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Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

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NEWS TO–GO

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S. 6 ZEITGESCHEHEN

WIE DIE SPD NOCH ZU RETTEN SEIN KÖNNTE S. 7 – 8 FEUILLETON

BRUNO PIETERS IST AM ENDE DER GEHEIMNISSE S. 8 MEDIZIN

WER SCHÖN SEIN WILL S. 9 DAS WETTER

BERLIN / MÜNCHEN, PARIS, MEISSEN, LONDON S. 10 – 11 SPORT

ISTANBUL UNITED S. 12 & 21 BERLIN FASHION WEEK

SHOWS, EXHIBITIONS, EVENTS, FASHION FILMS S. 22 – 23 MODE

DESIGNERS FOR TOMORROW: 5 MODETALENTE

DIESELS NEUER KREATIVKOPF: NICOLA FOR MICHETTI S. 24 – 25 MODE & TO-GO BOUTIQUE

BELGISCHES SCHUHDESIGN: ZÄH WIE ALTE LEDERSTIEFEL S. 26 – 29 KULTUR:

INTERVIEW: SOFIA COPPOLA MAG ES LIEBER KLASSISCH

FASHION FILM FESTIVAL INTERVIEW: MIT KLAUS MARIA BR ANDAUER DURCH DIE GALAXIS

S. 13 – 20 8-PAGE EDITORIAL

DIFFERENT SHADES OF

GR AY

S. 30 ENGLISH APPENDIX

ARROGANT BASTARD ISTANBUL UNITED AS TOUGH AS OLD BOOTS

CHAPTER XXV


WWW.FREDPERRY.COM


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Contributors

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

Š ANNA ROSE

CONTRIBUTORS

LUKASZ WOLEJKO-WOLEJSZO

NINA BYTTEBIER

KATHRIN ECKHARDT

Eine Selbstreflektion vom im polnischen Bydgoszcz geborenen Lukasz Wolejko-Wolejszo auf seine Jugend ist fßr Ihn wie der Blick durch ein Kaleidoskop. Seine Affinität zur Kunst und Kultur brachte ihn letztendlich zur Mode- und Werbefotografie - der Weg dorthin war jedoch ßber Umwege. Einst war der Berliner Softwareentwickler & Webdesigner, wohnte im Ruhrgebiet und Paris und kam ßber Industriekunden zur Fotografie. Neben internationalen Modekunden liebt er es konzeptuelle Strecken zu produzieren, wie fßr unsere aktuelle Ausgabe von Traffic.

Nina Byttebier wurde am Independence Day 1989 während einer seltsamen Hitzewelle in Belgien geboren. Bevor ihr Abenteuer in Berlin begann, hat Nina an der renommierten Antwerp Fashion Academy studiert, wo sie - umgeben von der Mode-Elite - ein sehr geschultes und kritisches Auge entwickeln konnte. Nach ihrem Job als Fashion Editor fĂźr Vice Deutschland und als Chefredakteurin des unabhängigen Jpeople magazine ist Nina weiterhin in Berlin als Journalistin und Stylistin tätig und produziert auĂ&#x;erdem Fashion Filme und Videoreportagen. ninabyttebier.com

Mit einer Beobachtung fängt alles an, sie ist AuslÜser und Inspirationsquelle fßr die Texte und Stylings der 30-jährigen Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaftlerin. Die Autorin und Stylistin arbeitet von Zßrich aus fßr Magazine, Zeitungen und Onlinepublikationen, sowie an eigenen Projekten und fßr die Werbung. Im Fokus steht stets der Wandel der Gesellschaft und ihr Ausdruck in der Mode. Fßr die aktuelle Ausgabe befasste sie sich mit fßnf jungen Designtalenten und dem Modevirtuosen Nicola Formichetti. www.kathrineckhardt.ch

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5$1+$&$1ÂŤJacques C. Stephens V.i.S.d.P. jacques@trafficnewstogo.deÂŤÂŤ".Ě—5$1+$&$1ÂŤMurat Suner murat@trafficnewstogo.de /'.3.1$# *3(.-ÂŤÂŤPamela Spitz pamela@trafficnewstogo.deÂŤÂŤ2"'+4221$# *3(.-ÂŤÂŤNurcan Ă–zdemir ÂŤ#$2(&-ÂŤSuperboÂŤÂŤ6$!#$2(&-ÂŤDesisn ,(3 1!$(3$1ÂŤ#($2$1ÂŤ 42& !$ÂŤ Linda-Luise Bickenbach, Nina Byttebier, Sophia Coppola, Kat Cordts, Conor Creighton, Thorsten Denkler, Kathrin Eckhardt, Maria Ehrlich, Timo Feldhaus, Lilian-Astrid Geese, Ulrich Gries, Marc Hairapetian, Henoc, Natalie Holmes, Frances Marabito, Alvan Msalame, Millicent Nobis, Dr. Inge Schwenger, Jacques C. Stephens, Murat Suner, Greta Taubert, Adrian Stanley Thomas, Sabine Weier, Rinat Welsing, Lukasz Wolejko-Wolejszo, Mallence Bart-Williams ".5$1ÂŤKat Cordts @ MD Management, Hat Monki, Coat Kilian Kerner, Body TrĂŠs Bonjour x Dawid Tomaszewski, Overknees TrĂŠs Bonjour, Gold Ring Folorunsho, Photographer Lukasz Wolejko-Wolejszo /1.#4"3(.- Photographer: Lukasz Wolejko-Wolejszo, Styling & Production: Mallence Bart-Williams, Rinat Welsing, Styling Assistant: Alvan Msalame, MakeUp: Maria Ehrlich #14"*ÂŤD+S Druck und Service GmbH ISSN 1869-943 X


WER JUNG BLEIBEN WILL

MUSS FRÜH DAMIT ANFANGEN.

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Zeitgeschehen

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

6($«#($«2/#«̕& -9«5($++$("'3̖« -."'«94«1$33$-«2$(-«*w--3$ von Thorsten Denkler FASSEN WIR MAL zusammen: Die SPD hat einen Kanzlerkandidaten, dem viele die Kanzlerschaft zutrauen würden, aber weit weniger die Kandidatur zugetraut hätten. Wobei eine Mehrzahl der Sozialdemokraten wohl ohnehin lieber Sigmar Gabriel, den Parteichef, dort gesehen hätte als Peer Steinbrück. Letzterer ist es dann ja auch nicht etwa deshalb geworden, weil er der Beste von den dreien aus der Troika war, sondern weil erst Gabriel und dann auch Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier den beiden anderen abgesagt hatte. Steinbrück blieb halt übrig. Und das auch noch weit vor der Zeit, die Gabriel für die Nominierung mal vorgesehen hatte. Ein gutes halbes Jahr später steht fest: Steinbrück könnte vielleicht Kanzler. Kandidat kann er nicht. Zu selbstgefällig, zu viel Ironie, zu viele Pannen. Für seine horrenden Vortragshonorare hatte er kein Kommunikationskonzept. Für unfallfreie Interviews hatte er den falschen Sprecher. Bis er diesen drei Monate vor der Wahl auswechselte, gegen einen Mann, der bis dahin Cheflobbyist der Immobilienhaie von der Deutschen Annignton war. Steinbrück hat zudem a) keine Hausmacht im Willy-Brandt-Haus, b) eine Wahlkampfzent-

rale Kampa, die vor allem auf Gabriels Kommando hört und c) einen Parteichef, der ihn solange mit Alleingängen nervt, bis Steinbrück ihm im Spiegel ziemlich deutlich Illoyalität vorwirft. Den Konflikt hat Steinbrück damit dann eher verschärft als gelöst. Nicht wenige Genossen, die schon mal argumentativ vorsorgen für den Fall, dass Steinbrück die Wahl vermasselt. Steinbrücks Leute erklären, der Peer würde es dann nicht gewesen sein. Gabriels Leute erklären, der Siggi würde es sicher nicht gewesen sein. Steinmeiers Leute erklären, also der Frank, der würde es ganz, ganz sicher überhaupt nicht gewesen sein. Manche haben ja Sorge, dass das Fell des Bären verteilt wird, bevor der Bär erlegt ist. In der SPD aber wird gerade der Bär für erlegt erklärt, während sein Herz noch schlägt. Doch, doch, die SPD kann die Wahl noch gewinnen. Mit etwas Glück zwar, aber das geht. Die Wahlkampfmaschinerie wird ja gerade erst so langsam hochgefahren. Und so könnte es (ganz vielleicht) gehen: Zuerst müsste die SPD vor Steinbrück geschützt werden. Der Mann passt nicht zum linken Umverteilungsprogramm der SPD. Das Programm aber sehr wohl zur SPD. Mindestlohn, Leiharbeit und Befristungen einschränken, Betreuungsgeld abschaffen, kosten-

lose Kitas, Vermögenssteuer einführen, Spitzensteuersatz rauf. Den Reichen nehmen, den Ärmeren geben. Und zugleich Infrastruktur sichern. Und da Soloselbständigkeit, prekäre Löhne und mangelnde Altersvorsorge gerade unter Kreativen und Künstlern weiter verbreitet sind als in anderen Branchen, hat sie auch dafür einen Ansatz: Die Künstlersozialkasse, die sie einst erkämpfte, für die heutigen Arbeitsverhältnisse der Kreativen zu öffnen. So verspricht es die SPD. Damit sollte die SPD für die SPD werben. Nicht so sehr mit dem Kandidaten. Noch werden in Bundestagswahlen Parteien gewählt. Das ist eine Chance für die SPD. Im Gegensatz zur Schlafwagen-Wahlkämpferin Angela Merkel hat die SPD wenigstens ein Programm, das mehr will als nur irgendwie weiter so. Merkel plappert letztlich nach, was die SPD will – siehe jüngst die Mietpreisbremse. Merkel scheut sich nicht einmal mehr zu sagen, dass das ein SPD-Konzept war. Gelingt es der SPD ihre Botschaften glaubhaft unter die Wähler zu bringen, würde das womöglich die Linke klein halten und SPD-affine Nichtwähler motivieren, doch zur Wahl zu gehen. Die Linke ist in eine Art Scheintotenstarre verfallen. Deren Protagonisten sagen lieber gar nichts mehr als etwas Falsches zu sagen. Da könnte die SPD durchaus noch den einen oder anderen Prozentpunkt abstauben.

Die Lager rot-grün und schwarz-gelb sind nicht so furchtbar weit auseinander. So knapp an die 33 Prozent bräuchte die SPD. Dann könnten die Grünen mit ihren vielleicht 15 Prozent eine Neuauflage von Rot-Grün möglich machen. Von den besten Umfrageergebnissen ausgehend fehlen der SPD dafür gerade mal fünf Prozentpunkte. Das ist doch machbar, Genossen! Und dann sind da ja noch diese ominösen AntiEuro-Populisten von der Alternative für Deutschland. Die nehmen vor allem Union und FDP Stimmen weg. Je stärker die AFD wird, desto besser für das rot-grüne Projekt. Die Stärke von CDU und CSU kann der SPD egal sein. Merkel liegt uneinholbar vorne. Eine schwache FDP aber hilft. Genauso wie eine schwache Linke. Denn das könnte wenigstens eine Regierungsbeteiligung in einer großen Koalition ermöglichen. Nicht mit Steinbrück, der hat eine große Koalition für sich glaubhaft ausgeschlossen. Sicher, es gibt viele Genossen, die die Schmach von 2009 nicht vergessen können. Merkel hatte die SPD nach vier Jahren großer Koalition auf 23 Prozent geschrumpft. Aber „Opposition ist Mist“, sagte schon Franz Müntefering. Die SPD wird sich daran nach der Wahl erinnern. Wenn auch nur widerstrebend. zeitgeschehen@trafficnewstogo.de


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Feuilleton

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Was würde Bruno Pieters dem Philosophen wohl antworten? Der belgische Designer hat eine steile Karriere hingelegt. Er designte drei Jahre lang für das junge Label Hugo by Hugo Boss, dann hatte er genug, machte ein zweijähriges Sabbatical in Indien und kam zurück mit einer Vision. Er wollte gar keine Mode mehr machen, jetzt macht er die revolutionärste Mode, die es gibt. "Honest by" heißt sein neues Label und verspricht nicht weniger als absolute Transparenz. Vom Garn bis zum Gewinn sollen Pieters eigene Kollektionen, sowie die im Webshop verkauften Honest by-Kollektionen jüngerer Designer, jegliche Details ihrer Entstehung offenlegen. Unter jedem Produkt finden sich Materialinformationen, Produktionsdetails und Preiskalkulationen. Das Scrollen durch den Webshop wird zu einer aufregenden, bisher unvergleichlichen Aktion. Es ist, als sähe man hinter die Kulissen einer Traumfabrik. So liegt etwa eine sandfarbene Leinenhose aus Biobaumwolle aus der Honest by Bruno Pieters Kollektion bei 83,64 Euro Materialkosten. Verkauft wird sie für 709,35 Euro. Wie es zu diesem Sprung kommt, kann jeder Käufer detailliert nachlesen.

