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Ausgabe 1 | 32. Jahrgang Frühjahr 2018 | 6,– €

BOCHUM | BOTTROP | DUISBURG | ESSEN | GELSENKIRCHEN | MÜLHEIM | OBERHAUSEN

RUHR

ruhrrevier

Abschied vom Bergbau mit

Kunst & Kohle reise

Kreuzfahrt mit der

Schiffslegende aus us der Krupp-Werft ft business

Unternehmensgeschichte hichte mit

Frauen am Steuer Ste

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Editorial

Editorial

FOR GENTLEMEN ONLY Chefredakteurin Katrin Kroemer

EINLADUNG ZU EINER AUSZEIT Jetzt ist es soweit: Nun schreibe ich mir schon selber Mails, um Sachen nicht zu vergessen ...! Das darf doch eigentlich gar nicht wahr sein. Aber manchmal haben wir einfach zu viel um die Ohren und brauchen darum eine Auszeit. Einfach mal ausspannen und mit den Gedanken abtauchen. Genau dazu lädt Sie auch 2018 wieder TOP RUHR ein. Das erste Magazin des Jahres liegt nun vor Ihnen – und wir entführen Sie gerne mal wieder in andere Welten. Zum Abtauchen aus dem Alltag. Zum Beispiel bei einer Reise in die Karibik. Nicht einfach einer Reise. Sondern bei einem exklusiven Turn mit der Sea Cloud. Ein Luxussegler, 1931 gebaut von Krupp. Ein besonderes Beispiel für das, was das Revier immer schon leisten konnte. Und was bis heute echt traumhaft ist. So wie die Leistung ganz besonderer Frauen. Die dafür gesorgt haben, dass buchstäblich die Räder nicht still stehen. Wie bei den Fahrzeug-Werken Lueg. Da haben die Damen der Familie in entscheidenden Situationen das Steuer fest in die Hände genommen. Übrigens verbindet die Fahrzeug-Werke mit Stammsitz in Bochum das auch mit der Sea Cloud: Die Luxusyacht trägt wesentlich die Handschrift einer Frau. Die Amerikanerin Marjorie Merriweather Post widmete sich ab 1929 zwei Jahre der Gestaltung ihres Traumschiffs. Da war Lueg schon mehr als 60 Jahre mit Kutschen und Automobilen und inzwischen als Hoflieferant aber auf festem Boden unterwegs. Immer bodenständig aber auch absolut kulturell interessiert und engagiert ist das Revier. Ein Beispiel ist das Klavierfestival Ruhr. Nunmehr seit 30 Jahren ein Pia-

nisten-Treffen von Weltrang. Hier in der Metropole Ruhr. Und da tut es Gutes. Mit Musik. An Orten, wo das so einfach keiner vermutet. Zum Beispiel in Duisburg-Marxloh. Das ist Engagement für eine bessere Zukunft. Gut, dass die Region sich schon für die Zukunft aufgestellt hat. Wichtig gerade in diesem Jahr 2018. In dem es endgültig heißt, Abschied zu nehmen nicht nur von Traditionen sondern auch von harter Männerarbeit und der einstigen Grundlage für Wohlstand. Vom Bergbau und der Kohle, dem schwarzen Gold. Mit Prosper Haniel in Bottrop schließt die letzte Zeche. Endgültig Schicht am Schacht im Revier. Und aus Tradition und harter Arbeit wird auch Kultur. Der Bergbau wandert endgültig ins Museum. Überall im Revier eröffnen Ausstellungen besondere Perspektiven auf die Zeit unter Tage. Der Abschied ist Teil, aber nicht Schlusspunkt des Wandels in der Region. Der geht weiter – ganz nach dem Motto der RAGStiftung: Glückauf Zukunft. Das wünschen wir Ihnen. Nicht nur für dieses Jahr, durch das wir Sie wieder gerne mit unseren Geschichten begleiten. Erstmal in diesem Magazin, das Ihnen dann hoffentlich auch wieder Lust auf mehr macht. Mehr TOP-Storys in 2018. Wir arbeiten schon daran. Für Sie doch immer wieder gerne. Das wissen Sie ja auch schon! Herzlichst Ihre

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Menschen

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Inhalt

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BUSINESS

REISE

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10 Die Frauen der Luegs 22 Star-Designer Ken Okuyama 30 Vernetzt, Digital, Elektrisch, Autonom 32 Porsche Zentrum Essen 34 X3 on the road 98 XCORP – Susi´s Welt 136 Ein Abschied nach Maß

6

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Traumschiff unter weißen Segeln Heimat im Paradies Jamaika

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TOP SELECT

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Tipps und Trends von der TOP Promotion Verlagsund Marketing GmbH

SPORT

88 96

Golf & Gourmets Die Golfschule

RUHRREVIER

102 104 106

Wir gestalten das Ruhrgebiet Mücke – Ein neues Bier aus dem Revier Glückauf Zukunft zum Ende des Bergbaus


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RUHR

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Inhalt

118

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128

124

MENSCHEN

118 Prof. Franz Xaver Ohnesorg 120 Hans Martz trifft … 124 Ennatz 126 Zwischen Hollywood und Halde – Kolumne Birte Glang

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MUSIK

140 CD-Tipps

TOP HOT SPOTS

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Neues aus dem Revier Von Essen nach Nijmegen

MODE

128 Die Pfeffers auf der Rü 130 Perfekt für mich gemacht 134 Theaterpassage

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RUBRIKEN

3 Editorial 146 Impressum


Inhalt

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Business

Helene, die Unternehmerin. Helene Lueg hatte die bescheidenen Gründerjahre seit den 1870er-Jahren miterlebt und aktiv begleitet. Im Alter von 39 Jahren übernimmt die aus Lippstadt stammende Kaufmannstochter als alleinige Besitzerin die Leitung des Unternehmens – unterstützt von ihrem älteren Bruder sowie den langjährigen Meistern im Betrieb.

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Business

DIE FRAUEN DER LUEGS

VON 1868 BIS HEUTE SCHREIBEN DIE FAHRZEUGWERKE EINE ERFOLGSGESCHICHTE. AUCH DURCH DEN KLUGEN EINSATZ DER DAMEN IN DER FAMILIE. 2018 WIRD DER 150. UNTERNEHMENSGEBURTSTAG GEFEIERT. Text: Katrin Kroemer

Man schreibt das Jahr 1868. Bochum ist ein noch kleiner aber durchaus aufstrebender Industriestandort. Mit einem ebenso aufstrebenden jungen Mann: Friedrich Lueg gründet in diesem Jahr voller Tatendrang seine eigene „Vollständige Wagen-Fabrik“, baut, verkauft und repariert Kutschen. An seiner Seite Ehefrau Helene, geborene Wagner. Eine

Kaufmannstochter aus Lippstadt. Die Gattin begleitet den Aufbau des jungen Unternehmens ab den 1870er-Jahren. Ein Team, das mit Erfolg am Werk ist: Bald schon wird aus den bescheidenen Anfängen an der damaligen Friedrichs-Straße eine aufstrebende Fabrik mit 25 Mitarbeitern. Bis 1891 Friedrich Lueg im Alter von nur 49 Jahren stirbt. Sohn Friedrich

Oscar zählt erst 16 Jahre, so nimmt Helene selbst die Zügel in die Hand. Und ist damit die erste der Frauen, die sich als starke Lenkerinnen in die Annalen der heute 150-jährigen Firma Lueg eingetragen haben. Denn über alle Jahrzehnte ist die Geschichte der Fahrzeugwerke wesentlich mitgeschrieben von den Frauen der Luegs.

Exzellenter Ruf im Revier, im Reich und in Europa. In Helenes Hand gedeiht die Firma zu neuer Blüte: „Friedrich Lueg Nachfolger“ beschäftigt bald 40 Fachkräfte unterschiedlichster Professionen. Die Bochumer liefern ihre Luxuskutschen an Zechen und Industrielle im Ruhrgebiet und bald auch ins ganze Deutsche Reich, nach Spanien, Portugal oder England.

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Auf Familien-Ausflug. Optisch noch halb Kutsche, technisch ein Automobil: Familie Lueg ca. 1906 im eigenen Fahrzeug. Vorne am Steuer Friedrich Oscar, dahinter seine Frau Helene (geb. Hösterey) mit Tochter Hanna und hinten Großmutter Helene Lueg beim Ausflug – zu Besuch bei den Schwiegereltern Hösterey.

Noch geht es bei der Firma Lueg lange nicht um Autos, das Geschäft der Wagen-Fabrik boomt unter Leitung der Kaufmannstochter Helene mit Luxus-Kutschen. Und das in einer Zeit, als das Frauenwahlrecht nicht eingeführt war und für die holde Weiblichkeit viel eher Heim und Herd als Bestimmung galten, denn die Führung eines Unternehmens. Helene ficht das nicht an, mit ihr blüht das Unternehmen weiter auf und erwirbt sich einen exzellenten Ruf im Revier, im gesamten Deutschen Reich und darüber hinaus in Europa. „Friedrich Lueg Nachfolger“ beschäftigt bald 40 Fachkräfte. Die Luxus-Kutschen aus Bochum finden ihre Abnehmer nicht nur bei Zechen und Industriellen im Ruhrgebiet, sondern bis hin nach Spanien, Portugal oder England. So werden die ursprünglichen Räume am Stammsitz, der heutigen Kortumstraße, zu klein. Helene entscheidet sich für den Abriss der bisherigen Fabrik und einen großzügigen Neubau. Um das Lager zu räumen, bietet sie 1894 Landauer, Coupés und Phaetons zu reduzierten Preisen an. Dann entstehen bis 1895 mitten in der Stadt Schmiede, Lackiererei, Sattlerei und Stellmacherei neu. Die fertigen Kutschen

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werden im Obergeschoss ausgestellt und mit einem mechanischen Aufzug zur Auslieferung herabgefahren. 1896 ist auch Sohn Friedrich Oscar nach seiner Ausbildung zum Wagenbauer soweit, neben der Frau Mutter in das Unternehmen einzutreten. In der Ära „Mutter und Sohn“, unter der gemeinsamen Führung von Helene und Friedrich Oscar wächst das Unternehmen unaufhaltsam weiter. Und auch im ausgehenden 19. Jahrhundert baut die Firma Kutschen: Über 40 Typen sind im ersten Musterbuch von „Friedrich Lueg Nachfolger“ enthalten – darunter Jagdwagen, Vis-à-Vis, Mylord, Doc-Cart bis hin zur luxuriösen Berline. Die Kutsche bestimmt immer noch das Stadtbild Bochums. Das braucht Mitarbeiter und noch mehr Platz. 50 Fachkräfte arbeiten jetzt bei Lueg und so platzt die gerade erneuerte Fabrikation schon wieder aus allen Nähten. Also trifft Helene mit Friedrich Oscar die nächste Standort-Entscheidung: Sie investieren in der südlichen Innenstadt, an der Bahnhofstraße. Das Gebäude am heutigen Engelbertbrunnen wird für mehr als ein halbes Jahrhundert Sitz der FahrzeugWerke bleiben. Vier Jahre steht Helene

ihrem Sohn in der Leitung noch zur Seite, bis der junge Mann am 1. Januar 1900 zum alleinigen Chef gekürt wird. Mit Friedrich Oscar kommt noch im gleichen Jahr die nächste Frau in das wachsende Unternehmen, und es ist erneut eine Helene: Der frisch gekürte Firmenchef heiratet die Tochter der angesehenen Bäcker-Familie Hösterey aus WuppertalElberfeld. Sie ist die ältere Schwester von Walter Hösterey. Der Bruder wird später unter seinem Pseudonym Walter Hammer als Publizist und Verleger des FackelreiterVerlags und als Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Diktatur bekannt. Aber nicht nur durch Heirat entwickeln die Luegs beste Beziehungen zu anderen Familien, die sich ebenfalls mit ihren eigenen Unternehmen in jener Zeit auf den Weg machen. Schon 1867 legten Wilhelm und Louise Schmitz mit einem Lebensmittelhandel den Grundstein für das heutige Firmenimperium Tengelmann. Ein Jahr eher als bei Lueg stand die 150-Jahr-Feier am Hauptsitz in Mülheim an. Bis heute wissen sich die Unternehmer-Familien eng verbunden. Der heutige Kopf, KarlErivan W. Haub, ist einer der ersten Gratulanten zum großen Lueg-Geburtstag.


Business

Karl-Erivan W. Haub (Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann) Mit Lueg verbindet uns eine 42-jährige erfolgreiche Partnerschaft. Wir gratulieren zum 150. Jubiläum. Eine großartige Leistung! Auf eine erfolgreiche Zukunft.

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Sieg für Hanna! Erster Preis – unübersehbar klemmt das weiße Schild hinter der Windschutzscheibe, das Gesicht der Gewinnerin verschwindet im Halbdunkel. Es ist nicht das erste Rennen für Hanna Lueg, die automobilbegeisterte Tochter Friedrich Oscars: Bereits 1929 fuhr die 27-Jährige beim Autoturnier in Düsseldorf vorneweg – mit dem Mercedes-Benz Stuttgart 200 Sports Roadster.

Fest in Familienhand. Auch nach dem Tode Friedrich Oscars bleibt das Unternehmen fest in Familienhand: Gegründet wird die Fahrzeug-Werke Lueg GmbH, an der seine älteste Tochter Hanna Lueg und die Familie Leni und Paul Mahnert jeweils 50 Prozent der Stimmrechte halten. Über Jahrzehnte bestimmen die beiden Schwestern als Gesellschafterinnnen den Kurs mit. In den Wiederaufbaujahren hält die BOGESTRA AG eine stille Beteiligung – ein Unikum in der Geschichte des Unternehmens, das bis heute von den Familiengesellschaftern getragen wird.

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1867 ist auch das Gründungsjahr der Essener Stauder-Brauerei, denn zum Revier gehört wie Kohle und Stahl nach alter Tradition auch das Bier. So fügt es sich, dass die Luegs auch mit der Familie Stauder gute Verbindungen pflegen. Apropos Familie: Friedrich Oscar Lueg baut nicht nur gemeinsam mit seiner Mutter die Firma weiter aus, er trägt auch entscheidend zu den starken Frauen der Luegs bei. 1902, im selben Jahr, als der Spanische Hof die Bochumer Wagenbau-Firma zu seinem offiziellen Lieferanten kürt, wird Tochter Johanna geboren. In die Annalen geht die Erstgeborene der dritten LuegGeneration als „Hanna“ ein. 1907 folgt als 2. Tochter von Friedrich Oscar die dritte Lueg-Frau mit Namen Helene. Sie wird später als „Leni“ gemeinsam mit ihrer Schwester Firmengeschichte schreiben. Bei Lueg an der Bahnhofstraße hat sich inzwischen Entscheidendes getan. Status als Spanischer Hoflieferant hin, Export der Kutschen bis nach Argentinien her, die Zeichen der Zeit stehen auf Wandel, weg von den vierbeinigen Pferdestärken hin zum Automobil mit seinen maschinellen PS unter der opulenten Motorhaube. Nicht nur zum modernen Transport dienen die Automobile, es werden schon Rennen gefahren. Friedrich Oscar glaubt an den Fortschritt und setzt, beeindruckt von den Erfolgen mit Daimler-Motoren beim Rennen von Nizza, auf Neues. 1902 entschließt er sich endgültig zum Einstieg in das Automobilgeschäft und gründet 1909 als Pionier der Branche den „Verband Deutscher Automobilhändler“ mit. Also wird die Erstgeborene Hanna von Beginn an mit dem Automobil groß. Und schon lange bevor die beiden Schwestern das Steuer der Firma fest in ihre Hände nehmen, steuert Hanna ihren eigenen Erfolgskurs. Der Motorsport zieht sie in seinen Bann, Hanna startet selbst bei Rennen, fährt auch Siege ein. Und das in einer Epoche, in der Frauen sonst nur in seltenen Fällen ans Steuer kamen. Bochum, die Heimat der Familie und der Firma, hat derweil selber auch ein besonderes Zeichen der neuen Zeit bekommen: die Jahrhunderthalle. 1902 prangte sie zunächst stolz bei der Expo am Rhein, jener Industrie- und Gewerbeschau, bei der sich die Wirtschaft aus Westfalen und dem Rheinland in Düsseldorf präsentierte. Auch Friedrich Oscar Lueg ist dort mit von der Partie und er wird für seine Luxus-Kutschen mit der Bronze-Medaille geehrt.


Business

Dr. Thomas Stauder (Geschäftsführer der Jacob Stauder GmbH & Co. KG) Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum und können sehr gut nachfühlen, wie man sich mit 150 fühlt ;-). Lueg und Stauder sind im Abstand von nur einem Jahr gegründet worden, da fragt man sich, ob unsere Vorfahren schon Kontakt hatten.

Thomas Kufen (Oberbürgermeister der Stadt Essen) 150 Jahre erfolgreiche Unternehmensgeschichte ist sehr beeindruckend. Das bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung, an Innovationsfähigkeit und Leidenschaft. Ich gratuliere der Firma Lueg sehr herzlich zu ihrem großen Firmenjubiläum.

Annegret Schaber (Projektleiterin StraßenNRW) Die Frauen der Luegs, die immer schon die Räder am Rollen hielten, finde ich einfach großartig. Auch wenn ich beruflich zur „Frau, die die A40 sperrte“ wurde – ich fahre selbst gerne schnittige Autos. Und gerne von Luegs.

Heidi Hetzer (deutsche Unternehmerin und Rallyefahrerin) Wie gerne hätte ich Hanna Lueg kennengelernt. Ich habe großen Respekt vor der Zeit in den 1920ern. Die Frauen waren schon immer tapfer. Herzlichen Glückwunsch zum großen Jubiläum.

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Eine Ehrung für die Kutschen und dennoch: Gerade hier beginnt der Abschied Luegs von bisherigen Gefährt mit Zugtieren. Die Erfahrungen bei der Expo bewegen Friedrich Oscar Lueg zum Einstieg in den Automobilbau, das nimmt er mit nach Bochum. So, wie auch die Jahrhun-

derthalle hier ihren neuen Platz findet. Doch Lueg bleibt auch mit der Hinwendung zum Automobil weiter Wagenbauer: So rollt 1904 hier der erste selbstgebaute Mercedes, wenn auch noch lange nicht vom Band, so doch aus der Fabrikation. Zehn Jahre später erst kommt die ent-

Großvertreter für das Ruhrgebiet. Auch das Verhältnis zum Hersteller wird auf eine neue Basis für Jahrzehnte gestellt: Mitte 1958 wird Lueg Großvertreter der Daimler-Benz AG für das gesamte mittlere Ruhrgebiet zwischen Haltern, Hattingen, Essen und Witten. In diesem historischen Gebiet beliefert Lueg künftig auch andere Händler und Werkstätten mit Teilen und Fahrzeugen. (Audio Heinrich Hüskes)

scheidende Umstellung: Am 30. September 1914 schließt Firmenchef Friedrich Oscar einen Vertrag mit Benz & Cie., der von Carl Benz gegründeten Mannheimer Automobil- und Motorenfabrik und wird damit einer der ersten Händler. Kurz darauf folgt der Vertrag mit dem Benz-Werk Gaggenau für Lkw. Das ist der Startschuss für die bis heute erhaltene Partnerschaft mit Mercedes-Benz. Und am 1. Oktober 1914 wird außerdem die Niederlassung in Essen eröffnet. Auf solch neuen Wegen steuert die Firma Lueg mittlerweile schon auf das 50-jährige Bestehen im Jahr 1918 zu. In Deutschland liegt der I. Weltkrieg in den letzten Zügen und wenige Tage bevor Geburtstag gefeiert wird stirbt die Gründerin Helene Lueg im Alter von nur 67 Jahren. Zum offiziellen Jubiläum am 2. Oktober entfällt darum ein großes Fest. Stattdessen legt Friedrich Oscar den Grundstein für das von da an kontinuierliche soziale Engagement der Familie. Er spendet eine Unterstützungskasse für seine Belegschaft, die „Friedrich-und-Helene-Lueg-Stiftung“, die mit 80.000 Reichsmark Kapital von nun an „erholungsbedürftigen Kindern bedrängter Familien“ hilft.

Symbol des Aufbruchs: Die Jahrhunderthalle Bochum stand ursprünglich in Düsseldorf und lud 1902 zur Weltausstellung, der Expo, ein. Zu den Ausstellern gehörte auch Friedrich Oscar Lueg, der für seine Luxus-Kutschen mit der Bronze-Medaille ausgezeichnet wurde. Inspiriert und zugleich beeindruckt von der damaligen Industrie- und Gewerbeschau am Rhein, entschied er sich noch im selben Jahr zum Einstieg in das Automobilgeschäft. Eine richtige Entscheidung, wie die Geschichte Luegs, die das Unternehmen anlässlich des 150-jährigen Jubiläums rekonstruiert hat, zeigt.

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Dr. Ute Günther (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied pro Ruhrgebiet) Innovationssprünge kommen aus dem Mittelstand: 150 Jahre Lueg sind beredetes Beispiel dafür. Pro Ruhrgebiet gratuliert herzlich zum Jubiläum und dankt dem Traditionsunternehmen aus Bochum für sein leidenschaftliches Engagement für die Zukunftsfähigkeit der Metropole Ruhr.

Dirk Opalka (Geschäftsführer Initiativkreis Ruhr GmbH) Lueg engagiert sich im Initiativkreis Ruhr und zeigt damit Verantwortung für eine gute Entwicklung seiner Heimat. Lueg und IR Ruhr: Beide eint das Bewusstsein, aus einer guten Tradition heraus mit Know-how und Innovation in die Zukunft zu gehen.

Dr. Jens Thiemer (Leiter der Marketing-Kommunikation Mercedes-Benz Pkw) Lueg ist einer der größten Vertriebs- und Servicepartner der Daimler AG in Deutschland und damit nicht nur für uns, sondern auch für alle Fans der Marke Mercedes-Benz ein Gewinn. In diesem Sinne: Herzlichen Dank für die gute Partnerschaft und weiterhin alles Gute!

Prof. Franz Xaver Ohnesorg (Intendant des Klavier-Festivals Ruhr) Ohne unsere erfolgreiche Partnerschaft mit Lueg könnten wir unsere Künstler nicht so verwöhnen, wie das schon seit Jahrzehnten unser Qualitätsstandard ist. Das prägt auch das Niveau unserer Konzerte mit.

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Familie zieht an einem Strang. In der Krise des Jahres 1965 findet die Familie einen gemeinsamen Weg: Die beiden Senior-Gesellschafterinnen Hanna Lueg und Leni Mahnert leiten die Konzentration auf das Kerngeschäft mit Mercedes-Benz ein. Für den entlassenen Geschäftsführer Siegfried Walz kommt Hermann Mallow – ein Fachmann direkt aus der Stuttgarter Daimler-Zentrale.

Wie seine Mutter Helene in den Gründerjahren treibt auch Friedrich Oscar die Entwicklung der Firma immer weiter voran. In den 50-Jahren seit der Gründung hat sich die einst zarte Pflanze kräftig

Friedrich Oscar Lueg, hier mit seiner Frau beim Bochumer Maiabendfest, setzt trotz des Erfolgs mit Kutschen ab 1902 auf Automobile.

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entwickelt: Mehr als 300 Mitarbeiter sind in Bochum und Essen beschäftigt. Nun soll auch der Standort in Essen wachsen und der Firmenlenker erwirbt dort zusätzliche Grundstücke. Am Stammsitz in Bochum wird 1920/21 einmal mehr eine neue Anlage geschaffen, dort wo heute das Bermudadreieck ist. Denn die Firma Lueg ist zwar Händler, kommt aber auch immer noch mit eigenen Fahrzeugaufbauten auf den Markt und stellt diese erfolgreich bei der Internationalen Automobilmesse in Berlin vor. Die Töchter gehen derweil ihre eigenen Wege: Hanna fährt zum Ende der 1920erJahre erfolgreich Autorennen, Schwester Leni heiratet 1930 Dr. Paul Mahnert. Der leitet ab 1934 den Fahrzeugverkauf und tritt 1940 in der Firmenleitung an die Seite seines Schwiegervaters, bevor Friedrich Oscar 1943 das nun als Fahrzeug-Werke Lueg KG firmierende Unternehmen endgültig in seine Hände legt. Friedrich Oscar ist an Parkinson erkrankt und zieht sich ins Sauerland, ins Landhaus der Familie, zurück. Dort pflegt ihn seine Tochter

Hanna als gelernte Krankenpflegerin bis zu seinem Tod am 9. November 1947. Hanna, die immer die Geschicke der elterlichen Firma im Auge hat und sich selber als Unternehmerin sieht, verzichtet auf eine lebenslange Rente als Erbe und nimmt stattdessen die Verantwortung mit 50 Prozent der Anteile am Familienunternehmen an. Als ihr Schwager Dr. Paul Mahnert nach 13 Jahren in der operativen Geschäftsführung 1956, fast auf den Tag genau neun Jahre nach seinem Schwiegervater, plötzlich stirbt, schlägt wieder, wie nach dem Tod des Gründers Friedrich Lueg, die Stunde der Frauen: Hanna Lueg und ihre jüngere Schwester Leni MahnertLueg nehmen entschlossen gemeinsam das Steuer in die Hand. Für Hanna erfüllt sich damit ein eigentlich schon länger gehegter Traum. Doch nach dem Tod des Vaters in den 1940erJahren war ihr dieser Schritt noch verwehrt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Leni stellt sie dann ganz in der Tradition der Gründerin das Unternehmen auf neuen Pfeilern sicher für die Zukunft auf.


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Prof. Dr. Peter Zec (Geschäftsführer der Red Dot GmbH & Co. KG) Ich bin als CEO des Red Dot Awards täglich mit gut gestalteten Produkten umgeben. Schöne und schnelle Autos liebe ich dabei ganz besonders. Die bietet Lueg nun schon seit 150 Jahren. Das ist großartig und einen Glückwunsch wert.

Ralf Möller (Schauspieler) Die Marke Mercedes-Benz ist an sich schon stark, in Verbindung mit LUEG jedoch noch stärker – nicht zuletzt wegen des tollen Services und des großartigen Teams, das immer für einen da ist.

Ulrich Wimmer (Inhaber und Geschäftsführer der Wimmer Consulting GmbH) Ich bin das, was man getrost als autoverrückt bezeichnen darf. Die Leidenschaft zu Autos verbindet mich mit dem Traditionsunternehmen Lueg. Ich wünsche dem Unternehmen, dass es seine Zukunft genauso erfolgreich gestalten kann wie seine Vergangenheit! Herzlichen Glückwunsch.

Klaus M. Sälzer (Rechtsanwalt, Geschäftsführer der HOPF ImmobilienEntwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG) Als Immobilienentwickler und Wirtschafts-Anwalt, weiß ich, was es bedeutet, eine Firma erfolgreich zu etablieren, zu betreiben und weiter zu entwickeln. Das gelingt Lueg jetzt schon eineinhalb Jahrhunderte. Respekt und Glückwunsch!

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Die Zeit der beiden Schwestern ist geprägt von einer entscheidenden Umstellung: Die Damen setzen gemeinsam auf eine Professionalisierung des bisher rein familiengeführten Unternehmens und holen Geschäftsführer von außerhalb der Familie dazu. Zu sehr haben die plötzlichen frühen Todesfälle die Firma vor neue Herausforderungen gestellt, sodass aus Sicht der beiden Gesellschafterinnen nun mehrere Schul-

Bundesverdienstkreuz für Leni MahnertLueg. Für ihr soziales Engagement wird Leni Mahnert-Lueg 1992 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

tern die Aufgaben tragen sollen. Doch natürlich geht es nicht ohne die Familie: Neben den beiden Gesellschafterinnen tritt Friedrich Oskar Mahnert-Lueg, der Sohn von Leni, mit Mitte 20 in die Geschäftsführung ein. Ab 1968 rückt zunächst Friedrich Oskar und dann ab 1972 auch sein Bruder Jürgen Mahnert-Lueg, als Geschäftsführer in die operative Verantwortung. Friedrich Oskar behält diese Funktion bis 1998, die beiden Senior-Gesellschafterinnen bestimmen dabei über Jahrzehnte den Firmen-Kurs mit. Hanna, die sich immer selbst als Unternehmerin verstanden hat, setzt bei dieser Entwicklung gleichzeitig alles daran, die Gesellschafter-Anteile unbedingt in Familienhand zu halten. So leistet sie beim Neubau des Stammhauses in Bochum eine persönliche Bürgschaft, damit es im Familienbesitz entsteht. Leni Mahnert-Lueg ist ausgebildete Kunsthistorikerin und lebt mit ihrer Familie nicht mehr am Stammsitz in Bochum, sondern in Essen. Dort macht sie sich als Kunstmäzenin einen Namen. Gemeinsam mit ihrer Schwester ist Leni Mahnert-Lueg

überdies immer sozial aktiv. Neben der 1918 gegründeten Friedrich-und-HeleneLueg Stiftung entsteht die Paul und Leni Mahnert Stiftung, die sich für Wissenschaft und Forschung engagiert. Für ihren Einsatz bei diesen beiden Stiftungen wird Leni Mahnert-Lueg mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Als sie 1992 stirbt übernimmt eine weitere Frau eine zentrale Rolle in der Lueg-Dynastie: Lenis jüngste Tochter Heidi Schily. Sie hat von den Eltern gleichermaßen soziales Engagement wie den Sinn für Kunst übernommen. Vor allem die KinderhospizBewegung liegt der Tochter von Leni Mahnert-Lueg am Herzen, hier scheut sie keinen persönlichen Einsatz für verzweifelte Eltern und sterbenskranke Kinder. Und mit ihrer ganz besonderen Art, so bescheinigen ihr aufmerksame Zeitgenossen, schafft sie es, die Zweige der groß gewordenen Familie nicht nur zusammenzuhalten, sondern auch, dass sie für ihr Unternehmen einen gemeinsamen Weg einschlagen. Den führt nun Christian Mahnert-Lueg im Aufsichtsrat für die ganze Familie fort.

Die Frauen der Luegs heute: Bei der großen Jubiläumsfeier, die Lueg für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (aktive wie ehemalige) Anfang Februar in der Jahrhunderthalle Bochum veranstaltete, war neben den rund 2100 geladenen Gästen auch die komplette Gesellschafterfamilie vertreten. Innerhalb dieser spielen auch heute noch die Frauen der Luegs eine wichtige Rolle – sei es als Ideengeber, Entscheidungsträger oder – die jüngste Generation – als die Zukunft des Unternehmens.

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Heidi Schily. Geht es um die heutigen Frauen der Familie Lueg, fällt ihr Name als einer der ersten: Heidi Schily. Als Gesellschafterin trägt sie seit jeher wichtige Entscheidungen mit. Mit ihrem Tatendrang, ihrer Leidenschaft, Dinge voranzutreiben und ihrer besonderen Ausstrahlung erinnert sie nicht selten an Helene Lueg, die das Unternehmen nachhaltig geprägt hat.

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EIN WELTBÜRGER VON WELTRANG. GANZ OHNE ZWEIFEL. DAS IST KEN OKUYAMA. EIN STARDESIGNER, GEBOREN IN JAPAN, AUSGEBILDET IN KALIFORNIEN, ZU HAUSE IN ITALIEN. AUTOS WIE FERRARI UND PORSCHE TRAGEN SEINE HANDSCHRIFT, IN JAPAN BAUT ER EINEN LUXUS-REISEZUG. SCHÖNE, EDLE DINGE MACHEN DAS LEBEN LEBENSWERTER, DAVON IST KEN OKUYAMA ÜBERZEUGT. SO STEHT SEIN NAME LÄNGST AUCH FÜR DINGE DES TÄGLICHEN LEBENS. MÖBEL. UHREN. TASCHEN UND BRILLEN. DINGE DES ALLTAGS. ABER NICHT ALLTÄGLICH. Text: Katrin Kroemer Fotos: Ralf Schultheiß

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Er hat die schnittigsten Sportwagen entworfen. Porsche und vor allem immer wieder Ferrari. Dabei macht sich Ken Okuyama, der Stardesigner aus Japan, auch in einer Seifenkiste gut. Bei einem Besuch in Deutschland lässt er sich am Essener Baldeneysee zu einer Spritztour überreden. Immerhin ist die luftige Kiste stilecht (fast) original Ferrari-Rot.

Zu Wasser und auf der Straße. Zwei Objekte, die die Handschrift des Designers unzweifelhaft tragen: Das schnittige Boot mit YanmarMotor, das in der Spitze 43 Knoten macht. Und der Ken Okuyama Design Kode 9 Concept.

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Es sind in erster Linie die Autos, die seinen Namen bekannt gemacht haben. Und das nicht nur in der Welt der Automobil-Fans, sondern weit darüber hinaus. Immer dann, wenn es um besondere Exklusivität geht, um Hingucker der Extraklasse, ist der Name Ken Okuyama damit verbunden. Genau darum steht er auch auf der Liste der hochrangigen Juroren beim weltberühmten Red Dot Design Award. Dafür hat Prof. Peter Zec Ken Okuyama gewonnen. Dafür kommt der Weltbürger einmal im Jahr auch gerne nach Essen. Dann ist Okuyamas Know-how in Sachen Auto gefragt. Als Design-Direktor für Pininfarina hat der den Ferrari California,

den 612 Scaglietti sowie den Ferrari Enzo entworfen und zeichnet verantwortlich für den Maserati Quattroporte. Nicht nur die edlen Italiener, auch Porsche, die Linie 911, trägt seine Handschrift. Für Porsche hat der Weltbürger Okuyama auch schon einmal seine Zelte in Deutschland aufgeschlagen. Ende der 1990er Jahre war das. Da lebte Ken Okuyama in Frankfurt. Er hat beste Erinnerungen an diese Zeit, an seinen Wohnort Frankfurt und die Arbeit für Porsche in Stuttgart. Denn eigentlich ist es fast egal, wo Ken Okuyama gerade ist – seine Kreativität lässt er nicht am Schreibtisch zurück. Wo er geht und steht, wo er fliegt oder fährt – sein Skizzenbuch ist immer dabei. Anders geht es auch nicht, schmunzelt der zurückhaltende große Mann. „Ich male immer. Egal wo ich bin. Denn wenn man eine Idee hat, dann muss man sie sofort festhalten, bevor sie vielleicht wieder weg ist.“ Und er greift in seine Tasche und zieht den Block heraus. Darauf: Autos. Von allen Seiten. Was auch sonst, möchte man sofort denken. Denn Autos, die bleiben ohne


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Frage eine Leidenschaft des Mannes, der in Kalifornien Industriedesign gelernt hat. Im Studium am Art Center College of Design – dorthin kehrt er dann später mit seinem großen Ruf als Lehrender wieder zurück. Inzwischen haben seine Ideen auch ihr eigenes Zuhause: Ken Okuyama Design. Das gibt es seit 2007, als Beratungsfirma mit weltweitem Einsatz und gleichzeitig auch als Absender höchstklassiger Produkte. Dabei: Autos. Was auch sonst. Und dennoch anders. Eben nicht vom

Band. Wenn Ken Okuyama mit seinem eigenen Label KO ein Auto entwirft, dann ist das etwas ganz Besonderes. Niemals eine Serie. „Ich baue Autos, davon verkaufe ich fünf Stück“, erzählt er. Fünf Stück, jedes Einzelne für einen siebenstelligen Dollarbetrag. So wenig wie eine Serienfertigung gibt es eine Preisliste. Jedes KO-Model wird individuell angefertigt. Ein Unikat mit dann auch einmaligem Preis. 2008 präsentiert er seine erste Eigenkreation zum Genfer Autosalon.

