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EXTRA-HEFT: WERKSTATT SPECIAL

DER GROSSE BASIS-CHECK PROFITIPPS ● WERKZEUG ● WARTUNG ● PFLEGE ● EINSTELLUNG ● SCHAL SCHALTUNG ● ANTRIEB ● BREMSEN ● STEUERSATZ ● FEDERUNG ● LAUFRÄDER


WERKZEUG NEUHEITEN

Der Winter-Radcheck Draußen Schnee- und Graupelschauer, Temperaturen unter Null – nur die Härtesten sind jetzt noch mit dem Rad unterwegs. Besser nutzt man diese Jahreszeit zum großen Service. Frisch geputzt, geschmiert und mit neuen Verschleißteilen rollt Ihr Rad wie neu. Ächzende Lager, schwergängige Bowdenzüge und eine rasselnde Kette vermiesen schnell den Spaß am Rad. Doch mit etwas Know-how lassen sich solche Verschleißerscheinungen selbst beseitigen. Das spart Geld und macht Spaß. Denn beim Selberschrauben lernt man sein Rad in- und auswendig kennen. Das hilft auch bei Defekten unterwegs. Mit unseren Werkstatt-Tipps bleibt die Fahrradtechnik kein Buch mit sieben Siegeln.

Nehmen Sie sich Zeit zum Schrauben. Ein Arbeitsplatz in Garage oder Keller, wo das Rad zerlegt mal ein paar Tage stehen kann, ist hilfreich. Investieren Sie in gutes Werkzeug, einen soliden Reparaturständer und eine Standpumpe. Diese Kosten amortisieren sich schnell, denn die Arbeit geht sauber und problemlos von der Hand. Legen Sie eine Plane unter und halten Sie Handwaschpaste griffbereit. Und für danach: ein kühles Bier.

FAHRRAD – WARTUNG UND REPARATUR

Montageständer Gibt dem Rad soliden Halt und erspart dem Schrauber manchen Fluch. Montageständer gibt’s ab etwa 60 Euro. Der Ultimate ist perfekt: Leicht und universell einstellbar, steht und klemmt sicher, passt gefaltet in jede Ecke. Preis: ca. 275 Euro, www.paul-lange.de

Drehmomentschlüssel Leichtbau erfordert bei immer mehr Schraubverbindungen exakte Drehmoment-Vorgaben. Drehmomentschlüssel, 1-20 Nm, hier von Syntace, Preis: ca. 108 Euro, Bit-Satz, ca. 27 Euro, www.syntace.com

FACHKUNDE FAHRRADTECHNIK

Standpumpe Korrekter Reifendruck trägt entscheidend zu Fahrkomfort und geringem Reifenverschleiß bei. Der unverwüstliche Rennkompressor von SKS kostet ca. 50 Euro, www.sks-germany.com

PROFI-TIPP Investieren lohnt sich:

Werkzeug-Qualität

STEPHAN OTTMAR Diplom-Ingenieur

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Fred Milson Delius Klasing Verlag, 19,90 Euro, ISBN 978-3-76885205-0 Für alle Arten von Fahrrädern erklärt der Autor die wichtigsten Wartungs- und Reparaturarbeiten. Systematische Beschreibung, große Fotos, kompetente Ratschläge. Ein Tipp auch für Benutzer älteren Materials.

Wer selber schraubt, darf hier nicht sparen: Die Qualität von Werkzeug und Werkstatt-Ausstattung entscheidet über Lust oder Frust. Gutes Werkzeug schont Material und Nerven. Einmal mit Billig-Werkzeug abgerutscht, und eine Schraube ist ruiniert, die nur schwer wieder zu ersetzen ist. Unverzichtbar sind ein stabiler Workstand, eine solide Standpumpe mit Manometer und ein Drehmomentschlüssel mit passendem Bit-Satz.

Das Profi-Lehrbuch für Zweiradmechaniker. Europa Lehrmittel Verlag, 38 Euro, ISBN 3-80852291-7 Genauer geht’s nicht mehr: Dieses Kompendium wird als Lehrbuch für Zweiradmechaniker verwendet. Mit detaillierten Abbildungen, Beschreibung aller Einbau-, Reparatur- und Wartungsarbeiten, umfassender Materialkunde und theoretischen Grundlagen der Fahrradmechanik.

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mehr Infos zum Thema auf:

www. Suche: Werkstatt

.com


REINIGUNG

Pflegen 5 4

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3

7

2 1

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Reinigen 1 Lappen: fusselfrei und saugfähig 2 Kettenreiniger: löst ölhaltigen Schmutz 3 Fahrrad-Reiniger für Rahmen und Teile 4 Entfetter-Spray: geeignet für Bremsflanken

1 Kettenöl, säurefrei, nicht harzend 2 2 Schraubenkleber, mit6 1 telfest 3 3 Lagerfett in Spritze 4 4 Kettenfließfett: im Wasserbad erhitzt, wird es flüssig aufgetragen und haftet besonders gut an der Kette 5 Sprühwachs zum Versiegeln von Oberflächen 6 Ölspray für Kette 7 Wachsschmiermittel: versiegelt die geölte Kette 8 Handwaschpaste 9 Bier (oder andere Belohnung) für danach 5

5 Waschbenzin: löst hartnäckigen Schmutz auch am Rahmen lackschonend 6 Fahrradreiniger: aufsprühen, einwirken lassen, Schmutz mit Schlauch oder Eimer und Schwamm abwaschen

Schaltröllchen säubern

Kette säubern

Ritzel säubern

Hier klebt der meiste Schmutz. Ein Reifenheber ist ideal dazu, die Röllchen frei zu kratzen. Drehen Sie dazu die Kurbel rückwärts und reinigen Sie mit einem in Waschbenzin getränkten Lappen nach.

Bürsten Sie Kettenreiniger mit einer alten Zahnbürste in die Kette ein. Kurz einwirken lassen. Dann die Kette rückwärts durch ein benzingetränktes, fusselfreies Tuch kurbeln. Anschließend sprühölen und -wachsen. So haftet das frische Öl länger.

