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Ausgabe 4 | 31. Jahrgang Winter 2017/2018 | 6,– €

BOCHUM | BOTTROP | DUISBURG | ESSEN | GELSENKIRCHEN | MÜLHEIM | OBERHAUSEN

RUHR

highlight

Messe

im neuen Look kultur

Schatz im Dom

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Editorial

Editorial

FOR GENTLEMEN ONLY Chefredakteurin Katrin Kroemer

SCHWARZE KOHLE, NEUE IMPULSE UND EIN GÜLDENES ERBE Es ist wunderbar: Das TOP Magazin RUHR hat treue Fans, die uns immer begeistert lesen. Einer von ihnen hat sich nun mit einer leisen Kritik gemeldet: Wir sollen doch in diesem Editorial nicht immer erzählen, wie schön das Ruhrgebiet ist. Also verzichte ich hier auf jegliche Lobhudelei. Machen wir es doch einfach so: Wir erzählen Ihnen in dieser Ausgabe einfach nur ein paar Geschichten aus dieser Region, und Sie bilden sich am besten selber ein Urteil. Dann freut sich unser Team über Ihre Reaktion. Die erste Station auf unserer Reise durchs Revier machen wir in einer Kirche. Zugegeben: Es ist keine gewöhnliche Kirche, sondern der Essener Dom. Der beherbergt einen Schatz, der wiederum von ganz ungewöhnlichen Frauen erzählt. Den Äbtissinnen jenes Stiftes, das einst den Grundstein für die heutige Stadt gelegt hat. Vielleicht besuchen Sie das güldene Erbe von Mathilde und Theofanu selber einmal. Weil es sich allemal lohnt, auch l in die Ferne zu schweifen, haben wir uns für Sie ins Piemont aufgemacht. Dort führte uns der Essener Gastronom Daniele delle Vedove zu den Quellen hochwertiger biologisch erzeugter Spezialitäten. Die serviert er seinen Gästen, die Geschichte(n) dazu servieren wir Ihnen gerne in diesem Magazin. So wie wir Ihnen überhaupt die Quellen köstlichen Genusses präsentieren – dabei dürfen Sie das Wort Quelle getrost wörtlich nehmen. Auch Bio, und das mitten im Revier von Kohle und Stahl.

Das Revier hat genau diese Geschichte von Kohle und Stahl auch kultiviert. Zum Beispiel am Welterbe Zollverein mit seinem legendären Ruf, die schönste Zeche der Welt zu sein. Die Kohle lebt hier nur noch in der Erinnerung, dafür gehen neue Impulse vom alten Industrie-Standort aus. HipHop und Breakdance erobern von hier aus die Weltspitze. Bergleuten, einst schwarz von Kohle, folgt eine ganz bunte Tänzerschar. Gutes Zeichen für eine auch künftig erfolgreiche Welt. Eine Welt, die wenigstens im Revier ohne Kohle auskommen wird. In Bottrop schließt Ende 2018 mit Prosper Haniel die allerletzte Zeche. Die Ruhrkohle AG macht schon jetzt Pläne für die spätere neue Welt an diesem Ort. Eine Fotoreise durch diese „Bewegte Landschaft“ bleibt als ebenso wortloser wie beredter Zeitzeuge. Begleiten Sie uns doch auf unserer Reise durch unsere Region, es gibt noch so viel mehr dabei zu entdecken. Wir laden Sie mit dem TOP Magazin RUHR dazu ein. Sie wissen es ja schon: Immer wieder gerne. Bleiben Sie uns doch auch als Fans treu, auch 2018. Dann sehen wir uns wieder, wünscht sich

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Inhalt

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KULTUR

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Madonna, Schwert und Krone – der Domschatz in Essen

ESSEN & TRINKEN

18 Piemont – eine Region schüttet ihr Füllhorn aus 40 Essen im Paradies 44 Der Weingenussmanager 48 LewensLust 50 Bio-Wasser aus dem Revier 54 Relli 10

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MENSCHEN

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Hans Martz trifft… Miguel Torres – Im Einsatz für Wein und Umwelt Der Tanzlehrer Juhu, wir haben ein Baby – Kolumne Birte Glang

TOP SELECT

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Tipps und Trends von der TOP Promotion Verlags- und Marketing GmbH


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Inhalt

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BUSINESS

88 XCORP - Susi‘s Welt 92 Business News 96 Theaterpassage 98 Das perfekte Möbelteam 99 Die Pfeffers auf der Rü 100 Messe Essen – Aufbruch in eine neue Zeit

GESUNDHEIT

106

Hightech im gläsernen OP

RUHRREVIER

110

Bewegte Landschaft

TOP HOT SPOTS

118

Neues aus dem Revier

MUSIK

122 CD-Tipps

REISE

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Holland – über eine nachbarliche Liebe

AUTO

148

Perspektive E-Mobilität

RUBRIKEN

3 Editorial 86 Impressum

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Inhalt

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Kultur

MADONNA SCHWERT UND KRONE Text: Katrin Kroemer

Der Domschatz zu Essen trägt seinen Namen zu Recht: Die älteste plastische Marienfigur, goldene Kreuze aus ottonischer Zeit, eine reich verzierte Krone und das kostbare scharf geschliffene Schwert machen die Sammlung der Domschatzkammer zum echten Schatz. Von praktisch unschätzbarem Wert. Nicht nur durch Gold und Edelsteine. Auch durch die Geschichte(n), die das Stift und die Stadt damit verbinden. Vom tiefsten Mittelalter bis in die heutige Zeit –

Essener Schwert 2. Viertel/Mitte des 10. Jahrhunderts, goldene Griff und Scheidenbeschläge: um 1000. Die Prunkwaffe ist eines der wenigen mittelalterlichen Schwerter, die nicht als Bodenfund, sondern in einem Kirchenschatz erhalten geblieben sind.

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ein Buch mit vielen Facetten.


Kultur

Buchdeckel des Theophanu-Evangliars: Essen, 1039/1058, Elfenbein: KĂśln, 2. Viertel des 11. Jahrhunderts. Der mit Goldblech verkleidete Eichenholzdeckel diente als Einband des Theophnu-Evangeliars.

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Kultur

Um 980. Die Goldene Madonna, so genannt wegen ihrer vollständigen Bekleidung mit Goldblech, ist das bedeutsamste Kunstwerk des Essener Domschatzes und das wichtigste mittelalterliche Kunstwerk des Ruhrgebietes.

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Kultur

Es ist die Geschichte von zwei Heiligen, von Cosmas und Damian, und von zwei starken Frauen, Mathilde und Theophanu. Die einen, Ärzte im frühen Orient, die für ihre Heiler-Arbeit hingerichtet und dann geheiligt werden, die anderen Frauen aus kaiserlichem Geschlecht. Die einen werden bis heute als Patrone des Doms zu Essen verehrt, die anderen haben als Äbtissinnen Stift und Land geführt und kirchliche Schätze gestiftet. Das erste Jahrtausend nach Christus ist noch nicht vorbei, da entsteht Mitte des 9. Jahrhunderts eine religiöse Frauengemeinschaft. Gründer ist Altfrid, der spätere Bischof von Hildesheim, und er legt damit den Grundstein für das spätere Stift und die heutige Stadt Essen. Von Stund an leben fast ein Jahrtausend lang hier Frauen im Stift. Die Klöster jener Zeit sind Bildungsinstitutionen – und Keimzellen der Macht. Die Damen lernen dort Lesen, Schreiben und die Lateinische Sprache, ein Privileg, dass in dieser Zeit allenfalls den Männern vorbehalten ist. Die Äbtissinnen regieren nicht nur das Kloster, sondern auch das Leben darum herum. Ein Reichsfürstentum entsteht, als die weltliche und die geistliche Macht zusammenfallen, weiß Andrea Wegener, die heutige Hüterin des Essener Domschatzes. Das Stift erlebte, im ausgehenden 10. und 11. Jahrhundert, die bedeutenste Blütezeit. Denn weil die Klöster damals auch helfen, den Fürstenhäusern ihre Macht zu sichern, werden die Damen der vornehmen Geschlechter mit Bedacht in der Region platziert. So trägt es sich zu, dass Mathilde als Enkelin von Otto dem Großen aus dem Kaiserhaus ins Essener Stift an der Ruhr kommt. Als Äbtissin führt sie von 970 bis 1011 das

Die Goldene Madonna in der linken Seitenkapelle des Doms

Stift und bringt als Kaiser-Enkelin nicht nur den berühmten Namen sondern auch den nötigen Reichtum mit, den sie in sakrale Schätze zu Ehren Gottes steckt. Und sie setzt sich damit auch ihr eigenes Denkmal, hinterlässt mehr als nur ein unschätzbar wertvolles Stück. Sie stiftet die Goldene Madonna, die heute noch erhaltene weltweit älteste Marienfigur. Die goldenen Madonna: Ein Holzkern mit Goldblechen ummantelt, die von feinsten Goldnägeln gehalten werden. Das Gesicht der Maria und des Jesus-Kindes bedeckt jeweils ein einziges großes Blech. Handwerkskunst der besonderen Art, die im Auftrag Mathildes ein Goldschmied aus der unmittelbaren Umgebung verrichtet. Da schreibt man das Jahr 980 und nur wenig später folgt ein goldenes Kreuz, heute das älteste und der Grundstock der vier bedeutenden Kreuze in der Schatzkammer. Wieder wird ein Holzkern mit Goldblech umhüllt und dazu reich mit Edelsteinen und Emaille verziert. Es ist das Otto-Mathilden-Kreuz, zeigt auf einer Abbildung am Fuß ein Bildnis der Äbtissin gemeinsam mit ihrem Bruder Otto, beide in der höfischen Kleidung des 11. Jahrhunderts. Mathilde lässt es nicht bei diesem einen Kreuz bewenden und gibt auch noch das nächste in Auftrag. Das heutige Erscheinungsbild ihrer Nachfolgerin Äbtissin Sophia zugeschrieben: Die Kreuzigungsszene in der Mitte wird an den Spitzen wieder auf wertvollem Emaille flankiert von den vier Evangelisten Markus, Johannes, Lukas und Matthäus. Auf Sophia folgt Theophanu, 1039 übernimmt die Edle aus dem ottonischen Kaisergeschlecht, die Enkelin der Kaiserin Theophanu, die Äbtissinnenwürde im Essener Stift. Schon bald stiftet auch sie ein Kreuz: Der große ovale Bergkristall in der Mitte ist lässt den Blick zu auf Kreuzsplitter auf rotem Samt und macht das Besondere des Theophanu-Kreuzes aus. Das entsteht 1040/-45, bevor das Mathildenkreuz das Quartett um 1054 komplett macht. Wieder ist Theophanu die Stifterin, will mit der wertvollen Stiftung an die die große Vorgängerin Mathilde erinnern. Denn neben dem Gekreuzigten gibt es unten ein Bild der Mutter Gottes mit dem Kind – und dazu Mathilde, ihrem Andenken zu Ehren. Ganze 75 Jahre sind vergangen, seit Ottos Enkelin das 1. Kreuz kreiiert hat. Kaiser Ottos Enkeltochter weiß sehr wohl auch ihren Stand zu schätzen und schenkt

Agraffe mit Rehkitz – Französischburgundisch, um 1400. Die insgesamt 16 erhaltenen Agraffen des Domschatzes gehören zu den rar überlieferten Schmuckstücken des Mittelalters

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Kultur

Kleines Bild: Theophanu-Kreuz Essen, um 1040/45: Das Erscheinungsbild des Kreuzes wird druch den großformatigen Bergkristalll der Vorderseite bestimmt. Großes Bild: Otto-Mathilden-Kreuz nach 983: Das Kreuz verdankt seinen Namen dem Stiferemail am unteren Kreuzstamm: Es zeigt Mathilde und ihren Bruder Otto.

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Kultur

Kleines Bild: Mathilden-Kreuz Essen, um 1051/54: Das Kreuz zeigt die Wertschätzung Mathildes durch ihre zweite Nachfolgerin Theophanu Großes Bild: Kreuz mit den großen Senkschmelzen: Essen, um 1000 bzw. 1020. Das Kreuz ist vermutlich wie das Otto-Mathilden-Kreuz eine Stiftung Mathildes.

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Kultur

Essener Krone – Westdeutschland, 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts. Jedes Jahr an Maria Lichtmess wurde die Goldene Madonna mit dieser Krone gekrönt.

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Kultur

dem Stift neben hochgeschätzter sakraler Kunst ein nicht minder bedeutsames wertvolles Symbol Macht: Ein großes Schwert, geschmiedet aus härtestem Damaszener Stahl, das selbst Waffenexperten mit seiner Perfektion beeindruckt. Es kommt wohl aus dem Kaiserhause ins Stift, und wird hier unter weiblicher Ägide bewahrt und aufgewertet, Denn die wertvolle Waffe gilt als Reliquie, war nicht nur offenbar im echten Kampfeinsatz sondern soll der Legende nach auch Cosmas und Damian einst hingerichtet haben. Ob es wahr ist, liegt in den Tiefen der Jahrhunderte begraben – im Stift jedenfalls wird um das Jahr 1000 herum unter Mathildes Leitung eine aufwändige Goldscheide für das Schwert geschaffen. Das Schwert wird als Zeichen der Macht bei Prozessionen vorangetragen. Wenn der kirchliche Kalender besondere Feste wie Mariä Lichtmess am 2. Februar vermerkt, dann dann spielt vermutlich die Goldene Madonna bereits im 11. Jahrhundert eine große Rolle. Dann wird die Goldene Madonna vorangetragen, und die ziert ab Mitte des 11. Jahrhunderts eine wertvolle Krone. Sie ist bis heute erhalten, reich verziert mit Edelsteinen, und gilt als die älteste erhaltene Lilienkrone, benannt nach den prägnanten Aufsätzen, überhaupt. Theophanu gilt als die Stifterin des wertvollen Schmuckstücks, und ihr wird auch der kostbare Buchdeckel zugeschrieben. Das Elfenbein in der Mitte zeigt Geburt, Kreuzigung und Himmelfahrt Jesu und ist eingefasst von Goldblechen mit Christus, Engeln, Aposteln und der Mutter Gottes mit den beiden weiblichen Heiligen Pinnosa und Walburga. Und auch Cosmas und Damian, die Stifts- und heutigen DomPatrone von heute, haben schon damals ihren Platz auf dem kostbar gestalteten Evangeliar.

Agraffe mit Männerfigur und Tier Französisch-burgundisch, um 1400 Frauen wie Männer schmückten damit auf vielfältige Art und weise ihre Gewänder, Kopfbedeckungen und Gürtel.

Blick in die ottonische Sammlung der Domschatzkammer

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Kultur

Das Armreliquiar des hl. Basilius und das Armreliquiar der Beatrix von Holte Westdeutschland, 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts und Rheinland um 1300 Reliquiare in Form von Körperteilen sind seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. Die ältesten Armreliquiare stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert.

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Kultur

War es noch Äbtissin Theophanu oder schon ihre Nachfolgerin Swanhild, die das kostbare Armereliquiar auch noch aus ottonischer Zeit stiftete? Diese Frage, weiß Andrea Wegener als Hüterin des Domschatzes, lässt sich heute nicht mehr definitiv klären. Klar ist dagegen, dass das die Nachbildung von Arm und Hand mit dem goldenen Medaillon darauf zu den ganz besonderen Schätzen der Sammlung gehört. Geschaffen wird das außergewöhnliche Stück wohl in der Mitte des 11. Jahrhunderts – ein symbolischer Arm, eben um eine Arm-Reliquie des Heiligen Basilius würdig aufzubewahren. Das Reliquiar stellt gleichzeitig das liturgische Gewand eines Bischofs jener Zeit dar: In feinster Handwerkskunst zeigen die Silberbleche die Stoffmuster. Aus einem breiten Mantelsaum, Goldbleche auf Holzkern, erhebt sich ein enganliegender silbernen Handschuhmit seinem goldenen Medaillon auf dem Handrücken. Ein Zeitzeugnis der besonderen Art, denn solche Handschuhe gab es überhaupt erst ab Mitte 10. Jahrhunderts. So gilt das Reliquiar aus der Essener Domschatzkammer als eine der frühesten Darstellungen solch eines Bischof-Handschuhs. Ein Kleinod der Goldschmiedekunst aus jener Zeit, das den Äbtissinnen einst auh diente, um zu segnen. Das textile Gegenstück zum Handschuh aus Edelmetall ruht in Werden in der Schatzkammer. Ob es als Vorlage gedient hat? Das ist möglich, aber nicht verbrieft. Sicher ist dagegen, dass es außer diesem heute kaum noch ein erhaltenes Armreliqiuar gibt. Eines der Exponate also, die dazu beitragen, dass Essen die weltweit bedeutendste Sammlung ottonischer Schatzkunst sein eigen nennt. Weiland aber, im tiefen Mittelalter, als all diese Kunstwerke entstanden, galt als der eigentliche Schatz und Reichtum der Klöster und Stifte die Sammlung an Reliquien. Erst der Besitz einer Reliquie rechtfertigte überhaupt den Bau eines Gotteshauses. Für den Bau der Ursprungskirche Essens im 9. Jahrhundert waren dies eben die Reliquien der beiden Heiligen Cosmas und Damian. Dafür ließ Beatrix von Holte, Äbtissin im ausgehenden 13. und beginnenden 14. Jahrhundert Reliquiere fertigen: Ein weiteres Armreliquiar, das ungewöhnlichste und größte Armreliqiuar seiner Zeit. Die Hand aus Edelmetall hält ein Türmchen, dort oben in der Spitze und im Arm selbst sind in roten Samt gehüllte Reliquien. Dass der Arm zweifelsfrei dieser Stifterin zugeschrieben werden kann, belegt eine Inschrift:

„Beatrix ließ mich fertigen“. Ein Bildnis zeigt dazu Beatrix in gotischer Architektur - so hat sie sich selbstbewusst auch als Bauherrin verewigen lassen. Ihr erklärt Andrea Wegener, schreibt man heute die gotische Umgestaltung der Stiftskirche im 13. Jahrhundert zu. Weniger groß und opulent, dafür klein, wirklich fein und ebenfalls unschätzbar wertvoll sind die kleinen Broschen, Agraffen, wie sie in der Kirchenkunst heißen. Eine ganze Sammlung der feinen Schmuckstücke nennt der Essener Domschatz sein Eigen. Entstanden sind sie wohl um 1400 herum in Frankreich und zeugen von allerhöchster Goldschmiedekunst. Figürliche Darstellungen, florale Muster, die Abbildung ganzer Szenen in feinster Handarbeit, gekrönt mit wertvollem-Emailüberzug gelten sie als Kleinode. Allein ihr Weg ins Essener Frauenstift liegt im Dunkeln – wahrscheinlich wurden sie von vermögenden Gönnern den Stiftsdamen geschenkt oder von diesem Amt ins Stift gebracht. Gedient haben sie zu ehren des Heiligen Masus, ein Priesterheiliger aus dem Auxerre des 4. Jahrhunderts, Seine Reliquien waren in einem Schrein und in einer Büste aufbewahrt und diese Büste schmückte lange eine Schärpe voll der edlen Agraffen. Seine allerletzte große Blütezeit erlebt das Essener Frauenstift im Barock, Anfang und Mitte des 18. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt die Barockisierung der Kirche. Glaube und Hoffnung, zwei Figuren von 1730, zeugen noch immer in der Anbetungs-Kirche St. Johann davon. Denn wieder zeigen die Stiftsfrauen mit Äbtissin Franziska Christine von Pfalz Sulzbach den Mut und Willen, ihre Kirche neu auszustatten, der Zeit anzupassen. Bis heute, erzählt Andrea Wegener, sind Überreste dieser Umgestaltung in Dom, Domschatzkammer und Anbetungskirche erhalten. Auch wenn die Ära der Frauen 1802 endet, und das Gotteshaus später im II. Weltkrieg schweren Schaden nimmt. Glück im Unglück: Der Westbau, um 1000 von Mathilde in Auftrag gegeben, und die Krypta im Osten von Theophanu sind bis heute erhalten. Was zerstört ist, wird nach dem Krieg wieder aufgebaut, auch dank des eigens gegründeten „Münster Bauvereins“, der 2017 seinen 70. Geburtstag feiert. Die Stiftskirche, seit 1958 nun Domkirche, ist eben Keimzelle des Glaubens. Und bis heute in der modernen Stadtarchitektur immer noch sichtbares Denkmal seiner starken Gründer-Frauen.

Agraffe mit Männerfigur und Tier Französisch-burgundisch, um 1400 Die Stiftsfrauen waren bis auf die eihneitliche Chorkleidung welchlich gekleidet und besaßen offensichtlich auch Agraffen.

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Essen & Trinken

Piemont

EINE REGION SCHÜTTET IHR FÜLLHORN AUS UND IST DABEI IM EINKLANG MIT DER NATUR: NÜSSE UND WEIN, TRÜFFEL, ZIEGENKÄSE UND EIN GRAPPA DER GANZ BESONDEREN SORTE KOMMEN AUS DER SANFTEN ITALIENISCHEN HÜGELLANDSCHAFT. KÖSTLICHKEITEN, DIE DANIELE DELLE VEDOVE VOR ORT FÜR SEIN RESTAURANT IN ESSEN PRSÖNLICH AUFSPÜRT. EXKLUSIV, FERNAB DES MAINSTREAMS. Text: Katrin Kroemer | Fotos: Ralf Schultheiß

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Essen & Trinken

Eine Landschaft wie ein Gemälde: Blick ins Piemont von der Borgo Vecchio, der Altstadt des Ortes Neive. Das ist die Region, in der Trüffel zuhause sind und wo auch der Trüffelmarkt in der Stadt Alba seinen Standort hat

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Essen & Trinken

„Alles Gute kommt aus Alba, doch das Beste kommt aus Neive“, zitiert Daniele einen Spruch aus der Region, als er in Italien über die kurvigen Straßen des Piemonts steuert, eben jenes Örtchen Neive als Ziel. Sanfte Hügel, kleine Dörfer, oben alte Burgen, im Tal Häuser mit Fensterläden und mediterranen Farben, und Weinberge prall voll verheißungsvoller Reben säumen die enge gewundene Straße. Im Garten ein Baum

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Nüsse aus biologischer Ernte und Verarbeitung gibt es bei Manuela Viglione und Giorgio Capra

mit Granatäpfeln. Zauber einer sonnenverwöhnten Landschaft mit viel Geschichte. Zuerst steuert Daniele Punset an – Heimat und Name eines Weingutes, das ganz auf biologischen Anbau umgestellt hat und dem Boden und den Reben seine Ernte im Einklang mit der Natur entlockt. Marina Marcarino ist die Inhaberin und gemeinsam mit Daniele der Guide durch ihr Piemont. Hier gibt es in ganz Italien nicht nur


Essen & Trinken

Daniele delle Vedove ist am Nudeltopf auch im Piemont in seinem Element. Der Essener Gastronom erkundet die norditalienische Landschaft Langhe und findet hier ganz besondere Zutaten für sein Restaurant an der Steeler Straße.

die höchste Dichte an Sterne-Restaurants, sondern vor allem inzwischen feine Manufakturen im Trend biologisch-nachhaltiger und damit besonders wertiger Produktion der gefragten landestypichen Genüsse. „Im Piemont wachsen die besten Nüsse der Welt“, weiß Daniele um einen Pluspunkt, mit dem sich die Region neben Trüffeln und Wein einen Namen macht. Nüsse sind dabei nicht einfach nur Nüsse, sondern wie

alles auf dieser Reise zu den ganz besonderen Genüssen „echt bio“. Haselnüsse aus biologischem Anbau und biologisch-organisch verarbeitet kommen aus dem NussLaboratorium der Cascina Langa. Eine Anlage, ganz oben am Dach der piemontesischen Welt, um die sich dazu noch eine eigene Geschichte rankt. Hier war zum Ende des II. Weltkriegs die Basis des Widerstands, ganz oben auf dem höchsten Punkt

der Berge mit bester Rundumsicht, hatten sich die Partisanen eingenistet, um die Faschisten zu vertreiben. Ein wahre Geschichte, ein Heldenepos dazu, dem der in Italien berühmte Autor Beppe Fenolio ein Buch gewidmet hat. Heute, zeigen uns Marina und Daniele, ist die Cascina Langa noch immer ein ganz besonderer Ort. Manuela Viglione und ihr Lebensgefährte Giorgio Capra

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Essen & Trinken

Giorgio Capra im Nusslaboratorium, das der Cascina Langa angeschlossen ist

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haben es zum Ende des letzten Jahrtausends übernommen, vor dem Verfall gerettet und ein wunderbar individuelles Hotel mit erholsamem Spa geschaffen. Im Restaurant, das weit den Blick über die Landschaft öffnet, gibt es feine landestypische Küche, wie alles hier mit dem besonderen Blick auf biologisch erzeugte Köstlichkeiten. Die wachsen unter der italienischen Sonne im Hausgarten oder im

eigens geschaffenen Gewächshaus. In der Cascina Langa bietet Manuela Viglione ihren Gästen eine gepflegte Auszeit fernab des großen Trubels. Sechs individuell eingerichtete Zimmer, fast kleine Suiten, atmen die Ruhe der Region. Hier hat sich Manuela Viglione nach einem rasanten Leben als Managerin großer Events in Turin den Traum vom eigenen Projekt erfüllt. Ihren Gästen schneidert sie nun kleine


Essen & Trinken

Auf dem Dach der Welt – hoch oben über den Tälern und Weinbergen des Langhe liegt die Cascina Langa. Einst Stützpunkt der Partisanen gegen die Faschisten, heute feines Hotel mit wunderschönem Restaurant und offenem Blick ins Piemont

feine Programme individuell auf Wunsch zu, rankt die Angebote rund um die Geschichte und um die lukullischen Highlights Nüsse-Käse-Wein-Trüffel. Nüsse sind es, die die beiden Inhaber selber auf höchstem Niveau kultivieren. „Hier ist das Grand Cru des Haselnuss-Anbaus“, schwärmt Daniele. Die Nüsse selber gedeihen prächtig auf den Hügeln rund um die Cascina Langa. Für die Bio-Nüsse gibt

es keine maschinelle Ernte, erklärt Ulrike Rahm, Heidelbergerin, die seit 26 Jahren in Italien lebt und längst Expertin für das Thema ist. Die Früchte bleiben hängen, bis sie selber reif zu Boden fallen und werden dann ein kleines Stückchen entfernt im eigenen Nuss-Laboratorium der Cascina Langa verarbeitet. Hier werden die knackigen kerne zunächst aus den Schalen geholt, handverlesen, im

Spezial-Ofen schonend mit Heißluft geröstet, auf einem Sieb von den braunen Häuten befreit und vor der Verarbeitung noch einmal sortiert. Die ganz „sauberen“ werden verpackt und als ganze Bio-Nüsse angeboten. Die anderen verwandeln sich in Köstlichkeiten wie Nuss-Marmelade oder Nuss-Soße für Pasta. Dabei gilt stets Nachhaltigkeit: Mit den Schalen werden im Winter noch Ofen oder Kamin geheizt.