Das ist der K.O. 7 Spider, eine rote Flunder mit Ferrari-Maschine, der K.O. 8 folgt, 2013 feiert der K.O. 9 in Tokio Premiere. Sein aktueller Coup: Der Kode 57, ein offenes Geschoss mit zwei Sitzen. Die Fachwelt bejubelt diese „irrwitzigen Sportwagen“ und hat die Vergleiche schnell parat: Ein Wagen im Ferrari-Design. Moment mal – wäre es nicht eigentlich genau anders herum: Trägt nicht eigentlich der Ferrari ein KO-Design?! Wie auch immer. Ken Okuyama designed einfach besondere Autos. Immer. Schnelligkeit gehört für Okuyama dabei zum Lebensgefühl, nicht nur auf der Straße. „Ich habe zu Hause ein Segelboot“, erzählt er. 30 Meter lang ist die Yacht und damit fährt er Rennen. Da liegt es nahe, dass auch der Entwurf schnittiger Rennboote in sein Programm gehört.

Seinen Skizzenblock trägt Ken Okuyama immer bei sich. Gute Ideen will er eben immer sofort festhalten – völlig unabhängig von Ort, Zeit oder Event. Mit klaren Strichen zeichnet er dann schon einmal vor, was später in sorgfältiger Kleinarbeit bestes Design wird. Auto-Design, nicht nur, aber oft. Und er macht noch nicht einmal ein Geheimnis daraus, lässt sich gerne über die Schulter auf die Blätter gucken

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Ken Okuyama, der Designer von Weltrang,. liebt er doch alles, was die Welt schöner macht

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Einen Luxuszug plant Ken Okuyama. Der fährt ab 2017 Reisende mit höchstem Anspruch durch Japan

Ken Okuyama und Luxus – das gehört längst untrennbar zusammen. Wie bei dem Zug, der in seinem Heimatland 2017 als Premiere buchstäblich auf die Schiene gesetzt werden soll. Da wird, so wollen es die Unternehmen East Japan Railway Company und Japan Railway West, schon die Fahrt ein echtes Erlebnis. Ken Okuyamas Pläne machen es möglich: Suiten über zwei Etagen, Panorama-Wagen mit hohen Fensterfronten, einem hochklassigen Restaurant und natürlich einer Lounge für den gepflegten Aufenthalt.

Das hat seinen Preis – beim Bau des Zuges ebenso, wie für die Reise im Luxus-Ambiente. Luxus ist der Teil seines Lebens, zu dem sich der Designer mit Weltruf längst bekennt. In allen Facetten. Bei edlen Produkten und kostspieligen Vorlieben ebenso, wie bei den kleinen Dingen des Lebens, dem Lebensgefühl. Das mag der geborene Japaner, der in Italien lebt, ganz besonders an Deutschland. Immer wieder, wenn er hierher zu Besuch kommt. Und das tut er regelmäßig als angestammter Juror für den Red Dot Design Award.

„Hier ist alles so wunderbar nahe beieinander, zum Beispiel See und Stadt. Die Natur ist so nah an den Menschen, das ist in Tokio ganz anders“, sinniert Ken Okuyama bei einer Schifffahrt über den Essener Baldeneysee. Untrennbar auch dabei an seiner Seite seine Verlobte Miyuki. So eine gemeinsame Ausfahrt am Rande eines Business-Termins ist auch ein Stück vom Glück und die Gemeinsamkeit Luxus im Leben. „Ich bin ein sehr glücklicher Mann“, sagt Ken, wenn er auf die zarte bezaubernd junge Frau an seiner Seite blickt.

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Ken Okuyama Design steht längst über Autos hinaus für tolles Design, Exklusivität und hochwertigste Materialien. Von Möbeln aus der Serie Casa bis zu den Brillen konzipiert Okuyama schöne Dinge. Dabei hat der Stardesigner selber ein ganz besonderes Vorbild: Issey Miyake. „Das ist mein Gott“, sagt er trotz der großen Worte ganz unpathetisch und schätzt sich einfach glücklich, das große Vorbild persönlich zu kennen.

Dabei hat er selber mit seiner Arbeit längst Kult-Status erreicht. Er entwirft Uhren und realisiert sie in Kooperation mit Bulgari. Nicht in Mengen. Ganze 200 Stück machen Liebhaber glücklich, wenn sie eines davon ergattern. Brillen aus Titan, ebenso wertig wie schlicht, tragen seine Handschrift. Oder Teetassen, nur weiß, aber so ausgefallen, dass er dafür den Red Dot Best of the Best einheimst. Traditionelle japanische Teekannen gehören zu seinem Tab-

leau, oder Besteck – im Design angelehnt an Bäume. Dinge für den Alltag, die nicht alltäglich sind. „Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, dass Menschen für Luxusgüter gerne viel Geld ausgeben, weil sie das Leben soviel spannender machen und es erfüllen. Ich mag es, Dinge zu kreieren, die das Leben einfach schöner machen und den Menschen ein gutes Gefühl geben,“ So wie ihm Autos. Oder Miyuki. Seine Verlobte.

Ein Mann, der für Luxus steht und diesem dient: Ken Okuyama möchte mit edlen Dingen das tägliche Leben der Menschen bereichern. Unter seinem Label gibt es Brillen – aus Titan, exklusiv, zeitlos, langlebig.

Zwei Gemeinschaftsprodukte, die es in sich haben: Die Aktentasche für den besonderen Anspruch hat Ken Okuyama Design gemeinsam mit Tag Heuer realisiert. Die exklusive Uhr entstand in Kooperation mit Bulgari.

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Careless Ruhr aus Dortmund will mit multimodalen Umsteigeplattformen Fortbewegung effizienter und umweltfreundlicher machen

VERNETZT DIGITAL ELEKTRISCH AUTONOM Mobilität – das Thema hat nicht, nur aber vor allem im staugeplagten Ruhrgebiet einen hohen Stellenwert. Schon heute gehört Mobilität zu den wachsenden Zukunftsmärkten der Metropole Ruhr. Und genau darum sucht die Business Metropole Ruhr (BMR) nun innovative Ideen mit dem Innovation Call 2018. Thema: Wie lässt sich urbane Mobilität zukunftsfähig gestalten? Neue Vorschläge kommen von Studenten, Start-ups oder Unternehmen aus ganz Deutschland. Das Finale steht am 12. April bei der BMR auf dem Programm. Förderer der Aktion sind BMW, VW und thyssenkrupp.

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Aus dem Revier schafften es diese Teilnehmer vor der Experten-Jury in die zweite Runde: E3Eck der Universität Duisburg-Essen ist ein Geschäftsmodell, das vorsieht, dass Baumärkte Ökostrom, der durch PV- oder KWK-Anlagen hergestellt wurde, an Handwerker mit Elektrofahrzeugen verkaufen. Der Einkauf des Stroms wird mit den weiteren Einkäufen der Handwerker verrechnet. Eine weitere Möglichkeit wäre es, dass System auf andere Kundengruppen der Baumärkte auszuweiten und es so auch für Privatkunden nutzbar zu machen. Karmaticket aus Bochum ist eine App,

„Pneuvigation“ ist ein verkehrssicheres Navigationssystem für Fahrradfahrer. Die Idee dafür wurde von FH Potsdam beim Innovation Call eingereicht

WIE SEHEN INNOVATIVE LÖSUNGEN AUS, UM URBANE MOBILITÄT ZUKUNFTSFÄHIG ZU GESTALTEN? die ungenutzte Mitfahrgelegenheiten im Öffentlichen Personennahverkehr vermittelt. Hierbei bezieht sich die App vor allem auf die Mitnahmemöglichkeit von Zeitticketinhabern, wie Studenten- oder Monatstickets, im Verkehrsverbund RheinRuhr, werktags ab 19 Uhr und ganztägig an Wochenenden sowie Feiertagen. Durch die Option, bei einem Ticketinhaber kostengünstig mitzufahren, sollen mehr Menschen für die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs begeistert werden. Die eBall GmbH, Essen, ist ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug auf einer Kugel. Das Fahren auf dem eBall


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SafeCycling aus Dortmund erstellt Fahrradrouten. Dabei werden Unfallschwerpunkte vermieden.

Der eBall ist eine Erfindung aus Essen. Tempo und Richtung werden allein mit den Füßen gesteuert.

erlaubt Bewegungen in alle Richtungen, wobei Geschwindigkeit und Fahrtrichtung über die Füße und die Balance gesteuert werden. Die Blickrichtung ist von der Fahrtrichtung entkoppelt. SafeCycling der GeoMobile GmbH, Dortmund, ist eine App zur Fahrradnavigation. Die App nutzt zur Routenbestimmung nicht nur Radwegenetze und Höhenprofile, sondern auch Unfallstatistiken. So werden Routen nach dem Fahrerkönnen erstellt und Unfallschwerpunkte vermieden. Careless Ruhr, ein Projekt der TU Dortmund, sieht eine effiziente und sorgenfreie Fortbewegung durch multimodale

Umsteigeplattformen vor. Die Umsteigeplattformen befinden sich an bedeutenden Verkehrsknotenpunkten, wie beispielsweise Autobahnabfahrten und bieten neben Park+Ride-Stationen auch Dienstleistungen wie Cafés oder Bäckereien an. An den Umsteigeplattformen werden umweltfreundliche Verkehrsmittel durch u. a. eigene Fahrspuren bevorzugt, um so ihre Nutzung zu steigern. Betrieben werden sollen die multimodalen Umsteigeplattformen durch ein Franchise-System. Die BMR sieht die Metropole Ruhr als Absatzmarkt mit fünf Millionen Menschen

ist die Region für Unternehmen als attraktiv. „Das Ruhrgebiet bietet beste Voraussetzungen für die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle im Bereich Mobilität“, sagt Rasmus C. Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Business Metropole Ruhr GmbH. „Insbesondere das staugeplagte Ruhrgebiet braucht intelligente Mobilitäts- und Logistiklösungen. Die Digitalisierung schafft dazu neue Möglichkeiten“, sagt Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. „Konkrete Projekte wie die heute gezeigten können wichtige Impulse für die Mobilität der Zukunft geben.“

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Im PorscheZentrum Essen in besten Händen

Ein gutes Team steht für die Gäste als freundliche und kompetente Ansprechpartner bereit (v.l.): Peter Cramer, Nadine Kostink, André Dietze, Celine Hendricks, Marius Feifer, Rinde Güden

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Porsche ist ein echtes Erlebnis – für die Dame und den Herren gleichermaßen. Dazu trägt im Porsche Zentrum Essen neben den exklusiven Fahrzeugen nicht zuletzt die exquisite Begleitung aller Gäste durch das perfekt aufgestellte Team bei. „Bei uns kümmern sich bestens ausgebildete Kräfte um die Damen und Herren, die uns an der Altendorfer Straße besuchen“, betont Geschäftsfüh-


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rer Edgar Lühr die Gastkultur in seinem Hause. Denn hier steht die Kundenzufriedenheit stets an erster Stelle. Ob beim Kauf seines Traumautos als Neuoder Gebrauchtwagen oder auch beim Service. Das Porsche Zentrum Essen lässt für alle Besucher keine Wünsche offen. Darum kümmert sich vom ersten Kontakt am freundlichen Empfang an immer individuell ein kompetentes

Team-Mitglied. Und das hält für ganz viele Wünsche und Ansprüche genau das Richtige aus dem Porsche Fahrzeugpark bereit: Vom Macan als SUV und Cayenne mit großem Gepäckraum der Liebling der Familien, über dem Panamera, bis hin zum rasanten Sportwagen und Coupé werden im Porsche Zentrum alle möglichen Träume wahr. Erlebnis Porsche Zentrum eben.

Schon der 1. Eindruck ist perfekt – auch am freundlichen Empfang im Porsche Zentrum Essen

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„Mit souveräner Gelassenheit startet er ins Unbekannte, weil er sich seiner inneren Stärke bewusst ist.“ MARC MICHAEL MARKEFKA, HEAD OF DESIGN MIDSIZE CLASS BMW AUTOMOBILES

X3 on the road Fotos: Ralf Schultheiß

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Die schwindende Sonne im Rücken, die sich mit den letzten Strahlen um die Sylter Südspitze dreht. Außerhalb des Sommers sind die Wege hier eher unwirtlich. Kein Problem für den BMW X3.

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Er war der erste seiner Klasse: Der BMW X3 kam 2003 als Pionier und ist bis heute ein ganz besonderer SUV, ein „Sport Utility Vehicle“, das seinem Namen auf allen Wegen Ehre macht

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KOMPROMISSLOSE DYNAMIK AUF

JEDEM TERRAIN.

Die Autohersteller locken zur Vorstellung neuer Modelle gern in südliche Gefilde, schon damit das Wetter stimmt, vor allem für die Fotografen. „Wir finden: Das ist gar nicht unbedingt nötig. Die wunderschöne deutsche Nordseeinsel Sylt bietet das willkommene landschaftliche Ambiente viel näher und heimatverbundener. Der BMW X3 zeigt sich daher auch als ein Modell, das besonders gut zu Sylt passt, ebenso wie natürlich in die Stadt und unsere Region“, sagt Wolfgang Jardner, Leiter der BMW-Niederlassung in Essen. Erst 2017 vorgestellt, gehört der X3 zu den „Edel-SUVs“ in einem Markt, der in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist. „Der X3 war 2003 der erste in dieser Klasse“, erinnert Jardner an die PionierRolle von BMW in diesem Segment, das mittlerweile kein namhafter Hersteller auslässt. Vielleicht auch durch die lange Erfahrung: Kaum ein SUV bewegt sich so elegant durch unwirtliches Gelände wie er zugleich in jeder Innenstadt, auf jedem Firmenparkplatz und natürlich auch zu Hause vor der eigenen Garage ein geradezu magischer Hinkucker ist. Denn, dies einmal zur Erinnerung: Ein SUV ist ein „Sport Utility Vehicle“, aber die Verwendung der Abkürzung ist wesentlich gebräuchlicher als ihre sprachliche Auflösung, ein Phänomen für sich – wie der BMW X3.

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INTELLIGENTER ENTDECKER MIT

„Sein Fahrkomfort, sein Innenraumkomfort und seine Individualität stehen für eine Verbindung von besonderer Attraktivität“, weiß Jardner um die Vorzüge des schicken Autos aus dem Hause BMW. Die präzise Funktionalität des Geländewagens geht vor dem Auge der begeisterten Fahrerinnen und Fahrer mit der charmanten Ästhetik eine eindrucksvolle Symbiose ein. Dabei werden Geländegängigkeit und Sportlichkeit ebenfalls schlüssig miteinander verknüpft. Die Beschleunigungswerte des X3 können mit denen eines Porsche Carrera mithalten, während der Allradantrieb, bei BMW „x-Drive“ genannt, nicht nur die Bodenhaftung und die Traktion bestimmt, sondern auch eine Sicherheit an Steigungen und Unebenheiten, wie sie auf Sylt plastisch demonstriert wurden. Zu Recht betont BMW, dass der X3 innen und außen „grenzenlos innovativ“ sei. „Ihn persönlich kennenlernen zu dürfen überzeugt bestimmt von den Vorzügen unseres weltweiten Erfolgsmodells. Ein tolles Auto, der X3“, lädt Wolfgang Jardner alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild zu machen.

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STARKER PRÄSENZ.


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Viele Wege führen auf Sylt zur berühmten Sansibar. Der BMW X3 nimmt sie bei seinem Ausflug aus Essen zur Nordsee alle mit Gelassenheit und viel Präsenz.

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TRAUMSCHIFF UNTER WEISSEN SEGELN DIE SEA CLOUD – E I N E L U X U S YA C H T, G E B A U T V O N K R U P P, M I T E I N E R ABSOLUT ABENTEUERLICHEN GESCHICHTE, IST HEUTE ALS STRAHLEND WEISSER K R E U Z FA H R E R U N T E R W E G S. DA S TO P M AG A Z I N R U H R H AT S I C H M I T I H R AU F TO U R B E G E B E N. Fotos: Ralf Schultheiß

Eine Traumreise mit dem Traumschiff – auf der Sea Cloud lassen sich die Passagiere gerne einmal unter dem blauen Himmel den Wind um die Nase wehen

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Unter vollen Segeln gleitet die Sea Cloud dahin … Selbst fliegen ist nicht schöner

DIE LEGENDE Text: Katrin Kroemer

Sie stammt aus dem Hause Krupp und hat sich längst zu einer Legende entwickelt: die Sea Cloud, Luxusyacht einer sonst nicht erreichten Klasse. Auf amerikanische Rechnung 1931 auf der Friedr. Krupp AG Germania-Werft in Kiel gebaut, hat sie nach einer abenteuerlich wechselvollen Geschichte wieder als Traumschiff unter weißen Segeln volle Fahrt aufgenommen und trägt als Luxus-Windjammer all jene über die Meere, die exklusive Schiffsreisen unter ganz anderen Vorzeichen als den klassischen Kreuzfahrten lieben. Es ist ein amerikanisches Millionärsehepaar, das einst den Grundstein für den Luxussegler legt: Der steinreiche Edward Francis Hutton und seine selbst ebenso vermögende Gattin Marjorie Merriweather Post haben bereits diverse Luxussegler besessen, als sie 1929 den Auftrag für ein neues Schiff geben – eines, das größer und prunkvoller sein sollte als alles bisher Dagewesene. Das ist die Geburtsstunde

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Lady Marjorie Merriweather Post, die ersten Eignerin und Erbauerin des Schiffes

der legendären Sea Cloud. Als sie nach zwei Jahren Bauzeit in Kiel vom Stapel läuft, ist ihr Rumpf noch schwarz, getauft wird die Viermastbark auf den Namen Hussar V. Ihr einziger Zweck: Die Familie Hutton mit ihrer Tochter standesgemäß überall dorthin zu bringen, wo ihre Anwesenheit zur Repräsentation oder zu Geschäften gefragt ist – oder sie einfach aus Spaß an Reisen und Abenteuern unterwegs ist. Außerdem ist für sie das Schiff ein sicherer Ort für Tochter Deenie, denn alle Millionäre jener Zeit treibt nach der Entführung und Ermordung des Lindbergh-Babys die

Angst um. Doch einige Zeit später lässt sich das Ehepaar scheiden. Das Schiff geht an Marjorie Merriweather Post. Unter ihr bekommt der Windjammer seine strahlend weiße Farbe und seinen neuen Namen Sea Cloud. 1935, noch im Jahr der Scheidung, heiratet Marjorie den Anwalt Joseph E. Davies, nach dem I. Weltkrieg bei den Friedensverhandlungen in Versailles Wirtschaftsberater von Präsident Wilson. Fortan bewegt sie sich in der Welt von Politik und Diplomatie. 1937 wird Davies Botschafter in Moskau und die Sea Cloud dient als schwimmender und übrigens auch abhörsicherer Diplomatenpalast in Leningrad. Und mit der Yacht werden Nahrungsmittel oder Spezialitäten mitgebracht, die in Moskau so nicht zu haben sind. 1938 ist diese Zeit vorbei, die Sea Cloud nimmt Abschied von der UdSSR und segelt nach Istanbul. „Joe“ Davies wird in den diplomatischen Dienst nach Brüssel berufen. Zur Freude seiner Gattin Marjorie, die neben den Diplomaten gerne auch Adel und Königshäuser an Bord des Luxus-Seglers willkommen heißt. Mittlerweile tobt der II. Weltkrieg und die Sea Cloud bekommt


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In der blauen Lagune lässt es sich wunderbar träumen. Ganz besonders mit diesem fantastischen Blick auf den atemberaubenden Abendhimmel.

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eine ganz neue patriotische Aufgabe. Sie wird in den Kriegsdienst gestellt, denn für den 1941 geplanten Verkauf lässt sich nicht im Ansatz ein angemessener Preis erzielen, der Markt für derartige Luxusgüter war zusammengebrochen. Die Navy zieht private Yachten ein. Für die symbolische Charter von einem Dollar übernimmt also die Coast Guard die Sea Cloud, demontiert

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die Masten und den Bugspriet und lässt das Schiff grau anstreichen. Ausgerüstet mit Geschützen und Anti-U-Boot-Waffen kreuzt sie nun unter dem Namen IX-99 um die Azoren und südlich Grönlands. Als Wetterstation funkt sie aktuelle Daten nach Arlington, Virginia. Am 4. November 1944 ist der Kriegsdienst wieder vorbei, das Schiff wird an die

Eigner zurückgegeben. Der Segler aus der Krupp`schen Herstellung hat den Einsatz aber überlebt: Nach Kriegsende ist die Sea Cloud das einzige private Luxusschiff, das sich noch in Fahrt befindet. 1947 wird die Takelage wieder errichtet, 1949 erhält sie neue Segel. Die Wiederherstellung dauert insgesamt vier Jahre und kostet Hunderttausende.


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Das Original-Schlafzimmer von Lady Marjorie. Ein Traum in Creme, Rosa, Hellblau und Gold.

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Das prunkvolle Originalbad von Lady Marjorie, aus wertvollem weißem Marmor

Und wieder geht Marjorie mit ihrem geliebten Schiff auf Reisen. Doch ihre Begeisterung sinkt langsam und die Kosten steigen im Gegenzug ins Unermessliche, vor allen Dingen für die 72 Mann Besatzung. Rafael Leonidas Trujillo Montinas, Diktator der Dominikanischen Republik, einst häufiger Gast an Bord und Liebhaber des Luxus-Schiffes, nutzt die Gunst der Stunde und greift zu. 1955 übernimmt der Staatschef das Schiff und gibt ihm den neuen Namen Angelita. Die Yacht wird von ihm vorwiegend als Hausboot genutzt, bis er die Staatsyacht seinem Lieblingssohn „Ramfis“ als privates Luxusschiff schenkt. Ramfis nimmt sie mit zum Studium nach Kalifornien, zelebriert dort rauschende Partys und feiert mit Stars und Sternchen. Zsa Zsa Gabor oder Kim Nowak zählten dabei zu Ramfis Favoritinnen. Das verschlingt viel Geld, eine Million Dollar in nur einem Jahr, erzählt man sich seinerzeit. Das reicht selbst dem Vater – er beordert das Schiff zurück nach Santo Domingo. Diktator Trujillo wird 1961 erschossen, und die Angelita gerät noch einmal in die Schlagzeilen. Während das Land von

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Als Wasserhähne dienen goldene Schwäne

einer Revolution erschüttert wird, segelt die Angelita mit seiner Leiche, einem Teil des Trujillo-Clans und enormen Mengen Bargeld an Bord Richtung Cannes. Kurz vor den Kanarischen Inseln kommt ein Funkspruch: Die neue Regierung zwingt die Besatzung zur Rückkehr. Im Sarg des Diktators werden neben der Leiche allein vier bis fünf Millionen Dollar gefunden. Dem Sohn gelingt die Flucht nach Europa, er stirbt acht Jahre später bei einem selbst verschuldeten Autounfall in Spanien. Sein Lieblingsspielzeug, die Yacht, wird von der neuen Regierung übernommen, in Patria umbenannt und erneut zum Verkauf angeboten. Lange ergebnislos, das einst so stolze Gefährt dümpelt vor

sich hin und verkommt zunehmend. Erst fünf Jahre später findet sich ein Käufer: die Operation Sea Cruises Inc. mit Sitz in Panama und ihrem Präsidenten John Blue, einem Schiffssachverständigen. So ist die Yacht wieder in amerikanischer Hand und die Ursprungsbesitzerin Marjorie Merriweather Post ist begeistert. Allerdings geht der Segler unter seinem neuen Namen Antarna zur Generalüberholung nach Neapel. Bei der Rückkehr nach Amerika wollen die amerikanischen Behörden hohe Einfuhrzölle und legen das Schiff in Miami an die Kette. Wieder ist sie zur Untätigkeit verdammt – 18 Monate lang. Bis die 26-jährige Stephanie Gallagher auf das Schiff aufmerksam wird und es gemeinsam mit ihrem Mann Charles als schwimmendes Klassenzimmer für ihre „Oceanic School" übernimmt: An Bord sollen Studenten ihre Studien durch ein Programm auf See ergänzen. Sie schließt eine „Art Vertrag“ mit John Blue, doch der behält die Schiffspapiere zurück. Was Stephanie Gallagher aber nicht davon abhält, in See zu stechen. Von nun an wird die „Piratin“ verfolgt. Welchen Hafen die Antarna auch anläuft, John Blue ist schon


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Das Original-Gedeck von Lady Marjorie ist normaler Weise nur in einer Vitrine zu bewundern. Für TOP RUHR wurde darauf Birkenholzgeräuchertes Rindstartar mit Roter Bete und Kaviar angerichtet

da. Und kommt in Panama schließlich mit der Polizei an Bord. Die Antarna wird so lange von aller Versorgung abgeschnitten, bis Stephanie Gallagher aufgibt, die Schüler ausgeflogen werden. Aber auch John Blue macht nichts mehr aus dem so heiß umkämpften Schiff: Es bleibt in Panama, ist acht Jahre lang im Hafen von Colón schutzlos Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit tropischer Breitengrade ausgeliefert. Eine unzumutbar lange Liegezeit, die längste, die die Queen of the Seas je durchzustehen hat. Und doch: Die alte Yacht bewahrt ihr Flair – und sie ist noch immer ein Begriff für alle Liebhaber großer, stolzer Segelschiffe. Einer von ihnen kommt aus Deutschland: Kapitän Hartmut Paschburg, der zuvor bereits mehreren alten Segelschiffen neues Leben eingehaucht hat. Als er sie in traurigem Zustand entdeckt, ist dem erfahrenen Seemann dennoch schnell klar: Die hochwertige Qualitätsarbeit, die Krupp auf der Germania Weft 1931 abgeliefert hat, bewährt sich. Paschburg trägt die Botschaft zurück nach Hamburg, begeistert Geldgeber für das Projekt.

Fast umsonst: Die Eigentümer wollen die alte Luxusyacht inzwischen der amerikanischen Marine zum 200. Geburtstag der USA anbieten. Als der Plan scheitert, bekommen die deutschen Interessenten den Zuschlag. Und als erstes bekommt der Luxus-Segler seinen alten Namen wieder: Sea Cloud. Nun steht ein weiteres Abenteuer bevor: Paschburg muss seine Neuerwerbung über den Atlantik holen. 1978 fliegt er mit Freunden und Freiwilligen nach Colón und macht gemeinsam mit panamesischen Arbeitern die verrottete Yacht halbwegs seetüchtig. Dann ist es geschafft: Am 15. November 1978 läuft die Sea Cloud im Hamburger Hafen ein, von Tausenden begeistert begrüßt. 1979 wird die Sea Cloud nach Kiel verschifft. Die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG, Nachfolgerin der Krupp’schen Germania-Werft, führt umfangreiche Instandsetzungs- und Umbauarbeiten durch. Acht Monate später beginnt wieder einmal ein neues Leben in ihrer Geschichte: Sie geht auf ihre erste Kreuzfahrt unter neuer Flagge. Seitdem ist die

prächtige Diva wieder auf den Weltmeeren zu Hause. Erneut in frischem Glanz zeigt sich die Viermastbark im Mai 2011 zum ersten Mal nach 33 Jahren wieder an der Hamburger Überseebrücke und nimmt an der Einund Auslaufparade des Hafengeburtstags teil. Zur Freude aller, die Großsegler lieben und es sich leisten können, ist das Traumschiff unter weißen Segeln als neugeborene Queen of the Seas wieder unterwegs. Der Anspruch: Den Reisenden eine außergewöhnliche Kreuzfahrt zu bescheren, bei der es selbstverständlich an gar nichts fehlen darf – selbst wenn der Wind stärker bläst und der Windjammer dadurch auch einmal auf den Wellen tanzt. Service und Ambiente nehmen ebenso wie die exquisite Küche an Bord einen besonders hohen Stellenwert ein. Das weiß auch ein Sterne-Koch aus dem Revier: Frank Rosin aus Dorsten heuerte auf der Sea Cloud an und war auf dem Luxus-Segler als Sous Chef auf allen Meeren unterwegs, bevor er sich 1990 mit seinem eigenen Lokal selbstständig machte.

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Bei tropischen Temperaturen ist es sehr angenehm auf dem Lido-Deck, denn dort weht immer eine frische Brise 48

Frßhjahr 2018 ¡ top magazin RUHR


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LOGBUCH EINER KARIBIKREISE Text: Ina Steffen

Eine Karibik-Tour mit der Sea Cloud, diesem legendären, exklusiven Schiff mit seiner spannenden Geschichte. Das verspricht auch im Jahr 2018 spannende und entspannende Tage. Im Cruise-Hafen von Montego Bay sind schon von Weitem erst die vier großen Masten, dann das ganze majestätische Schiff zu sehen. Ebenso majestätisch

der Empfang für uns Gäste auf dem roten Teppich. Die deutschen Wurzeln der Sea Cloud in der Krupp’schen Werft in Kiel setzen sich bis heute fort: Der Kreuzfahrtdirektor der Sea Cloud, Steffen Spiegel, kommt aus Deutschland, die Hausdame Marion Käppeli aus der Schweiz. Sie heißen die Gäste mit Champagner willkommen.

Der erste Weg führt auf das oben liegende, sonnige Lido-Deck zu den gemütlichen Liegestühlen und komfortablen Sitzecken. Die perfekte Umgebung, um mit all denen ins Gespräch zu kommen, mit denen wir die nächsten zwei Wochen auf diesem wunderbaren Schiff zusammen verbringen und die Erlebnisse teilen werden.

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Solche Sonnenstrahlen gibt es nur über dem Karibischen Meer. Die Sea Cloud lässt sich vor Anker davon verwöhnen. Und an der Seite legen Einheimische mit ihren Booten an und liefern frischeste Erzeugnisse für die Schiffsküche.

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Chefkoch Maik Albrecht beim Einkauf von Obst, direkt vor der Bordwand

Und hier lernen wir auch die Crew Schränke, goldfarbene Beschläkennen. Neben Kreuzfahrtdirekge, ein Baldachin ziert das Doptor Steffen Spiegel Kapitän Sergey pelbett, der gleiche dicke TepKomakin, die 2. Offizierin Wiebpichboden wie im Korridor, ein ke Okken, die Zahlmeisterin Lisa beleuchteter Kamin, maritime Lauterbach, Lektor Gerrit Aust, Bilder und ein vergoldeter SpieSchiffsarzt Dr. Jens Telle und Hogel. Es gibt noch einen Ankleitel-Manager Szymon Kwinta. deraum und ein Bad, komplett Und gleich zu Beginn erfahren in Marmor und mit goldenen ArManjari-Schokoladenkonfekt in Baumkuchenmantel mit wir eines: In ihren gesamten maturen. Sherryessig-Kirschen und Tahitivanilleeis 87 Dienstjahren hat die Sea Cloud Nun geht es erst einmal ans Kofzwar schon viel erlebt, war aber ferauspacken, bevor das erste Dinnoch nie in Seenot. Dennoch gener ruft. Das wird in der Lounge hört eine Sicherheitsübung natürlich un- Lady Marjorie Merriweather Post. und dem Restaurant an perfekt eingedeckverzichtbar zum Standard. Dieser Bereich mit seiner erlesenen Ein- ten Achtertischen eingenommen. Dann ist der Weg in die Kabine freigege- richtung im Stile der 1930er-Jahre war Auch hier kommen sich die Gäste eher ben – auf dem historischen Schiff dürfen einst der superreichen General Foods In- vor, wie in einem Sterne-Restaurant, als wir auch First Class in historischem Ambi- haberin, ihrer Familie und ihren privaten auf einem Segelschiff. Die Kellnerinnen ente reisen. Der Weg dorthin führt (anders Gästen vorbehalten. Ihre eigene Suite in und Kellner tragen dunkle Kostüme mit als bei anderen Kreuzfahrtschiffen) nach Creme, Rosa und Hellblau ließ Lady Mar- Halstuch oder eine dunkle Kombination. unten in den Schiffsbauch. Hier geleitet jorie exakt so einrichten wie ihr Schlafzim- Das fügt sich gut ein in die Umgebung mit ein langer Flur mit geschmackvollen klei- mer in Mar-a-Lago. Diese Villa in Florida den aufwendigen dunklen Vertäfelungen nen Sesseln und Tischchen die Passagie- gibt es übrigens auch noch immer. Heute und Schnitzereien aus den 1930er-Jahren. re, die Füße versinken im dicken Teppich- ist sie im Besitz des amerikanischen Präsi- An den Wänden hängen außerdem maboden. Das edle Ambiente in Hellblau, denten Donald Trump. ritime Ölbilder und zweiarmige WandCreme und etwas Apricot könnte auch zu Zwar wohnen wir nicht im Allerheiligsten leuchter in Messing, in ihrer Mitte prangt einem 5-Sterne-Hotel passen. von Lady Marjorie, aber auch unsere Kabi- ein amerikanischer Adler. Im ersten SaZehn Kabinen erinnern an die glorreichste ne ist hell, geschmackvoll und gemütlich: lon, der auch als Bibliothek dient, gibt es Zeit der Sea Cloud und ihre Erbauerin Cremefarbene Wandvertäfelungen und einen prunkvollen Marmorkamin, verziert

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Chefkoch Maik Albrecht mit einem großen Mahi-Mahi-Fisch im eleganten Restaurant der Sea Cloud

mit kleinen Figuren. Auch hier dämpft ein dicker Teppichboden die Schritte. Alles ist gediegen, vornehm aber nicht überladen. Ganz passend zum offensichtlichen Motto der Sea Cloud: Vornehme Zurückhaltung. Und so wird auch die erste Mahlzeit der Reise serviert, ein Drei-Gang-Menü: Consommé, wahlweise Fisch oder Fleisch und zum krönenden Abschluss ein verlockendes Nachtischbuffet. Wir sind uns einig: Das Essen ist ebenso wie der Wein vorzüglich. Von den Wellen sanft geschaukelt, kommt später in der gemütlichen Kabine schnell der Schlaf. Für mich endet diese erste Nacht um 6 Uhr. Da erwache ich durch eine stärkere Bootsbewegung. Schlaftrunken begebe ich mich nach oben aufs Deck und werde mit einem herrlichen Sonnenaufgang über der sanften Silhouette von Jamaika begrüßt. Wir nähern uns „Black River“. Wer mag, kann heute dort einen Landausflug mit Krokodil-Safari machen. Die Motoren stoppen und der Anker fällt mit Getöse. Auf der Brücke tauchen Weiß-

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Szymon Kwinta, der Hotel-Manager. Seit 32 Jahren an Bord der Sea Cloud gilt er als Vater des Sea Cloud-Familie.