Ein gefaltetes Tuch, getränkt mit Waschbenzin, holt jeden Schmutz aus den Ritzel-Zwischenräumen. Ziehen Sie die Tuchfalte flach mit und gegen den Freilauf hin und her. Versiegeln Sie das saubere Ritzelpaket anschließend mit Sprühwachs.

TIPP: So wird’s sauber! ■

Mit alten Zahnbürsten kommen Sie in die letzten Winkel von Rahmen und Komponenten. ■

Reifen säubern

Bremsbeläge säubern

Oft sitzen Glassplitter oder Steinchen in den Tiefen des Reifenprofils. Entfernen Sie solche Störenfriede mit einer Schraubendreher-Klinge, bevor sie sich zum Schlauch durchfressen. Gönnen Sie auch Reifen, Felge und Nabe eine ausgiebige Waschung.

Abrieb und Späne von der Felge dringen in Bremsbeläge ein. Werden diese Partikel nicht regelmäßig entfernt, steigt der Verschleiß der Felge. Kratzen Sie die Belagfläche mit einem spitzen Werkzeug frei. Tauschen Sie abgenutzte Beläge rechtzeitig.

Entfetten Sie die Kette nie ganz. Zwischen Laschen und Rolle sollte immer ein Fettrest haften bleiben. ■

An Bremsscheiben und -beläge darf kein Öl oder Fett gelangen. Verölte Beläge unbedingt sofort tauschen! ■

INTERNET-ADRESSEN www.paul-lange.de: Hier finden Sie Konstruktionszeichnungen, Bedienungs- und Montageanleitungen aller Shimano-Produkte seit 1994. www.sram.com: Unter „Service“ sind Bedienungsund Montageanleitungen von Sram-Schaltungen und Avid-Bremsen abrufbar. www.rohloff.de: Bernd Rohloff erklärt Funktion,

Einbau und Wartung von Nabe, Kette und Werkzeugen im Detail. www.magura.com: Unter „Service“ gibt’s Einbauanleitungen, Wartungstipps und FAQs. Spezielle Fragen lassen sich im Forum stellen. www.schwalbe.de: Alles zum Thema Reifentechnik, -montage, -verschleiß und korrektem Luftdruck.

Beste und schonendste Reinigung erreichen Sie mit Fahrradreiniger, Schwamm oder Bürste und warmem Wasser. ■

Falls Sie Hochdruckreiniger verwenden: Richten Sie den Wasserstrahl nie direkt auf Lager und Drehpunkte. 61


KETTENSCHALTUNG: ZÜGE TAUSCHEN NEUHEITEN

Schaltkommando

Keine andere Maßnahme bringt Ihre Schaltung wieder so auf Touren wie ein Tausch verschlissener Bowdenzüge und Zughüllen. Schaltbefehle werden dann wieder mit geringer Kraft und präzise übermittelt. Ein paar Kniffe machen Ihnen den Tausch einfacher. Viel Stress müssen Schalt- und Bremszüge am Rad aushalten: viele tausend Zentimeter Wegstrecke legen sie zurück, werden in reibungsintensiven Bögen gequält, eingedrungene Feuchtigkeit und Schmutzpartikel machen ihre Arbeit immer schwerer. Deshalb sind Pflege mit Öl und Fett nach Regenfahrten und regelmäßiger Wechsel pro Saison eine Wohltat für Ihr Rad.

Orientieren Sie sich an der Zughüllen-Länge der alten Verlegung. Halten Sie Bögen entlang von Rahmen und Lenker so flach und mit so geringer Wegstrecke wie möglich. Achten Sie darauf, dass die Züge beim Lenken nicht am Scheinwerfer hakeln. Verwenden Sie nur Schaltseile und -hüllen derselben Marke. Optimal gleiten beschichtete Züge in Hüllen mit innenliegenden Teflonröhrchen.

Shimano Dual Control

Shimano Dual Control

Shimano Rapid Fire

Am linken Hebel (Kettenblätter) muss zuerst die markierte Kreuzschlitzschraube geöffnet werden. Danach lässt sich die Hebelverkleidung nach links wegklappen. Darunter finden Sie den Nippelsitz.

Der rechte Schalthebel (Ritzelpaket) besitzt eine simple Verschlussschraube mit einem ViertelUmdrehungs-Gewinde. Durch diese Bohrung können Sie den losen Zug bequem herausschieben.

An Tasterschaltern Shimano Rapid Fire und Sram Trigger finden Sie die Verschlussschraube nahe der Lenkerschelle oberhalb der Tasten. Durch diese Bohrung kann der Zug herausgeschoben werden.

TIPPS: ZUGAUSTAUSCH ■ Achten

Sie vor dem Klemmen auf korrekten Sitz von Zugnippeln und Hüllenkappen in ihren Führungen. ■ Verwenden

Zughüllen ablängen

Zughüllen aufstechen

Legen Sie die alte Zughülle parallel zur neuen (vom laufenden Meter) und längen Sie sie passend mit einer Papageienschnabel-Zange ab. Deren Schnittkanten verhindern ein Quetschen der Hülle.

Gequetschte innere Liner und Zughüllen-Enden können Sie mit einer angespitzten Speiche oder Ahle wieder öffnen. Wichtig ist, dass der Zug auf ganzer Länge widerstandsfrei in seiner Hülle gleitet.

Sie nur passende Zughüllen: Schaltzughüllen sind mit Längsdrähten, Bremszughüllen mit Spiraldraht armiert. ■ Spannen

Sie neue Züge nur handfest vor. Regulieren Sie die endgültig benötigte Spannung mit den Justierschrauben an Rahmen, Schaltwerk und -griffen.

Top oder Low normal?

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Spannschraube mittig stellen

Zug verschrauben

Bevor Sie einen neuen Zug klemmen: Stellen Sie die Zugregulierungsschrauben an Hebel und/oder Schaltwerk mittig. So bleibt Ihnen genügend Spielraum zur endgültigen Einstellung der Schaltung.

Ziehen Sie einen neuen Zug bei entspanntem Schalthebel und Schaltwerk handfest. Klemmen Sie ihn in seiner Nut unter der Fixierschraube. Quetschen Sie eine Endkappe aufs Zugende.

