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Sofa

Vorwort: Josef Trattner – Sofafahrten

Josef Trattner

Rainer Fuchs Für seine „Sofafahrten“ verwendete Josef Trattner selbstentworfene und leicht transportable Schaumstoffsofas. Er reiste damit in ausgewählte Städte, traf sich dort mit ansässigen oder ortskundigen Schriftstellern, führte mit ihnen Gespräche und animierte sie zu Texten, in denen das Möbelobjekt selbst vorkommt. So mutierte das sonst sesshafte Sitzmöbel zu einem sowohl durch die Städte wie auch durch die Texte vagabundierenden und nomadisierenden Motiv. Die Aufstellungsorte wurden ganz unterschiedlich gewählt, entsprachen aber nicht touristisch signifikanten Kriterien, sondern umfassten sowohl stark frequentierte öffentliche Bereiche wie auch versteckte und unzugängliche Orte. Fußgängerzonen, Liftschächte, Dachterrassen und Supermarktareale waren ebenso darunter wie lauschige Anhöhen an Stadträndern. Gegen eingefahrene Denk- und Gebrauchsmuster wurde hier insofern verstoßen, als die grundsätzlich mobiliare Identität des Sofas und seine Rolle als Ort und Katalysator der Kommunikation in den Vordergrund gestellt wurde. Denn Sofas sind normalerweise immobile Mobiliare. Einziehen oder Umziehen sind die wenigen Phasen, in denen sie auch tatsächlich bewegt und verschoben werden. Mögen sie auch sonst ein bewegtes Leben haben, so beruht ihre Existenz und Identität doch eher auf dem Gegenteil von raschem Ortswechsel und unruhiger Betriebsamkeit: als gediegene Zentren in Wohnräumen dienen sie der Rast und Entspannung und auch wenn sie in Geschäftsetagen stehen oder etwa im Zusammenhang hochpolitscher Verhandlungen Verwendung finden, signalisieren sie immer noch eine quasi private und familiäre Atmosphäre. Gegenüber Sesseln ermöglichen sie neben dem Sitzen auch das Liegen und Schlafen als Rückzugsmöglichkeiten in eine alltagsbefreite Selbstvergessenheit. Sie besitzen also zutiefst verinnerlichte Eigenschaften entschleunigender Art, denen Trattner mit seinen Fahrten und Aktionen konterte. Genau genommen waren es gar keine Sofas, sondern Skulpturen aus Schaumstoff, die in idealtypischer Geometrie Sofas ähnelten und wie solche benutzt wurden. Abstand genommen wurde von echten Sofas und deren konventionellen Raumzuordnungen, um damit im buchstäblichen und übertragenen Sinn eine Distanz zu erzeugen, von der aus ein geschärftes Beobachten und Beobachtetwerden möglich wurde.

Vorwort: Josef Trattner – Sofafahrten Rainer Fuchs


Inhalt 2

Agieren aus der Lust – Ein Interview mit Josef Trattner Vitus Weh

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Biografie

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Impressum

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Bildindex

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Foam Sweet Foam Ulrike Juza

66 Sofa Zuzana Blahutová 72

Ein Mann, ein Hund, ein ziegelrotes Sofa Thomas Glatz

98 der geschichtenerzähler Josef Haslinger 110 Sehr geehrter Herr Trattner Christoph Simon 130 Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco 138 Wozu? Aleš Šteger 170 Red Murder Christian Sinicco 182 Das rote Sofa Ana Brnardić 202 Englische Übersetzung

Inhalt


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Agieren aus der Lust – Ein Interview mit Josef Trattner

Vitus Weh

16. April 2010: Josef Trattner empfängt mich in seinem Dachatelier im 6. Wiener Gemeindebezirk. Im gleichen Gebäude ist die lokale Volkshochschule stationiert, groß prangt „Haus der Begegnung“ an der Fassade. Um die Adresse zu finden, kann man sich daran orientieren, denn auch im künstlerischen Schaffen von Josef Trattner geht es um Begegnungen: um Dialog, um gemeinsames Denken, Essen und Trinken. Dafür schafft er die be­sonderen Situationen, dafür stellt er geeignete Möbel und Materialien zu Verfügung und sucht sich Partner (Musiker, Literaten und Philosophen, Firmen, Grafiker, Sammler und Fans), die sich mit ihm zusammen auf den Weg machen wollen. Im heutigen Gespräch soll es um ein von solchen Begegnungen geprägtes Langzeitprojekt gehen: Trattners Sofa-Reisen. Mittlerweile haben bereits neun solcher Reisen stattgefunden. Im Vorfeld dazu nahm Josef Trattner Kontakt mit unterschiedlichen internationalen Literaten auf und schilderte sein Vorhaben, mit ihm oder ihr und gemeinsam mit einem ziegelroten Schaumstoffsofa einen Tag in ihrer Stadt verbringen zu wollen: Das Sofa würde man durch die Stadt tragen und an von den ansässigen Autoren ausgewählten Plätzen aufstellen, man würde Platz nehmen und mitein­ ander reden, die Situationen fotografieren und der Literat / die Literatin sollte anschließend einen Text produzieren, eine Geschichte erfinden, in welcher das in der Stadt zurückgelassene Objekt ein Fort­leben entwickeln oder sonst wie reflektierend das gemeinsam Erlebte verarbeitet würde. Hatte man sich schließlich auf das Prozedere, einen Termin und einen Treffpunkt geeinigt, schnallte Trattner ein Schaumstoffsofa auf sein Auto und fuhr los. Die Reisen führten ihn nach Wien (Ulrike Juza), Bratislava (Zuzana Blahutová), München (Thomas Glatz), Leipzig (Josef Haslinger), Bern (Christoph Simon) Turin (Beppe Tosco), Ljubljana (Aleš Šteger), Triest (Christian Sinicco) und Zagreb (Ana Brnardić).

(Vitus Weh) Im Bereich der Bildenden Kunst ist es selten, dass man sitzt. In der Regel steht man: sowohl beim Betrachten von Kunstwerken als auch beim miteinander Plaudern bei den Ausstellungseröffnungen. Bei deinen Sofa-Reisen ging es jedoch stark ums Platznehmen. Inwiefern ist das dann überhaupt Kunst? (Josef Trattner) Ob meine Aktionen als Kunst wahrgenommen werden, ist mir eigentlich egal. Vielleicht nicht ganz, denn sonst würde ich ja nicht mit Leuten wie dir oder Rainer Fuchs zusammenarbeiten und Bücher über meine Arbeiten publizieren. Grundsätzlich ist diese Frage ein Bestandteil meiner Aktionen. Denn es sind ja alle Beteiligten, wenn der Künstler nicht mehr selbst Hand anlegt und die Objekte sich im Nichts auflösen, auf eine Selbstbefragung zurückgeworfen. Die Situation, die bei den Sofa-Gesprächen entsteht, unterscheidet sich natürlich von den angesprochenen Situationen im Kunstalltag. Man steht nicht sinnierend vor einem unantastbaren Werk, sondern benutzt zunächst einmal ganz pro­fan ein Ding. Und zwar in der Weise, die das Objekt selbst vorgibt. Ein Objekt, das sich als Sitzgelegenheit zu erkennen gibt, fordert ganz simpel dazu auf, Platz zu nehmen. Diese Aufforderung kann vom Raum und Rahmen der Kunst allerdings wieder konterkariert werden – wenn sich ein Museumsbesucher etwa auf einem ausgestellten Sitzobjekt von Franz West niederlässt, ist mit ziemlicher Sicherheit sofort ein Museumswächter zur Stelle, der ihn aufscheucht. Man wird dazu angehalten, das Ding als das anzuerkennen, was der Kontext aus ihm macht: ein Artefakt, das nicht zu berühren ist. Deshalb agiere ich lieber außerhalb des Aus­ stellungsraumes. Hier gibt es diese Berührungsgrenzen und Normen der Kunstbetrachtung nicht. Allerdings gehen von meinen Sofa-Projekten auch gewisse Unsicherheiten und Irritationen aus. Die Stücke sehen ja nicht aus wie normale Sofas. Das Füllmaterial, das normalerweise von Stoffbezügen verdeckt ist, tritt bei ihnen ganz unverhüllt hervor. Dazu kommt, dass die Sofas in einem Umfeld auftauchen, in dem man sie nicht erwartet. Ein Sofa ist ein privates Ding, ein Gegenstand, der dem privaten Wohnraum zugeordnet ist. Ein Schaumstoffsofa, in der Stadt platziert, bringt Privates in den öffentlichen Raum. Was interessiert dich daran, solche abnormalen Situationen herzustellen? Was mich daran interessiert, sind mehrere Dinge: Zunächst einmal bin ich neugierig auf die Aneignung

Agieren aus der Lust – Ein Interview mit Josef Trattner Vitus Weh


3 dieser Fremdlinge; also darauf, ob und von wem das Angebot zu sitzen angenommen wird, auf welche unvorhersehbare Arten und Weisen die Schaumstoffblöcke benutzt und spielerisch bearbeitet werden. Meine Aktionen bieten in gewisser Weise ein Testgelände für soziales Verhalten. Interessant ist, dass sich je nach Kontext – ob nun Alm, Supermarkt, Fußgängerzone oder Ausstellungsraum – ganz unterschiedliche Reaktionen realisieren. Wenn ich Gelegenheit dazu habe, spreche ich auch mit den Leuten: darüber, warum sie die Sache aufregt, was sie dazu bewegt oder abhält, die Blöcke in Besitz zu nehmen, was sie dabei finden, wenn die Objekte zerfleddert werden. Für mich ist interessant zu sehen, welche Nutzungsformen entstehen. Von der profanen Nutzung, wenn Leute müde sind und sich in der Hektik des Stadtlebens auf dem Sofa für einen Moment Ruhe gönnen, bis zum mutwilligen Zerstörungsakt ist alles drin. Es lässt sich auch eine Menge über Einstellungen zur Kunst erfahren. Wenn die Sofas länger stehen, dokumentiere ich auch den Veränderungsprozess, der über Witterung und Umgang herbeigeführt wird.

Leidwesen der Reinemacher, durch die Bearbeitungswut der Bevölkerung auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. 1997 habe ich in Steyr, Oberösterreich, große Schaumstoffrohlinge in eine ehemalige Industriehalle transportieren lassen und das Publikum aufgefordert, sich mit StanleyMessern ihre eigenen Sitzobjekte und Kunstwerke zu produzieren. Ein Jahr später platzierte ich in Tirol neun verschiedenfarbige, bereits industriell zugeschnittene Schaumstoffsofas im Gebiet um den Seebensee. Die Vorbereitung dafür war ziemlich aufwendig und in mancherlei Hinsicht bizarr – etwa Gutachten anfertigen lassen, dass die Kühe beim Fressen des Materials nicht tot umfallen. Ein Jahr standen die Sofas dann zwischen Latschen, am Wasser oder mitten in Geröllhalden als eine Einladung an die Wanderer, Rast zu tun, aber auch über das Verständnis von schöner Landschaft zu sinnieren. In den Bergen auf circa 1.600 Meter Seehöhe waren die Sofas durch ihr Material und ihre Farbe natürlich Fremdkörper. Zunehmend verwitterten sie und wurden von Wanderern devastiert. Einige Bewohner Ehrwalds waren über den „Müll“ in der schönen Landschaft sehr erbost, wie überhaupt das Unkontrollierte und Unkontrollierbare solcher Aktionen bei vielen Menschen Angst und Ärgernis ausgelöst hat.

Schaumstoff ist ein Material, das dich in deiner Arbeit schon länger begleitet. Wie hat das angefangen? Ich habe früher vor allem Gips- und Bleiskulpturen produziert. Beim Schaumstoff haben mich zunächst der Unterschied zu den klassischen bildhauerischen Materialien, seine Weichheit und Farbigkeit, aber auch seine Vergänglichkeit und seine völlig anderen Bearbeitungsmöglichkeiten fasziniert. Meine ersten Experimente haben mir damals auch Kritik und Unverständnis von arrivierten Kollegen eingebracht. Roland Göschl hat mir etwa wohlmeinend geraten, diesen Irrweg zu verlassen und wieder ordentliche, das heißt dauerhafte und verkaufbare Skulpturen zu produzieren. Natürlich ist es anders gekommen. Die rasche Veränderung von Farbe und Form, das Prozessuale wurden für mich immer mehr zum Thema. Schließlich habe ich den Schritt getan, die Objekte ganz dem Publikum zu überlassen. In gewissem Sinn habe ich den Akt der künstlerischen Formgebung an das Publikum delegiert. Im Zuge einer Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum habe ich 1994 auf dem Hauptplatz in Amstetten einen von mir völlig unbearbeiteten, direkt aus der Fabrik angelieferten Schaumstoffrohling platziert. Er hat vom Kinderspielplatz, über den Treffpunkt für Jugendliche bis zur Liebesstätte für so ziemlich alles hergehalten. Nach einigen Wochen war er, zum

Ein Publikumserfolg hingegen war 2002 deine Schaumstoffmöblierung im Wiener MuseumsQuartier. Seitdem wird das MQ ja alljährlich möbliert. Siehst du das als Langzeiterfolg? Meine Überlegung war es, diesen etwas leer und unbelebt wirkenden Raum mit Schaumstoffblöcken zu möblieren, um eine stärkere Nutzung herbeizuführen, eine Art Wohnraum daraus zu machen. Diese Idee schlug ich der MQ-BetriebsgmbH vor. Das Publikum hat die Möbel dann sehr schnell in Gebrauch genommen, ist darauf rum gelegen, rumgehüpft oder hat die Blöcke gestapelt. Plötzlich war das Areal wie wach geküsst. Die mit Latexfarbe überzogenen Styroporblöcke, die nun sommers alljährlich die MQ-Höfe füllen, sind der Idee der Möblierung nachempfunden, aber nicht so anarchisch, erlauben nicht mehr diesen sinnlichen Zugang. Freilich sind sie witterungsbeständiger, langlebiger und fügen sich der proper-designten Umgebung ein. Es gibt keinen Kontrast, keinen Schmuddel- und Störfaktor mehr. 2003 warst du dann eingeladen, anlässlich des europäischen Kulturhauptstadtjahres die Grazer Innenstadt großzügig zu möblieren. So wie schon 1999 die Möblierung des St. Pöltener Regierungs-

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4 viertels zeigte dieses Projekt aber eher die Grenzen von Kunst im öffentlichen Raum auf: Zerstörung, Verschmutzung und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit waren Grund genug, das Projekt frühzeitig zu beenden. Waren die in Graz gemachten Erfahrungen ein Grund, dich seitdem verstärkt intimeren Situationen zuzuwenden? In Graz wollte ich ursprünglich außerhalb der Stadt arbeiten und Sofas auf umliegenden Hügeln und Gebirgskuppen platzieren. Also dabei sein, ohne wirklich dabei zu sein. Allerdings habe ich dann dem Intendanten nachgegeben und mit den „Metasofas“ die Grazer Innenstadt bespielt. Die Anziehungskraft der Schaumstoffblöcke auf Punks und zum Alkohol neigende Obdachlose sowie die fortschreitende Abnutzung haben dann für eine rasche Beendigung gesorgt. Dieses Projekt war für eine Kulturhauptstadt nicht „sauber“ genug. Bei dem Projekt in St. Pölten lief es ähnlich, nur wurde hier das Projekt durchgezogen. Die Verantwort­ lichen haben sich trotz aller Schwierigleiten zu dem Projekt bekannt. Aber der frühzeitige Abbruch des Grazer Pro­jektes war nicht auslösend für die kontrollierte Dimension meiner jetzigen Schaumstoff-Aktionen. Ich habe mit meiner „Verfallskunst“ die Frage aufgeworfen, was Kunst in öffentlichen Konsumzonen überhaupt kann und soll. Jetzt geht es mir einerseits um eine gewisse Nützlichkeit – in Kremsmünster waren „Sofa-Gespräche“ beispielsweise der Anlass, dass Bürger und Politiker einer Stadt gemeinsam mit Künstlern und kritischen Zeit­ genossen zusammensitzen und über die Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Stadt diskutieren. Ich denke, dass dieses Projekt einiges bewirkt und die Kommunikation vor Ort angeregt hat. Anderseits geht es mir ganz einfach darum, ein lustvolles Leben zu führen. Es macht mir Spaß, auf meinen „Sofa-Reisen“ interessante Menschen kennenzulernen und mit ihnen einen ver-rückten, dem Alltag enthobenen Tag zu verbringen. Natürlich möchte ich auch die Welt auf eine etwas andere Art bereisen. Für die Sofa-Gespräche auf Reisen hast du deine Gegenüber sehr speziell ausgesucht. Warum hast du just Literaten gewählt? Mich interessiert zunehmend – besonders seit meiner Ausstellung im Künstlerhaus Wien (K05) – die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen der Kunst. Waren es bei der Künstlerhaus-Ausstellung vorwiegend Musiker, so habe ich mich bei den „Sofa-Reisen“ für LiteratInnen entschieden. Zum

einen, weil sie eine etwas andere Sicht auf die Welt und die Stadt haben, in der sie wohnen. Zum anderen, weil mir vorschwebte, dass mit dem Sofa, das ich ja bei diesen Reisen immer zurücklasse, eine Geschichte angezettelt wird. Mir schien die Vorstellung amüsant, dass meine ausgesetzten Sofas ein Leben „danach“ entwickeln. Ein Fortleben, das man sich, wenn Spuren nicht mehr nachverfolgbar sind, auch erfinden und ausdenken kann. Wer wäre dafür besser geeignet als Schriftsteller? Wie haben sich die Kontakte ergeben? Und was habt ihr vor Ort dann jeweils gemacht? Die Kontakte und Orte haben sich meist zufällig über Freunde ergeben. Ich habe weder ein bestimmtes Konzept bei der Auswahl der Städte verfolgt noch nach großen Namen gesucht, also das Projekt bewusst unter egalitären Vorzeichen betrieben. Weniger bekannte Autorinnen und Autoren kommen so neben bekannteren zu stehen. Bei den Sofa-Reisen, wo eine mit ihrer Stadt vertraute Person die Aufstellungen übernimmt, bin ich neugierig, wie mir dabei eine Stadt vorgestellt wird. Werden mir touristische Hotspots oder Unorte, wird mir durch Reiseführer bereits Bekanntes oder Unbekanntes vorgeführt? Mit dem Aufstellen eines Sofas wird nicht nur ein Ort markiert, sondern auch, wenn man darauf sitzt, der Blick eingestellt. Darüber spreche ich dann auch mit den Autoren. Das Zusammensitzen und Platznehmen ist fast automatisch daran geknüpft, dass mir eine Menge über den jeweiligen Ort und seine Geschichte erzählt wird. Meine Kontaktpersonen übernehmen die Rolle von Informanten, die es mir ermöglichen, eine Stadt anders zu erleben als ein gewöhnlicher Tourist. Natürlich ergeben sich immer auch spontane Reaktionen von neugierigen Passanten, Gespräche darüber, was Sinn der Aktion ist. Man kommt ganz leicht mit den Menschen ins Gespräch. Einmal ist eine Familie nach Hause geeilt und mit gefülltem Picknickkorb wieder aufgetaucht. Es ist großartig, wenn man so in eine Stadt eintaucht. Die Sofa-Reisen stellen für mich vor allem eine alternative und sehr lustbringende Art des Reisens dar. Hast du vor, deine Sofa-Reisen weiter fortzusetzen? Ich denke schon. Allein das Durchlesen der entstandenen Texte ist doch sehr amüsant. Vitus H. Weh, geboren 1965, seit 2001 Konzep­ tion und Künstlerische Leitung im quartier21, MuseumsQuartier Wien. Kunstkritiker und Aus­ stellungsmacher, u.a. Die Utopie des Designs,

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5 München 1994; Kunst auf der Baustelle, MQ

Josef Trattner

Wien, 1998 – 2001; Global Tools. Design im Zeitalter der Intensivstation, Wien / Helsinki, 2002; re:LEVIATHAN. Visuelle Formierungen von staatlicher Macht, Wien / Düsseldorf, 2003;

Geboren 1955 in Semriach. Studium an der Akademie der bildenden Künste, Wien. Lebt und arbeitet in Wien.

Glanz und Verderben. Prekäre Kristalle in Kunst, Design, Architektur und Mode, Graz / Muerz / Wien, 2009.

Einzelausstellungen und Projekte (Auswahl)

2009: SCHAU(M)STOFF, Kremsmünster 09, Krems- münster; WF/K, Installation, Konservatorium Privatuniversität Wien; T.JAZZ, Installation Husarentempel, Mödling bei Wien, u.a. mit Koehne Quartett und Otto Lechner, Sigi Finkel Quartett; Splitter Temporär, Galerie Splitter, Wien; Dialogue, Performance mit Franz Hautzinger (Trompete), Vienna art week, Künstlerhaus Wien; 2008: Sofa­ fahrt Triest, mit Christian Sinicco, Triest; Colore (di) Vino Piemonte, Museo Carpano, Turin; Weinfarben Schweiz, Schloss Reichenau, Luzern, St. Gallen, Bern, Zug; T.JAZZ, Installation Husarentempel, Mödling bei Wien, u.a. mit Hans-Joachim Roedelius, Sylvie Lacroix, Jon Sass; Sofafahrt Zagreb, mit Ana Brnardić; 2007: Sofafahrt Leipzig, mit Josef Haslinger, Leipzig; T.JAZZ, Installation Husarentempel, Mödling bei Wien, u.a. mit Kammer- flimmer Kollektief, Andy Middleton, Christian Havel; Projekt S.I.T.Z.E.N., Etsdorf; Sofafahrt Bern, mit Christoph Simon, Bern; Sofafahrt Turin, mit Beppe Tosco, Turin; Sofafahrt Ljubljana, mit Aleš Šteger, Ljubljana; 2006: Sofafahrt Bratislava, mit Zuzana Blahutová, Bratislava; T.JAZZ, Installation Husarentempel, Mödling bei Wien, u.a. mit Franz Hautzinger, Max Nagl, Jarrod Cagwin; Sofafahrt München, mit Thomas Glatz, München; Leibnitz, (blind taste), Galerie Marenzi, Leibnitz; Installation O, Intrance, Odeon, Wien; 2005: Bussi T., Jahres­ installation, Schloß Thürnthal, Thürnthal; T.JAZZ, Installation Husarentempel, Mödling bei Wien, u.a. mit Pipe Trio, Bertl Mütter, Otto Lechner; SCHAUM, Installation, mit Tommy Schmidt, program angels, München; Galerie der Stadt Wels, im Medien Kultur Haus, mit Kurt Stadler, Wels; W/farben ROT, In- stallation, Performance Blind Taste, Künstlerhaus Wien; 2004: Sofafahrt Wien, mit Ulrike Juza, Wien; K.05, Künstlerhaus Wien; Projekt Worritsch & Co, Wien; 2003: Raum akut II, Kunstforum Hallein; Projekt Metasofa, Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas, Graz; 2002: Kunsturlaub II, Donnersbach- wald, Steiermark; Projekt Möblierung Museumsquartier, Wien; 2000: Kunsturlaub I, Ehrwald, Tirol; 1999: Josef Trattner: Block out, Museum für Ange- wandte Kunst / MAK, Wien; Projekt Anlauf, Ansitz, Anstand, Regierungsviertel St. Pölten; 1998: Projekt Kunstlandschaft, Ehrwald, Tirol; 1997: Sitzen in Biografie


6 Steyr, Kunsthalle tmp Steyr; 1996: Home instal­ lation, Galerie Cult, Wien; Perfor­mance in foam, Galerie 4 Rooms, Wien; 1995: Pro­jekt Barock in progress, Schloss Eckartsau; In foam, Galerie Menotti, Baden; 1993: Raum akut, Kunstforum Hallein; 1992: Österreichische Galerie, Gustinus; Ambrosi-Museum, Wien; Galerie A4, Wels; 1991: Galerie Posthof, Linz; Kloster Frohnleiten; 1990: Haus Wittgenstein, Wien; 1989: Traklhaus, Salzburg; Secession – Galerie, Wien; 1988: Neue Galerie – Studio; Steirischer Herbst ’88, Graz; 1987: Theseustempel, Akademie der Bildenden Künste, Wien.

Armadio, Künstlerhaus, Salzburg; 1989: Wien – Chicago, Kunsthalle Exnergasse, Wien; IV Dimensione, Palazzo Costanzi, Triest; 60 Tage Österreichisches Museum des 21. Jahrhunderts, Institut für Museologie, Hochschule für Angewandte Kunst, Wien; Reverse Angle, Ludwig Drum Factory, Chicago; 1988: Wandlung der Skulptur, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz; Wien –  Köln – Cult, Galerie Cult, Wien, Köln; Balanceakte 88. Neue Kunst aus Niederösterreich, Kultur­hof Weistrach; Kunst und Archäologie, Ottenstein; 1986: Junge Szene Wien, Secession, Wien.

Gruppenaustellungen (Auswahl)

2009: Tracing Abstract, NÖ Dokumentationszentrum, St. Pölten; 2006: Körper – Raum – Objekt, NÖ Dokumentationszentrum, St. Pölten; ABSTRACT PAPERS, Tresor im BA - CA Kunstforum, Wien; 2004: Neue Galerie, Förderungspreis des Landes Steiermark, Graz; 2003: Support, die Neue Galerie als Sammlung, Neue Galerie Graz am Joanneum, Graz; Meisterwerke der steirischen Moderne, Malerei und Plastik 1918 – 2000, Burg Rabenstein, Steiermark; Edition 0003, Galerie +  Edition Artelier, Graz; 2000: Förderungspreis Bildende Kunst, Kunstraum Palais Porcia, Wien; Skulptur als Möbel – Möbel als Skulptur, Objekte und Grafiken aus der Sammlung der Neuen Galerie Graz, Kloster Frohnleiten; 1999: Stop the Violence!!!, Akademie der bildenden Künste, Wien; 1998: natürlich künstlich. Besichtigung eines hybriden Gebildes, O.K. Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich, Linz; 1997: L/M/S (Skulp­ turen, Objekte), Galerie Menotti, Baden; 1996: Interieur I, Galerie Menotti, Baden; 1995: Ankäufe, Neue Galerie – Studio Graz; The Living Art Museum, Reykjavik; Private plot, Galerie 4 Rooms, Wien; Winterschlußverkauf, Galerie 5020, Salzburg; 1994: Positionen, Galerie Pohlhammer im Museum Industrieller Arbeitswelt, Steyr; Kunstforum Hallein; Kunst-Landschaft, Reihe Statements, Schaupark Erpfendorf; 1, 2, 3, … 50, Galerie im Traklhaus, Salzburg; Skulpturenpark, Hauptplatz Amstetten; 1993: Acht Positionen, Kloster Frohnleiten; A.I. Menschenrechte, Messepalast, Wien; Vor der Wand, Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt; 1992: Tre scultori viennesi, Sala 1, Rom; Art Off, Nacissos, Prag; 1991: Sehen und Sprechen, Haus Wittgenstein, Wien; Volume 6, Produzentengalerie, Kassel; Flugversuch, Vogelpark Schmiding, Wels; 1990: Österreichische Skulptur – Sammlung Erste Allgemeine Generali-Foundation, Secession, Wien; Biografie


Impressum

Texte: Zuzana Blahutová, Ana Brnardić, Rainer Fuchs, Thomas Glatz, Josef Haslinger, Ulrike Juza, Christoph Simon, Christian Sinicco, Aleš Šteger, Beppe Tosco, Vitus Weh Fotografie: Anita Aigner, Andreas Buchberger, Anne Hacket, Maris Liska, Verena Jarosch, Georg Khoss, Ulrike Reinthaler, Simone Schmidt, Josef Trattner Übersetzungen: Ann Catrin Apstein-Müller (Slowenisch - Deutsch), Zuzana Blahutová (Slowakisch -  Deutsch), Chris Clouter (Deutsch - Englisch), Maris Liska (Kroatisch - Deutsch), Ulrike Reinthaler (Italienisch - Deutsch) Lektorat: Chris Clouter, Elisabeth Gölß, AutorInnen Gestaltung: grafisches Büro – Günter Eder, Marcel Neundörfer, Roman Breier in Kooperation mit Kristin Metho Druck / Bindung: Drukkerij Slinger, Alkmaar /  Hexspoor, Boxtel Auflage: 600 Dank an Eurofoam und alle Teilnehmer.

Herausgeber: Schlebrügge.Editor Museumsplatz 1, quartier21 / MQ, 1070 Wien, Austria, www.schlebruegge.com Vertrieb außerhalb Österreichs: Vice Versa, Berlin © 2010, Josef Trattner, AutorInnen und FotografInnen. ISBN: 978-3-85160-179-4 Gedruckt und gebunden in den Niederlanden. Alle Rechte vorbehalten.

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Verena Jarosch

Anne Hacket

Maris Liska

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(I) 2 – 5, 7

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(II) 1 – 7, 9, 11, 13 – 15

(II) 2 – 6, 8 – 13, 15

(III) 8

(III) 2, 3, 5 – 7, 10, 11, 13 – 15

(III) 1, 2, 4 – 6, 9, 12 – 14 (IV) 10

Georg Khoss

Josef Trattner

(II) 2 – 5

(II) 8, 10, 12

(III) 2, 3, 5, 6, 14

(III) 1, 4, 8, 9, 12

Josef Trattner (I) 1, 6, 8 – 15 (II) 1, 7, 14

Simone Schmidt

Trn

(III) 3, 7, 8, 10, 11, 15

(I) 4, 5, 7 – 10, 11, 13

Ulrike Reinthaler

(IV) 1 – 9, 11 – 15

(II) 6, 7

(I) 8, 11, 12, 14 (II) 3 – 5, 11, 13

Dank an alle FotografInnen.

Josef Trattner

(III) 6, 8, 13

Die Abbildungen sind numeriert

(I) 1 – 3, 12, 14

(IV) 1 – 7, 15

von links nach rechts.

(II) 1, 8 – 13, 15 (III) 1, 4, 7, 9 – 13, 15

Josef Trattner

Bra

(II) 1, 2, 6 – 10, 12, 14, 15

(I) 1 – 7, 9, 10, 13, 15 Andreas Buchberger

(III) 1 – 5, 7, 9 – 12, 14, 15

(I) 1 – 6, 8 – 15

(IV) 8 – 14

(II) 1 –15 (III) 1 – 6, 11 – 13

Lju Anita Aigner

Josef Trattner

(I) 1 – 15

(I) 7

(II) 1 – 7, 14, 15

(II) 7 – 9, 14, 15

(III) 3 – 6, 8 – 11, 13 – 15 (IV) 2, 4, 5, 7, 9, 10, 12 – 15

Muc Anita Aigner

Josef Trattner

(I) 1 – 10, 12 – 15

(I) 11

(II) 1, 2, 5, 6, 10, 12, 15

(II) 8 – 13

(III) 1 – 8, 12, 15

(III) 1, 2, 7, 12 (IV) 1, 3, 6, 8, 11

Josef Trattner (I) 11

Trs

(II) 3, 4, 11, 13, 14

Anita Aigner

(III) 9, 11, 13, 14

(I) 3 – 6, 8, 9, 11 (II) 1 – 4, 6 – 9, 11 – 15

Lei

(III) 4, 6 – 9, 11, 12, 14, 15

Georg Khoss (I) 3, 5, 6, 9, 12, 13

Josef Trattner

(II) 11, 12, 15

(I) 1, 2, 7, 10, 12 – 15

(III) 2, 3, 6, 7

(II) 5, 10 (III) 1 – 3, 5, 10, 13

Josef Trattner (I) 1, 2, 4, 7, 8, 10, 11, 14, 15 (II) 1 – 10, 13, 14 (III) 1, 5, 8, 9, 11 – 15 Unbekannt (III) 4

Bildindex / Fotografie


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Sofa: Wien / Vienna

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als wären gar keine mauern. die elemente ­schleichen sich da heroben durch alles durch wie unten in der stadt die emotionen zwischen den menschen. mit logik geht da nichts mehr. nur mit dem herz. also, da heroben steht ein hotel. auf 484 metern. genau gesagt das hotel Kahlenberg. aber nicht so. man hat das längst mit brettern vernagelt, einen teil zumindest, und manchmal steigen leute ein, über schleichwege einen raum zu besitzen, den es gar nicht mehr gibt. alles dahin. auf terrassen wachsen birken, in mosaikkacheln gras, wo türen waren, bauscht ­ der wind die plastikplanen und bläst einen mit in ausgemergelte zimmer aus mauern, die aus sich selber quellen, ihre stromleitungen nach außen tragen und die dübel, denen die seifenschalen entrissen sind. die wände wachsen zusammen, und eigentlich lösen sie sich auf. der schnee vor ostern schmilzt gerade, rinnt die verbliebenen flächen hinunter, die letzten verbeulten jalousien klappern an den fensterrahmen, das raschelt, tropft und redet miteinander. und dann doch alles still. ein paar gefallene lamellen liegen erschöpft im saal am boden und hören zu, geben sich dem gedanken der auflösung hin. das ganze desolate, schleißige und schäbige schöne erzählt von der vergänglichkeit der dinge, und an der glasfront vorn steht ein neues sofa aus schaumstoff. es steht da seit dem nachmittag, ein dreiersofa, und es ist nacht. eine feinsinnige frau kommt herein, man könnte sie als schön empfinden. sie sucht abstand. sie kennt sich nicht mehr aus, ihr leben ist nicht mehr, was es war und noch nichts anderes. sie sieht es, setzt sich auf die lehne, und das sofa fällt um. es kippt. es ist nicht schwerer als eine seele von einem sofa. schaumstoff ist mehr die luft dazwischen. sie liegt auf dem abgewetzten teppich und sieht durch die zerbrochenen scheiben unten die stadt. links die Donau, rechts der neunzehnte bezirk, im hintergrund die innere stadt. jetzt muss man wissen, der Kahlenberg liegt am stadtrand und auf dem stadtplan von Wien auf zwölf uhr. mehr oder weniger. er hieß früher Sauberg, als noch der Leopoldsberg Kahlenberg hieß, bis auf dem die kirche St. Leopold errichtet wurde. und die Kahlenbergkirche wurde in Polenkirche umbenannt, als kaiser Leopold I. mit dem Polenkönig Sobieskij Wien von den türken befreite, das hat dann auch indirekt zu tun mit der geschichte des kaffeehauses. ist aber jetzt nicht wichtig. da kommt einer, der ist irgendwie berserker und viel gefühl. nicht so kavalier, eher künstler, aber nicht uncharmant, groß und dünn, einen weiFoam Sweet Foam Ulrike Juza


43 ßen schmalen nacken, den sieht man, weil er immer etwas zu boden blickt. der größe wegen. nicht wegen demut oder traurig. er freut sich an den dingen und orten. er sieht zuerst das sofa, denkt, das würde sich im schmelzwasser und in der zeit auflösen, zerbröseln, wer weiß, welche form annehmen, dann sieht er die frau. er beugt sich hinunter, guten abend. sie sitzen in der lehne auf dem boden, er redet vom sitzen. alles eine frage des inneren gleichgewichts. man muss in sich selber sitzen, quasi im becken, und nur atmen. im schlendrian zum beispiel ist auch so eine natürliche innere balance, ein passieren lassen, da steckt auch urvertrauen drin. er legt den arm um die sitzfläche, die jetzt lehne ist. so ein schaumstoff, sagt er, ist nachgiebig. aber auch stur. eine masse wird aufgestrichen, aufgeschäumt, geht hoch. er mag den schaum. wo wohnst du? – bisher in Prag. – wie bist du da hergekommen? – mit dem 38 A. – und wem gehört das? – niemand. er hilft ihr hoch, nimmt das sofa und fixiert es am dach von seinem BMW. überschlagen wäre jetzt kein problem. aber er lässt das auto gemütlich hinunterfallen auf den serpentinen durch den wald. sie landen in der ebene, rollen zwischen den schlafzimmern von reichen sodawasserfabrikantenwitwen durch das Cottage, die parks um die villen finster, eine eule auf einem zaun, und sitzt und schaut. das sofa zittert leicht in der frühlingsnacht, und unten am Gürtel stehen die huren mit fast nichts auf der haut und träumen von warmen roten sofas aus plüsch drin im etablissement. er schaut kurz auf die seite und fährt geradeaus weiter, aber eigentlich eine schleife. der mond wirft ihren schatten auf die mauern der Wienzeilenhäuser. so gleitend sieht er außerirdisch aus. das liegt aber nicht an der kosmischen energie, die in der stadt ist. der Ring umgibt die innenstadt wie ein herzbeutel. er fährt ihn ab zur hinterseite, bis ihn der muskel hineinzieht bei der nächsten kontraktion. am Salzgries bleibt er stehen. das sofa riecht nach nachtluft, jede pore voll gepumpt. sie nehmen es vom dach und tragen es zur Ruprechtskirche. das ist sein lieblingsplatz. der kirchenraum ist zu. drinnen die hölzerne skulptur des Rupert aus dem vierzehnten jahrhundert ist anatomisch nicht richtig, die hände setzen ohne arme gleich am körper an. draußen macht das sofa einen raum. die zwei legen sich hinein in das gebiet des römischen Vindobona, in die anfänge der stadt an die ältesten erhaltenen mauern, die noch in gebrauch sind, sie legen sich

jeder in eine hälfte, oberkörper waagerecht, arme angelegt, beine senkrecht, füße am boden. in der früh schlagen die glocken über der stadt zusammen. sind sie beinern und kalt. sie pendeln durch innenstadt, ihr schlottern die beine, sie möchte den schwerpunkt der stadt finden. sie gehen auf einen warmen kaffee in die Aida und zwei kardinalschnitten. in die Virgilkapelle hätte sie gern das sofa gestellt, unter der erde, zwischen die u-bahnen in eine nische. oder in die bedürfnisanstalt unter den hintern der klofrau am Graben. sie setzen sich an die pestsäule. sie glaubt, die Augustinerkirche wurde dem lieben Augustin geweiht, weil er eine nacht in der pestgrube überlebt hat. da kommt einer über den Graben, ein sofa auf dem kopf. es werden schon ein paar darauf gesessen sein. schöße und gesäße von fremden körpern mit vielen gefühlen drin, die sie erst gut unterdrücken und dann stark abreagieren. vielleicht auch ein paar asylwerber aus Kamerun und Nigeria, die sonst froh auf der wiese am Heldenplatz liegen und die gesetze und den ernst aufweichen. jetzt möchte man wissen, ob das klima im inneren des sofas das der körper aufnimmt. sie folgen ihm durch den Trattnerhof. dabei ist das gar kein hof, eher eine gasse zwischen zwei häusern, ist man mit vier schritten durch, und dann in eine bar. das sofa steht neben dem piano. an dem sitzt einer, der hat die musik als seinen lebensmittelpunkt gewählt. er spielt ihr etwas vor, es klingt nach rhythmischer freiheit, die ist unerlässlich. er modelliert ihr eine melodie über dem grundpuls, das verzögern und beschleunigen kommt aus ihm selbst und dem innersten der musik. er ist ein doppelcharakter aus vernunft und suche. er bewegt sich in den zusammenhängen, er denkt nicht von a zu b, sondern an die relation der beiden und vielleicht zu einem c. er hat so eine art, in die welt zu gehen. damit kann er sich leicht herumbewegen und integrieren. er schaut sie an und es spielt sich alles ein. er nestelt an ihrer bluse, sie rutscht aus den textilien und es ergibt sich etwas fürs herz. es geht ihr gut. so balance zu zweit. das sofa steht im zimmer wie eine frau, die gerade aus ihrem kostüm gestiegen ist. pur. geradlinig, klar dargelegt in ihrer architektur. oder eine seele, die aus alten gewohnheiten und dem normenkorsett schlüpft, das schwere ablegt, wie die stadt. sie öffnet sich und ist außen nichts anderes als innen, ziegelrot. lässt in die seele wieder luft, macht sich verletzbar. man könnte ihr löcher herausreißen und sie schreit nicht. keine angst.

Foam Sweet Foam Ulrike Juza


44 sie nehmen es mit in den stadtpark, ein paar tage später. im teich sind enten, eine taucht schon zu lang. er geht hin, das ist ein igel, der ins wasser gefallen ist. er holt ihn heraus, der igel rennt davon. im freien aufgestellt, schafft ein schaumstoffsofa den tieren lebensraum und hält sie warm. hausen schlangen unter ihm und igel, und es selbst verwest, verwittert, wird selber landschaft. sie sagt, der wind in der stadt ist kolossal. wenn der weiter so bläst, sind wir bald verblasen. mauerlos. haltlos. ortlos. da, wo die stimmungen zwischen den menschen rieseln und sie sich hineinlassen. ineinander, in neue geschichten, sich bewohnen wie ein sofa, eine stadt oder einen moment. im runden spiegel vor dem MAK sieht man die arithmetik und geometrie im leben der stadt. aber dazwischen auch die möglichkeitsform, die alles lebendig macht. wo die geschichten einen dreh bekommen, nicht mehr wissen, wie sie weiter gehen, kurz noch formelhafte verse ausprobieren und dann loslassen, nur noch sind. da überholt die einserlinie am Stubenring die autos. sie sinken ein wie blei, unfahrbare objekte. könnte sein, auf dem Ring liegt ein schaumstoffbelag. da sitzt einer im BMW, kommt nicht weiter. er. er steigt aus. die züge der bim sind männlich, aber zu schmal die türen. sie fahren mit dem taxi hinten hinüber nach links hinauf richtung neun uhr. würde ein regen über die stadt herab stürzen, würde der schaum auf dem taxidach sich ansaufen, relativ schnell. er würde zu den fenstern hinabhängen, und sie würden ihn nicht auswinden können. aber das alles tut es nicht. aber alles ist auch das, was es nicht ist, und das, was nicht mehr stadt ist, das ist auch Wien. im raum und in der zeit, das darunter, dahinter und dazwischen. die wälder rundum, die zwergelefanten an der Donau in der urzeit, wo sie wild war, viele wasser, wasserfälle. das ist immer noch da, im fluidum. nur lebenszeitmäßig haben wir es versäumt. also ringelspiel. einer steigt aus in eine andere schicht, ein neuer ein, immer gut gemischt. sie kaufen essen auf dem brunnenmarkt, einen wein beim heurigen am ende vom J, die Gallitzinstraße steil hinauf. am schmalen gittertor zu den Steinhofgründen schicken sie das taxi weg. wilde wolken da, bäume und drachen stehen in die graugrüne luft, menschen gehen lautlos über die weite hochebene, vorbeigezogen wie ein traum von spazierenden und spielenden und wiesen. der friede. hinten beim sanatorium auf der kapelle glänzt die goldene kuppel, vor ihr stehen vier magere engel, und links und rechts sitzen zwei starke heilige

männer in kubischen grünen fauteuils mit goldenen spiralen drauf. die drei heben das sofa am baugerüst hoch, stellen es zwischen die möbel der männer und richten sich ein. sie schaffen sich eine beobachterposition auf die stadt, wie die vielen engel, die auf sie schauen, die doppeladler und die tauben und der Herrgott. finster wird es. sie essen und trinken. dann schweigen sie und schauen hinunter. die frau sieht, sie ist ein bisschen verrückt wo angekommen. die stadt hat sie aufgehoben, mitgenommen und ein stück neben sich abgesetzt. in so etwas wie wohnzimmer. sie zündet sich eine zigarette an und das sofa leuchtet auf. stille nacht. und irgendwann rosig. zwischen den bäumen, in der loggia von pavillon 22 wandern schon ein paar seelen herum, die keine ruhe finden, es ist ein morgen, an dem die müllmänner unten in der stadt einander die wangen küssen. und drüben am Kahlenberg fahren die bagger auf und reißen das hotel ab.

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Ulrike Juza wurde am Weihnachtstag 1967 als Tochter eines Rauchfangkehrers geboren. Sie lebt und arbeitet als Werbetexterin und Schriftstellerin in Wien und im niederösterreichischen Alpenvorland.


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Sofa: Bratislava

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Zuzana Blahutovรก, Josef Trattner

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Sofa

Josef hatte mich angerufen, dass er gerne zusammen mit Sofa nach Bratislava kommen würde. „Hättest du Lust, uns zu begleiten, uns Bratislava zu zeigen? Hast du überhaupt am Freitag Zeit? Ich würde gerne für Sofa ein paar interessante Plätze finden. Es handelt sich um nichts Aufregendes, wir werden zusammen eine angenehme Zeit verbringen“, hatte mir Josef mehrmals versichert. „Es wäre schön, wenn aus unserem Treffen ein literarischer Text entstehen könnte. Sofa werden wir auf einem ausgewählten Platz zurücklassen, wir suchen uns dann in Bratislava ein angenehmes Restaurant.“ „Sadist oder Frauenheld?“, überlegte ich. Josef beschloss, dass Sofa auf dem Dach seines Autos reisen würde. Eine Dame drängelt sich doch nicht zusammen mit drei Männern in die beengte Kabine eines Autos! Die Fahrt von Wien nach Bratislava dauerte zweimal so lang wie normal. Die große Last auf dem Dach verhinderte eine schnellere Fahrt. Sofa lag gemütlich und zufrieden auf dem Dach des Automobils, es störte sie nicht, dass die Gurte an manchen Stellen in ihren weichen Körper einschnitten. Sie übersah, dass sich auf ihrem Körper eigenartige Jahresringe

Zuzana Blahutová

Sofa Zuzana Blahutová

Sofa

Jozef mi zavolal, že by rád spoločne so Sofou prišli do Bratislavy. Mala by si chu sprevádza nás, ukáza nám Bratislavu? Máš vôbec v piatok čas? Rád by som pre Sofu našiel pár zaujímavých miest. Nejde o nič náročné, strávime spolu príjemný deň, ubezpečoval ma Jozef niekokokrát. Bol by som rád, keby o našom stretnutí vznikol krátky literárny útvar. Sofu potom zanecháme na vybranom mieste a pôjdeme do nejakej peknej bratislavskej reštaurácie, dodal. Sadista či sukničkár? pomyslela som si. Jozef sa rozhodol, že Sofa bude cestova na streche jeho osobného auta, dáma by sa predsa nemala tlači spoločne s troma chlapmi v stiesnenom priestore kabíny. Cesta z Viedne do Bratislavy trvala dvakrát dlhšie ako za normálnych okolností. Veká záaž na streche im znemožnila ís rýchlejšie. Sofa sa spokojne rozvaovala na streche automobilu, neprekážalo jej, že popruhy sa miestami zare­- závali do jej mäkučkého tela. Ani si nevšimla, že na ňom navždy vytvorili akési svojrázne letokruhy. Odpor silného vetra ju tešil, vedela, že neuletí a tak si ho užívala plnými dúškami. Natešená, že ide na výlet v nečakanom okamihu neodhadla situáciu

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Sofa Zuzana Blahutová


67 gebildet hatten. Der Widerstand des starken Windes bereitete ihr Freude, sie wusste ja, dass sie nicht wegfliegen konnte, so genoss sie ihn in vollen Zügen. Angeheitert von dem Ausflug, unterschätzte sie im unerwarteten Moment die Situation, presste mit ihrem imposanten Hinterteil gegen die Antenne des Daches und riss sie aus Versehen um. „Warum habe ich sie nur nicht auf den Gepäckträger gesetzt?“, lamentierte Josef, in der Hand einen Teil des abgebrochenen Kunststoffs haltend. Später im Restaurant „Slovak pub“ konnte er sich diese Nachlässigkeit noch immer nicht verzeihen, nicht einmal nach ein paar Bieren. Sofa hatte ich mir ganz anders vorgestellt: auf grazilen dünnen hölzernen Beinchen, eher im Biedermeier-Stil, bedeckt mit dickem Samt und mit Zwecken bestreut – eine unnatürliche Schönheit. Vor mir auf dem Dach lag aber etwas, was eher einem Bauklotz ähnelte. Definiertes Nichts. Unsere Autos fuhren los. Josef folgte mir mit Sofa auf dem Dach. Im Rückspiegel beobachtete ich von Zeit zu Zeit skeptisch Sofa, die mit ihren Hüften unbekümmert von einer auf die andere Seite schwang. „Eher ein Rasseweib als eine Schönheit“, dachte ich.

