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Ausgabe 4 · 35. Jahrgang Winter 2020/21 · 7,00 

TAUNUS · RHEINGAU · WIESBADEN · ASCHAFFENBURG · DARMSTADT

travel PRUNKVOLLE ZEITREISE

Die schönsten

Schlösser

business

Die Zukunft

LEOGANG

Alpenromantik

der Banken

mit Adrenalinkick

gourmet DAS GEHEIMNIS DES SAUERTEIGS

Brotzeit KOLUMNE JÜRGEN DOLLASE

Die Ente

in Wiesbaden panorama

LIVING AT HOME

EIN WUNDERBARES HAUS

Jüdisches Museum ZU BESUCH BEI DER LÄNDERSAMMLERIN

Nina Sedano 

    

people

Die neue Wohnkultur QUALITY TIME

Mach’s Dir gemütlich WINTER GLAM

Kaschmir, Couture & Co.

Oliver & Ossy Hoppe · Tony Lakatos · Philip Holzer


DEFINING STYLE

B DIMENSION COLLECTION SOPHISTICATION IN SIMPLICITY

Frankfurt • Kaiserstraße 1 • bucherer.com


Zu

en

editorial

i h na c h e t W

gibt’s eins auf die Glocke!

Liebe Leserinnen und Leser, „je kaputter die Welt draußen, desto heiler muss sie Zuhause sein“ – dieses Zitat von Musiker-Legende Reinhard Mey war vielleicht nie so passend wie in diesem turbulenten Jahr. Wir wurden in den letzten Monaten vor so einige Herausforderungen gestellt und konnten gleichzeitig bestaunen, wie viele kreative Lösungen daraus hervorgegangen sind. Das Abstandhalten hat uns näher zusammengerückt und uns gezeigt: Jede Krise birgt auch eine Chance.

Wer es lieber ländlich und romantisch mag, den laden die schönsten Schlösser und Burgen Deutschlands zum Träumen ein. Von der imposanten Burg Eltz über Schloss Wilhelmshöhe bis hin zur ritterlichen Festung von Schloss Berlepsch – lassen Sie sich von der magischen Ausstrahlung und Historie dieser Prachtbauten verzaubern! Auch das neue Jüdische Museum hat uns verzaubert. Nach fünf Jahren Umbauzeit eröffnete das renovierte Rothschild-Palais mit lichtdurchflutetem Neubau seine Pforten. Journalist Peter Lückemeier ging für uns auf Entdeckungstour. Sein Resümee: Ein kleines Wunder ist zu besichtigen, eine Mus eumss ensation, ein weite rer Anziehungspunkt in der Frankfurter Kulturlandschaft. Anziehungspunkte sind auch die Events von Bernd Breiter. Zumindest, wenn sie stattfinden. 180.000 Besucher zählte er

B ud Spe nce r THe LegeNd

Sing le Malt Whisky bei seinem letzten „World Club Dome“ im Frankfurter Stadtwald und brachte 2019 gar den ersten Club ins All. Wir haben ihn zurück auf die Erde geholt und an den heimischen Herd gebeten. Dabei bewies er, dass er mit Gefühl und Intuition nicht nur Festivals der Sonderklasse, sondern auch ein exquisites Menü kreieren kann. Zu Quality-Time gehört einfach gutes Essen, wie ein frisches, duftendes Brot. Wo das Bäckerhandwerk noch Tradition lebt, bilden sich regelmäßig lange Schlangen. Vorbei sind die Zeiten von Fertig-Aufbackbrötchen von der Stange. Wir stellen Ihnen Frankfurts Top-Bäckereien vor. Außerdem präsentieren wir eine Reihe von Rezepten rund ums Brot, ganz einfach zum zu Hause Nachmachen und Genießen. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich von unserer breiten Themenvielfalt inspirieren. Ganz unbeschwert und sorgenlos. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre und eine wunderschöne, kuschelige Winterzeit.

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Bei St. Kilian Distillers kreieren wir absolute Premium Whiskys für ein globales Publikum. Für unseren Bud Spencer haben wir edle Bourbon Fässer aus den USA mit italienischen Amarone Rotwein Fassnoten kombiniert. Selbstverständlich in bewährter St. Kilian „Made in Germany“ Spitzenqualität.

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© 2020 Bud Spencer Official / Plattfuss Vertriebs GmbH. All rights reserved. Licensed by BAVARIA SONOR LICENSING. © Renato Casaro

Jetzt, wo die Tage winterlich sind, machen wir es uns Zuhause gemütlich und ziehen uns gemeinsam in die Heimeligkeit zurück. Dieser Trend wird „Social Cocooning“ genannt. Wir sind dem Phänomen auf den Grund gegangen und haben mit renommierten Architekten und Inneneinrichtern über Trends und neue Wohnkonzepte gesprochen. Ein exklusiver Blick in die Penthouse-Wohnungen des Grand Tower – des höchsten Wohngebäudes Deutschlands – darf dabei nicht fehlen.


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ZUHAUSE IST ES AM SCHÖNSTEN. Die Eigentumswohnungen des Projekts Marie im Frankfurter Nordend sind gleichermaßen Wohlfühlort, Refugium und Lebensmittelpunkt. Repräsentative Architektur 3–6 Zimmer Deckenhöhen teilweise bis ca. 4 m KfW-55 Energieeffizienzhaus Aufzug und Tiefgarage Bezugsfrei Ende 2021 Besuchen Sie jetzt unsere Musterwohnungen. marie-frankfurt.de


Seit 1986 produzieren wir Polstermöbel im familieneigenen Betrieb. Mit dieser Erfahrung fertigen wir langlebige Boxspringbetten, die sich individuell gestalten lassen. Lernen Sie zum Beispiel das Aurea kennen – den Testsieger der Stiftung Warentest (test 09/2016). Es ist atmungsaktiv und ökologisch nachhaltig aus zertifizierten europäischen Materialien handgefertigt.


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Winter 2020/21

content

Neueröffnung Jüdisches Museum ab S. 156

Glamour at Home ab S. 24

Luxury News ab S. 130

Social Cocooning

Die schönsten Schlösser und Burgen

ab S. 32

ab S. 122

top event

top business

10  Frankfurter Buchmesse „Special Edition“ 12 Cars & Stars – Ausflug mit den Eishockey-Löwen 12  Vernissage „Kunst hoch drei“ 13 Frankfurt Financial Centre Cup 14 Trüffel-Abend bei Miro’s 96  Event News

16 Philip Holzer – Eintrachts neuer Aufsichtsratschef 32  Social Cocooning – Die neue Wohnkultur 52  Business News 68  Wirtschaftsclub Rhein-Main 88  Marketing Club Frankfurt

top life & style 24 Top Women – Glamour at Home 26 Top Men – Cozy Winter 28 Giuliva Heritage – Mode aus Neapel 42 Top Interior – Cocooning

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top finance

70 Die Zukunft der Banken 76 Banking und Trading Apps

top travel 115 L  eogang Saalfelden – Alpenromantik mit Adrenalinkick


Leogang Saalfelden – Alpenromantik mit Adrenalinkick ab S. 115

Übrigens: Exzellente Vermögensverwaltung agiert vergleichsweise unauffällig.

Philip Holzer – Eintrachts neuer Aufsichtsratschef ab S. 16

top gourmet 138 Prominente am Herd – Bernd Breiter 143 Geisenheimer Rothenberg – Kult-Wein aus dem Rheingau 144 Brotzeit – Das Geheimnis des Sauerteigs 150 Die „Ente“ in Wiesbaden – Eine Kolumne von Jürgen Dollase 152 Gourmet News

top panorama

62 Smart Home – Sicher Wohnen 122 Die schönsten Schlösser und Burgen 130 Luxury News 134 Nina Sedano – Zuhause bei der Ländersammlerin 156 Neueröffnung Jüdisches Museum 160 Oliver & Ossy Hoppe im Interview 164 Tony Lakatos – Die Leichtigkeit des Jazz

top what’s on 167 Top Selection 168 Impressum

Werte zu Mehrwerten Vermögensverwaltung | Vermögensgestaltung Immobilienservice | Versicherungsservice Stiftungsmanagement | Privatsekretariat Fondsmanagement | Embassy & Consulate

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Die gähnende Leere in der sonst proppenvollen Festhalle erzeugte beim ein oder anderen Gänsehaut.

Schriftsteller Wladimir Kaminer reiste für die Open Books aus Berlin an.

Buchmesse | Frankfurt

Special Edition Die Frankfurter Buchmesse „Special Edition 2020“ – der Name war Programm: denn so speziell hatte man das weltberühmte Event noch nie erlebt. Obwohl man mit digitalen Konzepten Corona die Stirn bot, blieb am Ende die Ernüchterung. Der rote Teppich: ungenutzt. Die leere Festhalle erzeugte Gänsehaut. Promis wie Katja Ebstein und Danny Da Costa sagten ihre Teilnahme ganz ab. Andere, wie Jan Böhmermann und der Hongkonger Aktivist Joshua Wong, wurden übers Web zugeschaltet. Die Autoren live erleben konnte nur, wer einen der reduzierten Plätze bei kleineren Veranstaltungen, die im Rahmen von „Bookfest City“ und „Open Books“ stattfanden, ergatterte. Schauspieler Christian Berkel las aus seinem Buch „Ada“ in der St. Katharinenkirche: „Wenigstens ein bisschen Buchmesse-Feeling.“ Aber: Während des einstündigen Talks galt fürs Publikum Maskenpflicht. Außerdem: keine Partys, keine Empfänge, keine Autogramme. Für die Künstler angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen verständlich – und dennoch ein Schock. Schriftsteller Wladimir Kaminer kopfschüttelnd: „Normalerweise spielen irgendwelche Menschen in meiner Geschichte verrückt, in einer völlig normalen Welt. Jetzt ist’s umgekehrt: Die Welt ist verrückt geworden!“ Doch es gab auch schöne Momente: Die Verleihung des Deutschen Buchpreises an die glückliche Gewinnerin Anne Weber. Oder der Auftritt von Musiker Malakoff Kowalski und Pianist Chilly Gonzales auf der ARD-Buchmessenbühne, die ihr Online-Publikum mit einem magischen Konzert verzauberten. lu n

Magisch: Pianist Chilly Gonzales und Musiker Malakoff Kowalski verzauberten die ARD-Buchmessenbühne mit ihrem Konzert.

Fotos: Bernd Kammerer; Enrico Sauda; Frankfurter Buchmesse / Marc Jacquemin

Satiriker und TV-Moderator Jan Böhmermann nahm digital an der Buchmesse teil. hr-Moderatorin Catherine Mundt führte durch den Talk.

Den „Deutschen Buchpreis 2020“ erhielt Autorin Anne Weber (r) für ihr Werk „Annette, ein Heldinnenepos“.

TV-Moderatorin Bärbel Schäfer führte durch die Lesung mit Christian Berkel in der St. Katharinenkirche.

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Alice Schwarzer sprach mit hrModeratorin Cécile Schortmann über ihr Leben und ihre Arbeit.


© 2020 Danjaq and MGM. NO TIME TO DIE, and related James Bond Indicia © 1962-2020 Danjaq and MGM. NO TIME TO DIE, and related James Bond Trademarks are trademarks of Danjaq. All Rights Reserved.

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Cars & Stars | Golfpark Gut Hühnerhof

Ausflug der Löwen Andreas Stracke und Christian Kleid von den Eishockey-Löwen Frankfurt luden Partner, Freunde und Sponsoren zum exklusiven Ausflug auf Gut Hühnerhof (Gründau). Luxus pur schon bei der gemeinsamen Anreise, denn Auto Sportiva hatte Traum-Boliden zum Fahren und Mitfahren gestellt: Chromblitzende Schlitten wie Porsche GTS RS, Porsche GT3 RS, Mercedes Benz SLS AMG, Mercedes Benz SLS AMG Roadster und Rolls Royce Phantom. Nach dem Lunch im stilvollen Heckers Restaurant gab’s Aktivität je nach Gusto: Ob 9-LochGolfrunde, Golf-Schnupperkurs, Adventure (Mini-)Golf, Wassertreten nach Pfarrer Kneipp oder eine Radtour mit E-Bikes von Goyago. Im Fokus standen Spaß und Networking, auch noch beim stimmungsvollem BBQ und Sundowner am Abend. kp n Das Goyago-Team um Gründer Stefan Trauth, Philipp Laufer und Rochus Landgraf präsentiert Prime Time Fitness-Chef Henrik Gockel (2. v. l.) die E-Bike-Flotte.

Michael Hecker (Heckers Restaurant) mit Löwen-Chef Andreas Stracke und Moritz Hess (Auto Sportiva)

Radio FFH-Moderatorin Evren Gezer mit Ehemann Armin Kuster

Marcus Huth (Finance Director Accenture) und Gattin Petra wollen demnächst den Taunus auf E-Bikes erkunden.

Kunst Hoch Drei | LSTNR Space

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Antonia Gräfin von Wiser und Barbara Gräfin von Brühl mit Nina Gurk und Matthias Pfeifer

Drei außergewöhnliche Künstler präsentierten ihre Werke im weitläufigen Erdgeschoss der Großen Eschenheimer 6 – und versetzten das Vernissagen-Publikum ins Staunen: Die auf den ersten Blick amüsanten Pinguine, Pudel und Schildkröten mit umgeschnallten Wasserflaschen des Belgiers William Sweetlove entpuppten sich als mahnende Objekte gegen Klimawandel und Wasserknappheit. Die verpixelten Ölgemälde von Cornè Theron aus Südafrika sind inspiriert von der faszinierenden Unterwasser-Performance „Ama“ der französischen Freitaucherin Julie Gautier. Ausdrucksstarke Bilder von extremer Leuchtkraft und Tiefe zeigte der Weimarer Jens-Christian Wittig: Malerei, Fotografie und Grafik verschmelzen bei ihm unter dem Begriff „Painted by a lens“ zu einer eigenen Kunstrichtung. Kuratorin Barbara Lenhard freute sich über reges Kaufinteresse an den spannenden Kunstwerken. kp n

Fotos: Top Magazin Frankfurt

Tiere und Tauchen

Heinz Hilgert und Johanna Kopmann mit dem Künstler Jens-Christian Wittig und Dr. Gabriele Wittig

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Kuratorin Barbara Lenhard mit der südafrikanischen Künstlerin Cornè Theron


Barbara Gall, Judith Wittig, Werner Studener (Generaldirektor der EZB) und Ministerialdirigent Folke Mühlhölzer (Hessenagentur)

Landrat des Hochtaunuskreises a. D. Berthold R. Gall, Dr. Claus Nolting, Ex-DZ-BankChef Wolfgang Kirsch und Kirsten Schoder-Steinmüller (IHK-Präsidentin Offenbach)

Frankfurt Financial Centre Cup | Frankfurter Golfclub

Finanz-Asse beim Abschlag

Arne Wittig (ThyssenKrupp), Steffen Seeger (Movingimage), Petra Mühlhölzer und Manfred Jung

Birgit Beck, Wolfgang Köhler (DZ Bank) und Barbara Brosius (Ex-UBS Foundation Deutschland)

Dr. Detlev Rahmsdorf, Bettina Kenn, Angelika Kirsch und Werner Steinmüller (Ex-Asien-Vorstand Deutsche Bank)

Gegenseitiges Kennenlernen und reger Austausch in lockerer Atmosphäre: Engagierte Finanzplatz-Förderer spielten mit ihren Ehe- und Lebenspartnern beim ��. Jahrestreffen des Frankfurt Financial Centre Cups bei herrlichem Sonnenschein ein bunt gemischtes Turnier. Ganz „Oldschool“: Organisator Dr. Detlev Rahmsdorf, ehemaliger Kommunikationsstratege der Deutschen Bank, trat stilvoll in Knickerbockern an, die er bei einem History-Cup bekommen hatte und seitdem ausschließlich zu besonderen Anlässen trägt: „Uns geht es beim FFC-Cup um das Kennenlernen von Bankern und Machern im Finanzwesen, den persönlichen und menschlichen Austausch über die aktuelle Situation, auch und gerade in der Krise.“ Gespielt wurde traditionell Florida Scramble in Viererteams, bei dem es weniger auf sportlichen Ehrgeiz denn auf das kommunikative Miteinander ankommt. Rahmsdorf hat den stets hochrangig besetzten FFC-Cup 1995 gegründet, als er noch Bundesbankdirektor war. Das Jahrestreffen gibt es seit . Diesmal unter anderem mit DZVorstand Wolfgang Köhler und Ex-DZ-Chef Wolfgang Kirsch, Ex-Bundesbankvorstand Dr. Edgar Meister, Deutsche-Bank-Vorstand Werner Steinmüller, Wolfgang Krappe (Capitell) und dem Präsidenten des Frankfurter Golfclubs Matthias von der Recke und Offenbachs IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller. Frankfurt Main Finance-Präsident Dr. Lutz Raettig überreichte am Abend dem vierköpfigen Siegerteam um Ex-Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann die Trophäen. Rahmsdorf lobte die hervorragenden Platzverhältnisse und das tolle Dinner, das Corona-konform auf der wunderbaren Terrasse des Clubrestaurants stattfand. kp n

Fotos: Top Magazin Frankfurt

Hubertus Krossa, Ulrike von der Recke, Susan Liebertz, Ex-Bundesbankvorstand Dr. Edgar Meister

Wolfgang Krappe, Helga Meister, Marguerite Rahmsdorf und Matthias von der Recke (Präsident Frankfurter Golfclub)

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Caramelle con ricotta e spinaci mit weißem Trüffel

Restaurantchef Miro und Chefkoch Francesco mit weißen Trüffeln aus Alba

Sali und Josephine Ackerman, Lilia und Alexander May

Trüffel-Menü | Miro’s Ristorante Königstein

Magische Geschmacksmomente Eineinhalb Kilo weiße Alba-Trüffel, das „weiße Gold des Piemont“, und drei Kilo schwarze Trüffel ließen sich 120 Gourmets beim traditionellen Trüffel-Menü im Miro’s Ristorante in Königstein auf der Zunge zergehen, wegen der Abstandsregeln erstmals an zwei Abenden. Die korrespondierenden Weine vom toskanischen Weingut Ornellaia ließen die Geschmacksknospen bei jedem der sechs Gänge Tarantella tanzen: Zum Auftakt servierte Chef Miro Stuman ein weißes Trüffel-Schaumsüppchen mit schwarz gehobeltem Trüffel zu einem Sauvignon Blanc  Poggio alle Gazze. Der betörende Trüffel-Duft und intensive Geschmack der EdelKnolle sorgte für entrückte Genießer-Mienen an allen Tischen. „Wir sind große Trüffel-Fans, das lassen wir uns nicht entgehen“, freute sich Unternehmer Konrad Held mit Gattin Monika: „Ein unvergleichliches Trüffel-Menü, das es in dieser Qualität nur bei Miro gibt.“ Personalberater Andreas Jäger (Heidrick & Struggles) erklärt: „Die Kombination macht’s: Die Atmosphäre, der Miro, das Aroma, der Duft, die exzellenten Weine!“ Investmentbanker Andreas Hasenbalg ergänzt: „Miro hat immer super Ideen für Motto-Abende wie Winetastings, das sind richtig tolle Events. Dieser Trüffel-Abend heute ist etwas ganz Besonderes.“ Stammgäste Klaus und Mila Lederer aus Wiesbaden mit Karl-Heinz Unkelbach (Brandt & Partner) und Irina Mertens aus Aschaffenburg: „Wir lieben das Ambiente bei Miro, und wir lieben die musikalische Begleitung von Don am Piano.“ Beim Verlassen des Platzes wurde natürlich Mund-Nasenschutz getragen, wobei Diedrich Eilers (Sonnenhof) mit Stoffmaske passend zum Maßhemd einen äußerst coolen modischen Akzent setzte. kp n

Miquel Pagan Fernandez (Chief Technical Officer Stada) mit Gattin Sylvia Garua und Tochter Monica

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Diedrich Eilers (Sonnenhof) und Mira Gomez

Andreas Jäger (Heidrick & Struggles) mit Gattin Nihal, Investmentbanker Andreas Hasenbalg mit Gattin Kathleen und Kellner Rachid

Fotos: Top Magazin Frankfurt

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Diplom-Finanzwirt Manfred Knoth und Gattin Beate

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FRANKFURT

Klaus Lederer mit Gattin Mila, Irina Mertens und Unternehmensberater Karl-Heinz Unkelbach mit Pianist Don

Unternehmer Konrad Held und Gattin Monika


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business

EINER ALLEIN KANN NIEMALS Ökonomischer Sachverstand plus Empathie: Philip Holzer wacht als Aufsichtsrat über die Eintracht.

GEWINNEN

Text: Peter Lückemeier Fotos: Holger Peters

Fussball ist emotional " alterslos, klassenlos, er hat die wärmende" Kraft eines Lagerfeuers.. Philip Holzer Aufsichtsratsvorsitzender Eintracht Frankfurt Fußball AG

Philip Holzer taugt nicht für Klischees. Normalerweise würde man von einem langjährigen ehemaligen Top-Manager der InvestmentBank Goldman Sachs einen kalten Blick auf Zahlen und Profit erwarten. Also niemanden, der eigenes Geld in die Stiftung „Business for Sports“ steckt, um Kindern und Jugendlichen das Prinzip des Fair Play zu vermitteln, nicht nur im Fußball, sondern auch im Alltag. Also auch keinen, der einen Großteil seiner Zeit für Ehrenamtliches zur Verfügung stellt. Und niemanden, der sogar im knallharten Profifußball einen gesellschaftlichen Klebstoff ausmacht. Der sagt: „Fußball ist emotional – alterslos, klassenlos, er hat die wärmende Kraft eines Lagerfeuers.“ Dass Philip Holzer für Werte steht, hat viel mit dem Fußball zu tun. Und mit seinem Elternhaus. Gekickt hat er schon als Knabe. Später stand er für die Spielvereinigung Bad Homburg im Tor, immerhin in der Oberliga Hessen. Von den Erfahrungen im Mannschaftssport Fußball, sagt er, hat er ein Leben lang profitiert: „Einer allein kann niemals gewinnen.“ Der Teamgeist half ihm auch im Studium der Betriebswirtschaft und dann bei Goldman Sachs, wo es nur ganz wenige so lange aushalten wie er, 22 Jahre. Daheim in Bad Homburg hat ihn vor allem sein Vater geprägt. Von 1973 bis 1991 war Werner Holzer Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“, eine der legendären Gestalten des Printjournalismus jener Jahre, in denen das Blatt im längst abgerissenen Gebäude am Eschenheimer Tor noch stolze schwarze Zahlen schrieb. Als Werner Holzer 2016 im Alter von neunzig starb, hielt sein Sohn eine bewe-

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gende Rede. Er weiß bis heute nicht, wie er sie durchstand. „Mein Vater“, sagt er jetzt beim entspannten Gespräch in einer der Logen des Stadions, „konnte einem sehr charmant klarmachen, dass man gerade absoluten Blödsinn redete.“ Und er habe dem Sohn den Wert von Meinungsfreiheit, Toleranz und Gemeinsinn vermittelt. Schon als Knabe durfte Philip Holzer den Vater sonntags in die Redaktion begleiten. Während der Chefredakteur den Leitartikel schrieb, wurde der Sohn in der Sportredaktion geparkt. Babysitter war damals Harald Stenger, der Philip bald zu interessanten Spielen mitnahm. Noch immer halten der gut vernetzte Fußballjournalist, einst Kommunikationschef des Deutschen Fußballbundes, und sein ehemaliges Sportziehkind Kontakt. Holzer drängt sich nicht vor Kameras, weicht ihnen aber auch nicht aus. Dem Aufsichtsrat der Eintracht gehört er schon seit zehn Jahren an. Der Verein war damals auf der Suche nach jemandem, der Finanzkenntnisse mit Sportsgeist vereinte und in der Region so gut vernetzt war, dass er Türen öffnen konnte. Mit anderen Worten: Profil und Persönlichkeit passten perfekt zusammen. Seit dem 28. Juli dieses Jahres trägt Holzer nun Verantwortung an der Spitze des EintrachtAufsichtsrats. Über seinen Vorgänger Wolfgang Steubing sagt Holzer nur das Beste. Wie er überhaupt mit Lob nicht geizt, das reicht vom erfahrenen Finanzvorstand Oliver Frankenbach bis zum leidenschaftlich-kompetenten Vorstandsvorsitzenden Fredi Bobic. 


Philip Holzer im Gespräch mit Peter Lückemeier

Den Vorstand der Eintracht preist er als „äußerst fähig“. Über diesen Vorstand hat der neue Aufsichtsratsvorsitzende zu wachen und folgt dabei einer ebenso bewährten wie einfachen Devise: „Aufsichtsrat bedeutet Aufsicht und Rat.“ Dabei bezieht sich solcher Rat aber nicht auf fußballerische Spitzfindigkeiten. Wer bei Philip Holzer monieren würde, dass die Abwehrkette der Eintracht auf der linken Seite verstärkt werden oder durch welches Supertalent die Flaute im Sturm behoben werden könnte, den verweist das Kuratoriumsmitglied der Frankfurter Oper auf die Spezialisten.

Siegen zu wollen ist" Teil meiner DNA, und das ist bei allen unseren Vorständen genauso, bei Fredi" Bobic sowieso.. Philip Holzer Aufsichtsratsvorsitzender Eintracht Frankfurt Fußball AG

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Ohnehin hat der Verein und damit auch das Aufsichtsgremium derzeit ganz andere Sorgen. Die 1899 gegründete SGE hat 90.500 Mitglieder, also so viele, wie Flensburg Einwohner hat. Die Corona-Krise führte nun dazu, dass dieser große Traditionsverein des deutschen Fußballs „aus einer Wachstumssituation in Richtung Vollbremsung ging“. So drückt es der Aufsichtsratsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG aus, deren Eigentümer zu 67,88 Prozent der eingetragene Verein „Eintracht Frankfurt e. V.“, zu 18,55 Prozent die Freunde des Adlers GmbH, zu 10 Prozent die Freunde der Eintracht AG und zu 3,57 Prozent die Steubing AG sind. Hinter den Freunden des Adlers stecken als Gesellschafter Philip Holzer und sein Geschäftspartner Stephen Orenstein, im Privatleben seit 1985 Dauerkarteninhaber. Die finanziell derzeit schwierige Lage drückt also nicht nur den Aufsichtsratsvorsitzenden,

sondern auch den Geschäftsmann Philip Holzer. Der genau weiß, was dem Verein entgeht, wenn er vor null statt vor den 51.500 Zuschauern aufspielt, die das herrliche Deutsche Bank ParkStadion so oft bis auf den letzten Platz füllen. Der Eintracht entgehen pro Heimspiel derzeit rund 2,5 Millionen Euro. Zum Glück gibt es die Geisterspiele mit ihren Medienerlösen, die rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen. Wenn die auch noch wegbrächen, dann gute Nacht. Statt „Umsatz“ sagt Holzer übrigens „Revenues“, statt „Kartenverkauf“ spricht er von „Ticketing“ – die langen Jahre in New York und London prägen auch sprachlich. Die Wahrnehmung, ein Verein wie Bayern München strebe mit allen Fasern nach Erfolg, während die Eintracht Misserfolge eher schulterzuckend hinnehme, kann Porschefahrer Holzer nicht teilen: „Siegen zu wollen ist Teil meiner DNA, und das ist bei allen unseren Vorständen genauso, bei Fredi Bobic sowieso. Und was wir hier in den letzten Jahren geschafft haben, ist ’ne absolute Outperformance. Wenn wir samstags verloren haben, bin ich das ganze Wochenende weiß Gott nicht glücklich, da können Sie meine Lebensgefährtin fragen.“ Irgendwann im Laufe des Gesprächs kommt die Rede auf Uli Hoeneß. Holzer kann ihn gar nicht genug loben – diese einmalige Verbindung aus Sportkompetenz, ökonomischer Intelligenz und einer Empathie, die einen Verein als Familie begreift. Irgendwie hat Philip Holzer damit ganz ungewollt auch ein bisschen sich selbst n beschrieben.


Familie ist das schönste Geschenk – nicht nur zu Weihnachten! Vielleicht haben Sie in den vergangenen Wochen den neuen DISNEY WeihnachtsSpot angeschaut – und Tina Linne dabei eventuell eine kleine Träne im Augenwinkel gehabt? Die bewegende Geschichte einer Großmutter, ihrer Enkelin und deren Familientraditionen ist Teil der diesjährigen DISNEY Weihnachtskampagne „Familie ist das schönste Geschenk“, welche weltweit auch die 40-jährige Partnerschaft mit Make-A-Wish® feiert. Für viele von uns ist das Thema Familie und geliebte Menschen sehr gegenwärtig – gerade in diesem außergewöhnlichen Jahr. Sie können unseren Wunschkindern und ihren Familien ein Weihnachtsgeschenk machen, das für alle Beteiligten unvergessen bleibt: Mit einer Wunscherfüllung

durch Make-A-Wish® Deutschland verschenken Sie, worauf es im Leben wirklich ankommt. Konsum ist ein so kurzlebiges Vergnügen – Sie könnten stattdessen mit Ihrer Spende das Leben eines schwerkranken Kindes und seiner ganzen Familie nachhaltig verändern. Schenken Sie unseren Wish Kids ein Stück unbeschwerte Kindheit zurück – und erleben Sie z. B. bei der Übernahme einer exklusiven Wunschpatenschaft selbst mit, wie die unbändige Freude und die strahlenden Augen der Kinder alle Herzen erwärmen. Gerne informieren wir Sie, was mit Ihrer Spende passiert und welchen Wunsch wir damit wahr machen.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Feiertage und das Allerbeste für das kommende Jahr.

Geschäftsführerin Make-A-Wish® Deutschland

Wir feiern die 40-jährige Partnerschaft von DISNEY und Make-A-Wish® Die Walt Disney Company arbeitet seit 40 Jahren mit Make-A-Wish® zusammen und unterstützt unsere Mission, Herzenswünsche für schwerkranke Kinder zu erfüllen. Die diesjährige DISNEY Weihnachtskampagne hat zum Ziel, Spenden für Make-A-Wish® zu sammeln, und zwar durch den Erlös der von Griff performten Charity-Single und einem Anteil der Verkäufe des auf shopdisney.de erhältlichen Micky Maus Plüschtiers.

Unser Charity-Weihnachtsbaum Mit jeder Spende wird der Charity-Baum auf unserer Website www.makeawish/disney etwas größer und schöner geschmückt, so dass wir uns am Ende auf einen prachtvollen, gemeinsam erschaffenen Weihnachtsbaum freuen können. Er soll ein Sinnbild für die Werte sein, die zu Weihnachten wirklich zählen: Familie, Hoffnung, Freude, Harmonie, Zusammensein und das Leuchten in Kinderaugen.

Micky Maus Plüschtier aus dem Weihnachts-Spot

Charity Single

Die Charity-Single ‘Love Is A Compass’ von Sängerin Griff ist bei allen digitalen Anbietern erhältlich. Bei jedem Download vor dem 31. Dezember 2020 werden 100 % des Erlöses aus dem Verkaufspreis an Make-A-Wish® gespendet. (Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen: www.thewaltdisneycompany.eu/ fromourfamilytoyours)

Das exklusive Micky Maus Plüschtier ist bei shopdisney.de erhältlich. Für jedes Micky Maus Plüschtier, das zwischen dem 09. November 2020 und dem 29. April 2021 (einschließlich) bei shopDisney verkauft wird, werden 25 % des Verkaufspreises (exkl. MwSt./Umsatzsteuer) an Make-A-Wish® -Organisationen gespendet, um Kinderwünsche zu erfüllen.

© Disney

Make-A-Wish ® Deutschland GmbH, Rotlintstr. 51, 60316 Frankfurt/Main | T. +49 (0)69 34 87 23 75-0 | mail@makeawish.de


Svens Wunsch wird wahr: „Ich wünsche mir eine eigene Gaming Station“ Wunschkind Sven wurde von unserem Wunscherfüller-Team mit Ballons und vielen tollen Geschenken, die jedes Gamer-Herz höher schlagen lässt, überrascht. In Svens Kinderzimmer wartete auf ihn ein GamingSchreibtisch mit LED-Beleuchtung, Pikachu Luftballons, Kissen die aussehen wie Gaming Kontroller, ein iPad mit persönlicher Gravur und das Spiel Lords Mobile, welches Svens Wunschpaten IGG zur Verfügung stellten. Besondere Überraschung war der Besuch des deutschen Ambassadors von IGG Marcel Krüger, der im Gepäck einen neuen Alienware Gaming Laptop von Dell hatte. Marcel verriet Sven noch Tipps und Tricks zum Spiel. Diese konnte Sven so schnell umsetzen, dass der Profi hinterher keine Chance gegen den 13-Jährigen hatte. Eine kleine Überraschung erwartet Sven allerdings in den nächsten Tagen noch. Er bekommt für seine Gaming Station einen eigens für ihn angefertigten Gamingstuhl von Secretlab, damit er sich wie ein richtiger Profi fühlen kann.

Sven, 13

Beim heute 13-jährigen Sven wurde vor 7 Jahren ein Medulloblastom diagnostiziert. Nach seiner OP musste er erst wieder ganz von Neuem beginnen, sprechen und laufen zu lernen.

Marcel Krüger

Schenken Sie Hoffnung! Der schwedische Accessoire-Hersteller Timi hat zwei CharityArmbändchen gemeinsam mit Make-A-Wish® Deutschland und den Wunschkindern Viktoria und Kader entworfen. Viktoria hat Leukämie und wünscht sich, die Polarlichter zu sehen und in einem Hundeschlitten zu fahren. Ihr Band ist in ihren Lieblingsfarben altrosé und silber gestaltet. Kader leidet am Ewing Sarkom und hat eine sehr kräftezehrende Chemotherapie hinter sich. Sie wünscht sich, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sakura (Kirschblüte) in Japan zu erleben. Kaders Bändchen ist türkis mit goldenem Sternanhänger. Für jedes verkaufte Armband spendet Timi 5€ an Make-A-Wish® Deutschland.

5€

Spende pro Armband

Kader, 17

Viktoria, 17

Werden Sie Wunschpate Derzeit warten viele Kinder auf die Erfüllung ihrer Wünsche, die wegen der Corona-Krise verschoben werden mussten. Sie brauchen Ihre Unterstützung jetzt mehr denn je – werden Sie Wunschpate und helfen Sie uns, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen!

Weitere offene Kinderwünsche unter: www.makeawish.de/offene-wuensche “Ich wünsche mir eine Disney PrinzessinnenGeburtstagsparty”

“Ich wünsche mir ein richtig tolles WellnessWochenende zum Entspannen”

“Ich wünsche mir ein ganz buntes Zimmer”

Eliana, 4

Jenny, 18

Ilenia, 3

Wilms-Tumor (Stadium IV)

Hormontumor

Jetzt Spenden unter: www.makeawish.de/spenden oder scannen: Oder sende MAKEAWISH an unsere Charity-SMS: 81190* *Eine SMS kostet 3€ zzgl. regulärer Transportgebühr des Mobilfunkanbieters

Gehirntumor


Hygieneregeln kinderleicht

Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Henning, die Schüler Daniele Ortolano und Anina Göttler, dahinter Heike Fauser und Schulleiter Michael Stenzel

Corona macht auch vor Schulen nicht halt. Aber wie kann man Kinder schützen und gleichzeitig für Abstandsregeln, Handhygiene und Maske begeistern? Dazu hat sich die Kinderhilfestiftung e. V. Gedanken gemacht und ihr Projekt „Saubere Kinderhände“ um kindgerechte Pandemie-Regeln erweitert. Der Verein kümmert sich seit bald 40 Jahren um chronisch kranke, behinderte, misshandelte oder sozial benachteiligte Kinder in der Rhein-Main-Region. Besondere Anliegen sind dabei die Prävention, Früherkennung und Nachsorge. Beim Besuch der öffentlichen Förderschule Panoramaschule in Frankfurt-Nied sprachen wir mit dem Vorsitzenden der Kinderhilfestiftung Dr. Michael Henning, Mitglied und PR-Managerin Heike Fauser sowie Schulleiter Michael Stenzel.


business

Wie verh

alte ich

Wie kam es zu dem Projekt „Saubere Kinderhände“? Michael Henning: Kinder haben überwiegend kein ausgeprägtes Hygieneverhalten. Gerade die Handhygiene ist aber in einer Pandemie extrem wichtig. Wir haben daher unser Projekt „saubere Kinderhände“ um kindgerechte Empfehlungen zu den AHA-Regeln, NiesEttikette und Ernährung erweitert.

Träger sehen, durch privates und ehrenamtliches Engagement zu verbessern.

Wie sieht das Konzept aus? Henning: Zum einen haben wir über 80 Grund- und Förderschulen in Frankfurt und Offenbach mit Desinfektionsmittelspendern ausgestattet. Zum anderen wollen wir Kinder für saubere Hände und Hygiene sensibilisieren. Die PRAgentur „Ballcom” konzipierte dazu Postkarten und Plakate, auf denen diese Empfehlungen kindgerecht aufbereitet sind. Dazu haben wir 15.000 Aufkleber gedruckt, die die Kinder auf ihre Hefte, Schulranzen, an die Tür oder den Badezimmerspiegel kleben können. Das erhöht die Sichtbarkeit enorm. Ein Flyer oder Zettel geht schnell verloren, ein Aufkleber aber bleibt.

Fauser: Genau das war die Not, die wir erkannt haben. Viele Schulen haben zu Beginn der Pandemie auf etwas provisorisch Zusammengebautes zurückgreifen müssen. Da haben wir uns gesagt:Wir müssen doch in der Lage sein, stattdessen etwas Professionelles und Handfestes bereitzustellen. So kamen wir auf die automatischen Desinfektionsspender.

Wie kommt das Projekt in den Schulen an? Michael Stenzel: Selbst die Eltern fangen jetzt an, mit ihren Kindern vermehrt Hände zu waschen. Durch die Aufkleber kommt die Aktion ins Elternhaus und von dort dann wieder positiv zurück. Das ist ein toller Prozess. Viele unserer Schüler waren es gar nicht gewohnt, sich regelmäßig die Hände zu waschen, und wir waren erstaunt, wie schnell es funktioniert hat. An einer Förderschule braucht es ständiges Wiederholen. Da sind wir über Hilfsmittel wie Poster oder Aufkleber sehr dankbar.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Henning: Etwa jede zweite Schule, die wir angefragt haben, hat unser Angebot angenommen. Das Feedback ist bisher äußerst positiv und es kommen täglich neue Anfragen rein. Gab es auch kritische Stimmen? Henning: Das Projekt kann man auch kontrovers diskutieren. Dabei ging es vor allem um den ersten Teil der Kampagne, um die Bereitstellung der Desinfektionsspender. Manche waren der Ansicht, dass an dieser Stelle allein die öffentliche Hand gefragt sei. Die Stadt macht aber schon sehr viel und hat die Schulen beispielsweise mit zusätzlichen Seifenspendern ausgerüstet. Die Grundausstattung ist sozusagen da. Wir als Kinderhilfestiftung wollen die Möglichkeit ergreifen,  diese Grundversorgung, die auch wir in der alleinigen Verantwortung der

Stenzel: Die zwei Desinfektionsspender, die wir von der Kinderhilfestiftung erhalten haben, hätten unseren gesamten Schul-Etat für Reinigungs- und Hygieneartikel ausgereizt. Es wäre für uns gar nicht leistbar gewesen, Spender anzuschaffen.

Was macht für Sie die Arbeit in der Kinderhilfestiftung so besonders? Henning: Wir kennen ausnahmslos alle unsere Projekte persönlich, sodass wir die Ergebnisse unseres Engagements direkt bei den Betroffenen erleben und erfahren dürfen. Das macht die Arbeit in der Kinderhilfestiftung so besonders und den Zeitaufwand schlichtweg vergessen. Ich persönlich möchte mit diesem Engagement in der Kinderhilfestiftung unserer Gesellschaft etwas zurückgeben, nicht nur finanziell, sondern au c h d u r c h p e r s ö n l i c h e n u n d zeitlichen Einsatz. Fauser: Ich bin seit letztem Jahr Mitglied der Kinderhilfestiftung und stehe nun auf der kommenden Mitgliederversammlung als Vorstand zur Wahl. Ich war von Anfang an sehr erfreut, als man mich bat, die Kinderhilfestiftung zu unterstützen, sei es in der Pressearbeit oder der Projektentwicklung. Was mir besonders gefällt, ist die schnelle, unbürokratische Hilfe. Und dass wirklich jeder gespendete Euro zu 100 Prozent dort ankommt, wo Not herrscht. Wer sind denn Ihre Spender? Henning: Das sind überwiegend kleine und mittlere Unternehmen, aber auch viele Privatpersonen aus der RheinMain-Region. Eine große Unterstützung ist dabei unser Kuratorium. Wir generieren auch Spenden aus Jubiläen, Geburtstagen, Veranstaltungen und Charity-Events. Dieses Jahr haben wir daher natürlich deutlich weniger Spenden erhalten. Das schreckt uns aber nicht ab, denn wir konnten trotzdem alle unsere Projekte umsetzen. Wir wünschen uns allerdings auch sehr, dass wir bald wieder an unsere Ziele vor Corona anknüpfen können. va n

mich richt

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1,5m

Ich trage einen Mund-Na sen-Schu tz.

Ich halte 1,5 Mete r Abstand zu anderen.

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Ich wasc he regelm Hände un d /oder de äßig meine sinfizier e sie.

Ich niese oder huste in meine Armbeuge .

Ich esse viele Vit amine, um meine Abwehrk zu stärke räfte n.

Initiative saubere Kinderhän www.kinde de der Kin rhilfestiftu derhilfest ng.org iftung e.V info@kinde . rhilfestiftu ng.org

15.000 Aufkleber ließ die Kinderhilfestiftung produzieren.

Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Henning mit Schulleiter Michael Stenzel am Desinfektionsständer

„Selbst die Eltern fangen jetzt an, mit ihren Kindern vermehrt Hände zu waschen. Durch die Aufkleber kommt die Aktion ins Elternhaus und von dort dann wieder positiv zurück. Das ist ein toller Prozess.“ Michael Stenzel Schulleiter Panoramaschule

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GLAMOUR AT HOME Dank Jenny Packham fühlt man sich wie ein Star. Das rubinrote Paillettenkleid „Natassia“, samt kristallbesetzter Puffärmel und raffiniertem Ausschnitt, funkelt mit jedem Feuerwerk um die Wette. jennypackham.com


life & style

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Knallermäßig: Rolex erweitert die neue Generation seiner Oyster Perpetual 36 erstmals um Zifferblätter in leuchtenden Farben. Es gibt sie in Grün, Gelb, Rosa oder wie hier: in Korallenrot. rolex.com

Die „Dame de Paris“-Kollektion von Marlies Dekkers blendet mit einem feinen Linienspiel, das von den imposanten Bögen der schönen Notre-Dame inspiriert ist. Bringt garantiert Glück. marliesdekkers.com

Charlotte Tilburys Hot Lips 2 Lippenstift in Red Hot Susan ist eine Hommage an US-Schauspielerin Susan Sarandon. Der nuancierte Farbton in Zartorange-Rot zaubert pralle Lippen und einen weichen Kussmund!

Mit der festlichen „Tunisi“Bluse aus Seidentwill von Max Mara wird der Start ins neue Jahr auch modisch ein Volltreffer. Der Schalkragen kann vorne zu einer Schleife gebunden werden.

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Fotos: Hersteller

de.maxmara.com

Die karminrote Farbe der Crimson Rocks-Felsen im Oman inspirierte diesen Duft von Amouage aus Rose, Zimt, Honig, Eiche, Atlas-Zedernholz und rosa Pfeffer, der Glamour und Lebensfreude versprüht. amouage.com

Die Mini-Jewelled Satchel Bag von Alexander McQueen kann am Ringgriff in der Hand, am doppelten Riemen oder als Umhänge- oder Schultertasche getragen werden. alexandermcqueen.com

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Aus feinstem Kalbsleder gefertigt, versprechen die kastanienbraunen Chelsea 8 der britischen Traditionsmarke Crockett & Jones besondere Eleganz und Tragekomfort – der Klassiker im Schuhregal! crockettandjones.com

Der „Cashmere Sweater“ von Asket fühlt sich auf der Haut wohlig weich an und besteht zu fast 100 Prozent aus recyceltem Kaschmir. Dicht gestrickt ist er der perfekte Begleiter für einen gemütlichen Abend am Kamin.

Die Master Control Geographic in „Le Grand Rose“-Gold von Jaeger-LeCoultre lädt zumindest gedanklich zum Reisen ein. Mit nur einem Blick auf das edel designte Zifferblatt lässt sich die Uhrzeit in 24 Zeitzonen ablesen.

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COZY WINTER Ein Traum aus Kaschmir: Dieser hell-beige Mantel der Winterkollektion von Cesare Attolini steht für die Schneidertradition Neapels. Eine Kombination aus italienischer Couture und exklusiver Eleganz.

Der Langford Parka aus der Kollektion Black Label von Canada Goose hält an frostigen Tagen schön warm. Wer mag, kann die daunengefütterte Kapuze mit vielen austauschbaren Accessoires individuell gestalten. 26

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Fotos: Hersteller

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life & style

a o n r e v in

Liebe und Leidenschaft formten vor nicht mal drei Jahren die italienische Luxusmarke GIULIVA HERITAGE – bekannt für maskuline Womenswear. Im Winter ���� lancieren die Mode-Ikonen Cardelli und Cavaliere jetzt ihre erste Prêt-àPorter-Herrenkollektion in Paris.

Amore all’italiana Als sich die Designer Margherita Cardelli und Gerado Cavaliere in Rom treffen und verlieben, leitet er bereits erfolgreich „Sartoria Giuliva“, ein klassisches neapolitanisches Atelier für Herrenmode.

Moda uomo per Donna Margherita liebt die traditionellen neapolitanischen Herrenschnitte, bedient sich regelmäßig an Gerados exquisiter Garderobe. 2017 adaptiert ihre erste „Giuliva Heritage“-Kollektion für Damen den klassisch maskulinen Stil.

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PROFUMI DI

napoli

Che Bello! Die aktuelle Prêt-à-PorterKollektion umfasst lässige Winter-Essentials, Mäntel, Hemdkleider, Doppelund Einreiher-Anzüge, erstmals für sie und ihn. Fürs Shooting warf sich das Designer-Duo selbst in die maskulin-feminine Moda Elegante!

Vicuña Wool Krawatten und Männer-Parfüms sind die große Leidenschaft des neapolitanischen Designers LUIGI BORRELLI. Vicuña Wool entstammt der Duftfamilie „holzig-würzig“ mit den Kopfnoten schwarzer Pfeffer, Elemiharz, Zitrone und Bergamotte. Der Duft, der nach der legendären Wolle benannt ist, legt sich auf den Körper wie eine zweite Haut. LUIGIBORRELLI.COM

L‘amico geniale Der Schrein von Maradona, dem „Messias“ von Neapel, in der Bar Nilo.

Panama Fefé

Fotos: Giuliva Heritage; Unsplash

ANTONIO BOELLIS gründete im Herzen Neapels ein Barbiergeschäft, woraus ein feines Label für Herrendüfte entstand. „Fefé“ nannte man die neapolitanischen Dandys in den 1900er Jahren: die spritzige Komposition aus Bergamotte, Zitrone, Orangenblüten, Jasmin und Moschus greift diese zeitlose Eleganz auf. PANAMA1924.COM

moda sostenibile fatta a mano Die eleganten, langlebigen Stücke aus Italien werden hauptsächlich in Neapel von Hand gefertigt. Alle Materialien, BioBaumwolle, recycelte Wolle und Polyester, sind nachhaltig gewonnen.

Tobacco Imperiale Die Luxus-Krawattenmanufaktur E.MARINELLA aus Neapel, die schon Ex-US-Präsident Bill Clinton ausstattete, hat ein Männerparfüm der Duftfamilie „orientalisch“ kreiert: mit den Kopfnoten Tabak, Vanille, Tonkabohne und Kakao. EMARINELLA.COM


Eine Top-Managerin und eine Influencerin testen PAAU, das neu eröffnete Beauty-Walk-In-Konzept bei Douglas

Chirurgin Dr. Lara Just-Kovac und Dr. Edouard Manassa vor der Beauty-Lounge im 3. OG Douglas Zeil

DER SPONTANE SCHÖNHEITSKICK

„Ich sehe tatsächlich frischer aus. Erholter. Aber keiner wird sagen, du hast was machen lassen!“ Stefanie Brandes

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Schön flexibel Stefanie Brandes, Geschäftsführerin einer deutschen Hotelkette, hat in Sachen Schönheit hohe Ansprüche – und wenig Zeit. „Ich bin zufrieden mit meinem Auss ehen und wüns che mir lediglich eine kleine Unterstützung. Weniger Müdigkeit um die Mund-Nasen-Partie und die Augen.“ Dafür will sie nicht gleich in eine Schönheitsklinik gehen müssen. S o war Stefanie Brandes sofort interessiert, als eine Freundin ihr von Den Behandlungstermin hat Stefanie Brandes ganz flexibel in PAAU erzählte. „Für Leute ihre Mittagspause eingeplant. wie mich ist Flexibilität entscheidend. Man kann beim Einkaufen reinkommen, ohne Termin. Man hen bewahren und in keinster Weise maskenschaut sich alles an, lässt sich beraten. Kommt haft wirken.“ Professionelle Beratung, erfahein anderes Mal wieder oder lässt sich direkt rene Ärzte und qualitativ hochwertige Produkte behandeln.“ Freundlich begrüßt uns Dr. Lara sind für Stefanie Brandes sowieso die VorausJust-Kovac, Fachärztin für ästhetische und setzung dafür, dass sie sich auf eine Behandplastische Chirurgie. Sie gehört zum Praxis­ lung einlässt. Was sie letztendlich überzeugt, team von Dr. Manassa in Frankfurt und bittet ist der Einsatz von Hyaluronsäurefillern, denn zum Beratungsgespräch in eines der elegant auf keinen Fall möchte sie Giftstoffe in ihrem eingerichteten Behandlungszimmer. Körper haben. „Hyaluron ist ein körpereigener Stoff, der für die Injektionen künstlich hergeNatürlichkeit bewahren stellt wird. Mit den Fillern stärken wir die KnoStefanie Brandes ist es gewohnt, nichts dem chenstruktur, das Gewebe sackt dadurch nicht Zufall zu überlassen, das merkt man schon an weiter ab. Und durch die gute Gewebeintegraden exakten Vorstellungen, die sie der Ärztin tion des Materials wirken die Ergebnisse später darlegt: „Ich möchte mein natürliches Ausseschön natürlich“, erklärt Dr. Lara Just-Kovac.

Fotos: Top Magazin Frankfurt

Unter dem Konzept und dem Namen PAAU führen Fachärzte der Praxis von Dr. Edouard Manassa professionelle Behandlungen mit Gesichtsfillern von Juvéderm und Botulinumtoxin durch. Ohne Termin, man kommt einfach in der Douglas-Filiale auf der Frankfurter Zeil vorbei. Jeder Behandlung geht eine individuelle Beratung voraus. Top Magazin hat zwei Frauen begleitet.