Uniformierte auf: Der Kreuzfahrt-Direktor, der Kapitän, die 2. Offizierin und der Hotel-Manager kommen gerade zur Lagebesprechung zusammen. Kurz danach „entert“ der jamaikanische Zoll das Schiff – und alle sind schon richtig geschäftig

unterwegs. Ich erfreue mich derweil am Frühaufsteher-Frühstück und genieße die wunderbare Aussicht auf Jamaika bei einer Tasse Earl-Grey. Und langsam erwacht außer mir das ganze Schiff, die Passagiere kommen an Deck und erwarten den 1. kompletten Tag auf der Sea Cloud genauso gespannt wie ich. Den beginnt man am besten mit einem ausgiebigen Frühstück, das natürlich nach dem Frühaufsteher-Imbiss serviert wird. Auf Wunsch auch mit Champagner. Ich habe die Qual der Wahl zwischen Fruchtsalat, 5 bis 6 Sorten aufgeschnittenen Früchten, Bircher Müsli, Lachs, Aufschnitt, Parmaschinken und einer erlesenen Käseauswahl. Im Angebot sind 5- und 7-Minuten-Eier, Omelette mit oder ohne Käse, individuell zubereitetes Rührei mit allem, was das Herz begehrt. Und natürlich fehlen auch Marmeladen und eine große Auswahl an Brot und Brötchen nicht. Es gibt einen Samowar für die Teetrinker und Kaffee, Cappuccino oder Espresso. Schnell erkenne ich, dass es eine


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Das Promenadendeck mit seinen bequemen Sesseln lädt zum Lesen und Träumen ein

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Ina Steffen und Szymon Kwinta bewundern gemeinsam beim Landausflug die Columbus-Statue auf dem großen Platz in Santo Domingo

„El Colon“ wird die Fußgängerzone in Santo Domingo genannt

große Herausforderung wird, auf dieser Reise die Figur zu halten. Danach lockt wieder das schon bekannte, sonnige Lido-Deck. Das ist Bebeots Revier, seit 36 Jahren bereits an Bord der Sea Cloud. Er ist der philippinische Barchef – und Bebeot geht nicht, er schwebt über das Deck. Denn früher war er Tänzer beim Fernsehballett und ist eine echte Erscheinung, freundlich und fröhlich bedient er die Gäste. Entspannt lege ich mich in die Sonne und genieße die Ruhe hier oben, während sich unten die Ausflügler bereit machen. Das Beiboot bringt sie zum Landausflug mit Krokodil-Safari. Das ist nichts für mich. Krokodile bereiten mir immer ein gewisses Unbehagen … Also schmökere ich lieber in einem Buch. Allerdings erst, nachdem ich mich gründlich eingecremt habe, denn die Sonne in der Karibik ist sehr intensiv. Später kommen der Kapitän und Steffen Spiegel mit den Infos über den Schiffskurs und die Ausflugsplanung. Die beiden werden abgelöst von Gerrit Aust. Erinnern

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Hotspot: das Shellona Restaurant am Shell Beach in Gustavia, Saint Barthélemy

Sie sich? Er ist der Lektor und wird uns in den nächsten zwölf Tagen mit seinen interessanten Vorträgen die Zeit verkürzen. Dass er dafür die richtigen Ideen hat, steht außer Frage, seine Vita ist schon beeindruckend. Der Mann ist Historiker und Buchautor. Er hat in Hamburg Geschichte, Archäologie und Politik studiert und unterrichtet. Danach am Museum für Hamburgische Geschichte, am Auswanderermuseum in Hamburg „BallinStadt“, in Bremerhaven, in Köln und Stade große Ausstellungen mitgestaltet. Bis 1994 war Gerrit Aust außerdem als freier Journalist für den Spiegel tätig. Aber Achtung: verwechseln Sie ihn nicht mit Stefan Aust, der ab 1994 als Chefredakteur des Nachrichtenmagazins bekannt wurde. Namensvetter Gerrit dagegen reist seit 1994 als Lektor mit verschiedenen Kreuzfahrtschiffen über die Weltmeere. Und so versteht er was von dem Geschäft, erzählt über die Entstehung, Kultur und Geschichte der Karibik. Immer interessant und kurzweilig. Also lege ich mein Buch zur Seite und

lausche seinem spannenden Vortrag über Piraten und Freibeuter. Spannend ist auch die nächste Begegnung: Ich komme mit einer netten Dame aus Hamburg ins Gespräch und staune: Sie ist schon zum 12. Mal mit der Sea Cloud unterwegs. Als junge Frau ist sie selber viel gesegelt. Nun lässt sie segeln und genießt es, nichts tun zu müssen. Nichts tun und köstlich speisen – ein doppelter Luxus, den die Passagiere der Sea Cloud nun die gesamte Kreuzfahrt über genießen können. Bürge für den guten Geschmack ist Küchenchef Maik Albrecht. Er hat im berühmten Restaurant „Traube Tonbach“ im Schwarzwald bei Sternekoch Harald Wohlfahrt sieben Jahre gearbeitet. Dort hat Maik es vom Commis de Cuisine zum Chef de Cuisine gebracht. Im Namen von Harald Wohlfahrt leitete er dann auch das „Palazzo“ in Hamburg als Küchenchef. Schon 2003 wurde er vom Feinschmecker als einer der besten Nachwuchsköche nominiert. Seit 2011 ist er nun der Küchenchef der


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Peter, der Pianospieler, spielt auch im Shanty Chor der Sea Cloud Schifferklavier

Eine Zigarre rauchende Schönheit aus Santo Domingo

Modenschau der Designerin Lolita Jaca

Sea Cloud. Dabei ist der große junge Mann noch immer angenehm bedächtig, zurückhaltend und bescheiden. Und trotz seiner beeindruckenden Karriere bringt es der Braunschweiger, der selbst so gerne reist, erst auf 38 Lebensjahre. Was immer er mit seinem Team auf dieser Reise in der Küche zaubert, ist zutiefst beeindruckend. Der erste Tag bringt so viel Neues, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Schon ist Nachmittag. Zeit zur Besichtigung der Brücke. Die 2. Offizierin, Wiebke Okken, eine fröhliche, hochkonzentrierte junge Frau erklärt uns alle Apparate dort, historische ebenso wie hochmoderne. Hier lerne ich, dass dieser schöne Apparat mit Skalen, Glasscheibe und Handgriff Maschinentelegraph heißt. Der ist so oft in Spielfilmen mit Schiffen zu sehen, immer dann, wenn es heißt: „Alle Maschinen Stopp und rückwärts“. Das edle Stück stammt noch aus der „Germania Werft/Kiel, Friedrich Krupp“, beweist ein Schild. Kapitän Sergey Komakin von der Krim

Steffen Spiegel, der Kreuzfahrt-Direktor, neben einer Statue von Maria Toledo

Wieder an Bord klingt der wunderbare Tag bei einem Cocktail mit Blick aufs Meer aus

ist ein breitschultriger Mann mit Bürstenhaarschnitt. Sein Blick ist ernst und konzentriert. Keiner, der unnötige Worte verliert. Aber er hat warme, kluge Augen und macht einen kompetenten und sehr erfahrenen Eindruck. Kapitän Komakin hat schon vor 17 Jahren auf der Sea Cloud angeheuert. Seit sechs Jahren ist er hier Kapitän. Das Kommando über die Sea Cloud führt er immer drei Monate am Stück, die nächsten drei Monate verbringt er zu Hause bei seiner Frau und den drei Kindern. Nach der Familie sehnt er sich oft hier auf hoher See. Da überkommt ihn schon gelegentlich das Heimweh. Vielleicht wird sein kleiner Sohn Egor, heute erst Anderthalb, mit zehn Jahren einmal mit auf das Schiff kommen. „Schön wäre, wenn Egor mit 18 Jahren hier als Offizier anfangen könnte“, meint Sergey Komakin. Dabei huscht ihm ein sanftes Lächeln übers Gesicht. Ich steige die Leiter von der Brücke herunter. Die Ausflügler kehren gerade wieder zurück. Es kommt Bewegung in die Mann-

schaft, Matrosen laufen auf den Decks umher und das Schiff legt bald wieder ab. Ich begebe mich zum Außenbereich der Lounge. Dort ist nun um 16 Uhr „TeaTime“ angesagt. Dazu werden kleine Küchlein angeboten, die hat die Schweizer Patissière Angela frisch hergestellt. Ich erfahre, dass sie jede Nacht Brot und Brötchen backt. Das macht Sinn, denn tagsüber ist immer Betrieb in der Küche, und die ist sehr, sehr klein. Zum Ausklang des Tages genieße ich noch ein wenig die Sonne draußen und freue mich schon jetzt auf das Dinner von Maik Albrecht heute Abend. Das findet heute im Bankett-Stil statt. Alle Gäste sollten pünktlich kommen, denn jeder Gang wird serviert. Wie immer begleitet uns Peter, der Ungarische Pianist dabei. Die Kleidung ist für diesen Abend etwas schicker. Wir sitzen zusammen mit einem sehr netten Ehepaar aus Heiligenhaus, einem Schweizer Pensionär sowie dem amerikanischen Journalisten Gordon und seiner Gattin am Tisch. Ich erfahre

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Julia genießt den traumhaften Strand vom berühmten Hotel Eden Rock auf St. Barth

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Kapitän Sergey Komakin am Steuerrad

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Lagebesprechung auf der Brücke

Der Maschinentelegraph noch original aus der Krupp-Werft

von Gordon, dass er schon zum 24. Mal mit der Sea Cloud reist. Sechsmal hat er mit ihr schon die Atlantiküberquerung erlebt. Er und seine Frau sind wahre Fans. „She is a beauty“, meint er strahlend. Und meint damit die Sea Cloud. Gordon hat letzte Woche seinen Geburtstag hier an Bord gefeiert und man merkt, dass er sich hier schon sehr zu Hause fühlt. Er weiß alles über das Schiff, und er findet es super, dass ich einen Artikel über „seine“ Sea Cloud schreibe. Nach dem Essen begibt man sich auf das Lido-Deck und kann dort bei einem Drink und Pianomusik den Tag stilvoll ausklingen lassen. Peter begleitet uns auch dort musikalisch. Das Schiff nimmt derweil mit Motorkraft Kurs auf Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Und wir begeben uns zur Nachtruhe in unsere schöne Kabine.

Dann folgen Seetage. Sie laden einfach zu Entspannung pur ein: Sonnenbaden auf dem Lido-Deck, Lesen, Wissenswertes von Gerrit Aust, aktuelle „Lageberichte vom Kapitän“. Und bei ruhiger See wird dort oben auch der Lunch serviert. Wenn der Blick über das unendliche, blaue Meer hinaus schweift, merke ich, wie gut ich mich dabei erhole. Und immer wieder gibt es wirklich nette und spannende Begegnungen mit den anderen Passagieren. Zum Beispiel mit den Eheleuten aus Wiesbaden. Wieder zeigt sich: Es gibt einfach absolut treue Fans dieses Traumschiffs unter weißen Segeln. Auch dieses Ehepaar war schon oft mit dem Windjammer unterwegs und kann sich einfach keinen schöneren Urlaub vorstellen. Das tragen die beiden sogar nach außen: Sie stecken komplett in einer Sea-Cloud-Kluft.

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Lisa Lauterbach, die hübsche, immer freundliche Zahlmeisterin, und Marion Käppeli, die Hausdame, eröffnen eine Boutique in der Lounge. Dort gibt es exklusive Accessoires der Sea Cloud zu kaufen: Gürtel, Kleider, Jacken und Shorts mit aufgesticktem Label, aber auch Bücher, Taschen oder eine Messingglocke mit eingravierter Sea Cloud sind dort zu haben. Eine willkommene Abwechslung an einem Seetag. Natürlich gehören die Köstlichkeiten aus der Küche zu den Highlights dieser Reise, die rein kulinarisch insgesamt ein absoluter Höhepunkt, einfach wundervoll, ist. Am nächsten Tag treffe ich nach dem Frühstück den Hotel-Manager Szymon Kwinta. Geboren ist Szymon in Polen, dort lebt auch seine Familie. Die Kinder sind inzwischen erwachsen. Zweimal im Jahr macht er Ferien zu Hause. Sonst ist er im-


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Käpt’n ahoi – volle Fahrt voraus unter weißen Segeln. Der karibische Wind ist der perfekte Antrieb.

mer hier, hier auf dem Schiff. Und das seit 1985, zunächst als Chef der Bar und seit 1998 als Hotel-Manager. Pläne für seinen Ruhestand hat er nicht. „Die Sea Cloud ist mein Leben“, bekennt er einfach. Wohl auch darum betrachtet er sich selbst als Vater der „Sea Cloud-Familie“, der Crew. Auch dort ist, wie in jeder anderen Familie, Strenge manchmal nötig, damit jeder weiß, wo seine Grenze ist, meint er. Und Szymon kümmert sich um alles. Nach den 32 Jahren hier an Bord hat Szymon so manches gesehen und einige denkwürdige Situationen erlebt. Viele Berühmtheiten hat er getroffen, wie Mr. Rumsfeld, bevor der Verteidigungsminister des amerikanischen Präsidenten Bush wurde. Begegnet ist er auch Walter Cronkite, der den Watergate-Skandal aufdeckte, oder der Familie Pritzker, denen die Hyatt-Hotelkette gehört.

Natürlich gehört Diskretion zu seinem obersten Prinzip, dennoch lässt er sich eine kleine Anekdote entlocken: Estee Lauder hatte für ein Firmenevent das komplette Schiff gechartert. Dafür sollte alles, wirklich alles in Pink gestaltet werden. Gerne kam die Reederei ihren Wünschen nach – erst, als Mrs. Lauder dann auch noch pinkfarbene Segel wünschte, sagte die Company nein. Ich muss lachen und verabrede mich noch schnell mit Szymon, der mich ein klein wenig an „Balou der Bär“ aus Tarzan, dem Disney-Musical in Oberhausen, erinnert, für den nächsten Landgang in Santo Domingo. Dann ist der emsige Mann schon wieder entschwunden, um seinen Pflichten nachzugehen. Jetzt steht die Landung in Santo Domingo an. Szymon hält sein Versprechen und begleitet mich beim Landgang. Zuerst erklimmen wir die steile Treppe gegenüber

des Hafens. Dort angekommen stehen wir schon mitten in der Altstadt mit ihren historischen Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert. Automatisch gelangt man auf einen großen Platz, die „Plaza de la Hispanidad“ mit einer großen Kolumbusstatue. Hier wimmelt es von Brautpaaren, die sich dort vor dem Palast „Alcázar de Colon“ fotografieren lassen. Es ist Valentinstag und viele hier wählen dies offenbar als Hochzeitstag aus. Dieser Palast wurde von Diego Kolumbus, dem Sohn von Christoph Columbus’ 1510 bis 1514 erbaut. Hier befand sich früher der Sitz der Spanischen Kolonialregierung. Heute wird er als Museum genutzt. Wir schlendern in der warmen Sonne weiter und gelangen so in die Fußgängerzone „El Conde“. Sie wird von schönen Gebäuden aus mehreren Jahrhunderten gesäumt. Es gibt die typischen Souvenier-

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In voller Größe ist die Sea Cloud noch beeindruckender. Hier im Hafen von St. Lucia, im Hintergrund die Vulkankegel.

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Geschäfte, Straßenverkäufer, Cafés, Restaurants und viele farbenfroh gekleidete Menschen. Nach einem guten Kaffee verlässt mich Simon. Er muss wieder zurück auf das Schiff, der Dienst ruft. Ich dagegen darf nach meiner Rückkehr auf die Sea Cloud einfach die Ruhe genießen. Inzwischen hat sich ein Rhythmus an Bord eingespielt: Umziehen, Dinner, dann der Gang zum Lido-Deck. Mit einem Cocktail und dem Blick auf die beleuchtete Altstadt von Santo Domingo beschließe ich zufrieden diesen schönen Tag. Am nächsten Morgen bin ich nach dem Frühstück mit Steffen Spiegel, dem Kreuzfahrtdirektor, verabredet. Schon oft war er hier in Santo Domingo und ich freue mich auf unseren gemeinsamen Spaziergang. Wieder geht es in die Altstadt. Wir erreichen den „Faro a Colón“, einem Monumentalbau. Dort gibt viele Sarkophage zu bewundern. Angeblich sind dort auch die Gebeine von Christoph Columbus bestattet, aber diese Ehre beansprucht auch Sevilla für sich. Neben dem Gebäude ist ein wunderschöner Innenhof mit Springbrunnen, Bäumen und Blumenbeeten.

Dort steht eine überlebensgroße Statue von Maria de Toledo, der Frau des Vizekönigs Diego Colon. Alle Wege dieser Altstadt führen irgendwie immer zur Plaza de la Hispanidad, auf der gestern die vielen Brautpaare posierten. Wir schlendern den El Conde herunter und entdecken ein Zigarrengeschäft. Im „La Legenda del Cigarro“ werden Zigarren gerollt. Der nette Besitzer, Senor Rossó, erklärt uns den Herstellungsprozess und eine dominikanische Schönheit mit vollen Lippen raucht eine Zigarre. Wir setzen uns in eines der vielen Cafés. Steffen ist schon seit vielen Jahren auf der Sea Cloud, als Kreuzfahrtdirektor. Zu Hause in Hamburg ist er Dozent an verschiedenen Hochschulen im Bereich Tourimusmanagement. Jede Reise ist anders, selbst dann, wenn es sich um die gleiche Route handelt, meint er. Denn: Es sind immer wieder andere Gäste, die Crew ist immer etwas anders zusammengesetzt und zum Schluss ist das Wetter manchmal eben nicht gut, oder es ist nicht möglich zu segeln. Wie bei Ge-

genwind. Dann muss das Schiff mit Motorkraft fahren und legt weniger Strecke zurück. Und manchmal hängen auch die Ausflüge davon ab, erklärt er, bevor wir wieder zum Schiff zurückgehen. Wir sind auf dem Weg zum nächsten Ziel: St. Barth, der Insel der Schönen und Reichen. Der Wettergott legt sich ins Zeug und wir genießen die Zeit bei blauem Himmel, sanftem Wind und strahlendem Sonnenschein. Am Horizont sind kleine Wolken in wunderbaren Formationen zu sehen. Gerne liege ich in der „blauen Lagune“ am Heck des Schiffes auf der großzügigen Liegewiese. Milan, der philippinische Steward, reicht feuchte, nach Orange duftende Tücher zur Erfrischung. Hier ist Braunwerden angesagt und Entspannung. Diesen Aufgaben komme ich nur zu gerne nach. Ich bin ja pflichtbewusst und diszipliniert. Letzteres genau bis zum nächsten Lunch. Da werfe ich alle meine guten Vorsätze bei diesen Köstlichkeiten über Bord und genieße. Am Abend ist „Open House Cocktail“. Alle Gäste können die Originalkabinen besichtigen. Die Suite der ersten Eignerin, Mar-

Adé Dominikanische Republik. Ein letzter Blick auf die Skyline von Santo Domingo

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jorie Merriweather Post, beeindruckt mich am meisten. Sie ist natürlich mit 36 Quadratmetern die größte Kabine und komplett in Creme gehalten. Ein weißer Baldachin überspannt das große weiße Bett. Helle Sessel mit gold-durchzogenem Brokat und ein großer Kamin lassen alles behaglich wirken. Das Badezimmer ist mit vergoldeten Schwanenhals-Wasserhähnen ausgestattet. Sogar das Waschbecken ist innen vergoldet. Eine Frisierkommode mit Goldverzierung und dem entsprechenden Stuhl komplettieren den Eindruck von großem Wohlstand und Luxus. Es gab hier eine Verbindungstür zur Nachbarkabine. Dort wohnte der jeweilige Ehemann von Marjorie. Bezeichnend finde ich, dass der Knauf zum Öffnen nur auf Lady Marjories Seite war. Sie war wirklich eine ungewöhnliche Frau. Die anderen Kabinen sind übrigens im Stil ähnlich, werden aber mit aufsteigenden Nummern etwas kleiner. Am nächsten Tag erreichen wir früh St. Barthélemy. Wir nehmen den ersten Shuttle an Land. Direkt gegenüber dem Anleger befinden sich die vielen namhaften Geschäfte. Was Shoppen angeht, ist St.

Barth ein absolutes Frauenparadies. Geschäfte wie Hermès, 100% Capri, Bulgari, la Civette, MARE, ein italienischer Schuhladen und eine heimische Designerin namens Lolita Jaca, die bezaubernde Strandmode aus edelsten Materialien entwirft, lassen mein Herz höherschlagen. Betrübt stelle ich fest, dass wir zu früh sind. Fast alle Läden öffnen erst um 10 Uhr. Also ziehen wir die einzige größere Straße entlang, um doch einen geöffneten Laden zu finden. Ich entdecke einen kleinen Shop mit wunderschönen Flipflops. Ich entscheide mich für ein Paar mit rauchgrauen und klaren Glitzersteinchen. Dann nehmen wir ein Taxi zum Strand. Oberhalb des Hafens, in dem die Sea Cloud Anker geworfen hat, hinter einem kleinen Berg liegt der Flughafen von St. Barth. Dahinter befindet sich der Strand. Die Flieger müssen diesen Berg überwinden und dann sehr steil absinken, um die Landebahn zu treffen. Es kommt mir vor, als ob die ankommende Maschine beinahe das Dach des Taxis berührt. Aber Claude, der Taxifahrer, lacht und meint, das ist ganz normal, ich muss keine Angst haben.

Den Strand „Côte au vent“ findet man in St. Jean Bay. Wir entdecken eine kleine Bar, die Strandliegen vermietet. Dort machen wir es uns bequem und bekommen von einem gutgelaunten Strand-Boy einen Caipirinha gereicht. Das Meer ist hier unglaublich türkis, der Sand ist fast weiß und die Brandung umspült die Beine sanft. Am Horizont winken kleine rosa und lila schimmernde Wolken. Rechts von mir, auf einem großen Felsen, der ins Meer ragt, liegt das berühmte Eden Rock-Hotel, ein Wahrzeichen von St. Barth. Hier stiegen die ersten europäischen Jetsetter und alle HollywoodKinostars ab. Es weht immer ein warmer aber kräftiger Wind. Aus der Bar tönt chillige Musik. Hierher könnte man durchaus noch einmal reisen. Eine gute Weile können wir die schöne Atmosphäre genießen, dann müssen wir weiter. Am Muschelstrand haben wir einen Tisch reserviert. Also geht es schon bald zur Beach-Bar „Shellona“, dem erklärten In-Restaurant der Insel. Vorsicht: große Millionärsdichte, aber auch wir bekommen hier einen schönen Tisch.

Von hier aus hat man eine bessere Sicht.

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Im romatischen Abendlicht versinken die beiden Pitons auf Saint Lucia. Die eindrucksvollen Bergspitzen am Karibischen Meer sind dicht bewaldet und können bestiegen werden.

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Frei wie ein Vogel unter blauem Himmel. Aber selbst fliegen kann nicht schöner sein, als eine Reise mit der Sea Cloud.

Dort ist es lauschig. In der Bucht ankern beeindruckende Motorjachten. Die Stimmung unter den lässig gekleideten Gästen ist entspannt. Heute findet hier eine Modenschau von Lolita Jaca statt. Das ist die heimische Modedesignerin, deren Stücke mir schon im Geschäft sehr gut gefallen hatten. Es gibt viel zu sehen und nach einem Glas Champagner finde ich die Musik gar nicht mehr laut. Nach dem Essen ist es dann Zeit, aufs Schiff zurückzukehren. Der letzte Transfer wartet schon auf uns. Am nächsten Morgen erreichen wir St. Lucia. Die beiden riesigen Vulkankegel, genannt Pitons, wirken im Morgendunst ein wenig wie „King-Kong-Island“. Eine dichte Dunstglocke hängt über der Bucht und der Stadt Soufrière. Ein tropischer Regen setzt ein. Die Sonne hat es schwer, durchzubrechen. Die Reederei bietet uns heute drei Ausflüge an: Schnorcheln, Badeausflug oder eine Tour zum botanischen Garten und dem Drivein-Vulkan. Eine perfekte Gelegenheit, um unser Traumschiff auch einmal von außen in seiner ganzen Schönheit zu fotografieren. Die Pitons bilden einen wunderbaren Hintergrund dafür. Jetzt brauchen wir nur noch Sonne! Nach dem Frühstück

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klart es auf, sodass wir mit Schwimmwesten ausgerüstet das Schlauchboot für die Außenaufnahmen besteigen können. Zwei Mitglieder der Crew begleiten uns. Dann geht es an Land zu einer Strandbar. Vom „The Still Beach Resort“ haben wir einen schönen Blick auf die Sea Cloud und die Bucht mit den Pitons. Eine Stunde später holt uns das Boot wieder ab und erneut umkreisen wir die Sea Cloud. Die Sonne hat ihre volle Strahlkraft entfaltet und das Schiff leuchtet im hellen Licht. Das war schon der Schlusspunkt unserer wunderbaren Rei-

se. Am nächsten Morgen landen wir im Cruise-Hafen von Barbados. Hier ist der Abschied angesagt: Von den lieb gewordenen Reisegefährten und der Crew, die sich so aufmerksam und liebevoll um uns gekümmert hat. Und natürlich von dem ungewöhnlichen Schiff, dass schon so viele unserer Reisebekanntschaften infiziert hat. Und auch wir haben die Idee: Das soll nicht unsere letzte Reise mit der Sea Cloud gewesen sein …

Die Welt der Luxus-Segler

Reiseprofi Verena Weigelt sagt: „Grandhotels und Reisen mit Luxuszügen sind wieder in wie damals.“

Eine Reise mit der Sea Cloud, 1931 für die reiche Amerikanerin Lady Marjorie gebaut, war früher ausschließlich dem Hochadel und Millionären vorbehalten. Die Welt hat sich gewandelt. Heute treffen sich an Bord dieses Traumschiffs unter weißen Segeln auch jüngere Lieb-haber des wahren „Service excellent“. Hier erleben die Gäste das Gefühl, privilegiert auf einer Abenteuer-Reise zu sein. TOP RUHR-Reisescout Verena Weigelt vom Reisebüro Schmidt & Partner in Bochum (Tel.: 02 34-96 18 00, www.Fynetravel-Bochum.de) hat einen klaren Favoriten für den Einstieg in die Welt der Luxus-Segler. Die Expertin empfiehlt die siebentägigen Reisen durch die griechischen Kykladen oder den Inseln der Karibik ab 3895 € (inkl. Trinkgeldern).


Top Hot Spots

Menschen

LVM-OLDTIMER-VERSICHERUNG: GÜNSTIGER SCHUTZ FÜR DAS LIEBHABERSTÜCK Bei Oldtimern handelt es sich fast immer um Liebhaberstücke. Sie werden von ihren Besitzern in aller Regel pfleglicher behandelt als Alltagsautos. Der ureigene Charakter der Fahrzeuge ist für ihre Besitzer Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls. Darauf hat sich die LVM mit ihrer Oldtimer-Versicherung eingestellt: Mit ihr fährt das Schmuckstück günstig in der sicheren Spur. Neben dem finanziellen Wert haben Oldtimer-Fahrzeuge vor allem einen ideellen Wert für ihre Besitzer. Im Versicherungsfall lässt sich aber nur der finanzielle Wert beziffern und ersetzen. Die Kfz-Haftpflicht bietet die LVM zum besonders günstigen Stückbeitrag an. Für den Abschluss einer Kaskoversicherung ist der Marktwert des Oldtimers entscheidend – also der Preis, der beim Verkauf des Fahrzeugs am Spezialmarkt erzielt werden würde. Dieser bildet gleichzeitig auch die Grundlage für die Höchstentschädigungsleistung. In der Teilkaskoversicherung sind finanzielle Auswirkungen von Fahrzeugschäden unter anderem durch Brand, Diebstahl, Sturm sowie viele weitere Gefahren abgedeckt. Auch Vandalismus- und Transportschäden sind bei der LVM bereits in der Teilkasko mitversichert. Grundsätzlich gilt: Damit ein Pkw als Oldtimer versichert werden kann, muss er mindestens 25 Jahre alt sein und darf höchstens 6000 Kilometer im Jahr gefahren werden. Die Fah-

rer müssen mindestens 23 Jahre alt sein und benutzen auch für ihre Alltagsfahrten ein Fahrzeug, das bei der LVM versichert ist oder zukünftig noch versichert wird. Der Versicherungsschutz besteht in jedem Fall auch für Eigentümer und Halter und gilt in allen Ländern der Europäischen Union. LVM-Vertrauensmann Ralph Peiper, Mülheim an der Ruhr: „Wer mehrere Oldtimer besitzt, sollte über eine sogenannte ,Museumsversicherung‘ nachdenken. Sie ist für jedes Fahrzeug schon zum halben Teilkaskobeitrag erhältlich.“

Aus Liebe zum Besonderen! imerLVM-Oldt ng versicheru Ralph Peiper hat als Versicherungsexperte immer die richtigen Tipps parat

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Sie haben einen ganz besonderen Wert: Edle Oldtimer muss man dementsprechend gut versichern

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KARIBIKFEELING IM MITTELMEER Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, beeindruckt mit wilder Natur, einem türkisfarbenen Meer und weißsandigen Buchten. Touristisches Top-Ziel ist die Costa Smeralda.

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Text: Antonia Kasparek. Fotos: Antonia Kasparek, Delphina Hotels & Resorts, sandycs/Fotolia.com

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alerische Buchten, weißer feiner Sand und glasklares türkis- bis azurfarbenes Wasser? Nein, nicht die Karibik ist gemeint, sondern das Mittelmeer. An der Costa Smeralda – der Smaragdküste – so benannt, weil das Wasser hier in unendlich vielen smaragdfarbenen Farbnuancen schimmert, findet man dieses Südsee-Paradies mitten in Europa. Die Costa Smeralda im Norden der zweitgrößten Mittelmeerinsel Sardinien ist das Schmuckstück der Region Gallura: eine einst unberührte Natur mit traumhaft weißen Stränden, den bizarren Granitfelsen, die an die Seychellen erinnern, und dem mit azurblau bis smaragdgrünfarbenen Meer. Kein Wunder, dass es den internationalen Jet-Set an die Costa Smeralda zog. Ob Porto Cervo, Cala di Volpe, Romazzino oder Capriccioli – die Prominenten lieben den Küstenstrich im Nordosten von Sardinien. Die Geschichte der Smaragdküste beginnt in den frühen 1960er Jahren. Der Ismaeliten-Prinz Karim Aga Khan verliebte sich in die wunderschöne Küstenregion. Damals noch ein wildes, unzugängliches

Land, das mit den „stazzi“ genannten Landhäusern übersät und mit den größeren Zentren nur über zwei Schotterstraßen Olbia – Palau – Santa Teresa Gallura und Tempio – Palau verbunden war. Doch unter der Führung der internationalen Investmentgruppe des Prinzen entwickelte sich die Smaragdküste schnell zum Ort für den gehobenen Tourismus. Auf dem einst unwegsamen Gelände entstanden immer mehr Luxusvillen und Feriensiedlungen. Doch es wurde auch etwas Einzigartiges geschaffen: Eine perfekt in die Landschaft eingebundene Urbanität, in der die Natur (auch heute noch) die Oberhand hat. Die Architektur jener Jahre und ein einzigartiger Stil haben die Costa Smeralda zu einem der bekanntesten Urlaubsziele weltweit gemacht – sie gilt als Traumziel für exklusiven Strandurlaub. Die Promi-Insel ist zwar das Jetset-Paradies von Bella Italia – aber durchaus noch ein kleiner Geheimtipp in Deutschland, die neben dem Glamour-Faktor sehr viel Authentisches zu bieten hat. Der Luxus »

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Köstlichkeiten der sardischen Küche sowie die typischen Korkprodukte gehören zum Sardinien-Urlaub dazu und eignen sich auch als Mitbringsel.

Von Blau zu Blau: Der Pool im Hotel Valle dell’Erica scheint in das Meer überzugehen. Die Insel La Maddalena lohnt sich zu besuchen: Durch die kleinen Gassen bummeln, shoppen und bei einem Prosecco im Hafen den Tag ausklingen lassen.

» einzigartiger landschaftlicher Schönheit geht weit über den Promi-Hotspot hinaus. Sardinien ist mit seinen paradiesischen Stränden, dem glasklaren Meer und dem abwechslungsreichen Binnenland ein passendes Reiseziel für jeden Naturliebhaber, Sonnenanbeter und Wassersportler – ideal für Paare und für Familien. Der sardische Frühling voller frischer Düfte und blühender Vegetation mit angenehmen Temperaturen ist ideal für sportliche Aktivitäten, und immer mehr Gäste genießen auch die Möglichkeit, den Sommer auf der italienischen Mittelmeerinsel zu verlängern.

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ter breite Straße von Bonifacio trennt die Inseln. Hier starten auch die Fähren, mit denen man in etwa 15 Minuten in Bonifacio auf der Insel Korsika ist. Während der Hauptsaison kommen zu den 5.000 Einwohnern von Santa Teresa Gallura noch einmal 40.000 Feriengäste hinzu und bevölkern die vielen Cafés, Restaurants und Läden der Stadt. Über allem thront der Sarazenenturm Torre di Longonsardo, der seit dem 17. Jahrhundert über die Bucht wacht.

