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Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2011 | 12

1. Auflage  |  Januar 2013

Axpo Holding AG

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Axpo auf einen Blick – Profil in Mio. CHF

2010/11

2009/10

2008/09

2007/08

2006/07

Gesamtleistung

6 354

6 229

Davon Umsatz aus Energie und Netznutzung

6 258

6 153

7 550

7 599

9 208

6 709

6 864

8 793

Gesamtleistung

Axpo ist ein Schweizer Energieunternehmen, zu 100% im Eigentum der Nordostschweizer Kantone. Axpo beUnternehmensergebnis schäftigt über 4000 Mitarbeitende und versorgt zusammen mit ihren Partnern rund 3 Millionen Menschen Unternehmensergebnis 45Axpo ist409 568 und international 1 003 1 436 mit Strom – sicher, klimaschonend und zu günstigen Preisen. lokal verankert ausgerichtet. Sie ist in der Produktion, der Verteilung und im Vertrieb von 6,5 Strom sowie EnerIn % der Gesamtleistung 0,7 7,5im internationalen 13,2 15,6 giehandel tätig. Zudem bietet Axpo Energiedienstleistungen für Kunden in der Schweiz und ­Europa an. Pro Mitarbeitende Jahr werden im(Vollzeitstellen) In- und Ausland rund 74 Mia. Kilowattstunden Energie umgesetzt. 4 415

Durchschnittlicher Personalbestand

4 386

4 092

3 698

3 369

Die Axpo Gruppe umfasst die in Baden domizilierte Axpo Holding AG mit den Tochtergesellschaften Axpo Power AG, Axpo Trading AG, Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW), Axpo Services AG und Axpo ­Informatik AG.  

Axpo Managementstruktur

Axpo Holding AG

Steuerungs- und Unterstützungsfunktionen

Geschäftsbereich Produktion & Netze

Geschäftsbereich Handel & Vertrieb

Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW)

Axpo Informatik AG

Diese Gebiete versorgt Axpo mit Strom

Axpo/Kantonswerke Teilweise durch Axpo versorgt CKW

Unbenannt-4 1

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GRI-Bericht Axpo berichtet transparent über ihre Leistungen in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Weiterführende Informationen finden sich im GRI-Bericht unter www.axpo.com.

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Kennzahlen

Finanzen

2007/08 in Mio. CHF

2008/09 in Mio. CHF

2009/10 in Mio. CHF

2010/11 in Mio. CHF

2011/12 in Mio. CHF

Gesamtleistung

7 599

7 550

6 269

6 354

7 346

davon Umsatz aus Energie und Netznutzung

6 864

7 438

6 153

6 258

7 231

Gesamtleistung

EBIT Betriebsergebnis

1 178

848

538

139

329

in % der Gesamtleistung

15,5%

11,2%

8,6%

2,2%

4,5%

Unternehmensergebnis

1 003

568

409

45

282

in % der Gesamtleistung

13,2%

7,5%

6,5%

0,7%

3,8%

Cashflow

1 016

901

685

862

749

Nettoinvestitionen in das Anlagevermögen (ohne Darlehensforderungen)

– 567

– 510

– 620

– 770

– 465

449

391

65

92

284

Unternehmensergebnis

Cashflow und Investitionen

Free Cashflow Bilanzzahlen Bilanzsumme

17 515

17 587

17 728

17 742

18 684

Eigenkapital inkl. Minderheitsanteile

7 750

8 164

8 164

7 600

7 970

Eigenkapitalquote in %

44,2%

46,4%

46,1%

42,8%

42,7%

Netto-Finanzvermögen

1 700

1 956

1 999

1 769

2 047

3 698

4 092

4 386

4 415

4 368

Mitarbeitende (Vollzeitstellen) Durchschnittlicher Personalbestand

Energiewirtschaft

Strom in Mio. kWh

Gas in Mio. kWh

2011/12 in Mio. kWh

Strom in Mio. kWh

Gas in Mio. kWh

2010/11 in Mio. kWh

Veränderung in % zum Vorjahr

Beschaffung 22 476

22 476

22 999

22 999

–2

Hydraulische Kraftwerke

Kernkraftwerke

9 183

9 183

8 015

8 015

15

Konventionell-thermische ­Kraftwerke

5 390

5 390

4 640

4 640

16

285

285

237

237

20 4

Neue Energien (inkl. übriger Beteiligungen) Von dritten Unternehmen und Handel

Total

30 538

6 080

36 618

27 213

8 134

35 347

67 872

6 080

73 952

63 104

8 134

71 238

21 098

21 180

52 576

41 650

Abgabe Versorgungsgebiet

21 098

An dritte Unternehmen und Handel

46 496

8 134

0

49 784

6

Verluste/Eigenbedarf

233

233

230

230

1

Direktabgabe aus übrigen Beteiligungen

45

45

44

44

2

73 952

63 104

Total

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6 080

21 180

67 872

6 080

8 134

71 238

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Wichtige Ereignisse 2011/12

Flexible Strategie – neue Struktur soll Ergebnisse steigern

Axpo hat ihre Strategie den veränderten Marktbedingungen angepasst und setzt mit einem breiteren Produktions- und Beschaffungsmix auf mehr Flexibilität. Zudem wurde die Konzernstruktur angepasst. Im Frühjahr 2012 stockte Axpo ihre Anteile an der EGL AG von 91% auf 100% auf und führte das Geschäft der EGL mit jenem der Axpo AG zusammen. Mit der Gliederung in die Geschäfts­ bereiche Produktion & Netze sowie Handel & Vertrieb sollen durch flexiblere und effizientere Zusammenarbeit eine deutliche Ertragssteigerung und eine Senkung der Kosten erreicht werden.

Für Axpo hat Sicherheit Priorität.

Projekt «Linthal 2015» auf Kurs, 40-jährige Anleihe über 200 Mio. CHF emittiert

Der Ausbau des Pumpspeicherwerks Limmern kommt voran. Im März 2012 wurde der Ausbruch der Maschinenkaverne beendet, wofür 180 000 m3 Fels ausgebrochen wurden. Zudem erfolgte der Durchstich für den Zugangsstollen in die neue Maschinenkaverne. Das Grossprojekt ist solide finanziert. Unter anderem platzierte die Kraftwerke Linth-Limmern AG im September 2012 erfolgreich eine 40-jährige Anleihe über 200 Mio. CHF zu 3%. Axpo baut das Werk zusammen mit dem Kanton Glarus für 2.1 Mia. CHF aus.

Weitere Fortschritte im Bereich neue Energien

WinBis in Italien nahm im Sommer 2012 planmässig den Vollbetrieb auf. Der Windpark wird jährlich 110 Gigawattstunden Strom produzieren. Trotz Verzögerungen beim Netz­a nschluss des Offshore-Projekts Global Tech I in Deutschland soll der Park mit einer Leistung von 400 Megawatt Ende 2013 ans Netz gehen. Erste Fundamente sind in der Nordsee gesetzt worden. Axpo ist zu 24,1% an Global Tech I beteiligt. Das Geothermie-Projekt in Taufkirchen (DE), an dem Axpo zu 35% beteiligt ist, ist auf Kurs. Bohrungen Ende 2011 und im Juli 2012 ergaben, dass die Gesteinsschicht genügend heisses Wasser führt. 2013 soll die Anlage den Betrieb aufnehmen.

Weitere Investitionen in die Sicherheit des KKB

Das Kernkraftwerk Beznau (KKB) produziert seit 1969/1972 zuverlässig Strom. Bei den nach Fukushima angeordneten Stresstests der EU schnitt das KKB hervorragend ab. Ebenso hat das KKB stets alle noch strengeren Anforderungen der Aufsichtsbehörde ENSI erfüllt. Die internen Vorgaben gehen über die gesetzlichen hinaus. Für Axpo hat Sicherheit absolute Priorität. Das KKB wurde seit seinem Bestehen für 1.6 Mia. CHF nachgerüstet. Bis 2014 werden ­weitere 700 Mio. CHF in die Sicherheit investiert, unter anderem in eine autarke, erdbebensichere Notstromversorgung.

CKW verlängert Pilotprojekt «Smart Metering»

Das zwei Jahre laufende Pilotprojekt «Smart Metering» der CKW hat gezeigt, dass die neue Technologie ein Sparpotenzial hat, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Gleichzeitig sind die Kosten aber beträchtlich. Um noch mehr Erkenntnisse zu gewinnen, verlängert CKW das Projekt bis September 2013 und investiert insgesamt 3 Mio. CHF.  

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Inhaltsverzeichnis

Axpo ist auf neuem Kurs 2 «Axpo ist flexibler und effizienter geworden. Wir sind bereit» Wir streben eine nachhaltige Energiezukunft an 6 Wir gehen mit Energie verantwortungsvoll um   10 Wir investieren in praxisnahe Forschung 12 Wir setzen Sicherheit stets an erste Stelle 14 Wir setzen uns für Umwelt und Gesellschaft ein 16

Corporate Governance Verwaltungsrat 30 Konzernleitung 32

18

Assurance-Bericht   33 Nachhaltigkeitsbeirat 34 Einstufung nach GRI   36 Kraftwerkspark 38 Glossar 40 Magazin: Unterwegs im Axpoland

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4

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Axpo ist auf neuem Kurs Mit einer angepassten Strategie und einer neuen Struktur stellt sich Axpo den Herausforderungen des Energiemarkts. Auch wenn das Umfeld stürmisch bleibt – das Axpo Schiff ist auf Kurs, und dieser heisst Sicherung der Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen. Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Eigentümerstruktur 18,342%

EKZ

18,410%

AEW

14,026%

SAK

12,501%

EKT

12,251%

Axpo Holding AG: 100% in öffentlicher Hand

13,975%

7,875%

1,747%

0,873%

Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Axpo, wie für die ganze Energiebranche, ein schwieriges. Die Eurokrise und das damit zusammenhängende verlangsamte Wirtschaftswachstum sowie die priorisierte Einspeisung von subventioniertem Strom führten zu Überkapazitäten. Hinzu kam der starke Franken. Dennoch stieg der Betriebsgewinn (EBIT) des Konzerns von 139 Mio. CHF im Vorjahr auf 329 Mio. CHF, der Unternehmensgewinn auf 282 Mio. CHF (Vorjahr: 45 Mio. CHF). Dieses Resultat wurde wie im vergangenen Geschäftsjahr stark von Sonderfaktoren beeinflusst. Während sich etwa die Wertberichtigung auf eigene Kraftwerke sowie Rückstellungen für regulatorische Effekte negativ niederschlugen, trug insbesondere die gute Entwicklung der Nuklearfonds zur Steigerung des Unternehmensgewinns bei. Allerdings lag dieser unter Ausklammerung der Sonderfaktoren wie auch des EBIT unter den Werten des Vorjahrs.

Dank an die Mitarbeitenden für den Sonder-Effort

Angesichts des schwierigen Umfelds haben wir im vergangenen Geschäftsjahr die Konzernstruktur gestrafft, die Organisation angepasst und auch verkleinert. Solche einschneidenden Veränderungen sind naturgemäss für die Mitarbeitenden belastend. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle ­a llen Mitarbeitenden besonders danken. Ohne ihren Einsatz und ihre Loyalität könnten wir das Axpo Schiff in diesen stürmischen Zeiten nicht auf Kurs halten und uns erfolgreich den neuen Herausforderungen stellen. Und diese sind gross, denn der politisch eingeleitete schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie verlangt nicht weniger als den Umbau des gesamten Energiesystems. Die neue Situation haben wir frühzeitig und intensiv mit unseren Aktionären diskutiert und dazu Szenarien entwickelt. Dabei war klar, dass in der heutigen Situation die Energiezukunft ohne die ursprünglich geplanten Ersatz-Kernkraftwerke ausgestaltet werden muss. Bereits Ende 2011 hatte der Verwaltungsrat eine angepasste Strategie bis 2030 formuliert. Diese zeichnet Axpo die mittelfristige Marschrichtung vor – unter Wahrung aller Flexibilität für die Zukunft. Als Unternehmen der öffentlichen Hand wird sich Axpo im Rahmen der Vernehmlassungsvorlage zur Energiestrategie konstruktiv-kritisch und mit

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ihrem ganzen Wissen einbringen. Dieses fusst auf der jahrzehntelangen Erfahrung aus unserem Auftrag: fast 3 Millionen Menschen tagein, tagaus zuverlässig, nachhaltig und günstig mit Strom zu versorgen. Allerdings würden wir unsere Pflicht vernachlässigen, wenn wir dort, wo wir aufgrund der neuen Energiepolitik Gefahren und ungeklärte Fragen sehen, nicht offen und sachlich auf bessere Lösungen aufmerksam machen würden. Diese Sorgfaltspflicht schulden wir unseren Aktionären und unseren Kunden sowie dem Wohle unseres Landes.

In der heutigen Situation muss die Energiezukunft ohne die ursprünglich geplanten Ersatz-Kernkraftwerke ausgestaltet werden.

Neues erschliessen, Bewährtes erhalten

Der Umbau des Systems ist ambitiös und ein Generationenprojekt. Wir müssen ­einerseits neue Energiequellen erschliessen, deshalb setzt Axpo verstärkt auf neue Energien, namentlich Wind – dies vor allem im Ausland – sowie Biomasse und Biogas, Geothermie und grosse Solarenergie-Anlagen an passenden Standorten. Aber wir müssen andererseits auch die bestehenden bewährten Kraftwerke ausbauen respektive erhalten, solange sie zuverlässig und sicher sind. Denn wenn die neue Energiestrategie gelingen soll, sind wir auf den Strom aus den bewährten Kernkraftwerken Beznau 1 und 2 weiterhin angewiesen, auch über 2020 hinaus. Deshalb investiert Axpo mehrere hundert Millionen Franken in die Sicherheit des KKW Beznau. Weiter bleibt auch die Wasserkraft ein Grundpfeiler unseres Produktionsmix. Wir werden bestehende Wasserkraftanlagen ausbauen, in neue investieren und uns um die Verlängerung von Konzessionen bemühen. Nicht vergessen dürfen wir dabei, dass mehr unregelmässig anfallende Energie auch mehr Regelenergie verlangt, um die Stromversorgung zu sichern. Gerade weil wir für die Versorgungssicherheit verantwortlich sind, investieren wir in die flexibel einsetzbare Pumpspeicherkraft. Das ist wichtig für die sichere Stromversorgung. Wegen der CO2-Problematik, aber auch weil die Wirtschaftlichkeit aufgrund heutiger Rahmenbedingungen nicht gegeben ist, steht der Bau von Gas-Kombikraftwerken in der Schweiz vorläufig nicht auf der Agenda. Die neue Energiestrategie fordert mehr Flexibilität. Axpo wird deshalb alle anstehenden Projekte kritisch auf Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, technische Machbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz prüfen. Auf Abenteuer aber können und werden wir uns nicht einlassen. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Effizienz brauchen wir zudem die vollständige Marktöffnung, um die ­Anbindung an den europäischen Binnenmarkt anzupassen, und den Ausbau unserer Netze.

Wenn die neue Energiestrategie gelingen soll, sind wir auf den Strom aus den be­währten Kernkraftwerken Beznau 1 und 2 weiterhin angewiesen, auch über 2020 hinaus.

Wechsel im Verwaltungsrat

Ich danke unseren Kunden und Aktionären dafür, dass sie uns bei unserer ­a nspruchsvollen Aufgabe unterstützen. Danken möchte ich zudem Hans­ jakob Zellweger. Nach acht Jahren, in denen er einen wertvollen Beitrag für die Weiterentwicklung der Axpo leistete, ist er aus unserem Verwaltungsrat zurückgetreten. Als seinen Nachfolger wählte die Generalversammlung am 9. März 2012 Roland Eberle. Das Umfeld bleibt schwierig und die sogenannte «Energiewende» eine grosse Herausforderung. Aber es gibt Grund zur Zuversicht. Jetzt kommt es darauf an, mit voller Kraft für den operativen Erfolg zu arbeiten und die Handlungsfreiheit zu wahren. Nicht weniger als die sichere Stromversorgung unserer Aktionärskantone steht auf dem Spiel.  

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Robert Lombardini Präsident des Verwaltungsrats

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«Axpo ist flexibler und effizienter geworden. Wir sind bereit» Axpo hat die Schwierigkeiten frühzeitig erkannt, hat sich neu aufgestellt und Kosten gesenkt – und sie ist solide finanziert. Das ist Grund zur Zuversicht. Herr Karrer, wie hat Axpo auf die negative Entwicklung beim EBIT reagiert? Das Umfeld war, ist und bleibt wegen der Finanzmarktkrise und der in der Folge tiefen Grosshandelspreise für Strom sowie dem schwachen Euro schwierig. Die Einnahmen brachen ein, während die Kosten markant stiegen. Wir leiteten umgehend Massnahmen ein und reduzierten die Kosten, zuerst bei der besonders betroffenen Energiehändlerin EGL. Im Berichtsjahr haben wir zudem den gesamten Konzern neu strukturiert und Synergien realisiert. Durch die Zusammenlegung von Bereichen wie dem Energiehandel oder den Supportfunktionen haben wir 110 Stellen abgebaut. In anderen Bereichen wurden natürliche Abgänge nicht ersetzt. Bei der Restrukturierung haben wir die Mitarbeitervertretung frühzeitig mit einbezogen, um für möglichst viele Mitarbeitende neue Lösungen zu finden. Wir konnten einen Teil des Abbaus über frühzeitige Pensionierungen und natürliche Fluktuation realisieren. Für den Fall von Entlassungen kam ein ­Sozialplan zum Zuge und auf Härtefälle wurde speziell Rücksicht genommen.

Heinz Karrer, CEO der Axpo Holding AG

«Langfristig tiefe Finanzierungskosten sind angesichts der für unser Geschäft hohen Investitionsvolumen zentral.»