Mit Hilfe des Handspiegels zeigt die Ärztin, wie man das Gesicht der Powerfrau dezent optimieren kann, und zeichnet Linien auf: „Wir spritzen Jochbogen, Tränenrinne, Nasolabialfalte und füllen winzige Fältchen mit Fillern. Es sind kleine Nuancen, die das Gesicht einfach frischer wirken lassen.“ Für die verschiedenen Einsatzgebiete verwendet Dr. Just-Kovac unterschiedliche Gesichtsfiller aus dem Juvéderm-Sortiment. Es ist vielseitig einsetzbar und jeder Filler ist auf die jeweiligen Bedürfnisse der Hautpartien abgestimmt. Angenehme Behandlung Nachdem alle Fragen geklärt sind, legt sich Stefanie Brandes auf den Behandlungsstuhl. Ist sie denn nervös? „Nein, ich habe deutlich gesagt, ich möchte nur einen natürlichen Frischekick. Ich bin gelassen, da ich von speziell ausgebildeten Ärzten mit Top-Produkten behandelt werde. Eine Behandlung von einer anderen Person als einem Facharzt käme für mich nicht in Frage.“ 20 Minuten und einige Injektionen später, die sie als „angenehm“empfindet, betrachtet Stefanie Brandes ihr Spiegelbild kritisch von allen Seiten, berührt ihre Wangen. Sie lächelt: „So habe ich es mir gewünscht! Ich sehe tatsächlich frischer aus. Erholter. An den Augenrändern, um die Wangenknochen. Aber keiner wird sagen, du hast was machen lassen!“ Konturen für Instagram Frisch wirkt die Influencerin Farahnos Dehkonova auch schon vor der Beauty-Behandlung. Doch um auf Fotos auf ihren Social-MediaKanälen besser rüberzukommen, wünscht sie sich markantere Konturen. Im Gespräch mit Dr. Just-Kovac stellt die Studentin klar: „Ich fühle mich schön. Aber ich weiß, dass es noch besser geht, und wünsche mir das Schönheitsideal, das ich in meinem von Fotos dominierten Business brauche. Ausgeprägte Wangenknochen, schöne Konturen. Aber von allem nicht zu viel, um meine Natürlichkeit zu behalten.“ Millionen Mädchen weltweit wünschen sich diesen Top-Model-Look, weiß die erfahrene Beauty-Ärztin: „Farahnos ist eine schöne Frau, die noch ein bisschen Babyface hat, an dem man nichts korrigieren müsste. Aber sie möchte ihr Aussehen optimieren. Bisher musste sie Contouring, Lipliner und Rouge benutzen. Mit einem Hauch Hyaluron kann sie auch ohne Make-Up fraulicher aussehen.“ Farahnos weiß, dass diese Konturen in einigen Jahren von selber kommen würden. Aber sie will sie jetzt.

Kein Skalpell, keine OP Mit einem Stift zeichnet Dr. Just-Kovac Linien auf Wangen, Kinn und Kiefer der jungen Frau. Noch etwas Betäubungssalbe auf Farahnos’ Oberlippe, dann injiziert die Ärztin vorsichtig den Filler in exakt definierte Punkte. „Auf Knochen nimmt man festeres, stark konturierendes Material, in den Lippen ist die Substanz weicher und feiner,“ erklärt Dr. Just-Kovac. Farahnos zuckt mit keiner Wimper. Nur so viel, bis es perfekt ist Man kann zusehen, wie Farahnos’ Gesicht mit jeder Injektion mehr Kontur bekommt – zum Schluss in die Oberlippe, in deren Rand die Ärztin zwischen Daumen und Zeigefinger einen perfekten Amorbogen formt: „In drei Tagen sitzt das. Bis dahin nicht ausstreichen!“ Nach 15 Minuten ist alles vorbei, wehgetan hat es nicht. Farahnos nimmt den Handspiegel, strahlt: „Ich sehe ganz normal und natürlich aus! Nicht wie direkt aus der Beauty-Klinik. Das war genau das kleine Etwas, das gefehlt hat!“ Die Influencerin freut sich, dass sie ab sofort ohne aufwändiges S chminken sp ontan online gehen kann. „Ich zeige meinen Followern, dass ein BeautyEingriff nicht automatis ch Schlauchbootlippe oder Stupsnase bedeutet. Viele machen viel zu viel!“ Ein glückliches, natürliches Lachen. „Ich bin gespannt, was meine Eltern sagen. Ob sie überhaupt was kp n merken?!“ Dr. Lara Just-Kovac zeigt Influencerin Farahnos die Bereiche am Kiefernbogen, die konturiert werden können

„Ich sehe ganz normal und natürlich aus! Nicht wie direkt aus der Beauty-Klinik. Das war genau das kleine Etwas, das gefehlt hat!“ Farahnos Dehkonova

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Wer früher lieber einen Spieleabend veranstaltete, als in die Disko zu gehen, wurde oft als Langweiler abgestempelt. In Pandemie-Zeiten liegt man damit jedoch voll im Trend: Als Social Cocooning wird die Mentalität bezeichnet, bei der das soziale Leben in die eigenen vier Wände verlagert wird. Die „Homing-Welle“ verändert aber nicht nur den Lifestyle, sondern hat auch Auswirkungen auf Wohnformen, Raumstrukturen und Design. Von Laura Uebel

Ob Sofas, Leuchten, Vasen oder Tische – bei John Lewis kann man die neusten Saisontrends shoppen. So richtet man sich stilvoll und gemütlich ein. johnlewis.com

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Anja Kirig Trendforscherin Zukunftsinstitut

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usiness-Reisen, After-Work-Partys, feuchtfröhliche Restaurantbesuche: Ein prall gefüllter Terminkalender galt lange als Statussymbol. Viel unterwegs und „busy“ zu sein machte einen erfolgreichen Alltag aus – bis Kontaktbeschränkungen das öffentliche Leben in die Knie zwangen. Dafür widmen wir nun etwas Anderem unsere Aufmerksamkeit: dem eigenen Zuhause. Der Rückzug in die Heimeligkeit ist nicht neu. „Cocooning“ (engl. „verpuppen“) nennt sich der Trend, der besonders in Krisenzeiten verstärkt anzutreffen ist. Er beschreibt die Tendenz, sich der Öffentlichkeit zu entfernen und – wie eine Raupe in ihrem Kokon – ins häusliche Privatleben einzuspinnen. Im Klartext: Während draußen die Welt untergeht, macht man es sich im vertrauten Heim kuschelig. Durch Lockdown & Co. hat dieser Lebensstil allerdings eine Trendwende erfahren: Konjunkturelle Sorgen und politische Unsicherheiten wecken die Sehnsucht nach Kommunikation, einem Miteinander und Zugehörigkeitsgefühl. ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN Der Begriff „Social Cocooning“ wurde bereits 2017 durch die Studie „Die neue Achtsamkeit“ des Zukunftsinstitutes geprägt. Trendforscherin und Journalistin Anja Kirig beschreibt das Phänomen im Dossier „Die neue Heimeligkeit“ als „neue Lagerfeuermentalität, deren Kern ein auf Kontakt basierendes Zusammentreffen von Menschen in entspannender Wohnzimmeratmosphäre ist“ und bei der „das Wir-Gefühl und Wohlfühlorte“ in den Vordergrund treten. Die

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Social Cocooning ist laut Kirig also mehr als Stricken, Backen, Kerzen anzünden und geht über die oberflächliche Praktizierung von „Hygge“, „JOMO“, „Coorie“ oder „Lagom“ hinaus – Lebensstile, die Aspekte von Cocooning beschreiben, allesamt ein glücklicheres Leben versprechen und vor allem in den skandinavischen Staaten praktiziert werden. Statt alleine zieht man sich nun gemeinsam in die neue Heimeligkeit zurück, schenkt einander Gehör und wächst zusammen. WORK – LIFE – UNITED Wie wir wohnen, spielt dabei eine wichtige Rolle, denn durch die Pandemie verlagern sich viel mehr soziale Aktivitäten in die eigenen vier Wände. Statt Kino heißt es Netflix streamen, statt Clubbing Gartenparty, statt Büro Home-Office. „Es lässt sich beobachten, dass, um den Begriff ‚heimelig‘ aufzunehmen, Nischen geschaffen werden, denn die Qualität des ‚Zuhauses‘ wird natürlich in der Kombination des ‚Work-Life Space‘ auf eine ganz neue Belastungsprobe gestellt“, sagt Franziska von Schumann, Vorstand bei der Architektur- und Designplattform Stylepark. „Wir müssen Räume schaffen, in denen Arbeiten und Leben harmonisch miteinander funktionieren.“ Die Abgrenzung zwischen den beruflichen, quasi öffentlichen und den privaten Räumen sei eine positive Herausforderung für das Online-Magazin, das unter anderem auch als Netzwerker und Berater zwischen Herstellern, Planern, Architekten und Designern fungiert. Neben dem Trend zum Home-Office beobachte man auch, dass Social Cocooning die Nachfrage für Co-Working-Angebote stark wachsen lässt, sagt von Schumann: „Corona hat bei den Angeboten des Co-Workings für etwas Zurückhaltung gesorgt, aber generell wird sich hier sicher noch sehr viel verändern. Insbesondere da ja viele Firmen derzeit überlegen, ihre Flächen zu reduzieren.“ ZUKUNFTSWEISENDE WOHNKONZEPTE Neue Lebensformen erfordern entsprechende Räumlichkeiten, die sich in Bezug auf Qualität, Design und Funktionalität den Bedürfnissen ihrer Bewohner anpassen können. Währenddessen steigen in vielen Städten die Mieten und Immobilienpreise und der Wohnraum wird knapp. Als individuelle Lösungen gelten Wohnkonzepte von Co-Living und Wochenend-WGs über Generationenhaushalte bis hin zu Seni-

Der perfekte Cocooning-Abend: ein gemütliches Dinner mit Freunden.

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Zeit, in der die Menschen sich nur wenig Faceto-Face treffen konnten, habe dazu geführt, dass nicht mehr die Selbstfindung im Fokus stehe, sondern man „wieder echte Resonanzmomente im Wir sucht“.

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Foto: iStock

„Social Cocooning ist eine neue Lagerfeuermentalität, deren Kern ein auf Kontakt basierendes Zusammentreffen von Menschen in entspannender Wohnzimmeratmosphäre ist.“


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orendörfern, welche die Gemeinschaft in den Mittelpunkt rücken.

Jerzy Behnke gibt uns einen exklusiven Einblick in ein Grand-Tower Apart­ment im 44. Stock.

In Frankfurt tastet man sich langsam an die moderne Interpretation urbaner Lebensorte heran. Das Konzept des „Omniturm“ hebt die übliche Trennung von Arbeiten, Wohnen und öffentlichem Leben auf. Im Sockel des Gebäudes finden gemütliche Lounges und flexible Arbeitsplätze zusammen.

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as Projekt „Four“ der Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner repräsentiert mit vier futuristisch designten Hochhäusern ein nachhaltig städtebauliches Konzept: In Zusammenarbeit mit dem niederländischen Architekt Ben van Berkel (UNStudio) entsteht ein Innenstadtquartier zwischen Shoppingmeile und Bankenviertel mit einer Kombination aus großen Grünflächen, hochwertigen Büros, öffentlichen Plätzen, vielfältiger Gastronomie, Einzelhandel und unterschiedlichen Wohnformen – von geförderten Wohnungen über LongstayAppartements des Hyatt-House bis zu Mietund Eigentumswohnungen. Im Oktober ist der offizielle Verkauf der 242 hochklassigen Appartements im 120 Meter hohen Turm 3 mit Größen von 30 bis 200 Quadratmetern gestartet.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Roman Gerike (Meriag)

„Der Trend geht dahin, dass Wohnungen kleiner werden. Gerade deswegen werden aber Wohnmodelle mit zusätzlichen ‚Amenities‘, also Zus atzang eb o ten, wichtig“, meint Jerzy Behnke, seit 2015 Head of Acquisitions bei gsp Städtebau. Unter anderem verantwortet er das Marketing für den Grand Tower – mit 47 Stockwerken das bislang höchste Wohngebäude Deutschlands. Im vergangenen Juni zogen die ersten Bewohner ein. EUROPAVIERTEL: DER URBANE HOTSPOT Wir treffen den Immobilienökonom am Fuße des 172 Meter hohen Skyscraper, direkt gegenüber des Skyline Plaza, am Eingang zum Europaviertel. Ein Viertel, das für die Städter eine lange Zeit als nicht erstrebenswert galt. Behnke erinnert sich zurück: „Für Frankfurter erschien es wie Offenbach: weit weg, nichts

los. Hier gab es früher kaum etwas außer dem alten Güterbahnhof. Das Europaviertel, wie wir es heute kennen, ist in den vergangenen 15 Jahren entstanden.“

„Der Trend geht dahin, dass Wohnungen kleiner werden. Gerade deswegen werden aber Wohnmodelle mit zusätzlichen ‚Amenities‘, also Zusatzangeboten, wichtig.“

1990 spross der Messeturm als erster Wolkenkratzer außerhalb des Bankenviertels gen Himmel. Mittlerweile türmen sich immer mehr Hochhausburgen um das Messegelände und weitere Baustellen tun sich auf. Mit dem „Eden“ wächst in der Europa-Allee ein lebendiges Gesamtkunstwerk aus zwei Welten: moderner Hausarchitektur und einer Form privater Jerzy Behnke Gärten. Die Architekturbüros gsp Städtebau Helmut Jahn (Chicago) und Head of Acquisitions Magnus Kaminiarz (Frankfurt) haben den Wohnturm mit der begrünten Glasfassade entworfen. Der Dachgarten bietet viel Platz zum Relaxen oder um sich mit dem Nachbarn zum Sundowner zu verabreden. Für Kaminiarz, der als Spezialist für Wohnhochhäuser mit teurem Eigentum galt, eines seiner letzten Projekte, bevor er im April 2019 im Alter von 54 Jahren verstarb. In den kommenden Jahren sehen die städtebaulichen Rahmenpläne für Hochhausprojekte vor, sich weiterhin auf die Teilräume Bankenviertel und westliches Mainufer sowie 

Grand Tower Frankurt

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Jedes Apartement ist durch individuell gesetzte Akzente auf seine Art besonders. Hochwertige Materialien und Möbel schaffen ein luxuriöses Wohlfühlambiente.

Platz nehmen. „Praktisch, wenn man eine der kleineren Wohnung bezieht und den Steuerberater oder Kollegen nicht auf engstem Raum begrüßen möchte“, sagt Behnke. Architektin Claudia Blum (Studioarchitects) hat hier edle Akzente gesetzt. Blickfänger: Die riesige Kristallleuchte, die imposant über den italienischen Designermöbeln schwebt, von denen man auf eine wunderschöne Wand aus SicisGlasmosaiken blickt.

Jerzy Behnke gsp Städtebau Head of Acquisitions

Klein aber fein: Hier lässt es sich träumen!

E den Danziger Platz mit EZB und Osthafen Entrée zu fokussieren. Für das junge Europaviertel sagt Behnke dennoch ein weiteres Cluster voraus: „Hier wird ein urbaner Hotspot entstehen. Ein lebendiger Stadtteil mit Cafés, Shops und weiteren Wohnhäusern, die Platz zum sozialen Austausch bieten.“ Die Verlängerung der Stadtbahnlinie U5 könne dazu beitragen, rasch ein neues innerstädtisches Quartier entstehen zu lassen, jederzeit erreichbar, mit dem sich die Frankfurter identifizieren können. Behnke ist von der Vorstellung begeistert: „In 2025 steigen Grand Tower-Bewohner direkt vor ihrer Haustür aus!“ FIRST-CLASS COCOONING Nur einen Katzensprung von den großen Werbeschildern entfernt, die den künftigen Einstieg zur neuen unterirdischen U-Bahn-Station „Güterplatz“ markieren, finden wir uns in der sechs Meter hohen Lobby des Grand Tower wieder. Wie in einem 5-Sterne-Hotel wird man hier von einem Concierge-Service empfangen, der 24 Stunden am Tag den Eingang kontrolliert, Pakete entgegennimmt und im hauseigenen Postraum verstaut. Behnke: „In Frankreich, Asien und den USA gehört der ‚Doorman‘ ganz selbstverständlich in Apartmenthäusern dazu. Diesen Service hätten wir in Deutschland auch gerne – die Bereitschaft, für Service Geld auszugeben, muss sich aber noch bilden.“ Besucher können zunächst bequem im Loungebereich am elektronischen Kaminfeuer

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in Highlight ist der „Grand Garden“ in der 7. Etage, von dem man direkt auf die Glaskuppel des Fitness- und Wohlfühltempels Meridian Spa blicken kann: Die 1.000 Quadratmeter große Terrasse des Grand Tower lädt mit großzügigen Loungezonen zum Relaxen und Networken ein. Kleine Wasserspiele sind in den Boden eingelassen, im Frühjahr können hier die Hochbeete mit frischen Kräutern bepflanzt werden. Der „Kitchen Club“, ein separater Gemeinschaftsraum mit voll ausgestatteter Küche, kann exklusiv angemietet werden. „Hier hat man genug Platz, auch mal ein besonderes Event zu veranstalten. Wie eine Weihnachtsfeier oder einen Dinner-Abend mit einem Sterne-Koch“, schwärmt der Marketer. LIVING THE HIGH LIFE Auch die 200 Quadratmeter große SunsetTerrasse im 43. Stock lädt auf 145 Metern Höhe mit atemberaubenden Aussichten zum Energietanken ein. „Es ist egal, ob man auf der Westoder Ostseite wohnt. Von allen Seiten hat man einen genialen Blick über Frankfurt und das Umland.“ Behnke zeigt in die Ferne auf den „Ginnheimer Spargel“: „Damals 1989, als wir in 230 Metern Höhe in der Disko abgedanct haben. Da werden Erinnerungen wach…“ Ins Träumen kommt man auf Etage 47 in den zwei Penthouse-Wohnungen, je um die 8 Millionen Euro teuer, schätzt der Experte: außergewöhnliche Apartments über zwei Etagen und mit bis zu 280 Quadratmeter Wohnfläche. Auf der riesigen Terrasse in 172 Metern Höhe fühlt man sich wie der König der Welt. Behnke läuft zwischen Bodenplatten, Leitern und Handwerkzeug umher und lässt seinen Gedanken freien Lauf: „Hier Master-Bedroom, dort vielleicht noch ein verspiegeltes 

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

„Die Küche ist in Zeiten von Corona wichtiger denn je, denn sie ist Herzstück einer jeden Wohnung. Hier findet Social Cocooning statt.“

„Im Grand Tower haben wir eine Kombination aus Premium-Wohnen, einem vielfältigen Servicekonzept und stilvoll gestalteten Gemeinschaftsräumen kreiert. Wir wollten keine unterkühlte, sondern eine ‚Feel like Home‘Atmosphäre erschaffen“, erklärt Behnke. Der Fahrstuhl kommt und schon befinden wir uns auf dem Weg nach oben.


Für alle, die Style gehen.

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Wir sind immer auf der Jagd. Nach den aufregendsten Möbeln, den schönsten Leuchten und einzigartigen Accessoires. Ob geliebte Stilikonen oder Neulinge mit Klassikerpotenzial – wir bringen gelungenes Design zur Geltung. Und natürlich in Ihre vier Wände. Besuchen Sie uns. Jetzt ist die Zeit. www.kontrastmoebel.de

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„Das ist vielleicht auch Cocooning: auf den Billigstuhl, den ich in zwei Jahren wieder entsorgen muss, zu verzichten und mich für hochwertige Produkte zu entscheiden.“ Juliane Maier Studio Aberja

Ankleidezimmer!“ Wenige Wohneinheiten werden im Grand Tower noch ausgebaut, über 400 Apartments wurden bereits übergeben. Jedes Interior-Design folgt demselben Schema und ist doch durch individuell gesetzte Akzente auf seine Art besonders: Die offenen Raumstrukturen und bodentiefen Glasfenster sorgen für viel Licht und Transparenz. Die mit viel Sorgfalt und Liebe fürs Detail ausgewählten Materialien wie Eichenholz, Naturstein und Mosaikglas schaffen ein luxuriöses Wohlfühl-Ambiente und betonen die urbane Atmosphäre der Architektur. Der Fokus liege jedoch auf dem Küchenbereich, erklärt Behnke: „Die Küche ist in Zeiten von Corona wichtiger denn je, denn sie ist Herzstück einer jeden Wohnung. Hier findet Social Cocooning statt. Etwa beim gemeinsamen Kochen, bei Spieleabenden oder einem Glas Wein.“

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om Balkon des 44. Stocks haben wir freien Blick aufs Bahnhofsviertel und das alte Polizeipräsidium. Gleich um die Ecke hat das Frankfurter Design-Studio Aberja sein Zuhause. In einer charmanten Villa mit alten Holzbodendielen, Stuck an der Decke und einem Mini-Balkon aus Sandstein, in der „bereits ein Bordell, ein Finanzbüro und das ehemalige Headquarter der ‚Hell’s Angels‘ untergebracht waren. Ein Haus, das Geschichte schreibt“, lacht Robin Heather. Zusammen mit Juliane Maier ist er das Gesicht hinter Aberja. Nachdem sie studiert und ihre praktischen Erfahrungen in renommierten, ausländischen

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Villa The Hague/Wohnzimmer

Architektenbüros, wie Ben van Berkels UNStudio oder Coop Himmelb(l)au, gesammelt haben, kommen beide in die Mainmetropole zurück und lernen sich in einem Frankfurter Architekturbüro kennen. „Wir haben eine Weile zusammengearbeitet und gemerkt, dass wir beide den Wunsch hegten, Projekte ganzheitlich zu betrachten“, erzählt Robin. Juliane weiter: „Wir sehnten uns nach mehr innovativem Austausch in der realen Welt. Die Innenarchitektur birgt einfach eine sehr viel kreativere Komponente und bei der Berufsausübung müssen weniger Vorschriften und technische Regelwerke beachtet werden.“ Im Jahr 2016 gründeten die jungen AllroundArchitekten das Studio Aberja und starteten damit auch ihre berufliche Design-Karriere. Ihr erstes Projekt: Die Bonechina-Bar in Alt-Sachsenhausen. Daraufhin folgte die Gestaltung einer Villa in Den Haag, der Eisdiele Antipodean im Frankfurter Nordend und der Mehlwassersalz-Bäckerei im Museum für Moderne Kunst. Ihr größtes Herzensprojekt ist bis heute das „Lindley Lindenberg“ im Ostend, dessen Konzept Social Cocooning in den Fokus rückt. ZUHAUSE IM „LINDLEY LINDENBERG“ Das „Lindley Lindenberg“ ist weder Hotel noch Wohngemeinschaft. Übernachtungs- und Langzeitgäste sind gleichermaßen willkommen. Die 100 Zimmer sind mit 16–22 Quadratmetern relativ klein, haben dafür aber sehr hohe Decken. Robin: „Planerisch wäre von den Raumhöhen eine weitere Etage möglich gewesen, doch der Bauherr hat sich zum Glück für mehr Höhe in den Zimmern entschieden.“

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Simon Bolz / Studio Aberja

Das Aberja-Team Robin Heather und Juliane Maier in der Gemeinschaftsküche vom Lindley Lindenberg. Hier im Haus haben die Designer die Zimmer kunstvoll aufgemöbelt.


business

EXTRAORDINARY IS

A LWA Y S IN STYLE

Villa The Hague/Kinderzimmer

Villa The Hague/Esszimmer

M E H R I N S P I R AT I O N E N I N EINEM IHRER BOCONCEPT STORES IN FRANKFURT UND ONLINE AUF B O C O N C E P T. C O M .

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er die Gemeinschaft sucht, dem stehen viele weitere individuell gestaltete Zonen für den sozialen Austausch zur Verfügung. In der vollausgestatteten Küche trifft man sich zum Kochen, auf dem Rooftop zum Yoga, im „Coworkingraum“ stehen Bürotische und Stühle in kunstvoller Atmosphäre zum Arbeiten bereit. Im Fitnessstudio sieht man sich beim Training und das „Panoptikum“, der Tagungs-, Event-, Arbeits-, Kino- und Konzertraum, bietet ein abwechslungsreiches Programm. Wer es ruhiger mag, lässt sich im „Baumraum“ im Schaukelstuhl zum Lesen nieder oder besucht die „Gute Stube“ zum Musikhören bei einem Glas Whiskey am Kachelofen. „Das Miteinander ist beim Social Cocooning das eine, die Gestaltung und Einrichtung das andere“, erklärt Juliane. „Da geht es um Farben, Möbel, um die Dekoration – darum, Plätze zu generieren, an denen man entspannen kann.“ Das Lindley Lindenberg zieren restaurierte Thonet-Möbel, Designstücke ausgewählter Hersteller, über 500 Arbeiten zeitgenössischer Künstler und von Hand gefertigte Unikate. „Das ist vielleicht auch Cocooning: auf den Billigstuhl, den ich in zwei Jahren wieder entsorgen muss, zu verzichten und mich für hochwertige Produkte zu entscheiden, die mir viele Jahre Freude bereiten.“ MAKE IT COZY: SO GEHT SOCIAL COCOONING! Durch Online-Plattformen wie Pinterest habe man heute vermehrt Zugriff auf tolle Designs und Ideen. Robin: „Die Herausforderung 

„Das Miteinander ist beim Social Cocooning das eine, die Gestaltung und Einrichtung das andere.“ Juliane Maier Studio Aberja

BOCONCEPT 2X I N F R ANKF URT STEPHANSTRASSE 3 (MA*) AM PARKHAUS ZEIL HANAUER LANDSTRASSE 85 GEGENÜBER DER EZB


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„Cocooning ist ein Gefühl, das sich nicht durch Regeln und Anleitungen definieren lässt.“ Robin Heather Studio Aberja

besteht jedoch darin, ein übergeordnetes Konzept auf eine konkrete Situation zu entwickeln, welche dann als Ganzes stimmig wirkt. Oft sehen wir eine Sammlung einzelner kreativer Lösungen, welche individuell betrachtet gut sind, jedoch nicht zusammenpassen.“ Zunächst müsse eine Idee entwickelt werden, welche die Bedürfnisse der Nutzer erfasst. „Erst im zweiten Schritt werden Farben und Formen gestaltet. Dabei gehen wir dann gerne schonmal etwas progressiver mit der Auswahl von Material und Farbe an ein Projekt heran.“

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ür größere Projekte empfehle es sich, professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Juliane: „Interessanterweise stellen wir fest, dass bei Privatleuten Interior Design fast kein Thema ist.“ Wenn es um Aufträge gehe, sei man in Deutschland sehr zögerlich. Anders als in den USA oder Großbritannien, wo der Innenarchitekt das komplette Styling eines Hauses verantworte. Robin merkt an: „Der deutsche Begriff ‚Innenarchitekt‘ ist an sich schon sehr sperrig. ‚Interior Design‘ klingt da schon besser.“

Ein neuer Prototyp von Herkner für die Marke Thonet

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Bei der Konzeption überwiege zumeist der funktionale Gedanke. Dabei gebe es in Frankfurt viele Designer mit besonderen Visionen und dem Gespür für außergewöhnliche, hochwertige Produkte. Wie den 39-jährigen Sebastian Herkner, der im Auftrag der Commerz Real ein stimmungsvolles Zwei-Zimmer-Apartement auf der 25. Etage des neuen

Social Cocooning befeure den Trend „zurück zu einer Kleinteiligkeit, hin zu authentischen, handgemachten und hochwertigen Naturmaterialien. Nachhaltigkeit und Regionalität sind von Bedeutung“, sagt Juliane. Dank des Internets gebe es heutzutage nun auch eine Plattform für kleinere Manufakturen. „Den Leuten gefällt es, wenn eine Geschichte und Liebe fürs Detail hinter einem schönen und besonderen Produkt steckt.“ Robin: „Schön und besonders, das sind natürlich sehr intuitive und individuelle Vokabeln. Aber genau darum geht es: Cocooning ist ein Gefühl, das sich nicht durch Regeln und Anleitungen definieren lässt. Die Individualität und Besonderheit für den Einzelnen ist gerade das, was besondere Werte erschafft. Eben ein ‚Cocoon‘ für Wertvolles.“ n

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Simon Bolz / Studio Aberja

Der Designer in seinem Studio in Offenbach

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Wohnturms „One Forty West“ gestaltete: mit besonderen Objekten von Marken wie Freifrau, Moroso oder Thonet. Der kreative Kopf Kai Linke, der sich für seine Objekte am liebsten vom Material selbst inspirieren lässt. Oder Catrin Altenbrandt und Adrian Nießler, die mit ihrem Designstudio Pixelgarten eine große Bandbreite an Projekten, von klassischer Gestaltung von Drucksachen und Corporate Design für Unternehmen über Art-Direktion bis hin zur Produktfotografie und Illustration, abdecken. MUT ZUM BESONDEREN Juliane: „Es gehört dazu, mutig zu sein, Farben auszuprobieren, Kontraste zu erzeugen und authentische, möglichst natürlich belassene Materialien zu wählen, die mit Würde altern und auf denen man auch mal Flecke und Macken sieht. Wenn es um Eigentum geht, denken viele, es muss für die Ewigkeit sein. Man lebt aber im Hier und Jetzt und kann ruhig etwas mutiger sein.“

Sebastian Herkner entwirft Produkte für international bekannte Unternehmen wie ClassiCon, Gervasoni und Moroso.

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Das Lindley Lindenberg im Ostend lädt zum zeitlosen Bleiben ein.


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Eames Shell Chairs | Design: Charles & Ray Eames, 1950 Das Original kommt von Vitra * Angebot gültig vom 1. November 2020 bis 31. Januar 2021. Der preiswerteste Stuhl wird nicht in Rechnung gestellt. Die folgenden Vitra Esszimmerstühle sind in diesem Angebot enthalten (frei kombinierbar): Eames Shell Chairs (ausgenommen DSS, DSS-N, LAR, RAR, PACC und PSCC), Standard, Standard SP, Chaise Tout Bois, Panton Chair, Panton Chair Classic, Softshell Chair, Moca, HAL (ausgenommen swivel base), Tip Ton, APC, .03, .05 und Belleville Chair.

Eames Shell Chairs von Vitra – in unserem Store: smow F GmbH | Hanauer Landstraße 140 | 60314 Frankfurt am Main | Fon 069 850923-0 | Fax 069 850923-33 | frankfurt@smow.de smow.de/frankfurt | Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr | Samstag: 10 bis 16 Uhr | Parkmöglichkeiten: Öffentliche Tiefgarage Motel One


Top Interior

Unsere Einrichtungstipps für eine kuschelige Winterzeit

Die Torii-Kollektion von Minotti integriert gemütliche gepolsterte Lounge-Sessel und Poufs. minotti.com

Mit seinen neuen Weingläsern aus der Josephinenhütte hebt Karl Josef Zalto die Glaskunst nochmals auf ein neues Level. josephinen.com

Verspielt und romantisch – Accessoires von Audenza audenza.com

Der Knitting Chair von Menu Space

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menuspace.com Fotos: Hersteller

Leuchte und Deko in einem – die Sablier von Cattelan Italia


life & style

Der Sekretär Alcor von B&B Italia macht überall eine gute Figur. bebitalia.com

Die Atlas Leuchte von Tonone kombiniert einen mundgeblasenen, transparenten Glasschirm mit eleganten Messingarmen. tonone.com

Der Wall Flame Wandkamin von Radius

Dieses Hindsight Sofa von Vladimir Kagan mit fließenden Kurven strahlt eine ganz eigene Magie aus. vladimirkagan.com

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BOX S PR IN G , L IF E S T Y L E OD ER ER G ON O MI E ? Wir h ab e n al l es ! NEU Flagship-Store: Hanauer Landstraße 174, 60314 Frankfurt Cityhaus Frankfurt: Sandgasse 6, 60311 Frankfurt Bad Homburg: Waisenhausstraße 2, 61348 Bad Homburg Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 10 - 19 Uhr, Sa. 10 - 18 Uhr

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life & style

In diesem zauberhaft designten Zimmer von Fairytale Bedroom werden Kinderträume wahr. Das Wandbild als Schlüsselelement gibt dem Raum ein märchenhaftes Flair. the-fairytale.com

Mit der Leuchte Alchemie T verbindet Giulia Archimede für Catellani & Smith Licht und Dunkelheit, Sonne und Mond. catellanismith.com

Freistehend und frei von Konventionen – nach dieser Vision hat Sebastian Herkner für Wittmann eine neue Möbelkategorie erschaffen: Die Miles Pouflongue ist eine Mischung aus Hocker und Chaiselongue. wittmann.at

Das verschnörkelte Hortense Bett von Roche Bobois sieht nicht nur prachtvoll aus, hier schläft man auch königlich.

Apollo 24 nennt sich dieser Hermès Himmelsglobus aus mit der minutiös nachgebildeten Milchstraße bedrucktem Kalbsleder. hermes.com

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Fotos: Hersteller

roche-bobois.com


life & style

Der Pecorelle Armchair von Arflex by Rubelli – seit 1889 produziert der Familienvertrieb aus Venedig hochwertige Stoffkollektionen. rubelli.com

Das mobile Regal Albero von Poltrona Frau poltronafrau.com

Der Blue Fox Luxury Throw von Touched Interiors touchedinteriors.co.uk

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Dem Rƀum die ᅁeele Ƃeben

Handgeknüpftes ist zur Zeit das Maß der Dinge. Seit Designer wie Jan Kath, Hossein Rezvani und Zollanvari mit ihren kreativen Ideen den Orienteppich neu erfunden haben, schmücken Produkte uralter Handwerksfertigkeit wieder die Häuser und Wohnungen von Managern, Popstars und Intellektuellen. Anoshirvan Haghnazari führt in Frankfurt einen der bekanntesten Showrooms des Landes in der Berliner Straße 25. An den Wänden hängen die schönsten Exemplare wie Meisterwerke moderner Kunst.


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„Ich freue mich, dass die Nachfrage seit der Eröffnung 2016 so enorm angestiegen ist“, sagt der 50-Jährige mit iranischen Wurzeln. Sein Großvater hatte 1932 in Teheran die Teppich-Tradition begründet. Sein Vater war 1955 nach Frankfurt gekommen und startete ein Geschäft am Oeder Weg. Später zog er in das Rundschau-Haus am Eschenheimer Turm. Der Laden war nicht nur für Menschen aus der Region die erste Adresse für alle, die einen exquisiten Perserteppich suchten. „Wir hatten 16.000 Kunden in ganz Deutschland“, erzählt der Sohn. Anoshirvan Haghnazaris Karriere lief erst einmal in eine ganz andere Richtung. Er erwarb ein Diplom als Bauingenieur, arbeitete erfolgreich als Projektleiter und -steuerer für große Unternehmen und qualifizierte sich als Immobilienökonom. Ästhetische Ausrufezeichen Als sein Vater 2012 starb, überlegte er, ob die Geschichte der Haghnazari-Teppiche vielleicht doch noch fortgesetzt werden könne. Für ihn war klar, dass im 21. Jahrhundert ein anderer Weg gesucht werden musste, um neue Kunden zu gewinnen. Er knüpfte die Verbindung zu den Stardesignern Kath, Rezvani und Zollanvari und fand dann einen Laden mit Potenzial mitten in der Stadt. Pandomo-Boden, bodentiefe Fenster, ausgeklügelte Lichteffekte verwandelten eine Polizeiwache und das benachbarte Reisebüro in eine coole Location. Die Kunden schätzen das Ambiente. Das Spektrum reicht vom chinesischen Industriellen bis zum Oberstudienrat aus der Wetterau. Luxus hat viele Gesichter.

Fotos: Holger Peters

Unikate von Designerstars Die Teppiche sind Unikate, die in diversen Farben, Abmessungen und Materialien bestellt werden können. Jan Kath lässt vor allem in Indien und Nepal, Hossein Rezvani und Zollanvari im Iran arbeiten. Auf faire Arbeitsbedingungen wird Wert gelegt. Die Verarbeitung der hochwertigen Schurwolle und der feinen Naturseide, die einen ganz besonderen Glanz bringt, geschieht umweltschonend. 700 Seidentöne und 1.200 Wolltöne sind bei Haghnazari verfügbar. Früher erhielten die Knüpfer mit dem Stift gezeichnete und überlieferte Muster. Heute entwerfen die gefeierten Künstler die Vorlagen am Computer. Wenn jemand keinen vorhandenen Teppiche erwerben, sondern lieber eine Variation genau nach seinem Geschmack haben möchte, erhält er zunächst eine digitale Animation, damit er sich ein Bild machen kann. Hat der Käufer sich entschieden, erfolgt

eine Anzahlung. Nach einigen Monaten ist der Teppich dann fertig und wird angeliefert. Inspirierende Gegenwart Jeder aus dem Trio, mit dem Haghnazari kooperiert, besitzt eine charakteristische Persönlichkeit mit individuellen Vorlieben. Jan Kath, Spross einer Teppichhändlerfamilie aus Bochum, verbinde Pott mit Punk und Prunk, hat ein Journalist einmal geschrieben. Mitunter liebt es der bodenständig gebliebene Westfale aber auch fast klassisch. Dann spielt er nur ein wenig mit dem überlieferten Formenkanon, beispielsweise mit Tabriz, Bidjar oder Kerman. Bei den Farben aber knallt es.

Teppiche sind zu autonomen Wohlfühlinseln geworden – mit einer langen Vergangenheit und einer inspirierenden Gegenwart.

Etwas anders geht Hossein Rezvani vor, der elegante Deutsch-Perser aus Hamburg. Er verfremdet die althergebrachten Motive fast bis zur Unkenntlichkeit. Zurück bleiben magische Spurenelemente. Der älteste der Drei, der in der Schweiz lebende Zollanvari, ist vielleicht am stärksten der Tradition verpflichtet. Er abstrahiert, doch gleichzeitig feiert er die Pracht und Fülle der alten persischen Knüpfkunst. Die Teppiche sind zu autonomen Wohlfühlinseln geworden – mit einer langen Vergangenheit und einer inspirierenden Gegenwart. Sie wirken wie ein Ausrufezeichen. So setzt sie auch Anoshirvan Haghnazari bei sich zu Hause in Bad Soden ein. „Ich bepflastere mit Ihnen nicht den ganzen Boden.“ Teppiche faszinieren ihn als Einzelstücke. „Sie geben tz n einem Raum die Seele.“

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smow

Best of Interior


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Ausstellungsräume, in die man am liebsten gleich einziehen möchte: Im neu gestalteten „smow Store Frankfurt“ auf der Hanauer Landstraße können Besucher und Möbelenthusiasten inspirierende Wohntrends der skandinavischen Designtradition und hochwertige Design-Klassiker für alle Wünsche und Budgets live erleben. Roland Dötsch sorgt zusammen mit seinem Team mit viel Herzblut für kompetente Beratung in entspannter Wohlfühl-Atmosphäre. Harmonierende Farben, stilvolle Dekoration und besondere Leuchten, die das hochwertige Interieur gekonnt in Szene setzen – wer für die eigenen vier Wände eine Veränderung sucht, kann sich im „smow Store Frankfurt“ wunderbar inspirieren lassen. Zwischen industriellen Stahlträgern und altem Backsteinmauerwerk laden stimmungsvoll inszenierte Einrichtungsthemen und besondere Neuheiten zum Verweilen ein. Hier werden namhafte Möbelkollektionen für Zuhause oder auch für den Outdoor-Bereich verkauft. Das Einzigartige von „smow“ ist: circa 2.000 Artikel aus dem Onlineshop können binnen 24 Stunden geliefert werden.

Das komplette Interieur aus einer Hand

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Wer mag, lässt sich gleich die gesamte Wohnung oder das neue Haus einrichten. Ein erfahrenes Team aus Architekten, Innenarchitekten, Lichtplanern und Einrichtungsexperten er­a rbeitet ein vollständiges Konzept. „Dabei lassen wir uns immer voll und ganz auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein“, so Roland Dötsch, „ein Maßanzug der passt. Im engen Dialog mit den Kunden und deren Wünschen schaffen wir es, ihren ganz persönlichen Einrichtungsstil zu finden. Wir erschaffen einen Ort, wo man sich rundum wohlfühlt.“ Von der frühen Planungsphase bis zur schlüsselfertigen Übergabe werden gesamtheitliche Raumkonzepte jeder Größe realisiert und Unternehmen in Change-Prozessen vom Beginn der Analysephase bis zur Umsetzung aktiv begleitet. Kunden profitieren hier von über 30 Jahren Markterfahrung des Inhabers. Besonders stolz ist Roland Dötsch auf die Auszeichnung „German Design Award 2020“ und „IF Design Award 2020“ für die Realisierung des Projektes „Herren der Schöpfung“. Die neue Agenturheimat dieser innovativen Digital­ agentur wurde nach dem Gestaltungsleitfaden „Form Follows Culture“ in Zusammenarbeit mit Vitra konzipiert.

Modularität oder eine Baukastenfunktion aus, die dem Nutzer eine Vielzahl möglicher Varianten und individueller Lösungen bieten. „Ein klassisches Produkt, gefertigt aus hochwertigen Materialien und mit einem hohem Nachhaltigkeitswert, liegt übrigens gerade in Corona-Zeiten voll im Trend“, erzählt uns Roland Dötsch.

Motto: Be a Good Host

Seit Anfang 2019 findet man nun den „smow Store“ im Ostend, direkt neben dem Motel One und der Frankfurter Institution Gref-Völsings. Die Straßenbahn hält direkt vor der Eingangstür zum liebevoll restaurierten Gebäude, welches eine lange Tradition an Geschäften bis in die Vorkriegszeit aufzuweisen hat. Heute werden drei Ebenen und eine außergewöhnliche Dachterrasse mit Leben und Überraschungen erfüllt. Das „smow“-Team ist hier täglich für Kunden im Einsatz. Roland Dötsch: „Wir haben immer ein offenes Ohr. Zuhören ist unsere Stärke.“ Er weiß: „Nur kreativ sein genügt heute in der Einrichtungsbranche nicht. Man muss die Kunden abholen und Vertrauen aufbauen. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, die Kunden sollen sich bei uns wohl und sicher fühlen. Nach dem Motto: Be a Good Host, sei ein guter Gastgeber.“ Ein Motto, das aufgeht, freut sich Roland Dötsch: „95 Prozent der Kunden gehen hier happy raus. Die Meisten kehren lu n als Stammkunden zurück.“

Schätze fürs Leben

Wer sich für „smow“ entscheidet, bekommt hochwertiges Interieur von leistungsfähigen Markenherstellern wie Vitra, USM Haller, Thonet, COR, Fritz Hansen, Montana, Louis Poulsen oder der Kultmarke Nils Holger Moormann. Viele Kollektionen zeichnen sich durch

Der „Egg“-Chair, ein klassisches skandinavisches Design von Arne Jacobsen, das er 1958 für das SAS Hotel in Kopenhagen entworfen hat.

Roland Dötsch im Gespräch mit Top Magazin-Redakteurin Laura Uebel

„Ein klassisches Produkt, gefertigt aus hochwertigen Materialien und mit einem hohem Nachhaltigkeitswert, liegt gerade in Corona-Zeiten voll im Trend.“ Roland Dötsch smow

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Flauschiger Luxus Feiler-Markenbotschafterin Stefanie Graf mit einem Handtuch ihrer Kollektion „Autumn Mood“

Seit mehr als 90 Jahren fertigt das deutsche Familienunternehmen Feiler luxuriöse Bad- und Wohntextilien aus Chenille und Frottier in höchster Qualität. Das weiß auch die anspruchsvolle japanische Kundschaft zu schätzen, für die der Feiler Flagship Store in der Frankfurter Schillerstraße der Anlaufpunkt in Europa für exklusive Chenille schlechthin ist.

Tolle Geschenkidee: Ein Seiftuch mit Frankfurt-Motiv

Die Herstellungsart ist weltweit einzigartig. Das superweiche Gewebe aus dem Städtchen Hohenberg a. d. Eger in Oberfranken unterscheidet sich in vielen Eigenschaften deutlich von herkömmlichen Handtüchern: Chenille hat keine Schlingen, die sich über kurz oder lange herausziehen. Chenille wird mit dem Waschen und Trocknen voluminöser, weicher und saugstärker und bietet selbst nach vielfachem Gebrauch beste Eigenschaften. Die vielfältigen Muster in der Chenille sind auf beiden Seiten identisch, da sie nicht aufgedruckt, sondern auf magische Art und Weise eingewebt sind. So könnte man die Liste der Eigenschaften fortführen. Handtücher als Investition Die alljährlichen Frühjahrs- und Herbst-

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designs des Textil-Traditionsunternehmens orientieren sich an den Modetrends in Paris, Mailand und New York, die Inspirationen kommen aber auch aus der Natur, die so vielfältige Farben und Muster bietet. „Da die Kollektionen für mehrere Saisons im Sortiment sind, sind sie eine echte Investition. Stammkunden kaufen immer mal wieder hinzu“, erklärt Karin Schwartz. „Die Leute sind derzeit viel zu Hause, und sie wollen ihre Badezimmer schön gestalten. Feiler-Kollektionen sind Wohnaccessoires, die viele Jahre Freude bereiten.“ Opulenz und Purismus Ein Besuch im Feiler-Store lässt das Herz eines jeden, der Freude an schönen Dingen hat, höherschlagen: Zauberhafte Handtaschen, Kosmetiktäschchen, Kulturbeutel, Turbane, Schürzen und Bademäntel, mal elegant, mal frech, mal cool. Liebenswerte Baby- und Kindersachen mit hinreißenden Märchenmotiven, die einem ein spontanes „Oh, wie süüüß!“ entlocken. Die Mädchen-Kollektion „Ballerina“ bezaubert mit kleinen Tänzerinnen. Die eher reduzierte Musterung in den Designs „New York“ und „Manhattan“ zeigt die klaren Konturen der Metropole auf dem Reißbrett. Herrliche florale Designs in wunderschönen Formen und Farben oder als Hommage an die edle Textiltradition des Blaudrucks in der Kollektion „Indigo Bloom“. „Seabreeze“ betört mit fließenden Ozeanwellen im Grafik-Design,

Fotos: Top Magazin Frankfurt; Feiler

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in Handtuch ist ein Handtuch ist ein Handtuch. Weit gefehlt! Wer einmal die feine Chenille von Feiler in der Hand hielt, wird sich nicht mehr mit gewöhnlichem Frottee abgeben. „Wenn man sich in ein Tuch hüllt, sollte man sich wohlfühlen, es soll einem das Gefühl von Zuhause geben“, sagt Store-Leiterin Karin Schwartz: „Chenille fühlt sich einfach wunderbar an. Sie besteht aus 100 Prozent reiner Baumwolle und wird mit einer genialen Webtechnik hergestellt, die Feiler im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert hat.“


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„Animal Blend“ mit der Musterung exotischer Tiere der afrikanischen Steppe. Man kann sich kaum sattsehen und -fühlen im Feiler-Store, so abwechslungsreich und flauschig ist die beeindruckende Auswahl. Da macht der Weihnachtseinkauf Spaß, denn es gibt wirklich für jeden ein wunderschönes, wertiges und liebevolles Geschenk: Ob schöne Textilien fürs Bad, eine flauschige Decke zum Einhüllen oder auch ein Seiftuch mit ganz persönlicher Note. „Der Renner“, lächelt Karin Schwartz, „sind unsere Seiftücher mit dem Frankfurter Römer oder der neuen Altstadt.“ Ein Seiftuch für die Handtasche Karin Schwartz weiß: „Komplette Sets bringen Schwung in jedes Badezimmer. Dazu gehören Handtuch, Duschtuch, Badetuch, Gästetuch und Seiftücher für Hände und Gesicht. In Japan ist ein Seiftuch ein wichtiges Mode-Accessoire, das in jede Hand- oder Hosentasche gehört. Es ist unterwegs immer im Einsatz, ob zum Schweißabtupfen, zum Händetrocknen oder als Untersetzer. Auch ich

habe immer mein Tüchlein in der Handtasche. Feiler ist dabei, diesen Trend in Deutschland zu etablieren.“ Samtweiches Wohlfühlerlebnis Tennislegende Stefanie Graf hat zusammen mit den Top-Designern von Feiler die zeitlos eleganten Kollektionen „Spring Breeze“ und „Autumn Mood“ entworfen. Die einzigartige traditionelle Handwerkskunst „Made in Germany“, 100 Prozent Oeko-Tex zertifiziert, frei von Schadstoffen, waren für Graf ein entscheidender Anreiz, die Partnerschaft mit Feiler einzugehen: „Im Profi-Sport war das Handtuch während jedem Match mein ständiger Begleiter. Wenn man mit Chenille in Berührung kommt, spürt man regelrecht den Qualitätsunterschied. Dieser Moment, wenn man sich nach dem Duschen oder Baden in die samtweiche FeilerChenille hüllt, ist für mich jedes Mal ein Wohlfühlerlebnis.“ Bis Heiligabend gibt es zum Einkauf im Feiler Store eine Überraschungstüte und ein Gewinnkp n spiel.

Neu im Sortiment: Die Kollektion „Wintertraum“

„Ein Wohlfühltuch sollte einem das Gefühl von Zuhause geben.“ Karin Schwartz Leiterin Feiler-Store

Verkaufsberaterin Akiko Nakagawa und Store-Leiterin Karin Schwartz

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F.A.Z. zieht um

2022 soll die F.A.Z. in den neuen Büroturm ziehen.

Die F.A.Z. bekommt ein neues Zuhause:  zieht die Traditionszeitung aus dem Gallus ins Europaviertel. Im September wurde der Grundstein für den 6 Meter hohen Büroturm an der EuropaAllee gelegt, der Verlag, Redaktion und Tochtergesellschaft langfristig Raum bieten soll. Nach Entwürfen des Berliner Architektenbüros Eike Becker finden hier auf 8 Stockwerken und etwa

. Quadratmetern bis zu . Mitarbeiter Platz. An das markante H-förmige Hochhaus grenzt ein achtgeschossiger Hotelbau an. Die bisherigen Verlagsgebäude zwischen Mainzer Landstraße und Frankenallee werden abgerissen – hier soll ein neues Quartier mit einer Schule, Kitas, Büros und Wohnungen entstehen.

business news

Neue Spitze für die

Senckenberg Gesellschaft

Der neue Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft Prof. Dr. Klement Tockner.

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Daniel Andrich, Geschäftsführer des American Chamber of Commerce in Germany

Vom Potomac River an den Main Daniel Andrich ist neuer Geschäftsführer des American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany). Damit folgt er auf Eveline Y. Metzen, die im Juli zu Google gewechselt war. „Ich freue mich darauf, die Aufbruchsstimmung aus der USWahl aufzugreifen und mit den AmCham Germany Mitgliedern die transatlantischen Beziehungen zu vertiefen“, sagt Andrich. Gleichzeitig betont er die besondere Rolle Frankfurts als „eine der transatlantischsten Städte Kontinentaleuropas“. Andrich war bereits für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin tätig. Seit  vertrat er als Geschäftsführer des Representative of German Industry and Trade (RGIT) die Interessen der deutschen Wirtschaft in Washington am Potomac River.

