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Antonia Zimmermann Netty Kinsky Rainer Kurz

Abenteuer Dunkelkammer Unser erstes selbst entwickeltes analoges Schwarz-/ WeiĂ&#x;bild


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Abenteuer Dunkelkammer


Seite

Einleitung

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Die analoge Aufnahme Die Studiosituation Technische Daten

Den Film entwickeln Die Vorbereitung Technische Daten Der Entwicklungsprozess Zeitlicher Ablauf

Der Negativ - Abzug

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Benötigtes Equipment Bild auswählen Chemikalien testen Der Vergrößerungsapparat Technischer Ablauf Bildspuren und Takte Das Bild entsteht

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Impressum

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Einleitung

Dass der Besuch der Prager Fotoschule Österreich eine Herausforderung bedeutet, war klar. Die Lösung der gestellten Aufgaben, der kritische Umgang damit und die Erarbeitung der technischen Notwendigkeiten haben wir bisher ohne größere Blessuren gemeistert. Doch dann nahte die wirkliche Herausforderung! Zwar haben wir anfangs noch analog fotografiert, jedoch Filmentwicklung und Abzüge von Professionisten machen lassen. Jetzt war die Gelegenheit, es selbst auszuprobieren. Wir buchten das Studio für die Aufnahmen mit der analogen Kamera und das Fotolabor für die Entwicklung und die Ausarbeitung. Mit Herannahen des Termins wuchs unsere Nervostität proportional zum Schwinden unseres Selbstbewußtseins. Trotz Studium unserer Mitschriften war uns am Tage X klar, wir haben keine Ahnung, wie wir diese Aufgabe bewältigen sollen. Rina in ihrer unterstützenden Art versuchte uns zu beruhigen: „Bisher haben es noch alle geschafft. Sepp wird euch helfen.“ Es ist Freitag Nachmittag.

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Wir sollen unsere mitgebrachten Requisiten auf einen „altmodischen“ Filmstreifen bannen. Nun, Sepp half uns wirklich, nur leider gab es technische Probleme im anderen Studio. Das war für ihn auch noch zu bewältigen. Unsere Zuversicht war wieder am Schwinden. Wir aktivierten unsere gruppendynamischen Kräfte - bitte nur die positiven!! - und schafften es, mit einigen Wiederholungen (weil wir vor Aufregung immer wieder Vorgaben übersahen), unser mitgebrachtes Objekt auf einen Film zu bannen. Wir waren jetzt so erschöpft, dass keine richtige Freude darüber aukommen konnte. Ausserdem war uns bewußt, dass das, was noch kommen wird, noch mehr Herausforderung sein wird. So war es auch. Doch diesmal war Sepp von allen Ablenkungen verschont geblieben und führte uns Schritt für Schritt durch dieses Abenteuer. Als Zwischenschritt - wohl um den Entwicklungsprozeß zu üben - durften wir Fotogramme gestalten. Wir komponierten mit Gegenständen aus dem


Fundus des Labors Bilder direkt am Vergrößerungsapparat und schickten es durch den Entwicklungsprozeß. Samstag abend, 21 Uhr, war es dann so weit. Wir hatten unser erstes, selbst entwickeltes Analogbild in Händen. Endlich spürten wir Freude aufsteigen, als wir von der versammelten Kollegenschaft in der Galerie Bewunderung dafür ernteten (Wir waren das erste Team unseres Jahrgangs, das sich in die Dunkelkammer wagte). Unsere Zuversicht stieg wieder. Jetzt wußten wir ja, wie wir mit der Chemie und dem roten Licht in der Dunkelkammer umzugehen hatten. Den Rest werden wir dann auch noch schaffen. Sonntag 13Uhr lernten wir vergrößern, takten, mit Chemie zu jonglieren, machten Fehler - wiederholen!! Der Prozeß war jetzt klar, doch exaktes Arbeiten hatten wir noch zu lernen. Unsere Entschuldigung: Den ganzen Tag hatten wir mit Uli Fotos besprochen, das ging manchmal ganz nah ans Ego , kein Mittagessen (nicht einmal ein Kaffee), gleich ins Labor, ... 16:30 hatten wir es geschafft. Wir hielten einen

Kunststoffpapier- und einen Barytpapier-Abzug von unseren Requisiten in Händen. Alles selbst gemacht. Hinter unserer Müdigkeit schlich sich langsam etwas Freude über unsere Lernfähigkeit hervor. Unsere Finger rochen noch einen ganzen weiteren Tag nach Fotoentwickler, da fühlt man sich als Teil einer elitären Gemeinschaft. Jetzt, mit Abstand reflektiert, ist diese geheimnisvolle Dunkelkammer ein Ort, von dem wir hoffen, ihn in unserem Leben noch öfter besuchen zu dürfen. Ganz ehrlich, diese analogen Bilder haben einen Charme und eine Qualität, die sie deutlich von der digitalen Welt abhebt. Netty Kinsky Rainer Kurz Antonia Zimmermann Dezember 2012

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Die analoge Aufnahme Die Studiosituation