Mittelfristig soll das EBIT um deutlich über 100 Mio. CHF verbessert ­werden. Wo ­sehen Sie weiteres Potenzial, die Margen zu verbessern? Ein Bereich ist die Beschaffungsseite sowie mittelfristig die Informatik. Vor ­allem aber müssen wir unsere Investitionen gut steuern. Auch langfristig tiefe Finanzierungskosten sind angesichts der für unser Geschäft hohen Investitionsvolumen zentral. Im September 2012 haben wir für den Ausbau des Pumpspeicherwerks Limmern eine 40-jährige Anleihe über 200 Mio. CHF zu 3% platzieren können. Zudem werden wir die Kosten weiterhin genau im Blick behalten. Sie wollen bis zu 21 Mia. CHF bis 2030 investieren, also im Durchschnitt über 1 Mia. CHF pro Jahr. Klingt gut, aber ist das realistisch? Wir werden angesichts des derzeit unsicheren Investitionsumfelds den ­Betrag ­sicherlich nicht linear investieren. Das wäre weder sinnvoll noch machbar. Heute fehlt uns im Planungszeitraum schlicht der Cashflow für ­diese ­Dimensionen jährlicher Investitionen, also werden wir in den kommenden Jahren zurückhaltend sein. Wir hoffen jedoch, dass sich das Umfeld­ längerfristig verbessern wird. Wo hat Axpo im Berichtsjahr investiert? Vor allem in den Ausbau und die Sicherheit unserer Anlagen. Bis 2014 fliessen etwa 700 Mio. CHF in den Ersatz der beiden Reaktordruckdeckel sowie in die autarke, erdbebensichere Stromversorgung des KKBs. «Linthal 2015» wurde

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planmässig vorangebracht, und wir haben substanziell in neue Energien wie Wind- und Kleinwasserkraft sowie Geothermie investiert. Oft läuft die lokale Bevölkerung aber gerade gegen «grüne» Projekte Sturm. Die Interessen decken sich nun mal nicht immer. Umso wichtiger ist es, insbesondere Betroffene zu informieren und sie an einen Tisch zu bringen. Wenn man Anwohner und Umweltorganisationen von Anfang an in die Planung einbezieht, schafft man eine Vertrauensbasis. Das haben wir unter anderem beim Ausbau von Linth-Limmern so gemacht. Das Resultat: keine einzige Einsprache und ein Projekt, mit dem alle leben können.

«Wir haben substanziell in neue Energien wie Windund Kleinwasserkraft sowie Geothermie investiert.»

Und die Kernenergie: Hat sich Axpo tatsächlich von ihr verabschiedet, oder hofft man, dass die Stimmung in ein paar Jahren kippt? Ersatz-KKW sind nicht mehr Teil unserer Strategie, die Projekte sind gestoppt und abgeschlossen. Die Politik hat entsprechende Zeichen gesetzt. Ob in der Schweiz je wieder ein KKW gebaut wird, müssen dann so oder so die nachkommenden Generationen entscheiden. Wann stellt Axpo das KKB ab? Für die Laufzeit ist der sichere Betrieb der Anlagen ausschlaggebend. Eine Befristung würde den Anreiz von Investitionen in die Anlagen unterlaufen und hoch spezialisierte Fachkräfte würden abwandern. Das wäre riskant. Zudem: Soll die Strategie des Bundesrats aufgehen, sind wir auf unsere bewährten KKWs angewiesen. Denn der Aufbau der neuen Energien und die Senkung des Strom­verbrauchs werden Zeit brauchen, wenn man dies sozial und wirtschaftlich ­verträglich umsetzen will. Bleibt bei all den Umwälzungen die Nachhaltigkeit nicht auf der Strecke? Wir denken und investieren in Generationen umfassenden Zyklen und sind überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit langfristig auszahlt. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir transparenter und umfangreicher über die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit rapportiert. Wir erfassen die Auswirkungen auf die Umwelt systematisch anhand internationaler Standards. Verbessern können wir uns, indem wir die Zertifizierung von Umweltdeklarationen über alle unsere Produktionstechnologien vorantreiben und dabei jeweils den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen. Ferner werden wir zusätzlich konkrete Ziele setzen, etwa bei der Verbesserung der Energieeffizienz oder der Reduktion der CO2-Emissionen, und wir haben vermehrt die gesamte Wertschöpfungskette im Blick. Hier machen wir zwar bereits viel, aber wir können noch konsequenter als bisher Einfluss auf Lieferanten nehmen.

«Wir denken und investieren in Generationen umfassenden Zyklen und sind überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit langfristig auszahlt.»

Was ist Ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr? Eine Prognose ist angesichts des unsicheren Umfelds schwierig. Wir rechnen weiterhin mit einem starken Schweizer Franken und anhaltend tiefen Energiepreisen. Dennoch bin ich zuversichtlich, was die Wettbewerbsfähigkeit der Axpo betrifft. Wir haben die Schwierigkeiten frühzeitig erkannt, Massnahmen eingeleitet, die greifen, und Potenzial geortet, das wir realisieren können. Axpo ist zudem solide finanziert. Jetzt gilt es zu beweisen, dass wir auch in rauen Zeiten fähig sind, das Unternehmen voranzubringen. Wir sind auf jeden Fall bereit.  

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Wir streben eine nachhaltige Energiezukunft an Flexibler, effizienter, schneller: Axpo hat die Strategie angepasst. Sie setzt auf einen breiten und internationalen Energiemix und legt den Fokus auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Axpo setzt den Weg einer nachhaltigen Energiezukunft fort. Axpo ist überzeugt, dass bei derart weitreichenden Entscheiden wie dem Ausstieg aus der Kernenergie die Mitsprache des Souveräns unabdingbar ist.

Der Schweizer Strommix besteht heute zu knapp 60% aus Wasser- und zu rund 40% aus Kernkraft. Im Winterhalbjahr liegt der Beitrag der Kernenergie deutlich über 50%. In gewissen Monaten (wie z.B. im März 2011 erlebt) kann der Kernenergieanteil auf über 60% ansteigen. Neue Energien steuern heute rund 2% bei. Dieser Mix lieferte bis anhin sicher, günstig und nahezu CO2-frei Strom. Dies wird sich mit der neuen Energiestrategie des Bundesrats ändern. Dabei wird die Gesellschaft entscheiden müssen, welchen Preis wir künftig für Energie zu zahlen bereit sind, welche Konsequenzen wir in den Bereichen Arbeitsplätze, Konsum und Komfort in Kauf nehmen und ob wir Abstriche im Umwelt- und Klimaschutz machen wollen. Axpo ist überzeugt, dass bei derart weitreichenden Entscheiden wie dem Ausstieg aus der Kernenergie die Mitsprache des Volkes unabdingbar ist. Axpo hat die Produktions- und Beschaffungsstrategie so angepasst, dass sie ohne die geplanten Ersatz-Kernkraftwerke auskommt. Der Produktionspark wird mehr neue Energien enthalten und so weiter diversifiziert. Zudem hat sich Axpo neu aufgestellt.

Kräfte in zwei Geschäftsbereichen gebündelt

Die Energiestrategie 2050 des Bundesrats ist unter www.bfe.admin.ch zu finden.

Die Kernaufgabe der Axpo bleibt es, ihren Stromkunden eine zuverlässige und umweltverträgliche Stromversorgung zu möglichst günstigen Preisen zu ­sichern. Axpo ist in der gesamten Wertschöpfungskette, also von der Produk­t ion bis hin zum Handel und Vertrieb, tätig. Seit dem 1. Oktober 2012 ist der Konzern neu formiert. Die Aktivitäten der ehemaligen Axpo AG und der EGL AG wurden in den Geschäftsbereichen Produktion & Netze sowie Handel & Vertrieb zusammengefasst. Zum Konzern gehören unter dem Dach der Axpo Holding AG zudem die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und die Axpo Informatik AG. Der Reorganisation ging im Frühjahr 2012 die vollständige Übernahme der ­primär im europäischen Energiehandel tätigen EGL AG voraus. Der Geschäftsbereich Produktion & Netze unterhält und erweitert den Kraftwerkspark sowie die Stromverteilnetze in der Schweiz. Die Kraftwerke der ehemaligen Axpo AG und EGL AG in der Schweiz sowie jene der EGL in Europa werden aus einer Hand betrieben. Der Bereich Handel & Vertrieb bündelt die Handelskompetenzen der ehemaligen EGL und der Axpo AG und wird das internationale Strom- wie auch Erdgasgeschäft, inklusive der geplanten Erdgaspipeline von Griechenland via Albanien nach Italien (TAPProjekt), ausweiten.

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Die europaweite Hubstrategie der EGL wird weiterverfolgt und ist Basis für das Origination-Geschäft. Dieses entwickelt für Grosskunden individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen. Präsent vor Ort, kennen Spezialisten die gesetzlichen Regelungen und spezifischen Anforderungen, was Voraussetzung ist, um diesen Teil des Handelsgeschäfts europaweit forcieren zu können.

Strompreise werden volatiler und steigen

Der Stromhandel wird für die Versorgungssicherheit der Schweiz wie auch für die Integration der neuen Energien an Bedeutung gewinnen. So muss die Schweiz seit Jahren Strom importieren, vor allem im Winter. Der Handel hilft zudem, Kraftwerke möglichst effizient und ressourcenschonend einzusetzen, und ist zentral bei der Integration der neuen Energien in das Gesamtsystem. Der massive Zubau subventionierter, unregelmässig anfallender Energie verlangt mehr Kapazität an Regelenergie, dank der das System überhaupt gesteuert und stabil gehalten werden kann. Dies alles lässt die Volatilität der stündlichen Preise steigen, was das Handelsgeschäft umso wichtiger macht. Die Strompreise werden jedoch nicht nur volatiler, sie werden längerfristig für den Endkunden auch steigen: Als Ersatz für die KKW müssen neue Kraftwerke gebaut werden. Es sind Investitionen in die Verteilnetze nötig. Speicherkapazitäten müssen für die Einbindung der neuen Energien geschaffen werden. Und die Liste der Steuern, Abgaben und Förderbeiträge dürfte immer länger werden. Auch werden die Preise für Importstrom nach oben klettern, weil unsere Nachbarn mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind.

Schweizer Energiepolitik zur Zeit nicht europakompatibel

Politisch und regulatorisch gibt Europa der Schweiz in Energiefragen den Takt vor. Die Energiemärkte des EU-Raums und der Schweiz werden zusammenwachsen, die Kompetenz zur Regulierung des Markts wird sich tendenziell zur Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) verlagern. Bis 2014 will die EU einen europaweit integrierten Strommarkt schaffen. Grundlage zur Umsetzung ist das dritte Energiebinnenmarkt-Paket, das wiederum für die Schweiz beim zu verhandelnden Strom- bzw. Energieabkommen massgebend sein wird. Damit der Schweizer Strommarkt in jenen der EU integriert werden kann, muss jedoch erst die zweite Etappe der Markt-

Mission

Vision

Axpo ist den im Gründungsvertrag fest­­

Zuverlässig: Axpo ist ein Schweizer Ener­

tabilität sichert Handlungsfreiheit und

gehaltenen Zielen ihrer Gründerkantone

gie­­unternehmen und steht für Sicherheit,

Wett­­bewerbsfähigkeit.

verpflichtet. Sie gewährleistet eine sichere

Qualität und Langfristigkeit. Axpo ist lokal

und günstige Stromversorgung für ihre

verankert und international abgestützt.

im internationalen Energiehandel tätig.

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Innovativ: Das Denken und Handeln der Axpo ist bestimmt von der Suche nach

Kunden in der Schweiz u ­ nd ist erfolgreich Nachhaltig: Axpo richtet ihr Handeln auf

­Lösungen für die Energiebedürfnisse ­ihrer

ökologische, soziale und ökonomische

Kunden. Dafür entwickelt und realisiert

Ziele aus. Axpo geht mit Mensch und Um-

Axpo geeignete Produkte und Dienstleis-

welt respektvoll um. Langfristige Profi­

tungen.

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öffnung realisiert werden. Dies aber setzt ein revidiertes Stromversorgungsgesetz voraus. Ursprünglich für 2014 vorgesehen, dürfte es aus heutiger Sicht noch ein paar Jahre dauern, bis es in Kraft tritt. Besser steht es um die ebenfalls im dritten Energiebinnenmarkt-Paket vorgegebene Entbündelung des Stromübertragungsnetzes. Sie wurde Ende 2012 umgesetzt, nachdem die Eidg. Elektrizitätskommission (ElCom) die Überführung des Netzes an die nationale Netzbetreiberin Swissgrid gutgeheissen hatte. Mehr zu Global Tech I unter www.globaltechone.de.

Axpo ist in der Schweiz im Bereich neue Energien führend und wird ihre Position weiter festigen.

Bestehende KKW entscheidend für Versorgungssicherheit

Wie sieht die angepasste Strategie der Axpo konkret aus? Wasserkraft wird hauptsächlich im Inland, aber auch im benachbarten Ausland eine wichtige Produktionsquelle bleiben. Kernenergie aus den Schweizer und französischen Werken ist weiterhin ein wichtiges Element. Die neuen Energien werden verstärkt ausgebaut. Allerdings wird über die Hälfte des Zubaus im Ausland stattfinden, da dort die natürlichen Gegebenheiten (Wind, Sonne) besser sind. Der Bau von Gas-Kombikraftwerken und allenfalls Wärmekraftkoppelungsanlagen ist nur eine Option, sofern die gesetzlichen und betriebswirtschaftlichen Bedingungen stimmen. Dazu gehört auch die CO2-Kompensation. Der Zerfall der CO2-Zertifikatspreise begünstigt europaweit den Bau von Gas- und Kohlekraftwerken. Im Bereich Kernenergie ist der Bau von Ersatz-KKW kein Teil der Strategie mehr, hingegen der Weiterbetrieb der bestehenden. Das KKW Beznau (KKB) gehört Axpo zu 100% und wird von ihr betrieben. Sie hält zudem die Mehrheit am KKW Leibstadt sowie eine Minderheit am Werk in Gösgen. Alle KKW verfügen über eine unbefristete Betriebsbewilligung und sollen so lange am Netz bleiben, wie sie sicher sind. Und das KKB hat nicht nur jederzeit alle­ ­Auflagen der Aufsichtsbehörde ENSI erfüllt, sondern auch den EUStresstest mit Bravour bestanden. Axpo investiert laufend in dessen Sicherheit und ­Zuverlässigkeit.

Die neuen Energien im Schweizer Strommix heute 45,5%

45,5%

0,21%

0,21% 0,25%

2,65%

2,65%

0,40%

1,68%

1,68% 51,9%

0,25%

0,12%

0,40%

0,12%

51,9%

Kernkraft

Photovoltaik

Neue Energien (ohne Kleinwasserkraft)

Biomassenutzung

Erneuerbare Wasserkraft (inkl. Kleinwasserkraft)

Windenergie

Nutzung erneuerbarer Anteil aus Abfall (KVA)

Energienutzung Abwasserreinigung (ARA)

Quelle: Bundesamt für Energie, 2011

Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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Produktionsziel für neue Energien verdoppelt

Im Bereich neue Energien setzt Axpo auf Windkraft im Ausland, auf Biomasse, Kleinwasserkraft und Geothermie im Inland sowie auf grössere ­Solaranlagen an geeigneten Standorten. Axpo ist in der Schweiz im Bereich neue Energien führend und wird ihre Position weiter festigen. Das bisherige Ziel, die Produktion bis 2030 auf 2,2 Mia. Kilowattstunden (kWh) zu steigern, wurde im Rahmen der neuen Strategie mit 5 Mia. kWh mehr als verdoppelt. Das Unternehmen hat auch in diverse Windanlagen investiert, wie WinBis in Italien. Die Anlage ging im Sommer 2012 planmässig ans Netz. Das OffshoreProjekt Global Tech I in Deutschland, an dem Axpo mit 24,1% beteiligt ist, geht voraussichtlich Ende 2013 ans Netz und weist damit leichte Verzögerungen auf. Der Windpark verfügt über eine Leistung von 400 Megawatt (MW). Das Geothermie-Projekt in Taufkirchen nahe München kommt gut ­voran. Axpo ist am Projekt mit 35% beteiligt. Damit sichert sie sich die Expertise für den Bau solcher Kraftwerke in der Schweiz. Sie schätzt, dass sie hierzulande zusammen mit Partnern erste Anlagen in rund vier bis sechs ­Jahren ans Netz bringen kann. Mögliche Standorte wurden bereits evaluiert. Im September 2012 erhielt Axpo grünes Licht für den Bau eines Kleinwasserkraftwerks, das den Tasnanbach im Unterengadin nutzt. Die Investi­ tionen belaufen sich auf rund 25 Mio. CHF. Weiter wurde das unter Denkmalschutz stehende Werk Eglisau-Glattfelden umfassend erneuert. Der Realisierungskredit betrug rund 188 Mio. CHF . Ferner erhielt Axpo die Baubewilligung für ein Holzkraftwerk in Kaiseraugst. Dank konstruktiv geführten Gesprächen mit der Gemeinde und den Betroffenen konnten Lösungen für Bedenken der Anwohner gefunden werden. Im geplanten Holzkraftwerk (11 MW) wird Altholz aus der Region ­genutzt werden. Die vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf mehr als 30 Mio. CHF. Im Bereich Biomasse-Vergärung verwertet die neue landwirtschaftliche Biogas-Anlage Cazis regionale Biomasse, Hofdünger und organische Abfälle aus Gastrobetrieben und produziert umweltfreundlich Strom und Wärme. Neben Axpo Genesys AG sind der Kanton Graubünden und lokale Unternehmen an der Anlage beteiligt. In der Stadt Zürich baut Axpo Kompogas AG als Generalunternehmerin die Biogas-Anlage Werdhölzli. Ausland

Nachhaltigkeit bleibt Teil der neuen Unternehmensstrategie

Die Nachhaltigkeit bleibt integraler Teil der neuen Unternehmensstrategie, und zwar in allen drei Dimensionen. Die Sicherung der langfristigen Rentabilität ist Grundvoraussetzung für das Bestehen der Unternehmung. Daneben Schweiz Ökologie und soziale Verantwortung wird sich Axpo auch in den Bereichen weiter verbessern und ihre Leistungen transparent öffentlich rapportieren. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung konnte hinsichtlich Transparenz sowie Qualität der Aussagen im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter verbessert werden.   Portfolio 2012

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Entwicklung Axpo ProduktionsPortfolio Mehr neue Energien – höherer Auslandanteil

Ausland

Schweiz

Portfolio 2012

Portfolio 2030

Ausland Neubau Wind Offshore Neubau Wind Onshore Neubau Gas-Kombikraftwerke Gas-Kombikraftwerke, bestehend Neubau Grosswasserkraft Kernenergie-Importe

Schweiz Neubau Gas-Kombikraftwerke Neubau Biomasse/Biogas Neubau Geothermie Neubau Photovoltaik Kernenergie, bestehend Neukonzessionierung Wasserkraft Neubau Kleinwasserkraft Neue Energien, bestehend Wasserkraft, bestehend

Portfolio 2030

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Wir gehen mit Energie verantwortungsvoll um Für eine nachhaltige Entwicklung ist Effizienz wichtig, sei es bei der Nutzung von Energie, der Produktion oder Verteilung. Nur durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie ist eine glaubhafte und erfolgreiche Energiepolitik möglich.

