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triest-verlag.ch

Ostschweiz 31

Freitag, 22. November 2013

Bilder: Hanspeter Schiess

175 Stufen und ein Schrägaufzug verbinden in exponiertem Gelände die auf unterschiedlicher Höhe liegenden Bauten der Kantonsschule Chur.

Programm Leichtfüssige Baukunst am Steilhang

Herbst 2016

Die Anlage der Kantonsschule Chur auf Halde und Plessur erhält durch ihr Verbindungsstück von Esch.Sintzel mit Treppe und Schrägaufzug ein Passstück der besonderen Art. Und einen Mehrwert, der sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. MARINA HÄMMERLE

Ursprünglich verfolgte das kantonale Hochbauamt die Zusammenlegung der Schulen an einem Standort. Das von Andres Liesch entworfene Haus Cleric auf der Plessur, zuerst als Lehrerseminar

Angriff genommen, wenngleich bei ungefähr identischen Baukosten diese weit höhere Betriebskosten nach sich ziehen würden. Baukulturelles Erbe sichern fordert auch hier seinen Tribut, damit verbundene Werte sind aber nicht in Franken aufzuwiegen.

sondere beim Wallfahrtsweg zum Santuario della Madonna di San Luca, ausserhalb Bolognas auf einem Hügel gelegen, einem Landmark von atemberaubender Schönheit. Besagter Wallfahrtsweg verkörpert eine hybride Typologie zwischen Haus und Weg

nen geradezu an den Hang gegossen und verbünden sich mit ihm. Eine ähnliche Liaison strebten Esch.Sintzel mit dem Bauwerk für den Verbindungsweg an. Im Berg, am Berg und auf dem Berg wähnt sich der aufmerksame Spaziergänger, die flotte Passantin. Das

schenpodest versehene Zielgerade einzubiegen. 175 Stufen leichtfüssigen Gehens, das Auge schweift gerahmt über die Stadt, der Wind bläst den Kopf frei, der Körper erhöht den Puls und energetisiert den Geist. Das, was aus dem Fels herausragt,

ben und birgt einen wichtigen psychologischen Aspekt, den der Sicherheit. Das Gehäuse wirkt einladend und beflügelt den Schritt. Dem tut es auch das Geländer gleich, das leicht und beinahe textil in der Anmutung aus den Passepartouts blitzt. Das in-


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Inhalt 

Architektur

Design

Typografie

Inhalt 03 04 06 08 10 16

Editorial achtung: die Schriften. – wir selber bauen unsre Stadt – achtung: die Schweiz – die neue Stadt Raum. Zeit. Kultur. Anthologien zur Baukultur Die Geburt eines Stils. Der Einfluss des Basler Ausbildungsmodells auf die Schweizer Grafik Aktuelle Titel Kontakt / Vertrieb

Impressum Redaktion: Triest Verlag GmbH, Zürich triest-verlag.ch Gestaltungskonzept: Wessinger und Peng, Stuttgart / Zürich, wessingerundpeng.com Bildnachweis Coverbilder: Cover achtung die schweiz, Gestaltung: Karl Gerstner; Plakat PKZ von Peter Birkhäuser; Treppe in Chur, Esch.Sintzel Architekten, Foto: Hanspeter Schiess. Preisinformation: Alle Preisangaben in dieser Vorschau sind in Schweizer Franken und Euro inklusive der jeweils geltenden Mehrwertsteuer. FrankenPreise sind unverbindliche Preisempfehlungen für die Schweiz, die Euro-Preise für Deutschland sind gebundene Ladenpreise, für Österreich unverbindliche Preisempfehlungen. Änderungen und Irrtum für Preise, Beschreibungen und Erscheinungstermine bleiben vorbehalten.


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Editorial

Liebe Freunde des schönen Buches Vor einem Jahr ist unser Erstling Schiff nach Europa erschienen, sieben Bücher sind inzwischen dazugekommen, drei neue stellen wir Ihnen in diesem Programm vor. Mit achtung: die schriften verlegen wir weitere Klassiker aus den 1950er-Jahren, diesmal widmen wir uns der Stadtplanung. In einem Sammelband vereint sind drei Bände der «Basler Politischen Schriften» wir selber bauen unsre Stadt, achtung: die Schweiz und die neue Stadt. Bis heute ein wichtiges Zeugnis der Diskussion um Städtebau in der Schweiz, haben die Bücher seither nicht an Aktualität verloren. Den Diskurs um gutes Bauen setzen wir mit dem Titel Raum. Zeit. Kultur. Anthologien zur Baukultur gleich fort. Wie sich die Schweizer Grafik zu einem international beachteten Exportschlager entwickeln konnte, dieser Frage geht Dorothea Hoffmann in Die Geburt eines Stils nach. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unserem Herbstprogramm. Für Rückfragen stehen wir und unsere Buchhandelsvertreter Giovanni Ravasio und Hans Frieden gerne zur Verfügung. Kerstin Forster und Andrea Wiegelmann

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• Reprint eines wichtigen Zeitdokuments zum Städtebau der 1950er-Jahre • Ungebrochene Aktualität: profunde Statements zu Fragen des Städtebaus und der Raumplanung

Ebenfalls lieferbar: Schiff nach Europa → Seite 13


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Architektur

Reprint – drei Klassiker zum Städtebau in der Schweiz Mit den drei Bänden der «Basler Politischen Schriften» wir selber bauen unsre Stadt, achtung: die Schweiz und die neue Stadt hat das prominente Autorentrio Lucius Burckhardt, Max Frisch und Markus Kutter in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre nicht nur in der Schweiz eine engagierte Debatte um die Perspektiven in Stadt- und Raumplanung initiiert. Erklärtes Ziel der Autoren war es, der damals einsetzenden Zersiedlung von Stadt- und Landschaftsräumen entgegenzuwirken. Auch heute, gut 60 Jahre später, haben die Themen und Fragestellungen, derer sich die drei Protagonisten angenommen haben, nichts an Aktualität verloren. Fragen wie «Welche Möglichkeiten der Einflussnahme haben die Bürger auf Stadtplanung?», die die Autoren etwa dazu veranlasste, die seinerzeit gängigen Instrumente der Stadtplanung kritisch zu hinterfragen, oder die Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, die im Vorschlag der Gründung einer neuen Stadt mündeten, sind Beispiele für eine Diskussionskultur, die auch heutigen Prozessen gut zu Gesicht stehen würden. Die in achtung: die Schweiz formulierte Forderung nach verdichteten Siedlungen und kontrolliertem urbanen Wachstum bestimmen auch heute die raumplanerischen und städtebaulichen Diskussionen. Die Trilogie ist wertvolles Zeitdokument und aktuelle Lektüre zugleich. Die gemeinsame Neuauflage der vergriffenen Bände wird originalgetreu gedruckt und um ein Vorwort von Markus Ritter sowie eine Einführung von Reto Geiser und Angelus Eisinger ergänzt. Die Autoren untersuchen die Bedeutung der Bände zu ihrer Zeit und ziehen Parallelen zur heutigen städtebaulichen Situation in der Schweiz.