Zu allererst galt es, die mitgebrachten Requisiten auf einen analogen Filmstreifen zu bringen. Dafür haben wir uns rechtzeitig das Studio der Prager Fotoschule auf Schloß Weinberg gebucht und uns eine Analogkamera ausgeborgt und den passenden S/W-Film besorgt. Auf einem Tisch wurde eine Holzkiste platziert, ein weißes Blatt Papier als Hohlkehle angepinnt und die Requisite platziert. Sepp brachte uns eine drehbare Holzplatte, damit wir unsere Requisite rundherum betrachten und die richtige Position finden konnten. Nun das Licht. Wir entschieden uns für ein weiches Seitenlicht von links. Die Kamera wurde auf einem Stativ, leicht erhöht, vor dem Tisch aufgebaut. Schließlich wollten wir die 3-Dimensionalität der Requisite darstellen. Auch der leichte Schatten durch das Licht sollte dies verdeutlichen. Wir legten eine Fimspule in das Kameragehäuse ein. Da das Objektiv eine fixe Brennweite von 50mm hatte und wir die Requisite formatfüllend aufnehmen sollten, suchten wir nach dem richtigen

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Abstand für die Kameraposition. Scharfstellen nicht vergessen. Die Belichtung wurde mit Hilfe einer Graukarte gemessen. Da alle Voreinstellungen erledigt waren, konnten wir das erste Bild machen. Die Aufgabe war, drei Bilder von unserer Requisite zu machen: eines mit richtiger Belichtung, eines unterbelichtet und eines überbelichtet. Dazu gingen wir auf der Lichtwaage der Kamera jeweils um eine ganze Belichtungsstufe hinauf bzw. hinunter. Noch zwei Leerbilder gemacht (damit wir den Filmstreifen später besser abschneiden können) und fertig waren die Analogaufnahmen.. Doch halt! Wir brauchen auch noch alle drei Versionen digital. Also bauten wir unsere Digitalkamera auf und gingen in gleicher Weise vor. Jetzt konnten die Requisiten für den Nächsten getauscht werden. Wir waren drei in der Gruppe, also dauerte alles seine Zeit. Auch hat jeder von uns im Zeitdruck das eine oder andere Bild wiederholen müssen. Drei Stunden hatten wir dafür gebraucht.


Technische Daten

Requisiten Hintergrund Beleuchtung Diffusor Kameraposition Aufnahmeformat

a) Keramikperlhuhn, b) Holzhund, c) Blechdose Hohlkehle aus weißem Karton auf Aufnahmetisch 1 Lampe 500 Watt auf Stativ 1 Beautydish frontal a) quer, b) hoch, c) hoch

Analogkamera

. Kleinbild SLR-Kamera Nikon F-801s . Objektiv AF Nikkor 50mm 1:3.5-4.5 . SW-Film ILFORD FP 4 Plus 125, 24 Exp, ISO 125

Digitalkamera

. Nikon D5100 . Objektiv: . Canon 7D . Objektive:

Nikon DX AF-S Nikkor 18-105mm 1:3.5-5.6 G ED Canon EF 17-55mm 2.8 Canon EFS 15-85mm 3.5-5.6

Aufnahmedaten Analog

Blende f11 f11 + 1 Lichtwert f11 - 1 Lichtwert

2“ 6“ 0,7“

Digital

Blende f11 0,5“ f11 + 1 Lichtwert 1 „ f11 - 1 Lichtwert 0,25“ Dateiformat RAW Weißabgleich Kunstlicht ISO 100

(Messung mit Graukarte)

(Messung mit Graukarte)

Die analoge Aufnahme | 9


Den Film entwickeln Die Vorbereitung

Jetzt geht es in die Dunkelkammer zur Entwicklung des Analogfilms mit Hilfe einer Tageslichtdose. Sie ermöglicht das Entwickeln des Films auch ohne Dunkelkammer. Der Prozeß ist folgender: Entwickler - Stopper - Fixierer - Wässerung. Doch bevor es so los geht, bedarf es einiger Vorbereitungen. Zuallererst müssen alle benötigten Utensilien bereit gelegt werden, denn dann geht es schnell, strikt nach Zeit im Sekundentakt. Zur Vorbereitung stellen wir einen 10l-Eimer in das Waschbecken und füllen ihn zu 3/4 mit Wasser, genau 20°C warm. Es dient als Stopper für den Entwicklungsprozess. Nun wird der Entwickler angesetzt. In ein kleines Glas messen wir 40ml Entwickler ab, füllen ihn in ein größeres Glas um,damit wir es auf 400ml mit dem 20°-Wasser auffüllen können. In ein zweites Glas füllen wir 400ml Fixierer aus der großen Flasche um. Da der Fixierer öfter verwendet werden kann, ändert sich die Zeit, die der Film in diesem sauren Fixierbad verbringen muß, je nach Alter desselben. Also testen wir den Fixierer aus, um die Verweilzeit zu ermitteln. Dazu nehmen wir 2-3 cm Film aus eines Dose, die am Waschbecken steht. Mit Hilfe einer Papierzange tauchen wir den Film in den Fixierer (Achtung: Fixierer macht weiße Flecken auf der Kleidung!! ) und bewegen ihn 15 Sek. darin hin und her. Ein schneller Blick auf den Film zeigt, dasss er noch nicht durchsichtig ist. Also halten wir ihn noch einmal für 15 Sek. in den Entwickler, so