Energieeffizienz ist wichtig, wird die absehbare Strom­ lücke aber nicht mass­ geblich verkleinern können.

Die bundesrätliche Energiestrategie 2050 will den jährlichen Stromverbrauch bis 2050 gegenüber dem heutigen Niveau senken. Das ist zumindest fraglich, nahm er doch in den letzten zwei Jahrzehnten trotz besserer Energie- und Stromeffizienz um 20% zu und dürfte weiter steigen. Warum? Erstens kurbeln Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum die Nachfrage an. Zweitens wird fossile Energie zusehends durch elektrische ersetzt. Die zusätzlichen Geräte und Installationen brauchen zwar für sich genommen weniger Strom, ihre steigende Anzahl macht aber die Effizienzfortschritte zunichte. Energieeffizienz ist wichtig, wird die absehbare Stromlücke aber nicht massgeblich verkleinern können.

Gelebter Klimaschutz

Als Unternehmen der öffentlichen Hand sieht sich Axpo in der Pflicht, ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen. Die eigenen CO2-Emissionen werden transparent in einem nach ISO 14 064 zertifizierten Treibhausgasinventar dargestellt. 2011/12 fielen rund 2,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen an. Auf die Produktion entfiel mit rund 2,1 Mio. Tonnen direkten Emissionen (Scope 1) der grösste Teil. Ergänzend zum Treibhausgasinventar wurden ausführliche ­Umweltbilanzen für das Kernkraftwerk Beznau, die Kompo­gas-Anlage Otelfingen sowie die Wasserkraftwerke Wildegg-Brugg und Au-­Schönenberg erstellt – mit sehr positiven Ergebnissen. Neu ist jene für das Speicherkraftwerk am Löntsch. Ihren Kunden wie Unternehmen und Gemeinden wiederum bietet Axpo Dienstleistungen an, mit denen auch sie­ ­ihren CO2-Ausstoss reduzieren können.

So steigert Axpo die Energieeffizienz

Energieversorgern kommt eine wichtige Rolle bei der Förderung der Energieeffizienz zu. So engagieren sich zum Beispiel die Kantonswerke der Nordostschweiz, die den Axpo Strom an Wiederverteiler und Endkunden vertreiben, in der Energieberatung für Stromverbraucher. Axpo hat keinen direkten Endkundenkontakt, setzt aber auf betriebswirtschaftlich umsetzbare Massnahmen. So ersetzte sie alle sieben Maschinengruppen des Wasserkraftwerks Eglisau-Glattfelden. Die neuen Turbinen erlauben eine durchschnittliche Jahresproduktion von 318 Mio. kWh gegenüber 245 Mio. kWh zuvor. Im KKW Leibstadt konnte in den vergangenen Jahren durch mehrere Massnahmen eine erhebliche Effizienzsteigerung erreicht werden, vor allem durch den Ersatz von drei Niederdruckdampfturbinen und -vorwärmern. Im Berichtsjahr Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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selbst wurde der Generator ausgetauscht. Der neue Generator erlaubt die volle Ausnutzung der Mehrleistung auch im Winterhalbjahr. Insgesamt konnte die Effizienz des KKW Leibstadt um 40 MW gesteigert werden, was zu einer durchschnittlichen Mehrproduktion von ca. 320 Mio. kWh führt. Auch bei der Energieeffizienz ihrer Gebäude macht Axpo Ernst. Der 2009 fertiggestellte Neubau in Baden etwa wurde nach Standard MinergieECO ­gebaut. Beleuchtungssysteme sowie der Betrieb von Klima- und Heizungs­a nlagen werden stetig optimiert. Ferner wurden die Tests für das Notstrom-Dieselaggregat in Baden reduziert, was den jährlichen CO2-Aus­ stoss um bis zu 20 Tonnen verringert. Derzeit laufen Arbeiten, damit die ­Abwärme der Kältemaschinen eines Gebäudes genutzt werden kann, was jährlich 290 MWh einsparen wird. Anfang 2012 startete Axpo ein Programm, mit dem der Energieverbrauch der Gebäude in Baden in den nächsten Jahren um mindestens 12% gesenkt werden soll. Telcom AG, die zu 100% zur CKWGruppe gehört, demontierte im vergangenen Jahr ihre Ölheizung und stellte auf Fernwärme um. Diese entsteht durch Entzug der Wärme aus dem Grundwasser und dem Wasser der Abwasserreinigungsanlagen (ARA) Rotzwinkel. Die Wärmepumpen werden zu 100% mit Strom aus Wasserkraft betrieben. Die Wärme wird somit CO2-frei generiert. Durch die Umstellung reduziert Telcom AG ihre Treibhausgasemissionen um ca. 35 Tonnen CO2.

Smart Metering: Kosten unterschätzt, Sparpotenzial überschätzt

Angewandte Forschung betreibt CKW mit ihrem Pilotprojekt «Smart Metering». Im Frühjahr 2010 installierte sie in ihrem Versorgungsgebiet 1000 intelligente Stromzähler. Mehrere Hundert Pilotkunden testeten, ob und wie sie dank Smart Metering Strom sparen können. Resultat: Nur jene Kunden, die Daten zu ihrem Stromverbrauch und die dynamischen Tarife nutzten, sparten 2,8% im Vergleich zu den anderen CKW-Kunden. Wurden dagegen ­lediglich Zähler eingebaut und die Kunden nicht weiter involviert, gab es kaum Unterschiede zu solchen ohne Smart Meter. Es zeigte sich weiter, dass die Kosten stark unterschätzt werden. Sie lagen für die Infrastruktur um 56% höher als jene, von denen das Bundesamt für Energie ausgeht; für die Kommunikation wie Datentransfer übersteigen sie sogar das 7-Fache. Um detailliertere ­Erkenntnisse zu gewinnen, hat CKW das Projekt bis September 2013 verlängert.  

Treibhausgasemissionen Axpo Konzern 2011/12 in Tonnen CO2-Äquivalenten 2 100 000

e 1) 20 000

pe 2)

100 000

missionen (Scope 3) 0

60 000

120 000

Direkte Emissionen (Scope 1) Indirekte Emissionen durch Energiebezug (Scope 2) Freiwillig ausgewiesene Emissionen (Scope 3) weiterführende Informationen im GRI-Bericht unter www.axpo.com

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Wir investieren in praxisnahe Forschung Die neue Energiestrategie des Bundesrats wird nur gelingen, wenn der Forschung die Mittel und der Spielraum gewährt werden, damit sie Lösungen praxisnah ent­wickeln kann. Das ist auch die Forschung, die Axpo unterstützt. Die bundesrätliche Energiestrategie 2050 hat sich hohe Ziele gesetzt. So ­entfallen auf die Kernkraft heute nicht nur 40% des Schweizer Strommix. Sie liefert auch Bandenergie, also jene Energie, die rund um die Uhr bereitgestellt werden muss, um den Grundbedarf zu decken – und das nahezu CO2-frei. Gleichzeitig will der Bundesrat den Stromverbrauch langfristig senken, wobei unsere Wirtschaft dennoch konkurrenzfähig bleiben soll. Und bei all dem dürfen die Klimaziele nicht aus den Augen verloren gehen. Der Zeitplan für diesen grundlegenden Umbau des Energie- bzw. Stromversorgungssystems verlangt nach raschen, praxisrelevanten Resultaten. Die ambitiösen Vorgaben skizzieren, mit welchen Herausforderungen Forschung und Entwicklung (F&E) konfrontiert ist. Axpo ist sich der Bedeutung der F&E für die Energiezukunft bewusst und unterstützt sie über die ganze Wertschöpfungskette hinweg. In der relevanten Periode investierte das Unternehmen direkt und indirekt 11.3 Mio. CHF. Das umfasst Investitionen in die eigentliche F&E, in Pilot- und Demonstrationsanlagen, aber auch in Ausbildung und Nachwuchsförderung, und zwar auf allen Gebieten der Elektrizität.

Das Augenmerk der Axpo gilt Projekten, die aufzeigen helfen, wie Technologien in die Praxis und in den kommerziellen Betrieb überführt werden können.

Axpo investiert in umsetzbare und wirtschaftliche Technologien

Das Augenmerk gilt Projekten, die aufzeigen helfen, wie Technologien in die Praxis und in den kommerziellen Betrieb überführt werden können; denn das Geschäft der Axpo als Stromversorgerin ist nicht die Entwicklung von Technologien, sondern deren Anwendung. Der Konzern beteiligt sich insbeson­ dere an den Forschungsaufgaben der Verbände der Elektrizitätswirtschaft, allen voran Swissnuclear und Swisselectric Research. Swisselectric Research koordiniert die Forschung der Schweizer Überlandwerke. Sie unterstützt den spezifischen Einsatz von Elektrizität, sofern dieser das Gesamtsystem energetisch optimiert oder mit der Reduktion von Treibhausgasen zur Schonung von Klima und Umwelt beiträgt. Etwa die Hälfte der Ausgaben der Axpo für F&E geht an Hochschul­ einrichtungen, unter anderem an das Paul Scherrer Institut. Zusammen mit den Partnern der Swisselectric trägt Axpo zur Finanzierung von fünf Lehrstühlen (Professuren) an der ETH Zürich bei. Es sind dies die Lehrstühle für: – Hochleistungselektronik und Technologie elektrischer Energiesysteme, ­– Kernenergietechnik,

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– Novel Processes for CO2-Emission Minimization in Electricity Generation Plants, – Risk and Reliability Engineering, – Technologies in Power Systems. Diese Engagements in der Höhe von 1.5 Mio. CHF sind langfristig ausgerichtet und bieten in kurzer Frist den bestmöglichen Zugang zu Wissen und Wissensträgern. Überdies bleibt die Freiheit der Forschung selbstverständlich vollumfänglich bewahrt, denn Axpo gibt trotz finanzieller Unterstützung keine Themen für Forschungsprojekte vor.

Übersicht zur Forschungsförderung der Swisselectric unter www.swisselectric-research.ch.

Praxisnahe Projekte für Stromproduktion und Klimaschutz

Drei Beispiele sollen veranschaulichen, welche Art von Projekten Axpo unterstützt. Alle drei werden oder wurden unter der Ägide von Swisselectric ­Research durchgeführt. Ein Projekt im Bereich effiziente Energienutzung ist TEG. TEG steht für Thermoelektrische Generatoren. Sie wandeln Wärme in elektrische Energie um. Die heutigen Herstellungsverfahren sind jedoch ­kostenintensiv und hinsichtlich Massenproduktion nicht skalierbar. Im ­R ahmen des Projekts soll ein neuer, fertigungstauglicher Prozess entwickelt ­werden, um leichte, effiziente und flexible Mikro-TEGs im industriellen Massstab kostengünstig herstellen zu können. In den vergangenen Jahren hat Axpo das Projekt indirekt mit 326 000.– CHF unterstützt. Ebenfalls praxisnah, aber im Bereich neue Energien angesiedelt ist eine Pilotanlage zur hydrothermalen Vergasung nasser Biomasse. Biomasse mit ­einem hohen Wasseranteil (> 80%) verfügt über ein grosses Energie­potenzial, das aber mehrheitlich schlecht genutzt wird. Dank der Technologie der hydrothermalen Vergasung kann sie sowohl energetisch als auch stofflich effizient genutzt werden. Der Nettowirkungsgrad von Biomasse zu Methan beträgt 60% bis 70%, und es können nahezu alle Nährstoffe als Konzentrat zurückgewonnen werden. Mit dem Projekt wird die Realisierung einer Demonstra­ tionsanlage vorbereitet, die zeigen soll, wie synthetisches Erdgas (SNG) aus organischen Abfallströmen mittels hydrothermaler Vergasung technisch erzeugt werden kann. Axpo unterstützt das Projekt indirekt mit 78 000.– CHF. Mit Blick auf den Schutz des Klimas ist die Reduktion von CO2-Emis­ sionen zentral. In diesen Bereich fällt ein Projekt, das vielversprechende Technologiepfade hin zur emissionsfreien Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen untersucht hat. Der Fokus lag dabei auf Post-Combustion-Verfahren. Bei diesen wird das CO2 nach dem Verbrennungsprozess entnommen. Thermoökonomische Modellierungen sollten helfen, einen wettbewerbs­f ähigen Prozess für emissionsfreie fossilgefeuerte Gasturbinen zu evaluieren. Dabei sollten die Kosten, um den CO2-Ausstoss zu vermeiden, ­unter 20.– EUR pro Tonne CO2 bleiben. Das Projekt, das Axpo indirekt mit 70 000.– CHF unterstützte, wurde im Dezember 2011 abgeschlossen. Es wurden dabei eine Reihe an Technologien identifiziert, die den gewünschten Kriterien entsprechen, und daraus Modelle entwickelt.  

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Übersicht zu den Ausgaben von Forschung und Entwicklung im GRI-Bericht unter www.axpo.com.

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Wir setzen Sicherheit stets an erste Stelle Sicherheit hat für Axpo Priorität. Es ist unsere Verpflichtung, ­unsere Kunden zuverlässig mit Strom zu versorgen und unsere Energieproduktionsanlagen für Mensch und Umwelt sicher und zuverlässig zu betreiben.

Für die sichere Strom­ versorgung können weder ein Unternehmen noch die Branche die Verantwortung allein übernehmen. Die Abhängigkeiten sind zu gross geworden.

Sicherheit heisst Zuverlässigkeit in der Versorgung mit Strom. Bei der Sicherung der Stromversorgung kann Axpo indes nur Teil der Lösung sein. Weder ein Unternehmen allein noch die Branche können die Verantwortung eigenständig übernehmen. Die Abhängigkeiten sind zu gross geworden. Der Einfluss von Politik und Regulatoren ist markant und damit die unternehmerische Freiheit eingeschränkt. Im Interesse der Versorgungssicherheit führt Axpo weiterhin aktiv den Dialog mit allen Anspruchsgruppen. Versorgungssicherheit ist der eine Punkt, der Schutz von Mensch und Umwelt bei der Stromproduktion der andere. Das gilt für die Stromerzeugung aus Wasserkraft genauso wie für die Energiegewinnung aus Biomasse oder Geothermie. Vor allem aber gilt es für Kernkraft. Die Schweizer KKW sind auf die Beherrschung von Extremsituationen wie Erdbeben, Hochwasser und Flugzeugabstürze ausgelegt. Sie werden laufend nachgerüstet und sind auf dem Stand, wie es heute neue Kraftwerke üblicherweise sind. Das KKW Beznau (KKB) hat alle Anforderungen des Eidg. Nuklear­sicherheitsinspektorats (ENSI) jederzeit erfüllt und auch beim EU-Stresstest mit Bestnoten abgeschnitten. Axpo plant, das KKB so lange zu betreiben, wie es sicher und wirtschaftlich ist.

Was wäre, wenn?

Lässt sich eine Katastrophe, wie sie sich in Japan ereignet hat, hierzulande ausschliessen? Gemäss heutigem Wissensstand: ja. Erstens ist ein Erdbeben vergleichbarer Stärke in der Schweiz nicht möglich. Zweitens war in Japan nicht das Erdbeben unmittelbarer Grund für den Unfall, sondern der darauf folgende Tsunami und die im Vergleich zur Schweiz tieferen Sicherheitsstandards. Tsunamis gibt es bei unseren Kraftwerksstandorten nicht und die Wasserführung der Schweizer Flüsse ist selbst für Hochwassersituationen gut berechenbar. Selbst im schlimmsten anzunehmenden Fall bleibt ­sichergestellt, dass die Reaktoren und Sicherheitssysteme des KKB nicht überflutet werden können. ­Dafür liegt die Öffnung in den Notstandsgebäuden mit sieben Metern über Grund zu hoch. Was aber würde bei einem Störfall im KKB passieren? Dann wird der ­Reaktor automatisch oder manuell sofort heruntergefahren. Die Steuerstäbe fallen innerhalb von Sekunden zwischen die Brennelemente und stoppen die atomare Kettenreaktion. Die Brennstäbe produzieren ab sofort nur noch Nachzerfallswärme. Um diese kontrolliert abzuführen, braucht es Wasser, das die Kühlsysteme speist, und Strom zum Betrieb der Systeme. Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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Im Normalfall bezieht das KKB Wasser aus der Aare. Sollte dies nicht möglich sein, stehen auf dem Gelände des KKB Grundwasserbrunnen für beide Reaktorblöcke zur Verfügung. Der Notstandsbrunnen steht im Notstands­ gebäude, geschützt gegen äussere Einwirkungen wie Erdbeben und Über­ flutung. Über eine Querverbindung zwischen beiden Reaktorblöcken kann Brunnenwasser vom einen Block in den jeweils anderen eingespeist werden. Für das kontrollierte Abführen der Nachzerfallswärme stehen in den Notstandsgebäuden beider Blöcke jeweils zwei geschützte Systeme zur Ver­ fügung. Ein Ausfall einer Ausrüstung oder eines Systems hätte keine Folgen. Überdies kann auch bei sehr schweren Unfällen, die jedoch sehr unwahrscheinlich sind, Wasser mobil über Feuerwehrstutzen in die Kühlkreisläufe beider Blöcke eingespeist werden. Für den Betrieb der Kühlwasserpumpen kann der Notstrom aus sechs voneinander unabhängigen Generatoren eingespeist werden. Passive katalytische Wasserstoff-Rekombinatoren vermeiden Explosionen, wie sie im Containment in Fukushima vorkamen. Alle diese Sicherheitssysteme werden aus dem zentralen Kommandoraum gesteuert und kontrolliert. Kann dieser nicht benutzt werden, steht in einem anderen Gebäude ein zweiter, gebunkerter Kommandoraum. Einen solchen gab es in Fukushima nicht.