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Über die Autoren: Angelus Eisinger ist Städtebau- und Planungshistoriker und seit 2013 Direktor Regionalplanung Zürich und Umgebung. Arbeitsschwerpunkte: Wirkungsforschung zu Planung und Städtebau, Beratungs- und Konzeptarbeit, Mitglied des Kuratoriums der IBA Basel 2020. Reto Geiser ist Architekt und Architekturhistoriker mit Fokus auf den Schnittstellen zwischen Architektur, Pädagogik und Medien. Derzeit unterrichtet und forscht er als Gus Wortham Assistant Professor an der Rice University School of Architecture in Houston, Texas. Markus Ritter ist Biologe und Teilhaber der Beratungsfirma Life Science AG in Basel sowie Generalsekretär-Stellvertreter im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt. Seit der ersten Begegnung 1983 hat Ritter kontinuierlich mit Lucius und Annemarie Burckhardt bis zu deren Tod zusammengearbeitet.

achtung: Die Schriften. Reprint der Basler politischen Schriften Bd. 1–3 von Lucius Burckhardt, Max Frisch und Markus Kutter

wir selber bauen unsre Stadt achtung: die Schweiz die neue Stadt

Lucius Burckhardt, Max Frisch, Markus Kutter achtung: die Schriften. wir selber bauen unsre Stadt / achtung: die Schweiz / die neue stadt

Buchgestaltung: Karl Gerstner; Cover Reprint: Wessinger und Peng, Stuttgart / Zürich Deutsch, ca. 164 Seiten, ca. 15 × 21 cm ca. 24 Abbildungen, Broschur Reprint: 3 Bände in einem Sammelband CHF 39.–, Euro (D) 39.–, Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-018-0 → Oktober 2016 ISBN 978-3-03863-018-0

achtung: die Schriften

9 783038 630180


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Osts

Samstag, 15. Februar 2014

• Wie kann man das Bewusstsein für gute Raumplanung und Architektur schärfen? • Vom Spital- über den Schulhaus- und Wohnbau bis hin zu Umbauten, Sanierungen oder Infrastrukturprojekten • Buchvernissage: 3.10.2016, St. Gallen Publikation: Ressort:

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Pagina: Erscheinungstag:

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Ist-Farben: MPS-Planfarben:

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Ostschweiz 21

Samstag, 19. Dezember 2015

Balzers hat mit dem Werkhof auch ein Wahrzeichen erhalten, das von einem zeitgemässen Selbstbewusstsein der Gemeinde spricht.

Eine Gemeinde hebt den Finger

schierte Brücke unter der Landstrasse, dreht sich im erhabenen Raum-Zuschnitt halb um die eigene Achse, um nach nochmaligem Schwenk in die mit Zwischenpodest versehene Zielgerade einzubiegen.175 Stufen leichtfüssigen Gehens, das Auge schweift gerahmt über die Stadt, der Wind bläst den Kopf frei, der Körper erhöht den Puls und energetisiert den Geist. Das, was aus dem Fels herausragt, der Betonskulptur aufsitzt und Raum formt, ist ein papierenes, ja prekär anmutendes Faltwerk aus wetterfestem Stahl. Die rostige Metalloberfläche fügt sich bestens in den Hang und spielt die Dimension des Bauwerkes in der Wahrnehmung herunter. Dies tun auch die eingestanzten Öffnungen, welche an überdimensionale Wabenträger erinnern und Ein- und Ausblicke zulassen. Die Aussteifungen und Knicke in den 12 mm starken Stahlblechen resultieren aus statischer Notwendigkeit und wasGERHARD MACK Funktion. Doppelbödig ist der Deckel serableitender undgenügen. mit kaum Ein Auftraggeber, steinischen Kraftwerke einerseits Spanten zu einem Kastenträger ausgebildet – so verbirgt sich geder damit die Bebauungszone von Balzers schickt die statische Höhe. Wie überhaupt das Überlappen der zufrieden ist, dass die Schachtel, deren Anschlussdetails an das Beton- im Trockenen stehen, Fahrzeuge zur landwirtschaftlichen Schutz«Wir dünnwandigen haben hier starke Föhnwerk, das Herausschälen aus dem Felsen und das Befestigen des erschwert zone ab. Er wendet sich dann aber von der geglückten den beteilig- die Aufgabe ungemein. winde,Betonraumes früher war sogar dasKooperation Rau- mit ten Ingenieuren, Lüchinger + Meyer, und Zoanni, Büro für BauWie das dann aussieht, zeigen drei auch ganz explizit zurück zum chen in der Öffentlichkeit verbomanagement, zeugen. Innen sie leuchtet der filigrane, rostige Stahlkörper in zahllosen hellem, aus Beispielen: In DeDorf und zeigt ihm seine Rückverten, wenn bliesen», sagt Harald schimmerndem Weiss, reflektiert das einfallende Licht und die sicherung gegenüber den GewalHasler,Farben derund Hochbauchef von Bal- gersheim birgt einen wichtigen psychologischen Aspekt, den wurde ein Hangar zwider Sicherheit. Das Gehäuse wirkt einladend und beflügelt den alte Wohnbauten ge- ten einer unberechenbaren Nazers. Im Dezember 1985 brannte Schritt. Dem tut es auch das Geländer gleich, dasschen leicht und beinahe textil in der Anmutung aus den Passepartouts blitzt. Dasder nichts mit der Umtur: Die Schauseite des Werkhofs der ganze Berghang oberhalb der stemmt, industrielle Produkt, ein handelsübliches, perforiertes Blech liechtensteinischen Gemeinde, gebung zu tun hat. In Brunnadern wird durch die über die ganze wird durch die statisch wirksame, wellenförmige Kantung und den zimtfarbenen Anstrich veredelt. Im hölzernen Handlauf ist nachdem die Schweizer Armee der gewählte Bautyp mit Breite verglaste Einstellhalle der auf der Unterseite ein LED-Lichtband integriert;erinnert die dezente Illuminierung soll auch nachts die suchtfreie garantieren. an ein Wohnhaus. In Feuerwehr bestimmt. bei ungünstigem Wetter eine Zone Satteldach Einziger Wermutstropfen in der durchdachten Tektonik und SeDas ist sinnvoll, weil die LöschSchiessübung abgehalten hatte. mantik ist die als Säule anmutende Wasserableitung im Eingangsbereich. fahrzeuge so schneller in den Ort WerDasdas weiss,einen wundert Werk verdient Namen Diesich Materialisierung ergibt Hanspeter Schiess Summe er einen stimmigen Kanon, sieht, wenngleich der Beton nicht, gelangen. Es bietet Bilder: aber auch nicht,inwenn den Werkhof wieOrte von den gestockt ausgeführt wurde. erfolgte mit Respekt vor dem Charakter und dem herben Charme dieser Häuser. In Teufen (oben und unten links) und in Herisau dienen die Zeughäuser heute als derArchitekten Kultur. Dievorgesehen, Anpassung an diese neue Nutzung einen inhaltlichen und emotionader nach zweijähriger Bauzeit im Auf Nachfrage antwortet der Kantonsbaumeister: «Neben den technischen Bedenken schienen uns auch die Mehrkosten nicht len Mehrwert: Wer zu den HandJuni 2011 in Betrieb genommen vertretbar, obwohl die veranschlagten Kosten unterschritten sind dem Steuerzahler verpflichtet und wollten die werkern gegenüber fährt oder wurde.wurden. AmWir Rand des IndustrieReserven nicht antasten.» Ob mit oder ohne gestockten Beton, sein Auto in der Waschanlage reigebiets an der Strasse nach verschränkt das die Verbindung Plessur-Halde von Esch.Sintzel wiederbelebte Ensemble, zu dem auch das stringente NaturwisSchaan liegt ein grosses Gebäude, nigen lässt, oder auch diejenigen, senschaftshaus von Bearth Deplazes gehört, auf das Vortrefflichste, an ist einden Beispieledlen angewandter Baukunst trotz hoher Anfordas eher Auftritt die nur vorbeifahren, sehen die derungen und Zwänge und verdient einen Namen. Ich plädiere eines fürboomenden IT-Konzerns Einsatzfahrzeuge durch die GlasSchönenwerd fehlen noch die den einer grossen Reformerin im Bildungswesen der Schweiz.

