus einer alltäglichen Problemstellung entnommen sein. Andere Übungen sind wiederum sehr allgemein gehalten und können von Absolvent/inn/en verschiedenster Studienrichtungen gelöst werden. Sie sollten außerdem mit Einzel- und Gruppen­ übungen rechnen. Anhand Ihrer Reaktionen und Verhaltensweisen während der Übungen versuchen die Assessor/inn/en (das sind Beobachter/innen, meist Vertreter/innen aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens) sich ein Bild über Ihre Persönlichkeit, Ihre Leistungsmotivation, aber auch über Ihre fachliche und soziale Kompetenz zu machen. Üblicherweise dauert ein Assessment Center einen halben oder einen ganzen Tag, manchmal auch zwei oder drei Tage. Meist nehmen 5-10 Kandidat/ inn/en, die nach dem Erstinterview in

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Bewerbungsgespräch

die engere Auswahl gekommen sind, an einem Assessment Center teil und stehen den Assessor/inn/en gegenüber, welche die Rolle der Beurteiler/ innen während der Übungen übernehmen. Nach dem Assessment Center beraten und entscheiden diese gemeinsam, welche/r Kandidat/in die Anforderungskriterien am besten erfüllt und eine Zusage erhält beziehungsweise in die nächste Auswahlrunde kommt.

Was wird beurteilt? Die während des Assessment Centers beobachteten und beurteilten Eignungsmerkmale orientieren sich an den Anforderungen der konkreten Position. Typischerweise werden einige der folgenden Eigenschaften überprüft: • Kommunikations-, Ausdrucks-, Präsentationsfähigkeit, Rhetorik • Belastbarkeit/Stressresistenz • Analytische Fähigkeiten und Problemlösungsfähigkeit

• Arbeitsverhalten und Leistungsmotiva­ tion • Sozialkompetenz und Teamfähigkeit • Führungskompetenz • Lern- und Veränderungsbereitschaft

Vorbereitung Auch wenn Ihnen vom Unternehmen versichert wird, dass eine Vorbereitung nicht notwendig bzw. gar nicht möglich ist, sollten Sie sich doch über den Ablauf und das Ziel einiger Assessment Center-Übungen genauer informieren. Sie können Stress und Überraschungssituationen entgegenwirken, wenn Sie vorher zumindest ungefähr abschätzen können, was Sie erwartet. Zur Vorbereitung gibt es eine Reihe von Büchern mit Tipps und Übungen. Wir möchten Ihnen einige dieser Übungen in ihren Grundzügen vorstellen:

Die Postkorbübung In der Postkorbübung handeln Sie meist als gestresste/r Arbeitnehmer/in und

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müssen die verschiedensten Schriftstücke/E-Mails (Ihre aktuelle Post) bearbeiten. Es geht darum, innerhalb einer vorgegebenen und meist sehr knapp kalkulierten Zeit möglichst viele Aufgaben zu erledigen bzw. zu delegieren und Entscheidungen zu treffen. Üblicherweise ist diese Übung jedoch so konzipiert, dass man innerhalb der Zeitvorgabe nicht alle Aufgaben be­ wältigen kann. Gehen Sie also folgendermaßen vor: • Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Schriftstücke! • S etzen Sie Prioritäten! – Was ist am wichtigsten bzw. am dringendsten? •B  eachten Sie die Zusammenhänge zwischen den Schriftstücken! •N  otieren Sie für jede Aufgabe eine Handlungsweise (wichtig bei E-Mails ist auch, an wen eine Kopie oder Blindkopie ergeht)! •A  lle Entscheidungen müssen transparent und nachvollziehbar sein!

Das Rollenspiel Im Rollenspiel werden meist für die aus­ geschriebene Position typische (Kon­flikt- bzw. Problem-)Situationen simu­ liert. Häufig handelt es sich um ein schwieri­ges Gespräch mit einem/einer Mitar­beiter/in, der/die beispielsweise nicht die erwartete Leistung erbracht hat, oder auch um ein Verkaufsgespräch mit einem Kunden/einer Kundin. Darauf sollten Sie achten: •Z  u Beginn den Grund des Gesprächs nennen, das Problem/ Thema ansprechen! •D  em anderen zuhören und ihn seine Argumente vorbringen lassen! Nachfragen! •D  em Gegenüber den eigenen Standpunkt erklären!

• Von aggressivem Verhalten des Gegenübers nicht aus der Ruhe bringen lassen und sachlich bleiben! • Versuchen Sie am Ende eine Lösung und möglichst auch einen Zeitplan (eine Deadline) für die Umsetzung zu fixieren!

Die Präsentation Ihre Aufgabe besteht darin, zu einem vorgegebenen und oft auch fachbezogenen Thema einen kurzen Vortrag zu halten. Es geht darum herauszufinden, ob Sie einen komplexen Sachverhalt übersichtlich und logisch darstellen, ihn ansprechend vortragen und sich auch sprachlich gut ausdrücken können. • Strukturieren Sie Ihren Vortrag gut, behalten Sie den roten Faden! • Sprechen Sie laut, deutlich und in angemessenem Tempo! • Sprechen Sie frei und verwenden Sie höchstens einige Kärtchen mit Stichworten! • Halten Sie Blickkontakt mit dem Pub­ likum!

Die Gruppendiskussion Das Thema ist üblicherweise vorgegeben und wird in einer Gruppe von 5-10 Kandidat/inn/en diskutiert. Manchmal müssen die Teilnehmer/innen zusätzlich vorgegebene Rollen einnehmen und anhand dieser argumentieren.

Tipp

• Lassen Sie andere ausreden und unterbrechen Sie nicht! • Aktives Zuhören ist gefragt, d. h. nachfragen und auf die Argumente der anderen eingehen! • Nutzen Sie zur Verfügung gestellte Medien (z. B. Flip Chart)! • Wenn Sie es schaffen, Struktur in die Diskussion zu bringen und Zwischenergebnisse festzuhalten, können Sie zusätzliche Punkte sammeln!

Das Interview Häufig beinhaltet auch ein Assessment Center ein oder mehrere Interviews mit wechselnden Gesprächspartner/inne/n. Details zu diesem Thema finden Sie im Kapitel „Bewerbungsgespräch“.

Die Case Study Fallstudien werden oft bei der Bewerber/innenauswahl in Consulting-Unter­ nehmen eingesetzt. Es gilt, eine Problemstellung innerhalb einer knapp kalkulierten Zeit entweder allein oder in der Gruppe zu lösen. Dabei kommt es nicht auf detaillierte Ausführungen, sondern auf einen logischen, nachvollziehbaren Lösungsweg an. Meist muss zusätzlich auch ein (realistischer!) Zeitplan für die Umsetzung der Lösung aufgestellt werden. Anschließend wird das Ergebnis in Form einer Kurzpräsentation dem Publikum vorgestellt.