Sardinien – Perle im Mittelmeer Sardinien liegt im Herzen des Mittelmeeres und ist eine recht bergige Insel. Hier gibt es keine extrem hohen Gipfel, aber der höchste Berg, die Punta La Marmora, ist über 1.800 Meter hoch. Die Naturlandschaften sind mal rau, mal sanft und immer wieder unterbrochen von Wäldern und kleinen Seen. Sie bietet einschließlich der vorgelagerten Inseln eine Küstenlänge von mehr als 1.800 Kilometern. Küsten, die neben der Costa Smeralda ebenso vielversprechende Namen haben wie ­ Costa Rei, Costa Verde, Costa Paradiso und ­Costa­ del Sud.

Im Norden der Insel zwischen der Costa Smeralda, dem Meeres-Nationalpark des La Maddalena Archipels und dem Golf von Asinara befinden sich auch die familiengeführten Delphina Hotels & Resorts. Dazu gehören zwölf Hotels und Resorts der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie sowie zwei exklusive Residenzen, sechs Spas und 23 Villen. Sie bestehen ausschließlich aus ein- bis zweistöckigen Gebäuden, harmonisch eingebettet in die sardische Natur mit Rücksicht auf Flora und Fauna. Die Delphina Hotels & Resorts verfolgen jeweils nachhaltige Grundsätze und Strukturen, dazu gehören auch die verwendeten Baumaterialien wie einheimische Holzsorten oder die Nutzung von Kork aus der Region.

Vom hübschen Städtchen Santa Teresa Gallura am nördlichsten Ende Sardiniens kann man auf das französische Korsika hinüberblicken. Die nur zwölf Kilome-

Die wunderschöne wilde Natur der Gallura, die atemberaubenden Buchten und das unbeschreibliche Meer ist die Kulisse der Delphina Hotels & Resorts, die für

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authentisch-anspruchsvollen Sardinien-­ Genuss hoch im Norden der Insel stehen. Eingebettet in die Felsenlandschaft Sardiniens und die duftende Macchia mit Ginster, Myrte und Heidekraut liegt das Hotel Valle dell’Erica der Hotelgruppe an einem wahren Logenplatz – nicht weit von dem Städtchen Porto Pozzo entfernt. An der Strandbar trifft man Paolo Sardo, seit Jahrzehnten guter Geist des heutigen Resorts und seit mehr als 30 Jahren Barkeeper. Seinen Nachnamen „Sardo“ hat er sich selbst gegeben, denn er wollte den Namen der Insel Sardinien tragen. An der Bar ist man gleichzeitig auch an dem Ort der Insel, wo einst der deutsche Tourismus in Sardinien begann. Paolo Sardo zeigt auf ein Stück von Felsen umsäumten Strand und sagt: „Der wird sogar heute bei uns noch als spiaggia dei tedeschi (Strand der Deutschen) bezeichnet.“ Studenten aus Frankfurt waren die Pioniere in den 1960er Jahren. Sie lebten in provisorischen Bauhütten mit Etagenbetten und Gaskocher und genossen das smaragd­ grüne Meer, den weißen Strand, frisch gegrillten Fisch und Vino. Unbedingt probieren sollte man Paolo Sardos selbst kreierten „Cocktail Sardo“. Er besteht aus Bier mit etwas Limonensaft, und dem Myrtenlikör Mirto Rosso als i-Tüpfelchen. Denn der gehört auf Sardinien einfach überall dazu – zu Spaghetti, Süßigkeiten und auch Fleisch. »


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» Sardische Kulinarik Sardinien ist eben auch eine Insel der kulinarischen Genüsse: Da ist zum einen die traditionelle Hirtenküche, die den Schwerpunkt auf Fleisch und Gemüse legt. Köchin Chiccia zaubert im Valle dell�Erica mehrmals in der Woche den Gästen ein sardisches Menü. Köstlich ist das krosse dünne Fladen-Brot „pane carasau“. Schon vor Jahrhunderten steckten sich die sardischen Hirten diesen feinen Proviant in ihren Rucksack. An der Küste dominieren frischer Fisch und Meeresfrüchte jeglicher Art die Speisekarten. Unverwechselbar ist auch der „Pecorino“, sardischer Schafskäse. Ein Geheimtipp sind die guten sardischen Weine, zum Beispiel ein weißer „Vermentino“ oder der rote „Cannonau“. Ganzheitliche Harmonie mit der Umgebung Das Jahr 2017 war ein Meilenstein für die Delphina Hotels & Resorts: Als erste italienische Hotelgruppe gewinnen sie ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Bereits seit ihrer Gründung vor 25 Jahren setzt die Hotelgruppe auf lokale Produkte, investiert in Umwelt-Schutzmaßnahmen und hält enge Bande zu Firmen und Bewohnern der gesamten Mittelmeer-Insel. Zusätzliche Anerkennung

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fand das „Selezione Delphina Projekt“. Köstlichkeiten der sardischen Küche wie ausgewählte Weine, Brot- und Käsesorten sowie feine Konfitüren und frisches Olivenöl werden ausschließlich von lokalen Herstellern bezogen. So stammen das Fleisch von Höfen in den Bergen der Gallura, fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte direkt aus dem Meer sowie Obst und Gemüse von lokalen Bauern. Auch die Eigenproduktion gehört dazu. Im Resort & Spa Le Dune befinden sich ein Gemüsegarten und eine kleine Farm mit freilaufenden Hühnern, Enten und Pfauen, die nicht nur kleinen Gästen etwas über Tierhaltung beibringt, sondern auch frische Eier und Gemüse liefert. Gäste kommen in den verschiedenen Restaurants der Hotels in den Genuss der frischen Produkte und können diese selbstverständlich auch mit nach Hause nehmen. „2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die Delphina Hotels & Resorts, sagt Libero Muntoni, Marketing und Communications Director der Hotelgruppe. „Unsere Hotels liegen in einer der reizvollsten Gegenden in ganz Sardinien an atemberaubenden Küstenlagen und ziehen jährlich


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Besucher aus aller Welt an.“ Dazu tragen die vielen Freizeitangebote, wie Bootsausflüge, zahlreiche Wassersportarten, Reitwanderungen, Trekking-Touren oder Ausflüge ins Landesinnere bei. Bootsausflug zur Insel La Maddalena Eine Bootsfahrt zum paradiesischen Maddalena-Archipel mit seinen 62 Inseln, die bereits 1994 zum Meeres-Nationalpark ernannt worden waren, ist natürlich ein Muss. Hier haben die Winde und die Zeit wundervolle Felsskulpturen erschaffen. Nur die beiden größten Inseln, La Maddalena und Caprera, sind das ganze Jahr über bewohnt. La Maddalena war schon in der Antike ein Stützpunkt der Römer im Tyrrhenischen Meer. 13.000 Menschen leben heute auf der Insel. Hier lassen sich kleine Palazzi, Fischerhäuser und enge Gassen erkunden. Unbedingt sollte man in einem der vielen Cafés einen Espresso nehmen – oder vielleicht doch einen Prosecco? Auf La Maddalena finden sich auch viele schöne Geschäfte. Von Schmuck bis zur angesagten italienischen Mode ist alles zu finden, was das Shopping-Herz begehrt. Natürlich werden auch die typischen Korkprodukte Sardiniens angeboten – von dekorativen Platten bis zur Handtasche. »

ANREISE Möglichst nach Nonstop-Flügen von München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin nach Olbia schauen. Der Flug dauert nonstop etwa zwei Stunden, aber mit Zwischenlandung kann die Anreise länger werden. Tipp: Über „Holiday Extras“ kann man einen Aufenthalt in einer Lounge am Flughafen kaufen und muss dafür nicht Business fliegen. Außerdem ist das Münchner Unternehmen Marktführer für AirportParken, so kommt man entspannt zum Flughafen.

Eine Bootsfahrt zum paradiesischen Mad­dalenaArchipel mit seinen 62 Inseln ist ein Muss. Paolo Sardo mixt seinen selbst kreierten „Cocktail Sardo“. Unbedingt probieren.

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Vom nördlichsten Punkt Sardiniens sind es nur zwölf Kilometer bis Korsika. Die Fährfahrt dauert etwa 15 Minuten.

Die Meerwasser­pools des Thalasso & Spa-Center „Le Thermae“ wurden in die Granitfelsen eingebettet.

» Von der Hafenstadt Palau aus ist man in einer Viertelstunde mit dem Boot dort. Nicht weit von Palau entfernt liegt in exponierter Lage das Fünf-Sterne-Delphina-Hotel Capo d�Orso Thalasso & Spa, direkt vor den Inseln La Maddalena, Caprera und Santo Stefano in windgeschützten Buchten. Das Hotel verdankt seinen Namen dem großen Felsen, der einem Bären ähnelt. Vom Bärenkap bietet sich ein wunderbarer Blick über den Archipel bis hinüber nach Korsika. Vom privaten Anlegesteg des Hotels kann man Bootsausflüge zum Inselarchipel La Maddalena unternehmen. Oder man entspannt an einem der Pools oder auf einer der schwimmenden Inseln im Capo d�Orso Thalasso & Spa, von denen man direkt ins glasklare Wasser hüpfen kann. Wellness mit Thalasso Neben einem hochklassigen kulinarischen Angebot mit authentischen sardischen Spezialitäten haben sich die Delphina Hotels & Resorts auch für ihr ausgezeichnetes Thalasso & Spa Angebot einen Namen gemacht. Das Thalasso & Spa-Center „Le Thermae“ liegt inmitten der Gärten des Resort Valle dell‘Erica, vor

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dem Meer, umgeben von Granitfelsen und von den typischen Düften der sardischen mediterranen Macchia: Strohblume, Myr­ te, Rosmarin. Es erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 1.600 Quadratmeter und ist eine Oase der Entspannung. Es bietet einen Cardio-Fitnessbereich, Dampfbad, Sauna und vier multifunktionale Meerwasserpools im Freien mit unterschiedlichen Temperaturen für die Thalassotherapie, die in die Granitfelsen und Büsche von blühender Erika eingebettet wurden. Mit diversen ätherischen Ölen der heimischen Pflanzen angeregten Thalasso- und Schönheitsanwendungen lässt sich die einzigartige Natur Nordsardiniens noch on top genießen. Mit ihrem breitgefächerten Portfolio öffnen die Delphina Hotels & Resorts das Tor zu diesem Naturparadies der bizarren Felsformationen, blütenweißen Strände und Meeresschattierungen in allen Spielarten von Blau und Grün. Die geschmackvolle Architektur der Hotels, hochkarätige Thalasso-Spas, sardische Spitzenkulinarik und Freizeitmöglichkeiten von Sea Safaris über Golf bis Wandern und Reiten machen das Sardinien-Erlebnis perfekt. n

Kleine Buchten zum Baden findet man im Fünf-SterneDelphi­na-Hotel Capo d‘Orso Thalasso & Spa.

DELPHINA HOTELS & RESORTS Die Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels und Resorts der familiengeführten Hotelgruppe Delphina Hotels & Resorts befinden sich in atemberaubenden Küstenlagen im Norden der Insel zwischen üppigen Korkeichenwäldern, an pittoresken Buchten, weißen Sandstränden und dem legendären türkisblauen Meer. Paare fühlen sich dort ebenso wohl wie Familien – ganz gleich ob für einen Aktiv- oder Wellnessurlaub. Je nach Lage und Größe der Anlage variiert das Angebot der einzelnen Hotels. Fährentransfers oder Flüge sind ebenfalls auf Anfrage über das Hotel buchbar. Weitere Informationen unter www.delphinahotels.de


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ERLEBNIS-SHOPPING

mit internationalem Flair in Metzingen

Luxus-Mode zu attraktiven Preisen verbunden mit Freizeitangeboten für die ganze Familie bieten einige Outlets – doch die OUTLETCITY METZINGEN darüber hinaus noch vieles mehr. Wir sprachen mit Isidora Muthmann, Head of Marketing & Public Relations der OUTLETCITY METZINGEN, warum das Outlet am Fuße der Schwäbischen Alb so einzigartig und erfolgreich ist.

Top: Welche Marken sind vertreten?

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Isidora Muthmann: Von „A“ wie Armani bis „Z“ wie Zegna sind alle Stars der internationalen Modeszene vertreten. Jüngst gesellten sich auch Labels wie Bottega Veneta, Dolce & Gabbana und auch Etro hinzu. Eine genaue Aufstellung aller Marken findet man unter www.outletcity.com/Marken. Top: Wer besucht die OUTLETCITY METZINGEN? Isidora Muthmann: Da die O ­ UTLETCITY METZINGEN über 80 Marken – viele davon in Flagship Outlet Stores – anbietet, deren Angebot so gut wie alle Zielgruppen abdeckt, haben wir ein sehr breit gefächertes Besucherspektrum. Von uns angesprochen fühlen sich sowohl weibliche als auch männliche Kunden aller Altersklassen aus 185 Ländern der Welt. Rund 4 Millionen Besucher im Jahr finden den Weg zu uns. Sehr viele unserer Kunden kommen aus China, Südkorea, Russland, den arabischen Golfstaaten und der Schweiz – der Großteil jedoch weiterhin aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern.

Top: Warum lohnt sich der Besuch der OUTLETCITY METZINGEN zu jeder Zeit? Isidora Muthmann: Ein Besuch bei uns lohnt sich wirklich jederzeit, da das Einkaufserlebnis bei uns an erster Stelle steht. Die tollen Preise sprechen zusätzlich für sich, und die Kombination von großen Marken, kleinen Preisen und einem herausragenden Ambiente mit internationalem Flair zaubert stets ein Lächeln auf alle Gesichter. Die OUTLETCITY METZINGEN ist immer eine Reise wert. Das finden auch unsere Kunden aus aller Welt, die Metzingen in die Top 10 der Shopping-Reiseziele Deutschlands katapultiert haben. Top: Was sind Ihre persönlichen Highlights in der OUTLETCITY METZINGEN? Isidora Muthmann: Ich liebe den Jimmy Choo Store, in dem ich ganze Tage verbringen könnte. Außerdem gehe ich regelmäßig zu PRADA und kaufe mir vor allem Taschen und Schuhe. Aber auch die Sommerkleider sind ein Traum. Mein absolutes Highlight ist jedoch der neue Dolce & Gabbana Store.

Text: Antonia Kasparek

Top: Die OUTLETCITY METZINGEN wurde wieder zum Outlet Nummer 1 in Deutschland gewählt. Rund 4 Millionen Kunden aus 185 Ländern der Welt shoppen bei Ihnen. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges? Isidora Muthmann: Die OUTLETCITY bietet den Besuchern ein aufregendes, innerstädtisches Einkaufserlebnis mit architektonisch herausragender Kulisse sowie einem breiten und tiefen Produkt­ sortiment. Hinzu kommt noch eine städtische Infrastruktur mit großem Gastronomieangebot. Der vom Weinbau geprägte alte Stadtkern mit seinen kleinen Cafés und Restaurants begeistert die Besucher zusätzlich mit seinem Charme. Das Wichtigste jedoch: die Markenvielfalt, die man in Metzingen antrifft, und die attraktiven Preise. Der Kunde kann sich auf bis zu 70 Prozent Rabatt auf die unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller freuen. Last but not least finden die Besucher bei uns in Metzingen den größten Hugo Boss Outlet-Store der Welt.


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Top: Welche Freizeitangebote und besonderen Aktionen gibt es? Isidora Muthmann: Da die Betreiber der OUTLETCITY sehr viel Wert auf Erlebnis-Shopping legen, finden in Metzingen regelmäßig tolle Events statt, die Programmpunkte für die ganze Familie bieten. Hier findet man jederzeit die perfekte Verbindung von Kulinarik, Akustik, visuellen Reizen und Shopping. Hier ist für jeden etwas dabei. Vom 29. März bis zum 7. April findet zudem die Glamour Shopping Week in Metzingen statt. Und am 20. April, 20. Juli und 14. September kann man in Metzingen bis Mitternacht einkaufen. Beim Midnight Shopping Event haben die Geschäfte von 10 bis 24 Uhr geöffnet. Mit Musik, kulinarischen Köstlichkeiten und vielen tollen Angeboten kann man dann ohne Zeitdruck nach Herzenslust shoppen. Top: Welche besonderen Services gibt es in der OUTLETCITY METZINGEN? Isidora Muthmann: Als speziellen Service bieten wir unseren Kunden Kinder-

betreuung, freies WLAN, Tax Free Shopping mit sofortiger Rückerstattung in der Reisebank vor Ort, Handyladestationen, Schließfächer, E-Tankstellen und auf Wunsch eine persönliche Stilberaterin. Top: Wie kommt man zur OUTLETCITY METZINGEN? Isidora Muthmann: Es gibt mehrere Möglichkeiten: Die OUTLETCITY bietet zum Beispiel jeden Montag, Donnerstag, Freitag und Samstag mehrmals täglich einen Shopping-Shuttle von Stuttgart nach Metzingen und zurück. Hin- und Rückfahrtickets gibt es ab 10 Euro. Zeiten, Haltestellen und Ticketbuchung findet man unter: www.outletcity.com/shuttle. Wer selbst mit dem Auto anreisen will, für den stehen vor Ort über 3.500 Parkplätze zur Verfügung. Da Metzingen einen Bahnhof hat, kann man natürlich auch per Zug zu uns kommen. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, mit dem Hubschrauber anzureisen, was für manche unserer Kunden wünschenswert ist. Informationen zu die-

sem speziellen Service findet man auf unserer Website unter www.outletcity.com/ de/metzingen/anreise/. Top: Es gibt auch einen Online-Shop der OUTLETCITY METZINGEN. Was bietet er? Isidora Muthmann: Das Sortiment des OUTLETCITY METZINGEN Online-Shops reicht von eleganter Businessmode bis zum lässigen Casual-Look, von Outdoor bis zur großen Robe, von Accessoires über Underwear bis hin zum Sport-Outfit. Hier findet jeder den gewünschten Style mit attraktiven Reduzierungen. Das Besondere an unserem Onlineshop ist, dass die Kunden die handverlesene Auswahl an exklusiven Premium-Marken ganzjährig reduziert kaufen können – auch fernab der regulären Sale-Zeiten. Der Onlineshop bietet den Kunden der ­OUTLETCITY ­METZINGEN die Möglichkeit, zu reduzierten Preisen zu shoppen und dabei nicht auf Qualität zu verzichten. » www.outletcity.com

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Badezimmer zum Wohlfühlen

Duschen, Zähneputzen und raus? Das war einmal. Heute wollen wir uns im Badezimmer nicht mehr nur pflegen, sondern auch entspannen. Die sterile Nasszelle von einst wird daher zur wohnlichen Wellness-Oase. Gespickt mit allerhand Details – von praktisch bis einfach nur schön.

GEOMETRIE Wer es gerne schnörkellos mag, verzichtet bei der Badgestaltung auf allzu viel Chichi. In ein Bad mit Ecken und Kanten gehört natürlich auch eine gradlinige Armatur. Die Hansgrohe-Serie Metropol setzt auf geometrische Konturen: Rechtecke und Kreise treffen auf weitläufige Flächen und erzeugen feine Lichtreflektionen. Neben dem bodenstehenden Modell für freistehende Wannen (im Bild) gehört erstmals auch ein entsprechender Mischer für den Einsatz an freistehenden Waschtischen zum Sortiment. www.hansgrohe.de

SKANDINAVISCH Sanfte Farben und eine zurückhaltende Formensprache sind typisch für eine Einrichtung im skandinavischen Stil, die auch im Badezimmer für Wohlfühlatmosphäre sorgt. Villeroy & Boch greift den Trend mit einem pastelligen Blau auf – exklusiv von der deutsch-dänischen Designerin Gesa Hansen entwickelt. Es ziert die Waschtisch-Edition Artis und auf Wunsch auch die Badewanne Squaro Edge 12. www.villeroy-boch.de

Ein kräftiges Nachtblau macht diesen Waschtisch der Duravit-Serie Luv zu einem Hingucker. Der Entwurf der dänischen Designerin Cecilie Manz verbindet nordischen Purismus mit zeitloser Eleganz. www.duravit.de

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MINIMALISMUS

Fotos: Qualitätsinitiative Deutsche Fliese/Agrob Buchtal VDS (Burgbad, Keuco, Dornbach)/www.sanitaerwirtschaft.de / Text: Hannah Scosceria

Minimalistisch eingerichtete Bäder funktionieren nach dem Motto „weniger ist mehr“. Der Fokus liegt auf ausgewählten und auf das Wesentliche reduzierten DesignStücken – wie dem Waschtisch Gus der italienischen Marke ex.t. Das schlanke, handgefertigte Keramikwaschbecken wird von einer leichten Metall-Struktur getragen, die an Gustave Eiffels Pariser Meisterwerk erinnert. www.ex-t.com

NATURNAH Natürliche Materialien bringen Wärme ins Badezimmer. Star der Keuco-Serie „Edition Lignatur“ (Bild rechts) ist Holz. Für ein besonders harmonisches Gesamtbild werden die einzelnen Lamellen vor dem Zusammensetzen aufeinander abgestimmt. „Malen mit Holz“ heißt die Sortierung. Die Fliesenserie Twin von Agrob Buchtal (Bild oben) vereint Holzmaserungen mit der strukturierten Oberfläche von Naturstein. Mit Wohnaccessoires aus Leder zieht ein markanter, maskuliner Look ins Badezimmer ein. www.keuco.de / www.deutsche-fliese.de Frühjahr 2018 · top magazin

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Stilvoll reisen – Mit der leichtgewichtigen Kollektion Cosmolite bietet Samsonite in der Farbe Ice Blue eine perfekte Kombination aus Stil, Fashion, Komfort und Qualität. Die luftige Anmutung prägt einen neuen Look, der die außerordentliche Leichtigkeit auch optisch betont. Ebenso extravagant wie dezent passen die eisblauen Gepäckstücke sowohl zum modischen Urlaubs-Look als auch zum stylischen Business-Outfit. Durch die Verwendung des revolutionären Materials Curv sind die komfortablen Hartschalenkoffer, in fünf Spinner-Größen von 55 bis 86 Zentimetern, sowie das Beauty Case, extrem stabil und unglaublich leicht zugleich. www.samsonite.de

The Look of Life – Statement Shirts verleihen jedem Outfit das gewisse Extra. Die neuen Shirts von Conleys sehen nicht nur cool aus, sondern treffen auch noch klare Aussagen. Ob beim Shoppen, der nächsten Party oder beim Restaurantbesuch – die Statement Shirts sorgen nicht nur für gute Laune, sondern verwandeln auch jeden Look in einen Hingucker. www.conleys.de

MUST HAVES New Yorker Loft-Stil – Innovative Badezimmerideen und pure Ästhetik für Designliebhaber bietet die Badserie „Soho“ von JEE-O. Schwarze freistehende Duschen bilden eine eindrucksvolle Design-Symbiose mit der modernen Schlichtheit der Waschschalen und freistehenden Badewannen – hier wird Purismus par excellence zelebriert. Die Serie „Soho“ ist angelehnt an den New Yorker Stadtteil Soho – ein dynamischer Schmelztiegel verschiedenster Kulturen und Stile. Die Serie belebt den Industriestil aus dem New York des vorletzten Jahrhunderts. Die zahlreichen Lofts haben eine sachliche und robuste Ausstrahlung, daher zeichnet sich auch die Produktlinie „Soho“ konsequent durch ihr sachliches, zurückgenommenes Design aus. Alle JEE-O Soho-Produkte sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt und entweder als Raw gebürstet oder in Hammerschlag schwarz ausgeführt, was für den passenden industriellen Look sorgt. Die JEE-O Soho-Serie ist die erste Produktlinie aus der Allianz zwischen JEE-O und dem Amsterdamer Designstudio Grand & Johnson, die gemeinsam einem maximalen Minimalismus Form geben. Das niederländische Design wurde zudem mehrfach mit dem deutschen Red Dot Designpreis ausgezeichnet. www.jee-o.com

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Schluss mit dem Auto, rauf aufs Fahrrad – Für alle Fahrrad-Liebhaber kommt der Bikeblock aus Beton wie gerufen: Er hält das Fahrrad sicher fest und ist sowohl für den Keller, Balkon oder sogar das Wohnzimmer geeignet. Konstruiert wurde er für alle Reifenstärken und für Fahrräder bis 15 kg. Allein der Reifendruck hält das Fahrrad sicher fest. www.heimatwerke.de Flieg, Vöglein, flieg – Schlicht und edel wirken die Vogel-Wandhaken aus matt gearbeitetem Beton von Thomas Poganitsch. Sie sind handgefertigt und so verarbeitet, dass sie sowohl in Wohnräumen als auch im Outdoorbereich und besonders optimal als Garderobenhaken verwendet werden können. www.wie-einfach.de Leuchte mit Köpfchen – Mr. Wattson von Piffany Copenhagen hat nahezu menschliche Züge. Die Tischleuchte aus robustem Eschenholz verfügt über verschiedene, variabel einstellbare Gliedmaßen sowie eine Leuchte als Kopf. Die Maße der 15,5 mal 27,6 Zentimeter großen Leuchte sind in der Höhe flexibel und reichen von 18 bis 40 Zentimeter. Erhältlich ist die pfiffige Tischlampe in den Farben: Weiß, Schwarz, Rot, Dunkelgrün, Hellgrün und Orange. www.coolinarium.de

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MEHR ALS EIN „WUNDERPULVER“ TOXAPREVENT ist der Renner im Gesundheitsmarkt: vorbeugend, vielseitig und natürlich.

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in Beauty-Insider-Tipp ist es für die einen, ein bewährtes Mittel zur Körperentgiftung für die anderen: Wer jetzt zum ersten Mal von TOXAPREVENT aus dem Hause Froximun hört, lernt es als Medizinprodukt zur Stärkung der Darmwandbarriere und inneren Reinigung kennen. Aufgrund seiner Vielseitigkeit wurde es in den Medien schon mehrfach als „Wunderpulver“ bezeichnet. Doch TOXAPREVENT ist alles andere als das: Es ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das aktuell der Renner auf dem OTC-Markt ist, also im frei verkäuflichen (Over The Counter) Arzneimittel-Handel. Kein Wunder, denn immer mehr Menschen haben im Zeitalter der industrialisierten Ernährungs- und Lebensweise mit all ihren gesundheitlichen Auswirkungen zu kämpfen. Hier setzt TOXAPREVENT an: Die natürliche Zusammensetzung der Präparate in Form von Kapseln oder Pulver-Sticks spielt eine große Rolle – sie gestattet die Körperentgiftung, ohne zu chemischen Zusatzstoffen greifen zu müssen. „Wir konnten sehen, dass sich die Einnahme von TOXAPREVENT extrem positiv auf den gesamten Organismus auswirkt“, sagt Thomas Görner, Gründer und Vorstandsvorsitzender der FROXIMUN AG.

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Der Grundstoff von TOXAPREVENT ist Klinoptiolith Zeolith, ein Natur-Mineral, das physikalisch als Ionentauscher wirkt und bestimmte Metall-Ionen wie zum Beispiel Blei, Cadmium, Aluminium, Quecksilber sowie auch Histamin bindet. Aus diesem Grund wurden Zeolith-Produkte vor allem im Rahmen sogenannter Entgiftungskuren eingesetzt. Als 2005 viele Zeolith-Produkte vom Markt genommen werden mussten, weil die qualitativ unberechenbaren Naturprodukte nicht die Anforderungen an ein Nahrungsergänzungsmittel erfüllen konnten, basierte TOXAPREVENT von Froximun schon längst auf dem Wirkstoff MANC. MANC ist die Abkürzung für modifiziertes, aktiviertes, natürliches Klinoptilolith. Es bietet dem Verbraucher durchgängige Funktionalität und Sicherheit bei der Anwendung. TOXAPREVENT ist daher – nach einem strengen Zulassungsverfahren zum Medizinprodukt – nach wie vor erhältlich. Denn in klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass die Einnahme von bestimmten Zeolith-Produkten die Darmwandbarriere stärkt, indem Reiz- und Schadstoffe im Verdauungstrakt gebunden und ausgeleitet werden. Das darmeigene Immunsystem wird gefördert und es gelangen weniger Reiz- oder Schadstoffe in den

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Stoffwechselkreislauf, was wiederum Leber und Nieren entlastet. TOXAPREVENT kann also im Darmtrakt einen Prozess anstoßen, den man im Volksmund als „Körperentgiftung“ bezeichnet – mit all seinen positiven Auswirkungen auf den Organismus.

„Trotz der Erfolgsgeschichte von TOXAPRE­ VENT – wir sind ein Familienunternehmen und bleiben bodenständig“, sagt Thomas Görner. „Es geht uns um Verantwortung gegenüber dem Standort, der Gesellschaft – und natürlich gegenüber jenen Menschen, die TOXAPREVENT benötigen.“ n » TOXAPREVENT ist in jeder Apotheke oder direkt bei froximun24.de erhältlich.


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HEIM AT IM PA R ADIES Das Jamaica Inn – ein ganz besonderes Hotel, das sich seinen Gästen mit unaufdringlicher Eleganz präsentiert. Und das meistens im Freien. Ob an der Rezeption oder im wirklich gemütlichen Wohnzimmer, das in Wahrheit ein großer, perfekt ausgestatteter Balkon ist. Eindrücke über einen Besuch – für TOP RUHR erzählt von Ina Steffen.

Die beiden Besitzer Eric und Peter Morrow führen das Hotel in der 3. Generation. Ihr Büro ist ebenfalls im Freien – auf der Terrasse. Dort begrüßen sie auch gerne ihre Gäste.

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Die Fahrt vom Flughafen Montego Bay zum Jamaica Inn in Ocho Rios dauert eineinhalb Stunden und führt uns durch eine unglaublich grüne Natur und bunte, kleine Städtchen. Links von uns immer wieder die Karibische See. Im Hotel angekommen werden wir freundlich begrüßt. Die Rezeption ist, wie fast alles hier, im Freien unter einer Überdachung. Eric, einer der beiden Hotelbesitzer, heißt uns mit einem Cocktail auf der Terrasse willkommen. Wir genießen von hier den Blick auf einen schönen Strand und das in U-Form angelegte koloniale Gebäude mit kleinen Balkonen. In der Abendsonne strahlen die Grüntöne des tropischen Gartens hier noch intensiver und die karibische Sonne verstärkt das ohnehin schon leuchtende Veilchenblau, in dem das ganze Hotel gehalten ist. Im Hintergrund immer die Brandung der Karibischen See. Ein guter Einstand, und ich fühle, wie der Reisestress von mir abfällt. Es sieht hier aus, als ob die Zeit stehen geblieben ist und man kann sich gut vorstellen, dass Marilyn Monroe und Arthur Miller hier gerne Urlaub gemacht haben. Links von uns liegt ein langgezogener, nur einstöckiger Bau. Dorthin, erfahre ich später, hat sich Winston Churchill gerne zurückgezogen,


Reise

JA M A IK A

Einen atemberaubenden Blick auf das türkisfarbene karibische Meer und den tropischen Garten genießen die Besucher im Jamaica Inn

um zu malen und um ungestört zu sein oder mit Ian Flemming so manche Nacht durchzufeiern. Ein freundlicher Page bringt uns zu unserem Zimmer. Es ist hell und charmant, im Kolonialstil gehalten. Ein weißes, großes Bett, wenige, dunkle Holzmöbel, an der Decke ein Ventilator (mehr Deko, denn es gibt auch eine gut funktionierende Klimaanlage), ein kleines Ankleidezimmer und ein hübsches Bad mit Holzwaschtisch und Keramikbecken plus Badewanne. Vom Schlafzimmer aus kann man die ganze Holzlamellentür zum Balkon hin komplett öffnen. Und der Balkon ist unser Wohnzimmer im Freien. Dort wieder dieses toll leuchtende Veilchenblau an den Wänden, ein gemütliches weißes Sofa, Tisch und zwei Stühle, ein Schreibtisch und ein Kühlschrank. Von hier genießen wir einen atemberaubenden Blick auf das türkisfarbene Meer und den tropischen Garten und ruhen uns erst einmal aus, bevor es zum Dinner geht. Unauff ällig huschen Angestellte herum, die Blätter auffegen, Kleidung hin- und hertragen oder Getränke und Dinner zu einem Zimmer zu bringen. Im Hintergrund die Geräusche der tropischen Vögel und Frösche. Am nächsten Morgen treffen wir uns mit

Peter Morrow, einem der beiden Brüder, die in 3. Generation das Jamaica Inn betreiben. 1948 kam sein Großvater als Geschäftsmann nach Jamaika und erkannte das Potenzial, das sich im Tourismus dort auftat. Zunächst eröffnete er in der Nachbarbucht ein Hotel. 1958 erbaute er das Jamaica Inn in Ocho Rios zusammen mit seinen beiden Söhnen Eric und Peter. Die übernahmen die Leitung des Hauses dann 1980. Hinter der Rezeption, auf der Terrasse, hat Peter sein „Büro“. Es besteht aus einem einzigen Stuhl und einem kleinen Ablagetisch. Von dort aus hat er alles im Blick und unter Kontrolle. „My one chair office“, erklärt er stolz. Ankommende Gäste werden sogleich erspäht und willkommen geheißen, Gäste, die vorbeischlendern nett begrüßt und nach ihrem Befinden befragt. „Home, away from home“ ist hier das Motto. Alles wirkt persönlich und familiär. Auch seine Angestellten grüßt der Chef nett. Das Personal ist freundlich und unaufdringlich und oft schon lange dabei. Wie Teddy, er arbeitet schon 36 Jahre hier. Er ist der Barkeeper am Strand und begrüßt uns fröhlich mit „Wie geht es Ihnen?“ „Kommen Sie aus Wetzlar oder Marburg? 12345679 10. Aaach so!“ Das ist alles, was er auf Deutsch kann.

