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DER WASSERFALL SALTO ÁNGEL: EIN MOMENT DER FREIHEIT

8-PAGE TRAVEL PHOTO

FEUILLETON S. 8

TOTENFOTOGRAFIE: ALLTAG DES 19. JAHRHUNDERTS

GOURMET S. 22

INDISCHE WÜRZE IN BANGKOK

WETTER S. 9

WIR REISEN BIS NACH SRI LANKA, GALLE, GÖHREN-LEBBIN, IN DEN KAUKASUS UND NACH KALIFORNIEN

REISE S. 24

NOSTALGIE IN LISSABON

KLANGKUNST S. 10

AUDIOVISUELLE EXPERIMENTE BEIM BERLINER CTM FESTIVAL

MODE S. 28

MONOKEL BERLIN: TRADITIONSBEWUSST MIT MAß

REISE SPECIAL S. 12 & 21

BERLIN TRAVEL FESTIVAL SCHEDLUE & Q&A MIT DEM MANAGING DIRECTOR BERND NEFF UND ...

ARROGANT BASTARD S. 30

LOST HORIZON (IN ENGLISH)

NATURWUNDER S. 6

EDITORIAL SPREAD S. 13

IN BETWEEN WORLDS By yU+MA


we had fun.

S/S 2018 ANNETTE GÖRTZ STORE BERLIN | MARKGRAFENSTRASSE 42


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IMPRESSUM

Contributors Yu + Ma

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Das Fotografen-Duo (Yu + Ma): Yuji und Mari Oboshi begann ihre außergewöhnliche Zusammenarbeit im Jahr 2010. Seitdem teilen sie das Interesse für die Schnittpunkte zwischen dem French Porn der 1920er Jahre, Moderner Kunst, Ruinen und nachhaltiger Mode. Sie sind sensibel für all die Schönheit um uns herum und lieben, was sie tun. Das Duo lebt und arbeitet zurzeit in New York City, weit weg von ihrer Heimat Japan. Leidenschaftlich gerne reisen Yu + Ma um die Welt. Neben hervorragenden Reiseimpressionen für ausgewählte Hefte bebildern sie den Market Report für The New York Times Magazine und fotografieren international für Magazine wie ELLE (International) und Harper’s Bazaar (Vietnam). S. 13

PEN F& HO RE

N E SI D

S E C Eva Biringer Eva Biringer lebt als freie Autorin in Wien und Berlin. Sie schreibt unter anderem für Die Zeit, Zeit Online, Die Welt, FAZ Woche, Theater heute, Feinschmecker und Schluck Magazin über Kultur und Kulinarik. Sie reist so oft es geht dorthin, wo es den besten Naturwein gibt. Im Internet findet man sie als Eva Perla auf www.milchmaedchenmonolog.de und www.kuechenperlen.de. Als sie ohne Genehmigung für dieses Foto im Foyer des Wiener Burgtheaters posierte, hat sie niemand aufgehalten. S. 22

Impressum TRAFFIC NEWS TO-GO »Constituting a New Read« Gormannstr. 20 A D-10119 Berlin trafficnewstogo.de

VERLEGER Jacques Stephens V.i.S.d.P.

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SCHNEEHASE

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Folgen Sie dem Osterhasen in den Schnee und verbringen Sie die Osterwoche im Kreise der Familie bei uns in Thurnher’s Alpenhof!

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01.04.2018 – 08.04.2018 5 oder 7 Übernachtungen · Gourmet-Osterbrunch am Sonntag · Rodeln in Oberlech für die ganze Familie · Für die kleinen Schneehasen: gemeinsame Ostereiersuche & Kinderbetreuung · Für Sie: 25- minütige Aromaölmassage & ein Glas Champagner · Für Ihn: Eine Zigarre & ein Glas Whiskey auf Empfehlung unseres Barchefs Preis pro Person im Doppelzimmer AB 1.785,00 EUR

A-6763 Zürs am Arlberg, Österreich | www.thurnhers.com | T +43 (0) 5583 2191

Raphaela Marx Als gebürtige Berlinerin war nach einem Abschluss in Amerikanistik und Philosophie zunächst das angesagt, was für alle undankbaren Geisteswissenschaftler gilt: Weg hier. New York diente zunächst als Auffangbecken und auch als Chance der Umorientierung, das Schreiben als Freiberuflerin zwar weiter zu behalten, doch die Miete als Markt-Managerin zu bestreiten. 2014 wurde die Sehnsucht nach Leber und gebratenen Zwiebeln allerdings zu groß – Wedding ist das neue Brooklyn. Bald zumindest, bald. S. 9 4 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

SCHLUSSREDAKTION Julia Keesen

TITELBILD/COVER IMAGE Photographers: Yu + Ma (Yuji and Mari Oboshi) Location: Death Valley, California

MITARBEITER DIESER AUSGABE Eva Biringer, Marco Buch, Verena Dauerer, Alexander Davaroukas, Kelley Frank, Klein Glien, Robin Hartmann, Julia Keesen, Raphaela Marx, Bernd Neff, (Yu + Ma): Yuji und Mari Oboshi, Vanessa Pecherski, Martin Thomas Pesl, Frauke Schmidt, Dr. Inge SchwengerHolst, Jacques Stephens, D.Strauss, Michael Wolf

ISSN 1869-943 X


TREFFPUNKT 8 UHR Now & then.


NATURWUNDER

MEDIZIN Dr. Inge Schwenger-Holst Die Medizinerin, Homöopathin und Klinikmanagerin, betreibt derzeit das Schlossgut Schönwalde mit Gästehaus, Restaurant und Polozentrum.

Sport ist Mord

RECHTZEITIG ZUM OLYMPISCHEN Winterspektakel war sie wieder da – die Diskussion um Doping, und Fairness zum resp. Raubbau an der Sportlergesundheit um jede Medaille. Für Ottonormalskiläufer ein teilweise lächerlicher Zirkus, da auf der einen Seite ein aufgeblähter Apparat immer ausgeklügeltere (und teurere) Nachweismethoden einsetzt, so dass Urinproben Sicherheitsstufen unterliegen, die selbst für die Notenbank übertrieben schienen (und sich dann trotzdem wie Omas Marmeladenglas öffnen und manipulieren lassen). Auf der anderen Seite werden Länder wie Russland, das auch mit einer imaginären Aufschrift auf den Flaggen »unsere Nation dopt« bei der Eröffnungszeremonie hätte erscheinen können, von den IOC-Oberen mit Applaus empfangen. Viele Jahrzehnte hat es gedauert, dass die mit Anabolika und Aufputschmitteln vollgestopften Kunstathletenkörper der Vergangenheit anheim gestellt wurden und Schwimmer oder Kugelstoßer nicht mehr ganz so aussahen, als seien sie gerade einem Marvel-Studio-Streifen entsprungen. Stars wie Radrennlegenden Armstrong und Ulrich oder die Dressurdiva Isabel Werth geraten in die Fänge der unbestechlichen Anti-DopingMaschinerie, während die korrupte Funktionärsmafia weiterhin schaltet und waltet wie sie will; ohne Rücksicht. Wie sollen die, die gegen Doping vorgehen zu ihrem Recht kommen? Dies wären für die Erhaltung und die Fürsorgepflicht der athletischen Gesundheit wichtig, auch für die Bewahrung des Wettbewerbs der gleichen vom sportlichen Gedanken geprägten Bedingungen. Vielleicht würde ein von allen Ländern gefüllter und im Wesentlichen unabhängig von der Leistung verteilter Finanzierungstopf, in den auch die Sponsorengelder einfließen, abhelfen. Dieser könnte allein den Sportlern und ihren Trainern zugute kommen. Alle anderen müssten sich doch allein durch die Ehre, dem olympischen Geist dienen zu dürfen, ausreichend vergütet fühlen. Ihnen einen wunderbaren Frühjahrsbeginn mit hoffentlich entspannt ungedopter Bewegung. Bis bald!

Salto Ángel – Reise in die Ewigkeit

Foto © Mis Lugares Favoritos

MITTEN IM UNDURCHDRINGLICHEN DSCHUNGEL DES CANAImA-NATIONALpARkS IN VENEZuELA LIEGT DER SALTO ÁNGEL, DER HöCHSTE WASSERFALL DER WELT. DIE REISE DORTHIN IST NICHT UNGEFäHRLICH – uND TROTZDEm EINE ERfAHRuNG füRS LEBEN.

DAS POCHEN UNSERER Herzen wird nur übertönt vom lauten Dröhnen der Propeller, als das kleine Flugzeug nach einem etwa einstündigen Flug von Puerto Ordaz mitten in das unendliche Grün hineinsteuert. Ein kurzer Landestreifen, ansonsten erinnert nichts an die Existenz von Menschen, hier am Eingangstor zum majestätischen Canaima-Nationalpark im Herzen von Venezuela. Drei Millionen Hektar ewiger Urwald und irgendwo darin verborgen ein Mysterium, eine Legende: Der Salto Ángel, der höchste Wasserfall der Welt, 979 Meter pure Naturgewalt. Unsanft setzt die kleine Maschine auf der staubigen Piste auf - schon vorher hat sie jeder noch so kleine Windstoß mächtig durchgerüttelt, mitgeflogen ist so auch die Angst, das Abenteuer könnte schon vorbei sein, bevor es überhaupt angefangen 6 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

hat. Die Indio-Guides warten bereits, sie werden uns führen, denn das hier ist ihr Land, das Land der Arekuna, und niemand darf es ohne ihre Erlaubnis betreten. Auf der Ladefläche eines Geländewagens geht es über eine holperige Straße durch den mächtigen Urwald, die fremdartigen Geräusche des Dschungels ziehen uns sofort in ihren Bann, die Fahrt schüttelt uns wiederum ordentlich durch. Irgendwer hat mal geschrieben: Wer ein Ziel will, darf den Weg nicht scheuen. Dann beginnt die Reise in die Unsterblichkeit, am Ufer des Flusses Churún besteigen wir ein kleines Langboot, das uns zum Salto Ángel bringen soll. Der größte aller Wasserfälle auf der Erde stürzt sich von einem Berg, dem die Indios ehrfurchtsvoll den Namen AuyanTepui gegeben haben: Das Haus des Teufels. Ein anderer dieser Tepuis,

wie die Eingeborenen die unzähligen flachen Tafelberge in der Gegend hier nennen, hat einst Arthur Conan Doyle zu seinem Roman The Lost World inspiriert, in dem eine Gruppe Abenteurer eine Welt voller urzeitlicher Kreaturen entdeckt. Das Alter dieser beeindruckenden Felsen wird auf bis zu zwei Milliarden Jahre geschätzt, angesichts solcher Zahlen kommt man sich in der erhabenen Natur als Mensch noch viel kleiner vor als ohnehin schon. Schon nach kurzer Zeit wird das Boot zum ersten Mal von Stromschnellen erfasst und durch die wilden Wasser geschleudert – einige von Ihnen sind so stark, dass man manche kurzen Strecken nur über Land zurücklegen kann. Fast ist es so, als würde der Churún von seinem Meister angezogen werden, als müsse er auf den Salto Ángel zusteuern, geleitet von einem un-