Fotos: bloomimages ; Luiza Puiu

Zum Jahreswechsel übergibt Prof. Dr. Volker Mosbrugger sein Amt als Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft an Prof. Dr. Klement Tockner. Der gebürtige Österreicher gilt als einer der führenden Ökologen, wenn es darum geht, Grundlagen mit anwendungsorientierter Forschung und Natur- und Sozialwissenschaft zu verbinden. Nach Stationen in Wien, Uganda, Japan, Italien, der Schweiz und den USA überzeugte der promovierte Zoologe und Botaniker im internationalen Ausschreibungsverfahren durch diesen interdisziplinären Ansatz. Sein Ziel? „Eine meiner größten Herausforderungen wird es sein, dem Senckenberg Museum zu Weltruf zu verhelfen“, sagt Tockner ehrgeizig.


Neue RuheOase

in der Altstadt

Im Obergeschoss gibt’s erfrischende Produkte zum Wohlfühlen, wie das Saint Charles Bodyspray.

Einfach mal abschalten – das kann man jetzt in der ehemaligen Apotheke am Liebfrauenberg an der Neuen Kräme. Der neue PopUp-Store Saint Charles & Deli verspricht Entspannung gleich in doppelter Hinsicht. Im Erdgeschoss bietet Geschäftsführer Simon Weiffenbach, Gründer der Location- und Eventagentur „Ueberraum“, nachhaltige und gesunde Lebensmittel an. Im ersten Stock dreht sich alles um das Wohlbefinden – inneres und äußeres. Die

Das Café im Erdgeschoss lockt mit kalten Getränken, bunten Bowls und süßen Desserts.

Produktlinie der gleichnamigen Wiener Manufaktur Saint Charles verbindet traditionelle Naturheilkunde mit moderner Schulmedizin und umfasst Nahrungsergänzungsmittel, Raumsprays, Badesalze, ätherische Öle, antiseptische Seifen und Crèmes. Alles auf rein biologischer Basis. Weiffenbach beschreibt seinen neuen PopUp-Store als „Refugium, ein Ort zum Abschalten und sich wohl fühlen“.

Galerie und Stöffche

Ein Kunstwerk von Max Kling: Szenegröße Hans Romanov vor einem Laufhaus in der Elbestraße

Die K le inmar k thalle, die bereits so viele Geschichten birgt, ist nun um einige reicher – direkt am Eingang Liebfrauenberg gibt es jetzt Fotokunst und Apfelwein: Ex-Werber Mar tin Schitto stellt in seiner Apfelwein- und Streetphoto-Galerie im ehemaligen „Gerda Moden“ Martin Schitto in seiner Galerie Arbeiten verschiedener Künstler aus. Den Anfang machen 25 spannende Frankfurt-Motive von zwölf Fotografen. „FFM  Ansichtssachen“ zeigt Werke von legendären Fotokünstlern wie Freddy Langer und Walter Vogel, aber auch Newcomern wie Alex Rossa, auf den Schitto über Instagram aufmerksam geworden ist. Dass Schitto außerdem Apfelwein kleinerer Keltereien im Angebot hat, freut die Stöffche-Liebhaber: Denn „Ebbelwoi“ suchte man bisher in der Kleinmarkthalle vergebens.

Fotos: Thomas Balzer; Farideh Diehl; Max Kling; Melanie Zensner

35 Jahre ModeMit „Kleidung, die es nicht jedem recht machen will“, setzt Jutta Heidt in ihrer Boutique „Fifty Eight.s“ für Damen und Herren im Westend seit  Jahren Mode-Maßstäbe am Main. Das Angebot an inter nationaler Design - Avant garde wie Comme de Garcons, Yohji Yamamoto, Dries van Noten, Rick Owens, Maison Margiela oder Antwerp Six ist in Frankfurt einmalig. „Für mich ist wichtig, dass Kleidung eine eigene Handschrift trägt. Mode, die ich verkaufe, soll den Tragenden in seiner Persönlichkeit, seinem Stil unterstützen“, sagt die Mode-Expertin, die exquisite Kleidung, Schuhe, Taschen, Düfte und Accessoires auch mit persönlicher Beratung virtuell anbietet.

Avantgarde

Die „Fifty Eight.s“ Boutique feiert 35-jähriges Jubiläum.

Fashion-Expertin Jutta Heidt

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business ticker N ach rund drei Jahren verlässt CEO Thomas Willms die Steigenberger Hotels AG und die Deutsche Hospitality. 2019 wurde das Unternehmen von dem chinesischen Hotelkonzern Huazhu übernommen. Sein Nachfolger ist Marcus Bernhardt. Seit 1. Oktober ist Eduard Singer Leiter des City- und Stadtteilmarketings. Der ehemalige Hotelmanager leitete zehn Jahre lang das Grandhotel „Hessischer Hof “ und gilt als bestens vernetzt in Politik, Wirtschaft und Verbänden. L iebesdienste-Macher Goran Djukic eröffnet am Oeder Weg sein viertes Geschäft. Auf der Hälfte der ehemaligen MarimekkoFiliale entsteht eine reine Männer Boutique. Marimekko bleibt dem Oeder Weg – allerdings nur mit einem Showroom – erhalten. G aleria Kaufhof expandier t: Nach zweijähriger Umbauphase erschließt das Warenhaus an der Hauptwache die „Upper Zeil“. Damit vergrößert sich die Verkaufsfläche um drei zusätzliche Etagen auf über 7.000 Quadrat­m eter. Allein die DamenmodenAbteilung wächst um 1.800 Quadratmeter. Das französische Modehaus Saint Laurent übernimmt an der Ecke Goethestraße/ Alte Rothofstraße die ehemaligen Räumlichkeiten des Linda Schuhsalon und eröffnet damit seinen mittlerweile siebten Standort in Frankfurt. Linda gibt’s nur noch am Rathenauplatz.

Internet aus dem

All

Tesla-Chef Elon Musk will sein riesiges SpaceX-Projekt „Starlink“ in Frankfurt starten.

Tesla- Chef Elon Musk will in Frankfur t ein Großprojekt der Extraklasse star ten. Es geht um Starlink, ein Netzwerk seiner Firma SpaceX, bei dem er bis zu . Satelliten ins Weltall schießen will. Ziel: aus dem Erdorbit Hochgeschwindigkeitsinternet in den entlegensten Winkel unseres Planeten zur Verfügung stellen. Geplant sind

bis zu  GB/s.  Starlink-Satelliten umkreisen bereits die Erde. Angedacht sind drei Ausbaustufen für das Internet aus dem All. Die Firma in Frankfurt ist bereits gegründet. Unter der Nummer HRB  wurde beim Amtsgericht die „Starlink Germany GmbH“ eingetragen. Das Projekt soll schnell und in Kürze realisiert werden.

Am Opernplatz wird es sportlich: Das erste Studio der amerikanischen Fitnessmarke Barry’s in Deutschland eröffnet. Das Konzept setzt auf schweißtreibendes DrillSergeant-Training in lauter Nachtclub-Atmosphäre. Das hochintensive Intervalltraining (H.I.T.T.) findet im Red Room statt.

Z ara verlässt die Zeil.  eröffnet, war die Filiale für den spanischen Moderiesen einst ein „Aushängeschild für Deutschland“. Grund für den Auszug soll eine fehlende Einigung mit dem Vermieter sein, der hohe Mietforderungen gestellt hatte. N ach der Schließung von Karstadt Spor ts im Nordwestzentrum erweiter t Decathlon die Räumlichkeiten. Auf den 2.000 zusätzlichen Quadratmetern soll es künftig möglich sein, Produkte vor Ort zu testen. Das Personal wird von 30 auf 55 Mitarbeiter fast verdoppelt. L ambert kommt zurück nach Frankfurt. Das Lifestyle-Unternehmen, das für ausgewählte Möbel und Wohnaccessoires bekannt ist, eröffnet einen neuen FlagshipStore in der Kaiserhofstraße. In unmittelbarer Nähe zu Freßgass’ und Börse soll künftig die gesamte Kollektion ausgestellt werden. L evi’s verlässt die Goethestraße und Modedesigner Philipp Plein übernimmt. Auf rund 300 Quadratmetern und über drei Etagen wird zukünftig Damen- und Herrenmode angeboten. Nach Berlin und München ist dies der dritte Standort in Deutschland.

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Schmuck aus

Bembelscherben Der Stein in der Silber- Fassung schimmer t in edlem Graublau, seine Ornamente wirken geheimnisvoll. Kaum zu glauben: Die stylishen Schmuckstücke fertigt Goldschmiedin Helga Günther aus Helga Günther bei der Arbeit im den geschliffenen Scherben original Frankfurter Unikat-Atelier in Sachsenhausen Bemb el! Privatleute und Firmen bestellen Bembel-Schmuck als ganz besonderes, individuelles Geschenk mit einmaligem Lokalkolorit: „Jeder Ring, jeder Manschettenknopf ist ein absolutes Einzelstück, da immer ein anderes Scherbenstück von Hand für die Fassung geschliffen wird. Jedes Stück wird in Sterlingsilber und auf Wunsch auch in Gold gearbeitet“, erklärt Helga Günther. Wohl das Edelste, was ein Bembel werden kann. Tolle Geschenkidee: Stilvoller Schmuck aus Bembelscherben

Fotos: Michael Hohmann; CA Immo

Der Internetknoten DE-CIX in Frankfurt verzeichnete am Abend des 3. Novembers einen Rekordwert von zehn Terabit pro Sekunde. Das entspricht 2,2 Milliarden beschriebenen DIN-A4-Seiten. Grund für den Anstieg war – neben Home-Office und der Nutzung von Streaming-Diensten – die US-Wahl.


Silicon Valley Junior in Frankfurt

Eine App, mit der man sein geparktes Auto jederzeit wiederfindet („Spot Rent“) und eine Drohne, die Lieferungen von Restaurants in nur  Minuten direkt nach Hause bringt („Aeolos“) – diese Projekte stammen nicht etwa aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“,

sondern sind die diesjährigen Gewinner des Schüler-Wettbewerbs „Entrepreneurs of Tomorrow“ (EoT). Hinter der Ausschreibung steht der American-German Business Club Frankfurt. In Teams von bis zu vier Personen können Schüler aus der . bis zur . Klasse

Die beiden Zweitplatzierten Jacob Piazolo und Cornelius Gruss („Aeolos“) vom Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg.

ihre Ideen und Business-Pläne einreichen. Die besten fünf erhalten anschließend die Möglichkeit, ihre Idee vor einer Experten-Jury zu pitchen. Dieses Jahr fand die Verleihung im Techquartier erstmals seit dem 5-jährigen Bestehen hybrid statt.

EoT-Chefin Maja Vuksic zeichnete die Gewinner aus.

business news RekordSkyscraper fürs Europaviertel

Auf dem Millennium-Arenal soll Deutschlands höchster Wolkenkratzer stehen.

Schon wieder soll die Frankfurter Skyline ein Hochhaus der Superlative erhalten: An der Messe ist der 6 Meter hohe „Millennium Tower“ geplant. Knapp , Meter höher als der Commerzbank-Turm, aktuell Deutschlands höchster Wolkenkratzer. Erste Planungen für den neuen Skyscraper stammen aus dem Jahr 8 – jetzt nimmt sich der Projektentwickler CA Immo dem Konzept an: Neben dem „Millennium Tower“, der Büros, ein Hotel und eine Aussichtsplattform integriert, ist ein 8. Quadratmeter großes Areal mit einem weiteren  Meter hohen Gebäude,  Wohnungen, Gaststätten, Einzelhandel und anderen Dienstleistungen vorgesehen. Konkrete Entwürfe gibt es noch nicht, der Baubeginn ist für  geplant.

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Stimme der Bau- und Immobilienwirtschaft

ALEA-Chef Thomas Reimann wird geschätzt. „Ich habe mich schon persönlich von der Qualität seiner Arbeit überzeugen können“, sagt Frankfurts Baudezernent Jan Schneider.


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Dass Thomas Reimann am 27. Oktober als Vizepräsident in das Präsidium der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände e. V. (VhU) gewählt wurde, hätte nicht besser passen können. Denn sein Familienunternehmen ALEA und der Tiefbauableger HGW feiern in diesem Jahr 150. Geburtstag. Die eigene Firma und die Branche zukunftsfest zu machen gehört für ihn zusammen. Der 59-Jährige gilt als „Stimme der hessischen Bau- und Immobilienwirtschaft“, wie Freunde und Mitbewerber anerkennen.

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abei wäre Reimann beinahe evangelischer Theologe geworden. Als er vor 40 Jahren mit einem konservativen Oberkirchenrat wegen des richtigen Umgangs mit dem Thema AIDS zusammenrasselte, wusste er schlagartig, dass Pfarrer für ihn wohl doch nicht das richtige ist. Der gebürtige Frankfurter strebt gemeinsame Lösungen an. Doch er mag keine Kompromisse um jeden Preis. „Die Entscheidung, ein berufsbegleitendes Betriebswirtschaftsstudium aufzunehmen, war für mich vielleicht die wichtigste Weichenstellung in meinem Leben“, sagt der leidenschaftliche Praktiker. Schon vor dem Diplom bekleidete er parallel Leitungsjobs in Unternehmen.

Leute mit seiner Energie wurden und werden gebraucht, vor allem wenn sie neben Fleiß auch über viel Detailwissen und gesunden Menschenverstand verfügen. Daran hat es Reimann, der am humanistischen Frankfurter Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Abitur machte, nie gefehlt. 1985 stieg er dann bei der K.L. Schmidt GmbH & Co KG in Bad Vilbel ein – als einer der jüngsten Generalbevollmächtigten der Baubranche.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); privat

Mann mit Energie Dort blieb er sechs Jahre im Anstellungsverhältnis und gut zehn Jahre als Berater, um die Firma 2002 zu erwerben. Dazwischen hatte er als Manager auf Zeit verschiedene Führungspositionen übernommen. „Das Traditionshaus K.L. Schmidt mit Hoch- und Tiefbau, Wohnungs- und Industriebau hat mich von Anfang mit seiner Vielfalt fasziniert“, erläutert er seine Rückkehr als Investor. Nach einer anfangs schwierigen Phase expandiert das übernommene Unternehmen Schritt für Schritt. Als politischer Mensch – bis vor einigen Wochen war er Vorsitzender der Bad Vilbeler FDP – setzt er sich für bezahlbaren Wohnraum ein. Im Augenblick ärgert den gebürtigen Frankfurter, dass politische Querelen die Günthersburghöfe im Nordend gefährden. In dem geplanten Quartier sollen 1.500 Wohnungen entstehen. „Wir müssen das gesetzliche Regelwerk entschlacken, damit besonders öffentliche Vorhaben schneller umgesetzt werden können“, fordert er. Es

müsse doch möglich sein, dass eine Chefärztin und ein Pfleger im selben Haus wohnen könnten, meint der Bauunternehmer. Knapp hundert Mitarbeiter hat die Firma mit Hauptsitz in Frankfurt und Dependance in Bad Vilbel, wo im 19. Jahrhundert alles begann. Das Portfolio ist breit gefächert. Mittlerweile realisiert man Wohn- und Geschäftshäuser nicht nur im Rhein-Main-Gebiet und Wiesbaden, sondern auch in Rheinland-Pfalz. Im Industriebau reicht das Spektrum von Hochregallagern über Parkgaragen bis zu Rechenzentren. Außerdem betätigt sich neben ALEA das Tiefbauunternehmen HGW im Gas-, Wasser- und Rohrleitungsbau. Seit zwei Jahren verlegt die Firma auch Fernwärmeleitungen mit Anschlüssen. Für Hobbys hat Thomas Reimann kaum Zeit. Der Familienmensch ist froh, dass seine Frau Karin ihm den Rücken frei hält und sein Sohn Jan-Niklas die Firma irgendwann übernehmen wird. Wenn Reimann nicht für ALEA arbeitet, dann engagiert er sich für eines seiner Ehrenämter oder man besucht den ältesten Sohn Tim in München – Familienmensch eben.

„Es gibt keinen relevanten Mangel an Baukapazität, sondern leider einen politisch verursachten Mangel an Flächen und viel zu viel Regulierung.“ Thomas Reimann ALEA AG

Viele Ehrenämter 1995 begann er als Prüfer in verschiedenen Ausschüssen der IHK Frankfurt. In der VhU wirkt er seit vier Jahren. Mit dem BDB-HessenFrankfurt startete er ein erfolgreiches Ausbildungsprojekt unter der Überschrift „Initiative Zukunft Fachkraft“ und rief den IMMOTALK ins Leben. Lange saß er in diversen Prüfungsausschüssen. In diesem Jahr möchte der Chef erstmals eine Frau für eine Maurerlehre gewinnen. „Eine Praktikantin hatten wir schon.“ Die Bauwirtschaft zahle gut und ermögliche rasche Aufstiegschancen, wirbt er um Nachwuchs. Wegen des Firmenjubiläums blickt Thomas Reimann tief in die Vergangenheit. „Gleich nach der Gründung hat unser Unternehmen in Bad Vilbel schon ein Kriegerdenkmal am Südbahnhof errichtet“, erzählt er. „Das war damals ein Prestigeprojekt.“ Heute stehe das Monument „noch original erhalten“ auf dem Friedhof Lohstraße. „Es ist doch schön, dass die eigene Arbeit eine lange Zukunft haben tz n kann.“

Thomas Reimann mit der Kunsthistorikerin Katja Meiner am ersten bedeutenden Bauwerk der ALEA AG

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Einzigartig vielseitig Bauen bedeutet für Ramazan Cetinel weit mehr als nur die Bereitstellung von Immobilien für den Markt. Seine Firma, die Cetinel GmbH, hat sich bundesweit einen Namen gemacht. Wer das Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden beauftragt, spart viel Zeit und letztlich Geld. Die Spezialisten von Cetinel bieten vielfältige Lösungen an. Sie begleiten ein Bauprojekt auf Wunsch vom ersten Spatenstich bis zum letzten Finish.

„Bei uns wird alles zu einem Unikat“, sagt der studierte Bauingenieur. „Wo andere nur Bedenken äußern, ergreifen wir die Chance, etwas Herausragendes zu kreieren.“ Manchmal wirke das beinahe wie Zauberei, bestätigen Kunden. Cetinel hat seine Mitarbeiter sehr genau ausgewählt. Jedes Detail am Bau findet Beachtung und soll zusammenpassen. Ein Bauherr muss nicht mehr nach Handwerkern fahnden, die das Anforderungsprofil eventuell erfüllen könnten. Die Cetinel GmbH bietet alles aus einer Hand. „Und das bei höchster Qualität“, wie der Geschäftsführer hervorhebt.

zu Enttäuschungen, weiß er aus Erfahrung. Die Kalkulation behält er stets im Blick. „Versteckte Spielchen“ lehnt er ab. „Wir kommunizieren klar und legen die Richtung mit den Beteiligten fest.“ „Etwas ist nicht erst dann wirklich gut, wenn man nichts mehr dazutun kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“, hängt als Wahlspruch im Wiesbadener Büro. Dort an der Schiersteiner Straße sitzt die Kerntruppe – Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure, Bautechniker. Draußen sind noch einmal 60 Experten auf den Baustellen unterwegs.

Alles aus einer Hand

Spektakuläre Bauprojekte

„Bei uns arbeiten Spezialisten. Es motiviert, wenn man sieht, was alles möglich ist.“ Ramazan Cetinel

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Die breite Leistungspalette gepaart mit absoluter Kompetenz betrachtet die Cetinel GmbH als Alleinstellungsmerkmal. Bürohochhäuser, private Domizile, Hotels und Veranstaltungshallen – überall ist Ramazan Cetinel mit seiner Mannschaft gefragt. Auch mal an der Côte d’Azur oder auf Sylt. Was anspruchsvolle Klienten fasziniert, ist die Kreativität und Sorgfalt, mit der dort alle zu Werke gehen. „Jede Aufgabe ist bei uns in guten Händen“, meint der 47jährige Inhaber. „Man kann uns einfach laufen lassen.“ Um Klarheit gleich zu Anfang herzustellen, legt Cetinel großen Wert darauf, Erwartungen und Budget in Übereinstimmung zu bringen. Unrealistische Vorstellungen führten nur

Immer wieder arbeiten renommierte Architekturbüros wie Cyrus Moser oder Meixner Schlüter Wendt aus Frankfurt mit der Cetinel GmbH zusammen. Was Geschäftspartnern gefällt, sind die Konsequenz und das Bestreben, Optimales herauszuholen. Wenn von Cetinel die Rede ist, geraten viele ins Schwärmen. Der Loftstyle, das Geschick beim Einsetzen neuer Strukturen in alte Substanz, die fugenlosen Betonböden, der Glanz des Terrazzo, die Akkuratesse und nicht zuletzt die Zuverlässigkeit beeindrucken. Handwerkliche Begabung gehört für Ramazan Cetinel, der selbst zunächst eine klassische Maurerlehre absolviert hat, zu den Grundvoraussetzungen bei der Einstellung. „Es motiviert, wenn man sieht, was alles möglich ist“, meint der Unternehmer. Wie am Küchensee in Schleswig-Holstein. Dort hat die Firma luxuriöse Ferienwohnungen in eine uralte Mühle und in eine Scheune eingefügt (www.zeit-am-see.de). „Wir haben den Denkmalschutz berücksichtigt und gleichzeitig Altes und Neues zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen.“ Der schönste Lohn ist für Cetinel, „wenn an der Baustelle alle wie ein Team zusammenwirken und sich am Ende über das Ergebnis tz n freuen“.

Fotos: Top Magazin Frankfurt; Holger Peters; Cetinel

Ramazan Cetinel vor seinem Wiesbadener Büro

Kein Wunder, dass die Cetinel GmbH gern für spektakuläre Vorhaben eingespannt wird. Das Unternehmen hat beispielweise in Frankfurt beim RFR-Headquarter, dem neuen Henninger Turm und dem Hessischen Hof mitgewirkt. In Wiesbaden war man unter anderem beim RheinMain CongressCenter dabei. In Kronberg wurde man für das Facelifting des Schlosshotels engagiert, in Köln für das Lanxess-Hochhaus und in Düsseldorf für das Sky Office von Stararchitekt Christoph Ingenhoven.


Kernsanierung und Möblierung einer Villa in Frankfurt

Generalauftrag für den Umbau eines Hauses in Bad Homburg mit der Zeitvorgabe von drei Wochen

Planung und Ausbau einer alten Mühle am Küchensee, Schleswig-Holstein

Kompletter Ausbau eines Altbaus zu einem Loft

Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in der Bockenheimer Landstraße, Frankfurt: klimaregulierende, gespachtelte Betonfassade und Aufstockung um ein Penthouse

Planung und Kernsanierung einer Penthouse-Wohnung im Oeder Weg, Frankfurt


Luxus aus Naturstein In Zeiten, in denen das Reisen ausfällt und wir es uns vermehrt in den eigenen vier Wänden gemütlich machen, steigt der Wunsch nach einem schönen Zuhause. Wem „schön“ dabei nicht reicht und wer stattdessen das Individuelle und Einzigartige sucht, der ist bei Kaiser Naturstein genau richtig. „Natürlich besonders“ – so könnte der Leitspruch des Familienunternehmens aus Mühlheim am Main lauten. Der Betrieb blickt auf eine fast 100-jährige Steinmetz-Tradition zurück. Ob Bäder, Küchen oder Design-Böden – Kaiser kreiert für seine Kunden individuelle Lösungen aus natürlichem Gestein. Geschäftsführer Marcus Kaiser taucht mit uns ein in die Faszination dieses Baustoffes.

Marcus Kaiser

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Kaiser Naturstein bietet auf rund 1.000 Quadratmetern Lager- und Ausstellungsfläche eine beachtliche und beeindruckende Sammlung von „Ur-Schätzen“ an. Zwischen Marmor, Granit,

Schiefer, Kalk- und Sandsteinplatten findet hier jeder den richtigen Werkstoff, um seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Durch modernste Digitaltechniken veredelt, bieten sämtliche Materialien einen ästhetischen Reiz, dem man sich nur schwer entziehen kann. Das Portfolio endet dabei keineswegs beim Badezimmer, sondern reicht von Küchenplatten über Böden und Treppen bis hin zu Fassaden und Terrassen für den Außenbereich. Von der Idee bis zur Installation „Häufig kommen Innenarchitekten oder Privatpersonen mit einer konkreten Idee auf uns zu. Dann schauen wir gemeinsam, wie wir diese in die Tat umsetzen“, sagt Kaiser. Dabei erledigt das Familienunternehmen seit jeher jeden Produktionsschritt selbst – von der Beratung, der Sichtung am Objekt, der technischen Ausarbeitung bis hin zur Fertigung und vollständigen Montage. „Selbst anspruchsvollste kreative Vorstellungen lassen sich so erschaffen“, sagt Marcus Kaiser, der für manche Projekte gar mit Bauherrn und Architekt nach Italien

Fotos: Kaiser Naturstein

„Naturstein ist gemacht, um Jahrzehnte zu überdauern.“

Im Showroom den Stein erleben Ein breiter, heller Waschtisch aus hochglänzender Keramik, der fugenlos in Wand und Boden übergehen zu scheint. Eine offene, nur durch eine schmale Glaswand begrenzte Dusche mit integriertem Ambiente-Licht. Dieses beeindruckende High-End-Badezimmer empfängt einen im Showroom. Haben sich Kunden früher noch mit einem Standard-Bad begnügt, wird der Rückzugsort immer häufiger als Wohlfühl-Oase interpretiert. Ein Ort der Ruhe und Erholung, der ganz private Wellness-Bereich. Statt auf Gold und verschnörkelte Opulenz setzt man heute auf gedeckte Farben, Reduktion und klare Linien. Diese Kunst beherrscht das Familienunternehmen spielend. Die Komposition im Showroom ist dabei nur eine der unzähligen möglichen Variationen.


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kunden individuelle Lösungen, sondern ist auch im gehobenen Projektgeschäft tätig. Erst kürzlich leistete man einen Beitrag zur Modernisierung des Messeturms. „Insgesamt verbauten wir hier über 2.500 Quadratmeter Stein“, so Kaiser. Aktuell ist das Familienunternehmen noch an zwei weiteren Großbaustellen in Frankfurt beteiligt, dem Junghof Plaza und dem Skyper. Im Junghof liefert und verlegt das Unternehmen die gesamten Bodenflächen im Foyer mit großformatigen Muschelkalkplatten.

reist, um vor Ort im Steinbruch gemeinsam den perfekten Block auszuwählen. Jeder Naturstein ist dabei einzigartig, kein Exemplar gleicht dem anderen. So kann der Wunsch nach Individualisierung der eigenen vier Wände optimal erreicht werden. Gleichzeitig strahlen die Natursteine Ruhe und Klarheit aus und wirken entspannend auf die Wohnatmosphäre. „Es ist ja kein Zufall, dass diese Steine in der Geschichte immer wieder in Tempeln oder Kirchen verwendet wurden“, erklärt Kaiser, „Naturstein ist gemacht, um Jahrzehnte zu überdauern.“ Der Naturwerkstoff verfügt außerdem über eine hervorragende Ökobilanz und ist sehr nachhaltig, auch in Bezug auf die komplett umweltschonende Entsorgung. Terrazzoböden runden die Produktpalette ab Seit Jahresbeginn ist das Produktportfolio bei Kaiser um eine weitere Sparte reicher. Man fusionierte mit dem traditionsreichen Unternehmen Burlon Terrazzo aus Dreieich – der neue Name: Burlon & Kaiser Terrazzo. „Burlon Terrazzo gibt es schon seit 70 Jahren und wir sind sehr stolz, dass wir diesen Generationenbetrieb bei uns integrieren konnten.“ Terrazzo ist ein Bodenbelag aus mineralischen Werkstoffen, der bereits zur Zeit der Antike genutzt wurde. Terrazzo-Böden weisen dabei nicht nur ein besonderes Design auf, sondern sind gleichzeitig strapazierfähig und robust. „Wir haben kürzlich in Frankfurt den Flur eines Jahrhundertwendehauses erneuert. Außer uns gibt es kaum jemanden, der sowas noch macht“, sagt Kaiser. Genau dieses Alleinstellungsmerkmal weiß die Kundschaft zu schätzen. Ob homogene Böden oder veredelte Design-Estriche – Kaiser Naturstein erfüllt jeden noch so individuellen Wunsch. Womöglich blüht der Terrazzokunst in der RheinMain-Region damit eine kleine Renaissance. Kaiser Naturstein – im Kleinen wie im Großen Kaiser Naturstein bietet nicht nur für Einzel-

Zeitlos elegant „Vieles, was früher schon mal da war, ist heute wieder sehr gefragt – in neuem und modernem Design natürlich“, weiß Marcus Kaiser. Viele Kunden suchen dabei bewusst einen Retrooder Vintage-Look. Poröse Steine können moderner Architektur eine Geschichte geben. Auch hat sich die Verarbeitung verändert. „Römischen Travertin hätte man früher gespachtelt und geschliffen. Heute lässt man ihn bewusst offen-porig und bürstet ihn lediglich. Dadurch stellt sich das fertige Produkt ganz anders dar.“ Während früher Bäder und Küchen ganz in weiß designt wurden, geht man heute andere Wege. HochglanzMarmor-Optik steht wieder hoch im Kurs und erinnert an die Antike. Der Hartsandstein, der das Licht widerspiegelt und damit dunkle Räume aufhellen kann, überzeugt nicht nur durch seine Langlebigkeit, sondern auch durch sein breit gefächertes Farbspektrum: „Echtmarmor steht gerade bei Kunden mit exklusivem Geschmack aktuell sehr hoch im Kurs“, freut sich va n Marcus Kaiser.

„Vieles, was früher schon mal da war, ist heute wieder sehr gefragt – in neuem und modernem Design natürlich.“ Marcus Kaiser


SAFE SMART

H ME Viele Menschen haben Angst vor einem Einbruch in den eigenen vier Wänden. „Smart Homes“ sollen heutzutage nicht nur den Wohnkomfort erhöhen, sondern auch Schutz vor ungebetenen Gästen bieten. Top Magazin stellt digitale Sicherheitssysteme vor. Von Laura Uebel


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chockmoment: Man kommt nach Hause, die Tür ist aufgehebelt, das Fenster eingeschlagen, die Schubladen stehen offen, Schmuck und Geld sind gestohlen, einfach alles ist verwüstet. Und die Erholung des entspannten Wochenendtrips? In nur wenigen Sekunden dahin. Für 2019 meldete die Polizei Hessen in ihrer Kriminalstatistik fast zehn Prozent weniger Wohnungseinbruchdiebstähle als im Vorjahr. Mit 3.370 tatsächlich vollendeten Fällen ist die Einbruchsquote so niedrig wie noch nie. Zu den Betroffenen möchte man dennoch nicht gehören.

SICHERE TECHNIK GEGEN EINBRECHER „Jeder Einbruch ist einer zu viel, aber diese positive Entwicklung zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen vier Wände gut schützen und die polizeilichen Maßnahmen gut wirken. Wir haben in Hessen Wohnungseinbrechern den Kampf angesagt“, sagt Innenminister Peter Beuth (CDU). Entscheidend: Viele Einbrüche können durch die richtige Technik verhindert werden. Generell gilt, dass kostenfreie Präventivmaßnahmen Grundvoraussetzung dafür sind, das eigene Zuhause zu sichern und Einbrechern das Leben schwer zu machen. Im digitalen Zeitalter existiert aber die Möglichkeit, das Haus oder die Wohnung bequem mit „Smart Home“Systemen auszustatten. Diese bieten nicht nur mehr Wohnkomfort und helfen Energie zu sparen, sondern beinhalten auch smarte Sicherheitskomponenten, die das Eigenheim zusätzlich schützen.

Fotos: Ralph Kelly / Unsplash; upkliak / Freepik; Hersteller

SO FUNKTIONIEREN DIGITALE SICHERHEITSSYSTEME Der Aufbau solch intelligenter Systeme ist bei Smart Home-Herstellern im Wesentlichen derselbe. In der Regel gibt es eine Zentrale, die sich mit einem Smartphone, Tablet oder smarten Lautsprechern einrichten und steuern lässt und mit der sich weitere Sicherheitsgeräte verbinden. Die Produkte können je nach Anbieter im Paket oder nach Belieben einzeln dazugekauft werden. Wie die Z-WAVEI Serie des deutschen Herstellers ABUSI. Z-Wave ist aktuell der am weitesten verbreitete Smart-HomeStandard und Produkte, die das Logo tragen, sind herstellerübergreifend kompatibel. Das Herzstück der Serie, das Z-Wave Gateway, kann bis zu 120 Komponenten wie Multisensoren, Tür- und Fenster-

kontakte, Kameras, Innensirenen oder auch LED-Lampen, Wasser- und Rauchmelder verknüpfen. Die einzelnen Elemente werden über das Netzwerk miteinander verbunden und melden sofort, wenn etwas passiert. So kommt es immer öfter vor, dass der Bewohner direkt auf den Alarm reagieren und zum Beispiel die Polizei rufen kann. Über integrierte Lautsprecher und Mikrofone kann man in den meisten Fällen sogar Kontakt mit einem Eindringling aufnehmen. Das alles funktioniert über eine dazugehörige kostenlose App, die den Bewohner überall auf der Welt über eine Push-Nachricht darüber unterrichtet, was Zuhause in seiner Abwesenheit geschieht. Wie die LUPUS APP , die der deutsche Fachhändler Lupus Electronics in sein XT1 Plus Starter Pack integriert. Auf dem Startscreen hat man alles auf einen Blick: die aktuellsten Ereignisse, Alarm-Status-Anzeigen oder den Direktzugriff auf Sensoren-Zustände und Kameras.

DoorBird D2103

Abus Z-Wave

TALENTIERTE TÜRKLINGELSYSTEME „Smart“ bedeutet nicht die Verdrängung von Altbewährtem, sondern das Zusammenspiel von herkömmlichen und innovativen Produkten. Mechanische Elemente wie hochwertige Fensterriegel und Türschlösser, sollen weiterhin hohen Widerstand gegen den schnellen Einstieg von Einbrechern leisten. Digitale Türklingelsysteme wie DOORBIRD haben ergänzend die Aufgabe, Diebe zu entdecken und zu melden. Wer das elektronische Schutzsystem nutzt, weiß zu jeder Zeit, wer gerade vor der eigenen Haustür steht – auch ohne, dass die Klingel betätigt wird. Ein integrierter Sensor erfasst jede Bewegung in einem Winkel von 180 Grad und einer Reichweite von bis zu acht Metern.

DIE MODERNE VIDEOÜBERWACHUNG Die Videoüberwachung im Außenund Innenbereich ist heutzutage noch immer ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit. Sie erleichtert die Strafverfolgung, indem sie Beweise sichert, die zur Aufklärung dienen,  

Lupus App

Viele Einbrüche können durch die richtige Technik verhindert werden. 63


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und gibt dem Nutzer ein Gefühl von Kontrolle. Anders als die traditionellen Kameras bieten die smarten Modelle von Bosch, Arlo oder D -Link die Möglichkeit der tatsächlichen Durchsicht: Mit einem internetfähigen Smartphone kann man von unterwegs auf Live-Bilder zugreifen und von überall sehen, was zuhause geschieht. Die aufgezeichneten Bilder bleiben erhalten und werden zumeist in eine Cloud abgelegt. So können sie zumindest nachträglich abgerufen werden, auch wenn man mal kein Internet am Handy hatte.

Z

um Smart-Home-Alarmsystem von IBOSCH gehört eine 360-Grad-Innenkamera, die den ganzen Raum überwacht und zuverlässig und präzise jede Bewegung erkennt. Dabei kann das System die Größe und Körperwärme von Mensch und Tier unterscheiden und löst nur dann Alarm aus, wenn es nötig ist.

Arlo Ultra

feld – zum Beispiel an der Terrassentür oder am Kinderbett – oder von der einen in die andere Zone eine Bewegung erkannt wird. Bereiche wie der Esstisch oder das Sofa, die für den Nutzer nicht relevant sind, lassen sich genauso einfach von der Erfassung ausschließen.

SMARTE SIMULATIONEN Der Alarm kann bei einem Einbruch klassisch durch die Sirene ausgelöst werden und die Nachbarn durch laute Geräusche darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt. Eine Smart-Home-Alarmanlage wie die von INETATMO ist von zusätzlichem Nutzen. Sie verfügt über eine ganze Reihe aufgezeichneter, für ein Zuhause typischer Geräusche: wie weinende Kinder, Staubsaugerlärm oder lautes Hundebellen. So werden Eindringlinge schon vor der Haustüre abgeschreckt.

Netatmo

Für scharfe und farbige Aufnahmen sorgt die kabellose ARLO ULTRA . Unabhängig davon, wie dunkel es in einem Raum ist. Die 4K-UHDÜberwachungskamera sieht sehr elegant aus und integriert zwei Mikrofone mit Geräuschunterdrückung. Störende Hintergrundgeräusche wie Wind und Regen werden herausgefiltert. Wenn sich zwei Personen unterhalten, versteht man alles kristallklar.

Die Simulation, dass jemand zuhause ist, ist eine der beliebtesten Smart-Home-Anwendungen. Ein automatisierter Rollladen aus widerstandsfähigem Material kann eine weitere Barriere für ungebetene Gäste darstellen. IRADEMACHER , der deutsche Spezialist für Rollladenantriebe, bietet für jede Wohnsituation die passende Lösung: Seine leicht nachrüstbaren elektrischen Funk-Gurtwickler sowie Rohrmotoren werden direkt in das eigene HomePilot-System integriert und automatisiert. Sind bereits Rollladenmotoren  

Mit einem Smartphone kann man von unterwegs auf Live-Bilder zugreifen und sehen, was zuhause geschieht. 64

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ID-LINK hat in diesem Sommer erstmalig neue IP-Kameras mit Multi-Zonen-Bewegungserkennung in Deutschland auf den Markt gebracht. Mit der Full HD Wi-Fi Kamera DCS-8325LH kann der Nutzer bis zu vier ausgewählte Bereiche festlegen, die explizit überwacht werden sollen. Hausbewohner werden dann darüber informiert, wenn in dem priorisierten Sicht-

Rademacher

Fotos: Hersteller

D-Link DCS-8000LHV2


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www.von-poll.com


Verisure Zerovision

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Zeit ist oftmals ein entscheidender Faktor, um einen Einbruch erfolgreich zu verhindern. 66

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Zeit ist oftmals ein entscheidender Faktor, um einen Einbruch erfolgreich zu verhindern. Das Beste ist deshalb, nicht eine, sondern ganz viele Hürden gegen unliebsame Besucher aufzubauen. Der innovative ZEROVISION-ALARMI von VERISURE ist Teil eines Drei-BarrierenSystems. Nach der Früherkennung durch Sensoren und bis zur Alarmierung der Polizei wird dem Eindringling die Sicht auf potentielles Diebesgut genommen: Nur Sekunden nach einem bestätigten Alarm löst das System die Sichtbarriere aus und es entwickelt sich ein nebelartiger Rauch, der den Einbrecher stoppt.

Kaum vorstellbar, aber solche hochintelligenten Systeme sind oftmals auf einen speziellen Fall nicht vorbereitet: Den Stromausfall. Darum kann es hilfreich sein, eine analoge, batteriebetriebene Sirene mit Warnlicht in die digitale Alarmanlage einzubinden. Bublitz hat in seiner Anlage einen Not-Akku integriert, der den Alarmbetrieb immerhin für die nächsten 48 Stunden sichergestellt.

Fotos: Hersteller

vorhanden, werden sie mit einem passenden Funk-Aktor smart-home-tauglich gemacht. So lassen sich die Rollläden nicht nur individuell programmieren und wetterabhängig steuern, auch von unterwegs kann man sie zu unregelmäßigen Zeiten öffnen und schließen, sodass das Haus zu jeder Zeit bewohnt aussieht.

ine Alternative zu aufwändigen Sicherheitspakten bietet BUBLITZ mit seinem Einbruch-Frühwarnsystem für Haus und Gewerbe. Seit mehr als 35 Jahren beschäftigt sich der Anbieter mit der Produktion und dem Vertrieb von Alarmanlagen, die schnell und einfach zu installieren sind, und setzt dabei auf eine völlig andere Technik: Über einen internen Sensor wertet die Zentrale den konstanten Rauminnendruck und den Luftvolumenanteil des Raumes sekundengenau aus und registriert mit ihren sensiblen, scharfen Sensoren einbruchstypische Veränderungen. Zum Beispiel wenn ein Fenster aufgehebelt oder eingeschlagen wird und der Luftdruck sich verändert. Vorteil: Der Kunde kann überwiegend auf zusätzliche Kostenpunkte wie Kontaktmelder an Fenster und Türen verzichten. Seit Neustem lässt sich die Alarmanlage auch mit einer App übers Smartphone steuern.


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WOHNUNGSSCHUTZ VS. DATENSCHUTZ Viele Verbraucher trauen sich nicht, eine Smart-Home-Anwendung anzuschaffen. Die Angst vor Hackerangriffen, Datenmissbrauch und der Schutz der eigenen Privatsphäre ist zu groß. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik will helfen und veröffentlichte auf seiner Website eine Liste an Maßnahmen, die es in puncto Smart Home zu beachten gilt. Es wird zum Beispiel empfohlen, Sicherheitsfragen schon vor dem Kauf zu klären, keine Standardpasswörter zu benutzen und ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) einzurichten.

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nter den Herstellern sind bereits datenschutzfreundliche Smart-HomeLösungen zu finden: Das AV-Test Institut zeichnete im vergangenen Jahr den Europamarktführer EQ-3I für seine Homematic IP-Produktlinie mit der Note „sehr guter Schutz“ aus: Alle gespeicherten Daten sind komplett anonym und werden per neuester Technologien und Verschlüsselungsstandards vermittelt.

Es steht außer Frage, dass intelligente Alarmanlagen die Sicherheit erhöhen. Vor allem dann, wenn vernetzte Elemente wie Sensoren, die auch als Rauchmelder fungieren, zusätzlichen Schutz leisten.

Leben

ohne Brille Neue Perspektiven dank refraktiver Chirurgie Tauchen Sie ab in ein Leben voller scharfer Eindrücke. Seit 20 Jahren korrigieren wir Fehlsichtigkeiten mittels modernster Lasertechnologie oder Linsenverfahren bis - 25 dpt. bzw. +10 dpt.

SMART-HOME-SICHERHEIT: EINE KOSTSPIELIGE ZUSATZLEISTUNG Abschließend lässt sich sagen: Vernetzte Häuser sind längst keine Garantie dafür, dass nicht eingebrochen wird oder auf klassische, analoge Sicherheitstechniken verzichtet werden kann. Es steht aber außer Frage, dass die zumeist kostspieligen, intelligenten Alarmanlagen die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen. Vor allem dann, wenn vernetzte Elemente wie Sensoren, die auch als Rauchmelder fungieren, zusätzlichen Schutz leisten. Zudem punkten sie in der Optik und Handhabung: Die Produkte sind meist klein und unauffällig und einfach anzubringen. In vielen Fällen genügt es, sie mit der Steckdose zu verbinden oder die kabellosen Komponenten an der gewünschten Stelle festzukleben. Welches Sicherheitssystem zur eigenen Wohnung passt, ist eine individuelle Entscheidung, die vorher gut recherchiert werden sollte. n Homematic Alarmsirene

Kommen Sie zum Eignungs-Check. www.artemisklinik.de/check ARTEMIS Augen- und Laserklinik Frankfurt Hanauer Landstraße 147-149 T: 069 697 697 69 frankfurt@artemiskliniken.de ARTEMIS Augenzentrum Wiesbaden Abraham-Lincoln-Str. 22 T: 0611 734290 wiesbaden@artemiskliniken.de


GRUSSWORT DES PRÄSIDENTEN Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer des Wirtschaftsclubs, neben Corona war die polarisierende US-Wahl sicherlich das führende Thema im Jahr 2020. Daher hatten wir als Gastredner den ehemaligen Außenminister und heutigen Vorsitzenden der Atlantik-Brücke Sigmar Gabriel sowie den Präsidenten der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham) Frank Sportolari zu Gast. Während Gabriel durchaus kritische Worte zur Attitüde Trumps fand, waren sich aber beide Gastredner darin einig, dass sich auch unter einem neuen Präsidenten auf der Sachebene nicht allzu viel für Deutschland ändern wird. Ich jedenfalls hoffe, dass bis zum Erscheinen dieser Ausgabe zumindest alle Stimmen ausgezählt sein werden. Da sich zwischen beiden Redner-Terminen die Corona-Lage verschärft hatte, musste der zweite Redner, Herr Sportolari, bereits online zugeschal-

tet werden. Wir haben das aufgrund der guten Resonanz zum Anlass genommen, digitale Formate als Ergänzung in unser Veranstaltungsportfolio aufzunehmen. Im vierten Quartal dieses Jahres werden mehrere CEO-Interviews als Clip den Mitgliedern und auf YouTube für ein breiteres Publikum zur Verfügung gestellt werden. Da wir bester Hoffnung sind, dass sich die Lage bis zum Frühjahr wieder entspannt, wird es dann wieder zahlreiche Veranstaltungen geben, die auch physisch stattfinden sollen. Auf den jährlichen Neujahrsempfang werden wir aber zum Jahresbeginn 2021 sicherheitshalber verzichten.

Es grüßt herzlich Ihr Thomas Kremer

VON TRUMP-TREFFEN UND GRENELL-GESPRÄCHEN

Wirtschaftsclub Rhein-Main-Präsident Thomas Kremer mit Außenminister a. D. Sigmar Gabriel

Dr. Isabell Mackert, Unternehmerin Helen Hain und Ines Löwentraut (Avivre Consulting)

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Susanne Watrin-Brenninkmeyer, Jurist Hans-Joachim Otto, Dr. Petra Hilgard-Kues und Dr. Mark C. Hilgard (Vizepräsident Wirtschaftsclub Rhein-Main)

Der US-Wahlkampf und der an Covid-19 erkrankte US-Präsident sorgten im Herbst wochenlang für ein mediales Gewitter an Schlagzeilen: Trump oder Biden? Wie geht es weiter mit den deutschamerikanischen Beziehungen? Fragen, die auch beim Wirtschaftsclub Rhein-Main (WRM) im Vorfeld des Wahlkampfes heiß diskutiert wurden. Speziell im Panel mit dem Vorsitzenden der Atlantik-Brücke e. V. Sigmar Gabriel, zu dem WRMPräsident Thomas Kremer im September ins schicke Sofitel an der Alten Oper lud. Über 100 Teilnehmerplätze, trotz Corona nach nur wenigen Tagen ausgebucht. Nach dem Sektempfang legte der Vizekanzler a. D., ehemaliger Außen-, Wirt-

schafts- und Umweltminister direkt los, sprach über Herausforderungen und Erkenntnisse im Vorfeld des US-Wahlkampfes. Die einstündige Rede: alles andere als langweilig. Besonders mitreißend: Anekdoten aus zahlreichen persönlichen Treffen mit Donald Trump und dem ehemaligen US -Botschafter Richard Grenell – kritische Anmerkungen hinsichtlich ihrer Haltungsweise konnte er sich nur schwerlich verkneifen. Kremer: „Ein brillanter Vortrag mit viel Humor. Sehr amüsant und sehr unterhaltsam.“ Am Ende gab es für Gabriels Premiere beim WRM nicht nur viel Lob und reichlich Applaus, sondern auch ein köstliches Essen.


TRUMP ODER BIDEN?

SAVE THE DATE 2021 AUSZUG AUS ÜBER 40 VERANSTALTUNGEN

11. 01. Leiter R&D der SanofiAventis Prof. Dr. Jochen Maas – Der aktuelle Stand zum Thema Corona-Impfstoff

21.01. Tourismuspolitischer Sprecher der FDPFraktion Dr. Marcel Klinge – Was passiert mit der deutschen Tourismuswirtschaft? Im ausverkauften Ballsaal des Sofitel lauschten die Gäste gespannt dem Vortrag von UPS-CEO Frank Sportolari.

„Ich begrüße heute den Gast mit dem kürzesten Heimweg.“ Mit diesen Worten leitete Wirtschaftsclub-Präsident Thomas Kremer den Abend im Sofitel vor ausverkauftem Haus ein. Speaker Frank Sportolari, CEO vom Paketdienstleister UPS und Präsident des American Chamber of Commerce in Deutschland, konnte coronabedingt nämlich nur digital zugeschaltet werden – Premiere für den Wirtschaftsclub Rhein-Main (WRM). Rund eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten lautete das Thema: Welche Folgen hätte ein Sieg Trumps bzw. Bidens auf den transatlantischen Handel? Die Stimmung: heiter. Zwar betonte Sportolari mehrmals, dass die amerikanische Handelskammer apolitisch sei, den ein oder anderen Seitenhieb auf Trump konnte er sich dennoch nicht verkneifen. Es folgte eine lebhafte Diskussion. Themen: von Wahlbeteiligung, Black-Lives-Matter-Bewegung, Cambridge Analytica-Skandal bis hin zur Medien-Berichterstattung. Höhepunkt des Abends: Der Schlagabtausch zwischen Sportolari und David Knower, WRM-Vizepräsident und Global Board Member der Republicans Overseas. Beide debattierten in bester Talkshowmanier.

11. 02.  Sprecher der GF Degussa Goldhandel Dr. Markus Krall – Wohin steuert Deutschland?

18. 02. Direktorin Deutsches Filminstitut Filmmuseum Ellen Harrington – Eventabend anlässlich der Berlinale

08.03. CEO publity AG Thomas Olek – Immobilienmärkte nach Corona – moderiert von Carsten Knop (FAZ)

22.03. CEO Duisburger Hafen AG Erich Staake – Die neue Seidenstrasse

21. 04. OB der Stadt Tübingen Boris Palmer, Die Grünen – Die klimaneutrale Stadt

04. 05. Präsident der EIB Werner Hoyer – Aufgaben der EIB mit Corona

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); WRM

Als Mitglied der Republicans Overseas lieferte sich David Knower mit Frank Sportolari einen humorvollen Schlagabtausch.

18. 05. Vorsitzender des Verbandes der SpardaBanken Florian Rentsch – Tagesaktuelles Thema

Werden Sie Mitglied!

Wirtschaftsclub-Präsident Thomas Kremer moderierte den Talk mit UPS-CEO Frank Sportolari.

Zum Film:

WIRTSCHAFTSCLUB RHEIN-MAIN e. V. Rathenauplatz 2-8 60313 Frankfurt am Main Tel.: 069 - 28 04 93 info@wirtschaftsclub-rm.de www.wirtschaftsclub-rm.de

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DIE ZUKUNFT DER BANKEN Die Banken stehen unter Druck. Die Gewinne schwinden nicht nur wegen niedriger Zinsen. Die digitale Revolution stellt alte Geschäftsmodelle in Frage. Online-Banking, Direktbanken und Mobile Payment fordern die klassischen Finanzinstitute heraus. Viele Filialen müssen schließen. Vor allem Jüngere wenden sich ab. Es ist Zeit umzudenken. Text: Thomas Zorn


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in „Weiter so“ würde die Krise nur verschärfen. Jede zweite Filiale wird es bald nicht mehr geben, prognostizieren Branchenkenner. Noch gehört Deutschland zu den Ländern Europas mit einer hohen Bankendichte. Das wird sich ändern. Am Anfang traf es vor allem kleine Geschäftsstellen. Inzwischen sind selbst moderne Angebote in attraktiven Lagen bedroht.

suchung. Die eingesessenen Geldhäuser seien „mehr denn je gefordert, ihre Filialstrategie neu auszurichten“. Die Beratungsfirma schlägt vor, Serviceaktivitäten konsequent zu digitalisieren. Die Institute sollten mindestens einmal wöchentlich mit ihren Kunden im Netz „interagieren“. Erst dann sei es sinnvoll, Filialen zu reduzieren. So könne die Abwanderung von Kunden – anders als im „Hauruckverfahren“ – verhindert werden.