Angebot des TU Career Centers:

Gerne unterstützen Sie unsere Berater/innen mit maßgeschneiderten Einzelberatun­ gen oder Trainings bei der Vorbereitung auf Assessment Center. Informationen zu den nächsten Terminen unseres Workshops „Vorbereitung auf Personalauswahlverfahren – Das Assessment Center“ finden Sie unter der Rubrik Events auf www.tucareer.com.

Empfohlene Literatur Coelius, C. (2006). Fit fürs Assessment Center. Hamburg: CC-Verlag. Hesse, J. & Schrader, H.C. (1998): Assessment Center für Hochschulabsolventen. Frankfurt am Main: Eichborn. Hesse, J. & Schrader, H.C. (2006). Die 100 wichtigsten Tipps zum Assessment Center. Frankfurt am Main: Eichborn. Püttjer, Ch. & Schnierda, U. (2005). Körpersprache im Assessment Center. Frankfurt: Campus. Püttjer, Ch. & Schnierda, U. (2005). Erfolgreich im Assessment Center. Frankfurt: Campus.

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Bewerbungsgespräch

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Networking: Die Kunst des Kontakte-Knüpfens

Mag. (FH) Caroline Klonner

Der Begriff ist in aller Munde: Wo früher von „Vitamin B“ die Rede war, wird nun „Networking“ betrieben. Der Aufbau eines Kontaktnetzes als Karriereturbo? Ja, wenn es richtig gemacht wird. Networking bedeutet nämlich nicht das wahllose Maximieren von Kontakten. Vielmehr geht es um den systematischen Auf- und Ausbau eines Beziehungskon­ struktes. Entscheidend für erfolgreiches Networking ist es, zielgerichtet Kontakte herzustellen, zu pflegen und langfristig aufrecht zu erhalten.

Netzwerke sollen Kommunikation sowie fachlichen und persönlichen Austausch ermöglichen und fördern. Sie basieren auf gegenseitiger Förderung, echtem Interesse und dem Austausch von Informationen. Um Teil eines Netzwerkes zu sein, gehört dieses sorgfältig auf­ gebaut – um Teil eines Netzwerkes

zu bleiben, gehört dieses ständig gepflegt. Wie aber werden Sie nun zur/zum ProfiNetworker/in? Hier einige Tipps für das erfolgreiche Kontakte-Knüpfen: Verteilen Sie Ihre Visitenkarten nicht wie Konfetti.

Tipp Nutzen Sie die Möglichkeit einer Personenmitgliedschaft im TUalumni.Club und werden Sie Teil des aktiven Kontakt- und Beziehungsnetzes zwischen der TU Wien, den Alumni und Alumnae, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit! Die Mitgliedschaft bietet Ihnen die Möglichkeit Kontakt zur TU Wien und Ihren Studienkolleg/inn/en zu halten Neue Kontakte zu Branchenkolleg/inn/en, zukünftigen Arbeitgeber/inne/n und möglichen Geschäftspartner/inne/n zu knüpfen Know-how und Informationen auszutauschen und so Ihr Fachwissen zu erweitern.

Ihre Serviceleistungen auf einen Blick TUalumni-Datenbank: Ihre Online-Plattform zur Vernetzung mit anderen TUalumni-Mitgliedern (http://my.TUalumni.at) Events: Umfassendes netzwerk-, fach- und joborientiertes sowie kulturelles Veranstaltungsangebot (Young TUalumni Get-together, MUMOK Sonderführungen, Technikdialog: Pro & Contra, uvm.) Mitgliederzeitung & Newsletter: Neuigkeiten aus Forschung und Lehre, aktuelle Jobangebote, Veranstaltungshinweise, Aktuel­ les vom TUalumni.Club Job Services: Jobbörse, Bewerber/innen-Coaching, maßgeschneiderte Trainings speziell für TU Absolvent/inn/en Diverse Vergünstigungen: z. B. vergünstigte TU-Ball Karten, Sonderführungen im MUMOK, vergünstigte Coachings und Trainings des TU Career Centers, etc. Alle aktuellen Veranstaltungen und weiterführende Informationen zu den Angeboten und Services des TUalumni.Club finden Sie unter http://www.tualumni.at. Werden Sie Mitglied im TUalumni.Club – wir freuen uns auf Sie!

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Alumni Betreuung

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Qualität vor Quantität lautet die De­ vise. Zwar gilt: Je größer das Netz­ werk, desto größer der Erfolg. Am wich­tigsten ist es jedoch, die/den richtige/n Ansprechpartner/in zu finden, gezielt zu kommunizieren und positive Gesprächserlebnisse zu gestal­­ten. Gute Kontakte sind das Ergebnis eines guten Gesprächs! Hetzen Sie nicht planlos von einem Event zum nächsten. Veranstaltungen eignen sich ideal dazu, Netzwerke zu pflegen und zu

Kontakt Servicecenter TUalumni Schaumburgergasse 1/2/15 1040 Wien Tel: +43 1 58801-33035 Fax: +43 1 58801-33088 office@tualumni.at http://www.tualumni.at

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Alumni Betreuung

erweitern. Wählen Sie Veranstaltungen, die Sie besuchen, gezielt aus und achten Sie neben den interessanten Themen auch auf den passenden Rahmen – es sollte ausreichend Zeit für Networking eingeplant sein. Be­ grüßen Sie bekannte Personen, gehen sie jedoch auch aktiv auf neue Kontakte zu. Tipp: Der TUalumni.Club bietet eine Vielzahl an fach- und zielgruppen­ spezifischen Events an. So haben Sie gleich von Beginn an einen gemeinsamen Bezugspunkt mit den anderen Teilnehmer/inne/n, und das Kontakte knüpfen fällt viel leichter! Sie müssen das Rad nicht neu er­ finden. Nutzen Sie die Vorteile bereits bestehender Netzwerke, wie zum Beispiel On­l ine Communities. Der gemein­ same Bezugspunkt stellt sich durch das gemeinsame Interesse an einem bestimm­ten Thema her. Wichtig hier-

bei ist Ihre aktive Beteiligung am Netzwerk, denn nur so schaffen Sie Aufmerksamkeit, Engagement und steigern Ihre Glaubwürdigkeit. Tauschen Sie Informatio­n en aus, verfassen Sie Diskussionsbeiträge und vermitteln Sie interessante Kontakte. Wichtig ist auch, Ihr Profil interes­ sant zu gestalten und laufend upzudaten. Tipp: Mit über 5.000 Mitgliedern bietet der TUalumni.Club eine Online-Plattform, von deren zahlreichen Kontakten Sie bestimmt profitieren können. Mehr Infos unter http://my.TUalumni.at! Klingt nach viel Arbeit? Stimmt! Doch wer über ein gutes Netzwerk an Kon­ takten verfügt, dem öffnen sich so manche Türen einfach leichter. Ob es um einen Tipp, eine wichtige Infor­ma­ tion oder um eine Job-Empfehlung geht: Wer über ein funktionierendes Netz­werk verfügt, kommt oft schneller ans Ziel.