Der Neubau von Werkhöfen hat seit ein paar Jahren Konjunktur. Aber nur wenige dieser Zweckbauten sind architektonisch g Die Liechtensteiner Gemeinde Balzers gibt ein gutes Beispiel für Gestaltungswillen über den pragmatischen Nutzen hinaus.

Der Bau drückt den Stolz einer umsichtigen Gemeinde aus.

In altem Glanz und mit neuer Nutzung

Funktionalität und öffentliche Rolle finden in einer Vielzahl von Merkmalen des Gebäudes zusammen. Während heute viele Feuerwehren ihre Schläuche nach dem Einsatz in horizontalen Vorrichtungen trocknen, hat Ivan Cavegn die Idee des alten Schlauchturms aufgegriffen, wie sie ihm aus der Kindheit vertraut war, und zu einem Signet des Gebäudes gemacht. Der Turm gibt dem Werkhof in der relativ weiten Rheinebene eine vertikale Sichtbarkeit und verweist wie eine Nadelspitze auf die Föhren und den Balzner Hausberg dahinter. Sägerohe Fichte

Wertstoffsammelstelle und der eigentliche Werkhof der Gemeinde samt Samaritern eigene Bereiche. Sie ermöglichen mit ihren grosszügigen Vorplätzen ein sinnvolles Arbeiten, ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen. Während die Feuerwehr mit der Zufahrt zur Tiefgarage die öffentliche Schaufront einnimmt, sind die anderen Funktionen zur Neben- und Rückseite aufs angrenzende Feld

Hier herrscht eine fast weltläufige Grosszügigkeit.

