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Im Zuge der demografischen Entwicklung sind viele Regionen Deutschlands von einer stagnierenden und schrumpfenden Bevölkerungsentwicklung sowie einer deutlichen Verschiebung des Altersaufbaus betroffen. Vor allem die Dörfer und ländlich geprägten Regionen sind von den Auswirkungen des demografischen Wandels in vielfacher Hinsicht berührt und viele ländliche Gemeinden leiden unter der vielzitierten Überalterung der Gesellschaft, die durch Zunahme der Lebenserwartung, durch Geburtenrückgang und Abwanderung der jüngeren Generationen entsteht. Derzeit ist bei keiner der umrissenen Entwicklungen eine Trendwende in Sicht. Die Tendenzen der ungleichen Entwicklung städtischer und ländlicher Regionen wirken sich unmittelbar auf den Wohnungsmarkt bzw. andere Bereiche der Bauproduktion aus: Während in den meisten westdeutschen Städten und deren Umlandgemeinden nach wie vor eine Nachfrage an Wohnungen besteht, sind viele Landgemeinden von einem Überangebot betroffen. Die größten Probleme bei der Vermittlung an neue NutzerInnen bereiten dabei wenig überraschend Wohnhäuser in dezentralen Lagen mit hohen Betriebskosten und ungünstigen Grundrisszuschnitten sowie einem unattraktiven Wohnumfeld (z.B. entlang stark befahrener Straßen). Hohe Leerstandsraten finden sich aber auch in den meisten Ortszentren, die voraussichtlich auch noch weiter zunehmen werden, da in den Dorfkernen viele Häuser von alleinstehenden älteren Menschen bewohnt werden und diese oft keinen NachfolgerInnen haben. Wenn trotz ausreichender Bestände innerhalb des Ortes die Neubaugebiete am Ortsrand weiter wachsen, spricht man vom „Donut-Effekt“ – analog zum fetten Kringel aus Krapfenteig mit dem Loch in der Mitte. Die Zeit der großen Neubaugebiete ist zwar vorbei, dennoch gibt es nur wenige Gemeinden, die auch in der Baulandentwicklung und Widmungspolitik den realistischen Bedarf im Auge behalten und auch vor Baulandrückwidmungen nicht zurückschrecken. Wie kann der Problematik Leerstand auf kommunaler Ebene begegnet werden? Unabdingbar ist eine realistische Einschätzung des Bedarfs als Leitschnur anstatt die Erfüllung überzogener Wünsche bei Neubauflächen. Je genauer eine Gemeinde über Zustand und Nutzung des Bestands Bescheid weiß, desto besser können die Potenziale des baulichen Bestands auch in die Planung einfließen. Leerstandserhebungen durch die Kommunen stellen dabei eine zentrale Grundlage dar; diese sind aber nicht als einmalige Erhebungen durchführbar sondern bedürfen einer kontinuierlichen Fortschreibung.

DOKUMENTATION 2011

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Dokumentation der Leerstandskonferenz 2011  

Leerstand ist mehr als das Aussterben der Ortskerne landauf, landab. Von Verfall und Unternutzung betroffen sind ebenso brachliegende Höfe,...

Dokumentation der Leerstandskonferenz 2011  

Leerstand ist mehr als das Aussterben der Ortskerne landauf, landab. Von Verfall und Unternutzung betroffen sind ebenso brachliegende Höfe,...

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