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Fotos: Südwestbank

kultur

Andreas Maurer Der Künstler Terence Carr aus Nairobi zusammen mit Wolfgang Kuhn (re.) und Tillmann Damrau

Gute Synthese aus monetärer und emotionaler Rendite Als Vorstandsmitglied verantwortet Dr. Andreas Maurer bei der Südwestbank unter anderem die Bereiche Kreditcenter, Unternehmenssteuerung/Beteiligungsmanagement und Unternehmens­entwicklung. Daneben engagiert sich der 55-jährige Diplom-Kaufmann aber auch für verschiedene Organisationen und Einrichtungen im Kultur-Bereich. top magazin sprach mit dem gebürtigen Weinheimer speziell über sein Faible für die Kunst, das im Übrigen auch bei der Südwestbank sehr ausgeprägt ist. top: Herr Dr. Maurer, seit Jahren nehmen Kunstausstellungen im Veranstaltungsprogramm der Südwestbank einen wichtigen Stellenwert ein. Warum dieser Fokus auf die Kunst? Maurer: Meiner Ansicht nach steht es einer in der Gesellschaft seit über 90 Jahren verwurzelten Bank sehr gut zu Gesicht, neben „klassischen“ Sponsoringaktivitäten etwa im Sport auch im Bereich von Kunst und Kultur Präsenz zu zeigen und Akzente zu setzen. Wir laden deshalb regelmäßig zu Kunstausstellungen in unserer Zentrale in der Rotebühlstraße in Stuttgart ein. Ein weiteres Highlight sind unter anderem die sogenannten Frühstücksrundgänge, bei denen ausgewählte Kunden vor Öffnung der Staatsgalerie oder des Kunstmuseums in den Genuss einer exklusiven Führung durch die jeweils aktuelle Ausstellung kommen. Veranstaltungen wie diese sind immer auch eine perfekte Möglichkeit zum Gedankenaustausch sowie zum Netzwerken. Und diese Plattform wird sehr gerne genutzt.

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top: Wirken Sie als begeisterter Kunstsammler aktiv bei der Auswahl der Künstler Ihrer Ausstellungen mit? Maurer: Nein, das überlasse ich neben unserem Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Kuhn insbesondere unserer eigens hierfür zuständigen Kunstkuratorin, die über eine umfassende Expertise in diesem Bereich verfügt. top: Haben Sie selbst eine bevorzugte Kunstrichtung? Maurer: In diesem Punkt halte ich mich bevorzugt an Gemälde regionaler, zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler wie Susanne Ackermann, Selçuk Dizlek, Anna Ingerfurt oder Willi Siber. Einige ihrer Werke hängen auch bei mir zu Hause. top: Sie sind Vorstandsmitglied im Verein „Museums-PASS-Musées“. Was macht dieser Verein und wie kam es zu Ihrem Engagement? Maurer: Neugierig machte mich vor einigen Jahren Klaus-Dieter Rohlfs, ein ehemaliger Kollege von mir bei der BBBank in Karlsruhe. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Passes und gab mir bei

einer unserer Begegnungen den Hinweis, dass sie jemanden suchen würden, der den Verein in Stuttgart und der Region vertritt. Diese Aufgabe hat mich ungemein gereizt. Der Verein wurde im Dezember 1998 nach einer Idee der Arbeitsgruppe „Kultur“ der Oberrheinkonferenz in Basel gegründet. Den Museums-Pass selbst hat er dann im Juli 1999 eingeführt. Damit entstand der erste trinationale Museums-Pass in Europa. Mittlerweile sind dem Verein über 300 Museen, Ausstellungshäuser, Schlösser und Gärten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz angeschlossen. Der „Museums-PASS-Musées“ ist quasi die Eintrittskarte für diese Institutionen. Für rund 100 Euro jährlich erhält man ein Jahr lang freien Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen der Mitgliedsmuseen. Und bis zu fünf Kinder unter 18 Jahren können gratis mit – auch ohne verwandtschaftliche Beziehung. Allen Kulturinteressierten kann ich diesen Pass nur empfehlen. Schließlich bietet er zugleich auch die Möglichkeit, sich mit seiner persönlichen Geschichte, Kultur und Identität auseinanderzusetzen. top: Kunst ist seit Jahren schon eine attraktive Anlagealternative. Wie bewerten Sie Investitionen in Gemälde, Skulpturen & Co.? Maurer: Kunst kann als Beimischung durchaus eine Option sein. Dabei darf man sich aber nicht von einzelnen gigantischen Verkaufserlösen blenden lassen. In Sachen Wertstabilität sollte unter anderem zu den Auswahlkriterien gehören, dass der Künstler ein gewisses Renommée hat sowie in Galerien beziehungsweise Museen vertreten ist oder war. Neben dem rein monetären Aspekt erachte ich ganz persönlich die ästhetische und emotionale Rendite für wichtig. Das jeweilige Kunstwerk sollte einem also n auch gefallen.

Sommer 2017 · top magazin STUTTGART

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Top Magazin Stuttgart Sommer 2017  
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