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Transparenz ist das Symptom unserer Zeit. Der Philosoph Byung-Chul Han schreibt ein Buch darüber, der Designer BRUNO PIETERS entwickelt die erste Modelinie, bei der jegliche Details ihrer Entstehung offenliegen. von Timo Feldhaus Transparenz ist die Motivation des Skandals unserer Zeit. Die Beziehung von Drama und Durchblick hat eine lange Geschichte, in der gefundene Liebesbriefe oder das Lesen im geheimen Tagebuch eher moderne Konstellationen darstellen. Von Wulf bis Edward Snowden, zuletzt entwickelte der Ruf nach Transparenz eine politische Schlagkraft, die ganz offenbar positive wie negative Rückschlüsse zulässt. Besonders wenig mit ihr anfangen kann der in Deutschland lehrende Philosoph ByungChul Han. Die „totale Ausleuchtung“ führe zu einer „besonderen Art seelischen Burnouts“, schreibt er gleich auf den

ersten Seiten von "Transparenzgesellschaft", seiner kurzen philosophischen Zustandsbeschreibung aus dem letzten Jahr. Er bezeichnet sie als pornographisch und auch als totalitär. „Das gesellschaftliche System setzt heute all seine Prozesse einem Transparenzzwang aus, um sie zu operationalisieren und zu beschleunigen.“ Han, seit seiner ebenso kurz gehaltenen Gesellschaftskritik "Müdigkeitsgesellschaft" als Philosoph der einfachen Wahrheit bekannt, bringt auch das aktuelle Symptom auf eine pointierte Formel: „Ausleuchtung ist Ausbeutung“. Und auch zur Noblesse hat er einen Satz parat: „Die Transparenz ist nicht das Medium des Schönen“, bedauert er und setzt unserer durchsichtigen Welt ein pessimistisches Dauerfeuer entgegen.

Transparenz hat in der altehrwürdigen Welt der Mode einen ähnlichen Klang wie das Wort Doping bei der Tour de France. So wie Stella McCartney seit Beginn ihrer Karriere, verzichtet auch Honest by auf Leder, Pelz und Horn. Das einzig eingesetzte tierische Produkt bleibt Wolle – und die ist biologisch, recycelt oder stammt von ausgewählten Farmen in Großbritannien. Doch Honest by ist das erste Unternehmen überhaupt, das dem Kunden eine hundertprozentige Garantie für das Produkt gibt, das sie erstehen. Dass es andere Luxusmarken Pieters gleichtun, kann alsbald nicht erwartet werden. Zwar leisten sich auch große Discountlabel wie H&M oder auch Jeanser wie Diesel mittlerweile grüne Linien, doch genau wie die hohe Mode würde sich diese einige Schwierigkeiten einhandeln, wenn sie eine annähernde Politik verfolgte. Diese Form der Transparenz ist bisher ein Luxusgut. Etwas, das sich Gucci, Prada und Co. nicht leisten können. Viele Besucher von Pieters' Webshop schreckt aktuell der hohe Preis des bewussten Konsums ab. Die Stückzahlen sind so gering, dass die Produktion extrem teuer ist. Heraus kommen Kleider, durch die man hindurchsehen kann, deren Geschichten man sich nicht erträumen muss, sondern die offen daliegen. Ob dies nun an der schönen Geheimnishaftigkeit der Mode rührt oder uns von einigen Alpträumen befreit, wird die Zukunft zeigen. S. 8


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Feuilleton

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

PRODUCT CODE: BPS023F2232P01W PRODUCT DESCRIPTION: Printed paneled long sleeved fitted jersey top with contrast yoke

von Dr. Inge Schwenger-Holst, Medizinerin, Unternehmerin und Vorsitzende des Vereins call a doc.

FABRIC

SAFETY PINS

SINGLE JERSEY VISCOSE PRINT 1

Safety pin: 100% polystyrene

Amount used: 1,2 meter Price / Meter: The information was given to Honest by but the supplier did not wish to make that information public.

Wer schÜn sein will‌

SINGLE JERSEY VISCOSE PRINT 2

‌sollte sich beizeiten mit der Operation des sogenannten Hallux Valgus, im Voksmund auch wenig anmachend „Frostballen“ genannt, vertraut machen. Dank des ungebrochenen HighHeel-Wahns sind Anfangsstadien dieser wenig schĂśnen FuĂ&#x;deformation schon in Schuluntersuchungen bei 14-Jährigen auszumachen. Mit 25-30% Häufigkeit, konzentriert auf das weibliche Geschlecht, ab dem 40. Lebensjahr weiter steigend, ist der Schiefzeh die häufigste FuĂ&#x;deformität Ăźberhaupt. Die GroĂ&#x;zehe wandert seitwärts und bohrt sich mit seinem Grundgelenk deutlich konturgebend in den Schuh, während der zugehĂśrige MittelfuĂ&#x;knochen zur Mitte zeigt. Die Deformität nimmt weiter zu, je weniger Platz man seinen Zehen zubilligt und je steiler die FuĂ&#x;stellung wird. Hierdurch wird das vordere QuergewĂślbe geplättet und ein SpreizfuĂ&#x; entsteht. Nach einiger Zeit sehen die FĂźĂ&#x;e allenfalls noch in den sie beengenden Pumps sexy aus. Optisch schon geschlagen, kommen dann teilweise erhebliche Schmerzen hinzu, die die oben bereits angedrohte Operation kaum vermeiden lassen. Diese ist in der Regel mit einer Teilentfernung und Umstellung des ersten MittelfuĂ&#x;knochens unter Implantation von fixierenden Schrauben oder Drähten verbunden. Will man die Entwicklung des modernen Pendants zum chinesischen Klumpfuss nicht mitmachen, aber auch nicht dauerhaft auf Omas Bequemschuhe umsteigen, so kann man sich auf einen fĂźr die FĂźĂ&#x;e akzeptablen Deal einlassen: 10 mal so viel barfuĂ&#x; laufen wie in Pumps oder High Heels, die man nicht länger als ein paar Stunden pausenlos tragen sollte und als hippe Alternative: Flip-Flops, auch Zehenstegsandalen genannt. Das Ganze kombiniert mit fuĂ&#x;orientierter Gymnastik und Massage und Manolo Blahnik ist nicht mehr nur eine EinbahnstraĂ&#x;e zum Orthopäden. Will man aber den Pfad des Designerschuhwerks nicht verlassen, so warten im Internet mannigfaltige Hallux-Schuhe auf ihre Trägerinnen. Wichtig ist in jedem Fall eine fachlich gute Beratung, z.B. durch die von der Gesellschaft fĂźr FuĂ&#x;chirurgie zertifizierten Ă„rzte (http://www.hallux-valgus.com) oder die Netzwerkärzte von calladoc – www.calladoc.com.

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TOTAL COST MATERIALS: 12.96 Euro MANUFACTURING COST:

ORGANIC COTTON JERSEY

DEVELOPMENT COST: 3.21 Euro

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This covers the cost of the development of the samples, such as pattern making and digitizing.

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TOTAL COST: 34.17 EURO

100% organic cotton GOTS certified Price / Cone: 9,50 Euro Estimated cost: 0,5 Euro BRAND LABEL Brand label small: 100% polyester

WHOLESALE MARK UP: X 2,0 68.34 EURO The wholesale mark up covers a part of the Bruno Pieters studio costs such as staff, research, design, utility costs, transportation and office supplies.

Price / Piece: 0,5864 Euro

RETAIL MARK UP: X 2,7

Amount used: 1 piece

For the SS 2013 collection Honest by applied the same mark up as the independent retailers we worked with world wide. This mark up was made in agreement with the retailers that are distributing SS 2013 and only applies for the SS13 collection. This retail mark up covers the retailer's costs such as staff, purchasing of new collections, operational costs, utility costs, rent, insurance, communications, transportation, intellectual property rights, professional asVRFLDWLRQFRVWVRIĂ€FHVXSSOLHV maintenance costs, legal and accounting costs, and marketing. A retail mark up of 2,7 is the average mark up most commonly used by luxury retailers in Europe. Outside of Europe the mark up can be 3,2 or higher depending on import taxes of the country and store policy.

Total: 0,5864 Euro SIZE LABEL 100% polyester Price / Piece: 0,035 Euro Amount used: 1 piece Total: 0,035 Euro CARE LABEL + MADE IN LABELS Care labels + Made In labels: 100% cotton Price / Piece: 0,74 Euro Amount used: 1 piece Total: 0,74 Euro SECURITY SEAL Security seal: 100% polystyrene Price / Piece: 0,2 Euro Amount used: 1 piece Total: 0,2 Euro HANG TAGS Hang tags: 100% FSC recycled Price / Piece: 0,29 Euro Amount used: 1 piece Total: 0,29 Euro COTTON THREAD Cotton thread: 100% cotton Price / Piece: 0,016 Euro/m Amount used: 0,3m Total: 0,0048 Euro

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Total: 0,03 Euro

Garment manufacturing: 18,00 Euro

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HONEST BY RETAIL PRICE (excl. VAT): 184.52 EURO This price is applicable to non-EU customers. Import duty taxes apply. HONEST BY RETAIL PRICE (incl. VAT): 223.27 EURO This price is applicable to EU customers only. VAT is included in this price. CHARITY. 20% of the annual SURĂ€WZLOOEHGRQDWHGWRYDULRXV charities chosen by our collaborating designers. NOTE: All prices are calculated per 1 item.


Das Wetter

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# 2«6$33$1 von Linda-Luise Bickenbach wetter@trafficnewstogo.de

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BERLIN/MÜNCHEN

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PARIS

52° 31' 0'' N, 13° 23' 0'' E / 48° 8' 0'' N, 11° 34' 0'' E

48° 51' 24.12'' N, 2° 21' 2.88'' E

WOLKENLOSER HIMMEL It’s Karltime. Wie eigentlich immer im Leben des 75- bis 80-jährigen Karl Lagerfeld. Diesmal geht es darum, dass der gebürtige Hamburger mehrere eigene Shops eröffnet. Und Achtung: Nach Store-Openings in Paris und Amsterdam ist nun auch sein Heimatland an der Reihe. Das deutschlandweit erste Lagerfeld-Geschäft geht pünktlich zum Erscheinen dieser Ausgabe von TRAFFIC an den Start, nämlich am 1.Juli in Berlin. Zwei weitere Lagerfeld-Geschäfte folgen in München (4. Juli und September 2013). Laut Fachpresse erwartet uns eine Auswahl Lagerfeld’scher Women- and Menswear-Kollektionen, außerdem ausgesuchte Accessoires und Bücher. Es scheint, als ob das hyperkreative Modegenie wieder einmal ins Schwarze trifft. Adressen: Neue Schönhauser Straße 8 in Berlin, sowie Fünf Höfe und Maffeistraße 6 in München.

ÜBERWIEGEND HEITER 80 Jahre Lacoste – und alle feiern mit: Gleich acht französische Luxusunternehmen gratulieren dem grünen Krokodil zum Geburtstag. So bringt beispielsweise Hermès eine Tennistasche aus Alligatoren-Leder heraus. Der Pariser Juwelier Boucheron hat zwei diamantenbesetzte Krokodilbroschen entworfen. Baccarat schickt eine grüne Kristallglas Schale ins Rennen. Und das Feinkostunternehmen Fouchon feiert mit süßen Eclairs in sportlich-buntem Lacoste-Look. Einige dieser Spezialanfertigungen sind in limitierter Stückzahl im Handel erhältlich, andere gibt es nur ein einziges Mal. Doch zum Glück wirft das Geburtstagskind ebenfalls ein paar Jubiläumsdesigns auf den Markt. Darunter klassische Poloshirts und -kleider für ganz normale Lacoste-Anhänger. Denen gefallen die Basics sowieso am besten.

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MEISSEN

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+.-#.-

51° 9' 49'' N, 13° 28' 39'' E

51° 30' 33.8'' N, 0° 7' 5.95'' W

WECHSELHAFT Kunst, Design, Mode – das nimmt man ja alles nicht mehr so genau. Deshalb ist Toleranz gefragt, wenn ein Porzellanhersteller sich dazu entschließt, Couture zu entwerfen. So geschehen jetzt im Hause Meissen Italia, der Mailänder Tochterfirma des 300 Jahre alten sächsischen Traditionsunternehmens Meissen. Als Fashiondesignerin fungiert ab sofort die junge Deutsche Frida Weyer. Die Gewinnerin des PREMIUM Young Designers Award und des BUNTE New Faces Award wird jährlich zwei Kollektionen von Cocktail-, Abend- und Brautkleidern auf den Laufsteg schicken. Schon im Herbst soll die erste Kollektion vorgestellt werden. „Ich freue mich darauf, mich von den unendlichen Archiven der Manufaktur für neue Kreationen inspirieren zu lassen", so Weyer. Porzellan meets Fashion – warum eigentlich nicht.

STARKER NIEDERSCHLAG Mit der Ausstellung „Club to Catwalk: London Fashion in the 1980s“ beschwört das Victoria and Albert Museum den Modegeist der 1980er herauf. Knapp 90 Outfits sollen zeigen, wie die Subkultur jener Dekade eine ganze Generation junger Designer beeinflusst hat – unter anderem heute so bekannte Namen wie Betty Jackson, Katharine Hamnett, Wendy Dagworthy und John Galliano. Im Mittelpunkt steht die Wechselwirkung zwischen der wilden Londoner Club- und der ebenso wilden Fashion-Szene dieser Tage. Ein inspirierender Rückblick mitten in eine Zeit, in der die Kreativwelt noch unter sich blieb und glamourös geschminkte Männer mit punkigen Haarstyles für sonderbar gehalten wurden. Die Ausstellung läuft vom 10.Juli 2013 bis zum 16.Februar 2014 im Victoria and Albert Museum in London. Infos unter www.vam.ac.uk.