NATURWUNDER

Das Boot steuert ans Ufer und wir gehen an Land, machen uns durch dichtes Grün auf den Weg zu einem Ausichtspunkt, begleitet vom Rauschen des hinabstürzenden Wassers, das wie Donnergrollen über dem Dschungel liegt. Immer in die Höhe geht es über schmale Pfade, die schwüle Wärme presst einem den Schweiß förmlich aus den Poren, doch der Anblick des allmächtigen Salto Ángel entschädigt für alles. Atemloses Staunen, niemand spricht auch nur ein Wort, dieser Moment gehört allein uns allen und dann auch der Ewigkeit unserer Erinnerung. Nur kurz können wir hier

jedoch zu Gast sein, denn schon bald wird die Nacht über Canaima hereinbrechen, und wir müssen in unser Lager. Über dem offenen Feuer geröstetes Huhn, dazu ein bisschen Reis, dann geht es in die Hängematten, während der Wasserfall weiter so rauscht wie seit Anbeginn der Zeit. Mitten in der Nacht setzt heftiger Regen ein, verwandelt unser Camp in Matsch und den Salto Ángel in einen noch mächtigeren Strom – ein einmaliger Moment, als sich am nächsten Morgen die schweren Wolken lichten und noch einmal den Blick auf den Erhabenen frei geben, bevor es mit dem Boot zurückgeht. Noch ist die Reise jedoch nicht vorbei, denn ein Kleinflugzeug für nur fünf Personen wird uns zum krönenden Abschluss über alles Irdische erheben. Noch einmal werden wir den Auyan-Tepui und seinen Wasserfall sehen, aus der Vogelperspektive, und das Freiheitsgefühl ist schon kurz nach dem Start wirklich unbeschreiblich. Der Welt am Boden völlig entrückt schweben wir im Himmel über Canaima und staunen über den unfassbaren Anblick unter uns, die weiten Täler mit ihren unzähligen Tafelbergen. Es ist, als gebe es nur noch zwei Farben, das Grün des Dschungels und das Blau des Himmels. Der Auyan-Tepui selbst ist bei unserem zweiten Besuch in dichten Nebel gehüllt – ein Königlicher gewährt dem gewöhnlichen Volk eben höchstens einmal eine Audienz. Unsere winzige Maschine steuert unfreiwillig bedrohlich nahe an das Felsmassiv, denn jetzt setzen Regen und heftige Winde ein, fast so als wollte der Salto Ángel sagen: Genug, eure Zeit ist um. Auch noch lange nach der Landung zurück auf der Erde redet niemand, alle verarbeiten. Es gibt diese Geschichten, von denen man sagt, »davon werde ich noch meinen Enkeln erzählen.« Unser Besuch beim höchsten Wasserfall der Welt ist jetzt eine davon.

Foto © Joao Leitao

Von Robin Hartmann Foto © Rowan Castle

sichtbaren Kompass. Der Fluss ist zugleich auch der einzige Weg zu unserem Ziel, der Dschungel selbst ist absolut undurchdringlich, eine grüne Wand, ein Irrgarten voller bizarrer Pflanzen und Tiere. Hinter jeder Biegung tauchen jetzt die Tepuis auf, stehen wie steinerne Wegweiser, die schon seit Anbeginn der Zeit da waren und nahezu alles Leben auf der Erde überdauert haben. Von vielen von Ihnen stürzen sich mächtige Kaskaden in die Tiefe, und jedes Mal fragen wir: »Ist das der Salto Ángel? Sind wir schon da?«, woraufhin der Guide nur lacht und sagt: »Keine Angst, ihr merkt schon, wenn wir da sind.« Über mehrere Stunden treibt der Churún unser Boot dem Ziel entgegen, durch eine Natur, so urtümlich und einzigartig, dass irgendwann ein Mitreisender sagt: »Ich würde mich nicht wundern, wenn jetzt hier ein Dinosaurier vorbeispaziert.« Zustimmendes Gelächter, und tatsächlich hat der Canaima-Nationalpark dem Regisseur Steven Spielberg einst als Kulisse für den ersten Jurassic Park-Film gedient. Und dann taucht er unvermittelt hinter einer Flussbiegung auf wie eine Epiphanie, man hört ihn schon lange, bevor man seine Dimensionen wirklich erfassen kann – das ist er also der Salto Ángel, 19-mal so hoch wie die Niagarafälle, eine Urgewalt aus Wasser und Fels.

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FEUILLETON

DER SCHUSS »NICHT ZUFÄLLIG SPRECHEN WIR DAVON, EIN FOTO ZU SCHIEßEN«

DAS MÄDC H EN AU F dem Foto hält die Aug e n geschlossen. I n ihren Locken steckt eine prächtige Schleife. Ihr Gesicht wirkt verzückt, als träume sie von einem neuen Spielzeug. Aber das Kind wird nie wieder spielen. Es ist tot. Es wurde aufwendig drapiert, um den Eindruck zu erwecken, es wäre noch am Leben. Das Bild gehört zum Genre der Totenfotografie. Was uns heute befremdlich vorkommt, war Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Mitunter wurde der Fotograf noch vor dem Geistlichen gerufen. Kaum etabliert, fanden die Fotografen so ein lukratives Geschäftsfeld. Zwei Eigenschaften der Fotografie faszinierte die Menschen: Anders als Maler lieferte sie nicht Bilder, die dem Modell ähnelten, sondern seine zweidimensionale Kopie. Das war im 19. Jahrhundert eine Sensation, das war Magie. Hinzu kommt, dass fotografische Bilder nicht lügen können. Ein Maler konnte seinem Modell schmeicheln oder seiner Fantasie freien Lauf lassen. Eine Kamera hingegen nahm ausschließlich auf, was sich vor der Linse befand. Die Fotografie galt als unbestechlich. Deswegen konnten die Menschen an sie glauben. Oder besser: Sie konnten nicht nicht an sie glauben. Technik ist nicht frei von Esoterik. Die Beweiskraft der Fotografie galt als so unbestritten, dass durch sie bald auch die Existenz von Geistern und Engeln belegt wurde. Solche Fotos kursieren bis heute im Netz. Natürlich wissen wir, dass sie fake sind. Nur: Warum schauen wir sie uns trotzdem an? Und warum spüren wir dabei diesen leichten Grusel? Weil der Glaube an die Wahrheit der Bilder trotz Photoshop noch in uns steckt. Dieser Glaube ist nicht vernünftig, aber Glaube hat auch nichts mit Vernunft zu schaffen. Er kann fatale Folgen haben, der Irak-Krieg wurde mit Fotos begründet. Aber er steckt in uns. Das Standardwerk der Fotografietheorie ist ein Requiem. Der französische Philosoph Roland Barthes erzählt in Die Helle Kammer davon, wie er einen Stapel Fotos seiner verstorbenen Mutter durchsieht. Er beschreibt

seine Trauer bei ihrem Anblick und kommt fast nebenbei auf die Fotografie an sich zu sprechen. Für ihn friert die Kamera einen Moment im Leben eines Menschen ein. Er nennt es den »kleinen Tod«. Nicht zufällig sprechen wir davon, ein Foto zu schießen. Das Bild tötet einen Augenblick, um ihn für immer zu erhalten. Es schließt den Menschen ein wie ein Gletscher einen verunglückten Wanderer. Am Ende seines Buches beschwört Barthes aus einem Foto seine Mutter herauf. Er erkennt nicht nur ihr Bild, sondern sie selbst: ihr Wesen. Eine Auferstehung nur für ihn, den trauerenden Sohn, aber dennoch: eine Auferstehung. Alles esoterischer Unsinn? Nicht ganz. Wer hat nicht mal die Facebook-Seite des Ex-Partners gestalkt auf der Suche nach einer verlorenen Verbindung? Wer schon mal unglücklich verliebt war, kennt den Schreck beim plötzlichen Auftauchen eines Bildes in der Timeline. Dafür muss der geliebte Mensch nicht mal tot sein. Nur abwesend. Und Menschen auf Fotos sind immer abwesend. Weil der aufgenommene Moment vorbei ist. Ist der Mensch tatsächlich aus unserem Leben verschwunden, gewinnen seine Spuren sofort an Wert. Weil ein Kontakt zu ihm nur noch über diese Spuren möglich ist. Selbst heute noch gehen wir noch auf eine ähnliche Weise mit der Fotografie um wie vor 150 Jahren. Von Anfang an inszenierten sie Menschen aufwendig vor dem Objektiv. Es entwickelte sich eine neue Haltung: die Pose. Sie ist der Versuch, vor den Augen der Welt zu bestehen. Noch immer achten wir sehr genau darauf, wie wir auf Fotos wirken. Wir wollen unser Bild möglichst kontrollieren. Dennoch kommen wir nicht umhin, uns fremden, unkalkulierbaren Blicken auszusetzen. Wir können den Betrachtern nicht trauen. Heute weniger als je zuvor, weil wir nicht wissen, wer alles unsere Bilder anschaut. Deswegen posieren wir. Es ist unsere Art, die 8 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

Reaktionen in den Griff zu bekommen. Eine unmöglich zu meisternde Aufgabe. Denn ist das Foto erst geschossen, verfüge ich nicht mehr über mein Bild. Roland Barthes hat sogar das Wesen seiner Mutter aus einem Foto heraufbeschworen. Hätte seine Mutter das gewollt? Die Frage ist nicht so abwegig. Es gibt für diese Fälle immerhin Gesetze. Das Persönlichkeitsrecht schützt das Bild eines Menschen auch über dessen Tod hinaus. Immer häufiger beschäftigen sich Gerichte mit Streitfällen, was mit den Social-Media-Accounts verstorbener Menschen geschehen soll. Vor ein paar Jahren machte ein Gesetzesvorschlag Furore. Es ging darum, persönliche Daten nach einigen Jahren aus dem Netz löschen zu lassen. Sie nannten es: »Recht auf Vergessen werden.« Das klingt paradox in einer Zeit, in der wir alle uns möglichst viel Aufmerksamkeit und Zuspruch wünschen. Aber: Jeder hat Momente, die er gerne für sich behalten möchte, die er mit ins Grab nehmen will. Snapchat, eine der großen Internet-Innovationen der letzten Jahre, beruht auf diesem Bedürfnis. Die revolutionäre Neuerung betifft keine Inhalte, sondern das Versprechen sie zu löschen. Unbestritten, dass auf Snapchat viel Quatsch und Obszönes gepostet wird. Viel bemerkenswerter ist aber die Begeisterung über die Aussicht, nicht mehr festgelegt zu werden. Und die enorme Energie, die freigesetzt wurde durch die Sicherheit, dass mein Bild nicht in die Zukunft wirkt. Dass ich nicht für immer sein muss, was ich einmal war. Denn diese Gefahr besteht mit jedem Schnappschuss, den wir von uns hochladen. Dass es als das Bild auf uns zurückfällt, das uns im Auge der Betrachter auch in Zukunft definiert. Als wäre unser Leben abgeschlossen. Als könnten wir uns nicht mehr verändern. Als wären wir schon tot.

Von Michael Wolf


DAS WETTER präsentiert neue Produkte und Erkenntnisse, die die Menschheit braucht

Von Raphaela Marx Göhren-Lebbin

GALLE, SRI LANKA

1

6°3’13”N 80°12’42”E Sonnig und heiß. Immer.

2

KALIFORNIEN

KAUKASUS, GEORGIEN

53° 30 8” N, 12°28’31”O Frühlingshaft lau.

3

42°39’N, 44°38’O Schneelandschaft bei Sonnenschein.

4

36° 33’ N, 121° 55’ W Freundlich bis heiter.