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Jobmessen – Viele Chancen für die Karriere

Karin Wittmann

Jobmessen bieten Studierenden und Absolvent/inn/en die großartige Chance, Unternehmen näher kennenzulernen und einen ersten persönlichen Kontakt mit potentiellen zukünftigen Arbeitgebern herzustellen. Neben einem ungezwungenen Austausch ermöglichen es diese Plattformen, in offener Atmosphäre Themen wie Praktikumsmöglichkeiten, Berufseinstieg und Karrierechancen zu klären. So lassen sich durch das Knüpfen neuer, wertvoller Kontakte womöglich bereits die Weichen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft stellen.

Die Vorteile Bei Jobmessen präsentieren Unterneh­ mensvertreter/innen unzählige namhafte nationale und internationale Unternehmen und erteilen bereitwillig Auskünfte über Praktika, Diplomar­ beits- oder Dissertationsthemen und den Berufseinstieg. Studierenden oder Absolvent/inn/en geben Jobmessen die Gelegenheit, an einem Tag und an einem Ort auf Personalverantwortliche unterschiedlicher, renommierter Unternehmen zu treffen und sich ihnen persönlich als engagierte/r Bewerber/in zu prä­ sen­tieren. Im persönlichen Gespräch kön­nen konkrete Informationen zum

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Jobmessen

Unternehmen, branchenspezifischen Berufsbildern, Karriereperspektiven und Bewerbungsmodalitäten eingeholt werden. Die Interessenten haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen mit den Erwartungen und Angeboten des Unternehmens abzustimmen. Dadurch bietet sich bestimmt ein realistischerer und lebendigerer Eindruck von einem Unternehmen, als dessen Website oder die üblichen Firmenunterlagen zu vermitteln vermögen. Das Rahmenprogramm im Zuge die­ ser Messen, beispielsweise mit Workshops oder Bühnentalks, verschafft zusätzlich Einblick in verschiedene

firmenspezifische Strukturen, Vorgehensweisen und Arbeitsmethoden.

Vorbereitung Eine sorgfältige und gezielte Vorbereitung ist unerlässlich für einen überzeugenden bleibenden Eindruck, den man bei den Ausstellerunternehmen am Messetag erzielen will. Um den Messetag effizient zu nutzen, sollte man schon im Vorfeld gezielt jene Unternehmen auswählen, die einen besonders interessieren, und über diese vorab umfangreiche Infor­ mationen einholen. So ergibt sich nicht nur eine gute Gesprächsbasis mit den Unternehmensvertreter/inne/n, man

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kann außerdem gezielt die Messe­ stände jener Firma ansteuern, die für die eigene berufliche Zukunft und den eigenen Interessensbereich relevant sind. Dabei ist auch die Erstellung eines Zeitplans sehr hilfreich, sowie Aus­ stellerlisten und Messepläne, mit Hilfe derer die Interessierten bei einer gro­ ßen Anzahl von Unternehmen den Überblick behalten. Diese werden üb­licherweise von der Messeorganisation online zur Verfügung gestellt und/oder am Messetag unter den Besucher/inne/n verteilt.

Am Messetag Beim Besuch der Jobmesse selbst sollte speziell auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und ein professionel­ les Auftreten geachtet werden. Die diesbezüglichen Empfehlungen sind – wie auch für Bewerbungsgespräche – branchenabhängig. Unternehmensbe­ ratungen beispielsweise erwarten in den meisten Fällen Business-Kleidung (Anzug, Kostüm). In jedem Fall sollte die Kleidung aber gepflegt, sauber und ordentlich sein (dunkle Hose, Hemd, Bluse, ordentliche Frisur, keine Turnschuhe). Wenn man in das Gespräch mit einem/ einer Unternehmensvertreter/in tritt, sollte man dies alleine tun und dabei besonders auf eine höfliche und freundliche Begrüßung achten. Für den Ge­sprächseinstieg eignet sich ein posi­ti­ ves Eingangsstatement, in dem sich die/der Interessent/in vorstellt, ihre/ seine Studienrichtung angibt und ihr/ sein Interesse am jeweiligen Unternehmen unterstreicht: • Guten Tag mein Name ist …, ich bin im Endstadium meines Studiums und überlege in Ihrem Unternehmen eine berufliche Laufbahn zu starten… • Ich habe mich immer schon für… interessiert und mich auch dahingehend ganz speziell ausgebildet… • …da Sie ein Unternehmen dieser Branche sind, möchte ich Sie fragen, welche Laufbahn in Ihrem Unternehmen typisch ist…

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Jobmessen

Idealerweise sollten Stärken und Fähig­ keiten bereits im Vorhinein klar sein, und Fragen vorbereitet werden, die mit Vertreter/inne/n des jeweiligen Unternehmens geklärt werden sollen. Diese können sich beziehen auf: • Anforderungskriterien • Idealer Bewerbungs-, Eintrittszeitpunkt • Aufnahmeverfahren • Ablauf des Einstiegs im Unternehmen • Entwicklungsmöglichkeiten Zu einem professionellen Auftreten zählen auch vollständige Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Visitenkarte, Motivationsschreiben, Zeugnisse), die Sie am besten in gebundener Form bzw. in einer Bewerbungsmappe mitnehmen. So kann die Bewerbung den Unternehmensvertreter/inne/n auch per­sönlich im Laufe des Gesprächs über­geben werden. Wer unsicher ist, ob seine Bewerbungsunterlagen den Anforderungen

Tipp

genügen, oder ob sich daraus noch mehr machen ließe, dem stehen die Expert/inn/en vom TU Career Center professionell und unkompliziert mit Rat und Tat zur Seite.

Nachbereitung In einer gezielten Nachbereitung kön­ nen die gesammelten Informatio­nen zusammengefasst und auf diese Weise der Eindruck von den jeweili­ gen Unternehmen abgerundet werden. Wenn konkrete Vereinbarungen mit den Firmenvertreter/inne/n getroffen wurden (z. B. telefonisches Nach­fassen, Versand der Bewerbungsunterlagen, etc.), sollten diese auf jeden Fall eingehalten werden. Wenn Sie also die Chance nutzen, sich auf einer Jobmesse bestens vorbe­ reitet und interessiert den Unternehmen zu präsentieren, steht einem guten Job nicht mehr viel im Wege!