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lange, bis er durchsichtig ist. Nun wird die gemessene Zeit verdoppelt. Das ist jetzt die Zeit, die der zu entwicklende Film im Fixierer bleiben muß. Der Entwicklungsprozeß kann jetzt starten. Sepp ist dabei und hat ein wachsames Auge auf unser Tun. Geht das hier schief, müssen wir zurück ins Studio und die Aufnahmen neuerlich machen. Zugegeben, wir sind leicht nervös. Auf der Kamera wird der Rückspulknopf gedrückt und der Film geht zurück in die Spule, ein leises Surren bestätigt den Vorgang. Jetzt können wir die Kamera gefahrlos öffnen und die Filmspule herausholen. Doch wie bekommen wir den Film aus der Spule heraus? Sepp legt zu diesem Zweck einen alten Filmstreifen bereit, an dessen Ende er ein Stück doppelseitiges Klebeband angebracht hat. Daneben legt er die offene Tageslichtdose, den Deckel mit dem roten Stöpsel drauf und 2 Spulen. Augen zu und wie ein Blinder tastet er sich durch, ob er auch alles findet. Denn jetzt geht das Licht aus. Es ist stockdunkel im Raum. Sepp steckt den Filmstreifen in die Filmspule und zieht damit den zu entwicklenden Film heraus, ertastet sich die Spule der Tageslichtdose, wickelt den Film dort auf, gibt die Spule in die Dose, legt die zweite Spule obenauf (damit nichts verrutscht), schließt den Deckel - das Licht kann wieder eingeschaltet werden. Eine heikle Sache ist glücklich überstanden. Der Film kann jetzt in der Dose entwickelt werden.


Technische Daten

Tageslichtdose • Dose mit einem Aufsteckdorn für die Spiral(en), Deckel mit Einfüllstutzen und • rotem Stöpsel • Spirale zum Auffädeln des Films • 2. Spirale zum Fixieren des Dorns Entwickler Ilfosol ILFORD ILFOSOL 3 ist ein auf der Grundlage verschiedener moderner Entwicklersubstanzen zusammengesetzter Schwarzweiss-Filmentwickler. Er eignet sich besonders gut zur Verarbeitung mittel- und niedrigempfindlicher Schwarzweissfilme wie z.B. FP4 Plus, PAN F Plus oder DELTA 100 Professional. ILFOSOL 3 arbeitet feinkörnig und besonders scharf bei voller Ausnutzung der Filmempfindlichkeit. Er ist zur einfachen Handhabung und wirtschaftlichen Einmalentwicklung als Flüssigkeit erhältlich. Die empfohlene Verdünnung ist 1:9. Wenn es auf noch bessere Wirtschaftlichkeit ankommt oder für praktikablere Verarbeitungszeiten bei höheren Umgebungstemperaturen kann ILFOSOL 3 auch in der Verdünnung 1:14 verwendet werden. ILFOSOL 3 immer erst unmittelbar vor der Verarbeitung ansetzen und den verbrauchten Entwickler nicht mehr weiter verwenden. Das Konzentrat hält sich ungeöffnet 24 Monate, in geöffneter, halbfertiger Flasche 4 Monate. ILFOSOL 3 ist als 500ml Konzentrat erhältlich. Mit der Packung kann man 16 Filme (Verdünnung 1:9) oder 24 Filme (Verdünnung 1:14) im Format 135/36 oder 120 verarbeiten.

Entwickler ILFORD ILFOSOL3 • ansetzen 1 : 9 40 ml ins Glas • auf 400ml mit 20°C Wasser auffüllen • hält nur ca. 1 Stunde; muss dann entsorgt werden

Stopper • Wasser genau 20°C • ca. 8 Liter in einem Kübel vorbereiten • Schöpbecher bereitstellen

Fixierer • Säure (gebrauchsfertig in einem Glas) • 400 ml in ein Glas abmessen • Fixierer immer testen ---> Fixierzeit ermitteln ---> älterer Fixierer braucht längere Fixierzeit 2-3 cm Film mit Zange 15 Sek im Fixierer bewegen Film durchsichtig? wenn ja, fertig wenn nein, noch einmal 15 Sek - wenn durchsichtig, fertig Zeit verdoppeln (hier 30 Sek x 2 = 1 Min) = Fixierzeit

Film - Ilford FP4 Medium Speed ISO 125 • sehr feinkörniger, mittelempfindlicher Schwarzweiss-Film, mit weitem Belichtungsspielraum • 35mm, 120 Roll & Papierfilm • 24 Aufnahmen