ThE OWL AND ThE PUSSY CAT

SChLOSShOTEL FLEESENSEE

ROOMS hOTEL KAZBEGI

CARMEL BY ThE SEA ‘ThE hIDEAWAY’

Wer nicht mit einem Surfboard im Arm aufgewachsen ist, dem mag Galle vielleicht kein Begriff sind. Doch nach und nach taucht Sri Lanka auf den »TopIrgendwas«-Reiselisten der internationalen Blogs auf. Und allerspätestens mit der Eröffnung von The Owl and The Pussy Cat, sollte die historische Stadt auch auf den Radaren von Design Hotel-Liebhabern aufgetaucht sein. Das nach einem Gedicht von Edward Lear benannte Haus ist unweigerlich von Kit Kemp inspiriert, nur angepasst an die Umgebung: Die Farben wirken hier heller als man sie aus den Londoner Firmdale Hotels kennt und das Design muss es gar nicht so sehr übertreiben, schließlich befindet man sich hier unter Palmen, umgeben von sagenhafter Natur, direkt angrenzend an den Indischen Ozean. Fischerboote legen hier an, um dem Restaurant den Tagesfang zu präsentieren – besser isst man in Galle nirgendwo. Besser schläft man in Galle nirgendwo.

Mailand. Tokio. New York. GöhrenLebbin. Paris. Zugegeben, die Auflistung geht nicht reibungslos von den Lippen, doch wenn von Weltklasse Spas die Rede ist, so kann sich Göhren-Lebbin mit dem Schlosshotel Fleesensee getrost in die Liste einreihen. Nach einer ausführlichen Renovierung, rieselten die Preise für das Design nur so herein. Dabei wird erst auf dem zweiten Blick klar, was hier geleistet wurde: Ein gut 175 Jahre altes Bauwerk, wird nicht einfach mal vollsaniert und modernisiert. Schon gar nicht in Deutschland, wo man Interieur-Trends ja häufig erst später entdeckt. Im Schlosshotel schafft man die Balance des Modernen, mit den klassischen Annehmlichkeiten (Goldplatz! Schlosspark! Weinkeller!) zu verbinden und entfremdet dabei niemanden. Wer kann schon Schlechtes über einen beheizten Außenpool mit Blick auf die historische Parkanlage sagen? Ja, und damit können sie nicht immer mithalten, die Parise und Tokios dieser Welt.

Ja, das nördliche Kaukasus-Gebirge ist nicht optimal angebunden. Und das hat ausnahmsweise nichts mit Tegel zu tun. Doch wer die Reise auf sich nimmt, wird belohnt – hier ist nicht der Weg, sondern das Ziel das Ziel. Das ist ohnehin nur eine Plattitüde und somit so ziemlich das genaue Gegenteil vom Rooms Hotel Kazbegi. Man hätte es dem Einheimischen Designer-Duo verziehen, hätten diese ein rudimentäres Camp unter dem Vorsatz, der Umgebung nichts absprechen zu wollen, in das Gebirge gesetzt. Doch stattdessen erwartet die Reisenden hier ein buntes Konzept, samt Casino, Bibliothek und Innenpool, das trotzdem unbedingt lokal ist. Die Berge sind natürlich trotzdem keine kleine Nebensache (von klein ist mit Gipfeln bis zu 5.000 Metern ohnehin nicht zu sprechen) und das Outdoor-Angebot ist entsprechend umfangreich. Outdoor darf allerdings auch heißen: Einen georgischen Wein auf der Sonnenterrasse des Rooms zu genießen.

Wo man trinkt, da lass dich nieder, denn böse Menschen haben keine Weine aus Kalifornien. So, oder so ähnlich geht der altbewährte Spruch. Gute Menschen gibt es an der amerikanischen Westküste zu genüge, doch einige der Besten von ihnen betreiben hier das The Hideaway. Der Name passt hervorragend zum nicht weniger klangvollen Ort – Carmel by the Sea – und bevor nun der Zyniker, »typisch Amis…« stöhnt, soll noch gesagt sein, dass diese Kleinstadt mit seinem elegant-maritimen Boutique Hotel aus dem Nomen Omen macht. Sicherlich: Die gesamte Westküste ist sehenswert, aber die Kulisse, die sich hier bietet, ist eine Hollywood-reife Idylle, die sich auch im The Hideaway fortsetzt. Mattblau wird zu grau, wird zu creme und weiß und lullt die Besucher gänzlich ein. Zur weiteren Benebelung trägt die tägliche Wein- und Käsestunde ein, die auch gerne mal in die nächste und übernächste Stunde ausufert und einen völlig willenlos und unendlich zufrieden macht.

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KLANGKUNST

CHAOS UND KRAWALL Das CTM Festival in Berlin ging auch Ende Januar – und mit seiner Ausstellung noch bis Anfang April – wieder an die Grenzen unserer Wahrnehmung: Es bildet zeitgenössische elektronische Musik auch visuell ab und lotet Genres aus, die sich in unkonventionellen Zwischenräumen abspielen.

»TURMOIL« IST DAS MOTTO DER 17. BERLINER CTM, dass sich als Spiegel der aktuellen, auch politischen Situation weltweit versteht: Unruhe, Krawall oder auch Chaos bedeutet das Motto. Als Antwort liefert es audiovisuelle Experimente, die buchstäblich durch den Körper gehen: So erlebte Gabber, eine härtere Spielart des Hardcore Techno vom Ende der 1980er-Jahre, sein Revival. Bei einer generationsübergreifenden Nacht erschütterte ein 200 beats per Minute-Stakkato und Stroboskop-Licht Mark und Bein eines jeden Tänzers. Auch die Installation Physical Rhythm Machine_Boem BOem des Niederländers Philip Vermeulen in der Halle des Clubs Berghain ging an die Eingeweide: Zwei Maschinen feuerten Tennisball-Salven mit bis zu 150 km/h auf zwei turmhohe Resonanz-Körper aus Holz. Dafür komponierten die Künstler Lakuti und Sam Barker eigens rhythmische Stücke. Wer sich zwischen die zwei Schusslinien der Maschinen stellte, an dem sausten die angeleuchteten Bälle schnell wie Blitze vorbei und donnerten als martialische Paukenschläge auf die Körper. Zwei Installationen beziehungsweise Räume durchdringen die Sinne der Besucher ganz eindrücklich: Im Kraftwerk versucht die kinetische Installation »SKALAR« eine Synästhesie im Raum zu erzeugen. Bis Ende Februar bewegen sich dort an der Decke 65 angestrahlte Spiegel zur Sound-Komposition von der Decke und tauchen die große Halle mit ihren scharfen Strahlen in geometrische Muster: Zwei Jahre nach der außergewöhnlichen Kinetik-Installation »Deep Web « zur CTM hat Visual-Artist Christopher Bauder diesmal zusammen mit dem Musiker Kangding Ray eine ganz eigene audiovisuelle Komposition geschaffen. Idee und Ausgangspunkt war, das Rad der Gefühle, von Furcht über Freude oder Erwartung, darzustellen. »Bei früheren Arbeiten habe ich festgestellt, dass die Zuschauer je nach der Kombination aus Licht und Sound teils extrem emotional reagieren: Das kann Freude sein oder auch Angst oder Fluchtreflexe«, sagt Christopher Bauder dazu. Er fährt fort: »Wir nehmen diese Emotionen und versuchen, einen synästhetischen Effekt herzustellen.« Für den Zyklus der Emotionen entstanden erst die Audio-Stücke von Kangding Ray zu jedem Gefühl, darauf setzte Bauder die Choreografie der angeleuchteten Spiegel. David Letellier alias Kangding Ray erklärt: »Die Sounds sind keine, wie man

bei einer installative Arbeit im Kunstbereich vorstellt. Es ist keine Komposition, sondern mehr sinnlich-narrativ und emotional.« Emotionen sind bekanntlich subjektiv. Doch wie stellt man sie dar? Christopher Bauder erzählt: »Furcht etwa ist für mich eher dunkel, da fühle ich mich nicht wohl – für mich ist das grün. Vielleicht noch blau dazu. Die Umsetzung sollten keine symmetrischen Muster, sondern etwas Zerstörtes sein. Das ist eine der Grundideen, die ich dann ausprobiere.« Am eindrucksvollsten ist die Umsetzung zu »Freude«. Es hat etwas Erhabenes, wenn die Spiegel sich wie eine Welle gleich durch den Raum bewegen und das Licht vielfach zu einem orangenen Strahlen-Kranz brechen. Neben der synästhetischen Umsetzung im Kraftwerk nähert sich der MONOM-Space im Funkhaus Nalepastraße von einer ganz anderen Richtung: Zur CTM gab es mehrere Performances in dieser rein akustischen, dreidimensionalen Sound-Installation. Hier durchfährt der Sound den Körper wortwörtlich von allen Seiten. In der Halle ist ein Multi-Channel-System installiert, deren 60 Rundum-Lautsprecher mit einer Software kontrolliert werden. Selbst unter dem Boden befinden sich 9 SubLautsprecher unter einem Gitternetz zum darauf stehen, das nicht vibriert. 4DSOUND heißt das System, mit dem perfekt von allen Seiten wiedergegeben werden kann, als würde etwa ein Orchester an verschiedenen Positionen spielen. William Russel, Creative Director von MONOM und Gründungsmitglied, möchte in einer zunehmend 10 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

visuellen Kultur unseren Hörsinn wiederbeleben. Er sagt: »Die Idee ist, eine sonische Landschaft zu kreieren. Der Zuhörer muss sein Gehör in alle Richtungen öffnen, da aus jeder Ecke etwas kommt. Im Alltag machen wir uns eher zu, schauen auf den Handy-Bildschirm oder haben Kopfhörer auf. Wir wollen mit diesem Raum einen Perspektivwechsel herstellen.« In MONOM nimmt der Zuhörer Sounds einer Performance räumlich wahr. ‚Phantom-Sounds’ heißt das, wenn Geräusche wie Objekte im Raum auf den Besucher buchstäblich zurasen und durch ihn hindurch. Realisiert wird das durch eine Software, mit der der Performer arbeitet: Sie visualisiert Audio etwa als Quader in einem Gitterraster im Raum. So kann der Künstler dann die Position des Sounds einfach mit der Maus verändern. Sounds können sich in verschiedenen Richtungen auf die Zuhörer zu- und wegbewegen. Eine Stimme kann in mehrere aufgeteilt zu einem im Raum verteilten Chor werden. Währen der CTM gab es dazu abwechslungsreiche Konzerte: vom flächigen Sound-Design zur rohen sinnlichen Erfahrung bis zum Geräusch-Gesang der Künstlerin Pan Daijing, die die Grenze zwischen Angenehm und Unangenehm auslotete. Ein gutes Beispiel wiederum für das CTM-Motto. Denn wer den Krawall hinter sich lässt, der kommt eben doch am Ende bei Stille und Besinnlichkeit an.