Wir kamen zum Parkplatz, der zur Burg gehört. Josef befreite Sofa liebevoll aus den dünnen Gurten, fuhr mit seinen Händen über ihren weichen Körper, um zu kontrollieren, ob die Gurte sie nicht verletzt hatten – genau so, wie eine Affenmama durch das Fell ihrer Kinder fährt, ausdauernd, von Punkt zu Punkt. Ich wagte, Sofa das erste Mal zu berühren; schloss die Augen, fühlte unter meinen Händen eine kompakte Masse. Meine Finger glitten über ihren ganzen Körper, fühlten kleine Unebenheiten, maschinell gesäuberte scharfe Kanten ihres Körpers führten mich, gaben Sicherheit. Ich stellte mir einen Meeresschwamm vor: Wenn Sie ihn ins Wasser tauchen, lebt er plötzlich auf, seine Struktur ändert sich im Wasser wie ein Chamäleon. Sie freunden sich mit ihm an, erlauben ihm, über Ihren Körper zu streichen, knüpfen ein intimes Verhältnis, er weiß über Sie alles, in diesem Moment stellt er für Sie Sicherheit und Zufluchtsort zugleich dar. Wenn er austrocknet, ist er wieder so ein stummes definiertes Nichts. Sie aber wissen schon, was sich dahinter verbirgt, erinnern sich an das Gefühl, das Sie beim ersten Kuss spürten. Es war so etwas Eigenartiges, nicht Definierbares, geradezu Sofa

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tak, ako ke opičia matka brázdi kožúškom svojich detí, vytrvalo, bod po bode. Odvážila som sa Sofy prvýkrát dotknú. Zatvorila som oči, pod rukami som cítila kompaktnú hmotu. Brušká prstov kĺzali po jej tele, cítili drobné nerovnosti, strojovo začistené ostré hrany jej tela ma viedli, dávali mi istotu. Predstavovala som si morskú špongiu, ktorú ke namočíte do vody, náhle ožije, jej štruktúra sa vo vode mení ako chameleón, spriatelíte sa s ňou, dovolíte jej kĺza po vašom tele, nadviažete intímny vzah, vie o vás všetko, v tejto chvíli je pre vás istotou a  útočiskom zároveň. Ke vyschne, je to opä také nemé nedefinovatené nič. Vy však už viete, čo sa za tým skrýva. Spomeňte si na svoj pocit, ktorý ste zažívali pri prvom bozku. Taký zvláštny, nedefinovatený, priam cudzí, plný rozpakov. V tej chvíli ešte tápate, či sa vám to páči alebo nie. Ale časom si bez toho neviete predstavi život. Najstaršie vyobrazenie Bratislavského hradu je zo 14. storočia. So súčasným vzhadom hra­­du nemá nič spoločné. Šlo skôr o akúsi romantickú pevnôstku s murovanými vežičkami a vekou želez- nou bránou. V 2.polovici 16. storočia hrad upravili

a svojím impozantným zadkom sa zaprela do streš- nej antény automobilu, pričom ju nedopatrením strhla. Prečo som ju nevysadil na nosič, lamentoval Jozef, držiac v ruke plast odlomený z antény. Neskôr pri večeri v “Slovak pub” si ani po niekokom pive nevedel túto svoju nepozornos odpusti. Sofu som si predstavovala úplne inak. Na ladných tenkých drevených nôžkach, skôr v štýle Biedermeier, potiahnutú hrubou zamatovou látkou a obsypanú cvočkami. Ako takú neprirodzenú, prvoplánovú krásku. Predo mnou na streche auta však ležalo čosi, čo sa skôr podobalo stavebnému odliatku. Také nedefinovatené nič. Naše autá sa pohli. Jozef spoločne s dvoma kamarátmi ma nasledoval so Sofou na streche. V spätnom zrkadle som z času na čas skepticky pozorovala Sofu, ktorá bezstarostne mykala bokmi sem a tam. Hm, vlastne skôr babizňa než kráska, pomyslela som si. Dorazili sme na parkovisko pod hradom. Jozef Sofu láskyplne vyslobodzoval spod tenkých popruhov. Rukami prechádzal po jej mäkkom tele, kontroloval, či jej popruhy neublížili. Presne Sofa

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68 Fremdes, voller Bedenken. In diesem Moment wussten Sie noch nicht, ob es Ihnen gefiel oder nicht. Mit der Zeit aber konnten Sie sich das Leben ohne es nicht vorstellen. Die älteste Abbildung der Burg von Bratislava stammt aus dem 14. Jahrhundert. Mit dem heutigen Aussehen der Burg hat sie nichts gemeinsam. Es handelte sich eher um eine romantische Festung mit gemauerten Türmchen und einem großen eisernen Tor. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg im Geist der alten ­Renaissance-Meister hergerichtet. Fragmente an der Außenwand zeugen davon. Im Jahr 1811 brannten österreichische und italienische Einheiten, die dort stationiert waren, die Burg ab. Zurück blieb ein Torso. Alle Versuche, die Burg bis 1948 zu renovieren, scheiterten. Die heutige Gestalt bekam die Burg erst im Jahr 1962. Die Strenge des damaligen Regimes ist spürbar. Sofa und die Burg gehen ineinander auf, als wenn sie seit ewig hier lebten. Vor euch ist die Burgsilhouette. Regelmäßiges Viereck mit vier Türmen, in jedem Eck einer. Eure Neugier steigt. Was ist im Inneren des Vierecks? Das, was im Körper eines Vulkans ist? So die Märchenmacht zu

besitzen, die Burg in die Hände zu nehmen, sie zu wiegen und in das Innere zu schauen! Roter Lavastein. Sofa ist an die Burgwand angelehnt. Sie steigen an den unregelmäßigen Stufen ihres Körpers auf. Die erste Stufe ist höher und größer, stabiler, ihre Beine sinken in den weichen Schwamm ein, fließend heben sie das zweite Bein und setzen es auf die zweite Stufe – Rücklehne –, die dünner und labiler ist, balancieren, mit beiden Händen versuchen sie so schnell wie möglich sich an dem Turm festzuklammern, prallen von der letzten Stiege ab, fallen, es gelingt ihnen sich mit der Hand an dem Turm festzuklammern. Mit letzter Kraft ziehen sie sich an die obere Burgkante heran. In der Mitte des Hofes sehen sie einen Brunnen, ringsherum pulsiert das Leben der Reichen und Schönen. Duft des Weines, Knistern der Krinoline. Die Eingangstore der Burg schließen sich auf einmal, auf den Hof laufen letzte Auserwählte. In der Ferne, irgendwo über dem Berg bei Hainburg, hebt eine große schwarze Wolke ab, es ist Pferdestampfen zu hören. Sie sind durstig, greifen mit der Hand Richtung Brunnen. Die Auserwählten schauen sie ungläubig an, entdecken sie, flüstern sich etwas vertraulich zu, zielen mit den Sofa

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letím, podarilo sa, rukami som sa zachytila o vežu. Z posledných síl telo doahujem na hornú obrubu hradnej steny. V strede nádvoria vidím studňu, okolo nej pulzujúci život smotánky. Vôňa vína, šušanie krinolín. Vstupné brány hradu sa náhle zatvárajú, na nádvorie dobiehajú poslední vyvolení. V diake niekde nad kopcom Hainburg sa zdvíha veký čierny mrak, počujem dupot koní. Cítim smäd, ruku načahujem smerom ku studni. Vyvolení si ma nechápavo prezerajú, odhalili ma, niečo si dôverne šepkajú, delami mieria mojim smerom. Tlaková vlna z vybuchujúceho pušného prachu ma strháva so sebou. Letím, mám zatvorené oči, snívam o  vekých ideáloch vzájomnosti, bratstva a rovnosti slovanských národov. Padám. So sebou strhávam celý hrad. Kotúame sa. Dopadám do mäkučkého, istého, bezpečného náručia Sofy. Kocka sa tiež dokotúala, zastala. Hrad teraz stojí ako stolček na štyroch nohách. Zo strany na stranu sa kláti ako dáma na privysokých ihličkách. K studni má odte­- raz prístup každý. Pohodlne sedím v náručí Sofy, veda mňa stolček, na stolčeku pohár vychladenej vody.

v renesančnom duchu talianskych majstrov. Frag­- menty na jeho stenách sú toho dôkazom. V roku 1811 hrad vypálili rakúske a talianske jednotky, ktoré boli na hrade umiestnené. Z hradu zoslalo iba torzo. Všetky pokusy o renováciu hradu do roku 1948 boli bezúspešné. Do súčasnej podoby bol hrad zrekonštruovaný až v roku 1962. Prísnos vtedajšieho režimu je citená. Sofa splynula s hradom, akoby tu bývala odpradávna. Pred vami je silueta hradu. Pravidelný štvorec so štyrmi vežami, v každom rohu jedna. Vaša zvedavos stúpa. Čo je vo vnútri tohto štvorca? To, čo býva v útrobách sopky? Ma tú rozprávkovú moc, zobra hrad do rúk, poažka ho a nahliadnu dnu. Červený, vyvretý lávový kameň. Sofa je opretá o hradný múr. Stúpam po nepravidelných schodoch jej tela. Schod prvý je vyšší a väčší, stabilnejší, nohami sa zabáram do mäkkej špongie, plynulo zdvíham druhú nohu a kladiem ju na druhý schod – operadlo, ktoré je tenšie a labilnejšie, balansujem, rukami sa snažím čo najskôr zachyti o jednu z hradných veží. Odrážam sa od posledného schodu, Sofa

Zuzana Blahutová


69 Kanonen auf sie. Die Druckwelle aus explodiertem Schießpulver reißt sie mit sich. Sie fliegen, ihre Augen sind geschlossen, träumen von den großen Idealen der Einigkeit, Bruderschaft und Gleichheit der slawischen Völker. Flieg, zieh die ganze Burg mit mir mit! Wir kullern. Falle in die weichen, sicheren Arme Sofas. Der Würfel ist auch stehengeblieben. Die Burg steht jetzt wie ein Tisch auf vier Beinchen; wackelt von einer Seite auf die andere, wie eine Dame mit viel zu hohen Schühchen. Zum Brunnen hat jetzt jeder Zugang. Sitze gemütlich in Sofas Armen, neben mir ein Tisch, auf dem Tisch ein Glas gekühlten Wassers. Nehme das Glas in die Hand. Trinke. Durch das Glas oberhalb der Wasserkante sehe ich die Dächer des Podhradie (Unter der Burg). Das Wasser ist aus dem Glas geflossen, der Donaupegel steigt. Die schwarze Wolke hat sich langsam gelegt, hinter den Wolken kommt die Sonne heraus. Podhradie gehörte ursprünglich nicht zur Burg; wurde der Burg erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angegliedert. Es wurde auch „Untertanenstadt“ genannt. Hier wohnten alle, zu

denen man lieber nicht gehören wollte: Verdrängte an den Rand der Gesellschaft. Genau da, wo das letzte Tor ist und Podhradie anfängt, finden wir ein gefestigtes Plateau. Sofa passt genau darauf. Sie sitzt auf der Kreuzung, schaut in alle Himmelsrichtungen. Wir beobachten sie leise abseits, wollen nicht stören. Sie ist wunderschön, die darauf fallende Sonne spielt mit ihren Schatten. Sie sieht majestätisch aus, strahlt Zufriedenheit aus. Im abgelegenen Burgwinkel zünden sich die Jugendlichen heimlich ihre erste Zigarette an, genießen ihre ersten Küsse, ahnen vorerst noch nichts. Am Fuß des steilen Hügels bereiten sich die Obdachlosen auf ihren nächtlichen Schlaf vor. Eine Gruppe ausländischer Touristen geht an uns vorbei – Deutsche, Italiener, Engländer. Sie wagen sich heran, setzen sich auf Sofa; sind auch Teil der Kreuzung. Wir machen es uns mit Josef zum letzten Mal gemütlich, fallen in den weichen Schwamm. Der Himmel ist rot, Frühlingsstrahlen fallen auf den Donauspiegel. Vor uns wie auf der Hand eine Großstadt. Der Stadtverkehr kriecht zu uns wie durch einen Kamin. Sofa

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Beriem ho do rúk. Pijem, cez sklo nad ryskou vidím strechy Podhradia, voda sa mi z pohára vyliala, hladina Dunaja pomaly stúpa. Čierny mrak sa po- maly roz­plynul, spoza mrakov vykuklo slnko. Podhradie pôvodne nepatrilo k mestu. Bolo k nemu pripojené až v 2. pol. 19 storočia. Volali ho poddanské mestečko. Tu bývali tí, ku ktorým sa bolo lepšie nehlási. Vytlačení na okraj spoločnosti. Presne na mieste, kde končí posledná hrad­ná brána a začína sa Podhradie, nachádzame malú spevnenú plošinu. Sofa tam svojimi rozmermi dokonale zapadla. Sedí na hranici križovatky, hadí na všetky svetové strany. Ticho ju pozorujeme zopodia, nechceme ruši. Je nádherná, dopadajúce slnko sa hrá s jej tieňom. Vyžaruje z nej pokoj a majestátnos. V  odahlom kúte hradieb si mládež tajne zapauje svoju prvú cigaretu, vychutnáva prvé bozky a zatia nič netuší. Na úpätí strmého kopca sa bezdo­- movci pripravujú na nočný spánok. Prechádza okolo nás skupina turistov. Nemci, Taliani, Angliča –

nia. Osmeujú sa, sadajú si na Sofu. Sú súčasou križovatky. S Jozefom sa naposledy pohodlne uvelebu­ jeme, zapadáme do mäkkej špongie. Obloha je červená, jarné lúče dopadajú na hladinu Dunaja. Pred nami ako na dlani vekomesto. Mestský pulzu­- júci ruch sa k nám štverá ako cez komín. Je čas, musíme sa rozlúči. Nechce sa mi. Zúfalo uvažujem, čo bude so Sofou. Zvykla som si na ňu. Často na ňu myslím. Zakaždým, ke prechádzam autom cez most, mi oči zablúdia tým smerom.

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70 Es ist Zeit sich zu verabschieden. Ich möchte eigentlich nicht. Ich überlege, was mit Sofa passieren wird. Ich habe mich an sie gewöhnt. Immer, wenn ich die Brücke mit meinem Auto kreuze, verirren sich meine Blicke in die Burgrichtung, denke ich an Sofa.

Zuzana Blahutová, geboren 1967 in Bratislava, Slowakische Republik, lebt in Bratislava. Studium an der Wirtschaftsuniversität in Bratislava. Arbeitet in der Wirtschaftsbranche und veröffentlicht seit 1998 nebenbei Erzählungen und Gedichte unter dem Pseudonym Predmerská in inländischen Zeitungen und

Endlich ist der Frühling gekommen. Der Burghügel ist übersät mit kleinen Sofas.

Zeitschriften, u.a. Dotyky, Vlna, Pulz. Kinder­ buch Ema a Barón v meste / Ema und Baron in der Stadt (Ikar, Bratislava, 2002). 2002 Literatur­ preis des Kulturministeriums für das schönste Kinderbuch. Seit 2004 Studium der Psychologie.

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Ein Fußgänger fordert Grünlicht an. Werbung für einen Dönerkebapspezialisten auf einer Tafel. ­Werbung für die Cityseelsorge daneben. Einem Jogger klappert der Schlüsselbund in der Tasche. Der Schlüsselbund klappert nur bei jedem Rechtsschritt. Eine Krähe landet am Wegknie. Ein Mann nickt beim Gehen mit dem Kopf wie ein Huhn, weicht einem Jogger aus. Der Jogger joggt weiter, der Mann bleibt stehen. Um diese Zeit begegnet man stets Spaziergängern, Hundebesitzern, Joggern – und neuerdings verstärkt nordischen Gehern. Es ist relativ ruhig hier. Nur in der Ferne hupt die Alarmanlage eines PKW. Hinter einem sanft gewellten, künstlich angelegten Hügel sieht man die Flutlichtmasten und die Zeltdachkonstruktion des Olympiastadions. Im Norden der BMW- , der O2und der Langenscheidt-Tower, im Süden das Weichbild der Stadt mit seinen Türmen und Toren. Die selbstgebastelte Kuppel von Väterchen Timofejs Kapelle ragt im Westen aus einer Baumgruppe. Bedächtig schreitet ein alter Mann die Anhöhe hinauf. Ein kleiner basmatireisweißer Hund läuft vor ihm. Ein Jugendlicher legt seine Arme auf die Lehne einer Sitzbank und macht zehn Liegestützen. „So is recht“, denkt Allramseder, der schnaufend den gewundenen Weg zur Anhöhe eingeschlagen hat. Auch zwei Mountainbikefahrer in entenschnabelgelben Trikots quälen sich den Weg hinauf. Allramseder blickt lange auf die Schrebergartensiedlung im Süd­osten, in der eine Bekannte, die Frau Aloisia Roßmeisl, eine Parzelle besitzt. Vom Mittelgang aus das dritte Schrebergartenhaus rechts. Allramseder zählt die Häuschen und versucht, die Parzelle zu finden. Aber das ist schwer. Wilgefortis bellt. „Was host denn scho wieda? Oida Treibauf!“ Beim freistehenden Baum auf der Wiese sucht Allramseder vergeblich nach Spuren. Allramseder ist oft hier, wenn er mit Wilgefortis Gassi geht. Bei Föhnwetter habe man eine schöne Aussicht, sagt er. Der Wilgefortis gefalle es hier auch. In der Olympia-Stub`n bekomme sie vom Wirt gelegentlich ein Radl Wurst und eine Schüssel mit Wasser hingestellt. Und andere Hunde treffe sie auch. Es sei wichtig für eine Hündin, dass sie auch andere Hunde treffe und nicht nur Menschen, behauptet Allramseder. Im Sommer seien viele Fremde hier, Japaner, Chinesen, seltener Koreaner. Und echte Münchner seien am seltensten. Die seien fast ausgestorben. Obwohl er, Allramseder, in Neufahrn geboren ist, fühle er sich fast wie ein echter Münchner, weil er doch vierzig Jahre bei der Knurr-Bremse in München gearbeitet hat und noch bairisch sprechen könne. Das könnten nämlich die meisten gar nicht mehr, ein echtes Bairisch sprechen, vor lauter Globalisierung. Manchmal gehe es in seiner Ein Mann, ein Hund, ein ziegelrotes Sofa Thomas Glatz


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75 Straße schon zu wie auf einem Balkan. Wie auf einem Basar, wirft er korrigierend ein, wie auf einem Balkanbasar. Er spricht das Wort nasal, und es klingt wie „Balkonbasar“. Aber das seien halt auch nur Menschen, die seien hergekommen, weil es hier so schön ist. Ein Milchaufschäummaschinengeräusch aus einem Gastgarten. Ein Tarzanschrei im Radio macht Reklame für ein Nutzfahrzeugcenter, übertönt das Zischen der Milchaufschäummaschine und das Gläserklirren. Die Stimme im Radio spricht vom aktuellen Stand der Vogelgrippe im Münchner Süden. „Mehr zum Uhu von StraßlachDingharting nach der Musik.“ Auf einer Andenkenkerze grüßen sieben buntscheckige Kühe alle Daheimgebliebenen. Es gibt Ansichtskarten von München und vom FC Bayern zu kaufen. Allramseder hat ein Bier bestellt, und Wilgefortis schlabbert aus einem Napf Leitungswasser. „Ja, ist denn schon Papst?“, titelt die Zeitung, die Allramseder durchblättert. Das Papamobil fuhr am Morgen schon durch die City. Eigentlich sollte die Großübung geheim bleiben. Wenn der Papst mit dem Autokennzeichen SCV1 seine Stadt besucht, muss alles perfekt sein! Eine blonde Mitarbeiterin der Staatskanzlei hat sich genau da am Eingang postiert, wo Bundeskanzlerin Merkel Hände schütteln wird. Daneben steht eine brünette Kollegin als Bundespräsident-Horst-KöhlerDouble, und eine Schar Pfadfinder mimt die in Kleinbussen mitreisenden Kardinäle. Der Papst hat aber keinen Doppelgänger. Als Papst Johannes Paul II. starb, seien in Polen alle Zeitungen mit einem Trauerrand versehen worden. Auch die Websites trugen Trauerbanner. Die hiesigen Zeitungen müssten nun eigentlich einen weißblauen Rand tragen, murmelt Allramseder. Wer zahlt eigentlich den Papstbesuch? Fast 5.000 Polizisten sorgen für Ordnung, dazu kommen Bodyguards und in Zivil gekleidete Schweizergardisten. Für den Ernstfall sind Polizeihundestaffeln da und überprüfen alle Orte, die der Papst besucht. Auch Sprengstoffexperten sind rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Da Benedikt XVI. absolute Vorfahrt hat, werden bestimmte Autobahnen stundenlang gesperrt. Fahrräder, Mülleimer, Blumenkübel und die Citylöwen aus Plastik müssen aus dem Weg geräumt werden.

4.000 Halteverbotsschilder werden aufgestellt. Allramseder stößt versehentlich sein Bierglas um. Er wischt die Bierlache mit drei Bierfilzen auf, aber die Zeitung hat Schaden genommen. Das Papamobil quillt auf. Die Ministrantin Kathrin Hermann aus Freising, die dem Heiligen Vater am Freitag die Hände waschen wird, hat auch ein paar Spritzer abbekommen. Selbst das Konterfei Ratzingers bei der Priesterweihe hat einen Wasserschaden. Schnell wischt Allramseder mit der Zeitung das Verschüttete vom Tisch und wirft das Blatt in einen Mülleimer. Er schnappt einen Gesprächsfetzen auf. „Die Königsschlösser machen wir morgen, Fraueninsel machen wir übermorgen, und KZ-Dachau machen wir, wenn noch Zeit übrig ist“, sagt ein Mann zu seiner Frau. „Hier hören Sie Interessantes und Wissenswertes über die Anlage des Olympiazentrums“, steht auf einer metallenen Infobox. „When the knödels don’t taste well it’s the Föhn”, sagt der Sprecher aus dem Apparat. Zwei Mädchen lauschen der blechernen Stimme und kichern. Allramseder wird gefragt, welches nun das alte und welches das neue Stadion sei. Er antwortet knapp und deutet mit dem Finger in die Ferne. Keine Ah- und Oh-Gedanken angesichts der Zeltdachkonstruktion von Frei Otto. Keine Bemerkung über die neue Allianz-Arena. Er, Allramseder, glaube, dass der frühere Oberbürgermeister Kronawitter gar kein Unrechter sei, weil er sich dafür einsetze, dass kein Gebäude im Stadtkern höher sein dürfe als die Türme der Frauenkirche. Aber jetzt habe man angefangen, die schöne Münchnerstadt mit Wolkenkratzern zu verunschandeln. Wenn er jetzt umziehen täte nach Dings und in zehn Jahren wieder nach München komme, also wieder zurückziehen täte, würde er München gar nicht mehr erkennen vor lauter Trabantenstädten und Hochhäusern. Nein, das sei eine Schande. Und leer stehen täten sie auch noch, weil die Büromieten da drin viel zu hoch sind für einen Mittelständler. Und für einen einfachen Mann sowieso. Ohnehin würde sich der Architekt nicht einmal selber getrauen, in so einem hohen Haus zu wohnen. Ein Metzgermeister würde, trotz gegenteiliger Behauptungen aus dem Fernseher, seine eigene Wurst schon noch essen. Nicht alle, aber ihm, Allramseder, seien zwei Metzger persönlich bekannt, die noch eine gute Wurst machen, die sie noch selbst essen. Ganz im Gegensatz zu den Architekten und den Technokraten, die sich einen Dreck darum scheren, wer in ihren Wolkenschabern oder in ihren Trabantenstädten wohnen will. Allramseder stößt derbe Verwünschungen aus.

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79 „Friaras hod ma gsogt ‚D’Höll is mit Pfaffenplattln, Möchstonsuren, pflastert‘. Heidzdog is mid Baulöwenmähnen, Immobülienhaizähnen und Archidegdnglatzen pflastert. Auf dene werd amoi am Jüngsten Dog die Stadtbaurätin Thalgott umeinaderstoiziern mid eahnerne stakserten Stöcklschuah! In der Zeitung mochds immer so a scheinheiligs Gfries. Da schauts aus wias Leidn Christi in Schmoiz rausbacha! Gelln’S? Aber schaungs sich die Bausündn doch amoi o vo da herom!“ Ein cappuccinobeiger, struppiger Hund von unbestimmbarer Rasse schnüffelt an Wilgefortis. Allramseder zieht die Leine fester zu sich her. „Hat er ihnen auch die Geschichte vom ziegelroten Sofa erzählt?“, fragt Herr Ypsidakis, der Wirt der Olympia-Stub’n den Gast mit dem cappuccinobeigen Hund. „Nein, mir hat er nur erzählt, dass er keine Hochhäuser mag.“ „Die Sofageschichte kennen Sie nicht? Na, seien sie froh. Seit Tagen hat er nur noch das Sofa im Kopf.“ „Welches Sofa?“ „Die Geschichte erzählt er jedem, ob er sie hören will oder nicht.“ „Die Story vom Pferd, wa? Wie lautet denn die Geschichte?“ „Das ist eine lange Geschichte. Vorgestern war er mit seinem schrecklichen Köter auch hier. Vorgestern hatten wir Ruhetag. Aber der kommt jeden Tag. Nach dem kann man die Uhr stellen. Auf halber Höhe des Schuttberges, des jetzigen Olympiaberges, ist unter einem Baum auf der großen Wiese ein ziegelrotes Sofa gestanden. Da ist der Mann näher hingegangen, und sein Hund hat komisch reagiert. Der Mann behauptet, das Sofa ist kein Sofa gewesen, sondern ein Schaumstoffblock, aus dem ein kleinerer herausgeschnitten wurde. Der Mann hat sein Handy herausgeholt und der Polizei erklärt, das Sofa sei gefährlich, weil doch der Papst nächstes Wochenende hier vorbeikommt! Aber der fährt doch nicht mit dem Papamobil hier auf dem Olympiaberg herum! Ich bitte Sie! Der fährt Frankfurter Ring von der Autobahn ab und dann zum Odeonsplatz. Der Mann mit dem Hund behauptet, das Sofa sei kein Sperrmüll, sondern höchst verdächtig. Wer trägt ein altes Sofa einen Berg hoch, um es zu entsorgen? Außerdem hätte es ausgesehen wie neu. Der Vorbesitzer sei ein Polizist gewesen, also der Vorbesitzer von dem Hund. Der Vorbesitzer von dem Sofa ist ja unbekannt, und der Köter ist ein Sprengstoffhund a. D. Er sagt, die Polizei ist tatsächlich gekommen. Ein Polizist vermutete, das

Sofa sei „Kultur am Bau“. Man rief beim Kulturreferat an, aber da lag nichts vor. Schließlich haben die Polizisten den ganzen Berg abgesperrt und das Sofa vorsorglich gesprengt. Aber das sah der Mann mit dem Hund nicht mehr, weil sein Hund so empfindlich ist. Der Mann stellte sich zuhause auf den Balkon, aber er hat keinen Knall gehört. In den Zeitungen ist am nächsten Tag nichts gestanden. Bei Knallern, selbst an Silvester, soll man den Hund nicht in seiner Wachsamkeit bestätigen, sondern ihn ignorieren. Seit Tagen schon macht dieser Mann meine Gäste verrückt mit seinem eingebildeten Sofa und seiner Hundepsychologie. Ist doch klar, dass nichts in der Zeitung steht. Das Sofa gibt es nur im Kopf von diesem Mann! Jetzt erzählt er, dass er lieber im Luitpoldpark Gassi geht, weil es hier zu gefährlich ist. Warum kommt er dann jeden Tag und geht meinen Gästen auf die Nerven? Oft kommt er sogar dreimal am Tag. Da kann ich die Uhr danach stellen. Sie haben auch nichts in der Zeitung gelesen von einem ziegelroten Sofa und einem Polizeieinsatz? Wollen Sie noch etwas trinken?“ „Ich bin gar nicht von hier, danke.“ Drei Hunde beschnuppern sich, während sich ihre Halter über die sich beschnuppernden Hunde unterhalten. Die Schwäne auf dem Olympiasee putzen ihr Gefieder, stochern mit den Schnäbeln in ihrem Weiß. Eine Blondine mit Regenschirm will Enten erschrecken und macht „ksch ksch“. Die Enten erschrecken nicht. Stattdessen dreht sich ein Pärchen um. Ein älterer Herr mit einem krummen Bürorücken pfeift einem Hund, der nicht hört. Langsam wird es dunkel. Dank an Anne Hacket. Thomas Glatz, geboren 1970 in Landsberg am Lech, studierte Sozialarbeit in Landshut und Bamberg und Bildende Kunst an den Kunstakademien in München und Helsinki. Er arbei­ tet als Künstler in verschiedenen Bereichen wie Literatur und Konzeptkunst. 2007 war er Heinrich-Gartentor-Stipendiat des Kultur­ ministers der Schweiz in Bern. Letzte Veröffentlichung: Thomas Glatz, Nikolai Vogel, Kilian Fitzpatrick: Der König schläft im Schloss Remix (Black Ink Verlag, München, Scheuring, 2007; auch als Hörbuch erschienen).

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mein sommer dauert vier monate, von anfang juni bis ende september. die prinzessin spendiert mir zwei ouzo am tag, einen um zwei uhr, wenn ich meine erste session abhalte, und dann noch einen während der zweiten session zum sonnenuntergang. mein sofa steht unter einer tamariske, direkt vor ihrer bar. wir haben klare vereinbarungen. ich weiß nicht, an welcher session sie mehr verdient. zu mittag sind die zuhörer durstig, die frauen trinken mineralwasser, die männer bier. am abend haben die leute lust auf einen aperitiv, zumindest die frauen. die männer bleiben bei ihrem bier. manchmal sind kinder dabei, das ist gut für die prinzessin, weil man mit softdrinks am meisten verdienen kann. ist aber schlecht für meine geschichten. ich nehme ungern rücksicht auf kinder. mama, was heißt bumsen? komm, schauen wir, ob wir wieder ein paar schöne kieselsteine finden. was soll ich machen? die leute bumsen halt gerne. jedenfalls in meinen geschichten. darin bin ich vielleicht etwas altväterlich. bei mir sitzt der alte nikos immer noch auf dem felsen. wenn eine weibliche weißhaut den bikini abstreift, nähert er sich mit baumelndem gemächt und spendiert trauben. ich lass ihn reiche beute machen. in wirklichkeit sitzt da eine traurige gestalt, ein einsamer nackter mit weißen haaren und dickem bauch. alle, die ihn auf dem felsen sitzen sehen, meiden ihn, sie rücken ab, sobald er näher kommt. egal wohin er sich bewegt, in seiner gehrichtung verschwinden die menschen. er hat sein glück nur noch in meinen geschichten. mein leben hier ist das, was herausgekommen ist, nachdem ich beschlossen hatte, etwas für mich selbst zu tun. ich will es als geschenk verstehen, obwohl es mir manchmal wie eine gewaltige niederlage erscheint. ich bin nicht ganz freiwillig hier. man muss wahrscheinlich alles zusammen sehen, das, was ich gewonnen habe und das, was ich früher gehabt habe. vielleicht ist es nur eine alterserscheinung, dass in mir manchmal der wunsch aufkommt, nach leipzig zurückzukehren. nicht, dass alles schlecht war, was danach kam. ein paar jahre lateinamerika, costa rica, panamá, kolumbien, brasilien, argentinien. in brasilien habe ich geheiratet, es war eine notheirat, obwohl ich in leipzig noch verheiratet war. dasselbe ist übrigens meiner frau passiert. auch sie hat mittlerweile ein zweites mal geheiratet, weil sie gemeint hat, sie sei witwe. ich habe nun also zwei ehefrauen und meine erste ehefrau hat zwei ehemänner. aber diese geschichte habe ich schon vor einer woche erzählt. wären sie rechtzeitig angereist, dann wüssten sie jetzt bescheid. oder sie bleiben der geschichtenerzähler Josef Haslinger


99 noch zwei wochen, dann bin ich den zyklus durch und beginne von vorne. sie wissen ja, bloss ein euro pro geschichte. und zwei sessionen am tag. die erste version zu mittag, sie entspricht ungefähr der letztversion des vorjahres, die neudichtung folgt am abend. wer an beiden sessionen teilnimmt, kann die eintrittsquittung vom vormittag bei der prinzessin am abend als 50% rabattcoupon verwenden. lateinamerika wird heute übersprungen und sie erfahren daher auch nichts vom wundersamen leben eines bigamisten, der von den frauen mit nassen lappen und besenstielen durch ein dorf am amazonas getrieben wurde. wir kommen stattdessen zu meiner letzten station in amerika und begeben uns in die unüberschaubare und nach allen seiten hin ausgefranste hauptstadt von mexiko. dort, an einer gut 40 kilometer langen, schnurgeraden straße, liegt das hotel, in dem ich zuletzt als portier ge­arbeitet habe. es ist ein kleines, aber komfortables hotel, in dem jedes zimmer von einem anderen künstler gestaltet worden ist. die gäste sind meist europäer. ich unterhielt mich gerne mit ihnen, aber ich habe dabei solche sehnsucht nach europa bekommen, dass ich eines morgens genau so spontan beschloss zurückzukehren, wie ich einst beschlossen hatte zu verschwinden. ich war auf keiner fahndungsliste, doch ich konnte mich nicht überall blicken lassen, schon gar nicht in leipzig. dort galt ich als tot. das hoffte ich jedenfalls. weil ich gehört hatte, dass die daten der flugpassagiere nunmehr von den amerikanern kontrolliert würden, wagte ich es nicht, einen flug zu buchen. stattdessen heuerte ich in acapulco auf einem frachtschiff an, das mit seinen aufbauten aus rohren und türmen dem anblick einer erdölraffinerie ähnlich kam. in wirklichkeit war es eine gigantische transport- und trocknungsanlage für tabakpflanzen. ich war als laborgehilfe beschäftigt. jede halbe stunde öffnete ich in meinem plexiglashäuschen ein breites, doch sehr niedriges fenster und zupfte aus den vorbeiziehenden hängekörben aus eisengitter ein paar tabakblätter heraus, die ich in einem speziellen blender zu einer grünlich braunen paste zerschredderte. meine aufgabe bestand darin, jede halbe stunde den feuchtigkeitsgrad dieser paste zu bestimmen und die daten mit der jeweiligen nummer des hängekorbes, aus dem ich die probe entnommen hatte, in eine liste einzutragen. das war auf diesem schiff mein job. die ladung war ständig in bewegung und durchlief während der überfahrt unterschiedlich temperierte trockenräume, die etagenweise in das schiff eingebaut waren. zwischen diesen geheizten hallen,

die bis zum maschinenraum hinabreichten, gab es belüfte­te zwischendecks. in einem mit zwei meter fünfzig höhe, und über der wasserlinie, wohnte die mannschaft. dass es noch mindestens ein weiteres bewohntes zwischendeck gab, hat mir niemand gesagt und es war auch auf keinem schiffsplan eingezeichnet. ich kam auch nicht aus eigenem klugsinn dahinter, sondern die entdeckung widerfuhr mir, weil ich offenbar zu zweifeln anlass bot. mein vorgesetzter matrose, ein in marseille aufgewachsener algerier, der aussah, als wäre er schon bei der jagd nach mobby dick an bord dabei gewesen, hielt es für besser, mich während der durchfahrt durch den panamá-kanal zu verstecken. nicht dass er mir das vor antritt der reise angekündigt hätte. nach fünf tagen fahrt kam er mit forschem schritt auf mich zu. ich sah ihn schon von weitem. er riss die plexiglastüre auf und befahl mir mitzukommen. während er mich durch die gänge und eisernen stiegenhäuser schubste, brüllte er den anderen befehle zu. es ging darum, wer sich um was kümmern sollte, und dabei führte er mich, für alle anderen sichtbar, regelrecht ab. er brachte mich in einen lagerraum für schmiermittel. er sperrte die tür ab, klappte den am boden liegenden lattenrost hoch und öffnete einen mit versengten flügelmuttern verschraubten deckel. scheiß dich nicht an, sagte er in seinem besten französisch, ne chie pas dans ton froc, es gibt zwei ausgänge, die man von innen öffnen kann. dann schaute er mich auf eine weise an, als wäre er nicht nur ein verfechter, sondern auch ein kunstsinniger vollstrecker der todesstrafe. aber diese ausgänge werden nur benutzt, fügte er hinzu, wenn auch mir hier draußen schon so der arsch brennt, dass ich nicht mehr jeden einzelnen von euch persönlich erschlagen kann! er deutete mit einer einladenden geste, dass ich nun mit dem abstieg beginnen dürfe. sein ton wechselte in ein freundliches, fast väterliches bedauern: es ist etwas niedrig da unten, aber ihr habt alles, was ihr braucht. ihr, hatte er gesagt. ich konnte mich auf gesellschaft gefasst machen. mit dem fuß tastete ich mich zur ersten sprosse hinab, dann zur nächsten. mein vorgesetzter matrose blickte mich von oben an, plötzlich beugte er sich nieder, grinste mir ins gesicht und angelte aus meiner brusttasche die zigarettenpackung heraus. er hob sie hoch. meine blaue mexikanische zigarettenpackung und sein strafender zeigefinger. ich war mit meinem abstieg auf der dritten stufe angelangt. von der hüfte abwärts befand ich mich in der unteren etage. meine zigarettenpackung und sein zeigefinger schwangen hin und her, dabei verkündete mein

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100 vorgesetzter matrose die oberste spielregel für das schwimmende verlies, das mich schon halb ge­schluckt hatte: wenn das licht ausgeht, absolute ruhe! mein vorgesetzter matrose machte eine kurze pause, hielt mir die zigarettenpackung vors gesicht und fügte hinzu: egal wie lange es dunkel bleibt! er hob den deckel hoch, und das war für mich das zeichen, nach unten abzutauchen. kaum hatte ich mich durch die öffnung hinabgebogen, da schlug über mir auch schon der deckel zu. ich wartete eine weile, bis das dröhnen vorbei war. zunächst einmal wollte ich ganz hinabsteigen, doch da war keine stufe mehr. der raum war nicht höher als einen meter fünfzig. ich hockte mich neben die eisenstiege und sah mich um. dieses zwischendeck war zwar sehr niedrig, aber, wie es schien, endlos ausgedehnt. bis in die ferne waren reihen von lichtern, eisenpfeilern und verstrebungen zu erkennen. da ging über mir noch einmal der deckel hoch. mein vorgesetzter matrose war jetzt wieder ein freundlicher kerl. er hatte offenbar solches vertrauen zu mir gefasst, dass er mich zum überbringer einer botschaft machte: sag zu charlotte, jetzt ist durchfahrt, da bring ich den arsch nicht zu. noch zwei tage, dann komme ich! hierauf gab es noch einmal diesen schlag von eisen auf eisen und den lang dahindröhnenden nachhall. und ich hatte eine aufgabe, der ich besser nachging. ich musste charlotte finden. durch die verstrebungen zwischen decke und boden wurde ein system von kojen gebildet. es waren immer mehrere solche eisenräume aneinandergebaut, die nach unterschiedlichen seiten hin offen waren. an den ecken waren hell leuchtende neon-lampen befestigt. ich begann mit meinem rundgang, was heißt rundgang, ich begann herumzukriechen. zwischendurch gab es nach oben hin platz, sodass ich in gebückter haltung stehen konnte, aber es war nicht ratsam, diesen kopfraum für die fortbewegung zu nützen, weil er alle paar meter von eisenkanten unterbrochen wurde, die ausreichend scharf waren, um sich damit so, wie der spartaner, der sich weigerte, römischer sklave zu werden, aus dem leben befördern zu können. die ersten kojen, an denen ich vorbeikroch, waren unbewohnt. aber sie enthielten prächtige dinge: mineralwasserflaschen, knäckebrot, dauerwürste, berge von nudelpackungen. ketchup in zwanzigliterkanistern. und ein raum war tatsächlich mit dem gefüllt, nach dem es hier unten durchdringend roch. er war bis zur decke mit bierdosen vollgestapelt. von diesem lagerraum weg führte ein tep-

pich von leeren, meist zertretenen bierdosen zu den bewohnten kojen hin. die dreiseitigen räume waren nicht so schlecht ausgestattet. es gab kojen mit koch­nischen, andere mit tischen und hockern, es gab einfache toiletten, es gab sofas und liegen, es gab sogar fernsehapparate. sie zeigten die videoprogramme des schiffes. davor lagen meist schwarze männer und tranken bier. die dosen warfen sie mit einer kurzen handbewegung auf den gang heraus. das problem war nicht der mangelnde luxus. so mancher campingurlauber begnügt sich mit weniger. aber ich lebte in der angst, ich könnte jeden augenblick zwischen diesen eisenplatten zerdrückt werden. man hörte ständig ein schabegeräusch. wie wenn jemand mit einer schaufel auf einer asphaltstraße entlangfährt. das kam nicht vom schiffsmotor, sondern von den förderbändern, die in den trockenräumen über und unter uns die tabakpflanzen in bewegung hielten. die temperatur in unserem zwischendeck war immer gleich. ich schätze 22 grad. wie viele passagiere hier versteckt waren, habe ich nicht herausgefunden, denn die wenigen, die ich traf, waren nicht gerade freundlich zu mir. tief gebückt mit angehockten beinen, und – um besser das gleichgewicht halten zu können – mit nach hinten verschränkten armen, watschelte ich an ihren kojen vorbei. die ersten mitbewohner, denen ich begegnete, schienen aus afrika zu stammen, vielleicht kamen sie aber auch aus der karibik. va t’en! rief mir einer zu, fiche le camps! ein anderer. verschwind, hau ab! ich weiß nicht, für wen sie mich hielten, vielleicht für einen spitzel des kapitäns. wusste der überhaupt von diesem heimlichen passagierraum? ich kann es nicht sagen. ich habe den kapitän nur einmal aus der ferne gesehen, wie er am hauptdeck aus dem technikraum kam und in den aufzug zur brücke stieg. er wirkte wie eine respektsperson. mit erhobenen schultern. nicht wie ein schmieriger menschenschleuser. vielleicht gingen die französischen matrosen einem nebenverdienst nach. auffallend war, dass auch hier unten die meisten französisch sprachen. eine frau lag allein in einer koje und las in einem buch. sie hat kurze, blond gefärbte haare und blickte auf, als ich herantrottete. doch als ich mich direkt neben ihren füßen befand, tat sie, als würde sie weiter in ihrem buch lesen und sich für den neuzugang gar nicht interessieren. ich setzte mich auf den hier mit leeren zigarettenpackungen und kippen übersäten boden. ich fragte: are you charlotte? est-ce que yous êtes charlotte?

der geschichtenerzähler Josef Haslinger


101 sie wartete eine weile, dann blickte sie auf: und was willst du nun von mir? auf ihrem monitor war das bild der brückenkamera zu sehen. ich weiß bis heute nicht, ob das ein charlotte gewährtes privileg war, oder ob alle anderen auch die bordkamera empfangen hätten können, aber sich einfach nicht dafür interessierten, was draußen vorging. es war auch nicht viel zu sehen. wir näherten uns einer gruppe von weißen punkten, vermutlich schiffen, die auf die einfahrt in den kanal warteten. land war nicht in sicht. ich erfüllte meinen auftrag. der matrose aus marseille, sagte ich, kann zwei tage nicht kommen. charlotte blickte mich eine weile an, fast so, als würde ich ihr leid tun, wie ich da vor ihr auf dem boden saß, dann bot sie mir eine zigarette an. rauchverbot, sagte ich. sie reichte mir das feuer und sagte, zwei tage sind zwei tage. meine zeit mit charlotte ist eine eigene geschichte. dazu gehört, wie sie mich in rotterdam vom schiff lotste und wie wir dann ein halbes jahr lang zusammenblieben. charlotte war eine aussteigerin aus der FARC. als reisekasse hatte sie mehr als einen kilo länglich verformte, grüne kugeln mitgebracht. sie sahen ein wenig aus wie spinatnockerl. sie hatte sie in kolumbien gegessen, nach der einschiffung in acapulco ausgeschieden, vor der ankunft in rotterdam wieder gegessen und in der toilette eines hotelzimmers dann endgültig im doppelten boden ihrer reisetasche verstaut. mit diesen nockerln hat sie unser leben finanziert. und finanziert damit wahrscheinlich jetzt noch ihr eigenes. sie ist ein sparsamer mensch. wenn sie sich vorgenommen hat, vier jahre davon zu leben, dann kann sie vier jahre davon leben. sie schreibt ein buch über ihr heranwachsen in den urwaldcamps der guerilleros. dieses buch, so hofft sie, wird ihr weiteres leben finanzieren oder zumindest der einstieg in ein neues leben sein. während unseres halben jahres war ich ständig in versuchung, ihr ein spinatnockerl zu stehlen, aber ich wollte sie nicht hintergehen, ich hatte große achtung vor ihr. sie ist in einer gesellschaft aufgewachsen, in der es kein privatleben gab. das alles, und noch mehr, in bälde hier an diesem strand. für nur, sie sagen es, für nur einen euro die session. wir nehmen abschied von charlotte und fahren mit dem zug von amsterdam nach hamburg. dort war ich verabredet. ich hatte meine probiermamsell vom hotel in mexiko aus angerufen. sie hatte kein wort herausgebracht. ich versuchte mir vorzustellen, was in ihr vorgehen mochte. da wird eine totenmesse veranstaltet, bei der man nur

heimlicher zaungast sein kann, weil der tote geliebte auch noch verheiratet war, zwei jahre später klingelt das telefon und der geliebte sagt: grüß dich. wahrscheinlich glaubst du, ich bin tot. aber ich bin nicht tot, ich bin sogar drauf und dran, mich mit dir zu einer auferstehungsfeier zu verabreden. auf solche wanderschaften vom jenseits ins diesseits wird ja allgemein mit staunen und zweifel reagiert und so dauerte es eine weile, bis sie mir vorschlug, wir könnten uns in nürnberg treffen. nürnberg geht nicht, sagte ich, dort kenne ich die harfenistin des staatsorchesters. wir vereinbarten schließlich hamburg als treffpunkt, weil wir dort beide niemanden kannten. einmal hat sie mir von einem gewissen gustl erzählt, einem kunden, der sie gebeten hatte, ein kleid anzuprobieren, da sie zufällig dieselbe figur wie seine gnädigste habe. sie erzählte mir, er habe gnädig­ste gesagt, er sei ein wiener gewesen. und sie erzählte mir die geschichte vor allem, um mir zu sagen, was sie geantwortet habe: bin ich hier die geschäftsführerin oder die probiermamsell? das habe sie geantwortet. und dann sagte sie nichts mehr über diesen gustl, und es war, als wäre sie nun verlegen, weil sie von ihm, ganz gegen ihren willen, zu erzählen begonnen hatte. ich nenne sie seither meine probiermamsell. sie konnte sich gegen diese bezeichnung nicht zur wehr setzen, es war mir schließlich nicht verborgen geblieben, dass sie mit diesem freundlichen herrn gustl, der die genauen proportionen seiner gnädigsten mit sich im kopf herumtrug, mehr als nur kleider anprobiert hatte. dieser herr gustl sollte auch mir eines tages begegnen, sozusagen an einer kreuzung unserer lebenswege. er hat nämlich denselben weg zurückgelegt wie ich, nur in umgekehrter richtung. ich von meiner frau zur probiermamsell, er von der probiermamsell zu meiner frau. nun, gewissermaßen im zweiten leben, traf ich meine probiermamsell jedes wochenende in hamburg. sie kam entweder am freitag nacht oder am samstag um fünf uhr nachmittags, je nachdem, wie sie es mit ihrer angestellten regeln konnte. das mochte vielleicht vier monate so gehen, da merkte ich eines tages, dass sie unruhig war, dass sie etwas bedrückte. wir gingen, wie immer, wenn sie zu mir kam, sofort ins bett. es war nicht so leidenschaftlich wie sonst. danach kochten wir normalerweise gemeinsam ein abendessen. doch sie blieb liegen, nippte an ihrem weinglas und schaute mich dabei so seltsam an. was ist los, fragte ich, gönnst du mir das essen noch nicht?