Laut einer Analyse des Unternehmens Oliver Wyman mussten zwischen 2008 und 2018 rund 12.000 Niederlassungen aufgegeben werden. Jetzt scheint sich die Entwicklung zu beschleunigen. Knapp 27.000 Filialen verzeichnete die Statistik Ende 2019. Im Jahr 2030 würden nur noch 15.800 übrig bleiben, prognostizierten die Strategieberater von Oliver Wyman vor einem Jahr. Das war schon optimistisch. Im ersten Lockdown stellten etliche Filialen landesweit den direkten Kontakt mit ihrer Klientel vorübergehend ein. Viele Kunden haben es nicht einmal gemerkt. Insider vermuten, dass sich die Banken nun zu noch drastischeren Schritten ermutigt fühlen könnten.

Ob Banken und Sparkassen eine solch vorsichtige Herangehensweise tatsächlich wählen, müssen sie selbst entscheiden. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich gerade überkommene Gewohnheiten wandeln, ist die Neuausrichtung in jedem Fall eine Herkulesaufgabe. Ein Gutteil der Filialen wirkt wie ausgestorben. Selbst bei Senioren ist es mittlerweile angesagt, die eigenen Finanzgeschäfte über das Smartphone oder den PC zu erledigen.

Fotos: Adrien Vajas/Unsplash; Consileon

FILIALSTERBEN GEHT WEITER Denn mit Filialschließungen kann man die Kosten erheblich senken und genau das scheint das Gebot der Stunde. In den nächsten Monaten sind Geschäftsaufgaben und Insolvenzen zu erwarten. Banken und Sparkassen rechnen mit erheblichen Zahlungsausfällen aufgrund der Pandemie. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, vermutet ein leitender Mitarbeiter einer Frankfurter Bank. „Dennoch ist die Filiale keineswegs ein Auslaufmodell“, haben die Autoren der OliverWyman-Studie kurz vor Ausbruch von Covid-19 festgestellt. 1.500 Personen wurden befragt. 60 Prozent bekundeten, dass sie auch noch in fünf Jahren ihre Filiale regelmäßig aufsuchen wollten. 42 Prozent kündigten sogar an, bei Schließung ihrer Zweigstelle die Bank zu wechseln. „Damit stehen bis 2025 kumuliert rund sechs Milliarden Euro an Kundenerträgen auf dem Spiel – bis 2030 sogar acht Milliarden“, geben die Verfasser der Studie den Managern zu bedenken, die einen radikalen Kurs fahren wollen. Nach wie vor sei die Filiale ein wichtiger Bestandteil der Finanzbeziehungen eines Bankkunden.

AUF DIE STRATEGIE KOMMT ES AN Die Banken stünden vor der Aufgabe, ihre Kosten in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die Kunden zu halten, lautet das Fazit der Unter-

Die Deutsche Bank, die führende Bank des Landes, will die Ausdünnung in der Fläche forciert fortsetzen. Philipp Gossow, Leiter des Privatkundengeschäfts, nannte den Verbleib von 400 Filialen bei einer Handelsblatt-Tagung im September als Zielgröße. Derzeit unterhält Deutschlands einzige systemrelevante Bank noch etwas mehr als 500 Zweigstellen zwischen Kiel und Passau, Aachen und Dresden.

KOSTENDRUCK ERHÖHT SICH Ralph Hientzsch, geschäftsführender Gesellschafter von Consileon Frankfurt, sagte auf der Tagung, dass der Trend „ganz klar in Richtung weniger Filialen geht“. Er hätte sich noch mehr Entschiedenheit von der Deutschen Bank gewünscht. Auch 300 Standorte könnten eine flächendeckende Versorgung sicherstellen, vermutet Hientzsch. Selbst die Gewerkschaft Verdi zweifelt nicht grundsätzlich an der Notwendigkeit von Einsparungen. Sie mahnt jedoch, die Verhältnismäßigkeit und Zumutbarkeit der Maßnahmen zu beachten.

„Ich gehe davon aus, dass der Trend ganz klar in Richtung weniger Filialen geht.“ Ralph Hientzsch, CEO Consileon Frankfurt auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunft Retail Banking“

Die Personalkosten würden bei den klassischen Banken noch immer fast 50 Prozent der Verwaltungsaufwendungen ausmachen, hat kürzlich die Bundesbank festgestellt. Bei den Sparkassen seien es sogar 62 Prozent. „Das spiegelt das personalintensive Geschäftsmodell wider“, räumt sogar Jan Duscheck, der VerdiFachgruppenleiter Banken, ein.

SMARTE START-UPS Andere kommen mit einem Bruchteil des Personals zurecht. Der Erfolg von Direktbanken 

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wie N26 oder Revolut macht die Etablierten neidisch. N26 hat sich in wenigen Jahren nach oben katapultiert. Das Unternehmen wurde 2013 von den Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal in Berlin gegründet. „Number26“, wie man anfangs hieß, war erst gar keine richtige Bank. Zunächst stellte man nur der Wirecard Bank eine Bedienoberfläche zur Verfügung. Glücklicherweise erfolgte bald die Trennung von der heute skandalumtosten Unternehmensgruppe.

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ach dem Einstieg neuer Investoren, erheblichen Produkterweiterungen und dem Erhalt einer Vollbanklizenz im Jahr 2017 verfügt N26 über 3,5 Millionen Kunden (Stand 2019). Die Bank aus der Hauptstadt wird gehypt und wurde zuletzt (2019) mit 3,5 Milliarden Euro bewertet. Damit stieg die Direktbank zum wertvollsten deutschen Start-up auf. Auch der englische Konkurrent Revolut – mit dem gebürtigen Russen Nikolay Storonsky als CEO an der Spitze – überraschte alle. Schon beim Start 2015 zeigte man sich ambitioniert. Man wolle „eine faire und reibungslose Plattform für die weltweite Verwendung und Verwaltung von Geld“ schaffen, verkündeten die Gründer. Versteckte Gebühren gebe es nicht.

„Ich will eine wahrhaft globale Bank schaffen.“ Nikolay Storonsky, CEO Revolut

REVOLUTION MIT REVOLUT? Außerdem offerierte Revolut sehr günstige Großbanken-Währungskurse. 2017 installierten die Aufsteiger von der Insel auch Girokonten. Damit verfügten die Nutzer endlich über eine persönliche IBAN. Ende 2018 erhielt das Unternehmen von der litauischen Bankenaufsicht eine spezialisierte Bankenlizenz, mit der Revolut Einlagen annehmen und Kredite vergeben kann. Inzwischen hat die Onlinebank von der Insel angeblich mehr als acht Millionen Kunden und wird mit 5,5 Milliarden Dollar taxiert. Man sei die wertvollste Fin-Tech-Firma Europas, behauptet man. Es gibt mittlerweile Dutzende von hippen Smartphone-Banken, nur sind sie noch nicht so im Fokus wie N26 und Revolut. Es gehört durchweg zur DNA, auf Filialen zu verzichten. Der Austausch mit den Kunden erfolgt elektronisch. Die Anmeldung geht fix. Eine App wird kostenlos heruntergeladen, das Formular ausgefüllt und zurückgemailt. Das dauert kaum 15 Minuten. Geld kann man in Sekunden an andere überweisen. Auslandüberweisungen sind oft problemlos. Die abrufbaren Ausgaben werden dazu hübsch und übersichtlich kategorisiert. Und das Beste: Kontoführung und Kreditkarten sind günstig, wenn nicht kostenlos.

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KINDERKRANKHEITEN Revolut-Antreiber Nikolay Storonsky sieht sein Unternehmen an der Spitze der Bewegung. Die Konkurrenz der Smartphone-Banken untereinander sei unerbittlich, konstatiert der CEO. In zehn Jahren werde es nur noch fünf große Player geben. Dass Revolut dazu gehört, ist für den ehemaligen Leistungsschwimmer mit UniAbschlüssen in Physik und Volkswirtschaft selbstverständlich. Lustvoll inszeniert sich der 36-Jährige als Schreck des Establishment: „Ich will eine wahrhaft globale Bank schaffen“, visioniert er. „Jeder Mensch auf der Welt soll die App aufmachen und ein Konto eröffnen.“ Es sei aggressiver als andere und deshalb wachse Revolut auch schneller, tönt der Durchstarter. Solche Anpreisungen schaffen nicht unbedingt Vertrauen. Zumal manches nicht rund läuft bei Revolut. Das Arbeitsklima, behaupten ehemalige Mitarbeiter, sei wegen langer Arbeitstage und ausbleibender Honorierungen miserabel. Auch sollen schon diverse Konten unbegründet und automatisch gesperrt worden sein. N26 leidet gleichfalls unter Kinderkrankheiten. Der telefonische Kundendienst reagiere oft nicht, heißt es. Zudem wurden ernste Sicherheitsmängel moniert. Arno Lederer, mehr als 35 Jahre Vorstandsvorsitzender eines großen IT-Dienstleisters für Finanzinstitute, hält eine gesunde Skepsis gegenüber Onlinebanken für angebracht. Er fragt: „Was passiert da? Wer steht dahinter? Welche Zielsetzung wird mittel- und langfristig verfolgt? Wie steht es mit der Banklizenz, der Einlagensicherung, welche ausländischen Einflüsse müssen betrachtet werden? Wer sind die Zielgruppen?“

NEXT GENERATION WILL MEHR Mit seiner klassischen Bankverbindung sei er eigentlich sehr zufrieden, teilte Lederer dem IT-Finanzmagazin mit. Doch die neuen Akteure auf dem Markt könnten etwas bewegen. „Ich möchte bestimmte Angebote wie zum Beispiel ApplePay schneller nutzen können, als es mir klassische Banken zur Verfügung stellen“, bekennt der erfahrene IT-Experte. „Und ich will neue und innovative Technologien kennenlernen, so wie ich es auch beruflich immer wieder getan habe.“ Die traditionellen Banken müssten aufpassen, dass sie die junge Generation nicht verlören, warnt Lederer. Er wünscht sich von den Banken mehr innovative Produkte, andere Formen des Dialogs und vor allem eine Time-to-Market-Strategie. Attraktive Produktkomponenten müssten zügiger als bisher angeboten werden.


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UBS OpernTurm

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Fotos: Stephen McCarthy; Klaus Knuffmann

olche Mahnungen verhallen nicht ungehört. Seit Jahren arbeiten in den eingeführten Banken viele Teams an der Modernisierung. Insider stöhnen zwar bisweilen über Blockaden, doch es geht langsam voran. Wer sich über Privat Banking und Asset Management definiert, hat dagegen Innovationen häufig schon umgesetzt. Das bringt die gewünschten Ergebnisse. So verbuchte gerade die Schweizer Großbank UBS – trotz der weltweiten Virus-Epidemie – den höchsten Gewinn in einem dritten Quartal seit fünf Jahren.

PRIVATE BANKING INNOVATIV Der langjährige UBS-Chef Sergio Ermotti, der im November als CEO ausgeschieden ist, hat die Bank gefestigt hinterlassen. In seiner Zeit als Konzernchef – seit 2011 – wurden riskante Handelsgeschäfte zurückgeschraubt. Er setzte auf das solidere Geschäft mit Reichen und Superreichen und fuhr gut damit. Einer baldigen Fusion mit der Deutschen Bank, über

die spekuliert wird, hat UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber erst einmal eine Absage erteilt. „Wir sind nicht auf Brautschau“, verkündete er stolz vor einigen Wochen. Es geht bei den Eidgenossen längst nicht mehr nur um Profitabilität. Die Nachfrage nach einem ethisch einwandfreien Portfolio, das den ESG-Kriterien entspricht, ist bei der UBS extrem gestiegen. Natürlich setzt man bei der Gestaltung des Vermögens auch das modernste Instrumentarium ein. „Doch ohne persönliche Beratung funktioniert es nicht“, sagt ClausPeter Schrack, Unternehmenssprecher der im OpernTurm sitzenden UBS Europe SE. „Dazu sind gerade die steuerlichen und gesetzlichen Aspekte im Wealth Management zu komplex.“ Auch junge Digital-Unternehmer legten größten Wert auf das fundierte Urteil von Fachleuten. Geschicktes und verantwortliches Wealth Management betreibt auch die innovative französische Universalbank BNP Paribas. Marcel 

„Ohne persönliche Beratung funktioniert es nicht.“ Claus-Peter Schrack, Unternehmenssprecher UBS Europe SE

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„Wir arbeiten auf der einen Seite über den direkten Kontakt und ausgewiesene Expertise. Dazu brauchen wir aber nicht mehr die gediegene Atmosphäre aus Zigarrenrauch und Holzvertäfelung.“ Marcel Becker, Head of Private Banking Germany, BNP Paribas, Wealth Management

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Becker ist 2014 in Frankfurt angetreten, das Private Banking in Deutschland auszubauen. „Unser Ziel ist es, die neue Generation Privatbank zu bauen“, sagt der Head of Private Banking Germany dem Top Magazin. Vermögende Anleger hätten heute andere Werte. Sie wollten bei der Strukturierung und Entwicklung der Anlagen beteiligt sein und jederzeit Einblick haben. Zudem hinterfragten sie häufiger den Sinn ihrer Investitionen, auch im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit. „Unsere App erlaubt überall auf der Welt einen Zugriff auf Konten und Depots und gibt Einblick in die aktuellen Einschätzungen unserer Analysten“, berichtet der Spitzenbanker. „Wir verzichten trotzdem nicht auf eine individuelle Betreuung.“ Zu jedem Kunden gehört ein Relationship Manager, der ihn oder sie begleitet und mit Informationen versorgt – auch zu nachhaltigen Anlagemöglichkeiten.

HYBRIDE MODELLE Das Vertrauen, das nach den ersten persönlichen Begegnungen entstanden ist, ermöglicht effiziente Beratung. „Wir arbeiten auf der einen Seite über den direkten Kontakt und ausgewiesene Expertise“, erklärt Becker. „Dazu brauchen wir aber nicht mehr die gediegene Atmosphäre aus Zigarrenrauch und Holzvertäfelung.“ Das 21. Jahrhundert ticke anders und setze auf digitale Kanäle. „Wir bieten beste Tools und IT, um optimale Ergebnisse zu erzielen.“ Ein Robo-Advisor könne die Einschätzung von Fachleuten ergänzen, aber eben nicht komplett ersetzen. In einer geschickten Kombination aus Algorithmen und abrufbarem menschlichen KnowHow liegt vielleicht der Schlüssel für die Banken von morgen. Noch genießen die traditionellen Häuser ein großes Renommee.

MEHR SERVICE GEWÜNSCHT „Der Kunde sieht in der Bank nicht nur einen Konto- oder Zahlungsdienstleister“, sagt Christoph Roßbroich, Senior Sales Executive bei ti&m in Frankfurt, in der gebotenen Klarheit. Inzwischen hätten auch die älteren Semester höhere Ansprüche an einen guten Service. Dazu gehöre auch das Integrieren von Haushaltsrechnungen und Budgetplanern oder die Zusammenfassung aller Konten an einem Ort. Mehr als jeder vierte Bankkunde wünsche dies. Viele Finanzinstitute zögern noch, sich breiter aufzustellen. Die Bank ist zwar der erste Ansprechpartner bei der Finanzierung von Häusern, Wohnungen und Grundstücken. Gleichwohl traut man sich nicht recht, die Immobilien auch zu vermitteln. Als Dienstleistung der Bank wünscht sich das laut ti&mStudie immerhin schon jeder Fünfte. Auch könnte die klassische Immobilien-Finanzierung der Banken viel schneller laufen, wenn die gesamte Prozesskette von der ersten Terminvereinbarung bis zum Darlehensabruf schlank und digital gestaltet wäre, glauben die ti&m-Forscher. In den Traditionshäusern basiert eben vieles auf Papier. „Das ist geduldig,“ sagt der Volksmund. Die Kunden wären es nicht mehr, wenn bei den Banken nichts passieren würde. Aber es entwickelt sich eine Menge, auch wenn die Umsetzung etwas Zeit braucht. Eines ist sicher: Auch die klassischen Banken werden smart. Ihr Vorteil gegenüber den aufmüpfigen Mitbewerbern aus der Fin-Tech-Branche ist der Vertrauensvorschuss, der ihnen entgegengebracht wird. Sie müssen ihn nur nutzen. n

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Deutsche Bank-Zwillingstürme

ie Branche müsse sich aber „offensiver aufstellen“, fordert die Beratungsgesellschaft ti&m in ihrer aktuellen Studie „Banking-Trends 2020“. Deutschlands Bank- und Sparkassenkunden erwarteten ein breit gef ächertes Dienstleistungsangebot, das weit mehr als den klassischen Service umfasse, lautet das Fazit der eigenen Umfrage aus dem Sommer. Vor allem die Einsteiger wünschten sich mehr Leistungen, als sie im Augenblick erhielten. 51 Prozent aus der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahren würden zum Beispiel eine Übersicht zu Verträgen und laufenden Kosten nutzen, wenn sie mit einer Banking-App kombiniert wäre.


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APPS

Bei Stash legt man den Fokus auf Micro-Investing. Bereits ab fünf Euro können Anleger hier in den Finanzmarkt einsteigen. Vor allem aber überzeugt die App durch eine breite Sammlung von Artikeln, die Grundlagenwissen vermitteln und damit den Einstieg als Investor erleichtern.

Revolut gilt in Europa als Vorreiter des Mobile-Banking. Die App besticht durch einfache Bedienung und bietet seit November als erster Anbieter „Open Banking“ an. Mit dieser Funktion können die Nutzer ihre Bankkonten von Comdirect, Commerzbank, Deutsche Bank, ING-DiBa oder Sparkasse mit der App verknüpfen und zentral verwalten. Außerdem bietet Revolut virtuelle Einwegkarten an. Nach einmaliger Online-Zahlung werden die Daten automatisch gesperrt.

Bei eToro kann man nicht nur im übersichtlichen Design verschiedene Produkte handeln, sondern auch die Funktion „Social Trading“ nutzen: eine soziale Plattform, auf der sich Nutzer über aktuelle Trends und Strategien austauschen können. So kann man sein Wissen vertiefen und Netzwerke aufbauen.

Zwar ist die Trade Republic App in ihrem Design eher unaufgeregt und bietet wenige Extras, dafür überzeugt sie vor allem durch ihr Angebot. Der Online-Broker bietet ein Wertpapierdepot, bei dem der Handel ausschließlich über die Smartphone-App stattfindet. Obwohl nicht alle Börsenplätze im Angebot sind, macht das den Anbieter unschlagbar günstig: Ein Euro pro Trade, Sparpläne sind sogar kostenfrei.

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Fotos: Hersteller

Der Online-Banking-Pionier Comdirect setzt auf eine kompakte Kontoübersicht. Dadurch können Nutzer mit wenigen Swipes alle relevanten Informationen zum eigenen Vermögen, Gewinnen oder Verlusten einsehen. Watchlists, News und Live-Charts runden das Angebot ab.


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Aus einer Vision entstanden. Für die Elektromobilität geschaffen. Der BMW iX begeistert mit: - Bis zu über 600 km* Reichweite - Seinem elektrischen Allradantrieb und bis zu über 370 kW* (500 PS*) - Einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als 5,0 Sekunden* - Seinem modernen und ausdrucksstarken Design

Der erste BMW iX ist voraussichtlich ab Ende 2021 offiziell verfügbar. Sichern Sie sich noch heute Ihre bevorzugte Bestellmöglichkeit für einen der ersten BMW iX.

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BMW iX: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 0 l/100 km, CO2-Emission kombiniert: 0 g/km. Stromverbrauch kombiniert: unter 21 kWh/100 km. Energieeffizienzklasse: A+.* *Bei den Angaben handelt es sich um voraussichtliche, noch nicht offiziell bestätigte Werte.

BMW AG Niederlassungen Frankfurt BMW Niederlassung Frankfurt Hanauer Landstraße 255 60314 Frankfurt am Main Tel.: 069-4036-460 www.bmw-frankfurt.de

BMW Niederlassung Offenbach Spessartring 9 63071 Offenbach Tel.: 069-850001-116 www.bmw-offenbach.de

BMW Niederlassung Dreieich Gustav-Otto-Straße 1 63303 Dreieich Tel.: 06103-9300-369 www.bmw-dreieich.de


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Wie werden wir in Zukunft leben? Als weltweit führender Vermögensverwalter mit Niederlassungen in Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart, ist es auch in herausfordernden Zeiten die oberste Priorität der UBS, das Vermögen ihrer Kunden langfristig zu schützen. Mit Geschäftsstellen in über 50 Ländern vereint UBS dabei die Qualitäten eines globalen Finanzdienstleisters mit der persönlichen Note einer Privatbank. Sükriya Aclan, Leiterin der UBS-Niederlassung in Frankfurt, erklärt, welche Trends unseren Alltag von Morgen prägen könnten und wie ihr Team vom OpernTurm aus Kunden bei der Suche nach passenden Investmentchancen beiseite steht.

Frau Aclan, inwieweit beeinflusst das Thema Zukunft Ihren Arbeitsalltag? Wir leben in Zeiten des Wandels und auch bei unseren Kunden kommen verstärkt Fragen auf, wie und vor allem in welchen Bereichen sich unser Lebensstil zukünftig verändern wird. Einerseits werden uns demografische Grundtendenzen begleiten, denn weltweit werden immer mehr Menschen geboren. Statistisch gesehen leben wir zudem länger, in knapp zehn Jahren werden eine Milliarde Menschen älter als 65 Jahre sein. Andererseits werden uns die vierte industrielle Revolution – in Form rasant steigender Automatisierungs- und Vernetzungsprozesse – sowie vielschichtige Anforderungen an unsere Gesellschaft und den globalen Klima- wie Umweltschutz prägen.

Welche Trends werden uns dabei am meisten beeinflussen und potentielle Investmentmöglichkeiten für Anleger bieten? Ich denke, dass beispielsweise eine Anpassung und Änderung unseres Konsumverhaltens Folgegenerationen prägen könnte. Faktoren wie Verdienststeigerungen oder Erbschaften könnten daher in Zukunft für verstärkte Kaufkraft sorgen. Laut Prognose unserer Experten werden gerade Millennials vermehrt in nachhaltige Güter investieren, die ihren steigenden ökologischen Werten entsprechen – was durchaus spannend zu beobachten ist und der Annahme unserer Experten folgt, dass der Trend zu nachhaltigen Investments gerade erst begonnen hat. Könnten Sie bitte weitere Beispiele nennen? Aller Voraussicht nach wird sich der Mensch zudem gezielter für den Erhalt seiner eigenen Gesundheit einsetzen und damit präventive Maßnahmen wie Stressabbau, Optimierung der physischen Verfassung und lebenszeitverlängernde Schritte in den Vordergrund rücken. Nicht nur deshalb gilt es, vorherrschende Gesundheitssysteme effizienter und fortschrittlicher zu gestalten. Eingangs hatte ich das steigende Alter des Menschen erwähnt: Wir alle wissen, dass Kosten rund ums Thema Gesundheit gerade im Alter extrem zunehmen können. Staatliche Gesundheitssysteme werden diese Ausgaben jedoch kaum mehr alleine bewältigen können und deshalb werden Patienten aller Voraussicht nach häufiger selbst in ihr Wohlbefinden investieren müssen.

Über den Dächern Frankfurts: UBS-Kundenbereich in der 38. Etage

Ein klarer Realitätscheck! Das soll keinesfalls pessimistisch klingen. Ich möchte damit


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lediglich aufzeigen, in welchen Bereichen prinzipiell mehr Nachfrage entstehen könnte: Allgemein stehen Innovation und Technologie im Zentrum unserer Betrachtung und sie werden unsere Wege des Wirtschaftens ganz neu definieren. Aller Voraussicht nach werden wir generell produktiver sein, wir müssen uns hierfür jedoch stetig an neue Situationen anpassen und wortwörtlich dazulernen. Demnach werden wir flexibler und lebenslang pauken; der Erwerb von technologischem Know-How und zwischenmenschlichen Fähigkeiten stehen auf der Agenda ganz weit oben. Die Nachfrage nach Lernportalen und -software könnte daher stark ansteigen. Gerade über soziale Onlineplattformen werden private Anbieter ihre Angebote global und rund um die Uhr anbieten – auch dieser Bereich könnte gegebenenfalls Investitionschancen ergeben. Stichwort Investition: Was gilt es beim Anlegen allgemein zu beachten? Es gibt leider kein Patentrezept und deshalb lässt sich diese Frage in den seltensten Fällen leicht beantworten. Folgende Herangehensweise könnte sich jedoch beim Thema Kapitalanlage hinsichtlich der Zukunft des Menschen lohnen: Was wird uns langfristig prägen und verändern? Gerade dort, wo weltweit die Nachfrage steigt, könnten attraktive Anlageoptionen entstehen. Nicht umsonst heißt unser aktueller Report zu dem Thema Future of Humans. Das ist spannend zu hören! Gibt es irgendeinen Fauxpas, den man beim Anlegen besser nicht begehen sollte? Grundsätzlich empfehlen mein Team und ich, Anlagen nach Regionen und Anlageklassen zu diversifizieren. Sprich: Nicht alles auf eine Karte setzen und damit Risiken minimieren. Ein weiterer Punkt, der beim Anlegen eine essentielle Rolle spielt und oft fehlinterpretiert wird: Cash. Angesichts der anhaltend hohen Volatilität reagieren viele Anleger abwartend und halten weiter hohe Cash-Bestände. Langfristig kann diese Taktik jedoch real das Vermögen verringern. Wir empfehlen daher, auch in volatilen Zeiten investiert zu bleiben. Wie genau, dafür finden wir gemeinsam mit unseren Kunden dann die passenden Produkte. Was unterscheidet UBS von seinen Wettbewerbern? Unsere weltweit verwalteten Vermögen belaufen sich auf rund 3,4 Billionen US-Dollar, darauf sind wir zweifelsohne stolz. Einer unserer Vorteile ist dabei die globale Kompetenz unserer Bank: UBS hat mehr als 65.000 Mitarbeiter in über 50 Ländern, davon weltweit rund 900 Analysten in nahezu allen Märkten. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, dass wir überall dort, wo unsere Kunden sind, auch Berater mit hoher regionaler Expertise haben. So verbinden wir globale und regionale Kompetenz, was uns beispielsweise oftmals einen Informationsvorsprung in der Beratung unserer Kunden gibt. Und zuletzt: Wir wird man eigentlich Kunde bei UBS? Unsere Produkte und Dienstleistungen sind im Regelfall auf vermögende Anleger ab einem Einlagevolumen von zwei Millionen ausgerichtet. Wer uns kennenlernen möchte, kann einfach einen Termin vereinbaren und sich unverbindlich beraten lassen. Frau Aclan, vielen Dank für das Gespräch!

„Was wird uns langfristig prägen und verändern? Gerade dort, wo weltweit die Nachfrage steigt, könnten attraktive Anlageoptionen entstehen. Nicht umsonst heißt unser aktueller Report zu dem Thema Future of Humans.“

Sükriya Aclan UBS Europe SE Bockenheimer Landstraße 2 – 4 60306 Frankfurt am Main E-Mail: sukriya.aclan@ubs.com Tel. 069 / 2179 – 8647 Sitz der UBS im OpernTurm Frankfurt


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Transparenz dank unabhängiger Finanzexperten

Deutschland-Geschäftsführerin Melanie Kühlborn-Ebach

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as Team von Deutschland-Geschäftsführerin Melanie Kühlborn-Ebach ist gerade vom OpernTurm in den Nextower am Thurn-und-Taxis-Palais umgezogen. Die Aussicht von der 29. Etage des Hochhauses mitten in der City auf die Skyline und den Taunus könnte nicht besser sein. Es wirkt wie ein Statement. Denn Aus- und Einblicke gehören zum Geschäftsmodell der Firma. Anlagestrategie wird regelmäßig überprüft „Wir sind nicht abgehoben, legen aber Wert auf unsere Unabhängigkeit“, sagt die 43-jährige Betriebswirtin, die seit 15 Jahren am Kapitalmarkt tätig ist. „Wir sind für unsere Kunden da

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und unterstützen sie bei der Formulierung ihrer Anlageziele sowie beim Aufbau einer effizienten Anlageorganisation.“ Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Anlageparameter an das Kapitalmarktumfeld legt man die Basis für nachhaltigen Erfolg. Besonders geschätzt wird ein eingebautes Frühwarnsystem, das als Alleinstellungsmerkmal gilt. In Zeiten volatiler Finanzmärkte und steigender regulatorischer Anforderungen kann eine transparente Gegenüberstellung von Chancen und Risiken spielentscheidend sein, zumal in Zeiten einer weltweiten Pandemie.

Foto: Farideh Diehl

Viele wohlhabende Privatleute, institutionelle Investoren und Stiftungen wollen ihre Vermögensanlage zunehmend optimieren. Gefragt ist ein Service, der sich ganz auf die Kundeninteressen konzentriert und unterschiedliche Perspektiven neutral zusammenführt. Die inhabergeführte und expandierende L M M Investment Controlling AG aus Liechtenstein bietet genau das – seit drei Jahren auch in Frankfurt.


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„Wir überprüfen die Markt- und Auftragskonformität jeder einzelnen Transaktion“, erläutert Kühlborn-Ebach. Man ist sehr prompt – auch bei den Details. „Wenn beispielsweise Aktien gezeichnet werden, checken wir, ob die Börsenkurse und Gebühren richtig abgerechnet worden sind. Alle Belege werden tagesaktuell geprüft.“ Marktstandard sind eher Quartals- oder jährliche Kontrollen oder auch Stichproben. Technologie für perfekte Übersicht „Wir sind technologisch modern aufgestellt und können hier anders agieren“, konstatiert Kühlborn-Ebach. „LMM Investment Controlling will zeitnah agieren, Risiken einordnen und verteilen.“ Über 160.000 Einzelbelege werden jährlich unter die Lupe genommen. Ungereimtheiten und Fehlentwicklungen – von Spesentricksereien bis hin zu Millionenverlusten – deckt LMM auf. Ein typischer Neukunde ist beispielsweise ein ehemaliger Unternehmer, der seine Firma verkauft hat und nun jemanden sucht, der Ordnung in das beträchtliche Vermögen bringt. Diverse Vermögensverwalter sind mandatiert worden, doch benötigt wird zusätzlich ein kompetenter Berater, der Handlungsperspektiven eröffnet. „Werden wir beauftragt, machen wir zunächst eine Bestandsaufnahme“, so die LMM-Geschäftsführerin. „Es kann sein, dass wir dann zum Beispiel auf gefährliche Ungleichgewichte im Portfolio des Kunden stoßen.“ Mit Computersimulationen lasse sich darstellen, wie sich die Anlagen bei Marktturbulenzen entwickelten, berichtet die ehemalige Absolventin der European Business School in Oestrich-Winkel. „Wir sind ein bisschen stolz auf unsere innovative und kundenausgerichtete IT, die all das und noch viel mehr kann.“ Ordnung ins Vermögen „Bei den Produkten schauen wir auf die erzielten Resultate und erstellen einen Peer-Group- und Benchmark-Vergleich“, fährt Melanie KühlbornEbach fort. „Wir analysieren Ertrag, Risiko und Kosten und wollen wissen, ob das Portfolio mit dem Anlage- und Risikoprofil in Einklang steht.“ Daraus leiten sich Empfehlungen ab. Steht ein Wechsel des Vermögensverwalters an, unterstützt LMM die Suche und liefert objektive Entscheidungsgrundlagen. Fachleute aus der Branche loben die Gründlichkeit, Schnelligkeit und Klarheit, mit der bei LMM analysiert, beraten, kontrolliert und berichtet wird. Aufschlussreiche Vergleiche Die Auswertung des Einzelportfolios und des konsolidierten Vermögens der Kunden erfolgt

periodisch. Das Reporting ermöglicht den Anlegern, rechtzeitig Umschichtungen vorzunehmen. Von großem Nutzen ist die einheitliche Bewertungsmethodik. Übersichtlich ist die Darstellung im Gesamtvermögensbericht, der als Kurzform mit wichtigen Kennzahlen und Kontrollergebnissen zusammengefasst wird. Das Unternehmen gründete der Liechtensteiner Jürg Meier im Jahr 2000 mit zwei Partnern. Er fungiert noch immer als CEO. Von Anfang an hat er Wert darauf gelegt, den Klienten Instrumente an die Hand zu geben, die eine sichere Orientierung auf den bisweilen stürmischen Märkten erlauben. „Wir wurden schon für manche zum Leuchtturm, der einen Schiffbruch verhindert hat“, bemerkt die Deutschland-Chefin lächelnd. Über 25 Milliarden Schweizer Franken an Kundengeldern betreut die LMM inzwischen. Stiftungen investieren mit Schwerpunkt ESG Außerordentlich wichtig sind die ESG-Kriterien geworden, die Maßstäbe für ein ethisch gewünschtes finanzielles Engagement beschreiben. Sie stehen für Umwelt (Environmental), Sozialverträglichkeit (Social) und Unternehmensführung (Governance). Mittlerweile drängt auch die Europäische Union darauf, die ESG-Kennzahlen zur Richtlinie finanzieller Entscheidungen werden zu lassen. „Dank unserer Look-Through-Methode erkennen wir, wo gegen die Regeln verstoßen wird“, sagt Melanie Kühlborn-Ebach. „Auch den CO2-Fußabdruck von Unternehmen ermitteln wir mit Hilfe von Recherchepartnern.“ Die ESG-Kriterien spielen auch für die Stiftungen, die von LMM vertreten werden, eine große Rolle. Die Stiftung Kloster Eberbach wurde schon mehrfach für ihre fortschrittliche Ausrichtung und nachhaltige Vorgehensweise ausgezeichnet. Die Kooperation mit der LMM Investment Controlling AG sorgt dafür, dass auch die Zukunft wirtschaftlich abgesichert ist. Gewinnbringendes Engagement Eine ESG-Ausrichtung hat sich generell längst als gewinnbringend herausgestellt. „Das Thema wird auch 2021 im Fokus stehen“, erklärt Melanie Kühlborn-Ebach. „Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr das Bewusstsein.“

„In Zeiten volatiler Finanzmärkte und steigender regulatorischer Anforderungen kann eine transparente Gegenüberstellung von Chancen und Risiken spielentscheidend sein, zumal in Zeiten einer weltweiten Pandemie.“ Melanie Kühlborn-Ebach

Die Mutter von drei Kindern setzt sich auch im Alltag für Nachhaltigkeit und Achtsamkeit ein. Sie ist Vorstand der Anna-von-Gierke Stiftung. „Wir finanzieren gerade ein Projekt, das Töchtern und Söhnen psychisch kranker Eltern die Schuldgefühle nehmen möchte und sie bei der Entwicklung zu selbstbewussten Persönlichtz n keiten unterstützt.“

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Modern, direkt und solidarisch Die PSD Bank Hessen-Thüringen eG geht neue Wege und verbindet Tradition mit Fortschritt. „Neben kundenorientierten digitalen Anwendungen und Verfahren bieten wir auch unsere kompetente Beratung an“, sagt Vorstandsvorsitzender Jens Fischer. Die intelligente Direktbank offeriert diesen Mix zu sehr guten Konditionen. Dass die Genossenschaftsbank mit Sitz in Eschborn schon sechs Jahre hintereinander vom Fachmagazin „Euro“ als beliebteste Regionalbank ausgezeichnet wurde, ist kein Zufall.

Vorstandsvorsitzender Jens Fischer

Kein verzweigtes Filialnetz Als Post-Spar- und Darlehensverein erbrachte man ursprünglich spezielle Finanzdienstleistungen nur für Postbedienstete. Kollegen konnten etwas Geld anlegen oder einen Kredit erhalten. In der Vergangenheit waren, dank der Zusam-

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menarbeit mit der Post, Filialen nicht nötig. Die Bank, die seit 2005 unter ihrem jetzigen Namen firmiert, hat sich in den 90er-Jahren zu einer erfolgreichen Universalbank entwickelt. „Wir setzen aber nicht auf Gewinnmaximierung um jeden Preis“, hebt Jens Fischer hervor. Der Hesse nimmt gesellschaftliche Verantwortung ernst. Der Solidargedanke sei gut für eine Einrichtung, die mit Kapital zu tun habe. Dazu passe die Genossenschaft als Rechtsform. „Von unseren rund 70.000 Kunden sind 40.000 Eigentümer“, berichtet Fischer. „Die bestimmen mit.“ Veränderter Markt Dennoch muss sich die PSD Bank HessenThüringen eG auf dem sich rasch verändernden Markt behaupten. Die Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Euro kann

sich sehen lassen. Die Gesamtkapitalquote beträgt rund 20 Prozent. Neben der Hauptstelle in Eschborn, unterhält die Bank drei Filialen in Darmstadt, Kassel und Erfurt. Man ist mit 13 weiteren unabhängigen Finanzhäusern, die sich über ganz Deutschland verteilen, in der PSD-Bankengruppe zusammengeschlossen. Kooperationspartner sind die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die DZ Bank, die R+VVersicherung und die Union Investment. Die Effizienz und Profitabilität zu steigern gehört auch für die PSD Bank HessenThüringen eG zur strategischen Ausrichtung. Gerade wurde ein Negativzins eingeführt für Leute, die hohe Geldbeträge auf ihren Konten horten. „Von solchen Großeinlagen haben wir nichts und der Kunde im Grunde auch nicht. Deswegen nehmen wir jetzt ein Verwahrentgelt“, teilt Jens Fischer mit. Noch werde das über

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

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obile- und Online-Banking sowie persönlicher Service ergänzen sich wie zwei Seiten einer Medaille. „Bei der PSD Bank standen individuelle Lösungen für selbstbestimmte Privatkunden schon immer im Fokus. Auf ein weitverzweigtes und teures Filialnetz zu verzichten findet inzwischen immer mehr Nachahmer“, meint Fischer. „Hier haben wir gegenüber unseren Mitbewerbern einen entscheidenden Vorteil, da wir aufgrund unserer mehr als 145-jährigen Geschichte nur wenige zentrale Zweigstellen betreiben.“


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Einzelabsprachen geregelt. Fischer fragt sich manchmal, warum so viele Deutsche dazu neigen, ihr Geld zu parken statt es aussichtsreich zu investieren. Wer sein Vermögen bei der PSD Bank mehren möchte, kann zunächst einmal mit dem digitalen Anlage-Assistenten „MeinInvest“ operieren. Sparen über Fonds lässt sich dort per Computer ohne weiteres bewerkstelligen. Man findet eine breite Auswahl von Anlagen, die zu den selbst gesteckten Zielen passen. Den Zeitraum und die Höhe des Engagements legt der Kunde nach seinen Präferenzen fest. Nach dem Abschluss wird die Geldanlage im Rahmen der Vermögensverwaltung von der PSD Bank Hessen-Thüringen professionell betreut.

„Wir setzen nicht auf Gewinnmaximierung um jeden Preis. Der Solidargedanke ist gut für eine Einrichtung, die mit Kapital zu tun hat.“ Jens Fischer Vorstandsvorsitzender PSD Bank Hessen-Thüringen eG Digital und kompetent Wem das nicht reicht, kann jederzeit einen Termin bei einem der Vermögensberater der Bank vereinbaren. „Wer zu mir kommt, will Tipps von einem Sparringspartner oder sucht Unterstützung, weil er oder sie es allein nicht schaffen“, konstatiert Ornella Plumari, die zum Experten-Team gehört. Nicht jeder sehe sich in der Lage, seine Investitionen aufgrund der Informationen im Netz vom PC aus zu treffen.

zierung elektronisch aufzeigen lassen. Benötigt jemand persönliche Unterstützung, kann sie oder er sich zum Beispiel in Eschborn an Steffen Jack wenden. Die Baufinanzierung erinnert den erfahrenen Immobilien-Fachmann an einen Wanderschuh. „Sie kostet Geld und gibt Sicherheit, darf aber nicht drücken.“ Deshalb müsse er gelegentlich gegensteuern, wenn jemand mit durchschnittlichem Einkommen und ohne Rücklagen eine Millionenvilla erwerben wolle. „Da setzt nach der Besichtigung mit dem Makler der Verstand aus.“ Steffen Jack hat das schon oft erlebt. Begeistert sei niemand, wenn er dann von ihm wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt werde. „Aber das gehört zu einer seriösen Beratung, die wir leisten müssen.“ Die PSD-Mitarbeiter wollten sicherstellen, dass die Finanzierung auch klappe. „Wir beziehen keine Provisionen“, sagt Jack. Leider gebe es in der Branche viele schwarze Schafe, die nur auf Vertragsabschlüsse aus seien. Die PSD Bank HessenThüringen eG hat mit Transparenz, Flexibilität und kurzen Entscheidungswegen eine große Immobilien-Expertise erworben. Persönliche Beratung Maß und Mitte seien das A und O, findet Vorstandsvorsitzender Fischer. Persönliche Beratung sei arbeitsintensiv, aber als Baustein unverzichtbar. Bei der PSD Bank sei eine Fülle von komplexen Leistungen abrufbar. Um diese zu bezahlen,

seien moderate Ausgabeaufschläge und Bearbeitungsgebühren notwendig. „Das drückt auch Wertschätzung gegenüber der geleisteten Arbeit aus.“ Mit der „Geiz-istgeil-Mentalität“ kann sich Fischer nicht anfreunden. „Hinter dem Rücken werden die Leute dann abgezockt.“ Finanzinstitute hätten gegenüber der Gesellschaft eine Verantwortung, findet der Banker. Die PSD Bank Hessen-Thüringen eG nehme diese gewissenhaft wahr, konstatiert der 50-Jährige. Dazu trägt auch die Stiftung „MitMenschen“ bei. Sie fördert junge Leute bis zum Alter von 26 Jahren. Benachteiligte finden mit ihrer Unterstützung eine Lehrstelle, beenden ihre Ausbildung oder besuchen weiterführende Schulen bis zur Universität. Sozial engagiert Auch die Azubis der PSD Bank sind aufgefordert, zum sozialen Zusammenhalt beizutragen. Sie leiten zum Beispiel Schüler an, sinnvoll und geschickt mit ihrem Geld umzugehen. Oder sie erklären ihren Altersgenossen, wie man sich richtig bewirbt. Seit Gründung der Stiftung „MitMenschen“ im Jahr 2006 wurden 40 Projekte und 74 Organisationen unterstützt. Mehr als vier Millionen Euro stellte die Bank für gute Zwecke zur Verfügung. „Junge Menschen verdienen eine zweite Chance“, betonen die beiden Stiftungsvorstände Bernd Michael Matt und Kristina Reuter. „Jugendliche dürfen ihren Mut nicht verlieren“, fügt Vorstandschef Jens Fischer hinzu. „Sie sind tz n die Zukunft.“

Manche splitteten die Beträge, so Plumari. „Beispielsweise wird ein kleinerer Betrag online abgebucht und eine größere Summe dann nach einem Gespräch, dass der Kunde mit mir oder einem Kollegen geführt hat.“ Manche Kunden brauchten – unabhängig vom Alter – auf jeden Fall ein menschliches Gegenüber, um ein gutes Gefühl bei der Auswahl des Portfolios zu haben, erzählt sie. Beliebteste Regionalbank Bei der Baufinanzierung läuft es ähnlich. Wer will, kann sich in wenigen Minuten eine solide und interessante BaufinanFinanzberaterin Ornella Plumari und Baufinanzierungsspezialist Steffen Jack

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Mit

Gold

auf Zukunft setzen

Dr. Markus Krall in der Goldkammer vor einer Inka-Goldmaske, um 500 n. Chr.


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Degussa hat ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Viele Menschen betrachten mit Sorge, wie rasant die Staatsverschuldung in der Pandemie zunimmt, und wollen sich absichern. Die Nachfrage nach Gold wächst. Europas größter bankenunabhängiger Edelmetallhändler mit Sitz in Frankfurt profitiert davon. Dr. Markus Krall, seit September 2019 Sprecher der Geschäftsführung, konstatiert „ordentliche“ Gewinne. „Genaueres werden wir demnächst veröffentlichen.“

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er Münchner Bankierfamilie von Finck gehört der Degussa Goldhandel seit 2010. Damals hat August von Finck junior die Nutzungsrechte für den Namen der Degussa erworben, die 1873 als Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt in Frankfurt aus der Taufe gehoben wurde. Markus Krall ist dankbar über die Freiheiten, die ihm gewährt werden. „Und froh über die klugen Ratschläge, die ich erhalte.“ Es sei eine Freude, mit der Familie zusammenzuarbeiten.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Degussa

Der noch ziemlich neue CEO ist für die Branche kein Unbekannter. Der Volkswirt, Unternehmensberater und Autor hat in mehreren Bestsellern auf die Gefahr eines Crashs hingewiesen. „Nun tut die Politik alles, um meine schlimmen Prognosen noch zu übertreffen“, sagt Krall. Freuen könne er sich nicht darüber, „auch wenn es für unser Geschäft sehr gut ist“. Die Kombination aus einer Überflutung des Marktes mit Geld und grundfalschen politischen Maßnahmen könne schon sehr bald zu einer Katastrophe führen. „Die Europäische Zentralbank rechnet schon jetzt mit Kreditausfällen von 1,5 Billionen Euro.“ Zombifizierung geht voran Der gebürtige Unterfranke sieht mit Schrecken, dass sich die „Zombifizierung der Wirtschaft“ beschleunigt. Vor Corona seien 300.000 bis 350.000 Unternehmen in Deutschland am Rande der Zahlungsunfähigkeit gewesen, mittlerweile seien es doppelt so viele. Dazu seien auch noch 200.000 eigentlich gesunde Unternehmen angesteckt worden. Die Regierung legalisiere den unhaltbaren Zustand noch, indem die Banken notleidende Kredite nicht mehr in der Bilanz abschreiben müssten. Überall in Europa und in der Welt sei die Gelddruckpresse angeworfen worden. „Wenn ein Viertel aller Bankkredite ausfallen können, ist ein Schwarzer Freitag wie 1929 – der Beginn der schwersten Weltwirtschaftskrise der vergangenen hundert Jahre – sehr nah.“ Der Geschäftsführer von Degussa schickt solche allgemeinen Überlegungen voraus, um auf die Notwendigkeit einer wertbeständigen Absicherung des Portfolios hinzuweisen. Es sei mehr als riskant, sich allein auf Aktien, Anleihen oder Immobilien zu verlassen, die bei einem Crash dramatisch an Wert verlören. Gold, Sil-

ber, Platin und Palladium hätten sich in Krisen bewährt, wenn andere Vermögenswerte in den Keller rauschen. Goldbarren der legendären Rothschild-Sammlung in der Goldkammer

Schutz vor Katastrophen Gold als Premiumprodukt schützt nicht nur vor staatlichen Übergriffen und krisenhaften Trends. Auch die Wertentwicklung ist beachtlich. „Der Goldpreis bewegt sich, von kurzfristigen Schwächephasen abgesehen, kontinuierlich nach oben“, stellt Krall nüchtern fest. Er schaue nicht jeden Tag auf das Fixing, bemerkt er. „Gold sehe ich vor allem als Rückversicherung.“ Trotzdem ist seine Dynamik nicht zu unterschätzen. „Vom Oktober 2019 bis Oktober 2020 betrug die Rendite plus 20 Prozent“, berichtet der Chef der Degussa Goldhandel GmbH. Traditionell sind Sonne und Mond Degussas Markenzeichen. Das hat mit Esoterik nichts zu tun. Degussa betreibt den Goldhandel als rationales und transparentes Geschäft. Und Markus Krall ist ein zahlengetriebener wissenschaftsbegeisterter Realist. Er bekennt sich zur österreichischen Schule in der Volkswirtschaft und beruft sich dabei gern auf Friedrich von Hayek. Die „Anmaßung des Wissens“, die der Nobelpreisträger schon vor mehr als einem halben Jahrhundert beklagt hat, sei nicht geringer geworden, findet der Vater von vier Kindern. Krall hat in Freiburg studiert, wo Hayek lange lehrte. Er verteidigt Zweifel und Provokation als Elemente individueller Freiheit. „Ohne sie verkümmert der öffentliche Diskurs.“ Außerdem trage ein aufgeschlossenes und pointiertes Denken dazu bei, sich auch auf das Unbekannte und vollkommen Überraschende  vorzubereiten. 

„Die Politik tut alles, um meine schlimmen Prognosen noch zu übertreffen. Freuen kann ich mich darüber aber nicht, auch wenn es für unser Geschäft sehr gut ist.“ Dr. Markus Krall CEO Degussa

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der und Betrüger in der Branche. „Denen legen wir mit unserer von den Kunden geschätzten Transparenz das Handwerk.“ Der ehemalige Risikomanager großer Unternehmen aus der Finanz- und Versicherungsbranche weiß, dass absolute Seriosität die Voraussetzung für dauerhaften Erfolg im Goldhandel ist.

Hausaufgaben gemacht Bei Degussa seien in diesem Jahr die Hausaufgaben gründlich erledigt worden, hebt Krall zufrieden hervor. Die Kosten habe man in den Griff bekommen, die Margensteuerung funktioniere. Man wolle vor allem das Geschäft mit Privatkunden gezielt weiter ausbauen. Die Degussa besitzt neben der Zentrale in Frankfurt zehn weitere Niederlassungen in Deutschland und ist überdies in wichtigen europäischen Städten vertreten.

„Gold sehe ich vor allem als Rückversicherung. Die Corona-Krise hat das Bewusstsein für die Bedeutung von Gold noch einmal geschärft.“ Dr. Markus Krall CEO Degussa

Degussa bietet als Dienstleistung den Ankauf von Altgold an, auch wenn so nur ein kleiner Teil des eigenen Bedarfs an Gold gedeckt wird. Hauptsächlich läuft die Versorgung über die LBMA, den London Bullion Market. Aber der direkte Kontakt mit den Kunden ist wichtig. Das Interesse an Barren oder Münzen ist stark gewachsen. Der Kundenumsatz stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 500 Millionen auf mehr als zwei Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr könne man sehr optimistisch sein, meint Krall. Die Corona-Krise habe das Bewusstsein für die Bedeutung des Goldes noch einmal geschärft. „Die Nachfrage im Ankauf ist auch deshalb besonders groß, weil wir faire Preise zahlen“, erzählt Krall im Hauptquartier des Unternehmens, einer wunderschönen Westendvilla aus dem 19. Jahrhundert. Man beschäftigt Goldschmiedemeister und Numismatiker und ist überall mit hochmodernen Instrumenten ausgestattet. Eine Röntgenfluoreszenzanalyse zur exakten Bestimmung des Metallgehalts zählt bei Degussa zum Standard. Barren und Münzen nach Wahl Krall warnt vor Shops, die entweder aus Unkenntnis oder bösem Willen andere über den Tisch zögen. Es gebe leider auch Halsabschnei-

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egussa bietet eine große Auswahl an Barren oder Münzen an, auch im Onlinehandel. Er macht inzwischen rund 20 Prozent des Verkaufsgeschäfts aus. Beide Produkte sind von der Mehrwertsteuer befreit. Bei den Goldmünzen ist vom besonders fälschungssicheren Maple Leaf über den Krügerrand bis zur Britannia alles zu haben. Degussa-Barren gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Sie sind von ein Gramm bis 50 Gramm geprägt. Die schwereren Exemplare mit 250 Gramm, 500 Gramm, 750 Gramm und einem Kilo sind gegossen. Die hö chs te Feinheit mit einem Anteil von 999,9 Gramm G old auf 1 .000 Gramm ist garantiert.