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Essen & Trinken

Mariana Marcarino ist Winzerin im Piemont. Ihr Weingut Punset hat sie ganz dem biologischen Weinbau verschrieben. Ihr Bio-Barbaresco ist der Beste überhaupt, ist Daniele delle Vedove überzeugt und bezieht den edlen Tropfen exklusiv für sein Restaurant in Essen.

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Essen & Trinken

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Essen & Trinken

Auf die Reise zu den Geheimtipps in ihrer Heimat nimmt Marina Marcarino die Gäste ihres Weingutes Punset im Piemont gerne mit

„Es ist einfach der beste biologische Barbaresco der Welt“, schwärmt Daniele und schwenkt ebenso genießerisch wie kritisch den tiefroten Wein im Glas. Hier im Weingut Punset sucht er nach den besten Tropfen, die er dann in Essen an der Steeler Straße seinen Gästen serviert. Der Barbaresco, der typische Rote aus dem Piemont, gehört dazu. Und für den edlen Bio-Wein, den besten seiner Gattung, ist

bei „Da Daniele“ die einzige Anlaufstelle im gesamten Revier. So stellt der Padrone daran auch ganz besondere Ansprüche und testet ihn vor Ort persönlich. Im Gastraum des Weingutes Punsets serviert die Familie Marcarino die Parade-Erzeugnisse aus ihren eigenen Weinbergen. Einen leichten Weißen – „Arneis“ steht auf der Flasche. „Frechdachs“ heißt das“, schmunzelt Daniele und der Name passt

Die Nebbiolo-Traube ist die Grundlage für die großen Weinsorten aus dem Piemont: Barolo und Babaresco, beide benannt nach der jeweiligen Region. Feine Nuancen in der Herstellung machen den Unterschied zwischen den Nachbarn aus.

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zu dem leichten Wein, der frisch den Gaumen kitzelt und dann fröhlich die Kehle hinunterperlt. Der „Frechdachs“ der Marcarinos ist ebenso sonnenverwöhnt, wie seine schwereren roten Brüder: Punset ist der höchste Berg der Region San Christoforo und bietet damit nicht nur einen wunderbaren Rundblick auf die Umgebung, die Unesco-Welterbe ist, sondern den Weinbergen rund um das Gut herum Sonne den ganzen Tag lang. Der Platz ist einzigartig in ganz Neive: Ein Hügel mit einem Haus auf der Spitze und der Sonne, die vom Morgen bis zum Abend rund um den Berg wandert. „Eine Gott begnadete Position“, lächelt Chefin Marina Marcarino, die für Daniele einfach die „Göttin des italienischen Weines“ ist. Daniele hat sich neben Renzo, dem Gründer des Guts und Vater von Marina, niedergelassen und führt Fachgespräche. Der Arneis weicht einer neuen Flasche und Renzo murmelt zufrieden. „Trinkt Rosso – denn der beste Weiße ist ein guter Roter“, übersetzt Daniele und nimmt einen großzügigen Schluck vom „Rosso“, der mit der optimalen Temperatur von 19 Grad serviert wird. Ganz so einfach aber ist der Gastronom aus Essen nicht zu überzeugen: „Dem fehlt die Tiefe“, analysiert er mit fragendem Blick zu Renzo.


Essen & Trinken

Giulia Benso hat in der Altstadt von Neive ein sehr individuelles Hotel eröffnet. Hier weiß Winzerin Marina auch ihre Besucher bestens untergebracht.

Marina tauscht die Flasche aus und weiß um die Gründe: Ein wirklich guter Barbaresco braucht seine Zeit, um zu reifen und seinen vollen Geschmack zu entfalten. Der letzte hier, der war zu jung. Mindestens acht Jahre alt muss ein Barbaresco sein, ist Marina überzeugt. Ihr eigener ist am besten nach 15 Jahren, erst dann entfaltet er die volle Farbe und das ganze Aroma. So widersteht sie dem aktuellen Trend, den Wein immer jünger abzugeben. „Am Ende, da stehe ich für die Qualität ein“, sagt sie und entlockt mit dem gut gereiften Babaresco, der aus der Nebbiola-Traube gekeltert wird, dann auch dem kritischen Daniele Bestnoten. Dabei geht es Marina auf Punset eigentlich um etwas ganz Einfaches: Ihr Wein soll ein täglicher Genuss sein, der die Region repräsentiert und den die Menschen gerne trinken. Dafür folgt sie eben nicht allen Trends, sondern macht ehrliche Produkte – und das aus voller Überzeugung biologisch-dynamisch. Als eine der ersten in Italien und als Pionierin im Piemont hat sie die Produktion ihrer Weine Anfang der 1980er Jahren umgestellt. Seit 2010 folgt der Weinbau auf Punset den Regeln des Japaners Masanobu Fukuok. Sie basieren auf einer ganzheitlichen Betrachtung der Pflanzen, die ohne Ertragsstress eigene Ab-

wehrkräfte entwickeln, so dass der Mensch nicht mit künstlichen Mitteln eingreifen muss. Auch in der Kellerei setzt sich die Arbeit komplett mit natürlichen Materialein fort, zusätzliche Hefe muss den Weinen von Punset darum gar nicht zugesetzt werden, erklärt Mariana. 80 000 bis 100 000 Flaschen gewinnt sie so in einem durchschnittlichen Jahr aus ihren Weinbergen. Hier wachsen ausschließlich lokale Trauben: der weiße Arneis und dazu die roten Sorten Nebbiolo, Dolcetto und Barbera. Der Wein, der daraus gewonnen wird, trägt die Namen heimischer Landstriche: Barolo, viel größer, als das kleine und feine Gebiet Barbaresco. Seinen guten Ruf exportiert Marina Marcarino nach Deutschland. Zum Beispiel nach Essen zu Daniele. Aber auch in der Heimat werden die BioWeine vom „kleinen Berg“, denn das bedeutet Punset in der Mundart der Region, geschätzt. In der Borgo Vecchio, der zauberhaften Altstadt von Neive, wird bei La Donna Silvatica der Punset-Arneis mit seiner wunderbar goldenen Farbe kredenzt. Der Blick von der Terrasse dort über das Piemont ist atemberaubend und immer mehr Besucher lernen Neives Qualitäten kennen und schätzen. So zieht in die einst eher verschlafene Stadt im Schatten

des berühmteren Trüffelortes Alba immer mehr Leben ein. Die blutjunge Giulia Benso traut der Entwicklung und hat in der Altstadt ein zauberhaftes kleines Hotel eröffnet: „Borgese Camere & Suites“ gewährt dem anspruchsvollen Besucher ein absolut individuelle Unterkunft mit aufmerksamer Betreuung abseits der konfektionierten Ketten. Das Frühstücksbuffet verführt mit allem, was das Herz begehrt von frisch zubereiten Eiern mit Trüffeln bis hin zu feinen kleinen Süßigkeiten. Ein perfekter Start in einen erlebnisreichen Tag.

Borgese Camere e Suites Das Haus vereint alles, was Menschen, die auf individuelle Unterbringung wert legen, wünschen: Eingefügt in einen traditionellen Altbau mit seinem Steingewölbe bietet das Borgese gleichzeitig jeden modernen Komfort. Die Zimmer sind mit ausgesuchten Möbeln liebevoll eingerichtet, Bäder passend und nicht uniform gestaltet. Wer dort wohnt, findet unterschiedlichste Perspektiven: Vom Balkon den weiten Blick ins Piemont, nach hinten eine fast pittoreske altitalienische Hinterhof-Kulisse. Großer Pluspunkt: Aufmerksamster Service.

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Auf der Suche nach der weißen Trüffel: Daniele delle Vedove hat sich dafür an die Fersen von Piercarlo Vacchina geheftet. Der Trüffel-Jäger, der Trifulau, erspürt die begehrte Spezialität mit seinen Trüffelhunden Roky und Jimmy

Ganz oben auf der Liste der höchsten Genüsse steht für Feinschmecker die Trüffel. Im Piemont darf der begehrte Pilz ganz offiziell ab dem 24. September geerntet werden. Und das ist eine Wissenschaft für sich, eine eigene Profession. „Trifulau“ heißt der Trüffel-Jäger in der piemontesischen Mundart. Piercarlo Vacchina macht das seit nun 40 Jahren – da war er zarte acht und schwänzte für die Touren mit seinem Opa die Schule. Damals war die Trüffel im Überfluss vorhanden und brachte bei weitem nicht soviel Geld ein wie heute, erinnert sich der 48 jährige. Vier bis fünf Kilo reichten gerade, um die notwendigen Lebensmittel für die Familie dafür einzutauschen, bezahlt wurden ohnehin nur die ganz runden, großen und makellosen Exemplare. Heute ist Piercarlo Vacchina der Meister der Trifulau in Neive und begibt sich mit seinen Hunden Roky und Jimmy auf die Suche nach den begehrten Leckerbissen. Die Hunde werden dafür sorgfältig ausgebildet, damit er ihrer Spürnase zu den Fundstellen folgen kann. Denn auch die Hunde lieben Trüffel und folgen ihrem Duft, sobald ihr Herrchen sie auf seine Spur setzt. Schnüffeln, suchen, graben – da heißt es dann für den Trifulau schnell zu sein, sonst hat der Trüffeljäger hinter den gierigen Zähnen seiner vierbeinigen

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Helfer das Nachsehen. Ein kleines Stückchen aber, das steht den eifrigen Spürhunden als Lohn für ihren Einsatz immer zu. Und auch die Hunde brauchen für ihren Einsatz neben der guten Ausbildung eine Menge Erfahrung. Bei Piercarlo Vacchina ist der helle Roky derzeit der versierte Experte und hilft dem jungen ungestümen Jimmy dabei, ein ordentlicher TrüffelSuchhund zu werden, erfährt Daniele beim gemeinsamen Weg zu diesen besonderen Schätzen aus der Erde.

Seit der Erfindung des Trüffel-Marktes durch Giacomo Morra in Alba wird die Trüffel hoch geschätzt. Gourmets lieben vor allen Dingen die weißen heute höchst kostspieligen Exemplare des Pilzes mit seinem ganz eigenen Duft. Der galt den Menschen einst als aufdringlich: Im Regoionalzug von Neive nach Alba war darum der Transport von Fisch und Trüffeln streng untersagt. Vorbei ist die Zeit der Missachtung, die regionale Küche im Piemont punktet mit der heimischen Kostbarkeit.

Ganz einfach und doch so besonders: Eine Portion Pasta, großzügig mit weißem Trüffel garniert


Essen & Trinken

Emmanuela Merli stellt in ihrer Cantina del Rondò die typische Pasta Tajarin selbstverständlich selber her und erlaubt Daniele delle Vedove dabei einen Blick in ihre Geheimnisse

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Essen & Trinken

Gastgeberin Emmanuele Merli und Daniele in Neive in der Trattoria Cantina del Rondò mit ihrem traditionellen Gewölbe

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Da kehrt der Gast gerne ein und gibt der Cantina del Rondo beste Bewertungen

Trüffel passt auch zu rohem Fleisch

Trüffel, aber nicht nur dieser ganz besondere Pilz, zeichnen die regionale Küche des Piemont aus. Eine wahre Künstlerin, Emmanuela Merli, handhabt das virtuos in der Cantina del Rondò. Das traditionelle Lokal mit seiner langen Geschichte ist ein besonderer Tipp von Winzerin Marina, die Ignist,Freunden sequi alicips isimenis es dolupguten dieapediti Highlights abseits der tate voluUsam si berfero doluptae großen Touristen-Ströme verrät. eaquas et h

besonderen Genuss: Schweinefleisch mit Haselnuss-Sauce oder eine Sauce aus Anchovies, Knoblauch, Olivenöl und Pfeffer als Dip zum frischem Gemüse. Oder: Carpione uovo, cotoletta impanata, zucchine, in agretto delicato piatto estivo tradizionale – Worte wie eine Melodie, Essen wie ein Gedicht: Ein Kotelett mit Eier-Omelette und Zucchini in einer Vinaigrette mit Zwiebeln.

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Hier wird piemontesische Küche serviert, wie sie in Deutschland eigentlich nirgendwo auf den Tisch kommt, erfährt auch Daniele delle Vedove. Denn neben dem absoluten Klassiker Vitello tonnato, der im Piemont mit einer selbstgemachten Mayonaisen-Sauce völlig anders auf der Zunge zergeht als gewohnt, vereinen sich hier heimische Top-Produkte zum


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Granatäpfel wachsen in der Langhe überall an den Bäumen

Selbst gemachte Grissini dürfen im auch im Ristorante Violetta in Calamandrana nicht fehlen

Roter Wein: perfekt zu piemontesischem Essen

Typisch für das Piemont ist Tajarin, ein ganz besondere Pasta-Sorte, grundsätzlich handgemacht. Auch im Ristorante Violetta in Calamandrana. Hier kocht die Familie noch selbst – von Oma Maria, die das traditionelle Lokal vor 60 Jahren eröffnet hat, bis zur deutschstämmigen Katrin, der Nichte der aktuellen Inhaber Carlo und Silvana. Ganz eigene Spezialität, gewiss

Gemüse oder Peperoni mit Anchovies und Kräutersauce. Es gibt gefülltes Perlhuhn, Kalbfleisch in Barbera-Sauce oder gemischte Teller mit frittiertem Gemüse und Fleisch. Landestypische Weine und zum Abschluss Grappa aus dem Hause Berta machen den Genuss rund. Mille Grazie – nein: grazie mille ist richtig, schmunzeln die Gastgeber zum Abschied. Vielen Dank!

nicht für jedermann, ist „La Finanzere“ mit Rückenmark, Hirn, Bries und Nieren vom Kalb plus Hahnenhoden und Hahnenkämmen. Damit hat es das „Violetta“ bis ins Buch „Piemont und das Aosta-Tal“ geschafft. Genießen kann bestens umsorgt von der Familie aber auch der Gast, der sich an ein so spezifisches Angebot nicht herantraut. Die Küche serviert Aspik mit Fleisch und

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Um die Geheimnisse des Piemont buchstäblich zu erfahren, braucht es manchmal auf den schmalen gewundenen Straßen im Auto wirklich gute Nerven. Vor allem, wenn das Gefährt in der Kurve plötzlich geradeaus weiter saust und nun über eine Schotterpiste holpert. Dennoch: Alles richtig: Am Ende des Weges, gefühlt fast am Ende der Welt, liegt in Cherasco an der Via la Morra 21 einsam die Azienda Agricola L’Cravé. Dort, in der eigentlich winzigen Küche von Renato Maunero, entsteht handgemachter Rohmilch-Ziegenkäse in so kleiner Stückzahl, dass die Liebhaber sich beinahe schon darum bewerben müssen, einen der runden Laibe zu bekommen. Auch Marina Marcarino nimmt den Weg gerne auf sich, wenn sie in Punset Gäste bewirten möchte. Denn der rein biologisch hergestellte Käse passt gut zu ihren Bio-Weinen. Ausschließlich von seinen eigenen Ziegen stammt die Milch, die Renato Maunero in seiner Azienda verarbeitet. Die Tiere leben fast wild draußen, und doch kennen sie ihren Besitzer so gut, dass er sie nur mit der Stimme von den feinen Gräsern und Kräutern weg zu sich rufen kann. Braune, weiße und schwarze Ziegen kommen mit Glockengeläut, jede von ihnen kennt den Rhythmus: gemolken wird morgens und abends, und weil die Milch unterschiedlichen Fettgehalt hat, wird sie gemischt und dann in limitierter Auflage in der Küche zu exklusivem Rohmilchkäse verarbeitet. Der Geschmack variiert je nach Mischung-Verhältnis der Milch oder nach Reifegrad des fertigen Produkts. Längst hat Renato Maunero damit Preise für den besten Bio-Käse gewonnen. Höchstens 45 bis 50 Stücke stellt er pro Tag her – eine Rarität, für die es Vorbestellungen aus den besten Restaurants Italiens gibt, weiß Winzerin Marina und schätzt sich glücklich, dass sie selber zum festen Kundenstamm zählt.

Renato Maunero besucht mit Daniele seine Ziegenherde

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Die fast wild lebenden Ziegen der Azienda Agricola L’Cravé liefern die Grundlage für den nach biologischen Prinizipien handgemachten Rohmilchkäse. Der L`Cravé-Ziegenkäse von Roberto Maunero gilt über die Grenzen des Piemont hinaus in Italien als begehrte Rarität


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Farbiges Licht und sanfte Musik – der Gedenkkeller für Gianfranco Berta. Hier reift der SoloPerGian in 100 Liter Eichenfässern. Grappa aus dem Hause Berta bietet Daniele delle Vedove in allen Jahrgängen seit 1985 in Essen an.

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Der Jubiläumsgrappa zum 70 jährigen Bestehen der Destillerie Berta wird wieder in einer hochwertigen Flasche präsentiert

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Gianfranco Berta hat die Produktion des Grappa aus dem Piemont seit 1990 geprägt. 2015 ist er im Alter von nur 58 Jahren gestorben

Berta – dieser Name steht im Piemont für Grappa. Und so ist dies auch eine Pflichtstation für Daniele delle Vedove, der den edlen Tresterbrand aus diesem Familienbetrieb in seinem Essener Restaurant nicht nur ausschenkt, sondern die ganz besonderen Editionen auch vertreibt. Der Besuch kommt passend zu einer Premiere: Eben ist ein Jubiläums-Grappa aufgelegt worden zum Geburtstag der Destillerie. Berta – Annivesario 70 ziert in schwungvollem goldenem Bogen die exklusive Flasche mit ihrem goldgelben Inhalt. Der gilt als Vermächtnis von Gianfranco Berta, der seit 1990 die Produktion des Hauses geprägt hat und 2015 im Alter von nur 58 Jahren gestorben ist. Der Jubiläums-Grappa, über viele Jahre in besonderen Fässern gereift, trägt noch seine Handschrift. Nicht nur darum hat die Familie ihm ein besonderes Gedenken gewidmet und einen Keller nach ihm benannt, wo ein ganz besonderer Grappa im finalen Stadium reift: „SoloPerGian“. Der vereint nach einer Idee von Gianfranco nicht nur drei große Riserva-Grappa aus dem Jahre 2005, TreSoliTre, Bric del Gaian und Roccanivo zu einer neuen Sorte, sondern gibt auch einer Stiftung seinen Namen. Mit dem Erlös aus dem SoloPerGian fördert die Familie Berta das Handwerk, gibt jungen Menschen die Chance, darin einen Beruf zu

erlernen und hilft Handwerkern in Not. Bevor es vor 70 Jahren, kurz nach dem II. Weltkrieg soweit ist, dass die erste „Destilleria Berta di Berta Paolo“ in Nizza Monferrato gegründet wird, pflegt die Familie seit 1866 im Gebiet von Asti den Weinbau. Vorfahr Giovanni Berta zählt zu den Gründungsmitgliedern des Konsortiums Asti Spumante und erlangt durch die Produktion hochwertiger Weine bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hohes Ansehen. Neben dem Moscato d’Asti ist das insbesondere seinem Barbera Freisa geschuldet, der bereits 1908 in Rom mit der Goldmedaille ausgezeichnet wird. Den Grundstein für die erfolgreiche Grappa-Produktion aus dem angestammten Weingut heraus legt Paolo, der jüngste Spross der Berta-Familie, eben 1947. Er entscheidet sich, seine erste Brennerei in dem Haus in Nizza Monferrato einzurichten, das sein Vorfahr Francesco zum Ende des 19. Jahrhundertes gebaut hat. Dort begründet er nicht nur das erfolgreiche Grappa-Engagement, sondern legt auch den Grundstein für seine eigene Familie, feiert hier 1952 die Hochzeit mit Lidia Giovine. Gemeinsam legen die Eheleute ganz in der Tradition der Familie Berta auch in der Destillerie von Beginn an das Hauptaugenmerk auf die Qualität. Das macht sich bemerkbar – schnell erwirbt

sich der ganz besondere Tresterbrand der Bertas einen Ruf bis ins Ausland. Paolo und Lidia freuen sich nicht nur über diesen Erfolg, sondern auch bald über Nachwuchs: 1956 wird Gianfranco geboren, 1960 Enrico. Beide Söhne wachsen wie alle Bertas in den Familienbetrieb hinein und übernehmen, als die Eltern 1990 in den Ruhestand gehen. Zehn Jahre zuvor haben sie ihrem Grappa noch ein besonderes Erkennungszeichen mitgegeben: Die Beuta Berta, eine eigens entworfene Flasche, prägt von nun an das Image mit. Dann ändert sich auch der Vertriebsweg: Der edle Brand in der besonderen Flasche ist nur noch exklusiv in der Gastronomie und kleinen Fachgeschäften zu haben. Das wird Aufgabe von Enrico, während Gianfranco die Produktion übernimmt und ihr im Laufe der Jahre seinen Stempel aufdrückt. Gianfranco gilt als Ausnahmetalent im Umgang mit dem Tresterbrand und gewinnt dazu die Herzen aller im gesamten Familienbetrieb. Denn Wachstum ist dem Betrieb unter der Führung des Gespanns Gianfranco und Enrico sicher. 2002 wird in Roccanivo, Casaletta die Mombaruzzo, eine neue Destillerie eröffnet – wieder ganz an die Familientradition angelehnt direkt im Anschluss an das angestammte Weingut der Vorfahren. Hier ist der Betrieb inklusive Museum und Gianfranco-Gedenkkeller bis heute zuhause.

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Die Villa Prato ist mit der Familie Berta aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Das ehrwürdige Gemäuer dient heute als exklusives Hotel

Noch ein Vermächtnis von Gianfranco und ein Ausweis des Bekenntnisses der Familie Berta zu ihrer Heimat-Region ist die Villa Prato in Mombaruzzo. Ein traumhafter Bau aus dem 18. Jahrhundert, dem die Familie Berta seinen alten Glanz zurück gibt. Denn gemeinsam mit dem wachsenden Ansehen der Region Piemont, die mittlerweile zum Unesco Welterbe ernannt ist, steigt auch die Nachfrage nach Unterkünften für die zunehmenden Besucherzahlen.

2007 erwerben die Bertas die restaurierungsbedürftige historische Anlage, um sie zu einem feinen Gästehaus umzubauen. Das Projekt dauert neun Jahre, so dass Gianfranco die Eröffnung 2016 nicht mehr miterlebt. Er hat aber seiner Familie auf den Weg gegeben: Stellt die Villa Prato fertig. Ein besonderer Auftrag für seine Ehefrau Simonetta, sie zeichnet persönlich für die Gestaltung des historischen Gemäuers in seiner heutigen Form verantwortlich.

Großzügige Räume, üppige Fresken, komfortable Zimmer und Suiten, aber auch traditionelle ausgetretene Steintreppen neben einem hochmodernen gläsernen Aufzug prägen die Villa Prato heute. In den uralten Gewölben ist mit viel Aufwand ein hochmoderner luxuriöser WellnessBereich mit unterschiedlichen Wasserbecken, Hammam und natürlich Sauna entstanden. Drei ganz unterschiedliche Restaurant-Bereiche verwöhnen je nach Wunsch und Geschmack die Gaumen der Gäste. Hier werden regionale Spezialitäten auf höchstem Niveau serviert und natürlich Grappa. Großzügige sonnenbeschienene Terrassen öffnen den Blick auf die historische Stadt und in die Landschaft des Welterbes Piemont.