KLANGKUNST

BILDER im Uhrzeigersinn FÜR WEITERE INFORMATIONEN CTM 2018:

Skalar Orange Ralph Larmann

CTM-FESTIVAL.DE

Skalar Blau Ralph Larmann

AUSSTELLUNG: Uncanny Valleys of a Possible Future IM KUNSTRAUM BETHANIEN bis 2. April 2018. ctm-festival.de/festival-2018/ transfer/ctm-2018-exhibition/

Skalar Gelb Ralph Larmann

Von Verena Dauerer

Monom Becca Crawford Skalar Schwarz & Wieß Ralph Larmann Skalar Rot & Orange Ralph Larmann Skalar Rot & Wieß Ralph Larmann

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Berlin Travel Festival | March 9-11. 2018 berlintravelfestival.com

REISE SPECIAL

FREITAG/FRIDAy 09.03.18 STARTUP DIARIES. Fabian Dittrich, How to Run a Company from a Land Rover Defender, Presentation 20:00–21:00, Center Court, startupdiaries.org

VANDERAA BAND, Levi & Aaron Vanderaa, Life of the Travelling Musician, Music & Talk 19:30-20:00, Mainstage, vanderaaband.com

»TOREN BEREISEN IN FREMDEN LÄNDERN DIE MUSEEN, WEISE GEHEN IN DIE TAVERNEN.« -Erich Kästner

SELEKTION DEUTSCHE LUXUSHOTELS Dr. Stefan Elfenbein, Johannes Fuchs, Holger Rohkohl, Steffen Duckhorn, Sabrina Schanz, Maximilian Specht, Leaving the Comfortzone - Spitzenköche am Campingkocher, Cooking Challenge, Culture Lab 19:00-21:00 Stefan Bogner, Making of… Curves - soulful driving, Ines Dietrich Reisen mit Kindern – die perfekten Begleiter! Jörg Nicht, Streetphotography – Wie man aMyVAN Matthias Straub Living the Vanlife Presentation (+ short film) 18:45-19:30, Mainstage, myvan.com

Egal ob in Museen, oder Tavernen – auf Reisen erweitert man immer den eigenen Horizont. Der lange deutsche Winter ist deshalb die beste Saison für das Schwelgen in Urlaubserinnerungen und das Schmieden neuer Pläne. TRAFFIC News to-go hat mit drei Profis über ihre Erfahrungen und Geheimtipps in Sachen Reisen gesprochen, um Euch die Planung zu erleichtern.

MARCO BUCH

ENLAIN & LAAX Ben & Urs Build your own Skateboard, Workshop FR: 15-20 Workshop Skateboard, enlain.com All Days Lena Stoffel THE VANTRIP – Powdersafari in den Alpen Presentation 19:15-20:00 Center Court, instagram.com/lena_stoffel/?hl=de

com

OCEAN FILM TOUR Presentation/Screening 18:15-19:00 Mainstage, oceanfilmtour.com

LOSING SIGHT OF SHORE Screening 19:45-21:15 Center Court, losingsightofshore.com

TRANSCAUCASIAN TRAIL Tom Allen Building the World’s Greatest Hiking Trail Presentation/Screening 12:30-13:15 Mainstage, transcaucasiantrail.org/en/home/

YELLOW THE WORLD Dario Sorgato Travelling with disabilities. The #YellowTheWorld campaign. Presentation 13:15-14:00 Tent One, noisyvision.org/en/

BERND NEFF

SAMSTAG/SATURDAy 10.03.18 G-GUIDES Maja Campelj & Tina Hudnik Tourist guides - ambassadors of responsible tourism Workshop 13:00-14:30 Tent Two www.gguides.net David Cornthwaite Adventures Big and Small Presentation 13:30-14:30 Mainstage, davecornthwaite.com David Cornthwaite How to plan a Big Adventure Workshop 16:45-18:15 Tent One, davecornthwaite.

ist ein neugieriger Mensch und viel unterwegs. Mit seinem Blog Life is a Trip versucht er, die Tradition des Geschichtenerzählens am Lagerfeuer ins digitale Zeitalter hinüberzuretten. Neben dem Blog hat er vier Bücher mit Reisegeschichten veröffentlicht.

Muss man fürs Reisen viel Geld ausgeben? Was sind deine Geheimtipps für bugetfreundliches, aber dennoch entspanntes Reisen?

ist Co-Founder und Managing Director des Berlin Travel Festivals (BTF), das vom 09. Bis 11. März 2018 erstmals in der Arena Berlin stattfindet.

RIDE2EXPLORE Dylan Wickrama Am Ende der Straße Presentation 16:45-17:45 Mainstage, ride2xplore.com TEACHSURFING Miganoush Magarian & Beata Pyszniak Changing the world while traveling Presentation 12:00–12:30 Tent One, teachsurfing.org Olla Shimbereva Multicultural Self-Awareness Workshop 11:45–12:45 Tent Two

Muss man fürs Reisen viel Geld ausgeben? Was sind deine Geheimtipps für bugetfreundliches, aber dennoch entspanntes Reisen?

IT MUST BE NOW Onno und Alexa Poortier #itmustbeNOW Presentation 14:45-15:15 Mainstage, itmustbenow.com/onno-poortier/

Wenn ich für vier Tage nach NYC zum Shoppen reise, muss ich mein Budget anders planen als für eine Woche Wandern in den Dolomiten. Wer Geheimtipps für budgetfreundliches Reisen will, sollte auf alle Fälle beim BTF am 10. März um 17:45 Uhr die Präsentation von Kash Bhattacharya How to Travel the World in Style on a Budget besuchen.

SUP THE LAKE Thomas Oschwald The Polar Light Expedition – Mikroexpeditionen für alle Helden des Alltags Presentation 13:3014:15 Culture Lab, supthelake.ch SPIEGELNEURONEN Saskia Rudolph & Andrea Horn I Do It My Way Presentation 11:45-12:30 Center Court, spiegelneuronen.info Stephan Orth COUCHSURFING IM IRAN Presentation 16:00-16:45 Mainstage, stephan-orth.de THE AFRICAN EMBASSY Jörg Gabriel Tansania Presentation + Q&A 16:00-16:30 Tent One, joerg-gabriel.com URBANANA Jan-Paul Laarmann Oh wie schön ist #urbanana! Presentation 16:15-16:45 Tent Two, nrw-tourismus.de/urbanana SEA SHEPHERD Nicolai Duda Müll in den Meeren und Meeresschutz auf Reisen Presentation 18:15-18:45 Center Court, seashepherd. org SafariFrank Stephanie Haberl und/oder Britta Glasemann Ranger Schnupperkurs Workshop «Sa: 14:45-15:15 Su: 12:45-13:15” Tent Two, safarifrank.com

GREEN FASHION TOURS Arianna Nicoletti Sustainable tourism meets local pioneers Presentation 16:45-17:15 Tent Two, greenfashiontours.com

SOULBOTTLES Nina Pestke Watervoyage – Discover Where your Bottled Water comes From Presentation + Q&A 17:30-18:00 Tent Two, soulbottles.de NORTHERN TERRITORY Katja Bockwinkel Das Northern Territory – Australiens Outback Presentation 17:00-17:30 Center Court, northernterritory.com/de-de

BUDGET TRAVELLER Kash Bhattacharya How to travel the world in style on a budget Presentation 17:45–18:45 Culture Lab, budg-

ettraveller.org

URLAUBS ARCHITEKTUR Britta Krämer, Jan Hamer, Johanna Michel, Dirk Preuss, Thomas Kröger Architecture Matters Talk 12:4513:30 Center Court, urlaubsarchitektur.de/de/ G-ADVENTURES Katharina Schumacher Travel with a purpose Peru Presentation 15:30-16:00 Tent One, gadventures.com POP HOSTELS Alexander Rivers History of Hostels Presentation 17:15–17:45 Culture Lab, astorhostels.com GOOD TRAVEL Franziska Diallo, Bettina Bork, Martin Hansen & Gonzalo R. Bethencourt, Selina von Holleben Was bedeutet Nachhaltigkeit im Alltag beim Reisen Presentation 14:30-16:00 Culture Lab, goodtravel.de

SAILING CONDUCTORS Hannes Koch & Benjamin Schaschek Sailing Conductors - Eine musikalische Reise um die Welt Presentation / Music 19:00-20:30 Mainstage, sailingconductors.com … S. 21

Muss man fürs Reisen viel Geld ausgeben? Was sind deine Geheimtipps für bugetfreundliches, aber dennoch entspanntes Reisen? Viele meiner Freunde reisen zur Zeit nach Georgien und schwärmen völlig davon. Ich selbst habe es leider noch nicht geschafft, hinzufahren. Aber ich freue mich schon darauf, die Macher des Rooms Hotel aus Tiflis beim BTF als Aussteller zu besuchen und hoffentlich eine BTF Special Rate zu bekommen. Ansonsten will ich diesen Sommer mit meiner Familie unbedingt mal nach Hawaii.

Always Connected oder Going Dark: Nimmst du den Laptop und das Handy mit, und wie oft schaltest du es an? Und macht es da einen Unterschied, ob du ‚privat‘ oder ‚geschäftlich‘ reist? Wenn ich geschäftlich Reise, bin ich am Arbeiten und selbstverständlich genauso zu erreichen, als wäre ich im Büro. Ich versuche aber, ab einer gewissen Uhrzeit Abends nicht mehr aufs Telefon zu schauen. Es ist mir wichtig, dass ich irgendwann zu Ruhe komme und den Kopf für andere Dinge im Leben aufmache. Ich versuche das auch mit meinem Team so zu halten und den Feierabend und das Wochenende zu respektieren. Wenn ich im Urlaub bin, lasse ich mein Handy auch gerne mal zwei bis drei Tage ausgeschaltet auf dem Nachttisch liegen. Auf alle Fälle ist Urlaub heilig und ich reduziere meine Erreichbarkeit auf ein Minimum. Ich lese gerade von dem norwegischen Abenteurer und Autor Erling Kagge das Buch »Stille«. Es geht darum, seinen eigenen Südpool zu finden. Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist es so wichtig, für jeden Menschen seine Art der Stille zu finden? Ich kann das Buch allen empfehlen, die Probleme haben, regelmäßig abzuschalten.

Was war Deine schönste/schlimmste/lustigste Erfahrung beim Reisen? Lustig, dass ihr das fragt. Es ist ja so, dass sich die schlimmsten Geschichten meist viel spannender erzählen lassen als die schönen. Wir haben bei unserer Team Weihnachtsfeier überlegt, was wir für Fun-Events beim Festival einbauen könnten und kamen darauf, dass wir am Samstagabend eine Open Mic Bühne machen wollen und alle dazu einladen, ihre schlimmste Urlaubsgeschichte zu erzählen. Das Publikum entscheidet durch Applaus, wer die »schlimmste« Story erlebt hat und den Gewinner erwartet dann ein Überraschungspreis. Vorher kann ich nun leider meine Geschichte nicht erzählen. Die Alternative dazu wäre übrigens Urlaubs-Karaoke gewesen. Man bekommt ein Karussell mit fremden Urlaubsdias und muss dann eine Geschichte erfinden. Am Ende haben wir uns aber für die eigenen Geschichten entschieden.

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Ich bin der Meinung, dass man fürs Reisen nicht unbedingt viel Geld ausgeben muss. Mit Error Fares etwa lässt sich schon bei den Flügen ordentlich sparen, außerdem empfiehlt sich immer die Nebensaison, wenn man flexibel ist. Auch mit Round-the-World-Tickets kann man – so unglaublich das vielleicht klingen mag – Geld sparen. Vor Ort lässt sich mit der richtigen Wahl der Unterkunft eine Menge Geld einsparen. Gerade Airbnb oder Couchsurfing sind hierfür gute Empfehlungen. Ich persönlich komme auch oft in simplen Hotels unter, da ich außer der Schlafenszeit eh kaum Zeit dort verbringe. Umso mehr Geld hat man dann, um aufregende Dinge zu erleben! Beim Essen halte ich mich oft an die Speisen des kleinen Mannes, also gerne Street Food an simplen Ständen. Und das nicht nur, um zu sparen. Denn oft bekommt man hier das authentischste Essen und durch den Kontakt mit den Einheimischen auf Augenhöhe auch gleich noch eine ganz neue Perspektive auf das Reiseland.