Marilyn Monroe und Arthur Miller zählen zu den vielen Prominenten, die sich regelmäßig ins Gästebuch des Jamaica Inn eingetragen haben

Aber er bringt es so lustig und in einer Endlosschleife, dass ich lachen muss. Teddy ist ein echter Spaßvogel und wo er ist, ist immer gute Laune. Überhaupt sind alle 160 Mitarbeiter immer darum bemüht, es den Gästen in den 100 Zimmern des 5-Sterne-Hauses bequem zu machen. „Timeless grace and understated elegance“ ist das andere Erfolgskonzept dieses Hotels. Jamaika ist die einzige Insel der Karibik, die nicht dem rauen Wetter des Atlantiks ausgeliefert ist. Sie liegt inmitten in der Karibischen See. Darum herrscht hier ein mildes Klima und nur wenig

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Reise

Wellengang und Wind. Mildes Klima, sanfte Menschen, sagt man hier. Dieses freundliche Klima hat auch viele bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht, wie Bob Marley, Harry Belafonte oder Usain Bolt (achtfacher Goldmedaillengewinner im Sprint bei Olympia). Ich treffe Eric Morrow, den anderen Besitzer. Eric erzählt, dass die 4. Generation, nämlich seine beiden Töchter Olivia und Eloise in den Startlöchern stehen, um die Hotelleitung in naher Zukunft zu übernehmen. Olivia hat BWL und Touristik in Lausanne studiert und wird in diesem Frühjahr im „The Goring“, einem familiengeführten Hotel in London, in die „Lehre“ gehen. Die Familie hat eine enge Beziehung zur Schweiz. Im Berner Oberland gehörte ihnen vormals das Hotel „Grand Palace des Alpes“ in Mürren. Daher kommt Erics Faible für das Skifahren und zu Deutschen Autos. Er liebt Audi. Zu Hause in Colorado, einer sehr schneereichen Region der USA, fährt er einen A7 mit Allrad. Er gerät ein wenig ins Schwärmen über Mercedes, BMW und Audi. „Unsere Familie fährt nur Deutsche Autos.“ Wenn die Töchter das Hotel übernehmen, werden Eric und seine Frau Belinda endlich Zeit zum Skifahren in der Schweiz haben. Eric stellt uns Ela vor. Sie ist die rechte Hand der Hotelleitung. Ela zeigt uns die „White Suite“. Hier hat Winston Churchill

Winston Churchill war hier gerne Gast, wie auch diese „Celebrity guests“: Princess Margaret, Kate Moss, Alastair MacLean, T.S. Eliot, Katherine Hepburn, Errol Flynn, Jerry Rafferty, Kelly Rowland, Andrew Zimmern, Nicole Henry, Lilly Allen, Bob Marley, Marilyn Monroe & Arthur Miller, Princess Eugenie, Richard Branson, Kate Winslet

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oft gewohnt. Alles ist großzügig, stilvoll und trotzdem wohnlich. Offene Fenster und Terrassentüren geben den Blick frei auf einen schönen Pool und eine von tropischen Gewächsen umrahmte Terrasse. Man betritt den riesigen, kolonial eingerichteten Wohnraum, auf dem Boden alte Terrazzo-Fliesen. Links davon kommt man in ein großes Badezimmer, mit einer antik wirkenden, freistehenden Badewanne auf Löwenfüßen.


Reise

Jamaika liegt inmitten in der Karibischen See, mit ganz mildem Klima, nur wenig Wind und Wellengang

Von dort öffnet sich ein phänomenaler Blick auf das türkisfarbene Meer und die Bucht von Ocho Rios. Alte, dunkle Waschtische mit Marmorwaschbecken und schönen Empireleuchtern verstärken den Eindruck der alten, kolonialen Gediegenheit. Durch den Wohnraum betritt man die Terrasse und findet dort einen schmalen Weg entlang des Meeres. Er windet sich über etwa 50 Meter zu einer etwa 15 Quadratmeter großen

Aussichtsplattform am Ende der Bucht. Von hier hat man einen Allroundblick auf die gesamte Bucht und den Badestrand, an dem die anderen Gäste liegen. Gerne werden hier Candlelight-Dinner serviert oder Hochzeiten gefeiert. Auf dem Rückweg weist Ela uns auf den privaten Zugang zum Meer hin. Eine Treppe führt direkt zum Wasser. Hier, so sagt sie, gibt es wunderbare SchnorchelReviere. Ein wunderschönes Refugium

für Menschen, die abseits von allem Trubel einen ungestörten Urlaub verbringen möchten. Ela führt uns nach der Besichtigung der „White Suite“ zurück zum Hotel. Wir nehmen in der Bar Platz. Auch hier scheint sich kaum etwas verändert zu haben in den letzten 60 Jahren. Eine dunkle Holzbar mit witzigen Keramikfiguren auf den Regalen und allen Alkoholika, die man sich vorstellen kann. Im großen Barraum stehen bequeme Rattan-Möbel, Tische und ein großer Flügel, an dem abends ein Pianist spielt. Wir werden von Belinda Morrow, der Ehefrau von Eric, bereits erwartet. Sie begrüßt uns mit einem festen Händedruck. Schnell kommen wir ins Gespräch. Mit leuchtenden Augen berichtet sie von den vielen Umweltprojekten, die sie hier initiiert hat und finanziell unterstützt. Wie das Korallenaufzuchtprogramm, denn das Riff vor der Bucht ist durch die Klimaveränderungen und die Umweltverschmutzung stark gefährdet. Dabei ziehen die Fischer in der Bucht in gesperrten Zonen Korallen an langen Seilen auf. Ab einer gewissen Größe werden sie dann im Riff angesiedelt. In Kürze werden 700 Korallenbäumchen eingepflanzt. Dazu gibt es in den gesperrten Arealen auch einen sogenannten Fischkindergarten, denn auch der Fischbestand ist stark zurückgegangen. Um das Korallenriff zu erhalten, ist aber ein gesunder Fischbestand nötig. Denn die Fische grasen die Algen von den Korallen ab und tragen so zu deren Gesundheit bei. Denn eins ist klar, sagt Belinda: „Ohne die schützenden Korallenriffs verschwinden die lieblichen Strände in den Buchten und die Wellen können ungehindert und mit voller Kraft an Land donnern.“ Und ohne das Riff müssten die Fischer sehr weit rausfahren, um überhaupt einen Fang zu machen. So kommt es, dass Hotellerie und Fischereikooperative WRFA eng zusammenarbeiten. Ein großes Ereignis steht bei unserem Besuch bevor. Das Hotel hat eine eigene Aufzucht und Brutstation für Schildkröten und in den nächsten Tagen werden die Schildkröten aus ihren Eiern schlüpfen und zum Meer wandern. Leider müssen wir vorher abreisen. Schade, dass wir dieses Naturereignis nicht noch miterleben können. Ein Grund mehr, um einmal wiederzukommen.

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GOLF & GOURMETS GUTES GEMEINSAM GENIESSEN Text: Katrin Kroemer

Zwei Männer – und beide haben eine Leidenschaft. Für Thomas Ohnhaus ist es der Golfsport. Für Marco Zingone ist es die Kochkunst. Und weil für Thomas Ohnhaus, den Präsidenten des Golfclubs Mülheim, guter Sport und gutes Essen zusammengehören, hat er für seinen Golfclub den Koch aus Leidenschft gewonnen: Marco Zingone, Sieger bei „The Taste 2016“, der den Kochlöffel so sicher führt, wie die Experten auf dem Grün ihre Schläger. Der Präsident und der Koch – gemeinsam sind sie am Start, um den Golfclub Mülheim immer noch ein Stückchen besser zu machen. In Mülheim an der Ruhr ein Dream-Team: Der Präsident Thomas Ohnhaus und der Fernsehkoch Mario Zingone sind auf dem Grün und am Herd mit absoluter Leidenschaft für den Golfclub im Einsatz

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Ein perfekter Treffer – der ist Präsident Thomas Ohnhaus gelungen, als er die Gastronomie des Golfclubs Mülheim an der Ruhr durch die Verpflichtung von Marco Zingone aufgwertet hat

Ein Golfclub in einem Naturschutzgebiet – und das auch noch im Ruhrgebiet. Was fast unmöglich klingt, ist doch wahr: Der Golfclub Mülheim hat vor rund einem Viertel Jahrhundert eine traumhafte Anlage mit 27 Loch in die Landschaft gezaubert. Gepflegtes Grün soweit das Auge reicht, und das mitten im pulsierenden Herzen der Region: Zwei Minuten entfernt vom Breitscheider Kreuz, nahe am Düssel-

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dorfer Flughafen und nur zehn Minuten entfernt vom Duisburger Hauptbahnhof. „Perfekt“, lobt Präsident Thomas Ohnhaus diese Lage. Und als hauptberuflicher Logistik-Experte, weiß Ohnhaus durchaus, wovon er spricht. Die Lage und das Engagement seiner (Gründungs)-Mitglieder haben dem Golfclub Mülheim in seiner erst jungen Geschichte bereits beachtliche Erfolge

beschert. In den rund 25 Jahren seit dem Bau der Anlage ist die Mitgliederzahl auf über 1000 angewachsen. 14 Teams starten für den GC Mülheim in den unterschiedlichen Ligen. Spitze derzeit ist die 1. Damenmannschaft, die jetzt einen Platz in der 1. Bundesliga der Golferinnen erobert hat. Sie ist natürlich der besondere Stolz des jungen Clubs, und trägt von nun an in der Golf-Liga den Ruf der Stadt an der


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Die Damen spielen in der Deutschen Golf-Liga in der 1. Klasse mit: Nicol Elshoff, Alexandra Brock, Carmen Euchner, Kyra Anderle, Anna Bautista, Maybritt Streit, Annabelle Kendzierski, Kim Franken, Nina Birken und ihr Trainer Patrick Giesen

Ruhr in die ganze bundesdeutsche Golfszene. Dass Golf mehr als ein gepflegter Freizeitvertreib, sondern echter Sport ist, kennt der Präsident, der selbst auch noch immer als aktiver Spieler für die 1. Herrenmannschaft der Mülheimer in der Regionalliga aktiv ist, aus eigener Erfahrung. Sport, Wettkampfsport, war Golf für ihn eigentlich von Beginn an: So spielte er selbst schon

in jungen Jahren in der Westfalenauswahl mit. Zum Golfclub Mülheim kam Thomas Ohnhaus dann im Jahre 2003. Hier, das schätzt er an dem Club, gibt es nicht nur ein gutes sportliches Niveau, sondern auch einen „offenen, jungen und frischen Club, der sehr aktiv ist“. Die 14 Mannschaften stehen dafür – und alle Aktiven sind nicht „zugekauft“, sondern kommen durch die Bank aus den eigenen Reihen und sind in Mülheim in ihrem Sport groß geworden. Die Bedingungen, die der Club mit seiner Adresse „Am Golfclub 1“ bietet, sind nicht nur landschaftlich zauberhaft, sondern auch sportlich perfekt. Durch das Landschaftsschutzgebiet fließt der renaturierte Haubach, der ist schön und ökologisch wertvoll und obendrein auch noch ein wesentlicher Teil der Komplikation auf der Anlage. Und die bietet neben einem 18-Loch-Meisterschaftsplatz zusätzlich den 9-Loch-Kurzplatz. „Bei uns kann jeder zu jedem Zeitpunkt spielen, auch wenn hier Turniere laufen“, weiß Ohnhaus um einen der großen Vorteile für seine Mitglieder. Die genießen nun im wahrsten Sinne des Wortes ein weiteres Engagement ihres Präsidenten: Thomas Ohnhaus hat Marco

Zingone als neuen Betreiber des Restaurants im Golfclub Mülheim gewonnen. Gemeinsam mit seiner Frau Tatjana Sgobba sorgt der „Fernsehkoch“, der 2016 die SAT1-Show „The Taste“ als Sieger verließ, seit Februar dafür, dass zu dem hochklassigen Sport auf der exklusiven Anlage nun auch eine ebenso hochrangige wie exklusive Gastronomie mit erstklassigem Service gehört. Mit seiner Verpflichtung ist dem Präsidenten ein ganz besonderer Treffer gelungen – davon sind die Mitglieder des Golfclubs Mülheim an der Ruhr, wie er übrigens mit vollständigem Namen in die Vereinslisten der deutschen Golf-Liga eingetragen ist, überzeugt. Zingone und Golf, das passt zusammen wie Caddy und Grün. Die Familie des Star-Kochs spielt nicht nur selber Golf, Marco Zingone und sein Team haben auch im benachbarten Essener Etuf bereits ihre kulinarische Visitenkarte bei den Golfern abgegeben. Genau hier, schmunzelt Thomas Ohnhaus, hat er bei einer Feier zum ersten Mal Bekanntschaft mit Zingones Küche gemacht. Und als in Mülheim der Pächter kündigte, reifte die Idee, den Mann, der die ganze Welt des Geschmacks auf nur einem Löffel zelebrieren kann, für

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Das Auge isst mit – und Marco Zingone mangelt es nie an Ideen, die Köstlichkeiten aus seiner Küche auch noch als Augenschmaus zu zelebrieren. Gerne mit kleinen Hinguckern aus dem Golfsport. Hier gesellt sich zur halben gebratenen Languste mit verschiedenen Rettichsorten ein Kokosbällchen für die Golfer.

den eigenen Golfclub zu gewinnen. „Ja, das ist komplett mein Ding“, lächelt Ohnhaus und ist zufrieden, dass der Transfer vom Baldeneysee an den Haubach gelungen ist. Denn eines stand von Anfang an fest: Für Mülheim musste ein Nachfolger gewonnen werden, der Größe und Format bewältigen kann. „Über 1000 Mitglieder und namhafte nationale und internationale Turniere – das muss bestens bespielt werden“, formuliert der Präsident seine Ansprüche nicht nur an den Sport, sondern auch an die Gastronomie. Wie das funtioniert, bewies „der Neue“ dann auch schon gleich zu seinem Einstand im Februar: Mehr als 350 Gäste bewirtete Marco Zingone im Clubhaus so genial, dass ihm von Beginn an die Herzen zuflogen. Die „Löffelbande“, seine Koch-Kollegen aus der SAT1-Show, sorgte an dem Abend mit dafür, dass den Besuchern jeder Bissen buchstäblich auf der Zunge zerging. Eine Kostprobe, die nach Wiederholung ruft. Und die ist auch schon fest versprochen: Ein „Löffelabend“ zählt ganz sicher zu den geplanten Events. Hier wird gekocht, was (nicht nur) der Golfer gerne mag. Der leichte schnelle MittagsLunch vom Roastbeef mit Bratkartoffeln über Fischsuppe und Salatvariationen bis zu Speckpfannekuchen und Schwäbischen Maultaschen hat schon seinen festen FanClub gefunden. Ganz großer Fan der neuen Küche, die mit Zingone am Golfplatz Einzug gehalten hat, ist der Präsident persönlich: „Man merkt auf den toll angerichteten Tellern und auf der Zunge die Leidenschaft, mit der Zingone kocht.“ Seine Lieblingswahl

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ist immer das Überraschungs-Menü, eine individuelle Zusammenstellung abseits der Karte. „Das hat mich gleich beim ersten Mal echt umgehauen.“ Marco Zingone lächelt. Ja, dafür lässt er sich bei seinen Einkäufen immer besonders inspirieren. Ergattert frische Zutaten für Extras, die er neben dem normalen Angebot zu einer köstlichen Speisenfolge kreiert. Was das ist wird natürlich nicht im Detail verraten. Nur soviel: Es ist zumeist Pasta, dann Fisch, dann Fleisch und ein Dessert. Der Rest ist dem Angebot auf dem Markt und dem Anspruch einer echten Überraschung vorbehalten. Wer sich nicht gleich ein ganzes Menü gönnen möchte, schwelgt bei Marco Zingone je nach Vorlieben in diesen Verführungen von seiner Speisenkarte: Seezunge, Steinbutt oder große Langusten, Tomahawk Koteletts oder feinstes Rumpsteak aus Australien. Auch Geschmortes mögen die Golfer, zum Beispiel ein deftiges Ossobuco, serviert der Koch mit seinen italienischen Wurzeln unter dieser Rubrik gerne. Und natürlich beweist er auch hier genau die Kreativität, die ihn in der SAT1-Kochshow „The Taste“ am Ende auf das Siegertreppchen katapultierte. Er hat für Mülheim einen neuen Club-Burger entwickelt: Den Clubhaus Square Burger. Da werden die Patties selbstverständlich selber gemacht – und als Beweis für die exklusive Herstellung sind die Hackfleisch-Stücke eben nicht rund, sondern viereckig. Das Ganze bekommt mit einer eigenen Gewürzmischung besonderen Geschmack und wird medium gebraten und mit dicken Steakhouse-Pommes serviert. Wer es

lieber fleischlos mag, darf sich bei Marco Zingone auf den Veggie-Burger freuen: Viel gegrilltes Gemüse, Büffel-Mozzarella, Pesto und Ruccola kommen dabei begleitet von Süßkartoffelchips auf den Teller. Nicht nur mit neuen Ideen für die Karte – insgesamt haben Marco Zingone und Tatjana Sgobba, die seit Beginn ihrer

Drei neue Sorten bei Taste it!

Marco Zingone, der Gewinner der Kochshow "The Taste" 2016 bietet Köstliches aus seiner Küche unter einem eigenen Label an

„Taste it!“ heißt das Label, mit dem Marco Zingone den unvergleichlichen Geschmack seiner Kochkunst in Gläser bannt. So kommt der richtige Zingone-Taste auch in die heimische Küche. Zu den vier bisherigen Sorten Tomaten-Creme-Suppe, Trüffel-Creme-Sauce, Marcos CurrywurstSauce und Hummer-Duett, gibt es aktuell drei neue Zingone-Kreationen im Glas: Gorgonzolasoße, Senfsoße und eine Maiscremesuppe. Zu haben im Frischeparadies – in Essen und überall in Deutschland.


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Am südlichsten Rand von Mülheim, in Selbeck, ist der Golfclub nicht nur Treffpunkt für Liebhaber des Sports, sondern eine Oase der Ruhe inmitten eines Landschaftsschutzgebietes. Ein Ausflug lohnt sich hier immer - für einen entspannten Genuss in der Gastronomie von Marco Zingone.

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Karriere ein eingespieltes Team sind, ganz frischen Wind in die Gastronomie des Clubs gebracht. Mit den neuen Gastgebern hat auch ein ganz neuer Style ins Clubhaus Einzug gehalten, tolle Deko gehört dazu. Thomas Ohnhaus kann das nur loben: „Ein exzellenter Koch mit einer hochprofessionellen Frau an seiner Seite, die besten Service bietet.“ Für das alles steht der einladende Restaurantbereich mit 80 bis 120 Plätzen, dazu oberhalb die Galerie und eine wunderschöne Terrasse, direkt am Grün, am

Abschlag 1, den Mitgliedern des feinen Golfclubs und ihren Gästen offen. Um sie zu begeistern plant Marco Zingone mit seinem Team auch eine Reihe besonderer Events: Neben dem heiß erwarteten „Löffelabend“ in Erinnerung an „The Taste“ dürfen sich Freunde guter Küche auf andere Themenabende von Lobster über eine italienische Nacht bis zum klassischen Barbecue oder einem großen Sommerfest freuen. Außerdem stehen Kochkurse für Freunde, Pärchen oder auch Geschäftspartner auf dem Pro-

gramm. Ein Besuch zu einer entspannten Runde Golf, ein Abstecher zu einem gepflegten Abendmenü, ein privates Fest oder eine dienstliche Tagung: Im Golfclub Mülheim an der Ruhr ist all das auch noch in schönster Umgebung vereint. Möglich macht das ein Zweier-Gespann als Motor für den Erfolg. Thomas Ohnhaus, der Präsident, und Marco Zingone, der Meisterkoch. Eine Basis dafür: Das Vertrauen, dass Golf und Gourmetküche für eine gemeinsame Zukunft funktionieren.

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Christian Hofer: Head Pro des Golfclubs Mülheim an der Ruhr und Inhaber der Golfschule

Patrick Giesen ist Trainer und betreibt gemeinsam mit Christian Hofer auch den Pro Shop in Mülheim

DIE GOLF SCHULE Zu einem erstklassigen Golfclub gehören auch erstklassige Trainer. In Mülheim steht dafür Christian Hofer mit seiner Golfschule und dem Professional-Team Mülheim an der Ruhr. Von den allerersten Schritten auf der Driving Range für die kleinen Anfänger über die Begleitung der Mitglieder und Mannschaften bis zum Training für Golfprofis bietet der Head Pro hier alles an. Selbstverständlich immer auch unterstützt von besten technischen Möglichkeiten. Golfreisen im Winter runden das Angebot ab. So bringt auch Inhaber Christian Hofer für die Arbeit in Mülheim eine große Erfahrung mit: Seit 1995 ist er PGA-Trainer und hat als G1-Professional und mit der A-Lizenz die höchsten Stufen der Trainerausbildung erreicht. Seit 2003 ist Hofer auch Chef-Trainer des Golfclubs Mülheim. Ihm stehen zwei weitere Ausbilder mit der

Martin Voigt: Er führt Neueinsteiger am Golfclub Mülheim in Kursen auch bis zur Platzreife

B-Lizenz im Golfsport beim Einsatz für die Aktiven des Clubs aber vor allen Dingen auch bei der Nachwuchsgewinnung und Förderung zur Seite. Denn der Club ist ja ausgesprochen stolz darauf, die erfolgreichen Aktiven aus den eigenen Reihen gewinnen zu können. Patrick Giesen ist ein Beispiel dafür: Er selber absolvierte seine Ausbildung bei Christian Hofer und steht ihm jetzt mit seinem Know-how in der Golfschule zur Seite. Und das mit bestem Erfolg: Giesen führte die Damen-Mannschaft der Mülheimer selbstständig in die 1. Bundesliga und betreut sie dort. Dritter im Bunde ist Martin Voigt. Der bringt neben seiner B-Trainerlizenz auch noch die Qualifikationen Golfbetriebsmanager (IST) und Senior Golfmanagement (FH) mit. Wie das gesamte ProfessionalTeam bietet er Firmen- und Schnupperkurse an und führt obendrein Neueinsteiger zur Platzreife. Mit von der Partie auch Lino Capurro als „Azubi“ in der Golfschule, der auch schon die Trainer-C-Lizenz erworben hat. „Golf ist einfach ein ganz toller Sport und das wirklich für viele Menschen“, wirbt Christian Hofer dafür, sich dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball auf dem gepfleg-

Die Analyse im Videoraum liefert Erkenntnisse zu Haltung, Schwung und Abschlag

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Lino Capurro hat den Golfsport lieben gelernt und absolviert nun bei Christian Hofer seine Ausbildung

Alles für den Golfsport bieten Christian Hofer und Patrick Giesen im Pro Shop: Golfbekleidung, Schuhe und Taschen

ten Grün auch einmal selber zu nähern. Ein Schnupperkursus mit drei Stunden Unterricht auf der schönen Anlage in Mülheim-Selbeck ist dafür das perfekte Angebot. Und dabei absolut erschwinglich: Ganze 150 Euro kostet es, einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wie der Golfschläger richtig geschwungen wird. Schon für die Anfänger setzt Christian Hofer die beste Trainingstechnik ein: In der Videohalle zeichnen drei Highspeed-Kameras alle Bewegungen auf. Auf dem großen Monitor kann der Trainer dann bestens auf die Bewegungsabläufe eingehen und die richtigen Tipps zur Verbesserung geben. Das hilft nicht nur den Einsteigern, sondern wird auch gemeinsam mit dem Flight Scope, dem Radarmessegerät für Ballgeschwindigkeit und Flugweiten, beim Training der Aktiven und Sportler eingesetzt. Denn eines weiß der Chef-Trainer ganz genau: „Dieses Spiel kann man nie beherrschen – nur spielen. Es geht immer weiter, und wir brauchen auch viele Möglichkeiten um weiter zu lernen“. Dafür ist Christian Hofer mit seinem Professional-Team in Mülheim im Einsatz. Mit Know-how und mit der absoluten Leidenschaft für den eigenen Sport. Vom Schulkind bis zum Profi finden dort alle eine erstklassige Betreuung.


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Guten Tag – ich bin Susi, eine Dackeldame mit spanischen Wurzeln. Und ich kenne spannende Geschichten, die ich Ihnen gerne erzählen möchte.

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Guten Tag, ich darf anneh-

Ganz ehrlich: Einigen Men-

men, viele von Ihnen kennen

schen täte es wohl gut,

mich mittlerweile schon:

wenn sie mal eine ordentli-

Susi, Dackeldame mit spa-

che Hundeschule besuchten.

nischen Wurzeln. Nun schon

Wir Vierbeiner lernen da je-

lange sehr gemütlich zu Hau-

denfalls Manieren. Naja, ich

se in Deutschland bei der Fa-

bin ja „nur“ ein Dackel. Aber

milie von Stefan Pásztor und durch seine Firma XCORP

Das ist Stefan Pásztor, mein Herrchen. Er nimmt mich bei seiner Arbeit immer gerne mit in die Welt der Immobilien.

als solcher ganz Dame und weiß jedenfalls was sich ge-

auch viel in der Immobili-

hört. Und darum begleite ich

enwelt unterwegs. Und ich

auch mein Herrchen Stefan

muss Ihnen sagen: Das kommt mir manchmal

auf seinen Touren, um auf ihn aufzupassen und

fast spanisch vor, wie es da so zugeht. Mein

den Menschen bei Bedarf auch mal die Zähne

Herrchen Stefan kann ich nur bewundern, wie

zu zeigen. Ist ja im Grunde nicht die vornehme

der das immer alles managt. Vor allen Din-

Art und eigentlich reicht es auch schon, wenn

gen in diesem einen Fachgebiet. Das nennt er

er mich bei seinen Besuchen immer bei sich

Zwangsverwaltung. Da staunt der Hund und

hat. Was wir als starkes Team in der Zwangs-

der Dackel wundert sich, welche rauen Töne

verwaltung so erleben, erzähle ich Ihnen jetzt

dort an meine empfindsamen Ohren dringen.

im dritten Teil meiner Geschichten.

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Mein Herrchen hat einfach Stil: Wenn er mit mir in der Immobilienwelt unterwegs ist, trägt er nicht nur mich, sondern selbstverständlich auch Anzug und Krawatte. Das gehört sich einfach so.

Gestatten Sie mir erstmal, dass ich möglichen Laien erkläre, was Zwangsverwaltung bedeutet: Das ist, so habe ich es als Dackel verstanden, wenn ein Eigentümer seine Immobilie gar nicht mehr vernünftig bewirtschaften und instand halten kann und in der Regel die Darlehensraten bei der Bank nicht bezahlt hat, sodass die Bank ihr Geld zurückbekommen möchte. Dann wird vom Gericht ein Experte bestellt, der sich darum kümmern soll, dass alles richtig funktioniert und die Immobilie nicht völlig verrottet, damit sie dann einmal zu einem halbwegs vernünftigen Preis versteigert werden kann und während der Zeit der Zwangsverwaltung Überschüsse erwirtschaftet werden. So ein Experte ist mein Herrchen Stefan Pásztor. Der macht diesen Job schon echt lange und weiß da auch wirklich, was er tut. Er ist quasi ein Gerichtsvollzieher für Immobilien. Und natürlich helfe ich ihm dabei und schnüffele bei unseren Besuchen in so einer Immobilie erstmal gründlich herum. Damit geht es übrigens schon los: Herrchen Stefan besucht jedes Haus, das er auf diesem Wege anvertraut bekommt, natürlich selbst und macht sich höchstpersönlich ein Bild von den Bedingungen. Schließlich ist er ja dann auch dafür verantwortlich. Was wir dabei so alles sehen

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und entdecken, ist schon besonders. Da gehen wir in ein Essener Miethaus, das nun unter Stefans Zwangsverwaltung steht, und können nur staunen: Offenbar holt jemand von einem Kabel über der Gasleitung mit einer Kabeltrommel Strom direkt in seine Wohnung – denn da ist der Saft mangels Bezahlung schon abgedreht. Verrückt, das weiß ja sogar ich als Dackeldame: Wenn da mal die Funken fliegen, fliegt auch gleich das ganze Haus in die Luft. Da wäre es dann auch aus mit den Mietern in der 1. Etage: „Gold & Diamant“ steht auf einem Klingelschild. Herrchen staunt: Das ist ein Puff! Und direkt gegenüber wohnt eine Flüchtlingsfamilie mit ganz kleinen Kindern. Die lernen da auch nicht wirklich das Richtige für ihr Leben. Darüber, in der 2. Etage treffen wir ältere Herrschaften, die schon sehr lange hier zu Hause sind. Und auch gar nichts dafür können, dass der Vermieter jetzt wohl pleite ist und in dem Haus gar nichts mehr funktioniert. Dafür muss Herrchen nun sorgen: Alle bekommen wieder auf ganz ordentlichen Wegen Wasser und auch Gas zum Heizen. Dafür steht meinem Herrchen als Zwangsverwalter dann auch die Miete zu. Klingt toll, aber er muss ja auch alles bezahlen und übrigens haftet er selber mit seinem eigenen Geld für das ganze Objekt.

Darum regt es mich auch auf, wenn ich Sachen erschnüffle, mit denen Menschen mehr kaputt machen, als sie anderen nützen. Denn wie gesagt, mein Herrchen steht dann für alles gerade. Auch wenn er natürlich versichert ist, muss er sich immer erst durchbeißen. Wie bei dieser Geschichte mit dem echten Schloss im Ruhrgebiet. Sogar solche Bauten kommen mal zum Herrchen in die Zwangsverwaltung. Und da hat dann eine tropfende Wasserleitung echt einen richtig großen Schaden angerichtet: 78 000 Euro, erzählt Herrchen. Da reicht selbst meine blühende Fantasie nicht aus, um mir den großen Berg Hundeknochen vorzustellen, den wir dafür kaufen könnten. Aber es geht ja gar nicht um Hundeknochen, sondern um teure Sachen. Stellen Sie sich mal vor: Die Versicherung wollte das einfach nicht bezahlen. Da hat mein Herrchen dann mit dem Gericht gedroht. Und siehe da, plötzlich ging es. Aber nur weil Stefan Pásztor Experte ist und Erfahrung hat. Manch einzelner Hausbesitzer gerät durch so eine Situation schon einmal richtig in die Schieflage und geht pleite, Und dann muss wieder mein Herrchen ran. Das findet auch Stefan richtig traurig. So erleben wir die unterschiedlichsten Geschichten auf unseren Dienst-Touren von Essen über Bottrop bis nach Oberhausen. Von dreist bis traurig oder auch manchmal ein bisschen verrückt. Da klingelt Stefan an einer Tür, eine dick geschminkte Frau macht die Tür auf und sagt: „Schatz – ich krieg 150 Euro.“ „Nö. Ich krieg die Miete“, kontert er, und ich kann mir nur dank meiner guten Erziehung ein lautes Dackellachen nicht verkneifen. Aber das ist mir jedenfalls lieber, als wenn die Gestalten in den Häusern so finster sind, dass ich Stefan als Wachhund nicht mehr reiche und er sich einen Bodyguard mitnimmt. Wie auch immer: Mein Herrchen ist sich jedenfalls nicht zu fein, bei allen „seinen“ Objekten ganz persönlich vorbeizugehen und nach dem Rechten zu sehen. Das nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Denn er weiß genau: Alles vernünftig zu regeln braucht Zeit. Aber die macht sich buchstäblich bezahlt, wenn am Ende der Versteigerungserlös viel höher ist. Und der bemisst sich nicht nur in Hundekuchen. Eigentlich schade. Aber egal. Die Immobilienwelt ist einfach spannend. Und darum erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal gerne noch viel mehr. Bis dahin Eure Susi


Ab in den Süden!

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Ruhrrevier

Wunderbar. Wandelbar. Wir gestalten das Ruhrgebiet. Text: Katrin Kroemer | Foto: Ralf Schultheiß

Ja, er kann schwärmen von der Region, deren Wandel seine Auftrag ist. Und dabei ist seine Aufgabe wahrlich mehr als ein Spaziergang. Das Ruhrgebiet, einst pochendes Herz in der Ära von Kohle und Stahl, lernt im ganz neuen Takt zu schlagen. Dirk Opalka zählt dabei zu den entscheidenden Impulsgebern. Er ist der Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr. Dem Zusammenschluss von Unternehmen und Unternehmern, von Kirche und Gesellschaft, für die das Revier auch künftig eines sein und bleiben soll: einfach wunderbar. Dabei ist Dirk Opalka ebenso wie seine Mitstreiter auf allen Ebenen weit davon entfernt, Träumer oder Illusionist zu sein. Der Wandel des Ruhrgebiets braucht auch mehr Macher, die zwar keine Illusionen aber feste Ziele haben und sie konsequent verfolgen. Alfred Herrhausen, der Bankmanager, geboren in Essen, den die RAF ermordete, war einer davon, gehörte 1989 zu den Gründern des Initiativkreises Ruhr. Gemeinsam mit VEBA-Chef Rudolf von Benningsen-Foerder, Essens Kardinal Franz Hengsbach und dem IG BCE-Vorsitzenden Adolf Schmidt. Die Zusammensetzung dieses Gründungs-Quartetts ist quasi verfassungsgebend für den Initiativkreis Ruhr (IR) und beschreibt die Wurzeln in der Region, aus denen heute, fast 30 Jahre später, nun die gesellschaftliche Kraft für den Umbau gezogen wird. Dirk Opalka hat dabei eine ganz besondere Rolle: Er organisiert als Geschäftsführer der GmbH die Mittel, aus denen der Kreis Ideen für das neue Revier umsetzen kann.

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Die Ideen entwickeln sich auch immer mit den Moderatoren des Initiativkreises – den ehrenamtlichen Repräsentanten und Motoren des Wandels. Sie geben dem Verein Initiativkreis Ruhr mit seinen 89 persönlichen Mitgliedern ein Gesicht. Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG, und Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstands der National-Bank haben diese Rolle aktuell in der ihrer jeweils 2. Amtszeit inne. Vor ihnen trugen sich namhafte Männer wie Dr. Werner Müller (RAG), Dr. h. c. Ulrich Hartmann (EON), Duisburgs Hafen-Chef Erich Staake, Erich Schumann (WAZ-Gruppe) oder Dr. Henner Puppel (heute Essener Unternehmerverband) in diese Liste ein. Und sie alle, weiß Dirk Opalka, haben mit ihrer eigenen Handschrift die Geschichte des Initiativkreises Ruhr mitgeschrieben, haben ihn mit eigenen Impulsen geprägt. So ist auch das Portfolio im Laufe der Zeit immer breiter geworden, spiegelt die Entwicklung über die letzten drei Jahrzehnte. Das Projekt des Wandels ruht dabei heute auf drei Säulen: Wirtschaft. Bildung und Kultur. Die Initiativen aus allen Bereichen finden weltweite Beachtung: In der Kultur das Leitprojekt Klavierfestival Ruhr, das Pianisten von Weltruf für Auftritte in der Region gewinnt. In der Wirtschaft beispielhaft mit der Innovation City Bottrop. Dieses Projekt zur Gestaltung des Energiewandels von unten wird gerade auf weitere 20 Quartiere in den Städten des Ruhrgebiets übertragen. Ebenso erfolgreich soll der neue Strang werden: Die

Förderung von Start-ups, um die Wirtschaft in der Region auf Innovationskurs zu halten, neue Arbeitsfelder zu generieren und Menschen an die Ruhr zu holen. Großer Vorteil, sagt Dirk Opalka, der IR kann für die Gründer direkte Kontakte in die Vorstandsetagen der großen RevierUnternehmen knüpfen. Und das hilft so manchem Newcomer auch beim Start. Drittes Aktionsfeld ist die Bildung: von der International School Ruhr bis zur gezielten Talentförderung, die für die Region oft ungeahnte Schätze hebt. Auch dies soll dazu beitragen, den wachsenden Fachkräftebedarf der expandierenden Wirtschaft vor Ort zu decken. Damit der Wandel im Ruhrgebiet auch weiterhin funktioniert. Wie es die Aufgabe des Initiativkreises ist. Einstmals angelegt für einen Zeitraum von fünf Jahren, erinnert sich Dirk Opalka, dann sollte der Strukturwandel aus damaliger Sicht erledigt sein. Jetzt, im Jahr 2018, steht das Ende des Kohlebergbaus an und die Arbeit des IR ist mittlerweile auf die Ewigkeit angelegt. Immer fest verwurzelt in Anfängen trägt der Sitz des IR in Essen an der Brunnenstraße den Namen Alfred-HerrhausenHaus. Und mit ebenso so weitem Blick in die Zukunft. Nicht zuletzt durch das Engagement von Nachwuchs-Führungskräften aus der Region im Jungen Inititaivkreis Ruhr. Die haben eine ganz besondere Aktion ins Leben gerufen: Das Ruhrgebiet. de. Eine Webseite, auf der Fotos zeigen, was das Ruhrgebiet auch schon heute ist: Ganz einfach wunderbar.