Mehr zur nuklearen SicherheitsCharta der Axpo auf www.axpo.com unter Umwelt & Gesellschaft/Nukleare Sicherheit.

Konsequente Nachrüstungen

Seit Bestehen hat das KKB insgesamt 1.6 Mia. CHF in seine Sicherheit investiert, was fast dem Dreifachen der ursprünglichen Bausumme entspricht. Der Druckreaktor 1 ist seit 1969 am Netz. Es ist zwar das dienstälteste kommerzielle Kernkraftwerk der Welt, entspricht aber den höchsten Sicherheitsstandards. Gleiches gilt für Reaktor 2, der seit 1972 am Netz ist. Bis 2014 werden weitere 700 Mio. CHF investiert. Der grösste Teil davon (500 Mio. CHF) entfällt auf den Aufbau der von Axpo konzipierten autarken Notstromversorgung. Dannzumal wird die schon immer auch den gesetzlichen Anforderungen genügende Notstromversorgung durch drei unabhängige Systeme sichergestellt. Ferner werden die Deckel der Reaktordruckbehälter ersetzt. Der hohe Sicherheitsstandard ist auch das Ergebnis der über gesetzliche Bestimmungen hinausgehenden internen Vorgaben der Axpo. Unsere nukleare Sicherheits-Charta orientiert sich an globalen Best-Practice-Standards und ermöglicht den Mitarbeitenden, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Die Mitarbeitenden werden regelmässig informiert und geschult. Axpo hat sich punkto Berufsunfällen, einschliesslich Bagatellunfällen, weniger als 0,3 Ausfalltage pro Vollzeitpensum zum Ziel gesetzt. Diese Marke konnte auch im vergangenen Geschäftsjahr wiederum unterboten werden.  

Entwicklung Berufsunfälle Ausfalltage durch Berufsunfälle pro Vollzeit­p ensum 0,25 0,28 0,24 0,19 0.0

0.4

0

0,2

0,4

2011/12 2010/11 2009/10 2008/09

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Wir setzen uns für Umwelt und Gesellschaft ein Als Unternehmen in öffentlicher Hand gehört Axpo den Stromkunden in ihrem Versorgungsgebiet. Das sehen wir als Verpflichtung, uns über das Kern­geschäft einer zuverlässigen Stromversorgung hinaus für Umwelt und Gesellschaft einzusetzen.

Mehr zum Vier-Quellen-Weg unter www.vier-quellen-weg.ch.

Er ist 85 Kilometer lang und führt durch die einmalig schöne hochalpine Landschaft des Gotthardmassivs: der Vier-Quellen-Weg. Der Weg leitet Wanderer in fünf Etappen zu den Quellen des Rheins, der Reuss, der Rhone und des Ticino. Er kostete insgesamt 3 Mio. CHF. Anfang August 2012 wurde er von Bundesrat Ueli Maurer höchstpersönlich eröffnet. Axpo hat die Realisierung des Wegs finanziell unterstützt und ist Patronatspartnerin der Stiftung Vier-Quellen-Weg. Beim Anlegen von Teilabschnitten halfen Axpo Lernende tatkräftig mit.

Der Vier-Quellen-Weg: Sinnbild für die Kraft des Wassers

Für Axpo ist es Privileg und Verpflichtung zugleich, der Gesellschaft und den kommenden Generationen etwas zurückzugeben, das über ihr Kerngeschäft hinausgeht.

Das Engagement für den Vier-Quellen-Weg soll Menschen für das Thema Wasser sensibilisieren. Axpo ist heute die grösste Produzentin von Energie aus Wasserkraft in der Schweiz. Wir sind uns bewusst, dass Stromproduktion und -verteilung immer auch mit Eingriffen in Natur und Umgebung einhergeht. Umso mehr gilt es, unserer Umwelt Sorge zu tragen und das Gleichgewicht zwischen Schützen und Nutzen aufrechtzuerhalten. Für Axpo ist es Privileg und Verpflichtung zugleich, der Gesellschaft und den kommenden Generationen etwas zurückzugeben, das weit über ihr Kerngeschäft der Stromversorgung hinausgeht. Tief verbunden mit unserem Land und seiner Natur, setzt sich Axpo engagiert für den respektvollen und umweltschonenden Umgang mit dem Alpenraum ein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, arbeitet das Unternehmen mit nationalen und regionalen Partnern zusammen. Dazu zählt neben der Stiftung Vier-Quellen-Weg etwa der Schweizer Alpen-Club (SAC). Axpo unterstützt auch das Alpen-Forschungsprojekt des Geografischen Instituts der Universität Zürich. Ergänzend zu Fragen rund um unsere Gletscher hat das Besucherzentrum Axporama in Böttstein jüngst ein Exponat installiert, das auf anschauliche Weise über die Entwicklung der Gletscher ­informiert. Die Kooperation mit dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern und jene mit der Umwelt Arena in Spreitenbach (AG) sind ebenso Beispiele, wie Axpo zusammen mit ihren Partnern zum Dialog anregt und für Energie­ themen sensibilisiert.

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Axpo setzt sich besonders ein für Natur und Heimat sowie den Nachwuchs-Sport

Natur und Heimat sind das eine grosse Anliegen. Das andere ist Sport – vor allem für Kinder und Jugendliche. Sport sorgt für Bewegung und hat eine ­soziale und integrative Funktion. Dabei konzentriert sich Axpo auf jene Regionen, in denen sie verwurzelt ist, und unterstützt Projekte und Organisationen, die Sport einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen. Im Schweizer Fussball hat Axpo über elf Jahre unter anderem als Titel­ sponsorin der Axpo Super League die höchste Schweizer Fussballliga unterstützt und mit der Axpo Fair Play Trophy eine Epoche des Schweizer Fussballs geprägt. Künftig liegt der Fokus auf dem regionalen Fussball der Nordostschweiz und vor allem auf der Nachwuchsförderung. Ihr Engagement im ­Frauenfussball – Axpo ist Hauptsponsorin der Fussballerinnen des FC Zürich und des FC Baden – spielt ebenfalls eine tragende Rolle. Im Behindertensport ­a rbeitet Axpo seit Langem mit Plusport, dem Dachverband des Schweizerischen Behindertensports, zusammen. Er führt regelmässig Sporttage durch. Praktisch immer dabei sind freiwillige Helfer der Axpo. Axpo unterstützt überdies über 200 soziale und kulturelle Projekte und Organisationen.

Axpo ist eine attraktive Arbeitgeberin

Auch als Arbeitgeberin ist sich Axpo ihrer Verantwortung bewusst. Sie beschäftigt über 4000 Mitarbeitende und bietet rund 360 Lehrstellen an. Das Unternehmen bietet attraktive Lohnnebenleistungen, einen überdurchschnittlichen Versicherungsschutz, eine kompetente Sozialberatung sowie eine attraktive berufliche Vorsorge. Der konzernweit geltende Verhaltens­ kodex umfasst Regelungen zu gesetzeskonformem Verhalten oder zu Sicherheit und Arbeitsschutz, Schutz der Privatsphäre und persönlicher Daten, Schutz vor Diskriminierung und Belästigung. Gegen ein Fehlverhalten kann formell Beschwerde eingelegt werden. Die Axpo Beschwerdekommission musste 2011/12 keine Beschwerden behandeln. Axpo fördert den Berufseinstieg von Studierenden mit dem Angebot an Praktika und der Betreuung von Diplomarbeiten und bietet zahlreiche Ausbildungsstellen. Ende 2011/12 beschäftigte Axpo 361 Lernende. Die Zahl der Vollzeitpensen betrug im Berichtsjahr 4368 (–1,1%). Der Rückgang ist primär auf die Restrukturierung des Konzerns zurückzuführen. Um Entlassungen zu vermeiden, wurden Mitarbeitervertreter in den Prozess einbezogen, sodass der grösste Teil des Abbaus über frühzeitige Pensionierungen und natürliche Fluktuation realisiert werden konnte. Bei Entlassungen kam ein Sozialplan zum Zuge. Auf Härtefälle wurde speziell Rücksicht genommen. Die Fluktuationsrate stieg im Berichtsjahr auf 12,2% (2010/11: 10,5%). Der ­A nteil Frauen betrug 19,4% (2010/11: 19,5%). Axpo plant, mittelfristig den Frauenanteil auf mindestens 20% weiter zu steigern.  

Entwicklung Anzahl Vollzeitpensen 2011/12

4 368,0

2010/11

4 415,2

2009/10

4 386,3 4 092,0

2008/09 0

2 500

5 000

Pensen Mitarbeitende Monatslohn Pensen Mitarbeitende Stundenlohn Durchschnitt Lernende

Anteil Frauen Das für 2011/12 formulierte Ziel eines Frauen­ anteils von mindestens 20% wurde knapp nicht erreicht. in % 19,39 19,50 21,09 21,19 0

25

0

12,5

25

2011/12 2010/11 2009/10 2008/09 weiterführende Informationen zu den Mitarbeiterkennzahlen im GRI-Bericht unter www.axpo.com

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Corporate Governance: Zentraler Teil der Führungskultur Axpo ist den Grundsätzen der Corporate Governance ­verpflichtet. Sie werden laufend durch den Verwaltungsrat ­geprüft und bei Bedarf angepasst. Axpo informiert offen, aktiv und ehrlich. Der Nachhaltigkeitsbericht basiert auf inter­ national anerkannten Standards. Konzernstruktur und Aktionariat Konzernstruktur

Der Axpo Konzern wird über die Managementstruktur geführt. Die von der ­Legalstruktur umfassten Konzerngesellschaften stellen die rechtlichen Einheiten dar, in denen das Geschäft abgewickelt wird. Das Geschäft des Axpo Konzerns wird legal über die einzelnen Tochtergesellschaften der Axpo Holding AG (Axpo Power AG, Axpo Trading AG, Axpo Services AG, CKW AG ­sowie Axpo Informatik AG) abgewickelt. Die Tochtergesellschaften und ihre Aufgaben: – Axpo Power AG, Baden, 100%, Aktienkapitel 360 Mio. CHF Zweck der Gesellschaft ist die Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Verwertung und der Vertrieb elektrischer und anderer Energie sowie das Erbringen von Dienstleistungen aller Art in den Bereichen Energie und Umwelt. – Axpo Trading AG, Dietikon, 100%, Aktienkapital 132 Mio. CHF Zweck der Gesellschaft ist die Erzeugung, Verwertung, der Kauf, Verkauf, Tausch und Handel mit elektrischer und anderer Energie sowie die Erbringung von Dienstleistungen aller Art in den Bereichen Energie und Umwelt. – Axpo Services AG, Baden, 100%, Aktienkapital 0.1 Mio. CHF Zweck der Gesellschaft ist die Geschäftsführung und die Verwaltung von Gesellschaften des Axpo Konzerns sowie die Erbringung von weiteren ­Steuerungs- und Servicedienstleistungen für Gesellschaften des Axpo Konzerns, namentlich in den Bereichen Unternehmensentwicklung, inkl. Nachhaltigkeits- und Technologiemanagement, Energiewirtschaft, Risikomanagement, Finanzen, Kommunikation, Personal, Public Affairs und Recht. – Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW), Luzern, 81%, Aktienkapital 3 Mio. CHF ­Zweck der Gesellschaft ist die Stromproduktion, -übertragung, -verteilung und -versorgung in der Zentralschweiz sowie der Stromhandel und das ­A ngebot von Energieservices aller Art. Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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­– Axpo Informatik AG, Baden, 62,7%, Aktienkapital 0.1 Mio. CHF IT-Support, -Beratung und -Dienstleistungen sowie Betrieb von Infrastruktur und Applikationen für die Axpo Konzerngesellschaften und ­mehrere angeschlossene Kantonswerke. Eine vollständige Auflistung der vollkonsolidierten Gesellschaften (kotiert und nicht kotiert) und der Equity-konsolidierten Partnerwerke (nicht kotiert) und assoziierte Gesellschaften (kotierte und nicht kotierte) ist im Finanzbericht auf den Seiten 69 bis 73 aufgeführt.

Börsenkotierung von Tochtergesellschaften

Die Namenaktien der Centralschweizerischen Kraftwerke AG mit Sitz in ­Luzern sind an der SIX Swiss Exchange unter der Valorennummer 2060 347 (ISIN CH0020603475; Telekurs-Kurzzeichen CKWN) kotiert. Per 30. September 2012 betrug der Kurs 329.50 CHF, was einer Börsenkapitalisierung von 1957.3 Mio. CHF entspricht. Die Axpo Holding AG hält einen Anteil von 81,0%. Die Inhaberaktien der Axpo Trading AG mit Sitz in Dietikon wurden am 9. März 2012 von der SIX Swiss Exchange dekotiert, nachdem das Handel­s ­ gericht des Kantons Aargau am 16. Februar 2012 die sich im Publikum befindenden Aktien für kraftlos erklärt hatte.

Die Aktionäre

Die Aktien der Axpo Holding AG befinden sich zu 100 % in der Hand der Nordostschweizer Kantone bzw. Kantonswerke (siehe Tabelle). Mit dem NOK-Gründungsvertrag von 1914 haben sich die Gründungsaktionäre der NOK (heute Axpo Power AG) verpflichtet, die gesamte von ­ihren kantonalen Elektrizitätswerken benötigte Strommenge bei der Axpo Power AG zu beziehen, solange dies zu wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist. Dieser Bezugspflicht steht die Lieferpflicht der Axpo Power AG an die Kantonswerke gegenüber. Mit Inkrafttreten des Strom­versorgungsgesetzes entfiel diese Liefer- und Bezugspflicht teilweise. Die Aktionäre haben jedoch die klare Absicht geäussert, den Gründungsvertrag nach bisheriger Praxis sinngemäss weiter anzuwenden.

Kreuzbeteiligungen

Es bestehen keine Kreuzbeteiligungen. Die Aktionäre der Axpo Holding AG in % Kanton Zürich

18,342

67.9

Elektrizitätswerke des Kantons Zürich

18,410

68.1

Kanton Aargau

13,975

51.7

AEW Energie AG

14,026

51.9

 SAK Holding AG

12,501

46.3

EKT Holding AG

12,251

45.3 29.1

Kanton Schaffhausen

7,875

Kanton Glarus

1,747

6.5

Kanton Zug

0,873

3.2

100,000

370.0

Total Aktienkapital

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in Mio. CHF

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Kapitalstruktur Aktienkapital der Axpo Holding AG

Das Aktienkapital der Axpo Holding AG beträgt 370 Mio. CHF, eingeteilt in 37 000 000 Namenaktien zu je 10.– CHF Nennwert. Die Aktien sind vollständig liberiert. Die Axpo Holding AG verfügt weder über genehmigtes noch ­bedingtes Kapital. Jede Aktie gibt Anrecht auf eine Stimme an der General­ versammlung und einen verhältnismässigen Anteil an der ausgerichteten ­Dividende.

Aktien

Namenaktien dürfen nur mit Zustimmung des Verwaltungsrats übertragen werden. Diese Beschränkung gilt auch für die Begründung einer Nutzniessung. Solange die erforderliche Zustimmung zur Übertragung nicht erteilt wird, verbleiben das Eigentum an den Aktien und alle damit verknüpften Rechte, unter Vorbehalt von Art. 685c Abs. 3 OR, beim Veräusserer. Gründe für die Verweigerung der Zustimmung sind: – der Erwerb von Beteiligungen durch einen Konkurrenten, – die Gefährdung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit durch den Erwerb, – die Gefährdung des Gesellschaftszwecks durch den Erwerb.

Kapitalveränderungen

Das Aktienkapital der Axpo Holding AG hat sich seit der Gründung im Jahr 2001 nicht verändert. Die Ausweise über die sonstigen Veränderungen des ­Eigenkapitals sind im Finanzbericht auf Seite 7 für die konsolidierte Jahresrechnung des Axpo Konzerns und auf Seite 82 für die Jahresrechnung der Axpo Holding AG ersichtlich.

Verwaltungsrat und Konzernleitung Wahl und Amtszeit

Der Verwaltungsrat wird durch die Generalversammlung der Aktionäre gewählt. Die Mitglieder werden in verbindlicher Weise von den Aktionären vorgeschlagen. Die Kantone sind im Verwaltungsrat gemäss deren Aktienanteil vertreten. Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt, die Wiederwahl ist zulässig (Altersbeschränkung: 70 Jahre). Die laufende Amtszeit dauert von der Generalversammlung 2011 bis zur Generalversammlung 2013. Die aktuellen Mitglieder nehmen innerhalb des Axpo Konzerns keine Exe­k utivfunktion wahr.

Kompetenzregelung

Die Aufgaben des Verwaltungsrats orientieren sich an den Bestimmungen des Obligationenrechts. Dem Verwaltungsrat obliegen die oberste Leitung der Gesellschaft und die Überwachung der Geschäftsführung, insbesondere die Festlegung der Organisation, die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung, die Ernennung von Konzernleitungsmitgliedern und die Bestimmung ihrer Saläre, die Erstellung des Geschäftsberichts sowie die Vorbereitung der Generalversammlung und die Ausführung ihrer Beschlüsse. Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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Der Verwaltungsrat vertritt die Gesellschaft nach aussen und besorgt alle ­A ngelegenheiten, die nicht nach Gesetz, Statuten oder Reglement einem anderen Organ der Gesellschaft übertragen sind. Der Verwaltungsrat der Axpo Holding AG entscheidet ferner über die Grundsätze der Strategie der bedeutenden Konzerngesellschaften, über deren Unternehmensplanung sowie über Massnahmen im Zusammenhang mit der unternehmerischen Leistung. Die Kompetenzen von Verwaltungsrat und Konzernleitung sind im ­Organisationsreglement vom 1. März 2012 sowie im Führungs- und Organisationshandbuch des Axpo Konzerns festgelegt. Organisationsreglement ­sowie Führungs- und Organisationshandbuch beschreiben die unübertragbaren Aufgaben des Verwaltungsrats. Die Verantwortung für die Geschäftsführung des Axpo Konzerns ist dem Chief Executive Officer (CEO) übertragen, der durch die Konzernleitung unterstützt wird. Der CEO ist gegenüber dem Verwaltungsrat gesamthaft verantwortlich. Die Konzernleitung, präsidiert vom CEO, koordiniert und überwacht die Geschäftstätigkeit des Axpo Konzerns. Die Kompetenzen des CEO und der Konzernleitung sind ebenfalls im ­Organisationsreglement sowie im Führungs- und Organisationshandbuch bzw. in den Finanzkompetenzen vom 1. Oktober 2012 festgelegt. Die rechtsverbindliche Vertretung der Gesellschaft durch den Verwaltungsrat kann in allen Fällen nur durch kollektive Unterschrift zu zweien ­erfolgen.