Das Volumen, das aus der Ferne mit einem geschlossenen skulpturalen Auftritt überzeugt, und den Wald orientiert. Die AusIn vielen Städten haben sich ehemalige Zeughäuser als Orte der Kultur etabliert, so auch in Teufen und in Herisau. denken lässt als an den Zweckbau Zapfsäulen, und man hätte eine türen leuchten. Der Bau drückt zeigt sich aus der Nähe als diffe- senwände des erdbebensicheren Die Anpassung dieser zwei klassizistisch-monumentalen Zweckbauten erfolgte mit grosser Sorgfalt. eines 4600-Seelen-Dorfes: Eine Tankstelle. Ein Gesicht, das der den Stolz und das Selbstbewusst- renzierte Struktur aus drei Qua- Betonbaus sind mit einer Fassade MARTIN TSCHANZ die Offenheit der ehemaligen halten hatte. Der Vertrag von dieser vorragend ausgebildet war, ver- zug, Zim-umsichtigen ein Office im ersten Stock, dern, die sich an einen etwas tiefe- aus sägerohen Fichtenbrettern dunkel eingefärbte Holzfassade seinder einer Gemeinde Funktion entspricht, hatgrossen keineMeister Lagerräume weitgehend 1835 verlangte zwar eineden gräu-Dialog mochte diese Ansprüche bestens das mermannskunst angemesseauch Bar dient, aus eine der Hei- Entferren Mittelbereich anlagern. In ih- verkleidet. Diese wurden mit den fasst dasalsVolumen Er hat eine kollektive Bedeu- erhalder Bauten, mit der inaus. «Die Hauptbedürfnisse eines zu erfüllen. Er entwarf gut pro- zung sowie Brandwände, welche liche Wasserfarbe, und diese de- ner Umgebung bewundert wer- ten bleiben. Artikel 7 Ein grüner Mocken erinnert an die Natur erhalten die Feuerwehr, die Schmalseiten vertikal auf Lücken nung zu einer kompakten Form tung. Umgebung vermisst man bei alDas Haus wurde aber, den nen Anzente Farbgebung den können. Gedie abtrennen undeine damit Zeughauses bestehen darin, dass portionierte, klare Hinter Baukörper der St.Galler Empa hatTreppe der Bildhauer Jürg Altherr bewachsene Skulptur geschaffen.liess Sie istdas auchHaus ein vorbildliches Beispiel Das mittlere Die Einbeziehung der Natur gibt der Skulptur von Jürg Altherr eine zeitliche Dimension – inzwischen ist sie selber ein Stück Landzusammen, sich auf angenehlen. ruhiger und ele- schoss schliesslich beherbergt montiert und geben dem Volusprüchen entsprechend, stärker wohl deutlich nicht nur der die Feuerpolizei Gees den zur Vertheidigung des mit einfachen und schaft geworden. Fotografie: Hanspeter Schiess für dieregelmässiGestaltung von Landschaft. Samstag, 14. Dezember 2013, Gerhard Mack. Wer beim in St.Gallen-Bruggen einkaufen geht, schaut auf ein in merkwürdiges Ge- treten als wechselnde Ausstellungen ak- domestiziert als das Zeughaus ganter Erscheinung vonDiscounter Rund- Lidl nüge tun, sondern auch den Vaterlandes & Aufrechterhaltung gen Fassaden, die me Weise vom benachbarten Das haben die Gemeinde Balmen aus der Nähe einen filigrabilde: Neben der Empa liegt ein riesiges Metallgerüst im Grünen, heutige. ist. Das Rot passt jedoch tueller Kunst und Gestaltung so- von Herisau. Sorgfältig aufeinanzugutekommen, die der gesezlichen Ordnung nöthi- bogenfenstern geprägt werden. Haupträumen das fast ganz von Hagebuchenhecken überwuchert Im Früh- der Schaaner Architekt Föhrenwäldchen abhebt. zers und nen, fast zeichnerischen Charakder aktuellen gewisse Ruhe ver- besser zu gen Waffen Bedarfe sicher (…) Dabei überliess er nichts dem denen sie lingeine machen die Blätter es undurchdringlich, im Herbst wird das Nutzung. wie Bilder des Appenzeller Ma- der abgestimmte Farben betoIvan Cavegn gemacht, als Mit Ueli Vogt ist nen die neuen Einbauten, und ter. Die Fensterelemente sind zu mit seinen vielen spitzenÜberdies Zweigen zum Ausdruck von hat es sich längstbesser in die lers Hans Zeller. Die Geäst Installationen wuraufbewahre.» So begann Felix Zufall. Als in Herisau der Bau- leihen. kahle Vielesichtbar schlechte Beispiele Abwehr und Kargheit. Der die Bildhauer Jürg Altherr hat diese Erinnerung der Bürger eingeeineinen engagierter Kurator amArchitektur Werk, die Heizkörper geführt und Kubly 1834 seine «Bemerkungen meister glaubte, die Pläne nicht den in den Obersie 2008 daran gingen, zenses soll nun ein breiteres Publigrosszügigen Flächen zusamDas Forum OstStruktur realisiert, als die Empa nach Entwürfen des Architekten schrieben, so dass es zum Stadtdem esBereits gelingt, das ganze Haus ohne veredelnde über den vorzunehmenden neu- ganz ernst nehmen zu müssen, Materialien geschossen die wurden mit hölzerTheo Hotz gebaut und Geld für Kunst am Bau bewilligt wurde. Werkhöfe stehen überall und tralen Werkhof zu planen. kum und ein grösseres Spekmengefasst, die bisweilen bündig schweiz repräsentiert grosWer sieverarbeitet. sieht, empfindet als einenbild Fremdkörper. Gerade weil von Herisau gehört. mit spannenden Ausstellungen nen Gittern abgedeckt. Die AusSosieenten Zeughaus Bau in Herisau». wurde er unter anderem dazu Oberfläche werden selten gerne gesehen. Dader Umgang mit dem Ort übertrum an Themen angesprochen in die Bretterfassade eingesetzt sen Fachverbände und engaautistisch ist, gibt sie an diesem Ort ein gelungenes Beispiel und Veranstaltungen zu beleben. stellungszimmer mit den Ölbilrobuste Räume, Um die Waffen «auch in beweg- angehalten, die Holzsäulen im standensierohe, für den Umgang mitden Natur,Zweckbauwie es sieKulturelle in der LandschaftsarchitekVielfalt statt Kanonen beidas zählen sie zu zeugt. Möglich gemacht hat das werden. Diskutiert und bewertet wurden, dann wieder hinter ihr giert sich mit Veranstaltungen Längst strahlt das Zeughaus TeuAngebot des benachbardern von Zeller erinnern so geten Zeiten nicht unruhigen Rot- ersten Stock wieder herauszu- die tur nicht allzu oft gibt. Warum? Auch das wesentlich fenden deshalb weit überund die Region radezu ten Preis zu geben», müsse man reissen und nach den Regeln der ten ten,Casinos die inideal denergänzen. letzten Jahren von Gebäude eingrössere Blick über Tellerwerden neu auch Werke von bleiben und von ihr Sichtschutz Vorträgen für an dieWohnräume, Baukulturpassend Kunst als Resteverwerterin Wie Zunächst einmal spürt man, dass da Artillerie-Zeughaus jemand am Werk war, der inin Teufen, sorgfältig der Architekt zu den Zu meist nahe bei der Behörde bauen, vielengrösseren Gemeinden neuBezügen in Angriff rand isthinaus. Da, wo der neue Bauingenieuren, der Landerhalten. Selbst die Kipptore der in der Ostschweiz. denkleinformatigen Fixlandschaftlichen denkt. Jürg Altherr auch Paul Knill gestaltete, bemerkt das Werken. also an einer zentralen Lage, bis 1855 erbaut worden ausgebildeter Landschaftsarchitekt. Er hat1853 seinen Heckenkörper genommen wurden. Schaut man gebaut befand schaftsarchitektur sowie Halle für Wertstoffe sind mit einer punkten man spätestens, überdies möglichst solide und fandKomplex nach einigen Umwe-wurde, In Herisau blieben Längst strahlt das gehört die «Auszeichganz präzisewenn für das die StückgeöffStadtrandwar, entworfen, das ihn umgibt. Prachtvolle Stirnseite Dieses besteht aus einer diffusen Ansammlung verschiedenster sich um, was gebaut wurde, wird sich früher die lokale Kläranlage. Ortsund Raumplanungen. Haut aus Brettern bedeckt und nung Gutes Bauen Ostschweiz». neten Brandtore bündig in den gen zu einer neuen, angemesse- Zeughaus Teufen weit feuerfest. die Eingriffe in die Elemente, wie man sie oft an Einfallstrassen mit ihren ungeplandafür vorgesehenen Nischen Der bedeutendste EingriffBevor ist Zeughäuser waren also zunen Nutzung. Die riesige, stütschnell deutlich, dass es einer beAls man sich dem regionalen Klärdie Jury entscheidet, stelfügen sich kaum unterscheidbar Dabei werden in mehrjährigen ten Wechseln aus Gewerben und Wohnbauten findet. Am HoriSubstanz denkbar über42die Region 43 verschwinden. Das kunstvolle allerdings heute nicht (mehr) nächst Lagerhäuser, allerdings zenfreie Halle imschliesErdgeschoss, in zont besetzen Öltanks den Hang. In unmittelbarer Nähe sonderen Anstrengung bedarf, werk in Bendern anschloss, wurde len unabhängige Fachjournalisin die Fassade ein. Perioden vorbildliche Bauten hinaus aus. sichtbar. Das ehemalige Verwalsolche der besonderen Art. Sie einfach und minimal. Relief, das in die Wand eingelas- der früher Geschütze und Muniwenn neben den praktischen Andas Gelände für eine neue Nutten die eingereichten Projekte ausgezeichnet. Die beiden bissen ist, vermag neben den toska- tionswagen standen, dient heute terhaus wurde bis auf den Keller waren nicht bloss AufbewahSelbstbewusstes Wahrzeichen forderungen auch städtebauliche zung frei. zur öffentlichen Diskussion. herigen Wettbewerbe auf nischen Säulen durchaus zu be- als Festsaal abgebrochen,waren so dass nun eine rungsorte für militärische Ausund AusstellungsDie Fassaden wurden halle. ein Ort Terrasse vor dem Eingang dazu rüstungsgegenstände, sondern Kunst neu zu erstellen. Nun stehen. und ästhetische Bedürfnisse zu- In den eindrücklichen hinaus aus. Es ist beides: Unsere Zeitung illustriert und Das Zusammenspiel aus GeEinzelobjekte ausgerichtet; der Vermittlung und ein Boteinlädt, den Blick in die Landauch weithin sichtbare Zeugen ragen ihre Basen korrekt aus sorgfältig restauriert, wobei das Dachstock, an den die darunter Schlauchturm als Signet frieden gestellt werden sollen. veröffentlicht diese Texte in schlossenheit und Differenzieübergreifende Themen blieben für die ungebrochene Stärke der dem Boden heraus und stimmen kräftige, expressionistische Rot liegenden Decken aufgehängt schafter für die lebendige Kultur schaft schweifen zu lassen. Ein wurde, Ingenieurbau, der unter flache Gebäudekomplex loser Folge. (red.) rung, das den Werkhof nach ausweitgehendSchon ausgeblendet. Mit des Zeugdas der Bau verder Region. den Erbauern Kantone. Nach der napoleoni- proportional mit den Kapitellen erneuert sind, zog dasDer Grubenmann-Mumutlich in den 1910er-Jahren er- seum hauses war die Perschen Zeit mit ihrem Streben überein. so dass diemit Leistungen knappstem Budget erstellt wor-ein,schliesst dem daneben liegensen bestimmt, setzt sich im Ineiner Neuausrichtung desumgekehrte Preiwww.tagblatt.ch/architektur Offenheit der Lagerräume spektive von der damals neuen nach Zentralisierung war dies den ist, kann diesem Anspruch den Umspannwerk der Liechtennern in einer klaren Abgrenzung Minimale Eingriffe

