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wirtschaft

Networking

und soziales Engagement auf höchster Ebene Zur Babbelrunde Stuttgart treffen sich seit 2009 in regelmäßigen Abständen Unternehmer und Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Begegnungen dienen dem Austausch, der Information, der Inspiration sowie der Vertiefung von Geschäftskontakten – und nicht zuletzt, um Unternehmertum mit sozialen Belangen zu verbinden.

„N

o woman, no cry“: Wenn Männer sich in gemütlicher Runde zum „Babbeln“ treffen, sollte das möglichst zwanglos und ohne die „bessere Hälfte“ über die Bühne gehen. Man will ja schließlich auch mal unter sich sein und nicht jeden Satz auf die Waagschale legen müssen. Etwas salopp könnte man sagen, dass dies genau der Ansatz der Babbelrunde Stuttgart ist. Doch damit würde man der erfolgreichen Institution, die inzwischen über 300 Mitglieder zählt, keineswegs gerecht werden. Denn hinter der Babbelrunde steht weit mehr als nur ein Männertreff, bei dem Firmenchefs, Anwälte, Ärzte, Kaufleute oder Designer in exklusivem Ambiente gut essen und trinken sowie über Frauen, Fußball, das Golf-Handicap und Autos plaudern. Vielmehr verbirgt sich dahinter eine Plattform zum Austausch von Information und Inspiration – für Unternehmer, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Und die den Anspruch haben, über die Vertiefung von Geschäftskontakten hinaus das eigene Unternehmertum mit sozialen Belangen zu verknüpfen. Gestartet wurde das Projekt im Jahr 2009 von Stephan Hewel (Keller Spedition + Logistik), Mark Bezner (Olymp), Dr. Volker Gerstenmeier (Ellwanger & Geiger), Dr. Wolfgang Kuhn (Südwestbank) und Rolf Lorenz (ehemals Roth & Lorenz). Aus dem ursprünglich angedachten Namen

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„In Daba“, was in der Zulusprache so viel heißt wie „Geschäfte machen“, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen die heutige Babbelrunde Stuttgart. Zu Beginn stand die Idee, eine Art regelmäßiger Business-Treffen zu veranstalten, um die vorhandenen Netzwerke und Kontakte miteinander zu verknüpfen. „Bereits bei den ersten Veranstaltungen kristallisierte sich aber heraus, dass man gleichzeitig auch etwas für diejenigen tun wollte, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, blickt Stephan Hewel zurück. Als sinnvoll wurde zudem erachtet, auch die junge Generation in das Netzwerk zu integrieren. Die Begegnungen finden immer am ersten Montag eines Monats statt, jedes Treffen ist dabei einzigartig: wechselnde Orte, unterschiedliche Themen, leckeres Essen, interessante Gespräche – und dabei immer mit dem Ziel, etwas Gutes zu tun. Ganz nach dem Motto: „Ein Einzelner kann etwas Einfaches bewirken, viele

aber ein Vielfaches.“ Deshalb spendet jeder Teilnehmer eines Treffens mindestens 50 Euro für einen im Laufe des Abends gewählten wohltätigen Zweck. Der Betrag geht stets direkt an die ausgewählte Einrichtung – ohne jegliche Abzüge. Das kann die Vesperkirche ebenso sein wie die Tafel, eine Schule oder ein Kinderheim, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. „Ich sehe es als gesellscha f t liche Ver pf l ichtung an, dort zu helfen, wo es nötig ist – und zwar ungeachtet der eigenen Vor- und Nachteile“, umschreibt Stephan Hewel sein Anliegen. Diese „Verpflichtung“ gegenüber anderen wurde ihm bereits von seinem Vater vorgelebt. Für den Familienunternehmer, der die Kellergroup in Ditzingen bereits in dritter Generation leitet, ist es daher selbstverständlich, diese Lebenseinstellung weiterzugeben und andere davon zu überzeugen, es ihm gleich zu tun. Und wie man sieht, lassen sich immer mehr Männer von dieser Idee n anstecken.

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