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Sport

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ISTANBUL von Conor Creighton, Sao Paolo Übersetzt aus dem Englischen von Frances Marabito DER FEIND MEINES Feindes ist mein Freund. In Istanbul ist dieses Sagen zur Zeit von großer Schlagkraft. Wo sich sonst Fußballfans rivalisierender Mannschaften hasserfüllt gegenüberstehen, schließen sie sich heute zusammen, um gegen die Erdogan-Regierung zu vorzugehen. Der Begriff 'Ultra' bezeichnet eine besonders radikale Strömung unter den Fußballfans. Ohne Zweifel handelt es sich um die fanatischste Bewegung, die in und außerhalb des Stadions für ihre Gewaltausbrüche bekannt ist.

In Osteuropa und vor allem in der Türkei wird die Bezeichnung 'Ultra' assoziiert mit Rassismus, Gewalt, Faschismus und jungen Männern, die keine Grenzen kennen. Es sind desillusionierte und marginalisierte Typen, die ihre Frustration beim traditionellen samstäglichen Fußballspiel entladen. Die meisten Menschen außerhalb der Ultra-Gemeinschaft empfinden diese Spezies als bedrohlich und beängstigend. Unter revolutionären Gesichtspunkten betrachtet waren die Ultras jedoch stets die härtesten Verfechter von Demokratie, Gerechtigkeit und sozialem Mitgefühl und zeigten außerdem die stärkste Kampfbereitschaft gegen ausufernde Polizeigewalt.

Die drei größten Fußballclubs in Istanbul sind Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas. Alle drei weisen ein hohes Kontingent als Ultras auf. Ihr Ruf ist nicht besonders heldenhaft. Galatasaray ist dafür bekannt, dass die Fans Messer mit sich tragen, was der Grund dafür ist, dass englische Fussballclubs bei Auslandsspielen in Istanbul ihren einheimischen Fans raten, sie nicht zu den Spielen in die türkische Stadt zu begleiten. Die Fenerbahce-Fans sind ebenfalls keine Heiligen. Ihr Motto lautet: KFY, Kill For You. Größer als ihr Hass auf ausländische Fußballclubs ist jedoch der Hass aufeinander. Daher war die Überraschung unter den Türken groß, als bekannt wurde, dass sich die Fans der riva-

lisierenden Fußballclubs auf dem Taksim Platz zusammengeschlossen hatten. Am 8. Juni, als über einhunderttausend Protestler auf den Taksim Platz marschierten, positionierten sich die Ultras der drei Clubs an den Rand des Demonstrationszuges. Sie sahen es als ihre Aufgabe an, die Demonstranten zu schützen, und entfachten nebenbei ihre eigene kleine Hölle. Sie zündeten Feuer, erklommen das Dach des Atatürk-Kulturzentrums und hielten die tobende Polizeimeute so lange zurück, bis Demonstranten den Taksim Platz sicher besetzt hielten. Ihre Stärke lag in ihrer hohen Anzahl und ihrer physischen Kraft, aber auch in ihrer lang er-


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4-(3$# probten Kampferfahrung mit der Polizei. Tränengasgranaten und Kampfschwadrone sind den Ultras in Istanbul genauso vertraut wie Fußballstadien und Tornetze. Der türkische Journalist für Eurosport, Bagis Ersten, verbrachte einen Abend mit den vereinigten Ultras und beschrieb anschließend ihr Vorgehen. "They were more experienced than the protesters, they fight the police regularly. Their entry raised the protesters' morale and they played a leading role. They set up barricades, threw back tear gas canisters and protected the core of protesters from violence.” Sie waren äußerst effektiv. Und das ist kein neues Phänomen. Vor einigen Jahren, im Win-

ter 2011 auf dem Tahrir Platz in Kairo, gab es einen Schulterschluss zwischen ägyptischen Ultras. Sie standen bei der berüchtigten 'Battle of the Camels' an vorderster Front und schützten die demonstrierende Bevölkerung vor Mubaraks Kavallerie. Ihren Slogan schrieben sie an jede Straßenecke. A.C.A.B., All Cops Are Bastards. Nach der Schlacht gegen die Regierung gingen sie jedoch wieder dazu über, sich gegenseitig zu bekämpfen. Man hatte es nur mit einem kurzen Ausbruch aus konventionellem Ultra-Verhalten zu tun gehabt. Schwer zu prognostizieren, ob der Konflikt in Istanbul anders vonstatten gehen wird. Doch solange Erdogan vom “Sieg” über die Demon-

stranten spricht und im Kriegsjargon weiterhin den Hass auf sich schürt, werden auch die Ultras gemeinsam in kriegerischer Manier vorgehen. Ultras sind traditionell unpolitisch. Sie mögen zwar rassistisch, linkradikal, homophob sein, inspiriert von Faschismus oder Anarchismus, aber die Zugehörigkeit zu ihren Fußballclubs ist unumstößlich und wichtiger als Politik. In der Türkei skandieren die Ultras die Parole 'Istanbul United'. Mit ihren provokanten Sprechchören verspotten sie die Polizei und fordern sie zum Duell. „You can use your tear gas bombs, you can use your tear gas bombs. Have courage if you are a real man.

Take off your helmet and drop your batons. Then we'll see who the real man is.“ Voraussehbar ist der Ausgang in Istanbul und der Türkei kaum. Fortschritte brauchen ihre Zeit. Momentan sind die Ultra-Gruppierungen in der Stadt noch vereint, aber diese Kooperation besteht nur, solange Erdogan besteht. Verschwindet er von der Bildfläche, ist 'Istanbul United' ebenfalls Geschichte.

sport@trafficnewstogo.de


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Special: FASHION WEEK

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PRENZLAUER BERG

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* Korrektur: In der Ausgabe No.31 haben wir versehentlich den Beginn der Ausstellung "SERIAL ICONS" bei MODUS (Wielandstraße 27-28, 10707 Berlin) als den 17.6. angegeben. Richtig ist: 7.6. - 29.6.

ZE LIT

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SLESISCHES TOR


DIFFERENT

Photographer LUKASZ WOLEJKO-WOLEJSZO

Styling & Production MALLENCE BART-WILLIAMS & RINAT WELSING Styling Assistant ALVAN MSALAME MakeUp MARIA EHRLICH

SHADES OF

GR AY Models HENOC @ HORE Models, KAT CORDTS @ MD Management

CHAPTER XXV

glasses MYKITA x MONCLER, gown BY MARLENE BIRGER, necklace VIBE HARSLOF, body POP CPH by WALD Berlin


jacket UMASAN, tank top K1X, glasses LUNETTES COLLECTION by Voo Berlin, gold ring FOLORUNSHO


jacket by WEEKDAY COLLECTION, shirt by WEEKDAY COLLECTION, pants by HENRIK VIBSKOV, shoes by K1X, neckerchief by LEE, gold rings by FOLORUNSHO


(Henoc) shirt FOLORUNSHO x LEE, (Kat) gown BY MARLENE BIRGER, body POP CPH by WALD Berlin


(Kat) hat MINIMARKET, jacket BY MARLENE BIRGER, Harness TRÈS BONJOUR, pants DAVID TOMASZEWSKI, shoes ACNE by Voo Berlin (Henoc) glasses MYKITA, shirt FOLORUNSHO, jacket worn as skirt HENRIK VIBSKOV


jacket FRANZISKA MICHAEL gold chain FOLORUNSHO


Special: FASHION WEEK

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

,$1"$#$2̗!$-9«% 2'(.-«6$$* 1 ONSITE LOCATIONS AT THE BRANDENBURGER TOR FASHION TENT

34$2# 8«)4+8« 10:00 AM – RUNWAY

6$#-$2# 8«)4+8« 10:00 AM – RUNWAY

HIEN LE

ANJA GOCKEL

10:30 AM – STAGE

10:30 AM – STAGE

SISSI GOETZE

ISSEVER BAHRI

11:30 AM – RUNWAY

11:30 AM – RUNWAY

LENA HOSCHEK

BLACKY DRESS BERLIN

1:00 PM – RUNWAY

1:00 PM – RUNWAY

REBEKKA RUÉTZ

MINX BY EVA LUTZ

2:00 PM – STAGE

2:00 PM – STAGE

SOPOPULAR

FRANZISKA MICHAEL

3:00 PM – RUNWAY

3:00 PM – RUNWAY

MARC STONE

DIMITRI

4:30 PM – RUNWAY

4:30 PM – RUNWAY

IVANMAN

DESIGNER FOR TOMORROW BY P&C DÜSSELDORF AND FASHION ID

6:00 PM – RUNWAY

5:30 PM – STAGE

MALAIKARAISS 5:00 PM – STAGE

RIANI

VLADIMIR KARALEEV

8:00 PM – RUNWAY

6:30 PM – RUNWAY

KILIAN KERNER

MARCEL OSTERTAG

8:30 PM – STAGE

8:00 PM – RUNWAY

KIESEL

GUIDO MARIA KRETSCHMER

9:30 PM – RUNWAY

9:30 PM – RUNWAY

AFRICA FASHION DAY BERLIN ARREY KONO, ROMERO BRYAN, NADIR TATI

HTW BERLIN

3'412# 8«)4+8« 10:00 AM – RUNWAY

10:00 AM – RUNWAY

SCHUMACHER

MICHAEL SONTAG

10:30 AM – STAGE

10:30 AM – STAGE

MERCEDES-BENZ PRESS VERNISSAGE

VONSCHWANENFLÜGELPUPKE

11:30 AM – RUNWAY

SATU MAARANEN PRESENTED BY MERCEDES-BENZ AND ELLE

34$2# 8«)4+8«

2 GREEN SHOWROOM

9:45 AM

HOTEL ADLON KEMPINSKI UNTER DEN LINDEN 77,10117 BERLIN 3:30 PM

PURPLE COLLECTION

ASLI FILINTA (ISTANBUL NEXT 2013)

2:00 PM – STAGE

3:00 PM – RUNWAY

DIETRICH EMTER

GLAW

3:00 PM – RUNWAY

4:30 PM – RUNWAY

HOLY GHOST MARC CAIN

ISTANBUL NEXT 2013, ECE GÖZEN, NAZLI BOZDAG, NEVRA KARACA NO.7

5:00 PM – STAGE

5:00 PM – STAGE

ISABELL DE HILLERIN

EP_ANOUI BY EVA POLESCHINSKI

4:30 PM – RUNWAY

6:00 PM – RUNWAY

DAWID TOMASZEWSKI 8:00 PM – RUNWAY

IRENE LUFT

HOLZMARKTSTR. 66, 10179 BERLIN 1:30 PM

7 PATRICK MOHR at FORMER DEPARTMENT STORE JANDORF BRUNNENSTRASSE 19-21, 10119 BERLIN 9:00 PM

8 PERRET SCHAAD at OFFSITE 3:30 PM

9 LALA BERLIN at

OPERN WERKSTÄTTEN ZINNOWITZER STRASSE 9 / 10115 BERLIN 7:00 PM

 KINO ARSENAL 1 POTSDAMER STRASSE 2, 10785 BERLIN

MOGA E MAGO

6$#-$2# 8«)4+8«

3'412# 8«)4+8«

10:00 AM

10:00 AM

14 BREAD & BUTTER

14 BREAD & BUTTER

FLUGHAFEN BERLIN-TEMPELHOF PLATZ DER LUFTBRÜCKE 5, 12101 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

FLUGHAFEN BERLIN-TEMPELHOF PLATZ DER LUFTBRÜCKE 5, 12101 BERLIN OPEN UNTIL 6PM

10:00 AM

4:00 PM

15 (CAPSULE)

22 S.T. DUPONT

POSTBAHNHOF STRASSE DER PARISER KOMMUNE 8, 10243 BERLIN OPEN UNTIL 6PM

HOTEL WALDORF ASTORIA HARDENBERGSTRASSE 28, 10623 BERLIN BY INVITATION ONLY

10:00 AM

6:30 PM

15 COLLECT – SHOWROOM

POSTBAHNHOF STRASSE DER PARISER KOMMUNE 8, 10243 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

23 WHO MADE THEM SHOWROOM OPENING RECEPTION

(CAPSULE) POSTBAHNHOF STRASSE DER PARISER KOMMUNE 8, 10243 BERLIN OPEN UNTIL 6PM

JAN KATH FLAGSHIP STORE BRUNNENSTRASSE 3, 10119 BERLIN OPEN UNTIL 12PM SHOWROOM OPEN UNTIL JULY 9 (EXCEPT SUNDAYS)

10:00 AM

1:00 PM

13 PREMIUM

10:00 AM

14 BREAD & BUTTER FLUGHAFEN BERLIN-TEMPELHOF PLATZ DER LUFTBRÜCKE 5, 12101 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

15 (CAPSULE)

15 COLLECT – SHOWROOM

FOR CONTEMPORARY FASHION ‘SHOW IN SHOW‘ (CAPSULE) POSTBAHNHOF STRASSE DER PARISER KOMMUNE 8, 10243 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