Den Film entwickeln | 11


Der Entwicklungsprozeß

Die Vorbereitungen sind beendet, der Film ist in der Tageslichtdose, die benötigte Chemie steht bereit und ist ausgetestet. Die eigentliche Entwicklung des Filmstreifens kann jetzt beginnen. Da die Dose immer wieder auf den Kopf gestellt wird, ist es zweckmäßig, den gesamten, jetzt folgenden Prozeß im Waschbecken durchzuführen. Zuerst wird der Film gewässert. 1/2 Liter Wasser aus unserem 10l-Kübel wird in die Tageslichtdose gegossen. Der rote Stöpsel wird aufgesetzt und die Dose 3x am Tisch aufgestossen. Jetzt sollten etwaigen Luftblasen aus der Flüssigkeit verschwunden sein. Nun wird die Dose 5x gleichmäßig, langsam geschwenkt, d.h. auf den Kopf gestellt und zurück. Dies sollte den Film gleichmäßig benetzen. Nun kann man den roten Stöpsel entfernen und das Wasser aus der Dose entfernen. Von nun an heißt es konzentriert arbeiten und den exakten Zeitablauf einhalten. Daher: Stoppuhr gut sichtbar bereitstellen. Der Entwicklerprozeß wird 5 Minuten dauern (siehe Filmpackung). Als nächstes kommt der Entwickler in die Dose. Die wird verschlossen und 3x aufgestoßen. Nun die Stoppuhr auf 5 Minuten einstellen. 45 Sekunden lang wird die Dose im gleichmäßigen Rhythmus bewegt. Dann kommt das Thermometer für 30 Sekunden in die Dose. Wir brauchen genau 20°C. Ist der Entwickler kälter, verlängert sich der Entwicklungsprozeß (bei 19°C beträgt der Verlängerungsfaktor 30 Sekunden - siehe Tabelle, oder Sepp fragen.); ist er wärmer, verkürzt er sich. Wir maßen 22°C - es war sehr warm in der Dunkelkammer, wir schwitzten gehörig. Wir verkürzten also die Entwicklungszeit um 45 Sekunden auf 4Minuten und 15 Sekunden - die Rechnerei muß blitzschnell gehen. Schon ist die zweite Minute angebrochen. Die Dose muß wieder 3x gleichmäßig bewegt werden,

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ebenso in der dritten und der vierten Minute. Nach 4 Minuten und 15 Sekunden wird der Entwickler aus der Dose in das Glas zurück geleert. Er hält nur eine Stunde und muß dann fachgerecht entsorgt werden. Nun muß die Entwicklung gestoppt werden. Dies geschieht mit Wasser. 400ml werden in die Dose geschüttet. Sie wird 5x geschwenkt. Das Wasser wird abgegossen. Als nächstes kommt der Fixierer in die Tageslichtdose. Die wird verschlossen und 45 Sekunden durchgehend gleichmäßig bewegt. Dann 45 Sekunden alles ruhen lassen. Der Fixierer kommt zurück ins Glas und kann weiter verwendet werden. Der Entwicklungsprozeß ist beendet. Der Film muß jedoch gut gewässert werden, um die verbliebenen Chemikalien abzuwaschen. 500ml Wasser kommen in die Dose. Es wird 5x gleichmäßig bewegt und abgegossen. Dann wieder mit 500ml Wasser befüllen, 10x bewegen und abgießen. Noch einmal frisches Wasser nehmen, 15x bewegen und abgießen. Jetzt ist der Film archivfertig. Um ihn auch noch antistatisch und antibakteriell zu machen, nehmen wir 300ml destilliertes Wasser und geben 3 Tropfen MIRASOL hinein. Damit wird der Film 1/2 Minute bedeckt. Die 2 Zangen zum Auhängen des Films werden ebenfalls kurz hineingehalten, um allen Staub abzuwaschen. Der Film kann jetzt aus der Dose genommen werden - Licht kann ihm nichts mehr anhaben. Jeweils eine Zange oben und unten anbringen und den Film zum Trocknen damit auhängen. Am nächsten Tag können wir dann die Abzüge machen. Der so entwicklete Film hält 150 Jahre. Ist der Film trocken wird er zerschnitten. jeweils 3 Bilder und ein Leerbild davor und dahinter werden abgetrennt und in einer Negativhülle aubewahrt. Vorsichtig behandeln bitte, es war mühsam genug bis hierher.


Zeitlicher Ablauf

Entwickeln 500ml Wasser

3x aufstoßen 5x schwenken wegleeren 400ml Entwickler 3x aufstoßen Stoppuhr 5 Minuten einstellen 45 Sek bewegen Thermometer 30 Sek in die Dose geben 20°C benötigt je nach Temperatur Zeit verändern 19°C: + 30 Sek / hier: 22°C: -45 Sek (Entwicklungszeit auf 4 Min und 15 Sek verkürzt) 2.Minute 3x bewegen 3.Minute 3x bewegen 4.Minute 3x bewegen Entwickler abgiessen (entsorgen) Stoppen 400ml Wasser

5x schwenken abgiessen

400ml Fixierer

45 Sek durchgehend bewegen 45 Sek ruhen lassen Fixierer abgießen (weiterverwendbar)

500ml Wasser

5x bewegen abgiessen 10x bewegen abgiessen 15x bewegen abgiessen

Fixieren

Wässern

500ml Wasser 500ml Wasser

Film fertig machen 300ml destilliertes Wasser+3 Tropfen MIRASOL 30 Sek abgiessen Film zum Trocknen auhängen