Architektur Gutes Bauen Ostschweiz

von besonderer Bedeutung. Auch wenn die Zeughäuser den Charakter eines Zweckbaus nicht verleugnen sollten, war

Die Kombination von repräsentativer Gestalt, guter Lage und grossen, einfachen Räumen

Architektur Gutes Bauen Ostschweiz Das Architektur Forum Ost-

diskussionswürdige Bauwerke

Diese vielfältige Nutzung bedingte grössere Eingriffe in das Baudenkmal als in Herisau. Die Toilettenanlagen, die auch grös-

Bühler-Strasse aus wichtig. Ursprünglich sollte das Haus deshalb seine Längsfassade nach Süden wenden und so in seiner

der Jeder nen Wah samm Raum senk Werk zone gen W gen. die reits ohne Band ermö ren M licht D und rer A Deck tann letten liche Ober Ostri Trep reich raum gross halle zwec einen Hier Gros chen M ken t gebe versc an e ren. prag über chen gemä Gem


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Gutes Bauen geht uns alle an Um den Diskurs über lokale Baukultur in der Schweiz zu fördern, haben der Herausgeber, das Architektur Forum Ostschweiz, eine Artikelserie angeregt, die zunächst in der regionalen Tagespresse erschienen ist und nun in der Publikation gebündelt und ergänzt um übergeordnete Essays, Themen wie regionales Bauen oder Bauen in den Alpen vertieft behandelt wird. Vorgestellt werden diskussionswürdige Bauten, Landschafts- und Ortsplanungen, die in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, beider Appenzell, Glarus, Graubünden sowie im Fürstentum Liechtenstein realisiert wurden: etwa der Trutg dil Flem in Flims, die Überbauung Chantun Sur in Pontresina, das Kantonsspital in St.Gallen oder das neue Gipfelgebäude auf dem Chäserrugg. In der Publikation wird deren baukulturelle Bedeutung untersucht – im Zentrum steht die Bedeutung des einzelnen Projektes für die Gesellschaft. Die Metathemen, die sich in den Artikeln abzeichnen, sind in drei übergeordneten Essays aufgegriffen und vertieft. Damit leistet das Buch einen Beitrag zu einer umfassenden und grundlegenden Diskussion über Baukultur in allen Bereichen des Planens und Bauens über die Grenzen der Schweiz hinaus.

Vorgestellte Projekte (Auswahl): Kantonsstrasse in Arbon (Beratung Staufer & Hasler, Frauenfeld), Werkof Balzers (FL) (Ivan Cavegn, Schaan), Gipfelgebäude auf dem Chäserrug (Herzog & de Meuron, Basel), Wegeverbindung Kantonsschule Chur (Esch Sintzel, Zürich), Stadtpark Murgwiese, Frauenfeld (Staufer & Hasler,) Stege über die Murg und Trutg dil Flem (Jürg Conzett, Chur), Verwaltungs- und Produktionsgebäude, Herisau (Arge Keller.Hubacher.Seifert), Überbauung Chantun Sur, Pontresina (Peter Märkli, Zürich, mit Marchet Saratz, Christof Ansorge, Ingrid Burgdorf, Alex Herter), Militärkantine St. Gallen (Rüesch & Rechsteiner, St. Gallen), Rock & Pop Center, St. Gallen (Daniel Cavelti, St. Gallen), Mehrfamilienhäuser Gerberstrasse (PARK Architekten, Zürich), Restaurierung und Umnutzung Lokremise, St. Gallen (Isa Stürm & Urs Wolff, Zürich), Fachhochschule St. Gallen (Giuliani Hönger, Zürich), Umbau Hauptpost St. Gallen zu Kantons- und Stadtbibliothek (Barão-Hutter, St. Gallen), Kantonsspital SG, Neubau Trakt für Pathologie und Rechtsmedizin (Herzog & de Meuron). Raum Zeit Kultur