FOR CONTEMPORARY FASHION ‘SHOW IN SHOW‘

18 VOGUE SALON HOTEL DE ROME BEHRENSTRASSE 37, 10117 BERLIN OPEN UNTIL 3PM BY INVITATION ONLY 4:00 PM STRENESSE STORE ROSENTHALER STRASSE 49, 10178 BERLIN OPEN UNTIL 8PM BY INVITATION ONLY

NEUE SCHÖNHAUSER STRASSE 8, 10178 BERLIN OPEN UNTIL 7PM BY INVITATION ONLY

8:30 PM

CONCEPT STORE

7:30 PM

SAMSUNG DESIGNER SOIRÉE BY FASHION DAILY & PRET-Á-LOUER

AFTERSHOW PARTY ROADRUNNERS PARADISE CLUB SAARBRÜCKER STRASSE 24, 10405 BERLIN BY INVITATION ONLY

BURDA STYLE GROUP PREVIEW HARPER‘S BAZAAR PRE LAUNCH PARTY BY INVITATION ONLY

%1(# 8«)4+8« 11:00 AM

 COINTREAU FIZZ SECRET

17 BLESSED & CURSED “DENIM BARBECUE“

3 SCHWESTERN MARIANNENPLATZ 2, 10997 BERLIN BY INVITATION ONLY

HOTEL DE ROME ROOFTOP TERRACE BEHRENSTRASSE 37, 10117 BERLIN OPEN UNTIL 1PM BY INVITATION ONLY

9:00 PM

6:30 PM

GARDEN PRESENTING „BLUSH“

BY INVITATION ONLY

17 KILIAN KERNER

9:00 PM

19 STRENESSE

16 OPENING KARL LAGERFELD

9:00 PM

FASHION %(+,«%$23(5 +

7:30 PM – RUNWAY

STATION BERLIN LUCKENWALDER STRASSE 4-6, 10963 BERLIN OPEN UNTIL 6PM

HOTEL ADLON KEMPINSKI LOBBY UNTER DEN LINDEN 77, 10117 BERLIN OPEN TU-FRI UNTIL 6PM BY INVITATION ONLY

2:00 PM

3'412# 8«)4+8«

MIRANDA KONSTANTINIDOU

13 PREMIUM

10:00 AM

6 AUGUSTIN TEBOUL at HO BERLIN

6:00 PM – RUNWAY

STATION BERLIN LUCKENWALDER STRASSE 4-6, 10963 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

STATION BERLIN LUCKENWALDER STRASSE 4-6, 10963 BERLIN OPEN UNTIL 7PM

6$#-$2# 8«)4+8«

2:00 PM – STAGE

10:00 AM

4 ACHTLAND at KRONPRINZENPALAIS

KLOSTERSTRASSE 50, 10179 BERLIN 9:00 PM

UMASAN

13 PREMIUM

10:00 AM

KÖNIGREICHS DER NIEDERLANDE

1:00 PM – RUNWAY

10:00 AM

12 WELLENDORF –

KÖPENICKER STR. 187/188, 10997 BERLIN 7:00 PM

5 BLAENK at BOTSCHAFT DES

ANNE GORKE

$5$-32

34$2# 8«)4+8«

UNTER DEN LINDEN 3 10117 BERLIN 7:30 PM

11:30 AM – RUNWAY

LAURÈL

1:00 PM – RUNWAY

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3 JULIAN ZIGERLI at CRUISE & CALLAS

%1(# 8«)4+8«

MERCEDES-BENZ & VOGUE FASHION NIGHT BY INVITATION ONLY 10:00 PM

21 PATRICK MOHR HUMAN PARTY OLIVER KOLETZKI / DJ HELL PRINCE CHARLES PRINZENSTRASSE 85, MORITZPLATZ, 10969 BERLIN

24 START YOUR FASHION BUSINESS ST. AGNES ALEXANDRINENSTRASSE 118-121, 10969 BY INVITATION ONLY

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Mode

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

ANNALENA SKÖRL MAUL Deutschland „Ich mag Selbstironie, Sojawürstchen und Schönschrift. Zudem reite ich in meiner Freizeit gerne aus, dann kann ich all die anderen Aufgaben vergessen und habe einen guten Grund, meine Zeit in der Natur zu verbringen. Doch aktuell habe ich wenig freie Tage zur Verfügung. Ich widme sie der Kollektion. Sie bietet mir die Möglichkeit, Ideen und Eindrücke kreativ auszudrücken und bereitet mir viel Spass. Für die aktuelle Kollektion habe ich mich der Männerwelt zugewandt. Klassische Elemente wie Karomuster oder Fliegen treffen auf Jersey Stoff, ein Material, das man sowohl aus der Sportwelt, als auch von der Strasse kennt. Dazu häkle ich eine Krawatte direkt auf den Pullover oder ich umgarne den Rahmen einer Brille. Meine Mode ist entspannt, mir selbst erlaubt sie täglich auszudrücken, wie ich mich fühle. Das ist oft, wie mein Charakter es vorgibt: gesprächig, interessiert und humorvoll. Ich wünsche mir in zehn Jahren in einer Situation zu sein, in der ich meine Projekte sorglos umsetzen kann.“

5

JAM IE WEI HUANG Taiwan

KATY CLARK Grossbritannien

„Ich mag keine Menschen, die den Weg des geringsten Widerstands wählen. Die Arbeit gehört zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben. Das hat etwas mit meiner taiwanesischen Kultur zu tun, unser Volk ist stolz und demütig. Egal welcher Arbeit jeder einzelne nachgeht, er macht sie aufrichtig und ernsthaft. Meine Herkunft spiegelt sich auch in meinen Entwürfen wider. Ich habe Glassteine und Keramik als 3D-Effekt auf meinen Kleidern integriert. Sie stehen für die jahrtausend alte Tradition der taiwanesischen Königsfamilie und verweisen auf die Geschichte des Landes. Gleichzeitig verweisen die 3D-Elemente auf eine moderne und zukunftsorientierte Kollektion. Die ungewöhnlichen Materialien erzählen bereits eine Geschichte, ich wünsche mir, dass die Leute diese Geschichten fühlen und sich auf die Materialien einlassen. Ich habe klare Ziele und weiss, was ich will und trotzdem bin ich voller Bescheidenheit dem Leben gegenüber. Ich wünsche mir, dass selbstbewusste Frauen meine Kleider tragen werden.“

„Wenn ich entwerfe, will ich in einer kreativen Verfassung sein. Dazu höre ich Musik von Grimes, Led Zeppelin, Tom Waits oder James Blake. Manchmal läuft im Hintergrund auch der Fernseher. Ich mag neben der Musik Filme und wenn ich einen schlechten Tag habe, sehe ich mir Mrs. Doubtfire an. Kein Wunder, dass mein Vorbild einer TV-Serie entstammt, es ist Hannah Horvath aus „Girls“. Dafür ertrage ich kein glitzriges, scheinendes Zeugs, lieber sind mir unaufdringlichere Dinge und Menschen. In der Mode motivieren mich Entwürfe mit Grunge-Anteil und schrullige Stimmungen. Mode bedeutet für mich die Möglichkeit, meine Sicht der Dinge nach Aussen zu tragen. Meine Kollektion besteht aus Dekonstruktion, ich nehme Schnitte auseinander und setzte sie neu zusammen. Am Ende entsteht ein entspannter und eleganter Look. Meine grösste Stärke ist meine Hartnäckigkeit, denn ich versuche solange eine Lösung zu finden, bis das Problem behoben ist. Und nach getaner Arbeit geniesse ich das Wetter bei einem Glas Wein im Westen Glasgows.“

Modetalente

STELLA MCCARTNEY ist die diesjährige Betreuerin der Nachwuchstalente des „Designer for tomorrow“ Awards, den Peek & Cloppenburg Düsseldorf vor vier Jahren ins Leben gerufen hat. Sie wählte fünf junge Frauen aus, welche um das Förderprogramm kämpfen. Wer die fünf Talente sind, was sie mögen und was ihr Design besonders macht, verraten sie hier. von Kathrin Eckhardt


Mode

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

HANNAH KUKLINSKI Deutschland „Mir ist es wichtig, dass ich der Umwelt mit meiner Mode nicht schade. Alles, was wir produzieren, sollte nach seiner Lebenszeit in den natürlichen Kreislauf der Welt zurückkehren. Ich möchte nicht nur wissen, wie das Material hergestellt wurde, sondern auch, welche Auswirkungen mein Produkt später auf die Natur hat. Dieses Bewusstsein liegt mir besonders am Herzen. Deshalb wähle ich nur natürlich abbaubare Materialien. Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken möchte ich mit meiner Mode Lebensfreude und Spass vermitteln. Meine Welt ist harmonisch und ein bisschen verrückt, das spiegelt sich auch in meinen Entwürfen wider. Der Strick ermöglicht mir, bereits beim Material auf mein Design Einfluss zu nehmen. So kann ich alles selbst bestimmen und bin nicht auf die Auswahl der Stoffhändler angewiesen. Es ergeben sich Fehler, die neue Ideen und Möglichkeiten aufzeigen. Wie ich zur Mode kam? Vielleicht motivierten mich die Puppen in meiner Kindheit, ich fühlte mich verantwortlich ihnen schöne Kleider zu nähen.“

IOANA CIOLACU M IRON Rumänien „Ich bin immer voller Ideen und liebe meinen Beruf, das motiviert mich täglich von neuem. Meine aktuelle Kollektion besteht aus Paradoxen, die ich vereine, wie feminine und maskuline Elemente oder Verspieltes und Geradliniges. Ich will Kleider entwerfen für Frauen, die ohne grosse Bemühungen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, ihr Umfeld hypnotisieren können. Meine Entwürfe spiegeln meine Persönlichkeit wider. Ich bin feinfühlig und sehe mich als Mitglied eines sozialen Gefüges, zudem liebe ich das Pulsieren von Städten. Was mich jeden Morgen zum Aufstehen bewegt? Wenn ich mich in einem kreativen Prozess befinde ist das meine Motivation. In den Ferien stehe ich für den Spass auf, die restlichen Tage des Jahres für den Kaffee - ich bin kein Morgenmensch. Neben den Morgenstunden mag ich keine Flugzeuge, Lifte und Vergnügungsparks. In zehn Jahren sehe ich mich am Strand von Barbados, nippend an einem Drink mit Schirmchen, nachdem ich gerade erfolgreich meine 46. Kollektion präsentiert habe.“

Müsste der Begriff der Globalisierung personifiziert werden, würde er Nicola Formichetti heissen. Der Designer, Kreativdirektor und Stylist ist in Italien und Japan aufgewachsen und nutzt in seiner Arbeit alle Symbiosen dieser Welt. Als Stylist verbindet er Couture mit Streetstyle-Elementen, West mit Ost, mixt Teures mit Günstigem und Verrücktes mit Klassischem. Er kreiert neuartige Wesen, die überall auf der Welt zu Hause sein könnten und präsentiert sich dazu immer wieder selbst mit aufgemalten Pandaaugen, eingewickelt in Jeansstoff oder irgendwelche verrückten Accessoires tragend. Zudem versteht der Kreativkopf, die Möglichkeiten der digitalen Medien optimal zu nutzen. Er ist geradezu besessen von Tumblr und seinen Möglichkeiten, Bilder, Filme und Texte aus aller Welt auf einer Seite zusammenzustellen und wieder in die Welt hinaus zu tragen. Er ist ein verrückter Kauz und das ist sein Kapital. Nicola Formichetti kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken, und sie hält an. Angefangen hat sie als Verkäufer im Modeladen „The Pineal Eye“ in London, dort wurde der junge Querdenker entdeckt und als Redakteur für das Dazed & Confused Magazine angefragt. Danach arbeitete als freier Redakteur für weitere Magazine wie V Magazine und Another Magazine, kollaborierte mit grossen Modehäusern wie Alexander McQueen oder Prada, Nike und Uniqlo, lancierte in Japan Vogue Man, wurde der Stylist von Lady Gaga, deren Extremlooks auf Nicola zurückfallen. Schliesslich wurde Formichetti Art Director des französischen Modehauses Mugler. Dort konnte er sein Interesse an ganzheitlichen Konzepten vollkommen ausleben, ihn interessiert es Schirmherr und Gestalter des Images einer Marke zu sein. In Nicopanda, so nennen ihn manche Freunde wegen seiner halb asiatischen Herkunft und so heisst auch sein T-Shirt Label, vereint sich eine geballte Ladung Kreativität, die er seit April dieses Jahres für Diesel als künstlerischer Leiter nutzt. Mit „Reboot“ bricht er gemeinsam mit Renzo Rosso, dem Gründer von Diesel, auf zu neuen Ufern – ohne Regeln. Der erste Schritt dazu ist Formichettis Leidenschaft, die Tumblr-Seite, sie wird zur Inspirationsfläche von Diesel. Dort wird eine kreative Gruppe mobilisiert, die dem Diesel - „Neustart “ das neue Gesicht verleiht. Wie das aussehen wird? Das wissen wir mit der Lancierung der ersten Kollektion diesen Herbst - vermutlich interaktiv, verrückt, global und unkonventionell, wie Formichetti und die globalisierte Welt eben. www.dieselreboot.tumbler.com

NO RULES von Kathrin Eckhardt

Rick Owens In der düster-dramatischen Welt des Rick Owens trifft Glamor auf Grunge Terry Jones, Hardcover, Halbleinen, 29,6 x 42 cm, 120 Seiten EURO 29,99

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Raf Simons In Raf Simons' Schnitten verschmelzen puristische Eleganz und rebellische Jugendkultur Terry Jones, Hardcover, Halbleinen, 29,6 x 42 cm, 120 Seiten EURO 29,99

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Mode

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

Eine Einführung der gebürtigen Belgierin Nina Byttebier in altes und neues belgisches Schuhdesign.