Ruhrrevier

Dirk Opalka ist seit 2013 Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. Er sagt: „Der Verein ist der Motor des Wandels, die GmbH ist das Getriebe, das die PS auf die Straße bringt.“

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MÜCKE EIN NEUES BIER AUS DEM REVIER

profile erzielen. Es macht Spaß damit zu experimentieren“, schmunzelt Pfahl. Und das zum Zeitvertreib, als reines Hobby. Drei Jahre ist das nun her und mittlerweile ist aus der Bierlaune eine echte Craft Beer Marke geworden. Zuerst waren es Freunde und Bekannte, die das traditionelle und unfiltrierte Gebräu von Dennis Pfahl und Michael Kessseböhmer testeten und schätzen lernten. Dann kamen Gastronomen und Händler aus dem Umfeld der beiden Hobby-Brauer dazu. Sie überzeugten das Duo, ihr Bier auch zum Verkauf anzubieten. Damit war dann der Grundstein für die eigene Firma gelegt – bei zwei Männern aus dem Revier natürlich in Essen, an der Hölderlinstraße.

Zwei Männer aus Essen haben aus einem ganz besonderen Hobby eine Geschäftsidee gemacht – Craft Beer mit Ingwer und Himbeer „Standard-Biere sind doch fast langweilig. Da geht viel mehr!“ Eine Überzeugung, die zwei Männer aus Essen auch in die Tat umgesetzt haben. Das Ergebnis: „Mücke Craft Beer aus’m Revier“. Und das ganz spezielle Gebräu von Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer tritt nun seinen Siegeszug an. Nicht nur im Revier, sondern bis nach Nord- und Süddeutschland zieht das Gebräu mit der ganz individuellen Geschmacksrichtung schon seine Kreise. Benannt nach dem letzten Grubenpferd auf Zollverein trägt es damit auch gleich noch ein Stück Geschichte aus dem Revier ins Land. Eigentlich war es mehr eine Bierlaune, die die Nachbarn in der Hölderlinstraße auf die etwas verrückte Idee brachte, ein eigenes Bier zu brauen. „Einfach ein Bier, das anders ist“, erzählt Dennis Pfahl. Und so besorgten sich die beiden, von Hause aus Informatikkaufmann und Architekt, aus Spaß eine Heimbrauanlage, belegten einen Braukursus und probierten aus. „Allein mit den vier Grundzutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe kann man enorm viele und unterschiedliche Geschmacks-

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Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer haben ein neues Bier entwickelt und bringen es erfolgreich auf den Markt: Das Mücke Craft Beer, benannt nach dem letzten Grubenpferd auf Zollverein.


Charity

Ein eigener Name für das eigene Bier, ein Design für die Etiketten und auch die Suche nach einer Brauerei, die die Experimente aus der Hausbrauanlage in größere Mengen umsetzt, hielt Michael Kesseböhmer und Dennis Pfahl neben Architektur und Informatik dann auf Trab. Der Name sollte die Herkunft aus dem Revier symbolisieren: Die Wahl fiel auf „Mücke“, das alte Grubenpferd, das nun auch als Symbol die Etiketten der Flaschen ziert. Den Inhalt liefert eine Privatbrauerei aus Detmold. Im Angebot bei „Mücke Craft Beer aus’m Revier“ sind nun schon drei Sorten: Ingwer Pale Ale, ein Ingwerbier mit frischem Ingwer, oder Single Hop Comet mit dem Aromahopfen Comet, naturtrübes Bier,

das fruchtig und herb schmeckt. Und dazu gibt es nun auch noch die Himbeer Gose, ein Sauerbier. Alle guten Dinge sind drei? Längst wollen Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer nicht ruhen. „An unserer Testanlage, wo alles begann, stehen wir immer noch regelmäßig unseres Hobbys wegen und falls da mal wieder was Tolles bei rumkommt, wissen wir ja, wo wir in Detmold klopfen können“, sind sich der 35-jährige Pfahl und sein 48-jähriger Kompagnon einig. Zielgruppe ihres Biers: „Menschen jeden Alters, die Spaß an außergewöhnlichen Bieren haben und jenseits des klassischen Pils Bieres ihren geschmacklichen Horizont erweitern möchten“.

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GLÜCKAUF ZUKUNFT ZUM ENDE DES BERGBAUS Wenn in diesem Jahr die Steinkohleförderung in Deutschland ausläuft, endet damit mehr als ein bedeutender Industriezweig: Das Kapitel einer über 250 Jahre andauernden Geschichte, die insbesondere das Gesicht des Ruhrgebiets, das Selbstverständnis seiner Bewohner und die Entstehung seiner einmaligen Kunst- und Kulturlandschaft geprägt hat, schließt. Den Abschied von dieser Arbeiter-Tradition würdigt die Region mit großen Kunstprojekten. Unter dem Titel „Kunst & Kohle“ gibt es in 17 RuhrKunstMuseen in 13 Städten von Mai bis September zeitgleich ein großes städteübergreifendes Ausstellungsprojekt. Die von der Industrie geprägte Landschaft, die Beförderung der Kohle an die Erdoberfläche unter härtesten körperlichen Bedingungen, das Material Kohle an sich, der unprätentiöse und solidarische Menschenschlag, der Strukturwandel – all diese Facetten des Ruhrgebiets inspirieren und faszinieren Kunstschaffende seit jeher. Das zeigt auch ein Gemeinschaftsprojekt von Ruhrmuseum Essen und Bergbaumuseum Bochum. Von April bis November wird Kunst in Erinnerung an die Bergbauvergangenheit präsentiert – unter dem Motto „Glückauf Zukunft“.

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Museum Folkwang, Essen: Hermann Kätelhorn, Hochofen, Radierung, undatiert, Museum Folkwang, Jens Nober © Nachlass Hermann Kätelhorn Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Museum unter Tage (MuT): Miles Coolidge, Coal Seam, Bergwerk Prosper-Haniel 4, 2013, Josef Albers Museum Quadrat Bottrop © Miles Coolidge


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„Thematische Gruppenausstellungen wechseln sich mit Einzelpräsentationen ab“, verrät Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Initiator des gemeinsamen Ausstellungsprojekts der RuhrKunstMuseen, „Dabei werden alle künstlerischen Medien abgedeckt und es entsteht das wohl größte Projekt dieser Art zum Thema Kohle, das je in der Region zu sehen war.“ Schicht am Schacht ist im Ruhrgebiet endgültig, wenn Ende 2018 in Bottrop mit Prosper-Haniel die letzte Zeche des Ruhrgebiets schließt. So zeigt das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop künstlerisch-dokumentarische Fotografien der Industriearchitektur von Bernd und Hilla Becher, die längst zum kunsthistorischen Kanon gehören. Bernd und Hilla Becher bewahren mit ihren fotografischen Arbeiten ein Bild, das knapp 150 Jahre das bestimmende des Ruhrgebiets war: Zechen, Fördertürme, Hochöfen und Gasometer. Schwarz-Weiß, hart und sachlich sind ihre Aufnahmen, die dokumentarische und künstlerische Elemente vereinen. Gerade durch ihre systematischen Fotoprojekte zwischen wissenschaftlicher Dokumentation und Kunst haben die beiden Fotografen ein neues Genre geschaffen, das auf nachfolgende Künstlergenerationen gewirkt hat – die sogenannte Becher-Schule, deren nüchterne Ästhetik Weltgeltung erlangt hat. Laufzeit: 5. Mai bis 16. September.

Josef Albers Museum Quadrat Bottrop: Bernd und Hilla Becher, Fördertürme, 1965-96 © Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher, courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln, 2018

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Kunsthalle Recklinghausen: Ohne Titel, 2017, © Gert und Uwe Tobias/Alistair Overbruck/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gert & Uwe Tobias

Gegensatzpaare wie hell und dunkel, oben und unten sind zum Beispiel in der Kunsthalle Recklinghausen zentrale Themen. Hier wollen die Zwillingsbrüder Gert und Uwe Tobias ein „Gesamtkunstwerk“ realisieren, das den Ausstellungsbesucher geradezu körperlich in seinen Bann zieht. Ihre alle Räume durchdringenden Wandmalereien setzen die Räume miteinander in Beziehung und realisieren ihre Interpretation des Themas. Die Einbauten verändern die Räume entscheidend und lassen innen und außen, hell und dunkel erleben, zwei in ihrer sinnlichen Energetik unterschiedene „Welten“ also, die zuletzt aber doch eine bilden. Außer neuen Holzschnitten, Zeichnungen und Collagen gibt es Keramiken und Bronzen, ein Material, mit dem Gert & Uwe Tobias dort zum ersten Mal arbeiten. Laufzeit: 6. Mai bis 9. September.

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Lehmbruck Museum, Duisburg: David Hammons, Chasing the Blue Train, 1989-1991, S.M.A.K., Gent, © David Hammons

Unter dem Motto „Reichtum: Schwarz ist Gold“ steht der Beitrag des LehmbruckMuseums in Duisburg. Die Ausstellung setzt die Formel „Kohle bedeutet Reichtum“ auf einfache Weise in eine visuell erfahrbare Form um. Skulpturale Phänomene, wie das Anhäufen oder das Intensivieren von Dunkelheit, rekurrieren letztlich auf Seherfahrungen in Landschaften des Bergbaus, welche Kohlehalden und -gruben geprägt hatten. Neben dem Museum Lehmbruck (3. Mai bis 7. Oktober) zeigen auch das Museum DKM (4. Mai bis 16. September) und das MKM Museum Küppersmühle (8. Juni bis 28. Oktober) Ausstellungen zum Thema Kunst & Kohle.

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Im Kunstmuseum Gelsenkirchen verwandelt sich industrielles Erbe in raumgreifende Installationen. Bei dieser Ausstellung mit Werken von Alicja Kwade und Anderen werden zahlreiche Relikte des Bergbaus und der Stahlindustrie zu Kunst: Maschinenteile, Werkzeug bis hin zu Arbeitskleidung und Schuhen. Der Künstler und ehemalige Bergmann Werner Thiel nahm sich in der nahegelegten Zeche Consolidation dieser Artefakte an und widmete ihnen unter dem Titel „Ästhetik des Verfalls“ zahlreiche Fotografien und grafische Arbeiten. Laufzeit: 6. Mai bis 16. September.


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Kunstmuseum Gelsenkirchen: Alicja Kwade, Hypothetisches Gebilde, 2016, Courtesy the artist and KÖNIG GALERIE

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Emschertal-Museum Herne, Schloss Strünkede: Ibrahim Mahama auf der documenta Kassel 2017

Den Blick auf die dunklen Seiten des Bergbaus und die Folgen von Globalisierung und Ausbeutung der Arbeitskräfte lenken die Werke von Ibrahim Mahama im Emschertal-Museum Herne. Weil in der Städtischen Galerie noch Sanierungsarbeiten laufen, wird die Kohle-Ausstellung im gegenüberliegenden Schloss Strünkede zu sehen sein. Während der Ausstellung verwandelt sich die Schlossanlage dabei selbst in ein monumentales Kunstwerk. Der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama wird Teile des Gebäudes mit Kohlesäcken verhängen. Mit seinen Installationen aus grobem Jutestoff rückt er weltweite Warenströme und Produktionsbedingungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Gefertigt werden die Säcke in Asien, um darin in Ghana Kohle für den Export nach Amerika und Europa zu transportieren. Mahamas Werk verweist damit nicht zuletzt auf eine moralische Komponente. Günstige Kohle wird zugekauft, die oftmals unter schwierigen Bedingungen und ohne Rücksicht auf Mensch und Natur gefördert wird. Laufzeit: 5. Mai bis 9. September.

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Das Kunstmuseum Bochum rückt die Verbindung von Kunst, Religion und Bergbau in den Vordergrund, während Helga Griffiths im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr der Kohle ihren Duft entlockt. Helga Griffiths befasst sich in künstlerisch-wissenschaftlicher Sicht mit dem Thema Kohle. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist dabei zunächst nicht die Kohle selbst, sondern der Kohlenstoff. Je nach Druck und Verhältnismäßigkeit wird dieser zum Diamanten, dessen Strukturen


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Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr: Helga Griffiths, ‘18C Memory of an Evanescent Landscape, 2017 Projektidee © 2018, Volkmar Hoppe, Darmstadt 2017

Kunstmuseum Bochum: Andreas Golinski, Untitled (Excavation Dust), 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy Andreas Golinski

sie vergrößert in Form eines Videos aufzeigt. Zum anderen konstruiert sie einen Versuchsaufbau, mit dessen Hilfe eine Essenz aus Kohle gewonnen wird. Die wird in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Parfümeur veredelt und in einem besonderen Flakon im Museum auch als Duft zum Kauf angeboten. Laufzeit: 6. Mai bis 16. September. Im Kunstmuseum Bochum heißt es „Andreas Golinski – In den Tiefen der Erinnerung“. Dabei geht es um persönliche und kollektive

Rituale und Erfahrungen. Denn die Welt unter der Erde provoziert Ängste vor dem Unheimlichen, dem Unbekannten des Erdinneren, aber auch fantastische Visionen, wissenschaftlichen Forscherdrang und utopische Ideen. Golinski imaginiert den Einstieg in ein abstraktes Inneres, in dunkle Tiefe und Stille, lässt abruptes Verschwinden und langsames Wiedererscheinen von Licht und Klang und die Rückkehr erfahrbar werden. Laufzeit: 6. Mai bis 16. September.

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LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen: Dachma, Kleine Ode an den Kohlenpott, 2014 © Dachma

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„Erholungsanlage auf dem Zechengelände der RWE-Zeche Friedrich Ernestine“ Essen-Stoppenberg, 27. August 1958

Wie Comiczeichner das Thema der Kohle sehen, erfährt man in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen. Auch wenn das Thema Kohle kein zentrales im Bereich von Comic und Cartoon ist, haben die beteiligten Zeichnerinnen und Zeichner Geschichten um das „schwarze Gold“ gesponnen. Mal stehen Erinnerungen aus dem eigenen Leben oder mal das Sterben der Zechen und Hütten im Mittelpunkt. „Die Ducks im Ruhrgebiet“ halten sich unter Tage auf. Doch dass die Kohle auch weit jenseits des Ruhrgebietes eine Rolle spielen kann, zeigt Walter Moers zusammen mit Florian Biege. Als Special Guests bekommen „Kumpel Anton“, gezeichnet von Otto Berenbrock, und „Opa Hausen“ von Dirk Trachternach einen Auftritt. Laufzeit: 2. Mai bis 16. September.

„Wir freuen uns, dass sich die RuhrKunstMuseen so engagiert und in ihrer Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinweg mit einem sehr facettenreichen Ausstellungskonzept in unsere Initiative ‚Glückauf Zukunft!‘ zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus einbringen“, so Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, die das Projekt fördert. Außerdem zeigt das Ruhr Museum Essen im Rahmen dieser Initiative bis zum 2. September die Sonderausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“. Zu sehen sind rund 160 Fotografien von 60 Steinkohlenzechen und über 250 weitere, teilweise bislang unveröffentlichte, Fotografien zum Bergbau des Essener Industrie- und Dokumentarfotografen. Josef Stoffels gilt als einer der

Ausstellungsort Mischanlage der Kokerei Zollverein, © Stiftung Zollverein

bedeutendsten Fotografen und Dokumentaristen des Bergbaus im Ruhrgebiet. Vom 30. September 2018 bis 31. März 2019 sind Teile der Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum zu sehen. Außerdem kooperieren das Essener Ruhr Museum und das Deutsche BergbauMuseum Bochum erstmals für eine große Sonderausstellung: „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“. Die ist vom 27. April bis zum 11. November in der Kokerei auf Zollverein zu sehen. Gut ein Viertel der Exponate kommen dafür aus den Beständen des montan.dok.

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Prof. Franz Xaver

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, wie flinke Finger über die Tasten eines Pianos. Das Lächeln wird tiefer, prägt sich ein, wie die Melodie, die aus dem Piano perlt. Ganz offensichtlich kommt es direkt aus dem Herzen, wenn Prof. Franz Xaver Ohnesorg über seine große Aufgabe spricht: Das Klavier-Festival Ruhr. Seit 1996 als künstlerischer Leiter, seit 2005 mit der Gesamtverantwortung für das Welttreffen der Pianisten an der Ruhr. Ungezählte international renommierte Künstler, einst unbekannte Nachwuchstalente, deren Sterne auch dank seines Engagements bei diesem Festival nun am Piano-Himmel strahlen, und Virtuosen von echtem Weltruf haben hier auf seine Einladung ihre musikalische Visitenkarte abgegeben und damit die Menschen verzaubert. Denn ganz offenbar wohnt dieser Region an der Ruhr ein ganz besonderer Zauber inne, hat Ohnesorg in all den Jahren als Intendant des Events festgestellt: Das Publikum hier ist kunstsinnig und sachverständig. Weiß die großartigen Darbietungen hochrangiger Künstler zu schätzen. „Die Menschen lieben die Musik wirklich“, hat Ohnesorg in seinen Jahren im Dienste dieser Musik erfreut erfahren. Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, Vorstand der Stiftung Klavier-Festival Ruhr, Geschäftsführer der Klavier-Festival Ruhr Sponsoring und Service GmbH, viele Titel, viele Aufgaben, die Ohnesorg aufgetragen

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sind. Und dennoch nichts, was dem Mann wirklich Sorgen bereitet, da macht er seinem Namen einfach alle Ehre. Zu tief sitzt auch bei ihm die Leidenschaft für all das, was er von Essen aus für die Region leisten soll oder darf. Und so wird das Lächeln auf seinem Gesicht noch tiefer, wenn er von der großen Kraft der Musik spricht, nein schwärmt. Vor allem dann, wenn sie neben der ganz großen Kunst eine ganz eigene Wirkung entfaltet: Bei der Förderung von Kindern. Und das in den schwierigen Ecken dieser Region. „Aus dem Privileg, die besten Konzerte der Welt organisieren zu dürfen, folgt die Verpflichtung, anderen zu helfen“, formuliert Ohnesorg schlicht sein Credo. Und für ihn ist es spürbar deutlich mehr als eine Verpflichtung, sondern ein eigenes Herzensanliegen. Auch, weil es um die Kraft der Musik geht, die dort ihre Wirkung eben nicht verfehlt. „Unser Education-Programm hilft zum


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Beispiel bei der Integration, und das gelingt eben mit der universellen Sprache der Musik.“ Die erklingt zum Beispiel in Duisburg-Marxloh, baut dort Brücken für Kinder in eine Welt, die sie sonst nicht erschließen könnten. „Wir kümmern uns um Kinder, wo die Verbindung Prof. Franz Xaver Ohnesorg ist Intendant des Klavier-Festivals Ruhr. In diesem Jahr hat er die Spielzeit mit zur Musik von außen „Vive la France“ überschrieben. kommen muss“, umfasst der Intendant die Zielgruppe. Für die gibt es also die „Little er die kleinen Musikanten persönlich be- Gesamtpaket, das für ihn das Klavier-FesPiano School“ oder den Klaviergarten im sucht. Und das tut der Intendant regelmä- tival Ruhr ausmacht. Das geht nun vom nördlichen Ruhrgebiet, also in Bottrop, ßig, denn ihm ist die unmittelbare Nähe 19. April bis zum 13. Juli über die Bühnen Gladbeck oder Dorsten. Der Erfolg ist wichtig, auch zu den Eltern. Sie profitie- des Ruhrgebiets. Es ist ein Jubiläum – das spürbar, fühlbar, sichtbar. „Die Kinder ren von dem Angebot, wann immer ihre 30. Welttreffen der Pianisten an der Ruhr. erleben das als Offenbarung, entwickeln Kinder vorführen, was sie gelernt haben. Auch ein Grund, das Lächeln auf dem Geeinen Schönheitssinn auf diesem Weg“, Für ihn ist das gemeinsam mit der hohen sicht von Prof. Franz Xaver Ohnesorg noch hat Ohnesorg immer dann erfahren, wenn Kunst der Weltpianisten ein stimmiges zu vertiefen.

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Daniel Hope mit seiner berühmten Geige „Ex-Lipiński“ von 1742

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hans martz trifft DANIEL HOPE

Daniel Hope, international umjubelter Star-Geiger mit einer einzigartigen Karriere, Musikbotschafter, Kommunikationsgenie, leidenschaftlicher Musiker mit gesellschaftlichem Engagement, Suchender nach der eigenen Geschichte und ... „Artist in Residence“ an der Philharmonie Essen. Hans Martz, Vorsitzender des Freundeskreises Theater und Philharmonie Essen e.V., sprach mit ihm vor seinem Konzert „AIR“.

Daniel Hope und Hans Martz bei der Probe vor dem Konzert „AIR“ aus der Reihe: Alte Musik bei Kerzenschein

Daniel Hope, als Residenz-Künstler haben Sie kürzlich bei einer Probe gesagt, dass die Essener Philharmonie etwas Besonderes für Sie ist, warum? Ich liebe dieses Haus! Es ist ein fantastisches Zusammenspiel – hier passt einfach alles und deshalb fühle ich mich wie zu Hause. Die Essener können stolz sein auf dieses Haus, das einfach alles hat: Eine tolle Akustik, ein sehr kompetentes Team, ein musikbegeistertes Publikum und eine familiäre Atmosphäre, die es jedem Musiker leicht macht, sein Bestes zu geben. Außerdem haben Sie in Hein Mulders einen Intendanten, der auch mutig genug ist, Neues auszupro-

bieren – und das mit großem Erfolg, wie man an den Besucherzahlen sehen kann. Der Freundeskreis Theater und Philharmonie konnte Sie kürzlich bei der Probe zu Ihrem Programm „Musik bei Kerzenschein“ erleben und mit Ihnen sprechen. Wir waren überrascht, dass es dabei ausgesprochen locker zuging. Ist das immer so? Nein, das ist nicht immer so, aber mit diesen unglaublich guten Musikern zu spielen macht einfach Spaß. Jeder weiß, was er kann und wir verstehen uns sehr gut. Ich bin wahnsinnig glücklich darüber, dass ich mit „AIR“ diesen Streifzug durch dieses Barock-

Programm machen konnte. Und wenn man dann nach der Probe beim Konzert sieht, dass das Publikum begeistert ist, dann macht uns Musiker das einfach glücklich, denn wir spüren, dass wir die Herzen des Publikums erreicht haben. Ihr Mentor war kein geringerer als Yehudi Menuhin. Wie kam es überhaupt zu dieser interessanten Verbindung? Als ich ein halbes Jahr alt war, musste unsere Familie von Südafrika nach Europa auswandern. Mein Vater war damals Aktivist gegen die Apartheid. Zunächst ging es nach Paris, dann nach London. Wie es der Zufall will: Meine Mutter erhielt eine Anstellung als Sekretärin

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Daniel Hope auf den Dächern dieser Welt zu Hause

ausgerechnet beim berühmten Geiger Yehudi Menuhin, später wurde sie seine Managerin. Ich habe mit seinen Enkeln gespielt, bin aber auch schnell mit seiner Musik in Kontakt gekommen. Er übte einfach von Anfang an eine große Faszination auf mich aus. Hat Yehudi Menuhin Sie auch besonders geprägt – was hat er Ihnen besonderes mitgegeben? Ja, in der Tat – Yehudi hat mich geprägt, eigentlich bis heute. Er war und ist immer noch ein großes Vorbild für mich. Ich bewundere ihn auch heute noch für alles, was er gemacht hat: als Musiker natürlich, aber fast noch mehr als jemand, der verstanden hat, was Musik wirklich bedeutet. Von ihm habe ich gelernt, dass Musik Menschen helfen kann, Musik kann Trost spenden und Halt geben. Yehudi hat mir auch gezeigt, dass Künstler eine Verantwortung haben, die Menschen zu berühren und nicht nur schöne Konzerte zu geben. Sie haben zum 100. Gedenktag von Yehudi

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Menuhin das Album „My Tribute to Yehudi Menuhin“ veröffentlich und gesagt, „Die CD brütet seit seinem Tod in meinem Kopf“. War die CD also auch die Aufarbeitung des gemeinsamen Lebensweges oder eher eine Hommage an Menuhin? Ich würde sie eher als Hommage bezeichnen. Die Stücke, die ich für dieses Album ausgesucht habe, sollen vor allem die große Vielseitigkeit von Yehudi Menuhin zum Ausdruck bringen. Ich spiele Musik von Vivaldi und Mendelssohn, aber auch von Steve Reich, Hans Werner Henze und George Enescu. Und es gibt Stücke, die ich sehr viel mit ihm zusammengespielt habe, zum Beispiel die Duos von Béla Bartók. Ihre Familie wurde von den Nazis vertrieben. Was empfinden Sie, wenn Sie die Geschichte Ihrer Familie heute zurückverfolgen? Bis heute ist mir unbegreiflich, wie all dies mitten in Europa geschehen konnte. Aber wenn man sich meine Familie anschaut, wir hatten ja noch Glück im

Unglück. Meine Großeltern konnten noch rechtzeitig aus Berlin herauskommen. Es ist furchtbar, wie viele Familien Entwurzelung jedweder Art in Europa im vergangenen Jahrhundert erleben mussten. Aber was mich persönlich angeht – ich möchte keinen meiner Einflüsse, genetisch wie kulturell, missen. Diese Melange ist nur zustande gekommen, weil eben meine Großeltern nach Südafrika kommen mussten. Und heute darf ich Berlin wieder meine Heimat nennen und meine Wurzeln wiederentdecken. Sie sind ja in Südafrika geboren, haben in Paris und London gelebt und sind somit in England aufgewachsen – was hat Sie von Wien, wo Sie zuletzt gewohnt haben, nach Berlin gezogen? Meine Frau ist Berlinerin, daher lebe ich jetzt dort – und fühle mich sehr wohl. In einem Interview haben Sie vor einiger Zeit mal gesagt, dass Sie jemand sind, der gerne nach vorne schaut. Wenn Sie nach vorne schauen, wo sehen Sie sich dann in 10 Jahren? (denkt nach): Ich hoffe, dass ich weiter wunderbare Musikprojekte schaffen und spielen kann, zusammen mit den Künstlern, die ich mir wünsche. Es ist für mich der größte Luxus, dass ich seit vielen Jahren entscheiden kann, was ich mache und mit wem. Das ist ein großes Privileg. Ich möchte nur Musik machen mit Menschen, von denen ich das Gefühl habe, dass wir auf einer Wellenlänge sind – dann bin ich am Glücklichsten. „Ohne Geige wäre alles anders gekommen“, haben Sie einmal gesagt. Was könnten Sie sich denn als Beruf noch vorstellen? Nun – ich habe jetzt gerade zum ersten Mal als Filmregisseur gearbeitet und meinen ersten Kurzfilm bei ARTE über „Freiheit“ gedreht. Filme machen – das war immer ein Kindheitstraum von mir. Wenn ich nicht Musiker geworden wäre, das wäre etwas gewesen, was mich sehr gereizt hätte. Ich finde Bilder einfach faszinierend, wie man sie zusammensetzt, welche Vision man hat und welche Geschichte man damit erzählen kann. Sie sind ja sehr vielseitig: Gefragter Musiker, musikalischer Direktor des Züricher Kammerorchester, Buchautor und jetzt übernehmen Sie ab 2019 als „Artistic Director“ auch noch die künstlerische Leitung der Dresdner Frauenkirche. Warum


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gerade die Frauenkirche? Ist das noch einmal so ein besonderer Ort, der Sie inspiriert oder was reizt Sie daran? Ich war etwas überrascht, als die Stiftung Frauenkirche auf mich zugekommen ist – ich kannte diese Kirche, weil ich dort viel gespielt habe. Die Anfrage hat mich zunächst überwältigt, denn wenn man diesen wunderbaren Kirchenraum betritt, dann dauert es einen Moment, bis man versteht, wo man eigentlich ist: die Schönheit, aber auch das dahinterstehende Konzept, die Idee von Versöhnung. Und als wirklich überzeugter Europäer diese Chance zu bekommen, in Deutschland und an diesem besonderen Ort mit Musik ein Zeichen der Versöhnung setzen zu können, das war für mich sehr bewegend. Sie sind als Musiker auf der ganzen Welt unterwegs, leiten Orchester, schreiben Bücher, moderieren Musiksendungen, drehen Filme, nehmen CDs auf, sind Residenz-Künstler in Essen – wie schafft man ein solches Pensum? Das ist eine Frage der Disziplin und guter Organisation. Man braucht einen exzellenten Zeitplan und man muss seine Zeit managen. Das ist in jedem anspruchsvollen Beruf ähnlich. Und man braucht ein fantastisches Team, das einem diese Vision ermöglicht und die Zeit gibt, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Dazu gehören aber auch noch etliche Partner auf der ganzen Welt, meine Plattenfirma und mein Verlag, die mich großartig unterstützen. Und immer wieder: mein Team, das mit mir diese Mosaiksteine zusammenhält – nur so kann es funktionieren. Daniel Hope, Sie erleben viel Schönes durch die Musik, haben Sie trotzdem manchmal das Gefühl, im Leben etwas zu verpassen? Das Einzige, was ich vermisse, ist mehr Zeit mit meiner Familie zu haben. Unser Sohn ist jetzt 4 Jahre alt und ich versuche, nicht länger als eine Woche bis 10 Tage unterwegs zu sein. Glücklicherweise konnte meine Familie bisher sehr viel mit mir zusammen reisen, das ist ein großes Geschenk. Wenn unser Sohn in die Schule kommt, wird das sicher anders. Spielt das Thema „Musik“ eine große Rolle bei Ihnen zu Hause? Nein, nicht direkt, aber mein Sohn begleitet mich häufig in Konzerte. Er mag

aber nicht nur Klassik, er mag auch Jazz und Popmusik. Er ist also auf jeden Fall offen für Musik. Ob das mal sein Weg sein wird, kann man natürlich heute noch nicht sagen. Und er hat auch noch nicht gesagt, dass er Geige spielen will – und wenn er es sagen würde, dann würde ich erst mal versuchen, ihm ein anderes Instrument ans Herz zu legen. Sie haben vor einigen Wochen hier in Essen mit Kindern einen Kompositionswettbewerb durchgeführt. Das daraus entstandene Stück werden Sie im Rahmen des „Geigengipfels“ in der Philharmonie aufführen. Warum ist Ihnen die Arbeit mit Kindern besonders wichtig? Kinder sind besonders begeisterungsfähig und besonders offen für alle Arten von Musik, auch die klassische. Daher macht mir das Musizieren mit Kindern besonders viel Spaß. Leider nimmt die Musikvermittlung an unseren Schulen immer weniger Raum ein. Wir Musiker können nicht alle Versäumnisse ausgleichen. Aber ich sehe mich durchaus in der Verantwortung, der Entwicklung ein Stück weit entgegenzuwirken. Gibt es eine wichtige Entscheidung in Ihrem Leben, die Sie heute bereuen? Zum Glück noch keine. Mein Bauchgefühl hat mich bislang noch nicht betrogen, und ich kann auch mit Freude von mir sagen, dass ich von Menschen umgeben bin, die mir gute Berater sind. Erzählen Sie uns noch etwas über Ihre berühmte Geige – die „Ex-Lipinski“ aus der Werkstatt von Guarneri del Gesu´aus dem Jahre 1742“, die ja auch eine besondere Geschichte hat. Ja, das ist eine wunderbare Geschichte: Eine deutsche Familie, die ein Konzert von mir gehört hatte, rief mich an, sie würden gerne eine Investition machen und eine Geige kaufen, ob ich Interesse hätte, sie zu spielen. Das war die Guarneri del Gesù von 1742, die „Ex-Lipiński“. Lipiński war ein Rivale von Paganini, sie haben sogar Geigen-Duelle gemacht, Lipiński war sogar der Einzige, der Paganini in einem öffentlichen Duell geschlagen hat. Ich habe das Instrument ausprobiert und wusste sofort, das ist es! Es hat mein Spiel komplett verändert. Ich finde, ich darf die schönste Geige der Welt spielen. Sie haben mal gesagt: „Ich bin verliebt in Die vier Jahreszeiten“. Warum? Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ sind bril-

lant komponiert und nicht ohne Grund so populär. Ich liebe aber auch viele andere Werke. Allein in der Barockmusik gibt es sehr viel zu entdecken – Sie konnten es selbst kürzlich in meinem Konzert mit meinem „AIR“-Programm erleben. Mit welchem Programm werden wir Sie noch als Residenz-Künstler hier in der Philharmonie sehen und hören können? Zunächst freue ich mich natürlich auf das bereits angesprochene Konzert mit den jungen Geigenschülern am 13. Mai 2018. Das Konzert liegt mir besonders am Herzen, denn hier mache ich mit 100 jungen Musikern eine Reise durch „Die Welt der Violine“. Kurz darauf spiele ich gemeinsam mit den Essener Philharmonikern „mein“ Hollywood-Programm, unter anderem mit Korngolds fantastischem Violinkonzert. Und im Sommer darf ich meine Residency mit dem „Sommernachtstraum“ abschließen. Es wird ein sehr persönlicher, sicher auch emotionaler Abend, denn zum ersten Mal wird auch mein Vater mit dabei sein und selber lesen. Schade, dass die Residency hier in Essen dann schon wieder vorbei ist. Ich kann mich hier in jeder Hinsicht musikalisch austoben, dafür bin ich sehr dankbar.

Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V. Welcome to the Club! Sie lieben die Oper, das Ballett, das Schauspiel oder die Philharmonie? Wir auch! Sie finden, dass diese wunderbare Kulturlandschaft hier in Essen erhalten bleiben muss? Wir auch! Sie möchten kulturinteressierte Menschen treffen? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Zahlreiche Essener Unternehmen, Privatpersonen und wichtige Repräsentanten der Stadt Essen sind bereits Mitglieder des Kreises. Werden auch Sie Mitglied im Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V., damit das kulturelle Spitzenniveau des Aalto-Theaters, der Philharmonie und des Grillo-Theaters erhalten bleibt. Rufen Sie uns an unter Tel.: 0201 - 80 01 004 oder schreiben Sie eine E-Mail an: info@freundeskreis-tup.de

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Ennatz Er hat die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Kapitän zur Europameisterschaft geführt, schoss den MSV Duisburg ins DFB-Pokal-Finale, kickte für den FC Schalke 04, war immer dann Torschützenkönig, wenn es gegen den großen FC Bayern München ging und stand schließlich auch noch als Nachwuchstrainer in Diensten des VfL Bochum. In diesem Jahr wird Bernard Dietz 70. Und bis heute ist er für alle eingefleischten MSV-Fans noch immer „unser Hero“. Ein Held, der seinen Zebras die Treue gehalten hat, als gefeierter Nationalspieler, auch im fast dauernden 1.-Liga-Abstiegskampf. Jetzt sitzt er bei den Duisburgern im Vorstand und möchte das Team wieder zu besseren Zeiten führen: Nach dem gerade geschafften Aufstieg in die 2. Liga ist der Durchmarsch nach ganz oben sogar möglich. „Das wär sensationell“, schmunzelt Dietz. Auch ein tolles Geschenk zum runden Geburtstag. Dabei ist der Mann, der mit dem Fußball um die ganze Welt gekommen ist, für sich selber absolut bescheiden. „Ich bin ein häuslicher Mensch, arbeite gerne im Garten und mag die Natur“, sagt Bernard Dietz. War er mit den Fußballern in Afrika und Argentinien, in Brasilien und Uruguay unterwegs, fährt er privat immer schon gerne mit der Familie an die Nordsee oder freut sich über eine Mosel-Tour mit den Traditionsspielern des MSV. Überhaupt hat der Mann

aus Bockum-Hövel seine Bodenständigkeit bewahrt und die Wurzeln seiner dann so großen Karriere nie vergessen. Bernard oder „Ennatz“, wie er seit der Jugend gerufen wird, wächst als jüngstes von neun Kindern seiner Eltern in der Normalität einer kleinen Bergarbeiterstadt auf. Erst mit 10 Jahren dürfen die Kids damals in einen Fußballverein eintreten, Ennatz kommt zum SV Bockum-Hövel. „Zu den blau-gelben, da war schon mein Onkel“, erinnert er sich. Nach der Schule steigt er mit 13 Jahren in die Lehre zum SchmiedSchlosser ein, schließt die ab, Fußball spielt er nur nebenbei. Bis er schließlich in der Saison 1969/70 für die 1. Mannschaft in der Landesliga auflaufen darf – nebenberuflich, versteht sich. Und da macht Dietz plötzlich die ganz großen Clubs auf sich aufmerksam: Er schießt in den ersten zehn Spielen 90 Tore. Der 1. FC Köln klopft an und der MSV Duisburg bittet zum Probetraining. Gar kein so einfaches Unterfangen damals, Ennatz musste erstmal jemanden finden, der ihn dorthin kutschierte. Am Ende schlägt er beim Meidericher SV ein, seine Profi-Laufbahn beginnt. „Erst schleppend“, lächelt er heute, doch schon im 2. Jahr steht er als Stammspieler auf dem Platz, tritt gegen die „ganz Großen“ an, wie Beckenbauer. Auf dem Rasen findet Bernard Dietz seinen Platz als linker Verteidiger, mit bestem Erfolg. Und nachdem er 1974 bei der WM noch als Zuschauer am Schirm mitfiebert, bekommt er schon drei Monate später die Einladung zur Nationalmannschaft. In Frankfurt wird er von den Weltmeistern um Beckerbauer,

Die Duisburger Zebras spielten in der Saison 1970/71 schon mit Bernard Dietz (vorne, 2. v. l.) als Stammspieler

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Müller oder Hoeneß bestens aufgenommen. „Das muss man sich mal vorstellen: Der kleine Junge aus Bockum-Hövel spielt mit denen“, sagt er noch heute fast ein bisschen kopfschüttelnd. Bodenständig eben. Im deutschen Trikot wird der Junge aus Bockum-Hövel 1976 Vize-Europameister, spielt 1978 bei der WM in Argentinien mit und führt schlussendlich 1980 das Team in Italien zur Europameisterschaft. Was ihm in der Nationalmannschaft nicht gelingt, zeichnet ihn bei den Clubspielen mit seinen Duisburgern aus: Ennatz ist als linker Verteidiger erfolgreicher Torschütze. 77-mal trifft er in seiner Karriere und hält damit bis heute den Rekord unter den Abwehrspielern. Sein Lieblingstor: „1975 im Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund.“ Dietz schießt in der Verlängerung zum 2:1 ein – „mit Wadenkrämpfen“. Die Schmerzen sind egal, der MSV steht im Finale. Und dann sind da noch die vier (!) Tore, die der Abwehrmann 1977 erzielt, ausgerechnet gegen Karl-Heinz Rummenigge und den FC Bayern. Da siegt der MSV zu Hause 6:3. Highlights für Duisburg in den vielen Jahren im Kampf gegen den Abstieg, der dann 1982 trotz allem besiegelt ist. Nach 19 Jahren am Stück in der ersten Liga, zwölf davon mit Bernard Dietz. Und die Zebras verkaufen Ennatz an den FC Schalke, fünf Jahre spielt er in Gelsenkirchen, dankt erst 1987 mit 39 ab. Auch im Parkstadion trägt er sich mit einem denkwürdigen Tor in die Annalen ein. Wieder gegen den FC Bayern, erzielt das 5:5 im Pokal-Halbfinale, das dann 6:6 endet und der Finaleinzug erst im Rückspiel vergeben wird. Heute ist sein Schwiegersohn Michael Mitglied im Münchner Club – und dennoch im Hause Dietz in Walstedde gerne gesehen. Da ist ohnehin immer was los, wenn die Familie zusammenkommt. Tochter Nicole mit dem „Bayern“-Ehemann und zwei Jungens und Sohn Christian mit seiner Frau und drei Kids. Mit Christian zusammen führt Bernard Dietz auch eine eigene Fußballschule, damit der Nachwuchs weiter gefördert wird. Für eine gute Zukunft. Und Erinnerungen an eine spannende Vergangenheit auf dem grünen Rasen pflegt er mit der MSV-Traditionsmannschaft. Jeden 1. Mittwoch im Monat im Clubhaus an der Westender Straße. Und bald ist der Junge aus Bockum-Hövel, der es mit dem runden Leder soweit gebracht hat, auch noch ein Film-Star. „Ennatz – der Film“ kommt bald in die Kinos.


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Seinen 70. Geburtstag feiert Bernard „Ennatz“ Dietz am 22. März. Und immer noch ist er für den MSV Duisburg im Einsatz. Nicht mehr mit dem Ball am Fuß, aber im Vorstand. Und er hofft, die Zebras bald wieder in der 1. Liga zu sehen.

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BIRTE GLANG kolumne

Zwischen Hollywood und Halde

Mich transformieren können – das wäre die Zauberkraft, die mir mein Leben definitiv vereinfachen würde. Heute Ruhrgebiet, morgen Berlin, übermorgen Los Angeles. Mit Kind im Gepäck ist das eine ganz neue Herausforderung. Da ist ziemlich viel Flexibilität gefragt. Wie sonst wird man allen Aufgaben als Mutter, Ehefrau und Schauspielerin gerecht? Gerade erst im gemütlichen Jogger den kleinen Mann spazieren gefahren, eine Stunde später aufgebrezelt zum wichtigen Casting in Hollywood und abends Rendezvous mit dem eigenen Mann! Aber: Geht nicht, gibt‘s nicht. Gelassenheit, Geduld und Teamwork helfen da gewaltig. Ein Leben zwischen Windeln, Wünschen und langen Wegen.

Das Jahr fing schon gut an: Ich bekam einen Anruf vom Bürgeramt, dass der deutsche Reisepass für unser Baby Cooper auf dem Weg nach Los Angeles sei. Ich könne ihn dort beim Konsulat abholen. Voraussetzung: Ich sollte Cooper zur Abholung mitbringen. Wie bitte? Ich befand mich doch seit November in OerErkenschwick im Ruhrgebiet – und somit abseits vom Hollywood-Trubel! Und wie sollte ich jetzt mit Cooper bitte ohne Pass in die USA einreisen? Mr. Trump hin oder her, in diesem Moment war ich ziemlich glücklich, dass unser kleiner

Cooper übt sich im Billard in West Hollywood

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Racker als gebürtiger Amerikaner auch den amerikanischen Pass besitzt. Somit war die Einreise gesichert. Nach einer wunderbaren Zeit im kalten Deutschland mit ausgedehnten Spaziergängen durch die Winterlandschaft musste es im Januar aber auch mal wieder zurück an die Schippe gehen. Mein Mann tourte durch Asien, ich behütete Cooper tagsüber und abends bereitete ich den ersten anstehenden Dreh nach der Schwangerschaft vor. Ausgerechnet eine Schwangere sollte ich spielen – wenn das mal kein sogenanntes Type-

Casting ist! TLC Deutschland produziert die neue Mystery-Crime-Serie „Die andere Seite“. Ich spiele die Hauptrolle in einer der vier Folgen. Mystery Crime made in Germany – das ist schon etwas ungewöhnlich und viele meiner Kollegen stehen dieser Kombination auch eher skeptisch gegenüber. Ich bin also sehr gespannt, wie die Serie beim Publikum ankommen wird. Und Cooper? Der kleine Mann musste natürlich mit. Ich als Neu-Mama hatte das Gefühl, ich könnte ihn auf keinen Fall eine Woche ohne meine Aufsicht lassen. Und so packte ich das Auto voll: Von

Zwischenstopp nach dem Casting in Beverly Hills

Badewanne über Babyschlafsack, einer XXL-Packung Windeln und einem Koffer voller Strampler und Bodys – so wie beim Auszug aus Ägypten – hatte ich dabei. Doch für mich selbst vergaß ich fast alles, einschließlich der Zahnbürste. Gut, dass es auch Drogerie-Märkte in Köln gibt! Um Kleidung musste ich mir ja keine Sorgen machen: Täglich bekam ich einen falschen SchwangerschaftsSilikonbauch umgeschnallt und ein passendes Kostüm drübergestülpt. Ach ja, meinen Mann habe ich kurzerhand auch noch mit eingepackt! Zu allem Überfluss musste er dann doch


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rein gar nichts schief gehen. Tägliche Spaziergänge auf der Halde „Ewald Fortsetzung“ in Oer-Erkenschwick gehören da natürlich auch dazu. Aber schon musste es auch weitergehen: Die Berlinale, das größte deutsche Filmfest, stand vor der Tür. Eigentlich wollte ich diese Veranstaltung für mich dieses Jahr absagen, doch solche Events sind irgendwie Pflichtprogramm im Leben einer Schauspielerin. Und wieder packte ich den Wagen voll, denn – nein – ich hatte natürlich nicht aus der letzten Reise gelernt, und wir fuhren mit Kind und Kegel nach Berlin. Gut, dass mein Mann

Grüße aus der Stadt der Engel – Los Angeles

weiter nach Berlin und einen Song produzieren. Nach einem Tag mit Cooper am Filmset haben wir irgendwie doch noch schnell eine Babysitterin aufgetrieben – das machte es einfacher, aber ich war natürlich weiterhin völlig besorgt, dass auch wirklich alles klappt. Im Endeffekt war alle Aufregung umsonst, alles lief prima, ich konnte mich in Ruhe auf den Dreh konzentrieren und morgens früh von 6 bis 7 Uhr noch etwas Zeit mit Cooper verbringen. Den ganzen Hausstand hätte ich auch besser zu Hause lassen können. Von Köln ging es wieder zurück ins Ruhrgebiet, wo ich einige Tage im Tonstudio die deutsche Stimme für mein MOVE-ITMAMA-Fitnessprogramm, das jetzt im Sommer 2018 auf den Markt kommt, aufnehmen musste. Und Cooper? Der bekam „pädagogisch wertvolle“ Aufmerksamkeit von seinen Großeltern – beides pensionierte Lehrer, na, da kann doch

Kurzes Workout: Stretch&Smile!

Kleine Kaffee-Pause in Recklinghausen!

und ich so ein tolles Team sind! Während er und Cooper echte Männerabende verbrachten, ließ ich mich auf diversen Premieren blicken. Böse Zungen könnten jetzt natürlich bemängeln, dass man so viele Reisen einem kleinen Baby nicht zumuten sollte. Naja, Cooper kann sich tatsächlich nicht beschweren, zu wenig von der Welt zu sehen in so jungen Jahren, aber da er viel lacht und ausgeglichen zu sein scheint, behaupte ich jetzt mal, dass es ihm gut geht. Happy Mother, happy Child. Und umgekehrt. Darum geht es doch. Und kurz darauf saßen wir drei dann auch schon im Flieger nach Los Angeles. Dort stand ein Casting für die Hauptrolle in einer neuen Amazon-Prime-Serie auf meinem Programm. Ob ich den Job bekomme, weiß ich noch nicht, aber dank Cooper und Familie gibt es Erstrebenswerteres im Leben als nur Erfolg und Showbiz. Einen Spaziergang auf der Halde zum Beispiel. Bis bald, Eure Birte

Zurück auf dem Red Carpet mit 70s Swag- Berlinale 2018

Birte Glang – Schauspielerin, Model, Juristin. Aufgewachsen im Kreis Recklinghausen, nun Pendlerin zwischen Berlin, Los Angeles und dem Ruhrgebiet. 2010 wurde sie mit ihrer Rolle in „Unter Uns“ (RTL) bekannt. Seitdem ist sie regelmäßig in Serien wie Alarm für Cobra 11, SoKo, Letzte Spur Berlin und internationalen Produktionen zu sehen. 2017 stand sie außerdem für das #MoveItMAMA Fitnessprogramm für Schwangere und Rückbildung als Trainerin vor und Produzentin hinter der Kamera.

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WIR GEHEN

Bei der Mode für diesen Frühling und Sommer geht wirklich das Herz über, meinen die Pfeffers. Ihr Outfit aus dem Fashion Store an der Rü: Melanie trägt einen Leinen-Pullover von Better Rich in Silber mit Metallic-Effekt, über einem Top von Zimt & Zucker, eine Hose von Closed im destroyed Look mit Gürtel von b.belt und passende Sneaker von Colmar. Thilo fühlt sich wohl in blauen Jeans von Jacob Cohen, dazu ein Longsleeve in Dunkelblau von Closed unter dem Struktur-Sakko von Duffle & Rums. Die Sneaker dazu von Golden Goose.

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ZU PFEFFERS AUF DER RÜ

Unter Mode-Fans ist es schon ein geflügeltes Wort: „Komm, wir gehen mal zu den Pfeffers auf der Rü!“ Denn hier halten Melanie und Thilo Pfeffer in ihrem modernen hellen Laden an der Rüttenscheider Straße 261 nicht nur tolle edle Mode für die Dame und den Herrn bereit, sondern empfangen ihre Gäste auch immer gerne einfach auf einen Kaffee und ein Schwätzchen. Dabei verwöhnen wunderbar frische Farben in der Damen-Abteilung in dieser Saison das Auge und für die Herren gibt es ebenso schlichte Klassiker wie flotte

Casuals in angesagten neuen Farben. Und natürlich ist Stöbern bei Pfeffers immer erlaubt und erwünscht. Im „multibrand store für men & women“ gibt es für jeden Geschmack und Geldbeutel das Richtige. Von American Vintage über Closed und CP Company, von 7 for all mankind und Parajumpers bis zu Jacob Cohen und Colmar hat der Fashion Store immer die richtige Auswahl. Sneaker von Golden Goose runden den perfekten Auftritt ab. Für die typgerechte geschmackvolle Zusammenstellung sorgen die Pfeffers bei

jedem einzelnen Gast gerne mit ihrer individuellen Beratung. Und die ist auch gar nicht an die klassischen Geschäftszeiten gebunden: „Komm, wir gehen zu Pfeffers“ ist für Vielbeschäftigte praktisch immer möglich. Nach Absprache steht der Store den Kunden zu jeder Zeit für den ganz persönlichen Einkauf mit professioneller Begleitung durch die beiden Inhaber zur Verfügung. Denn die lieben einfach ihr Metier und schöne Kleidung – und das möchten die Pfeffers auch jederzeit an ihre Gäste weitegeben.

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Mode

Ein Outfit zum Strahlen: Stefanie Bula präsentiert sich stolz in dunkelroter Seide. Den Jumpsuite hat ihr die Essener Modewerkstatt buchstäblich auf den Leib geschneidert.

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PERFEKT F Ü R

M I C H

G E M A C H T

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes „Maßarbeit“: Uschi Herting geht persönlich mit dem Zentimetermaß an die Arbeit ...

„Das ist ja wirklich genau mein Ding!“ Steffi strahlt beim Blick in den Spiegel. Kein Wunder: Zauberhafte dunkelrote Seide umspielt perfekt die schlanke große Gestalt der 30-Jährigen. Die kräftige Farbe lässt den Teint unter den langen dunklen Haaren förmlich leuchten. Es ist der Traum-Dress für die 30-Jährige und aus ihrer Sicht viel besser als einfach nur ein Kleid: Ein maßgeschneiderter Jumpsuite als individuelles und exklusives Outfit für den Auftritt als Trauzeugin bei einer Hochzeit. Wahr gemacht hat diesen ganz persönlich zugeschnittenen Modetraum die Modewerkstatt von Uschi Herting und Sabine Polomski in Essen.

Mode

Steffi heißt eigentlich mit ganzem Namen Stefanie Bula. „Bula wie Hallo auf den Fidschi-Inseln“, lacht sie fröhlich, noch ganz berauscht vom eigenen Spiegelbild mit dem faszinierenden Dress. Steffi ist der Weg aus ihrer Heimatstadt Bochum in die Rembrandtstraße nach Essen nicht zu weit, wenn sie etwas ganz Besonderes für ihren persönlichen Kleiderschrank sucht. Hier in der kleinen, von außen fast unsichtbaren Modewerkstatt, findet sie Rat für ihre schlanke hochgestreckte Figur mit den förmlich endlos langen Beinen. Da passt nicht so leicht etwas von der Stange, aber das Team aus Uschi Herting und Sabine Polomski schneidert ihr auf

den Leib, was passt und gefällt. Keine Frage also – als der besondere Termin bei der Hochzeit im Freundeskreis ansteht, sucht Stefanie Bula den Rat und die Dienste der beiden Mode-Expertinnen für ihren persönlich-perfekten Auftritt. Schnell erspürt Uschi Herting, dass es etwas Ausgefalleneres sein darf als ein Kleid. Der einteilige Anzug erweist sich als die richtige Idee. In der Schneiderei, dem ganz eigenen Reich von Sabine Polomski, schwelgt Steffi förmlich in Wolken von roter Seide. Die bekommt den Zuschlag für das Oberteil, die Hose dagegen soll aus hochwertigem Jersey entstehen – einfach wegen der Bequemlichkeit. Und schon sind die „Zutaten“ für den Traum-Dress ausgewählt. Genau messen gehört noch dazu, Feinarbeit für Uschi Herting, zu der ebenso Sorgfalt wie viel

... bevor die ersten Stoffe zur Auswahl präsentiert werden

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Mode

Die beiden Inhaberinnen der Modewerkstatt Uschi Herting und Sabine Polomski (M.) zeigen Steffi den Zuschnitt

Der neue Dress ist schon fast fertig. Damit am Ende wirklich alles perfekt sitzt, passt Uschi Herting bei Stefanie Bula noch einmal die letzten Details an.

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Gespür aus ihrer großen Erfahrung gehört. Und dann muss Steffi sich erst einmal verabschieden und bis zur 1. Anprobe gedulden. Die Spannung steigt: Wie wird er wohl aussehen, der erhoffte Traum in Rot? Und schon beim Anblick des „Rohlings“ leuchten Steffis Augen, es ist einfach so schön geworden. Das wird noch deutlicher, als die 30-Jährige vorsichtig in das Kunstwerk aus Stoff schlüpft. Es ist schon toll – aber zur Perfektion fehlt noch der Feinschliff. Zur Anprobe gehören die richtigen Schuhe, damit am Ende alles aufeinander abgestimmt ist. Uschi Herting legt den Kopf schief, kräuselt kritisch die Stirn, zieht hier etwas gerade, hebt dort ein wenig an, steckt hier eine Nadel, dort die nächsten. Nun ist die Expertin zufrieden – die Proportionen passen jetzt noch besser. Nur eines bleibt weiter „unbearbeitet“: Die Länge. Erst wenn alles andere fertig ist, wird die im letzten Schritt passgenau gemacht. Nicht auszudenken, verschiebt sich durch die anderen Änderungen etwas und am Ende fehlen gerade die Zentimeter für Steffis schier endlos langen Beine. Die junge Frau aus Bochum ist absolut happy: Dieser Overall wird neben der Braut der absolute Hingucker bei der angesagten Hochzeit sein, ist sie sicher. Und kommt dafür gerne ein drittes Mal in die Modewerkstatt, um den Festtagsanzug nach Maß in Empfang zu nehmen. Letzte Anprobe: Das gute Stück sitzt ideal. Nun werden nur noch die Beinlängen abgesteckt und sofort nebenan in der Schneiderei von Sabine Polomski passend genäht. Und da ist er fertig, der Traum vom Traum-Dress. Steffi perfekt auf den Leib geschnitten. Und genau darum ganz einfach „Ihr Ding“.


Business News

Kirschblüten

Zauber

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Wenn es um Schönheit rund ums Haar geht, hat Essen eine Topadresse – Oliver Schmidt Hairdesign in der Theaterpassage. Lichtdurchflutete, großzügige 180 m² mit 14 Sitz- und 4 Waschplätzen laden zum Entspannen und Wohlfühlen ein. Saloninhaber Erwin Waeijen ist nun seit mehr als 30 Jahren in der Branche aktiv und tätig: „Unser einladendes SalonKonzept, der für Essen einzigartige Beautyservice und die Top-Lage passen ideal zusammen.“ Angesagte Farb-Looks durch innovative, ausdrucksstarke Strähnentechniken zeichnen das sechzehnköpfige Team aus dem Hause Oliver Schmidt aus. Für bestens ausgebildete Stylisten sorgt

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Erwin Waeijen und sein Team aus Premium Hairdesignern lassen Deinen persönlichen Look strahlen.

Erwin Waeijen in der Theaterpassage persönlich: Denn die eigene Hair Academie, direkt nebenan, ist der Talent-Pool für die Friseure von morgen. Oliver Schmidt steht für Premium Hairdesign – denn Haare und Styling sind Dein persönlicher Image-Faktor! Der Premiumsalon ist der „Place to be“ für stylische Trendlooks: „Von lang auf kurz ist im Frühjahr/Sommer ein absoluter Trend. Short Cuts sind nicht nur praktisch, sondern lassen sich auch vielseitig in Szene setzen“, so Top-Stylist Erwin Waeijen. Aber auch Farbe spielt eine entscheidende Rolle! „Besonders die neue Färbetechnik Foilyage – eine Mischung aus Balayage und

weich eingearbeiteten Foliensträhnen, sorgt für perfekte Highlights, die wie von der Sonne geküsst aussehen“, so der Colorationsexperte Erwin Waeijen. Die neue Kreativ-Technik kann besonders gut auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und sorgt für einen wunderbar natürlichen Look. Damit das Haar schön bleibt und dem natürlichen Alterungsprozess vorgebeugt wird, empfiehlt Erwin Waeijen das neue Produkt „perfect hair“ aus der Oliver Schmidt Salon Selection: „Die Ampullen werden wie eine Intensivtherapie auf die Kopfhaut aufgetragen und wirken wie eine Verjüngungskur“, so Erwin Waeijen.


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Unsere Küche setzt kulinarische Akzente und verführt Sie mit über 100 japanischen Köstlichkeiten, die Sie jedes Mal aufs Neue mit raffinierten Kreationen überraschen werden. Bezahlen Sie nur einmal und essen Sie so viel, wie es Ihnen beliebt – und das à la carte. Sushi ist dabei längst nicht alles, was die japanische Küche zu bieten hat – wählen Sie auch aus einer Vielzahl asiatischer Grillspezialitäten sowie Fingerfood, Nudelgerichten und Salaten. Unsere sogenannten „Specials“ ergänzen die bestehende Menükarte mit abwechslungsreichen und immer wieder neuen köstlichen Kreationen, auf die Sie sich in regelmäßigen Abständen

freuen können. Bestellen, wie Sie es so noch nicht erlebt haben – dank unseres zukunftsweisenden Konzeptes können Sie an jedem Tisch bequem per Tablet aus unserem umfangreichen Menü wählen. Mit der Okinii-App wird Ihre Bestellung mit nur einer Berührung sofort an die Küche weitergeleitet und dort frisch zubereitet. Mit edlen Weinen, Champagner, Longdrinks, hausgemachten Cocktails und Sakes können Sie entspannt den Abend ausklingen lassen. Das geschmackvolle Interieur unserer Restaurants zeichnet sich durch klare Linien und elegante Schlichtheit aus und verbindet damit Äs-

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thetik mit moderner Leichtigkeit. Auch für Firmenfeiern bietet Ihnen das Okinii einen ansprechenden Rahmen. Verbringen Sie bei uns einen unvergesslichen Besuch mit Freunden und genießen Sie in stilvollem Ambiente mit dezenten asiatischen Elementen ein extravagantes Restauranterlebnis. Neben unserer im Sommer 2016 eröffneten Filiale in der Essener Theaterpassage gibt es das Okinii auch in Düsseldorf-City und -Medienhafen, sowie in Köln, Wiesbaden und Saarbrücken. Mitte des Jahres eröffnen wir unsere siebte Location dann in Bonn. Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch!

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Ein Abschied nach Maß von einem Amt mit Herzblut

Als Volker Behr nach der letzten Rede als Vorstands-Chef die Bühne verlässt (oben), gibt es Standing Ovations zum Abschied (rechts)

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Business

Für den guten Ton sorgten vier Mitglieder des Folkwang Kammerorchesters

Erinnerungen und Glückwünsche: Volker Behr im Gespräch mit Bernhard Uppenkamp, Vorstands-Vorsitzender der Sparkasse Oberhausen

Thomas Kutschaty, Ex-NRW-Justizminister gehörte zu Volker Behrs Gästen Im Amt ein gutes Team: Essens OB Thomas Kufen und Volker Behr als Vorstands-Chef der Sparkasse

Voll besetzt waren die Reihen, als in der Essener Philharmonie der Abschied von Volker Behr auf dem Programm stand

Wenn einer mit Standing Ovations verabschiedet wird, dann hat er schon etwas Besonderes geschafft und geschaffen. Und sich dafür Respekt und Anerkennung verdient. Wie Volker Behr. Nur knappe zwei Jahre stand er an der Spitze der Sparkasse Essen, als Vorstands-Vorsitzender. Schon davor hat sein Wirken auf den verschiedenen Stufen Spuren hinterlassen.

Spuren, die ihn zuerst auf den Chefsessel führten und dem gebürtigen Wuppertaler in seiner Wahlheimat Essen Elogen zum Abschied und dann stehenden Applaus bescherten. Sein Erbe legt er in Hände, denen er selber vertraut: Helmut Schiffer, bisher Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, folgt Behr auf den Vorstandsstuhl.

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Der Sparkassen-Vorstands-Chef und sein Nachfolger: Volker Behr und Helmut Schiffer (l.)

Oben: Wünsche für eine gute Zukunft gab es von Axel Witte, geschäftsführender Gesellschafter der RST Steuerberatungsgesellschaft Links: Alle wollten noch einmal seine Hand schütteln

… hatten schon am Rande der Verabschiedung eine Menge zu bereden

Dr. Joachim Schmalzl vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband lobte in seiner Rede die Verdienste von Volker Behr

Volker Behr wurde beim Abschiedsfest förmlich von seinen Gästen belagert

Er hat der Stadt gut getan, nicht nur, weil Volker Behr zu seinem Abschied immerhin 13.000 Euro für die Sparkassen-Stiftung „Gut für Essen“ einsammelte. Die Verpflichtung der Sparkasse, Soziales, Kultur und Sport in ihrer Stadt zu fördern, lobte Oberbürgermeister Thomas Kufen, war nämlich für den scheidenden Vorstands-Vorsitzenden „nicht nur Pflicht,

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sondern ein echtes Anliegen“. So habe Volker Behr den Sinn und Zweck einer Sparkasse vorgelebt, auch weil ihm Essen, das längst seine Heimat sei, am Herzen liege. Heimat ist für Volker Behr Zeit seines Berufslebens die Sparkassen-Finanzgruppe, unterstrich Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes. Er habe sich dabei neben dem

brillanten Umgang mit Zahlen durch seinen ebenso brillanten Umgang mit Menschen ausgezeichnet. Den ausgezeichneten Ruf, den sich Volker Behr seit 1982, seinem Start bei der Sparkasse Essen erworben hat, belegten die 250 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Stadtgesellschaft, beim großen Abschiedsakt in der Philharmonie, betonte Stefan Lukai, der dem scheidenden Kollegen die Wertschätzung des Vorstands und der Kollegen versicherte. Ein Resultat von Behrs Maxime, der stets nach der Devise „fordern und fördern“ gehandelt habe. Nun ist Behr nach 35 Jahren bei der Sparkasse Essen und 19 Jahren Im Vorstand in den Ruhestand gegangen. Nach der eigenen Erkenntnis „Zeit lässt sich nicht vermehren wie Aktien“. Seine Zeit gehört nun mehr Ehefrau Marianne, Sohn Björn und Tochter Nina.


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MUSIK TIPPS Miss Luna, Produzentin und DJane vom Niederrhein, die seit 2001 auf der Baleareninsel Ibiza lebt, ist die Gründerin von Ibiza Live Radio. Der Sender feiert in diesem Jahr bereits seinen 5. Geburtstag. Heute vertritt sie den Kollegen Marcus Endres A.k.a. DJ Incognito bei den Musik Tipps. Jenseits des Mainstreams stellt Miss Luna eine Auswahl von Musik vor, wie sie auch auf der weißen Insel zu hören ist. Denn Ibiza ist nicht nur Partyinsel, sondern war und ist schon immer ein Zentrum für innovative elektronische Musik.

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HOUSE WITH SOUL Wer kennt ihn nicht, Mousse T´s Mega-Tune „Horny“. Eine neue Version des Klassikers ist auf seinem aktuellen Album der Serie Mousse T., The Jam „The Jam Files“ zu Files, Vol 3, Pepperentdecken. Und auch mint Jam Records anderes Bekanntes seines Labels Peppermint Jam Records ist, zeitgemäß abgemixt, vertreten, sowie Brandneues wie z. B. die Produktion mit der samtweichen Stimme von Peven Everett. Hitalarm, unbedingt kaufen!

ITALIEN – Produzent und DJ Angelo Ferreri ist ein strahlender Stern im Bereich Funky- und Discohouse und wurde von der „Vision“ Daniel Barross, großen Musikplattform Label: MONOSIDE Traxsource in seinem Bereich zum Künstler des Jahres 2017 gekürt. Er tourt weltweit mit angesagten Künstlern und hat eine Radioshow exklusiv auf Ibiza Live Radio. Angelo nennt zwei erstklassige Labels sein eigen, in deren Studios kontinuierlich eingängiger und tanzbarer Sound kreiiert wird. Auf Monoside Records releaste gerade ganz frisch der Italiener Daniel Barross mit „Vision“ EP, die mit drei absolut tanzbaren Deep/Latinhouse- Produktionen daherkommt.

MAZEDONIEN – Marga Sol, Vollblut-Musikerin und Gründerin des Labels M-Sol Records, ist mit ihrem typischen Sound auf un„Levitation“ (Deep zähligen Chillout-CDs House Experience) – vertreten, legt als DJaMarga Sol & Darles ne immer mal wieder Flow, M-Sol Reords in Ibizas berühmten Café Del Mar auf und tourt auch sonst fleißig durch die Lande. Trotzdem hat sie noch die Zeit gefunden, ein Album zusammen mit ihrem Partner Darles Flow zu produzieren. Es enthält 11 hochwertige Deephouse-Perlen mit melodischen und jazzigen Elementen. Die Instrumente sind natürlich selbst eingespielt. Anspieltipp für gute Laune: „Sol & Flow“, bei dem man den Spass während der Produktion im Studio förmlich spüren kann.

Milk & Sugar Recordings, das Label des gleichnamigen Münchner DJ- und Hit-Produzenten-Duos, sind berühmt für ihre großVarious Artists, “Winter artigen CompilationSessions 2018“, (Milk & Reihen. Eine davon Sugar Recordings) sind die „Winter Sessions“ und diese sind auch in 2018 wieder eine gut sortierte Mischung aus den Genres House, Deep House, Progressive und Electronica. Natürlich haben M & S eigene Produktionen auf der Doppel-CD verarbeitet. Und auch die anderen bekannten Künstler wie z. B. Kölsch, Maya Jane Coles, Purple Disco Machine und viele mehr bringen Licht in den dunklen Winter und wecken Vorfreude auf die nächste (Ibiza)-Sommersaison. Als DJ-Mix gleich einsatzbereit für die nächste Party!