Shimano liefert Schaltwerke mit unterschiedlicher Federzug-Richtung: bei gelöstem Schaltzug zieht Top-Normal die Kette nach außen aufs kleinste Ritzel, Low-Normal nach innen aufs größte Ritzel. Achten Sie darauf beim Zugwechsel.


NABENSCHALTUNG: ZÜGE TAUSCHEN

Naben-Steuerung

Hier ist ein Zügetausch nur selten nötig. Meist verlaufen Nabenschaltzüge in geschlossenen Hüllen und sind deshalb hinreichend geschützt. Doch ihr Austausch ist an Nabenschaltungen bei den sehr unterschiedlichen Konstruktionen ein wenig kompliziert.

Schaltgriffe TIPP: Web-Hilfen

Shimano Tap Fire Die Zugöffnung aller Tastschalter von Shimano und Sram befindet sich hinter einer Kreuzschlitzschraube nahe der Lenkerschelle. Dieses Schräubchen benötigt nur eine Viertel Umdrehung. In der größten Gangstellung lässt sich der Zug herausschieben.

Auf den Websites der Hersteller finden Sie genaue Anleitungen für Aus-, Einbau und Wartung: www.paul-lange.de für Nexus- und Alfine-Nabenschaltungen. www.sram.com für iMotion, www.rohloff.de für die Speedhub.

Sram iMotion

Rohloff Drehgriff

Bei Drehgriff-Schaltern von Sram und Shimano wird die Grifföffnung von einem Kunststoff-Plättchen am inneren Griffende verdeckt. Dieses hebeln Sie mit einer Schraubendreher-Klinge heraus. Im 9. Gang liegt der Zugnippel dann sichtbar in der Öffnung.

Lösen Sie zuerst beide Zugfeststeller-Kegel (Torx T 20). In der nun frei gelegten Öffnung finden Sie durch einen Dreh am Schaltgriff die Pass-Halterung der Zugnippel. Führen Sie die Nippel beider Züge mit einem Schraubendreher aus der Öffnung.

Nabenansteuerung

Shimano Nexus und Alfine

Sram iMotion

Schalten Sie in den 1. Gang und ziehen Sie zuerst die Zughülle aus ihrer Führung an der Kettenstrebe. Danach können Sie das Zugende durch Zurückziehen der Zughülle aus seiner Langlochaufnahme an der Nabe nehmen.

Entspannen Sie den Zug durch Schalten in den 1. Gang. Nach dem Zurückschieben der VerriegelungsHülse unter der Kettenstrebe nach rechts kann der Zug bequem nach unten aus seiner Kupplung genommen werden.


KETTENSCHALTUNG: EINSTELLEN NEUHEITEN

Ritzelmenü

Gar nicht so schwierig ist das exakte Einstellen einer Kettenschaltung. Ihre Funktionsweise ist einfach: Schaltwerk und Umwerfer ziehen per Federzug in die eine, der Schalthebel per Schaltzug in die andere Richtung. Die Kunst liegt im perfekten Gleichgewicht. Schalten Sie zunächst in Extremgänge und regulieren Sie den Schaltwegsanschlag. Dann ist die richtige Zugspannung an der Reihe: Durch schrittweises Hochschalten erhöhen Sie die Zugspannung in Viertelumdrehungen so lange, bis die Kette bei jedem Schaltbefehl sauber aufs nächste Ritzel klettert. Rasseln beseitigen Sie ebenfalls durch Feinjustieren der Zugspannung.

Äußerer Anschlag

Innerer Anschlag

Schalten Sie aufs große Blatt und das kleinste Ritzel (Kette rechts). Die Kette muss senkrecht darunter stehen. Sie stellen den äußeren Anschlagpunkt des Schaltwerks ein, indem Sie die H-Schraube drehen, bis die Kette exakt steht.

Nun umgekehrt: Schalten Sie aufs kleinste Blatt und das größte Ritzel (Kette links). Auch hier muss die Kette exakt senkrecht unterm größten Ritzel zu stehen kommen. Diese Schaltwegsbegrenzung stellen Sie mit der L-Schraube ein.

2-4 mm

Umwerfer-Höhe Noch ohne Schaltzug: Drücken Sie den Umwerfer von Hand mit leicht gelöster Schelle übers große Blatt. Das Leitblech muss zwischen 2 und 4 Millimeter über den Zahnspitzen stehen. Fixieren Sie die Schelle mit der anderen Hand.

Kettenrasseln

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Unsere Anleitung gilt für konventionelle Schaltwerke Shimano Typ „Top Normal“ und Sram. Ein Shimano „Low-Normal/ Invers“-Schaltwerk funktioniert spiegelverkehrt: seine Federkraft bewegt es Richtung größtes Ritzel. Die Zugrichtung erkennen Sie, wenn Sie den frei verlegten Schaltzug mit dem Finger straffen und die Bewegung des Schaltwerks dabei beobachten.

Schalten Sie Gang für Gang durch und beobachten Sie das Klettern der Kette genau. Erhöhen Sie die Zugspannung (Stellschraube nach rechts), wandert das Schaltwerk minimal nach innen Richtung größtes Ritzel, bei verringerter Spannung (Dreh nach links) entsprechend nach außen.

Paralleler Umwerfer Mit Schaltzug: Schalten Sie aufs große Blatt und peilen Sie von oben. Steht die Kette parallel im Leitblech? Schalten Sie andernfalls zurück, um den Schaltzug zu entlasten. Öffnen Sie gefühlvoll die Klemmschelle des Umwerfers und richten Sie das Leitblech korrekt aus.

Verschleiß messen Je nach Krafteinsatz, Kilometerleistung und Verschmutzungsgrad längt sich jede Kette früher oder später. Dann mahlt sie auch an Ritzel und Kettenblättern. Messen Sie die Kettenlängung etwa alle 1000 km. Tauschen Sie die Kette rechtzeitig, die Ritzel bei jedem 2. – 3. Kettentausch.