Welche ist die aktuell für Dich spannendste Reise-Destination und weshalb? Für mich sind die spannendsten Destinationen immer jene, die noch ein wenig unter dem Radar fliegen. Wenig bis kein Tourismus sind immer ein Garant dafür, dass die Einheimischen noch freundlich und die Preise noch annehmbar sind. Gerade diese Länder eignen sich durch die wenig ausgetretenen Pfade perfekt, um echte Abenteuer zu erleben! Zwei Länder, die mich in letzter Zeit sehr beeindruckt haben, sind Kolumbien und Sri Lanka. In beiden Ländern kommt der Tourismus gerade erst (wieder) auf Touren und beide Destinationen haben wahnsinnig vielseitige Erlebnisse und Naturschönheiten zu bieten. Die Einheimischen sind freundlich, das Essen ist gut und vielerorts fühlt man sich fast wie der erste Besucher.

Always Connected oder Going Dark: Nimmst du den Laptop und das Handy mit, und wie oft schaltest du es an? Und macht es da einen Unterschied, ob du ‚privat‘ oder ‚geschäftlich‘ reist? Spätestens seit ich das Bloggen professionell betreibe, habe ich Laptop und Handy natürlich immer dabei. Denn die Frage, ob ich irgendwo privat oder geschäftlich bin, lässt sich heute nie eindeutig beantworten. Selbst über Länder, die ich für meine persönliche Unterhaltung besuche, möchte ich dann meistens später etwas schreiben. Und so ist es ein Muss, das technische Equipment dafür dabeizuhaben. Es ist ein Fluch und Segen zugleich. Kann ich etwa lästige Wartezeiten am Flughafen mit dem Bearbeiten von Bildern oder ersten Skizzen von Texten nutzen, fällt es durch die ewige Connectedness natürlich deutlich schwerer, sich mit Haut und Haaren auf ein Land einzulassen. Etwas, das ich in Zeiten vor dem Internet sehr zu schätzen wusste. Daher lege ich durchaus Tage für mich fest, an denen ich zwar Fotos und Notizen mache, aber mit Social Media bis zum Abend warte. Es lohnt sich wirklich, auch mit dem Kopf komplett vor Ort zu sein und nicht ständig im Kontakt mit der ganzen Welt zu stehen.

Was war Deine schönste/schlimmste/lustigste Erfahrung beim Reisen? Da ich wirklich ziemlich viel unterwegs bin, gibt es natürlich auch eine Vielzahl an Anekdoten – die Essenz meines Blogs! Ich habe etwa schon ein Tuk Tuk durch Südostasien, ein Schrottauto in die Ukraine und ein Motorrad durch Indien gesteuert. Ich bin auf einem selbstgebauten Floß in Thailand gesunken und in der Steppe Tansanias neben einem Rudel Löwen steckengeblieben. Ich habe als Wahrsager beim Burning Man Festival gearbeitet und einen Wasserbüffel in Myanmar geritten. Ein kubanischer Zugführer hat mich seinen Zug fahren lassen und ein kambodschanischer Mönch hat mich bewirtet. Und dann hat man mich mal betäubt, damit ich in einer Bar endlich mit dem Singen aufhöre! Von all meinen Reisen in 76 Länder dieser Welt überwiegen jedoch eindeutig die positiven Erinnerungen. Wir Menschen sind uns bei allen Unterschieden eben doch recht ähnlich, und die meisten von uns meinen es gut. ... S. 21


In

Travel Photos by Yu + Ma

Be-

Kunst Haus Wein Vienna, austria

Vienna, austria

tween Worlds

Vienna State Opera House Vienna, austria

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Hiroshima, Japan Snow Monkeys Nagano, Japan

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Kintai Bridge Yamaguchi, Japan

Mount Fuji Tokyo, Japan

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Puerto Rico Coastline

Old San Juan, Puerto Rico

San Juan, Puerto Rico

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Old San Juan, Puerto Rico

Old San Juan, Puerto Rico

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Old San Juan, Puerto Rico


Monument Valley Arizona, USA

Monument Valley Arizona, USA

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Yosemite California, USA

Christ of the Abyss near Key Largo Florida, USA

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Mont Saint-Michel, France

Paris, France

Mont Saint-Michel, France 20 No 61- 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE


REISE SPECIAL REISETIPP VON REISEPROFI DIETRICH: »Einfach mit dem Lineal eine gerade Linie von A nach B ziehen und loslaufen! Beim Laufen hat man eine gute Geschwindigkeit, um viel mitzubekommen – und um zu kommunizieren.«

REISEFREUNDE Angelika Schwaff Antarktis sehen und sterben Presentation 14:30-16:00 Center Court, reise-freunde.com Southtraveler Daniel Tischer CHILE - Herzensland am Ende der Welt Presentation 14:30-16:00 Center Court, southtraveler.de KOMM WIR MACHEN DAS EINFACH Bolle & Marco Eine unglaubliche Reise durch Israel. Unterwegs im Land der Gegensätze und 1000 Möglichkeiten. Presentation 14:30-16:00 Center Court, kommwirmachendaseinfach.de

MICHELBERGER HOTEL & STUDENT HOTEL Frank Uffen, Tom Michelberger, Nadine May A Matter of Perspective Talk 18:45-19:45 Culture Lab, michelbergerhotel.com/de/; thestudenthotel.com BUD & BREAKFAST Sean Roby Canna-Tourism Is A Thing Presentation 16:20-16:40 Center Court, budandbreakfast.com WELCOME BEYOND Chris & Oliver Laugsch Handpicked paradise Talk / Presentation 16:15-17:00 Culture Lab, welcomebeyond.com

Von Barbara Russ, Düsseldorf

LES BUMMMS BOYS PARTY with Les Bummms Boys Music 20:30 DockInn, lesbummmsboys.com BAYERN TOURISMUS Holger Hahn Tasting: Bayerisches Craft Bier Presentation/Workshop 19:00-20:00 Tent One, bayern.by OBERÖSTERREICH TOURISMUS Sarah Wiener, Gexi Tostmann Slow Fashion á la Vivienne Westwood Presentation 15:15-16:00 Mainstage

SONNTAG/SUNDAY 11.03.18 COCONAT - A Workation Retreat Julianne Becker Travel as Lifestyle – Rise of the Location Independent Presentation 11:30-12:00 Tent Two, coconat-space.com

ORIGINAL UNVERPACKT Milena Glimbovski Zero-Waste Travel Presentation 12:45-13:30 Mainstage, original-unverpackt.de PASSENGER X & WELTREIZE Nicole Bittger & Claudia Sittner Sabbatical: Hör auf zu träumen und trau dich! Presentation + Q&A 15:00-15:45 Tent Two, passenger-x.de/category/reisen/sabbatical/

KLEIN GLIEN ist ein brandenburger Dorf mit 75 Einwohnern. Nicht gerade eine Sehnsuchtsort. Doch seit das Coconat-Team (Community and Concentrated Work in Nature) den dortigen Gutshof für digitale Nomaden herrichten ließ, zieht es Berliner, die der Stadt überdrüssig sind, in das beschauliche Örtchen. 40 Personen können dort unterkommen, ‘Workation’ machen oder einfach mit Blick auf die Natur coworken. Einer der Gründer des Projekts ist Janosch Dietrich.

FRAUKE SCHMIDT ist, zusammen mit Christian Diener, die Mitbegründerin von Unplanned, einem Reiseveranstalter, der Reisen ins Ungewisse anbietet. Die Idee kam den Gründern als die Abstimmung über das Ziel zu einem Wochenende mit Freunden zur nervenaufreibenden Diskussion avancierte. Christian bot sich spontan an, alles im Alleingang in die Hand zu nehmen und organisierte so die erste Unplanned Reise. Seither bietet die Unplanned Moments GmbH maßgeschneiderte, außergewöhnliche Überraschungsreisen an.

Muss man fürs Reisen viel Geld ausgeben? Was sind deine Geheimtipps für bugetfreundliches, aber dennoch entspanntes Reisen? Grundsätzlich liebe ich kleine, persönliche Unterkünfte. Eine privat geführte Pension kann der großen Konkurrenz häufig das Wasser reichen und schont den Geldbeutel. Genauso mag ich es, auf dem Markt zu essen. Wirklich local, atmosphärisch und selbst in teureren Ländern wie Schweden erschwinglich. Solche Tipps geben wir unseren Unplanned-Reisenden dann auch im persönlichen Travelbook.

Welche ist die aktuell für Dich spannendste Reise-Destination und weshalb? Oh, da kann ich mich nicht entscheiden. Über Silvester war ich mal wieder in Andalusien. Da ist es das ganze Jahr klimatisch mild, unschlagbar lecker und reich an Kultur und Natur. Rumänien, Kroatien, aber auch Wales haben beeindruckende Natur zu bieten, und es gibt noch viel zu entdecken.

Always Connected oder Going Dark: Nimmst du den Laptop und das Handy mit, und wie oft schaltest du es an? Und macht es da einen Unterschied, ob du ‚privat‘ oder ‚geschäftlich‘ reist? Wir versuchen da definitiv, einen Unterschied zu machen. Als Start-upGründer gelingt uns das natürlich nicht immer. Das Handy hilft auch im Urlaub bei der Orientierung und lokale Tipps zu finden, aber privat bleibt das Laptop, wenn irgendwie möglich, daheim.

Was war Deine schönste/schlimmste/lustigste Erfahrung beim Reisen? Eine skurril-schöne Reiseerfahrung verbinde ich mit meinem Co-Founder Christian. Vor über 10 Jahren, wir waren damals schon Freunde, haben wir uns ganz zufällig in Panama auf einem abgelegenen Archipel getroffen. Einfach so und völlig überraschend nachts auf einer einsamen Straße. Und dann folgten drei ungeplante, aber sehr lustige Tage zusammen.

FOOD STUDIO Cecilie Dawes The Art of Being an Everyday Adventurer Presentation 12:00-12:45 Mainstage, foodstudio.no HOEPNER & HOPENER Paul & Hansen Hoepner Zwei um die Welt – in 80 Tagen ohne Geld Presentation 15:00-16:30 Mainstage, hoepner-hoepner. de

ELEMENTS OF FOOD Itay Novik Thoughts about Regional Food Presentation + Tasting 11:00–11:45 Culture Lab, foodelements.net LEAVING HOME FUNKTION Anne Knödler, Efy Zeniou, Johannes Fötsch Auf dem Landweg nach New York Presentation 14:00-15:00 Mainstage, leavinghomefunktion.com/de/ THE AFRICAN EMBASSY (Aussteller) Jörg Gabriel Tansania Presentation + Q&A 16:00-16:30 Tent One, joerg-gabriel.com

Muss man fürs Reisen viel Geld ausgeben? Was sind deine Geheimtipps für bugetfreundliches, aber dennoch entspanntes Reisen?

WITHOUT A PATH Joe Baur Off the beaten path travel Presentation with videos + Q&A 15:15-15:45 Center Court, withoutapath.com THE GREAT OUTDOORS Markus Sämmer The Great Outdoors Camp & Cook Presentation + cooking workshop 12:45-14:00 Culture Lab,

Ich bin immer noch ein Freund des guten alten Trampens. Da lernt man die freundlichsten Menschen kennen und das kostet rein gar nichts. Hier auf dem Dorf nimmt einen meist das erste Auto mit. Außerdem stehe ich auf Kantinen, z.B. in Berlin die 10 Stock des Rathaus Kreuzberg, da bekommt man meist gutes preiswertes Essen in Top Locations. Ansonsten sind natürlich Späti-Touren durch die nächtliche Stadt das non plus Ultra, wenn man das Straßenleben beobachten und Leute kennenlernen will, und das bei sehr günstigen Getränkepreisen.