FORM BODY Those not in the fashion industry say that beauty is on the inside, it certainly isn't when wearing this sexy mesh panelled body tucked under something silky & inappropriately sheer- don't shoot the messenger, I am only saying. 220 Euro at DSTM Showroom, Zehdenickstr. 25, Berlin.

TONI DRESS LaLa Berlin is the Anna Wintour of Berlin Fashion Week, always there & always looking good, she knows what works and sticks to it, in this case luxe knits and cool prints; slink into any event and expect your seat front row and your champagne complimentary, while wearing this little number. 498 Euro from LaLa Berlin on Mulackstr, Mitte.

DARK WATER SHARK SHIRT Lets face it, the best of Fashion Week mingling happens after dark here. Look sharp in this 100% silk digital printed men's 'shark shirt'- if all the cool kids aren't wearing Julian Z yet, we should rethink the whole concept of cool. SFR 318 from www.julianzigerli.com

SIB LIPSTICK Air kisses are my favourite kind, no messy romantic repercussions and your lipstick stays intact. This sultry red is the perfect shade for air-kissing your little heart out of this Berlin Fashion Week, created by Berlin's original street style blogger, Mary from 'Stil in Berlin,' for cult makeup brand Uslu Airlines. 22 Euro from BAERCK, Mulackstr 12, Berlin.

3.̗&.« BOUTIQUE IT'S FASHION WEEK DARLINK.. BY M ILLICENT BYSTANDER

ZÄH WIE ALTE +$#$123($%$+ von Nina Byttebier Übersetzt aus dem Englischen von Frances Marabito Im Jahr 1986 mieteten sechs junge Absolventen der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen einen Laster, beluden ihn mit ihrer radikalen Avantgarde-Kollektion und veranstalteten eine Show auf der London Fashion Fair. Kurz darauf hatte das kleine Land Belgien, das man bislang für seine exquisite Schokolade, Bier und Diamanten schätzte, auch den Glitzerhafen der Mode erreicht. Die Bezeichnung 'Antwerp fashion' wurde schlagartig zum Inbegriff hochwertiger Avantgarde-Mode, welcher es zu folgen galt. Natürlich war Belgien bereits zuvor ein Land, dem alle Arten von Künstlern entsprungen waren, man denke an Rubens (ein echter Antwerpe) oder an die flämischen Primitiven. Auch in den Anfängen dessen, was man heute als Mode bezeichnet, war die Region des heutigen Belgiens Vorreiter. Im 15. Jahrhundert waren flämische Wandteppiche äußerst begehrte Luxusware. Und die Handwerkskunst der Schuster und Näherinnen blieb unangefochten. Das amerikanische Label “Belgian Shoes”, das 1940 von Henri Bendel gegründet wurde, ist heute immernoch ein erfolgreiches Luxuslabel, das mit seinen handgefertigten belgischen Loafers nackten Füßen schmeichelt. Die internationale Modewelt wurde jedoch erst vor 30 Jahren

mit dem Auftreten der 'Antwerp Six' auf die außergewöhnliche Designerszene in Antwerpen aufmerksam. Ihr kreatives Output ist bis heute enorm. Was sind das nur für herrliche Schuhe! Etwas besonderes umgibt die belgischen Designerschuhe, sie treffen den stilempfindlichen Nerv. Wem springt nicht sofort das Bild von schweren schwarzen Schnürstiefeln aus Kalbsleder vor Augen, wenn man den Namen Ann Demeulemeester hört. Und wer kennt nicht die berühmten “tabi-shoes”, Schuhe die aussehen wie Pferdehufe, aus dem Maison Martin Margiela, oder den eleganten Bohème-Stil des Designers Dries Van Noten. Aber weshalb gilt ausgerechnet das belgische und insbesondere das antwerpische Design in der Modewelt als so einzigartig und herausragend? Ist es, weil es sich inmitten der meisterlichen Stadtarchitektur des 15. Jahrhunderts neben einem der größten Häfen Europas wiederfindet, umgeben von einer guten Portion menschlicher Vernunft und belgischem 'joie-de-vivre'? Vermutlich beeindruckt die Welt das flämische Wesen, seine Bescheidenheit und seine Tendenz, mit Übertreibungen vorsichtig zu hantieren. (Natürlich gibt hier Walter Van Beirendonck ein perfektes Beispiel dafür ab, dass Ausnahmen die Regel bestätigen). Was auch immer der Grund sein mag, ihr hoher Anspruch an authentische Qualität und herausragende Handwerkskunst ist es, was die sechs Designer und alle folgenden Generationen der prestigeträchtigen Academy of Fine Arts miteinander verbindet.

1 %«2(,.-2«%x1« #(# 2 Simons wird fälschlicherweise immerzu für einen Absolventen der antwerpischen Akademie gehalten, richtig ist jedenfalls, dass er ein durch und durch belgischer Designer ist, und dabei zu den produktivsten und erfolgreichsten zählt. Neben seiner Zuständigkeit für die Frauenkollektion von Dior und seinen Entwürfen für sein eigenes Label, ging er eine weitere Kollaboration ein, diesmal mit adidas. Die Meinungen gehen angesichts der gewagten Modelle ziemlich auseinander. Der Sneaker ist in seiner Geschichte allerdings so beliebt wie noch nie, daher muss es sich auch diesmal um eine Erfolgsgeschichte handeln. Simons kapselförmigen Modelle sind so krass, dass sie schon wieder gut aussehen. Er hat scheinbar alles, was in den letzten Jahren ging und nicht ging in die Limited-Edition-Kollektion gepackt. Man erkennt, dass er Gefallen an der Gabber-Szene hat, sowie an bunten Silikonblasen. Herr Simons hat mit der Kollektion demonstriert, dass er immer noch derselbe Rebell ist wie damals im Jahr 1995, als er sein Label gründete. Preise: 256


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, (2.-«, 13(-«, 1&($+

6$!$1'.#$+%$#$1 WeberHodelFeder sind drei junge, in Antwerpen ausgebildete Designer deutscher und schweizerischer Herkunft. Wie fast alle der 'Antwerp Six' wählten auch sie die herrliche Stadt Rubens für ihr einzigartiges Schuhlabel aus. Auf der Akademie fanden sie durch ihre gemeinsame Liebe zum Fußball zusammen. Im August letzten Jahres, nach ihrem Hochschulabschluss, gründeten sie in stiller Feinsinnigkeit ihr Label WeberHodelFeder. Mit Unterstützung der berühmten Schuhboutique Coccodrillo (von der New York Times als “best shoe store in the world” betitelt) sind die drei Designer zur Zeit in berauschendsten Höhenflügen unterwegs. In der nächsten Saison werden sie Verkaufsstellen in New York, L.A., Tokio und London besetzen, und ihre Schuhe sind bereits jetzt auf farfetch.com zu haben. Mit etwas Mut und ziemlich elegantem Humor bestücken sie klassische Budapester mit sportlichen Sohlen und Klettverschlüssen, wie man sie aus den Achtzigern kennt. In ihrer ersten kleinen Kollektion gibt es eine niedrige und eine hohe Version in gewagten Farben wie bananengelb, lavendel und orange, aber auch schwarz und kamelfarben. Preise: Halbschuh 565 Euro, Knöchelhoch 495

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Mit Abstand das zur Zeit mysteriöseste Modelabel – das Daft Punk der antwerpischen Fashionszene sozusagen – abgesehen von den Interviews. Nachdem der Meister das Maison verlassen hatte, waren viele der Meinung, dass Qualität und Raffinesse der Designerstücke verloren gegangen waren. Doch Maison Martin Margiela besticht immernoch mit einer eigenen Formsprache und einer unverkennbaren Signatur. Die erste Schuhlinie trug den Namen 'nr 22' und erschien im Jahr 1998, ein Jahrzehnt nach Gründung des Labels in Paris. Unter Berücksichtigung des Avantgardistischen legt Margiela Wert auf Schuhe mit hohem Komfort und Handwerkskunst. Und, mal ehrlich, keiner stellt so coole schlichte Schuhe her wie Margiela. In diesem Winter rangieren die Farben von kamel- über burgunderfarben bis hin zu schwarz. Es gibt sogar Ankle Boots mit Schlangenmuster, im Stile der Siebziger Jahre. Doch dieses weinrote High-Top hebt sich sich definitiv ab. Preis: 370 Euro


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Kultur

Ausgabe N°32 r Juli / August 2013 r Jahrgang 5 r trafficnewstogo.de

Interview von Marc Hairapetian Marc Hairapetian: In Ihrem neuen Film „The Bling Ring“ verfilmen Sie die authentische Geschichte über fünf verwöhnte reiche Jugendliche in Hollywood, die mehrere Einbrüche in Villen von Prominenten begehen. Was hat Sie an der wahren Begebenheit von 2008 und 2009 so interessiert, dass Sie sie in einen Filmstoff umgewandelt haben? Sofia Coppola: Die Mischung aus Langeweile und Neugierde, die diese „Rich Kids“ dazu bewogen hat, solche Verbrechen zu begehen, die nicht gerade Kavaliersdelikte waren, aber auch nicht in der Größenordnung eines Terroranschlags. Die Jugendlichen waren materiell reich, aber innerlich leer. Indem Sie bei Prominenten einbrachen, wollten sie in deren Haut schlüpfen. Der Mensch ist meist nicht zufrieden, mit dem, was er hat. Ist er arm, wünscht er reich zu sein. Ist er reich, möchte er prominent sein. M.H.: Und ist er prominent, möchte er einfach nur geliebt werden, wie er eigentlich ist - und sehnt sich nach den einfachen Dingen zurück... S.C.: Bingo! Wir verstehen uns (lacht). Ich bin seinerzeit durch den Artikel in „Vanity Fair“, „The Suspects Wore Louboutins“ von Nancy Jo Sales, darauf gestoßen. Doch die Entwicklung, die Sie beschreiben, hatten und haben die Protagonisten in der Realität, wie auch im Film nicht vollzogen. Bei mir bricht die von Katie Chang, Israel Broussard, Emma Watson, Taissa Farmiga und Claire Julien dargestellte Jugendbande bei Paris Hilton, Megan Fox, Kirsten Dunst, Lindsay Lohan oder Orlando Bloom ein, wenn diese nicht da sind. Sie fahren mit deren Autos, tragen ihre Kleidung und ihren Schmuck. Und dann posten sie dies auch noch bei Facebook! Damit wollen sie sich selbst zu Stars machen, ohne zu merken, wie sinnentleert sie eigentlich handeln. M.H.: Paris Hilton und Co. spielen sich als Opfer im Film sogar selbst. Warum haben Sie aber die Namen der Täter geändert? S.C.: Aus rechtlichen Gründen und - auch, wenn es paradox klingt - um sie zu schützen. Sie waren ja zum Zeitpunkt ihrer Taten noch Jugendliche. Und so wurden aus Rachel Lee, Nick Prugo, Alexis Neiers, Tess Taylor und Courtney Ames einfach nur Rebecca, Marc, Nicki, Sam und Chloe. M.H.: Sie haben sogar bei Paris Hilton im Haus gedreht. Hat ihr das gefallen? S.C.: Nein, sie hat es nicht gemocht, sie hat es geliebt! Letztendlich ist sie auch ein „Rich Kid“, das durch ihre Verwandten und ihr Vermögen berühmt geworden ist. In gewisses Weise konnte sie sogar die Taten der Jugendlichen nachvollziehen.

Interview mit Regisseurin Sofia Coppola, geboren am 14. Mai 1971 in New York City, über ihren neuesten Film „The Bling Ring“ (deutscher Kinostart 15. August), Mode und ihren berühmten Vater Francis Ford Coppola.

