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Siebdruckkurs – Schülerfirma

Siebdruck ist ein Handwerk – eine Textilveredelungstechnik mit Tradition, die gerade in den vergangenen Jahren wieder stärker nachgefragt wird. Das kleinschrittige Verfahren bietet viel Raum für komplexe kreative und handwerkliche Lernerfahrungen. Mit Siebdruck lassen sich schnell aussagekräftige Arbeitsergebnisse und damit auch Erfolgserlebnisse erzielen. Das Modul „Siebdruck/RÜTLI-WEAR-Schülerfirma“ fand integriert in das Fach Arbeitslehre an der 1. Gemeinschaftsschule am Campus Rütli statt. In Zusammenarbeit mit der Lehrerin Selin Erhan gestalteten die RÜTLI-WEAR e.V.-Mitarbeiter Anne Schöbel und Ricardo Perez den Kurs als berufsorientierenden Unterricht für eine 10. Klasse. Zwölf Schülerinnen und Schüler nahmen das Angebot Siebdruck als Wahlpflichtfach wahr. Sie lernten verschiedene Kreativmethoden zur Motiventwicklung und -gestaltung sowie die grundlegenden Arbeitsschritte des Siebdruckverfahrens kennen. Von den ersten Zeichnungen bis zur Druckvorstufe entwickelte die Klasse eigene Motive, erhielt einen Überblick über verschiedene Siebdrucktechniken und druckte schließlich die erarbeiteten Vorlagen auf T-Shirts und andere Textilien. Die Arbeitsergebnisse wurde auf einem Blog dokumentiert.* Den theoretischen Baustein des Moduls bildete die Auseinandersetzung mit der „textilen Kette“ und ihren Stationen. Die beispielhafte Darstellung konkreter Firmenabläufe der RÜTLI-WEAR oHG sollte die abstrakten Strukturen von Einkauf, Marketing und Vertrieb greifbar machen und anschauliche Antworten geben auf die Frage: Wie arbeitet ein Textilunternehmen? Für Jugendliche stellt (Marken-)Kleidung ein entscheidendes Distinktionsmerkmal dar. Woher Kleidung kommt und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Um die KursteilnehmerInnen für ökologische und soziale Aspekte der Textilwirtschaft zu sensibilisieren, wurden globale Produktionsbedingungen kritisch diskutiert: Woher stammt die Kleidung, die wir tragen und welcher Herstellungsprozess steckt dahinter? Wie kommt es zu den niedrigen Preisen der großen Textildiscounter? Worauf muss man achten, wenn man „faire“ Kleidung erwerben möchte? Ein Vortrag von Bernd Hinzmann von der „Kampagne für Saubere Kleidung“** bot der Klasse die Möglichkeit zu kritischen Rückfragen. Als handfestes Ergebnis der eigenen Arbeit nahmen die Schülerinnen und Schüler ein T-Shirt mit ihrem eigenen Motiv mit nach Hause. Den Abschluss bildete ein Fotoshooting, das ihre Entwürfe professionell in Szene setzte – wer wollte, konnte mit dem selbst bedruckten Shirt Modell stehen * **

www.schuelerfirma.ruetli-wear.de www.saubere-kleidung.de

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Textiles Gestalten - MADE IN NEUKÖLLN  
Textiles Gestalten - MADE IN NEUKÖLLN  

ein Projekt des RÜTLI-WEAR e.V.

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