Ein neues Kulturquartier für St. Gallen. Kultiviert, klug und leise. Neuer Geist im alten Kleid. Weniger ist auch hier mehr. Stadtplanerisches Unglück mit Seeblick. Leichtfüssige Baukunst am Steilhang. Ein grüner Mocken erinnert an die Natur. Die Kunst des Austarierens. Eine Gemeinde hebt den Finger. Zähes Ringen um gute Architektur. Eine neue Ära im Spitalbau. Bauen ausserhalb der Zeit. Individuell und sehr beweglich. Der diskrete Charme der Einfachheit. Wie Heerbrugg eine Chance vertut. Räume jenseits der Zeit. Am Anfang stand ein Baum. Erst kanalisiert, nun renaturiert. Die «Bronx St. Gallens» macht sich. Eine Brücke als Bühne. Ein städtebauliches Juwel. Bossart schafft stimmige Räume. Variationen zu einem Thema. Strassenbau als Städtebau. Keine Fläche zu klein, ein Blumenmeer zu sein. Bücherrad und fahrbare Leitern. Den Berg in Szene setzen. Die letzte Ruhe – vereint statt anonym. Industriearchitektur als Kultur. Innen, aussen und dazwischen. In altem Glanz und mit neuer Nutzung.

Anthologie zur Baukultur

2011–2015

Artikel von Gerhard Mack, Marina Hämmerle, Rahel Hartmann Schweizer, Martin Tschanz. Essays von Thomas Schregenberger, Ueli Vogt, Andrea Wiegelmann. Architektur Forum Ostschweiz → www.a-f-o.ch

Architektur Forum Ostschweiz (Hg.)

Architektur Forum Ostschweiz (Hrsg.) Raum. Zeit. Kultur. Anthologien zur Baukultur

Buchgestaltung: Bänziger Hug, St. Gallen Deutsch, ca. 176 Seiten, 22 × 32,5 cm ca. 120 Abbildungen, Broschur CHF 39.–, Euro (D) 39.–, Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-019-7 ISBN 978-3-03863-019-7 → Oktober 2016 Raum. Zeit. Kultur

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Architektur

• Wie entstand das berühmte Basler Ausbildungsmodell und wer waren seine Protagonisten? • Wie die Schweizer Grafik zum Swiss Style wurde

Hermann Eidenbenz, Plakat «Basler Plakat Kunst», 1933

Hermann Eidenbenz, Plakat «grafa international», 1936

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Ursprung und internationale Verbreitung der Schweizer Grafik Der Schweizer Grafik gelang es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen zu sorgen. Swiss Design und Swiss Style wurden international zum anerkannten Gütesiegel für qualitativ wegweisendes Grafikdesign, das mit Präzision, Sachlichkeit und Reduktion eine ganze Epoche visuell prägte – und mit innovativen Arbeiten zu einem Schweizer Exportschlager wurde. Das Basler Ausbildungsmodell der Allgemeinen Gewerbeschule, später Schule für Gestaltung, war ein wichtiger Wegbereiter für den internationalen Durchbruch der neuen Schweizer Grafik. Strenge, aber undogmatische Ansichten, eine pragmatische Haltung Gestaltungsfragen gegenüber, Mut zum Experiment und ein klares Bekenntnis zur Moderne lösten von Basel aus eine breite grafische Bewegung aus, welche von Europa bis in die USA reicht. Dorothea Hofmann erzählt die Geschichte der Schweizer Grafik aus einer neuen Perspektive. Indem sie den Fokus bewusst auf Basel legt, zeichnet sie das differenzierte Bild einer nationalen Grafikbewegung, welche in ihrer Vielschichtigkeit das enge Korsett der Zürcher konstruktiv-konkreten Richtung sprengt, mit welcher der Swiss Style bis heute gemeinhin gleichgesetzt wird. Die Autorin befasst sich intensiv mit den Ursprüngen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, setzt sich mit der Entwicklung der grafischen Ausbildung in der Schweiz auseinander und schildert schlüssig den Durchbruch zu einem internationalen Stil. Im Zentrum des Buchs stehen ehemalige Lehrer und Schüler der Allgemeinen Gewerbeschule Basel, die mit ihren Arbeiten zur internationalen Reputation des Swiss Design massgeblich beigetragen haben: Hermann Eidenbenz, Emil Ruder, Armin Hofmann, Karl Gerstner, Gérard Ifert, Nelly Rudin, Pierre Mendell, Wolfgang Weingart, Kenneth Hiebert, Dan Friedman, April Greiman und viele mehr.

Über die Autorin: Dorothea Hofmann liess sich in den 1940er- und 50er-Jahren an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel zur Grafikerin ausbilden. Sie war eine der ersten Studentinnen, die das berühmte Basler Ausbildungsmodell durchliefen und kennt die wichtigsten Protagonisten des Swiss Design und Swiss Style persönlich. Sie unternahm zahlreiche Weiterbildungsreisen nach Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Mexiko, Guatemala, Ägypten, Indien und in die USA. Lehraufträge führen sie unter anderem an die Yale University School of Art, die New York Studio School of Drawing, Painting and Sculpture, ans Atlanta College of Art, ans Museo de Arte Contemporaneo de Oaxaca in Mexiko und ans National Institute of Design in Ahmedabad in Indien. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Dorothea Hofmann ist seit über 60 Jahren mit Armin Hofmann verheiratet, sie leben in Luzern.

Dorothea Hofmann Die Geburt eines Stils. Der Einfluss des Basler Ausbildungsmodells auf die Schweizer Grafik Buchgestaltung: Matthias Hofmann, hofmann.to, Luzern Deutsch, ca. 540 Seiten, 19 × 25 cm ca. 400 Abbildungen, Hardcover CHF 68.–, Euro (D) 65.–, Euro (A) 66.80 ISBN 978-3-03863-017-3 → Oktober 2016 ISBN 978-3-03863-017-3

Die Geburt eines Stils

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Architektur

Design

Typografie

Aktuelle Titel Lehrmittel zur visuellen Gestaltung herausgegeben vom syndicom Verlag Die «Lehrmittel zur visuellen Gestaltung», verfasst von einem Fachbuchautorenkollektiv, richten sich an alle, die wissen und lernen wollen, wie aus dem Zusammenspiel von Text und Schrift, von Bild und Farbe ein gutes Druckprodukt oder eine gute Website entsteht. Die einzelnen Themenbände bilden zusammen eine Einheit und enthalten viele Querverweise. In den Glossaren werden Fachausdrücke erklärt. Eine aktuelle Bibliografie verweist auf weiterführende Literatur.