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M.H.: Vor allem den Mädchen ist im Film Mode sehr wichtig. Was die Stars anhaben, wollen sie selbst tragen. Wie wichtig ist Ihnen Mode? Ihr Modeunternehmen MilkFed hatte in den Neunziger Jahren eine zeitlang seinen Sitz in Tokio. S.C.: Ich bin eine Frau, also ist mir gut angezogen zu sein nicht unwichtig. Aber es ist auch nicht das, worum ich mich den ganzen Tag sorge, nach dem Motto „Sitzt meine Frisur? oder „Passt der Lippenstift zum Kleid?“ Ich trage sowieso selten Kleider. Ein gewisses Mode- und Stilempfinden ist mir natürlich als Italo-Amerikanerin mit in die Wiege gelegt worden. Das braucht man sogar als Regisseurin. Nur ist mir Mode nicht mehr so wichtig wie in jungen Jahren. Ich mag es lieber klassisch. Aber was geblieben ist, ist dass ich mir für mein Leben gerne gute Modenschauen ansehe. M.H.: Beispielsweise die Fashion Week in New York im Februar. Welchen Stellenwert hat die gleichnamige Veranstaltung in Berlin für Sie? S.C.: Um ehrlich zu sein, einen nicht ganz so hohen, obwohl ich Berlin als Stadt sehr liebe und immer den Eindruck habe, etwas zu verpassen, weil parallel so viele Events gleichzeitig sind. In Berlin sind mir zu viele C-Prominente im Rampenlicht wie dieser Friseur, wie heisst er gleich noch...hm...Udo, ja, Udo Walt... M.H.: Walz? S.C.: Genau. Er versteht sicher sein Handwerk, sollte aber nicht am Laufsteg sitzen und herum dirigieren wie bei der Michalsky StyleNite im letzten Jahr, worüber sich einige Freunde von mir beschwerten. M.H.: Zuerst waren Sie Schauspielerin, dann wurden Sie Regisseurin. Ist ihr weltberühmter Vater Francis Ford Coppola daran Schuld? S.C.: In der Tat, aber nicht so, wie Sie es vielleicht gerade denken. Meinen ersten Filmauftritt hatte ich bereits 1972 als zehn Wochen altes Baby in „Der Pate“ und damit schloss sich auch


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/1$5($6ÂŤ!$1+(-ÂŤ% 2'(.-ÂŤ %(+,ÂŤ%$23(5 +ÂŤ von Natalie Holmes Ăœbersetzt aus dem Englischen von Frances Marabito

vorĂźbergehend der Kreis fĂźr mich. Im dritten Teil von 1990 erhielt ich so vernichtende Kritiken, dass ich es vorzog, einige Zeit von der Schauspielerei zurĂźckzutreten. Vielleicht war es nicht gut, dass er mich als Kind schon so viel in seinen eigenen Filmen wie „The Outsiders“, „Rumble Fish“, „Peggy Sue hat geheiratet“ oder „Cotton Club“ eingesetzt hatte. So dachte man immer, ich werde nur von ihm protegiert. Dabei habe ich schon als Teenager auch in Filmen von anderen Regisseuren mitgewirkt, wie z.B. 1984 in Tim Burtons „Frankenweenie“ oder 1987 in Yurek Bogayeviczs „Anna... Exil New York“. Jetzt mache ich nur noch Gelegenheitsauftritte wie in „Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung“ oder „CQ“. Regie liegt mir einfach mehr. Ich lasse lieber mein Werk fĂźr mich sprechen, statt im Mittelpunkt zu stehen. M.H.: Welchen wĂźrden Sie als Ihren eigenen besten RegieFilm bezeichnen? S.C.: Immer den letzten und „Lost in Translation“. Und hier kommen wir wieder zur Mode zurĂźck. Wenn ich nicht mein Modeunternehmen seinerzeit in Tokio geleitet hätte, wäre dort auch nicht der melancholische Film Ăźber Jetlag,

Einsamkeit, LosgelĂśstheit und Kameradschaft unter Ausländern entstanden. Dabei waren mir hier stilistisch Michelangelo Antonioni und Wong Kar-Wai näher als mein Papa. M.H.: Und was ist Ihr Lieblingsfilm Ihres Vaters? S.C.: Derjenige, indem ich nicht mitgespielt habe! Wäre auch zu gefährlich gewesen damals auf den Philippinen. Ganz klar: „Apocalypse Now“. Mein Vater verlegte den Schauplatz von Joseph Conrads berĂźhmter Novelle „Herz der Finsternis“ von Afrika nach Kambodscha und kombinierte sie mit Michael Herrs Vietnamkriegs-Reportagen „An die HĂślle verraten“. Trotz TropenstĂźrmen, die das Set verwĂźsteten, und dem Herzinfarkt, den Hauptdarsteller Martin Sheen nur knapp Ăźberlebte, entstand ein echtes Meisterwerk. Marlon Brando als philosophisches Monster und selbstgerechter Despot in der Rolle des Colonel Kurtz war einfach genial. Neben Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ und Oliver Stones „Zwischen Himmel und HĂślle“ sicherlich der beste US-amerikanische Beitrag zum Vietnamkrieg. Auf solch ein Niveau muss ich erst noch kommen, Daddy!

Der „Fashion Film“ ist als Filmgenre ungewollt erfrischend, denn er bekennt sich ehrlich zu seinem klaren Fokus auf das Ă„sthetische. Er verfĂźhrt uns mit einer Utopie, in der SchĂśnheit allgegenwärtig ist, und das Streben nach ihr als etwas Ehrenwertes betrachtet wird. Kuratiert wird das BERLIN FASHION FILM FESTIVAL von der Berlin Film Society, FIER Management, Furore Fashion Films und der University of the Arts London. Es ist bereits das zweite Jahr, dass diese ungewĂśhnliche Filmgattung in Form eines Festivals in Berlin vorgefĂźhrt wird. Während des dreitägigen Events werden mehrere Ăśffentliche Screenings veranstaltet, gekrĂśnt wird das Ganze mit einer furiosen Preisverleihung und Abschlusszeremonie. Das ErĂśffnungsscreening am 2. Juli ist das umfangreichste und zeigt eine schĂśne Auswahl an nationalen und internationalen Fashion-Filmen von namhaften Regisseuren wie Wes Anderson (Moonrise Kingdom), der seine markante Handschrift an Pradas SS14-Kollektion auslässt. Der zweite Tag findet unter dem Motto „Young Guns“ und „Meet the Locals“ statt, mit aufstrebenden Fashion- und Filmtalenten im Mittelpunkt und einer VorfĂźhrung bekannter Berliner Designer, wie Esther Perbandt, Moga e Mago und Mads Dinesen. Nachdem man zwei Tage lang dem Style-HĂśhepunkt entgegengefiebert hat, tauscht das Festival am 4. Juli die gemĂźtlichen Räumlichkeiten des KINO ARSENAL gegen den rauen urbanen Charme von Kreuzbergs ARENA. Im Glashaus werden die nominierten Filme im Screening gezeigt, anschlieĂ&#x;end entscheidet eine Jury Ăźber die Gewinner unterschiedlicher Kategorien wie 'Best Cinematography', 'Best Hair & Make-up' und natĂźrlich 'Best Fashion'. Das beim hippen und jungen Publikum beliebte 'Badeschiff' – ein schwimmender Pool auf der Spree – bietet die Plattform fĂźr eine Catwalk-Show des Designers Charlie Le Mindu und Make-up Artist Isamaya Ffrench. AnschlieĂ&#x;end Ăśffnet der Arenaclub die Tore und die Allgemeinheit muss den SchĂśnheitszwang einmal ablegen und sich schwitzend und tobend auf der Afterparty mit DJ HELL entladen. Ganz nach dem Motto: „Music, art and fashion...with none of the pretense and all of the sweat of Berlin's long summer nights.“ www.berlinfashionfilmfestival.net


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Magische Momente mit Schauspieler und Regisseur Klaus Maria Brandauer, der am 22. Juni 70 wurde. Eines der raren Interviews mit dem großen Menschendarsteller.

,(3«!1 -# 4$1« von Marc Hairapetian Klaus Maria Brandauer (liebkost zu Beginn der Begegnung den Husky-Mischling des Interviewers): Du bist ein so Schöner! Ein schöner Prinz! Hairapetian: Sie mögen Hunde wohl sehr? Victor Hugo sagte einmal: „Der Hund ist die Tugend, die sich nicht zum Menschen machen konnte.“ Brandauer: Da ist etwas Wahres dran. Mein erster Hund hat in seinem Dasein von 13 Jahren nichts gelernt, oder besser gesagt, er war so schlau, dass er nichts lernen wollte. Er schaute, wenn man ihm etwas zuwarf, in die andere Richtung. Er hieß Figaro, weil ich damals den Figaro im „Tollen Tag“ bei den Salzburger Festspielen verkörpert hatte. Aber der ganze Ort rief meinen Hund „Fidelio“. Er war ein großer Angsthase. Er drehte sich immer um, wenn die Kühe auf die Weide kamen, als wenn er sich denken würde: „Wenn ich sie nicht sehe, sehen sie mich auch nicht.“ Figaro folgte meiner Frau und mir, ohne dass er je abgerichtet wurde. Unser Figaro war überall dabei: Er war in Nairobi und New York. Und so benahm er sich auch ein bisschen, nachdem er schon einige große Flüge mitgemacht hatte. Als er tot war, hatten wir zwei Jahre keinen neuen Hund. Dann kam ein kleiner Bastard, in dem ein Schäferhund steckte, den nannten wir dann Daniel von Düsentrieb, weil er so blitzgescheit war. Seitdem er im Alter von 17 Jahren verstarb, haben wir keinen mehr. Man geht nicht irgendwo hin und besorgt sich einen neuen Hund, das muss sich irgendwie anders ergeben: Der Hund muss quasi zum Menschen kommen. Hairapetian: Um auf den Menschen zu kommen: Sie engagieren sich immer wieder für wohltätige Zwecke, ohne es groß in den Medien kundzutun. Mit dem von Ihnen betreuten KarinBrandauer-Fonds der Universität Tel Aviv gehen sie allerdings bewusst in die Öffentlichkeit. Wie lange sind sie schon der Stiftung verbunden? Brandauer: Zehn Jahre. Der Karin Brandauer-Fonds kam über Dr. Kranz, dem Repräsentanten der Universität Tel Aviv, zustande. Nach dem Tod meiner Frau schlug er einen Lehrstuhl für Gastprofessoren innerhalb der Fakultät der Bildenden Künste an der Uni Tel Aviv vor. Den haben wir 1995 begründet und schauen nun, dass es ein finanziell gut ausgestatteter Lehrstuhl wird, wo international bekannte Regisseure und Schauspieler in den Abteilungen Film, Fernsehen und Theater Vorlesungen halten, Seminare und Workshops durchführen. Einige meiner Freunde wie Walter Schmidinger oder Mario Adorf sind mit von der Partie. Hairapetian: Sind sie eigentlich religiös? Brandauer: Ich bin in der katholischen Tradition in der Steiermark aufgewachsen. Wir hatten damals ganz gute Pfarrer, die in der Kirche das Sagen hatten. Ich war auch Ministrant und bin sehr gerne in die Kirche gegangen, was nicht nur in meiner Affinität zur Kleidung der Priester begründet lag, sondern auch in den Besinnungsstunden, die man einfach hat, wenn man sich mit Sachen beschäftigt wie: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Und das hat mich auch Zeit meines Lebens - bis heute - nicht losgelassen.

Denn ich glaube, dass meine Arbeit, Leute zu unterhalten, einen Sinn über das Handwerk hinaus hat. Das ist wahrscheinlich aus meiner christlichen Tradition heraus entstanden, und diese Werte entdecke ich ja nicht nur im Katholizismus oder bei den Protestanten, sondern die finde ich auch bei den Moslems, Juden oder allen anderen Religionen. Ich möchte immer auf der Seite der Minorität stehen, und das tue ich auch, weil die Majorität hat sowieso die Mehrheit. Das heißt also, alle, denen es nicht so gut geht, alle die in der Minderheit sind, sind zu beschützen und die brauchen eine Stimme. Und die Kunst und die künstlerische Arbeit muss die erste und wichtigste Stimme von all diesen Menschen auf der ganzen Welt sein. Es spielt dabei keine wesentliche Rolle, ob sie Hamlet inszenieren und spielen, ein Stück über Albert Speer schreiben oder einen Film über Rembrandt machen. Das ist die Basis. Unter dieser Prämisse sollten wir antreten. Und das vergesse ich auch nicht. Hairapetian:„Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze“. Bleibt etwas für die Ewigkeit? Brandauer: Ich glaube, wenn ich nicht mehr bin, werde ich mich wahrscheinlich mit dieser Welt, auf der ich nun bald siebzig Jahre gelebt habe, nicht mehr beschäftigen. Ob ich es überhaupt kann, ist die andere Frage. Schön wäre es, wenn wir ein Bewusstsein hätten zu dem, was wir hier erlebt haben, aber diese Fragen werden wir uns heute nicht beantworten können, obwohl es schön ist, manchmal darüber nachzudenken. Allgemein kann man nicht darüber reden, nicht mal wir zwei, obwohl wir uns schon seit einiger Zeit kennen. Im Grunde genommen ist es eigentlich ein Selbstgespräch, denn wenn man sehr in sich hinein hört, tun sich Türen, Bezirke, ja Welten auf, wenn man sich mit sich als ein Wesen beschäftigt, das möglicherweise mit dem hiesigen Tod nicht zu Ende existiert. Hairapetian: Albert Camus meinte: „Mich interessiert ein Jenseits nur, wenn ich mich an das Diesseits erinnern kann.“ Brandauer: Das ist der große Wunsch. Ich kann mich z.B. beim Aufwachen auch nicht mehr an meine Träume erinnern. Früher schon, da bin ich immer meilenweit geflogen. Nun schlafe ich ungern lange, weil ich lieber in der Wirklichkeit unterwegs bin, um mit anderen zu reden und ihnen auch zuzuhören. Solange wir am Reden sind, schlagen wir uns nicht die Köpfe ein. Hairapetian: Was bedeutet Ihnen Ruhm? Brandauer: Das mit dem Ruhm ist eine einfach zu beantwortende Sache, jedenfalls von meiner Seite aus. Seit ich denken kann, wollte ich Geschichten erzählen, meine oder welche, die von anderen Leuten aufgeschrieben wurden. Es war mir in meiner Anfangszeit am Theater gar nicht klar, dass es dort eine gewisse Hierarchie gibt. Ich habe Rollen in Tübingen oder Salzburg an kleineren Theatern gespielt, und ein anderer hat sie halt in Berlin gespielt. Dass das ein Unterschied von der Karriere her ist, habe ich erst viel später bemerkt. Damals war ich froh, dass ich das, was ich mir erträumt hatte, tatsächlich auch machen konnte. Und natürlich, da wir jetzt im 21. Jahrhundert leben, bleibt es nicht aus, dass, wenn man in der Öffentlichkeit steht, man durch seine Arbeit bekannt wird. Das wird dann sehr schnell als Karriere und Ruhm bezeich-