Villa Prato Spa Die Grappa-Therapie: Aus Trauben lässt sich nicht nur Wein und edler Tresterbrand machen, sie dienen in der Villa Prato der Familie Berta auch als Grundlage für eine Schönheitstherapie. So werden natürliche Aktivwirkstoffe aus Trauben gewonnen und zur Herstellung von Bädern und Massagen, für Cremes und Packungen verwendet. Die Zimmer der Villa Prato sind individuell gestaltet – alle mit historischen Elementen

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Reise

Vertrauen ist einfach. Wenn man sich mit der richtigen Anlagestrategie auch bei niedrigen Zinsen Wünsche erfüllen kann.

Wenn’s um Geld geht

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Hell, freundlich und unkompliziert empfängt das Bistro im Essener Frischeparadies seine Gäste. Das Team garantiert dazu besten Service

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Essen & Trinken

ESSEN IM PARADIES Feinkost einfach genießen – das macht das neue Bistro im Essener Frische Paradies möglich. Kochkunst auf höchstem Niveau mit besten Zutaten ganz frisch aus dem eigenen Sortiment – das ist wahrhaft paradiesischer Genuss an der Lützowstraße.

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Essen & Trinken

Köstliches aus der Bistro-Küche: QSFP Milchkalbstafelspitz „mal anders“ mit Avocadosalat, Thunfischtartar und Sesam

Christoph Wlotzki, der Chef vom FrischeParadies in Essen strahlt, die neueste Errungenschaft ist ein absoluter Gewinn für den Feinkostmarkt. In dem schicken Bistro wird nicht nur köstliches Essen auf höchstem Niveau serviert, es macht gleichzeitig das hochwertige Lebensmittel-Angebot direkt erlebbar. „Wir zeigen hier, was sich aus den Lebensmitteln, die es bei uns gibt, so alles zaubern lässt“, lächelt Wlotzki. Dabei ist die köstliche Pause im Paradies auch noch denkbar unkompliziert: Nur fünf Minuten von der City entfernt, mit reichlich Parkplätzen direkt vor der Tür, bietet sich das neue Bistro auch für die perfekte Mittagspause an. Eine Bouillabaise mit Rouille, Austern oder ein Fischgrillteller stehen immer auf der Speisekarte des freundlichen GenussTreffpunktes, und dazu Hauptgerichte, je nach Jahreszeit oder aktuellem Angebot aus dem Markt. Mal Oldenburger Enten oder Lammfilet, mal Saat mit Zander, Hähnchen-Variantionen oder köstliche Kombinationen wie Blutwurst und

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Jakobsmuschel. Dafür verantwortlich zeichnen am Herd zwei Köche, die ihr Handwerk bestens verstehen: Der erfahrene Peter Gach, der in Essen und Mülheim, Köln und London in Häusern wie Interconti und Mövenpick kochte und sein Können dann viele Jahre dem FrischeParadies beim Warenmanagement zur Verfügung stellte, und der junge Nico Maslo, zuletzt Souschef Am Kamin in Mülheim. Beide, freut sich Wlotzki, ergänzen sich perfekt mit klassischer Handwerkskunst und neuen innovativen Ideen. Für das Wohlfühl-Feeling sorgen mit aufmerksamstem Service dazu Kirsten Bünger und Franziska Kordes. I-Tüpfelchen für alle, die auch noch beim kleinen Lunch nicht ohne ihren Laptop auskommen: An der Esstheke sind dafür sogar Steckdosen angebracht. Und wer im aktuellen Angebot der Karte für seinen Geschmack einmal nicht fündig wird, der hat im Bistro jeden Wunsch offen. „Wir haben ja alles selber vor Ort und sind nicht auf Lieferungen angewiesen“, erklärt Christoph Wlotzki. So wird die Möglichkeit auch zum Prinzip: An der Fleisch- oder Fischtheke, unter Salat oder Gemüse etwas auswählen und die BistroKüche zaubert daraus das Wunsch-Menu.

Ein guter Wein ist dazu selbstverständlich auch im Angebot. Umgekehrt wird ebenso ein Schuh daraus: Wer im Bistro ein Lieblingsessen genossen hat, findet all die passenden Zutaten anschließend auch im FrischeParadies. 46 Plätze im hellen unkomplizierten Ambiente stehen den Gästen Montag bis Samstag von 11 bis 15.30 Uhr für ein Essen im Paradies zur Verfügung – und weil hier Qualität oberstes Prinzip ist, hat sich das neue Angebot in der Stadt über die Kunden im Frischeparadies hinaus schon herumgesprochen. Außerdem gibt es wechselnde Themenabende, Kochkurse, Mitmach-Events und den Auftritt bekannter Gastköche. Und wer sich und seine Gäste einmal ganz exklusiv paradiesisch verwöhnen will, kann das Bistro auch für eigene Events buchen.

Experten-Talk an der Bistrotheke: Christoph Wlotzki mit Pino Siniscalchi und Koch Giovanni Mungiello vom Restaurant Casa Lodato


ESSEN IST UNS WICHTIG! Willkommen auf dem Handelsplatz der Metropole Ruhr.

Lützowstraße 10 • 45141 Essen • www.fze.de

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Er ist der Erste der dritten Generation: Marc Lenk kĂźmmert sich mit viel Herzblut in der Marktleitung um den Rewe-Familienbetrieb in Kettwig

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DER WEINGENUSSMANAGER

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Marc Lenk hat bei Rewe in Kettwig die richtigen Tipps für gute Tropfen und ein besonderes Stück Fleisch

Ein ausgesuchtes Stück Fleisch und dazu eine exklusive Flasche Wein – bei Rewe in Kettwig hat Marc Lenk den richtigen Tipp für die Feiertage, besondere Anlässe oder einfach mal für alle, die sich gerne etwas Gutes gönnen. Und der 32-Jährige weiß, wovon er dann spricht: Er ist ausgebildeter Weingenussmanager und dazu als absoluter Fleischliebhaber mittlerweile ausgewiesener Experte für den Bereich im Rewe-Familien-Betrieb im MarketCenter. In dieses Metier ist er buchstäblich hineingeboren, hat sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet und ist mittlerweile mit seinem Knowhow und Herzblut in der Marktleitung angekommen. Für Marc Lenk, den 1. Vertreter der 3. Generation in der Lebensmittel-Tradition der Familie, ist der elterliche Betrieb viel mehr als einfach nur ein Lebensmittelladen. Denn das ist sein Anspruch: Auch im Rewe-Verbund positioniert sich Lenk noch über das normale hochwertige Sortiment hinaus mit seinen ganz besonderen Angeboten als Premium-Markt. Die Fleischtheke ist dabei eine echte Passion für den erklärten Grill-Fan und begeisterten Koch. Gemeinsam mit dem Metzgermeister Peter Pikos kümmert er sich um das Top-Angebot für seine Kunden und hat immer zusätzlich zum Mainstream spezielle Highlights für Genießer parat. Und wenn Marc Lenk davon erzählt, gerät er selber ins Schwärmen. Zum Beispiel über das T-Bone-Steak vom Gut Bressau in Polen: „Argentinisch bekommt man überall, das

Besondere an diesem Färsenfleisch ist seine Herkunft“. Vielseitig genießbar ist das Fleisch vom Hüftsteak oder Entrecôte, entweder am Stück als wunderbarer Festtagsbraten oder als Steak geschnitten für die Liebhaber von Kurzgebratenem. Bei Rewe Lenk ist das als Simmentaler Fleisch zu haben, ebenso wie das Filet mit der französischen Herkunft Chateau Boeuf ein deutlich wertigeres als das Standard-Angebot. Weit mehr als den üblichen Standard hält der Familienbetrieb Lenk auch an der Obst- und Gemüsetheke bereit. Einmal pro Woche gibt es eine Lieferung direkt vom Pariser Großmarkt, darunter viele Exoten und ausgefallene Sorten. Okra-Schoten im Sommer oder gelber und lila Blumenkohl als köstliche Hingucker lachen den Betrachter an. Oder aktuell lose BlattClementinen. „Die sind einfach süß und lecker. Da dürfen die Kunden gerne mal kosten und lassen sich dann überzeugen, dafür ein wenig mehr Geld auszugeben“, hat Marc Lenk im täglichen Umgang erfahren. So hat er auch in all den Jahren im Gespräch mit seinen Kunden das richtige Gespür für das entwickelt, was zu den jeweiligen Menschen gut passt. Erfahrung bringt Marc Lenk dafür wirklich mit. Er ist nicht nur in Bochum in den vom Großvater gegründeten Familien-Betrieb buchstäblich hineingeboren, sondern hat in den Geschäften seines Onkels in Bochum, Witten, Hattingen und Sprockhövel sechs Jahre gearbeitet, bevor er 2014 in den elterlichen Betrieb nach Kettwig kam. Und

hier hält er vor allen Dingen das Gedenken an den Großvater aufrecht: „Opa hat zu Weihnachten immer eine ganz besondere Flasche Wein aufgemacht, einen französischen Chateau Belgrave. Der ist nicht nur Der Großvater hat wegen meiner per- ihn immer zum sönlichen Erinne- Weihnachtsfest gerung wirklich etwas nossen: Ein Chateau Außergewöhnliches Belgrave und mein FesttagsTipp für meine Kunden“, lächelt Marc Lenk. Der sich dieses Urteil nach seiner Ausbildung zum Weingenussmanager und Weinberater für deutsche und ausländische Weine auch wirklich erlauben kann. In der Marktleitung kümmert sich der 32-Jährige natürlich nicht nur um bestes Fleisch und auserlesenen Wein, sondern hat alles immer im Blick. Das Geschäft in Kettwig, vor 20 Jahren von Vater Thomas Lenk gegründet, hat mit seinen 1700 Quadratmetern ein ganz besonderes Flair und einen eigenen Charakter. Die Gänge sind mit Straßennamen aus Kettwig ausgeschildert – das dient nicht nur der Orientierung sondern schafft auch Heimatgefühle. Denn die gehören für Marc Lenk ebenso wie das Bekenntnis zur Familientradition einfach absolut dazu.

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Eine kleine Auswahl aus dem REWE LENK Sortiment: Hüftsteak „Simmentaler“ Rind

Entrecôte „Simmentaler“

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T-Bone Steak „Gut Bressau“

Filet Steak „Château Boeuf“

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LewensL ust Es ist wirklich eine Lust, wenn die große Tür am Kennedyplatz 5 in Essen aufschwingt und den Blick in das schicke neue Restaurant freigibt. Und der betörende Duft nach köstlicher Küche prompt signalisiert: Hier ist der Name Programm. LewensLust ist die pure Lust am Leben. Ein neues Steakhaus mit der Kombination von Steak & Wine. Und noch viel mehr als einfach ein Steakhaus: Ein kulinarisches Erlebnis der außergewöhnlichen Art. Für Menschen mit der Lust am Genuss.

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Modern und schick ist das Ambiente im Restaurant „LewensLust“ am Kennedyplatz in Essen, das die Gäste mit Steak & Wine verwöhnt

In Essen hat das brandneue Konzept für LewensLust Premiere. Hier im Herzen der Stadt dürfen sich die Gäste in dem ganz besonderen Restaurant rundum verwöhnen lassen. Maßstab für das Team ist dabei immer die „Liebe zum Guten“ – ob beim hochklassigen Fleisch oder beim LewensLust Wein, der auf dem eigenen Weingut La Providence in Südafrika gekeltert wird. Dort im Franschoek-Tal liegt auch die Wurzel für das neue kulinarische Konzept. Es kombiniert die typische Vorliebe für gegrilltes Fleisch und hochwertigen

Wein und präsentiert beides in einer ganz besonderen Atmosphäre. Über 100 mal LebensLust im Innenraum – denn soviele Plätze bietet das neue Restaurant am Kennedyplatz. Für den schnellen Mittagslunch, in einer ruhigen Ecke für ein Business-Essen, für den fröhlichen Abend mit Freunden. Und da haben nicht nur Fleisch-Freunde ihre echte Lust am Angebot: Von köstlichen Suppen und Vorspeisen über ausgesuchte Salate, Pilzrisotto und Grillgemüse-Tortellini bis zum verführerischen Dessert ist für jeden

Etwas dabei. Und natürlich die Steaks und Burger mit den besten Fleischqualitäten aus Irland, den USA und Argentinien. Dazu gibt es Beilagen in großer Vielfalt – und immer im eigenen Schälchen. So kann jeder am Tisch einfach alles probieren, weil essen auch kommunikativ sein soll. „LewensLust steht für Lifestyle und Leichtigkeit“, erklärt Operation Manager Jan Schröder. Und das alles wird er von Essen aus in die ganze Republik tragen.

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Natur zählt für die Stiftsquelle, die in Dorsten sprudelt und mitten im Revier in einem grünen Umfeld echtes Bio-Wasser aus großer Tiefe zu Tage fördert

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DAS BIO-WASSER AUS DEM REVIER Aus einem Boden, in dem pechschwarze Kohle lagert, in einem Revier, in dem der Stahl zuhause ist, da gibt es eine Quelle, die spendet Wasser, so rein, dass es fast schon wie ein Wunder erscheint. Wasser, zertifiziert als Bio-Wasser, gefördert in Dorsten von der Stiftsquelle. „Natur“, lächelt Inhaber Michael Brodmann, „ist unsere Quelle“.

Eigentlich passt der Ursprung dieser Stiftsquelle ja viel besser zum Image des Reviers mit Kohle, Stahl und Bier, als ein Wasser heute. Es ist das Jahr 1894, als Johann Spielmann in Essen-Stoppenberg den Grundstein für die Firma legt. Damals holt er mit Pferdegespannen Bier in Holzfässern aus Dortmund ab, füllt es zuhause in Flaschen um, und verkauft den beliebten Gerstensaft. Als der Vater früh stirbt, muss sein Sohn Johann nach dem I. Weltkrieg mit nur 14 Jahren übernehmen. Ihm folgt als 3. Generation das Ehepaar Heinz und Magdalene Brodmann. Und weil der Betrieb in Stoppenberg im Schatten der Stiftskirche steht, bekommt er in den 1960er Jahren den Namen Stiftsquelle. Ebenso heimat- wie traditionsverbunden sind die Unternehmer von Beginn an aber auch auf Modernisierungskurs: Schon in den 1920er Jahren gibt es beim Johann Spielmann-Getränkevertrieb eine automatisierte Abfüllanlage für Flaschen, nach dem II. Weltkrieg ist ein Opel Blitz statt der Pferde-Fuhrwerke für die Auslieferung im Einsatz. Zu dem Bier kommt orangefarbene Limonade: Mit einer Lizenz stellt das Famlien-Unternehmen bis in die 1970er Jahre Sinalco für den Verkauf her. Und in Essen wird ein Brunnen gebohrt und eigenes Wasser gefördert – nun gibt es die eigene Quelle, die Stiftsquelle. Die sprudelt so gut, dass der Standort in Stoppenberg dank der erfolgreichen Firmengeschichte schließlich zu klein wird. Der Familienbetrieb mit Michael Brodmann in der 4. Geberation und seinem Sohn Sebastian sucht nach einem neuen größeren Standort.

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Michael Brodmann führt das Familienunternehmen Stiftsquelle in 4. Generation und ist dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet

Voraussetzung: Auch dort muss Wasser sprudeln, das dem Anspruch gerecht wird – „Naturgut“, so heißt auch der Slogan, soll es sein. Und was unvorstellbar scheint mitten in dieser von Industrie geprägten Region, wird wahr: In Dorsten, an der Buerer Straße, werden die Fachleute auf der Suche nach dem richtigen Quell bei ihren Probebohrungen fündig. Hier ruhen in 180 Meter Tiefe große Vorräte, die im Wortsinn biologisch rein sind. Das jedenfalls bestätigen Experten nach unzähligen chemischen und mikrobiologischen Labortests.

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Das Wasser erfüllt nicht nur alle Ansprüche an ein traditionelles Mineralwasser, sondern wird auch zur Zubereitung für Baby-Nahrung empfohlen und in Teilen sogar als Bio-Wasser zertifiziert. Michael Brodmann, dem für die gesamte Stiftsquelle das Prinzip der Nachhaltigkeit absolut wichtig ist, kennt das Geheimnis: Das Wasser fällt auf die Erde und durchläuft nach und nach viele Gesteinsschichten. Quartär, Bottroper Mergel, Osterfelder Sande und Recklinghäuser Sandmergel stapeln sich in Dorsten bis in 180 Meter Tiefe, und sie alle

reichern das Wasser mit wertvollen Stoffen an. Unendlich lang dauert dieser Prozess, „die Wasservorräte tief in der Erde sind Jahrhunderte, vielleicht ein paar tausend Jahre alt“, weiß Brodmann. Hier fördert die Stiftsquelle das LebensElixier, aber mit Augenmaß. Der unterirdische Brunnen wird nicht über Gebühr ausgebeutet (übrigens auch ein Kriterium für das Bio-Siegel) und dann biologischdynamisch weiter verarbeitet. Nachhaltigkeit, das bedeutet bei der Stiftsquelle auch kurze Wege: Von der Quelle bis zur Verarbeitung und bei der regionalen Vermarktung. Dafür gibt es viele Arbeitsplätze in der Region. Der Betrieb bildet aus, um die eigenen Fachkräfte vor Ort zu haben. Und es gibt eine Kooperation mit dem Franz Sales Haus, durch die Menschen mit Handicap im Dorstener Betrieb der Brodmanns ihren Platz finden. Michael Brodmann und seinem Sohn Sebastian ist das alles wirklich wichtig. Klar, dass E-Autos mit der eigenen Ladesäule vor dem Eingang und dem Leitspruch „Natur ist unser Antrieb“, dazugehören. Gespeist aus der riesigen PhotovoltaikAnlage, die auf dem Firmendach die Sonnenenergie einfängt und dem Betrieb so immerhin ein Drittel des notwendigen Stroms zur Verfügung stellt. Klar für Michael Brodmann auch, dass er nicht alleine seine Überzeugungen pflegt, sondern sich in einem regionalen Netzwerk aktiv dafür einsetzt. Zum Beispiel bei den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben. Da geht es dann um die Nitratbelastung des Bodens, die irgendwann einmal im Wasser ankommen würde - auch wenn das erst in Jahrhunderten soweit ist. Heute ist das Wasser aus der Tiefe in Dorsten sauber. „Naturgut“ eben die ursprüngliche Stiftsquelle. Und bio-zertifiziert das neue Landpark-Wasser, das dem Versprechen „Natur ist unsere Quelle“ Ehre macht. Wo es gefördert wird, da grasen Schafe, denn es ist grün. Es gibt Steine und Rückzugsräume für Insekten. In Dorsten an der Buerer Straße. „Wir wollen zeigen: Natürliches Leben gibt es überall, nicht nur im Allgäu“, erklärt Michael Brodmann. Sondern hier zuhause vor der Tür. Im Revier wissen Menschen, die mit Lebensmitteln beruflich umgehen, das zu schätzen. Wie Sternekoch Björn Freitag. Der serviert seinen Gästen das Wasser aus der Heimat. Und die ist natürlich in Dorsten.


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relli

Köstlich und frisch: Ein Wrap gefüllt mit Hähnchen-Streifen, vielerlei Gemüse und leckeren Dips. Die Kugel Mango-Eis von den Köchen aus dem Relli 10 – der perfekte Nachrisch.

Und viel Liebe im Detail, die hat Kai Dexling als „Vater“ und Ideengeber des neuen Deli mitgebracht. Dabei weiß der Mann genau, wie es geht. Das Kochen hat er einmal in der Zwei-SterneKüche von Helmut Ammann in Hannover gelernt. Heute inspiriert er mit dieser Erfahrung als Regionalleiter Nord die innogy Gastronomie. Und wenn Kai Dexling sich im Relli 10 umsieht, dann strahlt er. „Hier drin steckt alles, wofür innogy steht: Regionalität und Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Innovation.“ Dass das kein leeres Versprechen ist, zergeht den Gästen täglich buchstäblich auf der Zunge. Vegetarische Focaccia, vor den eigenen Augen nach Wunsch belegt, oder ein Panino Sweet Chicken gefüllt mit Hähnchenbruststreifen, Mozzarella, süßem Senf, Paprika, Mayo und natürlich frischem Oregano und Rucola – die Zutaten dafür stammen durchweg aus fairem regionalen Handel, erklärt David Mühlhauser seine Kreation. Eigentlich hat der Mann seinen Platz als stellv. Küchenchef in der großen innogy-Kantine, doch in das kleine neue Pflänzchen, das er nun mit zum Blühen bringen darf, hat

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er sich prompt verliebt. Das Relli 10 ist ebenso modern wie neudeutsch „vintage“, also eher im „gebraucht Look“. Und auch das kommt nicht von ungefähr, schließlich ist auch bei der Einrichtung alles auf Umwelt ausgerichtet. Die Holzplatten der langen Tische könnten viele Geschichten erzählen, „das waren einst Schreibtische in den RWE-Vorstandsbüros“, schmunzelt Kai Dexling. Das Einweg-Besteck passend zum Top-To-Go-Laden ist auch aus Holz, die Speisen sind mit Kreide auf klassische Tafeln geschrieben. Morgens um 7.30 Uhr öffnet der neue Snack-Treff und lockt die Menschen auf dem Weg vom Hauptbahnhof zu den benachbarten Büros mit dem aromatischen Duft von frischem Kaffee. Der ist ebenso wie Tee und Kakao ausschließlich Bio und aus fairem Handel. Weil das Standard bei der innogy Gastronomie GmbH ist, hat es die erste Fair-Trade-Zertifizierung überhaupt für Unternehmens-Gastronomie bekommen, unterstreicht Kai Dexling nicht ohne Stolz. Der Preis für die Gäste bleibt dabei ebenso fair: Ein kleiner Kaffee wird genau wie Kakao für 1,50 € serviert, den Bio-Tee gibt es für 10 Cent mehr.


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Klingt wie eine Rennstrecke, duftet wie ein Gourmetlokal – und hat tatsächlich von Beidem etwas: Das neue Deli „Relli 10“ vereint einen modernen To-Go-Laden mit anspruchsvoller frischer Küche. Mit Zutaten aus regionaler, ökologischer Produktion und Qualität auf höchstem Niveau. Ein gesundes Frühstück, ein frischer Lunch, ein schneller nahrhafter Snack, ein Päckchen echte Bio-Eier oder Kartoffeln vom regionalen Bauern Kallen– an der Rellinghauser Straße 10 steckt Bio im Essen.

Zum Reinbeißen: Bagel mit Salat, Tomate und Mozzarella. Der gesunde Imbiss schmeckt Teresa Jäschke

In den Genuss des Angebotes kommen innogy-Mitarbeiter, aber nicht nur. Das Relli 10 öffnet seine Türen für alle, die Lust auf die etwas andere Pause mit dem Bewusstsein für Frische, Ökologie und Qualität haben. Das belegte Brötchen zum Frühstück, der appetitliche Bagel, knackige Salatkreationen oder warme duftende Wraps, Focaccia oder Paninis – das Angebot trifft ganz offenbar den Nerv vieler Menschen. Mittags wird es voll im kleinen

Deli, ein paar Sitzgelegenheiten und einige Plätze am Stehtisch sind für diejenigen da, die ihr Essen nicht nur abholen möchten. Anschließend eine Kugel Eis – knallorange aus Mango zum Beispiel, weil es in die Jahreszeit passt. Wer nicht nur essen, sondern auch einkaufen will, wird auch im Relli 10 fündig und trägt Waren mit dem besonderen Etwas nach Hause. Gegen den Durst hilft Josy: Bier und Brause aus der Behindertenwerkstatt. Oder Apfelsaft, sortenrein aus Elstar, vom regionalen Obsthof Dyck. „Geschmack – Championsklasse“, urteilt Kai Dexling mit seiner Sterne-Erfahrung. Milch von der Hofkäserei aus Fröndenberg gibt es zum Mitnehmen oder im Milchreis, den das Team vom Relli 10 für seine Gäste zaubert. Auch zu haben: Kartoffeln vom extra ausgeschilderten Feld des regionalen Landwirts, das man auch vor Ort besuchen kann. Mehl aus der Öko-Mühle, Apfelchips, oder beste Pasta. Natürlich regional von einer Manufaktur aus Mülheim. Durch die Bank erschwinglich: „Fairer Preis für ein faires Angebot“, ist Kai Dexling wichtig. Seine Ideen für diesen ganz besonderen Laden gehen noch längst nicht aus. Eine Co-

Kai Dexling hat den besonderen Kaffee: Diese Bohne ist bio plus fair trade und so auf dem „normalen“ Markt gar nicht zu haben

Working-Area für die ganz andere Arbeitsatmosphäre, zum Beispiel. Gebaut wird die im Nebenraum mit eigener Handarbeit. Und dann ist da noch der große Keller. Daraus lässt sich eine Menge machen. Doch das braucht Zeit. Solange dürfen die Gäste das Relli 10 oberiridisch genießen. Und können es auch mieten. Für ein Firmen-Meeting oder ein After-Work-Event. Oder für einen Kindergeburtstag. Mit süßen Waffeln und Eis. Garantiert Bio.