CONFLICTFOOD Gernot Würtenberger & Salem El-Mogadeddin Conflictfood Presentation + Q&A 11:45-12:45 Culture Lab, conflictfood.de

Welche ist die aktuell für Dich spannendste Reise-Destination und weshalb?

FROMBERLINTO Luise Müller-Hofstede & Karolin Langfeldt Reality Check: Wir sind dann mal in Elternzeit Talk 12:30-13:15 Center Court,

Für mich ist die spannendste Destination die, wenn man einfach losläuft, fast egal von wo nach wo man läuft. Beim Laufen steht nichts zwischen einem selbst und den Menschen /der Natur und man hat eine gute Geschwindigkeit, um viel mitzubekommen und zu kommunizieren. Ich bin z.B. mal von Berlin nach Kassel gelaufen, ca. 350 km durch abgelegene Dörfer, über stillgelegte Bahndämme und wunderschöne Natur. Einfach mit dem Lineal eine Linie von A nach B ziehen und loslaufen! Ansonsten muss ich hier natürlich Eigenwerbung machen: Das Coconat workation retreat in Brandenburg ist einfach der perfekte Ort, um sich zu entspannen und trotzdem produktiv zu sein.

Always Connected oder Going Dark: Nimmst du den Laptop und das Handy mit, und wie oft schaltest du es an? Und macht es da einen Unterschied, ob du ‚privat‘ oder ‚geschäftlich‘ reist? Ehrlich gesagt, bin ich ein klassischer ´always connected`-Fall und habe meinen Laptop und mein Smartphone immer dabei, egal ob privat oder geschäftlich und schalte beide Geräte auch viel zu häufig an. Digital Detox ist nicht gerade eine Charakterstärke von mir. Ich müsste z.B. einfach mal eine Alpenüberquerung zu Fuß machen, da würde ich meinen Laptop dann auch bestimmt mal zuhause lassen, aber sorry, irgendwie liebe ich es auch, auf Reisen zu arbeiten.

Was war Deine schönste/schlimmste/lustigste Erfahrung beim Reisen? Ich bin sehr viel gereist in meinem Leben, oft monatelang, daher ist es natürlich sehr schwierig da eine Erfahrung herauszupicken. Meist bin ich mit irgendeinem Projekt im Gepäck unterwegs gewesen und habe z.B. reisende Filmfestivals organisiert. Die schönsten Erfahrungen waren dabei mit anderen Menschen zusammen Träume Wirklichkeit werden zu lassen und z.B. in einem abgelegenen peruanischen Bergdorf in den Anden auf einer großen Leinwand Kino zu machen. Faustformel: Desto absurder die Idee, umso größer das anschließende Glücksgefühl.

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the-great-outdoors.de

THE FAMILY WITHOUT BORDERS From a baby to the biggest family travel blog in Europe Family Presentation 11:45-12:30 Center Court, thefami-

lywithoutborders.com

fromberlinto.com

CYBEX (AUSSTELLER) Ines Dietrich Reisen mit Kindern – die perfekten Begleiter! Workshop 11:45-12:15 Tent One, cybex-online.com Jörg Nicht Streetphotography – Wie man an fremden Orten Fotos macht Presentation 13:45-14:45 Tent One, joergnicht.com 3DZIECIAKI2PLECAKI Barbara Grzegorzewska How to pack your kids and travel wild Presentation 13:15-14:00 Center Court, 3dzieciaki2plecaki.pl YOLO REISEN Katrin Hübler Wohin geht die Reise? Immer ins Herz! Presentation 16:00-16:30 Tent One, yolo-reisen.de CAMP BREAKOUT Maike Engel Digital Detox Presentation 12:00-12:30 Tent Two, camp-breakout.com LANGBRETT & ARBO SURFBOARD Shape your own Surfboard Workshop full 3 days Workshop Surfboard, langbrett.com; facebook.com/arbosurf/ FOODBOOM Hannes Arendholz Dänemark ist mehr als Hot Dog und Legoland Presentation 15:00-15:30 Culture Lab, foodboom.de GOLDEN RIDE Nele Wiese Surf Yoga – O’Neill GSW Workshop 11:3013:00 Athletic Ground, girlssurfworkout.com FLYRUS FLIEGENFISCHEN Ole Rogowski Fliegenfischen-Schnupperkurs Workshop 15:00-16:00 Tent Two, fliegenfischen-berlin.de, 16:15-17:15 17:30-18:30 SIR HOTELS Laura Nolte, Tobias Tanner, Ivo von Renner, Jackson Romijn Curating Transformative Moments Talk 15:45-16:30 Culture Lab, sirhotels.com

BOOK A STREET ARTIST Mario Rueda & Charlotte Specht Exploring the world through (Street) Art Presentation 17:00-17:45 Culture Lab, bookastreetartist. com Little City Valeria Mella & Adrian Rüedl 1) Traumberuf Reiseblogger 2) Kamera Hacks auf Reisen Presentation 16:30-17:30 Center Court , littlecity.ch


GOURMET

ENDLICH MAL EIN … GUTER INDER

D Text und Bilder Von Eva Biringer

IE SUCHE NACH einem guten Inder ist ein Langzeitprojekt. Dort, wo ich es am wenigsten vermutet hätte, wurde ich fündig: in Bangkok. Aktuell steht Gaggan auf Platz 7 der 50 besten Restaurants der Welt, als bestes in Asien. Wer hier riesige Bhaturas und Lammcurry erwartet, wird enttäuscht. Anand führt die wunderbar aromenreiche, aber oftmals auch unsubtile Küche seiner Heimat auf ein beachtliches Niveau. Sein Curry ist eine auf den Punkt gegarte Jakobsmuschel und die zwei Öle »Sex« und »Make Love« – Molekularküche, wie er es bei Ferran Adrià gelernt hat. Weil der erklärte Musikliebhaber immer wieder passende Songs zu seinen Gerichten spielt, erklingt Seals »Kiss from a Rose« zur Rote-Bete-Praline und »Lick it up« von Kiss zu einem Teller mit Erbsen, dehydrierten Pilzen und Trüffeln, der ohne Besteck serviert wird. Günstiger auf ähnlich hohem Niveau isst es sich im Haus gegenüber. Bei »Gaa« kocht Garima Arora ambitioniertes indisches Soulfood. Vierzehn Gänge beinhaltet das Tasting Menu, darunter kalte Mango-Kürbissuppe, Tofu mit gegrillten Senfblättern und ofenwarmes Brot, gefüllt mit karamellisierten Zwiebeln. Zum Nachtisch gibt es verbrannte Kokoseiscreme mit Röstzwiebeln. Sommelier Vladimir Kojic umsorgt einen mit Naturweinen aus aller Welt, darunter dem burgenländischen Gut Oggau und dem Steirer Franz Strohmeier. Kojic wird übrigens dieses Jahr seine eigene Naturweinbar namens »Wet« eröffnen, noch ein Grund, bald wiederzukommen. 22 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

Oben: Ein Blick in die Küche des Restaurants »Sühring«. Mitten in Bangkok servieren zwei Berliner exzellente deutsche Küche. Unten: In der Kyobar ist Optik alles.


GOURMET

Street Food gibt es an jeder Ecke. Vorsicht vor dem thailändischen Schärfeempfinden! Das Gegenteil von wet ist trocken, trocken wie die allgegenwärtigen Klimaanlagen. Früher oder später findet man sich damit ab, dass sich in Bangkok ein Großteil des Lebens in Malls abspielt. Den besten Kaffee der Stadt gibt es im Siam Discovery Center bei »Brave Roasters«. Es lohnt sich, dort über die verlockende Kuchenauswahl hinwegzusehen und stattdessen in der »Kyobar« im Siam Paragon sämtliche Zuckerabstinenzvorsätze über Bord zu werfen. Im Stil eines japanischen OmakaseRestaurants serviert Dej Kewkacha ausschließlich Desserts, zum Beispiel mit Milchrisotto gefüllte Ravioli oder Sesam-Matcha-Eis. Nur wenige Schritte weiter setzt sich das Japanerlebnis fort. Dem Namen entsprechend, gibt es bei Teraoka Gyoza Teigtaschen in allen möglichen Varianten. Klarer Favorit sind jene mit Schmelzkäse und Mayonnaise, für die deren Erfinder Teraoka Yuichi den Titel Gyoza-Champion erhielt. Auch abseits großer Namen gilt Thailands Hauptstadt als Food-Paradies. Ein paar tausend Bhat in der Tasche und ein normal stabiler Magen reichen aus. Einen sanften Einstieg bietet die Gourmetabteilung im Einkaufszentrum Central Embassy. Im Stil einer Markthalle haben sich die einzelnen Stände auf einzelne Gerichte spezialisiert, von Teigtaschen bis Eistee mit Tapiokaperlen. Leider gleicht die Atmosphäre einer Karstadt-GourmetAbteilung, deswegen raus aus der Mall und hinein in das echte Bangkok. Das übliche Touristenprogramm schenken wir uns mit Ausnahme eines Aperitifs auf der stimmungsvollen Terrasse des Shangri-La Hotels. Besonders schön ist es dort in der Abenddämmerung, mit Blick auf den Fluss und jene Boote, in denen die echten Touristen sitzen. Ein guter Ort für einen einfachen Lunch ist »Krua Apsorn«. Praktischerweise ist die Speisekarte zweisprachig und mit Fotos illustriert. Besondere Empfehlung: das Krabbenfleischomelette. Das gibt es auch bei »Khua Kling Pak Sod«, einem Restaurant mit authentischen Spezialitäten aus dem Süden des Landes. Alles, was aus Orathai Muangkaews Küche kommt, deren Kosename Panud Tante bedeutet, basiert auf Familienrezepten. Nirgends schmeckt das Nationalgericht Pad Thai besser als hier, gleiches gilt für den allgegenwärtigen Kokosklebreis und die Garnelensuppe Tom Yam Gung. Dazu trinkt man frischen Kokosnusssaft. Ähnlich simpel, aber mit mehr Spaß verbunden ist ein später Besuch bei »Noi Seafood«. Draußen tobt der Nachtmarkt, drinnen stapeln sich die Krustentierschalen. Man sitzt auf niedrigen Plastikstühlen und trinkt lokales Leo-Bier. Einige der Gerichte sind wirklich scharf – sagen wir Stufe 3 auf der thailändischen Skala von 1 bis 10. Auch nach Mitternacht sind alle Plätze belegt. Sollte es nicht zu spät sein, – viele Bars schließen um 3 Uhr – lohnt sich ein Absacker bei »Small’s«. Inhaber ist ein New Yorker Fotograf, entsprechend ambitioniert ist das Interior Design. Sollte jemand allen Erwartungen zum Trotz schon wieder hungrig sein: Die Cheese Fries sind verboten gut. Verboten lang ist inzwischen die Warteliste bei Supinya Junsuta. Nach dem die 72–Jährige vergangenes Jahr als erstes Street-Food-

-Restaurant der Welt mit einem MichelinStern-ausgezeichnet wurde, hat sie täglich mit Instagram-StoryHeinis und Selfiestick-Idioten zu tun. Kein Wunder, dass sie ihren Stern am liebsten wieder abgeben würde. Stattdessen hat sie die Preise erhöht, bei Raan Jay Fai ist man schnell bei vierzig Dollar, in Street-FoodKategorien ein Vermögen. Außerdem wartet man zwei Stunden aufs Essen, vorausgesetzt man hat vorher einen Tisch reserviert. Aber es lohnt sich. Das Nudelgericht Phad-kee-mao Talay lässt einen all diese kleinen quadratischen IstantNudel-Packungen instantly vergessen, das gelbe Crab Curry ist alles andere als crap und die Seafood-Suppe Tomyum Goong sogar noch instagramable. Die Köchin in Gummistiefeln und Schurkenmaske, die übrigens jeden Handgriff selbst ausführt, sowieso. Aber wer wären wir denn, hier Selfies zu machen! Auf ganz andere Art fotogen ist das Restaurant »Sühring«. Dessen Besitzer stammen aus Berlin, folglich kommt bei ihnen Currywurst auf den Tisch und ein deutsches Abendbrot. Schauplatz dieses Kulturschocks der angenehmen Art ist eine ehemalige Diplomatenvilla, umgeben von einem verwunschenen Garten. Das Degustationsmenü umfasst Berliner Pfannkuchen genauso wie Käsespätzle mit Wintertrüffeln und eine dekonstruierte Schwarzwälder Kirsch. Die Weinbegleitung mit dem Fokus auf Deutschland und Österreich ist ein Ereignis für sich. Wer hätte gedacht, dass man in Thailands Hauptstadt nicht nur den besten Inder außerhalb Indiens findet, sondern auch die beste deutsche Küche außerhalb Europas.