net. Ich finde, das ist ein nettes Abfallprodukt der eigentlichen Tätigkeit, aber ich habe es nie überschätzt. Allerdings bin ich auch nicht zum Theater gegangen, um unauffällig zu bleiben. Aber der Unterschied zu anderen Leuten ist nicht zu groß, auch andere Leute wollen vorkommen. Hairapetian: Ist Schauspielerei nicht manchmal auch eine Form von Eskapismus, das Leben in den Griff zu bekommen? Ständig muss man jemand anderen verkörpern, obwohl gerade Sie immer wieder viel von Ihrer ureigenen Persönlichkeit in die Rollen einbringen. Ich erinnere mich an Ihren Ausspruch: „Das Leben ist eine Dauerkrise. Wir bekommen es nur nicht immer mit.“ Brandauer: Die Beschäftigung mit einem Text oder überhaupt mit Geschichten oder einem Plan, den man ausführen möchte, kann schon eine Flucht in eine Einsamkeit sein, die allerdings in eine Zwei- oder Mehrsamkeit mündet. Unabhängig vom künstlerischen Standpunkt dient sie dazu, mit dem was ich mache, meine eigene Lebensqualität zu verbessern, um damit die Lebensqualität der anderen zu bereichern. Das ist die Aufgabe. Als Flucht meiner eigenen Existenz, in die ich hineingeboren wurde, habe ich Schauspielerei nie empfunden. Ganz im Gegenteil: Ich achte sehr darauf, dass ich mit beiden Beinen auf dem Boden stehen bleibe, denn das, was ich mache, ist wirklich Luxus. Wir müssen das, was wir so lieben, keinesfalls überschätzen. Wir müssen halt schauen, dass wir unsere Geschichten, seien es maghrebinische Geschichten oder todtraurige, gut erzählen. Hairapetian: Was ist das größere Glücksgefühl: Wenn man auf der Bühne steht und den Schlussapplaus für Hamlet oder Cyrano empfängt oder wenn Ihnen das Publikum bei einer Filmpremiere zujubelt? Brandauer: Alle Leute sagen sehr gerne, dass Theater und Film miteinander verwandt sind. Das würde ich auch sagen, aber ganz, ganz weitschichtig. Das eine hat, so nah wie es viele Menschen darstellen, mit dem anderen gar nichts zu tun. Das Theater ist eine ereignishafte Unternehmung. Es ist der Versuch einer Solidarität, sich mit dem Publikum über ein Thema zu verständigen und es dann zu besprechen. Wenn es besonders schön wird, gehört es fast in ein Reich von Mythos und Mystik. Religion spielt dabei sicher auch eine Rolle, das Zusammensein von Gleichklang entsteht. Man kann durchaus von einem kleinen Wunder sprechen. Sie können es auch Seelen- oder Herzensverwandtschaft oder einen Weltgedanken nennen. Dann sind wir das, was wir eigentlich alle sein wollen: zusammen. Eine Einheit. Und sofort verlassen wir das Theater und haben in wenigen Minuten wieder die Probleme des Alltags. Ich glaube, dass ich mich als Schauspieler gar nicht verwandeln muss, sondern ich bin ich - und ich kann nur mit meinen Erfahrungswerten, mit dem, was ich gelernt habe und was mir andere erzählt haben, eventuell gepaart mit einer Vision oder Utopie, an das Publikum herantreten. Und dann werde ich das, was ich aus Hamlet oder Tartuffe herausgelesen habe. Es geht darum, eins zu werden mit der Figur der Dichter. Wenn einem das in Momenten gelingt, dann erlebt man in unserer Arbeit so etwas wie Glück. Der Film ist kein Ereignis, der Film hat höchstens eine Ereignishaftigkeit während der Dreharbeiten. Vielleicht läuft jetzt irgendwo auf der Welt ein Film von mir, auf den ich


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#41"'«#($«& + 7(2 durch eine Art klinischen Prozess gar keinen Einfluss mehr habe. Dennoch gibt es auch auf der Leinwand immer wieder existentielle Urschreie, Blicke, Gesichter, Wahnwitzigkeiten, größtes Glück, schönste Liebe, entsetzlichste Erkenntnisse. Dem muss man während des Drehs nachjagen, insofern findet das Theaterhafte am Set statt. Auf der Bühne kann das Besondere jeden Tag zwischen 19 und 23 Uhr passieren. Hairapetian: Magisches kann sich doch auch während der Proben ereignen. Brandauer: Natürlich. Magisches kann überall passieren, auch am Stammtisch. Von Agnostikern und Atheisten werden magische Momente immer wieder in den Bereich des Zufalls verwiesen. Ich glaube, dass, wenn sehr viele Menschen etwas wollen, so wie z.B. Regenmacher den Regen herbeten, so etwas auch eintreten kann. Denn „es gibt mehr…“ Hairapetian: „Dinge auf Himmel und Erden…“ Brandauer: „…als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.“ Das ist das Entscheidende, das ich dieses unbekannte Land in mir selber erlaube. Wir können unseren Alltag immer besser meistern, je mehr wir in der Lage sind, uns auch auf Galaxis 14 zu treffen. Und die kann durchaus das Cafè Einstein sein. Hairapetian: Sehen Sie sich ihre eigenen Filme gerne selber an? Brandauer: Ich glaube nicht, dass ich je bei einer Premiere einen meiner eigenen Filme komplett angesehen habe. Meist wohne ich nur dem Anfang und dem Ende bei, obwohl ich dieses Verneigen schrecklich finde. Vorher war man auf einer Riesenleinwand zu sehen, und dann treten plötzlich so kleine Männlein an die Rampe. Also ich geniere mich dabei und habe das auch bei meiner letzten Premiere in Wien erklärt. „Mephisto“ habe ich vor einigen Jahren anlässlich einer Retro in Rom wieder für ein paar Minuten gesehen und fand, dass er noch im neuen Jahrtausend hielt. Meine Schwiegermutter hat mich vor kurzem angerufen und gesagt: „Du läufst im Fernsehen und zwar mit Ausschnitten aus der KortnerInszenierung von `Emilia Galotti`“. Und tatsächlich kommt da ein vollhaariger, blonder Junge, der mit einer Stimme spricht, an die ich mich gar nicht mehr erinnern kann und mit einem falschen Dampffeuer aufspielt und irgendwie geradezu schnuckelig aussieht – und das war ich! Während ich auf dem Fernsehschirm lief, betrachtete ich mich links in einem alten Spiegel, wurde sehr eindringlich der Vergänglichkeit gewahr. Nicht, dass es mich besonders traurig macht, ich weiß, dass ich die Falten im Gesicht mit Milliarden von Menschen gemeinsam habe. Ich meine das gar nicht eitel. Wir gehen alle auf Erden diesen Weg, obwohl man sich den eigenen Tod schwer vorstellen kann. Dass andere sterben, kann man sich irgendwie vorstellen. Andererseits bin ich sehr dafür, dass wir unsere Existenz auch in den schrecklichsten Situationen mit Humor und Gelassenheit nehmen. Im Detail des Lebens sollten wir präzise sein, das meine ich, mit beiden Beinen auf der Erde stehen. Besinnungsstunden müssen immer Rückbezug zum Alltag haben, denn dort können wir uns als das beweisen, was wir vorgeben zu sein: Menschen. Ich bedauere außerordentlich, dass ich mit einem Menschen ihren Alters normalerweise gar nicht so sprechen kann, wie wir es jetzt tun, weil er die Voraussetzungen dafür

nicht mehr hat. Das Schulsystem, dargestellt durch Eltern, Lehrer und Schüler, empfindet nämlich heutzutage etwas als Schimpfwort, was keines sein darf, nämlich ein gebildeter Bürger zu sein. Ohne gebildete Bürger gäbe es nicht unsere Errungenschaften wie Demokratie, mit denen Würde, Freiheit, Toleranz, gegenseitige Hilfe einhergeht. Ein gebildeter Bürger ist natürlich viel mehr in der Lage durch Vergleiche, durch Wissen, durch anerzogene Lust am Denken, Dinge zu denken, dass ein Zusammenleben ein Zusammenleben ist und nicht ein Sololeben. Und da nützt es gar nicht, dass man sich zurückzieht und sagt, jeder stirbt für sich allein. Es geht zunächst darum, dass man das „Ich“ findet und dann zum „Du!“ kommt und zwar sehr schnell zum „Du“ (lacht) - und schließlich zum „Wir“. Hairapetian: Herzensbildung ist Ihnen wichtig. „Moral“ ist für Sie also auch kein abfälliges Wort. Brandauer: Überhaupt nicht. Man kommt natürlich, wenn man solche Worte in den Mund nimmt, sehr schnell in den Verdacht ein „Gutmensch“ zu sein, was mittlerweile auch ein Schimpfwort ist, wie Bildungsbürger. Vor allem durch die multimediale Berieselung werden wir angehalten, schnell zu sein. Dabei ist das schnellste, was man üben kann ohne Bereicherung und Inflation der Bilder, die wir um uns herum sehen, einen Gedanken zu durchdenken und gleichzeitig zu spüren, dass es einen Subtext gibt und vielleicht einen dritten und vierten Parallelgedanken. Und wenn man das miteinander kombiniert, hat man schon ein wunderbares Bild im eigenen Kopf. Das macht ein Riesenvergnügen, dass sie gleichzeitig an so viele Dinge denken und sich noch aussuchen können, was ist der Hauptstrang? Das lassen wir uns immer mehr abnehmen. Noch nie wurde die Welt so manipuliert wie jetzt. Chaos an Bildern! Inflation an Informationen! Ein Werbespot hat bis zu 50 Schnitte in der Minute, also muss das auch ein Spielfilm haben, usw. Wir sind einfach zu schnell unterwegs. Kriterien wie Erfolg, Ruhm, Geld, „Adabei“ sein wie der Wiener sagt, da wird uns vorgegaukelt, dass das der Weg ist. Ich weiß durch meine Tätigkeit als Lehrer am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, dass junge Menschen, die zu uns kommen, noch nicht mal ein Gedicht auswendig können. Bestenfalls singt der Kandidat „Hänschenklein“. Lehrer- und Elternvereinigungen sagen oft: „Sie muten meinem Sohn zu, `Die Glocke` auswendig zu lernen in 14 Tagen, der muss zum Psychiater!“ Ich bin sehr fürs Internet, ich bin für alle Computerspiele, mein Enkel kann das perfekt. Aber Gott sei Dank kann er auch fast perfekt französisch und englisch. Ich hatte meine große Not, dass ich ihm den Altausseer Dialekt beibringen musste, als wäre es eine Fremdsprache. Das ist jetzt meine Aufgabe. Es ist nicht schlecht, sich auszukennen auf dem Globus, Fleiß ist wichtig. Hairapetian: Sollte man nicht auch neugierig sein? Brandauer: Fleißig, neugierig. Wenn man neugierig ist, muss man fleißig sein, weil sonst erfährt man ja nichts und vor allem muss man auch in der Lage sein, zu Leuten zu gehen und zu fragen: Ich habe gehört, dass sie etwas wissen, sagen Sie es mir auch. Ja, Vampirartig durchs Leben gehen! Natürlich nimmt man an, dass das was man hört und selber denkt, richtiger ist, als das, was man hört und sagt: Das habe ich noch nie gedacht. Frei nach dem Motto: Was der Bauer