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Mittags um 12 ist die Welt zu Gast im Relli 10: Hier hat sich Djanat Ndaiysaba gerade perfekt auf dien Ansturm zur Mittagszeit vorbereitet

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Auch der Herbst kann mit einem Glas Rotwein schön sein

hans martz trifft MARKUS DEL MONEGO Der Weltmeiser der Sommeliers 1998, Master of Wine, mehrfacher Sommelier des Jahres, Master of Sake, Ambassador der Accademia del Barolo, Ambassadeur des Ordre des Coteaux de Champagne, erfolgreicher Unternehmer und Autor zahlreicher Bücher wohnt in Essen. Mit dem „Master“ und gefragten „Genussexperten“ sprach Hans Martz* über eine Welt, in der Wein und die Weinkultur eine wichtige Rolle spielen. * Vorsitzender des Freundeskreises Theater und Philharmonie Essen e.V.

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Hans Martz: Herr Del Monego, Sie sind Weltmeister aller Sommeliers, Master of Wine, mehrfacher Sommelier des Jahres, anerkannter Genussexperte und vieles mehr - gibt es in ihrem Leben noch etwas, was Sie gerne erreichen möchten? Markus Del Monego: Die für mich wichtigen beruflichen Auszeichnungen habe ich erreicht und ich möchte auch weiterhin in der Weinwelt erfolgreich sein. Dabei trage ich mich aber nicht mit dem Gedanken, beispielsweise ein eigenes Weingut zu eröffnen. Da gibt es Menschen, die berufener sind.

Hans Martz: Was ist ihr größtes Ziel als Weinexperte? Markus Del Monego: Menschen mit Wein ein bisschen glücklicher zu machen! Hans Martz: Welches war die für Sie wichtigste Auszeichnung? Markus Del Monego: Die beiden wichtigsten Auszeichnungen sind für mich der Sommelier-Weltmeister und der Master of Wine. Diese beiden Titel zu werten ist jedoch schwierig, denn die SommelierWeltmeisterschaft ist die anspruchsvollste Herausforderung der gastronomischen Welt, während die Prüfung zum Master

of Wine in der Weinwelt die vermutlich schwierigste Aufgabe ist und detailliertes Wissen über Wein (Geschichte, Önologie, Anbaugebiete, Terroir, Rebsorten, sensorische Aspekte) verlangt.. Hans Martz: Sie haben einmal gesagt: „Wein ist meine Leidenschaft“. Was war der Auslöser dafür, dass Sie Sommelier geworden sind? Markus Del Monego: Das war ein Ferienjob im Mövenpick-Restaurant in Weil am Rhein 1983. Als ein amerikanischer Gast eine Flasche besten Rotweins mit Zucker „verbessern“ wollte, war ich so geschockt,

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dass ich ihn nicht mehr bedienen wollte. Die Restaurantleiterin wies mich aber auf die unterschiedlichen Geschmackspräferenzen der Menschen hin und versprach mir ein Weinseminar, sollte der Gast das Restaurant zufrieden verlassen. Das Versprechen hat sie eingelöst und von dem Moment an bin ich der Faszination für dieses Thema erlegen. Hans Martz: Gibt es etwas, dass sie heute in ihrem Leben anders machen würden? Markus Del Monego (überlegt lange): Was meinen Beruf und meine Partnerschaft angeht, sicher nicht und die beruflichen großen Entscheidungen würde ich heute auch ähnlich treffen. Aber wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich gerne mehr mit der Kunst, der Kultur und der Musik beschäftigen. Hans Martz: Del Monego, das hört sich nach italienischen Wurzeln an. Stimmt das? Markus Del Monego: Ja, mein Urgroßvater ist 1906 aus einer kleinen Provinz nördlich von Venedig, aus Belluno/Dolomiten, nach Deutschland ausgewandert. Hans Martz: Viele Menschen würden gerne mit ihnen tauschen und täglich nur die allerbesten Weine trinken und die weltberühmten Chateaus im Bordeaux besuchen. Macht es immer nur Spaß oder ist das manchmal auch harte Arbeit? Markus Del Monego: Beides trifft zu. Es ist eine Arbeit, die viel Spaß macht, aber teilweise auch hart sein kann. Es gibt schließlich qualitativ sehr unterschiedliche Weine, angefangen von hervorragenden Tropfen bis hin zu fehlerhaften Flaschen. Die wichtigste Aufgabe meiner Firma caveCo ist dabei, für jeden Kunden und jeden Geldbeutel eine entsprechend saubere und gute Qualität zu sichern. Dabei muss guter Wein kein Vermögen kosten. Eines ist aber sicher: ein schlechter Wein ist immer zu teuer, egal wie wenig er kostet. Und im Übrigen: Guter Geschmack ist keine Frage des Preises. Guter Geschmack fängt da an, wo Beliebigkeit aufhört. Hans Martz: Wie muss man sich so ein Wein-Tasting bei ihnen vorstellen? Markus Del Monego: Das ist ein sehr komplexer Prozess und ziemlich unromantisch. Wir sind ein Team von 16 Verkostern, die alle zertifiziert sind und es wird immer blind verkostet. D.h. die Verkoster sehen weder die Flasche noch den Wein, sondern nur das eingeschenkte

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Hans Martz und Markus Del Monego auf der Suche nach einem guten Rotwein

Glas. Alles läuft in einem qualitätsgesicherten Prozess unter Laborbedingungen ab, denn wir müssen reproduzierbare Ergebnisse erzielen. Wir testen mindestens im 8-Augen-Prinzip, wobei es sich bei allen Verkostern um absolute Profis handelt, die sehr viel Erfahrung mitbringen. Alle Ergebnisse werden protokolliert und können so jederzeit nachvollzogen werden. Hans Martz: Sie sind welt- und redegewandt, 4 sprachig ziemlich perfekt und mit hoher Expertise – das macht Sie zu einem international begehrten Ratgeber i.S. Wein. Woher kommt diese Sprachbegabung? Markus Del Monego: Ich bin in einer dreisprachigen Region mit Dialekt aufgewachsen und meine erste „Fremdsprache“, die ich im Kindergarten lernen musste, war Hochdeutsch. Danach kamen dann in der Schule Französisch, Englisch und Latein dazu und da ich nun mal italienische Wurzeln habe, wollte ich aus hier einigermaßen sattelfest sein und habe italienisch gelernt. Durch meinen Beruf, der mich in die ganze Welt führt, bin ich jetzt ziemlich sprachsicher. Hans Martz: Sie sind ein erfolgreicher Berater und Unternehmer – ein für Sommeliers eher ungewöhnlicher Schritt – was hat Sie bewogen, diesen Weg zu gehen und nicht in einem Drei-SterneRestaurant zu arbeiten?

Markus Del Monego: Wein macht nicht nur im Dreisternetempel Spaß, sondern soll auch den Alltag ein wenig angenehmer machen. Schließlich hat jeder Konsument ein Anrecht auf ein ordentliches Glas Wein. Hans Martz: Ihre Weinbeschreibungen sind legendär – wovon lassen sie sich dabei inspirieren? Markus Del Monego: Es gibt keine „eindeutige“ Weinsprache, wir arbeiten mit Vergleichen. In einer visuell geprägten Zeit wie heute spielen die Bilder dabei eine große Rolle. Wenn aufgrund einer Weinbeschreibung ein lebendiges Bild entsteht, kann sich der Gast etwas darunter vorstellen. Dabei ist die moderne Bildsprache von Vergleichen mit Früchten und Pflanzen geprägt, Frische und Jugend sind Trumpf. Heute haben wir eine andere Aromenpräferenz als beispielsweise im 19. Jahrhundert. Damals standen häufig Wildgerichte auf dem Speiseplan und so hatte die Weinsprache viele Parallelen zur Sprache der Jagd. Hans Martz: Warum ist es so schwierig, eine Prognose für einen neuen Jahrgang zu machen? Markus Del Monego: Wenn man einen jungen Wein verkostet, hat man nur diese eine Basisinformation, wir sehen den jungen Wein also quasi im Rohzustand. Die Aromen sind noch nicht voll entwickelt. Je mehr Erfahrung man aber hat, das


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heißt, je mehr Weine man verkostet und über den Lebenszyklus begleitet, umso sicherer wird eine Prognose. Hans Martz: Was war der beste Wein, den sie je getrunken haben? Markus Del Monego: Das ist eine ganz schwierige Frage. Meine Philosophie ist: Der beste Wein ist der Wein, der in der jeweiligen Situation am besten passt. Oder – anders gesagt: Jeder Wein, der die Situation besonders macht. Hans Martz: Heute werden viele große Weine gefälscht. Was sagen sie zu dem Thema: Plagiat oder Fälschung? Markus Del Monego: Weinfälschungen sind kein neues Thema- das gab es schon im alten Babylon. Aber in Zeiten, in denen ein großer Bordeaux durchaus teurer als ein € 500,- Schein sein kann, ist es natürlich viel einfacher, den Wein als den Schein zu fälschen. Hinzukommt, dass aus dem asiatischen Markt eine riesige Nachfrage nach den Top-Ikonen der Weinwelt kommt und somit der Anreiz für Fälscher deutlich gestiegen ist. In der Realität wird sogar für leere Originalflaschen manchmal ein hoher Preis geboten, um damit Fälschungen auf den Markt zu bringen. Daher: Bitte nur bei einem seriösen Händler kaufen! Hans Martz: Was kann man dagegen unternehmen? Markus Del Monego: Die großen Weingüter haben dieses Problem natürlich längst erkannt und arbeiten mit verschiedenen Methoden (codierte Versiegelungen, nicht sichtbare Kennzeichnungen der Originalflaschen usw.) daran, Fälschungen zu verhindern. Hans Martz: Sie beraten u.a. auch die Lufthansa in der first-class – verändert sich das Geschmackserlebnis oder gar der Wein selbst in 10.000 Meter Höhe? Markus Del Monego: Ja, ganz eindeutig und inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt. In dieser Höhe herrscht Tiefdruck, ein Luftdruck wie auf 2300 Metern Meereshöhe. Dadurch wird die Wahrnehmung der Aromen schwächer. Gleichzeitig spüren wir die Beschleunigung des Flugzeugs und die Vibration, das Geschmacksempfinden wird verändert. Wir nehmen Aromen, Zucker und Alkohol weniger intensiv wahr. Deshalb ist hier ein kräftigerer Wein oftmals der richtigere. Hans Martz: Wenn Sie bei einer der großen Primeurproben im Bordeaux sind, wieviel Weine stehen dann auf dem Probiertisch?

Markus Del Monego: Bis zu 150 Proben pro Tag, 800 Proben in der Woche – da muss man schon eine gute Konstitution haben. Hans Martz: Sie gehen in den berühmten Weingütern und Chateaus ein und aus und sind dort mehr als ein gern gesehener Gast – in vielen Chateaus gehören sie fast zur Familie. Worauf führen sie dieses enge Verhältnis zurück? Markus Del Monego: Ich bin in jungen Jahren immer viel gereist und habe die Weinregionen erkundet. Diese Kontakte habe ich insbesondere in Europa immer gepflegt. Ich kenne viele Winzer und ihre Familien aus dieser Zeit persönlich und es ist wunderbar, dass hier über die Jahrzehnte viele freundschaftliche Verbindungen gewachsen sind, die heute unbezahlbar sind. Hans Martz: Was war für sie das größte Weinerlebnis? Markus Del Monego: Die Frage kann ich ganz eindeutig beantworten. Das ! emotionalste Weinerlebnis hat erst vor kurzen stattgefunden. Ich durfte einen Rüdesheimer Apostelwein aus dem Jahre 1727 trinken, der auch nach 6 Stunden im Glas noch unheimlich komplex war. Ein solches Ereignis hat man wahrscheinlich nur einmal im Leben. Es gibt sie also noch, die kleinen Wunder. Hans Martz: Sie sind ja nicht „nur“ Sommelier, sondern auch Experte auf dem Gebiet der Sensorik. Was müssen wir uns unter einem „Díner Sensorique“ vorstellen? Markus Del Monego: Das ist ein Spiel mit den Sinnen und dabei nähern wir uns der Frage, wie man die einzelnen Geschmackskomponenten auf der Weinseite mit den Speisen zusammenbringt. Hans Martz: Obwohl sie ständig in der ganzen Welt unterwegs sind, gibt es einen Ort, an dem sie besonders gerne sind? Markus Del Monego: Ja, ich bin gerne Zuhause in Essen-Heisingen, das ist für mich ein ganz wichtiger Ruhepol oder in meiner alten Heimat Weil am Rhein. Hans Martz: Sie verstehen ja nicht nur etwas von Wein, sie sind auch als bislang erster Sommelier überhaupt auf „Blair Castle“ in den schottischen Highlands feierlich in den exklusiven Kreis der „Keepers oft he Quaich“ aufgenommen worden. Was hat es damit auf sich? Markus Del Monego: Die Keepers halten die Tradition des schottischen National-

getränks aufrecht. Whisky hat mich immer fasziniert und ich habe diese große Ehre gerne angenommen, viele Freunde in Schottland gefunden und ein gutes Netzwerk dort aufgebaut. Hans Martz: Wenn Sie gerade einmal nicht unterwegs sind, um Wein zu probieren oder eines Ihrer berühmten „Diner Sensorique“ zu zelebrieren, sieht man Sie häufig in der Philharmonie. Sind Sie deshalb vor einiger Zeit Mitglied im Freundeskreis Theater und Philharmonie geworden? Markus Del Monego: Wein ist ja auch ein Stück Kultur und gehört für mich ebenso zu einer kulturellen Prägung wie Musik und Malerei. Ich möchte keines dieser Dinge missen und erfreue mich an allem, was die Lebensfreude anspricht. Der Freundeskreis ist für mich eine wichtige Quelle für Neuigkeiten und informative Tipps. Da ich oft unterwegs bin, fehlt mir manchmal die Zeit, mich hier zu informieren. Der Freundeskreis ist mir daher eine wichtige Quelle für Neuigkeiten und informative Tipps. Hans Martz: Woran sollte sich ein „NichtExperte“ beim Weinkauf orientieren? Markus Del Monego: Probieren geht über Studieren. Hans Martz: Welche Lebensweisheit würden Sie unseren Lesern gerne mit auf den Weg geben? Markus Del Monego: Das Leben ist zu kurz, um den falschen! Wein zu trinken.

Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V. 1852 haben sich die Träger bester Essener Namen zusammengetan, um dem „Verlangen nach dem Besitz eines kleinen Theaters Ausdruck zu verleihen. In der Fortführung dieses bürgerschaftlichen Engagements setzt sich der Freundeskreis seit mehr als 30 Jahren für die Erhaltung von Kunst und Kultur in Essen ein und trägt dazu bei, das kulturelle Niveau des Aalto-Theaters, der Philharmonie und des Grillo-Theaters auf europäischem Spitzenniveau zu halten. Zahlreiche Essener Unternehmen, Privatpersonen und wichtige Repräsentanten der Stadt Essen sind Mitglieder des Kreises. Kontakt: Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V. Tel.: 0201-8001004 oder Email: info@freundeskreis-tup.de

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IM EINSATZ FÜR WEIN UND UMWELT Ein Mann – Winzer, Familienoberhaupt und Unternehmer mit dem Gefühl für die eigene ganze besondere Verantwortung. Verantwortung für die Menschen, die ihm anbefohlen sind und für die Umwelt. Das ist Miguel Torres. Spaniens bekanntester Weinproduzent.76 Jahre alt und noch immer Tag für Tag unterwegs im Sinne seiner Mission: Den Menschen besten Wein zu schenken und dabei zusätzlich das Klima dieser Welt nicht weiter zu belasten. Damit bei allem Fortschritt die Lebensgrundlagen für Menschen und für Wein auch künftig erhalten bleiben.

Miguel A. Torres machte die 1870 gegründete Bodegas Torres, die nun schon in der fünften Generation als Familienbetrieb geführt wird, weltweit bekannt.

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Er ist eher schmal und dennoch entsteht eine eigene Aura, wenn Miguel Torres einen Raum betritt. Die umweht den Mann, der nicht nur Präsident eines der traditionsreichsten spanischen Weinproduzenten ist, sondern auch sein Herz für den Klimaschutz entdeckt hat. „Schon heute haben wir in den europäischen Weinbauregionen 50 Prozent weniger Ertrag als Folge des Klimawandels“, sagt Torres und erschöpft sich eben nicht darin, diesen Zustand einfach zu beklagen. Vielmehr hat er längst erkannt, dass und wie er in seinem Bereich auch seinen Beitrag für eine künftig heilere Umwelt leisten kann. Dafür geht der 76-Jährige auf Tour, macht Halt in Köln und erklärt den Freunden seiner edlen Tropfen nicht nur den Charakter des Weins, sondern auch seine eigene Umweltmission. Auf Deutsch – denn seit 50 Jahren ist Miguel Torres verheiratet mit einer Deutschen. „Das war die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe“, schmunzelt er, wenn er von seiner Ehefrau Waltraud erzählt. Die kam einst mit einer Freundin zum Urlaub nach Spanien. In einer Flamenco-Bar begegnen sich die Beiden zum ersten Mal – und schnell ist klar, dass der junge Spanier seiner neu entdeckten Liebe in ihre Heimat nach Frankfurt hinterher reist. Das war 1964 und es wird der Grundstein für eine lebenslange Liebe, für eine glückliche Beziehung. Zwei Jahre später hält das Paar Hochzeit, Waltraud wird in die Familie der Torres mit offenen Armen aufgenommen. „Sie ist auch katholisch, das war ganz wichtig für meine Eltern“, schmunzelt der

D.O. Costers del Segre - Anbaugebiet für die Rebsorten Cariñena, Garnacha und Syrah für Purgatori von Bodegas Torres. Blick in die Zukunft: Familie Torres

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heutige, der mittlerweile selber Vater von zwei Töchtern, einem Sohn und sieben Enkeln im Alter von fünf bis 22 Jahren ist. Waltraud ist mittlerweile längst in Spanien zuhause, pflegt weiter die Leidenschaft zum Flamenco und ist Künstlerin. Dabei hat sie die besondere Beziehung der Familie Torres zu Deutschland begründet und den Markt für die Weine aus Spanien aufgebaut. In Deutschland lebt auch noch die Verwandtschaft, über die Miguel Torres neben den Geschichten über seinen Wein auch gerne in Köln erzählt: „Hier lebt Irmi, die Schwester meiner Frau“. Auch das kommt nicht von ungefähr: Dem großen Unternehmenslenker sind Menschen ein besonderes Gut. Die Menschen in seiner eigenen Familie: Ehefrau Waltraud, die Töchter Anna und Mireia, Sohn Miguel, Schwester und Marimar, Bruder Juan Maria und Nichte und Neffen stehen gemeinsam für die Geschicke der Firma Torres ein. Und die Menschen in eben jener Firma, 1300 sind es weltweit. Sie zählen mehr, als ihre reine Arbeitskraft, bilden gemeinsam die große Firmenfamilie. „Das ist unsere DNA“, sagt Miguel Torres, der seit vielen Jahren mit all seinen Arbeitern einmal pro Monat gemeinsam in der Kantine Linsen und Salat isst und ihnen einfach zuhört. So nimmt er ihre Sorgen ernst und bekommt obendrein unglaublich viel zurück: Ideen für einen

Klima-und Umweltschutz liegt Miguel A. Torres sehr am Herzen.

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besseren Ablauf, die genau dort entstehen, wo auch die Arbeit gemacht wird. Das weiß der oberste Chef zu schätzen – und seine Mitarbeiter auch. Längst hat der Sohn diese Tradition übernommen. Im Grundsatz, beschreibt Torres, „ist es wie eine Straße, die von unseren Mitarbeitern entlang der vielen Projekte zur Familie führt“. Wer einmal bei Torres angefangen hat, soll dort auch bis zu seinem Lebensende arbeiten, ist Bestandteil dieser DNA. Wertschätzung für die Menschen und für die Umwelt ergänzen sich bei Torres zur Familien- und Firmen-Philosophie des mittlerweile weltweit agierenden Unternehmens. Vom ursprünglich in 1870 gebautem Weinkeller in Vilafranca del Penedès werden die Projekte in Spanien, Chile und Kalifornien gesteuert.. Chile ist gerade das nächste Reiseziel des unglaublich aktiven Senior-Chefs. Hier will er seine Ländereien erweitern. Dieses Mal nicht, um noch mehr Weinstöcke anzubauen und den Ertrag zu vergrößern, sondern um Waldgebiete aufzuforsten. Aus der festen Überzeugung heraus: „Je mehr wir für die Erde tun, umso besser wird unser Wein“. Und Miguel Torres weiß, was er dafür tun muss. Er hat Chemie studiert, daraus ist die Bio-Chemie für ihn als großes Thema erwachsen. Nachhaltigkeit ist dabei sein großes Thema – auch immer verbunden mit dem Blick auf seine Weine. Seit neun Jahren investiert Miguel Torres in erneuerbare Energien, spart beim Weinbau mit dem Einsatz von Düngemitteln und Schadstoffen, setzt auf Photovoltaik und E-Autos und auf Traktoren, die mit Methan fahren können. Aktuellster Coup dafür: „Wir können mit dem Gerät einer Firma aus München aus CO2 Methan machen, um dann die Traktoren damit zu tanken. So fahren wir umweltschonend und CO2 gelangt nicht noch weiter in die Atmosphäre, erklärt Torres, der jedes Jahr über eine Million Euro in die Forschung gegen Klimaveränderung und für die Verbesserung seiner Weine steckt. „Ich will es soweit entwickeln, dass Sie sagen können: Wenn ich Wein trinke, dann helfe ich gleichzeitig der Umwelt“, sagt er ebenso entschlossen wie mit einem Schmunzeln. Und dann ist seine Zeit in Köln auch schon abgelaufen. Miguel Torres muss weiter auf seinem Weg für eine heile Umwelt und immer noch besseren Wein. Natürlich Torres Wein.

Legendär: Das Flaggschiff des Unternehmens, der reinrebsortige Cabernet Sauvignon Mas La Plana. Ein Wein, der bei der Weinolympiade in Paris 1979 die Goldmedaille gewann und somit international für Furore sorgte.


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tanz lehrer

Text: Katrin Kroemer

Mayamba Kudinga leitet auf Zollverein eine urbane Tanzschule Mit HipHop und Housedance bis an die Weltspitze

Seine Augen blitzen und die weißen Zähne leuchten, wenn er lacht. Und Maya lacht oft, schenkt „seinen“ Kids und Jüngern freigiebig sein offenes Lachen. Dann tun alle gerne, was er sich wünscht. Denn auch wenn es echt anstrengend ist, macht es ganz offenbar richtig viel Spaß. Maya, wie ihn alle rufen, ist Tanzlehrer. Nicht für Walzer, Foxtrott oder Chachacha. Mayamba Kudinga, wie sein vollständiger Name heißt, hat auf Zollverein in Essen ein Urbane Tanzschule. HipHop, Streetoder Breakdance lernen seine Schüler seit 10 Jahren bei Dance Flavour.

Eine Vitrine voller Pokale zeugt vom Erfolg, Deutsche und sogar Weltmeister kommen aus Mayas Schule – und eine handvoll neuer Tanzlehrer noch dazu. Denn Tanzen, das ist eben Lebensgefühl, sagt der Mann aus dem Kongo mit seinem breiten strahlenden Lächeln. Und dann stürzt er sich aufs Parkett – buchstäblich, denn damit ist an der Heinrich-Imig-Straße im Zechen-Labyrinth der Trainingsraum mit seiner langen Spiegelwand ausgelegt. Aufs Parkett zu den Kids, die schon sehnsüchtig auf ihren großen Ein- und Vortänzer warten. Maya rollt die Augen und reißt den Mund auf. „Huuuuu - ich hätte voll Angst vor Dir, wenn ich Dich draußen so sehen würde“, kreischt Lotti und hat eigentlich nichts weniger als Angst. Denn in Wahrheit bringt Maya sie zum Lachen, zum Schreien, zum Hüpfen und zum Tanzen – immer auf sein Kommando und immer mit bester Laune. Lotti und ihre Tanztruppe, die Avengers, die auch schon Deutsche Meistertitel eingefahren haben. Die zehn Avengers sind gerade mal zwischen 10 und 12 Jahre jung und haben zudem 2017 die Auszeichnung für die beste Show des Jahres eingeheimst. Zu verdanken haben sie das Maya und seinem unerschöpflichen Ideenreichtum, seiner Motivationskraft und seiner Fröhlichkeit. Damit spornt er seine Schüler an, die Turniertänzer zu Höchstleistungen, die Freizeitgruppen zu Beweglichkeit und ganz viel Spaß. Ganz viel Spaß gehört auch für all die dazu, die sich dann mit ihrem bei Dance Flavour erworbenen Können mit der Konkurrenz messen. Vier Meisterschaftsgruppen tanzen auf Zollverein, zehn bis 18 Jahre alt sind die Aktiven und haben mindestens zwei Jahre Training auf dem Parkett hinter sich. Aufgenommen werden Mädchen und Jungen ab acht, manchmal, bei außergewöhnlichem Talent, auch schon mit sieben. Sieben Jahre die jüngsten, fast 50 die „Senioren“ – insgesamt füllen inzwischen

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Mit Spaß und ganz viel Motivationskraft trainiert Tanzlehrer Mayamba Kudinga seine Schülerinnen und Schüler. Die Gruppe Avengers hat schon Deutsche-Meister-Titel ertanzt

rund 200 Teilnehmer die Tanzkurse, die von montags bis sonntags in 12 veschiedenen Tanzrichtungen laufen. Breakdance, Voguing, Modern Dance oder der zeitgenössische Bühnentanz Contemporary gehören dazu und eben HipHop, der nochmal mit ganz verschiedenen eigenen Richtungen von Streetdance über New Style bis Free Style daher kommt. Manche mögen es zur reinen eigenen Erbauung, andere basteln an Choreographien,

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Musikauswahl und perfekter Show, um im Wettstreit bestehen zu können. Für die Tänzerinnen und Tänzer bei „Illenium“ ist neben dem Spaß auch Ehrgeiz angesagt – die Truppe an der Schnittstelle zwischen Show- und Eventgruppe gehört zur Highclass bei Dance Flavour. Gerade ist aus einer ganz besonderen IlleniumShow ein Video gedreht worden und das kann sich im Wortsinn sehen lassen. Mit von der Partie ist dort Leon, der 14-Jährige

kann nicht nur tanzen sondern ist mit seinem Gesangstalent bei der Fernsehshow The Voice of Germany bis ins Finale gekommen. Vieles macht Mayamba Kudinga möglich, auch den Weg bis zur Weltspitze. Adnan, vor zehn Jahren Mitbegründer von Dance Flavour, ist zweifacher Weltmeister im Housedance, Benjamin Wischer, den alle nur Ben rufen, hat zweimal die Weltmeisterschaft im HipHop Free Style gewonnen.