Degussas magische Kammer Gold war schon immer ein magisches Metall. Das wird in der zum Firmenkomplex am Kettenhofweg gehörenden „Goldkammer“ deutlich. Das von August von Finck junior initiierte und 2019 eröffnete Museum zeigt 500 Goldartefakte aus verschiedenen Kulturen und Epochen, die man in unterirdischen Kammern präsentiert. Ein bisschen kommt sich der Besucher wie Harrison Ford als „Jäger des verlorenen Schatzes“ vor. Unter anderem werden eine Goldmaske aus der Inka-Zeit und die Goldbüste des römischen Kaisers Licinius I. gezeigt. Alles ist in dem spätklassizistischen Wohnhaus von 1850 perfekt inszeniert – von der Goldbarrensammlung der Rothschilds bis zu der weltweit ältesten existierenden Münze des legendären Königs Krösus. „Es gibt kein vergleichbares Museum in Europa“, findet Degussa-CEO Krall. „Das Haus ist für uns ein tz n wunderbarer Botschafter.“

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Dr. Markus Krall im Gespräch mit Top Magazin-Redakteur Thomas Zorn

Beliebt ist das von Degussa offerierte Goldsparen, das dem Käufer langfristig stabile Durchschnittspreise ermöglicht. Seit Banken Strafzinsen auf Geldkonten erheben, hat der Zulauf noch zugenommen. Regelmäßig in Gold zu investieren sei weitaus sinnvoller, als sein Vermögen dem Sparbuch anzuvertrauen, findet Markus Krall.


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Marketing Club Frankfurt Grußwort von Claudio Montanini, Präsident des Marketing Club Frankfurt und Inhaber der Kommunikationsagentur PSM&W

Kokon mit Panoramafenster Wir Menschen wissen etwas immer erst dann zu schätzen, wenn es fort ist, stimmt’s? Stimmt nicht. Schon seit einigen Jahren greift das „Social Cocooning“ um sich – ein Gegentrend zu ständiger Mobilität und täglicher forcierter Nähe zu anderen. In der Bahn. In der Fußgängerzone. Im Kino. Am Arbeitsplatz. Im März dann der kollektive Schock: Covid-19! Kontaktbeschränkungen, Reiseverbote, Quarantäne. Zur großen Überraschung vieler lief nach anfänglichem Stolpern die Welt dennoch digital weiter. Es wurde weiter (online) eingekauft, weiter für die Schule gelernt und vor allem weitergearbeitet. Eine weltweite Pandemie musste uns im sprichwörtlichen Sinne auf unser Zimmer schicken und uns so beweisen, wie viel geht, wenn nichts mehr geht. Egal, wie man zu der Entscheidung für die wochenlange Kontaktbeschränkung im Frühjahr steht, sie hat zweierlei aufgezeigt: Einerseits, wie wertvoll das eigene Zuhause ist – und zwar nicht nur als private Schaltzentrale und gemütliches Nest, sondern auch als fester Arbeitsort für hunderttausende Büroarbeiter. Schlagworte wie „New Work“ und der Gemütlichkeitstrend „Hygge“ ergänzen die stetig wachsende Tendenz, der Welt lieber in kontrollierbaren Dosen über digitale Kanäle Zutritt ins eigene Leben zu gewähren und sich ansonsten genüsslich einzuigeln. Der perfekte Kokon mit digitalem Panoramafenster. Es ist kein Zufall, dass gerade in diesen Tagen der Rechtsanspruch auf 24 Tage Home-Office pro Jahr weiter diskutiert wird. Nach dem Lockdown im Grunde ein gedanklicher Rückschritt, wie in Deutschland leider bei Digitalthemen üblich. Die Realwirtschaft ist schon weiter.

Die daueraktuelle Corona-Krise bedeutet einmal mehr „survival of the fittest“. Nur die Unternehmen, die sich an Social Cocooning und New Work – also an überwiegend mobiles Arbeiten und innovative Bürokonzepte – anpassen, werden das Rennen um fitte, hervorragend ausgebildete und leistungsbereite Mitarbeiter gewinnen. Und quasi nebenbei unserer Umwelt einen großen Dienst erweisen sowie die Kosten für Raummieten und Co. mit der Digitalisierung gegenrechnen. Wie oft wird uns die Chance für einen derartigen Kultur-Umbruch geboten? Wenn Sie der Austausch mit den aktuellen Umbruchthemen interessiert, spielen Sie vielleicht mit dem Gedanken, dem MCF beizutreten. Der Zeitpunkt für den Einstieg ist jetzt besonders günstig: Unser Anteil an digitalen/hybriden Formaten steigt weiter an, neben Corona-konformen Präsenzveranstaltungen für das persönliche Netzwerken. Der Jahresbeitrag wird immer monatsanteilig berechnet, die Aufnahmegebühr entfällt im Rahmen einer Aktion sogar komplett, wenn eine Empfehlung eines Clubmitglieds vorliegt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.marketingclub-frankfurt.de Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Claudio Montanini

Das Beste liegt vor uns Der Marketing Club Frankfurt (MCF) nutzte den letzten lauen Sommerabend des Jahres und lud mit Radio Frankfurt zum „Energie-Talk“ mit dem Autorenpaar  Ilona  und Dr. Michael Groß auf die Dachterrasse des City Gate Tower. Vor traumhafter Kulisse mit Blick auf die Frankfurter Skyline ging es bei entspannter

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Susanne Nolting (Simon Hegele Logistik) mit Projektmanagerin Andrea Thümmel und Bastian Rittgen (Wild Beauty) und Gunar Bergemann (Maritim Hotelgesellschaft) Henryk Börngen (Continental AG)

Atmosphäre um Work-Life-Balance, Digitalisierung und wie man aus Krisen einen Neustart schafft. Die Business-Trainerin und der Olympiasieger gaben ganz private Einblicke in ihre Techniken, um im Alltag neue Energien sammeln zu können. Club-Präsident Claudio  Montanini und rheinmaintv-Geschäfts-

führerin Saskia Winkelmann führten durch den Abend. Für den offenen Talk gab’s vom Publikum am Ende viel Lob und Applaus. Interessierte finden in Groß’ neuem Buch „Das Beste liegt vor uns“ einen Wegweiser, mit dem sich auch in der zweiten Lebenshälfte neue Energien freisetzen lassen.  n

Fotos: Sabine Antonius

Marketing Club-Präsident Claudio Montanini mit dem Autoren-Ehepaar Ilona und Dr. Michael Groß und Saskia Winkelmann (rheinmaintv)


Bernd Langer (rheinmaintv), Oliver Klingenstein (Eintracht Frankfurt Fussball AG), Annette Feyh (Hyundai Motor Deutschland) und Oliver Mond (iq media marketing)

Stefanie Berk (Marketing-Chefin und Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn) und Marketing Club-Präsident Claudio Montanini

Deutsche Bahn im Deutsche Bank Park Dass in jeder Krise auch eine Chance steckt, bewies Stefanie Berk, neue MarketingChefin und Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, bei ihrem Hybrid-Vortrag im Deutsche Bank Park. Erst im März 2020 wechselte sie, nach 10 Jahren bei Thomas Cook, zum Eisenbahnkonzern – und damit pünktlich zur Corona-Krise. Eine Herkulesaufgabe, wie auch Marketing Club-Präsident Claudio Montanini anerkannte: „Es gehört schon viel Mut dazu, einen Job anzutreten, der eigentlich ein Himmelfahrtskommando ist.“ Denn dass die Deutsche Bahn bereits zu Nicht-Krisen-Zeiten nicht gerade als der Deutschen Liebling galt, ist ein offenes Geheimnis. Doch es sollte ganz anders

kommen: Der Konzern konnte während der Corona-Pandemie sogar an Fans gewinnen und sorgte für positive Schlagzeilen. Der Erfolgsschlüssel laut Berk? „Eine geschäftsübergreifende, stringente Kommunikation.“ Ein weiteres wichtiges Thema des Abends war die Dachstrategie „Starke Schiene“. Das Ziel: Mehr Züge im Fernverkehr, ein Ausbau der Verbindungen, sicheres WLAN in den Zügen, eine Verdopplung der Bahnhofskapazitäten und ein Zuwachs an Mitarbeitern. Nach einer ausgiebigen Fragerunde beeindruckte Stadion-Geschäftsführer Julien Zamberk mit einer spektakulären Lichtershow, bevor bei Currywurst und guten Gesprächen der Abend gemütlich ausklang. n

Henryk Börngen (Continental Aftermarket), Prof. Dr. Marcus Stumpf (FOM-Hochschule für Ökonomie und Management), Ingo Müller (F.A.Z.) und Stadion-Geschäftsführer Julien Zamberk

Zum Abschluss des Abends: Die Lightshow im leeren Stadion

Mut zur Sichtbarkeit Die Arbeitswelt wird immer vielfältiger. Umso wichtiger daher für Unternehmen, aber auch für Arbeitnehmer: Sichtbarkeit. Wie das geht, zeigte Marina Zayats bei einer Veranstaltung der Marketingfrauen des Marketing Club Frankfurt. „ Am Anfang stehen dabei zwei Fragen“, sagt die Beraterin für Corporate Communication und Digital

Studentin Kim mit Mutter Susanne Nolting (Simon Hegele Logistik) und Beate Prusseit (Export Medical Devices)

Personal Branding: „Was kann ich?“ und „Was will ich?“. Erst, wenn man sich seine Positionierung erarbeitet hat, könne man diese analog und digital sichtbar machen. Auf den Vortrag folgte der Workshop „Die DNA eines reichweitenstarken Posts“, bei dem gemeinsam LinkedIn-Posts erarbeitet wurden, jeweils abgestimmt auf die eigene Positionierung.

Wie bedeutsam Digital Personal Branding heutzutage ist, weiß auch Lisa Hassenzahl, Inhaberin von Her Family Office und gibt gleich noch einen Tipp: „Ich versuche, LinkedIn sehr selektiv zu nutzen, wenn es um meine Kontakte geht. So wird die Timeline nicht verzerrt und man kann sein Netzwerk strategisch erweitern.“ n

Candylabs-Gründer Moritz Heimsch mit Speakerin Marina Zayats und Ute Poprawe (Vorstand Marketingfrauen)

Lisa Hassenzahl (Her Family Office GmbH) und Frauke Riva (Neofaktur eG)

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Frankfurt am Start

Ihr Gewerbe im Stadtteil

Eine Initiative der:

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#EinkaufeninFrankfurt

Und wo kaufen Sie Ihre Geschenke? Nennen Sie uns Ihren Lieblingsladen, zusammen mit dem #EinkaufeninFrankfurt. Mehr Informationen zur Initiative der Wirtschaftsfรถrderung sowie Tipps und Links zum Einkaufen in Frankfurt auf www.frankfurt-am-start.de

Schirmherr: Stadtrat Markus Frank

Unsere Hauptpartner:

Logo_1

#frankfurtamstart

#EinkaufeninFrankfurt


Goyago: Frankfurts fitte Fahrrad-Familie

Foto: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Mit einer Plexiglasscheibe und der Garage seiner Eltern fing alles an: Heute ist Stefan Trauth Gründer und Gehirn des Mobilitätsdienstleisters Goyago und steht kurz vor seiner zweiten Store-Eröffnung. Ständig entwickelt er neue Ideen, wie er seine Kunden rund ums Fahrradfahren begeistern kann. Ob Reparatur, Verkauf oder Vermietung – in seiner Werk- und Wirkstätte in Frankfurt-Sossenheim werden Träume wahr. Wie die von Sohn Jonas, der schon mit 15 Jahren und einer eigenen Geschäftsidee in Papas Business einsteigen möchte.

Jonas und Stefan Trauth vor dem Tower 185


an einer der renommiertesten Adressen in der Frankfurter Innenstadt, zwischen Hauptbahnhof und Festhalle. Mit einer besonderen Boutique des deutschen Herstellers Velo de Ville, der Fahrräder frei nach Kundenwünschen konfiguriert.

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as Thema „Fahrrad“ beschäftigt Stefan Trauth schon sein ganzes Leben – und das, obwohl er erst in der zweiten Klasse Radfahren lernt. Mit 14 entdeckt er seine Liebe zum Mountainbiken, tritt kurz darauf einem Sportverein bei, fährt Rennen. Sein Hobby finanziert er sich als Aushilfe in einem kleinen Fahrradladen, schraubt Klingeln an und repariert Sättel für fünf Mark die Stunde. Er erkennt schnell, dass guter Service das A und O ist: „Nur mit Vertrauen und Erfahrung kann man einen Kunden langfristig gewinnen.“

,,Nur mit Vertrauen und Erfahrung kann man einen Kunden langfristig gewinnen.“ Stefan Trauth Goyago

An seinem 18. Geburtstag geht er vor Schulbeginn aufs Gewerbeamt, meldet sein Unternehmen „Trauth Radsport“ an. Firmensitz ist eine Garage im elterlichen Fuhrbetrieb in FrankfurtSossenheim. Der Vermieter stiftet eine Plexiglasscheibe als Schaufenster, Trauths erster Fahrradladen ist fertig. Bei Wind und Wetter schraubt er hier an seinen geliebten Zweirädern herum. Dass daraus einmal Goyago, einer der deutschlandweit renommiertesten Mobilitätsdienstleister, erwächst, hätte sich der 18-Jährige in seinen kühnsten Fahrrad-Träumen nicht vorstellen können. Goyago ist heute die Schnittstelle für Verkauf und Vermietung, Reparatur und Service, Logistik und Promotion rund ums Rad. Der zweite Goyago Store eröffnet Anfang 2021. So viel ist dazu schon bekannt:

Top-Marken zum Mieten Sämtliche Vermietungen bündelte Trauth 2017 unter der Marke „Pedelity“. Durch eine Kooperation mit dem Taunus Tourismusverband etablierte sich das neue Verleihsystem. „Ein Abonnement ist die günstige Alternative, wenn man sich nicht sicher ist, ob man ein teures Rad kaufen möchte.“ 2.000 Räder umfasst die Flotte, wird kontinuierlich vergrößert: von elektrischen Mountainbikes über Lasten-, Kompakt- und Trekkingräder bis zu Rennrädern. „Wir arbeiten herstellerübergreifend mit Premium-Marken. Ein Abo läuft mindestens vier Wochen, das günstigste Rad gibt’s für 69 Euro im Monat. Inklusive Wartung, Ersatzteile, Verschleiß, Versicherung, Anlieferung und Abholung.“ Lust aufs Lastenrad Ein Aha-Erlebnis legte den Grundstein für das dritte Standbein, das Goyago „Lastenrad-

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Fotos: Top Magazin Frankfurt; Hersteller

Stefan und Jonas Trauth

Fahrrad-Werkstatt im Bus Goyago bietet seine Leistungen unter drei verschiedenen Marken an: 2014 wurde der „Biketempel“, ein mobiler Fahrradservice, aus der Not gegründet: „Ich war damals pleite, hatte mir aber kurz vorher einen zwölf Meter langen Linienbus gekauft. Den habe ich zu Deutschlands erstem mobilen Radladen umgebaut“, erzählt Trauth. Seine clevere Idee: Dort stehen, wo Menschen zur Arbeit radeln: „An der Deutschen Börse, am Industriepark in Höchst oder Uni-Campus. Die Leute haben mir ihren kaputten Drahtesel vor der Arbeit gebracht und nach Feierabend heil wieder abgeholt.“ Biketempel hat sich heute zu einem Hol-Bring-Logistiker entwickelt, der monatlich rund 1.000 Fahrräder repariert und wartet.


sporting

zentrum“. Trauth: „Zwei meiner vier Kinder mussten in den Kindergarten gebracht werden, aber das Auto war in der Werkstatt. Also nahm ich das Lastenrad meiner Frau und staunte nicht schlecht: Hin und zurück war ich je 15 Minuten schneller als mit dem Auto! So kann man sich einen Arbeitstag pro Monat sparen.“ 2018 gründete er mit Goyago das Lastenradzentrum, um die hohe Nachfrage nach Kauf-, Miet- und Servicemodellen im Lastenrad-Markt gezielt bedienen zu können. Das Angebot umfasst Räder mit und ohne Motor. Zum Klientel gehören neben Privatkunden und Familien auch Handwerksbetriebe, alternative Briefdienste, Kommunen, Logistiker, Lieferdienste, Wartungsdienstleister sowie Kindergärten und Kindertagesstätten. Erst Rennfahrer, dann Mechaniker Der Schwerpunkt von Goyago liegt im Bereich Service, Wartung und Reparatur, es werden aber auch einzelne Räder oder ganze Fahrradflotten verkauft. „Das passende Rad für einen Kunden zu finden hat oberste Priorität: Das Fahrrad ist heute Statussymbol für einen gesunden, smarten und mobilen Lifestyle. Es muss nicht nur ergonomisch richtig eingestellt sein, sondern auch individuellen Bedürfnissen und Alltagsanforderungen gerecht werden“, sagt Trauth, der seine Expertise als Student in den 90er-Jahren bei mehreren Rad-Rennställen sammeln konnte. „Eine Einladung des damaligen Bundestrainers Robert Lange nach Mallorca ins Trainingscamp verschaffte mir meinen Job als Mechaniker bei der deutschen Radnationalmannschaft.“ Die begleitete er unter anderem zum Bahn-Weltcup nach Athen. Fahrrad-Familie Die Leidenschaft fürs Radfahren hat er seinen Kindern vererbt: „Die kleinsten, Max und Finn, spielen zwar lieber Eishockey bei den Löwen Frankfurt, unserem neuesten Kooperationspartner, nehmen aber immer wieder als Probanden die neuen Fahrrad-Errungenschaften unter die Lupe. Meine Tochter Silvia fuhr schon als Jugendliche Radrennen, begleitet vom meinem ältesten Sohn Jonas, der mit dem Laufrad auf allen Events dabei war und schon als Knirps seine Liebe zum Rennrad entdeckte.“ Neben der Schule nimmt Jonas seit Jahren an vielen Sportveranstaltungen mit und ohne Rad teil und hilft im Laden aus. Tolle Aktion: Im letzten Jahr sind Vater und Sohn sogar zusammen den Jakobsweg geradelt!

steigen. Seine erste Projektidee, das „Junior’sBike“-Abonnement, hat der 15-Jährige während des ersten Lockdowns ausgetüftelt: „Ein Mietservice speziell für Kinderfahrräder ab zehn Euro im Monat, mit einer Abo-Laufzeit von zwei Jahren. Das entlastet Eltern finanziell, und wenn die Kinder wachsen, holen wir das Rad ab und bringen ein größeres. In dieser Preisklasse können wir trotzdem hochwertige Marken-Räder anbieten“, erklärt Trauth junior stolz. Wie man einen Businessplan erstellt oder Excel-Tabellen anlegt hat Jonas sich selbst beigebracht, unterstützt und gecoacht von erfahrenen Mitarbeitern des Goyago-Teams: Eine motivierte, engagierte Multikulti-Truppe, in der jeder hilft, wo er kann. Firmengründer Trauth ist begeistert von der Idee seines Sohnes, wie er überhaupt für alle neuen Ideen seiner Mitarbeiter ein offenes Ohr hat: „Ich finde es super, wenn Menschen kreativ sind und sich ausprobieren wollen. Wenn einer kommt, der Räder rückwärtsfahren lassen will, sage ich: Mach mal! Wenn’s ein Erfolg wird, ist doch toll! Wenn nicht: Man darf im Leben auch mal hinfallen. Entscheidend ist, aufzustehen und weiterzumachen. Im Goyago-Team ist jeder willkommen, der lu n etwas bewegen will.“

,,Ein Mietservice speziell für Kinderfahrräder ab zehn Euro im Monat. Das entlastet Eltern finanziell, und wenn die Kinder wachsen, bringen wir ein größeres Rad.“ Jonas Trauth Junior’s-Bike-Abo (coming soon)

Junior’s-Bike-Abo Nach der Schule plant Jonas eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement, um dann ganz offiziell ins Familienbusiness einzu-

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Modernste Strahlentherapie und Herzenswärme In Krisenzeiten benötigen Menschen Vertrauen, größtmögliche Aufmerksamkeit und kontinuierliche Professionalität, weiß die langjährige Oberärztin Ineza Wozakowski-Filipowicz. Sie ist Teil des bundesweiten „RadioOnkologieNetzwerk “ (RON) und betreut ihre Patienten in der modernen Praxis für Strahlentherapie im Frankfurter Nordend. Hier geht ihr Team mit modernster Technologie, Fachkompetenz und menschlicher Zuwendung effektiv gegen Erkrankungen vor und sorgt mit einer maßgeschneiderten Betreuung dafür, dass Patienten sich zu jeder Zeit wohl fühlen.

„Die Umgebung macht’s aus! Sie beruhigt und trägt zu einem positiveren Behandlungsverlauf bei.“ Ineza Wozakowski-Filipowicz Strahlentherapie Frankfurt

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„Die Diagnose ist für die Menschen schon schlimm genug, da müssen die Begleitumstände der Therapie nicht noch mehr Ängste schüren“, sagt Ineza Wozakowski-Filipowicz verständnisvoll. Als Fachärztin für Strahlentherapie praktiziert sie am Standort Frankfurt für RON, ein Praxenverbund mit sechs medizinischen Versorgungszentren und rund 600 Beschäftigten. Das RON zählt zu den größten strahlentherapeutischen Anbietern in Deutschland, hat seinen Schwerpunkt in der ambulanten Krebstherapie. Aber auch chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellenbogen oder Arthrose werden hier behandelt. Die innovative Therapie Wozakowski-Filipowicz spricht aus Erfahrung. 17 Jahre arbeitete die Strahlentherapeutin, Palliativmedizinerin und langjährige Oberärztin in einer Klinik, bei der die Patientenbetreuung ausschließlich in Kellerräumen stattfand. Sie erinnert sich: „Da war es dunkel, eng und die Atmosphäre für Patienten und Personal gleichermaßen bedrückend. Zwar muss aus Schutzgründen auch bei uns in der Praxis die

Behandlung mit Beschleuniger-Anlagen in verschlossenen Räumen stattfinden. Das RON bietet den Menschen aber die innovativere Alternative.“ Das moderne Strahlentherapie- Gerät des Weltmarktführers Varian sieht edel aus, das CT-Gerät ist leiser als gewöhnlich. Die Patienten fühlen sich nie allein, über Mikrofone und Kameras können die Mitarbeiter zu jeder Zeit mit ihnen kommunizieren. In den Behandlungsräumen zieren große, schöne FrankfurtMotive die Wände. Wozakowski-Filipowicz betont: „Die Umgebung macht’s aus! Sie beruhigt und trägt zu einem positiveren Behandlungsverlauf bei.“ Im Büro der Ärztin hängt eine Fotografie, die das Mainufer und die Skyline zeigt. 1988 kam die gebürtige Polin nach Deutschland, verliebte sich in die Mainmetropole und blieb. „Ich kann leider kein Hessisch“, lacht sie und schwärmt: „Aber ich liebe es, wenn Leute den Dialekt sprechen. Ich fühle mich hier Zuhause, Frankfurt ist meine Heimat geworden.“ Arztbesuch mit Privatparkplatz Im Januar 2020 hat Wozakowski-Filipowicz die Leitung am Standort Frankfurt übernommen. Die Praxis in der Nordendstraße ist ein Neubau aus dem Jahr 2015: Kooperationspartner, wie das St. Elisabethen-Krankenhaus und die Frankfurter Rotkreuz-Kliniken, liegen in unmittelbarer Nähe, die U-Bahnhaltestelle Glauburgstraße ist nur 40 Meter entfernt, Parkplätze gibt es kostenlos auf Anfrage – für die renommierte Gegend ein echter Luxus! Jeden Tag ist Wozakowski-Filipowicz mit Kollegin Dr. Brigitte Hermann und einem kleinen Team aus Physikern und medizinisch-technischen RadiologieAssistenten vor Ort. Vorteil gegenüber großen Kliniken: Die Terminvergabe erfolgt zeitnah,

Fotos: Top Magazin Frankfurt; RON

Wer die Praxis für Strahlentherapie im Nordend betritt, staunt nicht schlecht: Entgegen aller Klischees – karge Zimmer, künstliches Licht und riesige Geräte, die Lärm machen – gibt es hier modernes Interior, große Fenster, das neueste Equipment. Im freundlich gestalteten Wartezimmer können Patienten und Angehörige eine Tasse Tee oder Kaffee genießen. Bei schönem Wetter kann man sogar auf einer Terrass e im Vorgar ten Platz nehmen.


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modernster Technik sehr gute Ergebnisse erzielen.“

Hohe Präzision mit dem modernen Somatom-CT von Siemens

Patienten haben einen festen Ansprechpartner, kennen das Personal. „So kann man auf einer Vertrauensbasis aufbauen. Wie beim Hausarzt.“ Familiäre Atmosphäre Das RON strebt eine Philosophie an, die sich auf zwei wesentliche Dinge fokussiert. Erstens: „Wir handeln immer nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie internen standardisierten Behandlungsschemata, um den maximalen Behandlungserfolg ermöglichen zu können“, erklärt die Expertin. Wichtig: Die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten, Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen oder Selbsthilfegruppen. „So können wir spezialisierte Kräfte aus verschiedenen Bereichen mobilisieren. Eine gewöhnliche Praxis besitzt solche Vernetzungsmöglichkeiten in der Regel nicht.“ Zweitens: „Der Patient steht im Mittelpunkt.“ Dieser Punkt liegt Wozakowski-Filipowicz sehr am Herzen: „Die Menschen vertrauen sich uns in einer besonders belastenden Situation ihres Lebens an. Diesem Vertrauen möchten wir mit kontinuierlicher Professionalität, der größtmöglichen Aufmerksamkeit und menschlicher Warmherzigkeit entgegenkommen. In jeder Phase der Krankheitsverarbeitung.“ Außergewöhnlich: Die familiäre Atmosphäre, die man schon bei einem herzlichen „Willkommen“ des Praxisteams am Empfang verspürt, das Patienten bereits bei der Bewältigung des bürokratischen Dschungels unterstützt. Und die Zeit, die sich die ausgebildete Psychosozialonkologin für die Patientenaufklärung nimmt: „60–90 Minuten bei malignen, eine halbe Stunde bei gutartigen Erkrankungen. Das kann in der heutigen Zeit kaum jemand leisten.“ Bestrahlung statt OP Aufklärung ist für Wozakowski-Filipowicz das A und O: „Die Akzeptanz der Krankheit und der Therapie bedeutet, dass auch die Bestrahlung besser funktioniert.“ Viele hätten Angst vor schlimmen Nebenwirkungen: Fisteln, Nekrosen, starke Hautläsionen. „Die Cobalt-Geräte aus den 80ern haben die Haut stark belastet, um die richtige Dosis in die Tiefe zu bekommen. Heute kann man dank

Wozakowski-Filipowicz praktiziert seit den 90ern, hat die Veränderungen zweier Jahrzehnte miterlebt. „Wir sind schon jetzt in der Lage, die neusten Verfahren wie intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT), Rapid Arc (VMAT), Stereotaxie oder Atemgating anzuwenden. So können selbst komplexe Tumorerkrankungen hochpräzise, effizient, schonend und schnell behandelt werden.“ Beim ProstataKarzinom sei eine bildgeführte Bestrahlung, mit Lagerungsgenauigkeiten von zwei Millimetern, gleichwertig mit einer Operation. „Ich kann eine höhere Dosis applizieren, weil ich genau erkenne, was und wo ich bestrahle. Die wirklich schwerwiegenden Nebenwirkungen liegen hier bei ein bis zwei Prozent.“

„Mit unseren innovativen Verfahren können selbst komplexe Erkrankungen hochpräzise, effizient, schonend und schnell behandelt werden.“ Ineza Wozakowski-Filipowicz Strahlentherapie Frankfurt

Regelmäßig holt sich die Ärztin Feedback der Patienten ein – bei Zwischengesprächen oder der strahlentherapeutischen Nachsorge. Das größte Kompliment für sie und ihr Team: „Wenn die Patienten nach einer Behandlung sagen: Ich werde euch vermissen“, sagt die Ärztin gerührt. „Normalerweise ist man ja erleichtert, dass die Therapie vorbei ist.“ Zukunftsvisionen Und wie sieht Strahlentherapie in Zukunft aus? Wozakowski-Filipowicz ist optimistisch: „Sie wird sich weiter verändern. In Zukunft werden noch bessere Bilder erzeugt, damit wir so schnell wie möglich die Dosis verabreichen können und der Patient schneller mit der lu n Therapie fertig ist.“

Mit dem Varian True-Beam Linearbeschleuniger können Behandlungen schonend und schnell durchgeführt werden.

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Veranstalter Stefan Söhngen, Eintracht-Chef Philip Holzer, Frankfurt Rhein-Main-Chef Eric Menges, Debjit Chaudhuri (ValueWerk), Christian Heller (CEO value balancing alliance) und IHK-Vizepräsidentin Melanie Nolte

Newcomers welcome

Tolle Stimmung beim 20. Newcomers-Festival im Römer, bei dem sich Ämter, Kommunen, Vereine und Schulen präsentieren, um Neu-Frankfurtern, vor allem internationalen Fach- und Führungskräften mit ihren Familien, das Einleben zu erleichtern. Organisator Stefan Söhngen (RLATION GmbH), der Newcomers Network vor einem halben Jahr übernommen hat, beim Jubiläums-Festakt in der Paulskirche: „Newcomers ist Teil der DNA des internationalen Frankfurts. Die Frankfurter Stadtgesellschaft und die Region stehen für Weltoffenheit, für die Offenheit für Neues: Neue Menschen, neue Ideen, neue Märkte und Möglichkeiten. Wir sind alle Newcomer.“ Eintracht-Chef Philip Holzer betonte in seiner emotionalen Rede, dass diese Internationalität und Weltoffenheit exakt dem Geist von Eintracht Frankfurt entspreche – einem Verein, dessen Selbstverständnis geradezu Internationalität ist.

Von der Performance der indonesischen Schülertanztruppe zeigte sich OB Peter Feldmann begeistert.

event news

Der Medienpreis geht an...?

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekam den Medienpreis in der Paulskirche verliehen.

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Der Medienpreis der Steuben-Schurz-Gesellschaft ging in diesem Jahr an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Bei der Preisverleihung in der Paulskirche würdigte die Organisation ihr großes Engagement bei der Förderung der deutsch-amerikanischen Verständigung. In seiner Begrüßungsrede hob Bürgermeister Uwe Becker die besondere Rolle Frankfurts als „amerikanischste Stadt Deutschlands“ hervor. Kramp-Karrenbauer erinnerte anschließend an die große Bedeutung der USA im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung. Außerdem sprach sie sich für eine stärkere Westbindung Deutschlands und eine engere transatlantische Zusammenarbeit aus. „Eine starke NATO und ein starkes Europa sind für Amerika genauso unverzichtbar wie für uns.“


Gründerpreis für Klapptreppe Das Startup „raumvonwert“ gewann mit der raumsparenden Klapptreppe „Klapster“ den mit 12.500 Euro dotierten 20. Frankfurter Gründerpreis. Der 2. Preis ging an „Lithium Designers“ für einen 3D-gedruckten Fassadenknoten zum einfachen Gestalten von Fassaden. „Die Auffüllerei“ (Einkaufen ohne Verpackungen) und „Die Backhelden“ (Lieferbare Backboxen für Geburtstagstorten) teilten sich Platz 3. Das Modelabel Zemuye erhielt den Sonderpreis für lässige Streetwear mit ostafrikanischem Touch. Stadtrat Markus Frank hatte die Gewinner via Livestream aus dem Kaisersaal verkündet. Der Wettbewerb wird von der Wirtschaftsförderung Frankfurt organisiert. 25 Startups hatten sich um insgesamt 30.000 Euro Preisgeld beworben.

Der 1. Platz ging an das Trio vom Startup „raumvonwert“.

Im Garten  von Zitzewitz

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Wirtschaftsförderung Frankfurt; Joachim Storch (Eintracht Frankfurt)

René Parmantier (Corestate Capital), Komitee-Vorsitzende Anette von Zitzewitz, Ministerpräsident Volker Bouffier, DFF-Direktorin Ellen Harrington und Vorstand Aurélio de Sousa

Zeitzeuge des Weltsports

Zu einem ganz privaten Abend mit dem Hessischen Ministerpräsidenten lud das Komitee „Filmbildung Jetzt!“. Im Garten der Vorsitzenden Anette von Zitzewitz warb Volker Bouffier, gleichzeitig Ehrenvorsitzender des Komitees, darum, auch in schwierigen Zeiten die Bildungsarbeit des Hauses politisch, gesellschaftlich und finanziell zu unterstützen. Schon im Vorfeld durfte sich das Haus über eine großzügige Spende in Höhe von 10.000 Euro von einer Frankfurter Familie freuen. Unter den rund 50 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Gesellschaft war neben dem neuen Vorstand Aurélio de Sousa auch Bankier René Parmantier, der den Abend nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell verantwortete.

Hartmut Scherzer und Moderator Johannes B. Kerner

15 Fußball-WMs, 21 Olympische Spiele, 33 Touren de France und alle drei Jahrhundert-Boxkämpfe von Muhammad Ali in New York, Kinshasa und Manila: Sportreporter-Legende Hartmut Scherzer hat alles live erlebt. In seinem Buch „Welt Sport“ erzählt der 82-jährige Heusenstammer bewegende Geschichten und Begegnungen aus 62 Berufsjahren und seiner 70-jährigen Verbundenheit mit Eintracht Frankfurt. Vorstandsmitglied Axel Hellmann, der das Vorwort schrieb: „Das ist das Beste, was ich als Potpourri der vergangenen 60 Sportjahre kenne. Es zeigt gekonnt die Macht und Ohnmacht des Sports auf anhand lebendiger Erzählungen.“ Zur Vorstellung im Deutsche Bank Park kamen Scherzer-Weggefährten wie Henry Maske, Franz Beckenbauer und Rudi Völler.

Henry Maske und Eintracht-Urgestein Charly Körbel

Rudi Völler, Axel Hellmann, Franz Beckenbauer

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Eiskalt

lästige Fettpolster bekämpfen Mit großem Staraufgebot begeistert das Kälte-Verfahren CoolSculpting® gerade die Welt. Hollywood-Star Sarah Michelle Gellar, Box-Weltmeisterin Regina Halmich und Millionen andere Menschen setzen auf die Body Contouring-Methode, um Bauch, Beine, Kinn oder anderen Körperstellen gezielt mit Kälte zu behandeln.

M

an muss keine Prominente sein, um bei Dr. Daniela Greiner einen Termin zu bekommen. Die Dermatologin aus Oberursel behandelt regelmäßig Frauen und Männer, die etwas gegen ihre kleinen Problemzonen unternehmen wollen. Gegen die Fettpolster, die trotz Sporteinheiten, gesunder Ernährung und aktiven Lebensstils einfach nicht verschwinden wollen. „Mit der Originaltechnologie bieten wir Sicherheit, die nur CoolSculpting® Geräte bieten“, so Dr. Greiner. „Meine Patienten sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die wir erzielen konnten.“ Neben dem Hüft- und Bauchbereich lassen sich auch Beine, Oberarme oder Kinn gezielt mit CoolSculpting® behandeln. Hierbei werden Applikatoren an die entsprechende Körperstelle gelegt und kühlen sie kontrolliert und schonend herunter. Während der 35 bis 75 Minuten dauernden Sitzung kann man lesen, Musik hören und sich entspannen. Erste Ergebnisse können sich bereits nach sechs Wochen zeigen. Regina Halmich, Ikone des deutschen Frauenboxens, ist seit September Testimonial für das

Regina Halmich

Kälteverfahren. Mit ihrem Engagement verbindet Regina Halmich auch die Botschaft, dass jeder mit seinem Körper machen darf, was glücklich macht. Umso besser, wenn eine Technologie dabei hilft, die eigenen Ziele zu erreichen. Mit dieser Einstellung steht Halmich nicht allein da – CoolSculpting® ist die weltweit führende Body ContouringMethode.* Bis heute wurden weltweit mehr als acht Millionen Behandlungen durchgeführt.** Unter anderem auch bei der beliebten US-Schauspielerin Sarah Michelle Gellar. Die 43-jährige, zweifache Mutter, seit kurzem internationales Testimonial für CoolSculpting®, berichtet auf ihren Social-Media-Kanälen immer wieder von ihren positiven Erfahrungen mit der Kälte-Anwendung. Wie sie sind viele Menschen mit bestimmten Bereichen ihres Körpers unzufrieden, wollen aber nicht gleich einen chirurgischen Eingriff vornehmen lassen. Dr. Greiner hört dieses Argument immer wieder und empfiehlt CoolSculpting®: „Das Therapieverfahren eignet sich für nahezu alle Altersklassen.“ Schließlich möchte doch jeder jederzeit eine gute Figur machen. Ob im Kleid oder Anzug, im n Sportdress oder Business-Outfit.

„CoolSculpting® empfiehlt sich besonders für die Behandlung hartnäckiger Fettpolster, die trotz Sport nicht weichen wollen.“

*Basierend auf Marktforschung mit Verfolgung von Ärzten in den USA, Großbritannien, Deutschland, Kanada, Brasilien, China und Australien (N = 526) und globaler Marktforschung zum Gesamtmarkt für Körperkonturierung und Hautstraffung; **Befragte: N=243, retrospektive, multizentrische Studie an zwei europäischen Prüfzentren. Allergan Inc. Unpublished Data. CoolSculpting® market research. INT/CSC/1950062. July 2019, Marlow, UK. Stand: Juli 2019 Fotos: CoolSculpting®, Vault-Nr. DE-CSC-2050230

Dr. Daniela Greiner Oberursel


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ine gute Portion österreichischer Gastfreundschaft, das atemberaubende Bergpanorama des Salzburger Landes und der rustikale Luxus der kanadischen Rocky Mountains – all das findet man in den Wood Ridge Luxury Chalets in Werfenweng, im Herzen der österreichischen Alpen. Inmitten der herrlichen Salzburger Bergwelt befindet sich dieses luxuriöse Chaletdorf mit 12 kanadischen Blockhütten. Im beschaulichen Dorf Werfenweng mit ca. 1.000 Einwohnern, nur 45 km südlich der Stadt Salzburg (erreichbar mit Pkw, Zug oder Flugzeug), ist Wood Ridge ein wahres Refugium der Ruhe und Er-

holung – ganz am Ende des Tales, fernab vom Alltagsstress. Urlauber erwartet hier entspannter Luxus und traumhafte Natur. 12 exklusive Naturstammhäuser im Alpenpanorama Jede der 12 außergewöhnlichen Blockhütten von Wood Ridge besitzt eine private Sauna und einen Outdoor-Whirlpool. Die Einrichtung ist urig und authentisch, inspiriert von den kanadischen Vorbildern. Exquisit, aber gemütlich sind die Holzhäuser ausgestattet mit einer geräumigen Küche, TV, Bluetooth-Lautsprecher, Sodastream und feinen Ledersofas. Das Herzstück »


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» jeder Blockhütte: ein traditioneller Holzkamin, in dem abends ein knisterndes Feuer lodert. Spezielles Feature für Outdoor-Fans: Separate Abstellräume für Mountainbikes und Skiausrüstungen (inklusive Skischuhwärmer) bieten besonderen Komfort. Die Häuser sind in vier unterschiedliche Kategorien und an die Namen angepasste Dekostile unterteilt: • Romantisches Himmelbett gefällig? Für Paare das „Little Beaver“ (kleiner Biber). • Auf zwei Etagen viel Platz? Familien ab in den „Black Bear“ (schwarzer Bär). • In einer Gruppe bis 10 Personen Luxus genießen? Welcome im „Wild Moose“ (wildes Rentier). • Zudem gibt es noch sieben Mal die neuesten Häuser – „Silver Wolf“ (silberner Wolf)

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Zweifellos eines der Highlights, obwohl man es nicht sehen kann, ist das unverkennbare, frische Aroma von Kiefernholz. Durch das „Atmen“ der einzelnen Holzstämme wird die Luft in den Blockhütten mit dem belebenden und natürlichen Duft durchzogen. Dazu kommt das ungewöhnlich schöne Alpenpanorama und die Ruhe, die Werfenweng bietet. Im Einklang mit Umwelt und Natur Auch Nachhaltigkeit und Rücksicht auf die Umwelt wird großgeschrieben – das Wood Ridge ist stolzer Träger des Österreichischen Umweltzeichens. Die Gäste des Chaletdorfs profitieren zudem von den Angeboten der „Sanften Mobilität“ in Werfenweng. Mit der SAMO-Card, einer Vorteilskarte mit zahlreichen Inklusiv-Leistungen, ist allen Gästen, die im Urlaub gern einmal ein paar Tage auch auf ihr Auto verzichten wollen oder ander-

weitig anreisen, voller Service und 100% Mobilität garantiert. Zum Angebot der SAMO-Card zählt die kostenlose Nutzung von E- und Erdgas-Autos, Pedelecs und E-Mountainbikes, Fahrrädern, Segways und ein bestellbarer Dorf-Taxi-Service für n Fahrten innerhalb Werfenwengs.

Weitere Informationen, Specials und aktuelle Preise sowie Buchung über: Wood Ridge Luxury Chalets Weng 7 5453 Werfenweng, Österreich Telefon +43 (0)664 1233087 E-Mail info@woodridge.at Web www.woodridge.at


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FÜR CHARAKTERE Der Flieger ist für Menschen mit einer klaren Haltung – für jene, mutig genug, hin und wieder einen Trend zu überspringen; für jene, auf der Suche nach einem zuverlässigen Begleiter. Ein Werkzeug, auf das man sich jahrzehntelang verlassen kann. Unabhängig von Mode und Status. DESIGN Es gibt keine Funktion ohne Design und kein Design ohne Funktion. Der Fortis Vision folgend, kombiniert der Flieger beste Werkstoffe, feinste Handwerkskunst und durchdachte Details. Fortis hat etwas geschaffen, das es schon immer gab. Nur besser als jemals zuvor.

THIS IS NOT A PILOT WATCH. IT IS A PIECE OF TIME. Flieger F-43 Bicompax Der 43 Millimeter große Bicompax-Chronograph Flieger F-43 Bicompax ist genauso sportlich wie bei früheren Flieger-Modellen, fällt aber markanter aus. Das Edelstahlgehäuse hält einem Wasserdruck bis 20 Bar stand und beherbergt das Automatikkaliber UW-51, das eine Stoppfunktion ermöglicht. Das Modell ist mit einem Edelstahlband oder einem naturgegerbten Lederband erhältlich. Flieger F-41 und F-39 Automatic Außerdem erweitert Fortis die Flieger-Linie um zwei Automatik-Modelle mit Größen von 41 beziehungsweise 39 Millimetern. Ihre Gehäuse sind aus Edelstahl gefertigt und 20 Bar wasserdicht. Antrieb liefert den Dreizeigeruhren das Automatikkaliber UW-30. Der Flieger F-41 Automatic wird genau wie der Flieger F-39

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Flieger F-43 Bicompax

Flieger F-41 und F-39 Automatic

Automatic wahlweise an einem robusten Block Bracelet mit Slide Clasp oder an einem ökologisch gegerbten Rindslederband geliefert. Flieger F-43 Triple-GMT Highlight der neuen Flieger-Kollektion ist der Flieger F-43 Triple-GMT. Dieser präsentiert sich in einem gebürsteten 43 Millimeter großen und 20 Bar wasserdichten Titan-Gehäuse mit 12-Stunden-GMT-Lünette, verschraubter Krone und beidseitig doppelt entspiegeltem Saphirglas. Im Innern der Uhr tickt das Manufakturkaliber Werk 13, das in Zusammenarbeit mit dem Werkehersteller Kenissi entstand. Müheloser Wechsel zwischen Zeitzonen dank reiner GMT-Komplikation Das Manufakturkaliber WERK 13 bietet eine integrierte GMT-Funktion mit einer Sprungstundenfunktion, die es dem Träger ermöglicht, die Ortszeit einfach einzustellen und das Datum zu jeder Tageszeit vor- oder zurückzustellen.

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Robuste Konstruktion für lange Lebensdauer: Das WERK 13 wurde mit dem Ziel höchster Robustheit und Zuverlässigkeit entwickelt und gründlich darauf getestet. Ein Beispiel hierfür ist die Brücke, die mit einer Zwei-Punkt-Fixierung über den Oszillator gelegt wurde, um diesen präzise zu positionieren und die Stoßfestigkeit zu erhöhen. Weekendproof Power Reserve: Das WERK 13 bietet eine beeindruckende Gangreserve von 70 Stunden, so dass der Träger seinen Flieger am Freitagabend abnehmen und am Montagmorgen wieder anlegen kann, ohne ihn aufziehen oder die Uhrzeit neu einstellen zu müssen. Wer einen Flieger trägt, trägt ihn natürlich auch an n einem Wochenende.

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Mallorca

Meerblick Immobilien in Top Qualität zu günstigen Preisen

„Meerblick muss es haben. Aber außerdem auch noch über ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis verfügen.“ Nur wenn beide Grundvoraussetzungen vorliegen, entscheidet sich der Immobilien Entwickler Cala Pi Homes auf Mallorca, ein Projekt auch wirklich umzusetzen.

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anno Strack, Mitgründer von Cala Pi Homes, sieht sich durch den Erfolg der letzten Jahre bestätigt: Von der Finca mit Meerblick in Santanyí bis zur Traumvilla im noblen Son Vida mit einem fantastischen Blick über die Bucht von Palma und die Inselhauptstadt Palma de Mallorca hat er Projekte für jedes Budget realisiert, aber immer mit Fokus auf ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auf die Frage, wo jetzt noch günstige Einstiegsmöglichkeiten zu finden sind, lacht Christoph Albeck, verantwortlich für Einkauf und Finanzen bei Cala Pi Homes. „Immobilien-Profis wissen: Im Einkauf liegt der Gewinn. Deshalb verhandeln wir oft viele Monate mit Eigentümern, um den optimalen Einkaufspreis zu erzielen. Diese günstigen Preise können wir an unsere Kunden weitergeben.“ Die größten Erfolge feiert Cala Pi Homes in der gleichnamigen Bucht Cala Pi, wo es jetzt neue Ferienhäuser zu kaufen gibt. Warum Cala Pi? Cala Pi profitiert ganz eindeutig von seiner guten Lage – sie ist ideal zum Flughafen als auch hinsichtlich der Südausrichtung der Siedlung zum Meer hin. Ein weiterer wichtiger Standortfaktor ist der familiäre Charakter des Ortes. Schließlich sind die meisten Käufer eines Ferienhauses auf Mallorca Familien mit Kindern.

Und sind diese wichtigen Standortfaktoren erfüllt, kommt es auf die Qualität des Gebäudes an. Solide Gebäude, so Hanno Strack, verursachen weniger Erhaltungsund Reparaturkosten. Außerdem lassen sie sich einfach und rentabler vermieten. Die Erfolgsbilanz des Immobilien Entwicklers Cala Pi Homes kann sich sehen lassen: 90 Projekte wurden in den letzten fünf Jahren umgesetzt. Eine Warteliste von Käufern belegt die guten Geschäftsaussichten für die kommenden Jahre. Und das Beste: Wer sein eigener Investor sein möchte, kann bei Cala Pi Homes auch n noch kräftig sparen.

CALA PI HOMES Stichwort: Top10 Carrer Penyes 9, Local 3 07639 Cala Pi, Mallorca, Spanien Telefon (+34) 609 961923 E-Mail info@calapihomes.com Web www.calapihomes.com

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Virenreduzierte Raumluft in Corona-Zeiten Schützen Sie sich vor einer zweiten Infektionswelle Die Entwicklungen der Corona-Pandemie sind aktuell sehr dynamisch. Allerorts steigende Fallzahlen und mit dem Herbst und Winter kommen wir zudem in Jahreszeiten, die das Durchlüften von Klassenzimmern, das Betreiben einer Gastronomie sowie das generelle Arbeits- und Freizeitumfeld vor neue Herausforderungen stellt. Schützen Sie Schüler, Mitarbeiter und Kunden vor einer indirekten Infektion durch kontaminierte Aerosole in der Luft! Der Blue.care+ reduziert die Virenlast in einem 80 qm Raum bereits nach zehn Minuten um mehr als 50 Prozent.

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ie gefährlichen Aerosole können stundenlang durch die Luft schweben und stellen somit eine Gefahrenquelle für die Ansteckung mit anhaftenden Erregern wie z.B. dem Coronavirus SARS-CoV-2 dar. Aktuelle Studien zeigen, dass mobile Luftreiniger die Konzentration infektiöser Aerosole in der Raumluft erheblich reduzieren können: Der Filtrationsexperte Hengst Filtration hat nun eine Lösung für die mobile Luftreinhaltung entwickelt. Bereits zu Beginn der Pandemie entschied das Unternehmen, sein über 60-jähriges Know-how in der Filtration zu nutzen, um Lösungen im Kampf gegen Corona zu

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Der Raumluftreiniger Blue.care+ verfügt über eine Filtrationsleistung von ≥ 99,995 % gegen kleinste Aerosoltröpfchen, Viren, Feinstaub, Allergene und Bakterien.

entwickeln. Neben der zertifizierten, 3-lagigen OP-Maske Typ II, welche seit Mitte April 2020 am Standort in Münster produziert und vertrieben wird, ist nun ein antiviraler Luftreiniger auf dem Markt. Der Raumluftreiniger Blue.care+ verfügt über eine Filterkombination aus einem Vorfilter der Klasse F7 und einem HEPA-Schwebstofffilter der Klasse H14 mit einer Filtrationsleistung von ≥ 99,995 %. Feinstaub, Allergene, Bakterien und insbesondere kleinste Aerosoltröpfchen und Viren im kritischen Größenbereich von 0,1 bis 0,3 Mikrometer werden somit zu-


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Gesichtsmaskenproduktion in Münster unter strengen hygienischen Bedingungen

verlässig aus der Raumluft gefiltert. Durch die hochwirksamen HEPA-Filter ist keine UV-C-Bestrahlung notwendig, um die Viren abzutöten. Daher entstehen keine unerwünschten Schadstoffe wie z.B. Ozon. Der Hengst Blue.care+ ist leise im Betrieb und hocheffizient: Der Flüster-Ventilator erreicht eine Luftleistung von bis zu 1.800 m³ pro Stunde. Bei einem 6-fachen Luftwechsel im Raum reduziert das Filtersystem die Virenlast in weniger als 10 Minuten um mehr als 50 Prozent. Durch den strömungsoptimierten Aufbau mit Power-Diffusor-Technologie wird eine bestmögliche Luftumwälzung für den gesamten Raum ohne Zugeffekte erreicht. Mit seinen über 3.000 Mitarbeitern an 20 Standorten liefert Hengst Produkte, Systeme und Konzepte rund um die Filtration sowie das Flüssigkeits- und Luftmanagement – von der Entwicklung bis zur High-tech-Fertigung. Modernste Filtrationskonzepte von Hengst sind – neben der internationalen Fahrzeugund Motorenindustrie – auch in vielen anderen Bereichen des alltäglichen und

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weniger alltäglichen Bedarfs gefragt. Ob Hausstaubsauger, Profi-Elektrowerkzeug, Restaurantküche, Einkaufszentrum, Industriehalle oder OP-Saal: Es gibt immer einen Hengst Filter, der den Ansprüchen der jeweiligen Einsatzbereiche gerecht wird. Kurz gesagt: Mit seinen Produkten und Leistungen schützt das Unternehmen Menschen, Maschinen und Systeme, schont die Ressourcen und verbessert die Lebensbedingungen. Alles Handeln richtet sich an der Unternehmensvision „We lead the world in Filtration making our n planet a purer place“ aus.