Den Film entwickeln | 13


Der Negativ-Abzug

Es kommt uns vor, als würden wir jetzt zu den wirklichen Geheimnissen der analogen Fotoentwicklung vordringen. Rotes Licht, Schalen voller Chemie und Papier, das nur mit einer Zange bewegt wird ... All das haben wir schon in Spielfilmen gesehen. Jetzt dürfen wir es selbst erleben. Zuerst wird die Chemie aufgebaut. Drei Plastikschalen unterschiedlicher Farbe werden in die große Spüle gestellt. Entwickler, Stopper und Fixierer kommen dort hinein. Soweit ist alles klar. Sepp holt eine Tafel aus einem Winkel der Dunkelkammer hervor und erklärt: so machen wir es. Streifen von Papier, Quadrate, lange Streifen und kurze Streifen und ganze Bilder befinden sich darauf. Er redet von Takten und Belichtungszeiten und Vergrößerungsapparat und und und. Es wird schon komplizierter. Nun heißt es learning by doing . Fehler bleiben keinem von uns erspart. Bereits das Schneiden eines Fotopapiers in 5 Streifen gleicher Größe wird zur Herausforderung. Im trüben Rotlicht lässt sich die Skalaeinteilung auf der Schneidmaschine kaum erkennen. Ein extra Blatt ist von Nöten. Wir können nicht mehr Licht aufdrehen, da das Fotopapier nur gegen Rotlicht unempfindlich ist. Einen der Streifen schneiden wir noch in 4 gleich große Quadrate. Mit ihnen bestimmen wir später die basische Belichtungszeit (= Bildspur). Die Längsstreifen dienen zur Bestimmung des Taktes, d.h. wie oft wir die basische Belichtungszeit, am Vergrößerungsapparat eingestellt, wiederholen müssen, um

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zu einer vernünftigen Belichtung zu kommen. Dazwischen wird immer wieder entwickelt, beurteilt, evt. wiederholt. Schließlich ist es so weit. Das ausgewählte Negativbild, das im Vergrößerungsapparat bereits eingespannt ist, wird auf ein Fotopapier übertragen. Konzentriertes Arbeiten ist nötig. Man glaubt nicht, wie schwer es sein kann, bis 8 zu zählen, und bei jeder Zahl einen grünen Knopf zu drücken. Jede Frage der anderen lenkt dabei ab. War ich gerade bei 5 oder 6? Schweißgebadet (auch weil es ziemlich warm wurde in der Dunkelkammer) halten wir schließlich unser erstes selbst entwickeltes Foto in Händen. Toll!! Der erste Abzug war auf Kunststoffpapier. der zweite sollte auf Barytpapier erfolgen. Wir dachten, das ist gleich geschehen, jetzt wissen wir ja, wie es geht. Als uns klar wurde, dass allein die Wässerungszeit zum Ausspülen der Chemikalien am Ende des Entwicklungsprozesses 20 Minuten dauert, sank die Stimmung wieder. Wir waren schon etwas müde geworden, bei so vielen neuen Eindrücken. Doch auch dies ging zu Ende. Endlich Zeit für eine Tasse Kaffee - nach über drei Stunden. Der war wohl verdient. Mit Genugtuung sahen wir unser Bild an einer Klammer von der Decke hängen. Es muß mindestens über Nacht dort trocknen. Das Dunkelkammer-Abenteuer ist somit beendet. Jetzt beginnt die Mühsal der Beschreibung des Prozesses mit einem ansprechenden Layout - schließlich wollen wir punkten!!


Benötigtes Equipment

Chemiekalien Entwickler:

Stopper:

Fixierer:

werden in die vorbereiteten Schalen eingefüllt (sind evt. bereits gemischt vorhanden) Amaloco AM22002 Extra Bromax Die Entwicklerflüssigkeit ist basisch und wird im Verhältnis 1:9 angesetzt: 100ml Entwickler mit 900ml Wasser auffüllen ist eine Zitronensäure im Verhältnis 1:20 ansetzen. 50ml Stopper auf 1l Wasser auffüllen im Verhältnis 1:5 ansetzen: 200ml Fixierer auf 1l Wasser auffüllen (je konzentrierter, umso kürzer die Fixierzeit)

Rotlicht Dunkelkammerleuchte jeweils - neben Vergrößerungsapparat - bei den Entwicklungsschalen - in der Raummitte

Schalen für Chemiekalien werden im Waschbecken aufgestellt jede Schale erhält eine eigene Papierzange, um die Bäder nicht zu verunreinigen; das könnte den chemischen Prozeß stören schwarz - für den Entwickler gelb - für das Stoppbad rot - für den Fixierer grün - mit Wasser gefüllt; kommt direkt unter den Wasserhahn

Der Negativ-Abzug | 15


Bild auswählen

Vom entwickelten Film wird aus den unterschiedlich belichteten Bildern das am besten geeignete ausgesucht. In diesem Fall ist es das Bild mit der Nummer 2. (Bild 1 ist unscharf, Bild 3 ist überbelichtet und Bild 4 unterbelichtet.) Dieses Negativbild wird in den Vergrößerungsapparat eingespannt, um davon einen Abzug machen zu können. Bis es jedoch so weit ist, sind noch einige Vorbereitungen nötig.

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Chemikalien testen Zuerst wird der Fixierer getestet, dann das Stoppbad. Dies kann noch bei normaler Beleuchtung erfolgen. Zum Testen des Entwickler benötigen wir ein Fotopapier, das kann nur bei Rotlicht erfolgen.