Menschen

Und weil Maya selber Tanzen als ganz große Leidenschaft lebt, hilft er denen, die diese Liebe teilen. Wer für den Tanz glüht, aber kein Geld hat, darf auf Zollverein kostenlos trainieren. Wer solch eine Chance bekommt, gibt es auch zurück. Wie Dalil, der ist von Anfang an dabei und heute selber als Tanzlehrer im Einsatz. 13 sind geblieben aus den Gründertagen vor 10 Jahren, drei heute als Tanzlehrer, die anderen zehn gehören zu den Eventgruppen,

die Shows auf höchstem Niveau für großes Publikum einstudieren. Bei RWE-Veranstaltungen treten sie auf oder bei der Essen Motorshow. Maya ist stolz, auf seine Könner ebenso wie auf seine Küken. Und er hätte selber vor zehn Jahren, als alles begann, von solche einem Erfolg kaum zu träumen gewagt. Sein einziger Traum war Tanzen, aber der Herr Papa sagte: „Lerne etwas Vernünftiges. Tanzen kannst Du

nebenbei“. Also lernte er – Bürokaufmann. Und tanzte nebenbei mit einer kleinen Gruppe in einem Fitnessstudio. Wer ihm zusah, wollte prompt bei ihm lernen und so wuchsen langsam, ganz langsam Schüler heran. Bis vor zehn Jahren schließlich Dance Flavour aus der Taufe gehoben wurde. Für Maya ist damit aus seinem Hobby Berufung und Beruf geworden. Und das ist ihm immer ein strahlendes breites Lächeln wert.

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Impressum

TOP_Titelschriftzug_SOLO_1508_Versandstrichstärke_ZW.indd 29

08.10.2015 15:52:15

Verleger: Klaus Wolff Herausgeber: Ralf Schultheiß Chefredaktion: Autoren: Verlagsrepräsentanz: Fotos:

Verlagsassistenz: Grafik: Lektorat/Druck: Verlag:

Katrin Kroemer (ViSdP), k.kroemer@top-magazin.de Katrin Kroemer, Marcus Endres, Hans Martz, Birte Glang Rainer Karp, Marvin Marx Ralf Schultheiß, Oliver Killig, Rainer Schimm, Andrè Grabowski, Sven Lorenz, Philipp Eisermann, Stage Entertainment/ Winkler Fotografie, Deen van Meer/ Stage Entertainment, Sylvia Meyborg, Krischerfotografie, jordielias@jordielias. net, Wolfgang Fröhling, Christian Diehl, Pressestelle Bochum, Alexandra Roth, Asadour Seheldjian, Wolfgang Fröhling Karin van Haren vanharen@forma-verlag.de Schaber Advertising GmbH, 45219 Essen druckpartner, Druck- und Medienhaus GmbH, 45307 Essen FORMA Verlags- und Marketing GmbH Moltkeplatz 34, 45128 Essen Telefon: 0201/ 17879-41 Telefax: 0201/ 17879-29 E-Mail: info@forma-verlag.de www.topmagazinruhr.de Geschäftsführer: Klaus Wolff

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BIRTE GLANG kolumne

Juhu, wir haben ein Baby!

Dass ein Kind das Leben völlig verändert, muss ich wohl niemandem erklären. Doch erst jetzt kann ich vieles besser verstehen und möchte allen Eltern dieser Welt den größten Respekt zollen. Das ist ja ein „twenty-four-seven Job“! In meinem Leben hatte ich bisher nur die Verantwortung für mich selbst. Doch jetzt bin ich Mutter und muss erstmal lernen, die Zeit neu einzuteilen. Ich muss sagen, es ist der schönste Job, den ich je hatte, aber trotzdem bin ich da völlig unüberlegt in diesen neuen Lebensabschnitt hineingerannt. Ich hatte mir so gedacht, dass ich mein Daily Business erledige, wenn er tagsüber schläft. In der Zeit wollte ich dann alles stemmen was im Zusammenhang mit mir als Produzentin und Protagonistin der 500.000 Euro schweren MOVE IT MAMA FitnessFilmproduktion steht. Genauso natürlich Anfragen für mich als Schauspielerin mit meinen Agenten durchgehen. Hallo? Auf welchem Planeten habe ich denn die ganzen Jahre gewohnt? Die Mütter und Väter unter euch wissen wohl zu gut wovon ich hier spreche. Babys haben ihren eigenen Tagesablauf, der schon mal grundsätzlich nicht planbar ist. Manchmal bleibt mir dann nichts anderes übrig, als z.B. eine Telefonkonferenz parallel zur Stillzeit zu meistern. Das Schmatzen von unserem kleinem Cooper im Hintergrund irritiert dann immer diejenigen, die keine Kinder haben. Aber immer noch besser als wenn der Kleine dann hungrig wäre und schreien würde. Viele denken natürlich, dass bei einer Schauspielerin alles etwas anders läuft: da ist die Vorstellung einer FulltimeNanny, einer Haushaltshilfe... Nun muss ich zugegen, dass ich nach drei Monaten ohne Nanny nun tatsächlich eine Frau habe, die mir aktuell etwas unter die Arme greift und auf Klein

Cooper mal aufpasst. Mir ist ja schon bewusst, dass ich nicht einfach ein Jahr von der (Fernseh-) Bildfläche verschwinden kann. Dann bestände durchaus die Gefahr, dass andere meinen Platz einnehmen würden. Und außerdem würde ich es selbst auch vermissen, denn ich liebe meine Arbeit ja auch sehr. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten fühle ich mich jetzt weniger gehetzt. Langsam entsteht da eine Ausgeglichenheitt, die wohl nur Eltern haben können oder auch müssen. Ich bin produktiver und selbst mit weniger Schlaf komme ich halbwegs klar. Die letzte Woche bin ich gerne freiwillig um 4.30Uhr morgens (!) statt 6Uhr aufgestanden, um zumindest noch ein wenig Zeit mit Cooper zu verbringen, bevor es für mich ans MOVE IT MAMA – Filmset ging: 90 Minuten weniger Schlaf, aber 90 Minuten schönste und reinste Zeit mit einem Menschlein, das alles entschädigt! Wenn mich dieser winzig kleine Mensch anlacht, spielt Zeit keine Rolle mehr. Ich genieße die Spaziergänge am Strand von Santa Monica hier in Los Angeles. Die Tage sind gezählt, in wenigen Tagen geht es zurück nach Deutschland. Doch noch brauchen wir keine drei Schichten anzuziehen, um nicht zu frieren. Noch reicht eine dünne Jacke am Abend. Tagsüber kann man noch mit nackten Füßen und dem Baby in der Trage durchs Wasser laufen. Und zurück in Deutschland? Da wird Cooper in Berlin einige Tage auf der Besucherritze schlafen müssen, denn das Kinderzimmer mit der süßen StokkeBabykrippe ist schon im Ruhrgebiet aufgebaut! Dank Papa André, eher bekannt als DJ MOGUAI. Bei seinem letzten Besuch vor wenigen Wochen hat André neben der Arbeit im Tonstudio und dem Auftritt bei „Recklinghausen leuchtet“ vor 10.000 Menschen auch noch seine


Menschen

handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis gestellt: von Wickeltisch bis zum Bettchen ist alles aufgebaut. Das nenne ich mal einen Papa. Und das nach drei Monaten Babyauszeit. Wir drei werden also unsere BerlinWinterausstattung schnappen, klein Cooper in den Britax-Kindersitz setzen und zu „Driving home for Christmas“ ins Ruhrgebiet rollen! Und ganz vielleicht erlebt unser kleiner Mann ja dann

auch den ersten Schnee. Die Chancen sind in jedem Fall deutlich höher als in Kalifornien. Ich freue mich sehr auf das erste Weihnachtsfest als kleine Familie. Bevor es dann im Januar auch für mich wieder vor die Fernsehkamera geht und wir – wie so viele andere auch- den Spagat zwischen Arbeit und Familie schon meistern werden. Euch allen ein frohes Fest und tollen Start ins neue Jahr! Eure Birte

Birte Glang – Schauspielerin, Model, Juristin. Aufgewachsen im Kreis Recklinghausen, nun Pendlerin zwischen Berlin, Los Angeles und dem Ruhrgebiet. 2010 wurde sie mit ihrer Rolle in „Unter Uns“ (RTL) bekannt. Zwei Jahre später feierte sie bereits als weibliche Hauptrolle ihr Kinodebüt neben Comedian Kaya Yanar und Hollywoodstar Rutger Hauer.

Cooper und ich genießen die letzen Momente am Strand von Kalifornien, bevor es dann zurück ins Ruhrgebiet geht

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Guten Tag - ich bin Susi, eine Dackeldame mit spanischen Wurzeln. Und ich kenne spannende Geschichten, die ich Ihnen gerne erzählen möchte.

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Das ist Stefan Pásztor, mein Herrchen. Er nimmt mich bei seiner Arbeit immer gerne mit in die Welt der Immobilien

Mein Frauchen Anja Hucke ist zertifizierte Mediatorin und hilft dann, wenn sich Menschen über Immobilien zu sehr streiten

Gestatten: Mein Name ist Susi. Einige von Ihnen haben mich ja schon im TOP Magazin RUHR kennen gelernt. Und natürlich bei meinen Ausflügen mit meinem Herrchen, Stefan Pásztor, in die weite Welt der Immobilienbranche. Ich kann Ihnen sagen: Das passt in kein Hundekörbchen, was ich da schon so alles erlebt habe. Dabei bin ich durchaus schon vorher herumgekommen. Denn von Geburt aus bin ich Spanierin, das können Sie mir ruhig glauben. Mit sechs Monaten hat mich der Tierschutz nach Deutschland gebracht. Seitdem bin ich in Essen bei der Familie von Stefan Pásztor zuhause. Erst bei seiner Mama Doris, nun bei ihm und seiner Frau Anja Hucke. Da dürfen Sie gerne neidisch auf mich sein – mir geht es hier einfach gut. Herrchen Stefan versteht es wirklich, für ein gemütliches Zuhause zu sorgen. Das hängt bestimmt damit zusammen, dass er als Makler mit seiner Firma XCORP echt Experte für das richtige Zuhause ist. Und für alles, was die Menschen Immobilien nennen. Das sind, so wie mein Dackelverstand es begriffen hat, Häuser, in denen Menschen leben und arbeiten. Herrchen nennt sie auch manchmal Geldanlage, wenn Menschen Häuser kaufen, um mit ihnen dann Geld zu verdienen. Das soll mir alles Recht sein – solange sie dabei auch für meinesgleichen da für kuschelige Plätzchen sorgen. So wie meine Familie das perfekt schafft. Das liegt auch daran, erlausche ich mit meinen wachsamen Hundeohren, dass Herrchen und Frauchen echt harmonisch miteinander umgehen. Und glauben Sie mir: das ist in der Welt nicht selbstverständlich. Was ich da alleine schon in dieser Immobilienwelt mit großen Dackelohren hören musste, glauben Sie kaum. Da könnte mir Stefan fast schon manchmal leid tun, wenn sich die Menschen streiten wie kläffende Hunde. Aber Gott sei Dank gibt es ja Anja. Die kann mit so etwas umgehen und solche Probleme lösen. Denn sie ist zertifizierte Mediatorin. Ob es daran liegt, dass ich mit meinen treuen braunen Hundeaugen auch eine beruhigende Wirkung auf Menschen habe - jedenfalls begleite ich auch mein Frauchen auf ihren Wegen und kann davon wieder eine ganze Menge erzählen. Winter 2017 · top magazin RUHR

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Ein Spaziergang mit meinen Frauchen Anja ist einfach Erholung pur. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das noch viel öfter machen

Kennen Sie den Spruch: „Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt“? Eigentlich ist der ja nicht das Richtige für mein empfindsames Dackelgemüt, aber ich muss schon sagen: Was Anja Hucke als Mediatorin erlebt, ist manchmal schon zum verrückt werden. Wie bei der Geschichte, als sich eine Mutter und ihre Tochter so sehr um ein Haus gestritten haben, dass sie sich nicht mehr riechen konnten. Oder wie nennen Sie das bei Menschen?! Egal – jedenfalls haben sie sich noch nicht mal mehr angeknurrt, sondern gar nicht mehr miteinander gesprochen. Obwohl es doch um ein Haus ging, das ein Familienerbstück ist. Das hat der Vater nach dem Tod der Tochter vermacht, doch die hat gar nichts mehr dafür bezahlt. Auch nicht Grundsteuern und andere Gebühren, die Menschen ja bezahlen müssen. So wäre das Haus beinahe zwangsversteigert worden, wenn da nicht mein Frauchen Anja zu Hilfe gekommen wäre. Die hat es geschafft, Mutter und Tochter wieder an einen Tisch zu holen. Nicht nur das: Die Tochter hat alle Schulden bezahlt, das Familienerbstück ist gerettet und die Mutter kann dort jetzt wieder in einer Wohnung leben. Glauben Sie mir, das hat mein Frauchen viel Fingerspitzengefühl gekostet. Denn sie muss die Menschen dazu bringen, dass sie freiwillig zusammensitzen und dann auch noch eine gemeinsame Lösung finden. Eine Win-Win-Situation nennt Anja das. Wenn ihr das gelingt – und ich kann ihnen verraten: Es gelingt ihr immer, wenn ich dabei bin – dann ersparen sich die

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Menschen den Weg zu einem Gericht. Das lohnt sich ganz bestimmt. Denn eine Vermittlung, eine Mediation mit Anja, geht viel schneller und kostet am Ende auch noch viel weniger, als ein Gerichtsverfahren. Darum hat mein Frauchen auch eine Menge zu tun und kann nicht dauernd mit mir spazieren gehen – auch wenn es rund um unser Büro an der Hufelandstraße wunderschöne Wege für Hunde gibt. Aber Anja hilft als Mediatorin eben den Menschen wirklich gerne, und dann kuschel ich mich halt in mein Körbchen im Büro. Auch da kann ich manchmal zuhören, denn die Räume von XCORP sind auch ein geeigneter Ort, wo Menschen sich treffen und ihre Konflikte beilegen können. Außer meinen feinen Hundeohren hört dann niemand zu, denn Vertraulichkeit ist für Anja bei ihrer Arbeit das oberste Gebot. Deshalb arbeitet sie da auch dann, wenn alle anderen Feierabend oder Wochenende haben. Feierabend hat Frauchen selber erst , wenn sie ein Problem gelöst hat. Das ist ihr auch bei einer ganz kniffeligen Familien-Geschichte gelungen. Da haben sich junge Eltern getrennt und der Papa sollte plötzlich seinen kleinen süßen Jungen nicht mehr sehen dürfen. Also bat er mein Frauchen um Hilfe. Die hat sich mit Mutter und Vater an einen Tisch gesetzt und dafür gesorgt, dass die sich mal gegenseitig alle Themen servieren, um die es ihnen eigentlich geht. Und die sie dann klären konnten. Ohne dass am Ende der kleine Kerl darunter leiden musste. Der darf nun auch seinen Papa sehen, dafür haben beide Eltern einen

Mediationsvertrag unterschrieben, und an den müssen sie sich nun auch halten. Ich bin ja ein Hund, und hab mit Kindern oft nicht so viel am Pelz – aber der Kleine, der war echt niedlich. Da hab auch ich mich gefreut, als der dank Anja am Ende wieder gestrahlt hat. Und auch ich konnte mich im Büro zufrieden in meinem Körbchen zusammenrollen. Apropos Büro – in Büros gibt es oft Streit. Das ist schlecht für alle, die Kollegen haben keine Lust mehr zu arbeiten und den Betrieb kostet das ganz viel Geld. Da hilft Anja mit ihrem Fingerspitzengefühl auch. Sie hört den Menschen, die sich streiten zu und vermittelt – ohne dem Chef etwas über die Inhalte zu verraten. Denn die Probleme, die Anja als Mediatorin hört, die gehen echt niemand anderen etwas an. Wichtig ist, dass anschließend alles besser funktioniert. „Zukunftsorientierte Lösung“ nennt mein Frauchen das. Was für uns in nächster Zukunft ansteht, hat Frauchen mir auch schon verraten. Da sind wir wieder in Sachen Immobilien unterwegs: Eine WohnungseigentümerGemeinschaft streitet sich mit scharfen Zähnen um jeden Knochen. So würde ich es nennen. Jetzt will Anja Hucke ihnen helfen, sich wieder zu einigen. Ich bin sicher, dass sie das hinbekommt – schließlich kann ich ihr ja helfen, die Menschen mit meinem Näschen in die richtige Richtung zu schubsen. Mehr Geschichten gibt es beim nächsten Mal, dann bin ich wieder mit meinen Herrchen Stefan Pásztor unterwegs. Schließlich braucht der mich auch als Beistand. Bis dahin Eure Susi


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Einen Airbus A350 hat die Lufthansa auf den Namen Bochum getauft

BOCHUM, ICH FLIEG MIT DIR Bald heißt es nicht nur „Bochum, ich komm`aus dir“, sondern auch wieder „Bochum, ich flieg mit dir“ – so twitterte die Lufthansa zur Aufnahme eines neuen Airbus A350 in ihre Flotte. Denn das neue Langstreckenflugzeug trägt den Namen Bochum. Die Lufthansa-Patenschaft mit Bochum existiert seit mehr als 50 Jahren. Im April 1966 wurde die erste Boing 707 auf den Namen „Bochum“ getauft. Ab 1982 wechselte die Patenschaft auf eine Douglas DC-10-30. Von 1991 bis 2013 trug eine Boeing 747-400 das Wappen und den Namen der Stadt. „Ich freue mich sehr, dass die Lufthansa ihr neuestes Modell Bochum nennt. Der Name der Stadt wurde und wird nun wieder durch das Flugzeug in die ganze Welt getragen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Die A350-900 hat einen Querschnitt von 5,61 Metern, ist 66,8 Meter lang und bietet 268 Sitzplätze.

BASECAMP BOCHUM ATTRAKTIVES WOHNEN FÜR STUDIERENDE Ein echter Hingucker, rund 400 Appartements für Studentinnen und Studenten, die auch touristisch genutzt werden können, und ein neues Parkhaus mit mehreren hundert Stellplätzen – das ist „BaseCamp“, die neue Landmarke Bochums. In unmittel-

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barer Nähe zum Bochumer Hauptbahnhof soll das ambitionierte Projekt entstehen: Auf der Fläche des heutigen Parkhauses P7 ist ein rund 60 Meter hohes Gebäude geplant, das Heimat für über 400 Studierende aus Bochum und Umgebung und aller Welt werden soll, aber auch Hotelgästen zur Verfügung stehen wird. Die Appartements entstehen auf einer Fläche von ca. 1430 Quadratmetern, die Architektur setzt Akzente und fügt sich optisch in die

60 Meter wird sich das neue Studentenwohnheim BaseCamp in die Höhe recken

Umgebung. Die BaseCamp Student GmbH wird das Areal für den European Student Housing Fund bebauen. Das Büro Gerber Architekten realisiert den Bau am Hauptbahnhof Bochum, an der Ecke Südring und Universitätsstraße. Damit will Bochum seine Rolle als Heimat des Wissens im Ruhrgebiet unterstreichen. Die Studierenden sollen nicht nur an der Ruhr-Universität Bochum und den anderen acht Hochschulen lernen, sondern dabei in Bochum auch attraktiven Wohnraum vorfinden. Das erleichtert ihnen zudem im Anschluss an ihr Studium die Entscheidung, Bochum und das Ruhrgebiet auch weiterhin als Lebensmittelpunkt zu wählen. Dr. Andreas Junius, Geschäftsführer der BaseCamp GmbH, ist von dem Standort überzeugt: „Bochum ist ein renommierter Hochschulstandort mit knapp 60.000 Studierenden und zudem zentral in der Wissenschaftsregion Ruhr gelegen.

Als Bewohner des BaseCamp Bochum wird man urbanes Leben in der City genießen und zugleich drei Universitätsstandorte in kürzester Zeit erreichen können.“ Die BaseCamp Student GmbH hat international Erfahrungen im Bau hochwertiger Studentenwohnheime und realisierte Vorhaben u.a. in Kopenhagen, Potsdam und Lodz. Im Bau bzw. der Projektierung befinden sich Anlagen in Berlin, Leipzig, Göttingen und Dortmund.

ZUKUNFTS­ ORIENTIERTE WIRTSCHAFTS­ POLITIK Zum „Forum Weitwinkel“ begrüßte Sparkassenchef Volker Behr den Vorsitzenden des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Prof. Dr. Christoph M. Schmidt. Im Volksmund werden die für den Sachverständigenrat tätigen Professoren als die „fünf Weisen“ bezeichnet, die seit 1964 die Politik mit einem Jahresgutachten in Fragen der Wirtschaftspolitik sachkundig unterstützen. Schmidt, zugleich Präsident des RWI – Leibnizinstitut für Wirtschaftsforschung in Essen, zeigte den 300 Gästen interessante Fakten und Perspektiven „Für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik“ auf.

Vorstandsvorsitzender Volker Behr begrüßte Prof. Dr. Christoph M. Schmidt(l.) von den „fünf Waisen“ bei der Sparkasse Essen


Business News

„STARTPORT“ INNOVATIONEN FÜR DIE LOGISTIK Die Duisburger Hafen AG (duisport) hat die Innovationsplattform Logistik „startport“ gegründet. Startup-Unternehmen wird auf einer Gesamtfläche von 550 Quadratmetern im kreativen Umfeld der Werhahnmühle am Duisburger Innenhafen die Möglichkeit gegeben, innovative logistische Lösungen zu entwickeln. „Der Duisburger Hafen als führende Drehscheibe Zentraleuropas und viele Unternehmen in der Region stehen vor großen Herausforderungen, ihre Logistik permanent zu optimieren. Industrie und Logistik müssen dabei bestmöglich vernetzt werden. Die Ideen junger Startups können uns hierbei helfen“, ist duisports Vorstandsvorsitzender Erich Staake überzeugt.

durch das Zusammentreffen von Jungunternehmen, Praktikern aus der Wirtschaft und Wissenschaft zu einem lebendigen Ort des Austausches und der Kreativität. Dort entsteht eine Keimzelle für Innovationen in der Logistik“, so Erich Staake. „Durch die neue Innovationsplattform im weltweit größten Binnenhafen wird der Gründerstandort NRW weiter gestärkt“, lobte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsund Digitalminister Andreas Pinkwart bei der Eröffnung.