Informations- und Kontrollinstrumente gegenüber der Konzernleitung

Der Verwaltungsrat wird regelmässig durch den CEO über den Geschäftsgang und über wichtige Ereignisse informiert. Er verfügt hauptsächlich über folgende Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Geschäfts- und Konzernleitung: ­– interner Quartals-, Halbjahres- und Jahresbericht; ­– strategische Planung (Konzernstrategie und -ziele); ­– finanzielle Langfristplanung (Planungshorizont: zehn Jahre); – jährliches Budget (sowie «Budget Plus» für zwei weitere Jahre); ­– umfassender Bericht der Revisionsstelle an den Verwaltungsrat; – halbjährliche Risk-Report-Berichte; – jährliche Corporate-Compliance-Berichte (halbjährlich an Prüfungs- und Finanzausschuss); ­– Berichte des CEO. Der Verwaltungsrat hat PricewaterhouseCoopers mit der internen Revision beauftragt. Ihre Tätigkeit richtet sich nach einem vom VR-Präsidenten in ­Absprache mit dem Prüfungs- und Finanzausschuss bestätigten Prüfplan. Deren interne Revision umfasst grundsätzlich alle Konzerngesellschaften. Des Weiteren ist der Verwaltungsrat mit Dr. Ueli Betschart, Mitglied des Prüfungs- und Finanzausschusses, im Corporate Risk Council vertreten. Der Corporate Risk Council tagte im Berichtsjahr zweimal.

Interne Organisation

Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten und Vizepräsidenten. Zudem kann der Verwaltungsrat einen Sekretär wählen, der nicht Mitglied des Verwaltungsrats sein muss.

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Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Zurzeit bestehen vier Ausschüsse, die die von der Konzernleitung vorgelegten Sach- oder Personalentscheide im Detail analysieren. Die Ausschüsse erstatten dem Verwaltungsrat zur Vorbereitung seiner Beschlüsse und zur Wahrnehmung seiner Aufsichtsfunktion Bericht und geben Empfehlungen zu verschiedenen Sach- und Personalgeschäften ab. Im Einzelnen erfüllen die Ausschüsse folgende Hauptaufgaben:

Ausschüsse des Verwaltungsrats Der Prüfungs- und Finanzausschuss (PFA):

­– ­bildet sich ein unabhängiges Urteil über die finanzielle Verfassung des ­Konzerns, die Aktienbewertungen, die Qualität der internen und externen Revision, die Qualität und Angemessenheit der internen Kontrollsysteme, den Jahresabschluss, das Zusammenwirken von interner und externer ­Revision, die Risikobewertung und Funktionstüchtigkeit des Risikomanagements sowie die Einhaltung der Normen (Compliance) innerhalb des Konzerns; – ­spricht den Prüfplan mit der internen und der externen Revisionsstelle ab und beurteilt die Rechnungsabschlüsse; – ­berät den Verwaltungsrat in Fragen der finanzwirtschaftlichen Führung, zu Transaktionen und Investitionen sowie zur Corporate Governance und Compliance. Der Prüfungs- und Finanzausschuss tagte im Berichtsjahr achtmal. Der Ausschuss beurteilte die vierteljährliche Finanzberichterstattung, den Jahres­ abschluss sowie die Finanzplanung des Konzerns. Weiter beurteilte er die (halbjährlichen sowie jährlichen) Compliance-Reports und das interne Kontrollsystem. Anhand des halbjährlich erstellten Risk-Reports verschaffte er sich ein Bild über die aktuelle Risikosituation des Axpo Konzerns. Weiter setzte er sich mit der Prüfungsplanung sowie der Berichterstattung der internen und externen Revision auseinander. Im Rahmen der periodischen Fortschrittskontrolle liess sich der Ausschuss vom Management darüber orientieren, inwieweit die von der internen Revision empfohlenen Massnahmen umgesetzt worden sind. Im Berichtsjahr prüfte der Ausschuss zudem diverse Akquisitionen, Investitionen und Devestitionen zuhanden des Verwaltungsrats. Die Gesamtverantwortung für die an den PFA übertragenen Aufgaben untersteht dem Verwaltungsrat.

Der Entschädigungs- und Personalausschuss:

­– ­erarbeitet Vorschläge für die Entschädigung und das Spesenreglement der Verwaltungsratsmitglieder; zudem bestimmt er abschliessend über die Entschädigung der Konzernleitungsmitglieder, dies gemäss dem vom Verwaltungsrat vorgegebenen Salärsystem für das Topmanagement; – ­unterstützt die Auswahl und Beurteilung von Kandidaten für die Konzernleitung; – ­stellt sicher, dass der Konzern stets markt- und leistungsgerechte Gesamtentschädigungen anbietet und somit auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleibt; Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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­– ­berät den Verwaltungsrat bei Personalfragen und bei personalwirtschaftlichen Anträgen des CEO der Axpo Holding AG; ­– ­bildet sich eine Meinung und gibt Empfehlungen ab zur Personalpolitik und -strategie des Konzerns sowie zu Pensionsplänen. Die Gesamtverantwortung für die an den Ausschuss übertragenen Aufgaben untersteht dem Verwaltungsrat. Ausgenommen ist die Festlegung der Kompensation der Konzernleitungsmitglieder im Rahmen des vom Verwaltungsrat verabschiedeten Salärsystems für das Topmanagement. Der Entschädigungs- und Personalausschuss tagte im Berichtsjahr zweimal. Er beschäftigte sich mit der Festlegung der Entschädigungen von ­Verwaltungsrats- und Konzernleitungsmitgliedern.

Der Strategieausschuss:

– ­befasst sich mit allen strategischen Fragen des Konzerns, die anschlies send dem Gesamtverwaltungsrat vorgelegt werden. Der Strategieausschuss tagte im Berichtsjahr dreimal. Die von ihm behandelten Themen umfassten unter anderem die Konzernstrategie, die strategische Energiewirtschaft, die Planung künftiger Produktionsanlagen, neue Energien sowie Unternehmenskäufe. Ausserdem befasste er sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Der Verwaltungsrat setzt sich regelmässig mit der Leistung des Unternehmens auf diesem Gebiet auseinander.

Der Nominierungsausschuss:

– ­formuliert Kriterien für die Auswahl bzw. Wiederwahl von Kandidaten in den Verwaltungsrat im Sinn einer Empfehlung an die Aktionäre; ­– ­führt Gespräche mit Aktionären im Hinblick auf die Auswahl; – ­bereitet die Nominierung der Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung vor. Die Gesamtverantwortung für die an den Ausschuss übertragenen Aufgaben bleibt beim Verwaltungsrat. Der Ausschuss hat ausschliesslich beratenden Charakter. Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.

Ent und Ver leit den

Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen Der Entschädigungs- und Personalausschuss begutachtet die Entschädigungen an die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie der Ausschüsse und stellt bei Bedarf Änderungsanträge. Der Verwaltungsrat bestimmt die Höhe der seinen Mitgliedern zukommenden Entschädigungen. Die Entschädigungen der Mitglieder des Verwaltungsrats erfolgen in Form eines Fixums, dessen Höhe für den Präsidenten, den Vizepräsidenten, den Vorsitzenden des PFA, die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sowie die weiteren Mitglieder des ­Verwaltungsrats abgestuft ist. Weiter wird je Verwaltungsrats- und Ausschuss-Sitzung ein Sitzungsgeld entrichtet, das von der Dauer der ­Sitzung abhängig ist (Verwaltungsratspräsident ausgenommen). Die Spesen werden gemäss dem ­effektiven Aufwand ausbezahlt. Die Axpo Holding AG kennt keine Abgangsentschädigungen für zurückgetretene Mitglieder des Verwaltungsrats. Die Entschädigung der Konzernleitungsmitglieder setzt sich aus einem fixen

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Grundgehalt, ­einem variablen Gehaltsteil von bis zu 50% des Grundgehalts, der auf dem Erreichungsgrad der vom Verwaltungsrat festgelegten Finanz- (Economic Value ­Added, RONOA) und Sachziele basiert, sowie aus Vorsorge- und Sachleistungen zusammen. Es bestehen keine weiteren Formen von Entschädigungen. Bei der Ausgestaltung der Entschädigungsgrundsätze für die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung haben keine externen Berater mitgewirkt. Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen an Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung sind im Finanzbericht auf den Seiten 83 bis 86 zu finden. Es bestehen keine langfristigen vertraglichen Bindungen mit Verwaltungsrats- bzw. Geschäftsleitungsmitgliedern. Abgangsentschädigungen wurden keine vereinbart.

Mitwirkungsrecht der Aktionäre Die Vermögens- und Mitwirkungsrechte der Aktionäre sind im Gesetz und in den Statuten geregelt. Es bestehen keine statutarischen Regelungen, die vom Gesetz abweichen. Die Axpo Holding AG hat ausschliesslich Namenaktien ausgegeben. Sie führt ein Aktienbuch. Im Verhältnis zur Gesellschaft wird nur als Aktionär betrachtet, wer im Aktienbuch eingetragen ist. Aktionäre, die mindestens 10% des Aktienkapitals vertreten, können schriftlich und unter Angabe des Zwecks vom Verwaltungsrat die Durchführung einer ausserordentlichen Generalversammlung verlangen. In der Einberufung sind die Verhandlungsgegenstände sowie die Anträge des Verwaltungsrats und der Aktionäre, die die Durchführung einer Generalversammlung oder die Traktandierung eines Verhandlungsgegenstands verlangt haben, bekannt zu geben. Die Generalversammlung wählt und fasst ihre Beschlüsse mit der ab­soluten Mehrheit der anwesenden und vertretenen Aktienstimmen, soweit das Gesetz (Art. 704 OR) für die Beschlussfassung nicht zwingend eine qualifizierte Mehrheit vorschreibt. Die Statuten nennen keine besonderen ­Abstimmungsquoren. An der Generalversammlung sind die im Aktienbuch eingetragenen Aktionäre stimmberechtigt. Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen. Ein Aktionär kann seine Aktien in der Generalversammlung mit schriftlicher Vollmacht durch einen Dritten, der selbst nicht Ak­­tionär zu sein braucht, vertreten lassen. Zudem werden regelmässig Gespräche mit den Eigentümern geführt.

Risikomanagement Das Risikomanagement der Axpo hat die Aufgaben, die Risikosituation im Konzern transparent darzulegen, gemeinsam mit dem Management das Gesamtrisiko innerhalb der Vorgaben des Verwaltungsrats zu steuern und die Risikokultur im Konzern zu fördern. Unter Risiko versteht Axpo Abweichungen vom Plan, die sowohl negativ als auch positiv sein können. Abgeleitet aus seinem Leitbild und seiner Vision, beschränkt sich der Konzern bei der Beurteilung der Risiken nicht auf rein finanzielle Aspekte, sondern bewertet mit einem ganzheitlichen Ansatz die folgenden vier Risikodimensionen: 1. EBIT@risk, beurteilt die finanziellen Auswirkungen von Risiken, die zu Abweichungen vom budgetierten Ergebnis führen können; 2. Versorgungssicherheit@risk, ermittelt die Auswirkungen auf die Stromversorgungssicherheit; Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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3. Umfeld@risk, bewertet die Auswirkung von Risiken hinsichtlich der ­möglichen Gefährdung von Mensch und Umwelt; 4. Reputation@risk, beurteilt die Auswirkungen auf die Reputation des ­Konzerns.

Systematischer Risikomanagement-Prozess

Axpo hat seit mehreren Jahren einen Risikomanagement-Prozess etabliert, im Rahmen dessen die Risiken halbjährlich in den Konzerngesellschaften und auf Konzernebene identifiziert und nach der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens sowie nach deren Auswirkungen bewertet werden. Grundsätzlich verantwortet jede Konzerngesellschaft ihre Risiken nach dem Verursacherprinzip selbst und steuert sie eigenverantwortlich. Konzernübergreifende Risiken werden gesamtheitlich erfasst und entsprechende Massnahmen auf Konzernstufe koordiniert. Durch Aggregation der Einzelrisiken mittels Monte-CarloSimulation werden die Risiken auf Stufe Konzern konsolidiert dargestellt. Das Ergebnis der konzernweiten Risikoanalyse wird halbjährlich in ­einem Risikobericht mit Massnahmenkatalog zusammengestellt und vom Corporate Risk Council behandelt. Der Corporate Risk Council besteht aus der Konzernleitung, aus Vertretern verschiedener Konzernfunktionen sowie einem Vertreter des Verwaltungsrats der Axpo Holding AG. Der Risiko­ bericht wird anschliessend im Prüfungs- und Finanzausschuss und im Verwaltungsrat diskutiert.

Risikosituationen im Geschäftsjahr 2011/12

Im Zuge der unternehmerischen Tätigkeit ist Axpo verschiedenen Risiken ausgesetzt. Nach den obigen Risikodimensionen kategorisiert, können die Risiken für Axpo wie folgt beschrieben werden (Aufzählung nicht abschliessend): 1. EBIT@risk Die Konjunktur- und Preisrisiken sind für den Konzern weiterhin beträchtlich: Die Entwicklung der Schuldenkrise im Euro-Raum bleibt Dreh- und ­A ngelpunkt in der Beurteilung der Lage. In Spanien und Italien hat sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Eine baldige Erholung ist nicht in Sicht. Dies kann Auswirkungen auf das dortige Geschäft der Axpo haben. An den Finanzmärkten wird ein Zerfall der Euro-Zone nicht ausgeschlossen. Die Strompreise sind aufgrund der schlechten Konjunkturentwicklung auf relativ niedrigem Niveau. Die zunehmende Einspeisung grosser Mengen subventionierter neuer Energie drückt die Terminpreise an der EEX. Gleichzeitig führt der massive Ausbau neuer Energien zu höheren Subventionen ­sowie Netz- und Regelenergiekosten für den Verbraucher. Die Nachfrage nach Strom und Wärme ist jedoch nicht nur konjunktur-, sondern auch witterungsabhängig. Auch die Produktion ist vom Wetter abhängig: Wenig Niederschläge führen zu einer deutlich geringeren Stromproduktion aus Wasserkraft, anhaltend hohe Temperaturen im Sommer können bei thermischen Kraftwerken mit Flusswasserkühlung zu Produktionseinschränkungen führen. Durch den Ausbau von Wind- und Solarenergie sind die Angebotsmengen und damit auch der Marktpreis stark wetterabhängig. Dies alles führt dazu, dass der Konzern im Bereich Beschaffung und Absatz einem wetterbedingten Preisrisiko ausgesetzt ist.

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Zu den finanziellen Risiken gehören Markt- und Kreditrisiken im Energiehandel, die durch ein Limitensystem begrenzt und von einem unabhängigen Risikomanagement-Team kontrolliert und überwacht werden. Des ­Weiteren gehören ungeplante Produktionsausfälle bei eigenen Kraftwerken und/oder Partnerwerken dazu, Ereignisse, die zu ausserordentlichen Abschreibungen führen wie Projektabbrüche, sowie IT-Risiken. Schadprogramme im IT-Netz oder gezielte Hackerangriffe stellen eine ernsthafte Bedrohung dar, zu deren Kontrolle und Abwehr gezielte Gegenmassnahmen getroffen werden. Zudem ist der Konzern an verschiedenen Grossprojekten beteiligt wie dem Bau des PSW Limmern und dem Bau des Offshore-Windparks Global Tech I. Bei diesen technisch anspruchsvollen Projekten besteht naturgemäss ein Verzögerungs- bzw. Kostenüberschreitungsrisiko. Dies wird durch ein eige­nes Projektrisikomanagement gesteuert. Das regulatorische Umfeld bleibt für den Konzern anspruchsvoll und stellt ein beträchtliches Risiko dar. 2. Versorgungssicherheit@risk Für die sichere Stromversorgung ist eine komplexe Netzinfrastruktur für den Transport zum Endverbraucher notwendig. Risiken für einen sicheren Betrieb der Netzinfrastruktur drohen durch Elementarereignisse wie einen Sturm oder starken Eis- und Schneeregen. Es kann jedoch nicht nur in der Schweiz selbst, sondern auch im europäischen Verbundnetz zu Systemstörungen kommen mit entsprechend negativen Auswirkungen für die Schweiz. Der weitere Ausbau der stochastischen neuen Energien insbesondere von grossen Offshore-Windparks, verbunden mit dem nur zögerlich vorankommenden Netzausbau, wird das Problem weiter verschärfen. Die Anzahl der Stabilisierungseingriffe durch die Netzbetreiber steigt an und die zur Netzstabilisierung einsetzbaren Reservekapazitäten werden immer knapper. Neben der Netzinfrastruktur sind für die Versorgungssicherheit aus­ reichende Produktionskapazitäten notwendig. Nach Fukushima hat der ­Bundesrat die Energiestrategie 2050 konkretisiert. Die Ausstiegs-UmbauStrategie setzt auf verschiedene Elemente. Technische und energiewirtschaftliche Fragen und v.a. solche zur künftigen Finanzierung (Förder- bzw. Lenkungsabgabe, ökologische Steuerreform etc.) sind offen. 3. Umfeld@risk Der Schutz von Mensch und Umwelt hat für Axpo einen hohen Stellenwert. Der Bau und Betrieb von Kraftwerken und Netzanlagen birgt ein gewisses Restrisiko für Umwelt und Mensch, das durch strenge interne und externe Sicherheitsvorschriften systematisch kontrolliert und überwacht wird. Im Bereich der ­nuklearen Sicherheit trägt Axpo gegenüber der Gesellschaft eine grosse Ver­ antwortung; daher hat sich Axpo eine nukleare Sicherheits-Charta gegeben. 4. Reputation@risk Negative Auswirkungen auf die Reputation ergeben sich aus Strompreis­ diskussionen trotz der im europäischen Vergleich niedrigeren Versorgungs­ tarife, bei der Beantragung und Genehmigung von neuen Kraftwerksprojekten (z.B. Holzkraftwerke) und der Planung neuer Hochspannungsleitungen. Gefahr für die Reputation droht aber auch durch persönliches Fehlverhalten Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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einzelner Mitarbeiter. Hierzu hat Axpo für alle ihre Mitarbeitenden und Organe einen Verhaltenskodex erlassen. Auch die öffentliche Beurteilung von Geschäftsbeziehungen zu Dritten kann sich negativ auf die Reputation auswirken.