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Adrenalinkick Leogang gehört aktuell zu den aufregendsten Urlaubsorten Europas Chamonix-Mont-Blanc, St. Moritz, Kitzbühel. Klangvolle Namen mondäner Ski-Orte, die den internationalen Jetset seit Jahrzehnten in die Alpen ziehen. Doch eine umtriebige Gemeinde im Salzburger Land ist momentan dabei, die alt eingesessenen Platzhirsche aufzumischen: Leogang. Was sich in der Region um das 3.000-Einwohner-Dorf in den vergangenen Jahren entwickelt hat, ist beachtlich. Kunst, Kultur und Kulinarik treffen auf Sport, Luxus und Pinzgauer Gastfreundschaft. sechs Haubenrestaurants, 400 Kilometer Wanderwege, 240 bestens präparierte Abfahrtskilometer und der weltberühmte EPIC Bikepark machen Leogang zu einer perfekt inszenierten Ganzjahresdestination! Von Steven Buttlar

Vom sonnigen Familien-Skigebiet bis hin zu schwarzen Weltcupabfahrten – im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn ist für jeden was dabei.

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Urlaub im Puradies Einer der wesentlichen Treiber der Region ist Michael Madreiter mit seiner Familie. Er betreibt das Naturresort Puradies mit 76 Suiten und Zimmern sowie 14 luxuriös ausgestatteten Chalets, dem Gourmet-Restaurant „ESS:ENZ“ und der vielfach ausgezeichneten „FREIRAUM“-Bar. Der bärtige Betriebswirt reist leidenschaftlich gern und holt sich Inspirationen für sein Resort in den kreativsten Häusern der Welt. Für ihn sind Freiraum und Platz der größte Luxus unserer Zeit. Und genau das bietet er seinen Gästen in seinem weitläu-

Die gemütlichen Genießerzimmer mit viel Holz, klaren Linien und extra großen, uneinsehbaren Bergblickterrassen

Design-Highlight: Die „FREIRAUM“-Bar sorgt mit Stil für Wow-Momente.

figen Resort. Das Haupthaus der Anlage ist ein traditioneller Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert. Noch heute betreibt Madreiter einen kleinen Biohof auf dem Gelände, der einen Teil der Produkte für die eigene Gastronomie erzeugt. Die kleinen Gäste des Puradies werden hier direkt eingespannt. Sie können sich im Hühnerstall ihre eigenen Eier suchen und sie mit Namen versehen an der Rezeption abgeben. Am nächsten Morgen werden sie liebevoll für die Kinder zubereitet. So schafft man unvergessliche Erinnerungen!

Kollegiale Zusammenarbeit für das große Ganze Michael Madreiter hat das Glück, dass viele seiner Leoganger Kollegen ähnlich ticken wie er selbst. Nur so ist die Dichte an Spitzenhotels,

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Fotos:Peter Kühnl

Luxusmomente genießen – immer mit Blick auf die grandiose Bergkulisse


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Welt. Gerade erst wurden hier die UCI Mountainbike Weltmeisterschaften ausgetragen. In der Wintersaison von November bis März verwandelt sich die Region in den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Auf 270 Abfahrtskilometern findet jeder Wintersportler seine Lieblingspiste. Herzlich willkommen im „Home of Lässig“ – laut eigenen Angaben das „lässigste Skigebiet der Alpen“.

Für Designfreunde und Spa-Liebhaber Wer einmal Pause vom Skifahren oder Snowboarden braucht, kann in eine der 60 Skihütten einkehren. Besonders empfehlenswert ist die „Hendl-Fischerei“ auf dem Asitz – dem Hausberg der Leoganger. Mittags gibt es Huwis GrillHendl und ausgezeichnete Fisch-Spezialitäten. Angestoßen wird hier mit Champagner. Lässig  untermalt von entspannten Ibiza-Beats!  Champagner und lässige Ibiza-Beats: Die Hendl-Fischerei auf dem Asitz ist einer der schönsten Plätze zum Pause machen.

Das Naturressort Puradies mit seinen 76 Suiten und Zimmern sowie 14 luxuriös ausgestatteten Chalets inklusive Frühstücks- und Dinnerservice

Top-Restaurants und erstklassigen Einrichtun-­ gen in der Region zu erklären. Die Gastronomen, Hoteliers und weitere Dienstleister in SaalfeldenLeogang arbeiten zusammen und nicht gegeneinander. Hier wird ein touristisches Angebot aus einem Guss geliefert. Von Vorteil ist dabei auch die gute Lage. Leogang ist rund zwei Stunden von München entfernt. Salzburg ist in einer guten Stunde zu erreichen. Eingerahmt von den schroffen Steinbergen und den malerischen Kitzbüheler Alpen liegt der langgezogene Ort auf 788 Metern Höhe.

Die Gastronomen, Hoteliers und Dienstleister in SaalfeldenLeogang arbeiten zusammen und nicht gegeneinander. Hier wird ein touristisches Angebot aus einem Guss geliefert.

V Fotos: Günter Standl

on April bis Oktober gehört die Urlaubsregion Saalfelden-Leogang zu den größten und beliebtesten Wander- und Bikeregionen Österreichs. Auf über 400 Kilometern Wanderwegen kommen versierte Spaziergänger genauso auf ihre Kosten wie anspruchsvolle Wanderer. Unter Radfahrern genießt Leogang schon lange Kultstatus. Kaum eine Region bietet so viele Möglichkeiten, mit dem Mountainbike die Berge zu erobern oder auch gemütliche Radtouren im Tal zu unternehmen. Fünf Gondelbahnen mit Biketransfer machen es möglich: An nur einem Tag lassen sich im Bikecircus Leogang-Saalbach-Hinterglemm mit dem Rad rund 4.900 Höhenmeter zurücklegen. Die AllMountainbike- und Enduro-Trails im EPIC Bikepark Leogang gehören zu den besten der

Bouillabaisse – „Fischerei Tegernseer Art“

Kulinarisches Highlight: Die Zermatter Gondel mit Schweizer Raclette und atemberaubender Aussicht.

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Das legendäre Forsthofgut: Ein renommiertes 5-Sterne-Hotel mit hauseigener Außen-Kletterwand.

Im waldSPA und im Familienspa laden fünf naturnah und stilvoll designte Saunen zum Entspannen ein.

Mahlzeit! Die Forsthofgut-Küche schmeckt nach dem Besten aus sieben Alpenländern, kann aber auch regional und vegan.

Quadratmeter großen waldSPA genossen hat, weiß warum. Das Hotel wird mit viel Herzblut und Liebe zum Detail von Christina und Christoph Schmuck geführt. Ein Großteil der 102 Zimmer und Suiten des Hauses bietet einen Blick auf das atemberaubende Bergpanorama. Ein Traum!

Von Edelbränden, Jazz und Kunstinstallationen Zurück zu Michael Madreiter. Er ist ein Genießer, ein Connaisseur alter Schule. Es ist einfach wunderbar, mit ihm in seiner FREIRAUM Bar zu sitzen und über das Leben, Essen und Trinken zu sinnieren.

Wer Freude an urbanen Lifestyle Hotels hat, wird das „mama thresl“ lieben. Denn es verbindet das Beste aus beiden Welten.

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ie Hendl-Fis cherei g ehör t zum Design-Hotel mama thresl gegenüber der Leoganger Asitz-Talstation. Wer Freude an urbanen LifestyleHotels hat, wird das „mama thresl“ lieben. Denn es verbindet das Beste aus beiden Welten. „Urban soul meets the alps“ – ein Rezept, das aufgeht. Nur wenige hundert Meter entfernt liegt das legendäre Forsthofgut. Es gehört seit Jahren zu den renommiertesten 5-Sterne-Hotels der Alpen. Wer einmal die winterliche Bergkulisse aus dem dampfenden Infinity Pool des 3.800

So schwärmt er von Resis Gastfreundschaft in der Lindalm am Spielberg. Hier gibt es deftige Alpenküche und den berühmten Almwuzl – eine Kaiserschmarren-Variante der charmanten Seniorchefin. Ein weiter Tipp des Leoganger Hoteliers ist Meisterbrenner Siegfried Herzog aus Saalfelden. Er gehört zu den besten Vertretern seiner Zunft. Seine vielfach prämierten Edeldestillate werden weit über die Grenzen des Salzburger Landes hinaus geschätzt. Viele Brände Herzogs stehen auf den Menükarten der sechs Gourmetrestaurants der Region, die mit insgesamt 12 Hauben ausgezeichnet wurden. Dazu gehört auch das ZweiHauben-Restaurant ESS:ENZ des Puradies. Albert Dschulnigg und sein Küchenteam legen großen Wert auf Front-Cooking. Besonders zu empfehlen ist die Dschulniggs Spaghetti

Fotos:Günter Standl; Forsthofgut

Skier an und los geht’s: Die Piste führt direkt durch das Forsthofgut.

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Neben Kulinarik wird auch Design im Forsthofgut großgeschrieben.

Christina und Christoph Schmuck führen das Hotel mit viel Herzblut und Liebe zum Detail.

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Carbonora Interpretation mit Speckschaum, getrocknetem Eigelb, Parmesan, knusprigen Speck und Olivenöl. Comfort Food auf Spitzenniveau!

WAS IST WIRKLICH WICHTIG?

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Fotos: Forsthofgut

bgesehen vom sportlichen und gastronomischen Reiz der Region spielt hier auch Kultur eine wesentliche Rolle. Zu den kulturellen Highlights zählt zum Beispiel das internationale Jazzfestival Saalfelden. Das 41. Festival findet vom 19. bis 22. August 2021 statt. Save the date. Michael Madreiter erzählt mit leuchtenden Augen von der Entwicklung, die Leogang in den letzten Jahren genommen hat. Zu Recht. Mit Stolz spricht er über das Engagement seines Vaters, der zusammen mit weiteren lokalen Investoren für die sehenswerte Inszenierung des Asitz Bergs verantwortlich ist. Am „Berg der Sinne“ gibt es mittlerweile einen Kunstwanderweg, einen Spieleweg für Kinder und den Sinne Park mit aufwendigen Installationen und einem künstlich angelegten See für den perfekten Instagram-Post. So geht moderner Tourismus. So wird aus einer schönen Alpenregion eine perfekt choreografierte Ganzjahresdestination mit Kultpotenzial! n

So geht moderner Tourismus. So wird aus einer schönen Alpenregion eine perfekt choreographierte Ganzjahresdestination mit Kultpotenzial!

Gesundheit ist wichtig, gute Ernährung ist wichtig, Nachhaltigkeit ist wichtig, Tradition ist wichtig, sich etwas Gutes tun ist wichtig. Tun Sie sich etwas Gutes, entscheiden Sie sich für ein Bett, gefertigt von Meisterhand in sechster Generation, ausschließlich aus Naturmaterialien, und von außerordentlichem Komfort. Denn guter Schlaf ist wirklich wichtig. Wir freuen uns auf Sie.

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BFF ehren engagierte Bürger vor Ort Zum zweiten Mal hat der Verein Bürger Für Frankfurt (BFF) engagierte Frankfurter und Frankfurterinnen mit dem Bürger- und Stadtteilpreis ausgezeichnet. Da die geplante feierliche Zeremonie im Römer wegen der Pandemie ausfallen musste, machten sich die Kuratoriumsmitglieder persönlich auf den Weg, um die sechs Preisträger am Ort ihres unermüdlichen Einsatzes zu ehren – eine schöne Geste der Wertschätzung. PREISTRÄGER BÜRGERPREIS 1 | Naturschutzbotschafter im Zoo Frankfurt Den mit 10.000 Euro dotierten Bürgerpreis teilen sich vier Initiativen und Vereine mit je 2.500 Euro. BFF-Chef Mathias Mund besuchte die Naturschutzbotschafter im Zoo Frankfurt, überreichte Scheck und Urkunde. Die Initiative hat sich der Bewahrung der biologischen Vielfalt als Grundlage unseres Lebens verschrieben. Ihre Mitglieder informieren spannend und spielerisch über Tiere und sensibilisieren so große und kleine Zoobesucher für Naturschutz und Artenhaltung.

„In diesen schwierigen Zeiten kann ehrenamtliches Engagement gar nicht genug gewürdigt werden.“ Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels Preisstifter und Stadtrat

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2 | Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Als zweiter Bürgerpreisträger konnte der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main seine Auszeichnung entgegennehmen. „Ein Licht im Dunkeln und eine liebevolle Begleitung für betroffene Kinder und ihre Familien“, sagte Kuratoriumsmitglied Marc Hense. Pater Dr. Georg Fischer OT (Deutscher Orden) sieht die wertvolle Arbeit des AKHD im Ostend nicht als Sterbe-, sondern als Lebensbegleitung: „Ohne Vertröstung, vielmehr mit dem Willen, da zu sein, wo andere zurückschrecken. Gerade bei den Kleinen und ihren Familien, deren Leben sie eine Zeitlang teilen.“ 3 | Sachsenhausen wehrt sich Herbert Schmoll wurde von Prof. Moritz Hun-

zinger mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet: Direkt am Mainkai, wo der Verkehr dank des energischen Einsatzes des Gründers der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“ jetzt wieder rollt. „Sie haben all jenen eine Stimme verliehen, die unter den fatalen Folgen eines rein ideologisch motivierten Eingriffs in das Frankfurter Straßennetz leiden mussten. Dass dieser verkehrspolitische Skandal in Frankfurt beendet wurde, ist in hohem Maße Ihr Verdienst“, würdigte Hunzinger den Einsatz des streitbaren Sachsenhäusers. 4 | Rothschild-Palais im Grüneburgpark Der Verein „Rothschild-Palais“ im Grüneburgpark, der sich für den Wiederaufbau des Grüneburg-Schlösschens einsetzt, bekam Besuch von Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels. Genau dort, wo die Stadt die Ruine des 1944 zerbombten Palais der Familie GoldschmidtRothschild in den 50er-Jahren abtragen ließ: „Der Preis soll einen Beitrag leisten, diesen Fehler in nicht allzu ferner Zukunft korrigieren zu können“, sagte der Stadtrat und Preisstifter.

PREISTRÄGER STADTTEILPREIS 5 | Wir für Euch Zwei Initiativen teilen sich den mit 2.000 Euro ausgelobten Stadtteilpreis. Kuratoriumsmitglied Prof. Hans Joachim Mendig würdigte die Fechenheimer AG Weihnachtsmarkt „Wir für

Fotos: Edward Park

Das BFF-Kuratorium: Mathias Mund, Prof. Moritz Hunzinger, Wolfgang Hübner, Prof. Hans Joachim Mendig, Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, Pater Dr. Georg Fischer (OT)


panorama

Euch“, deren Einsatz es zu verdanken ist, dass der Weihnachtsmarkt im Stadtteil in den letzten acht Jahren zu einem stimmungsvollen Fest mit einzigartigem Flair geworden ist, das Jahr für Jahr zahlreiche Besucher anlockt. 6 | Heimatverein Eckenheim BFF-Ehrenvorsitzender und Preisgeldstifter Wolfgang Hübner ehrte den „Heimatverein Eckenheim“ auf dem Eckenheimer Friedhof. Hier restaurieren und pflegen die Mitglieder mit viel Herzblut und auf eigene Kosten erhaltungswürdige Grabstätten. „Diese Auszeich-

nung steht stellvertretend für die wertvolle Arbeit aller Heimatvereine in Frankfurt.“ Sobald die Rahmenbedingungen Veranstaltungen wieder zulassen, wollen die Bürger Für Frankfurt BFF einen Empfang nicht nur für die diesjährigen Preisträger, sondern auch für die Initiativen und Vereine, die dieses Mal nicht berücksichtigt werden konnten, ausrichten. „Denn letztlich hat von den insgesamt 73 eingereichten Vorschlägen jeder eine Auszeichnung verdient“, so BFF- Chef Mathias kp n Mund.

„Letztlich hat von den insgesamt 73 eingereichten Vorschlägen jeder eine Auszeichnung verdient.“ Mathias Mund BFF-Vorsitzender und Stadtverordneter

2 | Marc Hense, Katrin Winter

1 | Mathias Mund, Michael Kauer, Sabine Wedemeyer

3 | Mathias Mund, Herbert Schmoll, Prof. Moritz Hunzinger

4 | Mathias Mund, Michael A. Landes, Zlatka Damjanova-Landes Jürgen Aha, Daniel Hofmann, Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels

6 | Sylvia Pfeiffer, Werner Pfeiffer, André Schwarz, Wolfgang Heinrich, Werner Rudloff (BFF-Mitglied Ortsbeirat 10), Wolfgang Hübner 5 | Marion Berger, Jürgen Kuhn (BFF-Mitglied Ortsbeirat 11), Prof. Hans Joachim Mendig, Sabine Lauer

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UNSERE SCHÖNSTEN SCHLÖSSER UND BURGEN

Schlösser und Burgen üben eine ungeheure Faszination aus: mächtige Zeitzeugen historischer Ereignisse und Dramen, in denen hinter jeder Ecke, jeder Tür ein Geheimnis zu lauern scheint. Bis zu 1.000 Jahre alt, beherbergen die ehrwürdigen Gemäuer heute Museen, Stiftungen, Universitäten, Restaurants und Hotels oder sind von Privatbesitzern bewohnt. Die magische Ausstrahlung dieser Prachtbauten zieht Touristen aus aller Welt nach Deutschland. Lassen Sie sich von den schönsten Schlössern und Burgen Deutschlands verzaubern. Von Kitti Pohl

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BURG ELTZ IM ELZTAL

DiE WEhRhaftE

Fotos: Marc Zimmer / Unsplash; Wirestock / Freepik

Zehn Stockwerke mit pittoresken Türmen, Giebeln und Erkern inmitten dicht bewaldeter Hügel auf einer steilen Felskuppe, verwunschen und märchenhaft: Die Burg Eltz in Rheinland-Pfalz ist umgeben vom Elzbach, der sie wie ein natürlicher Burggraben von drei Seiten umschließt. Sie befindet sich in der 33. Generation im Besitz der Adelsfamilie Eltz, die sie von Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1157 geschenkt bekam. Eine der wenigen Festungen, die nie erobert wurde und dadurch fast vollständig erhalten ist – eine Trutzburg wie aus dem Bilderbuch.


SCHLOSS WILHELMSHÖHE UND DIE LÖWENBURG IN KASSEL

Das GEsaMtKunstwerK Im traumhaften Bergpark Wilhelmshöhe entstanden Ende des 18. Jahrhunderts die Löwenburg und Schloss Wilhelmshöhe, die Landgraf Wilhelm IX als barockes Lustschloss errichtete. Das prachtvolle Schloss beeindruckt mit herrlichem Anwesen, die pseudomittelalterliche Burgruine Löwenburg wirkt mit ihren kleinen Türmchen, Erkern und Nischen wie aus dem Märchen. Der Bergpark mit dem Herkules-Monument und der Wasserkaskadenanlage ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk und als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

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SCHLOSS MESPELBRUNN IM SPESSART

DiE VErstEcktE SchönHEiT Versteckt in einem abgelegenen Spessart-Seitental hat Wasserschloss Mespelbrunn alle Kriege unbeschadet überstanden. Der Sohn des kurfürstlichen Forstmeisters Hamann Echter hatte 1427 aus dem Weiherhaus seines Vaters ein Gebäude mit Mauern, Türmen und Wassergraben errichtet, um sich im wilden Wald vor Plünderungen zu schützen. Die nachfolgenden Generationen der Familie verwandelten das abweisende Gemäuer in ein Renaissanceschloss von malerischer Harmonie, das sich traumhaft im Wasser spiegelt. Seit dem Film „Das Wirtshaus im Spessart“ mit Liselotte Pulver von 1958 gilt als Sinnbild der Spessartromantik.

SCHLOSS BRAUNFELS IM LAHNTAL

Fotos: Ralf Roletschek / Roletschek.at; Myron Standret / Freepik; Rainer Lippert / Wikimedia Commons

DaS LEbEndigE Von weitem sichtbar thront Schloss Braunfels mit seiner einmalig schönen Silhouette auf einer bewaldeten Basaltkuppe über der Altstadt von Braunfels. Seit dem 13. Jahrhundert ist es der Stammsitz der Grafen zu Solms-Braunfels, die es heute noch erhalten und bewohnen. In den 800 Jahren in Familienbesitz entwickelte sich die einstige Burg durch Um- und Ausbauten zu einem imposanten Märchenschloss mit romantischen Zinntürmchen und blaugrauen Dachschiefern. Kulturelle Veranstaltungen lassen das Mittelalter an diesem magischen Ort wieder lebendig werden.


SCHLOSS NORDKIRCHEN IM MÜNSTERLAND

DaS ÜPpigE

Die imposante Schlossanlage mit ihrem 170 Hektar großen Landschaftspark wird wegen ihrer baulichen Ausmaße und der barocken Pracht auch das „Westfälische Versailles“ genannt. Die kunstvolle Gartenanlage fasziniert mit wunderschönen Alleen, akkurat getrimmten Formgehölzen und barocken Skulpturen in perfekter Harmonie. Im Schloss zieren kostbare Stuckarbeiten, Deckengemälde und feine Holzschnitzereien die prächtigen Säle. Das beeindruckende Ensemble aus dem 18. Jahrhundert wurde von der UNESCO als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ für schutzwürdig erklärt.

SCHLOSS SCHWERIN

DaS PRUNkVOllE Majestätisch erhebt sich das Schweriner Schloss auf einer Insel im See, durch eine Brücke mit der Altstadt verbunden. Das ehemalige Residenzschloss im Stil der Neorenaissance ist eines der bedeutendsten Bauten des Historismus in Deutschlands. 965 als Wallanlage errichtet, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert und weitergebaut. Seine heutige Form mit Türmchen und Ziergiebeln erhielt es 1857 auf Wunsch von Großherzog Friedrich Franz II. nach Vorbild der französischen Renaissance-Schlösser. Das prunkvolle Bauwerk mit sage und schreibe 653 Zimmern beherbergt ein Museum und den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.

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Fotos: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons; Kolosses / Wikimedia Commons; Damian Baschiera / Unsplash

SCHLOSS LINDERHOF IN ETTAL

DaS BErAuschEndE

Wer in den opulenten Fantasiewelten von Ludwig II. schwelgen möchte, dem sei Schloss und Park Linderhof empfohlen, eines der vielfältigsten und kunstvollsten Ensembles des 19. Jahrhunderts. Das kleinste seiner drei Märchenschlösser war das Lieblingsschloss des Märchenkönigs, in dem er scheinbar alles, was ihn begeisterte, zu einem Gesamtkunstwerk vereinte: ob antike Götterwelten, orientalische Mystik, Barock- und Rokoko-Elemente, maurische Tempel oder Bühnenbilder aus Wagner-Opern. Eine wahre Orgie aus romantischen Skulpturen, Ornamenten, Kunst und Stilen.


SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN BEI FÜSSEN

DaS AteMbERaubEndE Ein Schloss, ein Mythos: Walt Disney war von seinem Anblick derart überwältigt, dass er Schloss Neuschwanstein in seinem Logo, in Filmen sowie in Disneyland nachbilden ließ, als „Dornröschen-Schloss“. Der menschenscheue bayerische König Ludwig II. ließ sich das unglaubliche Monument 1869 bis 1886 als privaten Rückzugsort bauen, mit prachtvollen Schnitzereien und Gemälden von Mythen, Heldensagen und Wagner-Opern im Inneren. Deutschlands Touristen-Attraktion Nummer 1 und eines der meistbesuchten Schlösser Europas blieb unvollendet: Von 200 Räumen wurden nur 14 fertig, bevor Ludwig II. am 9. Juni 1886 entmündigt und anderntags tot im See gefunden wurde.

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SCHLOSS BERLEPSCH IM WERRATAL

DAS WAPPEN DER ADELSFAMILIE VON BERLEPSCH 7 Hahnenfedern – Zeichen für Wachsamkeit und Mut. (7 Tage pro Woche) Schneebälle – Zeichen für Wetterfestigkeit Küraßprügel (Reiterlanze) – Zeichen für Kampfgeist Offenes Visier – Zeichen für Ehrlichkeit Halsbandsittiche – Zeichen für Gottesverehrung und christliches Verhalten (5 Tugenden) Heroldshörner – Zeichen für Heerführer und Gesandte. Medallion am Hals – Zeichen für Erbkämmerer 3 geknickte Sparren – Zeichen für Haus (Burg), auf einem Berg; in einer Flußbiegung. (seßhaft) Zum Sittichwappen erzählt man sich in der Familie folgende Legende: „Als Kaiser Barbarossa († 1130) einen Ritter von Berlepsch mit gezähmten Vögeln angetroffen und ihn wegen dieses einem Ritter nicht ziemenden Spiels gerügt habe, soll der Berlepsch erwidert haben, dass er seine ritterliche Gefolgschaft niemals dem Reiche versagt und er diese Vögel von seiner Fahrt in das ,Heilige Land‘ mitgebracht habe, worauf ihm der Kaiser geboten habe, fortan diese Vögel im Wappen zu führen.“

Auf einem Bergsporn bei Witzenhausen reckt sich Schloss Berlepsch dramatisch gen Himmel. Die dreiflügelige Burganlage wurde im 14. Jahrhundert erbaut, mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Schlossherr und Familienoberhaupt Sittich Graf von Berlepsch hält das Schloss in der 19. Generation. Wer sich selbst einmal als Schlossherr fühlen möchte, genießt ein Candlelight Dinner im holzgetäfelten Rittersaal und bettet sein Haupt in ein urig-historisches Himmelbett.

Fotos: Bharat Patil / Unsplash; Jodrexel / Wikimedia Commons; Fabian v. Berlepsch

Alle heute lebenden Berlepsch sind Sittich-Nachkommen und viele tragen als Zusatzvornamen den Namen Sittich oder Sitta.

Das RITTErLIChE

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Chopard Halskette „Happy Spirit“, 2,06 ct, Kettenlänge 56 bis 60 cm, 18 ct Weißgold

Shine bright like a

Diamond

Sales Associate Elena Gegi und Boutique-Manager Daniel Bockholdt

„Für Schmuck braucht es keinen Anlass“, da ist sich Chopards Boutique-Manager Daniel Bockholdt sicher: „ Auch wenn wir in diesem Jahr auf viele Feierlichkeiten verzichten müssen, es ist immer Diamond Season.“ Ein Klassiker und echter Hingucker: Die „Happy Hearts“-Kollektion,

bei der ein Talisman-Herz mit dem legendären beweglichen Diamanten kombiniert wird. „Die Lieblinge sind nach wie vor unsere langen SautoirHalsketten“, berichtet Bockholdt. Natürlich dürfen auch hier die Diamanten nicht fehlen, denn „little diamonds do great things“.

luxury news Luxury Layering

Wempe Frankfurt Geschäftsführer Uwe Beckmann präsentiert seine aktuellen Favoriten.

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Bei Deutschlands größtem familiengeführten Uhren- und Schmuckunternehmen Wempe setzt man dieses Jahr besonders auf „Layering“. Ein Trend, den man bisher von Kleidungsstücken kannte. Hier werden verschiedene Schmuckstücke übereinander getragen. „Dazu eignen sich besonders filigrane Ketten in Weißgold oder Rosé“, weiß Uwe Beckmann, Geschäftsführer der Wempe-Dependance

Ohrhänger Sensual Cocoon by Kim 18 ct Roségold, 150 Brillanten 1,38 ct, 4 cm Länge, handgefertigt im Wempe Atelier

an der Hauptwache. Wichtig ist, dass die Ketten unterschiedliche Längen haben. Für die Extravaganten: Natürlich können auch Statement-Ketten gelayert werden. Allerdings mit Vorsicht, denn das kann schnell zu viel wirken. Ein dezentes Outfit ist da auf jeden Fall ein Muss! Das aktuelle Lieblingsstück von Uwe Beckmann? Das Collier aus der Linie Sensual Cocoon by Kim.


Ein Zeitmesser vom Sternenhimmel

Bucherer Ring aus Saphir in „vivid blue“ 8,2 ct, Diamanten in Brillantschliff 1,45 ct, in Platin gefasst

Friederike Lockau-Plesser: „Unser Lächeln ist zurzeit leider viel zu oft versteckt, doch Diamanten strahlen immer.“

Saphire der

Das aktuelle Lieblingsstück im Hause Audemars Piguet auf der Goethe s t r a ß e i s t a u s de r K o l le k t i o n „Code 11.59“, die erst letztes Jahr gelauncht wurde: Eine astronomische Uhr mit ewigem Kalender und einem Zifferblatt aus dunkelblauem Aventurin, das an einen Sternenhimmel erinnert. Laut Boutique-Manager Sebastian Prinz setzt die Schweizer Luxusuhrenmanufaktur damit ein starkes Zeichen: „Bekannt für sportliche Uhren, allen voran die Royal Oak, ist es jetzt Zeit für einen Klassiker, der unsere lange Tradition mit der Moderne vereint.“

Code 11.59 by Audemars Piguet mit ewigem Kalender, 18 ct Roségold

Meisterklasse Ob edel oder lässig, ob zum Cocktailkleid oder zum Alltagsoutfit – Edelsteine kommen nie aus der Mode. Bei Bucherer beginnt die Kreation der Fine Jewellery, die in den Ateliers in Luzern gefer tigt werden, bereits bei der Suche nach den richtigen Steinen. Das MasterPiece des Juweliers besticht vor allem durch seine zeitlose Eleganz. Das Collier ist in Platin gefasst und besteht aus naturbelassenen Saphiren in „vivid blue“. Die Planung und Anfertigung des Einzelstücks dau-

erte mehrere Jahre, denn die Vorkommen in einem Tal in Burma, aus dem die wertvollen Steine stammen, seien bereits fast erschöpft. Umso begeisterter zeigt sich Bucherer-Frankfurt-Chefin Friederike Lockau-Plesser über das fertige Produkt: „Ein Stück Meisterklasse, das seinesgleichen sucht.“ Der generelle Trend gehe derzeit wieder mehr in Richtung Gelbgold. „Auch Saphire in starken Farben wie Pink, Blau oder Grün sind gerade sehr gefragt“, weiß die Expertin.

Das Team: Tao Hu (Sales Associate) mit Boutique Manager Sebastian Prinz, Giuseppe Ferrentino (Senior Sales Associate) und Lothar Seidensticker (Technical Advisor)

Prunkvolle Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Hersteller

Premiere

Joubin Maghrour (Sales Manager) und Ralf Kern (Brandmanager für Deutschland und Österreich)

Ob die legendäre „Crazy Hours“ oder die „Color Dreams“ – die Uhrendesigns des Schweizer Luxusherstellers Franck Muller sind weltbekannt. Im September eröffnete die erste deutsche Filiale in perfekter Lage, direkt in der Frankfurter Innenstadt am Steinweg. Aktuell besonders angesagt? „Blaue Uhren sind gerade im Winter sehr beliebt“, weiß Brandmanager Ralf Kern. „In unserem Falle ist es die Vanguard Yachting.“ Das Design, gut zu erkennen an der weißen Windrose auf dem tiefblauen Ziffernblatt, besticht zudem durch nautische Details.

Franck Muller Vanguard Yachting, 18 ct Roségold

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Der schwebende

Diamant

Niessing Spannring, Color Limited Edition in neuer Goldfarbe „purple grey“ Geschäftsführerin Birgit Wangerin mit Daniel Fahrland (stellvertretender Geschäftsführer)

„So viel funkelnde Brillanten wie möglich, so wenig Metall drumherum wie nötig“, so könnte das Credo der Manufaktur Niessing lauten. Das Highlight? Ein Diamant, der allein durch die Spannung der Ringschiene gehalten wird und somit die Illusion erweckt, frei in der Luft zu schweben. Der schwebende Brillant wurde 1979 entwickelt und Store Managerin Petra Engels verrät: „Der Spannring-Klassiker ist nach wie vor unser Verkaufsschlager.“ Außerdem führt Niessing seit letztem Jahr auch die berühmten Präzisionsuhren aus dem Hause Lehmann. „Darüber freue ich mich ganz besonders“, sagt Engels. „Die Philosophie der Uhrenmanufaktur aus dem Schwarzwald passt perfekt zu uns!“

Persönliche Schätze Damenuhr Referenz 4947G-010 mit 155 Brillanten

Haute

sowie vertikal satiniert ist. „Die Damenuhr Referenz 4947G ist wirklich etwas ganz Besonderes“, schwärmt Uhrmachermeisterin Birgit Wangerin. „Neben der Komplexität des Uhrwerks schätze ich vor allem die typisch elegante Linienführung und die femininen Details.“

Joaillerie

Inhaber Marc Stabernack und seine Schätze

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Geschäftsführerin Petra Engels mit dem Klassiker: „Princess for my princess“

„Das Schöne bleibt“ – Der Leitspruch von Juwelier Friedrich war vielleicht noch nie so passend wie Friedrich-Collier mit Farbedelsteinen zurzeit. Während es drauim Fantasieschliff: Aquamarine, ßen kälter und grauer wird Rosenquarze, Brillanten, in Roséund wir weniger Zeit auf gold gefasst Festen und mehr zuhause mit unseren Liebsten verbringen, bleibt doch eins: Die Faszination für Gold und Juwelen. Das weiß auch Inhaber Marc Stabernack: „Schmuck, selbst wenn er puren Luxus darstellt, erdet den Menschen.“ Aktuell im Trend sind neben zarten Tönen vor allem dunklere und kräftige Farben. „Ultramarinblau, Karminrot oder Smaragdgrün passen perfekt zur kalten Jahreszeit und werten jedes Outfit auf, ohne zu sehr aufzutragen.“

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Hersteller

In der Patek Philippe Boutique at Wempe auf der Goethestraße präsentieren uns Geschäftsführerin Birgit Wangerin und ihr Stellver treter Daniel Fahrland ihre aktuellen Lieblingsuhren am eigenen Handgelenk. Das Besondere am Damenmodell: Ein von Shantung-Wildseide inspiriertes Zifferblatt, das aufwändig horizontal

Herrenuhr Referenz 5270J-001


Der neue Volvo XC40 Recharge Pure Electric. Das erste vollelektrische Fahrzeug von Volvo. Mehr als 400 km* Reichweite. 300 kW/408 PS pure Leistung.

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Der Charme des Unterwegsseins: Einfache Kunst, mitgebracht von unzähligen Reisen, macht Nina Sedanos Wohnzimmer zu einem ganz persönlichen Wohlfühlort.


NINA SEDANO

Meine Welt im Nordend

Zuhause bei der Ländersammlerin Sie hat es als einzige deutschsprachige Frau geschafft, alle 193 UN-Staaten der Welt zu bereisen, die letzten drei waren Irak, Somalia und Turkmenistan. Mitreißend erzählt sie ihre unglaublichen Erlebnisse im Buch „Die Ländersammlerin“, das sich sage und schreibe 80 Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste hielt. Elf vollgestempelte Reisepässe hat Nina Sedano vorzuweisen, hunderte unbekannte Orte stehen noch auf ihrer Liste. Doch für kein Abenteuer dieser Erde würde die prominente Weltenbummlerin ihre Wohnung im Frankfurter Nordend aufgeben. Text: Kitti Pohl Fotos: Holger Peters


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Tibet: Nina Sedano auf einem Yak auf dem Weg von Nepal nach Lhasa

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„Ich liebe meine Wohnung, wie man seine Wohnung nur lieben kann. Ich freue mich nach jeder Reise, wieder heimzukommen.“ Nina Sedano

in Leben ohne Reisen? Unvorstellbar. Heimweh? Nie gehabt. Deutschlands meistgereiste Frau war immer auf Achse. Schlief im zentralafrikanischen Rebellengebiet auf dem Betonboden, verbeugte sich vor Nord­koreas mumifiziertem „ewigen Präsidenten“ Kim Il-sung, hüllte sich in Saudi-Arabien und im Iran in einen für ihre 1,76 Meter viel zu kurzen Tschador und holte sich in Aserbaidschan eine Hammelfleischvergiftung. Nichts von alledem möchte sie missen. Und jetzt? „Dieses Jahr bin ich so wenig gereist wie noch nie“, seufzt Nina Sedano, während sie es sich auf ihrem cremefarbenen Ledersofa gemütlich macht: „Insgesamt zwei Wochen im Ausland, das war’s. Das gab’s in den letzten 20 Jahren nicht. Sonst war ich oft sechs, einmal sogar zehn Monate im Jahr unterwegs.“ Zum Ende eines jeden ReiseAbenteuers gehört jedoch auch immer die Vorfreude auf ihre 63 Quadratmeter mit Balkon: „Ich liebe meine Wohnung, wie man seine Wohnung nur lieben kann. Ich freue mich nach jeder Reise, wieder heimzukommen.“

Leitungswasser statt Luxus Frankfurt ist Ninas Heimathafen, hier ist sie geboren und aufgewachsen. Mit 22 hat sie sich die 2-Zimmer-Wohnung in einem 1950er-JahreHaus im 1. Stock im Nordend gekauft, Jahr für Jahr abgestottert und dafür auf jeglichen Luxus verzichtet. „Ich konnte und kann beruhigt reisen, weil ich weiß, meine Wohnung ist immer da. Das ist eine große Erleichterung, wenn man so viel unterwegs ist“, erklärt sie. Den Entschluss, alle Länder der Erde zu bereisen, fasste Nina, als sie realisierte, dass ihr Wunsch, einen Mann zu finden und eine Familie zu gründen, nicht aufging. Da war sie 36, geschieden und in ihrem Job als Abteilungsleiterin eines Kreditinstituts kreuzunglücklich. Sie nahm ihren Mut zusammen und kündigte, um sich ganz ihrer großen Leidenschaft zu widmen: dem Reisen! Seit sie als Bürokauffrau in Vollzeit arbeitete, nutzte sie jeden Brückentag, jedes Wochenende, um unterwegs zu sein. Um ihre Trips zu finanzieren, sparte sie eisern, trank sie daheim nur Leitungswasser und Tee, fuhr nur Fahrrad. Heute kann sie vom Verkauf ihrer Reisebücher und ihren TV-Auftritten leben. Nach „Die Ländersammlerin“ hat sie „Fernweh im Herzen“ und „Happy End“ geschrieben, ein Erfahrungs­ bericht über die stillen Örtchen dieser Welt. Sie spricht sieben Sprachen Ihre Wohnung: kunterbunt und international. In jeder Ecke, an jeder Wand, zeugen exotische Mitbringsel von Entdeckerlaune und Abenteuerlust: das mit Lemuren bedruckte Baumwolltuch aus Madagaskar, die Dämonen-Maske aus Bali, das geschnitzte Liebespaar von den Fiji-Inseln, der Sombrero aus Mexiko oder den Holz-Elefant aus Kenia. Jedes Stück hat eine Geschichte, die Nina Sedano mit leuchtenden Augen erzählt.

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Drei Bücher hat Nina Sedano über ihre Erlebnisse geschrieben.

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Ihre letzte Auslandsreise war im September nach Dänemark, letzten Dezember besuchte sie Freunde in Thailand. Eine gefühlte Ewigkeit ist das her: „Ich hatte 2020 keine großen Reisen geplant, aber Veranstaltungen, Lesungen und Auftritte mit meinen

Fotos: Nina Sedano

n den Regalen in Wohn- und Schlafzimmer unzählige Reise- und Sprachbücher, deren Umschlag-Deckeln man ansieht, dass sie unzählige Male hervorgekramt, gebraucht und wieder weggepackt wurden. „Bücher sind für mich essentiell. Ich habe verschiedene Bücherregale. Eines nur mit Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch und Italienisch spreche ich neben Deutsch, verständigen kann ich mich auf Russisch, Arabisch und Griechisch. Gerade lerne ich Dänisch. Ich muss unbedingt meinen Kopf trainieren. Sprachen sind dafür ideal. In anderen Regalreihen habe ich Reisebücher und Fotobände. Für Romane habe ich keinen Platz. Die gebe ich weiter, wenn ich sie gelesen habe.“


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in Kuwait, Bahrain oder Kanada.“ Die persönlichen Dinge sind es, die ihre eigene Wohnung für sie besonders machen: „Ich habe viel einfache Kunst mitgebracht, aus Afrika oder Südostasien. Papierrollen von Landschaften und Tieren, Figuren von Tieren und Menschen, aus Holz und Speckstein.“

Elf vollgestempelte Reisepässe: Keine andere deutschsprachige Frau hat das bisher geschafft.

drei Büchern. Ich vermisse den Austausch mit Menschen, vor Publikum reden. Mein Hörbuch sollte zur Buchmesse erscheinen. Dass sie nicht stattfand, war eine Riesen-Enttäuschung.“ Reisen hat etwas Heilendes Fällt der Ländersammlerin die Decke auf den Kopf? Nina schüttelt den Kopf: „Ich habe sehr viel erlebt und gesehen, sodass ich nicht mehr zwanghaft wegmuss. Ich kann mich sehr gut beschäftigen. Momentan verkaufe ich Dinge, die ich nicht mehr brauche, im Internet. Ballast abwerfen, Überflüssiges loswerden. Ich lese, pflege meine sozialen Netzwerke genauso wie vor Corona, knüpfe Kontakte und treffe mich einzeln mit Leuten. Ich gehe mit Leuten und deren Hunden Gassi, obwohl ich selbst keinen Hund habe. Aber es gibt keinen Ersatz fürs Reisen. Keinen Ersatz dafür, Dinge zu erleben. Reisen bedeutet Perspektivwechsel. Reisen hat etwas Heilendes für mich.“

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m sich in ihren eigenen vier Wänden wohl zu fühlen braucht Nina nicht viel: „Ein gutes Buch! Ich mag Krimis, Biografien. Auf Gemütlichkeit lege ich Wert, nicht auf Design. Das Geld für teure Einrichtungsgegenstände gebe ich lieber für Reisen aus. Nur in meinem Tageslichtbad habe ich mir teure sandfarbene Fliesen mit Schirmakazien-Motiven geleistet, unter denen eine kleine Herde Impalas weidet. Mein Bad ist meine Serengeti.“ Auf Fensterbank, Fliesenboden und Wannenrand recken Dutzende gemeißelte Giraffen, Elefanten und Löwen ihre Hälse, Rüssel und Mähnen in die Höhe. Baden, umgeben von Skulpturen ihrer geliebten wilden Tiere, ist für die Weltreisende Heimat: „Ich mache mir’s gerne in der Wanne gemütlich, ganz ohne Schaum und künstliche Duftstoffe. Das hat etwas Ursprüngliches, es ist warm, wie in einem Kokon. Baden ist sozusagen mein Cocooning. In Hotels würde ich nie in eine Badewanne gehen. Ein Bad nehmen, das ist für mich daheim.“ In der Welt zuhause Zuhause jedoch fühlt Nina sich überall da, wo sie willkommen ist: „Wenn ich bei Leuten eingeladen bin, Gast sein darf. In dem Moment, wo ich in den Ablauf integriert bin, fühle ich mich zuhause. Ob

„Persönliche Dinge machen eine Wohnung besonders.“ Holzskulpturen von einem Künstlermarkt in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo

Nina Sedano

1.121 Welterbestätten besuchen Auf Nina Sedanos To-Do-Liste stehen noch die UNESCO-Welterbestätten, von denen es 1.121 weltweit gibt. Fast die Hälfte davon hat sie schon besucht, natürlich auch alle 46 in Deutschland. Diese Frau kriegt von unserem schönen blauen Planeten einfach nicht genug: „Auf Reisen bleiben Alltagsprobleme in Frankfurt. Ich bin im Hier und Jetzt, konzentriere mich auf das Wesent­ liche: Was will ich sehen und erleben? Wo essen, wie übernachten?“ Von jeder Reise kommt sie gelassener, glücklicher und innerlich reicher zurück. Was wird sie tun, wenn die Pandemie noch länger andauert? Nina: „Zuhause bleiben war noch nie eine Option für mich. Ich liebe Pferde und könnte mir vorstellen, alle Reiterhöfe der Region zu sammeln, mich aufs Pferd zu schwingen und zu reiten. Raus, in die Natur! Reisen und Reiten sind die beiden Dinge, die mich erfüllen.“ Hört sich nach einem tollen n Plan B an. 

Brasilien: Nina in den Wanderdünen des Nationalparks Lençóis Maranhenses

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Geschafft! Nach seiner temperamentvollen Kochsession präsentiert Breiter das Menü.

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Prominente am Herd ­– zu Gast bei Veranstalter Bernd Breiter

KNOBLAUCH, KAMPFKUNST, KAVIAR Kerzenlicht flackert, Beats wummern. Gerade so laut, dass man sich noch unterhalten kann. Private Küchenparty bei Bernd Breiter, dem Erfinder von Big City Beats World Club Dome in Hanau. Eine Atmosphäre zwischen Clubbing, Romantik, Showcase und Stehempfang mit seinen Freunden, wie Unternehmer Mao Lal und Model Farahnos Dehkonova. „Ich hasse gedeckte Tische“, stellt der Gastgeber klar. „Ich liebe es, wenn alle um die Kochinsel versammelt sind, sich unterhalten und zu satten Beats tanzen.“ Text: Kitti Pohl Fotos: Holger Peters

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ernd Breiter hasst es, Essen vorzubereiten. Als die Gäste eintreffen, verliert sich auf der Kochinsel gerade mal eine Knoblauchknolle, ein Schneidebrett aus Holz und ein japanisches Kochmesser aus extrahartem Damast-Stahl, „der Stahl, aus dem die Samurai-Schwerter sind“, so Breiter. Club-Musik ertönt, italienischer Lugana schimmert in den Gläsern. Gespannte Erwartung. Bevor er jedoch zum Herd schreitet, gönnt Breiter sich erstmal eine dicke Zigarre auf der Terrasse. „Ich koche gern relaxt“, sagt der Event-Veranstalter und bläst genussvoll einen Rauchkringel in die Luft.

Kochen als Kampfkunst Kaum hat er eine Viertelstunde später jedoch die Schürze umgebunden, ist Action pur angesagt. Kochen, das ist seins, das spürt man sofort. Die Präzision, mit der er Knoblauch­ zehen in exakt gleichgroße Mini-Stückchen hackt und sie in Sekundenschnelle mit der Messer­b reitseite zum saftigen Häufchen drückt, könnte er in einem Kampfkunst-Kurs gelernt haben. „Wartet erstmal ab, bis ich den Messertanz mache!“, lacht der Gastgeber und  dreht die Beats lauter.

Bernd Breiter schwört auf Küchenmesser aus Samurai-Stahl.

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eine Liebe zum Kochen hat Breiter vor 20 Jahren entdeckt: „Ich bin Autodidakt. Habe nie einen Kochkurs besucht oder ein Kochbuch besessen. Durch meine Veranstaltungsreihe ‚Club Kitchen‘ kenne ich aber Leute wie Tim Mälzer und Frank Rosin, von denen ich viel aufschnappe.“ Zack, zack, zack zerkleinert er drei Zwiebeln: „Frank Rosin, den ich ganz gut kenne, hat mal zu mir gesagt: Pass auf, wenn du ein Steak machst, dann gebe danach noch ein bisschen Butter drauf, dann etwas Öl und einen Tropfen Zitrone. Das habe ich ausprobiert. Das Resultat war unglaublich! So kam eins zum anderen. Unverkrampft, spontan und intuitiv.“ Pause, dann: „Ich hasse es auch, wenn mir jemand beim Kochen hilft!“ Nur nach Gefühl Seine Knoblauchpaste, di e er m i t orden t li c h Meersalz gepimpt hat, gibt Breiter in einen schweren Steinmörser. Vo n p r a l l e n B ü n d e l n Petersilie, Basilikum und Koriander reißt er zwei volle Hände ab: „Ohne frische Kräuter geht bei mir nichts“, sagt er, während er alles mit dem Stößel zu einem grünen Brei zerdrückt. Nichts wird abgemessen oder abgewo g en. B ernd Breiter kocht nach Gefühl, nicht nach Rezept. Hier ein üppiger Schuss Olivenöl, da eine lässig mit der Hand ausgequetschte Zitronenhälfte, ein Schuss Balsamico Crema, eine großzügige Prise Fleur de Sel – fertig ist die

Während Bernd die Zucchini salzt, tanzt sich Mao Lal in Stimmung.

„Ich hasse es, wenn mir jemand beim Kochen hilft.“

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Mao Lal (CEO Bitson) und Model Farahnos Dehkonova amüsieren sich, Breiter kämpft mit der Pilzpfanne.

Der Kaviar von Breiters russischen Freunden

Salsa Verde, die später zu den Rumpsteaks serviert werden soll. Einige Spritzer kommen jetzt schon über die Käsewürfel und den Prosciutto, die Breiter auf einem Brett als Amuse Gueule anrichtet. Scusi, Bernd – Käse VOR dem Essen? „Natürlich. Warum denn nicht?“ Los Leute, aufessen! In der Pfanne zischt das Olivenöl, Bernd lässt frische Salbeiblätter reinregnen. Nach zwei Minuten sind sie kross frittiert. Ganz vorsichtig hebt er sie heraus, denn Salbeichips brechen schnell. Meersalz drüber. „Dieser Duft! Ich sterbe!“, seufzt jemand in einer Ecke der Küche. Bernd klatscht in die Hände: „This drives me crazy! Los, Leute, aufessen! Sonst mach’ ich nicht weiter!“ Im Nu ist alles verputzt.


Kurz drauf gibt der Gastgeber Löffelchen für Löffelchen echten russischen Trojka Kaviar vom sibirischen Stör reihum auf hingestreckte Handrücken. „Zeigt her eure Fäuste! Wo sind die Hände?“ Mit Genießermiene lassen die Gäste die köstlichen schwarzen Perlen zwischen Zunge und Gaumen zerplatzen. Bernd treibt die Freunde ebenso an wie die ständig wummernden Beats: „Die Dose wird leer gemacht, bevor es weitergeht! So hab’ ich das von meinen russischen Freunden gelernt! Welcome to Bernie’s Privat Club Kitchen in da House, yeah!“ Die Stimmung steigt. Geheimwaffe Sauce Bernd hat unvermittelt zwei prachtvolle Schwertfisch- und Lachs-Filetstücke aus dem Kühlschrank gezaubert. Mit Schmackes kommt Meersalz und Petersilie drüber, ab in die mit Olivenöl erhitzte Pfanne. Über dem dampfenden Fisch lässt Bernd mit großer Geste die obligatorische italienische Pfeffermühle aus Holz kreisen. Den Lachs brät er nur kurz an, damit er innen roh bleibt, und seziert ihn dann – Obacht, Messerkunst! – hochkonzentriert in hauchdünne Streifen: Voilà, haus­ gemachtes Sashimi! Die blitzende Klinge fährt in das Schwertfischstück, das in einer gefühlten Nanosekunde in mundgerechte Würfel fällt. Die Sauce zum Fisch ist ein Gedicht, ihre Rezeptur ein Geheimnis: „Bernie B’s Magic Sauce ist meine Geheimwaffe. Eine Eigen­ kreation. Keiner konnte bisher widerstehen.“ Wir auch nicht. Cheerleader am Herd Es macht Spaß, Bernd Breiter beim Kochen zuzuschauen. Impulsiv, wenn er unvermittelt Lauchzwiebeln und Korianderbündel wie Pompons durch die Luft wirbelt: „Ich wollte immer mal Cheerleader sein!“ Fokussiert, wie in Trance, wenn er Haut vom Lachs löst. Um dann ein argentinisches Rumpsteak von satten zwei Kilo zärtlich wie ein Baby in den Armen zu wiegen und dann kräftig mit Pfeffer, Meersalz und Olivenöl einzureiben. „Kochen ist rabiat!“, ruft er plötzlich mit gespielt wütender Miene und rupft die Petersilie, dass die Blättchen nur so fliegen. Im Rhythmus der Beats schält der Mann Zucchinis, schneidet sie der Länge nach in Streifen, salzt, pfeffert und träufelt Olivenöl drauf.