Fixierer testen • 2-3 cm Filmstreifen (liegt in einer Dose am Waschbecken bereit) abschneiden • mit der Papierzange aus dem Fixierbad (!) festklemmen und ins Fixierbad halten • 15 Sekunden darin hin und her bewegen • ist der Film dann durchsichtig --> Test fertig • wenn nicht ---> weitere 15 Sekunden im Fixierbad bewegen • Film durchsichtig? (siehe oben) Ist der Fixierer älter, dauert es länger • ist der Film durchsichtig --> Klarzeit (2 x 15 Sek = 30 Sek Klarzeit) • nun wird die Klarzeit verdoppelt --> Fixierzeit (30 Sek x 2 = 1 Minute) In unserem Fall : 15sek + 15sek + 15sek = 45sek Klarzeit x 2 = 90sek Fixierzeit

Stoppbad testen • verfärbt sich das Stoppbad rot, dann ist es aufgebraucht • es muß in den Kanister „alte Chemie“ ausgeleert werden • neues Stoppbad muß angesetzt werden (siehe Seite vorher) • Stoppbad immer in die gelbe Schale geben, um die Rotfärbung sehen zu können. Entwickler testen Der Entwickler wird mit Fotopapier getestet. Daher wird jetzt nur mehr bei Rotlicht gearbeitet. Das Fotopapier muß immer im Karton gut verschlossen bleiben, damit es zu keiner ungewollten Belichtung kommt. • Fotopapier teilbelichten: Ein Streifen Fotopapier wird mit der glänzenden Seite nach oben auf den Tisch gelegt. Die Hälfte des Streifens wird mit dem Papierkarton abgedeckt. Dann wir das Licht 5 Sekunden eingeschaltet. • mit der Papierzange aus dem Entwicklerbad (schwarze Schale) wird der Streifen darin gewegt, Ist der Streifen nach ca. 45 Sekunden ganz schwarz, ist der Entwickler ok. (Sonst neu ansetzen)

Der Negativ-Abzug | 17


Der Vergrößerungsapparat

Im Prinzip ist ein Vergrößerungsgerät ein Projektor, der ein beleuchtetes Negativ auf eine Fläche (Bildebene) projiziert, auf die Fotopapier gelegt wird. Die Belichtungszeit wird mit einer Belichtungsschaltuhr (Zeitschalter) oder einem Lichtmengenmessgerät gesteuert. Aus dem latenten Bild im Fotopapier wird dann mit einer chemischen Entwicklung in der Regel ein Positiv hervorgerufen. Vergrößerungsgeräte bestehen aus einer Grundplatte und einem Projektor (Vergrößerungskopf, bestehend aus Lampenhaus, Negativhalter und Objektiv), der beweglich an einer Säule angebracht ist. Die Größe des projizierten Bildes hängt von der Brennweite des Objektivs und von dem Abstand der Bildbühne vom Foto-Papier ab. An der Säule oder dem Kopf des Vergrößerungsgerätes ist daher häufig eine Anzeige des Vergrößerungsmaßstabs angebracht. Zur Scharfeinstellung ist das Objektiv im Abstand gegenüber dem Negativhalter einstellbar.

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Das Negativ muss während der Projektion möglichst gleichmäßig und hell ausgeleuchtet werden. Zur Beleuchtungseinrichtung, die im Lampenhaus untergebracht ist, gehört heute mindestens auch eine plankonvexe Kondensor-Linse, damit möglichst viel vom vorhandenen Licht das Negativ passiert. Das Negativ liegt an der planen Seite dieser Linse. Zur Steuerung der Belichtungszeit dient eine Belichtungsuhr, die mit einem Lichtmengenmessgerät kombiniert sein kann. Sie schaltet die Lampe nach einer einstellbaren Zeit ab. Die erforderliche Belichtungszeit richtet sich nach dem Vergrößerungsmaßstab, den Eigenschaften des Fotopapieres und der gewünschten Gradation. Die Belichtungszeit muss bei Verwendung einer Belichtungsuhr für jedes Negativ und jeden Maßstab experimentell neu bestimmt werden. Dazu werden mehrere Fotopapier-Teststreifen unterschiedlichen Belichtungszeiten ausgesetzt und entwickelt. (www.wikipedia.org)


Technischer Ablauf

Den Vergrößerungsapparat einstellen Zuerst wird der Bilderrahmen des Vergrößerungsapparates auf die Größe des Fotopapiers, nämlich 17 x 23 cm, eingestellt.

Für die Bildspur sucht man sich die hellste Stelle des Bildes (ca. 4x4cm).

Am oberen Teil des Vergrößeungsapparates wird das Vergrößerungsglas herausgenommen.

Der Bildrahmen wird so verschoben, dass dieser Bereich in einer Ecke liegt. So lassen sich die Fotopapierteile alle gleich exakt plazieren.

Das ausgewählte Negativ wird eingespannt und das Vergrößerungsglas wieder hineingesteckt.

Die Blende wird um 2 Stufen herunterfahren.

Timer testen: den Schalter unterhalb der Knöpfe auf ‚10x‘ stellen; mit dem Drehschalter exakt 1 Sekunde einstellen; den grünen Knopf drücken --> es müssen 10 Sekundentakte hörbar sein. Mit der weißen Taste das Dauerlicht einschalten.

Das Dauerlicht am Apparat wird mit der roten Taste abgeschaltet.

Den Ausschnitt bestimmen: Die Höhe des Apparates so verstellen, dass das Objekt mit je 2cm Rand auf den Bildrahmen projiziert wird.

Einen Bogen Fotopapier in 5 gleich große Streifen schneiden und einen Streifen davon vierteln. Man erhält so 4 Quadrate zu je ca. 4x4cm.

Mit dem Drehrad auf der linken Seite scharf stellen.

Die vier Quadrate mit der Glanzseite nach unten neben den Bilderrahmen bereit legen. Nun kann die Belichtungszeit mit Hilfe von Bildspuren bestimmt werden.