MARKETINGCLUB RUHR: NEUES AUS DEM HAUSE MERCEDESBENZ Dr. Jens Thiemer, Leiter Marketing/Kommunikation bei Mercedes-Benz Pkw, besuchte den Marketing-Club Ruhr im vollbesetzten Erich-Brost-Pavillon von Zeche Zollverein. Mercedes-Benz habe die umfangreichste Produktpalette der Firmengeschichte – nicht nur in der S-Klasse, sondern beispielsweise auch in der A-Klasse. Ein wichtiger Grund für das „sagenhafte

Revival“ sei das Design. Mercedes-Benz habe über alle Modellreihen hinweg das modernste Portfolio. Das Design gehöre zu den wichtigsten Kaufgründen, erklärte der besondere Gast, der selber aus Essen stammt, dem aufmerksamen Publikum beim Marketingclub. Neuestes Produkt im Mercedes-Angebot ist ein Pick-up. Ein Formel-1-Bolide mit Straßenzulassung (!) werde in naher Zukunft in Serie gehen. „Autofahren soll schließlich Spaß machen“, bekräftigt Thiemer. Stark im Trend sei auch bei Mercedes-Benz die Elektromobilität. Parallel zu den Verbrennungsmotoren werde jeder Fahrzeugtyp in einigen Jahren als E-Variante erhältlich sein. Der Smart als typischer City-Flitzer wird komplett auf elektrisch umgestellt. Weiterer Trend ist autonomes Fahren: Mit dem neuen Fahrpilot kann die E-Klasse heute bereits selbstständig einparken. Mercedes beschäftige sich intensiv mit den veränderten Mobilitätsanforderungen von morgen. „Längst geht es nicht mehr nur ums Auto, sondern um ganzheitliche Mobilitätskonzepte“, so Dr. Thiemer. Schon in naher Zukunft werde man es als altertümlich empfinden, ein eigenes Auto zu besitzen. Vision von Mercedes sei ein Mobilitäts-Abo: Immer dann, wenn Mobilität, benötigt wird, stellt Mercedes-Benz sie zur Verfügung und skaliert sie passgenau auf die Bedürfnisse des Nutzers – von der Lieblingsmusik bis zum Farbkonzept des Innenraums.

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, und Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart enthüllten gemeinsam bei der Eröffnung des startport-Office das Logo der startport GmbH.

Interessierte Firmengründer können sich über die Webseite www.startport.net für einen Platz im startport-Programm bewerben. Es ermöglich ein Jahr lang die kostenfreie Nutzung der Infrastruktur und Workshops von startport, um die Ideen zu einem Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Danach besteht für duisport und seine Exklusiv-Partner Klöckner & Co, Evonik und Initiativkreis Ruhr die Möglichkeit zur Investition in die Startups. Zu den Unterstützern zählen außerdem die Universität Duisburg-Essen oder die Hochschule Rhein-Waal. „startport wird

Vorsitzender Hans Piechatzek (l.) und Richard Röhrhoff (r.) begrüßten beim Marketing-Club Ruhr Dr. Jens Thiemer (2.v.r.), Leiter Marketing/Kommunikation Pkw bei Mercedes-Benz und Ralf Schütte von Mercedes Lueg

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JAGUAR­ LANDROVER WIEDER IN ESSEN Hartmut Gombsen ist froh: Endlich kann er die Jaguar-Landrover-Fangemeinde in Essen wieder direkt vor Ort bedienen. An der Pferdebahnstraße hat Stopka-Essen derzeit seine Zelte aufgeschlagen. In unmittelbarer Nachbarschaft, am BertholdBeitz-Boulevard, entsteht ab Anfang 2018 auf 10.000 Quadratmetern ein ganz neuer Betrieb, der höchsten und modernsten Ansprüchen gerecht wird. Der Leiter der neuen Dependance des renommierten Anbieters von Jaguar und Landrover spürt den Zuspruch der Kunden zum Standort in Essen. Vor allen Dingen Landrover hat sich jüngst unter Individualisten zum echten Kult entwickelt und beschert Stopka in Essen einen echten Run. „Man sieht ihn eben nicht ganz so oft auf der Straße“, erklärt Gombsen, warum sein Zugpferd bei vielen Kunden punktet. Zugpferd gilt dabei im wahrsten Sinne des Wortes: Der schicke Geländewgen wird auch gerne mit Hängerkupplung genommen. „Als Original zum SUVTrend“, kennt auch Thomas Nederkorn als zuständiger Verkaufsleiter der Marke in Essen einen Grund für die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre. Landrover und die Lifestyle-Schwester Range Rover, mit dem ganz besonderen Etwas, sind bei Stopka Essen ebenso im Angebot wie das eigentliche Flaggschiff, der Jaguar. Hier vereinen sich die Aspekte von sportlichem Anspruch und dem Komfort einer Limousine einfach ideal, weiß Gombsen. Dabei punktet die Marke im gehobenen Segment mit allen Möglichkeiten. Ein Jaguar XE ist als 4-türige Limousine schon ab 35.000 Euro zu haben, und nach oben ist der Weg für

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Hartmut Gombsen, der die Geschicke von Jaguar und Landrover in Essen leitet mit seinen beiden Markenexperten Benedikt Bock für Jaguar und Thomas Nederkorn für Landrover.

alle Ansprüche offen, beschreibt JaguarVerkaufsberater Benedikt Bock die Spannbreite seiner Möglichkeiten. Neuwagen in jeder Kategorie, auch ein Range Rover Cabrio als nagelneues Angebot, sind an der Pferdebahnstraße ebenso zu finden, wie eine gute Auswahl gebrauchter Modelle immer mit der „Approved“-Auszeichnung, dem JaguarLandrover eigenen Qualitätssiegel für alle Gebrauchtwagen, mit dem sich die Käufer auf die geprüfte Qualität auch wirklich verlassen können, verspricht Hartmut Gombsen. Der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen aber selbstverständlich auch ein komplettes Werkstattangebot steht den Kunden

in Essen nun vor Ort unter der Leitung von Sebastian Kujawa zur Verfügung. Holund Bringdienste sowie die Einlagerung von Reifen oder Rädern zählen dabei zum selbstverständlichen Serviceangebot. Ein bestens geschultes Team mit zehn Mitarbeitern kümmert sich derzeit um die Belange der Kunden an der Pferdebahnstraße. Und hält für die echten Fans der feinen Marken auch nette Accessoires vom Tretauto für Kinder über den Hundenapf bis zur Jaguar- oder auch Landrover-Lederjacke bereit. Und Ende 2018, wenn alles gut geht, freut sich Hartmut Gombsen, wird dann ein rauschendes Fest zur Eröffnung des neuen Standortes gefeiert.

Der Range Rover – das Lifestyle-Auto mit dem ganz besonderen Etwas ist bei Stopka Essen zu haben


Business News

EXKLUSIV-SHOPPING

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Alltäglich sind sie mittlerweile und im Straßenbild angekommen und akzeptiert: Hörsysteme. Ob Hinter-dem-OhrGeräte oder fast unsichtbare Im-OhrGeräte – die Filiale von Hörsysteme Wessling in der Theaterpassage an der Rathenaustraße bietet neben Beratung und Hörtests das volle Leistungsspektrum für Trägerinnen und Träger von Hörsystemen: Wartung und Reinigung, Inspektion und Einstellung, Batterien und Zubehör für Reinigung und Pflege sowie technische Zusatzgeräte wie beispielsweise Fernsehkopfhörer. Zusammen mit seiner Kollegin Ilka Sewz führt Filialleiter Benjamin Meyer-Pohrt

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Neues und Gutes hören – Hörsysteme Wessling in der Theaterpassage/Rathenaustraße

für seine Kunden zudem modernste Hörsysteme im Geschäft: „Die neueste Generation von Hörsystemen schafft es, die eigene Stimme des Trägers eigens herauszufiltern und speziell wiederzugeben. Das bedeutet ein viel natürlicheres Verstehen der eigenen Stimme. Das ist ein echter Meilenstein in der Technik“, erklärt er. Doch auch die Selbst-Steuerung der Hörsysteme via Smartphone oder das Streamen von Audio-Daten wie Musik, Telefonate oder TV-Ton direkt in die Geräte sind für viele ausschlaggebend, sich mit den neuen Systemen zu beschäftigen. „Unsere Filiale im Zentrum liegt für unsere Kunden extrem günstig“, erzählt

Benjamin Meyer-Pohrt. „Während wir beispielsweise ihre Hörsysteme warten und reinigen, nutzen sie die Zeit für Besorgungen und Termine in der City.“ Auch wer „nur“ mal eben einen Hörtest machen möchte, ist in der Filiale herzlich willkommen. Nach rund 15 Minuten liegt das Ergebnis bereits vor – und vielleicht ist das der erste Schritt in die neue Welt des Hörens und zu mehr Lebensqualität. Geöffnet hat die Filiale in der City Montag bis Freitag von 9.30 bis 18.30 Uhr und Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr. Schauen Sie einfach einmal vorbei! Benjamin Meyer-Pohrt und Ilka Sewz freuen sich immer über Besuch.


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EXKLUSIV-SHOPPING

Herzlich, zuverlässig und serviceorientiert – Das Team der Sparkasse in der Theaterpassage

„Herzlich Willkommen! Was kann ich für Sie tun?“ Ein freundliches Lächeln, ein herzliches Willkommen und stets Zeit für einen kurzen Plausch – genau das zeichnet das Team der Sparkassenfiliale in der Theaterpassage aus. Hochmotiviert, serviceorientiert und zuverlässig betreuen die Mitarbeiter um Filialleiter Wilfried Hülswitt die Kunden im Herzen der Essener Innenstadt. „Der Kunde steht bei uns an erster Stelle,“ betont Hülswitt. „Immer unserer Filiale schätzen.“ Mit dem umfassenden Umbau und Umzug der Filiale innerhalb der beliebten Einkaufspassage vor rund zwei Jahren hat die Sparkasse ein offenes und gleichzeitig diskretes

Raumkonzept umgesetzt, welches Kunden und Mitarbeiter zu schätzen wissen. „Wir haben hier die Möglichkeit, uns in Ruhe in separaten Beratungsräumen über alle wichtigen Finanzfragen unterhalten zu können,“ erläutert Wilfried Hülswitt. „Die moderne Technik ermöglicht im Anschluss eine zügige Umsetzung der erarbeiteten Lösungen.“ Zahlreiche mediale Nutzungsmöglichkeiten und ein großer SB-Bereich gegenüber der Filiale runden das Angebot rund um die persönlichen Bankgeschäfte ab. Darüber hinaus schaffen die großflächigen Fotos der Essener Innenstadt eine Beratungsatmosphäre, in der sich Cityliebhaber

THEATERPASSAGE-ESSEN.de

durchaus zu Hause fühlen können. Zu Hause fühlt sich die Sparkasse an diesem Ort der City übrigens ganz besonders. Bis zum Umzug im Jahr 1975 in den Neubau am III. Hagen beheimatete das Gebäude an der Rathenaustraße über 30 Jahre lang die Hauptstelle der Sparkasse Essen. Ein Stück Stadtgeschichte erzählt auch der Brunnen am Hirschlandplatz in unmittelbarer Nachbarschaft der Filiale. 1986 stiftete das Geldinstitut den von Bernhard Kleinhans geschaffenen Brunnen, der daran erinnert, dass hier über 250 Jahre lang die Mädchenschule B.M.V. und das zugehörige Kloster beheimatet waren.

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DAS PERFEKTE

MÖBELTEAM Gerbener & Staubach (G&S) fertigen Wohnmöbel, Küchen und Komplettausstattungen für Privatkunden. Ebenso sind G&S Spezialisten für die Anfertigung von individuellen Businessmöbeln.

Ein freundlicher Empfang in einer Arztpraxis – gefertigt von Gerbener & Staubach

Sie machen die perfekten Lösungen für Empfangsbereiche oder Konferenzräume, für Kanzleien oder Arztpraxen, für Friseurläden und Ladengeschäfte. Immer ist das Ergebnis individuell, besonders, auf den Bedarf und die Wünsche der Geschäftskunden abgestimmt. Dabei erfolgt die Planung durch das eigene Planungsbüro, oder auch auf Wunsch in Zusammenarbeit mit dem Planer oder Architekten des Kunden. Denn Marcus Gerbener und Marc Staubach kennen die Anforderungen ihrer Kunden:

Bürodesign einmal anders: Eine exklusive Office Lösung für ein Konferenzzimmer von G&S

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Die Geschäftsführer Marcus Gerbener und Marc Staubach legen als Tischlermeister mit jahrelanger Erfahrung größten Wert auf ehrliche Meisterarbeit und traditionelle Handwerkskunst.

Hochwertige Möbel für den Ladenbau inszenieren Markenwelten, stehen für Fashion, Lifestyle und Exklusivität. Darum planen und fertigen G&S sowohl kleinere Möbel-Serien als auch reine „Unikate“ in edlen Materialien. Ganz gleich, ob es um einzelne Segmente wie Regale und Kassenmöbel oder eine komplette Ladeneinrichtung geht: Die kompetente Beratung sowie die erstklassige Verarbeitung sind stets inklusive. Von der Empfangstheke über das Wartezimmer bis hin zur gesamten PraxisAusstattung: Mit Blick fürs Detail und handwerklichem Können entstehen hochwertige Möbel für Arztpraxen. Dazu sorgt G&S mit einer gelungenen Innenarchitektur dafür, dass höchste Ansprüche an das optische Erscheinungsbild erfüllt werden – so, dass große und kleine Patienten sich in der Praxis wohlfühlen. Auch bei bestehenden Wohnungs- oder

Büroeinrichtungen gehört ein besonderes Faible für Design und eine stimmige Innenarchitektur dazu. Die millimetergenaue Integration von (Einbau-)möbeln erfolgt mit handwerklichem Geschick und dem Blick fürs Detail. So entsteht mit G&S eine harmonische Gesamtkomposition. Passgenau und ohne Kompromisse.

So schön kann ein Friseursalon sein – erstellt von Gerbener & Staubach


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die PFEFFERS AUF DER RÜ

Melanie und Thilo Pfeffer haben für modebewusste Damen und Herren ein neues Highlight an der Rüttenscheider Straße in Essen geschaffen Die Mischung macht’s – in jeder Beziehung in diesem neuen Anziehungspunkt, da wo die Rüttenscheider Straße ein paar Schritte hinter dem großen Trubel zum ausgewählten und gemütlichen Shopping einlädt. Hier, an der Hausnummer 261, halten Melanie und Thilo Pfeffer edle und geschmackvolle Mode für Sie und Ihn bei „Pfeffers“ auf der Rü bereit. Internationale Top-Marken wie Closed, Parajumpers, CP Company oder 7for all mankind gibt es hier ebenso wie exklusive Stücke bester deutscher Hersteller, eigens für Pfeffers in Essen entworfen und angefertigt. Bei all dem zählt für Melanie und Thilo Pfeffer vor allen Dingen immer die Qualität – und die gibt es hier garantiert. Und das nicht nur, aber auch, im High-End Preis-Segment. Wunderbar hell und modern und zurückhaltend ist das neue Pfeffers, hier kann die Mode selber ihre gesamte Wirkung entfalten. Dabei erlaubt das feine Ladenlokal ein individuelles Einkaufs-Erlebnis auf drei Ebenen. Nach Herzenslust stöbern in dem facettenreichen Angebot des Multibrand-Stores ist hier ebenso erlaubt, wie eine detaillierte auf den Typ zugeschnittene Modeberatung auf Wunsch möglich. Melanie Pfeffer hat dafür den geübten Blick bei den Damen, Thilo Pfeffer weiß nach 22 Jahren in einem internationalen Modehaus, was Männer glücklich macht. Ihren Traum von der Selbstständigkeit haben die Pfeffers nun auf der Rüttenscheider Straße wahr gemacht. Und hier erfüllen sie ihren Kunden nun den ganz individuellen Traum vom idealen Outfit. Für jede Gelegenheit und für jeden Anspruch, modern und wertig, für jedes Alter von 18 bis 80. Die Mischung macht es eben, bei Pfeffers auf der Rü.

Melanie und Thilo Pfeffer begrüßen ihre Kunden im neuen Geschäft auf der angesagten Rü

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AUFBRUCH IN DIE NEUE ZEIT

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Die Messe Essen hatte geladen – und sie alle kamen. NRW-Europaminister Stephan HolthoffPförtner, sein Kabinetts-Kollege Andreas Pinkwart, OB Thomas Kufen und mit ihnen 500 illustre Gäste. Denn es gab wahrlich Grund zum Feiern: Das neue Glasfoyer am Messerhaus Ost krönt den Abschluss des 1. Abschnitts der großangelegten Moderniesierung.

Geladene Gäste stellten sich zur feierlichen Eröffnung im neuen hochmodernen Glasfoyer der Messe Ost ein. Aufgrund seiner großzügigen und lichtdurchfluteten Architektur eignet es sich auch als eigenständige Eventlocation.

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Rund 2.300 Tonnen Stahl, 125 km Kabel, 15.000 m² Gussasphalt und 3.000 m² Fliesen – das ist nur ein Teil der Baustoffe, die der Generalunternehmer Implenia seit Baubeginn am 2. Mai 2016 verarbeitet hat. Rund anderthalb Jahre nach Projektstart steht fest: Die Messe Essen hat ihre Etappenziele innerhalb des Zeit- und Budgetrahmens sowie im Einklang mit dem Veranstaltungskalender erreicht. „Ich freue mich sehr, dass wir die Planungsprämissen der ersten Bauphase sowohl zeitlich als auch finanziell voll erfüllt haben“, kommentiert Messe-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt. „Insgesamt haben sich die auf den Tag genaue Umbauplanung und die professionelle Zusammenarbeit zwischen unserem Messe Essen Team und den externen Fachleuten bezahlt gemacht.“

„Das neue Portal des Messehauses Ost kombiniert hohe Aufenthaltsqualität und moderne Ausstellungsbedingungen. Damit sichert die Messe Essen ihre Zukunftsfähigkeit und setzt Impulse für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen“, resümiert Prof. Dr. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie bei der Eröffnung. Damit geht in Essen nun eines der technisch innovativsten Messegelände Deutschlands in Betrieb. Einfache Orientierung, logistische Flexibilität und eine moderne Infrastruktur erfüllen die wichtigsten Ansprüche von Ausstellern, Gastveranstaltern und Besuchern. Vom Foyer aus besteht direkter Zugang zu den neuen Tagungsräumlichkeiten im

Das rund 2.000 m² große Glasfoyer im Einfangsbereich Ost dient ab sofort als einladender Startpunkt in den Messetag und ist durch sein markantes, weit auskragendes Vordach direkt an die U-Bahn angebunden.

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Congress Center Ost, die alle mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet und über die transparente Messebrücke mit der Grugahalle verbunden sind. „Mit der neuen Messe Essen senden wir ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Essen“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen, Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Essen. „Mit dem offen gestalteten und einladenden neuen Eingang der Messe Essen unterstreichen wir, dass wir gerne Gastgeber für Menschen aus aller Welt sind. Das neue Foyer ist ein neues Aushängeschild für unsere Messe und unsere Stadt.“ Vom Foyer aus gelangen Besucher zudem direkt in die Messehallen, die im Zuge der Modernisierung neu strukturiert werden. So entstehen aus bisher 18 mitunter kleinteiligen und teilweise

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doppelgeschossigen Hallen insgesamt acht große auf einer Ebene. Das vereinfacht die Orientierung und Logistik und bietet dem Standbau ganz neue Möglichkeiten. Die Flächenbilanz von 110.000 m² bleibt auch nach Abschluss der Modernisierung erhalten. Der nächste Bauabschnitt widmet sich nun bis Spätsommer 2018 dem Abriss der Hallen 4, 4A und 5. An ihrer Stelle entsteht der südliche Teil der neuen Halle 6. Hier ist dann auch der exklusive Gäste Club mit eigenem Eingang und separater Zufahrt beheimatet. Zeitgleich erfolgt die technische Modernisierung der Hallen im nördlichen Gelände. Der Abschluss des Gesamtprojekts mit einem Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro ist für Herbst 2019 terminiert.


Business

Rund 500 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und der Messebranche kamen zum Festakt, um den punktgenauen Abschluss der ersten Phase der Messe-Modernisierung zu feiern

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Gesundheit

Der Blick auf den Computerbildschirm steuert die Arbeit der Hände: Dr. med. Baher Husain bei einer Knie-Arthroskopie in der Gelenk- und Sportklinik Rhein/Ruhr in Mülheim.

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Gesundheit

HIGHTECH IM GLÄSERNEN OP Winter 2017 · top magazin RUHR

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Gesundheit

Es gehörte eine Menge an Vorstellungskraft dazu und die Bereitschaft, etwas zu wagen. Das ist nun rund zwei Jahre her, da war die heute hochmoderne Praxis an der Brunshofstraße in Mülheim noch eine leerstehende Möbelfabrik. Drei Ärzte, die die Vision von ihrer eigenen Klinik hatten, packten es an, bauten um und ziehen schon heute eine absolut positive Bilanz: Dr. Baher Husain, Dr. Klaus Wilsenack und ihr Anästhesist Dr. Adam Peszko haben mit der Gelenk- und Sportklinik Rhein/Ruhr einen Volltreffer gelandet. Längst sind die beiden Orthopäden und Unfallchirurgen gefragte Spezialisten bei allen Problemen rund um Sportverletzungen oder die Gelenke. Ein heller Empfang, moderne Behandlungsräume und zwei gläserne OPs stehen an der Brunshofstraße für die Patienten bereit. Medizinische Versorgung auf höchstem Niveau garantieren hier die Ärzte und ihr Team, auf konservativem Heilungsweg oder aber bei Bedarf auch mit einer Operation. Da stehen Knie-, Schulter-und Sprunggelenk ganz oben auf der Liste. So viele kommen und suchen hier Hilfe, dass sich das GründerTrio mit Dr. Nina Husain als Fachärztin für Chirurgie und Alexander Christ bereits zwei zusätzliche Ärzte als Verstärkung hinzuholen musste. Dabei ist die Gelenk- und Sportklinik alles andere als eine Operations-Fabrik. Denn für Dr. Husain und Dr. Wilsenack steht eines im Vordergrund: „Das Ziel ist für uns immer eine hochqualitative Versorgung der Patienten. Eine Operation gibt es nicht um jeden Preis, nur wenn die Indikation es unbedingt erfordert.“ Ein entscheidender Vorteil für die OP-Patienten: Sie können die Klinik immer am gleichen Tag wieder verlassen, alle Eingriffe

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Dr. med. Baher Husain ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

in den gläsernen OPs sind ambulant und erfolgen zum ganz überwiegenden Teil arthroskopisch, also dank Computer-Unterstützung an den Gelenken minimalinvasiv. Die Mediziner schöpfen dabei aus ihrem Erfahrungsschatz. „Ich bin seit 17 Jahren Arzt, seit 15 Jahren operiere ich. Als Unfallchirurg in der Uni-Klinik Essen waren es rund 15000 Operationen, bei denen man sehr viel sieht.

Die drei Gründer der erfolgreichen Gelenkund Sportklinik Rhein/Ruhr in Mülheim: Dr. Adam Peszko, Dr. Klaus Wilsenack und Dr. Baher Husain

Das macht Erfahrung aus und hilft, bei jeder OP in jeder Situation immer schnell den richtigen Lösungsweg zu finden“, beschreibt Dr. Husain eine Basis für den Erfolg. Acht-StundenTage im OP sind in der Gelenkund Sportklinik Rhein/Ruhr viermal in der Woche für die Ärzte angesagt. Verantwortungsvolle und anstrengende Arbeit, die dennoch immer Spaß macht. Auch dank der besonderen Umgebung, den gläsernen Operationssälen, die das Team bei der Gründung der neuen Klinik hier einbauen ließ. Die helfen auch den Patienten, mögliche Angst zu überwinden, wenn sie die hochmoderne Umgebung sehen, weiß Dr. Peszko über seinen Haupt-Einsatzort. Mit seiner Unterstützung in der Schmerztherapie nach jeder Operation ist der Heimweg am gleichen Tag für die Patienten kein Problem. Die Nachsorge beginnt am nächsten Tag und erfolgt engmaschig. Dafür ist nun Dr. Nina Husain als Ansprechpartnerin in der Klinik zuständig. Unterstützung bekommt das Gründer-Trio auch durch Alexander Christ, der sich vor allem auf die konservative Behandlung der Wirbelsäule, auf Osteopathie und Akkupunktur spezialisiert. In der Gelenk- und Sportklinik an der Brunshofstraße 2 stehen die beiden Unfallchirurgen Dr. Baher Husain und Dr. Klaus Wilsenack auch als „Durchgangsarzt“ für die Berufsgenossenschaft bereit. Für sie ist wichtig: Hier sind alle Patienten willkommen, wenn sie Hilfe brauchen. Gemeinsam hat das Trio aus seiner Vision eine Erfolgsgeschichte gemacht und ist dabei mit den Ideen nicht am Ende. In Mülheim wird es in Kürze Möglichkeit des stationären Aufenthalts in der angeschlossenen Privatklinik geben.


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Ruhrrevier

Es ist ein Kohleberg, der seine Pfeiler bizarr in den Himmel reckt. Nur ein Kohleberg, und doch erinnert die Formation am Rhein-Herne-Kanal eher an einen schluchtenreichen Canyon.

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Ruhrrevier

B E W E GT E LANDSCHAFT

Die Hügel in der Emscher-Region sind nicht das Ergebnis tektonischer Zusammenstöße. Einst bedeckte eine Waldsumpf-Moorlandschaft das Ruhrgebiet. Abgestorbene Pflanzen versanken – klimatische und geologische Änderungen ließen über Millionen von Jahren tief unter der Erde einen wertvollen Rohstoff entstehen: Die Steinkohle FOTOS: WOLFGANG FRÖHLING

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Die Jahreszeiten ziehen hinweg über das Gestein und tauchen die schwarze Kohle in einen hellen Schein – der Winter treibt der Landschaft die letzten Farben aus.

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Die Berge wachsen, dann werden sie wieder abgetragen und ihr Stand zeugte einst auch immer vom Stand der Stahlindustrie. Glühten die Hochöfen, wurde viel Kohle gebraucht und die Halden schmolzen dahin.