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102 sie sagte: ich habe am dienstag den gustl getroffen. schön, sagte ich. hat er eine neue gnädigste gefunden? es sieht ganz danach aus. er hat übrigens von dir gesprochen. und von deiner frau. er weiß, dass du lebst. ich legte die lauchstangen, die ich schon in die hand genommen hatte, wieder beiseite. ich ging zu ihr, nahm ihr das glas ab und setzte mich aufs bett. erzähl, sagte ich, du musst mir alles genau erzählen. wo hast du ihn getroffen? was hat er gesagt? was wollte er von dir? ich glaube, er will etwas von dir. vielleicht will er dich erpressen. erpressen? fragte ich. wieso erpressen? was will er? oder er ist verrückt geworden, sagte sie. ich kann es mir nicht anders erklären. ich holte mein weinglas und die flasche vom küchenbord. ich legte mich zurück ins bett und küsste meine probiermamsell auf die wange. ich sagte, du musst mir alles der reihe nach erzählen. alles, verstehst du? sie nickte. ich füllte ihr glas nach, ich küsste sie noch einmal auf die wange, sie trank, ich küsste sie auf den mund und sog den wein zwischen ihren lippen durch. sie behielt das glas in der hand, als sie zu reden anfing. begonnen hat das ganze eigentlich schon am freitag letzter woche. ich wollte es dir nicht sagen, weil ich dachte, es sei ein zufall gewesen. da kam plötzlich deine frau zu mir in die boutique. ich tat so, als würde ich sie nicht kennen. und sie tat auch so. vielleicht kennt sie mich ja wirklich nicht. sie suchte sich ein kleid aus und zahlte mit einem gutschein, den ich vor langer zeit einmal ausgestellt hatte. am dienstag vormittag kam sie wieder. sie brachte das kleid zurück, das sie am freitag gekauft hatte. und dann begann sie mich so lange zu bequatschen, bis ich ihr schließlich den gutschein verlängert habe. aber dann ist sie nicht gegangen, sondern sie hat weitergeredet und begonnen, seltsame fragen zu stellen. ob ich zur zeit allein lebe, zum beispiel. ich fand das unverschämt. als sie merkte, dass sie nichts rauskriegte, ging sie. das hat mich dann den ganzen tag verfolgt. aber noch war ja alles normal. vielleicht kannte sie mich wirklich nicht, vielleicht war sie, in ihrer schwierigen lebenslage, einfach neugierig, wie es anderen so geht. vielleicht hatte sie aber auch einen verdacht. ich habe den rest des tages so vor mich hinsinniert, ob das wohl wirklich nur zufall war, da habe ich durchs fenster gesehen, dass draußen auf dem marktplatz schon die lieferwagen

vorfuhren. die marktfahrer hatten begonnen, die steigen mit dem übrig gebliebenen obst und gemüse in ihren autos zu verstauen und die zeltplanen von den lattengerüsten zu nehmen. ich wollte noch schnell etwas einkaufen und sperrte das geschäft sofort zu. es waren, wie immer bei marktschluss, noch viele menschen unterwegs. ich ging zum alten rathaus hinüber, wo mein gemüsehändler seinen standplatz hat, da steht mir plötzlich ein sofa im weg. ich denke, werden hier nun auch sofas verkauft? auf dem sofa, es war kaminrot und aus schaumstoff, saß ein mann, etwa sechzig jahre alt. mir blieb nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben und darauf zu warten, bis entweder links, beim blumenstand, oder rechts, beim gewürzstand, sich ein durchschlupf auftat. das sofa kam mir seltsam bekannt vor, eigentlich auch der mann, der darauf saß. er hatte ein braun gebranntes gesicht, die haare grau, unter dem t-shirt ein deutlicher bauchansatz. er trug eine hose mit mehreren aufgesetzten taschen, wie touristen sie oft tragen. der mann steht auf, ich denke, er will sein sofa zur seite rücken. stattdessen lacht er mich an, und in diesem moment erkenne ich ihn. es war der gustl. er hob beide hände und sagte: ich weiß doch, wo ich dich treffen kann. nimm platz! und ich setzte mich einfach hin. das sofa kannte ich aus der zeit, als ich den gustl in seiner wohnung besucht habe. ein wiener künstler hat es entworfen und ist damit durch europa gereist. der gustl war sein ansprechpartner in leipzig gewesen. sie haben gemeisam das sofa durch die stadt getragen und immer dann, wenn es etwas interessantes zu sehen gab, darauf platz genommen und sich fotografieren lassen. auf der könneritzbrücke, vor dem gewandhaus, auf einer wiese in plagwitz, in der baumwollspinnerei, auf dem markt und vor den staubwolken der bagger und abrissbirnen, die sich damals gerade über die ddr-architektur hergemacht haben. anschließend hat ihm der künstler das sofa geschenkt. er stellte es auf den balkon, als leseplatz. naja, sagte ich, mit dem lesen hat es der gustl ja angeblich nicht so gehabt. doch, er hat gelesen, zeitschriften, krimis. aber das spielt jetzt keine rolle. es geht doch um etwas ganz anderes. ich saß auf diesem sofa, mitten am alten markt, der gustl tat so, als hätte er nur auf mich gewartet. ich wollte ihm nicht einmal in die augen blicken, schaute stattdessen an der reihe der marktstände entlang und auf die fassaden der alten bürgerhäuser. irgendetwas musste ich sagen, und so sagte ich: kaum stellt

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103 man eine couch auf, schon hat der platz etwas von einem wohnzimmer. oder von einem freilufttheater, hat er geantwortet. willst du das sofa nun verkaufen? nein, es ist zum zuhören. wenn du etwas von mir wissen willst, kostet das jetzt einen euro. was soll dieses theater, fragte ich. ich brauche das, sagte er. es ist einfach so, dass ich das jetzt brauche. was brauchst du? ich bin geschichtenerzähler. er blickte mich an, und ich fühlte mich festgenagelt. er war immer mehr ein blasser typ gewesen, jetzt war sein gesicht zerfurcht und rotbraun. deshalb habe ich ihn ja auch nicht gleich erkannt. so wie er jetzt aussah, war es ihm tatsächlich zuzutrauen, dass er seine tage im freien auf diesem sofa verbrachte. ich sagte zu ihm: von geschichtenerzählern habe ich heute eigentlich schon genug. er fragte mich scheinheilig: hat sich ein kollege bei dir eingestellt? nein, es war eine frau. heute vormittag im geschäft. da sagt der gustl: ich hab dir diese frau geschickt. ich bin doch jetzt immer auf der suche nach neuen geschichten, und die deine klingt ziemlich interessant. das beruhigt mich, habe ich geantwortet. auch dass die frau für das kleid doch noch etwas bezahlen musste, nämlich einen euro an dich. nein, sagt daraufhin der gustl. diese frau hat nie etwas bezahlen müssen. aber das ist eine eigene geschichte. ich erzähle sie dir gerne, für einen euro. ich seh schon, hab ich gesagt, du kannst mir wirklich alles erzählen. ich habe noch versucht, zu der ganzen sache zu lachen und bin aufgestanden. und es kostet dich trotzdem nur einen euro, antwortet der gustl und beginnt dabei so zu lachen, dass unter seinem t-shirt der bauch hüpft. er hat immer schon dieses hüpfende lachen gehabt. okay, vergiss es, damit habe ich dich schon einmal genervt. ich bin jedenfalls aufgestanden und hab mich schnell davon gemacht. der hat sie nicht mehr alle, habe ich gedacht. und er ruft mir auch noch nach: ich bin sicher, dass wir uns wiedersehen. es klang wie eine drohung. kaum hatte ich die beiden henkeltaschen gefüllt, die eine mit orangen, die andere mit gemüse, packte mich die neugier und ich ging zum sofa zurück. neben dem gustl saß nun eine andere frau.

sie hatte ihren einkauf auf dem schoß stehen und hörte interessiert zu. ein älteres paar, das sich an der hand hielt, kam langsam heran, bis es verstehen konnte, was der gustl sagte, wobei der mann ein stückchen näherkommen musste als die frau, sodass sich die beiden nun mit ausgestreckten armen an der hand hielten. es sah aus, als wäre die frau drauf und dran, den mann von diesem geschichtenerzähler fortzuzerren. ich näherte mich dem sofa von hinten. der gustl konnte mich nicht sehen, aber ich konnte ihn gut hören. er erzählte gerade vom zehnten hochzeitstag eines ehepaares. er sprach zu dieser frau neben ihm, aber doch so laut, dass es auch die umstehenden hören konnten: sie müssen sich einen ausgelassenen abend vorstellen, ein fest, wie man es sich nur wünschen kann. die beiden haben sich ihre vielen freunde großteils ersungen. sie sind beide musiker gewesen. sie im osten in einer combo, die in mitteldeutschland landauf und landab bei hochzeiten und betriebsfeiern gespielt hatte, er in österreich, zuerst in wien, dann in vorarlberg und immer mehr auch über der deutschen grenze im allgäu, ebenfalls bei hochzeiten, aber auch bei feuerwehr- und sportvereinsfesten. als er seine stelle als kabarettmusiker in leipzig antrat, lernten sie sich kennen. sie war 1990, bei seinem ersten auftritt in der pfeffermühle, im publikum, und danach bei der premierenfeier. ein jahr später, am 9. 9. 1991 haben sie geheiratet. so hat der gustl das erzählt. was sagst du nun? aber es geht noch weiter. sie haben um 9 uhr vormittags geheiratet. und um 19 uhr begann die große feier in einem gasthaus in podelwitz, bei der sie erstmals als duo auftraten. sie waren so gut, sie hätten sofort eine gemeinsame karriere beginnen können. aber das wollte sie nicht, sie war inzwischen buchhändlerin. sag, stimmt das eigentlich? hast du mir nicht erzählt, dass deine frau damals noch mit ihrer combo aufgetreten ist? aber nur noch selten, sagte ich. sie hat sich mit dem schlagzeuger nicht verstanden und sie hat auch keine zeit mehr gehabt. der gustl muss mit ihr gesprochen haben, sonst wüsste er nicht, dass ich auch im allgäu gespielt habe. meine probiermamsell trank von ihrem glas und stellte es auf dem couchtisch ab. warum macht er das? fragte ich. wart ab, sagte sie. er hat behauptet, deine frau habe eine stimme wie june carter. stimmt das? manche haben sie mit ihr verglichen, vor allem wenn wir country sangen. aber ich habe ja damals auch die stimme von johnny cash nachgemacht. komm, erzähl weiter.

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104 bei dieser feier zum zehnten hochzeitstag, die offenbar auch in podelwitz stattfand, so hat es der gustl geschildert, waren auch andere leipziger kabarettmusiker eingeladen, es wurde gespielt, getanzt und gesungen. auf einem tisch türmten sich die geschenke. die gäste gratulierten dem paar, dass es die beziehung über das jahrzehnt hin so frisch und liebevoll erhalten konnte. bei diesem mann, sagten die frauen zu ihr, bei dieser frau, sagten die männer zu ihm. spar dir das, sagte ich. frühmorgens fielen die gäste einander in die arme und torkelten aus dem saal. eine kolonne taxis fuhr von podelwitz nach leipzig zurück. die beiden gastgeber mussten nur nach oben gehen. sie hatten zur feier ihres ersten ehejahrzehnts die über dem gasthaussaal liegende urlaubswohnung gemietet. zufrieden und glücklich fielen sie ins bett. bitte nicht so. aber der gustl hat es so ähnlich erzählt. als die frau zu mittag erwachte, war ihr mann schon aufgestanden. sie dachte, er sei in der toilette, und sie wartete eine weile. da sie keine geräusche hörte, rief sie seinen namen. dann noch einmal, etwas lauter. schließlich ging sie ihn suchen. im badezimmer, in der toilette, im wohnzimmer, im vorzimmer, dann schaute sie auch noch auf den gang hinaus. sie fand ihn nicht. der mann war weg. er war spurlos verschwunden. der gustl hat einen moment inne gehalten, da hat der alte mann aufgelacht und zu seiner frau gesagt: der ist sicher zigaretten holen gegangen und wird nie mehr wiederkommen. die geschichte kenne ich. komm, gehen wir, hat sie geantwortet und ihn fortgezogen. die frau auf dem sofa wollte wissen, ob der alte mann, der sich noch ein paar mal umdrehte, während seine frau ihn weiterzog, recht habe. und natürlich wollte auch ich wissen, was jetzt weiter kommen würde, sagte meine probiermamsell. sie rutschte zu mir herüber, bis ihr kopf auf meiner brust zu liegen kam. und das war dann, fuhr sie fort und fing dabei nachdenklich an meinen brusthaaren zu zupfen an, doch eindeutig deine geschichte. man muss es so sagen, es war einfach deine geschichte. nicht einmal die namen hat er geändert. er hat dich einfach wolfgang genannt und deine frau julia. auch das alter stimmte. ich ließ meine hand langsam ihren rücken entlang gleiten, tapste mit meinen fingern auf ihre wirbel. dann küsste ich sie auf den hinterkopf. erzähl weiter, sagte ich.

diesen tag nach der feier, so fuhr sie fort, hat der gustl von der warte deiner frau geschildert. und das hörte sich anders an, als es damals in der zeitung stand, und auch anders, als du es mir erzählt hast. deine frau bemerkte, dass du deine geldbörse und deine papiere mitgenommen hast. aber sie dachte, du könntest fortgegangen sein, um sie mit einem besonderen geschenk zu überraschen, für dessen besorgung du vielleicht einen ausweis brauchst. irgendein ticket oder so. der gedanke gefiel ihr und sie war eine weile überzeugt davon, dies wäre des rätsels lösung. doch dann wurde langsam die zeit knapp. ihr hättet schon zum flughafen aufbrechen müssen. ihr, hat der gustl gesagt. er hat behauptet, es sei geplant gewesen, dass ihr gemeinsam nach new york fliegt. aber das ist doch unsinn, warf ich ein. es hat immer nur ein ticket gegeben. er hat es aber so erzählt. dann hat der gustl einen großen tamtam um die sucherei deiner frau gemacht. das herumtelefonieren bei den freunden, schließlich polizei und das alles, bis sie am nächsten tag dahinter gekommen ist, dass du nicht nur dein flugticket bei dir hattest, sondern auch tatsächlich nach new york geflogen bist, aber halt ohne sie. du bist abgehauen. und dann am nachmittag ground zero, und du hast dich noch immer nicht gemeldet. das war doch damals so. selbst in der leipziger volkszeitung wurden schon vermutungen angestellt, du könntest unter den opfern sein. und vier monate später die gewissheit. julia erhält über die deutsche botschaft eine mitteilung des police departments von new york city: man habe unter den trümmern von ground zero wolfgangs pass und seine kreditkarte gefunden. es müsse das schlimmste angenommen werden. ich habe es ja damals aus der zeitung erfahren. aber warum das zweite ticket, warf ich ein. ich wollte doch von vorneherein allein nach new york fliegen. das hat doch mit abhauen überhaupt nichts zu tun gehabt. julia hat noch so gut geschlafen, ich musste zum flughafen aufbrechen und wollte sie nicht wecken. der gustl hat es anders erzählt. er hat sich ausgemalt, wie deine frau ein paar monate lang verzweifelt darüber nachdenkt, warum du sie verlassen hast, dann stellt sich heraus, du hast sie gar nicht verlassen, du wurdest ermordet. aber weshalb du allein nach new york geflogen bist, das konnte sie sich nicht erklären. dieses rätsel ist ihr geblieben.

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105 warum macht der gustl das? fragte ich. warum erzählt er meine geschichte auf neue weise? war es das nun? nein. der gustl ist noch einmal auf den morgen nach eurer feier zu sprechen gekommen und hat das ganze erneut erzählt, aber nun von deiner warte aus. oh, sagte ich. er kennt auch meine warte. da bin ich aber jetzt gespannt. wie du am vormittag aufgewacht bist, deine schlafende frau betrachtet hast und über euer gemeinsames leben nachgedacht hast. und wie dir plötzlich der gedanke gekommen ist, anderswo neu zu beginnen. aber nicht, weil du unglücklich warst, sondern ganz im gegenteil, und darauf hat der gustl großen wert gelegt: weil euer gemeinsames leben bis dahin gelungen war, und zwar so gelungen, dass es eigentlich nur noch abwärts gehen konnte. das sei dir plötzlich klar geworden. du hieltest es für besser, mit deiner frau nicht darüber zu reden, dass du nicht zuwarten wolltest, bis das, was eigentlich noch das gute und richtige leben war, wie ein haufen ausgegessener muschelschalen vor euch liegt. war das sein bild? ja, ein haufen ausgegessener muschelschalen. du hast dir, laut gustl, an diesem morgen überlegt, allein nach new york zu fliegen, dich dort mit bargeld einzudecken und dann mit dem bus weiterzureisen. vielleicht nach kanada. vielleicht nach mexiko. du würdest im flugzeug einige stunden zeit haben, darüber nachzudenken. jetzt galt es zunächst zu verschwinden, bevor deine frau erwachte. kein abschiedsbrief. als einzige spur dieser flug nach new york, der dir einen kleinen vorsprung verschaffen würde. und dann – ein neues leben. ohne das alte krumm und klein reden zu müssen. du hast überlegt, was alles mitzunehmen wäre. die gitarre musste zurück bleiben. viel zu auffällig. eine gitarre kann man sich überall kaufen. du hast dich entschieden, gerade so viel mitzunehmen, wie in den taschen deiner travellorhose platz fand. an dieser stelle hat der gustl auf seine eigene hose geschlagen, so als wäre er du, oder als würde er dieselbe hose tragen, die du damals beim flug nach new york getragen hast. sag, hast du eine travellor-hose getragen? erzähl weiter, sagte ich, doch meine probiermamsell war offenbar geneigt, dem gustl vertrauen zu schenken. sie wollte nun unbedingt wissen, ob ich eine solche hose getragen hatte. und ich sagte ja.

da setzte sie sich auf, griff nach dem weinglas, trank einen großen schluck und gleich darauf noch einen. erzähl weiter, sagte ich. wie hat er sich mein ende ausgemalt? das hat er zunächst so erzählt, wie ich es aus der zeitung kenne. ich habe jedenfalls keinen unterschied bemerkt. in new york hast du das vorgebuchte hotel vermieden und bist stattdessen in einem bed and breakfeast in der beekman street abgestiegen. du hast das zimmer im voraus bezahlt. am nächsten morgen bist du zur filiale der deutschen bank im world trade center gegangen. du wolltest die kreditkarte zurückgeben und von deinem deutschen sparkonto dreitausend euro abheben. die anfrage war schon in den computern in frankfurt eingetroffen. sie wurde gerade bearbeitet, als sich das erste flugzeug in das world trade center bohrte, in den turm mit der filiale der deutschen bank. das war nun sein neues leben, hat der gustl zu der frau auf dem sofa gesagt. dann hat er einfach zu reden aufgehört und die zuhörer angesehen. die frau auf dem sofa ist betreten dagesessen und hat die salatgurken auf ihrem schoß gestreichelt, wahrscheinlich hat sie sich eine schönere geschichte erwartet gehabt. plötzlich dreht sich der gustl zu mir um und sagt: außer er lebt noch. dann stünde ihm die strafe noch bevor. meine probiermamsell saß aufrecht im bett und schwieg. ich setzte mich ebenfalls auf und legte den arm um sie. was dein gustl da erzählt hat, sagte ich, das ist ein schwachsinn. eine verleumdung. ich habe nur deshalb nicht im vorgebuchten hotel übernachtet, weil das konto meiner kreditkarte überzogen war. die hat einfach nicht mehr funktioniert. bei meinen einkäufen und vorbereitungen für die zehnjährige hochzeitsfeier hatte ich erstmals den kreditrahmen überschritten. das habe ich dir doch alles schon erklärt. weißt du, sagte meine probiermamsell, ich war am schluss richtig erschrocken. der wusste genau, dass ich hinter ihm stehe. außer er lebt noch. wie kommt er darauf, dass du noch leben könntest? ich habe es einfach nicht mehr länger ausgehalten, dort zu stehen, und ich habe mich mit meinen einkäufen aus dem staub gemacht. meine probiermamsell trank von ihrem rotwein und war dabei so in gedanken versunken, dass sie vergaß, einen schluck an mich abzutreten, als ich sie auf den mund zu küssen versuchte. sie fuhr am nächsten tag, wie jeden sonntag, zurück nach leipzig. wir hatten in der nacht kaum

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106 geschlafen. sie hatte mich mit fragen gelöchert. sie wollte mir nicht mehr glauben, dass ich erst nach dem einsturz des world trade centers auf die idee gekommen bin, mich zum verschollenen zu machen, weil ich dort zufällig meinen pass und meine kreditkarte hatte liegen lassen. ob meine version oder die von gustl die richtige war, das machte für sie einen unterschied. wir redeten die ganze nacht, aber es ließ sich nicht einrenken. wir kommen nun langsam zum ende dieser session. sehen sie sich das sofa an, auf dem ich hier sitze. es hat völlig gerade linien, wie mit dem lineal gezeichnet. im grunde ist es ein quader, aus dem ein kleinerer quader herausgeschnitten worden ist. eine klare, einfache form. schaut es euch an. mit diesem sofa ist der gustl in leipzig am markt gesessen, um sich als geschichtenerzähler auszugeben und meiner probiermamsell aufzulauern. jetzt müssen wir nur noch klären, wie das sofa in meinen besitz gekommen ist. ich ging am nächsten morgen zum bahnhof dammtor hinüber und fuhr dieselbe strecke, die meine probiermamsell am vortag mit dem auto gefahren war, mit dem ICE. ich war sechs jahre nicht in leipzig gewesen. obwohl der himmel wolkenverhangen war, trug ich eine dunkle sonnenbrille und eine schirmmütze. wie ein geheimagent kam ich mir vor. ich erinnerte mich, dass montag kein markttag war, dennoch begann ich meine suche auf dem markt. ich ging durch die arkaden des alten rathauses und blickte über den platz hinüber zur boutique meiner probiermamsell. sie wusste nicht, dass ich hier war, und sie sollte es auch nicht wissen. der alte markt, den sie vor meiner abreise schon fertig gestellt hatten, war erneut zur baustelle geworden. sie wühlten den untergrund auf. die baumaschinen wurden von plakatwänden abgeschirmt, auf denen ansichten des alten leipzig zu sehen waren. als ich zur thomaskirche hinüber ging, hatte ich das gefühl, gleich dem gustl in die arme zu laufen. ich bin musiker, überlegte ich mir. wenn der gustl will, dass ich ihn finde, setzt er sich vor den bach. nicht an einen fluss, sondern vor den johann sebastian bach. außerdem liegt gleich gegenüber das kaberett pfeffermühle, in dem ich mehr als ein jahrzehnt lang gespielt habe. und genau so war es. vor dem sockel der kolossalen bachstatue stand ein rotes sofa. darauf saß der gustl, mit einem glas bier in der hand. ich hatte ihn bis dato nie getroffen. aber so wie meine probiermamsell ihn mir beschrieben hatte, war er sofort zu erkennen. er war allein und beobachtete das treiben auf dem kleinen platz zwischen

thomaskirche und bachmuseum. zwei neue kneipen hatten aufgemacht. die tische, die im freien standen, waren fast alle besetzt. ich schlenderte am gustl vorbei, ohne hinzublicken. er sprach mich an: darf ich sie auf eine geschichte einladen. kostet sie bloß einen euro, und sie können wählen, ob sie gut oder schlecht ausgehen soll. ich setzte mich zu ihm aufs sofa. sie können beim zuhören auch etwas trinken. vielleicht brauchen sie das. ich nickte. er winkte dem kellner zu, der kurz darauf zu uns herüber kam. ich bestellte ein kleines pils. der gustl hielt die hand auf, und ich legte einen euro hinein. ich sagte: ich möchte, dass die geschichte gut ausgeht. kein problem sagte er. wenn ich sie bitten dürfte, kurz die sonnenbrille abzunehmen. ich tat es. er wirkte plötzlich angespannt. er sagte: das ging ja schneller als ich dachte. wir schwiegen eine weile. ich hatte keine ahnung, in welchem verhältnis der gustl zu meiner frau stand und was die ihm womöglich sonst noch alles erzählt hatte. durch meine brille konnte ich ihn unverhohlen beobachten. es war, als wüsste er selbst noch nicht recht, wie er jetzt vorgehen sollte. der kellner brachte mein bier. er sagte zum gustl: arbeiten sie heute mit gedankenübertragung oder bin ich gerade in die schweigeminute hineingeraten? das bier geht auf mich, sagte der gustl, und der kellner machte sich wieder davon. der gustl hob das glas. ich tat dasselbe. wir tranken beide zur gleichen zeit. dann stellte ich die frage, die mir als die wichtigste erschien: was wollen sie von mir? er wartete ein wenig mit der antwort, und sagte, nicht zu mir, sondern in sein bierglas hinein: ich mache ihnen ein angebot. ich will in ihr erneutes verschwinden investieren! in welcher weise, können sie sich aussuchen. entweder ich zahle sie direkt, oder ich finde andere wege. ich geriet nun doch etwas außer atem. wie komme ich zu der ehre einer so großen aufmerksamkeit, fragte ich. ich bin seit zwei jahren mit julia zusammen, wir sind seit einem halben jahr verheiratet, sagte er. was ich jetzt am wenigsten brauchen kann, das sind sie. das saß. ich versuchte mir einen moment lang vorzustellen, wie es ist, wenn der gustl mit meiner frau zusammenlebt. hat sie noch immer ein kleines gästehandtuch unter dem kopfpolster, zum abwischen danach? isst sie zum frühstück immer noch schinken und marmelade gleichzeitig?

der geschichtenerzähler Josef Haslinger


107 ich fragte: wie kamen sie eigentlich darauf, dass ich noch leben könnte? ihre ehemalige frau, ich darf doch ehemalige sagen, hat, kaum war ich eingezogen, ein schreiben des new york city police departments gekriegt. ich habe es geöffnet, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es irgendwelche geheimnisse enthalten könnte. darin wurde julia mitgeteilt, dass man von der leiche ihres mannes keinerlei identifizierbare teile gefunden habe. man habe jahre damit verbracht, die menschenreste zu analysieren. diese arbeit sei nun abgeschlossen. man wolle die frau des vermissten, zu all dem schmerz, den sie schon habe ertragen müssen, nicht zusätzlich beunruhigen, müsse ihr aber doch mitteilen, dass im falle ihres mannes die strategie eines identitätswechsels nicht ausgeschlossen werden könne. die mitteilung endete mit den worten: he possibly is still alive. diesen brief, so sagte der gustl auf dem sofa vor der thomaskirche, hat julia nie zu gesicht gekriegt. sie soll auf keinen fall erfahren, dass ihr ehemaliger mann, diese durchtriebene kanaille, noch am leben ist. verzeihen sie, dass ich etwas heftiger werde, wenn es um ihr damaliges verhalten gegenüber meiner frau geht. ich hatte nur eine einzige spur, die zu ihnen führen könnte. mir war nicht verborgen geblieben, dass sie vor ihrem verschwinden an der boutique am alten markt gefallen gefunden haben und dort gewissermaßen in meine fußstapfen getreten sind. vielleicht konnte mir das weiterhelfen. hat sie ihnen übrigens erzählt, dass ich sie probiermamsell genannt habe? oh gott, dachte ich. auch das noch. ich sagte: nein, zu mir hat sie gesagt, sie selbst habe sich so bezeichnet. richtig, sagte der gustl, das hat sie mir einmal geantwortet. deshalb habe ich sie dann auch so genannt, schließlich hat sie das kleid ja anprobiert. na egal, ich kannte die boutique, ich kannte natürlich auch ihre wohnung, und so begann ich sie zu beobachten. bis mir auffiel, dass sie jedes wochenende weg fährt. ich wollte ihr schon folgen, aber die idee mit dem sofa gefiel mir dann besser. und wie sie sehen, es hat geklappt. sie meinen, ich sitze in der falle? es ist auffällig, sagte der gustl, dass in unserem interesse für das andere geschlecht so etwas wie ein gleiches strickmuster sichtbar wird, oder sagen wir besser, eine neigung zum rollentausch. was ich ihnen vorschlagen möchte, ist ein weiterer rollentausch. sie kriegen von mir das sofa als einstandsgeschenk und haben dafür die güte, dieses land für immer zu verlassen.

und wenn ich auf den handel nicht eingehe? der gustl ließ sein bier im kreis schwappen, als wollte er damit das glas reinigen, dann trank er es in einem zug aus und blickte mich an. kurz, um es so deutlich wie möglich zu sagen: ich will, dass du wieder verschwindest, und zwar für immer. sonst werde ich nachhelfen. nachhelfen, hatte er gesagt. und ich wiederholte das wort. sie wollen also nachhelfen. aber wir sind ja mittlerweile per du. du willst also nachhelfen. es war ein fehler von dir zurückzukommen. und du solltest diesen fehler so schnell wie möglich korrigieren. deine karten stehen schlecht. wenn ein toter mann verschwindet, wird er nicht gesucht. das war nun doch deutlich genug. eine morddrohung zu füßen des johann sebastian bach, und ich konnte mich an niemanden wenden, weil es mich gar nicht gab. in meinem glas wurde das bier warm. und weil mir sonst nichts dazu einfiel, fragte ich: und was soll ich mit dem blöden sofa? du kannst geschichtenerzähler auf samos werden. ich kenn da ein hotel … und dann unterbreitete er mir sein angebot. er hatte sich einen masterplan für mein neuerliches verschwinden zurechtgelegt. und hier ist dieses sofa. schauen sie es sich an, es ist mittlerweile ausgebleicht und an einigen stellen ramponiert. ich habe den nikos in verdacht, dass er es nachts heimlich benutzt. für seine mondscheingymnastik, wie er das nennt. und so ernährt es eigentlich zwei personen. kaum erwähn ich den nikos, schon kommt die prinzessin. was, es ist schon wieder 15 uhr? das wars, freunde. am abend gibt es die neue version dieser geschichte. 19 uhr, zum sonnenuntergang. für sie der halbe preis bei der prinzessin. vergessen sie den coupon nicht. und kommen sie gut durch den heißen nachmittag. wenn sie nicht schlafen, dann lesen sie kafka. princess. i think you did good business this session. another ouzo please. Josef Haslinger, geboren 1955 in Zwettl / NÖ, lebt in Wien und Leipzig. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Wespennest und Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung. Seit 1996 ist er Professor für Literarische Äs­ thetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bücher: u.a. Politik der Gefühle, Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm, Das Elend Amerikas, und die Romane Opernball und Das Vaterspiel. Zuletzt: Phi Phi Island. Ein Bericht.

der geschichtenerzähler Josef Haslinger


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Sofa: Bern

Sehr geehrter Josef Trattner Christoph Simon


110 Sehr geehrter Josef Trattner Das Präsidialamt der Stadt Bern bittet Sie hiermit, zukünftige Schaumstoffaktivitäten in Stadt und Agglomeration Bern zu unterlassen. Ihre so genannte Sofa-Fahrt hat hiesige Passanten und Verkehrsobjekte in gröbster Weise verunsichert, und das bei – wie wir feststellen müssen – minimaler künstlerischer Wertschöpfung. Wir denken, Sie könnten etwas Belehrung gebrauchen. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass die Wasserfontänen auf dem Bundesplatz die 26 Schweizer Kantone repräsentieren? Unter dem Bundesplatz liegen nicht nur Zeugnisse der Stadtgeschichte, sondern das Schweizer Vermögen in Form von Gold. Haben Sie gewusst, dass sich die Grosse Schanze auf dem Dach des Bahnhof-Parkings befindet? Die Grünfläche verfügt über grosszügig angelegte Wegverbindungen, repräsentative Bäume und ein spezielles Beleuchtungskonzept, und sie bietet einen atemberaubenden Blick auf die Alpen. Damit verfügt Bern über den europaweit ersten öffentlichen Dachgarten dieser Grösse. Solche Dinge wüssten Sie, hätten Sie Bern geführt erkundet, wie tausende andere glücklich geführte Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Sie wüssten nun, dass die Marktgasse im Westen in die Spitalgasse mündet, im Nordwesten auf den Waisenhausplatz und in die Waaghausgasse, im Norden in die Zeughauspassage und in das Schützengässchen, im Nordosten auf den Kornhausplatz, im Osten ins Bim Zytglogge, im Südosten auf den Theaterplatz, im Süden in die Kaiserhaus-Passage und im Südwesten auf den Bärenplatz. Sie würden sich in dieser Stadt nie mehr verlaufen. Stattdessen heuern Sie einen völlig unbekannten Schriftsteller aus den Bergen an und tragen Ihr Sofa auf den Bundesplatz, um den Kindern das Spielen unter den Wasserfontänen zu erschweren. Sie tragen das Sofa auf die Grosse Schanze, um dort das Beleuchtungskonzept repräsentativer Bäume durcheinander zu wirbeln. Sie schmücken mit Ihrem Sofa die Reitschule – ein ausgedienter Pferdehof, wo sich Kulturtäterinnen eingenistet haben, Chaotinnen, Anarchisten, Schmarotzer, Drogendealer, Weltverbesserer und die ewig Solidarischen, kurz: Immer wieder stellt die Reitschule Ansprüche. (Das soll nicht Ihr Problem werden, damit werden wir allein fertig. Schade nur, dass Sie den Schandfleck der Stadt mit Ihrem Sofa in die Welt hinaus zu tragen gewillt sind.) Gesagt sein muss: Ein Sofa herumzutragen und an wertlosen, aber verkehrsbehindernden Orten aufzustellen, ist keine von der Regierung und dem Steuerzahler zu fördernde Kunst. Zumal das Sofa aus Schaumstoff ist, nicht einmal Kunstleder. Aus rotem Schaumstoff, wohlgemerkt, wo die weltkulturerblich geschützte Stadt Bern von A wie Aarbergergasse bis Z wie Zytglogge aus nichts als grünem Sandstein gefertigt ist. Dies zu respektieren stünde einem Künstler wohl an, sucht er auch noch seine Kunstfertigkeit. Der interessierten Bevölkerung stellt Bern schon genug Kunst zur Verfügung: Erinnert sei an Kunstmuseum, Kunsthalle, Zentrum Paul Klee und der weihnachtliche Kunsthandwerksmarkt im nahe gelegenen Aarau.

Sehr geehrter Josef Trattner Christoph Simon


111 Wieso, sehr geehrter Herr Trattner, sind Sie Künstler und nicht Unternehmer? Wieso nutzen Sie Ihre Idee des Freiluftsofas nicht gewerblich? Ein Stadtspaziergang mit Sofa könnte für viele die Verkörperung ihres Traums vom angenehmen Nomadentum, Inbegriff der „kleinen Freiheit“ sein. Tatsächlich bietet ein mobiles Sofa die ideale Basis, um erholungssicher und ungebunden unterwegs zu sein – von keiner Gartenrestaurationsbestuhlung und keiner Parkbank abhängig. Wer träumt nicht davon? Würden Sie eine breite Palette von Modellen zum Verkauf anbieten, eigneten sich Ihre Sofas für luxusverwöhnte Manager, für Einzelgänger ebenso wie für junge Familien, für Wochenend- und für Langzeittouristen, für junge Outdoorfreaks wie für Rentnerpaare. Aber kann man sich ein Freiluftsofa überhaupt leisten? Kauf oder Miete? Ist es nicht furchtbar eng mit der ganzen Familie darauf? Wie ist ein Sofa zu tragen, wenn man bisher nur Umhängetaschen gewöhnt ist? Wird man damit in verwinkelten Altstädten nicht steckenbleiben? Ist es wirklich ungefährlich, öffentlich zu sitzen? Und ist ein Sofastadtspaziergang noch Erholung, oder artet es bald in Arbeit aus? Was die rechtliche Seite des Freiluftsofas betrifft, herrscht viel Unklarheit. Wer auf seinem Sofa ruht, der parkt. Sobald man anfängt, Möbel darum zu stellen, geht dies über das reine Parken hinaus und ist eine „erlaubnispflichtige Veranstaltung“. Tausend spannende Fragen stellen sich dem Kleinunternehmer. Stellen Sie sich diesen Fragen! Pflegen Sie statt verkehrsbehinderndem Verhalten unternehmerisches Denken! In Bern besteht eine Bewilligungspflicht für Demonstrationen. Wenn sogar die Anarchistinnen und Anarchisten der Reitschule ihre antifaschistischen Spaziergänge bewilligen lassen, gilt das auch für den Rest der Weltbevölkerung, einschliesslich österreichischer Sofa-Aktionisten. Sie und Ihr Sofa wurden von einem wahren Tross von Fotografinnen begleitet und bei der zuständigen Behörde nicht angemeldet. Die hierüber verhängte Ordnungsbusse bitten wir Sie mit beigelegtem Einzahlungsschein zu begleichen. Sollte Ihnen das in Bern zurückgelassene Sofa und die hier erzeugten Fotografien irgendwann Gewinn einbringen, bitten wir Sie, einen angemessenen Prozentsatz davon dem Witwer- und Witwenfonds des städtischen Tiefbauamtes zukommen zu lassen. Nichtsdestotrotz wünschen wir Ihnen alles Gute für die Zukunft in einem möglicherweise kleingewerblichen Betätigungsfeld. Damit Sie Bern in guter Erinnerung behalten, finden Sie in den Beilagen Schriften zu unserer Stadt Marcel Stettlers Bernerlob, Dr. Dr. Arnold Klinglers Kurzer Abriss zur Berner Geschichte von der Eiszeit bis ins frühe Mittelalter und einen Reiseführer. Im Reiseführer haben wir Ihnen 47 sehenswerte Plätze, Kirchen, Andenkenladen und öffentliche Bedürfnisanstalten angekreuzt, die auf Ihrem nächsten Besuch in Bern einen Besuch verdient haben. Mit freundlichen Grüssen Christoph Simon, Präsidialamt der Stadt Bern Beilagen: erwähnt Christoph Simon, geboren 1972, lebt als freier Autor in Bern. Im Bilgerverlag sind die Romane Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen, Planet Obrist und Luna Llena erschienen.

Sehr geehrter Josef Trattner Christoph Simon


Christoph Simon (r.), Josef Trattner (l.)

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Sofa: Turin

Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco

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Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco

Nach Las Vegas, Paris und Neu Dheli ist der Zauberer Dominique Longardi heute Abend in unserer Stadt! Ein altmodisches Plakat für eine altmodische Attraktion. Aber nicht nur die klassischen drei mal drei Meter großen Plakate, die auf den Plakatwänden der Peripherie klebten, und die elektronische U-Bahnwerbung kündigten Monsieur Longardi an, sondern man sprach von ihm schon seit einigen Wochen in allen Nachrichtensendungen und in allen Illustrierten. Endlich war Longardi auch bei uns. In Turin. In der magischen Stadt. Die Heimat des großen Zauberers Rol. Ich fand, Dominique war außergewöhnlich. Nach den großen Zauberkünstlern wie Houdini, Uri Geller und David Copperfield, die nacheinander im Laufe des Jahrhunderts an der Spitze ihrer Karriere in unsere Stadt kamen, war nun endlich auch Dominique da, und um nichts in der Welt hätte ich ihn versäumt. Dominique war ein herrlicher und absolut ungewöhnlicher Zauberer. Ich hatte schon vor sechs Monaten reserviert, sonst hätte es keine Chance gegeben.

Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco

Torino citta’ magica e il grande numero del divano Beppe Tosco

E dopo Las Vegas Parigi e Nuova Dely, il mago Dominique Longardi questa sera nella nostra città! Un manifesto vecchio stampo, per annunciare una attrazione vecchia maniera. Ad annunciare monsieur Longardi però non c’erano solo i manifesti classici di tre metri per tre incollati sui cartelloni di periferia e le insegne elettroniche dei metrò, ma da qualche settimana ne parlavano anche i telegiornali e i rotocalchi di tutti i network. Finalmente Longardi era arrivato anche qui da noi. A Torino. Nella città magica. La patria del grande mago Rol. Io trovavo Dominique straordinario. Dopo il grandi illusionisti Houdinì Uri Geller e David Cop­perfield, che nel corso del secolo si erano succeduti all’apice della carriera nella nostra città, finalmente era arrivato anche Dominique, e io non me lo sarei perso per nulla al mondo. Dominique è un mago assolutamente inusuale e magnifico. Avevo prenotato sei mesi prima, altri­menti non ci sarebbe stata chance. Ma chi è, Longardi?

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131 Aber wer ist Longardi? Zuerst einmal muss man von seiner physischen Erscheinung sprechen, die anders war als die aller anderen Zauberkünstler. Dominique war nicht größer als einen Meter siebzig, von kräftiger Gestalt, schmalen Schultern und schwarzen Haaren mit grauen Strähnchen an den Schläfen. Aber die Augen von Longardi waren speziell: Zwei enorme Augen, die ständig wie durch ein großes Staunen aufgerissen waren. So als ob seine Zauberkünste – und seine waren echt – ihn selbst als Ersten erstaunten. Longardi präsentierte sich dem Publikum mit entschlossenem Schritt und ohne viele Vorbereitungen erstaunte er alle mit einigen Zauberkünsten. Wie die anderen Magier gestikulierte er mit geschmeidiger Hand vor sich herum, bevor er eine Zauberei konkretisierte, aber er deutete die Bewegung nur an, so als würde er sich selbst über diesen alten Brauch amüsieren. Er beherrschte die Bühne, indem er mit kurzen, aber entschlossenen Schritten rechts und links herum marschierte, während ein schneller, musikalischer Hintergrund die Zuschauer in einem konstanten, dynamischen Spannungszustand hielt.

Dominique sprach nicht während der Vorstellungen – er handelte. Eine Nummer nach der anderen und nur wenige Sekunden um den Applaus einzuholen. Die Vorstellungen waren nie gleich. Ich habe mich erkundigt. Der Ablauf der Show war auch für seine eigenen Mitarbeiter geheim und nur die Liste der Gegenstände und Maschinen, die er der technischen Abteilung gab, hätte demjenigen als Spur genützt, der die Zaubereien der abendlichen Vorstellung enthüllen hätte wollen. Aber auch mit dieser Liste in Händen ist es nie einem seiner Mitarbeiter gelungen, exakt vorauszusehen, was Dominique am Abend im Theater machen würde. An diesem Punkt sollte erklärt werden, welche Art der Zaubereien Dominique vollführen konnte, aber es ist wohl besser, dass ich für einen Moment über die Magiekünste seiner Kollegen spreche. Die großen Zauberer lassen sich in Ketten legen und, eingebunden wie Salamis, steigen sie dann aus Schrankkoffern, die auf den Grund des Meeres versenkt wurden. Sie biegen mit ihren Gedanken Eisenstangen, lassen einen Zuschauer von der Bühne verschwinden, der dann auf den Fidji-Inseln wieder auftaucht, oder sie transportieren mit einem

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Intanto bisogna parlare del suo aspetto fisico, diverso da quello di tutti gli altri maghi. Dominique non superava il metro e settanta, era di taglia forte e spalle esili coi capelli neri e qualche striatura di grigio sulle tempie. Ma gli occhi di Longardi erano speciali. Due occhi enormi perennemente spalancati come da un grande stupore. Come se le sue magie, e le sue erano vere, stupissero lui stesso per primo. Longardi si presentava al pubblico con passo deciso e concedeva poco ai preliminari prima di meravigliare tutti con qualche magia. Come gli altri illusionisti gesticolava con mano morbida davanti a sè prima di concretizzare qualche sortilegio, ma era come se accennasse solo il movimento, soltanto per divertire se stesso di quella antica consuetudine. Teneva la scena camminando a destra e sinistra con passetti brevi ma decisi mentre un sottofondo musicale veloce manteneva gli spettatori in una condizione di tensione dina­mica costante. Dominique durante gli spettacoli non parlava, agiva. Un numero dopo l’altro e pochi secondi per cogliere l’applauso.

Lo spettacolo non era mai lo stesso, mi ero informato. La scaletta dello show era segreta anche ai suoi stessi collaboratori, e l’elenco di oggetti e macchinari che consegnava al reparto tecnico era l’unica cosa che avrebbe potuto servire come traccia a chi avesse voluto scoprire che magie aveva in programma il mago per lo spettacolo serale. Ma anche con l’elenco in mano, nessuno dei suoi collaboratori era mai riuscito a prevedere esattamente cosa avrebbe fatto in teatro quella sera Dominique. A questo punto andrebbe spiegato che tipo, di incantesimi Dominique era in grado di compiere, ma conviene invece che io parli per qualche istante delle magie e delle illusioni degli altri, maghi. I grandi maghi si fanno incatenare e poi, legati come salami, se ne escono da un baule gettato in fondo al mare. Piegano barre di ferro col pensiero, fan sparire uno spettatore dalla platea e lo fan ricomparire alle isole Figi o trasportano un asino vivo da un canestro all’altro con una semplice strizzatina d’occhi.

