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HAUS & HOF

Ulme

Traditionsreich und gefährdet Früher stand die Dorf- oder Gerichtsulme im Zentrum vieler Siedlungen, vor allem in Frankreich. Der Laubbaum wird bis zu 40 Meter hoch und 400 Jahre alt, sein Stamm im Durchmesser bis zu drei Meter dick. Allein ein Schlauchpilz, der 1918 aus Asien eingeschleppt wurde und vom Ulmensplintkäfer verbreitet wird, macht der Ulme zu schaffen. Ist der Pilz einmal in den Baum eingedrungen, trocknet dieser mit der Zeit aus. Mit der Ulme droht ein Baum auszusterben, der tief in der europäischen Mythologie verankert ist. In der Sagenwelt der Edda entsteht die Frau aus einer Ulme am Meeresufer, der Odin Leben einhaucht. Der Mann entstammt demnach im Übrigen der Esche. Damit diese traditionsreiche Art überleben kann, arbeiten Wissenschaftler an der Züchtung von pilzresistenten Ulmen. Bis zur tatsächlichen Rettung des Baums ist es aber noch ein weiter Weg. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Ulme stark an Bedeutung verloren. Bäume der Gattung Ulmus wachsen aber nach wie vor sowohl in Europa als auch in Asien und Nordamerika. Die drei bei uns bekannten Ulmen haben aber jeweils stark unterschiedliche Ansprüche an ihren Wuchsort. Früher wurde die Ulme vor allem wegen ihres Holzes angepflanzt. Besonders wichtig war Ulmenholz – genannt „Rüster“ – beim Bau von Kutschen, da es sowohl für das Wagengestell als auch für die Räder und Speichen verwendet wurde. Es gilt als hart, zäh und dauerhaft. Wegen der schönen Maserung eignet es sich auch für Furniere. Durch das Seltenwerden der Bäume kommt es im Möbelbau allerdings kaum noch zum Einsatz. 1

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KURZ-CHECK • Eines der schönsten heimischen Hölzer • Selten wegen des Ulmensterbens • Schweres, hartes und zähes Holz Die Blätter der Ulme haben eine asymmetrische Herzform.

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WOHN

Ulmenholz wird für Furniere, Möbel, Parkett sowie Deckenverkleidungen genutzt.

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