nicht kennt, frisst er nicht. Ich würde gerne all diejenigen aufsuchen und alle aufrufen, die aufzusuchen, die eventuell etwas sagen, was man gar nicht meint, was man noch nie gedacht hat und sogar ablehnt. Weil das andere ist, im eigenen Saft zu schmoren. Hairapetian: Lesen Sie noch Kritiken über sich? Brandauer: Ja, schon. Ich bilde mir ein, wenn ich Rezensionen lese, spüre ich immer sehr schnell, ob der, der darüber schreibt, die Sache an sich gerne hat, sie für ihn existentiell oder essentiell ist, oder nicht. Ich möchte kein Kritiker sein, jahraus, jahrein mir Stücke in einer Stadt ansehen und darüber schreiben. Meine früheren väterlichen Freunde, die in Wien geschrieben haben wie Oskar Maurus Fontana, Pierre Rismondo und Friedrich Torberg, haben auch kilometerweise Bücher geschrieben und eben nicht nur über das Theater. Torberg sagte einmal etwas sehr Schönes: „Schauen Sie, wenn man in eine Frau verliebt ist, schreibt man Gedichte und wenn man das Theater liebt, schreibt man Kritiken.“ Das können natürlich auch zornige Liebesbriefe gegen das Theater oder zornige Rezensionen über Brandauer sein, aber wenn ich das spüre, wenn ich so emotional und intellektuell beantwortet werde, wie ich es gemacht habe, bin ich mit allem zufrieden. Das nehme ich dann auch an. Wenn es aber nur ein weiterer Grund ist, Kulturpolitik zu machen, lehne ich es ab. Es gibt viele Leute, die Kritiken schreiben, ohne je Lehrling gewesen zu sein, ohne je das Gesellenstück gemacht zu haben, geschweige denn einen Meisterbrief zu besitzen. Schlecht ist dies meist, wenn solche Flitzepiepen jungen Schauspieler, die kaum aus den Startlöchern hervorschauen mit dem Vorschlaghammer einen drauf geben und sie für einige Zeit entmutigen. Auf dem Prüfstand haben wir uns das aber auch so ausgesucht. Hairapetian: Eines Ihrer Vorbilder war Oskar Werner. Welche Erinnerung haben Sie an den Schauspieler, mit dem Sie am Anfang Ihrer Karriere häufig verglichen wurden? Brandauer: Oskar Werner ist eine seltene Jahrhundert-Erscheinung am Theater, im Film und im Leben. Am Schluss bin ich ihm häufig begegnet, weil er in der Nähe meiner Wiener Wohnung lebte. Ein großer Künstler, vielleicht deshalb so unglücklich, weil er sich nicht damit abfinden konnte, dass dem Guten, dem Schönen, dem Wahren schon zu seiner Zeit so wenig Platz eingeräumt wurde. Und wo wir heute stehen wissen wir ja: In dem größten Chaos an Informationen und Bildern, das es je auf der Welt gegeben hat, ist es schwer – auch wenn es pathetisch klingt – das Gute, das Schöne und das Wahre herauszufinden. Aber es lohnt sich. Hairapetian: Gab es Pläne für eine Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden? Brandauer: Nein. Das Verhältnis von jemandem, der Don Carlos und Hamlet spielt und einem anderen, der dann zwanzig oder dreißig Jahre später Don Carlos und Hamlet spielt, ist nicht immer ohne Schatten. So wie derjenige, der künftig diese Rollen spielen wird, ein Verhältnis zu mir haben wird, das auch nicht ohne Schatten sein wird (lacht). Trotz meiner Verehrung für Oskar Werner als Künstler und Mensch, möchte ich natürlich das gerne werden, zu dem ich noch unterwegs bin: Klaus Maria Brandauer.


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English Appendix

11.& -3« ! 23 1# FASHION FOR WHO? by Adrian Stanley Thomas, New York City Whenever someone talks about fashion in front of me, why do I feel like I need to throw up? Literally, the feeling that wells up into my stomach must be called fashion vomit. It’s a mixture of hangover and roller coasters after a breakfast of spoiled eggs. What’s gross about it anyway? What’s wrong with having a conversation about clothes? Why does the very mention of fabric, half price sales, leather shoes or anything that has to do with pants, shirts or the ever present accessory out in the open for public display make me so furious? Sometimes I feel like I need therapy to work this all out. Seek professional help for my disdain of being around any conversation about fashion. Fashion = Annoyance is pretty much how it goes. Because the majority of people wear clothes in public, probably about 99.9% of people if you don’t count animals, nudists, and strippers; be nice! If you think about it, it’s understandable why people are so obsessed with clothes and looking a certain way. In order to draw attention to ourselves in the wilderness, we’ve turned the sin of Eve into decorating our shame for sport. If one analyzes the situation carefully, Eve was apparently thinking about this in her manipulation of Adam. Yes, I said it. Eve was behind the whole thing. It was all personal for Eve, all personal. There are all kinds of interpretations that we make because of someone’s attire. We are very good at judging. Unconscious judging that evaluates, categorizes, and grades a person based on whatever that visual happens to be. There are some that breakdown the fashion season on the basis of what particular color should be worn or a specific brand that signifies a certain level of taste. Monetary system begets class begets selection begets the knock-off designer bag. We yearn to distinguish ourselves from one another to make a point, or in most cases to attract a certain clientele. If you don’t believe me, wear neon from head to toe tomorrow and you’ll only attract people interested in breakdancing. It’s real out here people. I shall not speak upon those who see clothes as nothing more than a nuisance and find no benefit from shopping or flaunting themselves to draw attention. My rant shall be for those who break the sensible code. They must be called out. If a lady is wearing a skirt that’s so short she’s constantly pulling it down as she’s walking down the street, maybe she should think about wearing a longer skirt. If you need to tip toe because the shoes you’re wearing are too tight with a six inch heal, you should wear something more comfortable. Spare us the visual of taking mouse steps when other people are trying to go around you. I would also add that less can be alluring as well. I really don’t need to see your underwear. The pollution levels are high everywhere, so covering up your business is a good move. Speaking truthfully about this word fashion, it seems odd. I don’t like it. You’re not supposed to talk about fashion in public or out in the open. Stop it. That’s what ruins fashion. The whole concept of fashion is from the root

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word fashionable or something. Basically, let’s step it up a notch, dress a bit more classy. Develop some imagination out here and stop having conversations and shows about it. Well, at least we’ve got the counterfeit stuff to entertain us. Hey, it’s for the person who wants the real thing but can’t afford it. What’s wrong with that? I love the counterfeit stuff. It brings a little sunshine to the average person out there who has the ability to trick their minds into thinking that they actually have the real thing. That’s a real skill. That’s where the fresh style is. Look to the poor for inspiration, that’s where designers steal ideas from anyway, right?

ISTANBUL 4-(3$# By Conor Crieghton, Sao Paolo German version on page 11 The enemy of my enemy is my friend has a lot of significance in Istanbul these days where rival football fans have united to fight the government. Ultra is a term for a certain breed of football fan. Without doubt they’re the most fanatical inside the stadium and the most likely to be involved in fighting outside of it too. In Eastern Europe and in Turkey in particular, Ultra has been a byword for racism, violence, fascism and the limits that young men can go to. Disenchanted and marginalised men who vent their frustrations in and around the Saturday afternoon traditional football match. To most people on the outside of the Ultra community, they’re a frightening and menacing force. But in revolutionary terms, Ultras have also been the toughest defenders of democracy, justice and compassion and the greatest warriors against police brutality. Galatasaray, Fenerbahce and Besiktas are the three largest clubs in Istanbul. Each with their own large Ultra contingent. None of them have a particularly savoury reputation. Galatasaray’s fame for carrying knives in particular has been the reason travelling English clubs warn their fans about coming to support them in Istanbul. In 2000, two Leeds United fans were stabbed to death. Their offence was pulling their pants down and shaking their asses at passers by. Fenerbahce are no angels either. Their motto is KFY. The letters spell out Kill For You. The only thing stronger than their hatred for visiting clubs, is their hatred for each other, so it came as a great surprise to everyone in Turkey when they decided to unite to support the protests in Taksim Square. On June 8th when over a hundred thousand protesters marched into Taksim Square they were flanked on all sides by ultras from the three rival Istanbul clubs. The ultras were there to protect them and to raise a little hell of their own. They lit fires, climbed onto the roof of the Atatürk Cultural Centre and held back riot police for long enough for people to occupy the square. The ultras brought with them their numbers and their strength but also their vast and lengthy experience of fighting against the police. Being an ultra in Istanbul means that pepper-gas grenades and riot squads become as familiar as stadiums and goal nets. Bagis Ersten, a Turkish reporter for Eurosport spent the evening with the combined ultras and described it:

“They were more experienced than the protesters, they fight the police regularly. Their entry raised the protesters' morale and they played a leading role. They set up barricades, threw back tear gas canisters and protected the core of protesters from violence.” They were extremely effective. This type of thing has happened before. In Tahrir Square, in winter of 2011, Egyptian Ultras united. They were the front line in the famous ‘Battle of the Camels’. They protected the rest of the protesters from Mubarak’s cavalry. They painted their slogan everywhere they went. A.C.A.B. All cops are bastards. And after fighting the government they went back to fighting each other. It was nothing more than a momentary lapse in a lifelong hatred. In Istanbul it’s hard to see a different outcome. So long as Erdogan continues to characterize himself as a unifying symbol of hatred, then the Ultras will be unified. Ultras are traditionally apolitical. They may be racist, left leaning, homophobic and inspired by either fascism or anarchism but their allegiances to their club are exclusive. It’s bigger than politics. Istanbul United is what they’re calling themselves in Turkey. Their chant is a simple taunt aimed at the military police, questioning their valour. „You can use your tear gas bombs, you can use your tear gas bombs. Have courage if you are a real man. Take off your helmet and drop your batons. Then we'll see who the real man is.“ It’s hard to tell what way the wind is blowing in Istanbul and Turkey. Progress takes time. For the moment the Ultras of that city are united but that cooperation is hinged entirely on a combined hatred of the prime minister Erdogan. If he goes, Istanbul United will most likely go with him.

2«3.4&'« 2« .+#«!..32 AN INTRODUCTION TO OLD AND NEW BELGIAN SHOE DESIGN BY NATIVE BELGIAN NINA BYTTEBIER In 1986, six young merited alumni from the Royal Academy of Fine Arts in Antwerp rented a truck, loaded up their radically avant-garde collections and prompted a show at the London Fashion Fair. Soon after, the tiny country of Belgium, formerly mainly known for exquisite chocolate, beer and diamonds, found its place on the fashion map and the term 'Antwerp fashion' became a statement and a landmark for the high quality avant-garde fashion that was to follow. Of course, even before Belgium was a country, artists of all kinds were widely spread, just think of Rubens (another Antwerp original) or the Flemish Primitives. Also in the early stages of what we now call fashion, preBelgium was at the forefront, in the 15th century for example, Flemish tapestries were highly sought after luxury goods and a while later the craftmanship of cobblers and seamstresses was unmatched. The american brand “Belgian Shoes”, founded in the 1940's by Henri Bendel himself, is still a very successful luxury label boasting the hand-made Belgian loafers. Yet it wasn't until the 'Antwerp Six' showed up, now for almost 30 years, the fashion world has been wooed by the creative disciples hailing from Antwerp and their design output. And their shoes! There is something about

these Belgian designer shoes that seems to hit the style-sensitive spot. Undoubtably an image of black, heavily laced-up lamb-skin boots pops up when hearing the name Ann Demeulemeester and who doesn't know the iconic Margiela split-toe Tabi shoes? Or the elegant bohemian look of Dries Van Noten's designs! But why is Belgian and particularly Antwerp design so unique and outstanding in the fashion world? Is it being surrounded by the city's 15th century architectural masterpieces right next to one of the biggest ports in Europe, the Belgian joie-de-vivre and a good portion of common sense? Perhaps it's the intrinsic Flemish modesty and a tendency not to overdo it. (Of course Walter Van Beirendonck would be the perfect exception that proves that rule!) Whatever the incentive, it's their common strive for authentic quality and outstanding craftmanship that unites the Six and all of the following generations of the prestigious Academy's offspring. WEBERHODELFEDER These 3 Antwerp-trained young designers from German and Swiss descent have, as most of the Antwerp Six, chosen the wonderful city of Rubens as their base to establish this unique shoe brand. In school they bonded over their shared love of football and quiet subtlety and after graduating, launched WeberHodelFeder in August last year. With the generous support of famous shoe boutique Coccodrillo (named “best shoe store in the world” by The New York Times) they've been skyrocketing ever since. As of next season they'll have sales points in New York, L.A., Tokyo and London and are already available on farfetch.com. While it's certainly a courageous move, they blended the classic brogue with a humorous wink to the sporty – and very eighties – velcro straps just right. Their first small collection shows a low and high-top version, boasting bold colours such as a banana-yellow, lavender and orange, as well as black and camel. Price point: High-top 565 Euro, Low shoe 495 Euro MAISON MARTIN MARGIELA By far the most mysterious fashion house around - the Daft Punk of Antwerp Fashion let's say, minus the interviews. Even after the Master left the Maison, while some argue the quality and ingenuity of the designs went downhill, Maison Martin Margiela still stands strong with a very own language and inarguable signature. The first shoe-line, called line nr 22, was released in 1998, a decade after launching the brand in Paris. While continuing the avant-garde feel, Margiela shoes focus also on comfort and craftmanship and let's face it, they do a slick minimal shoe like no one else. For this winter, the colours ranged from camel over burgundy to black, there's even some seventies inspired snakeskin print ankleboots. But this smooth wine-red high top definitely stands out. Price point: 370 Euro RAF SIMONS FOR ADIDAS Famously mistaken to be an Antwerp graduate, but unmistakably a very Belgian designer, Simons is certainly one of the most prolific designers out there. Being at the helm of the Dior women's line and designing for his own label, he managed to release yet another collaboration, this time for Adidas. The opinions about these bold designs are divided but with the sneaker being at its high point once again, this can't be anything short of a success. Simons packed all the right and 'so wrong that they're good again' features of the sneaker through the ages in this limited edition capsule collection. With a friendly nod to the gabber scene and colourful silicone bubbles, Mr. Simons has made it clear that he is still the rebel he was when he started his eponymous label in 1995. Price point: from 256 Euro.


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TRAFFIC News to-go #32  

JUL / AUG 2013 ISSUE

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