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Nur einen flüchtigen Blick erhascht der Mensch, wenn sein Auto auf der A42, dem Emscherschnellweg, an den Kohlelagern vorbeirauscht. Und er sieht das langsame Verschwinden einer von Kohle geprägten Landschaft.

Über 150 Jahre lang hat diese Steinkohle auch die Stadt Bottrop mit geprägt. Hier steht mit Prosper Haniel noch die letzte, die allerletzte aktive Zeche der Ruhrkohle AG im Ruhrgebiet, das einst mit Kohle und Stahl in Einklang gebracht wurde. Doch die Uhr tickt: Ende 2018 ist endgültig Schluss mit Kohle im Revier. Dann ist auch Schicht am Schacht in Kirchhellen. Eine Erinnerung daran sind die KohleHalden. Ihnen hat der in Bottrop geborene Fotograf Wolfgang Fröhling seine Bilderserie „Bewegte Landschaft“ gewidmet. Über 40 Jahre ist er mit seiner Kamera auch dem Wandel der Region auf der Spur. Festgehalten hat er dabei diese „Berge aus taubem Gestein", er nennt sie unsentimental „ein Relikt aus fast vergessenen Zeiten" oder auch ein „Erbe" einer „versunkenen Kultur". Für den Fotografen bietet dieser Wandel einen Reiz und offenbart eine Ästhetik der Landschaft, die sonst vielleicht unbemerkt bliebe. Wolfgang Fröhling selber hat seine Gedanken zu der Serie „Bewegte Landschaft“ auf der digitalen RuhrgebietsPlattform Pixelprojekt notiert: „Tief unter der Erde gewachsen, wurde ein Schatz von Menschenhand zu Tage befördert, das unterste nach oben gekehrt und zu Halden aufgeschüttet. Der Hunger nach

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Energie während der Industrialisierung veränderte das Gesicht ganzer Landstriche. Die Erde wurde durchwühlt, Flüsse verlagert, Kanäle geschaffen. Die einst vertrauten schwarzen Kohlen und Kokshalden, die das Panorama der Emscher bildeten, sind aus dem heutigen Landschaftsbild fast verschwunden. Geblieben sind Berge aus taubem Gestein das Erbe des Bergbaus. Sie sind Orte der Erinnerung an die legendäre Montanzeit. Landmarken erinnern an versunkene Kulturen und machen sie zu mystischen Plätzen. Zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal erstrecken sich die letzten vom Bergbau ökonomisch genutzten Gebilde einer industriellen Landschaft. Zwischen 2007 und 2010 fotografierte ich das Kohlenund Kokslager der Deutschen Steinkohle. In diesem kurzen Zeitraum veränderte sich fast täglich das Aussehen einer fast menschenleeren Mondlandschaft. Maschinen schütteten neue Halden auf, an andere Stelle wurden sie wieder abgetragen. Zwischen Auf- und Abschüttung eroberte sich die Natur ihr Terrain zurück. Wind, Regen und Frost hinterlassen ihre Spuren genauso wie Bagger und Raupen. Zerfurcht, zerfahren und vom Wetter modelliert, treibt der Winter der Laundschaft

die noch letzten Farben aus, bevor das Frühjahr die Farben zurück bringt. Der Winter mit seinem rauen Klima schafft die geologische Atmosphäre der Erdzeit, die die Kohle hervorbrachte.“ Wolfgang Fröhling, 1952 geboren, hat diese Kohlezeit in Bottrop sein Leben lang begleitet, bis jetzt. Und so hat sie auch nicht nur mit „Bewegten Landschaft“ ihre Spuren in seinem Werk hinterlassen. Wie die „Türlauben“, Bottroper Zechenhäuser: „Ich halte das fest, was verschwindet“, sagt Fröhling und richtet seinen Blick immer wieder auf die Industriekultur und die Vergänglichkeit. Noch ist Prosper Haniel in Kirchhellen nicht Vergangenheit, doch die Ruhrkohle AG, die seit 1968 den Steinkohleabbau im Revier bündelt, wappnet sich schon für die Zeit danach. Ab 2019 rücken die Herausforderungen der Nachbergbaus und des Strukturwandels in den Mittelpunkt des Handelns, bekennt die RAG. Mit auf dem Programm dafür steht die Revitalisierung ehemaliger Bergbauflächen. Und wenn die letzten Reste dieser versunkenen Kultur dann aus der Region verschwunden sind, dann bleiben die Bilder von Wolfgang Fröhling und erinnern an die Steinkohle und die „Bewegten Landschaft“.


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Top Hot Spots

„1864“ SASCHA STEMBERG UND SEIN TRAUM

Sascha Stemberg und sein eigener Gin 1864, gebrannt nach individuellem Rezept

Angefangen hat alles mit Schmiedemeister Heinrich Stemberg, der 1864 am heutigen Standort von „Haus Stemberg“ in Velbert eine Schmiede und einen Fuhrmannsgasthof betrieb. Und 1864 ist jetzt auch der Name für das neueste „Kind“ aus dem Hause Stemberg: Ein ganz besonderer Gin. Aber der Reihe nach. Nach der Gründung kamen im Laufe der Jahrzehnte eine Bäckerei und eine Tankstelle hinzu. Unter der Leitung von Walter Stemberg Senior wurde daraus 1947 ausschließlich ein Gasthaus. Sein Sohn Walter Stemberg entwickelte mit seiner Ehefrau Petra in der 4. Generation diese Gastwirtschaft ab 1975 zum renommierten Haus Stemberg, einem weithin bekannten und geschätzten Gourmetrestaurant. Tradition hat für das Haus Stemberg heute noch einen hohen Stellenwert und steht für

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Erfahrung und Qualität, aber zugleich wollen sie mit Innovation in die Zukunft gehen. Sohn Sascha kehrte nach Lehr- und Wanderjahren in der Top-Gastronomie 2003 ins elterliche Restaurant zurück. Als verantwortlicher Küchenchef steht er für anspruchsvolle, feine Regionalküche. Seit 2015 führt er mit seiner Frau Coren das Haus in fünfter Generation weiter. Aktuell wurde er erneut mit einem Michelin-Stern geadelt. Jetzt hat Sternekoch Sascha Stemberg sich einen Traum erfüllt: Er brannte nach eigenem Rezept einen individuellen Gin. Der Name „1864“, das Gründerjahr. Sascha Stemberg: „Rezept und Grundidee stammen von mir, aber das Know-How von Michael Habbel.“ Der ist Inhaber und Destillateur der „Brennerei Habbel“ in Sprockhövel. „1864“ nicht einfach ein herkömmlich gebrannter Wacholder. „Dieser Gin ist vierfach destilliert, das ist handwerklich sehr aufwändig“, erzählt Sascha Stemberg. Durch vierfaches Brennen sei der Gin „unkompliziert und auch pur gut zu trinken“. Außerdem komme „1864“ mit einem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 42 Prozent weniger scharf daher, habe Gin doch normalerweise 45 bis 48 Prozent. Kaum gebrannt, steht „1864“ bereits in Bars in Düsseldorf, auch gebe es Anfragen von Top-Restaurants bundesweit. Gänsebraten essen im Haus Stemberg ist so gefragt, dass man sich jetzt schon für 2018 anmelden kann. Für die zehn Köche bedeutet das in diesen Tagen jede Menge Arbeit. Aber: Noch nie war es so schwer, Nachwuchs für die Küche zu gewinnen. Dass Familie Stemberg und ihr Team für Beständigkeit, gepaart mit Qualität und Innovation, stehen, blieb auch Restauranttestern nicht verborgen und so konnte sich das gesamte Team um Sascha Stemberg im Laufe der Jahre über viele Auszeichnungen freuen, hier einige Beispiele: Aktuell im Guide Michelin 2017 1 Michelin-Stern; Gault & Millau 17 Punkte und 3 Hauben; Feinschmecker Magazin 3,5 F (Punkte); Aral Schlemmeratlas 3 1/2 Bestecke; Varta 3 Diamanten, Tipp Küche & Service; Falstaff Restaurantguide 2017/2018 ausgezeichnet als bestes Gasthaus NRW; Sascha Stemberg ist Mitglied bei den Jeunes Restaurateurs d´Europe, Europas junge Spitzenköche sowie Mitglied der Châine des Rôtisseurs.

Im wunderschönen Restaurant „Laurushaus“ vom Schlosshotel Hugenpoet genießen die Gäste eine moderne Gourmetküche

HUGENPOET MICHELIN­ STERN FÜR DAS LAURUSHAUS Glänzende Zeiten: Über dem Restaurant „Laurushaus“ in Essen leuchtet ein Stern. In der neuen Deutschland-Ausgabe des Guide Michelin erhielt Küchenchefin Erika Bergheim zusammen mit ihrem Team diese tolle Auszeichnung. Erika Bergheim präsentiert in diesem kleinen Restaurant (nur

Bei einer Küchenparty Ende Januar öffnet Sterneköchin Erika Bergheim auch das „Wohnzimmer“ im Laurushaus


Sport

20 Plätze) eine moderne Gourmetküche. Auf der Speisekarte finden sich Gerichte wie gebeizte Fjordforelle mit Meerrettich, Kaviar, Apfel, Haselnuss und Radieschen, Kalbsbries und gebeiztes Filet, Hummer & Kaninchen mit Caesar’s Salad, Lammrücken im eigenen Fond mit Mocho-VerdeRavioli, Hirschrücken mit Schwarzwurzel, Maronen und Schlehen-Gin Jus. Am 28. Januar 2018 öffnet Erika Bergheim

Erika Bergheim gehört mit acht weiteren Frauen zu den insgesamt rund 300 Sterneköchen in Deutschland – ein Frauenanteil, der noch niedriger ist als der in Dax-Vorständen.

nicht nur ihre Küche im LAURUSHAUS, sondern auch ihr „Wohnzimmer“ und den Wintergarten für eine stimmungsvolle Küchenparty und lässt sich beim Kochen über die Schulter blicken. Und natürlich wird sie mit ihrem Team die Gäste nicht nur verwöhnen, sondern auch den einen oder anderen Tipp verraten. Ein schönes Get-toGether, bei dem die Gäste plaudern und lachen, philosophieren und debattieren, Gemeinsames und Verbindendes entdecken. Es ist wie auf einem Fest, an dem man die Freunde der Freunde kennenlernt. Gemeinsam mit dem Weinhändler Tony van den Broeke sitzt (oder steht) man gemütlich zusammen und verkostet Weine, auch mit verschiedenen Gerichten. Van den Broeke bringt die Winzerin Heidi Schröck aus Rust mit, eine der großen Persönlichkeiten unter den Weinproduzenten Österreichs. Ihre ausdrucksvollen Weine sind Ergebnis ihrer Naturverbundenheit und ihres handwerklichen Geschicks. Die Eintrittskarten zur Küchenparty sind auch ein schönes Weihnachtsgeschenk und als Gutschein im Schloss erhältlich. Wer mag, kann übrigens auch an allen Öffnungstagen bereits beim Betreten des Restaurants einen Blick in die Küche werfen, und auch sonst wird der direkte Kontakt zwischen Gästen, Küche und Service herzlich begrüßt. Von Sonntag bis Mittwoch kann man das „Laurushaus“ exklusiv für besondere Anlässe reservieren, ob geschäftlich oder privat. Von Wassergräben umflossen, steht nicht weit vom Naturschutzgebiet "Untere Kettwiger Ruhraue" am Rande der Stadt Essen das Schlosshotel Hugenpoet. Das prachtvolle Erbstück des Freiherrn von Fürstenberg ist elegantes Refugium für Privatgäste und Geschäftsleute mit 36 Zimmern und Suiten, zwei Restaurants, einer Bar, Festsälen und Salons. Bei so viel Historie – das Schloss, so wie es heute dasteht, ist bereits 370 Jahre alt – werden Besucherinnen und Besucher im traditionellen Ambiente wie Königin und König empfangen. Das junge Team von 80 Mitarbeitern, geführt von Direktorin Alexandra Schenk, pflegt mit Begeisterung die besten Errungenschaften aus alter Zeit und verbindet sie mit dem modernen Leben. Gastfreundschaft wird gelebt auf Hugenpoet. Man spürt, dass das 5-Sterne-Superior-Schlosshotel noch immer in Familienbesitz ist. Maximilian Freiherr von Fürstenberg steht dem Unternehmen vor.

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Menschen

STADTSCHÖN­ HEITEN ESSEN 2017: OLIVER SCHMIDT HAIRDESIGN LÄDT ZUM 6. MAL EIN

Schon im 2. Jahr fliegt Tarzan nun schon durch das Stage Metronom Theater in Oberhausen und begeistert die Musical-Fans

MUSICAL TARZAN HILFT STIFTUNG VON NEVEN SUBOTIC Gute Unterhaltung genießen und dabei auch noch Gutes tun, das macht jetzt das Musical Tarzan in Oberhausen möglich. Disneys zauberhafte Geschichte vom kleinen Waisenjungen, der von der GorillaDame Kala adoptiert und in der Gemeinschaft der Affen groß gezogen wird, past perfekt zu einem Hilfsprojekt für Kinder. Um diese geht es der Neven-Subotic-Stiftung, die nun eine langfristige Kooperation mit dem Stage Metronom Theater in Oberhausen geschlossen hat. „Die Zusammenarbeit mit der Neven Subotic Stiftung ist für mich persönlich eine Herzenssache. Kindern den ärmsten Regionen der Welt zu helfen, ihre Träume zu verwirkli-

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chen passt perfekt zum Spirit der Show“, so Area Director Süd/West Jürgen Marx. Die Stiftung des bekannten Fußball-Profis im Dienste des BVB sieht ihre Aufgabe darin, Kindern in den ärmsten Regionen der Welt eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Mit Hilfe der Projekte erhalten sie sicheren Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene. Als Folge nehmen auch wieder mehr Kinder am Schulunterricht teil, weil ihre Gesundheit nicht länger durch mangelnde Hygiene gefährdet ist. Neven Subotic gründete die Stiftung 2012 und hat bislang über 100 durch Spenden finanzierte Projekte realisiert. Dazu trägt nun auch das Musical Tarzan in Oberhausen bei. Hier verzaubert nun schon im 2. Jahr die mitreißende Musik von Weltstar Phil Collins neben den atemberaubenden Flugszenen und den die eigens für Oberhausen designten Kulissen das Publikum. Dazu rührt die weltberühmte Tarzan Geschichte die Herzen, in Oberhausen faszinierend gesungen. Denn das Menschenkind unter den Affen spürt, dass seine Wurzeln eigentlich woanders liegen. Jahre später trifft eine Expedition im Dschungel ein und Tarzan – mittlerweile ein junger Mann – steht zum ersten Mal Menschen gegenüber. Unter ihnen ist die hübsche Jane. Diese Begegnung ist der Anfang einer großen Liebe, die sie schon bald vor die wichtigste Entscheidung ihres Lebens stellt.

6 Jahre Stadtschönheiten Essen – das sind fast 400 Bewerberinnen und 60 Finalistinnen. Wer nun denkt, die Stylingaktion wäre damit schon Routine, liegt allerdings gründlich falsch: „Wir sind jedesmal gespannt, wie der Finaltag abläuft“, gibt Erwin Waeijen von Oliver Schmidt Hairdesign zu – „und wir als Team freuen uns riesig, wenn sich die strahlenden Teilnehmerinnen nach dem Umstyling zum Abschlussfoto versammeln.“ 2017 fiel der Termin auf den 22. Oktober – wie immer ein Sonntag, an dem vor allem die Jungstylisten aus dem Team von Oliver Schmidt Hairdesign zeigen konnten, was sie bereits leisten. Für alle Finalistinnen ging es um eine typgerechte Beratung, einen individuellen Haarschnitt mit Farbe, Styling und Makeup. Die Beratung erfolgte nicht nur mit dem Stylisten, sondern auch mit Erwin Waeijen, der die Essener Dependance von Oliver Schmidt Hairdesign in der Theaterpassage führt und gut 30 Jahre Erfahrung einbringt.

Diese Verwandlung lässt Ausrichter Erwin Waeijen schwärmen: „Die super mega Veränderung von Ina“


Kultur

Die zehn Finalistinnen der Stadt-Schönheiten Essen 2017 stellen sich nach dem engagierten Einsatz der Hair-Stylisten zum Foto auf

Mit dieser Vorbereitung und einem Gläschen Sekt wurde es für die zehn Finalistinnen ein traumhafter Schönheitstag – und eine Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu schließen. „Ich bin jedes Mal begeistert, wie positiv und mutmachend die Mädels miteinander umgehen – und was das Stylistenteam in so kurzer Zeit leistet“, freute sich Susanne Dodt von van Loon Kommunikation, die die Verwandlung zum wiederholten Mal fotografisch festhielt. Aus den zehn Teilnehmerinnen kürte eine Jury die Gesamtgewinnerin: Inas Mähne wich einer frechen Kurzhaarfrisur, die etwas verwaschene Farbe wurde zu einem satten Braun. Beides betont Inas feines Gesicht mit den großen Strahleaugen – und Ina schwebte fortan durch den Salon.

Erwin Waeijen gibt noch ein paar Styling Tipps

Eine gemeinsame Zeitung präsentieren Herrenmode Klasmeyer und Jagdhaus Schellenberg

MODE TRIFFT KULINARIK Sie haben es, das besondere Etwas. Jeder für sich, und sie schließen damit eine perfekte Verbindung. Für alle die, die eben das ganz Besondere mögen: Klasmeyer Essen, mit seiner exklusiven Herrenmode, for Gentlemen only. Und Jagdhaus Schellenberg, die faszinierende Location über dem Baldeneysee. Inspirationen für die schönsten Begegnungen von auserlesener Mode und einem ausgewählten kulinarischen Erlebnis. Hier passen sie immer zusammen: Das edle Casual-Outfit zur lockeren Pause und der feine Business- oder Festtags-Look zum Tagesausklang oder gepflegten Dinner. Dann, wenn Gentlemen nicht mehr nur unter sich bleiben, sondern Zeit für die andere perfekte Begegnung haben.

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Musik Tipps

Marcus Endres legte unter dem Pseudonym `DJ Incognito´ für bekannte Partyreihen und angesagte Clubs im In- und Ausland auf, war zudem Schlagzeuger in diversen Rockbands und ist bis heute leidenschaftlicher Plattensammler (Vinyl versteht sich). Mit seiner Radioshow INCOGNITO IN THE HOUSE ist er zudem 14-tägig mittwochs auf einem angesagten Radiosender in Ibiza (www.ibizaliveradio.com) mit deepen und balearischen Mixsets zu hören. Für das Top Magazin Ruhr selektiert und kommentiert er seit Jahren - genreübergreifend und meist auch abseits des Mainstream - die besten musikalischen Neuerscheinungen. In der diesjährigen Winter- / Weihnachts Ausgabe bespricht unser Musik Redakteur gleich 27 Neuerscheinungen aus 5 Musikgenres. Da sollte für den ein oder anderen doch die passende Geschenkidee dabei sein.

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Musik Tipps

AMBIENT

HOUSE & CLUBSOUNDS HOUSE & CLUBSOUNDS

`Music for Dreams´ ist ein, auf facettenreiche Chillout und Balearic Music spezialisiertes dänisches Label. Mit dem erfolgreichsten Jahr Music For Dreams im Rücken, präsentiert Copenhagen 2017 Vol die neuste Compilati2, Label: Music For on eine großartige ZuDreams sammenstellung teils exclusiv produzierter Lounge- und Downbeatgrooves u.a. von The Kenneth Bager Experience, DJ Pippi, Islandman, Ambala und Folamour. Ein passender Begleiter in die Wohlfühloasen des Winters.

Der legendäre USHouse-DJ Kerri „Kaoz“ Chandler liefert für das Label !K7 zum Jahresende das nächste Highlight dieser erfolgreiDJ-Kicks – Kerry chen, wenn nicht der Chandler, Label: !K7 All-Time-Best Compilation Serie ab. Bei seinem ganz persönlichen Musiktrip durch New York, liegt der Schwerpunkt nicht auf House, sondern Kerri schüttelt eine ganze Armada cooler Tracks der Genres Soul, Disco, Reggae und Hip-Hop aus dem Ärmel. Top!

Die `Maierl Alm & Chalets´ ist die Top Lifestyle Adresse in den Kitzbüheler Alpen und in 1225m über dem Meer, direkt an der Maierl-Alm Chalet Skipiste, Top Adresse Beats No.5 für einen gelungenen Label: Clubstar Skiurlaub und ebenso Hotspot für coole Musik. Die Jubiläumsausgabe der hauseigenen Compilationserie liefert diesmal 29 winterfrische Deep House Perlen mit Balearen Feeling, selektiert und gemixt von Resident DJ Hoody sowie HP. Hoeger.

Der legendäre Harvey William Bassett, besser bekannt unter seinem Künstlernamen `DJ Harvey´, konnte für diese tolle Debut DJ Harvey - The Sound Compilation auf dem of Mercury Rising Vol 1 neuen Pikes Label geLabel: Pikes Records wonnen werden. Mit Klassikern seiner seit 10 Jahren stattfindenden Clubnacht `Mercury Rising´, die für echten balearischen Spirit steht, macht sich der Altmeister auf zu anders klingenden Ufern, als den sonst so verbreiteten Ibiza Samplern. Das Album vereint einen locker flockigen Oldshool Dancesound mit Anleihen von Italopop und 70er Grooves mit neuen Tracks der üblich Verdächtigen wie DJ Pippi und Chris Coco. In der Download Version gibt’s übrigens 4 Bonus Tracks obendrauf.

Das deutsche DJ und Produzenten Duo, bestehend aus Michael Kronenberger (aka. Milk) und Steffen Harding (aka. Sugar) Milk & Sugar: House gründet sich 1997 und Nation Ibiza 2017, Label: umrundete in seiner Milk & Sugar Records Karriere vielfach die Welt. Ihr wohl bekanntestes Projekt war die Veredelung des 1977 erschienenen Discohits `Love Is In The Air´, gesungen von John Paul Young. Auf Grund der immerwährenden kaum überschaubaren Zahl an Compilations des Duos, liefen ihre Releases eine ganze Weile unter meinem Radar hindurch. Mit House Nation Ibiza 2017 präsentieren sich beiden Deejays nun aber von der Sonnenseite und bringen die Bude mit ihrer typischen Mischung aus fetten Housebeats und deepen Tracks zum beben.

Mit typischem Berliner House- und Technosound hat auch die 18. Ausgabe der Compilation Serie aus dem Hause Universal wenig About:Berlin Vol.18 zu tun, zumindest verLabel: Polystar stehen die Protagonisten der Berliner Szene unter relevanter elektronischer Musik aus Berlin durchaus etwas anderes. In punkto Marketing liegen die Macher der Serie aber weit vorne. Einmal kommt die konsumige Zusammenstellung elektronischer Tanzmusik mit hohem Melodiefaktor beim Durchschnittshörer an und zudem sind die auf 1000 Stück limitierten Vinyl - Editionen in Sammlerkreisen äußerst begehrt. Die Reihe hätte aber durchaus das Potential etwas mutiger zu sein und mehr Coolness als Einheitsbrei aufzutischen.

Balearic Bliss, das dritte Album des dänischen Produzenten Steen Thottrup, ist für mich das Solokünstler Balearic Album 2017. Steen Thottrup – Kraftvoll melodisch Balearic Bliss, Label: arrangierte DowntemFRANCEST!C DEEP po und Chillout Mukke mit Einflüssen von Indietronic und dramatisch klassischer Fusion - das alles mit Gänsehautpotential - legt der von den Cafe del Mar Compilations bestens bekannte Däne diesmal vor. Direkt der erste Track treibt Dich in den Wahnsinn, wo ist jetzt nur der passende Sonnenuntergang ? Grandios.

Der Dresdner Tino Piontek aka Purple Disco Machine kann als ein Grenzgänger zwischen NuDisco, House und Pop bezeichnet Purple Disco Machine werden. Nach erfolg- Soulmatic, Label: reichen Remixen u.a. Sweat It Out für Gorillaz, Jamiroquai, New Order und The Shapeshifters, veröffentlicht er nun sein Debutalbum mit hochkarätigen Kollaborateuren wie Boris Dlugosch, Cee-Lo Green oder Housequeen Duane Harden. Ein grundsolides Housealbum mit Clubhits wie `Body Funk´ und `Devil in me´ und weiteren top produzierten Tracks.

Vier Jahre nach ihrem Debütalbum erscheint das zweite Album `Cloud Dancer´ auf Mousse T`s Label `Peppermint Jam´. Das Chasing Kurt – Duo Wojtek Kutschke Cloud Dancer, Label: und Lukas Poloczek aka Peppermint Jam `Chasing Kurt´ hat sich Records musikalisch deutlich weiterentwickelt. Cloud Dancer klingt poppiger als der Vorgänger und die Tracks sind zudem strukturiert und ausgefeilt. Man merkt auch, das Lukas Poloczek dem R’n’B/Soul-Genre nahesteht. Ein Album mit cooler Deepness, einer Menge Soul und hohem Listening Faktor.