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132 einfachen Augenaufschlag einen lebenden Esel von einem Korb zum anderen. Gibt es nicht etwas Eigenartiges in diesen Zaubereien? Gibt es nicht etwas, in all dieser Verschwendung, was einem gleich ins Auge springt? Etwas, was uns gleich beeindrucken hätte müssen, als wir als Kinder das erste Mal einen Zauberer im Fernsehen sahen! Die Zauberkunststücke dieser Männer sind allesamt Zaubereien, die wirklich niemandem irgendetwas im Geringsten nützen. Nichts. Null. Sie sind unnötig. Nehmt das einmal zur Kenntnis! Wozu soll es gut sein, eine Gans in einen Fetzenhaufen zu verwandeln? Warum sollte einer einen Spielkartenstapel in die Luft werfen, um sie dann alle in Karo-Ass zu verwandeln? Aber noch einmal: Ganz ehrlich: Eine Frau, die horizontal daliegt, aufzurichten und zu senken, ist – neben der Tatsache, dass das einfach nur ein Trick ist – auch komplett unnötig. Gibt es einen unter uns, der es aus ganz persönlichen Gründen notwendig hätte, ein Mädchen in der Luft zu heben und zu senken? Ich denke nicht. Und noch einmal: War es für irgendjemand je notwendig – auch wenn er am Land lebt – einen Esel von einem

Korb zum anderen fliegen zu lassen? Ist es euch je in all den Wechselfällen des Lebens passiert, dass ihr die absolute Notwendigkeit hattet, einen Schöpflöffel mit einem Blick zu verbiegen? Nein? Ihr wollt keinen zweifach verbogenen Schöpflöffel? Geht schließlich auch mit dem Hammer. Ich halte das alles für unnötige Zauberkunststücke. Aber noch schlimmer. Nicht nur dass sie unnötig sind, sind sie auch kontraproduktiv. Nur ein Beispiel unter vielen: Eine Frau in zwei Teile zersägen. Ich würde jedem davon abraten, der sich wünscht so etwas zu tun, aber wenn sich jemand aus ganz persönlichen Gründen dazu entschlossen hat, eine hübsche Frau zu zersägen, dann ist es doch auf alle Fälle nicht richtig, sie auseinanderzusägen ohne die Möglichkeit, dass man sie gleich danach wieder zusammensetzt? Wenn ihr nun einen leichten Zweifel habt, dass dies alles schon gewissermaßen stimmt, dann seid ihr sicher potentielle Fans von Dominique Longardi. Dominique übertraf alle anderen Magier aus zwei Gründen: Seine Zaubereien waren echt und jeder aus dem Publikum hätte es auch gerne gekonnt. „Oh … echte Zaubereien …“, „Oh … nützliche Zaubereien …“

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Non c’è, qualcosa, in queste magie, di curioso? Non c’è, qualcosa, in questi prodigi, che salta all’occhio immediatamente? Qualcosa che ci dovrebbe colpire già la prima volta che ciascuno di noi bambino ha visto un prestigiatore in tv. Le magie di questi uomini sono tutte e quante magie che non servono assolutamente a una beata mazza di niente. A nulla. Zero. Sono inutili. Fateci caso. A cosa serve, trasformare un’oca in un mucchio di stracci? Perché mai, uno dovrebbe sventolare in aria un mazzo di carte al fine di trasformarle tutte quante in assi di quadri? Ma ancora. Francamente: riuscire a far sì che una donna messa in orizzontale si alzi e si abbassi a comando, non è, oltre che un trucco, una cosa totalmente e profondamente inutile? C’è qualcuno fra noi, che ha avuto bisogno per qualche ragione sua, di far alzare ed abbassare nell’aria una ragazza? Non credo. E ancora. Qualcuno, pure che viva in campagna, ha mai avuto necessità di far volare un asino da un cane­stro ad un altro? Nelle vicissitudini della vita, vi è

mai capitato di aver bisogno assoluto di piegare un mestolo con lo sguardo? No. Volete un mestolo piegato in due? Basta una martellata. Magie inutili, io le ritengo. Ma peggio. Ci sono magie che oltre ad essere inutili sono controproducenti. Un esempio fra tutti: segare una donna a metà. Io sconsiglierei chiunque desideri fare una cosa del genere, ma se qualcuno si è deciso per motivi suoi a segare in due una bella donna, non è giusto che la seghi senza possibilità che quella si rimetta insieme subito dopo? Se avete anche solo un piccolo dubbio che tutto ciò abbia una sua verità, allora siete certamente potenziali fans di Dominique Longardi. Dominique surclassava tutti gli altri maghi per due motivi: le sue magie erano vere, ed erano magie che chiunque del pubblico avrebbe voluto saper fare. “Oh … vere magie … ”, “oh … magie utili … ” Chi non conosce Longardi è sempre diffi­ dente, lo so. Ecco perché mi piace raccontare nei particolari almeno alcune delle fasi salienti del grande spettacolo di Torino.

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133 Ich weiß, wer Longardi nicht kennt, ist misstrauisch. Deswegen freut es mich besonders einige Details der wichtigsten Phasen der großen Turiner Aufführung zu erzählen. Das, was in die Geschichte als „Große Sofanummer“ einging … Longardi debütierte in Turin auf seine einzigartige Weise. Er betrat die Bühne von rechts, während von links ein Fahrzeug hereinkam. Longardi trug einen Smoking und Lackschuhe. Während des Begrüßungsapplauses brach rund um den Wagen ein fürchterlicher Schneesturm aus. Windstöße und Schnee hüllten das Auto ein. Longardi öffnete den Kofferraum und nahm „leicht zu montierende“ Schneeketten heraus. Solche, wo draufsteht, dass man sie, ohne sich rücklings unter das Auto in den nassen und dunkelbraunen Schneematsch legen zu müssen, anlegen kann. In Wirklichkeit kann sie natürlich niemand montieren, ohne sich wie ein Schwein in den eisigen Schlamm zu stürzen. Jeder weiß, dass man, selbst, wenn es gut läuft, spätestens um den entscheidenden Haken zu schließen, den Kopf unter die Karosserie stecken muss, und das zähnefletschend und mit gefrorenen Fingern.

Longardi jedoch breitete die Schneeketten aus und hatte sie mit einer einfachen Handbewegung und fast ohne die Knie zu beugen in Sekundenschnelle montiert. Ein Dröhnen. Die Leute lachten und weinten. Eine Frau warf ihren Slip auf die Bühne. Zwischen den Kunststücken, die Vorbereitungen benötigten, machte Longardi ganz einfache Zaubereien. Ich denke, um so den Technikern die Möglichkeit zu geben, den nachfolgenden Auftritt vorzubereiten. Da nahm der Magier ein Handy aus seiner Hosentasche, mit den üblichen Kopfhörern samt ihren Kabeln. Das Kabeldurcheinander erschien allen gleich: Es sah aus wie ein Gewurschtel aus beim Gruppensex unter Drogeneinfluss gestorbener Schlangen. Longardi machte nur eine Geste und hatte die Kopfhörer an den Ohren und das freigelegte Handy wie durch Zauber in seiner Hand. Dann kam eine zweigeteilte Fernsehassistentin hereinspaziert. Schüchtern und pfiffig: eine Mischung aus Audrey Hepburn und Puffmutter. Die ideale Lebensgefährtin. Dominique berührte sie nur einen Augenblick mit den Fingern am Rücken. Der BH der Frau hatte drei überkreuzte

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Quello che passò alla storia come il grande numero del divano. Longardi a Torino esordì da pari suo. Salì sul palco da destra mentre da sinistra entrava una vettura. Longardi indossava uno smoking e le scar­pe di vernice. Durante gli applausi di ingresso sull’auto si scatenò una bufera di neve terrificante. Folate di vento e neve avvolsero l’automobile. Longardi aprì il bagagliaio ed estrasse le catene per auto di facile montaggio. Quelle dove sta scrit­to che si possono montare senza infilarsi sotto la vettura schiena a terra nella neve fradicia e marrone. In realtà nessuno è in grado di montarle senza prima ribaltarsi nel fango ghiacciato come i maiali. Tutti sanno che per bene che vada, per agganciare il gancio decisivo bisogna infilare la testa sotto la scocca e digrignare i denti con le dita ghiacciate. Longardi distese le catene e con semplici gesti nel giro di un paio di secondi le aveva montate senza quasi piegare le ginocchia. Un boato. La gente rideva e piangeva, una donna lanciò le sue mutande sul palco.

Per ogni esercizio che richiedeva preparazione, Longardi ne faceva un’altro semplice semplice. Io credo per dar modo ai tecnici di preparare il colpo di scena successivo. Così il mago estrasse dal taschino un cellu­ lare col suo bravo auricolare coi fili. Il groviglio appariva a tutti qual era, e cioè simile a una matassa di serpi morte durante un amplesso di gruppo sotto l’effetto di droghe. Longardi fece solo un gesto e si ritrovò le cuffiette alle orecchie e il cellulare libero fra le mani per magia. Poi entrò una valletta in due pezzi. Timida e maliziosa: un incrocio fra Haudrey Hapburn e la regina dei bordelli. La fidanzata ideale. Dominique la sfiorò per un attimo con le dita dietro le spalle. Il reggiseno della ragazza aveva tre ganci a croquet: di cui uno, quello di mezzo, era blindato. Il primo e l’ultimo invece avevano un controgancio di sicurezza, e tutti e tre si aprivano solo se prima veniva esercitata una contro-pressione contemporanea su tutti e tre insieme. Bene. Il reggiseno della Hapburn si slacciò come, appunto, per magia.

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134 Haken, von denen einer, der mittlere, versteckt war. Der obere und untere Haken hatte noch einen Sicherheits-Gegenhaken und alle drei öffneten sich nur dann, wenn man einen Gegendruck auf alle drei gleichzeitig ausübte. Gut. Der BH der Hepburn öffnete sich – richtig – wie durch Zauber. So ein BH, den jugendliche und reife Männer vergeblich das ganze Leben versuchen zu öffnen, ohne dass es ihnen je gelänge, außer mit der brutalen Gewalt der Verzweiflung. Sie zerreißen ihn dann mit den Zähnen, nachdem sie vorher die Frau mit einem Sandsack betäubt haben, um sie auch nach zwei vorschriftsmäßigen Stunden der vergeblichen Öffnungsversuche, willig und gefügig zu halten. Dominique hingegen hat den BH nur sanft berührt und der flog weg wie eine Akazienblüte an einem windigen Tag. Zwei oder drei Frauen aus dem Publikum wollten auf die Bühne springen, um zu sehen, ob er auch mit Strumpfbandgürteln mit Knöpfen so geschickt war, aber das Sicherheitspersonal hielt sie davon ab. Die Zauberkunststücke des Longardi erfolgten eines auf das andere in einem mitreißenden Rhythmus und unter reger Publikumsbeteiligung.

Ein IKEA-Mitarbeiter, den Dominique im Publikum wiedererkannt hatte, wurde auf die Bühne gebeten und fand sich plötzlich mit all jenen Teilen – dort eingeführt, wo man von außen am leichtesten in den Darm kommt – wieder, die, nachdem Dominique in sechs Sekunden das Regal „Krobkitchel Kastana“ zusammenmontiert hatte, übrig geblieben waren. Dann kam das große Finale. Die Sofanummer. Der Bühnenhintergrund öffnete sich mit der Filmmusik von „Van Helsing“. Ein rotes Sofa erschien und wurde von sechs Leoparden nach vorne gezogen. Man sah, dass das Sofa heute nicht ruhig war. Das Publikum hielt die Luft an. Longardi tat so, als ob er sich hinsetzen wollte, da erschienen wie aus dem Nichts die klassischen, total zerbrechlichen Brillen. Aber Longardi tat absichtlich nur so, als ob er sich hinsetzen wolle, und anstatt Platz zu nehmen, wechselte er noch in der Luft die Richtung, drehte Pirouetten nach vorne und zwinkerte den Zuschauern zu. Gelächter im Publikum. Longardi deutete eine verhöhnende Bewegung in Richtung des Sofas an und das Sofa errötete. Die kleineren Kinder versteckten ihre Köpfe in den Schößen ihrer Mütter.

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Un reggiseno che adolescenti e uomini maturi provano a slacciare per tutta la vita senza riuscirvi se non con la forza bruta della disperazione, strap­pandolo via coi denti dopo aver stordito la donna con un sacchetto di sabbia al fine di mantenerla docile e disponibile anche dopo le due ore canoniche di inutili tentativi. Dominique invece il reggiseno lo aveva solo sfiorato, e quello se n’era volato via come un fiore di acacia in un giorno di vento. Due o tre donne dalla platea vollero saltar sul palco per vedere se era altrettanto bravo coi reggicalze coi bottoni ma vennero fermate dal servizio d’ordine. Le magie di Longardi si succedevano una appresso all’altra con ritmo travolgente e con il coinvolgimento del pubblico. Un inserviente dell’ Ikea che Dominique aveva riconosciuto fra il pubblico venne fatto salire sul palco e si ritrovò, infilati per magia dalla parte più confortevolmente raggiungibile dell’intestino, tutti i pezzi in più che erano avanzati dopo che Dominique aveva montato in sei secondi lo scaffale “Krobkitchel Kastana”.

Poi venne il gran finale. Il numero del divano. Il fondo del palcoscenico si aprì mentre partiva la colonna sonora del film “Van Helsing“. Un divano rosso apparve sul fondo e venne fatto scorrere fino al proscenio trainato da sei leopardi. Si vedeva, che il divano non era tranquillo, quella sera. Il pubblico trattenne il fiato. Longardi fece per sedersi, e sul divano apparve dal nulla il classico paio di occhiali da riposo assolutamente frangibili. Ma Longardi aveva fatto la finta a bella posta, e invece di sedersi cambiò direzione a mezz’aria e piroettò due passi più in là ammiccando alla platea. Risate del pubblico. Longardi accennò un movimento pelvico di scherno nei confronti del divano e il divano ruggì. I bambini più piccoli nascosero le teste nel grembo delle madri. Poi Longardi andò dritto al numero vero e proprio. Aveva scherzato abbastanza. Dominique infilò la mano fra sedile e schienale. Ed estrasse il primo telecomando tv. Applausi. Ne estrasse di fila almeno sei. Poi cacciò veloce entrambe le mani nella fessura fra sedile e schiena-

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135 Dann ging Longardi zur Sache – in die eigentliche Nummer. Genug gescherzt. Dominique steckte die Hand zwischen Rückenlehne und Sitzfläche und zog die erste Fernbedienung heraus. Applaus. Nacheinander holte er mindestens sechs weitere heraus. Dann begann er mit beiden Händen in dem Spalt zwischen Rückenlehne und Sitzfläche zu jagen, das Sofa knurrte, und heraus sprühte ein wahres Feuerwerk aus Fernbedienungen, für Fernseher, DVD-Player und Stereoanlagen der unterschiedlichen Jahrzehnte, gemischt mit einer Serie aus Feuerzeugen. Die Scheinwerfer wurden gedämpft und Laserstrahlen beleuchteten Dominique, während die Musik langsam anschwoll und die Zuschauer mit den Noten der „Carmina Burana“ einhüllte. Jetzt zog Dominique alles Mögliche aus den Sofaritzen. Einzelne Ohrgehänge und Knöpfe. Die alte Krankenversicherungskarte – für die dir nichts anderes übrig bleibt als, um eine Neue zu bekommen, eine Verlustanzeige zu machen und stundenlang bei der Gebietskrankenkasse in der Schlange zu stehen – die Kellerschlüssel, einige offene Rechnungen – Achtung: offene, nicht

bezahlte Rechnungen! … wenn sie bezahlt wären, will sie das Sofa nicht … es weiß, dass du hoffst, dass die Zahlung irgendwie ein gutes Ende genommen hat – das Zettelchen der Mutter mit der Hoteladresse des Kurortes Chianciano Terme, das gemeinsam mit der Hoteltelefonnummer verschwand und der Grund für mindestens sechs Monate Vorwürfe und Maulen seitens der Mutter waren. Dann, nach ein paar Hochzeitseinladungen, einem eingetrockneten Eisbecher und einer Schachfigur, alles mit Gewalt aus dem Sofa gezogen durch einen Dominique, der spitzbübisch und augenzwinkernd das Ganze mit einem scherzhaften „Scheiße! Seht her, wo das gelandet ist!“ noch unterstrich, strahlte ein Lichtkegel plötzlich auf mich. Ja. Ganz genau auf mich. Alle drehten sich um und sahen mich an und Dominique zog einen verdrückten, rosa Zettel aus dem Sofa. Ich erkannte ihn gleich und näherte mich, innerlich aufgewühlt, der Bühne: Es war der Abholzettel der Putzerei, in die ich vor zwei Jahren meinen Kaschmirpullover gebracht hatte. Vor meinem geistigen Auge erschien mir das Bild, wie ich mich in jene Putzerei begab und sagte:

Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco

le, il divano grugnì e venne fuori un fuoco artificiale di telecomandi tv, stereo e dvd di tutte le epoche mescolati a una serie di accendini. Le luci si erano abbassate e i laser illuminavano Dominique mentre la musica cresceva ancora di volume e le note dei Carmina Burana avvolgevano gli spettatori. Dal divano ora Dominique faceva uscire di tutto. Orecchini spaiati e bottoni. Il vecchio tesserino sanitario che per averne un altro ti tocca fare la denuncia di smarrimento e la coda all’Usl, le chiavi della cantina, alcune bollette da pagare, attenzione, da pagare, non, pagate. Se è pagata il divano non la vuole. Sa che speri che il pagamento sia comunque andato a buon fine. E il foglietto con l’indirizzo dell’albergo di sua madre a Chianciano Terme, perso insieme al numero di telefono dell’Hotel, e motivo di mugugni e rinfacci da parte della madre per almeno sei mesi. Poi, dopo un paio di inviti di matrimonio, una vaschetta di gelato ormai rinsecchita e un pedone degli scacchi, il tutto estratto a forza dal divano con un Dominique birichino che strizzando l’occhio alla platea sottolineava con uno scherzoso “Puttana

Eva guarda dove era finita, thò!”, si accese un occhio di bue su di me. Sì. Proprio su di me. Tutti si girarono a guardarmi e Dominique estrasse dal divano un foglietto rosa stropicciato. Lo riconobbi subito e mi avvicinai al palco commosso. Era lo scontrino della tintoria dove due anni prima avevo portato il mio pullover di Cashemere. Negli occhi mi tornò l’immagine di me che mi recavo in tintoria dicendo “Senta, non trovo più lo scontrino … comunque era un pullover azzurro …”, e la proprietaria ghignante e perversa che mi spalancava un armadio stracolmo di pullover azzurri dicendomi provocatoria “Avanti, vediamo se ha coraggio …”. Presi lo scontrino emozionato. In piedi al centro della platea, l’attenzione del pubblico era tutta su di me. Una signora seduta in prima fila mi offrì sottovoce mille euro per lo scontrino, io rifiutai. Dominique era sparito. Un maxi schermo a tutto palco si illuminò e si vide Dominique ormai fuori del teatro che salutandoci saliva in macchina e partiva. Davanti a lui una fila di semafori, tutti verdi, gli permisero di arrivare in tangenziale in venti secondi mentre evidentemente un’altra auto

Torino citta’ magica el il grande numero del divano Beppe Tosco


136 „Hören Sie, ich finde den Abholzettel nicht … aber wie auch immer … es war ein hellblauer Pullover … “ … und die grinsende und perverse Besitzerin, die einen Schrank aufriss, der mit hellblauen Pullovern überfüllt war, und sich provokativ mit den Worten an mich wandte: „ … na los, dann sehen wir mal, ob sie mutig sind …“ Emotional erregt, nahm ich den Abholzettel entgegen. Aufrecht in der Mitte der Bühne stehend, die ganze Aufmerksamkeit des Publikums war auf mich gerichtet. Eine Dame in der ersten Reihe bot mir leise eintausend Euro für den Abholzettel. Ich lehnte ab. Dominique war verschwunden. Auf einem Großbildschirm, der über die gesamte Bühne ging, sah man Dominique bereits außerhalb des Theaters, der uns grüßend in ein Auto einstieg und fort fuhr. Vor ihm eine Reihe von Ampeln, alle grün, die es ihm ermöglichten in zwanzig Sekunden die Tangente zu erreichen, während ihm ein anderes Auto mit der Kamera für die Direktübertragung folgte. Wir klatschten und stampften mit den Füßen im Takt aus dem Theater.

Der Wagen von Dominique erreichte die Autobahnzahlstation und fuhr direkt auf die einzige Einfahrt ohne Autoschlange und klarerweise mit funktionierendem Autobahnpass. Die Vorstellung war vorüber. Ich ging nach Hause und schlief auf dem Sofa ein. Am nächsten Tag fand ich einen Schuh nicht mehr. Beppe Tosco arbeitete als Schauspieler mit italienischen Regisseuren wie Missiroli, Ronconi, Cobelli und Scaparro. Seit 1988 arbeitete er als Schriftsteller für Radio und Fernsehen. Zusammenarbeit mit der italienischen Schauspielerin und Kabarettistin Luciana Littizzetto. Er ist Autor zahlreicher humoristischer italienischer Fernsehprogramme, u.a. Ciro, Shout, Mai dire Gol und La Bomba. 2005 schrieb er sein erstes Buch Finché matriomonio non ci separi / Bis das uns die Ehe scheidet.

Die magische Stadt Turin und die Nummer mit dem Sofa Beppe Tosco

con la videocamera a bordo lo seguiva e trasmetteva in diretta. Noi intanto dal teatro battevamo a tempo mani e piedi. L’auto di Dominique si avvicinò alla barriera centrando ovviamente, l’unica entrata in autostrada senza coda e con il telepass funzionante. Lo spettacolo era finito. Tornai a casa e mi addormentai sul divano. E il giorno dopo non trovavo più una scarpa.

Torino citta’ magica el il grande numero del divano Beppe Tosco


L  J U 137

Sofa: Ljubljana

Wozu?

Aleš Šteger

ˇ emu? C Aleš Šteger


138

Wozu?

Ich verfluchte meine Gedankenlosigkeit. Wieder und wieder.

Aleš Šteger

Zuerst kam eine freundliche Mail. Ein internationales Projekt, jemand, der gemeinsam mit einem grünen Sofa durch Mitteleuropa fährt, die Hauptstädte besucht, das Sofa in Budapest, Bratislava, Wien, Ljubljana fotografiert. Immer ein anderes gleiches Sofa und immer ein anderer Autor aus der jeweiligen Stadt, der darüber eine Erzählung schreibt. Ich erhielt eine freundliche Mail. Gut, dachte ich in meiner Gedankenlosigkeit. Erst ein paar Monate später, als ich das Sofa durch Ljubljana trug, die Schnüre zusammenband, die den grünen Würfel aus hartem Schaumstoff auf dem Autodach hielten, den kleineren ausgeschnittenen Würfel, der als Tischchen dienen konnte, hineinlegte, verspürte ich zunehmend ein schreckliches Unbehagen.

Wozu? Aleš Šteger

Čemu?

Preklel sem svojo nepremišljenost. Znova in znova.

Aleš Šteger

Najprej je prišel prijazen mejl. Mednarodni projekt, nekdo, ki se skupaj z zeleno sofo vozi po srednji Evropi, obiskuje glavna mesta držav, pofotografira sofo v Budimpešti, Bratislavi, na Dunaju, v Lju­ bljani. Zmeraj neka druga ista sofa in zmeraj nek drug avtor iz tistega mesta, ki o zadevi napiše pripoved. Dobil sem prijazen mejl. Prav, sem pomislil v svoji nepremišljenosti. Šele par mesecev kasneje, ko sem nosil sofo po Ljubljani, vezal vrvi, ki so držale zeleno kocko iz trde umetne pene na strehi avta, vlagal manjšo izrezano kocko, ki je lahko služila kot mizica, sem vse bolj čutil strašansko nelagodje. Je nek motiv dovolj za nek zapis, neko naročilo, nek poziv k ustvarjanju, naj bo še tako butast? ˇ emu? C Aleš Šteger


139 LJU (III)

SOFA


140 LJU (II)

SOFA


141 Ist ein Motiv genug für einen Aufsatz, einen Auftrag, eine Aufforderung zur Kreativität, und sei es noch so bescheuert?

stand es so mitten auf dem Gehsteig, doch niemand trug es fort. Schließlich gab ich die Hoffnung auf und schaffte es gemeinsam mit einem Kollegen die Treppe hinauf ins Büro im ersten Stock. An der Eingangstür stießen wir an den Türrahmen und rissen die rechte Armlehne ein. Bald darauf drückte jemand eine Zigarette darauf aus. Eine Woche verging und die Ränder des Sofas fransten aus. Nach mehrwöchigem Gebrauch sah es so ramponiert aus, als hätten Robben darauf überwintert.

Grundsätzlich ja, natürlich, ohne Probleme. Wir fuhren durch Ljubljana, es war saukalt, und als wir fertig waren, begann es zu schneien. Seitdem hat es schon ein paar Winter geschneit. Regelmäßig erhielt ich freundliche Mails. Alle mit der gleichen Frage: Was ist mit deinem Text?

Mit meinem Kollegen trug ich es auf den Balkon und warf es zurück auf die Straße.

Das Buch steht vor dem Druck. Ich habe alle Texte, nur deinen nicht.

Wenn ich ehrlich bin, hatte es mich von dem Moment an, als ich es sah, unerträglich genervt. Später fand ich heraus, dass es meinen Kolle­gen ähnlich ergangen war, die aus Höflichkeit die ganze Zeit geschwiegen und seinen Anblick ertragen hatten.

Das grüne Sofa. Wann immer ich daran dachte, fröstelte mich, wie an jenem Wintertag, als ich ge­holfen hatte, es durch Ljubljana zu tragen, aber dieses Mal fröstelte mich nicht wegen der Kälte, es fröstelte mich wegen meiner Gedankenlosigkeit.

Mir wurde klar, warum auf dem grünen Schaumstoff so schnell Zigarettenspuren aufgetaucht waren. Als wir es auf der Straße in Stückchen

Bevor er abfuhr, stellte er es vor dem Eingang des Verlages ab, in dem ich arbeite. Ein paar Tage Wozu?

Aleš Šteger

Načeloma ja, seveda, brez težav.

naslanjač za roke. Kmalu zatem je nekdo na njej ugasnil cigaret. Minil je teden in so se robovi sofe scefrali. Po par tednih uporabe je izgledala zdelano, kot da so na njej zimovali tjulni.

Vozili smo se po Ljubljani, bilo je hladno kot hudič, in ko smo končali je pričelo snežiti. Od tedaj je snežilo že par zim.

S sodelavcem sva jo odnesla na balkon in vrgla nazaj na ulico.

Vsakih toliko sem prejel prijazne mejle. Vsi z istim vprašanjem: Kaj se dogaja s tvojim tekstom? Knjiga je pred tiskom. Imam vse tekste, samo tvojega ne.

Če sem odkrit, mi je od trenutka, ko sem jo videl, šla neznosno na živce. Kasneje sem izvedel, da se je enako godilo z mojimi sodelavci, ki so iz vljudnosti ves čas molčali in jo prenašali pogled nanjo.

Zelena sofa. Kadarkoli sem pomislil nanjo, me je zmrazilo, kot tisti zimski dan, ko sem jo pomagal nositi po Ljubljani, a tokrat me ni mrazilo zavoljo mraza, mrazilo me je od moje nepremišljenosti.

Postalo mi je jasno, zakaj so se na zeleni peni tako hitro pojavile sledi cigaret. Ko smo jo na cesti razrezali na koščke in jih zmetali v kanto za smeti, nam je vsem odleglo.

Preden se je odpeljal, jo je odložil pred vhodom v založbo, v kateri delam. Par dni je tako stala nasred pločnika, a je ni nihče odnesel. Končno sem obupal in jo s sodelavcem odnesel po stopnicah v pisarno v prvem nadstropju. Na vhodnih vratih sva zadela ob podboj in malo strgala desni

Zelena mizica je nemudoma sledila sofi. Potem so minili meseci. Vsakih toliko je prispel prijazen mejl z vprašanjem, ali sem končno napisal moj tekst. Vsi preostali ˇ emu? C

Aleš Šteger


142 LJU (II)

SOFA


Aleš Šteger

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144 Reihe nach durchgestrichen, das heißt, dass ich ihnen früher oder später nachgekommen bin. Doch das Sofa wanderte von Blatt zu Blatt und verfolgte mich immer mehr.

zerlegten und sie in die Mülltonne warfen, wurde uns allen besser. Das grüne Tischchen folgte dem Sofa unverzüglich. Dann vergingen Monate.

Wieder und wieder verfluchte ich meine Gedankenlosigkeit.

Regelmäßig kam eine freundliche Mail mit der Frage, ob ich endlich meinen Text geschrieben hätte. Alle anderen Autoren in allen anderen Städten, in denen er eines seiner grünen Sofas hinterlassen hatte, hätten ihre Texte schon längst geschrieben, und schon mehrere Monate warte er nur noch auf meinen, um das Projekt zu beenden.

Ich denke nicht, dass ich faul war, das wäre eine allzu einfache Antwort. Das Problem war ein wesentlich schlimmeres. Das Problem, wie und wozu man einen Text schrei­ben soll, an dem man von vornherein zweifelt. Einen Text zu schreiben, an dem man von vornherein zweifelt, ist, als ziehe man sich selbst den Stuhl unter dem Hintern weg, bevor man sich hin­setzt, und dann fällt man, doch noch bevor man mit dem Hinterteil auf dem Boden aufschlägt, entzieht sich auch dieser noch (ok, an dieser Stelle soll die Macht der Konvention siegen und der Bo­den grün werden) und dann befindet man sich im freien Fall und weiß, man kann schreiben, was man will, man kann noch so geschickt alle möglichen rheto­-

Ich wurde professioneller Hinauszögerer eines versprochenen Textes. Wenn ich daheim aufräume, finde ich des öfteren Listen mit wichtigen Aufgaben, die ich in den letzten Jahren zu erledigen hatte. Trattner, Sofa steht überall ganz oben. Dann eine lange Aufzählung anderer Verpflichtungen, alle der Wozu?

Aleš Šteger

Problem, kako in čemu napisati tekst, v katerega vnaprej dvomiš?

avtorji v vseh preostalih mestih, kjer je pustil katero od svojih zelenih sof, so bili že zdavnaj napisali svoje tekste, in že več mesecev čaka samo še na mojega, da dokonča projekt.

Pisati tekst, v katerega vnaprej dvomiš, je kot izmakniti sam sebi stol spod riti, preden sedeš, in potem padeš, a še preden udariš z zadnjico ob tla, se ti spodmaknejo še tla (ok, naj na tem mestu zmaga moč konvencije in naj bodo tla zelena) in potem se nahajaš v praznem padcu in veš, da lah­- ko pišeš kar koli, da lahko še tako spretno upo­ rabljaš razne retorične obrate in pisateljske trike, to nikoli ne bo to.

Postajal sem profesionalni odlagalec obljubljenega teksta. Ko doma pospravljam, večkrat najdem spiske z nujnimi opravki, katere sem imel za postoriti v zadnjih letih. Trattner, sofa je zapisano vsepovsod povsem na vrhu. Potem dolg seznam drugih opravil, vsa po vrsti prečrtana, se pravi, da sem jih slej ko prej opravil. A sofa se je prepisovala iz lista na list in me vse bolj zasledovala.

To: tekst o zeleni sofi. Zelena sofa nikoli ne bo to. Bilo je pravzaprav še huje: zelena sofa mi je šla na živce. OK, sem se miril, vzami jo hot ohlapni nezavezujoči motiv, nič več, nič manj. Vsak študent literature bi o njej lahko z malo truda spesnil par strani, si izmislil neko zgodbo, recimo naslednjo:

Znova in znova sem preklel svojo nepremišljenost. Ne mislim, da sem bil len, to bi bil preveč enostaven izgovor. Problem je bil bistveno hujši.

ˇ emu? C Aleš Šteger


145 rischen Wendungen und schriftstellerischen Tricks anwenden, es wird einfach nicht DAS.

Sofa jagt den Autor als Hirngespinst. Der kann sich nirgendwo mehr hinsetzen, irrt herum, seine Kräfte lassen nach, doch sobald er sich irgendwo ausruhen möchte, verwandeln sich der Fahrradständer, der Betonblumenkasten oder der Asphalt in ein grünes Sofa. Der Autor irrt ruhelos umher, bis er verrückt wird. Man findet ihn auf den Knien in einer Ecke der Wohnung eines Möbelgroßhändlers, in die er eingebrochen ist und in der er das gesamte Interieur in kleine Stücke geschlagen hat. Man ertappt ihn dabei, wie er im Schlafzimmer das Parkett herausreißt und immer wieder vor sich hinmurmelt: verde que te quiero verde.

DAS: der Text über das grüne Sofa. Das mit dem grünen Sofa wird nie DAS. Eigentlich war es noch schlimmer: Das grüne Sofa ging mir auf die Nerven. Ok, beruhigte ich mich, nimm es als dehnbares unverbindliches Motiv, nicht mehr, nicht weniger. Jeder Literaturstudent könnte mühelos ein paar Seiten darüber zusammendichten, sich eine Geschichte ausdenken, zum Beispiel die folgende:

Gut, ich gebe zu, es geht um einen Entwurf, nichts Besonderes, aber auch diese Idee mit dem grünen Sofa in Ljubljana, auf der Schusterbrücke, dem Schloss, im BTC war nichts Besonderes.

Das Sofa ist kein Sofa, sondern eine Geistererscheinung unter dem Hintern eines Autors, der sich auf keinen Fall eine Geschichte über ein Sofa ausdenken kann. Mit der Zeit beginnt es ihn zu verfolgen. In den Momenten, die alle auf irgendeine Weise mit Versäumnissen in seinem Leben zu tun haben, verwandeln sich die Stühle im Esszimmer, die Stühle in Zahnarztpraxen, die Sessel in Nachtclubs, die Sitze auf Rennrädern und der Beifahrersitz im Bus in ein grünes Sofa. Das grüne

Nicht nur nichts Besonderes. Es ist nicht DAS. Und es ist wieder und wieder nicht DAS. Und wieder eine freundliche Mail. Frohes neues Jahr. Das Buch steht vor dem Druck. Und wieder Wozu?

Aleš Šteger

Ne le, da ni bogvekaj. To ni to.

Sofa ni sofa marveč prikazen pod zadnjico avtorja, ki se nikakor ne more domisliti nobene zgodbe o sofi. Čez čas ga prične zasledovati. V trenutkih, ki vsi po imajo na nek način opravka z zamujenim v njegovem življenju, se stoli v jedilnici, sedeži iz zobozdravstvenih ordinacij, fotelji v nočnih barih, sedeži športnih koles in sovoznikov sedež v avtobusu spreminjajo v zeleno sofo. Zelena sofa kot fantazma lovi avtorja. Ta ne more več nikamor sesti, bega naokoli, pojenjajo mu moči, a kakor hitro si želi kje odpočiti, se stojalo za kolesa, betonsko korito za rože ali asfalt spremeni v zeleno sofo. Avtor blodi naokoli brez počitka, dokler se mu ne zmeša. Najdejo ga klečečega v kotu stanovanja nekega veletrgovca s pohištvom, v katerega je vlomil in na male koščke razbil ves interier. Zasa­- čijo ga, ko trga v spalnici s tal parket in ponavlja predse: verde que te quiero verde.

In to ni to znova in znova. In znova spet prijazen mejl. Srečno novo leto. Knjiga je pred tiskom. In znova klic. Tokrat se oglasim. Prijatelj, ki stoji slučajno poleg mene in ujame pogovor, vpraša, ali sem koga ubil ali mu požgal hišo, da se mu tako vneto opravičujem. Prinašalec sofe ni nič kriv. Imel je le idejo, ki ni bila bogvekaj. Ni bila bogvekaj vsaj za nepremišljenega avtorja. In ta avtor se poskuša sedaj mojstriti v umetnosti odlašanja. Odlašam.

Dobro, priznam, gre za osnutek, ki ni bogve kaj, a tudi ta ideja z zeleno sofo v Ljubljani, na Šuštarskem mostu, Ljubljanskem gradu, v BTCju ni bila bogve kaj.

Znova in znova. A v odlašanju ni niti trohice nepremišljenosti. To boli.

ˇ emu? C Aleš Šteger


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147 Lju (III)

SOFA


148 ein Anruf. Dieses Mal melde ich mich. Der Freund, der zufällig neben mir steht und das Gespräch mitbekommt, fragt, ob ich jemanden umgebracht oder ihm das Haus angezündet habe, dass ich mich so eifrig entschuldige.

Und wer hat so etwas schon gesehen? Jemand kommt mit einem grünen Sofa aus Schaumstoff oder irgendeiner Kunststoffmasse angefahren, rühmt sich damit, dass dies sein Geschenk an die Stadt und die Kultur und den Autor und überhaupt die Umsetzung eines multikulturellen, internationalen, die Grenzen der nationalen Kulturen, Genres und künstlerischen Medien überschreitenden Projektes sei, und dann fährt er durch die Stadt, lädt ab, erklärt, lädt wieder auf und fotografiert überall wie verrückt diesen grünen Schaumstoffhaufen.

Den Überbringer des Sofas trifft keine Schuld. Er hatte nur eine Idee, die nichts Besonderes war. Zumindest für einen gedankenlosen Autor war sie nichts Besonderes. Und dieser Autor versucht jetzt, in der Kunst des Verzögerns zu reüssieren. Ich verzögere.

Ok, ich gebe zu, das Projekt ist vielleicht vom Standpunkt des Fotografen her sogar sehr interessant. Er kann hüpfen, sich hinknien, sich verbeugen, das Licht suchen, die richtigen Winkel, was auch immer, er wird seine Aufnahmen haben, zu Hause wird er sie in der Dunkelkammer und mit Photoshop noch ein wenig bearbeiten und das ist dann DAS.

Wieder und wieder. Aber im Verzögern liegt nicht ein Fünkchen Gedankenlosigkeit. Das schmerzt. Jedesmal, wenn ich an das grüne Sofa denke, meldet sich in mir dieser unerträgliche Zwang, das Sofa noch einmal vom Balkon zu stoßen, dieses verfluchte grüne Sofa zu vergessen.

Doch der Autor, was soll der Autor mit einem Sofa, und mit einem grünen obendrein? Wozu?

Aleš Šteger

Vsakič, ko pomisli na zeleno sofo se v meni oglasi ta neznosna nuja še enkrat potisniti sofo čez balkon, pozabiti to prekleto zeleno sofo.

Avtor najraje nikoli ne bi izstopil iz temnice svojega molka, v katero se je odlašajoče zaprl. Čemu naj napiše pripoved ali polfiktivni esej, re- cimo v smislu: V romanu Resničnost Lojzeta Kovačiča se antijunak romana, ki temelji na realnih dogodkih, znajde po odsluženem vojaškem roku sam v Ljubljani. Je brez denarja, brez družine ali prijateljev, nima kam iti. Blodi po mestu, v katero se je vrnil po letu in pol terorja v vojski. Teh zadnjih trideset strani romana so morda najlepši opis Ljubljane, kar jih premore slovenska literatura. Človek, prost in obupan obenem, osvobojen vojaških prisil in scela podrejen prisili socialnega konteksta, ki ga pušča brez vsega in brez vsakr- šne perspektive, blodi po mestu, mesto blodi po njegovih mislih, en v drugem halucinirata, se srečujeta in prepoznavata v drobnih detajlih ulic in prizorih, ljudi, ki zvečer hitijo domov, dokler mlad vojak brez prihodnosti na koncu ne prispe v park Tivoli in leže na mehko, rahlo scufano zeleno sofo. In nežno zaspi.

Pa kdo je že videl kaj takega? Nekdo se pripelje z zeleno sofo iz pene ali neke umetne mase, se pohvali, da je to njegovo darilu mesto in kulturi in avtorju in nasploh obeležitev multikulturnega, mednarodnega, meje nacionalnih kultur, žanrov in umetniških medijev presegajo­čega projekta, in potem se vozi po mestu, nalaga, razlaga, spet nalaga in vsepovsod kot norec fotografira ta zeleni kup pene. Ok, priznam, projekt je mogoče celo zanimiv s stališča fotografa. On lahko skače, pokleka, se sklanja, išče svetlobo, prave kote, karkoli že, on bo imel svoje posnetke, doma jih bo še malce obdelal v temnici in photoshopu in to bo to. A avtor, kaj naj avtor s sofo, in še zeleno zapovrh?

ˇ emu? C Aleš Šteger


149 Der Autor wäre am liebsten nie aus der dunklen Kammer seines Schweigens getreten, in der er sich verzögernderweise eingeschlossen hat.

im Tivoli-Park ankommt und sich auf ein weiches, leicht zerfetztes grünes Sofa legt. Und sanft einschläft. Ich habe geschrieben der Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Das kann ich natürlich nicht wissen, natürlich ist dieser Satz Nonsens. So, wie es Nonsens ist, über ein grünes Sofa zu schreiben. Und so, wie es auch Nonsens ist, sich am Telefon zu entschuldigen, per Mail, still bei sich selber, der Verfolgungswahn, die Erscheinungen eines grünen Sofas überall, dieses Hinauszögern, diese Ohnmacht, dieses Selbstverfluchen, diese dunklen Kammern, dieses Schweigen, dieses Unterdrücken.

Wozu soll er eine Erzählung oder einen halbfiktiven Essay schreiben, zum Beispiel in diesem Sinne: Im Roman Die Wirklichkeit von Lojze Kovačič findet sich der Antiheld des Romans, der auf wahren Begebenheiten beruht, nach abgeleistetem Militärdienst allein in Ljubljana wieder. Er hat kein Geld, keine Familie oder Freunde, kann nirgendwo hin. Er irrt durch die Stadt, in die er nach eineinhalb Jahren Terror beim Militär zurückgekehrt ist. Diese letzten dreißig Seiten des Romans sind vielleicht die schönste Beschreibung Ljubljanas, die die slowenische Literatur zu bieten hat. Ein Mensch, frei und verzweifelt zugleich, von militärischen Zwängen befreit und den Zwängen des sozialen Kontexts völlig unterworfen, der ihn ohne alles und ohne jede Perspektive lässt, irrt durch die Stadt, die Stadt irrt durch seine Gedanken, sie halluzinieren einer im anderen, sie treffen und erkennen einander in kleinen Details von Straßen und Szenen, Menschen, die abends nach Hause eilen, bis der junge Soldat ohne Zukunft am Ende

Aber wie sage ich jemandem, der von weit her gekommen ist und der Stadt und mir dieses verfluchte grüne Sofa hinterlassen hat, dass er den Text, den ich ihm versprochen habe, nie sehen wird? Wie sage ich ihm, dass das Buch, wenn er mit dem Druck auf meinen Text wartet, nie erscheinen wird? Wie soll ich den Verfolgungswahn durch ein grünes Sofa loswerden, das ich vom Balkon unseres Büros Wozu?

Aleš Šteger

Kako odvrniti to lezenje odgovornosti izpod roba misli?

Zapisal sem stavek roman, ki temelji na resničnih dogodkih. Tega seveda ne morem vedeti, seveda je ta stavek nonsenz. Tako kot je nonsenz pisanje o zeleni sofi. In tako kot je obenem nonsenz opravičevanje po telefonu, po mejlih, potihem pri sebi, preganjavice, prividi zelene sofe vsepovsod, to odlašanje, ta nemoč, to preklinjanje samega sebe, te temnice, ta molk, to zatajevanje.

Znova in znova. OK, priznam, verjetno pretiravam, saj je navsezadnje samo zelena sofa. In tekst, tudi če ni to to, le še en tekst.

A kako reči nekomu, ki se je pripeljal od daleč in mestu in meni zapustil to prekleto zeleno sofo, da teksta, ki mu ga obljubljam, ne bo nikoli videl?

Ampak ali to ne pomeni obenem nekega ključnega popuščanja? Zakaj pisanje, če enkrat vzamem v zakup, da to ne rabi biti to vsaj v nekem intimnem, morda le avtroju razumljivem smislu, ne bi za vedno nehalo biti to?

Kako mu reči, da knjiga, če bo čakal s tiskom na moj tekst, ne bo nikoli izšla? Kako odvrniti preganjavico zelene sofe, ki sem jo vrgel čez balkon naše pisarne in na ulici z olfo nožem razrezal na male zelene koščke, z njimi napolnil kontejner, da se je pokrov zaprl le na dve tretjini in so stisnjeni koščki pene lezli ven izpod roba?

Treba bi bilo le sesti in pričeti pisati. Toda – sesti kam? Toda – pisati čemu?

ˇ emu? C Aleš Šteger


150 geworfen und auf der Straße mit einem Teppichmesser in kleine grüne Stückchen geschnitten, mit ihnen einen Container gefüllt habe, sodass der Deckel sich nur noch zu zwei Dritteln schließen ließ und die zusammengedrückten Schaumstoffstückchen unter dem Rand hervorkrochen?

Ich müsste mich nur hinsetzen und anfangen zu schreiben. Aber – wohin setzen? Aber – wozu schreiben? Aleš Šteger, geboren 1973, lebt in Ljubljana. Er veröffentlicht Lyrik, Prosa und Essays.

Wie soll ich das Verantwortungsgefühl davon abhalten, unter dem Rand der Gedanken hervorzukriechen?

Seine Bücher wurden vielmals ausgezeichnet

Wieder und wieder.

kamp, 2006), Zu zweit nirgendwo (als Mither­

und bislang in 16 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch liegen vor: Kaschmir (Edition Korrespondenzen, 2001), Buch der Dinge (Suhr­ ausgeber, Suhrkamp, 2006), Preußenpark (Suhr­

Ok, ich gebe zu, ich übertreibe wahrscheinlich, es ist ja schließlich nur ein grünes Sofa.

kamp, 2009). www.alessteger.com.

Und ein Text, auch wenn er nicht DAS ist, nur noch ein Text. Aber bedeutet das nicht, dass ich in einem entscheidenden Punkt nachgebe? Warum sollte das Schreiben, wenn ich mich dieses eine Mal damit abfände, dass es – wenigstens in einem intimen, vielleicht nur dem Autor verständlichen Sinne – nicht DAS ist, für immer aufhören, DAS zu sein? Wozu? Aleš Šteger

ˇ emu? C Aleš Šteger


151 Lju (III)

SOFA


152


153 LJU (III)

SOFA


154 LJU (Iv)

SOFA


155


156 LJU (I)

SOFA


T  R  S 157

Sofa: Triest / Trieste

Red Murder

Christian Sinicco

Red Murder Christian Sinicco


158 TRS (I)

SOFA


159 TRS (I)

SOFA


160


161 TRS (I)

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Christian Sinicco (l.), Josef Trattner (r.)