Besuchen Sie die Jobmesse der TU Wien

Besuchen Sie am 07. April 2011 die TUday11 – Die Jobmesse der TU Wien – und knüpfen Sie erste Kontakte mit Vertreter/inne/n von knapp 90 Unternehmen. Im Jahr 2010 wurden rund 230 Stellenausschreibungen auf unseren Jobwalls ver­ öffentlicht, 8 Firmenpräsentationen durchgeführt sowie zahlreiche Bühnentalks veranstaltet. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet Ihnen die Gelegenheit, Unternehmensvertreter/innen persönlich kennenzulernen, erste wertvolle Kontakte zu knüpfen sowie Detailinformationen zu den jeweiligen Firmen zu erhalten. TUday11 – Die Jobmesse der TU Wien 07. April 2011 | Freihaus der TU Wien | www.tuday.at

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VERBUND – Österreichs führendes Stromunternehmen Energie verbindet die Zukunft mit individuellen Karrieren

Fiona Coleman als Leiterin Recruiting und Personalmarketing von VERBUND spricht über die Voraussetzungen, die Bewerberinnen und Bewerber bei VERBUND mitbringen sollten. Für uns bei VERBUND ist technisches Wissen alleine nicht ausreichend. Wer neue Wege mit uns beschreiten will, für den stehen auch ein wirtschaftliches Grundverständnis, Teamfähigkeit und Kenntnisse im Projektmanagement im Vordergrund. Im Bewerbungsprozess achten wir neben der fachlichen Kompetenz auf ein gewisses Interesse an der Energiewirtschaft. Gute Zeugnisse und einschlägige Praktika zählen ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen. Eine umfangreiche, einschlägige Praxiserfahrung ist natürlich immer von Vorteil, aber wichtig für uns sind insbesondere Teamfähigkeit und ein branchenübergreifendes Denken und Handeln. Das hilft bei der Selbstorganisation und unterstützt das selbständige Arbeiten, das wir bei VERBUND forcieren. Teamarbeit steht im Mittelpunkt Wir legen bei neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bewerbungsprozess unser Augenmerk darauf, dass sie ins Team passen, deshalb sind uns exzellente Soft-Skills, eine hohe Einsatzbereitschaft und Kommunikationsfreudigkeit sehr wichtig. Eigeninitiative und Mut zur Herausforderung sind natürlich auch ein Muss, um im Team erfolgreich zu sein.

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Gastkommentare

International aktiv mit internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Durch unsere internationale Ausrichtung ist Englisch eine Grundvoraussetzung – auch andere Fremdsprachen sind von Vorteil, vorzugsweise Französisch, Italienisch und Türkisch. Das interkulturelle Verständnis und die Bereitschaft für Auslandsengagements sind für uns in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Sich in andere Kulturen und Denkweisen hineinversetzen zu können – das ist zum Beispiel bedeutend, wenn man Akzeptanz für schwierige Projekte schaffen muss. Technische Absolventinnen und Absolventen gesucht VERBUND ist ein Stromkonzern mit einem breiten technischen Portfolio. Wir suchen daher laufend Absolventinnen und Absolventen der Studienzweige Elektrotechnik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Mathematik, Wasserwirtschaft und Kulturtechnik. Wir bieten unseren neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine sehr gute Konzern-

vernetzung mit einem hevorragenden Wissensaustausch. Nicht zuletzt pflegen wir eine flache Hierarchie im Unternehmen. Unser Ziel ist es auch, noch mehr Frauen für die Technik zu begeistern. Wir fördern mit einem Frauenstipendium an der TU Wien jedes Jahr Studentinnen, am alljährlichen Töchtertag in Wien nehmen wir regelmäßig teil und versuchen, durch Workshops und Exkursionen bereits den jungen Mädchen technische Berufe näher zu bringen. Schlüsselkompetenz „Aus- und Weiterbildung“ VERBUND ist österreichweit sicher eines der Unternehmen mit der umfassendsten Aus- und Weiterbildungskompetenz. Wir bieten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und interessante Zukunftschancen – unter anderem ein eigenes Meisterprogramm, Programme für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie FührungskräfteEntwicklungsprogramme – an. Weitere Informationen finden Sie unter www.karriere.verbund.at.

VERBUND – führendes Stromunternehmen Österreichs international aktiv VERBUND ist Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Schon jetzt liegt der VERBUND mit einem Wasserkraftanteil von 90 % im europäischen Vergleich bei erneuerbarer Stromerzeugung weit vorne. Mit dem Erwerb von 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn im Jahr 2009 rückte VERBUND seinem Ziel, eine Spitzenposition unter den europäischen Wasserkrafterzeugern einzunehmen, einen großen Schritt näher. Der Konzern ist auf allen Strom-Wertschöpfungsstufen wie Erzeugung, Übertragung, Verteilung (nur Türkei), Handel und Vertrieb tätig. Neben dem Heimmarkt Österreich konzentriert sich VERBUND auf Deutschland sowie auf seine Beteiligungen in Frankreich, Italien und der Türkei. 2009 erzielte VERBUND mit rund 2.800 Mitarbeitern das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte: Umsatz von 3,5 Mrd. Euro, operatives Ergebnis von rund 1 Mrd. Euro. Im neuen Jahrtausend hat der Konzern seinen Erfolgskurs eindrucksvoll fortgesetzt. Binnen weniger Jahre gelang die Verdopplung des Stromabsatzes und der Umsatzerlöse. VERBUND wurde 1947 gegründet und ist seit 1988 an der Börse, 51 % der Aktien sind im Besitz der Republik Österreich.

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Arbeitgeber ÖBB – Techniker/innen am Zug!

Gastkommentar von Mag. Christian Kern, CEO der ÖBB-Holding AG

Wenn man nicht weiß, was man sucht, kann man auch nicht das Richtige finden. Dies trifft ebenso auf den richtigen Job zu. Viele Bewerber/innen haben das Problem, dass ein klares Bild über den zukünftigen Tätig­keits- oder Funktionsbereich fehlt. Die ÖBB sind eines der größten Unter­ nehmen Österreichs, der Mobilitätsanbie­ ter Nummer eins und damit auch attraktiver Arbeit­geber, der in vielen spannenden Bereichen Arbeit anbietet. Gerade für Absolvent/innen der Technischen Universitäten haben die ÖBB viele interessante Jobs zu bieten. Vor allem Abgänger/innen der Studienrichtungen Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau, Ar­chi­tektur sowie Informatik sind bei uns immer sehr gefragt. Denn wie kaum ein anderes Unternehmen realisieren die ÖBB Großbauprojekte, wie etwa den Hauptbahnhof Wien oder den Ausbau der Westbahn, bei denen das Spezialwissen vieler Techniker/innen gebraucht wird. Und wer bei den ÖBB seine Sache gut macht – kann oftmals schon sehr bald viel Verantwortung übernehmen, etwa als Projektkoordinator/in, Bauleiter/in oder Baumanager/in.

