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auf die Fächergruppen unterworfen, wie sich exemplarisch an den MINT-Fächergruppen zeigt.

Studienabbruch

Tabelle 7: Studierende (absolut) an Berliner Hochschulen nach Fächergruppen, Studienjahre 2000–2010 2000

2002

2004

2006

2008

2010

132.822

135.327

147.030

Anzahl Studierende insg.

132.406

140.177

141.010

darunter: MINT

35.089

39.573

41.390

39.919

41.447

55.122

> davon MIN

20.090

23.073

24.005

23.230

24.401

23.323

> davon T

14.999

16.500

17.385

16.689

17.046

31.799

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Hochschulstatistik

Die Anzahl der MINT-Studierenden der Berliner Hochschulen ist seit dem Studienjahr 2000 deutlich um über 20.000 auf inzwischen 55.100 gestiegen. Aussagekräftiger ist jedoch das Verhältnis der Studierenden in den MINT-Fächern zu den Studierenden insgesamt, die MINT-Studierendenquote: Im Studienjahr 2000 waren 27% aller Berliner Studierenden in MINT-Fächern immatrikuliert. Dieser Anteil stieg bis 2008 und 2009 kontinuierlich auf 31% an. Zum Studienjahr 2010 ist dann ein Anteil von 37% zu verzeichnen, was auf den außerordentlichen Anstieg der Studierendenzahlen in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften zurückzuführen ist: Die Anzahl der Studierenden hat sich hier binnen der letzten zwei Jahre knapp verdoppelt. Wichtigste Ursache dafür ist der massive Ausbau von Studienplätzen dieser Fächergruppe an zwei Berliner Fachhochschulen (Beuth Hochschule für Technik, Hochschule für Technik und Wirtschaft); zudem wurden die Zuordnungen einiger Studiengänge zu Studienbereichen bereinigt. Bei einem traditionell so gut wie ausgewogenen Verhältnis der Geschlechter bei den Studierenden insgesamt entfallen im MINT-Bereich nur ein knappes Drittel der Studienplätze auf Frauen: Waren von den gut 35.000 MINT-Studierenden des Studienjahres 2000 noch 32% weiblich, sind dies von den 2010 gut 55.000 MINT-Studierenden nur noch 30%. Während also bei beiden Geschlechtern ein absoluter Anstieg der Studierenden in den MINT-Fächern ausgemacht werden kann, sind die Frauen anteilig deutlich unterrepräsentiert – bei weiter leicht fallender Tendenz. Spezifisch für die beiden MINT-Fächergruppen zeigt sich ein noch deutlicherer geschlechtsspezifischer Unterschied: Während von den Studierenden der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften immerhin noch ein gutes Drittel weiblich sind, sind dies in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften nur ein knappes Viertel. Diese Befunde spiegeln damit im Wesentlichen die Situation bei den Studienanfängern wider.

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Nicht jedes aufgenommene Hochschulstudium wird auch erfolgreich beendet – in Deutschland wird etwa jedes fünfte Studium vor dem Erreichen eines ersten akademischen Abschlusses abgebrochen. Während der Studienabbruch also zweifellos ein wichtiges und berichtenswertes Phänomen ist, liegen in der amtlichen Statistik leider keine umfassenden Daten dazu vor: Aus der Hochschulstatistik ergibt sich zwar, wer eine bestimmte Hochschule ohne Abschluss verlässt; es bleibt dabei aber offen, ob diese Person ihr Studium nicht im weiteren Laufe ihres Lebens doch noch abschließt oder es im Ausland beendet. Für diesen Abschnitt wird auf Projektberichte der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) zum Umfang und zu den Gründen des Studienabbruchs zurückgegriffen, die auf repräsentativen Umfragen für Deutschland insgesamt beruhen.7 Leider kann aufgrund der Fallzahlen keine regionalisierte Auswertung erfolgen, so dass hier lediglich Ergebnisse auf Bundesebene berichtet werden können.

Umfang des Studienabbruchs Der Definition nach liegt ein Studienabbruch genau dann vor, wenn ein Student die Hochschule ohne einen ersten akademischen Abschluss endgültig verlässt. Hinsichtlich der Ergebnisse spielt die Art der besuchten Hochschule – Universität oder Fachhochschule – eine nicht unwesentliche Rolle: Der Umfang des Studienabbruchs und, mehr noch, die individuell ausschlaggebenden Ursachen für den Abbruch hängen stärker mit der Art der Hochschule zusammen als hochschulartübergreifend mit den Fächergruppen. An den deutschen Universitäten liegt die Studienabbruchquote im Prüfungsjahr 2008 (Wintersemester 2007/08 und Sommersemester 2008) über alle Fächergruppen bei 20% – einer von fünf Studienanfängern verlässt also die Universität endgültig ohne einen akademischen Abschluss. Deutliche Unterschiede gibt es hier zwischen den Fächergruppen, wobei die Abbruchquoten in den MINT-Fächern deutlich überdurchschnittlich sind: In der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften liegt die Studienabbruchquote bei 28%, mit 25% steht die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften nur wenig besser da.

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MINT-Bildung in Berlin und Brandenburg  

Die TSB Technologiestiftung Berlin (TSB) legt Datenmaterial vor, das die Situation im Bereich den Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissen...

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