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163 TRS (II)

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164 TRS (II)

SOFA


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166 TRS (II)

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167 TRS (II, III)

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168 TRS (IV)

SOFA


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Red Murder Christian Sinicco

Von: „Emily“ An: „Nitro“ Betreff: Das Loch Datum: Fr, 22.5.2009, 11:32:48 Nitro, Wanderschaften im Netz, aber abgesehen davon, ist es irgendein „Hacker“, nichts Interessantes … nicht einmal Tricks, nein, irgendein Gauner hat einen Virus verbreitet … und ich bin hier, ich und mein Gedächtnisloch, in einem Loch von Wohnung. Manchmal verzweifle ich. Ich bin nur der Weg zwischen all diesen Löchern, sagst du. Die Stöckelschuhe latsche ich aus, manchmal trage ich sie, ziehe ein Kleid an, schminke mich: ein glückliches Bild, die Erinnerung, Erinnerung an eine magische Zeit, eine Illusion ohne Trauma. Ich habe meine Wahl getroffen; ich weiß nicht, das ist mein zu Hause. Gefällt es dir nicht? Was läuft denn so bei dir? Die exhumierten Stars der Soaps, alle in Serie in deinem Blog der Neigungen? Ich will dir nicht verheimlichen, dass ich ausgehen möchte: aber ich habe immer Angst. Möchtest du nochmal neu anfangen? Ich nicht. In einen Bildschirm hineingezoomt; so fühle ich Red Murder Christian Sinicco

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From: “Emily” To: “Nitro” Subject: ilbuco Date: Fri, 22 May 2009, 11:32:48 Nitro, peregrinazioni nella rete ma a parte questo e qualche hacker, nulla di interessante … nem­ meno truffe, no; qualche teppista iniettava virus a grappolo … poi sono qui, io e il mio buco di memorie, un buco di appartamento. mi dispero a volte. sono solo un passaggio tra questi vuoti dici tu. le scarpe coi tacchi le scalcio, qualche volta le metto, indosso un vestito. mi trucco: ecco l’im­ magine felice, il ricordo, già memoria di un tempo magico, l’illusione senza traumi. ho fatto la mia scelta; non lo so, questa è la mia casa. Non ti piace? dalle tue parti cosa tira? le star riesumate dai reality, rifilate in serie ai vlog di tendenza? non ti nascondo che vorrei uscire: ma ho sempre paura. vuoi ricominciare? io no. vivere zoommata dentro lo schermo, così mi senti? ti ricordi il video che hai fatto, che hai postato sul vlog? Sei tu che salti da Red Murder Christian Sinicco


171 dem Campo di Marte, die Nacht, als wir vom Zentrum ins Hotel zurück kamen, über die Gleise gingen, die gibt es nicht mehr. Wir sind nicht mehr die, die wir waren. Ist die Angst normal? Bleib’ zu Hause eingesperrt … Gehe aus oder warte, bis ich zu dir komme. Ich denke an nichts anderes. N

mich! Kannst du dich an das Video erinnern, das du gemacht und in deinem Blog gezeigt hast? Du bist zu sehen, wie du von einem Felsen zum anderen und dann ins Meer springst. Die Kamera fix auf den Horizont gerichtet. Ich würde nicht springen: ich bin nicht wie du. Du hast mich mitgeschleift, bis ich nicht mehr konnte. Vielleicht übertreibe ich; wie auch immer … Emilia

Sie liegt auf dem Sofa, mit dem Kopf nach unten, mit staunendem Blick. Der dunkelrote Teppich, dunkelrot wie geronnenes Blut, hebt sie hervor: blutleer, stark abgemagert, mit geöffneten Augen, grün, starr, dunkel, verlassen, weiß in ihrer Nacktheit dort, wo die Bluse geöffnet ist, mit halboffenen Lippen. „Ich bin so frei und mach’ mir einen Mojito“, Federico beobachtet sie gefrustet, wie einer der weiß, dass die leidige Angelegenheit nicht so schnell erledigt sein wird. „Warte auf den Sommer. Was sagen die Nachbarn?“ „Nachbarin Nummer eins, die von unten: arbeitet im Innenministerium, Typ „Alte Jungfer“, ist übrigens auch die Meinung des Hausmeisters. Die Lippen kann sie sich nicht aufspritzen

Von: „Nitro“ An: „Emily“ Betreff: Das Loch Datum: Fr, 22.5.2009, 11:50:55 Emy, was ich mache, ist ein Versuch. Innerhalb und außerhalb der Polizei, und dann im Labor, Analysen und verschiedene Scheiße! Keine Märchen … mach’ was du willst: die Langeweile, die Verzweiflung, dann lässt du von dir hören, dann wieder nicht. Was soll ich sagen? Willst du, willst du nicht? Hast du Angst? Das frühere Leben interessiert mich nicht. Vielleicht erinnerst du dich, wie schön es in Florenz war, aber alles ist wie weggewischt … das noch warme Brot auf

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uno scoglio all’altro e poi in mare. camera fissa sull’orizzonte. io non salterei: non sono come te. tu mi hai trascinata, finché non ce l’ho più fatta. forse esagero, ma tanto … Emilia From: “Nitro” To: “Emily” Subject: ilbuco Date: Fri, 22 May 2009, 11:50:55 Emy, il mio non è un tentativo. Dentro e fuori la Questura, e poi al laboratorio, analisi e balle varie! Niente favole … Fai quello che vuoi: la noia, la disperazione, poi ti fai sentire, poi no. Che dire? Vuoi, non vuoi? Hai paura? La vita di prima non mi interessa. Forse ti ricordi quanto era bello a Firen­ze, ma tutto si è perso … Il pane ancora caldo a Campo di Marte, la notte, tornando in hotel dal centro, passando sopra i binari, non c’è più. ­ Non siamo più come eravamo. La paura é normale? Stai a casa, chiusa … Esci, o lascia che sia io a venire da te. Non penso ad altro. N

Riversa sul divano, a testa in giù, con lo sguardo stupefatto. Il tappeto di un rosso scuro, rappreso, la sottolinea: esangue, emaciata, con gli occhi aperti, verdi, fissi, bui, abbandonata sul fianco, bianca nella sua nudità, dove la camicia è aperta, con le labbra semiaperte. “Approffitterò per farmi un moijto”, Federico la osserva col solito scazzo di chi sa che la mattanza non finirà. “Aspetta l’estate. I vicini, cosa dicono?” “Vicina uno, questa qua sotto: lavora al ministero interni, tipo vecchie assunzioni, assumevano anche i portieri. Non si può rifare le labbra: i camici la mandano in shock. Dorme coi tappi per via del locale al numero civico 2. Non era qui stamane. Sul frigorifero i santini di Padre Pio.” “Gli ucraini al secondo piano?” “Venti, venticinque anni. Rientrati tutti e tre. Strafatti di speed, o qualche altra merda. Gli spaccherei la testa, ma se fanno qualche mossa li si immobilizza.” “Se abbiamo fortuna sono loro, ma non sono loro. Portali in ospedale, analisi, questura. Poi li rispediamo in Ucraina per le sostanze.”

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172 lassen, denn vor weißen Kitteln hat sie so einen Horror: Sie schläft mit Ohrstöpseln wegen dem Lokal auf Nummer zwei. Sie war heute morgen nicht hier. Auf dem Eiskasten stehen die Heiligenbilder von Padre Pio.“ „Und die Ukrainer im zweiten Stock?“ „So 20, 25 Jahre alt. Sind alle drei nach Hause gekommen. Vollgepumpt mit Speed oder so einem Scheiß. Ich würde ihnen den Kopf einhauen, aber wenn sie eine falsche Bewegung machen, stellt man sie halt ruhig.“ „Wenn wir Glück haben, sind es sie, sie sind es aber nicht. Bring sie ins Krankenhaus, Untersuchung, Polizei ... dann schicken wir sie wegen Drogen in die Ukraine zurück.“ Federico ist groß, ein langgestreckter, muskulöser Körper. Die Nase ein bisschen zusammengedrückt, als hätten sie ihn zwischen Mund und Stirn geschlagen. 40 Jahre. Emilia, 34 Jahre. Einen Sohn bei einem Autounfall mit ihrem Auto verloren. Er starb mit ihrem Mann, ein Zwerg, der sie von einem Privatdetektiv verfolgen ließ, weil er Angst hatte, dass sie ihm davonläuft. Wie’s der Zufall will, kannte mich der Privatdetektiv.

Emilia wird sich nicht mehr aufrichten. Sie war meine intensivste Beziehung und sie ist völlig ausradiert. Ausgelöscht. 34 Jahre und ein undechiffrierbarer Schleier bedeckt sie. Wahrscheinlich hat sie das nicht einmal bemerkt. Sie hat sich sterben lassen oder sie macht sich etwas vor. Das war sicher die Tat mehrerer Personen. Keine Vergewaltigung, die schlecht ausgegangen ist. Sie haben sie bewegungsunfähig gemacht, ihr ein Säckchen in den Mund gesteckt: um zu vermeiden, dass Blut herauskommt, das sie dann erstickt hat. Eine Öffnung rechts am Hals, eine spitze Waffe: scheint kein Messer gewesen zu sein. Derjenige, der über ihr war, hat den Rumpf blockiert … Er hat ihr einen festen Schlag mit der linken Hand verpasst. Weitere Personen hielten ihr die Arme fest. Ein fürchterlicher Tod, verblutet. Sie haben zugeschaut. Vielleicht war es auch nur ein Mann. Mit dem Bauch nach unten hat er sie am Kinn gehalten und dann hat er ihr mit der rechten Hand die Waffe in den Hals gerammt. Er hat sie sterben lassen, ohne sie anzusehen. Dann hat er sie umgedreht, um uns glauben zu lassen, dass er Linkshänder ist.

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Federico è alto, fisico tirato, muscolare, col naso un po’ schiacciato, come se gli avessero tirato dei calci tra la bocca e la fronte. Quaranta anni. Emilia, trentaquattro anni. Un figlio perso nello schianto della sua automobile. Morì col marito, un nano che la faceva spiare da un inve­ stigatore privato per paura che fuggisse. Si dà il caso l’investigatore mi conoscesse. Emilia non si rialzerà più. E’ stata la mia storia più intensa, e si è cancellata del tutto. Dissolta. Trentaquattro anni, un velo indecifrabile la copre. Probabilmente non si è nemmeno resa conto. Si è lasciata morire, o si è illusa. Di sicuro il lavoro di più persone. Non uno stupro finito male. L’hanno immobilizzata, in­serito un sacchetto nella bocca: hanno evitato che il sangue uscisse, che la soffocasse. Un foro sulla parte destra del collo, un’arma a punta: non sembra un coltello. Chi le stava sopra, bloccava il tronco del corpo … Ha sferrato il colpo, secco, con la mano sinistra. Altre persone le dovevano tenere le braccia. Morte atroce, dissanguando. L’hanno guardata.

Forse è stata una persona sola. L’ha messa a pancia in giù, tenendola per il mento, poi le ha infilato con la mano destra l’arma nel collo. L’ha lasciata morire, senza guardarla. Poi l’ha girata, per farci pensare fosse mancino. Tra il tappeto e il divano, rossi, qualcosa ha scheggiato il suo corpo. La alzano e la adagiano nel sacco – i suoi occhi verdi, chiusi. Non so se credere a quello che vedo o che sento. Dentro di sé, il bambino che ha sognato, e che morì, e per cui sono stati inventati i giochi. “La famiglia del terzo ha chiamato i soccor­­si – Federico è impassibile – ; una ragazza, liceale, e i genitori che la adorano: dicono che ha ottimi voti … L’uomo lavora al comune, musei di storia naturale. La moglie, casalinga, le portava la spesa. Erano a fare un picnic sulla Napoleonica. Parlano di falesie e tramonti, di castelli rosa per la luce. Poi hanno mangiato pesce e calamari fritti. A Con­tovello. La donna dice che ha trovato la porta aperta, che la spesa la mattina non era riuscita a portargliela.” “Di solito si fa portare la spesa da Ugo, del supermercato siciliano in Ponterosso, accanto al Red Murder

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173 Irgendetwas zwischen Teppich und Sofa, beides rot, hat ihren Körper geritzt. Sie heben sie auf und legen sie in den Sack – ihre grünen Augen geschlossen. Ich weiß nicht, ob ich an das glauben soll, was ich sehe und fühle. In ihr das Kind, das geträumt hat und gestorben ist, für dieses Kind wurden die Spiele erfunden. „Die Familie aus dem dritten Stock hat die Rettung gerufen; ein Schulmädchen und Eltern, die sie vergöttern: man sagt, die hatte hervorragende Noten … Der Mann arbeitet für die ­Gemeinde, naturhistorisches Museum. Die Ehefrau, Hausfrau, machte ihr den Einkauf. Sie haben ein Picknick auf der Napoleonica gemacht. Sie sprachen über Strände und Sonnenuntergänge, über vom Licht rosa gefärbte Schlösser. Dann haben sie Fisch gegessen. In Contovello. Die Frau sagt, sie habe die geöffnete Türe gesehen und dass sie am Morgen nicht dazu kam, ihr den Einkauf vorbeizubringen.“ „Normalerweise ließ sie sich den Einkauf von Ugo bringen, der vom Supermarkt in Ponterosso, neben der Slavko Bar. Ugo ist auch Künstler: das Bild da ist von ihm“, ich zeige mit einer Kopfbewegung nach links vom Sofa, in Richtung Schlaf-

zimmer. Das Bild ist groß, einen halben Meter breit: Umrahmt vom weißen Hintergrund ein pausbäckiger Mann, nackt, muskulös, versteinertes, rosa Fleisch, ganz rosa, der Mund geöffnet, schaut fast wie ein Schwein aus, enge Zähne; und dann noch eine Mütze, die die Augen und die Stirn verdeckt … der Mann steht auf einem Bein, das andere ist gebeugt, als würde er es auf einem Startblock wie beim 100-Meterlauf abstützen, aber anstelle des Startblocks ist ein Helm aus dem Ersten Weltkrieg … „Ich habe keinen Kunstsinn, aber ich erkenne Comics“, Federicos Grinser ähnelt jenem des Mannes auf dem Bild: „Dritter Stock, Familie … er ist Gemeindebediensteter, im naturhistorischen Museum angestellt, damit wir uns richtig verstehen: das mit den Mammutskeletten und den eingelegten Embryonen.“ „Also, dritter Stock … und die anderen Wohnungen?“ „Leer! Wenn wir in dieser Stadt so weitermachen, bleiben nur wir und irgendein altersschwacher Greis über, der Blumen auf dem Bürgersteig verkauft, um über die Runden zu kommen … Die Welt war noch nie so wunderbar, Nitrosi!“ Red Murder

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bar di Slavko. Ugo, è anche pittore: il quadro lì è suo”, indico con un movimento del capo a sinistra del divano, verso la camera da letto. Il quadro è grande, mezzo metro di lato: incastona nel bianco del fondo un uomo paffuto, nudo, muscoli e ciccia impietriti, rosa, completamente rosa, la bocca aper­ta quasi si trattasse di un maiale, dai denti stretti; infine un berretto verde a coprire gli occhi e la fronte … è in piedi, l’uomo, con una sola gamba, l’altra la sta stirando come un atleta sui blocchi di partenza di una gara dei 100, e a posto dei blocchi spicca un elmo in ferro della prima guerra … “Non ho uno spiccato senso d’arte, ma leggo i fumetti”, il ghigno di Federico simile a quello dell’uomo ritratto nel quadro: “Terzo piano, famiglia … Lui, lavora al comune, impiegato al museo di storia naturale, quello con lo scheletro del mammut per intenderci, e con i feti dei bambini morti.” “Dunque, terzo piano … Gli altri appartamenti?” “Vuoti! Se andiamo avanti così in città rimarremo noi e qualche vecchio decrepito a vendere

erba per arrivare a fine mese … Il mondo non è mai stato così meraviglioso, Nitrosi!” “Ti interessi di sociologia?”, gli chiedo. “No, di città stronze”, Federico guarda un arazzo colorato, righe orrizzontali, verdi, rosse, gialle e nere. L’arazzo è appoggiato sopra il divano: “La signora, impiegata alle poste anni fa, porta gli occhiali e la fede. La figlia studia al liceo sloveno … Hanno trovato la porta aperta.” “Appartamenti agli altri piani, effrazioni?” “Primo piano, appartamento sfitto. Il pro­ prietario vive in Argentina. Ermeticamente chiuso”, ora Federico sorride, gli si è impresso il ghigno dell’uomo-maiale. “Che mi dici di pianerottolo e ascensore?” “Niente sangue sul pianerottolo, lo stesso per l’ascensore: credo che andrò giù al locale al civico 2 a farmi una birra, ma serve che chiu­ diamo la via qui sotto, prima della bolgia dei concerti.” “Chiudiamola. Arriverà la stampa: non farti vedere.” La storia della spesa, passo io in Ponterosso domani … Parlerò con Ugo. Voglio la lista di tutti

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174 „Interessierst du dich für Soziologie?“, frage ich ihn. „Nein, aber für Scheißstädte“, Federico schaut sich einen bunten Wandteppich an, waagerechte Streifen, grün, rot, gelb und schwarz. Der Wandteppich liegt auf dem Sofa: „Die Frau, die mal vor vielen Jahren bei der Post war, trägt Brillen und einen Ehering. Die Tochter geht in die slowenische Schule … sie haben die Türe geöffnet vorgefunden.“ „Wohnungen in den anderen Stockwerken?“ „Erster Stock, unvermietete Wohnung. Der Besitzer lebt in Argentinien. Hermetisch abgeriegelt“, Federico lacht, er hat wieder den „Schweine-Mann“-Grinser. „Und was hast du mir vom Treppenabsatz und vom Aufzug zu berichten?“ „Kein Blut auf den Treppen und im Aufzug: ich glaub’, ich geh’ in die Bar auf Hausnummer 2 und trink’ ein Bier, aber wir müssen die Straßensperre aufstellen, bevor die Hölle losgeht.“ „Ja, sperren wir sie. Die Presse wird kommen. Lass’ dich nicht blicken! Die Geschichte mit dem Einkauf … ich schaue morgen in Ponterosso vorbei … werde mit Ugo

sprechen. Ich will eine Liste von allen, die ihr die Post gebracht haben. Eine Liste der Anrufe, e-mails, jede Spur, die hinterlassen wurde. Vergiss’ die Nachbarin: die bringt höchstens die Kollegen im Ministerium um’s Eck. Zielen wir auf die Ukrainer, Maurer, von serbischen Firmen ausgenützt, die wiederum von italienischen Firmen beauftragt werden: dabei kommt immer Scheiße raus.“ „Nitro, es gibt MDMA, Speed und andere Kack-Drogen – Scheiße gibt’s da genügend – aber diese hier ist anders.“ „Lass’ Samolli sie verhören. Die glückliche „Morgenkeksi“-Familie schauen wir uns morgen an.“ „Die überzeugen mich auch nicht, auch wenn ich Padre Pio verdächtige.“ Und wieder die Leere zwischen Teppich und Sofa. Und das Rot. Mein Leben, ein neues Ende. Die nette Familie aus dem unteren Stockwerk, eine wie die aus der Kekse-Werbung. Die Vorzeigefamilie, Modell: abendlicher Totschlag. Ich bin von einem Bohrgeräusch im Ohr aufgewacht und dachte an Federicos Ironie.

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quelli che le portavano la posta. La lista delle telefonate, e-mail, qualsiasi traccia lasciata in rete. Lascia perdere la vicina: quella al limite fa fuori le colleghe del ministero. Puntiamo sugli ucraini, muratori, sfruttati dalle ditte di serbi a cui le ditte italiane subappaltano: viene fuori sempre qualche merda da lì.” “Nitro, tra mdma, speed e qualche altra psicostronzata, di merda ne abbiamo, ma questa è diversa.” “Falli interrogare da Samolli. La famigliola feli­ce biscotto mattutino, la vediamo domani.” “Non convincono neanche me, anche se sospetto di Padre Pio.” Di nuovo il vuoto tra il tappeto e il divano, e il rosso. La mia vita, una nuova fine. La famigliola del piano di sotto, quella della pubblicità, che mangia i biscotti. La famiglia modello omicidi seriali. Mi sono svegliato con un trapano nell’orecchio, pensando all’ironia di Federico. Operai che portano materiali per le scale, o mobili, ed elet­

tricisti, serramentisti. Una babele di lingue: serbo, albanese, rumeno e qualche parola di italiano. Se c’è qualcosa che non sopporto è la ris­trut­turazione di un appartamento. Lo devono sentire tutti, e se sei fortunato è l’appartamento accanto al tuo. Doccia veloce, fredda. Non scaldo l’acqua, è quasi estate. La moka fa salire il caffè, intanto. I brividi di freddo per la doccia: mi asciugo, veloce. Mi vesto, mentre mi ingozzo di frutta secca, uvetta e fichi. Una prugna. Bevo un po’ di latte. Quindi il caffè, zuccherato. Non penso. La strada è semivuota, una volta sceso. Di fronte la Pescheria c’è il solito baracchino con la napoletana che vende ai turisti i souvenir della Trieste mitteleuropea. La statua di Sissi, il corpo fucilato di Massimiliano imperatore del Messico. La direzione è quella del Ponterosso. Passo a lato di Piazza Unità. Lì incontro il prefetto che parla col sindaco, anzi, se la ridono. Un cenno del prefetto, un saluto formale del sindaco. Faccio un automatico passo in avanti verso Molo Audace. Poi viro a destra verso il canale. Supero le strisce.

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175 Arbeiter, die Baumaterial über die Treppen tragen, oder Möbel, und Elektriker, Spengler. Ein Sprachen-Babel: Serbisch, Albanisch, Rumänisch und ein paar italienische Wörter. Wenn es etwas gibt, was ich nicht aushalte, ist es eine Wohnungsrenovierung. Es müssen alle alles hören und wenn du Glück hast, ist die Wohnung auch noch neben deiner. Schnelle Dusche, mit kaltem Wasser. Ich mache das Wasser nicht warm, es ist fast Sommer. In der Zwischenzeit steigt in der Mokkamaschine der Kaffee hoch. Schüttelfrost aufgrund der Dusche: ich trockne mich schnell ab. Ich ziehe mich an, während ich Trockenfrüchte verschlinge, Rosinen und Feigen. Eine Pflaume. Ich trinke ein bisschen Milch. Dann den gezuckerten Kaffee. Ich denk’ nicht nach. Als ich wieder unten bin, ist die Straße halbleer. Gegenüber vom Fischgeschäft steht die Bude der Frau aus Neapel, die den Touristen die Souvenirs des Triest aus den Zeiten der Monarchie verkauft: Sisi-Figuren, den erschossenen Kaiser Maximilian von Mexiko … Ich gehe Richtung Ponterosso. Ich gehe seitlich an der Piazza Unità vorbei. Dort sehe ich den

Präfekten, der mit dem Bürgermeister spricht, also eigentlich lachen sie sich eins. Ein kurzes Winken des Präfekten, ein formeller Gruß des Bürgermeisters. Ich mache einen automatischen Schritt nach vorne in Richtung der Mole Audace. Dann wende ich mich nach rechts Richtung Kanal. Ich überquere den Zebrastreifen. Ich schaue im sizilianischen Geschäft von Ugo vorbei. Seit drei Wochen hat Ugo Emilia den Einkauf nicht mehr gebracht. Er ist gerade aus Patagonien zurückgekehrt. Er ist erschüttert. Er wusste von nichts. Er sagt, er hat nicht einmal die Zeitung gelesen. Die Nachricht wäre auch erst morgen erschienen. Er sinkt zusammen. Wir weinen gemeinsam, während ich versuche ihn zu trösten. Wir rauchen und weinen vor Slavko, der sonst immer Fragen stellt, jetzt bringt er uns nur Kaffee. Ugo ist sensibel: er simuliert nicht, er hört nicht zu weinen auf. Dieser Tod wird ihn Monate beschäftigen. Er wird sie zeichnen wie ein Frauen­ gesicht, dessen Antlitz an eine rote Languste erinnert, mit spitzen Brüsten; oder in Schwarz und Weiß, eine halbnackte Frau mit Umhang, die dabei

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Passo al negozio siciliano di Ugo. Ugo non porta la spesa da tre settimane a Emilia. E’ appena tornato dalla Patagonia. E’ sconvolto. Non sapeva niente. Non ha nemmeno letto il giornale, dice. La notizia sarebbe uscita l’indomani. Si accascia. Piangiamo assieme, mentre cerco di tirarlo su. Fumiamo e piangiamo da Slavko, che di solito fa domande, ma stavolta ci porta solo il caffè. Ugo è sensibile: non dissimula, non smette di piangere. La morte la vivrà dentro per mesi. La disegnerà come il viso di una donna, il cui volto ricorda quello di una aragosta rossa, con i seni appuntiti; oppure in bianco e nero una donna mezza nuda col mantello, nell’atto di coprirsi gli occhi. Forse disegnerà un tarocco, la carta 13, una schila con la testa-teschio verde e digrignante, che impugna la falce, la sottende, pronta all’uso. Sbatterà infine la testa sul muro, come ora la fa ciondolare. Eravamo amici. Eravamo una bella compagnia, assieme, anni fa. Lo lascio. La questura è chiusa. Entro dal retro, di fronte il Teatro Romano. Non ce la faccio, esco. Il Teatro Romano è davvero inutile. Chiuso da inferriate e cancelli, non

ci si può sedere. Mussolini l’ha ricostruito in parte, ma evidentemente la Sovrintendenza ha la paura che le persone rovinino gli spalti ricostruiti dal duce. Trieste è mummificata. Il divieto è ovunque. L’Italia è un divieto, è un divieto che nessuno ris­petta perché è ovunque, soprattutto dove inutile. Prendo a camminare. Dalle parti della sta­ zione salgo sull’autobus. Non so il numero. Seduta davanti a me, una vecchia con un mano un mazzo di violette. Nessun altro, fuori la vecchia, me e il conducente. Passiamo sotto il Faro della Vittoria, bianco, che guarda il mare, mentre l’autobus sale verso l’altipiano del Carso. Chiudo gli occhi. Vorrei riaprirli e non essere più io, o qui. Li riapro. L’autobus si è fermato. La vecchietta sta scendendo. Lo faccio anch’io. Sono a Monte Grisa. Salgo verso il santuario dedicato alla Madonna, una piramide di cemento che cade a pezzi, che taglia la linea dell’altipiano e dei pini neri – i triestini, alzando lo sguardo, da centro città, si domandano che male hanno fatto … Prendo un sentiero a lato del santuario, che non voglio nemmeno vedere.

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176 ist, sich die Augen zu bedecken. Vielleicht zeichnet er auch eine Tarotkarte, die 13, eine grüne, zähnefletschende Kopf-Totenschädelfigur, die die Sense er­greift, fertig zum Gebrauch. Schließlich schlägt er den Kopf gegen die Wand und lässt ihn dann hängen. Wir waren Freunde. Zusammen waren wir gute Gefährten, vor Jahren. Ich gehe. Das Amt ist geschlossen. Ich gehe von hinten rein, gegenüber vom Teatro Romano. Ich schaffe es nicht, ich gehe wieder hinaus. Das römische Theater ist wirklich nutzlos. Es ist eingezäumt von Gitterzäunen und -toren und man kann sich nicht hinsetzen. Mussolini hat es teilweise wieder aufbauen lassen, aber offensichtlich hat die Stadtverwaltung Angst, dass Leute die Werke des „Duce“ wieder zerstören. Triest ist wie eine steinerne Mumie. Überall sind Verbote. Italien ist eine einzige Verbotszone, Verbote, die niemand respektiert, weil sie überall und vor allem nutzlos sind. Ich marschiere weiter. Beim Bahnhof steige ich in den Autobus ein. Ich weiß nicht, welche Nummer. Vor mir sitzt eine alte Frau, in der Hand einen Veilchenstrauß. Sonst niemand, außer der Alten und dem Busfahrer.

Wir fahren am Faro della Vittoria – dem Siegesleuchturm – vorbei, weiß, er schaut das Meer an, der Autobus fährt zur Hochebene Carso hinauf. Ich schließe die Augen. Ich würde sie gerne wieder öffnen und nicht mehr ich oder hier sein. Ich mache sie wieder auf. Der Bus ist stehengeblieben. Die Alte steigt aus. Ich steige auch aus. Ich bin am Monte Grisa. Ich steige zum Marientempel hoch, eine zerfallende Zementpyramide, die sich wie eine Gerade zwischen dem Plateau und den schwarzen Pinien zieht – die Triestiner, die den Blick vom Stadtzentrum hier herauf richten, fragen sich, was sie denn Böses getan haben … ich schlage einen Weg neben dem Tempel, den ich nicht einmal ansehen will, ein. Ich war da schon einmal mit Emilia, an dem Tag, als wir Spargel sammeln gingen. Wir wanderten, wir verloren uns aus den Augen, unserem Instinkt folgend, wie Tiere, wie gefleckte Rehe, die über die Mauer springen. Dann fand ich sie wieder, hinter einem Baum. Es reichte schon, wenn ich sie rief, oder sie rief mich, oder sie versteckte sich. Es war heiß, doch wir hatten wegen der Zeckengefahr lange Hosen an. Ihre

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C’ero già stato con Emilia, un giorno che raccoglievamo asparagi. Passando da una dolina all’altra. Camminavamo, ci perdevamo, seguendo l’istinto, come bestie, come i caprioli macchie scuri che attraversano i muriccioli. Poi la ritrovavo, risalendo da qualche dolina, dietro ad un albero. Bastava la chiamassi, o mi chiamava lei, o si nascondeva. Faceva caldo ma avevamo i pantaloni lunghi, per via delle zecche. Le sue guance arrossivano per il caldo, così il suo sorriso era ancora più dolce. Prima della falesia, prima di rotolare, mi fermo: più in basso, la strada Napoleonica va da Contovello a Opicina. Chiusa al traffico, è meta per l’arrampicata sportiva. Sento alcune voci, lontane. Mi siedo sul ciglione, mi distendo. Mi scoppia la testa. L’erba è un po’ umida, ma il prato è leggermente battuto. Qualcun altro deve esserci già stato. C’è un bel panorama, è come l’infinito che si apre, come il blu il cielo e il mare che si confondono. Il respiro rallenta, ma mi rialzo in piedi. Tutto è straziante.

Un ciuffo di timo e una pietra calcarea e un ­braccialetto. E’ di corallo, con parti in oro. Sembra, anzi è simile. Era mio, comprato a Spalato, nelle bancarelle del mercato, ma non può essere; l’avevo comprato per Emilia. E’ di Emilia. “Ehi, coglione, la vedi questa?” “E tu, troietta, alzati di lì che non gli si rizza più a quello.” “Bastardo!”, disse lei facendo intravedere il seno bianco dalla camicia mentre si alzava; bellissimo … “Bene, zitti così, se no resuscito il mio amico e vi faccio schizzare le cervella; poi vi servo al sangue al primo passante rompipalle. E adesso levatevi dal cazzo, entrambi.” Lo scimmione, Jurgen, che mi stava a due centimetri e che aveva puntata la canna allo stomaco lentamente si mosse indietro, prese Emily per mano portandola a sé. “A proposito, aspettatemi al Solito Posto e non fate cazzate.” Mentre andavano lei ancora m’insultava – bel carattere, gran troia era quella! Una laureata in

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177 Wangen röteten sich wegen der Wärme und so war ihr Lächeln noch süßer. Vor den Felsen, bevor ich rutsche, bleibe ich stehen: Weiter unten liegt die Strada Napoleonica, die von Contovello nach Opicina führt. Sie ist für den Verkehr gesperrt und der erste Abschnitt dient dem Klettersport. Aus der Ferne höre ich Stimmen. Ich setze mich an den Rand und strecke mich aus. Mein Schädel brummt. Das Gras ist feucht und die Wiese abge­ treten, jemand muss schon mal hier gewesen sein. Hier hat man eine schöne Aussicht, es ist wie die Unendlichkeit, die sich öffnet, das Blau, der Him­mel und das Meer fließen ineinander. Der Atem verlangsamt sich, aber ich stehe auf. Alles ist schrecklich. Ein Thymianbüschel, ein Kalkstein und ein Armband. Es ist aus Korallen und Gold. Es scheint, nein, es ist ähnlich … Es ist meins, in Spalato gekauft, bei den Marktständen; aber das kann nicht sein. Ich hab’s für Emilia gekauft. Es gehört Emilia. „Hej, dumme Sau, siehst du das?“ „Und, du Schlampe, steh’ auf, denn der kriegt bestimmt keinen mehr hoch.“

„Bastard!“, sagt sie und lässt den weißen Busen aus der Bluse hervorblitzen, während sie aufsteht; wunderschön … „Gut, still ihr beiden, sonst wecke ich meinen Freund hier wieder auf und blase euch die Gehirne weg; dann serviere ich euch englisch gebraten an den erstbesten Passanten. Und jetzt verpisst euch beide!“ Jürgen, der Riesenaffe, der zwei Zentimeter entfernt war und den Lauf auf den Bauch richtete, nahm Emily an der Hand und mit sich fort. „Und außerdem … wartet an der üblichen Stelle auf mich und baut keinen Scheiß.“ Während sie davongingen, beleidigte sie mich weiter – netter Charakter, eine Scheißhure war das! Eine in Elektrotechnik promovierte, mit einer Leidenschaft für elektronische Tricks, ans „andere Ufer“ gewechselt … Aber sie hatte Recht: Ich hätte Nitro nicht hineinziehen sollen, er war ja nur eine Laborratte, nicht mehr. Der Rettungswagen kam an und übertönte mit seiner Sirene die Beschimpfungen für einen Augenblick. Eine Gruppe von japanischen Punks blieb stehen und filmte die Ärzte und Schwestern, die ausstiegen. Dann fixierten sie das Innere des

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ingegneria elettronica, con la passione delle truffe telematiche, passata all’altra sponda … Ma aveva ragione, non avrei dovuto tirare in mezzo Nitro, era solamente un topo di laboratorio e niente più. L’ambulanza era già arrivata e coprì per un momento gli insulti con la sirena. Un gruppo di punk nipponici intanto s’era fermato e filmava dottori e infermieri che scendevano; poi si fis­ sarono sugli interni dell’automezzo. C’era il corpo esanime di Nitro steso a terra in una pozza scura e sarebbe stata una bellissima inquadratura dall’alto con la barella e i dottori bianchi che stava­no arrivando con il salvacondotto, direttissimo, per l’obitorio. L’ultimo film di Nitro, Nitro e le angeliche; oppure Nitro all’Inferno, l’ultimo sogno di Nitro: ecco qualche bel titolo per quei coglioni, ovviamente in giapponese con i sottotitoli. Ma Nitro era stato grande: era soprannominato così dai tempi del liceo perchè fabbricava bombe carta come un artigiano di Napoli. Indimenticabile fu l’impresa di far saltare le tubature all’ultimo piano della scuola, con un congegno termico. Tutto l’edificio allagato il primo giorno di

riscaldamento, scuola evacuata, quindici giorni di vacanza: un eroe. Nel 1999 dopo l’ultima bomba scoppiata in cantina s’era ritirato dalla professione; quindi s’era laureato, era entrato nella scientifica; dieci anni di impeccabile lavoro sul set, era morto da idiota nella sua prima azione perchè stufo del suo buco. Da un buco all’altro era stato il suo percorso spirituale; dalla cantina alla scientifica, dalla vita all’eternità. Forse questo vale per tutte le persone, tutte le persone che in un modo o nell’altro vogliono cambiare, vanno da un buco ad un altro buco; o tutte le persone che pensano sia il mondo a cambiare e giudicano, guardano un buco da un altro … Alla fine un buco dove stare serve a tutti. Serve un buco ben dato, stupefatto, dove tutti possano specchiarsi tranquillamente, guar­ dare, rivolgersi al cielo o alla terra, sognare, girare su stessi, pregare e ballare, morire e cantare, un buco proprio da cui mandare a fanculo tutti quanti, un buco nel bosco dove nascondersi e spiare i maghi e le fate e i draghi nell’ultimo sortilegio; un buco da cui urlare, un buco da cui il suono è una freccia conficcata nel tramonto od uno sciame che

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178 Wagens. Auf dem Boden lag der leblose Körper Nitros in einer dunklen Pfütze und von oben hätte es ein tolles Fotomotiv abgegeben, mit der Tragbahre und den weiß gekleideten Ärzten, die mit ihrer Helfertruppe kamen, fertig für das Leichenschauhaus. Nitros letzter Film, Nitro und die Engel; oder Nitro in der Hölle, Nitros letzter Traum: ein paar schöne Titel für die dummen Schweine, klarerweise in Japanisch mit Untertiteln. Aber Nitro war großartig: Er wurde so genannt, weil er seit Schulzeiten Papierbomben wie ein neapoleta­ nischer Handwerker bastelte. Unvergessen bleibt das Unterfangen, die Rohrleitungen im letzten Stock der Schule mit einem thermischen Mechanismus in die Luft zu sprengen. Das gesamte Gebäude unter Wasser am Tag, als das erste Mal die Heizung aufgedreht wurde, die Schule eva­ kuiert, 15 Tage Ferien: ein Held. 1999 nach der letzten Bombe, die im Keller explodierte, hat er sich von dieser Tätigkeit zurückgezogen; dann hat er promoviert und ist zur Wissenschaft gegangen; 10 Jahre einwandfreie Arbeit auf diesem Gebiet, gestorben wie ein Idiot, weil er das Loch leid war. Von einem Loch zum anderen ging sein geistiger Weg; vom Keller zur Wissenschaft, vom

Leben in die Ewigkeit. Vielleicht gilt das ja für alle Menschen, für alle Menschen, die sich irgendwie verändern wollen, alle gehen von einem Loch zum anderen; oder alle Menschen, die denken, dass sich die Welt verändern muss und sie selbst abkanzeln, sie schauen von einem Loch zum anderen … Letztendlich braucht jeder sein Loch, in dem er bleiben kann. Man braucht ein verblüffendes, gut ausgestattetes Loch, in dem sich alle ruhig in den Spiegel schauen können, betrachten, sich an den Himmel oder die Erde wenden, träumen, sich um sich selbst drehen, beten und tanzen, sterben und singen, ein Loch, von dem aus einen alle am Arsch lecken können, ein Loch im Wald, wo man sich verstecken und die Zauberer, Feen und Drachen bei ihrer letzten Zauberei belauschen kann; ein Loch, aus dem man schreien kann, ein Loch, aus dem der Klang wie ein im Sonnenuntergang eingeschlagener Pfeil ist oder ein Schwarm, der nach Süden zieht, im Warmen, im Herzen der Dinge. Ein symbolisches Loch, ein traumhaftes Loch, ah, ich vergaß irgendein Arschloch, aber ohne Hämorrhoiden, ein Riesenloch in der Jackentasche, ein Loch einerseits und andererseits.

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migra a sud, al caldo, nel cuore delle cose. Un buco simbolico, un buco onirico, ah, dimenticavo, un buco di culo qualsiasi ma senza emorroidi, un buco enorme nelle tasche della giacca, un buco da parte a parte. Così il buco dell’eternità era scolpi­ to sul volto di Nitro. Era fermo, immobile, come un gatto su una Luna di vetro in uno di quei negozietti di città, a riposare. Estatico come dopo aver scopato la prima volta il giorno dopo il suo trentesimo compleanno, disgustato come dopo aver capito, lo stesso giorno, ch’era una meretrice assoldata da noi e non la donna della sua vita, la donna che amava. Possedeva così tutte le impressioni della vita quel corpo. Nitro e il buco, ecco il supertitolo per un superfilm di vero successo, cento miliardi di accessi su internet! “Nitro e il buco”, ma la tv di stato non avrebbe mai permesso a quei punk nipponici, tutto meno che punk, di realizzare una pellicola da sparare sui circuiti bene; e se avessero incrociato almeno uno dei nostri punk particolarmente incattivito, sarebbero certo tornati nel giro di pochi minuti in Giap­pone, con la pellicola fra le gambe e con una

foglia di fico al posto del pisello. Era l’ennesima profanazione nei confronti di Nitro, nel senso che se fosse rimasto in vita, ancora agonizzante per il colpo o con le poche forze che gli rimanevano, avrebbe confezionato uno dei suoi piccoli microprocessori dinamitardi: arrivato poi all’ospedale avrebbe fatto saltare la telecamera su quel culo di faccia del giapponese punk. Perchè? Perchè Nitro odiava le cazzate moderne. Questo lo ripeteva spesso e probabilmente per dimostrare che tutto ciò che è tendenza viene trasformato e massificato dai media e alla radice dalle multinazionali e la risultante del processo è un proprio e vero cult; in pratica dove una cosa da noi è incazzatura molesta da un’altra parte del mondo può essere carnevale e solo ed esclusivamente per fare business sulla bigiotteria. E tutto questo Nitro odiava. Aveva sempre sostenuto che avremmo dovuto diffidare della modernità, reazionaria o rivolu­zionaria. “Sono le sfumature a parlarti veramente delle cose”, della qualità del tuo fottutissimo e amato buco …

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179 am Leben geblieben wäre, in Agonie aufgrund des Schusses und mit letzten Kräften, hätte er einen seiner Dynamitprozessoren gezückt und im Spital angekommen, hätte er die Kamera auf diesem Arschgesicht von einem japanischen Punk in die Luft gesprengt. Warum? Weil Nitro den neu­ modischen Scheiß hasste. Das hat er immer wieder gesagt, wahrscheinlich um darauf hinzuweisen, dass alles, was neue Tendenz ist, von den Medien verfremdet und massifiziert wird, und am Ursprungsort der Multis geschieht dies auch, und das Ergebnis dieses Prozesses ist ein richtiger Kult; in der Praxis sieht das so aus: Wenn bei uns eine Sache lästiger Scheiß ist, so kann sie am anderen Ende der Welt Kar­ neval sein, und das nur und exklusiv um Geschäft mit Modeschmuck zu machen. Und das alles hasste Nitro. Er hat immer behauptet, dass wir an dem Modernen zweifeln müssen, reaktionär oder revolutionär. „Es sind die feinen Nuancen, die dir von den Dingen erzählen“, von der Qualität deines ver­fickten, geliebten Lochs …

Und so hat sich das ewige Loch in Nitros Antlitz eingeprägt. Er lag still, unbeweglich, wie die Katze auf dem Glasmond, wie die aus einem dieser Geschäfte in der Stadt, beim Ausruhen. Verzückt wie nach dem ersten Mal Vögeln am Tag nach seinem 30. Geburtstag, angeekelt, nachdem er am gleichen Tag kapiert hatte, dass sie eine von uns angeheuerte Nutte und nicht die Frau seines Lebens war, nicht die, die er liebte. So besaß diese Leiche alle Ein­drücke vom Leben. Nitro und das Loch, der Supertitel eines wirklich erfolgreichen Superfilms, hundert Milliarden Zugriffe im Internet. „Nitro und das Loch“, aber das staatliche Fernsehen hätte diesen japanischen Punks, die alles andere als Punks waren, niemals erlaubt, einen Streifen zu realisieren, der dann auch durch die exklusiven Kanäle ausgestrahlt wird; und wenn sie ein paar von unseren, wenigstens halbbösen Punks begegnet wären, dann wären sie wohl nach wenigen Minuten nach Japan zurückgekehrt, mit dem Film zwischen den Beinen und einem Feigenblatt anstelle des Penis. Es war die abermalige Entweihung von Nitro, denn wenn er

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Boh, chissà se Dio ha il proprio Buco, e soprat­ tutto, il buco di Nitro, è veramente il buco dell’eternità ora? Forse il buco non esiste e Nitro, un’amante delle prostitute dopo quella fatidica volta, lo sapeva, ma voleva lasciare comunque quel suo buco sintetico, il laboratorio della scientifica. Forse c’era qualche sfumatura che ancora non conosceva nel suo buco tridimensionale. C’è un solo attimo infatti in cui il buco non è più buco, un attimo in cui la luce del Sole può anche colpirti, usando tutte le sfumature possibili … “Ehi, coglione, la vedi questa? Vedi di metterti quella telecamera nel culo piscione giapponese, e smamma.” Nitro era uscito; avrei dovuto impedirglielo come voleva Emily, o Jurgen? Finalmente la pattuglia della polizia, con il consueto ritardo … Era ora, se no li ammazzavo tutti.

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180 Na ja, wer weiß, ob Gott sein Loch hat, und vor allem: Ist jetzt Nitros Loch wirklich das Loch der Ewigkeit? Aber vielleicht existiert das Loch nicht und Nitro, der ein Puffgänger war, wusste es nach der damaligen leidigen Angelegenheit und wollte auf jeden Fall sein künstliches Loch erhalten, das wissenschaftliche Labor. Vielleicht gab es ja auch noch Nuancen, die er in seinem dreidimensionalen Loch nicht kannte. Es gibt auch wirklich einen einzigen Augenblick, in dem das Loch kein Loch mehr ist, ein Augenblick, in dem dich das Sonnenlicht trifft, das alle möglichen Nuancen verwendet ... „Hej, Arschloch, siehst du das? Schau’, dass du dir diese Kamera in deinen japanischen Pisserarsch schiebst und hau’ ab.“ Nitro ist gegangen: Hätte ich es ihm verbieten müssen, so wie Emily oder Jürgen es wollten? Endlich kommt die Polizei mit der üblichen Verspätung … Wurde auch Zeit, sonst hätte ich sie alle getötet.

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Christian Sinicco, 1975 in Triest geboren, ist Schriftsteller und Performer. Er arbeitet zusammen mit der Band Baby Gelido. Sinicco trat in Italien bei diversen Veranstaltungen auf, u.a. Absolute Poetry und Poesia Presente. Er war Leiter des Festivals Iperporti in Triest und Trieste International Poetry Slam. 2005 veröffentlichte Sinicco einen Band mit Gedichten passando per New York / Nach New York gehen, erschienen bei Lieto Colle. Dieser erhielt gute Kritiken und verkaufte sich erfolgreich.


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Sofa: Zagreb

Das rote Sofa

Ana Brnardic´

Cervena sofa Ana Brnardic´


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Das rote Sofa Ana Brnardić

Ende September kam ein Fremder mit blonden Haaren in Zagreb an. Auf dem Dach seines Automobils transportierte er ein rotes Sofa aus weichem, schaumigem Material. Ich traf ihn und die junge Frau, die ihn begleitete, vor der Kirche von St. Peter, welche mit ihrem vereinsamten Turm wie mit einem Tastorgan die zittrigen Herbstwolken berührte. Die junge Frau hieß Meeresstern und der Fremde Josef. Sie führten mich zum Auto, damit ich das Sofa berühre. – Danach werden wir dich zum Jägerhaus mit den grünen Türen bringen – sagten sie. – und auf jeden Fall musst du noch jemanden kennen lernen! Noch jemanden? Ich fing doch erst an die Worte dieser beiden lächelnden Fremden vorsichtig zu betasten, sie ungeschickt zu wenden, ihre Ursache und meinen Platz darin suchend. Ich stieg ins Automobil mit Kopf schwer von der Nacht und dem Morgen, voll von Menschen, von Emotionen, meiner kürzlichen Reise. Doch irgendwie müssen die Gedanken geklärt werden, einfach tief einatmen, um sie durchzulüften, denn es erwartet mich ein Tag mit Josef und

Das rote Sofa Ana Brnardic´

Crvena sofa Ana Brnardić

Koncem rujna u Zagreb je stigao plavokosi stranac. Na krovu svog automobila vozio je privezanu crvenu sofu od mekanog, pjenastog materijala. Ispred Petrove crkve što jednim osamljenim tornjem poput ticala dodiruje drhtave jesenske oblake, susrela sam se s njim i djevojkom koja ga je pratila. Djevojka se zvala Morska Zvijezda, a stranac Josef. Poveli su me do automobila da dodirnem crvenu sofu. – A zatim ćemo te odvesti do lovačke kuće sa zelenim vratima – rekli su. – I svakako moraš upoznati još nekoga! Još nekoga? Ta tek sam počela oprezno opipavati riječi ovo dvoje nasmiješenih stranaca, nespretno ih prevrćući, tražeći njihove razloge i svoje mjesto u njima. Ukrcala sam se u automobil glave teške od noći i jutra krcatih ljudi, emocija, nedavnog putovanja. Ipak, nekako treba pročistiti misli, naprosto disati duboko da se provjetre, jer očekuje me dan sa Josefom i Morskom Zvijezdom, subota koju trebam prodrmati, tromu i uspavanu.

Cervena sofa Ana Brnardic´


183 dem Meeresstern, ein Samstag, träge und schläfrig, den ich wachrütteln muss. Mit seinen gebrochenen Beinen und Armen ragte das Jägerhaus auf einem Hügel empor. Wir ­kletterten bis zu seiner Schwelle, welche von der lebendig gewordenen Stille dröhnte, von den einstigen Bewohnern, den Jägern, welche nach Wald und warmem Blut rochen. Die Häuser erzählen den Ankömmlingen zuerst die Geschichte über ihr Unbehagen, sie erzählen sie auf prunkvolle und dramatische Weise, indem sie uns zu obskuren Spuren verleiten und von uns fordern, dass wir zu Rätselratern und vorübergehenden Detektiven werden. Das Haus der Jäger bebte unter dem Geheimnis, das es trug. Josef brachte das einfache rote Sofa zum Haus, ein Gegenstand, welcher rein von Geheimnissen, Geschichten und Unglück war, ein offener, banaler Augenblick der Gegenwart. Und während das Haus in seinen staubigen Anekdoten blätterte, hatte mich der Fremde bereits in diesen Augenblick versetzt und mich den Geheimnissen der Jäger und ihrer fröhlichen Frauen entfremdet, deren dunkle Knospen so leicht in meinem Kopf sprossen.