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Gastkommentare

Aber schon während des Studiums gibt es die Chance den ÖBB-Konzern als attraktiven Arbeitgeber und in seiner Vielfalt kennen zu lernen. Im Rahmen des High Potential Programms TUthe TOP etwa erhalten Student/innen der TU Wien ein Jahr lang genauen Einblick in das Unternehmen ÖBB. Sie bekommen Gelegenheit, mit Führungskräften höchster Ebene Gespräche zu führen und einige Bauprojekte zu besichtigen. Bereits zum zweiten Mal sind die ÖBB Kooperationspartner der TU Wien und wir freuen uns schon auf die handverlesene Schar von Student/innen, die ab Herbst wieder bei uns sein werden. Mein Tipp: Wenn Sie Interesse an einer Stelle im ÖBB-Konzern haben, sollten Sie regelmäßig das Karriereportal auf unserer Website besuchen. Dort stellen wir laufend die neuesten Jobangebote bereit. Unter www.oebb.at/jobs und speziell unter www.oebb.at/jobboerse finden alle Jobsuchenden die aktuel­ len, ausgeschriebenen Stellen bei den ÖBB. Es lohnt sich jedenfalls, einen Blick darauf zu werfen, denn ein Job

im ÖBB-Konzern bedeutet herausfordernde, spannende und vielfältige Auf­ gaben sowie gute Aufstiegs- und Karrierechancen! Die Mobilitätsbranche hat Zukunft und die Investitionen in die Bahninfrastruktur haben hohe volkswirtschaftliche Re­le­vanz, wie erst kürzlich Studien von IHS, WIFO und Joanneum Research belegten. Zukünftig wird der öffentliche Verkehr, und speziell die Bahn als ökonomischer und effizienter Verkehrs­ träger noch mehr an Bedeutung ge­ winnen. Für die Mitarbeiter/innen der ÖBB ergeben sich daraus herausfordernde Berufsbilder in einer klaren Wachstumsbranche. Bereits jetzt sorgen rund 45.000 einsatzbereite Mitarbeiter/innen dafür, dass jährlich etwa 453 Mio. Fahrgäste und 120,3 Mio. Tonnen Güter transportiert werden. Um alle unsere Ziele zu erreichen und für die Zukunft noch besser gerüstet zu sein, brauchen wir jedenfalls engagierte Mitarbeiter/innen, die den Willen und Ehrgeiz haben, die Zukunft der Bahn positiv mit zu gestalten.

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WIEN ENERGIE Wienstrom – Den Innovationen gehört die Zukunft

Gastkommentar Wien Energie Wienstrom

Foto: Wienstrom GmbH

Susanna Zapreva-Hennerbichler (37) ist Absolventin der Elektrotechnik des Studien­ zweigs Energie- und Antriebstechnik und Geschäftsführerin von Wien Energie Wienstrom. Als erste Frau an der Spitze eines der größten Energieversorgungsunter­ nehmen Österreichs vergab sie jüngst ein Stipen­dium für ein zukunftsweisendes Telekom-Projekt an eine junge, aufstreben­de Dissertantin der Technischen Universität. Im Interview gibt sie Einblicke in das Projekt und ihren Zugang zu einem nachhaltigen Innovationsmanagement.

Das Stipendium für das Telekom-Projekt von Wien Energie Wienstrom in der Höhe von EUR 5.500,-- wurde kürzlich an eine TU-Absolventin vergeben. Mit „Technik“ bzw. dem Telekom-Projekt verbindet man „Innovation“. Wie wichtig ist das Thema für Wien Energie Wienstrom bzw. generell für Wien Energie aktuell und künftig? Welche Maßnahmen setzt das Unternehmen für ein nachhaltiges Innovationsmana­ gement? Die Themen Innovation, ständige Verbes­ serung und Weiterentwicklung haben bei uns im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Energie und Telekommunikation sind mit Sicherheit die Branchen der Zukunft. Die Telekommunikation ist aus unserer Informationsgesellschaft nicht mehr weg zu denken und muss von Tag zu Tag

mehr leisten. Die Energiebranche steht vor den gro­ßen Herausforderungen Klimawandel, Verknappung fossiler Ressourcen usw. Wir begegnen diesen Entwicklungen mit Kreativität und Veränderungsbereitschaft. Und die Summe aus Krea­tivität und Veränderung ist bekannt­lich Innovation. Wir fördern daher immer wieder junge Menschen, die die Zukunft dieser Branche massiv mitgestalten möchten. Sie waren als selbständige Beraterin für Energiemanagement aber auch in Ihren Tätigkeiten bei Wienstrom ständig mit neuen Projekten konfrontiert. Welche wertvollen Erfahrungen nehmen Sie aus diesen Projekten mit? Da gab es sehr viele. Ich kann gar nicht sagen, welches Projekt am spannendsten war. Was ich über die Zeit gelernt

habe ist, dass ich etwas erst dann gerne mache, wenn ich es auch wirklich verstehe. Deshalb geben wir Studieren­ den die Möglichkeit, in Projekten Praxis­ erfahrung zu sammeln. In einem Interview erwähnten Sie einmal, dass Sie mit 18 sehr idealistisch waren und die Energieprobleme der ganzen Welt lösen wollten. Wie stehen Sie heute dazu? Bestimmt Idealismus oder Realismus Ihren Arbeitsalltag? Ich versuche mir meinen Idealismus zu bewahren. Idealismus und Realismus können durchaus Hand in Hand gehen. Welchen Beitrag leistet Wien Energie Wienstrom zur Lösung der Energieprobleme? Wir setzen auf drei Schwerpunkte: Energieeffizienz, erneuerbare Energien und E-Mobilität. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und investieren in die Zukunft unserer Kundinnen und Kunden.

WIENSTROM Zahlen und Daten 2008/2009 • Umsatz in Mio. EUR 894 • Stromerzeugung in GWh 6.174 • Personalstand 2.970 Foto: Wienstrom GmbH

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Gastkommentare

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1 Eins weiß ich. Die Allianz bietet IT-Karrieren. Gastkommentar Allianz

beitsleben für mich ein fließender. Schon während des Studiums war es mein Ziel, einmal als Consultant tätig zu sein. Dieses Ziel habe ich erreicht – und zwar bei der Allianz. In der Allianz habe ich die Möglich­ keit in einem internationalen Umfeld zu arbei­ten und mein Wissen, meine Kompetenz und meine Qualifika­tionen unter Beweis zu stellen.

Gharbi Taoufik-Naceur ABS Core Claims CS Während meines Infor­matik-Studiums an der TU Wien hatte ich bereits die ersten Kontakte zur Arbeitswelt. Daher war der Umstieg von der Uni ins Ar-

Lukas Tischler Anwendungsentwicklung CS Produkte

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Gastkommentare

es mich dann besonders, wenn mich die Kunden nach erledigter Arbeit zum Essen oder Volleyball-Spielen einladen.