Externe Revision Die KPMG AG, Zürich, ist Revisionsstelle der Axpo Holding AG. Das Revi­ sionsmandat wurde der KPMG erstmals für das Geschäftsjahr 2003/04 erteilt. Die Revisionsstelle wird jeweils für eine einjährige Amtsdauer von der Generalversammlung gewählt. Der amtierende Mandatsleiter übt seine Funktion seit dem Jahr 2011 aus. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Verwaltungsrats überprüft periodisch die Einhaltung des mit der Revisionsstelle abgesprochenen Prüfplans.

Honorare

Insgesamt entschädigte Axpo die KPMG AG im Berichtsjahr 2011/12 für Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Prüfung der Jahresrechnungen der Axpo Holding AG, des Axpo Konzerns und der von ihr revidierten Konzerngesellschaften weltweit mit rund 3.0 Mio. CHF (Vorjahr: rund 2.5 Mio. CHF). Für weitere Dienstleistungen wurden der KPMG AG weltweit Honorare von 0.7 Mio. CHF (Vorjahr: rund 0.2 Mio. CHF) entrichtet.

Interne Revision Die gesetzlich nicht vorgeschriebene interne Revision ist ein Führungsinstrument des Verwaltungsrats der Axpo Holding AG. Dabei erbringt die interne Revision eine unabhängige und objektive Prüfungsdienstleistung, die darauf ausgerichtet ist, Mehrwert zu schaffen, Risiken einzugrenzen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der operativen Prozesse, der Kontrollen sowie der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft. Die interne Revision prüft im Auftrag des Verwaltungsratspräsidenten oder des CEO in Absprache mit dem Präsidenten. Die interne Revision wird bei allen Gesellschaften des Axpo Konzerns von PricewaterhouseCoopers (PwC) wahrgenommen. Ein jährlicher Prüfplan wird vom VR-Präsidenten in Absprache mit dem Prüfungs- und Finanzausschuss festgelegt. PwC erstattet schriftlichen Bericht an den Verwaltungsratspräsidenten, den Prüfungs- und Finanzausschuss, die Konzernleitung sowie an die geprüften Stellen. Der Verwaltungsrat wird darüber informiert. Im ­Geschäftsjahr 2011/12 wurde das Schwergewicht der internen Revision auf die Gebiete Treasury Management & Liquiditätsplanung, Beratungsmandate, Human Resources, Energiehandel und diverse Auslandgesellschaften gelegt.

Honorare

Insgesamt entschädigte Axpo die PricewaterhouseCoopers AG im Berichtsjahr 2011/12 für Dienstleistungen im Zusammenhang mit der internen Revision der Axpo Holding AG, des Axpo Konzerns und der von ihr geprüften Konzerngesellschaften weltweit mit 1.4 Mio. CHF (Vorjahr: 1.4 Mio. CHF).

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Informationspolitik Axpo informiert aktiv, offen und ehrlich über den Konzern, seine Ziele und über spezifische Ereignisse. Der Dialog mit der Öffentlichkeit stärkt die Glaubwürdigkeit und fördert das Verständnis für die Geschäftspolitik des Konzerns. Die Informationstätigkeit des Unternehmens wurde im Berichtsjahr massgeblich von der bundesrätlichen Energiewende bestimmt, die durch die Ereignisse im März 2011 in Fukushima ausgelöst wurde. Axpo verfolgt die aktuelle politische Energiediskussion intensiv und bringt sich aktiv in die Gestaltung der Energiezukunft der Schweiz ein. Dazu hat Axpo im Januar 2012 ihre neue Strategie vorgestellt und mit der Umsetzung begonnen. Axpo CEO Heinz Karrer nahm zahlreiche Medienauftritte wahr. Auf mediales Echo stiess der Entscheid der Axpo, in den im Kernkraftwerk ­Beznau verwendeten Brennelementen auf Uran aus der russischen Anlage Majak zu verzichten, solange für Axpo kein Zugang zum Werk möglich ist. Axpo legt Wert auf eine zielgruppengerechte Kommunikation: Ihre ­A ktionäre informiert sie an der Generalversammlung sowie mit dem halbjährlich erscheinenden Aktionärsbrief. Die Medienschaffenden wurden 2011/12 mit rund 90 Medienmitteilungen über aktuelle Ereignisse im Konzern und bei Tochtergesellschaften in Kenntnis gesetzt. Zudem orientiert Axpo über wichtige Entwicklungen des Konzerns oder der Branche direkt via Medienkonferenz. Hintergrundgespräche und Interviews mit dem Top­ management sind von Medienschaffenden gern genutzte Gelegenheiten, um sich vertieft mit dem Konzern oder der Branche befassen zu können.

Verhaltenskodex

Mehr zur Compliance und zum Verhaltenskodex im GRI-Bericht unter www.axpo.com.

Axpo legt gemäss ihrem Leitbild hohen Wert auf ethisch verantwortungs­ bewusstes Verhalten aller Organe und Mitarbeitenden gegenüber Geschäftspartnern, Behörden und der Öffentlichkeit sowie im innerbetrieblichen Bereich. Seit dem 1. Oktober 2010 gilt konzernweit ein Verhaltenskodex, worin sich die Axpo zu vorbehaltloser Compliance – Gesetzestreue, Integrität und Ethik – bei ihren Aktivitäten verpflichtet. Der Verhaltenskodex legt im Einzelnen fest, was im Axpo Konzern erlaubt bzw. nicht erlaubt ist. Die Verhaltensregeln umfassen unter anderem die Verantwortung der Axpo gegenüber Mensch, Umwelt und Gemeinschaft (Sicherheit; Belästigungs- und Dis­k ri­ minierungsverbot; Nachhaltigkeit), die Einhaltung von Markt- und Wett­ bewerbsregeln, die Verpflichtung zu Integrität im Geschäftsverkehr (u.a. ­Verbot von Korruption, Privatbestechung oder Schmiergeldzahlungen; Handhabung von Geschenken/Einladungen und Interessenkonflikten) sowie den Umgang mit Vermögenswerten und Informationen (z.B. Verbot von Insiderhandel; Datenschutz). Die Mitarbeitenden werden laufend zu den ­Regeln des Verhaltenskodex geschult. 

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Gesellschaftsorgane und Konzernfunktionen

Axpo Holding AG

Centralschweizerische Kraftwerke AG

Verwaltungsrat

Verwaltungsrat

Präsident Robert Lombardini, Hünenberg

Präsident Heinz Karrer, Münsingen

Vizepräsident Jakob Brunnschweiler, Teufen

Vizepräsident Martin Schwab, Buonas

Mitglieder Dr. Ueli Betschart, Nürensdorf Peter C. Beyeler, Rütihof Dr. Reto Dubach, Schaffhausen Roland Eberle, Weinfelden (seit 9.3.2012) Andreas Frank, Balgach Ernst Frey, Kaiseraugst Martin Graf, Effretikon Rudolf Hug, Oberrohrdorf Markus Kägi, Niederglatt Peter Reinhard, Kloten Heinz Tännler, Zug Dr. Hansjakob Zellweger, Weinfelden (bis 9.3.2012)

Mitglieder Hansueli Sallenbach, Zufikon Michael Schmid, Wil Jörg Schnyder, Luzern Dr. Heidi Z‘graggen, Erstfeld

Konzernleitung

Revisionsstelle

Heinz Karrer, CEO Martin Schwab, CFO Hans Schulz, Leiter Geschäftsbereich Handel & Vertrieb Dr. Manfred Thumann, Leiter Geschäftsbereich Produktion & Netze Dr. Andrew Walo, CEO CKW

KPMG AG, Root/Luzern

Geschäftsleitung Dr. Andrew Walo, CEO Heinz Beeler, Netze Dr. Felix Graf, Energie Beat Schlegel, CFO

Konzernfunktionen Rolf Bösch, Finanzprojekte Peter Enderli, Rechnungswesen Thomas Erb, Versicherungen Dr. Martin Everts, Energiewirtschaft Boris Flade, Controlling Thomas Habel, a.i. Konzern-IT/CIO Martin Lüthy, Corporate Human Resources Clemens Mann, Risikomanagement Rainer Meier, Corporate Communications Hansueli Sallenbach, Recht Martin Saxer, Politik und Gesellschaft Michael Schmid, Steuern Marcus Seiler, Treasury Niklaus Zepf, Unternehmensentwicklung

Revisionsstelle KPMG AG, Zürich

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Verwaltungsrat

Strategieausschusses. Seit 2000 ist er Regierungs­ rat des Kantons Aargau. Ihm untersteht das Depar­ tement Bau, Verkehr und Umwelt. Von 1983 bis 2000 war er Vizedirektor der NOK AG, Baden. Weitere VR-Mandate: Alp Transit Gotthard AG (ATG).

Roland Eberle (seit 9. März 2012) Jahrgang 1953, Schweizer

Robert Lombardini Präsident Jahrgang 1949, Schweizer Robert Lombardini, dipl.El.-Ing. ETH, ist seit 2004 Mitglied und Präsident des Verwaltungsrats sowie Mitglied des Prüfungs- und Finanzausschusses, des Entschädigungs- und Personalausschusses und des Strategieausschusses. Bis 2003 war Robert ­Lombardini Divisionsleiter und CEO der Dätwyler Gruppe. Zuvor war er in leitenden Funktionen für Motor Columbus und Agie tätig. Weitere VR-Mandate: Kistler Instrumente AG (Prä­ sident), Sécheron Hasler Holding SA (Präsident) und SIG Combibloc Group AG (Mitglied).

Jakob Brunnschweiler Vizepräsident Jahrgang 1950, Schweizer Jakob Brunnschweiler, dipl.Bauing. FH, ist seit 2001 Mitglied des Verwaltungsrats und seit 12. März 2011 Vizepräsident. Zudem ist er seit 2011 Vorsitzender des Strategieausschusses sowie Mitglied des No­ minierungsausschusses. Seit 1998 sitzt er als Bauund Umweltdirektor im Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Von 1980 bis 1998 war Jakob Brunnschweiler Geschäftsleiter eines Inge­ nieurbüros und Mitglied der Geschäftsleitung in einem Bauunternehmen.

Roland Eberle, Ing.Agr. ETH, ist seit 2012 Mitglied des Verwaltungsrats sowie Mitglied des Prüfungsund Finanzausschusses. Seit 2011 vertritt er für die SVP den Kanton Thurgau im Ständerat. Von 2006 bis 2011 war er CEO der sia Abrasives Holding AG. Von 2003 bis 2007 präsidierte er die Eidg. Kom­ mission für Flüchtlingsfragen. 1994 wurde Eberle in den Regierungsrat des Kt. Thurgau gewählt. Zu­ vor war er zehn Jahre Geschäftsführer des Thur­ gauer Bauernverbands. Weitere VR-Mandate und Funktionen: De Martin AG Metallveredelung (Präsident), Kibag Holding AG, Spital Thurgau AG, Schmolz + Bickenbach, HRS Holding AG (Präsident) sowie Präsident der Stiftung Kartause Ittingen.

Weitere VR-Mandate: St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (Vizepräsident) und SEAG Aktien­ gesellschaft für schweizerisches Erdöl.

Andreas Frank Jahrgang 1954, Schweizer

Ueli Betschart Jahrgang 1950, Schweizer Ueli Betschart, dipl.El.-Ing. ETHZ/Dr.sc.techn., ist seit 2009 Mitglied des Verwaltungsrats sowie Mit­ glied des Prüfungs- und Finanzausschusses. Aus­ serdem ist er Mitglied des Corporate Risk Council. Von 2003 bis 2012 war er Direktor von Electrosuis­ se. Zuvor war er von 2000 bis 2003 Geschäfts­ führer von Brugg Cables und von 1997 bis 2000 Geschäftsführer der Afag AG. Weitere VR-Mandate: Elektrizitätswerke des Kan­ tons Zürich.

Reto Dubach Jahrgang 1956, Schweizer Reto Dubach, Dr.iur., ist seit 2008 Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied des Entschädi­ gungs- und Personalausschusses. Seit 2008 ist Reto Dubach Mitglied des Regierungsrats des Kantons Schaffhausen. Als Vorsteher des Baude­ partements ist er auch für Energie zuständig. Von 1997 bis 2007 war er Staatsschreiber des Kantons Schaffhausen.

Andreas Frank, Ing. HTL, ist seit 2010 Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied des Entschädi­ gungs- und Personalausschusses. Er ist seit 2000 Geschäftsführer der Greiner Packaging AG sowie der Greiner Packaging Holding AG, Diepoldsau, sowie CEO der Rundpack AG, Diepoldsau. Weitere VR-Mandate: Greiner Packaging Ltd., Dungannon/Nordirland (Präsident), Greiner Pa­ ckaging GmbH, Rastatt/Deutschland (Präsident), Frimoba AG, Balgach (Präsident), und St. GallischAppenzellische Kraftwerke AG (SAK).

Weitere VR-Mandate und Funktionen: Elektrizitäts­ werk des Kantons Schaffhausen AG (Präsident), Kraftwerk Schaffhausen AG, Regionale Verkehrsbe­ triebe Schaffhausen AG (Präsident), Schweizerische Schifffahrtgesellschaft Untersee und Rhein AG, Verein Agglomeration Schaffhausen (Präsident). Peter C. Beyeler Jahrgang 1945, Schweizer Peter C. Beyeler, dipl.Bauing. ETH, ist seit 2001 Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied des

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Ernst Frey Jahrgang 1949, Schweizer Ernst Frey, dipl.Bauing. ETH/SIA, ist seit 2005 Mit­ glied des Verwaltungsrats und seit 2010 Vorsit­ zender des Nominierungsausschusses. Von 1980 bis 2003 war er CEO der Ernst Frey AG. Seit 1987 ist er VR-Präsident der Ernst Frey AG. Davor war er Mitglied der Geschäftsleitung der Ernst Frey AG.

Weitere VR-Mandate und Funktionen: AEW Ener­ gie AG, AOS Technologies AG (Präsident), Brugg Cables Industry AG, Brugg Contec AG, Brugg Drahtseil AG, Brugg Immobilien AG, Brugg Rohr­ systeme AG, Brugg Kabel AG, Brugg Rohr AG Hol­ ding, Brugg Seiltechnik Holding AG, ELSOFT AG (Präsident), Fatzer AG Drahtseilfabrik, Fortatech AG Seil- und Hebetechnik, Geobrugg AG, HINT AG, HT-Holding AG (Präsident), Kabelwerke Brugg AG Holding, MPL AG Elektronik Unternehmen (Präsi­ dent), MPI Distribution AG, MTEK AG (Präsident), Rittmeyer AG, Economiesuisse (Vorstand und Prä­ sident der ständigen Kommission Energie & Um­ welt), Swissmem (Vorstandsausschuss). Zudem ist er Arbeitsrichter am Arbeitsgericht in Baden.

Weitere VR-Mandate und Funktionen: AEW Ener­ gie AG, BEC AG (Präsident), Buebechilch AG (Prä­ sident), Belagswerk Rinau AG, Immobilien AEW AG, Immoka Immobilien AG (Präsident), Kraftwerk Augst AG (Präsident), Regio Wiederverwertungs AG sowie Walter Brogli AG (Vizepräsident).

Heinz Tännler Jahrgang 1960, Schweizer Heinz Tännler, Lizenziat der Rechtswissenschaft/ Anwalts- und Notariatspatent, ist seit 2011 Mit­ glied des Verwaltungsrats und Mitglied des Nomi­ nierungsausschusses. Seit 2007 ist er Regierungs­ rat/Baudirektor des Kantons Zug. Zuvor war er von 2004 bis 2007 Direktor der Rechtsabteilung FIFA und von 1991 bis 2003 Rechtsanwalt und Notar in Zug. Von 1994 bis 2003 war er Mitglied des Kan­ tonsrats Zug. Weitere VR-Mandate: Parkleitsystem Zug AG (Prä­ sident).

Markus Kägi Jahrgang 1954, Schweizer Markus Kägi, Inh. Zürcher Notarpatent, ist seit 2007 Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied des Strategieausschusses. Er sitzt als Vorsteher der Baudirektion im Regierungsrat des Kantons Zürich. Von 1996 bis 2007 war er Ombudsmann des Kantons Zürich und davor, von 1991 bis 1996, Kantonsrat des Kantons Zürich. Martin Graf Jahrgang 1954, Schweizer

Weitere VR-Mandate: Elektrizitätswerke des Kan­ tons Zürich.

Hansjakob Zellweger (bis 9. März 2012) Jahrgang 1945, Schweizer Hansjakob Zellweger, Dr.iur. Rechtsanwalt, war seit 2004 Mitglied des Verwaltungsrats und seit 2010 Mitglied des Prüfungs- und Finanzausschusses.

Martin Graf, Ing.Agr. ETH, ist seit 2011 Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied des Nominierungs­ ausschusses. Als Mitglied des Regierungsrats des Kantons Zürich steht er der Direktion der Justiz und des Innern vor. Von 1998 bis 2011 war er Stadtpräsi­ dent von Illnau-Effretikon. Von 1994 bis 1998 amtete er dort bereits als Stadtrat, von 1990 bis 1994 als Mitglied des Grossen Gemeinderats.

Weitere VR-Mandate: Polygal AG, Sun Bürglen AG und Stutz Holding AG.

Weitere VR-Mandate: Opernhaus Zürich AG. Peter Reinhard Jahrgang 1954, Schweizer und Italiener Peter Reinhard, Geschäftsführer, ist seit 2005 Mit­ glied des Verwaltungsrats sowie Vorsitzender des Entschädigungs- und Personalausschusses. Er ist seit 1994 Kantonsrat des Standes Zürich und Frak­ tionspräsident der EVP.