Hier ist es, das Mädchen mit den Traurigen Augen, wir fanden es auf der Straße – sagte der Meeres­ stern. Ins Auto stieg ein Wesen ein, das in keinem Zusammenhang mit dieser Welt stand, sich jedoch ganz leicht in diesen Samstag einfügte, und schenkte uns viele Wasserblüten aus seinen Augen und seinen Händen. Und wie ein jedes Wesen, das durch die Straßen wandelt, floh auch dieses vor irgendetwas. Dennoch scheute es sich nicht davor, uns in sein Versteck zu führen, in sein Heim, das wir zum kleinen Schönbrunn erkoren. Hinter der Biegung einer immer enger werdenden Straße öffneten sich die goldenen Flügel dieses Gebäudes, das nach Maß verwöhnter Prinzen gearbeitet war, welche mit ihren Fahrzeugen den herbstlichen Nebel mit seinem Mantel aus rauschenden Blättern schnitten und uns so in tiefe Bewunderung versetzten, wie in alten Werbungen für Parfüme. Josef, der sich die gesamte Zeit dafür einsetzte, sich nur dem Moment zu widmen und versuchte, mit seinen bronzenen Augen gegen meine samstägliche Traurigkeit anzukämpfen, trat in den Hof dieses Schlosses wie irgendein Prinz ein, statt einer Krone das Sofa auf seinem Haupt tragend. Obwohl wir vom Augenblick hingerissen

Das rote Sofa Ana Brnardic´

Lovačka kuća stršala je na brežuljku, polomljenih nogu i ruku. Uspeli smo se do njezina praga koji je brujao oživjelom tišinom, nekadašnjim domaćinima, lovcima što su mirisali po šumi i toploj krvi. Pridošlicama kuće prvo iznose svoju priču o nela- godi, iznoseći je raskošno, dramatično, navodeći na opskurne tragove, zahtijevajući da postanemo odgonetači i privremeni detektivi. Kuća lovaca tresla se pod tajnom koju je nosila. Pred kuću Josef je donio prostu crvenu sofu, predmet čist od tajni, pripovijesti, nesreća, otvoren, banalan trenutak sadašnjosti. I dok je kuća listala svoje prašnjave anegdote, stranac me posjeo u ovaj trenutak, otevši me tajnama lovaca i njihovih veselih žena čiji su crni pupoljci tako lako nicali u mojoj glavi. – Evo je, Djevojka s Tužnim Očima, pronašli smo je na ulici – rekla je Morska Zvijezda. U auto- mobil ukrcalo se biće koje nije imalo veze s ovim svijetom, ali se sasvim lako udjenula u ovu subotu, poklonivši nam puno vodenog cvijeća iz svojih očiju i ruku. I kao svako biće koje šeće ulicama, i ovo je od nečega bježalo. Ali se ipak nije libilo odvesti nas u svoje skrovište, svoj dom koji smo prozvali malim Schönbrunnom. Iza zavoja sve uže

ulice otvorila su se zlatna krila ove zgrade, uređene po mjeri razmaženih prinčeva koji svojim automo- bilima sijeku jesenje magle s plaštom lišća koje šumi ostavljajući nas sve u dubokoj udivlje­nosti, kao u starim reklamama za parfeme. Josef, koji se sve vrijeme zalagao za posve­ ćivanje trenutka i borio svojim brončanim očima protiv moje subotnje tuge, unišao je u dvorište ovog dvorca kao bilo koji princ, noseći umjesto krune sofu na glavi. Unatoč zanosu sadašnjosti i nehaju prema slojevima savjesti što nam ih nametoše, pred smjelog Princa Sadašnjosti skočio je čuvar ovog mjesta, predstavnik zakona što ovakve ljepote štiti od neozbiljnika poput nas. Niti riječi Djevojke s Tužnim Očima, djeve koja je stanovala u kuli ovog izgubljenog kraljevstva nisu smekšale policajca. No, tko zna kojom lozinkom, riječima što su ih moje umorne misli svakako previdjele, još uvijek utopljene u jezeru sebične samoće, policajac je smekšan. Obeshrabreno sam uvidjela da hodam po rubu subotnje fabule, još uvijek neprobuđena i čvrsto se noktima hvatajući za divlje, samotnjačke misli što mi trče u glavi. Kuće koje smo posjetili prinoseći im crvenu sofu

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186 waren und sorglos gegenüber den Schichten des Gewissens, welche uns aufgedrängt wurden, trat vor den kühnen Prinzen der Gegenwart der Wächter dieses Ortes, ein Vertreter des Gesetzes, der eine solche Pracht vor unseriösen Besuchern, wie wir es waren, hütete. Nicht einmal die Worte des Mädchens mit den Traurigen Augen, der Maid, welche im Turm dieses verlorenen Königreichs hauste, konnten den Polizisten beruhigen. Doch wer weiß, mit welcher Chiffre, mit Worten, welche ich in meinen müden Gedanken, immer noch im See selbstsüchtiger Einsamkeit versunken, jedenfalls übersah, war der Gesetzeshüter besänftigt. Entmutigt musste ich einsehen, dass ich am Rand einer samstäglichen Fabel ging, nach wie vor schlafend und mich fest mit den Nägeln an die wilden, durch meinen Kopf rasenden Gedanken einer Einsamen klammerte. Die Häuser, die wir besuchten und ihnen für einen Augenblick das rote Sofa darbrachten, für ein oder zwei Fotos, förderten mit ihren rauschenden Ängsten und dem Widerhall einst ausgesprochenen Kummers ein finsteres Bewusstsein. Ich wünschte mir eine Lichtung, einen weiten Raum,

zumindest einen Baum, der nicht die menschliche Sprache und Geschichte sprach. Josef hielt den Wagen an. Er nahm das Sofa vom Dach ab. Einige Schritte trug er es auf seinen Schultern. Dann warf er es auf die Wiese neben der Straße. Wir setzten uns nieder. Alles wurde leise. Die Gedanken schwebten davon. Ich trat aus der dunklen Kammer des Morgens heraus. Das Gesicht Josefs mit dem bronzenen Lachen, die grünen Augen des Meeressterns und die dunkelblauen Blüten im Antlitz des Mädchens mit den Traurigen Augen leuchteten unter dem offenen Himmel. Scheinbar hatte uns in diesem Moment auf dem Gras, an diesem kühlen und feuchten Herbsttag, als wir ausgestreckt im Sofa aus gummiartigem Schaum lagen, die Muse des Augenblicks besucht, welche alle Knoten löst und sich im unverbindlichen Plaudern verkörpert. Wir gingen nach Westen los. Wir stellten das Sofa auf eine Lichtung aus Beton hin, mit Aussicht auf die krummen Dächer und neutrale Wohnblöcke von Zagreb. Vor uns die beiden Hörner der Kathedrale. Um uns herum schwärmten die Passanten. Südamerikaner, Asiaten, ein ungewöhnliche Mischung von Stimmen in der Sprache, Sand von

Das rote Sofa Ana Brnardic´

za trenutak, za fotografiju-dvije, podržavale su svojim šumećim strahovima i jekom izgovorenih čemera neko tamno stanje svijesti. Zaželjela sam čistinu, otvoren prostor, barem jedno drvo koje ne govori ljudskim jezikom i poviješću. Josef je zaustavio automobil. Otkvačio je sofu s krova. Ponio ju je na ramenu par koraka. I zbacio na tratinu pored ceste. Sjeli smo. Sve se stišalo. Misli su otprhnule. Izišla sam iz tamne komore jutra. Josefovo lice s brončanim osmijehom, zelene oči Morske Zvijezde i tamnoplavo cvijeće u licu Tužne Djevojke sjali su na otvorenom nebu. Čini se da nas je u taj čas, na travi, u prohladan i vlažan jesenji dan, zavaljene u sofi od gumene pjene, posjetila muza Trenutka, koja razvezuje spone i utjelovljuje se u neobaveznom ćaskanju. Krenusmo prema zapadu. Spustismo sofu na betonsku čistinu s pogledom na zgrbljene krovo- ve i neutralne stambene kocke Zagreba. Ispred nas dva roga Katedrale. Oko nas se počeli rojiti prolaznici. Južnoamerikanci, Azijci, neobičan raspored glasova u jeziku, pijesak s dalekih obala

prosipao se svuda uokolo u centru Zagreba. Postajala sam i sama stranac, slušač odvojen od sebe i jezika, lagan kao prazan list, i sretan. Britanski trg okružen sivim palačama. Vikendom se održava sajam antikviteta. Već prije koji sat zaboravili smo naše dužnosti, postali smo obični prolaznici bez vektora, gradski leptiri. U kafiću usred trga spustili smo crvenu sofu i uvalili se u nju. Stare žene koje su po sajmu svojim ukraše­nim prstima drhtavo dodirivale posrebrene svijećnjake i paučinastu čipku, jednako tako su pomno pipale rubove sofe u kojoj smo odmarali svoja leđa, pijuckajući kavu prepušteni zraku, smjeni minuta, glasova, ruku, rubova kaputa koji su letjeli s golubovima uokolo. Naposlijetku, automobilom smo se odvezli na rub grada. Ondje gdje grad zapada. Podneblje niskih oblaka, tamnih sjena drveća. Iznova u zonu sjena, prošlosti, duhova koji vise nisko u zraku, ovješeni iznad nas u stilu dnevnih sukuba. Napuštena tvornica cementa. Iznova se otvara prašnjava knjiga, zidovi se listaju, ispadaju stranice, gušimo se u zelenom ekstraktu davno pod­metnutog otrova. Josef se smrkava, njegova

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190 fernen Ufern verstreute sich überall über dem Zentrum von Zagreb aus. Ich selber wurde zu einem Fremden, ein Zuhörer getrennt von sich und der Sprache, leicht wie ein leeres Blatt, und glücklich. Der Britanski Trg (Britische Platz) ist umgeben von grauen Palästen. Am Wochenende findet hier ein Antiquitätenmarkt statt. Bereits vor einigen Stunden hatten wir unsere Pflichten vergessen, wir wurden zu einfachen Passanten ohne Vektor, Schmetterlingen der Stadt. Wir stellten das rote Sofa im Kaffeehaus mitten auf dem Platz nieder und legten uns hinein. Die alten Frauen, welche auf dem Markt mit ihren geschmückten Fingern die versilberten Kerzenständer und hauchdünne Spitze zitternd berührten, griffen ebenso vorsichtig die Ränder des Sofas an, in dem wir unsere Rücken ausruhten und Kaffee tranken, der Luft, dem Vergehen der Minuten, der Stimmen, der Hände oder den Mantelrändern überlassen, die mit den Tauben herumflogen. Schließlich fuhren wir mit dem Wagen zum Stadtrand. Dorthin, wo die Stadt untergeht. Ein Gebiet mit niedrigen Wolken, mit dunklen Schatten von den Bäumen. Wieder in eine Zone der Schatten, der Vergangenheit, der Geister, welche schwer

in der Luft hingen, über uns hängend im Stil eines Tages-Sukubus. Die verlassene Zementfabrik. Erneut öffnet sich das staubige Buch, die Wände blättern sich, Seiten fallen heraus, wir ersticken im grünen Extrakt eines vor langer Zeit ausgestreuten Giftes. Josef wird düster, seine Melancholie nimmt die Form der Vergangenheit an, die bronzene Glückseligkeit in seinem Blick wuchert in einen komplizierten Wald von Klimt aus, voll von Bedeutungen. – Das Glück hat keine Bedeutung, es ist einfach, während Trauer voll von Bedeutungen ist – so konstatierte einmal ein Freund von mir. Die Augen des Traurigen Mädchens blättern sich in Seerosen ab, mit ihrem Hals den Grund berührend, und der Meeresstern krempelt den Kragen seines Mantels hoch. Die Wände der Zementfabrik sind voll von unerträglicher Geschichte. Lasst uns von hier fliehen, denke ich mir. Es ist kalt, es wird finster, und das furchtbare Gefühl von Unglück und Ungerechtigkeit wird immer fester. Wie schmal sind die Öffnungen, wie niedrig ist die Decke. Die unheimlichen Silhouetten kleiner Menschen erscheinen uns, Arbeiter in ihren modrigen Schürzen, von Albträumen ausge-

Das rote Sofa Ana Brnardic´

melan­kolija dobiva obrise prošlosti, brončana sreća u njegovu pogledu izrasta u kompliciranu Klimtovu šumu punu značenja. – Sreća nema značenje, ona naprosto jest, dok je tuga prepuna značenja – konstatirao je jednom moj prijatelj. Oči Tužne Djevojke listaju se u lopoče koji dodiru- ju samo dno svojim vratom, a Morska Zvijezda podiže ovratnik kaputa. Zidovi Cementare puni su nepodnošljive povijesti. Bježmo odavde, mislim u sebi. Hladno je, smrkava se, a ovdje se zgušnjava grozan osjećaj nesreće i nepravde. Kako li su maleni otvori, nizak strop. Priviđaju nam se jezoviti obrisi malenih ljudi, rad­nika u istrulim pregačama, lica ispijenih ` od mora, stisnutih usta s malim smotuljkom cigare u kutku. Sitna tijela radnika u nesrazmjeru s gole- mim čvoratim šakama. Tvornica se nikada ne gasi. Radnici pristižu u zoru na biciklima, dok noćni odlaze u besvijest. Ostavljamo crvenu sofu usred te vlažne povijesti. Sada ondje stoluju beskućnici, pomireni s duhovima tuberkuloznih radnika i sićušnih šegrta što poput vlati trave lelujaju između pogona tvornice i svojih domova kojekuda. Darujemo im

sofu, tek tako, jer su je zatražili od nas davno prešućenom molbom. Zagreb je taman. Usred bijela dana, i usred noći, progutao je kamen i s time živi. Povijest mu je dragocjena, ali ne zna kako ju probaviti, kako primiti strance, kako se nositi s njihovom bezbrižnošću. Josef pjeva iz sveg glasa u automobilu. Morska Zvijezda udara ritam, a Djevojka s Potočnicama u Očima dodaje drugi glas u tercama. Ispiremo tragove nelagode u grlu, jurimo u otvorenu noć.

Cervena sofa Ana Brnardic´


191 laugte Gesichter, zusammengepresste Münder mit kleinen selbst gerollten Zigaretten in den Winkeln. Die winzigen Körper der Arbeiter stehen in keinem Verhältnis mit den riesigen knotigen Fäusten. Die Fabrik steht nie still. Die Arbeiter kommen in der Morgendämmerung auf ihren Fahrrädern an, während die Nachtschicht ins Unbewusste geht. Wir lassen das rote Sofa mitten in dieser feuchten Geschichte stehen. Nun residieren hier die Obdachlosen, ausgesöhnt mit den Geistern der tuberkulosekranken Arbeiter und winzigen Lehr­ linge, welche zwischen dem Betrieb, der Fabrik und ihren Heimen wie Grashalme herumwanken. Wir schenken ihnen das Sofa, einfach so, weil sie es mit einer längst verschwiegenen Bitte von uns forderten. Zagreb ist finster. Am helllichten Tag, und mitten in der Nacht, verschlingt die Stadt den grauen Stein und sie lebt damit. Ihre Geschichte ist wertvoll, aber sie weiß nicht, wie sie zu verdauen ist, wie Fremde aufzunehmen sind, wie sie mit deren Unbekümmertheit umgehen soll. Josef singt lauthals im Auto. Der Meeresstern schlägt den Rhythmus, und das Mädchen mit den Vergissmeinnicht in den Augen fügt die zweite

Stimme in Terzen hinzu. Wir spülen die unangenehmen Reste im Hals aus, rasen in die offene Nacht hinaus.

Das rote Sofa Ana Brnardic´

Cervena sofa Ana Brnardic´

Ana Brnardic´ , geboren 1980 in Zagreb, studier­ te Vergleichende Literaturwissenschaften, Kroatische Sprache und Literatur an der Uni­ versität Zagreb. Bisher veröffentlichte sie drei Bücher, für die sie in Kroatien diverse Literaturpreise erhielt: Pisaljka nekog mudra­ ca / Der Schreiber einer Geschichte (1998), Valcer zmija / Der Schlangenwalzer (2005) und Postanak ptica / Die Erschaffung der Vögel (2009). Brnardic´  ist Mitglied der Gesellschaft Kroatischer Schriftsteller.


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SO F A Josef Trattner

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Josef Trattner – Sofa Journeys

Rainer Fuchs

For his ‘Sofa Journeys’ Josef Trattner used readily transportable foam rubber sofas he designed himself. He travelled to selected cities with them, met up with authors who were either resident or knew the place well, talked with them and animated them to write texts featuring the furniture object. The otherwise settled and sedentary piece of seating thus mutated into a vagrant and nomadic motif, straying through both the cities and the texts. The installation sites were discriminatively selected, did not comply with the significant criteria of tourism, but included instead heavily frequented public spaces as well as hidden and inaccessible places. Pedestrian zones, lift shafts, roof terraces and supermarket grounds were among them as much as secluded hills on the urban fringe. Entrenched patterns of thought and use were cast aside here insofar as the basic ­furnishing identity of the sofa and its role as a place and catalyst for conversation was brought to the fore – sofas are normally immobile pieces of furniture. Moving in and moving to are the few phases when they are actually shifted and relocated. Even if they have an animated life of another kind, their existence and identity, however, are based more upon the reverse of a swift change of location and restless bustle; as sedate centres of living rooms, they cater for repose and relaxation, and even when they are in elevated business environments or are party to highly political negotiations, they still signalise a quasi private and familiar atmo­ sphere. In contrast to armchairs, they not only provide a place for sitting but also lying and sleeping as ways to retreat into selfabandon free of everyday life. They therefore possess profoundly internalised qualities of a decelerating nature, which Trattner counters with his ‘Journeys’ and ‘Actions’. Strictly speaking, they were not actually sofas but sculptures of foam rubber which resembled sofas in ideal-typical geometry, and were used as such. The use of real sofas and their conventional spatial assignments were foregone in order to create a distance in the literal and figurative sense from which heightened observation and the state of being under observation were made possible. As sculptures these ‘Sofas’ transformed their surroundings into aesthetically charged zones and, inversely, the colour and form experience they fostered was made tangible ­a s an uncircumventably and everydayhistorically fractured and infiltrated occurrence. This could well be more conflictual in nature as installation was spontaneous and took place in public areas without the requir­ ed permits. It is not a need for harmony that determined Trattner’s acts but rather the

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challenge it brings with it. The extent to which intimacy can revert to mistrust in public terrain could hardly be demonstrated any better than by an object that basically cannot be surpassed for innocuousness and familiarity. It is not only conversations between the artists that unwind on the sofa but also ­between them and passers-by. As a viewing point and eye-catcher, the sofa effectively provoked communicative processes of a positive and negative type both at once, which Trattner had targeted in order to then be able to rule in turn and keep his improvised act going. Whilst some were taken with the opportunity of an unexpected yet welcome rest or the beauty of the form, others felt their need for mental peace disturbed by the striking yet unusual sight. After their performative use as platforms for and mirrors of social processes, the ­sofas were either left at their sites, that is to say, given over to an unsure fate, or given as a present to interested parties instead, which meant that a new but identical object was employed for every journey. In this way their status as irreplaceable originals or as icons in line with the market was consciously suspended. Such ‘Sofas’ had been deployed as viewing points and resting places in a previous project in the high mountains of Ehrwald. Appearing to have been banished from a cosy home to an exposed and raw alpine world, they acquired there a disturbing and provocative function. After a time, subjected to weathering, they took on the appearance of unseemly hazardous waste in the midst of idyllically bizarre nature. As if someone faced with a ubiquity of living rooms with alpine wallpaper had had the idea of turning the tables and putting a fake sofa outside in the real mountains as a metaphor for false living so as to hold a mirror up to the inverted logic of the cosy idealisation of nature and life. This not only referred to the questionabi­ lity of an escapist practice of making the private idyllic, it also exposed the nonsense of oppo­sitional behaviour towards the art project and the bourgeois sophistication of surroundings for what they are. Indeed, one could join Trattner in ironically asking: where is the difference here then, and why does the one thing irritate people when they are into the other? This sculptural furniture not only already opened up a view onto the landscape back then but also onto the inconsistencies of human behaviour. Projects like the ‘Sofa Journeys’ cannot be disassembled into traditional art forms. If anything, they mock such definitions and delimitations as much as they do the seemingly ordered world of staid cities. Fundamentally it is a stringent conceptual approach executed in a performative manner with a sculptural repertoire – the ‘sofa’. Moreover, it is participative, interdisciplinary and discur-


203 sive in orientation, yet aims at producing ­further and other forms of art such as photography and literature. Trattner’s project, with all the acts it involves and the reactions they provoke as a consequence, is a story in itself, which is interrupted and continued in the literary stories appending. These are not, in their turn, linguistic documentations of his ‘Actions’, even if he sometimes appears in them himself. They proceed with their initiator and his intentions as freely as he does himself with the order of his environment. And in reality the ‘sofa’ is not only not a sofa, it is, to put it bluntly, a simple pretext for creative and subversive meanderings in the dynamic turbulences of which not only its installation site is continually changed but also its material consistence can be conveyed in the ephemeral and imaginative figure of a literary motif. More importantly, the fact that it is ­liberated from its usual role as a mere reading place ultimately to become reading material itself could be considered the literal point of arrival for its journeys. Rainer Fuchs, born 1959 in Juden­

plan of spending a day with him or her and a brick-red foam sofa in their city: they would carry the sofa around the city; install it at a place chosen by the local writer; sit on it and talk to one another; photograph the situation; and the writer would then be expected to produce a text, invent a story, in which the sofa, left behind in the city, goes on to develop an existence, or is reflected in some other way to work through the joint experience. As soon as a procedure, date and meeting place had been agreed, Trattner tied a foam sofa onto his car and sped away. The journeys took him to Vienna (Ulrike Juza), Bratislava (Zuzana Blahutová), Munich (Thomas Glatz), Leipzig (Josef Haslinger), Bern (Christoph Simon) Turin (Beppe Tosco), Ljubljana (Aleš Šteger), Trieste (Christian Sinicco) and Zagreb (Ana Brnardić). (Vitus Weh) Sitting is unusual in the visual arts. One stands as a rule – when looking at art works as well as when chatting to one another at exhibition openings. However, your Sofa Journeys are emphatically about taking a seat. To what extent is that actually art?

burg / Styria. Studied art history and history at the University of Graz. Since 1991 curator and assistant director at the Museum of Modern Art Ludwig Foundation Vienna. Publi­ cations on expressionism ­in Austria (history of terminology and recep­ tion), essays on Austrian and inter­ national contemporary art in jounals and catalogues.

pp. 2 – 5 Agitating with Relish – An interview with the Josef Trattner

Vitus Weh

16th April 2010: Josef Trattner receives me in his loft studio in Vienna’s sixth district. The local adult education centre is stationed in the same building, where the façade proudly boasts ‘House of Encounter’ – a helpful bearing to find his place because Josef Trattner’s artistic production is also about encounters: dialogue, and thinking, eating and drinking together. He creates special settings for this, provides suitable furniture and materials, and selects partners (musicians, writers and philosophers, companies, graphic artists, collectors and fans) who wish to accompany him on his journey. Today’s talk is going to be about a longterm project distinguished by just such encounters: Trattner’s Sofa Journeys. Nine such journeys have taken place to date. In the run-up, Josef Trattner made contact with various international writers and described his

(Josef Trattner) Whether my ‘Actions’ are perceived as art really does not matter to me at all. Well, perhaps not completely because then I would not get to work with people like you and Rainer Fuchs, and publish books about my work. This question is inherently an element of my ‘Actions’. After all, every participant is thrown back upon self-assessment when the artist is no longer directly involved and the objects disintegrate into nothing. The situation arising from the sofa talks naturally differs from the routine situations you allude to in the art world. One is not standing in front of an inviolable work pondering it, but is, for a start, quite mundanely using a thing – and in a way the object itself is dictating. An object creating the impression of being seating quite simply prompts one to take a seat. This summons can be foiled by the space and setting of art of course – if, for example, a museum visitor sits down on an seat-object exhibit by Franz West, a museum guard is almost certainly going to be on the scene immediately to roust him. One is compelled to appreciate the thing for what its context makes it: an artefact not to be touched. That is why I prefer to act outside exhibition spaces where these contact barriers and norms of viewing art do not exist. Mind you, my sofa projects radiate elements of uncertainty and irritation. The objects certainly do not look like normal sofas. The stuffing, which is usually covered by fabric, is completely exposed. Apart from that, the sofas turn up in settings where they are least expected. A sofa is a private thing, an object which is associated with private living

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spaces. A foam sofa installed in the city brings the private into the public space. What interests you about producing such abnormal situations? There are several things I find interesting: I am curious about the occupancy of these little aliens, that is to say, whether and by whom the offer of a seat will be taken up, and the unforeseeable ways the foam blocks will be used and playfully handled. In a certain way, my ‘Actions’ provide a test site for social behaviour. It is interesting that totally different reactions occur, depending on the context – whether it be an alpine pasture, a supermarket, pedestrian zone or ex­ hibition space. When the opportunity arises, I also talk to people about why the thing excites or agitates them, what animates or deters them from occupying the blocks, what they feel when the objects get tattered. I am interested in seeing which types of use crop up. Everything is possible, ranging from a mundane use when people are just tired and relax on the sofa from the stress of city life for a moment right up to wilful acts of ­destruction. A lot can be learnt about attitu­ des to art as well. If the sofas remain in place for a time, I also document the process of change brought about by weathering or treatment. Foam is a material that has accompanied you in your work for some time now. How did that start? Earlier on I mainly produced sculptures in plaster and lead. I was initially intrigued by foam’s distinctiveness from classical sculptural materials, its softness and colourfulness as well as its impermanence, and the completely different possibilities it provided for the working process. My first experiments also generated criticism and incomprehension among established colleagues back then. Roland Göschl, for example, gave me the well-meaning advice to abandon this wrong track and start producing proper, i.e. permanent and sellable, sculptures again. Of course, it all turned out differently. The rapid change in colour and form, the processural aspect increasingly became an issue for me. Finally I took the step to completely abandon the objects to the public. In a sense I delegated the artistic act of shaping them to the public. During an exhibition of art in the public domain, I installed a blank foam object on the main square in Amstetten which had come straight from the factory and I had done nothing to at all. It served for practically everything as it migrated from the children’s playground via the local teenagers’ hangout to lovers lane. After a few weeks, and much to the chagrin of the road sweepers, it shrank to half its original size


204 through the treatment it received from the population. In 1997 I had large foam blanks delivered to a former industrial works in Steyr, Upper Austria, where I invited the public to produce their own seating and art works with Stanley knives. A year later in Tyrol, I placed nine variously coloured, industrially shaped foam sofas in the area around Lake Seeben. Preparation for this was elaborate, and bizarre in some respects – for example, getting an expert report that the cows would not drop dead if they ate the material. The sofas then stood between mountain pines, at the water’s edge, and amidst heaps of slip rock for a year as an invitation to hikers not only to rest but also to ponder their understanding of a beautiful landscape. The sofas were naturally foreign bodies in the mountains at 1,600 metres above sea level by dint of their material and colours. They became increasingly weathered and were de­ vastated by hikers. Some Ehrwald residents were angry about the ‘rubbish’ cluttering the beautiful landscape – the uncontrolled and uncontrollable aspect of such ‘Actions’ typically provoking fear and offence among some people. In contrast, your foam furniture at the ­M useums Q uartier, Vienna, in 2002 was a popular success. The MQ has been furnished ever since. Do you consider this to represent a long-term success? My intention was to furnish that space, which looked relatively empty and deserted, with foam blocks in order to induce greater utili­ sation, and turn it into a kind of living space. I proposed this idea to the MQ-BetriebsgmbH. The public soon started using the furniture, lying and jumping around on it, and piling the blocks up. Suddenly it was as if the area had been kissed awake. The polystyrene blocks coated in latex paint which fill the courtyards of the MQ every summer derive from this furnishing idea, but they are not as anarchic and no longer allow for this sensual approach. Admittedly they are more weather resistant, durable, and blend better into the soberly designed surroundings. There is no contrast, no grotty or disturbing factor anymore. You were then invited to generously furnish the city centre of Graz for the European Cultural Capital Year in 2003. Just as furnishing the government quarter in St. Pölten had already demonstrated in 1999, this project actually showed the limits of art in public spaces more than anything else; destruction, pollution and endangering public safety were reasons enough to end the project prematurely. Were the experiences you made in Graz a reason for your having turned in­c reas­ ingly towards more intimate situations since then?

I originally wanted to work outside the city of Graz and place sofas on surrounding hills and mountain tops. That is to say, to be there without actually being involved. However, I then complied with the director and filled the Graz city centre with ‘Metasofas’. The attraction the foam blocks exercised on punks and the homeless with a penchant for alcohol along with progressive wear and tear lead to rapid termination. This project was not ‘clean’ enough for a cultural capital. The project in St. Pölten went a similar way, only there the project was followed through. Those in charge stood by the project despite all the difficulties. The early abandonment of the Graz pro­ ject was not the trigger for the controlled dimension of my present foam ‘Actions’. With my ‘disintegrating art’ I have raised the question of what exactly art can and should be doing in public consumer zones. On the one hand, it is about a certain usefulness for me now – in Kremsmünster the ‘Sofa Talks’ were, for example, an inducement for residents and politicians of a certain town to sit together with artists and critically-minded contemporaries, and discuss the problems and possibilities of development for their town. I think that this project achieved a great deal and stimulated communication at a local level. On the other hand, I am simply interested in leading a life of relish. I enjoy getting to know interesting people on my ‘Sofa Journeys’ and spend a de-ranged day with them, removed from the everyday. Naturally I want to travel the world in a different way as well.

cities nor did I look for big names – I went about the project consciously subject to egalitarian accident. Lesser known writers therefore appear alongside more established ones. In the sofa journeys, where a person ­familiar with their town determines the installation site, I am curious about the way this shapes my introduction to a city. Will I be shown tourist hotspots or no-go areas, or will I be shown well-known or unknown things I have already seen in guide books? Installing a sofa not only marks out a place, it also sets the view when one sits on it. I talk about this with the authors then, too. Sitting together and taking a seat are almost automatically bound to my being told a great deal about the respective place and its history. My contact people take on the role of informers, which allows me to experience a city differently from a normal tourist. Of course there are always spontaneous reactions from passers-by as well, conversations about the point of the ‘Action’. One easily gets talking with people. Once a family rushed back home and turned up again with a full picnic basket. It is wonderful when one immerses oneself in a city like this. More than anything else, the sofa journeys represent an alternative and pleasurable way of travelling for me. Do you intend to continue your sofa journeys? I think so. Just reading the texts they spawn­ ed is a lot of fun in itself, you know. Vitus H. Weh, born 1965. Since 2001 conceptional and artistic director

You selectively chose your counterparts for the travelling sofa talks. Why did you just chose writers?

of quartier21, MuseumsQuartier Vienna. Art critic and curator, among others: Die Utopie des Designs, Munich, 1994; Kunst auf der Bau­

Collaboration with other artistic disciplines interests me more and more – particularly since my exhibition in the Vienna Künstlerhaus (K05). Just as I chose to work mainly with musicians at the Künstlerhaus ex­ hibition, I decided on writers for the ‘Sofa Journeys’. On the one hand, they have a slightly different view of the world and the city in which they live. On the other hand, I envisioned the sofa, which I left behind on these journeys, would hatch a story. The idea that my abandoned sofas would develop a life ‘after’ seemed fun to me. A continued existence which can be invented and devised, even when there are no longer any traces to follow. Who would be more suitable than a writer? How did the contacts come about? And what did you do at the respective venues? The contacts and places were mostly the ­result of chance through friends. I neither adhered to a definite concept in selecting the

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stelle, MQ Vienna, 1998 – 2001; Global Tools. Design im Zeitalter der Intensivstation, Vienna / Helsinki, 2002; re:LEVIATHAN. Visuelle For­ mierungen von staatlicher Macht, Vienna / Düsseldorf, 2003; Glanz und Verderben. Prekäre Kristalle in Kunst, Design, Architektur und Mode, Graz / Muerz / Vienna, 2009.


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Josef Trattner

Born 1955 in Semriach. Attended the Academy of Fine Arts, Vienna. Lives and works in Vienna.

Solo exhibitions and projects (selection)

2009: SCHAU(M)STOFF, Kremsmünster 09, Kremsmünster; WF/K, installation, Konservatorium Privatuniversität Vienna, Vienna; T.JAZZ, installation Husarentempel, Mödling near Vienna, et al. Koehne Quartett with Otto Lechner, Sigi Finkel; Splitter Temporär, Galerie Splitter, Vienna; Dialogue, perfor­ mance with Franz Hautzinger (trumpet), Vienna art week, Künstlerhaus Vienna; 2008: Sofafahrt Triest, with Christian Sinicco, Trieste; Colore (di) Vino Piemonte, Museo Carpano, Turin; Weinfarben Schweiz, Schloss Reichenau, Luzern, St. Gallen, Bern, Zug; T.JAZZ, installation Husarentempel, Mödling near Vienna, et al. Hans-Joachim Roedelius, Sylvie Lacroix, Jon Sass; Sofafahrt Zagreb, with Ana Brnardić, Zagreb; 2007: Sofafahrt Leipzig, with Josef Haslinger; Leipzig; T. JAZZ, installation Husarentempel, Mödling near Vienna, et al. Kammerflimmer Kollektief, Andy Middleton, Christian Havel; Project S.I.T.Z.E.N., Etsdorf; Sofafahrt Bern, with Christoph Simon, Bern; Sofafahrt Turin, with Beppe Tosco, Turin; Sofafahrt Ljubljana, with Aleš Šteger, Ljubljana; 2006: Sofafahrt Bratislava, with Zuzana Blahutová, Bratislava; T.JAZZ, installation Husarentempel, Mödling near Vienna, et al. Franz Hautzinger, Max Nagl, Jarrod Cagwin; Sofafahrt Munich, with Thomas Glatz, Munich; Leibnitz, (blind taste), Galerie Marenzi, Leibnitz; Installation O, Intrance, Odeon, Vienna; 2005: Bussi T., yearlong installation, Schloß Thürnthal, Thürnthal; T.JAZZ, installation Husarentempel, Mödling near Vienna, et al. Pipe Trio, Bertl Mütter, Otto Lechner; SCHAUM, installation, program angels, with Tommy Schmidt, Munich; Galerie der Stadt Wels, im Medien Kultur Haus, with Kurt Stadler, Wels; W/farben ROT, installation, performance Blind Taste, Künstlerhaus Vienna; 2004: Sofafahrt Vienna, with Ulrike Juza, Vienna; K.05, Künstlerhaus Vienna; Project Worritsch & Co, Vienna; 2003: Raum akut II, Kunstforum Hallein; Project Metasofa, Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas, Graz; 2002: Kunsturlaub II, Donnersbachwald, ​Styria; Project Möblierung Museumsquartier, Vienna; 2000: Kunsturlaub I, Ehrwald, Tirol; 1999: Josef Trattner: Block out, Museum ​für Angewandte Kunst/ MAK, Vienna; Project Anlauf, Ansitz, Anstand, Regierungsviertel St. Pölten; 1998: Project Kunstlandschaft, Ehrwald, Tirol; 1997: Sitzen in Steyr, Kunsthalle tmp Steyr; 1996: Home

installation, Galerie Cult, Vienna; Performance in foam, Galerie 4 Rooms, Vienna; 1995: Project Barock in progress, Schloss Eckartsau; In foam, Galerie Menotti, Baden; 1993: Raum akut, Kunstforum Hallein; 1992: Öster­reichische Galerie, Gustinus; Ambrosi-Museum, Vienna; Galerie A4, Wels; 1991: Galerie Posthof, Linz; Kloster Frohnleiten; 1990: Haus Wittgenstein, Vienna; 1989: Traklhaus, Salzburg; Secession – Galerie, Vienna; 1988: Neue Galerie – Studio; Steirischer Herbst '88, Graz; 1987: Theseustempel, Akademie der Bildenden Künste, Vienna.

Group exhibitions (selection)

2009: Tracing Abstract, NÖ Dokumentationszentrum, St. Pölten; 2006: Körper – Raum – Objekt, NÖ Dokumentationszentrum, St. Pölten; ABSTRACT PAPERS, Tresor im BA - CA Kunstforum, Vienna; 2004: Neue Galerie, sponsorship price des Landes Steiermark, Graz; 2003: Support, die Neue Galerie als Sammlung, Neue Galerie Graz am Johanneum, Graz; Meisterwerke der steirischen Moderne, Malerei und Plastik 1918 – 2000, Burg Rabenstein, Styria; Edition 0003, Galerie + Edition Artelier, Graz; 2000: Förderungspreis Bildende Kunst, Kunstraum Palais Porcia, Vienna; Skulptur als Möbel – Möbel als Skulptur, Objekte und Grafiken aus der Sammlung der Neuen Galerie Graz, Kloster Frohnleiten; 1999: Stop the Violence!!!, Akademie der bildenden Künste, Vienna; 1998: natürlich künstlich. Besichtigung eines hybriden Gebildes, O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich, Linz; 1997: L/M/S (Skulpturen, Objekte), Galerie Menotti, Baden; 1996: Interieur I, Galerie Menotti, Baden; 1995: Ankäufe, Neue Galerie – Studio Graz; The Living Art Museum, Reykjavik; Private plot, Galerie 4 Rooms, Vienna; Winterschlußverkauf, Galerie 5020, Salzburg; 1994: Positionen, Galerie Pohlhammer im Museum Industrieller Arbeitswelt, Steyr; Kunstforum Hallein; Kunst-Landschaft, Reihe Statements, Schaupark Erpfendorf; 1, 2, 3, … 50, Galerie im Traklhaus, Salzburg; Skulpturenpark, Hauptplatz Amstetten; 1993: Acht Positionen, Kloster Frohnleiten; A.I. Menschenrechte, Messepalast, Vienna; Vor der Wand, Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt; 1992: Tre scultori viennesi, Sala 1, Rome; Art Off, Nacissos, Prag; 1991: Sehen und Sprechen, Haus Wittgenstein, Vienna; Volume 6, Produzentengalerie, Kassel; Flugversuch, Vogelpark Schmiding, Wels; 1990: Österreichische Skulptur – Sammlung Erste Allgemeine Generali-Foundation, Secession, Vienna; Armadio, Künstlerhaus, Salzburg; 1989: Wien – Chicago, Kunsthalle Exnergasse, Wien; IV Dimensione, Palazzo Costanzi, Trieste; 60 Tage Österreichisches Museum

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des 21. Jahrhunderts, Institut für Museologie, Hochschule für Angewandte Kunst, Vienna; Reverse Angle, Ludwig Drum Factory, Chicago; 1988: Wandlung der Skulptur, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz; Wien – Köln – Cult, Galerie Cult, Vienna, Köln; Balanceakte 88. Neue Kunst aus Nie­d erösterreich, Kulturhof Weistrach; Kunst und Archäologie, Ottenstein; 1986: Junge Szene Vienna, Secession, Vienna.


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Foam Sweet Foam

Ulrike Juza

up there, as if there were no walls, the ­ele- ments seep through everything just like emotions do between people down in the city. there is nothing logical about it. with the heart alone. well, there is a hotel up there. ­at 484 metres. hotel Kahlenberg to be exact. but not really. it has been boarded up for ages, part of it at least, and sometimes ­people climb in at secret places and occupy a space which no longer exists. everything is rundown. birches grow on the terrace, grass amidst the mosaic tiles; where there were once doors the wind makes plastic sheeting billow and blows one with it into emaciated rooms with walls bulging out of themselves, exposing their electric wiring and the rawlplugs that have had their soapdishes torn from them. the walls grow ­together and, in a sense, dissipate. the snow from before easter is melting and is running down the remaining surfaces, the last, buckled Venetian blinds clatter in the window frames, there is rustling, dripping and discourse. and yet everything is quiet. a couple of fallen slats lie exhausted on the floor of the room and listen, abandon themselves to thoughts of dissipation. all of the desolate, grotty, shabby beauty tells ­ of the transience of things, and a new sofa out of foam rubber stands near the glass façade at the front. it has stood there since the afternoon, a three-seater, and it is night. a sensitive woman enters, she could be seen as beautiful. she is trying to distance herself. she is confused. Her life is no longer what it once was and not yet different. she sees it and sits on the backrest, and the sofa tips over. it topples. it is no heavier than the soul of a sofa. foam rubber is more like the air between. she lies down on the worn-out carpet and looks out of the broken panes down onto the city. to the left is the Danube, to the right is the nineteenth district, in the background is the inner city. it has to be said at this point that Kahlenberg lies on the city outskirts, at twelve o’clock on a map of the city. more or less. it used to be called ­Sauberg when Leopoldsberg was called Kahlenberg, until the Church of St. Leopold was built on it. and the Kahlenberg Church was renamed the Polish Church when ­Emper­- or Leopold I liberated Vienna with King Sobieskij of Poland, which also had something to do with the history of the ­c offee house indirectly. however, that is of no importance at the moment. someone enters who is somehow crazier and emotional. not quite a gentleman, more of an artist, yet not without charm, tall and

thin, a slender, white neck, it can be seen as he constantly looks down to the floor. due ­ to his height, not humility or sadness. he is pleased by the things and place. he sees ­ the sofa first, thinks that it would dissolve in snow water and time, crumble, who knows what form it might take on, then he sees the woman. he bends down, good evening. they sit on the backrest on the floor, he talks of sitting. it is all a question of inner balance. one has to sit inside onself, in the pelvis as it were, and just breath. when ­muddling along, for example, there is also a natural internal equililbrium, a form of letting things happen, it involves absolute trust. he lays his arm on the seat, which is now the backrest. such foam rubber, he says, is yield- ing. but also stubborn. a mass is spread, foamed and inflates. he likes foam. where do you live? – until now in Prague. – how did you get here? – with the 38A. – and who does this belong to? – nobody. he helps her up, takes the sofa and ties it ­to the roof of his BMW. overturning would not be a problem now. but he lets the car fall leisurely down the serpentine through the wood. they land on flat land, roll between the bedrooms of the rich, soda-water manufacturers’ widows, through the Cottage ­district, the parks surrounding the dark villas, an owl on a fence, and sits and looks. the sofa shivers slightly in the spring night, and whores stand along the Gürtel with almost nothing on and dream of warm, red, plush sofas in their establishments. he briefly looks to the side and continues to drive straight on, but looping in effect. the moon casts its shadows on the walls of the buildings along the Wienzeile. gliding like this, he looks other- worldly. this is not because of the cosmic energy that is in the city. the Ring encircles the inner city like a pericardium. he drives along it to the far side, until the muscle draws him in at its next contraction. he stops at Salzgries. the sofa smells of night air, every pore pumped full. they take it off the roof and carry it to the Church of St. Rupert. that is his favourite place. the church is closed. inside, the wooden sculpture of Rupert dating from the fourteenth century is anatomically incorrect, the hands are attached directly to the body without arms. outside the sofa creates a space. both lie down inside the area of roman ­V indobona, in the very beginnings of the city at the oldest surviving walls, which are still in use, they both lie down on a half, the upper body horizontal, arms parallel, legs vertical, feet on the ground. the bells strike together above the city. are they of bone and cold. they weave through the inner city, her legs tremble, she wants to find the city’s centre of gravity. they go for a warm coffee at Aida and two kardinalschnitten. they would have liked to put the sofa in the Virgil Chapel, under

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ground, between the tube lines in a niche. or in the public conveniences under the backside of the lavatory attendant on the Graben. they sit down on the base of the plague ­c olumn. she believes that the Church of St. Augustine was dedicated to the balladeer liebe Augustin because he survived a night in a plague pit. someone crosses the Graben, a sofa on their head. a couple of people must have ­already sat on it. laps and buttocks of alien bodies with a lot of feelings within them that they suppress at first but then unleash with a vengeance. perhaps a couple of asylum seekers from Cameroon and Nigeria, who are otherwise happy to lie around on the green at Heldenplatz, softening laws and gravity. one would now like to know whether the climate inside the sofa absorbs that of the bodies. they follow him through the Trattnerhof. it is not actually a courtyard, more of an alley between two buildings, you are down it in four paces and then in a bar. the sofa stands next to the piano. someone who has made music the focus of their life is sitting at it. he plays her something, it sounds like rhythmic freedom, which is ­indispensable. he models a melody for her over the base beat, slowing down and speeding up issue from him and the depths of the music. he has a double character comprising rationality and quest. he moves in correlations, he does not think from a to b but rather about the relationship between them both, and a c perhaps. he approaches the world in this way. that is how he can move around easily and integrate. he looks at her and everything comes together. he fingers her blouse, she slips out of the material and something unfolds to warm the heart. she feels fine. balance of two. the sofa stands in the room like a woman who has just stepped out of her costume. pure. straight, clearly exhibited in her architecture. or a soul which has slipped out of old habits and the corset of norms, laid aside heaviness, like the city. she opens herself and is no different on the outside than on the inside, brick red. allows air back into her soul, makes herself vulnerable. one could tear holes out of her and she would not cry. no fear. they take it with them to the Stadtpark a couple of days later. there are ducks in the pond, one of them dives for too long. he goes over there, a hedgehog has fallen into the water. he pulls it out, the hedgehog runs away. placed outdoors, the foam rubber ­sofa provides animals with a habitat and keeps them warm. snakes live under it and hedgehogs, and it decays itself, weathers, becomes landscape itself. she says the wind in the city is colossal. if it goes on blowing like this, we will all soon be blown off. without walls. without a hold. without a place. there where the moods between people ripple and let


207 themselves in. in each other, in new stories, live in themselves like a sofa, a city or a ­moment. in the round mirror in front of the MAK, one sees the arithmetic and geometry in ­ the life of the city. but also the subjunctive in between, which makes everything vital. where stories get a twist, do not know how they should go on, briefly try out formulistic verses and then let go, simply still are. the number 1 tram overtakes the cars on the Ring. they sink like lead, undrivable objects. a foam rubber surface could well be on the Ring. someone is sitting in a BMW, cannot make headway. he. he gets out. the features of the tram are masculine but the doors are too narrow. they go by ­ taxi back across and up to the left in the ­direction of nine o’clock. if rain suddenly came down on the city, the foam on the taxi roof would soak it up, relatively quickly, it would hang down to the windows, and they would not be able to wangle it out. but none of this happens. but everything is also that which it is not, and that which is no longer city, is also Vienna. in space and in time, that underneath, behind and between. the woods all around, the pygmy elephants on the Danube in primeval times, when it was wild, many waters, waterfalls. that is still there, in the flux. we have missed it as far as lifetime is concerned. a merry-go-round. one steps out on a different layer, a new one steps in, always well mixed. they buy food at the Brunnenmarkt, some wine at the heurige at the end the J tram line, up the steep Gallitzinstraße. they send the taxi away at the narrow wrought-iron gate of the grounds of Steinhof. wild clouds there, trees and kites are in the grey-green air, people walk silently across the expansive high plateau, passing by like a dream of prom­- enaders and players and meadows. peace. behind, the gold dome shines on the chapel near the sanatorium, in front of it four gaunt angels, and to the right and left two strong holy men sit on cubic green armchairs with golden spirals on them. the three of them lift the sofa up onto the scaffolding, put it in between the men’s furniture and settle in. they create an observation post over the city for themselves, like the four angels that look down on them, the two-headed eagle and the pigeons and the God. it gets dark. they eat and drink. then they fall silent and look down. the woman sees she has arrived at a slightly crazy place. the city has lifted her up, taken her with it and placed her a little to the side of it. in something like a living room. she lights a cigarette and the sofa lights up. silent night. and at some point rosy. between the trees, a couple of souls, who find no peace, are already wandering about in the loggia of pavilion 22, it is a morning when the dust-

men down in the city kiss each other on the cheeks. and over on Kahlenberg the diggers drive up and pull down the hotel. Ulrike Juza was born the daughter of a chimney sweep on Christmas day 1967. She lives and works as an adver­t ising copywriter and author in Vienna and the Alpine foothills in Lower Austria.