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Musik Tipps

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ELECTRONIC PEARLS

ELECTRONIC PEARLS

POP & SOUL

Ein Spektrum vielschichtiger Klangwelten erwartet den Hörer auf der neuen `Pop Ambient 2018´ Compilation von Kompakt. Pop Ambient 2018 Kuratiert von WolfLabel: Kompakt gang Voigt, präsentiert die neue Ausgabe der erfolgreichen Serie wieder eine handverlesene Auswahl an Genre-Veteranen und Neuzugängen. Streicherklänge treffen hier auf Trancesounds, rhythmische Samplecollagen und cineastische Electronica. Zeitlos und spannend das Werk.

Als `Two Man House Band´ bezeichnen sich die beiden Hamburger DJ´s, Produzenten und Multiinstrumentalisten Hauke Freer und Session Victim – Lis- Matthias Reiling aka ten to your Heart Session Victim. Mit 13 Label: Delusions of fein produzierten LeGrandeur ckerbissen im Spannungsfeld Disco, Soul und tanzbarem Deep House macht sich das Duo auf, mit ihrem dritten Werk etwas für qualitätsbewusste Houselover und eines der genrebesten Alben in 2017 abzuliefern.

Warum etwas Neues versuchen, wenn das Bewährte so gut funktioniert, muss sich die britische Soul-PopBand `The Blow MonThe Blow Monkeys: keys´ gesagt haben, The Wild River bevor sie sich an die Label: Monks Road Arbeit zu ihrem zehnten Album gemacht haben. Also gibt es auch diesmal wieder satte Grooves, funkige Rhythmen und jazziges Gesangsfeeling in Idealform, wunderbar arrangiert, organisch produziert und einer seit 1986 erprobten Blaupause folgend.

Hans Peter Lindstrom ist neben Prins Thomas und Todd Terje der vielseitigste Produzent für Elektronische Clubmusik in Norwegen. Lindstrom – It`s alright 2005 liefert Lindstrom between us as it is mit `I feel Space´ einen Label: Smalltown weltweit erfolgreichen Supersound Clubhit ab. Sein neues Album wurde angekündigt als zusammenhängender Soundstream mit neun aufeinander abgestimmten Songs. Die Tracks haben ihren jeweiligen Charme und Anspieltip ist in jedem Fall das groovige `Bungl (Like a Ghost)´ mit der Stimme der norwegischen Ausnahmekünstlerin Jenny Hval. Ein tolles elektronisches Popalbum auf dem Songs mit Wiedererkennungswert zwar fehlen, das dafür aber viel Drive und atmosphärischen Spirit versprüht.

Berlin ist der wichtigste Bezugspunkt und endlose Inspirationsquelle für `Stil vor Talent´ Labelboss Oliver Koletzki. Von dort aus startete er Schneeweiß 8 pres. by seine erfolgreiche KarOliver Koletzki riere, ein wahres GroßLabel: Stil vor Talent stadtmärchen. Kreuzberger Wandmalereien schmücken nicht nur die Fensterläden des Label Hauptquartiers, sondern zieren auch wieder das Cover der nun 8. Schneeweiß Compilation. Und da Oliver längst ein weltweit gebuchter Act ist, vereint er auf dieser sorgfältig kuratierten Zusammenstellung nicht nur Berliner Künstler sondern auch internationale Stars der elektronischen Musikszene wie Rampa, Mathias Tanzmann, Florian Kruse oder Sebastien Leger. Ein toller Fundus für vibrierende Grooves.

Solána Imani Rowe, die sich hinter dem Kürzel SZA verbirgt, behauptet sich als einzige Frau auf einem Label mit diverSZA - Ctrl sen US-Rap-Stars wie Label: RCA Int. Kendrick Lamar oder Schoolboy Q. Die Sängerin wehrte sich sehr früh gegen eine Vermarktung als Superstar ohne Ecken und Kanten und zeigte ihrem Label für dieses Konzept den `S´ - Finger. Mit `Ctrl´ wandelt Solana nun ein wenig auf den Spuren einer Janet Jackson, die sich vor 31 Jahren mit dem Album `Control´ vom Regiment ihres Vaters Joseph Jackson lossagte. Ein erstklassiges Album, was von organischminimalistischem R&B über geschmackssicheren Pop bis hin zu ausgestöpseltem Grunge-Rock alles hat.

Das Londoner Label (Kollektiv) Greco-Roman - u.a. Heimat von angesagten Acts wie Hot Chip, Roosevelt oder Disclosure - veröfMarathon, Not A fentlicht zu seinem 10. Sprint! 10 Years of Geburtstag eine erstGreco-Roman klassige Werkshow mit Label: Greco Roman 14 Singles der letzten Decade. Soundtechnisch wird eine schöne Breite elektronischer Stilrichtungen von Bass bis Electropop geboten. Greco-Romans gutes Gespür für aufstrebende Künstler führte über die Zeit zu nicht wenigen Hits, von denen auch einige das Album schmücken. Absolut lohnenswert!

Hier trifft der Sound des legendären 70er Jahre Funk-Kollektivs um George Clinton, der die Motor City Detroit so sehr geprägt hat, auf Funkadelic - Reworked die nächste GeneratiBy Detroiters on Detroiter Musiker. Label: Ace Records 17 DJs und Produzenten wie Underground Resistance, Moodyman aka Kenny Dixon Jr. oder Amp Fiddler nahmen sich dem Funkadelic‘schen Soundkosmos an und veredelten die Tracks in ihrem individuellen Style. Herausgekommen ist ein absolut inspirierendes und hochaktuelles Album. Für mich „Strong Buy“!

Das neue Album der australischen Geschwister Angus & Julia Stone kann dem Erfolgsalbum `Down the way´ aus 2010 Angus & Julia Stone - mit Songs wie 'Big Jet Snow, Label: Vertigo Plane' oder 'I'm not yours' zwar nicht das Wasser reichen, die beiden spielen hier aber wieder konsequent die Karte mit einer charmanten Mischung aus Folk-Pop und rockigen Beach Sounds. Dies jedoch derart bedächtig und kühl, das dieses doch recht flach arrangierte Werk zwar als Stimmungsalbum gefällt, aber eben nicht elektrisiert.

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POP & SOUL

ROCKROOTS

ROCKROOTS

Für die Musikwelt ist Nat “King” Cole der größte Musiker und Sänger aller Zeiten. Für den jungen Gregory Porter war er aber Gregory Porter - Nat noch mehr: eine VaterKing Cole & Me figur. Jetzt dankt PorLabel: Blue Note ter es ihm mit einem (Universal) musikalischen Tribut, das unter die Haut geht. Nat `King´ Coles Hit´s und schönste Songs singt er mit so viel Soul und Gefühl, dass man meinen könnte, diese Evergreens das erste Mal im Leben zu hören.

Zu einer längerfristigen Zusammenarbeit mit seinen alten BandKollegen von Led Zeppelin ließ sich Robert Plant trotz eines Robert Plant - Carry 200-Millionen-DollarFire, Label: Nonesuch Angebotes nicht beweRecords gen. Stattdessen liefert der charismatische Sänger auf `Carry Fire´ Ethnogrooves mit Elementen aus Orient und Okzident, die dann auf die Zeppelin typischen Gitarren Riffs treffen, ohne die Hard Rock Keule dabei auszupacken.

Toller Hard Rock kommt nun auch aus Italien. Psychadelic Witchcraft, erst seit 2015 im Geschäft, verbreiten auf ihrem 2. Psychadelic Witchcraft Longplayer psychede–Sound of the Wind lisch, doomigen, aus Label: Listenable den 70ern inspirierten Records Heavy Rock mit okkultem Feeling. Rockcombos mit Frontfrau (in diesem Falle Sängerin Virginia Monti) sind ja in Mode, allerdings sticht diese handwerklich versierte und stimmlich gute Band aus der Masse hervor.

DJ John Munich hat für den Deutschen Playboy eine neue Compilation zusammengestellt. Das Release des ungemixten The Boy is playin` 3 CD Packages fiel Session Vol. 1 by John leider fast zeitgleich Munich, Label: Sony zusammen mit dem Tod von Playboy Gründer Hugh Hefner. Klangtechnisch liefert John, der übrigens der Sohn des großen Udo Jürgens ist und mit seinen DJ Sets regelmäßig auf Radio Gong 96.3 zu hören ist, 47 Tracks in einer Bandbreite von RnB über Soul Classics bis Uplifting House. `The Boy is playin´ hat wenig gemein mit clubbigen Vorgängerwerken wie `A Night at the Playboy Mansion´ eines Dimitri from Paris, lässt das Bunny Mansion 2017 aber prima im Zeitgeist erklingen.

Electric Eye sind vier Jungs aus der zweitgrößten Stadt Norwegens, die hier ihr drittes Album präsentieren. `From The Poisonous ELECTRIC EYE - From Tree´ ist ein Psychrock The Poisonous Tree Album, wie es großartiLabel: Jansen Records ger nicht sein kann, eine erstklassige Vorführung schwer beschreibbarer hypnotischer Rhythmen, vielleicht ein wenig im Stile der frühen Pink Floyd oder Bands wie Wooden Ships und Flaming Lips. Der Bandname stammt übrigens von dem Song `Electric Eye´ von Judas Priest, worüber die Band heute lacht. Selber nennen Sie ihren Style übrigens norwegischen `Psych-Drone-Groove-Kraut-Rock´. Die Platte klingt dazu noch, als wäre sie aus einer Jam Session heraus entstanden. Astrein!

Mit diesem Konzertmitschnitt des finalen Dates der `Your Wilderness´ Tour in der Londoner Islington Assembly Hall, stellt The Pineapple Thief – die britische Band dem Where We Stood besten Album ihrer Label: KScope Karriere noch ein Live Package zur Seite. Die 2005 gegründete Formation liefert eine Mischung aus schönem Art-Rock und modernem Progressive. TPT fesselt auch Live mit ungebändigter Energie, Dynamik und glasklarem Sound, angetrieben durch den fantastischen Ex-King Crimson Drummer Gavin Harrison. Ein paar mehr Live Soli hätten dem Album meines Erachtens dann aber noch gut getan. Für eingefleischte Fans ein Muss, für Neuhörer der spezielle Rock Tip dieser Ausgabe.

Mit `Listen Without Prejudice Vol. 1´ liegt nun eine erweiterte und komplett remasterte Version des legendären 2. Albums George Michael- Lisdes letztes Jahr an ten Without Prejudice/ Weihnachten überraMtv Unplugged schend verstorbenen Label: Sony Music Sängers vor. Obendrauf gibt es in diesem Deluxe Set mit drei CDs und einer DVD reichlich Zugaben u.a. einen Mittschnitt des MTV-Unplugged-Konzert in den Three Mills Island Studios vom 11. Oktober 1996, seltene B-Seiten, Mixe und Liveversionen sowie ein umfangreiches Booklet.

Früher war zwar nicht alles besser, aber authentischer. Dirty Thrills, ein äusserst charismatisches BluesHardRock-Quartett DIRTY THRILLS – aus London, setzen geHeavy Living nau dort an und lassen Label: Frontiers es mit dem grandiosen Sänger Louis James, Sohn des Ex-Moody Blues Sängers Nicky James sowie einem deftig instrumentalen Unterbau ordentlich scheppern. Die 4 Briten haben unstrittig einen Hang zu Led Zeppelin und schlagen damit in eine Kerbe mit Acts wie Queens of the Stone Age, The Black Keys oder den Rival Sons. Let`s Rock!

Die New Yorker Ausnahmeband um den genialen Mastermind James Murphy geht mit der gewohnten Mischung aus Punk, LCD Soundsystem Funk, Soul, New Wave American Dream und Rock zwischen alLabel: SMI COL (Sony) ter Schule und Gegenwart noch einmal in die Vollen. Neuhörer, die schon Musik der Talking Heads, The Cure oder New Order mögen, fällt es leicht, dem Sound der Band zu verfallen. `American Dream´ ist für mich ein ganz starkes Comeback einer Formation, um die es ja eigentlich schon geschehen war. Tip: Die Vinyl Edition kaufen.

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Ein Ausflug nicht nur ins Nachbarland, sondern auch in die Vergangenheit. Im niederländischen Freilichtmuseum in Arnheim tauchen Besucher rund um die ganz typische Windmühle in ein echtes Märchenland ein, in dem die Zünfte und Gebräuche alter Tage wieder lebendig werden

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Ein Land, in dem Eier und Käse, Städtchen und Strände, Mühlen und Grachten, Majestäten und Blumen locken. Ganz nach eigenem Ansinnen finden wir dort auch ganz andere Ansichten. Holland – eben auch mal anders. Fotos: Ralf Schultheiß

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Außen besonderes Design, innen eine Fülle von Kunst – das Museum in Groningen ist allemal eine Reise wert. Stararchitekten und Designer von Allesandro Mendini über Michele De Lucchi, Philippe Starck und Coop Himmelb(l)au schufen Anfang der 1990er Jahre den Ersatz für das in die Jahre gekommene Museumsgebäude in der City auf einer Insel im Verbindungskanal der Stadt. Im Inneren warten zeitgenössische Kunst aber auch Kunsthandwerk, Exponate zur Geschichte Groningens sowie asiatisches Porzellan vergangener Jahrhunderte. Alles ist verteilt über besondere Pavillons, das Hauptgebäude bildet einen Turm, wer zur Ausstellung will, muss eine Wendeltreppe erklimmen.

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Aufstieg zu einer besonderen Klasse von Wohn- und Esskultur: Das Hotel Okura in Amsterdam punktet nicht nur mit seiner ungewÜhnlichen Treppenhaus-Architektur. Hier ist das auch legendäre Yamazato zuhause, das erste Japanische Restaurant, das schon vor Jahren in Europa einen Michelin Stern bekommen hat

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Wenn sich der Blick sternförmig zum Himmel öffnet. Rotterdam macht’s möglichmit seinen Kubushäusern, das sind spektakuläre Wohngebäude von Piet Blom auf der Basis von würfelförmigen, auf einer Ecke stehenden Baukörpern

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Groothoofdspoort: Die Basis ist das Renaissance Haupttor, es wird überhöht von einer Kuppel. Meisterliche Baukunst, zu sehen in der Stadt Dordrecht am Zusammenfluss der Merwede, der Noord und der Alten Maas

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Ein kleines Tor zum Glück: Ein paar Sonnenstrahlen draußen genießen mit netten Menschen. Onze Lieve Vrouweplein in Maastricht nach der gleichnamigen Kirche benannt liegt im Herzen der Innenstadt und ist zu jeder Jahreszeit, sofern es die Temperaturen es auch nur ansatzweise erlauben, beliebte Terrasse zahlreicher Cafés und Restaurants

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Wasser, das beliebte Element gibt es in Holland nicht nur am IJsselmeer und an den Stränden, es ist überall – und schafft zuweilen auch mal kunstvolle Perspektiven: Auf einem schwarzen Tisch im Garten spiegelt sich die Fassade des Hotel The Dylan an der Kaizergracht in Amsterdam. Ein Bild wie ein Gemälde der großen Meister

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Einkehr nach vielen neuen Perspektiven: Das geht besonders gut in einer der ältesten Kneipen von Amsterdam. Die heißt In't Aepjen, liegt am Zeedijk 1, und lockt Jung und Alt, Menschen aus Amsterdam und Touristen mit frisch gezapftem Bier in uriger Atmosphäre

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Für Touristen, auch aus dem Ruhrgebiet, gehört Scheveningen zu den Anziehungspunkten Nummer ein. Sagenumwobenes gibt es dort an der Strandpromenade: Die Figur „De Haringeter“ von Tom Otterness. Sie entstand nach einem Märchen, das von einem kleinen Jungen handelt, der so viel Hering gegessen hat, dass er schnell groß geworden ist. Dadurch wird sein Traum wahr, und er darf mit den Fischern aufs Meer fahren.

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Plätze zum Träumen sind in Holland allemal die Grachten. Hier am Reitemakersrijge-Kanal in Groningen gibt es neben dem zauberhaften Blick auf Wasser und Schiffe noch etwas zu entdecken: Eine öffentliche Toilette. Was banal klingt ist dort, entworfen von niederländischen Architekten Rem Koolhaas, ein absolutes Muss auf dem Sightseeing-Plan.

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Auch ein Muss ist das Romantik Hotel Campveerse Toren in Zeeland. Aus dem Jahr 1358, eines der ältesten Hotels Hollands.

Was fällt uns zu unserem Nachbarland Holland ein - Eier, Butter, Käse und Tomaten? Und klar, dazu noch flaches, weites Land, viel Meer, lauschige Städtchen, brodelnde Metropolen. Grachten und Trachten, Windmühlen und Werften, Monarchie und alte Meister. Ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels, 450 Kilometer zerklüftete Küste, davon 250 Kilometer begehrte Strände. Die Zuiderzee wurde 1932 durch einen riesigen Deich von der Nordsee abgetrennt und ins Ijsselmeer, das trotz des Namens mit Süßwasser lockt, verwandelt. Auf der einen Seite klatscht die See gegen den Damm, auf der anderen Seite liegt spiegelglatt das Ijsselmeer. „Gott hat die Welt erschaffen, aber die Niederländer machten ihr eigenes Land“ lautet ein altes Sprichwort. Fertig sind sie damit noch lange nicht. Derzeit werden neue Inseln im Ijsselmeer östlich von Amsterdam angelegt, auf denen eine Stadt entsteht. Und gegen die allzeit anstehende Erosion werden unermüdlich von den Nachbarn jedes Jahr die Strände mit neuem Sand aufgefüllt. Schon durch die bloße Nähe ist Holland

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mit seinen oft zauberhaften Städtchen und beliebten Stränden so anziehend für die Menschen im Ruhrgebiet: Man ist in einer Stunde dort. Früher fuhren Viele gerne in grenznahe Orte, um billig einzukaufen und zu tanken (das Mekka war Venlo). Das gibt’s auch heute noch, ist aber längst ganz anderen Motiven für einen Ausflug ins Nachbarland gewichen. Entspannung durch einen schnellen Wochenendtrip ans Meer, junge Leute zieht’s nach Amsterdam und Rotterdam. Und nicht nur das: So mancher, der es sich leisten kann, geht zum Studium lieber über die holländische Grenze, als in Deutschland lange auf einen der gewünschten Plätze zu warten. Eine ganz neue Form von Bildungsaustausch. Auch das ist Baustein für eine ganz besondere Liebe, die uns Deutsche mit Holland und den Holländern verbindet, die Verbindung zwischen NRW und Holland nicht nur geografisch nah. Holland ist geringfügig größer, beide Länder haben rund 17 Millionen Einwohner. Wunden aus der NS-Zeit und dem Krieg mussten überwunden werden. Dennoch: Gemeinsam mit Holland (plus Belgien, Luxemburg, Frankreich und Italien) war die

Bundesrepublik 1957 Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG. 1992 ging die EWG mit dem Vertrag von Maastricht in die EG über, aus der Jahre später die EU wurde. Was die Deutschen an Holland immer gereizt hat, sind das Königshaus und die Blumen, eine Reihenfolge, die unter Missachtung des Protokolls auch umgedreht werden könnte. Tulpen aus Amsterdam ist nicht nur ein bekannter Songtitel, sondern assoziiert Glanz und Schönheit. Die Niederlande gehören zur Reihe der Monarchien in Europa (Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden), die alle irgendwie untereinander verwandt und verschwägert sind. Und in der Nationalfarbe Orange gibt es auch die verschiedensten Blumenzüchtungen. Oranje - damit sind wir beim Fußball. Seit dem legendären 2:1 im Münchener Olympiastadion beim WM-Finale1974 sind Deutschland und Holland besondere Rivalen. „Ohne Holland fahr’n wir zur WM“ ist seit der WM 2002 ein Evergreen. 2018 fahr’n wir schon wieder ohne Holland zur WM. Schade, eigentlich. Fahren wir doch stattdessen einfach nach Holland und entdecken dort ganz viele Evergreens und neue Seiten.


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Auto

Perspektive E-Mobilität

In der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen hat die Zukunft schon jetzt begonnen: Von Hand wird hier der e-Golf montiert

Volkswagen will bis 2025 führender Anbieter von Elektro-Fahrzeugen werden. Die Gläserne Manufaktur in Dresden macht das Lebensgefühl E-Mobility für seine Besucher schon jetzt erfahrbar. Kein Zaun, keine Absperrung, kein Gitter – stattdessen umgibt viel Grün die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Durch die durchgehende Glasfassade des Gebäudes können Passanten der Produktion zusehen. Diese Transparenz und Zugänglichkeit sind kein Zufall: „Eintritt und Besuch sind hier ausdrücklich gewünscht. E-Mobilität soll erfahrbar werden“, sagt der Volkswagen-Standortleiter Dresden, Lars Dittert. Die Gläserne Manufaktur in Dresden steht sinnbildlich für die Konzernstrategie TOGETHER 2025 von Volkswagen: Wo einst das Nobelfahrzeug Phaeton per Hand gefertigt wurde, rollt nun der abgasfreie e-Golf vom Band. Er ist eines der neuen Aushängeschilder der E-Offensive des

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Konzerns: Bis 2025 will Volkswagen zum größten Anbieter von Elektro-Autos werden und jährlich zwei bis drei Millionen E-Fahrzeuge verkaufen. In Dresden hat die abgasfreie Zukunft begonnen. In der Gläsernen Manufaktur montieren 130 Mitarbeiter die neuen eGolf Modelle – per Hand. Sie verbauen Steuergeräte, setzen Cockpit, Sitze sowie Türen ein und sorgen dafür, dass die Kabel an der richtigen Stelle liegen. Karosserie, Batterie und Teile des Fahrwerks werden zugeliefert, zusammengebaut wird komplett in Dresden. Was auffällt: Wie der e-Golf selbst, ist alles sehr sauber und geräuscharm. Die Mitarbeiter in der Produktion tragen weiße Arbeitskleidung, der Boden ist hellbeiges Parkett – kanadische Bergahorndielen. Nur dann und wann hört man gedämpftes Hämmern. Ab und an gleiten sogar lautlos selbstfahrende Transportsysteme

durch die Halle, die neue Teile zuliefern. Das alles können Besucher bei einer 75-minütigen Führung durch die Produktion beobachten. Schritt für Schritt, Schraube für Schraube. Bis auf etwa eineinhalb Meter nah können sie an die Herstellung der Autos herantreten, auch hier gibt es keine Absperrung. Anmeldung braucht es dazu keine. Die Führungen starten zu jeder vollen Stunde. Eine Voranmeldung wird empfohlen.Das Angebot wird sehr gut angenommen. Im Schnitt lassen sich 400 Besucher am Tag durch das Werk führen, etwa ein Drittel davon sind internationale Gäste. Kein Wunder: Bietet die Manufaktur die Führung doch auch in 14 Sprachen an. „Die Zeit ist reif für den Durchbruch der E-Autos. Und Volkswagen wird Wegbereiter des Volumenmarkts sein. Wenn ein Autobauer gut den breiten Markt bedienen kann, dann Volkswagen.“, sagt Herr Dittert.


ellen. t s e b r o v t Jetz

Überzeugt. Von Anfang an. Der neue T-Roc. T-Roc 1.0 TSI, 85 kW (115 PS), 6-Gang Kraftstoffverbrauch, l/100 km: innerorts 6,1/außerorts 4,5/kombiniert 5,1/ CO2-Emissionen, g/km: kombiniert 117. Ausstattung: Leichtmetallräder „Chester“, Sitzheizung vorne, Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht, Rückleuchten in LED-Technik, Klimaanlage, Reifenkontrollanzeige, Berganfahrassistent, Elektronische Parkbremse, Fahrlichtschaltung automatisch, Radio „Composition Colour“, Spurhalteassistent, Start-Stopp-System, Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion u. v. m.

GeschäftsfahrzeugLeasingrate monatlich Wartung & Inspektion (optional): Sonderzahlung: Laufzeit: Laufleistung pro Jahr:

179,00 €1 20,16 €2 0,00 € 48 Monate 10.000 km

1 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Str. 57, 38112 Braunschweig, für gewerbliche Einzelabnehmer mit Ausnahme von Sonderkunden für ausgewählte Modelle. Bonität vorausgesetzt. Alle Werte zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer. 2 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Str. 57, 38112 Braunschweig. Für private und gewerbliche Einzelkunden. Beim teilnehmenden Volkswagen Partner. Überführungs- und Zulassungskosten sind in der Leasingrate mit eingerechnet. Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

Volkswagen Zentrum Essen

Gottfried Schultz Automobilhandels SE

ThyssenKrupp Allee 20, 45143 Essen Tel. 0201 / 87430


Große Momente werden noch größer, wenn man sie teilt. Der neue Cayenne Turbo. 5 Türen, offen für jedes Abenteuer. Die neuen Cayenne Modelle bringen Mannschaftsgeist in die Sportwagenwelt. Effizienz auf die Straße. Und digitale Performance in Ihr Cockpit. Gern zeigen wir Ihnen persönlich, wie viele große Momente im Alltag stecken. Bei uns im Porsche Zentrum Essen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 16,4–16,2 · außerorts 9,5–9,3 · kombiniert 11,9–11,7; CO2-Emissionen kombiniert 272–267 g/km

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