Im Uhrzeigersinn: Thailands Nationalgericht Tom Yam Gung; einer von dreißig Gängen bei Gaggan Anand; ebendort wird mit »Liebe« und »Sex« gewürzt; manche Touristen kommen wegen der Tempel nach Bangkok


TO-GO BOUTIQUE

REISE

by Kelley Frank

ThE kIDS ARE ALRIGhT

Straßenbahn zur Freundlichkeit Unser Autor ist Wiener und verbrachte im Winter zwei Tage in der

keep Busy Develop your child’s motor skills while inspiring creativity on long plane rides. Let them use 12 of the extra thick, 6,25mm leaded pencils for purple clouds, blue trees and red grass. Ergonomically designed with a triangular shape, Lamy’s creation tools fit in the tiniest of hands. Lamy is a family-owned pioneer of fine writing instruments. And there is no need to worry about hands covered in mystery moisture. The matte surface allows for a firm grip and can withstand extreme pressure, allowing your child to embolden lines, and ideas.

portugiesischen Hauptstadt. Dabei erkannte er, warum Lissabon entgegen der allgemeinen Einschätzung kein Wien des Südens ist – zum Glück.

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keep Moving Being a parent is no longer boring. Safety, design and functionality collide for a high fashion and rebellious design. In collaboration with Anna K, Cybex showcases her exclusive Space Rocket collection. The solar system and galaxies adorn this pram to keep everyone on the street entertained in it’s wonder. Weighing only 8.7 kilos with a built 3-in-1 travel system, it’s the ultimate baby, or toddler trolley for any holiday. A head cushion, comfort inlay and sun canopy protect your young from in every climate. Cybex x Anna K Mios 749,95 Euro

keep Up This passport cover works the opposite way of most camouflage. For centuries, people have been disguising themselves to blend in with their environments. In modern times camouflage has been used by the military to blend in behind enemy lines. But designers have hijacked it and once again turned function into fashion. Never lose your little one’s passport again in this bright and bold blue uniform. Deerskin exterior and calf leather interior ensure that you’ll never want to put it down. Two interior pockets allow for dual functionality —serving not only as a passport holder but also a boarding pass carrier. Smythson Soft deerskin 235 Euro

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MANCHE VERGLEICHEN LISSABON mit Wien, weil die Melancholie des Fado etwas Morbides an sich habe wie das Wienerlied, wegen der prachtvollen Architektur und der Aura des Vergangenen. Wer im Februar aus Wien nach Lissabon kommt, kann diesen Vergleich nur beglückt weglachen. Bei nahezu blauem Himmel auf einem »Mirador« genannten Aussichtspunkt über dem Tejo friedlichst den Sonnenuntergang betrachten und einer immer größer werdenden Gruppe jammender Musiker lauschen – so eine Session wäre an Wiens Donauufer im Winter ausgeschlossen und liefe im Sommer hipper, hektischer ab. Dann schon eher San Francisco, aus zwei Gründen: Eine der beiden Brücken, die in Lissabon über den in der Nähe der Atlantikmündung schon beeindruckend breiten Tejo führt, sieht der Golden Gate Bridge zum Verwechseln ähnlich. Und es gibt sie auch hier, die legendären Straßenbahnen. Lissabons Cable Cars sind freilich meist entweder so überfüllt, dass der Fahrer einen nicht mehr einsteigen lässt, oder durchaus moderne Garnituren ohne Vintage-Charme. Auch die darf man jedoch getrost nehmen, um am Nordufer des Tejo etwa aus den Altstadtbezirken Alfama, Bairro Alto und Baixa nach Belém zu gelangen. 24 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE


REISE Erstere sind für Reisende wie geschaffen zum Flanieren, zum Staunen, weil an jeder Ecke einer engen, gepflasterten Straße ein neues, perfekt komponiert scheinendes Idyll aus blumengeschmückten Balkonen, Kaffeehaustischen und behangenen Wäscheleinen wartet. In diesen Bezirken sind auch alle Wege zu Fuß zu bewältigen, wobei sich zwischendurch kleine Stopps für ein simples, doch köstliches Fleischsandwich namens »prego« und ein kleines Bier empfehlen (oder für ein großes – im Supermarkt verkaufen sie die portugiesischen Marken Sagres und Superbock in Literflaschen). Belém dagegen versammelt einen Großteil des Touri-Pflichtprogramms: den Torre de Belém, das Entdeckerdenkmal, das aussieht, als würden die berühmten portugiesischen Seefahrer alle einen Schiffsbug erklettern, und vor allem das weitläufige Hieronymuskloster,UNESCO-Weltkulturerbe. Nicht zu vergessen, bevor man die Straßenbahn zurück ins Zentrum besteigt: Pastéis de Belém. Man kommt hierher keineswegs wegen der Atmosphäre – es herrscht Touristenabfertigung im Akkord–, sondern weil die »pastéis de nata« hier frisch aus dem Ofen kommen und noch warm sind. Die regionaltypischen Blätterteigtörtchen mit Sahnepudding gibt es zwar auch an den meisten Hotelfrühstücksbuffets, aber kaum irgendwo zergehen sie einem so auf der Zunge wie in diesem so traditionsreichen wie verfallenem Café. (Freundlich sind die Kellner hier übrigens trotz aller Hektik – ein weiterer Grund, warum der Wien-Vergleich nicht zieht.) Vor dem endgültigen Wiedereintauchen in der verträumten Nostalgie der altstädtischen Gegend um das Nationaltheater lohnt es sich, bei halber Strecke aus der Straßenbahn auszusteigen und zu merken: Lissabon kann auch Industrial Hipster-Chic. Auf einem alten Fabriksgelände im Bezirk Alcantâra hat sich vor wenigen Jahren ein neues Kulturzentrum entwickelt. Designershops, Cafés, Restaurants, sogar ein sich überaus einladend präsentierendes Zentrum für Psychotherapie: Überall könnten hier bärtige HipsterBaristas sorgfältig Kaffeepulver abwiegen (und tun es teilweise). Ja, etwas in der Art dieser LX Factory findet sich heutzutage am Rande fast jeder modernen Stadt der westlichen Welt. Und doch lädt dieser Ort zum Verweilen ein.

Foto © Malcolm Arouza

Foto © Bastian K.

Insbesondere ist die Buchhandlung Ler Devagar empfehlenswert, die natürlich auch ein Café beherbergt. Die Bücherregale wachsen hier in schwindelerregende Höhen. Wie ein Zeppelin mitten im Raum schwebt eine architektonische Insel, auf der ein alter Mann inmitten seiner schrulligen Erfindungen, man möchte fast sagen, zu wohnen scheint. Sobald Pietro Proserpio Neuankömmlinge entdeckt, gibt er ihnen ungefragt eine Führung durch seine Welt. Das Englisch des gebürtigen Italieners ist schwer zu verstehen, aber es lohnt sich, genau hinzuhören, da die mechanischen Konstruktionen dadurch eine eigenwillige, aber schlüssige Bedeutung erlangen. Zurück im Osten der Stadt, in Alfama, gibt es eine weitere Buchhandlung zu entdecken, diesmal aus praktischen Gründen: Die 25 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

winzige, zweistöckige Fabula Urbis bietet im oberen Stockwerk kleine Ausstellungen und im unteren eine feine Auswahl portugiesischer Literatur in Sprachen wie Deutsch oder Englisch. Der Besitzer, ebenfalls ein älterer Herr, sagt: »Do not trust the guidebooks.« Dennoch sei sein Geschäft empfohlen, zumal in einem Nicht-Guidebook empfohlen. Er sagt auch: »Lobo Antunes does not care about anything«. Trotzdem sei zum Kauf eines der Romane des großen portugiesischen Autors Antonio Lobo Antunes geraten, um dann zum nächsten Mirador emporzuklettern und dem nächsten Sonnenuntergang entgegenzulesen.

Foto © Paolo Piaggi

Von Martin Thomas Pesl, Wein

Foto © Edu Bayón


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MODE

DAS MAß DER DINGE... ...ist für die Macher von Monokel Berlin nichts als ein bedingungsloser Anspruch an Qualität. Mit Leidenschaft und Liebe zum Produkt gelingt ihnen damit etwas, was in einer von Neuerungssucht getriebenen Modebranche nur die wenigsten vermögen: Kleidung zu kreieren, die nachhält.

»Die Faszination für das Produkt und das Handwerk hat uns von Anfang an verbunden.«

Philipp Wyss

Alexander Davaroukas

Bilal Taher

Selcuk Cetinel

Florian Luther

Mitgründer und Made-to-Measure Experte bei Monokel Berlin, kommt ursprünglich aus Zürich, hat in Berlin Design studiert und währenddessen gegründet. Absoluter Verfechter des ungefütterten Anzuges, d.h. ohne Schulterpolster und Einlage. Seinen Stil kann man als sportlich modern und trotzdem bequem bezeichnen.

Mitgründer und Made-to-Measure Experte bei Monokel Berlin. Ist nach der Schule aus England nach Berlin gezogen und hat seit dem in den Bereichen Möbel Design und Mode gearbeitet. Besitzt keine einzige Jogginghose.

Mitgründer, hat BWL studiert und war danach ein paar Jahre in der StartUp-Szene unterwegs. Trägt gerne klassische Anzüge, kombiniert diese aber auch mal gerne casual mit einem Paar Sneaker. Sein größter Stolz ist ein Monokel Berlin »Jogging Anzug«.

Made-to-Measure Experte bei Monokel Berlin und seit 2017 an Bord. Hat Modemanagement studiert und auch wertvolle Erfahrung in der Modebranche gesammelt. Besitzt auch mehrere Jogginghosen.

Made-to-Measure Experte bei Monokel Berlin. Studierter Modedesigner und gelernter Herrenschneider. Seit Oktober 2015 Teil des Teams. Trägt gerne weiße Socken zum Anzug.

Dabei könnte es so einfach sein. Weniger Quantität, mehr Qualität. Weniger Uniformität, mehr Individualität – so lautet die Erfolgsformel der Maßkonfektionäre von Monokel Berlin, die in ihren Produkten traditionelles Handwerk mit den Ansprüchen des kontemporären Gentleman vereinen. Unsere Autorin Vanessa Pecherski bat einen der Gründer, Alexander Davaroukas, zum Interview.