Als Consultant arbeite ich sehr eng mit dem Kunden zusammen, um Lösungen für seine Probleme zu finden. Das geschieht entweder hier in Wien oder vor Ort beim Kunden (z. B. in Deutschland).

Das Allianz Business System – das ist die Software-Lösung, für die ich Consultant und auch Developer bin – ist ein spartenübergreifendes GeschäftsfallBearbeitungs-System. Es ist eine platt­ formübergreifende Anwendung mit zahl­­ reichen Komponenten, das interna­tional erfolgreich im Einsatz ist. Es basiert auf den modernsten Java Technologien unter Verwendung von objektorientier­ tem Design, Modellierungsmethoden und Design Patterns.

Neben meinen technischen Fähigkei­ ten (wie Java-, Design- und Architektur Know-how) brauche ich als Consultant auch herausragende soziale Kompetenz, da ich mich immer wieder auf meine Kunden und ihre ganz unter­ schiedlichen Sichtweisen einstellen muss, um erfolg­reich sein zu können. Da freut

An der Allianz als Arbeitgeber schätze ich vor allem meine überaus kompeten­ ten Kollegen, das von Wertschätzung und Anerkennung geprägte Arbeitsklima und den internationalen guten Ruf. Freie Zeit­einteilung sowie die Business Lounge mit sehr gutem Essen gehören in der Allianz zum Alltag.

Als ich mich vor rund einem Jahr bei der Allianz Elementar beworben habe, war ich sehr neugierig, was man als Informatiker in diesem Bereich alles machen kann. Das bisher Einzige, was ich mit Versicherungen verband, waren meine leider schlechten Erfahrungen als Kunde. Als Absolvent der medizinischen Informatik an der TU Wien hatte die Stellenbeschreibung zwar wenig mit meinem Bachelorstudium zu tun, es klang jedoch interessant und deshalb habe ich mich hier beworben. Die vorausgesetzten, nötigen Kenntnisse habe ich mir im Laufe meines Studiums und durch privates Interesse angeeignet.

hat. Dank meiner Arbeitskollegen konnte ich mich aber recht schnell in die Welt des Allianz-Frameworks einarbeiten.

Natürlich bedarf es zu Beginn einer gewissen Lernbereitschaft und Geduld, bis man sich in die Materie eingearbeitet

In meiner Abteilung, welche für die Ent­ wicklung in Österreich zuständig ist, haben wir die Aufgabe, neue Produkte zu implementieren und unsere Business Software laufend zu verbessern. Im Moment arbeite ich an einem Projekt, welches für eine Landesversicherung durchgeführt wird. Die Allianz Ele­men­ tar fungiert dabei als IT-Service Provider. Erfolgreich abgeschlossene Projekte sind selbstverständlich ein guter Grund ordentlich zu feiern: Immer wieder werden kleinere und größere Feiern organisiert, welche durchaus sehr fröhlich und ausgelassen ausfallen können.

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Technische Universität Wien: Wissenschaftliche Karriere mit Idealismus – die TU Wien als Arbeitgeber

Gastkommentar TU Wien

Bildungseinrichtung und/oder Arbeitgeber? Nach Studienabschluss erwarten die AbsolventInnen der TU Wien nicht nur spannende Einstiegsmöglichkeiten in der Privatwirtschaft, auch an der Technischen Universität selbst bieten sich attraktive Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Über wissenschaftliche Karrieren im Allgemeinen und an der TU Wien im Speziellen spricht O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Sabine Seidler, Vizerektorin für Forschung, im Interview mit Mag. Daniela Haiden, Bereichsleiterin Recruiting am TU Career Center.

Frau VR Seidler, die Wirtschaft beklagt laufend den ekla­ tan­ten Mangel an Te c h n i ke r I n n e n. Wie sieht es bei der TU Wien als Arbeit­ geber aus, hat die universitäre Forschung Nachwuchssorgen? Ebenso wie die Industrie sind wir ständig auf der Suche nach der/dem richtigen MitarbeiterIn. Ich würde unsere Situation jedoch nicht unbedingt mit dem Begriff „Nachwuchssorgen“ umschreiben. In den letzten Jahren hat die Anzahl der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen an der TU kontinuierlich zugenommen, seit dem Jahr 2007 um 211. Man muss jedoch die Situation differenzierter betrachten. Der Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere, das Doktorat, hat in den einzelnen Fachrichtungen eine sehr unterschiedliche Bedeutung. Während in den naturwissenschaftlichen Disziplinen das Doktorat auch heute noch, unabhängig von der weiteren Karriere, häufig als ideale Voraussetzung für das Berufsleben gilt, ist dessen Stellenwert in den ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen deutlich geringer. Daraus ergeben sich unterschiedliche Voraussetzungen für die weitere Entwicklung wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu kommt, dass die Attraktivität von Arbeitsplätzen in der universitären Forschung nicht mit der im Unternehmen vergleichbar ist.

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Gastkommentare

Für Unternehmen ist es immer wichtig den „Right Potential“ zu finden. Welche Eigenschaften sollte eine junge Absolventin/ein junger Absolvent mitbringen, um für eine wissenschaftliche Karriere gerüstet zu sein? Ich denke, hier sind die Unterschiede nicht so groß. Wir benötigen kreative Köpfe, die in der Lage sind, wissenschaftliche Aufgabenstellungen zu lösen. Dazu benötigt man zu allererst Interesse am Fachgebiet, aber auch eine solide theoretische Basis, Ausdauer, Neugier, Zielstrebigkeit, Selbstständigkeit und eine gehörige Portion Idealismus. Darüber hinaus sollte man auch Freude daran haben, sein Wissen weiterzugeben. Wenn ich mich für eine Karriere als WissenschaftlerIn an der TU Wien interessiere, wie sieht der Bewerbungsprozess aus? Was sind die Besonderheiten und Herausforderungen dieses Karriereweges? Eine wissenschaftliche Karriere kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise beginnen, z.B. über frühzeitige Kontakte zur Arbeitsgruppe z.B. als TutorIn oder als StudienassistentIn. Die Diplomarbeitsphase stellt häufig den ersten „Eignungstest“ für beide Seiten dar. Sind beide Seiten an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert und Projektmittel vorhanden, steht dem ersten Karriereschritt nichts mehr im Wege. Da in Österreich das Doktorat als Studium und nicht als Berufseinstieg gilt, ist die Finanzierung formal unbedeutend. Tatsächlich verschlechtert eine solche Herangehens-

