Page 24

s– s u n ge der t h c Fru tegien ttlung Stramvermuiller Raug von SabienietnSetr

ra agl Vort obias H T und

Zu den spektakulärsten temporären Aktionen, die in den letzten Jahren in Linz stattgefunden haben, zählt die Umgestaltung des ehemaligen CentralKinos in der Landstraße während des Kulturhauptstadtjahres 2009 - ein Projekt von hörstadt und arge Hagleitner, Steger, Wilhelm mit dem Titel Ruhepol. Der mit Sitzsäcken ausgestattete Raum war beliebter Entspannungsort und überraschend anti-kommerzielles Pendant zu den mittlerweile fast ausschließlich dem Konsum geweihten sonstigen Lokalitäten der Prachtstraße in der Linzer Innenstadt.

Mit dem Ziel die Themen Leerstand und Zwischennutzung in der Stadt Linz stärker ins Blickfeld zu rücken, schlossen sich 2003 mehrere KünstlerInnen und ArchitektInnen aus dem Umfeld der Kunstuniversität Linz in der Projektgruppe Fruchtgenuss zusammen. Vor der Anmeldung als nicht gewinnorientierter Verein für Leerstandsangelegenheiten im Jahr 2011 hat Fruchtgenuss bereits in Kooperation mit anderen Initiativen Projekte zur Leerstandsbelebung realisiert, vor allem im Rahmen von Linz09, als die oberösterreichische Landeshauptstadt ein Jahr lang Europäische Kulturhauptstadt war.

Foto links: Gunar Wilhelm Foto rechts: Dietmar Tollerian

Der namensgebende Begriff Fruchtgenuss ist eine nur in Österreich gebräuchliche Lehnübersetzung des lateinischen „usus fructus“, für die in Deutschland die Bezeichnung Nießbrauch, in der Schweiz der Begriff Nutznießung verwendet wird. Die häufigste Form des Fruchtgenussrechts ist ein lebenslanges Recht, eine Wohnung oder ein Haus zu bewohnen und alle Nutzungen aus dem Grundstück zu ziehen, darunter kann auch das Ernten der Früchte eines Gartens fallen oder der Abbau von Material in einem Steinbruch. Während in der Praxis der Rechtssprechung das Nutznießungsrecht vor allem bei der Vermögensübertragung im Fall einer vorweggenommenen Erbfolge eingesetzt wird, rührt der Verein für Leerstandsangelegenheiten an der Frage, ob wir nicht alle die Erben der leerstehenden gebauten Umwelt seien, die deren Früchte genießen könnten. Doch wie können wir dieses Erbe antreten? Anliegen der AkteurInnen ist es, ähnlich wie auch der Verein HausHalten in Leipzipg, als Schnittstelle zwischen EigentümerInnen und Raumsuchenden zu agieren, um einen Rahmen zu schaffen, der eine sozial und kulturell nachhaltige Nutzung von Raumressourcen ermöglicht. Im Visier sind vor allem ungenützte Räumlichkeiten der Linzer Innenstadt, die eine Belebung mit innovativen Nutzungen zulassen könnten - bei Begehungen wurden über 200 solcher Leerstände erfasst und kartiert.

DOKUMENTATION 2011

37

Dokumentation der Leerstandskonferenz 2011  

Leerstand ist mehr als das Aussterben der Ortskerne landauf, landab. Von Verfall und Unternutzung betroffen sind ebenso brachliegende Höfe,...

Dokumentation der Leerstandskonferenz 2011  

Leerstand ist mehr als das Aussterben der Ortskerne landauf, landab. Von Verfall und Unternutzung betroffen sind ebenso brachliegende Höfe,...

Advertisement