pp. 66 – 70

Sofa

Zuzana Blahutová

Josef called me to say he would like to come to Bratislava with Sofa. “Would you like to come with us and show us around Bratislava? Do you have time at all on Friday? I’d like to find a couple of interesting places for Sofa. It’s nothing major, we’ll just have a nice time together,” Josef assured me several times. “It would be great if a literary text could emerge from our meeting. We’ll leave Sofa at a chosen place, and then we’ll look for a nice restaurant in Bratislava.” “Sadist or lady-killer?” I pondered. Josef decided that Sofa would travel on the roof of his car. A lady does not squeeze in together with three men in the cramped confines of a car! The trip from Vienna to Bratislava took twice as long as usual. The heavy load on the roof prevented a quick journey. Sofa lay comfortable and content on the roof of the car; it did not disturb her that the straps cut into her soft body in some places. She ignored the fact that strange growth rings had formed on her body. The resistance of the strong wind gave her pleasure and, knowing she could not fly away, ­ she enjoyed it to the full. Pleasurably excited by the excursion, she underestimated the situation in an unexpected moment and pressed her impressive rear end against the aerial on the roof and accidentally tore it back. “Why on earth didn’t I put her on a roof rack,” Josef lamented, holding part of the snapped-off plastic in his hand. Later on, in the restaurant ‘Slovak Pub’, he still could ­ not forgive himself for this carelessness, not even after a couple of beers. Sofa was not at all as I had imagined: on delicate, thin, wooden legs, more in the Biedermeier style, covered in thick velvet and studs – an unnatural beauty. However, in front of me, on the roof, there was something that more resembled a building block. Defined nothingness. Our cars drove off. Josef and two friends followed me with Sofa on the roof. From time to time, I looked sceptically in the rear view mirror at Sofa, who swung carefree from side to side with her large hips. “More of a hot

English

mama than a ravishing beauty,” I thought. We arrived at a car park belonging to the castle. Josef lovingly liberated Sofa from the green straps, ran his hand across her soft body to check whether the straps had injured her – just as a mother ape runs through the fur of her young, perseveringly, from point to point. I dared to touch Sofa for the first time; closed my eyes, felt a compact mass ­beneath my hands. My fingers slid over her whole body, felt small bumps, the machinefinished, sharp edges of her body guided me, bestowed security. I imagined a sea sponge: when you put it in water, it revives suddenly, its structure changes in water like a chameleon. You warm to it, let it stroke your whole body, enter into an intimate relationship; ­it knows everything about you and, in that ­moment, it represents both safety ­ and refuge to you at same time. When it has dried out, it is once again just a dumb, defined nothing. However, you know what lies quiet behind it, and remember the feeling you had with your first kiss. It was such a curious thing, indefinable, downright weird, full of qualms. At that moment, you did not know whether you liked it or not. After a time, though, you could not imagine life without it. The oldest image of Bratislava Castle dates from the 14th century. It has nothing ­in common with the present appearance of the castle. Instead, it depicts a somewhat roman­tic fortress with stone towers and a large iron gate. During the second half of the 16th century, the castle was revamped in the ­spirit of the old renaissance masters. Fragments on the outer wall testify to this fact. In 1811, Austrian and Italian troops stationed there burnt the castle down. Only a rump remained. Every attempt to renovate the castle before 1948 failed. Its present form dates from 1962. The austerity of the then regime is perceptible. Sofa and the castle blossom in each other’s company as if they had lived here for ages. In front of you is the silhouette of the castle. A regular square with four towers, one on each corner. Your curiosity increases. What is inside the square? That which is inside the body of a volcano? Oh, to possess the fabulous power to take the castle in your hands, to cradle it there and look inside! Red pumice stone. Sofa is leaning against the castle wall. You climb up the irregular steps of her body. The first step is higher and larger, more stable, your legs sink into the soft sponge, flowingly you lift the second leg and set it down on the second step (backrest), which is thinner and less stable, ­balancing with both hands, you try as quickly as possible to hold on fast to the tower, bounce off the last step, fall, you succeed in clinging to the tower with your hand. Pull yourself up to the top of the castle


208 wall with the last ounces of your strength. In the middle of the courtyard you see a well, the life of the rich and beautiful vibrating all around it. The bouquet of wine, the rustle of crinolines. The entrance gates of the castle suddenly close, and the last chosen ones pass around the courtyard. In the distance, somewhere beyond the mountain near ­Hainburg, a large black cloud rises up, the pounding of horses is to be heard. You are thirsty, you reach towards the well with your hand. The chosen ones look ­at you in dis­ belief, become aware of you, whisper confidingly to each other, aim at you with the canons. The blast wave of exploding gunpowder tears you with it. You fly, your eyes are shut, dreaming of the great ideals of unity, fraternity and equality among the Slav peoples. Fly, drag the whole castle with me! We tumble. Fall into Sofa’s soft, safe arms. The cube has also stopped. The castle is now standing like a table on four legs, wobbling from side to side, like a lady with shoes that are too high. Everybody has access to the well now. Sitting comfortably in Sofa’s arms, next to me a table, on the table a glass of chilled water. Taking the glass in my hand. Drinking. Through the glass, above the water, I see the roofs of Podhradie (beneath the castle). The water has flowed out of the glass, the level of the Danube rises. The black cloud has slowly blown over, the sun comes out from behind the clouds. Podhradie originally did not belong to the castle; it was only ­annexed to the castle during the second half of the 19th century. It was also called ‘town of the subjects’. Here lived those nobody wanted to be associated with. Shoved to the edge of society. Just where the last gate is and Podhradie begins, there is a ­ fortified plateau. Sofa fits exactly on it. She sits on the crossing, looking out in every ­direction. We watch her quietly at a distance, not wanting to disturb. She is gorgeous. The sun falling on her frolics with her shadows. She looks majestic, radiates contentment. In a secluded corner of the castle, ­teenagers furtively light their first cigarette, relish their first kisses, bode nothing for now. At the foot of the steep hill, the homeless prepare for their nightly repose. A group of foreign tourists passes us – Germans, Italians, English. They venture up, sit on Sofa, are also part of the crossing. I get comfortable with Josef for the last time, fall into the soft sponge. The sky is red, spring rays fall onto the surface of the Danube. Before us, like in the hand, a city. The city traffic creeps to us as through a chimney. It is time to take leave. I do not really want to. I wonder what will happen to Sofa. ­ I have got used to her. Whenever I drive across the bridge in my car, my gaze strays towards the castle and

I think of Sofa. Spring has come at last. The castle hill is strewn with little Sofas. Zuzana Blahutová was born in 1967 in Bratislava, the Republic of Slovakia, where she still lives. She studied at the University of Eco­ nomics in Bratislava. She works in the commercial sector. Since 1998 she has also published stories and poetry under the pseudonym Pred­m erská in the national news­ papers and magazines Dotyky, Vlna and Pulz. In 2002 she published a children’s book ­Ema and Baron in the City (Ikar, Bra­t is­lava), and was awarded the literature prize of the Ministry of Culture for the best children’s book in 2002. She has been studying psy­c ho­logy since 2004.

pp. 72 – 79

A Man, a Dog and a Brick-red Sofa

Thomas Glatz

A pedestrian presses for green. Advertising for a doner kebab specialist on a billboard. Advertising for the city Samaritans next to it. A bunch of keys jingle in a jogger’s pocket. The bunch of keys only jingles with every right stride. A crow lands on a path’s bend. ­ A man nods his head like a hen as he walks, evades a jogger. The jogger jogs on, the man halts. Around this time, one always comes across strollers, dog owners, joggers – and Nordic walkers more frequently of late. It is relatively quiet here. Only at a distance a car alarm is sounding. Behind a softly rolling, man-made hill, one can see the floodlight masts and the tent roof construction of ­ the Olympic stadium. To the north, the BMW, the O2 and the Langenscheidt towers, the purlieus of the city with their towers and gates to the south. The knocked-up dome of Father Timofej’s chapel rises from a group of trees to the west. An old man strides deliberately up the hill. A small dog, the colour of basmati rice, runs ahead of him. A youth rests his arms on the backrest of a bench and does ten push-ups. “That’s right,” thinks Allramseder, who, wheezing, has taken the winding path up the hill. Two mountain bikers in duck-bill yellow tricots harrying themselves up the path as well. Allramseder stares for a long time at the allotments to the southeast where an acquaintance, Ms Aloisia Roßmeisl, has a plot. The third allotment on the right from the middle path. Allramseder counts the huts and tries to locate the plot. But it is difficult. Wilgefortis barks. “What’s wrong with you now? You old pest!” Allramseder searches in

English

vain for tracks next to the solitary tree on the meadow. Allramseder comes here often when he takes Wilgefortis for a walk. When there is a foehn, there is a fine view, according to him. Wilgefortis likes it here, too. They occasionally get a thick slice of sausage and a bowl of water thrown in at the Olympia Snuggery. And she gets to meet other dogs as well. ­A llramseder avers that it is important for a bitch to meet other dogs and not just people. There are a lot of foreigners here in the ­summer: Japanese, Chinese, Koreans more ­seldom. Real Munich residents are even rarer. They have almost died out. Although he, ­A llramseder, was born in Neufahrn, he feels almost like a genuine citizen of Munich because he worked at the Knurr-Bremse in ­Munich for forty years and could still speak Bavarian. Most of them cannot speak proper Bavarian anymore due to all this globalisation. Sometimes it is like being in the Balkans on his street. Like at a bazaar, he interjects as a correction, like at a Balkan bazaar. He pronounces the word nasally, and it sounds like he is saying a ‘balcon bazaar’. But they are, after all, only people as well, and they came here because it is so beautiful. The sound of a milk frothing machine from the outdoor restaurant area. A Tarzan call on the radio, advertising for a com­ mercial vehicle centre, drowns out the hissing ­of the milk frothing machine and the clangour of glasses. A voice on the radio is talking about the current status of bird flu ­ to the south of Munich. “More on the eagle owl from Straßlach-Dingharting after some music.” Seven colourfully dappled cows greet those who remained at home on a souvenir candle. There are picture postcards of Munich and FC Bavaria for sale. Allramseder ordered a beer and Wilgefortis lapped tap water from a bowl. „Hey, is it Pope time already?” was the leading title of the newspaper Allramseder was browsing. The popemobil has already driven through the city this morning. The grand run was supposed to remain ­s ecret. When the Pope visits Munich with SCV1 as a registration number, everything ­h as to be perfect! A blond state chancellery employee positioned herself precisely at the entrance where the Federal Chancellor, Merkel, will shake hands. To one side a brunette colleague is standing in as a double for Federal President Horst Köhler, and a crowd of boy scouts mimic the cardinals arriving in minibuses. The Pope does not have a double. When Pope John Paul II died, all of the news­ papers in Poland had a mourning edge.


209 Websites all had mourning banners. The local newspapers should all really have a whiteblue edging now, murmured Allramseder. Who is actually paying for the Pope’s visit? Almost 5.000 police are to keep order, with additional bodyguards and Swiss guards­m en in plainclothes. For emergencies, police dog squadrons are at the ready and examining all the places the Pope is visiting. Explosive experts are also on the alert around the clock. As Benedict XVI has the absolute right of way, certain motorways will be clos­e d for hours. Bicycles, dustbins, flower containers and the plastic city lions have to be taken out of the way. 4.000 stopping restriction signs are to be put up. Allramseder knocks over his beer glass by accident. He mops up the puddle of beer with three beer mats but the newspaper has suffered. The popemobil swells up. The ­­ altar girl, Kathrin Hermann from Freising, who is to wash the Holy Father’s hands on Friday, has also got a couple of spots. Even Ratzinger’s likeness at an ordination of priests has some water damage. Allramseder quickly wipes the spilt beer from the table with the newspaper and throws it into the dustbin. He overhears a snip of conversation. “We will do the royal castles to­morrow, ­the Fraueninsel the day after, and we will do Dachau concentration camp if we have any time left over,“ a man told his wife. “You will hear interesting facts worth knowing about the complex of the Olympic Centre here” is written on a metal information point. “When the knoedels don’t taste well it’s the Föhn” the speaker announces from the apparatus. Two girls listen to the metallic voice and ­giggle. Allramseder is asked which of the stadiums is the new one and which the old. He answers curtly and points with his finger to the distance. No Ah or Oh thoughts crop up at the sight of the tent roof construction by Frei Otto. No comment on the new Allianz Arena. He, Allramseder, believes that the pre­ vious mayor, Kronawitter, was not at all bad as he campaigned to prevent buildings be­ing erected in the town centre taller than the towers of the Frauenkriche. However, now they have started disfiguring the beautiful townscape of Munich with skyscrapers. If he were to move to Dings and then come back again to Munich in ten years, that is to say move back, he would not recognise Munich anymore with all the overspill towns and ­tower blocks. No, it was a disgrace. And they are all standing empty to boot because the office rents in them are too high for owners of medium-sized enterprises. And, in any event, for a simple man. Besides, the architect himself would not dare to live in such a

high-rise. A master butcher, despite claims to the contrary on television, would eat his own sausage, though. Not all, but he, Allramseder, knows two butchers personally who still make good sausage they still eat themselves. In sharp contrast to the architects and technocrats who could not care less who wants to live in their skyscrapers and ­ in their satellite towns. Allramseder blurts out rough oaths. “They used to say that hell is paved with flattened priests and monks tonsures, nowadays it is paved with building tycoons’ manes, real estate sharks’ teeth and architects’ bald patches. The town building officer, Thalgott, will strut all over them on judgement day with her highest stilettos! They are always pulling sanctimonious ­grimaces in the newspapers. It looks like the sufferings of Christ fried in dripping here! Right? Just take a look at the sins of building from round this side!” A shaggy, cappuccino-beige dog of an in­determinate breed sniffed at Wilgefortis. ­A llramseder pulls the lead tighter towards him. “Did he also tell you the story about the brick-red sofa?” Mr Ypsidakis, the landlord of the Olympia Snuggery, asked the guest with the cappuccino-beige dog. “No, he only told me that he did not like tower blocks.” “You don’t know the sofa story? Be grateful. He has had nothing else on his mind for days.” “What sofa?” “He tells everybody the story, whether they want to hear it or not.” “The story of the horse, what? How does the story go then?” “It’s a long story. The day before yesterday he was also here with his rotten mutt. The day before yesterday was our day off. But he comes every day. You could set your watch by him. Halfway up Shuttberg, now Olympiaberg, a brick-red sofa was standing under a tree on the big meadow. The man went closer towards it and his dog started acting funny. He claims that the sofa is not ­ a sofa but a block of foam rubber from which a small block has been cut. The man took out his mobile phone and informed the police that the sofa was dangerous because the Pope would be passing by next weekend! But he isn’t going to be driving around the ­O lympiaberg in the popemobil! I ask you! He will drive along the Frankfurter Ring from the motorway and then to Odeonsplatz. The man with the dog claims the sofa is not bulky waste but is instead highly suspicious. Who carries an old sofa up a hill to get rid of it? Besides, it looked new. The previous owner was a policeman, the previous owner of the dog that is. The previous owner of the sofa is unknown, and the mutt is an explosives dog out of service. He says the police really came. One police officer thought that the sofa was ‘cul-

English

ture in construction projects’. They called the culture department but they knew nothing. In the end they cordoned off the entire hill and blew up the sofa as a precaution. The man with the dog didn’t see this, though, because his dog is so sensitive. The man stood out on his balcony at home but he didn’t here a bang. There was nothing about it in the news­papers the next day. With explosions, even at New Year, you shouldn’t encourage a dog to be attentive but ignore him instead. For days now this man has been driving my guests mad with his imaginary sofa and dog psychology. It’s clear that nothing is ­in the newspapers. That sofa is only in this man’s head! Now he says that he prefers to take his dog for a walk in the Luitpoldpark because it is too dangerous here. Why does he come here every day then and get on ­my guests’ nerves? He often comes three times a day. I can set my watch by it. You haven’t seen anything in the newspapers about a brick-red sofa and a police operation either? Would you like anything else to drink?” “I am not from here, thank you.” Three dogs sniff each other while the owners chat above their sniffing dogs. The swans ­on the Olympia lake preen their feathers, pok­ing with their beaks into their white. A blond with an umbrella is frightening off some ducks with “shoo, shoo.” The ducks are not frightened. Instead, a couple turns around. An old man with a bent, office back whistles at a dog, which does not hear. It is slowly getting dark. Thanks to Anne Hacket. Thomas Glatz, born in 1970 Landsberg am Lech. Studied social work in Landshut and Bamberg, and fine art at the Art Academy in Munich and Helsinki. He works as an artist in various fields such as literature and conceptual art. In 2007 he received the Heinrich-Gartentor scholarship of the Swiss Ministry of Culture in Bern. Most recent publications: Thomas Glatz, Nikolai Vogel, Kilian Fitzpatrick: Der König schläft im Schloss Remix (Black Ink Verlag, Munich, Scheuring, 2007; also avail­ able as an audio book).

pp. 98 – 107

der geschichtenerzähler

Josef Haslinger

my summer lasts four months, from the beginning of june to the end of september. the princess buys me two ouzos a day, one at two o’clock, when i hold my first session, and then another during the second session at


210 sunset. my sofa is under a tamarisk, directly in front of her bar. we have clear agreements. i do not know at which session she earns more. at midday the audience is thirstier, the women drink mineral water, the men beer. in the evening, people feel like an aperitif, the women at least. the men stick to beer. sometimes there are children about, that is good for the princess because you can earn more with soft drinks. it’s bad for my stories, though. I am not fond of making allowances for children. mummy, what does screw mean? a four-year-old asked recently. come on, let’s see if we can find some nice stones, the mother answered. what can i do? people like to screw. in my stories anyhow. i might be a bit oldfashion­e d in this. with me old nikos sits on the rock and checks out the situation. when a female pale face peels off her bikini, he approaches with dangling manhood. he gives away grapes. i let him make a good catch. in reality he is a sad figure, a lonely, naked man with white hair and a potbelly. everyone who sees him sitting on the rock avoids him, and they draw away as soon as he approaches. no matter where he goes, people disappear from his path. he is only lucky in my stories. and then the mothers go and collect stones. if they are unlucky, they bump into old nikos and the child asks: mummy, why is he naked? perhaps the mother then answers: in the past we all bathed naked. the man is left over from those times. my life here is what came of my deciding to do something for myself. i would like to see it as a gift, although i am not here totally of my own volition. one should probably look at everything together, what i have gained ­a nd what i had before. perhaps it is only a ­symptom of old age that the wish to return to leipzig crops up in me. not that everything that came after was bad. a couple of years in latin america, costa rica, panama, colombia, brazil, argentina. i got married in brazil, it was a marriage of circum­­stance, even though i was still married in leipzig. the same thing happened to my wife, kerstin, by the way. in the meantime she ­ has also got married a second time because she thought that she was a widow. i now have two wives and my first wife has two husbands. but i already told this story a week ago. if you had got here on time. you would be in the know by now. or you are staying on for two weeks, in which case i will finish the cycle and start from the beginning. as you know, just one euro per story. and two sessions a day. the first version at 2 p.m., it corresponds approximately with the last version of the year before, the new composition follows in the evening. whoever attends both sessions can present the princess with the

entrance ticket from the afternoon as a 50% reduction coupon for the evening. latin america is going to be skipped ­today, and you will therefore not hear anything about the wondrous bigamists who were driven through a village on the amazon by women with wet cloths and broomsticks. we will go on to the last place I stayed in america instead, and betake ourselves to the capital of mexico, immense and frayed at all edges. there, on a road a good 40 kilometres long, and dead straight, was a hotel in which i had ended up working as a porter. it was ­a small but comfortable hotel where every room had been decorated by a different artist. the guests were mainly europeans. i enjoyed talking to them, but that made me so yearn for europe that i decided one morning to ­return just as spontaneously as i had once decided to disappear. i was not on any wanted persons lists, yet i could not show my face everywhere, least of all in leipzig. there i was believed dead. that is what i hoped, anyway. as i had heard that air passengers’ data would be checked by the americans from now on, i did not dare book a flight. instead ­ i signed on with a freight ship in acapulco, which came close to looking like an oil re­ finery with its constructions of pipes and towers. in reality it was a gigantic transport and drying complex for tabacco plants. i worked as a laboratory assistant. i opened a low window in my plexiglass hut every halfhour and plucked a couple of tabacco leaves from passing hanging baskets, which i then shredded to a green-brown paste with a special blender. my job was to produce this paste every half-hour, determine its relative moisture, and enter the data onto a list along with the respective number of the hanging basket i had taken the sample from. the cargo was in continuous motion and ran during the crossing through variously tempered drying chambers that were built into the ship at different levels. between these heated halls, which reached down as far as the engine room, there were ventilated tween decks. the crew lived in one of them, two metres high and above the water line. nobody had told me that there was at least one other inhabited tween deck. it was also not drawn onto the plan of the ship. we had but spent five days on the high seas and were heading for the panama canal when my supervising sailor, an algerian who had grown up in marseille and already look­e d as if he had taken part in the hunt for mobby dick, tore open the plexiglass door and ordered me to come with him. as he shoved me down the iron stairwells and, in full view of everybody else, marched me ­ off, he bawled at a ship’s boy to take over my post. he pushed me into a storeroom for ­lubricant, locked the door behind us, swung

English

the lath floor up and opened a hatch screwed down with sunken wingnuts. don’t shit yourself, he said in his best french, ne chie pas dans ton froc, there are two exits, you can open them from inside. then he looked at me in such a way as if he were not only an ardent defender, but also ­ an artful enforcery, of the death sentence. but these exits are only used, he added, when things get so desperate for me out here that I can no longer beat each and every one of you to death personally! every one of you, he had said. i could expect company. he invited me at length to disappear down below with an almost friend­ly gesture. i felt my way down with my foot onto the first rung and felt my way to the next. from the hips down I found myself on the floor below, then my superivising sailor bent down, grinned and pulled the cigarette packet out of his breast pocket. he held it up, my blue, mexican cigarette packet, and announced the supreme rule of the game ­in my new home: when the light goes out, ­absolute quiet! my supervising sailor paused briefly, held the cigarette packet in front of my face for a last time and added: no matter how long it stays dark! then he put my cigarettes back into his shirt pocket and lifted the hatch. i took it as a sign to dive downwards. i had barely bent down into the opening when the hatch slammed shut above me. i waited for a while – until the thud had passed. first i wanted to go right down, but there were no more rungs. the room was no higher than one metre fifty. i crouched next to the iron stairs, and looked around. this tween deck might be very low but the row of lamps, iron piers and struts appeared to expand into infinity. then the hatch opened above me again. my supervising sailor was now an exceedingly friendly chap. he had knelt down, and winked at me confidingly: tell charlotte that we are in transit. only two more days and i’ll be back! after that there was that bang of iron against iron again, and the long thudding reverberation. and i had a task it would be better to get on with. i had to find charlotte. the struts between the ceiling and floor created a system of berths. several such iron rooms were always constructed together, opening in each instance to one side. brightly shining neon lamps were attached to the corners. i commenced my circuit, what do i mean circuit, i started to crawl around. every couple of metres there were holes ­with sharp edges on the ceiling through which you could see skeins of cables. the first berths i crawled past were uninhabited. but they contained magnificent things: mineral water bottles, crisp bread, dry sausages, mountains of noodle packets. ketchup in twenty litre canisters. and a room was actually full of the thing the place per­vasively smelt


211 of. it was stacked to the ceiling with beer cans. from here a carpet of empty, mostly trampled beer cans lead to the inhabited berths. there were berths with kitchenettes, ­others with tables and stools; there were simple toilets; there were sofas and loungers; there were even televisions. the ships video channels were running on them. mostly black men were lying in front of them and drinking beer. they threw their beer cans with a short flick of the hand onto the gangway. a lack of luxury was not the problem. some campers are satisfied with less. it was the fear that i could be squashed between these iron plates at any moment. you could hear a continual scraping sound. like when someone drags a shovel across an asphalt street. it did not come from the ship’s engine, but from the conveyor belt which kept the tabacco plants moving above and below us. the temperature on our tween deck was always the same. ­ i guess about 22 degrees. i did not find out how many passengers were hidden away here as the few i did meet were not exactly friendly to me. bent double with doubled-back legs, and with my arms folded back in order to keep my balance, i waddled past their berths. the first inhabitants i encountered appeared to come from africa, perhaps they came from the caribbean, though. va t’en! one called to me, fiche le camps! another. get lost, go away! i do not know who they thought i was, perhaps one of the captain’s spies. did he know about this secret passenger area at all? i cannot say. i only saw the captain once from a distance as he came out of the installations room onto the main deck, and got into the lift for the bridge. he had the air of a person to be respected. with high shoulders. not like a sleazy human trafficer. perhaps the french sailors were earning a bit on the side. the most notable thing was that most people down here spoke french. a woman lying alone in a berth and reading a book. she had short, dyed blond hair, and looked up as a trotted up. but when i came close to her feet, she acted as if she was still reading her book and was not in the least interested in the lately arrived. i sat down on the floor, which was full of empty cigarette packets and butts. i asked: are you charlotte? est-ce que vous êtes charlotte? she waited a while and then looked up: what do you want from me? an image from the bridge camera could be seen on her monitor. we were approaching a group of white dots, presumably ships, which were waiting to enter the canal. land was not in sight. i fulfilled my assignment. the sailor from marseille, i said, cannot come for two weeks. charlotte looked at me for a while, almost as if she felt sorry for me sitting there on the floor in front of her, then she offered me a cigarette.

two days are two days, she said. my time with charlotte is a story in itself. it includes how my supervising sailor crept up on the third day and bound me to a pier, and then unashamedly got down to it in front of me. it also includes how charlotte guided me off ship at Rotterdam, and how we stayed together for half a year. charlotte was a dropout from FARC. she had brought a kilo of longish formed, green balls along as travelling funds. they looked a little like spinach dumplings. she had eaten them in columbia, past them at embarkment at acapulco, eaten them again prior to arriving at Rotterdam, and, in the toilet of a hotel room, finally stowed them away in the double floor of her travel bag. she financed our life with these dumplings. and is still financing her own even now. she is a thrifty person. if she planned to live on them for four years, then she would be able to live on them for four years. she wrote a book about growing up in the guerillero’s jungle camps. this book, she hoped, would finance the rest of her life, or be the start of a new life at least. during our half a year in amsterdam, i was continually tempted to steal one of her spinach dumplings, but i did not want to ­deceive her; i respected her a lot. she grew up in a society where there was no private life. all this and more, before long on this beach. for only, you said it, for only one euro a session. we take our leave from charlotte, and travel by train from amsterdam to hamburg. ­ i had an appointment there. i had called ­ my mannequin from the hotel in mexiko. she could not utter a word. i tried to imagine what could be going on inside her. a requiem mass was held where see could only be an onlooker because her dead lover had also been married. two years later the phone rings, and her lover says: hi. you probably think i am dead, but i am not dead; i am going to ask you to come and celebrate a resurrection celebration with me. such peregrinations from the hereafter to this life are, of course, generally met with astonishment and doubts, and so it took a time before she suggested to me that we could meet in nuremberg. i can’t make ­nuremberg, i said, i know the harpist in the state orchestra there. we agreed on hamburg as a meeting place as we both knew nobody there. once she had told me about a certain gustl, a customer who had asked her to try a dress on as she had the same figure as his madam. she told me that he had said his ‘madam’, he was a viennese. and she told me the story above all to tell me what she had answered: am i the manageress here or the mannequin? that is what she replied. then she said nothing more about this gustl, and it was as if she were embarrassed because she had started to talk about him

English

against her will. i have called her my mannequin ever since. she could not defend herself against this label, it was no secret to me that she had tried on more than clothes with this friendly mr gustl, who carried the exact statistics ­ of his madam around with him in his head. i was to meet this mr gustl one day, at a crossroads in our lives, so to speak. he had travelled the same path as me, only in the opposite direction. i from my wife to a ­mannequin, he from a mannequin to my wife. now, in a kind of second life, i met my manne­quin in hamburg every weekend. she came either on friday night or on saturday at around five o’clock in the afternoon, depending on how she could arrange it with her employees. perhaps it had been going on like this for four months when i noticed that she was unsettled, that something was worrying her. ­ we went to bed immediately – as we always did whenever she came to me. she was not as passionate as usual. we normally cooked dinner together afterwards. she remained ­ in bed, though, sipped at her wine glass and looked at me in a strange way. what’s wrong, i asked, do you begrudge me my food right now? she said: i met up with gustl on tuesday. nice, i said, has he found a new madam? it looks like it. by the way, he talked about your wife. and about you. he knows you are alive. i put the leeks i had in my hand aside again. i went over to her, took the glass from her, and sat down on the bed. tell me, i said, where did you meet him? what did he want from you? i think he wants something from you. perhaps he wants to blackmail you. blackmail? i asked. why blackmail? or he has gone mad, she said. i can’t think of anything else. i fetched my wine glass and the bottle from the kitchen counter. i lay back on the bed and kissed my mannequin on the cheek. i said, you have to tell me everything step ­by step. everything, do you understand? she nodded. i filled her glass up, i kiss­ed her again on the cheek, she drank, i kissed her on the mouth, and drew the wine between my teeth. she kept the glass in her hand as she began to talk. actually the whole thing had already begun on friday last week. i didn’t want to tell you because i thought it was a coincidence. your wife unexpectedly came to me in the boutique. i pretended not to recognise her. she did as well. perhaps she really doesn’t know me. she chose a dress, and paid with a voucher i had issued a long time ago. she came back on tuesday morning. she brought the dress she had bought on friday back. and then she started gabbing at me until i


212 eventually extended the voucher. she stayed on despite this, she simply went on, and ­began asking strange questions. whether i lived alone at the moment. i thought that ­ was a cheek. when she saw that she was not going to find out anything, she went. that preoccupied me the whole day. but everything was still going on as usual. ­perhaps she really didn’t know me, perhaps in her difficulties she was just curious about how others were doing. perhaps she also had a suspicion. i pondered the whole day whether it was just coincidence when i saw through the window that the delivery vans were pulling up on the market square. the market workers had begun; they were loading up the remaining fruit and vegetables in their cars, and taking down the awnings from the wooden frames. i wanted to buy something quickly, and shut up the shop immediately. there were still a lot of people about, as is always the case when the market is closing down. i went over to the old town hall where my fruit and vegetable man has his stall when, suddenly, a sofa was standing in my way. are sofas being sold here now? i thought. on the sofa – it was carmine red and of foam rubber – a man was sitting, about sixty years old. i had no choice but to stop in my tracks and wait for a gap to pass either left at the flower stall or right at the spice stall. the sofa appeared strangely familiar to me, the man sitting on it as well, actually. he had a tanned face, grey hair, and the beginnings of potbelly under his t-shirt. he wore a pair of trousers with several pockets on them, like the ones tourists often wear. the man stands up, i think he is going to push the sofa to one side. he smiles at me instead and, at that moment, i recognise him. it was gustl. he rais­e d both hands and said: i certainly know where i can meet you. take a seat! and i ­simply sat down. i was familiar with the sofa from the time when i visited gustl in his flat. a viennese ­a rtist had designed it, and travelled around europe with it. gustl had been his contact person in leipzig. they carried the sofa together around the city, and every time there was something interesting to see, they sat down on it, and had themselves photograph­ ed. on the könneritz bridge, in front of the clothes shop, on a meadow in plagwitz, in the cotton spinning mill, at the market, and in front of the dust clouds of the diggers and demolition balls which were laying into architecture in the gdr at the time. the artist had given him the sofa as a present afterwards. he put it out on the balcony as a place to read. oh well, i said, gustl was never really that much into reading. he did read, though, newspapers, crime ­stories. but is that important now? no, of course not. so i sat there on the sofa in the middle of

the old market, gustl behaving as if he had been waiting for me. i didn’t even want to look him in the eyes; i looked down along the market stalls and at the facades of the town houses instead. i had to say something, and so i said: as soon as you put a sofa somewhere, the place feels like a living room. or an open-air theatre, he answered. do you want to sell the sofa now? no, it is for listening. if you want to know something from me, it will now cost you one euro. what is that supposed to mean, i asked. i need it, he said. that is quite simply what i need now. what do you need? i’m a storyteller. he looked at me, and i felt rivetted. he had always been more of a pale type, but now his face was furrowed and redbrown. that is why i hadn’t recognised him immediately. the way he now looked, you could believe that he spent his days outdoors on the sofa. i said to him: i have had quite enough storytelling today. he asked me sanctimoniously: did a colleague stop by to see you? no, it was a woman. this morning in the shop. then gustl said: i sent you that woman. i’m always on the lookout for new stories now, and yours sounds rather interesting. what a relief, i replied, that the woman also had to pay something for the dress in the end, and namely pay you one euro. no, gustl retorted to this. that woman has never had to pay anything. but that is another story. i’ll tell you it for a euro. i see now, i said, you really can tell me every­thing. i was still trying to laugh the whole thing off, and got up. and, nevertheless, it costs you only a euro, gustl replied, and starts laughing at the same time so that his belly hopped under his t-shirt. he had always had this hopping kind of laugh. forget it, i don’t want to get on your nerves with it again. anyway, i got up and got away quickly. he isn’t ticking right anymore, i thought. and then, on top of everything, he called after me: i’m sure we’ll see each other again. it sounded like a threat. i had barely had time to fill both bags, the one with oranges and the other with ­vege­tables, when curiosity got the better of me and i returned to the sofa. another woman was now sitting next to gustl. she had her shopping on her lap, and was listening with interest. an old couple, holding hands, slow­ly came up closer until they could understand what gustl was saying; with the man having to get a bit closer than the woman, with the result that they were now holding hands at arms length. it looked as if the woman was on the verge of tearing the man away from the storyteller. i approached the

English

sofa from behind. gustl could not see me, but i could hear him well. he was speaking about the tenth wedding anniversary of a married couple. he was talking to the woman next to him, but so loudly that the people standing around could hear: you have to imagine an evening of revelry, a celebration one could only wish for. both of them had sung for most of their ­numerous friends. they were both musicians. she in the east in a combo, playing up and down the country in central germany at weddings and work parties, he in Bavaria, and increasingly across the border more into allgäu, also at weddings, but at firebrigade and sports club parties, too. he made her acquaintance when he took on his position as cabaret musician in leipzig. she had been in the audience in 1990 at the pfeffermühle when he made his first appearance, and at ­the premier party after that. one year later, on 9.9.1991, they got married. that is how gustl told it. what do you have to say now? but there is more. they married at 9 o’clock in the morning. and at 7 o’clock the big celebration started at a tavern in podelwitz, where they made their first appear­ance as a duo. they were so good that they were able start a career together. but she did not want to; she had become a bookseller ­ in the meantime. tell me, is that actually true? didn’t you tell me that your wife had appear­ ed with a combo back then? but only very seldomly, i said. she didn’t get on with the drummer, and she didn’t have the time anymore. gustl must have spoken to her, otherwise he wouldn’t have known that i also played in allgäu. my mannequin drank from her glass, and put it down on the coffee table. why is he doing this? i asked. wait for it, she said. he claimed that your wife has got a voice like june carter. is that right? some people have compared her to her, mostly when we sing country. but then again, i imitated johnny cash’s voice back then. come on, get on with it. at this tenth wedding anniversary celebration, which clearly also took place in podelwitz – that is how gustl described it – other cabaret musicians from leipzig had also been invited; music was played, and there was dancing and singing. the presents were towered up on a table. the guests congrat­ulated the couple that their relationship could stay so fresh and loving for ten years. with that man, the women said to her, with that woman, said the men to him. don’t waste your breath, i said. in the early hours the guests fell into each others’ arms, and staggered out of the ­function room. a column of taxis drove from podelwitz back to leipzig. both of the hosts only needed to go upstairs. they had rented the holiday flat above the function room in


213 celebration of their first decade of marriage. they fell into bed content and happy. please don’t. but gustl told it kind of like that. when the woman woke up at midday, her husband was already up. she thought he was in the toilet, and she waited for a while. as she heard no noises, she called his name. then again, a bit louder. in the end, she went to look for him. in the bathroom, in the toilet, in the living room, in the hall; then she looked out onto the corridor. she couldn’t find him. her husband had gone. he had vanished without a trace. gustl paused for a moment, then the old man burst out laughing, and said to his wife: i bet he has gone to get some cigarettes, and is not going to come back. i know the story. come on, let’s go, she answered, and pulled him away. the woman on the sofa wanted to know whether the old man, who turned back a couple of times while his wife was dragging him away, was right. and, naturally, i wanted to know what was going to happen next, my mannequin said. she slipped over to me until her head came to rest on my breast. and it was then clear, she went on, and started pensively plucking at the hair on my chest as she did so, your story. you’ve got to admit it, it was simply your story. he didn’t even change the names. he simply called you peter, and your wife kerstin. the ages were also right. i let my hand slowly slip down her back, running over her vertebrae with my fingers. then i kissed her on the head. go on, i said. gustl described how your wife had seen the situation, she went on, that day after the ­party. and that sounded different to what was in the newspapers at the time, and different from how you told it. kerstin had noticed that you had taken your wallet and documents with you. but she thought that you could have gone out to buy her a special present to ­surprise her, and for which you might need proof of identity. some ticket or other. the thought pleased her, and she was convinced that this was the solution to the riddle for a while. but then time started to get tight. you both had to be leaving for the airport. you both, gustl said. he claims that you had planned to fly to new york together. but that’s nonsense, i interjected. there was only ever one ticket. that is the way he told it, though. then gustl made a big affair of the search your wife carried out for you. telephoning around friends, then the police, and everything – only to fine out that you not only had the ticket with you, but that you had flown to new york, just not with her. you had scarpered. and then ground zero at midday, and you had still not got in touch. that was how it was back then. there were even conjectures in the leipzig people’s newspaper as to whether you could be among the victims.

and then four months ­later there was certainty. kerstin received a communication from the new york police ­department via the german embassy: peter’s passport and credit card had been found ­under the rubble at ground zero. the worst had to be feared. you could at least have called me. it was terrible reading it in the newspaper. i know, he said, how many more times do i have to explain it to you? but how did gustl arrive at a second ticket? that, in the first place, had absolutely nothing to do with running away. kerstin was sleeping deeply, i ­had to leave for the airport and didn’t want to wake her. gustl told it differently. how your wife desper­ately thought about why you had left her for a couple of months, and then it turns out that you had not left her, but had been murdered. but why you had flown to new york by yourself, that she could not explain to herself. this riddle remains with her. why is gustl doing this? i asked. why is he telling my story in a new way? was that it, then? no. gustl got round to talking about the morn­ing after your celebration, and told the whole thing anew, but from your perspective. oh, i said. he knows my side of things, too. now i am really interested. how you woke up in the morning, looked at your wife sleeping, and thought about your life together. and how you suddenly had the idea of starting again somewhere else. but not because you were unhappy, but rather the opposite, and gustl appreciated this very much: because your life together had been a success up until then, and so successful, as it were, that it could only go down hill. that suddenly became clear to you. you felt it was better not to talk about it. it had been like an intuition. that you should not wait until that which was actually the good and right life lay before you both like a heap of devoured empty shells. was that his image? yes, a heap of devoured empty shells. that morning, according to gustl, you con­ sidered flying to new york alone, and stocking up on cash there, and then travelling on by bus. perhaps to canada. perhaps to mexico. you would have some time in the plane to think it over. the first thing to do was to vanish before your wife awoke. no farewell letter. the only tracks being that flight to new york, which would give you a small headstart. and then: a new life. without having to talk the old one to death. you had thought about everything you would have to take. the guitare had to stay behind. far too conspic­ uous. you can buy a guitare everywhere. you decided to take just as much as would fit into your traveller trousers. at this point, gustl hit his own trousers as if he were you, or as if he was wearing the selfsame trousers you were wearing when flying to new york.

English

were you wearing traveller trousers? go on, i said, but my mannequin obvious­ly seemed inclined to trust gustl. she now ­really wanted to know whether i had worn that type of trousers. and i said yes. she sat up then, reached for a wineglass, took a large gulp, and another one straight after. go on, i said. how did he picture my end to himself? he described it first like i read about it in the newspaper. in any case, i didn’t notice any difference. you stayed away from the ­hotel you had booked in new york, and went to a bed and breakfast in beekman street ­instead. you paid for the room in advance. on the next day, you went to a branch of the deutsche bank at the world trade center. you wanted to return your credit card, and to draw five thousand marks from your savings account. the request had already come up on the computer in frankfurt when the first airplane bored into the world trade center, in the tower with the branch of the deutsche bank. that was his new life now, gustl told the woman on the sofa. then he simply stopped talking, and looked at his listener. the woman on the sofa sat there awkwardly and stroked the cucumber on her lap; she had probably expected a nicer story. suddenly, gustl turn­ ed to me and said: unless he is still alive. he would be facing punishment then. my mannequin sat up straight on the bed and said nothing. i sat up as well, and put my arm around her. what gustl told you, i said, was nonsense. a smear. i didn’t stay at the hotel i had booked only because my credit card account was overdrawn. it simply wasn’t working anymore. i had spent over my limit for the first time with all my purchases and preparations for the tenth wedding anniversary. i’ve explained that all to you already. do you know, my mannequin said, i was ­really shocked at the end. he knew full well that i was standing right behind him. unless he is still alive. what made him think you could still be alive? i simply couldn’t bear standing there any longer, and so i dashed off with my shopping. my mannequin drank some more of her red wine, and was so deep in thought when doing so that she forget to surrender a sip to me when i tried to kiss her on the mouth. she returned the next day to leipzig, like on every sunday. we had hardly slept that night. she had Beppered me with questions. she just could not believe that the idea of becoming a missing person had first occurr­e d to me after the world trade center had collapsed because i had accidently left my passport and credit card there. it made the world of difference to her whether my version or gustl’s was the right one. we talked the whole night, but couldn’t sort it out. we are now coming to the end of this session. look at the sofa i am sitting on here.


214 it has completely straight lines as if drawn with a ruler. it is basically a block a smaller block has been cut from. a clear, simple form. look at it. it is on this sofa that gustl sat at the market in leipzig in order to pass ­himself off as a storyteller, and ambush my mannequin. to close today’s session, we still have to explain how the sofa came into my possession. i went over to dammtor railway station, and travelled the same stretch with the ICE as my mannequin had done by car the day before. i had not been to leipzig for six years. although the sky was overcast, i wore a dark pair of sunglasses and a peaked cap. i felt like a spy. i then remembered monday was not a market day, but still started my search at the market nevertheless. i went through the old town hall’s arcades and looked across the square to my mannequin’s boutique. She did not know I was there, and she should not know either. the old market, which they had finished before my departure, had become a building site once again. they were digging up the underground. the construction machines were screened by walls of billboards with views of old leipzig on them. when i went over to st. thomas’s church, i had the feeling i was going to bump into gustl any moment. i am a musician, i thought to myself. if gustl wants me to find him, he will sit near ‘bach’. not a ‘river’, but johann sebastian bach. ­besides, the pfeffermühle cabaret was just opposite, where i had played for more than a decade. and that is exactly how it turned out. there was a red sofa in front of the pedestal of the colossal statue of bach. gustl was sitting on it with a glass of beer in his hand. i had not met him up until then. but he look­e d just as my mannequin had described him to me. he was alone and was looking at the world go by on the little square between st. thomas’s church and the bach museum. two new bars had opened. the tables standing outside were almost all taken. i strolled past gustl without glancing in his direction. he spoke to me: would you like to hear a story. it only costs one euro, and you can choose whether it has a happy or unhappy ending. i sat down next to him on the sofa. you can drink something while listening. ­perhaps you will need it. i nodded. he waved to a waiter, who then came over to us. i ordered a small pils. gustl held out his hand, and i put one euro in it. i said: i want the story to end well. well, that’s something, he said. may i ask you to take you sunglasses off for a moment. i did so. he suddenly seemed tense. he said: that was faster than i’d expected. we remained silent for a while. i had no idea what sort of relationship gustl had with my wife, and what she had possibly told him. i could observe him overtly through my glass-

es. it was as if he did not really know how he should go on now. the waiter brought my beer. he said to gustl: are you working with telepathy today, or have i barged in on a moment of silence? i’ll pay for the beer, gustl said, and the waiter went away again. gustl raised his glass. i did the same. we both drank at the same time. then i posed a question that seemed the most important one to me: what do you want from me? he waited a little to reply, and then said, not to me, but into his beerglass: i will make you an offer. i want to invest in your renewed ­disappearance! you can choose how. either i pay you directly, or i can find another way. i started to loose my breath. what have i done to deserve such an honour? i asked. i have been with kerstin for two years; we have been married for one and a half years, he said. you are just what i don’t need right now. that hit home. i tried to imagine for a moment exactly what it was like when gustl was living with my wife. did she still have a little guest towel under her pillow to wipe off afterwards? did she still eat ham and jam ­together for breakfast? i asked: how did it ever occur to you that i might still be alive? your former wife – i allow myself to say former – received a communication from the new york city police shortly after i had moved in. i opened it because i couldn’t ­imagine that it could possibly contain any secrets. it told kerstin that no identifiable parts of her ­husband’s body had been found. years had been spent analysing the human remains. the work had now been completed. without wanting to distress the wife of the missing person on top of all the pain she had already had to suffer, they felt obliged to inform her that, in her husband’s case, the possibility of mistaken identity could not be dismissed. the communication ended with the words: he possibly is still alive. kerstin had never got to see this letter, or so gustl said on the sofa in front of st. thomas’s church. under no circumstances should she find out that her former husband, that schem­ing scoundrel, was still alive. i only had one track that might lead to you. it did not escape me that you had an interest in the boutique at the old market, and had trodden in my footsteps there as it were. perhaps that might help me. has she told you, by the way, that i called her mannequin? oh, god, i thought. that as well. i said: no, she told me she called herself that. that’s right, said gustl, that’s what she told me once. that’s why i also called her it; she did try on the dress, after all. no matter, i knew the boutique, and i also knew her apart­ment, of course, so i began to stand watch. until i noticed that she went away every weekend. i wanted to follow her, but

English

i preferred the idea with the sofa. and as you see, it worked. you mean i am sitting in a trap? it is clear, said gustl, that something like the same pattern is apparent in our interest ­for the other sex, or better put, a tendency to swap roles. what i want to suggest to you is another role swap. you get the sofa from me as a present to start off with, and you will have the goodness to leave the country for ever in return. and if i am not prepared to go along with the deal? gustl swirled his beer around as if he wanted to rinse out his glass with it, and then finish­e d it off in one gulp and looked at me. in short, to put it as clearly as possible: i want you to disappear, and for ever, otherwise i will help you along. help, he had said. and i repeated the word. you want to help me along then. but we are on friendly terms now. you want to help me along. it was a mistake on your side to come back. and you should rectify that mistake as soon as possible. you are holding bad cards. when a dead man goes missing, he is not looked for. that was clear enough. a death threat at ­johann sebastian bach’s feet, and i could not turn to anybody because i did not exist. the beer got warm in my glass. and because nothing else occurred to me, i asked: and what should i do with the sofa? you can become a story teller on samos. i know a hotel there … and then he presented his offer to me. he had drawn up a masterplan for my re­ newed disappearnce. and here is this sofa. look at it; it has faded in the meantime, and is battered in places. i suspect nikos of using it at night. for his moonlight gymnastics. and so it feeds two people. barely had i mentioned nikos and the princess arrives. what, is it three o’clock ­already ? that was it, my friends. there is a new version of this story this evening. seven o’clock, at sunset. half price for you at the princess’s. don’t forget the coupon. get through the hot afternoon well. if you are not going to have a nap, read kafka. princess: i think business was good this ­session. another ouzo, please. Josef Haslinger was born in Zwettl, Lower Austria, in 1955, and lives in Vienna and Leipzig. He was co-editor of the literary journal Wespennest, and general secretary of the Graz Authors’ Association. He has been Professor for Literary Aesthetics at the Institute of German Literature in Leipzig since 1996. His books include: Politik der Gefühle, Haus­ durchsuchung im Elfenbeinturm,


215 Das Elend Amerikas, and the novels Opern­b all and Das Vaterspiel. Most recently: Phi Phi Island. Ein Bericht.

pp. 110

Dear Josef Trattner

Christoph Simon

The presidential office of the City of Bern asks you herewith to refrain from future foam activities in the city and urban agglomeration of Bern. Your so-called Sofa Journey has greatly unsettled and disrupted local passersby and traffic – and all this, we have found, with the minimum of artistic value creation. We feel that you could benefit from some instruction. Did you know, for example, that the fountains on the Bundesplatz represent the 26 Swiss cantons? Beneath the Bundes­ platz there is not only evidence of the city’s history but also the Swiss gold reserves. Did you know that the great earthworks are on the roof of the station car park? The green patch possesses a generously laid-out network of paths, specimen trees and a ­special lighting concept, and it offers a breathtaking view of the Alps. Bern possesses in this facility the first public roof garden of this size in Europe. You would know such things had you explored Bern with a guide just like thousands of other happily guided visitors from home and abroad. You would now know that the Marktgasse issues into the Spitalgasse, to the northwest onto the Waisenhaus­platz and into the Waaghausgasse, to the north into the Zeughauspassage and the Schützengässchen, to the northeast onto the Kornhausplatz, to the east into Bim Zytglogge, to the southeast onto the Theater­platz, to the south into the Kaiserhaus-­Passage and to the southwest onto the Bären­platz. You would never again get lost in this city. Instead, you hire a completely unknown ­author from the mountains and carry your sofa onto the Bundesplatz to make it difficult for the children to play under the fountains. You carry the sofa onto the great earthworks to confound the lighting concept of the spe­ cimen trees. You adorn the riding school with your sofa – a disused horse farm where cul­ tural perpetrators have nested, slobs, anarchists, scroungers, drug dealers, do-gooders and those eternally displaying s­ olidarity, in short: the ridding school consistently makes demands. (That does not have to be your problem, we will cope alone. It is a shame that you are willing to convey the eyesore of the city to the world using your sofa.) It has to be said that carrying a sofa around and putting it in worthless places and disrupting the traffic is not art worthy of being

promoted by the government and the tax payer. The more so as the sofa is of foam and not even artificial leather. Red foam, mind you, where the city of Bern, a protected world heritage site, is built of nothing but green sandstone from A like Aarbergergasse to Z like Zytglogge. An artist would do well to ­respect this, especially when he is pursuing his own artistry. Bern makes enough art available to the interested public: call to mind the Museum of Fine Arts, Kunsthalle, Zentrum Paul Klee and the Christmas craft market at nearby Aarau. Why, dear Mr. Trattner, are you an artist and not an entrepreneur? Why do you not exploit your idea of an outdoor sofa commercially? A walk with a sofa could represent for many the embodiment of their dream of pleasurable nomadism, the epitome of ‘personal freedom’. In fact, a mobile sofa actually offers the ideal basis for travel with assurance of recuperation and liberty – independent of ­restorative garden seating and park benches. Who does not dream of this? If you were to offer a broad enough range for sale, your sofas would be suitable for managers spoilt with luxury, loners and young families, for short-trip and long-stay tourists, young outdoor freaks and retired couples.