RUSSLAND – Das Label Lisztomania hat sich bereits nach 2 Jahren mit feinstem Deephouse in den einschlägigen, digitalen „Express Ourselves“ – Shops etabliert, jetzt David Platts & Igor präsentiert es sein Gonya, Lisztomania erstes Vinyl-Release. Records Labelgründer Igor Gonya koproduzierte die E.P. „Express Ourselves“ mit dem Briten Dave Platts. Das Original und die drei Remixe sind alle perfekt für ein grooviges Warm-up. Ein Must-have für DJs und Vinylsammler mit hohem Anspruch. https:// qrates.com/artists/igor_gonya/items/14945

IBIZA-BERLIN Haustronaut Recordings ist ein junges Label mit Homebase in Ibiza und Berlin und fördert Produzenten aus aller Welt. „Antarctica“ – Labelchef Motoe Haus Motoe Haus, ist selber als DJ unterLabel: Haustronaut wegs und spielt mit vielen Größen der Techno-Szene. Sein letztes Release „Antarctica“ kommt mit hervorragend produziertem, treibendem Deep Techno und zieht uns mit sphärischen und ethnischen Elementen in seinen Bann. Dabei ruhig sitzen zu bleiben, erscheint fast unmöglich. Am besten alle 4 Versionen durchlaufen lassen und abheben.

Der britische DJ und Produzent Brian Power hat eine Mission – er möchte Soulful-House einem breiten Publikum zugänglich machen. Das Brian Power Presents erste Album auf seinem 'Soulhouse Vol.1', LaLabel Soulhouse Music bel: Soulhouse Music / ist nicht nur eine feine SHMVOL0001 Kollektion von 10 melodischen Stücken – produziert mit Größen der Szene wie Marc Avon Evans oder der britischen „The Voice“-Finalistin Michelle John – es ist auch ein Projekt, das er bald live mit einer kompletten Band präsentieren wird. Auf CD 2 liefert der Boss zusätzlich noch einen tanzbaren DJ-Mix ab.

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Musik

TIME TO CHILL

ELECTRONICA

SPECIAL GUEST

„The Renaissance Of Silence“ ist der treffende Titel der Compilation von DJ und Produzent Klangstein. Exklusive Tracks von Lounge- und The Renaissance Of Chillout-Größen wie LeSilence – Compiled by mongrass, Jens Buchert Klangstein, Label: Sine und Chris Zippel fühMusic ren auf eine entspannte Reise mit einigen Vocals, World-Music-Klängen und ruhig dahinfließenden Beats. Als Zugabe gibt es noch einen DJ-Mix der 14 Tracks: CD einlegen und relaxen. Auch als Download erhältlich.

Den flockigen IbizaSommerhit „Cola“ von CamelPhat mit Sänger Elderbrook kennen viele – jedoch überschattete der Erfolg Talking – Elderbrook leider sein im letzten Label: Mine Recordings Sommer erschienenes Mini-Album „Talking“. Dabei verdient das Werk des Solokünstlers unbedingte Beachtung. Jedes der 7 Stücke mit seiner unverwechselbarer Stimme ist ein Ohrwurm, begleitet von melodischen Chören, Housebeats und auch gern mal einem deftigen Elektrobass.

Dj Salinas lebt auf Ibiza und präsentiert jeden Samstag die „Balearic Feelings Morning Coffee“ Radioshow, mit Dj Salinas feinsten chilligen Deephouse-Perlen zum perfekten Start in den Tag auf Ibiza Live Radio. Seit 16 Jahren schon tourt er durch namhafte Locations in ganz Europa. Im Sommer zelebriert er als Resident-DJ die phantastischen Sonnenuntergänge auf der traumhaften Sunset-Terrasse „Kasbah Ibiza“.

Yoga ist gut für Körper und Seele – und liegt mittlerweile nicht nur im spirituellen Ibiza voll im Trend. Florian Lüttich alias Florito vom Dharma Frequency – Label Karmaloft hat, Yoga Retreat, Label: neben der Produktion Karmaloft Music seines bald erscheinenden eigenen Albums, die Zeit gefunden, unter dem Namen „Dharma Frequency“ 15 bestens aufeinander abgestimmte Stücke zu komponieren, bei denen man sofort in den passenden Flow kommt. Asiatische und orientalische Elemente, Naturgeräusche und sogar spanische Gitarrenklänge fügen sich perfekt in die mit dezenten Rhythmen und Soundflächen untermalten Tracks ein. Entspannung pur – nicht nur beim Yoga, auch geeignet, um nach einem stressigen Tag stilvoll runterzufahren.

Die Grundlage zu diesem außergewöhnlichen Indie-Album mit den surrealistischen Songtiteln entstand an einem geselligen HANS UND LIESEAbend mit Freunden. LOTTE – Steven Jones Das Duo Steven Jones & Logan Sky, Label: und Logan Sky schuf EtrangersMusique aus spontanen, kreativen Ideen ein abwechslungsreiches Werk. 10 Tracks und Remixe des Titelsongs von einem Pionier der elektronischen Musik, Man Parrish. Wer den eher düsteren Style der 80er mag, ist hier genau richtig. Die Stimme von Steven Jones sorgt im Track „My Obscurity“ für Gänsehaut, in „Let´s talk India“ nimmt er uns mit auf eine exotische Reise. Alles begleitet von Logan Skys meisterhaft eingesetzten Synthezisern. Nur erhältlich auf Bandcamp.

Aus Dänemark; vom Label „Music for dreams“ des in der Ambient-Musik wohlbekannten Produzenten Kenneth Islandman - Rest In Bager, kommt dieSpace EP (Music For ses wunderschöne, Dreams) chillige Release. „Islandman – Rest in Space“ beinhaltet neun super-relaxte Tracks in moderater Geschwindkeit. Top produzierte mediterrane Sounds mit den Einflüssen traditioneller, anatolischer Musik des aus der Türkei stammenden Produzenten Tolga Büyük. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen dieses Genres absolut keine Fahrstuhlmusik, sondern perfekte Vibes zum Runterfahren und gemäßigtem Hüftenschwingen. Tolles Ambiente … testet selbst!

Beim ersten Hören könnte man „All Melody“ des Wahl-Berliners Nils Frahm für ein schönes Chillout-Album halten. Passt auch All Melody – durchaus zu einem Nils Frahm epischen Sonnenuntergang am Meer. Aber es handelt sich bei den 12 Stücken mit insgesamt 74 Minuten um ein tiefgründiges, elektroakustisches Werk, das ein Jahr bis zur Vollendung brauchte. Mit Live-Musikern und selbst eingespielten Instrumenten kreiert Frahm Stimmungen von dramatisch bis spielerisch leicht und immer – wie schon der Titel sagt – mit Melodie.

George Evelyn aka Nightmares on Wax lebt schon lange auf Ibiza. Wenn er eine Party beschallt, oft zum Sonnenuntergang, Shape the Future – freuen sich Insider auf Nightmares on Wax seinen ganz speziellen Warp Records Sound, eine absolut tanzbare Mischung aus Soul, Funk, Jazz, Elektro und Anklängen von Dub, Reggae und Trip-Hop. Genau so, insgesamt etwas chilliger, ist auch sein neuestes Album. Ein Dutzend Tracks mit tollen Musikern aus seinem großen Netzwerk und Texten über eine selbstbestimmte, formbare Zukunft. Schön!

Wer typischen, originalen Ibizasound mag, der kommt mit dieser EP vom Label „Be Adult Music“ voll auf seine Sonophone & DorKosten. Der Artist Lost Casette EP „Sonophone“ veröf(Be Adult Music) fentlicht fünf coole Deephouse-Tracks, die Lust auf den Sommer machen. Weiche, groovende, elektronische Sounds von der weißen Insel. Ideal für jede stylische Poolparty. World off – Beachmodus on! 100 % Ibiza. Daher voller Support in der „Balearic Feelings Morning Coffee“ Radio Show.

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GESTATTEN, KÖNIGLICHE HOHEIT Königlicher Besuch in Essen: Prinzessin Benedikte zu Dänemark gab sich in Essen die Ehre. Sie kam zur „Weltleitmesse des Gartenbaus“, der Internationalen Pflanzenmesse IPM, die in diesem Jahr Dänemark als Partnerland hatte. „Lasst Blumen sprechen“ war ihre Botschaft. Die jüngere Schwester von Königin Margrethe II. enthüllte eine neue dänische Rosenzüchtung, die „Ocean of Roses“. Diese Rose kann unter verschiedenen klimatischen Bedingungen weltweit angebaut werden. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Essen, begrüßte Prinzessin Benedikte im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking und Eva Kähler-Theuerkauf, Vorsitzende des Fachbeirates der IPM und Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen. Prinzessin Benediktes vollständiger Name lautet Benedikte Astrid Ingeborg Ingrid zu Dänemark. Auf der Hochzeit der damaligen Kronprinzessin Beatrix der Niederlande mit dem deutschen Diplomaten Claus von Amsberg lernte Benedikte ihren zukünftigen Mann kennen, Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1934–2017).

Benedikte Astrid Ingeborg Ingrid zu Dänemark wurde von Essens OB Thomas Kufen feierlich bei der Pflanzenmesse IPM begrüßt

WIE MUSIK FÜR KINDER ZUR THERAPIE WIRD Zwei Damen hatten eingeladen und alle, alle kamen. Am Ende strahlten nicht nur die beiden Initiatorinnen Heike Werner von Niessen und Irina Kazakov, sondern vor allen Dingen die Adressaten der großen Benefiz-Gala: Die Kinder der Musiktherapie an der Kinderklinik Essen, denen über die Stiftung Universitätsmedizin und die Ak-

Benefiz-Gala sammelt mit „Melodien, die Essen bewegen“ über 50.000 Euro für Stiftung Universitätsmedizin ein

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tion „Lieblingsfarbe bunt“ nun tatsächlich über 50.000 Euro aus Spendengeldern zugute kommen. Wie gut dieses Geld angelegt ist, bewiesen kleine Akteure neben den prominenten Stars auf der Bühne und ernteten mehr als nur gerührten Applaus aus dem Auditorium. Dabei hat auch zuvor der Titel des Abends „Melodien, die Essen bewegen“ seinem Namen alle Ehre gemacht: Sopranistin Eva Lind brillierte, Sabine Grofmeier eroberte mit ihrer Klarinette die Herzen der Zuhörer und Tenor Johannes Groß erntete stürmischen Applaus, nicht nur, weil er sich mit angeschlagener Gesundheit an den Titelsong des Abends „Nessun dorma“ wagte und dabei auch noch Höchstleistungen schaffte. Sie alle wurden bestens begleitet vom Folkwang Kammerorchester Essen unter der Stabführung von Johannes Klumpp. 900 Gäste insgesamt füllten zur Gala die Sessel in der altehrwürdigen Lichtburg, darunter viele prominente Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft sowie Unterstützer und Sponsoren. Die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste lassen für die beiden Initiatorinnen des Erfolgs-Events nur ein Fazit zu: „Der Vorhang fiel nicht zum letzten Mal, Nessun Dorma II ist ausdrücklich gewünscht.“ Darum sind sich Heike Werner von Niessen und Irina Kazakov einig: „Wir gehen davon aus, dass es im Januar 2019 die Wiederholung geben wird.“ Und natürlich wird auch dafür wieder eine breite Unterstützung gebraucht. Die Kinder der Musiktherapie in der Kinderklinik werden es auf ihre ganz besondere Art danken.


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NEUER DIREKTOR FÜR DAS MUSEUM FOLKWANG Das Museum Folkwang in Essen bekommt einen neuen Direktor: Peter Gorschlüter tritt zum 1. Juli die Nachfolge von Dr. Tobia Bezzola an, der zu Beginn des Jahres als Direktor des Museo d’arte della Svizzera italiana nach Lugano wechselte. Gorschlüter ist seit 2010 stellvertretender Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Das Kuratori-

Der 43-jährige Peter Gorschlüter wird neuer Direktor des Musuems Folkwang. Er tritt zum 1. Juli die Nachfolge von Dr. Tobia Bezzola an.

um des Museum Folkwang entschied sich auf Vorschlag der Findungskommission einstimmig, den 43-jährigen gebürtigen Mainzer für die nächsten acht Jahre zu berufen. Gorschlüter studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Sein Vater HansPeter Gorschlüter (1939–1992) war Kulturdezernent in Koblenz. Der designierte Direktor freut sich auf seine Aufgabe in Essen: „Die Leitung des Museums Folkwang mit seiner herausragenden Geschichte und Sammlung in einer Zeit zu übernehmen, in der sich Museen

angesichts gesellschaftlicher, technologischer und künstlerischer Entwicklungen international neu positionieren, ist eine spannende Aufgabe. Der Folkwang-Gedanke ist gerade für das Museum des 21. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung und eine Herausforderung, auf die ich mich ebenso freue wie auf das Team des Museums und auf die Stadt Essen.“ Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Ich bin sicher, dass Peter Gorschlüter dazu beitragen wird, neue Impulse zu setzen. Das Museum Folkwang ist ein Aushängeschild für unsere Stadt, weit über die Region hinaus. Diesen internationalen Anspruch sehe ich in guten Händen, gleichzeitig bin ich überzeugt, dass sich auch die Essenerinnen und Essener auf ein neues Profil unter neuer Leitung freuen können.“ Dr. Ulrich Blank, Vorsitzender des Folkwang Museumsvereins, betont: „Peter Gorschlüter kann eine beeindruckende kuratorische Expertise vorweisen. Mit Ausstellungsprojekten der klassischen Moderne hat er sich ebenso Ansehen erworben wie mit seinem Arbeitsschwerpunkt seit 2010, der zeitgenössischen Kunst. Er war in der Leitung namhafter Museen tätig und bringt Auslandserfahrung mit.“

SPARKASSE ESSEN BLEIBT NAH BEIM KUNDEN

„Zufrieden“ blickte der Vorstand der Sparkasse Essen auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück. Gemeinsam mit seinen Kollegen Stefan Lukai und Oliver Bohnenkamp präsentierte der neue Vorstandsvorsitzende, Helmut Schiffer, die Zahlen und Entwicklungen. So stieg die Bilanzsumme um 41 Mio. € auf knapp 8,2 Mrd. € an. Und: Die Privatkunden legten mit fast 4,8 Mrd. € 3,5 % mehr auf die hohe Kante als im Vorjahr. Was private und institutionelle Anleger vereint: „Wenn die Zinsen niedrig sind, wird das Geld primär sicher und jederzeit verfügbar angelegt“, erläuterte Schiffer. Außerdem freut sich die Sparkasse über Zuwächse im Wertpapiergeschäft, nicht zuletzt dank der guten Beratung. Auch das Kreditgeschäft, die Baufinanzierung und die Aktionen im Immobilienmarkt bewertet der Vorstand insgesamt positiv. Dabei ist die Nähe zu ihren Kunden der Sparkasse wichtig und so hat sich das Geldinstitut dafür neu aufgestellt: 140 neue Berater in den Filialen, verlängerte Beratungszeiten, ein dichtes Netz an Geldautomatennetz, App oder WLAN in allen Filialen zählen dazu. Außerdem gab es im vergangenen Jahr von den 154.000 Online-Banking-Teilnehmern über 33 Mio. Besuche via Internet. Nähe zu den Menschen drückt sich auch im Engagement der Sparkasse vor Ort aus. „Wir waren, sind und werden weiterhin zuverlässige Partner für förderungswürdige Projekte in unserer Stadt bleiben“, betonte der Vorstand. 15,2 Mio. € kommen den Bürgern dadurch jährlich zugute. Die Plattform „gut für Essen“ wirbt darüber hinaus Spendengelder ein.

Die Sparkasse ist mitten in der Essener City zu Hause – und immer nah am Bürger

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KIRSCHBLÜTENZAUBER IN DER THEATERPASSAGE Mit der Aktion Kirschblüten-Zauber wird es richtig Frühling in der Theaterpassage am Essener Hirschlandplatz. Von Donnerstag, 12. April, bis Samstag, 14. April, wird die gesamte Passage mit unzähligen blühenden Kirschblütenzweigen dekoriert und in ein frühlingshaftes Blütenmeer verwandelt. Aber auch in allen Geschäften und der Gastronomie in der Theaterpassage ist der Frühling präsent. Zauberhafte KirschblütenArrangements begrüßen Besucher, Kunden und Freunde und schaffen ein einmaliges Ambiente. Außerdem gibt es in diesen drei Tagen eine große Verlosung mit wertvollen Preisen. Im Center und in allen Geschäften liegen Teilnahmekarten aus. Einfach ausfüllen und in die Losbox in der Passage, die an den Geldautomaten der Sparkasse aufgestellt wird, einwerfen und mit etwas Glück tolle Preise sichern. Täglich werden Gewinner gezogen und vom Center-Management benachrichtigt. Neben hochwertigen Sachpreisen der teilnehmenden Geschäfte gibt es ein CabrioWochenende mit einem echten Supersportwagen zu gewinnen. In Kooperation mit dem Jaguar/Land Rover-Autohaus Stopka in Essen verlost die Werbegemeinschaft der Theaterpassage ein Jaguar F-Type Cabrio für ein einmaliges Open-Air-Wochenende. Es lohnt sich einfach doppelt, zum Kirschblüten-Zauber in die Theaterpassage Essen zu kommen. Den Frühling genießen und bei der tollen Verlosung mitmachen. Natürlich gibt es das Gewinnspiel auch online. Zum Teilnehmen einfach ab dem 12. April auf die Homepage der Theaterpassage www.theaterpassage-essen.de gehen und mitmachen.

Mit dem Kirschblütenfest läutet die Essener Theaterpassage den Frühling ein

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Ein Jaguar F-Type Cabrio, gestellt von Stopka Essen, steht dem Hauptgewinner für ein einmaliges Open-Air-Wochenende zur Verfügung


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 0201-72 92 0 NOVA VITA – LEBEN UND WOHLFÜHLEN, WO DAS HERZ SCHLÄGT Wohnen da, wo das Herz schlägt: Nahe am Stadtgarten, direkt neben dem Folkwang Museum und Philharmonie liegt die Nova Vita Residenz, ein gehobener Wohnsitz für Senioren. Die Residenz mit 89 hochwertig ausgestatteten Wohnungen, 46 Pflegeplätzen und einem großen Serviceangebot schafft für die Bewohner im Herzen der Stadt nicht nur eine vertraute Umgebung, sondern bietet auch eine direkte Nähe zu Geschäften und Restaurants. Attraktive Veranstaltungen und Feste werden im Jahresverlauf angeboten. Am 23. Juni 2018 öffnen sich von 12:00 bis 17:30 Uhr für interessierte Gäste die Türen zum traditionellen Sommerfest mit dem bunten Programm unter dem Motto „Indien“. In gehobenem Ambiente können alle Gäste die angebotenen indisch angehauchten, kulinarischen Köstlichkeiten genießen. Vielleicht erwerben Sie ein Glas Honig, den die auf dem Dach der Nova Vita Residenz angesiedelten Bienen gesammelt haben. Die Nova Vita Residenz bietet den

Festlich eingedeckte Weinstube

Senioren ein anspruchsvolles Kultur- und Veranstaltungsprogramm. Sprach-, Computer- und Kreativkurse runden das breite Angebot ab. Der moderne, attraktive Wellnessbereich mit Schwimmbad. Sauna und Gymnastikraum bietet ein großes Angebot an sporttherapeutischen Leistungen, von Wassergymnastik bis zum Fitnesstraining. Neben dem Clubraum und dem Veranstaltungssaal ist die Weinstube mit der großen Dachterrasse besonders beliebt. Hier verbringt man so manchen geselligen Abend. Außerdem lädt die gemütliche Kamin- und Leseecke ein, sich in Ruhe zurückzuziehen. Übrigens: Auch für private Veranstaltungen, Tagungen, Events oder Meetings bietet das Haus die notwendige Technik. „Unsere ausgezeichnete Residenzküche sorgt für das Catering Ihrer Veranstaltung“, so Geschäftsführerin Claudia RaabHegmann. Und sie empfiehlt: Schon jetzt den 1. Adventssonntag für einen weiteren Besuch beim „Wintertraum“ vormerken.

Gemeinsam mit Ihnen möchten wir unser Sommerfest der Nova Vita Residenz Am Folkwang Museum feiern.

Samstag, 23. Juni 2018 12:00 bis 17:30 Uhr Genießen Sie einen schönen Tag im Garten unserer Residenz. Es erwarten Sie kulinarische Köstlichkeiten, indisch angehaucht, sowie ein sommerlich-frisches Musikprogramm, unter anderem auch klassisch indische Tanzdarbietungen. Anmeldung bis zum 16. Juni 2018

Empfangsbereich der Nova Vita

Goethestraße 19 • 45128 Essen

www.novavita.com

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Impressum

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TOP_Titelschriftzug_SOLO_1508_Versandstrichstärke_ZW.indd 29

08.10.2015 15:52:15

Verleger: Klaus Wolff Herausgeber: Ralf Schultheiß Chefredaktion: ArtDirector: Autoren: Verlagsrepräsentanz: Fotos:

Verlagsassistenz: Grafik: Lektorat/Druck: Verlag:

Katrin Kroemer (ViSdP), k.kroemer@top-magazin.de Ralf Schultheiß Katrin Kroemer, Ina Steffen, Hans Martz, Birte Glang, Markus Pließnig, Miss Luna Rainer Karp, Marvin Marx Ralf Schultheiß, Udo Geisler, Dirk Pauwels, Miles Coolidge, Ferdinand Ullrich, Axel Schneider, Josef Stoffels, Jochen Tack, Miles Coolidge, Roman März, Arne Pöhnert, Fotolia.de Karin van Haren vanharen@forma-verlag.de Schaber Advertising GmbH, 45219 Essen druckpartner, Druck- und Medienhaus GmbH, 45307 Essen FORMA Verlags- und Marketing GmbH Moltkeplatz 34, 45128 Essen Telefon: 0201/ 17879-41 Telefax: 0201/ 17879-29 E-Mail: info@forma-verlag.de www.topmagazinruhr.de Geschäftsführer: Klaus Wolff

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des jeweiligen Autors und nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingereichtes Material (Bilder, Manuskripte, etc.) wird keine Haftung übernommen. Nachdruck von Berichten und Fotos, auch auszugsweise, nur mit vorheriger Genehmigung. Die Urheberrechte der vom TOP RUHR Magazin konzipierten Anzeigen liegen beim Verlag. TOP RUHR Magazin erscheint dreimonatlich, die nächste Ausgabe erscheint im Dezember 2017. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01.01.2018.

Top10 verantwortlich für die Seiten 67-82: kern&friends gmbh, Wenzelgasse 28, 53111 Bonn, T. (02 28) 96 96-230 F. (02 28) 96 96-242, r.kern@top-magazin.de, www.top-magazin.de Geschäftsführung (V.i.S.d.P)/ Anzeigenleitung: Anzeigenrepräsentanz: Redaktion:

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MORITZ FIEGE: EINE FAMILIE FÜR EIN BIER Im Jahre 1878 gab es in Bochum und Umgebung 36 handwerkliche Brauereien und Braustätten. Damals wurde die Moritz Fiege Brauerei gegründet. Und sie ist die einzige, die bis heute überdauert hat. Heute versorgt nur noch Fiege die Menschen in und um Bochum mit unverwechselbarem Bier. Seit fünf Generationen in Familienhand ist Moritz Fiege eine der letzten konzernunabhängigen Brauereien im Ruhrgebiet. Fünf Braumeister prägten die Biere aus Bochum seit der Gründung mit, jeder von ihnen sorgte im Durchschnitt 28 Jahre lang für die gleichbleibende Qualität und das unverwechselbare Aroma der Fiege Biere. Die Verantwortung für die geheimen Fiege-Rezepturen trägt heute Marc Zinkler als erster Braumeister. 2015 erhielt das Unternehmen für seine Ausbildungs- und Qualifizierungsleistungen die Auszeichnung „Meister.Werk.NRW“. Jede Inhaber-Generation hatte rund 35 Jahre lang die Führung des Unternehmens inne. Die Gebrüder Jürgen und Hugo Fiege übernahmen im Jahre 1981 die Leitung der Brauerei, die damals zwei Biersorten braute. Heute zählt die „Bierfamilie“ 13 Sorten, mit dem neuen Moritz

Fiege Zwickel als jüngstem Mitglied. Seine Fans haben die Biere vor allem im Ruhrgebiet. Besonderes Kennzeichnen der Gerstensaft-Angebote aus Bochum: Sie kommen fast alle in einer Bügelflasche daher. Fiege gehört einfach zu Bochum – vielfach. Wenn die Brauerei ihre Pforten für Gäste öffnet, ob zur Führung, als Spielort der Extraschicht oder zum SommerOpen-Air-Kino, kommen die Menschen gerne und in Scharen. Außerdem engagiert sich die Familie für ihre Stadt: Zum 100. Geburtstag ermöglichte Fiege mit einer Spende den Bau des Ökumenischen Altenzentrums Bochum Kaiseraue, zur 650-Jahr-Feier der Stadt Bochum stiftete das Unternehmen die Skulptur „Konstruktion 1937“ des Schweizer Künstlers Max Bill. Und mit dem 125-jährigen BrauereiBestehen ist die „Initiative Villa Marckhoff “ für die Fassaden-Restaurierung des Museums-Altbaus verbunden. Seit nunmehr 15 Jahren verleiht die Familie die Moritz Fiege Bierkutschermütze an Persönlichkeiten, die sich um das Ruhrgebiet in besonderer Weise verdient gemacht haben. Zur Gilde der Mützenträger gehören u. a. Ernst-Otto Stüber, Wolfgang Clement, Prof. Elmar Weiler, Steven Sloane, Norman Faber, Prof. Hanns Hatt und Frank Goosen. Im Jahr des 140-jährigen Bestehens zeichnete Fiege ein Start-up aus: Die Mütze trägt nun auch Dr.-Ing. Christian Großmann, Gründer des Technologie-Start-ups Ingpuls GmbH.

Top Magazin ist ein eingetragenes Warenzeichen und erscheint in Lizenz der/verantwortlich für den Titel: Top of the Tops & Top Magazin International GmbH & Co. Verlags und Lizenz KG, Wenzelgasse 28, 53111 Bonn, T. (02 28) 96 96-230, F. (02 28) 96 96-242, info@top-magazin.de www.top-magazin.de Geschäftsführung (V.i.S.d.P): Officemanager:

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Ehrung im Jubiläumsjahr: Jürgen (r.) und Hugo (l.) Fiege gratulieren Dr.-Ing. Christian Großmann, Gründer des Technologie-Start-ups Ingpuls GmbH, zur Bierkutschermütze 2018


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VON ESSEN NACH NIJMEGEN: GRÜNER GEHTS 2018 NICHT Text: Markus Pließnig

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (2. v. l.) schlägt gemeinsam mit Vertretern der EU, der niederländischen Regierung und von Nijmegen eine neue Seite im Buch der Grünen Hauptstädte auf

Das grüne Herz Europas schlägt 2018 eindeutig in den Niederlanden. Denn die Stadt Nijmegen ist seit Januar offizielle Grüne Hauptstadt Europas. Diese Auszeichnung der Europäischen Kommission geht jedes Jahr an eine andere europäische Stadt, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes verfolgt. Nijmegen tritt die Nachfolge der Stadt Essen an. Das ganze Jahr 2017 spielte sich das grüne Europa mitten im Ruhrgebiet ab: 453 Projekte – davon 187 Eigenprojekte, 56 Tagungen und Konferenzen und 210 Bürgerprojekte – wurden realisiert. Rund 200.000 Besucherinnen und Besucher kamen zu den Veranstaltungen. Die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 war ein nachhaltiger Motor für die zukünftige Entwicklung der Stadt und der gesamten Region. „Es ist uns gelungen, Essen als pulsierende, zukunftsfähige und moderne Grüne Hauptstadt Europas zu präsentieren, auf die die Bürgerinnen und Bürger zu Recht stolz sein können“, bilanzierte denn auch Thomas Kufen, Oberbürgermeister von Essen, im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz im Rathaus.

Am 19. Januar 2018 war es dann soweit für Nijmegen: Kufen übergab den Titel an seinen niederländischen Amtskollegen Hubert Bruls. Die stimmungsvolle Zeremonie fand in der mittelalterlichen Stevenskerk der City von Nijmegen statt. In die Gästeliste reihten sich der zuständige EU-Umwelt-Kommissar Karmenu Vella, Raymond Johansen aus Oslo als Bürgermeister der zukünftigen Grünen Hauptstadt Europas 2019 sowie Vertreter der niederländischen Regierung ein. Vella begleitete 2017 das Hauptstadt-Jahr in Essen und fand noch einmal lobende Worte für den scheidenden Titelträger: „Der Erfolg europäischer Umweltpolitik hängt stark von Städten und Regionen ab. Das Beispiel Essen zeigt, wie sich unsere Lebensqualität verbessert, wenn Städte unsere Ziele durch kreative Ideen ergänzen.“ Gemeinsam eröffneten die beiden Oberbürgermeister dann ein neues Kapitel der Grünen Hauptstädte Europas – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn alle Gewinnerstädte erhalten eine eigene Seite in einem überdimensionalen Buch der EU-Kommission. Thomas Kufen schlug die als Pop-up-Silhouette gestaltete Nijmegen-Seite für seinen Amtskollegen Hu-

bert Bruls auf. Schöne Idee am Rande: Im Rahmen der Zeremonie übergab der Essener Oberbürgermeister noch ein besonderes Geschenk. Es handelte sich um die sogenannte „Plastik aus Plastik“ in Gestalt einer Emschergroppe. Diese Groppe ist ein Umwelt-Überlebenskünstler, ein kleiner Fisch, der trotz der früheren immensen Verschmutzung der Emscher über die Jahre in einigen Zuflussbächen überlebt hat. Kufen schenkte der Stadt Nijmegen ein von Künstlern aus gebrauchten Plastiktüten geschaffenes Abbild dieser Emschergroppe und sagte: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein Jahr mit besonderen Einblicken, neuen Erfahrungen und interessanten Gesprächen und Begegnungen. Ihre Ideen und Projekte finden 2018 europaweit Aufmerksamkeit. Nun können Sie als Grüne Hauptstadt Europas Vorbild sein. Sie können zeigen, wo Sie heute stehen und wo Sie noch hinwollen.“ Grüner geht´s nicht (Zo Groen Kan Het Zijn) lautet sinngemäß nun das Motto in Nijmegen. Aber stimmt das wirklich? Was macht die Stadt an der Waal so grün und nachhaltig, dass sie in einer Reihe mit der Ruhrgebietsmetropole sowie mit Stockholm, Bristol, Nantes oder Kopenhagen als frühere Titelträger steht? Zunächst ist Nijmegen eine sogar für niederländische Verhältnisse beeindruckende Fahrradhochburg – die Stadt hat echte „Pedal-Power“. In den Jahren 2016 und 2017 durfte sie sich Cycling City of the Netherlands nennen. 250.000 Drahtesel fahren durch Nijmegen, es gibt 5.800 bewachte Fahrradparkplätze und rund 65 % aller Fahrten in die Innenstadt oder zur Universität werden mit dem Rad unternommen. Und sind die Bürgerinnen und Bürger mal nicht strampelnd unterwegs, gelangen sie bequem zu Fuß ins Grüne. Denn der Weg zum nächsten Grün soll in der Stadt nie länger als 300 Meter sein. Der Hauptgrund für den Gewinn der Grünen Hauptstadt Europas liegt aber wohl in einem der größten Bauvorhaben der vergangenen Jahre in den Niederlanden. Hinter dem eher niedlich klingenden Ruimte voor de Waal verbirgt sich ein echtes Megaprojekt. Die Waal, ein wasserreicher Mündungsfluss des Rheins in die Nordsee, fließt durch Nijmegen und sorgte regelmäßig für massive Überschwemmungen. So mussten beispielsweise in den Jahren 1993 und 1995 wegen Hochwasser knapp 250.000 Menschen aus der Stadt und dem

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Der Grote Markt mit seinen Cafés ist das Zentrum Nijmegens. Im Hintergrund schaut die Stevenskerk hervor.

Umland evakuiert werden. Vor dem Hintergrund eines stetigen Klimawandels und steigender Flusspegel bestand also dringender Handlungsbedarf. Die Niederländer entschieden sich für einen für sie eher ungewöhnlichen erscheinenden Weg, um die Stadt vor dem Wasser zu schützen. Sie bauten die Deiche an der Waal nicht höher, sondern gaben dem Fluss mehr Raum, sich auszudehnen. Zwischen 2011 und 2016 bewegten deshalb Bagger und Baugeräte mehr als fünf Millionen Kubikmeter Sand, es entstand ein neuer Kanal von rund vier Kilometer Länge. Damit nicht genug: Sehenswerte Brücken wurden gestaltet und eine völlig neue grüne Insel liegt jetzt im Fluss. Harriet Tiemens ist bei der Stadt Nijmegen verantwortlich für Finanzen, Nachhaltigkeit, Grün und Wasser sowie Mobilität. Die Ratsherrin, die auch den Abschluss der Grünen Hauptstadt 2017 in Essen mitfeierte, bringt das Projekt auf den Punkt: „Um die Überschwemmungsgefahr zu reduzieren und mehr

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Platz für Wasser und Natur zu schaffen, wurde ein neuer Nebenlauf angelegt, wodurch eine große Stadtinsel mit neuen Naturflächen und Erholungsgebieten entstanden ist.“ Diese aktuellen Entwicklungen führten also dazu, dass Nijmegen zu grünen europäischen Ehren kam. Aber nur die wenigsten wissen, dass es sich um die älteste Stadt der Niederlande handelt. Denn bereits vor mehr als 2.000 Jahren gründeten die Römer an der Waal ein Camp mit Namen „Noviomagus“. Ideal am Fluss gelegen, war Nijmegen im Mittelalter ein Mitglied der Hanse und betrieb Handelsbeziehungen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Was heute auffällt: Die älteste Stadt gehört zu denen mit der jüngsten Bevölkerung in den Niederlanden. Der Grund dafür ist, dass von den rund 170.000 Einwohnerinnen und Einwohnern insgesamt knapp 40.000 Studierende sind. Das beschert Nijmegen vor allem um die zentrale Stevenskerk herum das typische Flair einer Studen-

tenstadt mit Straßencafés und kleinen Shops. Es gibt also eine Menge Gründe, im kommenden Jahr die rund 100 Kilometer vom Ruhrgebiet nach Nijmegen zu fahren – am besten natürlich mit dem Fahrrad, denn grüner gehts 2018 nicht. Programm Grüne Hauptstadt Nijmegen unter https://greencapital2018.nl/en/

Markus Pließnig war während des Essener Titeljahres Pressesprecher im Projektbüro der Grünen Hauptstadt Europas 2017. Der gebürtige Essener studierte Kommunikationswissenschaft in Essen und Lyon. Er blickt auf eine langjährige Berufserfahrung bei Unternehmen und in Kommunikationsagenturen zurück.


Brumm wird summ. Energie wird innogy.

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