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eschnittene Salatherzen, Pinienkerne natur und getrocknete Aprikosen fliegen zielgenau in eine S chüssel. Staudensellerie wird kleingehackt, während die in Streifen geschnittenen Kräuterseitlinge in Olivenöl ausgebraten und Austernpilze darüber gestreut werden. 

Mixed Salad mit Pinienkernen und getrockneten Aprikosen

Bernie’s Private ClubKitchen-Menü

Surf ’n’ Turf mit Rumpsteak und Garnelen

AMUSE GUEULE – Knusprige Salbei-Chips mit Meersalz – Drei Sorten Bergkäse – Prosciutto mit Honig-Senf-Sauce VORSPEISE – Duett von Lachs und Schwertfisch – Sashimi bei 400 Grad einseitig angeröstet an Bernie B’s Geheimsauce – Trojka Kaviar vom sibirischen Stör WEINEMPFEHLUNG Santi – „Folàr“ Lugana DOC 2018 (C&C Großmarkt) HAUPTSPEISE – Atlantik-Garnelen (Wildfang) – Argentinisches Rumpsteak mit Salsa Verde und Pilzgemüse – Mixed Salad mit Bernies Senfdressing an Pinienkernen und getrockneten Aprikosen – Gebratene Zucchini mit frischen Kräutern – Avocado-Scheiben mit Meersalz, Pfeffer und leichter Zitrusnote WEINEMPFEHLUNG Speri – Amarone DOCG Classico Sant’Urbano 2016 (Piero Massi Selektion) Duett von Lachs und Schwertfisch mit Salsa Verde

„Kochen ist Intuition, genau wie Musik machen.“


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s zischt, als Bernd sein volles Glas Lugana unversehens in die Pilzpfanne schüttet, die duftend vor sich hin schmurgelt. Breiter packt den Pfannenstiel mit beiden Händen, wirft tänzelnd die Pilze in die Luft. Bei jedem Auffangen landet Inhalt zischend auf der rotglühenden Herdplatte. Man muss schmunzeln: Beim Pfannenwenden hat der Mann auf jeden Fall noch Luft nach oben! Mao Lal macht Selfies, Farahnos tanzt, die Gäste amüsieren sich. Salatsauce geschüttelt, nicht gerührt Die Salatsauce – lässige Routine für Breiter: Verschiedene Senfsorten, Zitronensaft, Knoblauchpaste, Honig, Kräuter und Gewürze

Es ist angerichtet!

fliegen in ein Einmachglas, Deckel drauf. Er schüttelt das Dressing im Glas wie einen Martini im Shaker, showmäßig wie ein Barkeeper. „Hmmm, Alter!“, rollt er beim Abschmecken die Augen. Auch wir naschen und geben uns ganz der angenehmen Schärfe hin, die langsam durch die Nase hinter die Stirn kribbelt. Noch ein Klacks saure Sahne und ein Schuss Marsala in die Pilzpfanne, dann tanzt der Hausherr durch die Terrassentür nach draußen zum Grill. Zwischen brutzelnden Wildfang-Gambas aus dem Atlantik, Rumpsteaks und ZucchiniStreifen fauchen Flammen empor. Grillmeister Bernd ist ins Wenden vertieft und nicht mehr ansprechbar. Der Koch isst nichts Kurz drauf schmelzen Butterstückchen auf saftigen Steaks. Vier Stunden sind wie im Flug vergangen. Sichtlich ausgepowert und happy richtet Bernd Teller mit Rumpsteaks, Gambas, Zucchinistreifen, Pilzgemüse, Avocado-Scheiben, Ajvar (türkische Paprika-Würzpaste) und Salat an: „Surf ’n’ Turf at its best!“ Nur nicht für sich selbst: „Hab’ zu viel probiert, keinen Hunger mehr.“ Da lässt er lieber seine Finger über die Klaviertasten fliegen, improvisiert von gefühlvoll bis rockig. Wir staunen. Dabei ist es so leicht: „Kochen ist Intuition, genau wie Musik machen. Es kommt einfach aus mir heraus.“ Einfach so. n

„Von Tim Mälzer und Frank Rosin habe ich viel aufgeschnappt.“

Bernd Breiter zaubert am Grill

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DER GEISENHEIMER ROTHENBERG W I E D E RG E B U RT E I N E S K U LT W E I N S Von KRISTINE BÄDER Foto ALEX HABERMEHL

„Vor dem Fund der Karte hatte niemand den Rothenberg auf dem Schirm, danach aber hätten wir die Fläche mit Sicherheit nicht mehr kaufen können.“ TOM DRIESEBERG / Weingüter Wegeler

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Fotos: Alex Habermehl; Wegeler

s war eine kleine Sensation, als der Tre Torri Verlag im März 2011 eine Entdeckung präsentierte: FINEAutor Daniel D eckers hatte im Magazin der Hessischen Landesbibliothek in Wiesbaden die älteste Lagenkarte der Welt entdeckt. Die „Weinbau-Karte des Nassauischen Rheingaus“ datiert aus dem Jahr 1867 und unterteilt die besten Lagen des Rheingaus in zwei Klassen. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Je besser die Qualität der Weine, die aus den jeweiligen Weinbergen kamen, desto höher die erzielten Erträge und deren entsprechende Besteuerung. Die Karte hielt einige Überraschungen bereit. Eine der größten dürfte die Zuordnung der Steillagen des Geisenheimer Rothenbergs in die höchste Klasse der Lagen sein. Damit bewegte er sich schon vor mehr als 150 Jahren auf Augenhöhe mit Lagen wie Schloss Johannisberg, Steinberg, Marcobrunn und Gräfenberg. „Vielleicht hatten wir dieses Potenzial erahnt“, schreiben die Weingüter Wegeler auf ihrer Internetseite. Schon in den 1980er Jahren hatte das Weingut gut fünf der heute etwa sechs als VDP.Große Lage klassifizierten Hektar im Kernstück des Rothenbergs gepachtet. Ende 2010 konnten die Weingüter Wegeler den Großteil der Lage schließlich kaufen. Nur vier Monate später erlangte die Lage mit der Veröffentlichung der alten Lagenkarte neuen Ruhm.

„Vor dem Fund der Karte hatte niemand den Rothenberg auf dem Schirm, danach aber hätten wir die Fläche mit Sicherheit nicht mehr kaufen können.“ Taunusquarzit und roter Tonschiefer prägen den Boden und färben den Rothenberg in der charakteristischen rötlichen Farbe. Ob von dieser Färbung auch der Name des Rothenbergs abgeleitet wurde, ist nicht ganz eindeutig – möglich wäre auch die Herkunft vom Wort roden im Sinne von urbar machen. „Unsere Reben stehen in dem steilen, qualitativ besseren Teil. Dort wachsen sehr mineralische Rieslinge, die eine knackige Säure haben. Und die Bedingungen für wunderbare Trockenbeerenauslesen sind dort perfekt“, erklärt Tom Drieseberg. Mit dem Jahr 2000 haben die Weingüter Wegeler „eine Offensive im Bereich edelsüßer Weine“ gestartet, so Drieseberg. Eine Offensive, die schnell mit Superlativen aufwarten konnte: Unglaubliche 340 Grad Oechsle wurden im Jahr 2011 bei einer Trockenbeerenauslese gemessen und auch in den Jahren 2003, 2005 und 2007 knackte der gemessene Zuckergehalt die 300-Grad-Grenze. Den ersten trockenen Riesling aus dieser Lage füllten Tom Drieseberg und seine Frau Anja Wegeler-Drieseberg mit dem Jahrgang 2009: einen Wein, der mit „Fülle und Wucht“ überzeugt. n

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Brotbacken mit Sauerteig ist wie Spontangärung beim Wein: eine uralte, ursprüngliche Methode, die beinahe verloren ging und heute Trend ist. Was die beiden ebenfalls vereint: Es ist keine Qualitätsgarantie. Minderwertige Trauben werden durch wilde Hefen ebenso wenig zu gutem Wein wie schlechtes Mehl durch Sauerteig zu großartigem Brot. Von URSULA HEINZELMANN

Doch was bedeutet Sauerteig eigentlich? Oder noch grundlegender: Was ist Brot? Ein Gemisch aus Mehl, Wasser und Salz, eine Art Weiterentwicklung der Grütze vergangener Zeiten. Hält man die etwas flüssiger und lässt sie eine Weile stehen, dann beginnt sie durch die allgegenwärtigen wilden Hefen zu gären und wird zu Bier, dem flüssigen Brot der Bayern. Knetet man Mehl unter das noch embryonale Bier und bäckt das Ergebnis, dann verwandelt es sich in Brot, und tatsächlich ist das Wort Brot etymologisch eng verwandt mit „brauen“ und „brodeln“.

10.000 Jahre Backkultur

Vom Getreidebrei zur Bäckerzunft

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10.000 v. Chr.

8.000 v. Chr.

4.000 v. Chr.

Beginn des planmäßigen Ackerbaus und der Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit. Ur-Weizen wie Einkorn und Emmer werden im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris angebaut, dort wird auch der Beginn des Brotbackens – als gebackener Getreidebrei und flache Fladen, da noch keine Triebmittel zum Einsatz kamen – vermutet.

Mahlsteine sind essenzielle Werkzeuge, um das Urgetreide zu zerkleinern. Da sie oft aus weichen Steinen bestehen, die sich beim Mahlen abnutzen, enthält das so erzeugte Mehl auch einen größeren Anteil an Stein und Sand. Daraus angerührter Getreidebrei hat einen äußerst negativen Effekt auf die Zähne. So haben Bettler und Könige gleichermaßen starke Zahnprobleme.

Anhand archäologischer Funde lässt sich der Einsatz von Backtriebmitteln – die Urform des Sauerteigs – bis ins alte Ägypten zurückverfolgen. Dabei ist die Entdeckung des Ur-Sauerteigs vermutlich dem Zufall zuzuschreiben. Fermentierter Getreidebrei, wie er auch fürs Bierbrauen verwendet wird, zaubert aus den flachen Fladen Brote mit einer lockeren Krume und säuerlichem Aroma. Um etwa 2500 v. Chr. werden Sauerteige planmäßig zur Lockerung eingesetzt.

Foto: Anne Landwehr /Tre Torri

Das Geheimnis des Sauerteigs


Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

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Sauerteig ist eine Verfeinerung der oben beschriebenen Methode. Dabei werden nicht nur wilde Hefen aktiv, abhängig von Temperatur und Zeit bilden sich auch Milchsäure- und Essigbakterien neben allen möglichen anderen geschmacksaktiven Komponenten. Die Alternative zum sorgfältig kultivierten Sauerteig, der von Backtag zu Backtag weitergezogen wird und zwischendurch durch regelmäßiges Füttern bei Laune gehalten werden muß, ist reine Hefe, anfänglich ein Nebenprodukt der Bierbrauer und Brenner.

Diese Kickstartmethode wird traditionell vor allem für Weißbrot und Brötchen verwendet, weil die ohne die Milchsäurebakterien feiner und „süßer“ schmecken. Backt man damit Brot, fehlt jedoch oft die geschmackliche Komplexität.

Bei „Zeit für Brot“ hat das Bäckerhandwerk noch Tradition. Gründer Björn Schwind zeigt uns, was ein echtes Brot braucht: Beste Zutaten, Sorgfalt und vor allem Zeit.

Und die Bekömmlichkeit. Denn erst bei einer langen, langsamen Gärung, klassisch in drei Stufen, werden alle Inhaltsstoffe der Getreide „aufgeschlossen“ und für den menschlichen Organismus verträglicher (inklusive dem Gluten!), Mineralstoffe wie Magnesium und Zink überhaupt erst verfügbar. Sauerteigbrot ist nicht probiotisch, weil die im Sauerteig aktiven Mikroorganismen beim Backen absterben, aber es ist präbiotisch, weil es unsere eigenen Mikroorganismen nährt. Und was stellt nun die Qualität des Endprodukts sicher? Richtig gutes Mehl. Aus möglichst ursprünglichen Sorten, schonend gemahlen, in seiner Gesamtheit genutzt – und dann langsam und lange vergoren. Wie beim Wein. n

800 v. Chr.

450 v. Chr.

171 v. Chr.

Das älteste erhaltene Kleingebäck Europas, der Spitzwecken von Ovelgönne, wird 1952 in Niedersachsen entdeckt. Ob das verkohlte Brötchen überhaupt zum Verzehr gedacht war oder aus rituellen Gründen gebacken wurde, lässt sich bisher nur vermuten. Essbar war es jedenfalls nicht – es war nicht nur verkohlt, sondern enthielt auch Metallteile. Auf 713 v. Chr. sind die ältesten Funde nördlich der Alpen datiert, die den Einsatz von Hefeteig zur Brotherstellung nachweisen.

Die Entwicklung von Wassermühlen im antiken Griechenland ebnet den Weg zu einer effizienten Produktion größerer Mengen an Mehl. Die zeit- und kraftsparende Erfindung ermöglicht die Weiterentwicklung des Brotbackens. Die Sauerteigführung wird verbessert und Teige durch Zugabe von Milch, Eiern, Honig, Früchten und Gewürzen verfeinert.

Die Kunst des Brotbackens kommt im Laufe der Jahrhunderte von Ägypten über Griechenland zu den Römern, die die industrielle Produktion von Brot perfektionieren. Für die schnell wachsende Bevölkerung Roms ist Brot ein Grundnahrungsmittel, dessen Produktion von kommerziellen Backstuben übernommen wird. Das Geschäft mit dem Brot konnte dabei äußerst lukrativ sein, wie das pompöse Grabmal des Eurysaces in Rom vermuten lässt. Die letzte Ruhestätte des Großbäckers, die er für sich und seine Frau errichten ließ, weist viele Symbole seines Handwerks auf. Seine Asche ließ er standesgemäß in einer Urne in der Form eines Brotkorbs beilegen.

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perfekte Sauerteig Selbstverständlich: Sauerteig kann man kaufen. Zumindest in trockener Form. Man kann ihn aber auch selbst machen. Das ist übrigens deutlich einfacher, als man denkt: Mehl und Wasser, mehr bedarf es nicht am Anfang. Im Anschluss braucht es: Geduld. Los geht’s. Eine Hand voll, das sind ca. 100 Gramm (mehr oder weniger davon ist auch in Ordnung!), Roggen-, Dinkel- oder Weizenmehl (Typ 1050 oder 1150) mit so viel lauwarmem Wasser in einer Schüssel sehr gut verrühren, dass der flüssige Brei die Konsistenz eines Waffelteiges hat. Mit einem Tuch abdecken und der Rest ist Warten. Sauerteig hat es wie die meisten Lebewesen gern warm. Am besten steht er also im Winter auf einem angestellten Heizkörper (eventuell einen Teller oder eine größere Schüssel unterstellen, für den Fall, dass der Sauerteigansatz „hyperaktiv“ ist und überläuft) oder im Sommer bei entsprechenden Temperaturen auch so in der Küche. Jeden Tag gibt man eine knappe Hand voll neues Mehl dazu, und rührt den Ansatz mit lauwarmem Wasser wieder gut durch, dass er gerade wieder eine waffelteigartige Masse wird. Insgesamt vier bis fünf Tage so verfahren und zusehen, wie der Getreidebrei anfängt zu gären – je nach Bakterienvorkommen kann es ordentlich blubbern – und er schließlich sauer wird. Letzteres lässt sich sehr gut riechen, „weinig“ sollte er duften.

Verfärbt sich der Brei, beginnt zu stinken oder lediglich streng nach Essig zu riechen, muss man leider guten Mutes von Neuem beginnen (oder sich doch beim Bäcker seines Vertrauens eine stabile Sauerteigkultur besorgen). In der Regel klappt der Sauerteigansatz jedoch problemlos, sodass nach etwa fünf Tagen ein perfektes Anstellgut vorhanden ist (so heißt der Sauerteig ab sofort, weil man immer nur ein bisschen davon für den Vorteig abnimmt). Mehrstufig geführte Sauerteige sorgen, wie sich leicht erklären lässt, für einen noch intensiveren Geschmack. Aber selbst ein einstufiger Sauerteig, der circa 16 bis 24 Stunden Zeit hat zu reifen und dabei an Volumen zunimmt, leistet einen kräftigen Beitrag zu ordentlich Aroma im Brot. n

EINSTUFIGE SAUERTEIGFÜHRUNG Anstellgut – Vollsauer (Reifezeit ca. 16 bis 24 Stunden bei etwa 25 bis 28 °C) – Brotteig Da der Sauerteig in dieser einstufigen Führung nur Säure- und Aromastoffe bildet, benötigt er zusätzliche Triebkraft in Form von Hefe. Vorteil: geringer Zeit- und Arbeitsaufwand. ZWEISTUFIGE SAUERTEIGFÜHRUNG Anstellgut – 1. Stufe Grundsauer – 2. Stufe Vollsauer – Brotteig Etwas weniger aufwendig als die dreistufige Führung; ohne Anfrischsauer, der für die „eigenständige“ Hefeentwicklung sorgt, deshalb muss hier zusätzlich Hefe zum Brotteig gegeben werden. DREISTUFIGE SAUERTEIGFÜHRUNG Der Klassiker, vom Anstellgut zum Vollsauer – zeitintensiv, erfordert Erfahrung Anstellgut – 1. Stufe Anfrischsauer (5 bis 8 Stunden Reifezeit bei 25 bis 26 °C) – 2. Stufe Grundsauer (6 bis 10 Stunden Reifezeit bei 23 bis 28 °C; für Säure- und Aromabildung) – 3. Stufe Vollsauer (3 bis 10 Stunden Reifezeit bei 25 bis 30 C; für Triebkraft und optimale Säurebildung) – Brotteig Vorteil: ausreichende Säurebildung, intensiver Geschmack, lockerer Teig, sehr gute Verquellung der Mehle; bei einer dreistufigen Führung kann auf die zusätzliche Zugabe von Hefe verzichtet werden, da die Lockerung durch die Hefen im Sauerteig und die Milchsäurebakterien ausreichend ist.

10.000 Jahre Backkultur

Vom Getreidebrei zur Bäckerzunft

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55 v. Chr.

1.000 n. Chr.

1.600 n. Chr.

Während ihrer Feldzüge gegen Germanien bringen die Römer Getreidesilos und Bäckereien über die Alpen, dadurch breitet sich die Kunst des Brotbackens auch nördlich der Alpen aus.

Angetrieben durch das rasante Städtewachstum bildet sich ab dem 10. Jh. der Bäcker als freier Berufsstand heraus, die ersten Zünfte gründen sich. Die Arbeit des Brotbackens war zuvor Leibeigenen und Knechten vorbehalten und wurde auf den Höfen und in Klöstern eigenwirtschaftlich organisiert. Ob arm, ob reich, ab dem späten Mittelalter wird Brot für alle zum Grundnahrungsmittel, das streng reglementiert und kontrolliert wird. Erst mit der Entdeckung der Neuen Welt und der Einführung von Mais und Kartoffeln in Europa beginnt die Bedeutung von Brot als Grundnahrungsmittel langsam abzunehmen.

1676: Anton van Leeuwenhoek (1632 – 1723) entwickelt das erste Mikroskop. In einem Tropfen Bier bekam er 1680 die ersten Hefezellen zu sehen. Jedoch erst im 19. Jh. mit der Erforschung der Fermentation durch Louis Pasteur werden Hefezellen als lebendige Organismen beschrieben.

Fotos: Anne Landwehr /Tre Torri; Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

So gelingt der


gourmet

Gute Frankfurter Bäckereien ZEIT FÜR BROT

Die Bäckerei, die nicht zuletzt für ihre Zimtschnecken in allen erdenklichen Variationen bekannt ist, überzeugt auch bei ihrem Brot durch Qualität und Liebe zum Detail. Das spiegelt sich im Andrang der Kundschaft wider. Seit Neuestem findet man Zeit für Brot nicht nur am Oeder Weg, sondern auch in Sachsenhausen.

BÄCKEREI HANSS

Der Traditionsbäcker in dritter Generation begeistert im Brückenviertel durch große Auswahl und durch seine besonderen Spezialitäten. Von Seelen, einem langgestreckten Weißbrotgebäck, bis zu Schweizer Bürli oder Blütenbrot – hier findet jeder das Passende für sich.

BÄCKEREI KRONBERGER

Erst vor wenigen Jahren übernahm Andrea Kronberg den Familienbetrieb von ihrem Vater. Im Sortiment setzt sie weiter auf altbewährte Traditionsprodukte. Frei nach dem Motto „Qualität vor Quantität“. Neben Brot und Brötchen bietet Kronberger im östlichen Nordend auch ausgewähltes Süßgebäck an.

MEHLWASSERSALZ

In dieser Bäckerei ist der Name Programm. Mitten im Museum für Moderne Kunst dreht sich alles um das Sauerteigbrot. Dabei ist Sauerteig jedoch nicht gleich Sauerteig: Mit Geduld und Handwerkskunst werden bei mehrwassersalz aus scheinbar einfachen Rezepten wahre Gaumenfreuden.

CONFISERIE GRAFF

Bei Petite Confiserie Graff gibt es nicht nur süße Leckereien, sondern auch Brotspezialitäten. Alles wird im „Slow-Baking-Verfahren“ in Handarbeit gefertigt. Graff ist am Stammsitz in Rödelheim, im Main-Taunus-Zentrum und der Kleinmarkthalle vertreten.

VERENA GANGEL

Bei der Bäckerei Gangel in Kalbach-Riedberg gibt es das legendäre Holzofenbrot aus einem echten Holzofen. Das Familienrezept wird seit Generationen unverändert weitergegeben – unverändert gut.

DER ECHTE GAUES

Der echte Gaues, mit Filialen in Hamburg und Hannover, bietet neben einem großen Repertoire an Mischbroten auch Brötchen, Gebäck und Ciabatta-Brote an. Bäcker Jochen Gaues beliefert die gehobene Gastronomie und ist deutschlandweit bekannt. Seine Backwaren können auch bequem über den Online-Shop bestellt werden.

1.700 n. Chr.

1.800 v. Chr.

1760: Salignac entwirft die erste Teigknetmaschine. 1786: In London wird die erste Dampfmühle, die Albion Mill, errichtet, die bereits fünf Jahre später in Flammen aufgeht. Auch wenn der Verdacht der Brandstiftung naheliegt, wird die Ursache nie ermittelt. Lokale Müller und Mühlenarbeiter sehen durch die moderne Mühle ihre Lebensgrundlage bedroht, viele Windmühlen in der Umgebung müssen schließen. Daher verwundert es nicht, dass niemand versucht, das ausbrechende Feuer zu löschen. Die Ruine bleibt noch einige Jahre sozusagen als Mahnmal der Industriellen Revolution bestehen, bis sie schließlich 1809 endgültig abgerissen wird.

1833: Auf der Suche nach einem Hefeersatz entdeckt der Chemiker Justus von Liebig (1803–1873) das chemische Prinzip des Backpulvers. Das aus Natron, Stärke und Weinstein bestehende Pulver gibt es 20 Jahre später dann auch für den Hausgebrauch zu kaufen. Es ist allerdings weder lagerfähig noch geschmacksneutral. Erst das vom Apotheker August Oetker (1862–1918) Ende des 19. Jh. entwickelte Backin lässt das Pulver zur ernsthaften Konkurrenz der Bäckerhefe werden. Das anfänglich noch manuell abgefüllte Pulver ist für den Heimgebrauch konzipiert – die Menge eines Tütchens ist auf 500 Gramm Mehl ausgerichtet. 1859: Louis Pasteur entschlüsselt die Wirkungsweise von Hefen. 147


Das einfachste Brot der Welt

ZUTATEN für 1 Brot

ZUBEREITUNG

1 ofenfester Topf mit Deckel (Ø 24 cm) Backzeit: ca. 35 Minuten

Den Backofen mit Topf und Deckel auf 220 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

für den Brotteig 225 g Vollkorn- oder Dinkelmehl 225 g Weizenmehl ½ TL Salz 1 TL Zucker 350 ml Buttermilch 1 TL Natron

Die Mehlsorten mit Salz, Zucker und Buttermilch in einer Küchenmaschine ca. 10–15 Minuten zu einem glatten Teig kneten. Zum Schluss das Natron und die weiteren Zutaten zugeben und kurz unterkneten. Aus dem Teig einen runden Fladen formen. Den heißen Topf aus dem Ofen nehmen, den Boden mit etwas Mehl bestäuben, den Teigfladen in den heißen Topf geben, den Deckel aufsetzen und ca. 35 Minuten backen.

Weitere Zutaten 50 g gewürfelte Softtomaten 50 g geriebener Parmesan 2 gehakte Zweige Rosmarin außerdem: Mehl zum Bearbeiten

ZUTATEN für 6 Personen 200 g Pancetta 1–2 Rosmarinzweige ½ Baguette (etwa 200 g) 50 g Butter 1 kleines Bund Rucola 300 g Cherrytomaten 250 g Ziegenkäse

80 g entsteinte schwarze Oliven 1 Knoblauchzehe 4 EL dunkler Balsamico 6 EL Olivenöl Salz, Pfeffer 1 TL flüssiger Honig

Brotsalat

ZUBEREITUNG Rosmarinnadeln abzupfen und klein hacken. Baguette in grobe Würfel schneiden. In einer Pfanne etwas Butter zerlassen, aufschäumen und mit Rosmarin portionsweise knusprig rösten. Rucola putzen, waschen und trocken schleudern, eventuell klein zupfen. Cherrytomaten waschen und halbieren. Ziegenkäse würfeln, Oliven halbieren und den Pancetta in Streifen schneiden. Alle vorbereiteten Zutaten in eine Schüssel geben. Knoblauch schälen und fein hacken. Knoblauch, Balsamico und Olivenöl zu einem Dressing verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Über den Salat geben und etwa 15 Minuten durchziehen lassen. Eventuell nochmals abschmecken.

10.000 Jahre Backkultur

Vom Getreidebrei zur Bäckerzunft

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1.900 n. Chr.

2.000 n. Chr.

1917: Otto Rohwedder (1880 - 1960) – Sohn deutscher Einwanderer, der in Iowa aufwächst – kreiert die erste elektrische Brotschneidemaschine. Sie wird jedoch erst 1928, über ein Jahrzehnt später, in einer Bäckerei in Missouri zum automatisierten Schneiden und Einpacken von Brot verwendet. Man bezweifelt anfangs noch, dass jemand Interesse an geschnittenem Brot haben könnte. 1919: Charles Strite, ein Mechaniker aus Minnesota, beantragt das Patent für den ersten Pop-Up-Toaster. Ab 1926 geht dieser serienmäßig in Produktion und wird im Folgejahr durch die breite Verfügbarkeit von geschnittenem Brot zum Verkaufsschlager. 1986: Die Matsushita Electric Industrial Co. bringt in Japan den ersten Brotbackautomat auf den Markt.

2001: Die erste SB-Bäckerei Europas eröffnet in Düsseldorf. 2011: Das Deutsche Brotinstitut e.V. ermöglicht Innungsbäckern die Eintragung ihrer Eigenkreationen in das Brotregister. 2014: Offizielle Aufnahme der deutschen Brotkultur als immaterielles Kulturerbe in das Verzeichnis der UNESCO-Kommission. 2016: In Deutschland werden in 11.737 Bäckereibetrieben 17.874 Lehrlinge zu Bäckern ausgebildet. Auch wenn für das Bäckereihandwerk in Deutschland kleinbetriebliche Strukturen typisch sind, schreitet in diesem Segment die Filialisierung voran. So erwirtschaften 4,6 % der größeren Bäckereibetriebe 66,2 % des Gesamtumsatzes.


gourmet

Kartoffelbrot ZUBEREITUNG Die Kartoffeln schälen und auf einer Küchenreibe fein reiben. 125 ml Wasser aufkochen und über die geriebenen Kartoffeln geben. In einer zweiten Schüssel Mehl, Salz und Trockenhefe vermischen. Öl und Zucker mit den Kartoffeln vermischen, die Mehlmischung zugeben und alles miteinander in der Schüssel verkneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 5 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten und abgedeckt an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen. Nach der Ruhezeit den Backofen auf 225 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig nochmals durchkneten und zu einem runden Laib formen. Die Oberfläche mit einem Messer leicht einschneiden. Den Laib auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im unteren Drittel des Backofens etwa 25 Minuten backen. Anschließend die Temperatur auf 200 °C reduzieren und weitere 30 Minuten backen. Das Kartoffelbrot aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Aus dem Teig lassen sich auch Brötchen drehen, die als Beilage zu Suppen und Eintöpfen oder belegt zur Brotzeit eine gute Unterlage bieten.

ZUTATEN für 1 Brot

Fotos: Tre Torri Verlag

Ruhezeit etwa 1 Stunde 500 g festkochende Kartoffeln 500 g Weizenmehl Type 550 und Mehl zum Bearbeiten 1 TL Salz 1 Päckchen Trockenhefe 2 EL Olivenöl 1 TL Zucker 1 TL flüssiger Honig

Weitere Rezepte gibt es im Buch aus dem Tre Torri Verlag:

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Die

Rosa gebratene Challans-Ente

„Ente“ in Wiesbaden

Restaurantkritiker Jürgen Dollase

In der Gastro-Branche hat Jürgen Dollase einen Ruf wie Donnerhall. Deutschlands einflussreichster Restaurantkritiker zeichnet sich durch seinen eigenwilligen Schreibstil und die nahezu wissenschaftliche Akribie aus, mit der er die unterschiedlichsten Gerichte genussvoll zerpflückt. Für Top Magazin Frankfurt schreibt der äußerst unterhaltsame und polarisierende Kritiker-Papst regelmäßig als Gast-Autor. In Kooperation mit FINE Das Weinmagazin, Deutschlands bedeutendster Weinzeitschrift, entführt Jürgen Dollase Sie heute in die „Ente“ nach Wiesbaden.

K

lar, das Auge isst mit und kopflos sollte man sich dem Essen auch nicht unbedingt nähern. Aber wenn man dann in einem legendären Restaurant sitzt, das auch noch in Hochform arbeitet, geht es noch einmal ein ganzes Stück weiter mit dem Essen als Gesamtkunstwerk. Beim Gourmetrestaurant „Ente“ im Hotel Nassauer Hof mitten in Wiesbadens Kurhaus-Viertel kommt da Einiges zusammen. Seit 40 Jahren hat man ununterbrochen einen Michelin-Stern, und der erste in der Reihe der besternten Köche war HansPeter Wodarz, später als Chef von verschiedenen Dinner-Shows bekannt geworden, ein Urgestein des deutschen Kulitainments, sozusagen. Die Foodies mehrerer Generationen sehen in dem zeitlos künstlerisch-modernen Restaurant eine Mischung aus Geschichte, Geschichten, Ambiente, Kochkunst, Wein und Publikum, wie sie in Deutschland kein zweites Mal zu finden ist. Weil Kontinuität in der Gastronomie ein ganz besonderer Wert ist, wundert es nicht, dass Koch Michael Kammermeier schon seit dem Jahr 2002 hier arbeitet und seit 2006 Küchenchef ist. Er hat dafür gesorgt, dass das kulinarische Angebot der „Ente“ immer markanter geworden ist. In seinem Kochbuch aus dem Jahre 2014 präsentiert er etwas, das ihm eigentlich – bei aller Klarheit und Entspanntheit des Inhalts – einen kulinarischen Doktortitel einbringen müsste: Im Buch findet man ausschließlich Enten-Rezepte, vielfältig, dif-

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gourmet

ckende Brust ist so gut, dass man sie auch pur und ohne jede Begleitung essen könnte. Und das ist nicht alles, was es hier an ebenso ausgereifter wie präsenter Exzellenz zu bestaunen gibt. Ein Gericht wie der geschmorte Kürbis mit Kokos-Eis, Kürbiskernöl, Orangenzesten und Passionsfruchtvinaigrette besticht durch Individualität, die eine gemüsige Frische von großer Leichtigkeit erreicht. Auch der Eismeerlachs mit Räucheraal-Sandwich, DashiBeurre Blanc, Lauch und Sea Grapes (Anm.: eine auch als „Grüner Kaviar“ bekannte Alge) ist ein Ausbund an Eleganz und sensibler Produktbehandlung. Duck Tea, eisgefiltert mit Pulled Duck-Ravioli und Shisoblatt

„Die Foodies mehrerer Generationen sehen in dem zeitlos künstlerisch-modernen Restaurant eine Mischung aus Geschichte, Geschichten, Ambiente, Kochkunst, Wein und Publikum, wie sie in Deutschland kein zweites Mal zu finden ist.“ Jürgen Dollase

Michael Kammermeier

Fotos: Guido Bittner / Tre Torri

ferenziert und einfach ganz wunderbar. Und so bekommt man in der „Ente“ dann auch ein ganzes Entenmenü, auf der Basis einer Challans Freiland-Ente „Léon Dupont“ übrigens, die man als Produkt jederzeit empfehlen kann. Wer bisher Ente eher als Massenprodukt des Winterhalbjahres mit Rotkohl und Klößen kennt, wird hier jedenfalls gar nicht aus dem Staunen herauskommen. Was Kammermeier von fünf Kleinigkeiten „Ente von Kopf bis Fuß“ über die gehobelte Entenleber, den Duck Tea bis zum Ragout von der Entenkeule und der rosa gebratenen Entenbrust mit Haferwurzel, Spitzkohl, Pilzen, Amaranth, Cassis und Sellerie zaubert, ist aller Ehren wert. Speziell die durch und durch fein und wohlschme-

Man kann über die „Ente“ nicht berichten, ohne die legendäre, ausgesprochen sorgfältig zusammengestellte Weinauswahl zu erwähnen. Der seltene Mix aus besten, vor allem deutschen und französischen Weinen macht das Restaurant auch zu einem Treffpunkt anspruchsvoller Weinfreunde. Die Weinbegleitung ist heute in der Hand der talentierten Elena Hart, die zum Beispiel zum Lachs mit dem 2017er Sauvignon Blanc „Fumé“ vom Weingut Bassermann-Jordan/Pfalz einen großen deutschen Fischwein und zur Entenbrust einen 1989er Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder-Weißherbst als trockene Auslese vom Kloster Eberbach präsentiert. Der Rotwein schafft in dieser Kombination ganz klar neue Dimensionen.

Rezepte aus der Küche von Michael Kammermeier gibt es im passenden Kochbuch aus dem Tre Torri Verlag:

Fazit

Der Tagesweinkeller

Ein Essen in der „Ente“ im Nassauer Hof in Wiesbaden ist ein besonderes Erlebnis, das man nur dort realisieren kann. Speziell das große Entenmenü ist großes kulinarisches Kino, das – salopp formuliert – zu einem echten Breitwand-Ereignis werden kann, wenn man auch noch die Vorzüge des berühmten Weinkellers dazu nutzt. Michael Kammermeier arbeitet mit Stil und Konsequenz, sodass man die Frage, ob die Legende lebt, ganz einfach beantworten kann: Sie lebt nicht nur, n sie wächst weiter.

ENTE – DAS KOCHBUCH Michael Kammermeier 240 Seiten zahlr. Farbfotos 28,0 × 29,0 cm Hardcover € 49,90

Winter 2020/21 ·

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FRANKFURT

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Rebekka Ruppel und Massimo Sparaco

Cucina

Suppe aus Edelfischen – der Fond wird stilecht mit der Espresso-Kanne aufgegossen.

emozionale!

Italienische Traditionsgerichte mit Elementen der nordischen Küche modern interpretiert – diese spannende Kombination verspricht Küchenchef Massimo Sparaco in seinem ersten eigenen Restaurant, dem Tempaccio.

Auf der Liebigstraße im Frankfurter Westend gibt es unkompliziertes Fine-Dining. Die große Weinkarte birgt neben bekannten Klassikern auch den ein oder anderen Geheimtipp. Geboren und aufgewachsen am Comer See, arbei-

gourmet news

tete Sparaco zuletzt in der Villa Merton unter Chefkoch André Großfeld, den er als seinen Mentor bezeichnet. „Ich bin sehr dankbar für meine Zeit bei Großfeld, es war mir eine Ehre, von ihm lernen zu dürfen.“

Klaviertresen und Kalbsbäckchen

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Winter 2020/21 ·

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Die erste Kollektion von Vin Venture: sechs Weine von sechs Jungwinzern

In „Vin(o) Venture“ Veritas Vin Venture heißt Deutschlands erste Talentschmiede für Jungwinzer. Die Idee? Winzer-Anfänger nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern gleichzeitig mit unternehmerischem Rat zur Seite zu stehen. Investoren und Weinenthusiasten erhalten im Gegenzug wertvolle Einblicke in die Arbeit auf Weingütern. Eine klassische Win-win-Situation. Die Gründer des Mitmach-Netzwerkes Natascha Popp, Inhaberin der Unternehmensberatung „die weinräte by Wein & Rat“, und Andreas Schlagkamp, Winzer in der elften Generation, stehen für Know-How und Erfahrung. Bei einer digitalen Weinverkostung haben sich die sechs Weingüter, die dieses Jahr von der Jury ausgewählt wurden, präsentiert. Unser Favorit? Der Spätburgunder „Morgenlicht“ des Winzerpaars Freya Lichti und Alex Strohschneider.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt)

Blauer Samt, opulente Gold-Elemente und schwere Naturstein-Tische: Im Avantgarde-Stil des frühen 20. Jahrhunderts hat Pavarotti & Friends in der Heiligkreuzgasse am Gericht eröffnet. Chefin Lejla Prennushi musste das Opening Corona-bedingt zweimal verschieben, nun soll die stylish-gemütliche Location ab 8 Uhr täglich außer Samstag offen sein: mit Spiegelei und Trüffel zum Frühstück, Business Lunch und feinen Gerichten wie frischer Pasta mit Garnelen und geschmorten Kalbsbäckchen. Abends stimmungsvolle Loungemusik, wenn Corona es erlaubt: „Für Menschen, die nach dem Essen keine Lust haben zu gehen“, so Lejla. Hingucker von Interior-Designer I u l i u B a r a r : Der K lav i e r t a s t a t u r Tresen mit Blick in die offene Küche. Die stolzen Restaurantbesitzer: Lejla und Paulin Prennushi


Kleiner Koch –

große Küche

Influencerin Paulina Kurka genießt den Fischgang beim „Le Petit Chef “-Dinner. General Manager Spiridon Sarantopoulos mit dem Chef der Produktionsfirma „2 Spicy“ Dr. Fabian Schmitz

Nach Stationen in Dubai, Singapur oder London macht der „Le Petit Chef“, der kleinste Koch der Welt, auch in Frankfurt Station. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Breeze by Lebua im Keller des Frankfurter Hof können Gäste ein 5-Gänge-Menü der besonderen Art genießen: Jeder Gang wird vorab in einer aufwändigen 3D-Animation angekündigt. So wird aus dem Restaurantbesuch ein audiovisuelles

Gesamterlebnis. Bei der Eröffnungsfeier präsentierte Spiridon Sarantopoulos, Hoteldirektor des Frankfurter Hofs, drei Menüvarianten: klassisch, vegan oder für die Kleinen. Das Publikum zeigte sich begeistert vom neuartigen Event-Dinner. „Es ist auf jeden Fall ein richtiges Entertainment“, resümierte Model und Influencerin Paulina Kurka: „Man lacht, man schmunzelt.“ Dirk Würtz (St. Antony), Oliver Bock (F.A.Z.), Wilhelm Weil (Weingut Robert Weil), Verleger Ralf Frenzel (Tre Torri); Gastgeber Oliver Henrich (i-punkt) und Peter Esser (dfv).

Rosarote

Blindverkostung Rosé schmeckt auch an kalten Tagen – das bewiesen FINE Das Weinmagazin-Herausgeber Ralf Frenzel und Winzer Dirk Würtz (St. Antony) mit ihrer exklusiven Blindverkostung von 12 Rosé-Champagnern und 12 Rosé-Weinen im Wiesbadener Szenelokal I-Punkt. Los ging es für 12 Gäste am Nachmittag auf der eleganten Restaurant-Terrasse mit Champagner. Servier t zu gebratener Blutwurst auf Champagnerkraut von Chefkoch und Lokalinhaber Oliver Henrich, mundete besonders der Rosé 23ème Edition von

Champagne Krug. Extrem aufgeregt war Dirk Würtz: Den führenden Rosé-Weinen dieser Welt (wie dem 2019er Clos du Temple Gérard Bertrand) mischte er drei Eigengewächse unter. Mit Happy End. Winzer Wilhelm Weil: „Ich bin eigentlich kein Rosé-Fan, aber total begeistert.“ Würtz erleichtert: „Die Weine sind meine Babys. Ich bin stolz, wie gut sie sich geschlagen haben. Vor allem der ganz neue Wunderschön Pure kam super an.“ Zum Abschluss wurde mit einem Gräfenberg von Robert Weil angestoßen.

Nach 68 Jahren schließt das Grandhotel Hessischer Hof für immer seine Pforten. Damit natürlich auch die legendäre „Jimmy’s Bar“. Es fehle an einer wirtschaftlichen Perspektive, teilt die Hessische Hausstiftung als Inhaberin mit. Zum zehnten Mal in Folge wurde das Gourmetrestaurant Philipp Soldan mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seit mittlerweile sechs Jahren wird das Restaurant im Hotel „Die Sonne Frankenberg“ von Küchenchef Erik Arnecke geleitet. Des einen Freud, des anderen Leid: Nachdem das Vingtneuf aus der Sommerpause 2018 nicht zurückkehrte, übernimmt die Räumlichkeiten im Bahnhofsviertel die Kinly Bar. Stammgäste finden die „Bar des Jahres” somit künftig auf der anderen Straßenseite. Am Lokalbahnhof in Sachsenhausen eröffnete ein nachhaltiger Supermarkt, der komplett auf Verpackungen verzichtet. Es ist die zweite Filiale des Unverpackt-LadenFrankfurt – „Ulf“. Zusätzlich zum nachhaltigen Sortiment, das bereits aus dem Stammladen in der Altstadt bekannt ist, findet man hier saisonales Obst und Gemüse. Delikatessen im Westend: Im Januar 2021 soll auf der Ludwigstraße der Feinkostladen „Goose Garden“ eröffnen. Inhaber Patrik Bruch und Gökhan Kaba, bekannt durch ihr Catering-Unternehmen, wollen unter anderem frische Pesti, ausgefallene Salate sowie selbstgemachte Mozzarella anbieten. Das Restaurant Stanley Diamond, ab jetzt nur noch Stanley, im Bahnhofsviertel wird nachhaltiger und lokal. Auf der Karte: rustikale Gerichte mit regionalen Ingredienzen. Die Hauptzutat? Der Süßwasserfisch aus einem Gießener Zuchtbetrieb. Mit Erfolg: das Stanley wurde erneut mit 15 Punkten vom rennomierten Gault Millau ausgezeichnet. Indien kommt auf die Bergerstraße: Swaad heißt das neu eröffnete Restaurant. In den ehemaligen Räumlichkeiten des lateinamerikanischen Lokals Tukan wird ab jetzt moderne indische Küche angeboten. Weite Teile der Karte sind vegetarisch oder vegan. Cocktail-Liebhaber kommen in der hauseigenen Bar auf ihre Kosten.

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Großmutters Küche im

Tannenwald „Bei uns ist jeder willkommen, ob Wanderer mit Hund, Fahrrad- oder Motorradfahrer, Familien oder Geschäftsleute“, so lautet das Credo von Stefan Lang. Der erfahrene Gastronom hat die Traditionsgaststätte Tannenheim im Taunus, auf der Passhöhe Sandplacken unterhalb des großen Feldberges, übernommen. Lang, der ebenfalls die Lichtenberger Brauerei in Oberfranken und das Lokal SchauMahl

Tannenheim-Chef Stefan Lang und Anett Wierz

in Offenbach betreibt, setzt mit seinem dritten Standbein auf traditionelle hessische Hausmannskost – aus Großmutters Rezeptbuch. Das vom Tannenwald umgebene, gänzlich neu eingerichtete Wirtshaus besticht durch rustikale Eleganz. Die alte Eingangstür, die Decke und die Holzverzierungen wurden liebevoll aufbereitet und nehmen den Gast mit auf eine kurze Reise in die Vergangenheit.

„Die Kuh die lacht“ goes vegan leckeres, geiles Essen machen, bei dem die Leute erst im Nachhinein merken: Huch, ich habe ja gar kein Fleisch gegessen.“ Dabei setzt Wanjura neben regionalen Zutaten und exotischen Produkten vor allem auf eins: Farbe. Ob pinke Burger, rosa Tacos oder bunte Salate, es wird auf jeden Fall farbenfroh und „vunky“. Sollte sich das Konzept bewähren, will Wanjura auch die anderen drei Standorte von „Die Kuh die lacht“ auf „Vunk Food“ umstellen.

Buntes Essen, bunter Laden: Vunk Food-Betreiber Bodo Wanjura mag es fabenfroh und „vunky“.

Instagram-Star

Yummy! Nutella-Pancake mit Eis und frischen Erdbeeren

Filialleiter Baris Temizkul vor Frankfurts neuem Instagram-Trend-Café

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Die Bergerstraße ist um ein Gastro-Highlight reicher. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Mirador hat das Instagram-Trend-Café Buur aus Köln eine Filiale eröffnet. Im modern-rustikalen Stil über zwei Etagen und einen Außenbereich kommen Brunch-Liebhaber voll auf ihre Kosten: Frühstück wird den ganzen Tag und in allen erdenklichen Variationen serviert. Neben Pancakes, Rührei und Pfannkuchen stehen aber auch Burger und weitere Gerichte zur Auswahl. Da die Karte beständig wechselt, gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Zudem setzt man im Café Buur auf Kreativität: Die Gerichte werden so dekorativ präsentiert, dass sie auf Bildern besonders gut wirken. Kein Wunder also, dass es bei kleinen und großen Influencern als DER Treffpunkt gilt.

Fotos: Michael Hohmann (Top Magazin Frankfurt); Anett Wierz; Rhön Caviar; Pescaletta

Auf der Friedensstraße, direkt am WillyBrandt-Platz, wird es bunt: Vunk Food heißt das neue Pop-Up-Restaurant von Bodo Wanjura, Betreiber der Burger-Kette „Die Kuh die lacht“. Statt Fleisch-Patties und Steaks bietet der Multi-Gastronom hier pflanzenbasierte Alternativen. Dafür hat er seine Filiale komplett umgekrempelt und alle tierischen Produkte verbannt. Auf der Speisekarte finden sich vegane Burger, Würstchen auf Karottenbasis oder „Veggie Fries“. Das Konzept? „Wir wollen


Leinen Mitarbeiter Victor Chipinov sorgt dafür, dass die Störe prächtig wachsen und gedeihen.

Schwarzes Gold mitten in Hessen

Es liest sich fast wie ein Märchen: Vor  Jahren brachen die beiden Brüder Peter und Udo Groß mit einem alten, klapprigen Pick-Up in die damalige Sowjetunion auf und kamen mit einer Handvoll Störe wieder zurück. Die eleganten Tiere fanden schnell Gefallen an ihrer neuen Heimat, dem Biosphären-Reservat Rhön und wuchsen und gediehen prächtig. Heute bietet Rhön Caviar fünf erlesene Sorten der cremig-zarten Eier an, die man auch im Baders Fisch Deli in Bockenheim er werben kann. Normalerweise braucht ein Stör rund 15 Jahre bis er das erste Mal Kaviar trägt. Die Brüder Groß aber gaben den Tieren Rhön Caviar bietet fünf erledoppelt so viel Zeit. Das merkt sene Sorten der man an der Qualität: „Geduld und cremig-zarten Liebe machen den besten Caviar.“ Eier an.

los!

Das Pescaletta-Team freut sich auf die Gäste.

Ob klassischer Speisefisch, Hummer oder Austern – im Pescaletta in Wiesbaden werden Meeresträume wahr. Salvatore Cavallo, einer der erfahrensten Fischköche im Rhein-Main-Gebiet und Gründer der „Isoletta-Familie“, setzt bewusst auf eine kleine Karte, die täglich um frische Meeresfrüchte ergänzt wird. Auch individuelle Wünsche werden erfüllt: „Mit etwas Vorlaufzeit ist fast jede Bestellung umsetzbar “, so Cavallo. Neben Fischspezialitäten stehen auch hausgemachte Pasta oder Steak auf der Speisekarte. Die Pescaletta befindet sich in den imposanten, frisch renovierten Räumlichkeiten des Hansa Hotels aus der Jahrhundertwende und verfügt über eine große Außenterrasse entlang der Das Restaurant glänzt in einem Rhein- bzw. Bahnhofsstraße. neuen, schicken maritimen Look.

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Gregorelli’s

Medici

Speisekammer

Ristorante & Bar Meisengasse 12 · 60313 Frankfurt Telefon 069 – 40 32 22 16

Restaurant und Bar Weißadlergasse 2 · 60311 Frankfurt Telefon 069 – 21 99 04 94

Gehobene gutbürgerliche Küche Alt Heddernheim 41 · 60439 Frankfurt Telefon 069 – 57 38 88

So italienisch wie der Name ist auch dieses Ristorante: das Gregorelli’s im Herzen Frankfurts. Längst hat sich das große, lichte Lokal nur wenige Schritte abseits der Freßgass’ als Hotspot für Mittagspause, Afterwork-Aperitivo, Dinner und kleine oder größere Feste etabliert. Zur fantastischen Cucina mit herrlichen Antipasti, frischer Pasta, besten Fleisch- und Fischkreationen von Küchenchef Sascha Asrahan gesellen sich eine fantastische Weinkarte mit vielen offenen Weinen sowie die typisch italienische Gastfreundschaft des Teams rund um Gastronom Edoardo Gregorelli. Kein Wunder, dass Gäste auch gerne noch nach dem Essen bei einem Gläschen Vino la Dolce Vita genießen.

