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PRODUKTGESCHICHTE

VOM GLASCONTAINER ZUM KUPPELDOM

TYP E F R AG

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2.000 alte Glascontainer wurden im vergangenen Jahr in Berlin aussortiert. Sieben davon hat das Berliner Architekturkollektiv Transstruktura zu einem begehbaren Ort umgestaltet.

Die Container werden so aufgeschnitten, dass sie als freie Module unterschiedlich neu zusammengesetzt werden können.

Wie sie sich selbst nennen: Zero-Waste-Anhänger (wörtlich übersetzt: Null-Müll-Macher) Was sie machen: Hinter dem Begriff „Zero Waste“ steckt ein Lebensstil, der darauf zielt, so wenig Restmüll wie möglich zu produzieren. Alle Produkte, die der Mensch benutzt, sollen wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Die Vorreiter: Die Amerikanerin Bea Johnson führt mit ihrer Familie seit 2008 ein Zero-Waste-Leben. Sie hat den Bestseller „Zero Waste Home“ geschrieben, zeigt in ihrem Blog, wie man zum Beispiel aus 15 Kleidungsstücken 50 Outfits zusammenstellt und damit um die Welt reist. Das tut sie nämlich sehr häufig, um der Öffentlichkeit ein Einweckglas zu zeigen, in dem ihr Jahresrestmüll klebt. Außerdem im Gepäck: die fünf Prinzipien des müllfreien Lebens – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot. Die New York Times nennt Johnson „die Priesterin des müllfreien Lebens“. Die Mitmacher: Auffällig viele Frauen um die 30 Jahre bestimmen das öffentliche Bild der Szene: Die Bloggerin und Kuchenbäckerin Shia Su aus Bochum nennt sich „Wasteland Rebel“ und behauptet in ihrem Buch „Zero Waste“: „Weniger Müll ist das neue Grün“. Die Musical-Darstellerinnen Erdmuthe Kriener und Vanessa Riechmann haben „Alternulltiv“ gegründet und zeigen ihrer Internetgefolgschaft, wie man sich zum Beispiel selbst einen Wurmkomposter für den Balkon baut. Und auch Stefanie Kießling lebt mit ihrer vierköpfigen Familie seit zwei Jahren auf „Müll-Diät“. Die „Zero Waste Familie“ dokumentiert auf einem Blog ihre Erfahrungen. Die Strukturen: Damit ein müllfreies Leben gelingt, vernetzt sich die Szene im Internet und gibt sich gegenseitig Hinweise, wie man Shampoo selbst anrührt, woher man Zahnbürsten aus Holz bekommt und in welcher Stadt es verpackungsfreie Läden gibt. Wichtigstes Accessoire: Einweckgläser Wichtigster Satz: „Zero Waste ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen klappt, aber lieber heute als morgen begonnen werden sollte.“

Innen sind sie gereinigt und mit Goldfolie tapeziert.

Auf die ehemaligen Flascheneinwürfe werden Waschmaschinenschüsseln gesetzt. So kommt Licht in den Dom.

Die einzelnen Kuppeln lassen sich als Hotelzimmer, Spielhaus oder Jugendtreff immer neu zusammensetzen. www.transstruktura.com

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TrenntMagazin Ausgabe Nr. 12 [Herbst 2016]  

Auf die Schätze. Fertig. Los: Die Baubranche startet neue Projekte aus recycelten Trümmern – wir trafen die Schatzgräber | Hausgemachtes – J...

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