Die Blende ganz aufmachen.

Das Rotlicht der Dunkelkammer muß nun eingeschalten und alles andere Licht ausgeschalten werden.

Der Negativ-Abzug | 19


Bildspuren

Belichtungszeit 1 Sekunde

Belichtungszeit 2 Sekunden

Auf den ausgesuchten Bild-Bereich wird nun ein Papierquadrat mit der Glanzseite nach oben gelegt. Dann wird belichtet. Das Papierquadrat wird dann mit der belichteten Seite (Glanzseite) nach unten links neben den Apparat gelegt. Es folgen das 2., 3. und 4. Quadrat. Die Belichtungszeit verdoppelt sich jeweils. So kann dann bestimmt werden, welche Grundzeit auf dem Schalter des Vergrößerungsapparates eingestellt werden muß. Die belichteten Quadrate nennt man Bildspuren.

Nun werden die Bildspuren entwickelt. Mit Hilfe der Papierzange legt man sie in die vorbereiteten Wannen. Zuerst in den Entwickler. Die Quadrate sollten dabei nicht übereinander liegen, so dass die Flüssigkeiten jedes Bild gleichmäßig benetzen können. Man kann zu diesem Zweck auch die Schalen leicht berwegen. Nach dem Entwickler kommen die Bildspuren in das Stoppbad, dann in den Fixierer und zum Schluß wird gewässert und alle Chemie wieder abgewaschen.

Belichtungszeiten: 1. Quadrat 1 Sekunde (1x grüner Knopf) 2. Quadrat 2 Sekunden (2x grüner Knopf) 3. Quadrat 4 Sekunden (4x grüner Knopf) 4. Quadrat 8 Sekunden (8x grüner Knopf)

Entwicklungszeiten: Entwickler 1 Minute wurde getestet Stopper 10 Sekunden Fixierer 90 Sekunden wurde getestet Wässerung 2 Minuten unter fließendem Wasser

Belichtungszeit 4 Sekunden

Die ausgewählte Belichtungszeit für die hellen Bereiche beträgt 3 Sekunden. Belichtungszeit 8 Sekunden

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Den Takt bestimmen Die aus den Bildspuren ausgewählte Belichtungszeit wird auf der Zeitschaltuhr des Vergrößerungsapparates eingestellt. Sie bildet die Grundlage für die Bestimmung der Takte. Bei eingeschaltetem Dauerlicht sucht man nun den Bild-Ausschnitt, der die meisten Tonwertstufen enthält. Dieser Bereich wird ebenfalls wieder in eine Ecke gerückt. Die Größe entspricht den vorbereiteten Streifen (ca. 4x15 cm). Das Dauerlicht wird ausgeschaltet (roter Knopf) und wie bei den Bildspuren werden die Streifen mit der Glanzseite nach unten links neben dem Bilderrahmen bereitgelegt. Nun wird ein Streifen nach dem anderen aufgelegt und belichtet:

1. Streifen 2. Streifen 3. Streifen 4. Streifen

1 Takt

(1 x grüner Knopf) (= 1 x 3 Sek.) 2 Takte (2 x grüner Knopf) (= 2 x 3 Sek.) 4 Takte (4 x grüner Knopf) (= 4 x 3 Sek.) 8 Takte (8 x grüner Knopf) (= 8 x 3 Sek.)

Die belichteten Streifen werden wie bei den Bildspuren entwickelt.

Die Entscheidung fällt auf 3 Takte für die beste Zeichnung und den größten Tonwertstufenumfang.

Die Belichtungszeit für den Abzug beträgt somit 3 x 3 Sek = 9 Sek

1 Takt

2 Takte

4 Takte

8 Takte


Das Bild entsteht ... ... auf kunststobeschichtetem Fotopapier Das Bild wird am Vergrößerungsapparat neu eingerichtet. Der ermittelte Takt, in diesem Fall 3 x 3 Sekunden, wird für die Nullkopie verwendet. (Im Idealfall ist es die bereits richtige Belichtungszeit für das Bild. Sollte es nicht passen, kann nachbelichtet werden, indem ein Takt dazukommt oder einer weniger verwendet wird. In der Dunkelkammer entstehen 2 Kopien, eine auf kunstobeschichtetem Fotopapier und eine auf Barytpapier. Ein dritter Abzug entstand digital.) • • • • •

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Dauerlicht am Vergrößerungsapparat ausschalten, nur unter Rotlicht arbeiten Fotopapier mit der Glanzseite nach oben in den Bildrahmen des Vergrößerungsapparates einlegen eingestellte Zeit an der Zeitschaltuhr kontrollieren (hier: 3 Sekunden) belichten nach ermitteltem Takt (hier: 3 x grünen Knopf drücken) den Abzug entwickeln: Entwickler 1 Minute (getestet) Stopper 10 Sekunden Fixierer 90 Sekunden (getestet) Wässerung 2 Minuten (unter fließdendem Wasser) anschließend den Abzug zum Trocknen auhängen