Should either the sofa you have left here in Bern or the photographs taken here ever fetch a profit, we would ask you to grant a commensurate percentage of the total to the widower and widow funds of the civil and underground engineering office of the city. Nevertheless, we would like to wish you the very best for a future in a possible small business niche. To help you remember Bern, I am enclosing the following texts, Marcel Stettler’s Bernerlob, Dr. Dr. Arnold Klinge’s Kurzer Abriss zur Berner Geschichte von der Eiszeit bis ins frühe Mittelalter and a travel guide. We have marked 47 sights worth seeing, churches, souvenir shops and public conveniences which you should visit the next time you visit Bern. Yours sincerely Christoph Simon, Presidential Office of the City of Bern Enclosures: as aforementioned Christoph Simon was born in 1972, and works as a freelance author in Bern. The novels Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen, Planet Obrist and Luna Llena have been published by Bilgerverlag.

However, is an outdoor sofa affordable? ­Purchase or hire? Would it not be terribly cramped with the whole family on it? What is carrying a sofa like when one has only been accustomed to carrying a shoulder bag before? Will one get stuck in the crooked streets of historic city centres? Is it really not dangerous to sit in public? And does a stroll around town with a sofa still count as recreation or does it degenerate into work? A lack of clarity exists as far as the legal aspects of the outdoor sofa are concerned. Whoever sits on their sofa is parking. As soon as people start depositing furniture around the place, things go beyond parking and become ‘events requiring sanction’. Thousands of enthralling questions arise for the small businessperson. Pose yourself these questions! Cultivate an entrepreneurial attitude rather than behaviour which obstructs traffic! Demonstrations are subject to authorisation in Bern. If even the ridding school anarchists have their antifascist promenades authorised, it follows that the same applies to the rest of the world’s population, including Austrian sofa actionists. You and your sofa were accompanied by a veritable entourage of photographers and not registered with the appropriate authorities. We ask you to pay the imposed fine for this infringement using the enclosed payment order.

English

pp. 130 – 136 The Magical City of Turin and the Number with the Sofa

Beppe Tosco

Tonight, after Las Vegas, Paris and New ­D elhi, the magician Dominique Longardi is ­ in our city! An old-fashioned poster for an old-­fashioned attraction. However, Monsieur Longardi was not only announced by the classic three-bythree ­metre large posters which were stuck on billboards in the outskirts and the electronic advertisements in the underground, he had been the subject of talk for weeks in all the news programmes and in all the illustrated magazines. At last Longardi was here. In Turin. In the magical city. The home of the great magician Rol. I found Dominique to be remarkable. ­After the great conjurers, like Houdini, Uri Geller and David Copperfield, who had come at the peak of their careers, one after the other, to our city over the century, Dominique was here at last and nothing in the world was going to make me miss him. Dominique was a magnificent and totally exceptional magician. I had already booked six months


216 ago, otherwise I would not have stood a chance. But who is Longardi? First of all, his physical appearance must be described as it differs from all the other conjurors. Dominique was no taller than one metre seventy, of a strong build, narrow shoulders and black hair with grey streaks at the temples. Longardi’s eyes were special, though: two enormous eyes that were constantly wide open as if in great astonishment. As if his magic tricks – and his were real – surprised even him before everyone else. Longardi presented himself to the ­audience with a decisive stride and, without much preparation, he amazed everybody with a few tricks. Just as other magicians, he gesticulated about himself with lithe hands before substantiating a piece of magic. However, he only hinted at the gesture, as if he was himself amused by this old custom. He commanded the stage by marching left and right with short but decisive steps ­ whilst a quick, musical background held the ­audience in a constant and dynamic state of suspense. Dominique did not speak during the performance – he acted. One trick after another, and only a few seconds to gather applause. The performances were never alike. I have in­formed myself. The course of the show was also kept secret from his own assistants, and only the list of properties and machines he gave to the technical department would have been of any use as a trail to whoever would have liked to discover the magic of that evening’s performance. However, even with this list in their hands, none of his assistants had ever managed to predict exactly what Dominique would do that evening in the theatre. The type of magic tricks Dominique could perform should be explained at this juncture. However, it is probably better if I talk about the magic tricks of his colleagues for a moment. The great magicians have themselves put in chains and, fettered like Salamis, they then climb out of trunks which have been sunk to the bottom of the sea. They bend iron bars with their thoughts, make members of the audience disappear, who then re­ appear on the Fiji Islands again, or they transport a living donkey from one basket to another with a simple glance. Is there not something peculiar about these tricks? Is there not something in all of this prodigality that strikes the eye? Something that should have impressed when we saw the trick on television as children for the first time! The magic tricks of these men are all wizardries which are not really of the slightest use to anybody. Nothing. Null. They are unnecessary. Take good note of this! What can changing a goose into a pile of rags be good

for? Why should somebody throw a pack of playing cards into the air in order to change them all into the ace of diamonds? Honestly, I ask you: a woman, lying there flat, to raise and lower her is also completely ­superfluous, besides the fact that it is only ­a simple trick. Is there anyone among us who would, for deeply personal reasons, need to lift and lower a girl in the air? I do not think so. And again: has anybody really felt it ­e ssential – even if they live in the country – to make a donkey fly from one basket to ­a nother? Have you, despite all the vicissitudes of life, ever felt the absolute necessity to bend a ladle with a look? No? Do you not want a ladle bent twice over? It can also be done with a hammer. I find all of these magic tricks unnecessary. Worse still. Not just that they are unnecessary, they are also counterproductive. Just one example among many: sawing a woman in half. I would advise anybody who would like to do this against doing it. However, should somebody have decided to saw a pretty woman apart out of deeply personal reasons, then it is certainly not decent to saw her apart without being in a position to put her back together again straight afterwards. If you are now experiencing the slightest doubt that all of this is right to a point, then you are all potential fans of Dominique Longardi. Dominique outrivaled all the other magicians for two reasons: his tricks were real and everyone in the ­audience would have liked to be able to do them. “Oh … real ma­ gic…”… “Oh… useful magic…” I know whoever does not know Longardi is distrustful. That is why I am particularly glad to describe some details from the most important phases in the grand Turin perfor­ mance. What went down in history as the ‘Great Sofa Number’… Longardi made his debut in Turin in his own special way. He came onto stage from the right whilst a vehicle came on from the left. Longardi was wearing a dinner jacket and patent leather shoes. A terrible snow storm started around the car during the welcoming applause. Gusts and snow engulfed the car. Longardi opened the boot and took out ‘quick-fit’ snow chains. The type where it is written on them that they can be affixed without you having to lie down backwards in the wet and dark brown slush. In reality, no one can fit them without plunging down like a pig into icy mud. Everybody knows that, even if it all goes well, when you fasten the decisive hook at the very latest, you have to stick your head under the bodywork, and that with snarling teeth and frozen fingers. Longardi, however, laid out the snow chains and fitted them in seconds with one

English

simple movement of the hand and almost without bending his knee. A murmur. The people laughed and cried. A woman threw her slip onto the stage. Between tricks requiring preparation, Longardi performed very simple ones. I ­suppose to give the technicians enough time to get the next turn ready. The magician took a mobile phone out of his trouser pocket along with the usual cables and headphones. The cable chaos appeared the same to everyone. It looked like a confusion akin to group sex among snakes dead under the influence of drugs. Longardi made just one gesture and he had the headphones in his ears and the liberated mobile phone in his hand. Then a split television assistant came walking onto stage. Shy and smart. A mixture between Audrey Hepburn and a brothel madam. The ideal companion for life. ­Dominique touched her only briefly on the back with his fingers. The woman’s bra had three interesting hooks, of which one, the middle one, was hidden. The upper and lower hooks even had a securing counter hook ­ and all three only opened when they were push­e d together simultaneously. Well, Hepburn’s bra opened up – right – as if by magic. The type of bra youths and more mature men try vainly to open their whole lives without ever succeeding, except with the brute force engendered by desperation. They tear it apart with their teeth after having anaesthetized the woman with a sandbag to keep her willing and amenable even after two obligatory hours. Dominique, however, only touched the bra slightly and it flew off like a acacia blossom on a windy day. Two or three women from the audience wanted to jump up onto the stage to see whether he was as adroit with suspender belts with buttons, but the ­security staff prevented them. Longardi’s tricks followed one another with an intoxicating rhythm and accompanied by lively audience participation. An IKEA employee Dominique recognised in the audience was asked up onto the stage and found all those pieces that were left over after Dominique had constructed the shelving system ‘Krobkitchel Kastana’ in the place where you reach the bowels most readily from outside. Then came the grand finale. The sofa number. The stage backdrop opened to the film ­music from ‘Van Helsing’. A red sofa appeared and was pulled forwards by six leopards. You could see that the sofa was not still that day. The audience held its breath. Longardi went as if to sit down, when a pair of classic and totally fragile glasses appeared as if from nowhere. But Longardi ­really was only pretending to be about to sit


217 down and instead of doing so he changed direction in midair, pirouetted forwards and winked at the audience. Laughter in the ­audience. Longardi gave the hint of a ridiculing gesture in the direction of the sofa and it blushed. The little children hid their faces in their mothers’ laps. Then Longardi got down to business – with the actual sofa number. Enough fooling about. Dominique pushed his hand between backrest and seat and pulled out the first remote control. Applause. He pulled out at least six more, one after the other. Then he began to hunt around with both hands in the gap between backrest and seat, the sofa snarled and a veritable volley of ­remote controls shot out, for televisions, DVD players and stereos from various decades, mixed with a series of lighters. The spotlights were dimmed and laser beams lit Dominique whilst the music slowly swelled up and swath­e d the audience with the notes of ‘Carmina Burana’. Now Dominique was pulling all sorts of stuff out of the sofa gaps. Single earrings and buttons. An old health insurance card for which there was no alternative other than to register the loss and queue up for hours at the local health insurance office to get a new one, the cellar keys, some unpaid bills – take note: unpaid and not paid bills! … if it knows they have been paid, it does not want them – it knows that you hope they have been settled somehow. Mother’s slip with the hotel address in the spa town Chianciano Terme, which vanished along with the hotel telephone number and was the reason for a minimum of six months of reproaches and griping from her. Then, after a couple of wedding invitations, a dried-out ice-cream tub and a chess piece, everything torn out of the sofa with a vengeance by a Dominique who mischievous­ly and winkingly underscored it all with a jocular “Shit! Look where that got to!”, a cone of light suddenly shone on me. Yes. Directly onto me. Everybody turned around and looked at me, and Dominique pulled out a crumpled, pink chit from the sofa. I recognised it instantly and approached the stage all churned up inside. It was the collection chit from the cleaners where I had taken a cashmere pullover two years ago. In my minds eye the i­mage appeared of how I went to that cleaners and said: “Listen, I cannot find the collection chit … but never mind … it was a pale blue pullover …” … and the grinning and perverse owner, who tore open a cupboard full of pale blue pullovers, turned to me with the words: “… Well, get at it and we will see how plucky you are …!” I accepted the collection chit in emotional turmoil. Standing stock straight in the middle of the stage, the whole attention of

the audience directed at me. A lady in the first row quietly offered me a thousand euros for it. I turned her down. Dominique had disappeared. On a large screen, which stretched across the whole stage, Dominique could be seen already outside the theatre and, wav­ing at us, climbing into a car and driving off. ­ In front of him a succession of traffic lights, all green, which allowed him to reach the ­bypass in twenty seconds while another car was following him with a camera for the live coverage. We clapped and stamped our feet in time from the theatre. Dominique’s car reached the motorway tollbooth and drove straight to the only ­approach lane without a queue of cars, with a functioning motorway pass, of course. The show was over. I went home and fell asleep on the sofa. The next day I could not find a shoe. Beppe Tosco worked as an actor with Italian directors like Missiroli, Ronconi, Cobelli and Scaparro. Since 1988 he has worked as a writer for

car roof, and put the small, cut-out cube, which could serve as a table, inside. Is a motif enough for a composition, an ­a ssignment, a summons to creativity, albeit ever so daft? In principle, yes, naturally, without a problem. We travelled through Ljubljana, it was freezing and, when we finished, it began to snow. It has already snowed a couple of winters since then. I received friendly mails regularly. All with the same question: what about your text? The book is about to be printed. I have all the texts, barring yours. The green sofa. Whenever I thought of it, I shivered, just as on that winter’s day when I had helped carry it around Ljubljana, but this time I was not shivering from the cold, I was shivering because of my thoughtlessness.

radio and television. Collaboration with the Italian actress and cabaret artist Luciana Littizzetto. He is the author of numerous comic Italian television programmes, such as Ciro, Shout, Mai dire Gol and La Bomba. In 2005 he wrote his first book Finché matriomonio non ci separi / Till our marriage separates us.

pp. 138 – 150

What for?

Aleš Šteger

Before he departed, he deposited it in front of the entrance to the publishing house where I work. It stood like that in the middle of the pavement for a couple of days without anybody carrying it off. I eventually gave up hope and managed to get it up the stairs with a colleague into the office on the first floor. We hit the entrance doorpost and tore the righthand armrest. Somebody stubbed a cigarette out on it soon after that. A week went by and the edges of the sofa got frayed. After several weeks of use, it looked as battered as if seals had overwintered on it. I carried it out onto the balcony with a friend and threw it back down onto the street.

I cursed my thoughtlessness. Time and again. First a friendly mail arrived. An international project, someone who is travelling through central Europe along with a green sofa, ­visiting the capitals, photographing the sofa in Budapest, Bratislava, Vienna, Ljubljana. Always a different, identical sofa, and always a different author from the respective city, who is to write a story about it. I received a friendly mail.

If I am honest, it had really got on my nerves from the moment I first saw it. I found out later on that my colleague had felt much the same, had remained quiet about it and put up with the sight of it out of politeness. It then dawned on me why cigarette burns had appeared on the green foam so quickly. We all felt better when we took it apart on the street and threw the pieces into a wheelie bin. The small green table followed the sofa without delay.

Great, I thought in my thoughtlessness. Months went by. It was only a few months later that I increasingly sensed a terrible unease as I carried the sofa through Ljubljana, tied up the cords holding the green cube of hard foam on the

English

A friendly mail regularly arrived asking whether I had finally written my text. All the other authors in all the other cities where he had left one of his green sofas had written


218 their texts long ago, and he had been waiting several months for my text alone to complete the project. I became a professional delayer of the ­promised text. Whenever I tidy up at home, I often find lists of important jobs I have had to do in recent years. Trattner, Sofa is written at the top everywhere. Then below, there is a long list of ­other duties, every one struck methodically through, which means I have got round to them sooner or later. However, the sofa moved from page to page and pursued me more and more. Time and again I cursed my thoughtlessness. I do not think I was lazy, that would be a far too simple answer. The problem was much worse. The problem of how and why you should write a text you are doubtful about from the start. To write a text you are doubtful about from the start is like pulling the chair from under yourself before you sit down, and then you drop but, before your backside hits the floor, it too pulls away (OK, the force of convention should triumph at this juncture and the floor turn green), and then you find yourself in freefall and know that you can write whatever you want, employ every possible rhetorical collocation and literary trick, it will simply never be the thing.

­ nymore, strays around, his strength failing, a and as soon as he wants to rest somewhere, the bicycle stands, the concrete flower containers and the asphalt change into a green sofa. The author strays restlessly about until he goes mad. He is found, on his knees, in the corner of a furniture wholesaler’s flat he has broken into and smashed the entire ­interior into small pieces. He is caught in the act of tearing the parquet out of the bedroom and murmuring repeatedly to himself: verde que te quiero verde. Well, I admit it is just a draft, nothing special, but then again the idea of the green sofa in Ljubljana on the Cobblers’ Bridge, at the castle and the BTC was also nothing special. Not only nothing special. It is not THE THING. And it is time and again not THE THING. And another friendly mail. Happy New Year. The book is going to print. And another ­ call. This time I get in touch. The friend who happens to be standing next to me and overhears the conversation, asks whether I had killed someone or burnt someone’s house down, my apologies being so profuse. The bearer of the sofa is without blame. He only had an idea that was nothing special. At least, it was nothing special for a thoughtless author. And now this author is attempting to succeed in the art of delaying. I delay.

­photographer. He can hop about, kneel down, bow over, search for the light, the right angle, he will get his shots whatever happens and, at home, he will work on them a little in the darkroom and with Photoshop and then that is THE THING. But the author, what can an author do with a sofa, and a green one at that? The author would most like to have never stepped out of the dark room of his silence in which he had locked himself to delay. Why should he write a story or a half-fictional essay, for example, in this sense: in the novel Reality by Lojze Kovačič, the antihero of the novel, based on true facts, find himself alone once again in Ljubljana after finishing military service. He has no money, no family or friends, nowhere to go. He strays around the city he has returned to after one and a half years of terror in the army. These last thirty pages of the novel are perhaps the most beautiful description of Ljubljana to be found in Slovenian literature. A human being, free and in despair at the same time, liber­ ated from the constraints of the army and completely subjected to the constraints of social context, leaving him with nothing and without any perspective. He strays through the city, the city strays through his thoughts, they hallucinate into each other, they meet and recognise each other in little details of the streets, scenes and the people rushing back home of an evening, until the young soldier without a future finally reaches the ­T ivoli Park and lies down upon a soft, slightly battered green sofa. And gently falls to sleep.

THE THING: the text about the green sofa. Time and again. The thing about the green sofa is that it will never be THE THING. It was actually even worse: the green sofa got on my nerves. OK, I calmed myself down, take it as an expandable, non-committal ­motif, nothing more, nothing less. Every ­student of literature could effortlessly compose a few pages about it, think up a story, the following one for example:

But in delaying there is not a spark of thoughtlessness. That hurts. Every time I think of the green sofa, this ­unbearable urge rises up in me to throw the sofa over the balcony again, to forget this damn green sofa.

I wrote the novel, based on true facts. I naturally cannot know this, this sentence is naturally nonsense. Just as it is nonsense to write about a green sofa. And just as it is nonsense to apologise on the phone, by mail, whilst for yourself, a persecution complex, the appearance of a green sofa everywhere, this delaying, this helplessness, this self-damnation, these dark rooms, this silence, this suppression.

And who has ever seen the like?

The sofa is not a sofa but rather a ghostly apparition under the backside of an author who does not want to think up a story about a sofa. It eventually begins to pursue him. In moments, all of which somehow have something to do with lapses in his life, the chairs in the dining room, the chairs in ­dentists’ surgeries, the chairs at nightclubs, the seats of racers and the passenger seat ­ in the bus change into a green sofa.

Someone drives up with a green sofa out of foam or some other synthetic material, prides himself that it is his gift to the city and to ­culture and to the author, and even that it is the realisation of a multicultural, international project crossing the frontiers of national ­cultures, genres and artistic media, and then he drives through the city, unloads, explains, loads up again and takes photographs every­where of this green heap of foam like mad.

The green sofa chases the author like a phan­tasm. He cannot sit down anywhere

OK, I admit, the project is, perhaps, even very interesting from the viewpoint of a

English

But how do I tell somebody who has come from afar and has left the city and me this damn green sofa that he will never see the text I have promised him? How do I tell him that, if he waits for my text before going into print, the book will never be published? How can I get rid of the persecution complex caused by the green sofa I threw off our ­office balcony, cut up into little green pieces with my carpet knife and filled a container with them so that the lid could only be closed


219 two-thirds of the way and the squashed foam chunks crept out over the edge?

you that I would like to go out: but I am always frightened.

How can I prevent a feeling of responsibility from creeping under the edge of my thoughts?

Do you want to start again? I don’t. Zoomed into a screen; that’s how I feel! Can you ­remember the video you made and showed on you blog? You are in it, jumping from one rock to another and then into the sea. The camera fixed onto the horizon. I wouldn’t jump: I am not like you. You dragged me along until I couldn’t go on. Perhaps I am exaggerating; whatever … Emilia

Time and again. OK, I admit that I am probably exaggerating, it is only a green sofa after all. And a text, even if it is not THE THING, is still only a text. But does that not mean that I am backing down on a decisive point? Why should writing, if I were to come to terms with the fact just this once that it is not THE THING – at least in an intimate sense, perhaps only comprehensible to the author – stop being THE THING for ever? I only have to sit down and start writing. But – sit where? But – why write? Aleš Šteger (1973) lives in Ljubljana. He publishes poetry, prose and essays. His books have received nu­ merous prizes and have been translated into 16 languages. The following have appeared in German: Kaschmir (Edition Korrespondenzen, 2001), Buch der Dinge (Suhrkamp, 2006),

From: “Nitro” To: “Emily” Ref: The hole Date: Fri, 22.5.2009, 11:50:55 Emy, what I am doing is an experiment. The police, inside and out, and then in the lab, analysis and various crap! No lies … do what you want: boredom, despair, then you get in touch, and then not. What can I say? Do you, don’t you want to? Are you frightened? I am not interested in the past. Perhaps you can remember how wonderful Florence was but it is as if everything has been wiped out … the bread, still warm, on the Campo di Marte, that night we returned from the centre to the hotel, crossed the rails, it doesn’t exist anymore. We are not the same people we once were. Is the fear normal? Stay lockedup at home, … go out or wait until I come to you. I am thinking of nothing else. N

Zu zweit nirgendwo (as co-publisher, Suhrkamp, 2006), Preußenpark (Suhr­kamp, 2009). www.alessteger.com.

pp. 170 – 180

Red Murder

Christian Sinicco

From: “Emily” To: “Nitro” Ref: The hole Date: Fri, 22.5.2009, 11:32:48 Nitro, ramblings on the web, but apart from that, some ‘hacker’, nothing interesting … not even tricks, no, some shyster has spread a virus … and I am here, me and the hole in my memory, in a hole of a flat. Sometimes I despair. You say I am just the path between all of these holes. I wear out my high-heels, sometimes I wear them, put on a dress, put on my face: a happy image, the memory, memory of a magical time, an illusion without trauma. I have made my choice; I don’t know, this is my home. Don’t you like it? What have you been up to? The exhumed soap stars, all in series on your ‘blog of inclinations’? I don’t want to hide the fact from

She lies on the sofa with her head down with a dazed look. The dark red carpet, dark red like clotted blood, accentuates her: empty of blood, extremely emaciated with open eyes, green, fixed, dark, abandoned, white in her nakedness where her blouse is open, with half-open lips. “I’ll help myself and mix a mojito,” ­Federico looks frustratedly at her as one who knows that the sorry affair is not going to be over quickly. “Wait for summer. What do the neighbours have to say?” “Neighbour number one from downstairs: works at the Ministry of the Interior, ‘old maid’ type, also shares the caretaker’s opinion by the way. She can’t have her lips enhanced as she is terrified of white coats: she sleeps with earplugs because of the noise from the bar at number 2. She wasn’t here this morning. The holy images of Padre Pio are on the fridge.” “And the Ukrainians on the second floor?” “About 20, 25 years old. All three came home. Pumped full of speed or some other shit. I would smash their heads in, but if they make a false move, they’ll be silenced alright.” “If we’re lucky, they are the ones, but they’re not the ones. Take them to the

English

hos­pital, check over, police …; then we’ll send them back to the Ukraine because of the drugs.” Federico is tall, a lanky, muscular body. The nose is a bit squashed, as if it had been smashed between mouth and forehead. 40 years old. Emilia, 34 years old. Lost a son in a car accident in her car. He died with her husband, a dwarf, who had had her followed by a private detective because he was afraid she would run off and leave him. As accident would have it, the private detective knew me. Emilia will not pick herself up again. She was my most intense relationship and she is ­totally erased. Deleted. 34 years old and an undecipherable veil ­c overs her. She probably did not even notice it. She let herself die or fooled herself. It was definitely done by several people. No rape gone wrong. They demobilised her, stuck a small bag in her mouth: to stop blood coming out, which then suffocated her. An opening on the right of the neck, a sharp weapon: does not appear to have been a knife. The one above her had blocked the torso … Others held her arms tight. A terrible death, bled to death. They watched it. Perhaps it was just one man. With the stomach downwards, he held her chin and then he rammed the weapon into her neck with his right hand. He let her die without looking at her. Then he turned her over to make us think that he was left-handed. Something between the carpet and sofa, both red, has scratched her body. They lift her up and lay her in the bag – her green eyes shut. I do not know whether I should believe what I see and feel. In her the child that dreamed and died, for this child the games were invented. “The family from the third floor called the ambulance; a schoolgirl, and parents who adore her: they say she has great marks at school … the man works for the local ­council, Natural History Museum. The woman, housewife, went shopping for her. They went on a picnic to the Napoleonica. They talked about beaches and sunsets, about castles painted pink with light. Then they ate fish. In Contovello. The woman said she had seen the open door and that she did not manage to take her shopping round in the morning.” “Normally she had Ugo get her shopping, the one from the supermarket in Pon­terosso, next to Slavko Bar. Ugo is also an artist: the picture there is by him,” I nod my head to the left of the sofa, in the direction of the bed­room. The picture is large, half a meter across: a chubby faced man, framed by a white background, naked, muscular, pertirfied, pink skin, totally pink, the mouth open, looks almost like a pig, close teeth; and a cap to cap it all, covering his eyes and


220 forehead … the man stands on one leg, the other being bent as if he is wedging it against a starting block like in a 100 meter race, but in place of the starting block there is a helmet from World War I … “I’m not artistic but I recognise comics,” ­Federico’s grin resembles that of the man in the picture: “Third floor, family … he works for the local council, employed at the Na­t­ ural History Museum, just so we understand each other correctly: the one with the mammoth skeleton and the pickled embryos.” “Right then, the third floor … and the other flats?” “Empty! If we go on this way in this town, there’ll only be us and some decrepit old man selling flowers on the pavement left to scratch along … The world has never been so wonderful, Nitrosi!” “Are you interested in sociology?” I asked him. “No, but I am in shitty towns,” Federico looks at a colourful tapestry, horizontal stripes, green, red, yellow and black. The tapestry is lying on the sofa: “the woman, who worked at the post office years ago, wears glasses and a wedding ring. The daughter goes to the Slovenian school … they found the door open.” “Flats on the other floors?” “First floor, flat not rented out. The owner lives in Argentina. Hermetically sealed,” Federico laughs, he puts on the ‘pig man’ grin again. “And what do you have to report on the landing and the lift?” “No blood on the landing or in the lift: I think I’ll go to the bar at number 2 and drink a beer but we’ll have to cordon off the road before all hell breaks loose.” “Yes, cordon it off. The press will come. Don’t get seen!” The story about the shopping …, I’ll look in at Ponterosso tomorrow … I’ll have a word with Ugo. I want a list of everybody who brought her the post. A list of calls, emails, every track left behind. Forget the neighbour: she would do in her colleagues at the ministry at the very most. Let’s aim at the Ukrainians, builders, employed by Serbian companies, contracted in turn by Italian companies: shit always comes out of something like that”. “Nitro, there is MDMA, Speed and there are enough other shit drugs – but this here is different.” “Let Samolli interrogate them. We’ll have a look at the happy ‘rusk’ family tomorrow.” “They don’t convince me either, even if I do suspect Pater Pius.” And again the emptiness between the carpet and the sofa. And the red. My life, a new end. The nice family from the floor below, like the one in the biscuit advert. The model family: evening manslaughter.

I was woken by the sound of a drill in my ear and thought of Federico’s irony. Workers, carrying building material up the stairs, or furniture, and electricians, plumbers. A babel of languages: Serbian, Albanian, Romanian and a couple of Italian words. If there is something I cannot stand, it is flat renovations. Everybody has to hear everything and, if you are lucky, the flat is also next to yours. Quick shower with cold water. I don’t turn on the warm water, it is almost summer. In the meantime the coffee is rising in the mocha machine. Shivering because of the shower: I dry myself off quickly. I get dress­ ed whilst devouring dried fruit, raisins and figs. A plum. I drink a little milk. Then the sugared coffee. I don’t reflect. By the time I am down again, the street is half empty. Opposite the fishmonger’s there is a booth belonging to the woman from Naples who sells tourists souvenirs of Triest dating from the times of the monarchy: figures of Sisi, the shot Emperor Maximilian of Mexico … I head in the direction of Ponterosso. I pass the Piazza Unità to the side. There I see the prefect talking to the mayor, well, they’re actually having a laugh. A short wave from the prefect, a formal greeting from the mayor. I take an automatic step forwards ­towards the Mole Audace. Then I turn right in the direction of the canal. I cross the zebra crossing. I look in at the Ugo’s Sicilian shop. Udo had not taken the shopping around to Emilia for three weeks. He has just come back from Patagonia. He is shocked. He knew of nothing. He says he hadn’t even read the newspaper. The news would first appear tomorrow anyway. He collapses. We cry together while I try to com­fort him. We smoke and cry in front of Slavko, who would otherwise always ask questions, now he just brings us coffee. Ugo is sensitive: he is not putting it on, he does not stop crying. This death will preoccupy him for months. He will draw it like a ­ woman’s face, whose countenance is ­reminiscent of a red crayfish, with pointed breasts; or in black and white, a half-naked woman in a wrap, who is about to cover her eyes. Perhaps he will also draw a tarot card, the 13, a green, snarling skull, a figure of death, who takes up the scythe ready for use. Finally he bashes his head against the wall and lets it hang. We were friends. We were great mates years ago. I leave. The office is closed. I go in around the back, opposite the Teatro Romano. I can’t take it, I go out again. The roman theatre is really useless. It is fenced off by a grill fence and gates, and you cannot sit down. Mussolini had it reconstructed in parts, but the city council is obviously frightened that

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people will destroy the work of the ‘Duce’. Triest is like a stone mummy. The are prohibitions everywhere. Italy is one single prohibition zone, prohibitions nobody respects because they are everywhere and, above all, useless. I walk on. I get into the bus at the railway station. I don’t know which number. An old woman is sitting in front of me, a posie of ­violets in her hand. Otherwise nobody, apart from the old woman and the busdriver. We drive past the Faro della Vittoria – the victory lighthouse –, white, it looks at the sea, the bus goes up to the plateau Carso. I close my eyes. I would like to open them and not be me or here anymore. I open them again. The bus has stopped. The old woman gets off. I get off, too. I am at Monte Grisa. I climb up to the Maria Temple, a decaying cement pyramid, which draws up like a linear slope between the plateau and the black pines – the people of Triest who look up at this view from the city centre ask themselves what wrong they have done … I follow a path next to the temple, which I do not even want to look at. I was here once with Emilia, on the day we were collecting asparagus. We walked, we lost each other, following our instinct like animals, like speckled deer jumping over the wall. Then I found her again, behind a tree. It was enough when I called her, or she called me, or she hid herself. It was hot but we had long trousers on because of the danger of ticks. Her cheeks reddened due to the warmth and so her smile was still sweeter. I stop at the edge of the outcrop before I slip: further down below is the Strada Napoleonica, leading from Contovello to Opicina. It is closed to traffic and the first section is used by climbers. I hear voices in the distance. I sit at the edge and stretch out. My head is pounding. The grass is wet and the meadow trodden down. Somebody must have already been here. You have a beautiful view from here, it is like inifinity opening itself up, the blue, the sky and the sea flow into each other. My breath slows down but I get up. Everything is terrible. A small bush of thyme, a lime rock and a bracelet. It is of coral and gold. It looks like, no, it’s similar … It is mine, bought in Spalato at the market stalls; but it can’t be. I bought it for Emilia. It belongs to Emilia. “Heh, stupid pig, see this?” “And you, slut, get up as he certainly can’t get it up anymore.” “Bastard!”, she says and lets her white bossom flash from beneath her blouse as she gets up; wonderful … “That’s it, shut up you two otherwise I’ll wake my friend here up again and blow your brains out; and then I’ll serve you rare to the


221 first best passer-by. And now piss off both of you!” Jürgen, the great ape, who was two centimetres away and pointing the barrel towards the stomach, took Emily by the hand and led her out. “And what’s more, … wait for me in the usual place and don’t do anything stupid.” As they were going, she insulted me again – nice character, she was a damn whore! One who had graduated in electrotechnology with a passion for electronic tricks, ‘changed sides’ … But she was right: I should never have involved Nitro – he was only a guinea pig, nothing more. The ambulance arrived and drowned out the insults for a moment with its siren. A group of Japanese punks stopped in their tracks and filmed the doctors and nurses who got out. Then they fixed on the interior of the ambulance. Nitro’s lifeless body lay on the floor in a dark pool, and it would have made a great shot, with the stretcher and the doctors dressed in white, who arrived with their troop of helpers, ready for the morgue. Nitro’s last film, Nitro and the Angel; or Nitro in Hell, Nitro’s Last Dream: a couple of good titles for the dumb pig, naturally in ­Japanese with subtitles. But Nitro was wonderful: he was called that because he had made paper bombs like a Neapolitan craftsman since his school days. The episode with the pipes on the top floor of the school blown up with a thermal mechanism will ­never be forgotten. The whole building under water on the day the heating was turned on for the first time, the school evacuated, fifteen days holiday: a hero. He gave it up in 1999 after his last bomb, which went off in the ­cellar; then he finished school and went into the sciences; ten years of sound work in the field, died like an idiot because he was tired of the hole. His spiritual journey took him from one hole to another; from the cellar to science, from life to eternity. Perhaps that’s true for everyone, for everyone who wants to change themselves, everyone goes from one hole to another; or everyone who thinks that the world should change, and write themselves off, they look from one hole into another … In the end, everybody needs a hole where they can stay. You need a stunningly well appointed hole where everyone can look at themselves quietly in the mirror, regard, turn themselves to heaven or earth, dream, turn about themselves, pray and dance, die and sing, a hole from which everyone else can kiss their ar­ ses, a hole in the wood, where you can hide and eavesdrop the wizards, fairies and dragons casting their last spells; a hole you can scream from, a hole where the sound is like a shaft diriven in the sunset or a flock migrating south, in the warmth, in the heart of things. A symbolic hole, a dreamlike hole, ah, I forgot, some arsehole, but without

haemorrhoids, a big hole in the jacket pocket, a hole on the one side and on the other. And that’s how the eternal hole had stamped itself onto Nitro’s countenance. He lay still, immobile, like the cat on the glass moon, like one of them from those shops up town at repose. Ecstatic, like after his first shag on the day after his thirtieth birthday, disgusted, after he had realised on the same day that she was a whore hired by us and not the woman of his life, not her he loved. This corpse possessed in this way all of the impressions of life. Nitro and the hole, the super title of a really successful super film, a hundred million hits on the internet. ‘Nitro and the Hole’, but state television had never let these Japanese punks, who were anything other than punks, to realise ­ a film which would also be broadcast on the exclusive channels; and if they had met a couple of our, at least half-nasty, punks, they would certainly have gone back to Japan ­after a few minutes with the film between their legs and a fig leaf instead of a penis. It was another desecration of Nitro, for if he had stay­e d alive, in agony with his gun wound and on his last legs, he would have pulled out one of his dynamite processors and, arriving at hospital, he would have blown the camera on that arse-face of a Japanese punk to smithereens. Why? Because Nitro hated newfangled shit. He said this over and over again, probably to point out that everything that is a new trend is alienated and made mass interest, and this also happens at the place of ­origin of the multis, and the result of this pro­ cess is a real cult; in practice it looks like this: when something is annoying shit for us, it can be carneval at the other end of the world, and that only and exclusively to make a killing with costume jewellery. And Nitro hated all that. He always asserted that we will inevitably question the modern, reactionary or revolutionary. “It is the fine nuances that tell you about things,” about the quality of your fucked, beloved hole … Well, who knows if God has his hole and, above all: is Nitro’s hole really the hole of infinity? But perhaps the hole doesn’t exist and Nitro, who was a brothel-goer, knew it after that exasperating incident back then and wanted in any event to keep his artistic hole, the scientific laboratory. Perhaps there were also nuances in his three-dimensional hole that he didn’t know. There is also really one moment when the hole is not a hole anymore, the moment when the sunlight falls on you, which uses all possible nuances … “Heh, arsehole, see this? Take that camera and shove it up your Japanese pisser arse and get lost!”

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Nitro has gone; I should have forbidden him to do so, like Emily and Jurgen wanted. At last the police are arriving with the usual delay … About time, otherwise I would have killed them all. Christian Sinicco was born in Triest in 1975. He is a poet and a performer. He collaborates with the band Baby Gelido. He has presented in various manifestation in Italy such as Abso­ lute Poetry and Poesia Presente, and he has been the director of Iperporti Festival in Triest and Triest Inter­ national Poetry Slam. He published his book of poems, passando per New York / going to New York , in 2005 edited by Lieto Colle, gaining good reviews and succesfully sold.

pp. 182 – 191

Red Sofa

Ana Brnardić

At the end of September a stranger with blond hair arrived in Zagreb. He was transporting a red sofa made of soft foam ­material on the roof of his car. I met up with him and the woman accompanying him in front of St. Peter’s church, which touched the palsied autumn clouds with its lonesome tower as if with a tentacle. The young woman was called Maris and the stranger Josef. They lead me to the car so that I could touch the sofa. – Afterwards, we’ll take you to the hunting lodge with the green doors – they said – and you simply have to meet someone else, too! Someone else? I had just started to feel my way through the words of both these smil­ing strangers, awkwardly turning them over, searching for their cause and my place within it. I got into the car with a heavy head from the night and morning, full of people, of emotions, of my short journey. However, the thoughts have to be cleared somehow, simply breath deeply to air them through as a day with Josef and Maris lies ahead of me, a Saturday, lethargic and sleepy, which I have to shake awake. With its broken legs and arms, the hunt­ing lodge towered on a hill. We climbed up to its threshold, which droned with the silence that had come to life, with the former inhabitants, the hunters, who smelt of the forest and warm blood. Houses first tell those arriving at them the history of their unease; they tell them in a magnificent and dramatic fashion by leading us to obscure tracks and ­demanding of us that we become guessers and temporary detectives. The house of the hunters trembled under the secret it held.


222 Josef brought the simple red sofa to the house, an object unsullied by secrets, tales and misfortune, an open, banal moment of the present. And while the house was browsing through its dusty anecdotes, the stranger had already unsettled me and estranged me from the secrets of the hunters and their cheerful women, whose dark buds were so lightly sprouting in my head. Here she is, the girl with the sad eyes, we found her on the street – said Maris. A creature climbed into the car, in no way ­related to this world yet fitting into this ­Saturday so readily, and gave us many water blooms from her eyes and her hands. And like every other creature that wanders through the streets, she was also fleeing from something. All the same, she did not shy away from leading us into her hiding place, her home, which we elect to be a small Schönbrunn. Behind the bend in an ever narrower street opened the golden wings of this building, worked to a scale for spoilt princes, cutting the autumn mist with a cloak of rustling leaves and transporting us into deep awe, like in old advertisements for perfumes. Josef, who was busy the whole time dedicating himself to the moment and trying to combat my Saturday blues with his bronze eyes, entered the courtyard of this castle like some prince, carrying the sofa on his head instead of a crown. Although we were entranced by the moment and unmindful of the layers of conscience which had been thrust upon us, the brave prince of the present was confronted by the guard of this place, a representative of the law, who jealously guarded such a resplendence from dubious visitors. Not even the words of the girl with the sad eyes, the maiden who resided in the tower of this lost kingdom, could appease the constable. Yet who knows with which cipher, with words I overlooked in my weary thoughts anyway, still sunk in the waters of selfish loneliness, the law enforcer was assuaged. Discouraged, I had to accept that I was going along the edge of a Saturday fable, still sleeping, and clinging by the nails to the wild thoughts of a lonely one racing through my head. The buildings we visited, and to which we made a ­mo­mentary offering of the red sofa for one or two photos, demanded a darksome consciousness with their hissing fears and the echo of once vocalised heartache. I yearned for a glade, a wide space or a tree at least which did not speak mankind’s language and history. Josef stopped the car. He took the sofa from the roof. He carried it on his shoulder for a few paces. Then he threw it onto the meadow next to the road. We sat down. Everything went quiet. Our thoughts floated away. I stepped out of the dark chamber of the morrow. Josef’s face with its bronze smile, Maris’ green eyes and the dark blue

blooms in the countenance of the girl with the sad eyes, all shined under the open sky. Apparently, as we lay stretched out on the sofa of rubber-like foam on the grass on this cool and damp autumn day; the muse of the moment had visited and undone every knot and become manifest in unbinding chatter. We headed west. We placed the sofa in a concrete clearing with a view of the buckled roofs and neutral residential blocks of Zagreb. Before us, both of the cathedral’s horns. Passers-by swarmed all around us. South Americans. Asians, an unusual mixture of voices in speech, sand from far shores strew itself all over the centre of Zagreb. I became a stranger myself, a listener separated from the self and language, as light as an empty page, and happy. The Britanski Trg (British Square) is sur­rounded by grey palaces. An antiques market is held here at weekends. We had already forgotten our obligations a few hours ago and had become simple passers-by ­devoid of vectors, butterflies of the city. We put the sofa down in the coffee house in the middle of the square and lay on it. The old women who tremblingly touched the silver-plated candle sticks and exquisitely fine laces at the market with their adorned fingers, reached just as carefully for the edges of the sofa on which we were resting our backs and drinking coffee, abandoned to the passing of minutes, voices, hands and coat hems which flew around with the pigeons. Finally, we went by car to the outskirts of the city. To the place where the city ceases to exists. A domain with low clouds, dark shadows of trees. Once more in a zone of shadows, the past, ghosts who hang heavily in the air, hanging over us in the man­ner of a daytime succubus. The abandoned cement factory. The dusty book opened anew, the walls fluttered, ­pages fell out, we suffocate in a green extract of a poison dispersed long ago. Josef becomes gloomy, his melancholy takes on the form of the past, the bronze bliss in his gaze sprawls into a complicated Klimt forest, full of meanings. – Happiness has no meaning, it simply is, whilst sorrow is full of meanings – a friend of mine once declared to me. The eyes of the sad girl shed into water lilies with her neck touching the ground and Maris pulls up the collar of her coat. The walls of the cement factory are full of unbearable history. Let us flee from here, I think to myself. It is cold, it is getting dark and the frightful feeling of misfortune and ­injustice is becoming firmer. How narrow the openings are, how low the ceiling. The sinister silhouettes of small people appear to us, workers in their musty aprons, faces leached by nightmares, pinched mouths with small, self-rolled cigarettes in their ­c orners. The tiny bodies of the workers are absolutely

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disproportionate to their enormous, knobbly fists. The factory never rests. The workers arrive on their bicycles at the break of dawn whilst the night shift departs into the unconscious. We leave the red sofa standing in the midst of this damp history. The homeless now ­reside here, reconciled with the ghosts of the tubercular workers and tiny appren­ tices, who waver around between the operations of the factory and their homes like blades of grass. We give them the sofa just like that because they demand it of us with a long close-mouthed appeal. Zagreb is dark. In broad daylight and in the middle of the night, the city devours the grey stone and lives with it. Its story is valuable but it does not know how to digest it, how to accommodate strangers, how it should deal with their abandon. Josef sings out loud in the car. Maris beats time, and the girl with the forgetme-not eyes adds the second voice in thirds. We wash out the unpleasant remains from our throats and race out into the open night. Ana Brnardic´  was born in Zagreb in 1980. She graduated in comparative literature and Croatian language and literature at the University of Zagreb. She has published three books of poetry that received several prestigious Croatian awards for poetry: Pisaljka nekog mudraca / The Pen of a Sage (1998), Valcer zmija / The Snake Waltz, (2005), and Postanak ptica / The Creation of Birds (2009). She is a member of the Croatian Writers Society.


Colophon

Texts: Zuzana Blahutová, Ana Brnardić, Rainer Fuchs, Thomas Glatz, Josef Haslinger, Ulrike Juza, Christoph Simon, Christian Sinicco, Aleš Šteger, Beppe Tosco, Vitus Weh Photography: Anita Aigner, Andreas Buchberger, Anne Hacket, Maris Liska, Verena Jarosch, Georg Khoss, Ulrike Reinthaler, Simone Schmidt, Josef Trattner Translations: Ann Catrin Apstein-Müller (Slovenian - German), Zuzana Blahutová (Slovakian - German), Chris Clouter (German - English), Maris Liska (Croatian German), Ulrike Reinthaler (Italian- German) Proof reading: Chris Clouter, Elisabeth Gößl, and the authors Design: grafisches Büro – Günter Eder, Marcel Neundörfer, Roman Breier, in cooperation with Kristin Metho Printing / Binding: Drukkerij Slinger, Alkmaar / Hexspoor, Boxtel Edition: 600 Thanks to Eurofoam and all participants.

Publisher: Schlebrügge.Editor Museumsplatz 1, quartier21/ MQ, 1070 Vienna Austria, www.schlebruegge.com Distribution outside Austria: Vice Versa, Berlin © 2010, Josef Trattner, the authors, and photographers. ISBN: 978-3-85160-179-4 Printed and bound in the Netherlands. All rights reserved.

English


SCHLEBRÜGGE.EDITOR Museumsplatz 1 quartier 21 / MQ 1070 Wien, Austria www.schlebruegge.com ISBN 978-3-85160-179-4

SOFA  

Für seine „Sofafahrten“ verwendete Josef Trattner selbstentworfene und leicht transportable Schaumstoffsofas. Er reiste damit in ausgewählte...

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