TIPP: H + L An Schaltwerk und Umwerfer kann man bei genauem Betrachten die Markierung der Schaltweg-Begrenzung mit zwei Buchstaben entziffern. „H“ steht dabei für „high“, den größten, „L“ für „Low“, den kleinsten Gang. Diese Markierungen bezeichnen die zugehörige Richtung der Anschlagsbegrenzung. „L“ meint die Schraube für die Innen-, „H“ für die Außenbegrenzung der Schaltwege von

Schaltwerk und Umwerfer. Die darüberliegende Schraube reguliert die Position des obersten Schaltröllchens zum größten Ritzel an Hinterrad.


NABENSCHALTUNG: EINSTELLEN

Sram/Shimano

Zum Zugausbau beider Nabenmodelle schalten Sie in den 1. Gang. So ist der Schaltzug maximal entlastet. Die anschließende Einstellung der Schaltung erfolgt im direkten Gang. Das ist bei Shimanos Achtfachnaben der 4., bei Sram iMotion 9 der 6. Gang.

Sram iMotion

Shimano Nexus/Alfine

Nabe feineinstellen

Die Zug-Kupplung liegt nach Zurückschieben der Schutzhülse frei. Mit einem 2mm-Inbus öffnen Sie die Madenschraube und nehmen die Zug-Kupplung ab. Schneiden Sie den neuen Zug auf genau dieselbe Länge und schrauben Sie die Kupplung bündig an.

Führen Sie den neuen Zug vom Schalthebel her nach hinten durch. Dazu muss auch die Aussenhülle in ihrer Aufnahme an der Kettenstrebe stecken. Ziehen Sie den neuen Zug straff, fixieren Sie ihn mittels Klemmschraube und kürzen ihn ca. 3 cm danach. Quetschen Sie eine Zugendkappe auf.

Schalten Sie Shimano-Schalthebel in den 4., SramSchalter in den 6. Gang. Zwei in einem Fenster an der Nabe sichtbare Markierungen werden nun per Zuglängen-Stellschraube am Schalthebel (Sram auch an der Zugkupplung) in Parallel-Position gebracht. Schalten Sie dann alle Gänge probehalber durch.

Rohloff

Seilbox oder interne Anlenkung mit Bajonett-Kupplungen? Auf alle Fälle sollte beim Zügetausch nur original Rohloff-Material zum Einsatz kommen. Denn Zugnippel und Außenhüllen sind nicht optimal mit Zubehör für Kettenschaltungen kompatibel.

Seilbox öffnen

Züge kürzen

Zugenden lösen/verschrauben

Schalten Sie in den 14. Gang, nehmen Sie die Seilbox von der Nabe und öffnen Sie deren Deckel (Torx 20). Entnehmen Sie die lose Seilrolle und die ZuglängenStellschrauben. Wickeln Sie die Seilzüge ab und öffnen Sie die Madenschrauben.

Ziehen Sie beide Austauschzüge vom Schaltgriff her straff und kürzen Sie jedes Zugende genau 200 mm nach Austritt aus seiner Hülle. Oberer Zug: Schaltgriff-Stellung im 1. Gang, unten geführter Zug: Griffstellung im 14. Gang.

Fixieren Sie beide Zugenden mit den Madenschrauben (2mm-Inbus) in der Seilrolle der Box. Spulen Sie beide Züge über Kreuz in ihre Führungsrillen, legen Sie die Seilrolle wieder in die Box. Fetten Sie bei dieser Gelegenheit auch Seilrolle und Nabenaufnahme. Spannen Sie die Züge per Stellschraube so, dass im Drehgriff ein Spiel von ca. 2 mm spürbar ist.

TIPP: Schwierige Montage-Arbeiten absichern ■ Dokumentieren

Sie einzelne Ausbauschritte komplizierter Arbeiten mit einer Digicam oder per Video. So finden Sie sich auch beim Einbau in der Reihenfolge der Arbeitsschritte wieder zurecht.

Interne Anlenkung Straffen Sie abwechselnd beide Steuerzüge der Nabe bis zum Anschlag. Kürzen Sie beide neuen Züge bei Griffstellung 1. und 14. Gang jeweils exakt auf Höhe der Spitze des Bajonett-Verschlusses. Montieren Sie die Kupplung an den neuen Zugenden. Justieren Sie die Zugspannung an ihren Stellschrauben am Rahmen.

■ Legen

Sie Kleinteile beim Zerlegen in der Reihenfolge des Ausbaus auf einem Blatt Papier ab. Dann übersehen Sie kein Einzelteil beim Zusammenbau. ■ Legen

Sie eine Plane unter Ihren Arbeitsplatz. Zu Boden gefallene Kleinteile finden Sie dort leicht wieder.


ANTRIEB: NEUHEITENKETTE WECHSELN

Antriebsstrang

Springende Gänge, rasselnder Antrieb, Schaltprobleme? Das kann am Kettenverschleiß liegen. Also rechtzeitig tauschen, sonst zerstört sie auch Ritzel und Kettenblätter.

Mit regelmäßig gesäuberter, frisch geölter und gewachster Kette sind Sie immer auf der sicheren Seite. Doch wer schafft das schon nach jeder Regenfahrt? Je nach Fahrgewohnheiten, Krafteinsatz und Verschmutzungsgrad kann eine Kette schon nach wenigen hundert Kilometern am Ende sein. Bevor sie Ritzel und Kettenblätter verschleißt, sollte sie ersetzt werden. Lappen und Handwaschpaste sind bei diesen Arbeiten besonders wichtig!

Kette öffnen Falls kein Kettenschloss vorhanden ist: Drücken Sie mit einem Kettennieter einen beliebigen Niet aus der alten Kette.

Neue Kette So ermitteln Sie die richtige Kettenlänge: Fädeln Sie den neuen Gliederstrang aufs kleinste Kettenblatt, das kleinste Ritzel hinten und durch das Schaltwerk. Wenn der Schaltwerkskäfig noch Spannung auf die Kette bringt und nicht ganz waagerecht zu Stehen kommt, stimmt die Länge. Mit einer gebogenen Speiche als Klammer fixieren Sie beide losen Enden zum Vernieten.

Exzenter-Tretlager Bei offenen Klemmschrauben drehen Sie die Buchse mit einer Stiftzange so, dass die neu gespannte Kette über der Kettenstrebe auf Fingerdruck etwa 1 cm senkrecht nachgibt.

