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„Monokultur und Massentierhaltung gehen einfach nicht zusammen mit Gesundheit und Respekt vor der Schöpfung.“ Gartens wieder. Dieser war damals nicht mit der heutigen Pracht zu vergleichen. Ein bisschen Rasen hier, ein Blumenbeet dort und hin und wieder ein grüner Busch – das war zu der damaligen Zeit alles. Schorsch Kössel sah sich in seinem Garten um und fing an zu graben. An dem Ort, wo er war und nur mit einem Spaten und einem Pickel bewaffnet rodete er das wild wuchernde Dickicht. Am Ende des Tages fiel er erschöpft und zufrieden in sein Bett und fand endlich wieder in einen tiefen und erholsamen Schlaf. Als er sich am nächsten Tag das frisch umgegrabene Stückchen Erde näher besah, wurde ihm mit einem Mal bewusst, welche Kraft und Ruhe in seinem Garten verborgen lag. Er besann sich auf seinen grünen Daumen, ein Talent, das er von seiner Großmutter, einem alten „Kräuterwaibla“, geerbt hatte. Auf dem kleinen

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Fleckchen Erde entstand so das erste Kräuterbeet. Thymian, Salbei, Liebstöckl und andere Kräuter hielten Einzug im Bärengarten. Je mehr sich Schorsch Kössel allerdings mit seinem Garten und den Kräutern beschäftigte, umso klarer wurde ihm, dass Kräuter nicht nur gut schmeckten und eine gesunde Ergänzung für Suppe und Salat waren, sondern dass in den Schätzen der Natur wahre Kraftquellen verborgen lagen. Man musste sie nur finden und wiederentdecken. Die „Mission Grün“ begann.

Heute „Kommet rein, nehmat Platz und des Salz – des miassat ihr probiara“, Küchenmeister Schorsch Kössel ist Gastwirt mit Leib und Seele. Begeisterung und Stolz blitzen in seinen Augen, wenn er von seinem Bärengarten und den darin verborgenen Schätzen erzählt: „Die Grünkraft muss frisch und grün ins Essen. Und immer in der richtigen Dosis. Wenn ich nur ab und zu mal ein bisschen Chili esse, dann passiert gar nichts. Aber wenn ich es regelmäßig und richtig verteilt zu mir nehme, dann kann die Natur

2 | 2017 Allgäu Wirtschaftsmagazin

Allgäuer Wirtschaftsmagazin 2/2017  

Mit einer Auflage von 11.900 Exemplaren erreicht das Allgäuer Wirtschaftsmagazin ca. 54.000 Leser pro Ausgabe im bayerischen und württemberg...