weise jedoch unsere Wettbewerbssituation gegenüber der Industrie und ist nicht zu befürworten. Die klassische Bewerbung auf eine Stellenausschreibung ohne vorherige Kontakte ist natürlich auch möglich. Stellenausschreibungen finden sich zumindest im Mitteilungsblatt der TU. Der Start in die wissenschaftliche Karriere erfolgt immer über ein befristetes Arbeitsverhältnis. Ob sich daraus ein dauerhaftes ergibt, hängt von vielen Faktoren ab. Wir erwarten heute eine hohe Flexibilität, auch in der Wahl des Arbeitsortes. Nach der Promotion sollte man für mindestens ein Jahr ins Ausland gehen. Gibt es so etwas wie eine klassische Laufbahn in der Forschung und wie sieht diese aus Ihrer Sicht/aus der Sicht der TU Wien idealerweise aus? Der konventionelle Weg Promotion – Habilitation – Berufung und das alles in einem Haus stellt heute eher die Ausnahme dar, deshalb kann ich Ihre Frage nur mit „nein“ beantworten. Was möchten Sie unseren Leser/inne/n, die eine wissenschaftliche Karriere in Erwägung ziehen, als Tipp mit auf den Weg geben? Informieren sie sich rechtzeitig bei den MitarbeiterInnen des Fachgebietes Ihrer Wahl über die Möglichkeiten. Die Gruppen sind international gut vernetzt und wissen häufig auch, ob an vergleichbaren Einrichtungen im In- und Ausland wissenschaftliche MitarbeiterInnen gesucht werden. Machen Sie auf sich aufmerksam! Zeigen Sie, was sie können!

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Jeder Erfolg hat seinen Anfang – die neuen Einstiegsmöglichkeiten bei Bosch!

Gastkommentar Robert Bosch AG

“Made by Bosch“ steht für erstklassige Qualität eines Global Players – bei Produkten und Dienstleistungen ebenso wie in Sachen Karriere-Einstieg. Um auch zukünf­ tig international zur Weltspitze zu gehören, ist die Gewinnung der „Right Potentials“ der Schlüssel zum Erfolg. „Die Robert Bosch AG entwickelte zwei Einsteigerprogramme, um Bachelorund Masterabsolvent/innen eine attrak­ tive Möglichkeit zu bieten, in unserem Unternehmen Fuß zu fassen“, erklärt Frau Mag. Alexandra Bichlmayer, Ansprechpartnerin für Einsteigerprogramme der Bosch-Gruppe in Österreich.

PreMaster Programm – Theorie und Praxis verknüpfen Während des zweistufigen Qualifizie­ rungsprogramms, bestehend aus Unter­

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nehmens- und Masterphase, erwerben die Bachelorabsolvent/innen Berufserfah­ rung und werden gezielt auf das Master­ studium vorbereitet. Die Unternehmens­ phase von max. 12 Monaten ist nach eigenen Interessen und Stärken gestaltbar, wobei ein integratives Job-Konzept bestehend aus Projektaufgaben kombi­ niert mit den Herausforderungen des Tagesgeschäfts geboten wird. „Es ist uns wichtig, den Teilnehmer/innen die Möglichkeit zu bieten, in 2 bis 3 thematisch an­grenzenden Abteilungen mitzuarbeiten, um so ein bereichsübergreifendes, unternehmerisches Denken entwickeln zu können“, erläutert Frau Bichlmayer. Während des Masterstudiums absolvie­ ren die Teilnehmer/innen weitere Praxis­tätigkeiten bei Bosch. Über das gesamte Programm hinweg wird man sowohl von der zuständigen Ankerabteilung als auch von einem persönlichen Mentor betreut. Abgerundet wird das Programm

durch Persönlichkeits- und Fachtrai­ nings für die Teilnehmer/innen.

Junior Managers Program – das Führungskräftenachwuchsprogramm bei Bosch Das konzernweit standardisierte Junior Managers Program setzt höchste Maßstäbe für die Entwicklung und Ausbil­ dung der künftigen Führungskräfte. Das 18- bis 24-monatige Programm ist flexibel gestaltbar und ermöglicht eine durchdachte und geplante nationale als auch internationale Karriere innerhalb der weltweit agierenden Bosch-Gruppe. Von Anfang an werden die Masterabsolvent/ innen in Aufgaben des Tagesgeschäfts als auch in interessante Projekte einge­ bunden. Die optimale Vorbereitung für die künftige Führungsaufgabe wird durch Weiterbildungsmaßnahmen, persön­ liches Mentoring aus der Führungs­ ebene und einen verpflichtenden Aus­ landsaufenthalt komplettiert. „Der Wille, hohe Leistung zu erbringen, Verantwor­ tung als auch Führungsaufgaben übernehmen zu wollen, ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme am JMP!“ ergänzt Frau Bichlmayer. Erfahren Sie mehr unter www.bosch-career.at. Kontakt: alexandra.bichlmayer@at.bosch.com

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MENSCHEN BEWEGEN REHAU Gastkommentar von DI Leopold Baumgartner, REHAU

DI Leopold Baumgartner (32), Absolvent der Technischen Universität Wien, Studienrichtung Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau, ist seit 2004 bei REHAU GmbH im Headquarters für die Region Südosteuropa tätig. Neben seinem Studium in Wien hat er ein Postgraduate Studium für Engineering Management an der University of Colorado at Boulder absolviert. Meine ersten beruf­ lichen Schritte bei REHAU führten mich als Assistent der Werk­leitung in unser österreichisches Pro d u k t i o n s we r k nach Neulengbach. Nach einer inten­ si­ven Einarbeitungsphase bildete die technische und logistische Optimierung definierter Prozessabläufe den Schwerpunkt. Dies war sehr spannend, da ich mich während meines Studiums mit dem Thema betriebswirtschaftliche Optimierung und Prozessmanagement schwerpunktmäßig beschäftigt habe und dies nun in die Praxis umsetzen konnte. Nach kurzer Zeit wurde mir angeboten, nachdem REHAU meine große Affinität zu wirtschaftlicher Denkweise und meine Kundennähe erkannte, das Key Account Management für den Bereich kommerzielles Kühlen und Gefrieren in Österreich zu übernehmen. Schwerpunkt­ themen waren neue Produktakquisition,

FactBox Als Premiummarke für polymerba­ sierte Lösungen ist REHAU in den Bereichen Bau, Automotive und Industrie international führend. Mit der Innovationskraft sowie Branchen über­ greifenden Aufstellung und der daraus resultierenden Synergie­effizienz ist REHAU als modern und professionell gesteuertes Familienunternehmen in der Kunststoffindustrie einmalig. Rund 15.000 Mitarbeiter, an über 170 Stand­orten weltweit, führen das Unternehmen zu seinem Erfolg. www.rehau.com