Alexander, welche drei Attribute kommen dir beim Begriff Maßanzug als erstes in den Sinn? Warum sollte jeder Mann einen besitzen? Ganz klar: Tragegefühl, Langlebigkeit und Ausdruck. Der Fit sorgt für die individuell perfekte Passform, was ein angenehmes und natürliches Tragegefühl evoziert

und unsere Qualität sowohl in den Stoffen als auch in der Verarbeitung, sorgt für die nötige Langlebigkeit. Look und Ästhetik eines maßgeschneiderten Anzuges, der auf Proportion und Körper zugeschnitten ist, verleiht dem Träger ganz unterbewusst Form und schafft Ausdruck. In einem Straßenbild, das stark von Unverbindlichkeit geprägt ist, die sich irgendwo zwischen 90s-Referenzen, Sports- und Streetwear einpendelt, wirkt der gepflegte Maßanzug heute durchaus etwas ungewöhnlich, oder? Der Anzug soll niemanden uniformieren. Er soll der Person schmeicheln, den Charakter unterstreichen und zum Ausdruck bringen. Wir assoziieren einen Maßanzug nicht zwingend mit einem klassischen dreiteiligen Nadelstreifen-Anzug. Diese Art von Anzug sieht man in der Tat sehr selten auf der Straße. Genau das ist aber unser erklärtes Ziel; den Maßanzug wieder stärker in den Alltag zu integrieren. Zweifelsohne eine Herausforderung... Durchaus. Die Anforderung ist, den ‚neuen’ Anzug dieser neuen Unverbindlichkeit anzupassen. Das heißt für den Look: reduziert und zurückgenommen, nicht aufdringlich. Sportlich, locker mit der gewissen Klarheit in der Formgebung. Wir entwerfen unsere Kundenaufträge 28 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

so, dass die Ergebnisse nicht nur ein Teil der Garderobe werden, sondern sich nahtlos integrieren und durchaus auch kombinierbar zu Streetwear-Komponenten sind. Monokel Berlin definiert sich stark über das Produkt. Wie erfährt der Kunde über die bloße Optik hinaus von den Vorzügen? Ganz einfach: Beratung und Erlebnis. Der Austausch im Gespräch mit den Kunden und das Erleben vor Ort spielen eine übergeordnete Rolle – daher haben wir eine stationäre Notwendigkeit. Im Gespräch vermitteln wir unserem Kunden Kenntnisse über Verarbeitung, Qualitäten und das Verhalten des Anzuges. Ihm wird die Vision näher gebracht und er kann die Haptik und das Tragegefühl bei uns im Store erleben. Beratungskompetenz etabliert sich in Zeiten von OnlineKonsum zunehmend als wichtigste Währung in der Gunst um den Kunden... Wir beraten den Kunden, wir verkaufen nicht. Wir müssen ihn aufklären und ihn schulen, damit wir ihm eine optimale Auswahl ermöglichen können. Dabei ist die Rhetorik, die Empathie und die Erfahrung unserer Mitarbeiter entscheidend. …


MODE

Den Maßanzug wieder stärker in den Alltag zu integrieren – das ist das erklärte Ziel von Monokel Berlin. Zum Angebot gehören neben Anzügen, auch Hemden, Mäntel, Chinos und Accessoires.

Traditionsbewusst und zeitgemäß zugleich: die Maßkonfektion von Monokel Berlin ist gemacht für den modernen Gentleman.

Wer sind eure Kunden und worauf legen sie wert? Schwierige Frage. Unser Kundenstamm ist nämlich sehr divers – das ist ein Element, das unser Gewerbe auszeichnet. Es ist vielmehr die Grundhaltung, die alle miteinander verbindet: Ein hoher Anspruch an Ästhetik und Qualität sowie die persönliche Beziehung zu uns. Warum verschreibt sich ein junges Team wie Ihr eigentlich ausgerechnet dem Maßanzug? Ich bin wahrscheinlich alt geboren. (lacht) Das Interesse war tatsächlich seit jeher da. Ich erinnere mich an den Taschenschuhlöffel meines Großvaters oder auch an seine Hüte – die Qualität und Details der Produkte waren herausragend; echtes Handwerk, das heutzutage immer rarer wird. Als ich dann eine Zeit lang in England gelebt habe, hat sich meine Leidenschaft für diese Dinge manifestiert. Das gilt auch für den Rest des Teams: Die Faszination für das Produkt und das Handwerk hat uns von Anfang an verbunden. Was zeichnet Monokel Berlin darüber hinaus aus? Passform und Verarbeitung sind uns extrem wichtig. Aber erst eine exzellente Arbeit in allen Aspekten – von Beratung über Stil, Vermessung, Schnitt, Stoff und Produktion – ergibt eine hohe Qualität im Endprodukt. Eine Vermessung für einen Maßanzug kann durchaus mal bis zu eine Stunde Arbeit in Anspruch nehmen. Ein Anspruch, der sich sicher auch auf die Qualitäten überträgt. Wir verwenden für unsere Maß-Produkte ausschließlich hochwertigste Stoffe aus namhaften italienischen und englischen Webereien. Für das Endprodukt ist uns außerdem die Auswahl unserer Partnerbetriebe immens wichtig. Eine ähnliche Philosophie, Faszination und De-

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tailliebe für das Produkt und eine sich gegenseitig unterstützende und langfristige Geschäftsbeziehung sind dabei ausschlaggebend.

Momentan keimt bei der gesellschaftlichen Elite eine Art ‚neue Bescheidenheit’ auf, wenn es um das Thema Konsum geht. Ist ‚weniger und gezielt kaufen’ der richtige Weg, um der Übersättigung und dem Tempo der Branche zu entkommen? Es ist gewiss ein Trend, der in den letzten Jahren präsenter wird. Wir spüren diese Entwicklung durch die Bank weg bei vielen unserer Kunden. Hin zu Qualität, weg von Quantität. Oder wie Vivienne Westwood sagen würde: »Buy less, choose well, make it last«. Prinzipiell ist das die Essenz unseres Geschäftsmodells.

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Fußnote: Monokel Berlin ist Maßkonfektionär der neuen Generation. Im Oktober 2014 von Alexander Davaroukas, Philipp Wyss und Bilal Taher gegründet, folgte im Januar 2015 die Eröffnung des ersten Stores in Berlin und 2016 in Riga. Der Name Monokel wurde übrigens ursprünglich von einem Foto von Helmut Newton inspiriert und die Stadt Berlin ist ein Bestandteil der Identität. Das wichtigste Ziel des achtköpfigen Teams ist gesundes und nachhaltiges Wachstum. Unter dieser Prämisse wurde Mitte Februar eine Linie aus individualangefertigten rahmengenähten Schuhen aus europäischem Leder lanciert. [www.monokelberlin.de]

Text Von Vanessa Pecherski Bilder Sebastian Donath 29 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

Tickets: 030 890023 www.schaubuehne.de


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ARROGANT BASTARD by D. Strauss

Nils Frahm »All Melody« 12 Tracks Staff Track: »A Place«

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Franz Ferdinand »Always Ascending« 10 Tracks Staff Track: »Lazy Boy«

MITTWOCH

Børns »Blue Madonna« 12 Tracks Staff Track: »God Save Our Young Blood (feat. Lana Del Ray) «

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Kendrick Lamar »Black Panther« 14 Tracks Staff Track: »Pray For Me feat. The Weeknd«

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Ghostface Killah & Apollo Brown »The Brown Tape« 11 Tracks Staff Track: »Rise of the Black Suits«

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MGMT »Little Dark Age« 10 Tracks Staff Track: »Little Dark Age«

SONNTAG

Till Brönner & Dieter Ilg »Nightfall« 11 Tracks Staff Track: »The Fifth of Beethoven«

YOU’VE NO DOUBT been trawling through this very solid issue of TRAFFIC publication, glancing at the potential for self-actualization that exotic destinations can provide – the sandy beaches, the garlic, the anonymous sex that turns out to be with someone who lives in the building next door to you in your home city that you never see again, because we move to the cities for glory and end up anonymous, unknown pebbles on God’s sparkling golf course. If you’re an expat in Germany, then you’re already familiar with the cycle of excited tourists going native, shirtless at a Dandy Diary party except for black sneakers, only to return home, tail between legs and nose cleared of 3% cocaine powder, in order to complete their macroeconomic graduate degrees as if nothing had transpired. The numbers don’t lie: You can run from your various selves, but you can’t hide. But we all try, traipsing off somewhere else at some point and thinking that that’s going to change things any more than that Heisenberg hat purchased during the heights of Breaking Bad fever would back during the utopian, upward-sloping days of 2011. Last month, I made a return pilgrimage to New York City, in the hope of regressing toward the more fertile state of being I had once inhabited, at least in my memory. After all, why go forward into a brick wall when you can back up into a deep ditch? At least falling is motion. Naturally, I took my family along with me, for what is a greater inspiration toward the embedding into a foreign culture than the responsibilities of home? Parking my family in a hastily arranged Airbnb on the outskirts of Bushwick, Brooklyn (an area which might be defined as parking lot centered around $35 pizza and, if you venture inland far enough, a Supreme outlet), I soon realized, that if one’s home space is a reflection of one’s inner life, and if one can never truly leave the confines of one’s own head, then we were communing inside the living consciousness of a Phishhead willing to sleep on the street for a week in order to afford the occasional $35 pizza. Airbnb has diligently worked to destroy countless cities by turning residences into bland attic hotels, but staying in an Airbnb that reflects the original spirit of the site – someone’s actual home – is the weaker experience, as it re30 No 61 - 2018 TRAFFICNEWSTOGO.DE

sembles being a statute in the world’s dullest museum, where one only has enough space of movement to occasionally lunge toward one’s infant as s/he attempts to destroy objects of value left aberrantly lying around. Those objects would include colorful knives, and toilet cleaner in the shape of Gummi Bears. But the point is to leave the apartment, one might say. After all, New York has only diversified in its range of high-price, minimally pleasurable experience since September 11, 2001, an event which cause a real estate explosion with greater reach than the one that hit the Twin Towers. I must say I misjudged, assuming at any $200 a night studio space must be in a section of town that was, at the very least, approaching aspirationality. This would be true depending on how much one desired fruit straight off the cart, or shit straight from the street. At least fruit is mostly healthy, even if it is also mostly sugar. Have you noticed that the most heavily praised up-and-coming sections of Berlin primarily consist of large screen televisions and gambling windows, or awkwardly large water pipes nestled between plastic cushions resembling bunt cake? Well, despite Airbnb’s protests, there are parts of New York also untouched by the decadent desire toward improvement, consisting mostly of chain drug stores, tray table cafeterias and slowly disintegrating gas stations. Fortunately, overpriced consumerism was but a few stops away on a subway so poorly controlled even my toddler could jump the turnstiles. Sadly, the child drew so much pleasure in it that she then jumped back, into her mother’s arms and, eventually, into any nearby puddle of blood. We were stuck wandering the dull streets a block at a time, searching for the small victory that an errant craft beer warming in a bodega window might bring. So, let this be a lesson to travelers: there is a world out there, but there is no certainty that you shall witness it. Nor certainty that you should.

Footnote: D. Strauss hosts The Network Awesome Show and has written for Ex-Berliner, The Village Voice, The Guardian, and Artforum, among myriad others. He currently resides in Berlin.


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