Blockierte Kettenglieder

Steife Glieder gängig machen

Waagerechte Ausfallenden

Festgefressene Kettenglieder beeinträchtigen den Schaltvorgang. Solche Störenfriede finden Sie leicht, indem Sie beim Rückwärts-Kurbeln den engsten Kettenradius an den Schaltröllchen beobachten.

Beherztes Hin- und Herbiegen der Kette macht blockierte Glieder wieder gängig. Bei ausreichender Gesamtlänge der Kette können Sie auch einfach zwei Glieder entfernen.

Holland-typisch ist die Kombination von waagerecht geschlitzter Achslagerung und Überwurf-Kettenspannern. Richten Sie die Achse bei geöffneten Achsmuttern durch paralleles Anziehen der Spannschrauben senkrecht zum Rahmen aus.

PROFI-TIPP Ketten schließen

H.-P. ETTENBERGER Werkstatt-Leiter BIKE, TOUR, TREKKINGBIKE

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Das geniale, werkzeuglos zu öffnende Kettenschloss von Sram (Bild) verschließt auch Shimano Neunfach-Ketten. Zum Öffnen: Waagerecht mit Zeigefinger und Daumen zusammenpressen. Dabei springt eine kleine Führungsnase aus der Nut am Niet, beide Hälften lassen sich ohne Kraftaufwand auseinandernehmen. Zum Schließen: Beide Niete einhängen, die Hälften zusammenfügen und durch Auseinanderziehen einrasten lassen. Das Schloss sollte als Notfall-Retter auch im Tourengepäck nie fehlen!

Schräge Ausfallenden Bei schrägen Ausfallern ziehen Sie das Hinterrad bei offenen Achsschrauben mit einer Hand gegen das Schutzblech nach hinten/oben. Ziehen Sie mit der anderen Hand abwechselnd beide Achsmuttern fest.


ANTRIEB: KURBEL UND KETTENBLÄTTER

Treibsatz

Auf Tretlager, Kurbeln und Pedale wirken immense Kräfte. Dazu liegen sie direkt im Schussfeld von Schmutz und Wasser. Frisch gefettete Lager, Achs- und Pedalverschraubungen verlängern die Lebensdauer des Antriebs erheblich. Auch Kettenblätter und Ritzel leiden, wenn die Kette verschleißt. Deshalb sollten Sie bei jedem zweiten oder dritten Kettentausch an einen Wechsel denken.

Pedale montieren Pedale besitzen jeweils ein Linksund ein Rechtsgewinde. So können sie nicht losgetreten werden. Zum Abschrauben merken Sie sich: an waagerecht nach vorn gestellter Kurbel nach unten drücken zum Losschrauben.

Kurbelmontage Shimano HTII

Kurbelmontage Patronenlager

Shimanos Hollowtech II-Kurbeln besitzen zwei gegenüberliegende 5mm-Inbusschrauben. Lösen Sie beide gleichzeitig mit zwei Inbusschlüsseln. Nehmen Sie die Sternmutter mit Spezialwerkzeug ab. Dann lässt sich die Kurbel von der Achswelle nehmen.

Bei den weit verbreiteten Vierkantachs-Kurbeln nehmen Sie zuerst den Verschlussdeckel ab. Dann benötigen Sie einen 15mm-Steckschlüssel, um die Befestigungsschraube zu lösen.

Kurbel abziehen

Blatt-Lochweite messen

Kettenblatt tauschen

Die auf ihrem Vierkantprofil sitzende Kurbel muss nun mit einem Abzieher im Kurbel-Innengewinde kraftvoll von der Achse gezogen werden. Auch Truvativ Isis- und Shimano Octalink-Kurbeln werden so von der Achse befreit.

Falls Sie Kettenblätter von Fremdproduzenten verwenden möchten: zählen Sie die Befestigungsschrauben an Ihrer Kurbel und messen Sie die Lochweite von Mitte zu Mitte. So können Sie sicher sein, ein passendes Ersatzblatt zu erhalten.

Kettenblattschrauben sitzen oft extrem fest. Setzen Sie den 5mm-Inbus außen an, stützen Sie ihn an einer Tischplatte ab und halten Sie den Gegenhalter im Buchsenschlitz auf der Blatt-Rückseite fest. Drücken Sie nun am Kurbelende nach unten.

LEXIKON Aheadset: Befestigung des Vorbaus per Außenklemmung am Gabelschaft. Besonders leicht und verdrehsicheres Prinzip. Cartridge-Lager: Kugellager, das in ringförmigen Gehäuse verbaut ist. Kann nicht geöffnet werden. Felgenband: Schutzring, auch selbstklebendes Band. Verhindert ein Scheuern des Schlauches an Speichenbohrungen am Felgenboden. Felgenboden: Waagerechte Innenfläche einer Felge. Dort sitzen Boh-

rungen für Speichen und Nippel. Gabelschaft: Senkrechtes Rohr, meist 1 1/8 Zoll Durchmesser, um das sich die Gabel dreht. Befestigt die Gabel im Steuerrohr des Rahmens. Innenlager: Bezeichnet Achse und Lager, um die sich die Kurbeln dreht. Kettenstrebe: Rahmenrohre, die gabelförmig vom Tretlager zum hinteren Ausfallende führen. Kurbel: Antriebshebel, der Pedal und Innenlager verbindet. Konuslager: Ein abgeschrägter

Zylinder dient einem ringförmigen Kugellager als Lauffläche. Schaftklemmung: Klemmprinzip, bei der ein Schräg- oder Spreizkonus im Innenrohr sich im umgebenden Außenrohr verkeilt. Sitzrohr: Der Teil des Rahmens, in dem die Sattelstütze steckt. Steuerrohr: Der Teil des Rahmens, in dem die Gabel steckt. Steuerlager: Drehpunkt der Gabel. Ihr Schaft lagert in zwei Kugellagern an beiden Enden des Steuerrohrs.

Vorbau: Verbindet Lenker und Gabelschaft per Schaft- oder Außenklemmung. Vierkantkurbel: Kurbelachse des Innenlagers ist vierkantig abgeflacht, um die Kurbel aufzustecken. Zughülle: Flexible Drahtröhre, in der Schalt- und Bremszüge reibungsarm und korrosionsgeschützt laufen. Zugstellschraube: Reguliert die Zugspannung an Schaltwerk und –hebel, indem sie den Anschlag der Zughülle verstellbar macht.