Typografische Grundlagen CHF 32.–, Euro (D) 29.– ISBN 978-3-03863-011-1 Euro (A) 29.80 ISBN 978-3-03863-011-1

Satztechnische Grundlagen CHF 32.–, Euro (D) 29.– ISBN 978-3-03863-012-8 Euro (A) 29.80 ISBN 978-3-03863-012-8

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9 783038 630128

Arbeitsvorbereitung Text und DTP ISBN 978-3-03863-013-5 CHF 43.–, Euro (D) 39.– Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-013-5 9 783038 630135

Grundlagen des Zeitungsund Zeitschriftendesigns in 2 Bänden CHF 43.–, Euro (D) 39.– ISBN 978-3-03863-015-9 Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-015-9 9 783038 630159

Bildbearbeitung: Farbreproduktion ISBN 978-3-03863-014-2 CHF 43.–, Euro (D) 39.– Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-014-2 9 783038 630142


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Typografie

Ausgezeichnet mit dem Bank Austria Kunstpreis 2015 Nora Stögerer Bekannte Unbekannte Grafikdesign in Österreich Buchgestaltung: Nora Stögerer Deutsch, 456 Seiten, ca. 350 Abbildungen 19 × 25,5 cm, Hardcover CHF 59.–, Euro (D) 57.40, Euro (A) 59.– ISBN 978-3-03863-003-6

Plakatserie: Österreichisches Grafikddesign …

DIN A2, gefaltet, mit Postkarte Nettopreise: je CHF 13.90, Euro (D) 12.50, Euro (A) 13.–

ist wie Fußball ohne Tore. ISBN 978-3-03863-004-3

… kann wenn, mit Humor glänzen. ISBN 978-3-03863-005-0

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9 783038 630050

ISBN 978-3-03863-004-3 …

ISBN 978-3-03863-005-0 dann

ist manchmal schön verkopft … ISBN 978-3-03863-006-7

… hat ein bisschen was von einem … ist ISBN 978-3-03863-007-4 ISBN 978-3-03863-008-1 Wirtshaus … unentschlossen. ISBN 978-3-03863-007-4 ISBN 978-3-03863-008-1

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ISBN 978-3-03863-006-7 …

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Aktuelle Titel Davide Fornari, Robert Lzicar (Hrsg.) Mapping Graphic Design History in Switzerland Buchgestaltung: STVG, Zürich Englisch, ca. 260 Seiten, ca. 100 Abbildungen und 4 Bildessays, 16 × 24 cm, Flexcover mit Leinenüberzug CHF 39.–, Euro (D) 39.–, Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-009-8 ISBN 978-3-03863-009-8 → bereits angekündigt, erscheint im Juli 2016

9 783038 630098

Swiss Style Made in Italy: Graphic Design Across the Border Davide Fornari The relationships between Swiss and Italian graphic design have already been explored (Richter 2007; 2014), even though a number of figures and archives have only been partially investigated.1 The exhibitions held in 2012 at Triennale di Milano (tdm5: grafica italiana) and at Museum für Gestaltung in Zurich (100 Jahre Schweizer Grafik) represent two milestones in the history of 20th-century Italian and Swiss graphic design. In some cases the exhibitions echoed each other: same authors and, in several cases, identical projects. The Milan exhibition welcomed visitors with quotations by two Swiss authors: Jan Tschichold and Lora Lamm. The Zurich exhibition featured some iconic works made for Italian design brands as Swiss graphic design, such as the illustrations by Lora Lamm for Pirelli. What is Swiss graphic design and what is Italian graphic design, then? The two curatorial groups had two different approaches to defining the problem. Barbara Junod and Karin Gimmi intended to prove through the exhibition at Museum für Gestaltung that Swiss graphic design’s excellent reputation is the result of its conceptual strength, precise implementation, formal reduction to the bare essentials, and careful execution, all of which prove the designers’ solid educational background and professional experience.2 Giorgio Camuffo, Mario Piazza and Carlo Vinti had to face the extent of the landscape to explore, both in terms of number of authors and artifacts and due to the limited number of studies on Italian graphic design. They chose to discuss the origins or the antecedents of modern Italian graphic design: typography (from Manuzio to Bodoni); posters (with authors such as Dudovich and Cappiello); Futurism and its revolutionary struggle that also involved graphic design; the influence of rationalism on the recognition of graphic design as a discipline and of the cultural role of graphic designers. Behind the exhibition in Milan was the relationship between Italian designers and the international culture of graphic design, with the flux of Italian designers abroad as well as foreign designers in Italy (Camuffo, Piazza, Vinti 2012: 18–33; Hollis 2014: 138–146). What was most striking in both shows was the overlapping of Swiss authors with ‘Italian’ works (see fig. 7.1), such as the poster by Lora Lamm Pirelli per lo scooter (1959), and the fact that the exhibition in Milan did not feature works by Swiss authors for Italian clients that had had a significant impact on the Italian public at the time, such as 1. This paper reflects the status of the ongoing research at the Laboratory of visual culture of SUPSI University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland. The author would like to thank all the people who agreed to be interviewed and Lorenzo Grazzani of Centro di documentazione del progetto grafico at AIAP for his kind support. 2. This definition is taken from the curatorial statement of the exhibition 100 Jahre Schweizer Grafik; see Brändle et al. 2014.

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Fig. 7.1. Clockwise, from top right, the works Pirelli per lo scooter (Pirelli for scooter), by Lora Lamm, 1959, Italy, advertisement, 31.7 × 23.8 cm; La Rinascente Il Giappone (La Rinascente – Japan), by Lora Lamm. Photograph by Serge Libiszewski, 1956, printed by Riboldi, Italy, offset invitation booklet, bound, 16 × 16 cm; 500 miglia di Monza (500 Miles of Monza), by Max Huber, 1957, unknown printer, Italy, offset poster, 66 × 46.5 cm, on the catalogues of the exhibitions Zürich–Milano (2007), TDM5: Grafica italiana (2012), and 100 Years of Swiss Graphic Design (2015). Poster Collection 14: Zürich–Milano, ed. by Museum für Gestaltung Zürich, Lars Müller Publishers, Zurich 2007, pp. 48–49, 54–55. TDM5: Grafica italiana, edited by Giorgio Camuffo, Mario Piazza, Carlo Vinti, Corraini, Mantua 2012, pp. 34–35, 242–243. 100 Years of Swiss Graphic Design, ed. by Christian Brändle, Karin Gimmi, Barbara Junod, Christina Reble, Bettina Richter, and Museum of Design Zürich, Lars Müller Publishers, Zurich 2014, pp. 138–139. Courtesy of Lars Müller Publishers and Corraini, Photograph by Nicolas Polli.