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die Begleitung des Produktentwicklungs­ prozesses und weiterhin die kontinuier­ liche Verbesserung unserer Geschäftsprozesse. Durch mein Interesse an frem­den Kulturen und intensive Einarbei­tung in oben genannten Bereich wurde ich nach zwei Jahren zum Business Team Leiter für die gesamte Region ernannt. Nach weiteren zwei Jahren und inten­ siver Begleitung durch das interne Führungskräfteprogramm habe ich die Chance bekommen, als Business Unit Leiter für den Bereich Industrial Solutions, eine Abteilung zu leiten. Diese Aufgabe, ein multinationales eng vernetztes Team zu leiten, bietet mir neben Strategieentwicklung, internationaler Kun­denbetreuung, Budgetierung etc. noch mehr die Möglichkeit, das Unter­ nehmen REHAU als Ganzes zu betrach­ten und kontinuierlich am Unternehmens­ ziel zu arbeiten. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, dass die Kombination aus Wirtschaft und Technik den Blick schärfen. Durch eigenständiges Arbeiten und Vertrauen in seine MitarbeiterInnen bietet REHAU ein Klima, das der fachlichen und persönlichen Entwicklung seiner MitarbeiterInnen sehr entgegenkommt. Das Er­ken­nen von Interessen und Potentia­len,

der Austausch mit Vorgesetzten und ein breit gefächertes, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes, Schulungs­ programm haben mich in meinem beruflichen Alltag besonders unterstützt. Jungen AbsolventInnen rate ich, bereits im Laufe ihres Studiums ihren Nei­gun­­gen entsprechende Praktika zu absol­vieren und Projektarbeiten zu überneh­men. Aus­landsaufenthalte akademischer oder beruflicher Natur weiten nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch die soziale Kompetenz. Da die internationale Vernetzung große Bedeutung hat, ist es ein Vorteil, weitere Fremd­ sprachen zu beherrschen. Bleiben Sie beim Bewerbungsgespräch authentisch, bereiten Sie sich gut vor, nicht nur auf typischen Fragen, die gerne gestellt werden, sondern überlegen Sie sich v. a. was Sie gut können und wo Sie hin möchten. Dann werden Sie die meisten Fragen im Bewerbungsgespräch beantworten können. Bedenken Sie, dass auch Ihr zukünftiger Arbeitgeber in einer Bewerbungssituation ist. Stellen Sie viele Fragen, um herauszufinden ob das Unternehmen zu Ihnen passt und Ihnen Möglichkeiten bietet sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Viel Spaß und Erfolg!

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Herausforderung inter­na­tionales Software Engineering

Gastkommentar DI Bernd Bugelnig

DI Bernd Bugelnig ist bei Capgemini Österreich für den Bereich der Individualsoftwareentwicklung verantwortlich. Für apply.Ing analysiert der TU-Wien Alumnus Erfolgsfaktoren im Bereich des Software Engineerings und erklärt, warum Internationalität für Absolventen der TU Wien immer wichtiger wird.

Nicht nur Konzerne, sondern auch der gehobene Mittelstand müssen sich den H e r a u s fo rd e r u n g e n der Globalisierung stel­ len. Bei der Auslagerung ihrer IT- oder Ge­ schäftsprozesse wird unseren Kunden immer wichtiger, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die diese ServiceDienstleistungen weltweit garantieren können. Dabei steht nicht nur das Verla­ gern der IT-Dienstleistungen in Niedrig­ lohnländer im Vordergrund, sondern es müssen Lösungen gefunden werden, die den individuellen Kundenbedürfnis­ sen perfekt entsprechen.

Erfolgsfaktor Rightshore® statt Offshore Auf Basis der Kundenanforderungen stellt Capgemini individuelle Teams zu­ sammen, deren hochqualifizierte Mit­glie­­ der aus den verschiedensten Destina­ tionen rund um den Globus rekruitiert werden, um für jedes Projekt den opti­ malen Mix an Fähigkeiten und Technologien zu gewährleisten. Über unser Rightshore®-Modell arbeiten Capgemini Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Niederlassungen weltweit in Projektteams zusammen. Diesem globalen Team gehören im Bereich des Software Engi­ neerings unter anderem 1.500 hochqualifizierte Kollegen in Polen und über 25.000 in Indien an.

Dedicated Teams So arbeiten zum Beispiel spezielle Dedi­ cated Teams in Indien und Polen ausschließlich für Capgemini-Projekte im deutschsprachigen Raum. Dieses Right­

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shore®-Modell gewährleistet somit eine personelle Kontinuität in den Projekten, sowie ein hohes Qualitätsniveau durch nachhaltigen Wissensaufbau.

Wo liegt der Vorteil für unsere Kunden? Mit dem Rightshore®-Modell implemen­ tiert Capgemini beispielsweise für die OMV AG ein IT-System zur Verwaltung von Ölfeldern, Bohrlöchern und seismischen Daten. Unser Wiener Experten­ team arbeitet dabei mit Entwicklern, Business Analysten und IT-Architekten aus Mumbai eng zusammen, die um die notwendige Nähe zum Kunden zu gewährleisten, teilweise vor Ort in Wien sind. Durch dieses internationale Setting erhält die OMV AG Zugriff auf unseren globalen Knowledge-Pool, erhöhte Kos­ tentransparenz sowie die Sicher­heit, mit einem Umsetzungspartner zusammen zu arbeiten, der Business und Kultur wirk­lich versteht.

Collaborative Business Experience™ Zusammenarbeit ist das zentrale Element der Capgemini-Philosophie. Wir binden unsere Kunden von Anfang an in den Arbeitsprozess und die Projektteams mit ein. Diese partnerschaftliche Art der Zusammenarbeit unterscheidet uns hier fundamental von unseren Mitbewerbern und stellt nachhaltig den Erfolg für unsere Kunden sicher.

Ihr Einstieg bei Capgemini Eine erstklassige akademische Ausbildung, wie einen Abschluss an der TU Wien, sowie eine kunden- und lösungsorientierte Persönlichkeit setzen wir bei unseren Bewerbern voraus. Neben sehr guten Englischkenntnissen ist uns die Offenheit für die Zusammenarbeit in interkulturellen Teams wichtig. Schließlich liegt in der gelungen Zusammenarbeit mit Kollegen aus allen Teilen der Welt der Schlüssel zu unserem Erfolg.

FactBox Zur Person: DI Bernd Bugelnig studierte Informatik an der TU Wien. Er startete 1988 seine berufliche Laufbahn bei Philips Data Systems, Wien. Im Jahre 1991 stieg er bei Capgemini Consulting in die IT-Beratung ein. Seit Juli 2009 ist DI Bugelnig Mitglied des Management Boards der Capgemini Consulting Österreich AG und hauptverantwortlich für den Bereich Individualsoftwareentwicklung und Systemintegration. Über Capgemini: Capgemini, einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie-Services sowie Outsourcing, ermög­ licht seinen Kunden den unternehmerischen Wandel durch den Einsatz von Technologien. Capgemini beschäftigt in mehr als 30 Ländern rund 90.000 Mitarbeiter und erzielte 2009 einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.at.capgemini.com

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