BREMSE: V-BRAKES NEUHEITEN

Satter Stopp

Kräftige Felgenbremsen sind noch immer Standard an den meisten Trekkingrädern. Doch Schmutz und Feuchtigkeit machen das System oft schwergängig. Neue Bremszüge und ein Belägetausch wirken Wunder, korrekte Einstellung und Reinigung sind Pflicht.

Bremssockel fetten

Zügetausch am Griff

Austauschzug fixieren

Schrauben Sie beide Bremskörper vom Rahmen (5mm-Inbus). Reinigen und fetten Sie Rahmensockel und Bremskörper. Achtung beim Einbau: Der Stift der Spannfeder muss im passenden Loch am Sockel (Pfeil) eingehängt werden.

Nehmen Sie den losen Zug aus seinem Führungsschlitz am Griff und den Nippel aus der Passung am Bremshebel. Stellen Sie die Justage-Schrauben mittig, um Verstellweg beim Einbau zu haben.

Führen Sie den neu eingehängten Zug bis zum Bremskörper. Straffen Sie ihn handfest bei angelegter Bremse und schrauben ihn fest. Regulieren Sie dann per Justage-Schraube die optimale Länge. 3-5 mm ist der optimale Abstand Bremse-Felge.

Beläge justieren

Belaghöhe einstellen

Kartuschenbeläge

Leicht v-förmig gestellte Beläge quietschen nicht. Klemmen Sie bei der Montage je ein Cent-Stück zwischen Belag und Bremsflanke. Leichter geht’s mit der cleveren Einstell-Lehre von Tacx (Bild unten).

Richten Sie Beläge exakt aus. Bei gezogenem Hebel müssen die Beläge parallel und in der Höhe mittig auf die Bremsflanke treffen. Sichern Sie den Belag beim Festschrauben per Hand gegen Verdrehen.

Einige V-Brake-Gummis können nach dem Entfernen eines Sicherungssplints oder -schraube einfach aus der Belaghalterung geschoben werden. Das erspart umständliches Neuausrichten der Beläge. Verwenden Sie solche Beläge beim fälligen Wechsel.

Bremskörper mittig stellen

Federkraft erhöhen

Mit der Stellschraube seitlich am Bremskörper regulieren Sie die Mittigkeit der Bremskörper in Viertel-Umdrehungen. Beide Beläge sollen gleich weit von der Bremsflanke entfernt stehen.

Die Rückstellfeder mancher V-Brakes erlahmt mit der Zeit. Vorsichtiges Aufbiegen per Hand erhöht die Spannkraft.

Verschleißteil Felge kontrollieren Es ist unvermeidlich: Felgenbremsen zerstören auf lange Sicht die Felge. Jeder Bremsvorgang schmirgelt eine dünne Schicht Material von der Bremsflanke. Kontrollieren Sie deshalb die angebrachten Verschleiß-Markierungen: Wenn die Rille oder EinzelBohrung nicht mehr zu sehen sind, muss die Felge unbedingt getauscht werden. Sonst drohen plötzliche Felgenbrüche oder -platzer. Durch regelmäßiges Entfetten mit Waschbenzin oder Bremsenreiniger steigern Sie die Bremskraft und verbessern die Reibungswerte zwischen Felge und Bremsbelag.

Genial einfach: der Brake Shoe Tuner. Unter die Bremsbeläge schieben, festklemmen, dann die automatisch ausgerichteten V-Brake-Beläge festschrauben. Preis: ca. 15 Euro. www.tacx.com

PROFI-TIPP

MANUEL JEKEL Redakteur TOUR


BREMSE: MAGURA

Problemlos-Bremse

Penible Ersteinstellung und regelmäßigen Belagwechsel vorausgesetzt, bleiben Maguras Hydraulikbremsen völlig wartungsfrei. Das schafft kein anderes Bremssystem.

Bremskörper einstellen

Beläge tauschen

Öffnen Sie dazu beide Klemmschrauben der Halterung. Das gerippte Kunststoffteil mit dem Bremskolben muss parallel und in der Höhe mittig zur Bremsflanke ausgerichtet sein. Schließen Sie zuerst die obere, dann die untere Schraube.

Belagwechsel leicht gemacht: einfach einklicken, und der Belag sitzt. Magura-Beläge sind sehr langlebig. Rote Race-Beläge mit härterer Mischung können die Nassbrems-Eigenschaften verbessern, grüne sind auf Keramik-Felgen abgestimmt.

Griffweite einstellen

Hebelposition

Eine 1,5mm-Madenschraube stellt die BremshebelWeite passend zur Handgröße ein. Mit der roten Stellschraube stellen Sie die Beläge mehr oder weniger nah zur Bremsflanke.

Richten Sie Hebelschelle am Lenker und Griffweite so ein, dass in normaler Fahrhaltung der Zeigefinger kurz hinter dem ersten Fingerglied auf den Hebel trifft. So setzen Sie Ihre Handkraft optimal um.

ROLLENBREMSE Rollen- und Trommelbremsen sind wartungsarm und witterungsfest. Außer gelegentlichem Tausch verschlissener Züge brauchen sie regelmäßig Fett für ihre Mechanik.

Zugaustausch

Bremsmechanik fetten

Die meistverbreiteten Modelle von Shimano lagern die Zugansteuerung in einem Langloch, ähnlich wie bei der Schaltnabe. Gegendruck per Hand genügt zum Aushängen.

Eine Bohrung in der Trommel ist mit dem Wörtchen „Grease“ markiert. Füllen Sie hier alle 2-3000 Kilometer etwas Fett per Spritze ein.


STEUERSATZ NEUHEITEN

Zentral-Lager Am Steuerlager laufen unterschiedlichste intensive Kräfte zusammen: Fahrbahnstöße und Bremskräfte vom Vorderrad genauso wie Lenkkräfte und der entsprechende Anteil des Fahrergewichts. Dieser Drehpunkt verdient besondere Aufmerksamkeit und Pflege.