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Architektur

Design

Typografie

Reprint der Originalausgabe von 1957 Markus Kutter Schiff nach Europa Buchgestaltung: Karl Gerstner Deutsch, 218 Seiten, 16 × 24 cm Leinenband mit beidseitig bedrucktem Schutzumschlag CHF 39.–, Euro (D) 39.–, Euro (A) 40.– ISBN 978-3-03863-000-5 → lieferbar

Limitierte Sonderausgabe 100 nummerierte Exemplare Markus Kutter Schiff nach Europa Buchgestaltung: Karl Gerstner Deutsch, 218 Seiten, 16 × 24 cm Leinenband mit beidseitig bedrucktem Schutzumschlag in einer handgefertigten leinenbezogenen Kassette mit Siebdruck CHF 180.–, Euro (D) 175.–, Euro (A) 180.– ISBN 978-3-03863-001-2 → lieferbar


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Architektur

Design

Typografie

Aktuelle Titel Martina Desax, Barbara Lenherr, Reto Pfenniger (Hrsg.) verDICHen. Internationale Lowrise-Wohnsiedlungen im Vergleich Buchgestaltung: Esther Hostettler, polyesther.ch Deutsch, 380 Seiten, 21 × 29,7 cm umfangreiches Plan- und Bildmaterial Klappenbroschur mit Fadenheftung CHF 78.–, Euro (D) 75.–, Euro (A) 77.10.– ISBN ISBN978-3-03863-002-9 978-3-03863-002-9

→ bereits angekündigt, lieferbar ab Juni 2016

Räumliche Leitbilder erarbeiten Ein Vademecum in 6 Phasen und mit 26 Fragen

Institut Urban Landscape, ZHAW

Räumliche Leitbilder erarbeiten

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Institut Urban Landscape ZHAW (Hrsg.) Räumliche Leitbilder erarbeiten. Ein Vademecum in 6 Phasen und mit 26 Fragen Buchgestaltung: Schätti und Lehmann, Zürich Deutsch, 114 Seiten, 14,5 × 23,2 cm Hardcover mit Leinenüberzug CHF 32.–, Euro (D) 29.–, Euro (A) 30.– ISBN 978-3-03863-016-6 ISBN 978-3-03863-016-6 → lieferbar

Institut Urban Landscape, ZHAW

9 783038 630166


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Oskar Emmenegger Historische Putztechniken. Von der Architektur- zur Oberflächengestaltung Buchgestaltung: TGG Hafen Senn Stieger, tgg.ch Deutsch, 528 Seiten, 22 × 30 cm ca. 900 Abbildungen, Leinenband mit Goldschnitt CHF 98.–, Euro (D) 95.–, Euro (A) 97.70 Subskriptionspreis bis 1. Juni 2016 CHF 78.–, Euro (D) 75.–, Euro (A) 77.10.– ISBN 978-3-03863-010-4 ISBN 978-3-03863-010-4 → bereits angekündigt, lieferbar ab Juli 2016 9 783038 630104

Kapitel II

1. Baumaterial, Mauerarten als Putz- und Bildträger im historischen Kontext

Abb. 2.1 Luxor (Theben-West, Ägypten), Merenptahtempel, 19. Dyn.: Vollmauerwerk mit einer Schichtlage aus luftgetrockneten Lehmziegeln, die mit Grashäcksel armiert sind. Mitte: Kernlage im Ährenverband. Abb. 2.4 Taormina (Sizilien, Italien), römisches Schalmauerwerk, 1.–2. Jh.: Die Schalen sind mit Backstein ausgeführt.

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Abb. 2.2 Merenptahtempel, Pfeilerhalle West. Mitte: kuchenartig aufgetragener Setzmörtel als Lagerfuge, luftgetrockneter Lehmziegel.

Abb. 2.3 Avenches (Waadt), Amphitheater, 2. Jh.: Der Ostteil beim Übergang zum mittelalterlichen Turm zeigt ein beispielhaftes Vollmauerwerk.

Abb. 2.5 Eriwan (Armenien), St. Johannes-Kathedrale (Tsiranawor), 5.–6. Jh.: Durch den Verlust des Pilasters zeigt sich das Schalmauerwerk. Links der Ausbruchstelle erkennt man die relativ dünnen Quadersteine der Mauerwerksschale.

Abb. 2.6 Tuscania (Italien), San Pietro, 11.–12. Jh.: Mauerwerk mit Tuffsteinquader – typisches Schalmauerwerk. Die Schalensteine sind relativ dünn und unterschiedlich grosse Schuttblöcke füllen den Zwischenraum.

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Abb. 3.1 Cavusin – Tal von Zelve (Kappadokien, Türkei): Landschaft bei Ürgüp mit bewohnten Tuffkegeln. Abb. 3.3 Cavusin, Johannes-Kirche (5. Jh.), Abbildung des Nikephoros Phokas (10. Jh.), präikonoklastisch: abgestürzter Teil der Vorhalle mit Kalkmalerei um 913–920. Abb. 3.5 Johannes-Kirche, Schiff: unter der Kalkmalerei (913–920) die bewusst nicht geglätteten Dechselspuren.

Abb. 3.2 Tal von Zelve bei Ürgüp, Tuffkegel einer ehemaligen Einsiedelei, 10. Jh.: Unten befindet sich der Eingang, ganz oben war der Arbeitsraum; im Inneren Wandmalerei des 10. Jhs. Abb. 3.4 Johannes-Kirche, Schiff: Wandmalerei «Apostelsegnung», um 913–920. Abb. 3.6 Cavusin, Kirche, 10./11. Jh., im Museumsbereich: Vierungskuppel. Rechts: Triumphbogen/Übergang Apsis. Links und unten in der Mitte: gemalte Symbole. Das byzantinische Tatzenkreuz der präikonoklastischen Ausmalung ohne Bindemittel liegt direkt auf der Wand.


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Triest Verlag Programm Herbst 2016  
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