Rudolf Hug Jahrgang 1950, Schweizer

Weitere VR-Mandate und Funktionen: Elektrizitäts­ werke des Kantons Zürich (Mitglied Prüfungsaus­ schuss) und Verband der Kantonspolizei Zürich (Präsident).

Rudolf Hug ist seit 2003 Mitglied des Verwaltungs­ rats. Seit 2010 ist er Vorsitzender des Prüfungsund Finanzausschusses. Ausserdem war er bis 2010 Mitglied des Corporate Risk Council. Seit 1983 ist Rudolf Hug Unternehmer und hat ver­ schiedene Unternehmensgründungen unter dem Dach der HT-Holding AG vollzogen.

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Konzernleitung Manfred Thumann ist Mitglied in folgenden Verwal­ tungsräten: Ersatz Kernkraftwerk Beznau AG (Präsi­ dent), Kernkraftwerk Leibstadt AG (Präsident), Re­ sun AG (Prä­sident), Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (Vizepräsident) und Kernkraftwerk Niederamt AG (Vizepräsident). Zudem ist er im Vorstand des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) sowie der Swisselectric und Mitglied der vom Bundesrat eingesetzten Eidgenössischen Energie­ forschungskommission (CORE). Heinz Karrer Chief Executive Officer Jahrgang 1959, Schweizer

Hans Schulz Geschäftsbereichsleiter Handel & Vertrieb Jahrgang 1959, Deutscher

Heinz Karrer ist seit 2002 Chief Executive Officer (CEO) der Axpo Holding AG. Bis zum 30. September 2007 war er gleichzeitig CEO der Axpo AG (damals NOK). Von 1998 bis 2002 war Heinz Karrer als Mit­ glied der Konzernleitung der Swisscom AG für die Division Marketing+Sales verantwortlich. Davor war er Leiter von Ringier Schweiz und Mitglied der Ringier AG Konzernleitung sowie Geschäftsleiter und Verwal­ tungsratsdelegierter der Intersport ­Holding AG.

Hans Schulz, Dr.Ing./dipl. Wirtschaftsingenieur, seit 2007 Chief Executive Officer (CEO) der EGL AG, heute Leiter des Geschäftsbereichs Handel & Vertrieb und seit 2006 Mitglied der Konzernlei­ tung. Von 2006 bis September 2007 war er Mit­ glied der Geschäftsleitung der Axpo AG (damals NOK) und Leiter der Divisionen Netze sowie Han­ del und Vertrieb. Davor war er achtzehn Jahre für die heutige OC Oerlikon tätig, wo er verschiedene Führungsfunktionen in der Division Balzers (Ober­ flächenbeschichtung) innehatte. Ab 1999 war er zudem Mitglied der erweiterten Konzernleitung von OC Oerlikon (damals Unaxis).

Heinz Karrer ist Verwaltungsratspräsident der Cen­ tralschweizerischen Kraftwerke AG. Weiter amtet er als Verwaltungsrat der Kuoni Reisen Holding AG, Notenstein Privatbank AG und Swissgrid AG. Zu­ dem ist er Vorstandsmitglied von Economiesuisse und Präsident der Swisselectric. Heinz Karrer hat eine Ausbildung als dipl. Kaufmann.

Hans Schulz ist Verwaltungsrat in folgenden Unter­ nehmen: Repower AG, Repower Klosters AG und Trans Adriatic Pipeline AG (Präsident).

Martin Schwab Chief Financial Officer Jahrgang 1966, Schweizer

Manfred Thumann Geschäftsbereichsleiter Produktion & Netze Jahrgang 1954, Schweizer

Martin Schwab ist seit dem 1. Februar 2011 Chief Financial Officer (CFO) der Axpo Holding AG. Der Betriebswirtschafter HF und Experte in Rech­ nungslegung und Controlling verfügt über einen MBA der University of Rochester, N.Y. Von 2005 bis Ende 2010 war er CFO der Selecta Group. Zuvor war Martin Schwab Finance Director und Deputy Managing Director der Compass Group (Schweiz) AG, nachdem ihn die Funktion als Management ­Reporting Manager der Compass Group nach Lon­ don geführt hatte. Von 1999 bis 2002 war er bei der Selecta AG als Finanzchef und zuvor als kauf­ männischer Leiter bei der Dr. Siegrist AG tätig.

Manfred Thumann, Dr.-Ing. in Maschinenbau und Werkstoffwissenschaften, seit 2007 Chief Executive Officer (CEO) der Axpo AG, heute Leiter des Ge­ schäftsbereichs Produktion & Netze und seit 2004 Mitglied der Konzern­leitung. Von 2003 bis 2007 war er als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortlich für die Division Kernenergie und Geschäftsführer der Kernkraftwerk Leibstadt AG. Von 1997 bis 2003 war er Direktor Gasturbinengeschäft bei der Als­ tom. Davor war er in verschiedenen Funktionen für die ABB-Gruppe sowie als Forscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt tätig.

Andrew Walo Chief Executive Officer CKW Jahrgang 1963, Schweizer und Engländer Andrew Walo, Dr.oec.publ., ist seit 2004 Chief Executive Officer (CEO) der Centralschweizeri­ schen Kraftwerke AG und Mitglied der Konzernlei­ tung. Von 2001 bis 2004 war er Geschäftsführer der SN Energie AG und der Kraftwerke Zervreila AG in Vals. Zuvor war er in leitenden Positionen bei Alstom und ABB tätig. Andrew Walo ist Mitglied in folgenden Verwal­ tungsräten: CKW Conex AG ­(Präsident), CKW Fi­ ber Services AG (Präsident), Elektrizitätswerk Alt­ dorf AG (Präsident), Elektrizitätswerk Schwyz AG, Kraftwerk Göschenen AG. Zudem ist er im Vor­ stand des Verbands Schweizerischer Elektrizitäts­ unternehmen (VSE) sowie der Swisselectric, der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz und des Schweizerischen Arbeit­geberverbands. Er ist überdies Mitglied des Stiftungsrats der Fürsorge­ stiftung CKW.

Martin Schwab ist Mitglied in den Aufsichtsgremien folgender Gesellschaften des Axpo Konzerns: Axpo AG (heute Axpo Power AG) (Präsident), Axpo Informatik AG (Präsident), EGL AG (heute Axpo Trading AG) (Präsident) und Centralschwei­ zerische Kraftwerke AG (Vizepräsident).

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Assurance Bericht (ÔIndependent Assurance ReportÕ)

Bericht an die Konzernleitung der Axpo Holding AG, Baden (hiernach ãAxpoÒ). Wir haben eine begrenzte PrŸfung der Daten und Informationen im GeschŠfts- und Nachhaltigkeitsbericht (ãGNHBÒ) 2011/12 der Axpo (hiernach ãUntersuchungsgegenstandÒ) durchgefŸhrt. UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND Daten und Informationen zum GNHB 2011/12 fŸr das am 30. September 2012 abgeschlossene GeschŠftsjahr der Axpo fŸr die folgenden Aspekte:  Die Daten zu den Kennzahlen und die damit verbundenen Textaussagen in den Abschnitten zur nachhaltigen Energiezukunft auf den Seiten 6 bis 9, Angaben zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie auf den Seiten 10 bis 11 (ausgenommen Angaben zu den Axpo Treibhausgasemissionen), Angaben zur Forschung auf den Seiten 12 bis 13 sowie Angaben zu Umwelt und Gesellschaft auf den Seiten 16 bis 17 des GNHB 2011/12, des weiteren die FŸhrungs- und Berichterstattungsprozesse, wie auch das Kontrollumfeld im Bereich der Datenaggregation dieser Kennzahlen und Textaussagen; und  Die Aussage zur Anwendungsebene (ãGRI Application LevelÒ) des Global Reporting Initiative (ãGRIÕÒ) G3 Leitfadens zur Nachhaltigkeitsberichterstattung durch die Axpo auf den Seiten 36 bis 37 des GNHB 2011/12. KRITERIEN  Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung G3, veršffentlicht durch die Global Reporting Initiative (GRI) in 2006; und  Die Verfahren, mit welchen die ŸberprŸften Kennzahlen und Textaussagen intern erhoben, verarbeitet und aggregiert werden sowie die auf den Seiten 36 bis 37 des Axpo GNHB 2011/12 aufgefŸhrten Prinzipien zur Berichterstattung. VERANTWORTLICHKEIT und METHODIK Die Genauigkeit und VollstŠndigkeit von Daten im Bereich der Nachhaltigkeit unterliegen inhŠrent vorhandenen Grenzen, welche aus der Art und Weise der Datenerhebung, -berechnung und -schŠtzung resultieren. Unser Assurance Bericht sollte deshalb im Zusammenhang mit den Axpo Richtlinien und Verfahren sowie den Definitionen zur internen Nachhaltigkeitsberichterstattung gelesen werden. Zukunftsbezogene Angaben stellen keinen Bestandteil des Untersuchungsgegenstands dar, deshalb liegen solche Aussagen ausserhalb unserer PrŸfung und wir geben dazu auch kein PrŸfurteil ab. FŸr den Untersuchungsgegenstand und die Kriterien ist die Konzernleitung der Axpo verantwortlich. Diese Verantwortung umfasst die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung angemessener Massnahmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgefŸhrten PrŸfungshandlungen eine PrŸfungsaussage darŸber zu

machen, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zur Annahme veranlassen, dass die Axpo in wesentlichen Belangen die Kriterien zur Erstellung des Untersuchungsgegenstandes fŸr das am 30. September 2012 abgeschlossene GeschŠftsjahr nicht eingehalten hat. Die Auswahl der PrŸfungshandlungen liegt im Ermessen der PrŸfgesellschaft. Wir haben unsere begrenzte PrŸfung in †bereinstimmung mit dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 vorgenommen. VORGEHENSWEISE Unsere begrenzte PrŸfung beinhaltete folgende Arbeitsschritte:  Evaluation der Anwendung der Konzernrichtlinien PrŸferische Durchsicht der Anwendung der AxpoKonzernrichtlinien zur internen Nachhaltigkeitsberichterstattung;  Standortbesuche Besuch von Axpo- und CKW-Standorten in Baden, Rathausen und ZŸrich; Befragung der Personen, welche an den besuchten Standorten und am Hauptsitz fŸr die Erhebung und Verarbeitung der Daten zustŠndig sind;  Beurteilung Kennzahlen und Textaussagen Stichprobenweise †berprŸfung einer Auswahl von Kennzahlen und Textaussagen (Angaben zur nachhaltigen Energiezukunft, erneuerbaren Energien, ForschungsaktivitŠten, Energieeffizienz und gesellschaftlichen Verantwortung) bezŸglich Angemessenheit, Konsistenz, Richtigkeit und VollstŠndigkeit;  PrŸferische Durchsicht der Dokumentation und Analyse relevanter Grundsatzdokumente PrŸferische Durchsicht der relevanten Dokumentation auf Stichprobenbasis, einschliesslich der KonzerngrundsŠtze zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, der Management- und Berichterstattungsstrukturen sowie der vorhandenen Dokumente zur Berichterstattung; und  Beurteilung der Prozesse und Datenkonsolidierung PrŸferische Durchsicht der Prozesse zur Erhebung und Verarbeitung der Kennzahlen und Textaussagen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung hinsichtlich ihrer ZweckmŠssigkeit; und Aufnahme und Beurteilung des Konsolidierungsverfahrens auf Konzernebene. PR†FUNGSAUSSAGE Bei unserer begrenzten PrŸfung sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen mŸssten, dass  der GRI Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung G3 nicht richtig angewandt wurde; und  das interne Berichterstattungssystem zur Einholung und Konsolidierung von den bezeichneten Kennzahlen und Textaussagen nicht bestimmungsgemŠss funktioniert und damit eine angemessene Grundlage fŸr deren Veršffentlichung bildet; sowie  die im Untersuchungsgegenstand erwŠhnten Kennzahlen und Textaussagen fŸr das am 3o. September 2012 abgeschlossene GeschŠftsjahr kein angemessenes Bild der Leistungen von Axpo gibt. ZŸrich, 29. November 2012 PricewaterhouseCoopers AG

Dr. Marc Schmidli

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Jonas Buol

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Nachhaltigkeitsbeirat: Kritischer Blick und konstruktive Vorschläge Im Axpo Nachhaltigkeitsbeirat hinterfragen Persönlich­keiten aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft kritisch die Bestrebungen der Axpo, glaubwürdig und nachhaltig zu handeln. In der folgen­ den «Carte blanche» beurteilt der Beirat seine Arbeit im vergan­ genen Geschäftsjahr und erläutert seine Vorschläge.

Vor dem Hintergrund der neuen Energiestrategie des Bundesrats sieht es der Beirat als wichtige Aufgabe der Axpo, zum Gelingen dieser Strategie beizutragen. Zu diesem Zweck unterbreitet der Beirat dem Verwaltungsratspräsidenten sowie dem CEO der Axpo folgende konkrete Vorschläge: 1.  A xpo soll in ihrer externen Kommunikation verstärkt aufzeigen, dass sie ein Unternehmen der öffentlichen Hand ist, dass ihr Auftrag die Sicherstellung einer zuverlässigen und möglichst günstigen Stromversorgung ist und dass sie ihre Erträge zur Erfüllung dieses Auftrags einsetzt. 2.  A xpo soll sich für die Versorgungssicherheit im Rahmen der bundesrätlichen Energiestrategie engagieren, wobei die Politik die Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Betrieb der erwünschten Technologien schaffen muss. 3.  A xpo verfügt über beträchtliches Fachwissen, um den zukünftigen Strombedarf, dessen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit, die realisierbaren Potenziale derzeit verfügbarer Technologien sowie die kommenden technologischen Herausforderungen annähernd abzuschätzen. Axpo soll in ihrer externen Kommunikation diese Fragen präzis, sachlich und transparent diskutieren. 4.  A xpo soll konkrete Beiträge zur Erfüllung der bundesrätlichen Energiepolitik leisten und sich noch intensiver als bisher in den Bereichen «Energieeffizienz-Produkte», «Investitionen in erneuerbare Energien», «Forschung und Entwicklung», «Energieeffizienz bei der Erzeugung und Übertragung von Elektrizität» sowie «Ausbau des Angebots CO2-armer Wärme» engagieren. 5.  Da dezentrale Kraftwerke an Bedeutung gewinnen werden, soll Axpo Modelle ausarbeiten, wie solche Kraftwerke im Verein mit Grosskraftwerken eine sichere Stromversorgung gewährleisten können.

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Der Beirat versteht sich als Forum, das die Aktivitäten der Axpo aus unterschiedlichen Blickwinkeln beurteilt. In diesem Sinne hoffen seine Mitglieder, die Konzernleitung und den Verwaltungsrat der Axpo weiterhin unabhängig und kritisch zu beraten und dabei auch gesellschaftlich kontroverse Themen offen anzusprechen.  

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Kurt Aeschbacher (1) Jahrgang 1948, Schweizer

Ralph Eichler (3) Jahrgang 1947, Schweizer

Kurt Aeschbacher, lic.rer.pol., ist seit 1981 als Re­ daktor, Produzent und Moderator beim Schweizer Fernsehen tätig, wo er unter anderem seit 2001 eine wöchentliche Talkshow moderiert, die er als Unternehmer im eigenen Studio produziert. Zuvor war er Vizedirektor der Grün 80 und in verschiede­ nen Funktionen in der Privatwirtschaft tätig. Kurt Aeschbacher ist Mitglied des Verwaltungsrats der Casino Baden AG, Unicef-Botschafter sowie Ko­ lumnist für verschiedene Zeitschriften. Er mode­ riert regelmässig Kongresse und Veranstaltungen im In- und Ausland und präsidiert eine Tierschutz­ stiftung.

Ralph Eichler promovierte an der ETH Zürich in Physik und ist Präsident der ETH Zürich, Mitglied des ETH-Rats und Vorstandsmitglied der Rektoren­ konferenz der Schweizer Universitäten (CRUS). ­Davor war er ab 2002 Direktor des Paul Scherrer ­Instituts (PSI). Seit 1988 ist er Professor an der ETH Zürich. Ralph Eichler ist zudem Mitglied der Verwaltungs­ räte von Belenos Clean Power AG und Venture In­ cubator AG. Bei der ETH Zürich Foundation amtiert er als Vizepräsident.

David Bosshart (2) Jahrgang 1959, Schweizer

Ueli Mäder ist Professor für Soziologie an der Uni­ versität Basel. Er leitet das Nachdiplomstudium in Konfliktanalysen und Konfliktbewältigung. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die soziale Ungleichheit. Ueli Mäder hat auch eine Professur an der Fach­ hochschule Nordwestschweiz und setzt sich dafür ein, auf Kernkraftwerke zu verzichten und die er­ neuerbare Energie stärker zu fördern.

David Bosshart promovierte in Politischer Philo­ sophie und ist seit 1999 CEO des Gottlieb Dutt­ weiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, eines führenden europäischen Think Tanks für den Handel und dessen gesellschaftliches Um­ feld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Zukunft des Konsums und gesellschaftlicher Wandel, ­Management und Kultur, Globalisierung und ­p olitische Philosophie. Als Bestseller-Autor und mehrsprachiger Referent ist er gefragter Keynote Speaker in Europa, den USA und Asien.

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Ueli Mäder (4) Jahrgang 1951, Schweizer

berg-Ruder ist heute Vorsitzende des Aufsichtsrats der Schlumberger AG, Wien, und der Zwack Uni­ cum Nyrt, Budapest, Beiratsvorsitzende der deut­ schen Semper idem Underberg GmbH, Rheinberg, sowie Verwaltungsratspräsidentin der schweizeri­ schen Muttergesellschaft Underberg AG, Dietlikon. Mit Dr. Franz Ruder hat sie vier Kinder. Gottfried Schatz (6) Vorsitzender des Nachhaltigkeitsbeirats Jahrgang 1936, Österreicher Gottfried Schatz ist emeritierter Professor für Bio­ chemie der Universität Basel. Vor seiner Übersied­ lung in die Schweiz im Jahr 1974 war er an der Uni­ versität Wien, am Public Health Research Institute der Stadt New York sowie als Professor für Bioche­ mie an der Cornell University in Ithaca (New York) tätig. Nach seiner Emeritierung im Jahr 2000 prä­ sidierte er vier Jahre lang den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat, der den Bun­ desrat in Fragen zur Forschung und Bildung berät. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich mit der Energieproduktion in lebenden Zellen. Seine dänische Frau und er haben drei Kinder.