Schaftklemmung

Vorbau entfernen

Haltemuttern kontern

Kugellager pflegen

Mit einem 6mm-Inbus öffnen Sie die senkrechte Klemmschraube im Vorbau. Sie löst einen Konus, der sich im Gabelschaft verkeilt. Beachten Sie beim Einbau unbedingt die Mindest-Einstecktiefe, markiert als „Min. Insert“. Prüfen Sie die Verdrehsicherheit.

Die oben liegenden Kontermuttern, meist 35 oder 36 mm groß, fixieren den Gabelschaft im Steuerrohr und regulieren das Lagerspiel. Beim Einbau ist Feingefühl gefragt: das Lager muss sich spielfrei, aber widerstandslos drehen lassen.

Unter Kontermuttern und einem Sicherungsring liegen die Kugellager: entweder offen oder in einem Containerring. Nehmen Sie erst die Gabel, dann oberes und unteres Lager heraus. Reinigen und fetten Sie Kugellager und Lagersitze großzügig.

Vorbau abnehmen

Steuerlager ausbauen

Steuerlager fetten

Der Aheadset-Vorbau umfasst den Gabelschaft von außen. Entfernen Sie zuerst den Vorbaudeckel, der das Lagerspiel reguliert. Öffnen Sie beide Klemmschrauben des Vorbaus gleichmäßig. Beim Einbau: zuerst Lagerspiel einstellen, dann Klemmschrauben mit korrektem Drehmoment anziehen.

Nach der Abnahme von Vorbau, Spacern und Abdeckung findet sich ein geschlitzter Zentrierring. Hebeln Sie ihn mit einem schmalen Schraubendreher heraus. Dann können Sie Gabel und beide Kugellager aus dem Rahmen nehmen.

Ob offene oder geschlossene Kugellager: Beide Arten vertragen reichlich Montagefett. Fetten Sie auch eingepresste oder eingefräste Lagersitze im Steuerrohr. Setzen Sie dann sorgfältig alle Teile in umgekehrter Reihenfolge wieder ein.

Aheadset

Drehmomente: Darauf müssen Sie achten Informieren Sie sich in Bedienungsanleitung oder Hersteller-Website über entsprechende DrehmomentVorgaben. Ziehen Sie Schrauben mit normalen Inbusschlüsseln handfest an. Benutzen Sie erst für die letzten Umdrehungen den Drehmoment-Schlüssel und tasten Sie sich in halben Umdrehungen an den Maximalwert heran. Arbeiten Sie an Mehrschrauben-Klemmungen reihum, damit Spannungsunterschiede gering bleiben. Achten Sie darauf, dass die Klemmspalte am Vorbau parallel und gleichmäßig groß bleiben. 70

PROFI-TIPP

DIRK ZEDLER Fahrrad-Sachverständiger

Steuerlager-Spiel prüfen Lassen Sie vorerst die Vorbau-Klemmschrauben noch offen. Stellen Sie mit der senkrechten Schraube im Vorbaudeckel das Lagerspiel gefühlvoll ein. Beim Ruckeln des Rads mit gezogener Vorderbremse darf am Lagerspalt kein Spiel mehr spürbar sein. Fixieren Sie dann beide Vorbau-Klemmschrauben gleichmäßig.


ELEKTRIK

Stromversorgung

Dank Nabendynamo, ausgeklügelter Kabelverlegung und hochwertigen Lichtanlagen werden Elektro-Probleme am Fahrrad immer seltener. Gerissene Verkabelung, schräg laufende Seitenläufer-Dynamos und korrodierte Kontakte können Sie mit einfachen Mitteln selbst auf Vordermann bringen.

TIPP: Kontaktpflege Steckverbindungen und Klemmkontakte der Beleuchtung korrodieren im Lauf der Zeit. Schneiden Sie solche Kabelenden ab und klemmen Sie ein frisch abisoliertes Stück. Ein Stoß Wachsspray macht saubere Kontakte witterungsfest.

Kabelriss

Schrumpfschlauch

Dynamo justieren

Isolieren Sie ca. 2 cm beider Kabelenden ab. Falten Sie die blanken Enden mittig V-förmig ineinander und verdrehen Sie beide Enden gegeneinander. So wird die Verbindung zugfest. Optimal: verlöten verbindet die Kabelenden für die Ewigkeit.

Ziehen Sie vor dem Verbinden der Kabel ein Stück passenden Schrumpfschlauch von gut doppelter Länge der Reparaturstelle über die Leitung. Mit einer Feuerzeugflamme schrumpfen Sie den Überzug formschlüssig und witterungsfest ein.

Seitenläufer-Dynamos neigen zum Rumpeln und Quietschen. Richten Sie den Dynamo parallel zu einer gedachten Linie durch die Achse ein. So läuft seine Drehachse am ruhigsten. Achten Sie darauf, dass die Reibrolle auch in der Höhe exakt auf die Laufrille der Reifenflanke trifft.


FEDERUNG: NEUHEITEN GABEL UND HINTERBAU

Sensibles Aktiv-Fahrwerk

Fahrwerks-Federung ist am Leichtbauprodukt Fahrrad ein heikles Thema. Soll sie optimal funktionieren und nicht nur das Gewicht erhöhen, sind genaue Abstimmung und häufige Pflege unabdingbar. Wir geben Ihnen Tipps, wie Ihr Fahrwerk möglichst lange aktiv bleibt und wie Sie Probleme frühzeitig erkennen. Federgabel und Dämpfer müssen von Zeit zu Zeit vom Hersteller überholt werden.

Federgabel

Feinreinigen

Hinterbau

Dämpfer warten

Der Übergang Tauchrohr (oberer Teil der Federgabel) und Gummidichtung verlangt nach regelmäßiger Ölung. Ein Schuss Sprühöl reicht. Hebeln Sie die Dichtlippe mit dem Fingernagel ringsum etwas auf, damit das Öl darunter fließen kann.

Auch am Dämpfer sollten Sie Kolbenstange und Dichtung immer sauberhalten und regelmäßig mit Sprühöl behandeln. Stellen Sie den Luftdruck so ein, dass der Kolben im Stand unter Ihrem Gewicht etwa 1/4 (straff) bis 1/3 (soft) seiner Länge einfedert.