Fotopapier im klassischen Sinne ist ein lichtempfindlich beschichtetes Material, die Unterlage besteht zumeist aus Papier, zur Herstellung von schwarzweißen oder farbigen Aufsichtsbildern auf optisch-fotochemischem Wege ... Schwarzweiß-Fotopapier wird in verschiedenen Gradationen oder Härtestufen hergestellt, typischerweise gibt es Papiere mit Gradationen von 0 (weich) bis 5 (hart) ... Eine Gradation von 0 weist einen großen GraustufenUmfang auf, das Bild hat keine harten Schwarzstufen und wirkt eher grautönig. Der Härtegrad 5 zeigt klare Schwärze und starke Kontraste ... Erreicht wird dies durch zwei lichtempfindliche Schichten, die bei harter Gradation nur blaues Licht und bei weicher Gradation nur grünes Licht durchlässt. (www.wikipedia.org)

Papier Größe Haltbarkeit

Formaspeed N311 18 x 24 cm ca. 30 Jahre


... auf Baryt-Papier

1 Takt

2 Takte

Da das Baryt-Papier andere chemische Eigenschaften aufweist, muß noch einmal der Takt bestimmt werden. Diesmal genügt ein halb so großer Barytpapierstreifen wie beim ersten Abzug. Bei eingeschaltetem Dauerlicht sucht man nun den Bild-Ausschnitt, der die wichtigsten Bildinhalte und die meisten Tonwertstufen enthält. Dieser Bereich wird wieder in eine Ecke gerückt. Die Größe entspricht den vorbereiteten Streifen (ca. 4x8 cm). Das Dauerlicht wird ausgeschaltet (roter Knopf) und die Streifen mit der Glanzseite nach unten bereitgelegt. Nun wird ein Streifen nach dem anderen aufgelegt und belichtet: 1. Streifen 1 Takt (1 x grüner Knopf) (= 1 x 3 Sek.) 2. Streifen 2 Takte (2 x grüner Knopf) (= 2 x 3 Sek.) 3. Streifen 4 Takte (4 x grüner Knopf) (= 4 x 3 Sek.) 4. Streifen 8 Takte (8 x grüner Knopf) (= 8 x 3 Sek.)

Beim Baryt-Papier ist die lichtempfindliche Schicht aus Silberbromid durch eine weiße Schicht aus Bariumsulfat (= Baryt) vom Papier getrennt. Es benötigt eine lange Wässerungszeit, die das Papier wellig werden läßt. Ist das Papier trocken, wird es noch einmal kurz in Wasser getaucht, abtropfen lassen und mit gummiertem Klebeband auf eine Glasplatte aukleben. Das Klebeband sollte ca. 5mm am Foto überlappen. Trocknen lassen und mit einem Stanley-Messer am Papierrand abschneiden. Das überlappende Klebeband bleibt als brauner Rand erhalten. Dies ist ein typisches Merkmal für ein Baryt-Papier-Foto. Wegen der langen und aufwendigen Bearbeitungszeit wird es vorwiegend für hochwertige Fotoausarbeitungen verwendet. (www.wikipedia.org)

Entwicklungszeiten: Entwickler Stopper Fixierer Wässerung

90 Sekunden 60 Sekunden 90 Sekunden 20 Minuten !!!

Zum Lufttrocknen auhängen. Trockenzeit beträgt 1 Tag. 4 Takte

8 Takte

Papier Größe Haltbarkeit

24 | Abenteuer Dunkelkammer

Formabrom N111 normal, glossy 18 x 24 cm ca. 400 Jahre


Der digitale Ausdruck

Parallel zur analogen Aufnahme wurden im Studio auch digitale mit gleicher Brennweite und Blende gemacht. Die Aufnahmen wurden mit Adobe Lightroom 3.6 in Schwarz-Weiß-Fotos konvertiert und in gleicher Größe wie die anderen beiden Fotos exportiert. Dieses Foto wurde direkt in dieses Fotobuch importiert.

26 | Abenteuer Dunkelkammer

Kamera Objektiv Brennweite Blende Belichtung ISO Weißabgleich

Nikon D5100 AF-S Nikkor 18-105mm f3.5-5.6G ED 32mm f/11 0,5 sec 100 Kunstlicht

Bearbeitung

Adobe Lightroom 4.3


Impressum

Titel: Arbeit:

Antonia Zimmermann

Netty Kinsky

Abenteuer Dunkelkamera Technisches Szenario Prager Fotoschule Jahrgang 41 Autoren: Antonia Zimmermann Netty Kinsky Rainer Kurz Projektbegleitung: Sepp Puchner Fotografie: analoge Fotografie Nikon F-801s, AF Nikkor 50mm 1:3.5-4.5, SW Ilford FP 4 Plus 125, 24 Exp, ISO 125 digitale Fotografie Nikon D5100, AF-S Nikkor 18-105mm 1:3.5-5.6 G ED Canon 7D, Canon EF 17-55mm 1:2.8, Canon EFS 15-85mm 1:3.5-5.6 Ausarbeitung: Labor Schloß Weinberg . Kefermarkt . OÖ Text und Bildmaterial: Antonia Zimmermann, Netty Kinsky, Rainer Kurz Schrift: Candara Layoutprogramm: InDesign CS5.5 Druck: www.blurb.com Bindung: Fotobuch Softcover Auflage: 3 Stück Erstellung: April - Dezember 2012

Rainer Kurz

28 | Abenteuer Dunkelkammer

Dank an Sepp Puchner für die theoretische und praktische Einführung in das Thema und seine Anwesenheit immer dann, wenn nichts mehr weiter ging. Rina Puchner für ihre stets ermunternden Worte.


Abenteuer Dunkelkammer  
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