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WOHNEN & SCHLAFEN

Der Cherpai: Nicht nur Schlaf -, sondern auch Sitzgelege nheit.

Das traditionelle indische Bett ist von solchem Schnickschnack weit entfernt. Wie bei der Hängematte spielt auch hier das Thema Durchlüftung eine große Rolle. Nur dass der Charpai nicht hängt, sondern auf vier Füßen steht. Wörtlich übersetzt heißt das Bett auch genauso: „vier Füße“. Die Liegefläche zwischen den vier Füßen ist in der Regel mit Gurten oder Seilen bespannt. Diese offene Struktur verhindert Hitzestau und Feuchtigkeitsansammlungen. Außerdem ist der Charpai leicht und transportabel, teilweise sogar klappbar. Mittlerweile existieren auch modernere und komfortablere Varianten des traditionellen Betts.

der Körper eben gerade eine Ruhephase braucht. Chefs dürfen sogar während einer Konferenz wegdösen. Polyphasisches Schlafen ist im asiatischen Raum weiter verbreitet als bei uns. Es ist kulturell akzeptiert, der Schlafende gehört zum Stadtbild. Das hat auch mit dem beengten Raum, arbeitsbedingtem Schlafmangel und einer antrainierten Unempfindlichkeit gegen Lärm zu tun. Da das Nickerchen die Leistungsfähigkeit steigert, wird es vom Arbeitgeber teilweise sogar verordnet. Schlafforscher raten

zu einem maximal 20-minütigem Nap. Was darüber hinaus geht, macht nur noch müder. Das dritte Modell ist das des biphasischen Schlafs. Der biphasische Schläfer hat einen Mittagsschlaf fest in die tägliche Routine integriert. Bekannt ist vor allem die südeuropäische Siesta, die die Städte zwischen 14 und 17 Uhr lahm legt, bis das Leben in der Kühle des Abends zurückkehrt. Durch die lange Mittagspause verschiebt sich der Rest des Tages. In Spanien beginnt beispielsweise die Prime-Time im Fernsehen um 22 Uhr. Auch Geschäftses-

Schlafmodelle: Mono, poly oder bi? Dass wir nur in der Nacht schlafen, halten wir für ziemlich normal. In der westlichen Welt ist es das auch. Und es gibt dafür sogar einen Namen. Es handelt sich um einen Monoschlafphasen-Zyklus mit einer Schlafphase in 24 Stunden. Wer nicht Schicht arbeitet, hat dieses Prinzip in der Regel verinnerlicht. Der Inemuri ist im Gegensatz dazu das wahrscheinlich bekannteste Beispiel für ein polyphasisches Schlafmodell. Eine mögliche Übersetzung des japanischen Wortes lautet: „Schlafen in der Öffentlichkeit, während man offiziell etwas anderes tut.“ Die Japaner sind Meister des Nickerchens: Sie schlafen in der U-Bahn, auf der Arbeit, in der Schule – je nachdem, wann 12

WOHN

es Bild: Kein selten n Schlummer n Tokios. in der U-Bah

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