Zum Befüllen von Luftdämpfern benötigen Sie eine spezielle Dämpferpumpe. Richten Sie sich nach den Druckangaben der Hersteller (Bedienungsanleitung oder Website). Bevor Sie den Dämpfer probehalber belasten, müssen Sie die Pumpe abnehmen. Sonst kann deren Ventil beschädigt werden.

Gabel einstellen

Buchsenspiel checken

Buchsenspiel prüfen

Gelenke schmieren

An Stahlfeder-Gabeln können Sie die Federhärte per Drehknopf auf der Brücke verändern. Ein Gewinde im Gabelschaft spannt die Feder dabei mehr oder weniger vor. Die Gabel soll, in normaler Fahrhaltung aufgesessen, im Stand maximal ein Drittel des Federwegs einsinken.

Das Tauchrohr geitet im Standrohr in Buchsen auf und ab. Sind die ausgeschlagen, muss die Gabel zum Service. Ruckeln Sie das Rad Sie bei gezogener Vorderbremse vor und zurück, Daumen und Zeigefinger liegen dabei an der Dichtung. So kommen Sie zuviel Spiel am besten auf die Spur.

Vor allem Eingelenks-Hinterbauten belasten Dämpfer auch seitlich. Öffnen Sie abwechselnd je eine Befestigungsschraube des Dämpfers und bewegen Sie ihn seitlich hin und her. Falls deutliches Spiel spürbar wird, tauschen Sie die Buchsen aus.

Öffnen Sie die Abdeckschrauben der Hinterbaugelenke und bringen Sie eine Packung Lagerfett auf. Das schmiert einerseits die Drehpunkte und hält sie sensibel ansprechend, verhindert andererseits auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub.

PROFI-TIPP Gut gewartet federt besser!

DAN HOOPER Werkstatt BIKE

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Luftdruck kontrollieren

Gabel ölen

Befreien Sie nach jeder Fahrt mit einem sauberen Tuch die Tauchrohre von Staub. Säubern Sie mit Wattestäbchen auch die Gummidichtung. Hier lagernder Schmutz wird sonst beim Einfedern in die empfindliche Dichtung gezogen, die Gabel wird dann undicht.

Eine gute Federung verbessert das Fahrverhalten eines Bikes entscheidend. Optimal abgestimmt und gewartet, hält das gefederte Fahrwerk die Laufräder länger am Boden. Die Fahrt verläuft kontrollierter, Lenk- und Bremskräfte werden ständig auf die Fahrbahn übertragen. Die Fahrt bleibt jederzeit kontrollierbar. Effektive Federung vermindert die Ermüdung des Fahrers, entlastet Gelenke und Muskulatur und vergrößert den Wohlfühl-Faktor. Je hochwertiger die FederungsKomponenten, desto mehr Aufmerksamkeit und Wartung erfordern sie. Studieren Sie die Bedienungsanleitung solcher Teile genau, halten Sie die Wartungsempfehlungen der Hersteller ein. Durch sorgfältige Reinigung und Pflege erhalten Sie die Sensibilität und verlängern die Lebensdauer Ihres Fahrwerks deutlich.

Impressum TREKKINGBIKE SPECIAL Chefredakteur: Tom Bierl (verantwortlich) Art Direction: Hildegard Imping Redaktion: Jochen Donner Bildredaktion: Daniel Simon Schlusskorrektur: Barbara Merz-Weigandt Fotos: Daniel Simon TREKKINGBIKE-Redaktion: Steinerstraße 15 (Haus D), 81369 München, Tel. 089/729602-0, Fax 089/729602-40, E-Mail: info@trekkingbike.com


LAUFRÄDER

Rund ums Laufrad

Auch Reifen und Laufräder brauchen regelmäßige Zuwendung. Das Zentrieren von Seiten- oder Höhenschlägen überlassen Sie besser den Profis im Shop. Denn das erfordert spezielles Werkzeug und viel Erfahrung. Doch es gibt einiges, womit Sie Ihre Laufräder selbst mit wenig Aufwand in Schuss halten können. Die richtigen Kniffe erleichtern Ihnen beispielsweise die Reifenmontage.

Felgenband tauschen

Reifen aufziehen

Reifenheber

Verschlissene oder unsauber abdeckende Felgenbänder machen oft Ärger: Kanten und Grate an Speichenbohrungen punktieren den Schlauch. Verwenden Sie nur passendes Band. Es muss die gesamte Breite des Felgenbodens abdecken. Ein Kuli fixiert das Band während des Aufziehens im Ventilloch.

Fast jeder Reifen lässt sich von Hand montieren. Drücken Sie eine Stelle zusammen. Die Flanken wandern so zum Felgenboden. Ziehen Sie ihn dann im Sitzen mit beiden Händen von sich weg um die Felge zum entferntesten Punkt. Drücken sie dabei die Reifenflanke mit beiden Daumen übers Felgenhorn.

In hartnäckigen Fällen helfen Reifenheber. Setzen Sie immer zwei als Paar in ca. 10 cm Abstand an und hebeln Sie mit beiden gleichzeitig. So springt die Flanke leichter ins Felgenbett.

Felgen checken

Konuslager öffnen

Konuslager fetten

Untersuchen Sie Ihre Felgen auf Risse. Meist treten sie bei zu hohem Speichenzug um die Speichenlöcher herum auf. Tauschen Sie solche Felgen sofort. Begutachten Sie bei dieser Gelegenheit auch die Bremsflanken felgengebremster Räder.

Shimano-Laufradachsen rotieren in Konuslagern. Einmal im Jahr vertragen diese Lager eine neue Fettpackung. Mit zwei Konusschlüsseln (17 und 15 mm) öffnen Sie die Konterschrauben. Beim Verschließen ist Fingerspitzengefühl gefragt: Die Lager müssen spielfrei seidenweich laufen.

Drehen Sie die Kontermuttern ganz ab, entfernen Sie den Staubdeckel und schieben Sie die Achse vorsichtig ein Stück zurück. Nun liegen die Kugellager beidseitig frei. Nehmen Sie die Kugeln heraus, reinigen Sie sie und füllen Sie großzügig frisches Lagerfett ein.


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21.04.2009

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