Auch 2020 zählt das Casual Fine-Dining-Restaurant zu den 10 beliebtesten in Deutschland: Erneut haben die Brüder Christos und Stamatios Simiakos den Tripadvisor „Travellers’ Choice Award“ in der Kategorie „Gehobene Küche“ gewonnen. Bereits seit 17 Jahren verwöhnen sie ihre Gäste im Medici mit saisonaler, kreativer Küche. Hausgemachte Pasta, Curry-Linsensuppe mit Kokos oder Salate mit mariniertem Schafskäse, Shrimps und Avocado finden sich auf der täglich wechselnden Mittagskarte. Abends lockt ein erweitertes Angebot mit exzellenten Fleischund Fischgerichten zum Candle-Light-Dinner. Vor kurzem wurden die Brüder zudem vom „Feinschmecker Magazin“ in der Kategorie „Restaurants für jeden Tag“ ausgezeichnet.

„Genießen unter alten Kastanien“ lautet das Motto der Speisekammer in Alt-Heddernheim. Nicht umsonst gilt der Garten des Traditionslokals mit rund 200 Plätzen als einer der schönsten in Frankfurt. Und auch im Gasthaus von 1740 herrscht museale Stimmung, dank der hübschen Sammlung historischer Kacheln, Kleinodien und Möbel. Gespeist wird gutbürgerlich mit Niveau – vom zarten Kalbsschnitzel bis hin zu frischem Fisch auf knackigem Gemüse. Offeriert werden zudem hessische Spezialitäten wie Handkäs’ mit Musik und Grie Soß’, aber auch Fisch- und Lammspezialitäten, Schnitzel, frische Salate und Flammkuchen. Abgerundet wird der Gaumenschmaus mit einem erlesenen Wein oder dem guten Stöffsche.

www.gregorellis.de

www.restaurantmedici.de

www.speisekammer-frankfurt.de


Ein neues, altes, wunderbares Haus Im Jüdischen Museum gibt es nach der Neueröffnung viel zu entdecken.

E Das neu eröffnete Jüdische Museum zwischen Mainufer und Schauspielhaus bereichert die Stadt um eine architektonische und kulturelle Attraktion.

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in kleines Wunder ist zu besichtigen, eine Museumssensation, ein weiterer Anziehungspunkt in der Frankfurter Kulturlandschaft. Das neu eröffnete Jüdische Museum zwischen Mainufer und Schauspielhaus bereichert die Stadt um eine architektonische und kulturelle Attraktion. Nach der Eröffnung am 21. Oktober standen die Menschen Schlange bis zur Oper. Dann kam die coronabedingte Schließung. Sobald das Haus wieder öffnet, sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Man kann hier viel lernen. Und man darf staunen über die technischen Mittel, mit denen moderne Museen heute ihre Besucher auch spielerisch erreichen. Bis das Museum wieder komplett öffnet, ist jeder als digitaler Gast willkommen, 24 Stunden am Tag. Unter www.sammlung.juedisches-

museum.de/ finden sich schon heute zahlreiche Exponate aus den beiden Dauerausstellungen mit Begleittexten. Eines Tages sollen sämtliche Sammlungsstücke online zugänglich sein. Zur Digitalstrategie gehört natürlich auch die Präsenz bei Facebook, Instagram, YouTube und Twitter. Wer sich in vier Minuten und 15 Sekunden einen Überblick über das neue, alte Museum verschaffen will, gibt bei YouTube „Jüdisches Museum Rundgang“ ein und wird dann von der Chefkuratorin Sabine Kößling sehr informativ durch die Dauerausstellung geführt. Beginnen wir die Bekanntschaft mit dem ältesten kommunalen jüdischen Museum Deutschlands in dem neuen Anbau. Der Eingang befindet sich in der Hofstraße, schräg gegenüber vom Eingang zu den Kammerspielen des

Fotos: Holger Peters; Jüdisches Museum Frankfurt

Von Peter Lückemeier


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Berliner Büros von Volker Staab gelang. „Lichtbau“ heißt der Neubau nicht nur wegen des hohen, lichtdurchfluteten Atriums in der Erdgeschosshalle, sondern auch wegen der vielen riesigen Fenster und der durchlässigen Raumfolge. Der Neubau birgt einen Vortragsraum, eine große Fläche für Sonderausstellungen (derzeit über die weibliche Seite Gottes), eine gut sortierte Buchhandlung mit Titeln rund um jüdisches Leben und ein hübsches Deli mit koscheren Speisen. Auch dieses Deli ist freundlich wie ein Café eingerichtet, eine Art stylishes Wohnzimmer. Erhellt wird es durch raumhohe Fenster mit Durchblick zum Vorplatz.

Die Bibliothek

Nicht zuletzt findet sich im Neubau die öffentlich zugängliche Bibliothek, spezialisiert auf Fachliteratur über jüdische Kultur, Geschichte und Religion. Herzlich willkommen sind hier auch die Kinder. Auf sie warten zahlreiche Comics, Romane und Graphic Novels zu jüdischen Themen. Bibliothek, Buchhandlung und das Deli für „Essen to go“ standen übrigens auch während des Lockdowns dienstags bis freitags von 11 bis 15 Uhr offen.

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ffenheit ist überhaupt einer der S c h l ü s s e l b e g r i f f e, d i e d i e s e s Ensemble aus Alt und Neu definieren. Sie drückt sich nicht nur in der Architektur mit ihrer lichten Transparenz aus, sondern auch in dem unbedingten 

Die Hausherrin: Direktorin Prof. Mirjam Wenzel im Vorhof des Jüdischen Museums. Im Hintergrund die Baumskulptur Ariel Schlesingers.

Schauspiels. Der großzügige Innenhof wartet gleich mit einem verstörend spektakulären Kunstwerk auf. Ein aus Aluminium gegossener Baum reckt sich in die Höhe. Doch in seinen Ästen steckt kopfüber ein anderer Baum, der seine Wurzeln in die Luft streckt. Das auf den ersten Blick anrührende Kunstwerk arbeitet mit zahlreichen, auch biblischen Anspielungen. Die Skulptur des jungen israelischen Künstlers Ariel Schlesinger ist meist gedeutet worden als die gleichzeitige Verwurzelung und Entwurzelung der Juden in Deutschland und in Frankfurt – die Mainmetropole war vor dem Holocaust eines der Zentren jüdischen Lebens in Europa. Was erwartet den Besucher im Neubau? Zunächst einmal beeindruckt die architektonische Sprache der Leichtigkeit, die dem Team des

Das lichtdurchflutete Atrium

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Wobei eine der wirksamsten Maßnahmen vielleicht einfach ein Besuch dieses Jüdischen Museums mit seiner Dauerausstellung ist. Der Besucher startet mit seinem Rundgang am besten im obersten Geschoss des älteren Teils. Das ist das ehemalige Wohnhaus der Familie Rothschild, 1821 am Untermainkai errichtet. Hier wurde am 9. November 1988 durch Bundeskanzler Helmut Kohl das Jüdische Museum eröffnet. Es war seither in die Jahre gekommen und strahlt jetzt in einem solchen Glanz, dass es kaum wiederzuerkennen ist.

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Offenheit ist einer der Schlüsselbegriffe, die dieses Ensemble aus Alt und Neu definieren. Sie drückt sich nicht nur in der Architektur mit ihrer lichten Transparenz aus, sondern auch in dem unbedingten Willen, in die Öffentlichkeit hinein zu wirken.

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Willen, in die Öffentlichkeit hinein zu wirken. Und das nicht nur mit den klassischen musealen Mitteln der Präsentation interessanter Schaustücke, sondern in der Leidenschaft der Vermittlung. Konferenzen, Diskussionen, Konzerte und Führungen richten sich an das Fachpublikum wie die Allgemeinheit; Kindern ist ein eigenes Programm gewidmet. Der Frankfurter Publizist Michel Friedman wird Gastgeber einer Gesprächsreihe sein, in der er unter dem Rubrum „Denken ohne Geländer“ mit Justizministerin Christine Lambrecht spricht oder mit dem Pianisten Igor Levit, der eine klare Position gegen Antisemitismus einnimmt. Auch das sonstige Programm an Fachtagungen, Panels und Publikumsveranstaltungen liest sich ambitioniert – gleichgültig, ob es in den kommenden Monaten real oder virtuell stattfinden kann. Eine wichtige Frage bleibt dabei, welche Methoden der Bildungsarbeit nachhaltige Wirkung gegen Judenhass und Menschenfeindlichkeit entfalten können. Direktorin Prof. Mirjam Wenzel im Gespräch mit Peter Lückemeier

Unverändert dagegen ist die starke Rolle der Familie im jüdischen Leben. Diesem Thema widmet sich die Dauerausstellung im ersten Stock. Sie zeichnet in zahlreichen Vitrinen, auf Gemälden und mithilfe konkreter Gegenstände die Geschichten der Franks, Sengers und Rothschilds nach – drei exemplarischen Frankfurter Familien aus sehr unterschiedlichen Zeiten. Die Rothschilds verkörpern den Aufstieg aus der Judengasse in die großbürgerliche Emanzipation. Valentin Senger und seine aus Russland stammende Familie waren als Kommunisten und Juden in der NS-Zeit doppelt bedroht. Sie überlebten mit falschen Papieren, Senger hat dieses Abenteuer in seinem Buch „Kaiserhofstraße 12“ packend geschildert. Dass die Geschichte der Kaufmannsfamilie Frank mit so vielen Original-Exponaten belegt werden kann, liegt an Buddy Elias. Er war der Cousin von Anne Frank, deren Tagebuch aus dem Amsterdamer Versteck Millionen von Menschen tief berührte. Buddy Elias und seine Frau Gerti hatten in ihrem Haus in Basel Tau-

Fotos: Holger Peters; Jüdisches Museum Frankfurt

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Rothschild strahlt jetzt in einem solchen Glanz, dass es kaum wiederzuerkennen ist.

er also den Rundgang im dritten Stock beginnt, begegnet dem jüdischen L eben in der Frankfurter Gegenwart. Hier, wie auch an vielen anderen Stellen im Museum, folgt die Präsentation dem Prinzip „Geschichte durch Geschichten“. Die zweite Etage ist „Tradition und Ritual“ gewidmet, der jüdischen Religionsausübung, ihrer Zeremonialkunst und ihrer Kultgegenstände. Der Besucher sieht sich auf einem Monitor konfrontiert mit vier Rabbis und einer Rabbinerin. Auf einem Touchpad kann er Fragen antippen, die ihm die fünf Glaubensspezialisten beantworten. Zum Beispiel „Was ist jüdisch?“, „Was ist der Schabbat?“ oder „Wann kommt der Messias?“ Dann antworten die Geistlichen, und die Antworten fallen meist recht unterschiedlich aus. Weil Judentum nicht gleich Judentum ist, weil sich orthodoxe und liberale Glaubensrichtungen und Lebensauffassungen stark unterscheiden.


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sende Gegenstände, Briefe und Fotos gesammelt, die nun in der Ausstellung vor allem die Bildungsbeflissenheit dieser jüdischen Familie dokumentieren. Möbel, Silber, Porzellan und Bücher belegen ein behaglich-wohlhabendes Lebensgefühl, aus dem die Franks durch den Rassenwahn jäh herausgerissen wurden. Im Amsterdamer Hinterhaus notiert Anne Frank am 23. Februar 1944: „Solange Du furchtlos den Himmel anschauen kannst, so lange weißt Du, dass Du rein bist von innen und dass Du doch wieder glücklich werden kannst.“ Ein Jahr später wurde sie im KZ Bergen-Belsen ermordet.

Grußkarte der vier Kinder Robert, Otto, Herbert und Leni Frank um 1895

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s gibt noch viel mehr zu entdecken im Rothschildpalais und im Neubau. Als Erstbesucher sollte man sich vielleicht einen groben Überblick verschaffen, um danach wiederzukommen und sich in einzelne Aspekte zu vertiefen. Es gibt viel auf kleinen und größeren Filmsequenzen anzuschauen und per Knopfdruck abzuhören, auch Zeugenaussagen beim Frankfurter Auschwitz-Prozess aus den 60er-Jahren oder O-Töne aus dem Protest gegen die Aufführung des Fassbinderstücks „Der Müll, die Stadt und der Tod“ 1985, als sich die Juden gegen das als antisemitisch empfundene Drama wehrten und dabei viele nichtjüdische Verbündete fanden.

Ja, es gibt viel zu lernen, zu entdecken oder wiederzufinden in diesem Museum, das seine Exponate so appetitanregend präsentiert. Gespart worden ist nicht, alles ist geprägt von einem feinen Glanz, ohne freilich Protz zu entfalten. Es hilft diesem Haus natürlich, dass es getragen wird von einem politischen Willen. Doch nicht nur die politische Unterstützung ist breit, sondern auch die gesellschaftliche. Der Förderkreis rund um den ehemaligen Oberbürgermeister Andreas von Schoeler hat engagiert dazu beigetragen, dass seit 2009 Privatleute und Unternehmen rund sechs Millionen Euro dem Jüdischen Museum zur Verfügung stellten. Zugute kommt dem Haus auch, dass seine Direktorin Prof. Dr. Mirjam Wenzel als Sympathieträgerin Zugang zu den Entscheidungsträgern und Medien findet. Wenzel fühlte sich außerordentlich geehrt, als der damalige Kulturdezernent Felix Semmelroth ihr die Aufgabe antrug. Seither brennt die gebürtige Frankfurterin für ihr Projekt. Wenn sie jemanden durch das Museum führt, kann sie kaum ein Ende finden, so begeistert berichtet sie über das Haus und dessen Schätze.

es gibt viel zu lernen, zu entdecken oder wiederzufinden in diesem Museum, das seine Exponate so appetitanregend präsentiert.

Man tut der Direktorin und ihren hoch engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahrscheinlich keinen größeren Gefallen, als dieses schöne, spannende, alte, neue, begeisternde Museum zu besuchen. Es wird nicht beim ersten Mal bleiben. n „Frankfurt am Main bei Nacht“ Ölgemälde von Hans Ludwig Katz (um 1930/33)

Dieses Aufbegehren spielte eine wichtige Rolle im Selbstverständnis der Frankfurter Juden. Sie bezogen aus der Wirksamkeit ihres Protests den Mut, sich auch künftig selbstbewusst zu Wort zu melden. Ausdruck neuer Zuversicht war ein Jahr später der Bau des Gemeindezentrums im Westend. Architekt Salomon Korn fand damals das bis heute treffende Wort: „Wer ein Haus baut, will bleiben.“ Das Museum spiegelt in der Dauerausstellung aber auch die Zweifel derer, die nach dem Massenmord lange auf gepackten Koffern saßen und immer wieder an Auswanderung nach Amerika oder Israel dachten, begleitet von schlechtem Gewissen.

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LIVE IS LIFE Ossy und Oliver undOliver Ossy Hoppe über das Feeling, das uns allen fehlt Ein Leben ohne Live-Acts war für Oliver und Ossy Hoppe bisher weiter weg als Merkur, Mars und die Milchstraße zusammen. In den 1970er-Jahren stieg Ossy Hoppe ins Konzert-Business ein, galt als Wegbereiter des Hardrock in Deutschland. Er betreute und betreut zahlreiche internationale Superstars, ob als Tour-Manager, KünstlerBerater oder Konzertveranstalter. 2017 übertrug er seine Konzertagentur Wizard Promotions seinem Sohn Oliver, der quasi im Konzertbusiness aufgewachsen ist. Wizard betreut und betreute unter anderem Nena, Kiss, die Scorpions oder auch Lady Gaga, Adele, U2, Eric Clapton, Ozzy Osbourne und Metallica. Text und Interview: Kitti Pohl Hunderttausend Menschen, eine gigantische Bühne: Wizard veranstaltet Großkonzerte auf dem Hockenheimring mit Stars wie Metallica, AC/DC und den Rolling Stones.


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Als Sohn einer berühmten Zirkusfamilie bekam Ossy Hoppe sein Faible für die Unterhaltungsbranche schon in die Wiege gelegt: Mit gerade mal fünf Jahren war der kleine Oskar der jüngste Elefantendompteur der Welt. Heute wirkt der Mann mit der weißen Mähne, den silbernen Halsketten und den rockigen Outfits wie der fleischgewordene Rock’n’Roll. Ein 70-Jähriger mit verschmitztem Lausbubenlächeln, das ihn glatt 20 Jahre jünger erscheinen lässt. Ossy hat mit den Großen der Rockmusik gearbeitet, mit Bryan Adams, Aerosmith, Deep Purple, Bruce Springsteen, Iron Maiden und den Bee Gees, um nur einige zu nennen. Vor drei Jahren hat er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, betreut aber seine langjährigen Künstler wie Iron Maiden, Kiss, Aerosmith oder auch Zucchero weiterhin persönlich: Man kennt und schätzt sich schließlich seit Jahrzehnten. Die Stabübergabe an seinen Sohn hat er nie bereut: „Als Berater bin ich bei Wizard nach wie vor tätig, aber mein Chef, also mein Sohn Oliver, führt die Geschäfte. Er hat gute Ideen, ist reflektierter und moderner als ich. Ihm war schon viel früher, im April, klar, dass wir lange keine Konzerte mehr veranstalten werden.“

Fotos: Mumpi Kuenster; Klaus Zakowski; Wizard

Top Magazin: Ossy, Oliver, hättet ihr euch jemals vorstellen können, dass Großveranstaltungen per se verboten werden? Ossy Hoppe: Abgesagte Konzerte gab es ja

immer wieder mal, wenn auch nicht oft: Wegen Lärmbeschränkungen, Beschwerden von Anwohnern oder Sicherheitsbedenken. Aber was wir gerade im Moment erleben, hätte ich mir nie träumen lassen. Das gab es für mich bisher nur in Katastrophenfilmen, aber nicht in meinem Kopf. TM: Was macht ein Konzertveranstalter, wenn es keine Konzerte gibt? Oliver Hoppe: Verschieben, neu planen, organisieren, wieder verschieben. Im Sommer gab’s mal einen kurzen Hype mit KünstlerAuftritten in Autokinos und Corona-konformen Konzerten. Das war gut und richtig, aber der Verdienst steht in keinem Verhältnis zu den Kosten: Man hat denselben Aufwand für 100 Besucher wie für 2000. Viele Veranstalter haben es trotzdem gemacht, einfach, um etwas zu machen. Jeder, der diesen Job macht, tut das aus Leidenschaft zum Event und zur Musik. Keiner von uns hatte in den letzten Monaten eine Veranstaltung, die wirklich Spaß gemacht hat.

„Für einen Künstler ist es natürlich schwer, sich vor ��� hupenden Autos zu motivieren.“ Ossy Hoppe

Entertainment im Blut: Ossy Hoppe als Knirps im Zirkus der Eltern.

Ossy: Wichtig ist, dass man als Veranstalter versucht, neue Wege zu gehen und Dinge ausprobiert. Für einen Künstler ist es natürlich extrem schwer, sich vor 500 hupenden Autos zu motivieren. Das ist einfach zu anonym, es kommt kein Feeling rüber. Für die internationalen Acts aus USA lohnt sich der Aufwand mit ihrem ganzen Tross vor stark reduziertem  Publikum sicher nicht.

Ossy und Oliver Hoppe im Wizard-Büro in Heddernheim. Die zahlreichen Goldenen Schallpatten gab es für erfolgreiche Tourneen mit Weltstars wie Adele, Elton John, Metallica, Sting, AC/DC, Bon Jovi, Deep Purple und viele mehr.

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„Die kreative Kraft, die so ein Live-Auftritt entfacht, kann ohne die gemeinsame Energie der Fans nicht entstehen.“ Oliver Hoppe

TM: Was haltet ihr von Konzerten mit Abstandsregeln? Oliver: Ein Musical, einen Singer-Songwriter oder einen eher älteren Künstler wie Elton John kann man sich im Zweifelsfall auf einem Stuhl mit Mund-Nasen-Schutz zwei Stunden lang anschauen und hat trotzdem Spaß. Bei großen Rockkonzerten funktioniert das nicht. Die kreative Kraft, die so ein Live-Auftritt entfacht, kann ohne die gemeinsame Energie der Fans nicht entstehen. Unabhängig davon sind Konzerte mit reduziertem Publikum auch wirtschaftlich nicht rentabel. Das größte Problem für uns ist seit Frühjahr die Unplanbarkeit. Im Endeffekt können wir im Moment nur auf Sicht fahren. Manche Konzerte sind schon dreimal verschoben und verlegt worden. TM: Was fehlt den Menschen ohne LiveKonzerte? Oliver: Die Leute vermissen das Zusammenkommen, die Gemeinschaft, die gemeinsame Energie. Das Loslassen und Vergessen der Alltagssorgen. Es gibt nichts besseres, um gerade in schweren Zeiten den Kopf mal freizukriegen, als mit Freunden ein geiles Konzert zu erleben. In unserem Büro rufen Leute an, die total fertig sind, weil Konzerte ausfallen. Fans von Kiss zum Beispiel, die sich wahnsinnig

Ossy Hoppe und Nena auf dem roten Teppich beim LEA Award vor der Festhalle.

auf die Abschiedstournee gefreut haben und jetzt jede Info verschlingen, ob und wann die Tour denn nun stattfindet. Wir wissen es leider auch nicht, aber die Tickets bleiben auf alle Fälle gültig.

Oliver und Ossy Hoppe freuen sich über den Live Entertainment Award in der Festhalle.

TM: Wie gehen die Künstler mit der Situation um? Haltet ihr in der Krise zu den Bands Kontakt? Ossy: Wir legen sehr viel Wert auf die persönlichen Beziehungen zu unseren Künstlern. Gerade letzte Woche habe ich mit Bon Jovi telefoniert. Er war mehr damit beschäftigt, die Daumen gedrückt zu halten, dass Joe Biden tatsächlich die US-Präsidentschaft übernimmt, als mit dem Konzertverbot zu hadern. Generell sind die Künstler realistisch, auch die Manager und Agenten. Wir reden jeden Tag mit unseren Bands. Alle wollen natürlich wissen, wie es wann endlich weitergeht. Wir haben aber leider alle keine Kristallkugel… Oliver: Die Bands warten ebenso wie wir darauf, dass es mit der Zulassung des Impfstoffs wieder grünes Licht gibt. Insgesamt sind Konzertverbote in diesen Zeiten das einzig Richtige, auch wenn es mir schwerfällt, das zu sagen. 

Ossy: Mir tun die ganzen Roadies und Techniker leid, ohne die es keine Konzerte geben kann, und die seit März kein Einkommen mehr haben. Sie leben von Tour zu Tour, machen einen knochenharten Job und landen jetzt unter der Armutsgrenze.

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Fotos: Michael Hohmann

TM: Wie lange könnt ihr wirtschaftlich noch durchhalten? Oliver: Wizard Promotions hat gut gewirtschaftet, auch wenn wir uns vom Staat im Stich gelassen fühlen. Leider findet die Lage der Veranstaltungsbranche in der Politik kein offenes Ohr. Keines der Hilfsprogramme war bisher auf unsere Branche ausgelegt. Einige unserer Mitbewerber gibt es leider schon nicht mehr.


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Popstar und Stilikone: Wizard organisierte die Tourneen von Bryan Ferry.

Oliver: Dienstleistungen sind ja der Grundpfeiler unserer Branche: Nicht wir Veranstalter stellen ein Konzert auf die Beine, sondern Fachkräfte und Experten wie Elektriker, Schreiner, Toningenieure und, und, und. Wir machen uns große Sorgen, dass die nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn es wieder losgeht. Denn die suchen sich jetzt verständlicherweise andere Jobs.

Fotos: Wizard Promotions; Matthew Becker

TM: Was ist eure erste Amtshandlung, wenn Konzerte wieder erlaubt werden?

Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker, Musikmanager Doc McGhee, Ossy Hoppe und Scorpions-Sänger Klaus Meine

Ossy: Wir werden alles geben, damit die Leute so schnell wie möglich wieder auf Konzerte gehen können, damit sie diese ganze schwierige Zeit vergessen können. Ich bin fest davon überzeugt, die Leute werden ihre Künstler feiern wie die Heilsbringer. Und die Bands werden alles geben. Das wird unbeschreiblich.

„Eine unglaublich liebenswerte und humorvolle Persönlichkeit“, sagt Ossy über Country-Ikone Dolly Parton, die er  nach fast  Jahren wieder auf die deutschen Konzertbühnen holte.

TM: Auf welchen Live-Act freut ihr euch ganz besonders? Ossy: Auf alle, besonders auf Kiss: Es wird das letzte Mal sein, dass man die spektakuläre Show der US-Hardrocker live erleben kann, sie hören nach fast 50 Jahren im Rockbusiness auf. Übrigens wird Kiss, wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, an Silvester in Dubai das größte Eventfeuerwerk aller Zeiten zünden. So etwas hat die Welt noch nicht gesehen. Es wird einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde geben. Oliver: Wenn nach diesem ganzen Entzug endlich wieder große Konzerte stattfinden können, werden alle Dämme brechen. Mal ehrlich: Wenn du sechs Monate oder länger auf deiner Bude gehockt hast, bist du total ausgehungert, willst einfach nur feiern. Wenn der Impfstoff von den Menschen akzeptiert wird, glaube ich fest daran, dass wir im Mai 2021 wieder loslegen können. Die Konzerte nach Corona werden unglaubliche, nie dagewesene Erlebnisse sein. Da können sich alle jetzt schon drauf freuen. n

„Die Konzerte nach Corona werden unglaubliche, nie dagewesene Erlebnisse sein.“ Oliver Hoppe

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Ende September erhielt der Saxofonist Tony Lakatos in Dr. Hochs Konservatorium in einer coronabedingt kleinen Feier den Hessischen Jazzpreis 2020. „Es war meine allererste persönliche Auszeichnung“, verrät der Star ohne Allüren dem Top Magazin beim Treffen im Hessischen Rundfunk. „Es hat lange gedauert. Der Preis bedeutet mir sehr viel. Das Bundesland, in dem ich seit Jahrzehnten lebe, zeigt mir seine Anerkennung.“ Interview: Thomas Zorn Fotos: Michael Hohmann

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igentlich verwunderlich, dass eine solche Ehrung so spät erfolgte. Schon lange gehört Lakatos zu den bekanntesten Jazzsaxofonisten Europas. Er gilt als Gralshüter der amerikanischen Jazztradition. Mit einmaligem Einfühlungsvermögen kann er sein Spiel mühelos US-Ikonen wie John Coltrane, Sonny Rollins oder Michael Brecker anverwandeln. Kultstatus genießt zum Beispiel das vor drei Jahren aufgenommene Album „Standard Time“ mit dem Chefdirigenten der hr-Bigband Jim McNeely am Piano, Adam Nussbaum an den Drums, Jay Anderson am Kontrabass und ihm selbst am Tenorsaxo­ fon. Das intuitive Verständnis, das die Musiker bei der Session füreinander entwickelten, berührt Herz, Kopf und Bauch.

oder drei jungen Musikern auftritt, wie vor einigen Monaten bei einem Livestream im Frankfurter Jazzkeller. „Jazz ist universal. Wenn es gut läuft, kann man durch die Instru­ mente wunderbar miteinander reden, auch wenn ein internationales Ensemble nach dem Auftritt manchmal Mühe hat, das Gespräch flüssig mündlich fortzusetzen“, meint er.

Perfektion ist nicht das Ziel Es müsse gar nicht alles passen, sagt der Wahlhesse, der seit 1993 zur hr-Bigband gehört. „Perfektion ist nicht mein Ziel.“ Jazz sei wie eine Sprache. Gerade in kleineren Formationen – Quintetts, Quartetts, Trios – komme es auf die Intensität der Kommunikation an. „Ich stehe auf Musik mit Fehlern.“ Natürlich sei der Raum für Improvisationen in einem großen Orchester geringer. „Da müssen die Abläufe schon genau aufeinander abgestimmt sein.“

Ausbruch aus der Tradition In Peking erlebte er eine Szene, die ihn an seine Jugend im kommunistischen Ungarn erinnerte. „Nach dem Konzert war es einen Moment ganz ruhig“, erzählt er. „Alle warteten auf den KP-Funktionär in der ersten Reihe. Als er dann laut zu klatschen anfing, brach ein Sturm der Begeisterung los.“

Das Bekenntnis zum Versuch, bei dem auch mal Irrtümer zu neuen klanglichen Lösungen beitragen, dürfte einige überraschen. Lakatos wird schon mal vorgeworfen, fast zu brillant zu sein. Vielleicht sollten solche Kritiker einmal hineinhören, wenn er zusammen mit zwei

Tony Lakatos hat schon viele Bühnen dieser Welt kennengelernt. Nicht nur in Europa oder in den Vereinigten Staaten, dem Heimatland des Jazz. Vor allem in Asien wächst seine Popularität. „Allein in Japan bin ich schon zwanzigmal aufgetreten“, sagt er. Das Interesse steige auch in Thailand, Vietnam, Malaysia oder China.

Lakatos lächelt listig. Die Zeit hinter dem eisernen Vorhang war auch für ihn nicht ganz leicht. Das lag weniger am ungarischen Regime, das damals als das liberalste im Ostblock galt. Es hat viel eher mit seiner Familie zu tun, die jahrhundertelang immer wieder bekannte Violinvirtuosen hervorbrachte. Roma aus alter Familie Lakatos ist Roma. Sein Vorfahr Janos Bihari unterhielt schon 1814 auf dem Wiener 


Im Frankfurter Jazzkeller tritt Tony Lakatos monatlich in verschiedenen Formationen auf. Inzwischen werden viele Konzerte auch per Facebook-Livestream Ăźbertragen.


Kongress die Staatsmänner und gekrönten Häupter mit „Zigeunermusik“. Natürlich musste auch Tony, als er sechs Jahre alt war, Geige lernen. „Ich habe es gehasst.“ Der Papa leitete eine damals in Ungarn sehr angesehene Band. Mit sechzehn teilte Tony, der damals noch Antal genannt wurde, dem entsetzen Vater mit, dass er die traditionellen Pfade verlassen und auf das Saxofon umsteigen wolle. Die große Plattensammlung mit Jazz, die seine Eltern besaßen, hatte den Jungen auf den Geschmack gebracht.

Roma und Juden würden offen benachteiligt. Die Alben, die der gebürtige Budapester mit der hr-Bigband und anderen Formationen herausbrachte, sind kaum mehr zu zählen. Die Phase des Lockdown war eine neue Erfahrung. Plötzlich wurde Musik per Livestream zum Lebenselixier für die wochenlang zu Hause eingeschlossenen Menschen. In der Reihe „Stage@ Seven“ machte die hr-Bigband zusammen mit dem hr-Sinfonieorchester Mut. Die insgesamt 59 Konzerte zwischen April und Juni wurden 1,2 Millionen mal im Netz abgerufen. „Trotzdem fehlte mir das Publikum, das uns gerade bei den Soli antreibt.“ Er habe die Zeit genutzt und zu Hause in Neu-Isenburg „komponiert und komponiert“. Inzwischen sei genug Material für eine neue CD beisammen. Er mache sich gleichwohl Sorgen. Viele freie Musiker in Deutschland und überall sonst auf der Welt hätten zu kämpfen. Nicht wenige gäben ihren Beruf auf. Hinzu komme, dass der Jazz um seine Anerkennung in der Gesellschaft kämpfen müsse. „Junge Leute zu erreichen ist komplizierter geworden. Viele brauchen keine akustische Musik mehr.“ Corona habe die Situation verschärft, besonders in den USA. „Die Clubs dort sind geschlossen, und die Plattenfirmen machen mit Jazz kaum noch Gewinne.“

Er besuchte das Bartók-Konservatorium in Budapest und machte sich sehr bald als Saxofonist einen Namen – in Ungarn wie im Ausland. Bald wurden der Gitarrist Toto Blanke und sein Ensemble „Electric Circus“ auf ihn aufmerksam. Er zog nach Paderborn, wo Blanke lebte. „Das waren schöne Jahre mit der Band.“ Dann ging er von Ostwestfalen nach München, in den 80er-Jahren das Show- und Künstler­ dorado Deutschlands. Er spielte mit unterschiedlichen Bands, unter anderem mit Chris Beier und Milan Svoboda. Er war jung und lernte auch heute noch sehr bekannte Promis aus der Münchner Schickeria kennen.

„Jazz ist keine bierernste Angelegenheit. Es fehlt bei uns manchmal ein bisschen Freiheit und Leichtigkeit.“ Tony Lakatos

Wechsel an den Main Irgendwann hatte er genug. Es zog ihn zur hrBigband nach Frankfurt, wo er „ganz ohne Probespiel“ angenommen wurde. Seit 27 Jahren kann er dort mit einer Vielzahl hochprofessioneller Musiker zusammenarbeiten. Lakatos ist dankbar, dass er die Möglichkeit besitzt, auch eigene Vorhaben umzusetzen. 2005 produzierte er das Album „Gypsy Colours“ und besann sich auf seine Wurzeln. Heute sieht er die Familientradition in einem ganz anderen Licht als in seiner Jugend. „Ich spüre die Seele, die in der Musik mitschwingt. Das gefällt mir.“ Die politische Situation in seinem Herkunftsland bedrückt ihn. Vor allem Minderheiten wie

Erneuerung durch Europa In Deutschland stehe der Jazz immer noch gut da, stellt Tony Lakatos fest. Fast jede Großstadt verfüge über eigene Jazz-Schulen. Das sei allerdings nicht nur von Vorteil. „Es fehlt bei uns manchmal ein bisschen Freiheit und Leichtigkeit.“ Jazz sei keine bierernste Angelegenheit. Dennoch glaubt er, dass aus Deutschland und Europa ein starker Impuls für die Revitalisierung des Jazz kommen wird. Die Szene mische und verjünge sich. Auch in Frankfurt, ob nun im Jazzkeller mit der neuen Cocktailbar, im Lola Montez oder im Yachtklub. Der 62 Jahre alte Tony Lakatos hat noch viel vor, zumal Livekonzerte wieder möglich geworden sind. Mit den 10.000 Euro vom Hessischen Jazzpreis möchte er die legendäre Produktion von „Standard Time“ mit einem „Volume 2“ in derselben Besetzung fortführen. Außerdem schwebt ihm vor, seine „Kompositionen aus der Quarantänezeit“ mit einem Quintett ausgesuchter Musiker – nach Möglichkeit in New York – aufzunehmen. Vielleicht könne man ja irgendwann wieder normal reisen. „Früher fehlte das Geld, im Augenblick die n Bewegungsfreiheit.“


Smart-

Home-Psycho Hendrik und Linda erfüllen sich ihren Traum: Sie ziehen in ein smartes Zuhause in HamburgWinterhude. Hier können sie alles per App steuern, fühlen sich zu jeder Zeit sicher – bis Linda eines Nachts spurlos verschwindet. Es gibt keine Nachricht, keine Hinweise. Die Polizei ist ratlos und Hendrik kurz vorm

Durchdrehen. Er fühlt sich mehr und mehr beobachtet. Zu Recht, denn nicht nur die App weiß, wo er wohnt. Mit „Die App – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.“ serviert Autor Arno Strobel seinen Lesern einen durchgängig spannenden Psychothriller. Ideal für kuschelige Wintertage unter der Wolldecke.

top selection In „Streulicht“ führt die anonyme Ich-Erzählerin den Leser Schritt für Schritt durch ihre düstere Vergangenheit: Da ist die Mutter, die sich nach Freiheit sehnte und sie zurückließ. Der trinkende Vater und blinde Großvater, die kaum sprachen und zu Messies wurden. Ihr früher Schulabbruch, die rassistischen Anfeindungen oder die Angst, erneut zu versagen. In ihrem Debütroman beschreibt die Frankfurterin Deniz Ohde mit unglaublichem Feingefühl die Ungerechtigkeiten im hiesigen Bildungssystem. Ein Buch, das berührt und mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto Stiftung ���� ausgezeichnet wurde.

Düsteres Debüt

Fotos: Hersteller

Lass dich

Poesie der PoetryHeldin Ein Video im Netz machte sie berühmt: Julia Engelmanns Vortrag „One Day“ beim Bielefelder Hörsaal-Slam wurde millionenfach geliket, ihre Poetry-Bücher wie „Eines Tages, Baby“ wurden zu Spiegel-Bestsellern. Jetzt hat sie ihr neuestes poetisches Werk veröffentlicht. In „Keine Ahnung, was für immer ist“ verzaubert sie erneut mit ihren Worten, malt Bilder in die Köpfe der Leser und trifft damit genau ins Herz. Ein Band voller gefühlvoller Gedichte, die von der Autorin auch selbst illustriert wurden.

sehen

Unser größter Reichtum ist unser eigenes Potenzial, weiß der Frankfurter Erfolgscoach und Top-Speaker Kelechi Onyele. Aber man muss es auch bewegen und investieren, damit das Leben Spaß macht. In „Du bist die Lösung“ erzählt der begnadete Hip-Hop-Tänzer von dem Geheimrezept, mit dem er seine eigene Geschichte

umgeschrieben hat: Um erfolgreich zu sein, muss man permanent sichtbar werden. Mit so simplen, aber dennoch emotionalen Stichwörtern wie „University of Life“ oder „Open Heart“ beschreibt er seinen Bildungsweg und geht dabei voll in seiner Berufung auf, Menschen zu fördern und zu inspirieren.

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IMPRESSUM Top Magazin Frankfurt Rhein-Main

Redaktion: Victoria von Ahsen (va), Sabine Börchers (bö), Steven Buttlar, Jürgen Dollase, Ludwig Fienhold (lf), Petra Greilach (pg), Michael Hohmann (mh), Peter Lückemeier (pl), Kitti Pohl (kp), Eleonore Schmidt (es), Laura Uebel (lu), Thomas Zorn (tz) Verlagsrepräsentanz: Petra Greilach, Eleonore Schmidt Fotos: Barbara Fienhold, Peter Hartenfelser, Michael Hohmann, Bernd Kammerer, Edward Park, Holger Peters, Inserenten & Hersteller Grafik & Produktion: Michael Hohmann (Top Magazin) Tami Hasselbring (Mai Communications) Hanauer Landstraße 86 · 6034 Frankfurt am Main Telefon 069 - 430 52 885 · Fax 069 - 430 52 888 Geschäftsführender Gesellschafter: Michael Ruiss (V.i.S.d.P.) Druck: Druckhaus Becker GmbH Telefon 0654 - 63 59 0 · www.druckhaus-becker.com

IVW-geprüfte Druckauflage Frankfurt Rhein-Main: Quartal /2020 (Herbst 2020), 25.000 Exemplare Aktuelle Druckauflage Frankfurt Rhein-Main: Winter 2020/21, 25.000 Exemplare. Top Magazin Frankfurt Rhein-Main erscheint viermal jährlich. Nächste Ausgabe im März 2021. Namentlich gekennzeichnete Berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Der Nachdruck von Berichten und Fotos, auch auszugsweise, ist verboten. Top �0 verantwortlich für die Seiten 99-114: Top of the Tops & Top Magazin International GmbH & Co. Verlags und Lizenz KG Wenzelgasse 28 · 53 Bonn Telefon 02 28 – 96 96 230 · Fax 02 28 – 96 96 242 E-Mail info@top-magazin.de www.top-magazin.de USt-IdNr.: DE 8  866 Geschäftsführung (V.i.S.d.P)/Anzeigenleitung: Ralf Kern · r.kern@top-magazin.de Account-Managerin : Pegah Jahanmiri · p.jahanmiri@top-magazin.de Anzeigenrepräsentanz: Frank Tolksdorf · f.tolksdorf@top-magazin.de, Eleonore Schmidt · e.schmidt@top-magazin.de Redaktion: Ralf Kern · r.kern@top-magazin.de, Online-Redaktion: Marie Kern · m.kern@top-magazin.de Layout/Gestaltung: Niels Tappe · www.kundn-werbung.de Top �0 Anzeigen-/PR’s erscheinen mit einer Auflage von über ��0.000 Exemplaren in den regionalen Top Magazinen der Standorte: Berlin · Dortmund · Dresden · Düsseldorf · Frankfurt · Hamburg Köln · München · Ruhr (Essen) · Stuttgart

Top Magazin ist ein eingetragenes Warenzeichen und erscheint in Lizenz der / verantwortlich für den Titel: TOP OF THE TOPS & TOP MAGAZIN International GmbH & Co. Verlags und Lizenz KG Wenzelgasse 28 · 53 Bonn Telefon 02 28 - 96 96 230 · Fax 02 28 - 96 96 242 E-Mail info@top-magazin.de www.top-magazin.de USt-IdNr.: DE 8  866 Geschäftsführung: Ralf Kern Assistenz der GF: Anna Jansen · a.jansen@top-magazin.de Projektleitung: Andrea Volksheimer · a.volksheimer@top-magazin.de Projektleitung Social Media: Pegah Jahanmiri · p.jahanmiri@top-magazin.de Social Media Assistenz: Marie Kern · m.kern@top-magazin.de Titel/Grafik: Stephan Förster · s.foerster@top-magazin.de Titelbildfoto �-����: www.istockphoto.com, Bild-Nr.:  Seitenbetreiber www.top-magazin.de: Top of the Tops & Top Magazin International GmbH & Co. Verlags und Lizenz KG

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Kunst

aus dem Katalog

�� Ausstellungen mit �� Künstlern realisierte der Frankfurter Kunstverein von ���� bis ����. Kunstliebhaber können die fünf Jahre jetzt noch einmal Revue passieren lassen: Beim Durchstöbern des neu erschienen Übersichtskatalogs „Perception is Reality“, der während des Shutdowns im Frühjahr entstand. Auf ��� Seiten sind die Ausstellungen und Außenskulpturen mit Texten und großformatigen Bildern dokumentiert. Zu jeder Ausstellung sind Pläne und Grundr i s s e e i n s e h b a r, i n einer Künstlerliste sind verschiedene Biografien aufgeführt.

Weltgeschmäcker Wer Doris Dörries „Die Welt auf dem Teller“ liest, kann gar nicht anders als hungrig werden: Hungrig auf knusprige Brotkrusten, Eier von glücklichen Hühnern, familiäres Miteinander bei spanischer Paella, Innehalten bei grünem Tee mit japanischen Reisbällchen und Kindheitserinnerungen an Melonen-Momente, über die die Autorin schreibt. Das hübsch illustrierte Buch vereint die kulinarischen Kücheninspirationen aus aller Welt und trägt zu einem besseren Verständnis unseres Selbst und der Welt bei, die uns umgibt.

So klingt Deutschland Sie sind Redakteure bei der F.A.Z., Musiker und seit Neuestem Co-Autoren: Martin Benninghoff und Oliver Georgie haben mit „Soundtrack Deutschland“ ihr erstes gemeinsames Buch geschrieben. Dass sie in der Welt der Musiklegenden selbst bestens vernetzt sind, kommt ihnen dabei zugute: �� spannende Interviews geben tiefe Einblicke in die Gedanken von �� Stars. Mit dabei: Peter Maffay, Urgestein Heino, Silbermond oder Felix Jaehn. Mit den Autoren sprechen sie über große Themen wie Heimat, Wiedervereinigung und Fremdenhass und darüber, wie Musik unsere Gesellschaft spiegelt.

Fotos: Hersteller

erscheint im Verlag: FourReasons Media oHG Meisengasse 28 · 6033 Frankfurt am Main Telefon 069 - 97 67 882 · Fax 069 - 97 67 883 E-Mail info@top-frankfurt.de www.top-frankfurt.de www.facebook.com/topmagazin www.twitter.com/topmagazin www.instagram.com/topmagazin


Die erste

CoronaSerie Mit „Social Distance“ ist im Oktober die erste Corona-Serie auf Netflix gestartet. In neuem Format: Es wurde Regie geführt, aber nicht vor Ort. Die Comedyserie wurde komplett in Quarantäne gedreht und zeigt Menschen, die in ihrer Isolation sowohl düstere als auch lustige Momente durchleben und kontaktlos den Kontakt suchen. Eine Idee von TV-Autorin Jenji Kohan („Orange Is The New Black“). Die Schauspieler selbst drehten die Aufnahmen in ihren eigenen vier Wänden. Im Cast mit dabei: Mike Colter („Marvel’s Luke Cage“) und Steven Weber („The Shining“, „Tote Mädchen lügen nicht“).

p dcasts SEBASTIAN KRUMBIEGEL × JOËL KACZMAREK Kunst trifft Digital Der eine ist Frontsänger bei „Die Prinzen“, der andere Gründer des Podcastslabels „digital kompakt“. Und zusammen sind sie die Stimmen hinter „Kunst trifft Digital“. Mit Charme und Neugier gehen sie der Frage nach: Wie verändern sich Berufe von Künstlern, Models und Sportlern in der digitalisierten Medienlandschaft?

MEHMET SCHOLL × MATTHIAS BRÜGELMANN Jetzt kommt Scholl Experten-Comeback: Ex-Fußballspieler und -Sportmoderator Mehmet Scholl kommentiert wieder und zwar alle großen Spiele im Podcast „Jetzt kommt Scholl“. Ob Champions League, Bundesliga, Länderspiele oder DFB-Pokal – zusammen mit „BILD“-Sportchefredakteur Matthias Brügelmann analysiert er die Spiele im Talk.

EVA KÖHLER × SVEA ECKERT She likes tech Sie sind jung, weiblich und genial: Jede Woche haben die Journalistinnen Eva Köhler und Svea Eckert eine andere Top-Expertin für IT-Themen in ihrem Podcast zu Gast. Da geht es um Chips im Kopf, Bots auf Instagram, gefakte Likes oder das Thema Selfbranding. Und: Wie die Frauen in der IT-Branche Karriere gemacht haben.

U.A. FRANK THELEN UND DR. AUMA OBAMA Greator

Formation Frauenpower �.��� Frauen, �� Länder, � Stimme. Der Dokumentarfilm „Woman“ ist ein Projekt des französischen Umweltschützers Yann Arthus-Bertrand und der ukrainischen Regisseurin Anastasia Mikova, das Frauen ein Gehör für ihre Träume und Hoffnungen schenkt. Über Tabuthe men wie Menstruation und häusliche Gewalt wird frei gesprochen. Bäuerinnen und Schönheitsköniginnen kommen zu Wort. Ungerechtigkeiten und Rechte werden thematisiert, aber auch die Stärke von Frauen wird unterstrichen. Das Ergebnis: Mitreißende, berührende Porträts, die einen umfassenden Einblick geben, was es heutzutage bedeutet, eine Frau zu sein.

Motivation, Inspiration, praktische Life Hacks – das erwartet den Hörer im Greator-Podcast. Jede Woche gibt es spannende Folgen mit immer unterschiedlichen Top-Speakern, wie Unternehmer Frank Thelen, Motivationscoach Les Brown oder Dr. Auma Obama, Journalistin und Halbschwester von Ex-Präsident Barack Obama.

LARS AMEND Auf einen Espresso mit Lars Amend Espresso trinken und über das Leben reden: Das ist, was der „Dieses bescheuerte Herz“-, „Why Not?“- und „It’s All Good“-Schriftsteller Lars Amend am liebsten macht. Vom Beststellerautor und Life Coach, der in Gießen geboren und aufgewachsen ist, gibt es regelmäßig motivierende Worte über Erfolg, Glück und Seelenfrieden.

BROOKE SIFFRINN × ARICIA SKIDMORE-WILLIAMS Even the Rich Zeit, um sich entspannt zurückzulehnen und bei einer Tasse Tee gemütlich den Geschichten von Reichen und Schönen zu lauschen. Die Co-Moderatoren Brooke Siffrinn und Aricia SkidmoreWilliams erzählen über einige der größten Familien­dynastien: von den Murdochs über die Royals bis zu den Carters (also Jay-Z und Beyoncé).

Winter 2020/21 ·

top magazin

FRANKFURT

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heavy r tation JOY DENALANE Let yourself be loved Nicht nur ein klassisches SoulAlbum, sondern eine musikalische Reise. Mit dramatisch flirrenden Arrangements, etwas Schwelgerischem und himmlischen Melodien beweist die Künstlerin ihr Können.

Ärger bei den

Royals

Das Drehbuch von Peter Morgan zur vierten Staffel von „The Crown“ sorgte für viel Aufruhr im englischen Königshaus: Diesmal geht es in der britischen Erfolgsserie nämlich um die verstorbene Lady Di. Wie sie Prinz Charles kennenlernt, Probleme mit dem Palast-Leben hat und verzweifelt versucht, sich ihre eigenen Wünsche und Träume zu erfüllen. Für RoyalFans ein Muss, denn auch in dieser Staffel passt wieder alles zusammen: die wunderschönen Kostüme, der stimmungsvolle 8�er-Soundtrack und die grandiose, authentische Besetzung.

HÉLÈNE GRIMAUD The Messenger Melancholie, Hoffnung, Trauer und Ausgelassenheit – das alles drückt die französische Pianistin mit ihrer innovativen Kombination aus Wolfgang Amadeus Mozart und Valentin Silvestros aus.

DIE TOTEN HOSEN Learning English Lesson �: MERSEY BEAT! The Sound of Liverpool

ELVIS COSTELLO Hey Clockface Nur zwei Jahre, nachdem er für sein Album „Look down“ einen Grammy gewann, gibt es ein neues Costello-Meisterstück. Mit E-Gitarren, zarten Jazztönen, einem Hauch von Kammermusik und bunten Balladen.

DIE ÄRZTE Hell Gleich �8 neue Songs präsentiert das deutsche KultPunkrock-Trio auf seinem neuen Album. Die Songtitel, wie „Ich, am Strand“ und „Achtung: Bielefeld“, klingen herrlich bescheuert und machen neugierig.

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Winter 2020/21 ·

top magazin

FRANKFURT

Furore um Fassbinder „Enfant Terrible“ ist eine Hommage an die geniale, stets polarisierende Filmikone Rainer Werner Fassbinder. Oliver Masucci spielt den berühmten Filmemacher, der als ��-Jähriger während einer Aufführung die Bühne des Antiteaters in München stürmte, die Inszenierung an sich riss und seitdem mit seinen Filmen für Furore sorgte. Regisseur Oskar Roehler erzählt episodenhaft aus dem Leben des Künstlers und lässt dabei nichts aus: Der Zuschauer sieht den genialen Regisseur, aber auch den fordernden, unerbittlichen Schikaneur, verzweifelt auf der Suche nach Liebe. Unterstrichen von einer kunstvollen Farb- und Lichtdramaturgie und außergewöhnlichen Kulissen.

Fotos: Hersteller

Der Soundtrack zu Frontsänger Campinos neuem Buch „Wie ich einmal englischer Meister wurde“. Ein schnelles Album mit �� Coverversionen, die am Ende trotzdem nach den „Toten Hosen“ klingen.


Die gehobene Alternative.....

Sonnenhof Gruppe Senioren- und Pflegeheime Hettenleidelheim – Frankfurt

Telefon 069 - 15 20 30

info@sonnenhof-am-park.de


„Wir wollen unsere Kunden nicht nur zufrieden stellen, sondern sie begeistern. Vor dem Kauf und auch danach.” Sabine und Gerhard Grohs

KÜCHEN ATELIER GROHS Katharina-Paulus-Straße 2 · 65760 Eschborn 06196 - 779 400 · info@kuechenatelier-grohs.de www.kuechenatelier-grohs.de

außergewöhnlich persönlich

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Social Cocooning – Die neue Wohnkultur | Philip Holzer – Eintrachts neuer Aufsichtsratschef | Die Zukunft der Banken | Brotzeit – Das Geheim...

Top Magazin Frankfurt, Winter 2020/21  

Social Cocooning – Die neue Wohnkultur | Philip Holzer – Eintrachts neuer Aufsichtsratschef | Die Zukunft der Banken | Brotzeit – Das Geheim...

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