Hubertine Underberg-Ruder (5) Jahrgang 1962, Deutsche Hubertine Underberg-Ruder ist promovierte Mik­ robiologin. Nach ihren Tätigkeiten an der Universi­ tät Tübingen sowie an einem Forschungsinstitut des Landwirtschaftsministeriums der Niederlande wechselte sie 1991 ins elterliche Unternehmen an dessen Hauptsitz in Dietlikon (Schweiz). Frau Under-

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Einstufung nach GRI: Level A+ Die internationalen Richtlinien der Global Reporting ­Initiative (GRI) schaffen Transparenz. Axpo hat den vorliegenden Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht auf der ­Basis der Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Die GRI verfolgt das Ziel, die Unternehmensberichterstattung weltweit transparenter und vergleichbarer zu machen.

Prüfergebnis: Level A+

Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht der Axpo erreicht erstmals den Level A+.

Ein ausführlicher GRI-Index ­findet sich im GRI-Bericht auf www.axpo.com unter Umwelt & Gesellschaft.

Die GRI gibt ein System der Ebenen A, B und C vor, wobei A die höchste ist. Die Unterteilung wurde vorgenommen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Unternehmen gerecht zu werden. Diese GRI-Einstufung ist keine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung, sondern drückt aus, in welchem Umfang der GRI-Berichtsrahmen abgedeckt wird. Ein zusätzliches «+» markiert, dass die Angaben des Berichts durch eine externe Prüfung (Assurance) bestätigt wurden. In diesem Bericht weist die Axpo erstmals ihre Leistungen in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit auf dem höchsten Transparenzniveau A+ gemäss den GRI-Richtlinien aus. Diese umfassende Berichterstattung bringt zum Ausdruck, dass die Axpo Nachhaltigkeit als Kernthema in ihrem langfristig ausgerichteten Geschäft versteht, das bei allen Geschäftsbelangen eine wesentliche Rolle spielt. Ein ausführlicher GRI-Inhaltsindex steht im Axpo GRI-Bericht 2011/12 zur Verfügung, der auf der Axpo Website www.axpo.com unter Umwelt & Gesellschaft zu finden ist. Er erlaubt das seitengenaue Auffinden von GRI-­ Informationen im Axpo Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2011/12 und bietet auch Informationen zu ergänzenden GRI-Indikatoren. Der vorliegende Bericht erfüllt zusammen mit der Assurance und dem im Internet publizierten GRI-Index den «A+»-Level der GRI-G3-Richtlinien. Dies hat die GRI geprüft und bestätigt.

Was wesentlich und damit inhaltsbestimmend ist, wurde getestet

Der Inhalt des vorliegenden Berichts bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2011/12 (1. Oktober 2011 bis 30. September 2012). Geht der Bericht auf Informationen ausserhalb dieses Zeitraums ein, ist dies erwähnt. Er bezieht sich zudem auf die vollkonsolidierten Gesellschaften des Konzerns, falls dies nicht anders angegeben ist. Die Equity-konsolidierten Partnerwerke sind daher nicht Gegenstand des Berichts. Die wesentlichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit der Axpo werden in diesem Bericht ohne besondere Beschränkungen des Umfangs oder der Berichtsgrenzen abgedeckt. Zusätzlich zu diesem Bericht finden sich aktuelle Informationen zu Fragen der Nachhaltigkeit im Internet auf www.axpo.com unter Umwelt & Gesellschaft sowie unter den weiterführenden Links Verantwortung/Nachhaltigkeit.

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Die in den Bericht aufgenommenen Themen wurden in einem umfassenden We­ sentlichkeits- oder «Materialitäts»-Test festgelegt. In diesem von der GRI vorgesehenen Verfahren wird sorgfältig geprüft, welche Nachhaltigkeitsthemen aus dem GRI-Raster in doppelter Hinsicht relevant sind: aus der Sicht der Axpo selbst und aus der Sicht ihrer ­externen Anspruchsgruppen. Wichtige Grundlagen für diesen Wesentlichkeitstest sind die Axpo Nachhaltigkeitsstrategie, die festlegt, wie das Unternehmen seine Nachhaltigkeitspolitik mittelfristig umsetzen will, und die Ergebnisse aus dem umfassenden Dialog mit Stakeholdern. Auf der Basis dieser Dialoge verfolgt Axpo seit Jahren die Bedürfnisse ihrer wesentlichen externen Anspruchsgruppen.

GRI-Richtlinien wurden konsistent angewandt

Soweit Daten zu den dargestellten Themen verfügbar waren, hat Axpo den ­Berichtsstandard GRI-G3 auf Anwendungsebene A+ umgesetzt. Auf Ende des Berichtsjahrs wurde die Konzernstruktur gestrafft, indem die Aktivitäten der ehemaligen Axpo AG und der EGL AG in den Geschäftsbereichen Produktion & Netze sowie Handel & Vertrieb zusammengefasst wurden (siehe Seite 6). Dies bedingte keine wesentlichen Veränderungen von Grösse oder Eigentumsverhältnissen des Unternehmens. Auch in Bezug auf Joint Ventures, Tochterunternehmen, gepachtete Anlagen und ausgelagerte Tätigkeiten ­w aren keine nennenswerten Änderungen zu verzeichnen, die die Vergleichbarkeit der Berichterstattung substanziell einschränken würden. Weder ­Berichtsgrenzen noch Messmethoden wurden im Vergleich zum Nachhaltigkeitsbericht 2010/11 wesentlich verändert. Keine wesentliche ­Information, die im vorigen Bericht publiziert wurde, musste auf neue Art dargestellt ­werden. Der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2011/12 erscheint als Druckversion in deutscher Sprache. Im Internet ist er auf www.axpo.com ­unter Medien/Publikationen in den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar. Verbindlich ist die gedruckte deutsche Version.  

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12 13 2 19 54

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• Wasserkraftwerke • Kernkraftwerke • Gaskraftwerk • Kleinkraftwerke neue Energien

17 84 83

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Kraftwerkspark Schweiz Kraftwerke in der Schweiz inklusive Beteiligungen und Bezugsrechten Konventionelle Kraftwerke • 1 • 2 • 3

KKB KKL KKG

Kernkraftwerk Beznau Kernkraftwerk Leibstadt AG Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG • 4 GTD Gasturbine Döttingen • 5 KWRü Kraftwerk Rüchlig • 6 KRA Kraftwerk Rupperswil-Auenstein AG • 7 KWWB Kraftwerk Wildegg-Brugg • 8 KWBZ Kraftwerk Bremgarten-Zufikon • 9 HKB Hydraulisches Kraftwerk Beznau • 10 WKB Wehrkraftwerk Beznau • 11 AWAG Aarewerke AG • 12 KWS Kraftwerk Schaffhausen AG • 13 RKN Rheinkraftwerk Neuhausen AG • 14 ERAG Elektrizitätswerk Rheinau AG • 15 KWE Kraftwerk Eglisau-Glattfelden AG • 16 RKR Rheinkraftwerk Reckingen AG • 17 RADAG Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG • 18 RKS Rheinkraftwerk Säckingen AG • 19 KRS Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG • 20 KWG Kraftwerk Göschenen AG • 21 KWW Kraftwerk Wassen AG • 22 KWSa Kraftwerk Sarneraa • 23 EWA Kraftwerke Elektrizitätswerk Altdorf AG • 24 KWEm Kraftwerk Emmenweid • 25 KWRa Kraftwerk Rathausen • 26 EKW Engadiner Kraftwerke AG • 27 KHR Kraftwerke Hinterrhein AG • 28 KWZ Kraftwerke Zervreila AG • 29 ALK Albula-Landwasser Kraftwerke AG • 30 KVR Kraftwerke Vorderrhein AG • 31 KWI Kraftwerke Ilanz AG • 32 AHS Axpo Hydro Surselva AG • 33 KWF Kraftwerke Frisal AG • 34 KWR Kraftwerke Reichenau AG • 35 KSL Kraftwerke Sarganserland AG • 36 KLL Kraftwerke Linth-Limmern AG • 37 KWFä Fätschbachwerk • 38 KWLö Kraftwerk am Löntsch • 39 AKW AG Kraftwerk Wägital

• • • • • • • • • • • • • • • • •

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• 57

OIM CAL TEC ELIN Ofima Ofible Aegina EM KWM Argessa Lienne GD LMSA FMM Blinag

Officine Idroelettriche di Mesolcina SA Calancasca AG Tecnicama SA Elettricità Industriale SA Officine Idroelettriche della Maggia SA Officine Idroelettriche di Blenio SA Kraftwerk Aegina AG Electra-Massa SA Kraftwerke Mattmark AG Argessa AG Lienne SA Grande Dixence SA Lizerne et Morge SA Forces Motrices de Mauvoisin SA Kraftwerk Rheinfelden Blinnenwerk AG Kraftwerk Sagenbach (in Betrieb ab April 2013) Kraftwerk Ettisbühl

Kraftwerke/Standorte neue Energien Axpo Kompogas AG (Vergärungsanlagen) • 58 Otelfingen • 59 Rümlang • 60 Bachenbülach • 61 Uzwil • 62 Langenthal • 63 Aarberg • 64 Jona • 65 Kompogas Utzensdorf AG, Utzensdorf • 66 Kompogas Bioriko AG, Klingnau • 67 Ökopower AG, Ottenbach • 68 Greenpower Uri AG, Altdorf • 69 BV Kompostieranlage Oensingen AG, Oensingen • 70 Axpo Kompogas Volketswil AG, Volketswil • 71 Axpo Kompogas Samstagern AG, Samstagern • 72 Axpo Kompogas Wauwil AG, Wauwil • 73 Compostière de la Plaine de l’Orbe SA, Chavornay • 74 Realta Biogas AG, Cazis

Axpo Kleinwasserkraft AG (Kleinwasserkraftwerke und Solaranlagen) • 75 Moutier • 76 Lotzwil • 77 Stroppel • 78 Oederlin • 79 Windisch • 80 Kollbrunn • 81 Au-Schönenberg • 82 Bürglen • 83 Solaranlagen Siggenthal • 84 Solaranlagen Windisch • 85 Solaranlagen Winterthur • 86 Solaranlagen Disentis • 87 Solaranlagen Alp Findels Axpo Holz + Energie AG (Holzkraftwerke) • 88 Axpo Tegra AG, Domat/Ems Axpo Contracting AG (Energieversorgungsanlagen) • 89 Luzern (3 Standorte) • 90 Wimmis • 91 Brüttisellen • 92 Adligenswil • 93 Andwil • 94 Lipperswil • 95 Wolhusen

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Handel und Produktion in Europa Standorte Handelsregionen Standorte Zentraleuropa Italien Handelsregionen Iberien Zentraleuropa Nordeuropa und Baltikum Italien Grossbritannien und Irland Iberien Südosteuropa Nordeuropa und Baltikum

Oslo

Grossbritannien und Irland Strom-Assets* Südosteuropa Wasserkraft Kernkraft Strom-Assets* Gas-Kombikraftwerke Wasserkraft Windkraft Kernkraft Neue Energien Gas-Kombikraftwerke Beschaffungsverträge Windkraft

Oslo

Helsinki

Malmö

London

Malmö

Düsseldorf London Brüssel

Transportinfrastruktur Neue Energien Beschaffungsverträge Erdgas-Assets Transportinfrastruktur Beschaffungsverträge

Leipzig Düsseldorf

Brüssel

Leipzig Baden Dietikon

Erdgas-Assets *Beschaffungsverträge inklusive Unterbeteiligungen * inklusive Unterbeteiligungen

Helsinki

Mailand

Madrid Madrid Jerez de la Frontera

Warschau Warschau Wien Budapest Wien Zagreb

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Jerez de la Frontera

Stand 2012

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Glossar Bandenergie (Grundlast)

Dies ist die Energie, die von den Stromversorgern den ganzen Tag (während 24 Stunden) bereitgestellt werden muss, um den Grundbedarf zu ­decken. Der Bedarf der Schweiz an Bandenergie beträgt im Sommer rund 6000 Megawatt (MW), im Winter etwa 8000 MW.

Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom)

Die ElCom ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung der Stromversorgungsgesetze und der Energiegesetze.

Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI)

Das ENSI ist die Aufsichtsbehörde des Bundes für die nukleare Sicherheit und Sicherung der schweizerischen Kernanlagen. Es ist eine unabhängige öffentlich-rechtliche Anstalt.

Einspeisevergütung

Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist ein Instrument des Bundes, das zur Förderung der Stromproduktion aus neuen Energien eingesetzt wird.

Energieeffizienz

Sie ist das Verhältnis von Energienutzen und Energiezufuhr in einem System. Man spricht von einer Steigerung der Energieeffizienz, wenn die gleiche Wirkung mit geringerem Energieaufwand erreicht wird.

Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energie ist Energie, die trotz kontinuierlicher Nutzung nicht abnimmt, sondern sich stetig erneuert. Die konventionelle Grosswasserkraft gehört beispielsweise dazu.

Höchstspannungsnetz

Das rund 7000 Kilometer lange Schweizer Höchstspannungsnetz verbindet die Kraftwerksstandorte im Mittelland und in den Alpen mit der Agglomeration. Zudem sorgt es für die Anbindung der Schweiz an Europa. Bisher im ­Besitz der grossen Stromproduzenten, wurde es per 1. Januar 2013 an Swissgrid übergeben.

Kilowattstunde (kWh)

Die kWh ist die übliche Verrechnungseinheit für elektrische Energie. Eine Wattstunde (Wh) ist die Energie, die eine Maschine mit einer Leistung von einem Watt in einer Stunde aufnimmt bzw. abgibt. Watt ist dagegen eine Einheit für die Leistung: 1000 Wattstunden (Wh) = 1 Kilowattstunde (kWh) 1000 kWh = 1 Megawattstunde (MWh) 1 000 000 kWh = 1 Gigawattstunde (GWh) 1 000 000 000 kWh = 1 Terawattstunde (TWh)

Geschäfts-/Nachhaltigkeitsbericht Axpo Holding AG

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Neue Energie

Darunter werden alle neuen Energien – exklusive der Grosswasser­k raft – verstanden. In der Schweiz sind dies zum Beispiel: Kleinwasserkraft, feste Biomasse, Biogas, Geothermie, Wind- und Sonnenenergie.

Origination

Das Origination-Geschäft entwickelt für Grosskunden individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen.

Pumpspeicherkraftwerk

Darunter versteht man ein Wasserkraftwerk mit einem höher gelegenen Speicherbecken, das zur Bereitstellung von Spitzenenergie eingesetzt wird: In Zeiten mit Stromüberschuss, zum Beispiel in der Nacht, wird Wasser in ein hoch gelegenes Speicherbecken gepumpt. Steigt der Strombedarf, wird das Wasser abgelassen und treibt Turbinen an.

Regelenergie

Sie ist jene Energie, die in der Stromversorgung benötigt wird, um nicht vorhersehbare Lastschwankungen und Kraftwerksausfälle auszugleichen.

Restwasser

Wird für ein Laufkraftwerk Wasser aus einem offenen Gewässer entnommen, muss eine genügende Restwassermenge sichergestellt werden.

Spitzenenergie (Spitzenlast)

Dies ist die Energiemenge, die zusätzlich zur Bandenergie bereitgestellt ­werden muss, um die täglichen Verbrauchsspitzen abzudecken. Für ihre Erzeugung eignen sich besonders Kraftwerke, die sich leicht an- und ausschalten lassen, wie z.B. Pumpspeicherkraftwerke.

Stromversorgungsgesetz (StromVG)

Dieses eidgenössische Gesetz regelt die Strommarktöffnung in der Schweiz.

Swissgrid

Als nationale Netzgesellschaft ist die Swissgrid verantwortlich für den sicheren Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes. Aktionäre der Swissgrid sind die führenden inländischen Stromproduzenten, unter anderem auch die Unternehmen der Axpo Gruppe.

Systemdienstleistungen (SDL)

SDL sind Zusatzdienstleistungen, die Netzbetreiber für die zuverlässige Stromversorgung und die Gewährleistung der Netzstabilität erbringen. Dazu gehört insbesondere die Regelenergie. In der Schweiz ist die Swissgrid für die Beschaffung der Systemdienstleistungen zuständig.  

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Impressum

t . o r ­ d g

Herausgeberin

Axpo Holding AG Parkstrasse 23 5401 Baden T +41 56 200 37 77 F +41 56 200 43 50 www.axpo.com

Texte

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Contract Media AG 8008 Zürich www.contractmedia.ch

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r d . o , n

Fotos

Oliver Oettli Photography 2503 Biel www.oliveroettli.ch

Druck

Neidhart + Schön AG 8037 Zürich www.nsgroup.ch

. r . e

Sprachversionen Dieser Geschäftsbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Verbindlich ist die deutsche Version. Alle Aussagen dieses Berichts, die sich nicht auf historische Fakten beziehen, sind zukunftsge­r ichtete Aussagen. Sie gewähren keine Garantie bezüglich künftiger Leistungen. Solche vorausschauenden Aussagen bergen naturgemäss Risiken und Unsicherheiten. Dazu zählen die Entwicklung der globalen Wirtschaft, der Devisenkurse, gesetzlicher Vorschriften, der Marktbedingungen und Aktivitäten der Mitbewerber sowie andere Faktoren, die ausserhalb der Kontrolle der Axpo liegen. Die tatsächlichen Entwicklungen und Resultate können erheblich von den in diesem Dokument gemachten Aussagen abweichen. Ausserhalb der gesetzlichen Vorschriften übernimmt die Axpo Holding AG ­keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren. Dieser Geschäftsbericht wurde CO2-neutral und auf chlorfrei gebleichtem FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.­

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1. Auflage  |  Januar 2013

Axpo Holding AG Parkstrasse 23 | CH-5401 Baden T +41 56 200 37 77 | F +41 56 200 43 50 info@axpo.com | www.axpo.com

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