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gesundheit & schönheit

top: Wie sah die Behandlung im Detail aus? Mockenhaupt: Grundvoraussetzung für „gesundes“ Laufen ist die perfekte Kombination von Kraft, Elastizität, Stabilität und Ergonomie. Deswegen haben wir zunächst auch kein Lauftraining durchgeführt. Vielmehr wurde mir erst einmal mit gezielten Übungen aufgezeigt, wo Schwächen bestehen und wie diese zu beheben sind. Nach einer eingehenden Befundung hat Robert Schmidt zusammen mit dem Trainingstherapeuten Giuseppe D’Apote ein spezielles Beweglichkeits-, Stabilitäts- und Fußtraining für mich ausgearbeitet. Im Rahmen dieses Programms – bestehend aus Physiotherapie, Osteopathie und ganzheitlichen Behandlungsmethoden – haben wir unter anderem intensiv mit den Faszien beziehungsweise dem Bindegewebe

gearbeitet, um die Mobilität zu erhöhen. Ein weiterer wichtiger Punkt war in meinem Fall außerdem die Stärkung des Rumpfes und der Gesäßmuskulatur. Schmidt: Man spricht hier auch von einem propriorezeptiven Training, bei dem die tiefen Muskeln zur Stabilisation aktiviert werden. Langstreckenläufer sind zu Beginn eines Laufes fit, nach einer gewissen Zeit lässt dann jedoch die Stabilität nach. Damit steigt die Gefahr von Verletzungen. Durch gezieltes und ausreichendes Training – im Idealfall unter therapeutischer Anleitung – kann man aber vorbeugen und den Körper wieder ins Lot bringen. Das gilt für jedermann. top: Therapeutische Anleitung kostet aber Geld, weswegen unter Umständen viele Menschen davor zurückscheuen und Gefahr laufen, im Training falsche Bewegungsabläufe einzustudieren. Mockenhaupt: Klar kostet das Geld, aber das ist es wert. Krankheit kostet sehr viel mehr. Neben regelmäßigem Training kann Prävention schließlich auch bedeuten, durch bestimmte

„Mockis“ 10-Punkte-Plan vor dem Laufen • Elastizität und Stabilität der Füße erhöhen • Beckenabduktoren trainieren • Gesäßmuskulatur aktivieren • Rumpf festigen • Brustwirbelsäule stärken • Nur ausgeruht ins Training gehen • Viel trinken • Trainings so flexibel wie möglich gestalten und immer wieder auch Sprints einstreuen • Weniger ist mehr – deshalb lieber mal eine Trainingseinheit weglassen oder kürzer laufen • Alternativeinheiten wie Radfahren oder Schwimmen einbauen

Umstände im Leben die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung zu erkennen und diese dann – für ein deutliches Plus an Lebensqualität – konsequent umzusetzen. Schmidt: Der finanzielle Aspekt steht bei den meisten unserer Behandlungen nicht im Mittelpunkt, da durch die Krankenkassen zunächst eine gute Versorgung möglich ist. Dass diese noch – wie bei Sabrina geschehen – intensiviert werden kann, n steht jedoch außer Frage.

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