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Nr. 142

Dezember 2019


Hausverwaltungen, Mietverwaltungen, Verkauf und Vermietung von Immobilien im In- & Ausland. Der Tiroler Immoprofi für Wien und die Südoststeiermark. Dr. Roland Pollo v/o EAH Peppone, MKV-ALI, CV-Aln Besonderes Entgegenkommen für K(C)artell - und Bundesbrüder

Wir wünschen allen K(C)artell- und Bundesbrüdern, Geschäftspartnern, Kunden und Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahrzehnt.

Innsbruck | Wien | Feldbach A 6020 Innsbruck - Wilten · Haspingerstraße 7 Tel. +43 512 25 70 46 · Fax +43 512 25 70 47 · Mob +43 699 15 40 46 46 office@immo-pollo.at · www.immo-pollo.at 2 | Juni . 2018 | Nr. 141 |


Liebe Kartellbrüder, liebe Leser! Nach längerer Pause hält Ihr nun vor Weihnachten eine neue Ausgabe des Händen.

Inhalt Editorial Inhalt Impressum

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Vorwörter des Verbandsseelsorgers, Abt German Erd Gemeinsames Vorwort der Landesspitzen

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Verband Im Gespräch mit Fidibus Jubelstiftungsfest 100 Jahre CIK TMV / MKV Zukunftsdialog Vinzenzgemeinschaft des TMV Rückblick Pennälertag 2019 Höchste Auszeichnung des ÖCV für Kbr. Dr. cer. Parzifal

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in

Nach langer und intensiver Suche ist ADir. RegR. Raimund Zettinig v/o Dr. cer. Hannibal im Mai dieses Jahres an mich herangetreten: Ob ich mir vorstellen könne, in die Fußstapfen von Kbr. DI (FH) Stefan Siegele v/o Mag. cer. Mirakulix als Chefredakteur des zu treten? Ich habe ihm nach einer Nachdenkphase zugesagt. Die Entscheidung war für mich keine einfache. Die Latte, die Mag. cer. Mirakulix durch seinen langjährigen und intensiven Einsatz für seinen Nachfolger vorgelegt hat, ist eine hohe, und ich möchte ihm für sein außergewöhnliches Engagement auch gleich herzlichst danken. Zudem bin ich erst über meinen Sohn Michael v/o Torix in engeren Kontakt zum TMV und zur KÖStV. Teutonia Innsbruck gekommen und noch gar nicht lang ihr Mitglied. Meine couleurstudentische Vergangenheit wurzelt im CV als Mitglied der A.V. Austria Innsbruck. Warum also habe ich mich entschieden, diese Aufgabe zu übernehmen, obwohl ich als „Zuagroaster“ weder den Einblick noch die Kontakte habe, die Ihr Euch von einem Chefredakteur unserer TMV-Verbandszeitung erwarten werdet? Es waren die überaus positiven Eindrücke jener kurzen Zeit, die Michael aktives Mitglied seiner Teutonia sein durfte. Was Michael in dieser kurzen Zeit an Werten, Motivation, Selbstorganisation, sozialer Kompetenz, Rhetorik und Selbstbewusstsein mitnehmen konnte, war für mich erstaunlich. Ganz besonders beeindruckte ihn die Chance, schon als Gymnasiast älteren Menschen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen und von ihnen für voll genommen zu werden, wo doch in der Schule und im elterlichen Umfeld über die jungen, unerfahrenen Träumer und Illusionisten meist nur gelacht wird und ihnen kaum jemand zuhört.

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TMV im Überblick

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Berichte von: GZL TTI RRL SKH ABI CI AMI, NBH LTR ANI Ve

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Das Wort zum Schluss

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Die Hälfte der Verbindungen im MKV und auch viele im CV kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Immer mehr Außenstehende, aber auch Mitglieder, meinen, das katholische Couleurstudententum wäre in seiner heutigen Form längst überholt, hätte in der aktuellen Freizeitgesellschaft keine Berechtigung mehr. Das Beispiel meines Sohnes und seiner Freunde bei Teutonia zeigen, dass es auch anders geht, dass katholische Studentenverbindungen jungen Menschen Möglichkeiten bieten, die es anderswo so nicht gibt. Die Alleinstellungsmerkmale unserer katholischen Verbindungen bei der Persönlichkeitsbildung, bei der Vermittlung von Werten, aber auch das frühzeitige Tragen von Verpflichtungen und Verantwortung haben Zukunft. Es liegt an uns allen, dies auch nach außen zu vermitteln und so unsere Attraktivität und unsere gesellschaftliche Bedeutung nach Jahren der Resignation wieder zu verbessern. Diese Herausforderung ist auch Schwerpunkt dieser Ausgabe und findet sich im Bericht unseres Kartellphilisiterseniors Wolfgang Schmidt, MSc v/o Dr. cer. Ursus (HES) zum MKV-TMV Zukunftsdialog. Euer Gorbi, TTI Architekt Dipl.-Ing. Gerald Gaigg

wird herausgegeben vom Tiroler Mittelschülerverband der farbentragenden katholischen Studentenverbindungen. ZVR: 149303999

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: TMV-Tiroler Mittelschülerverband Erscheinungsort Innsbruck

Auflage: 3.200 Stk., erscheint 4-mal jährlich Redaktion: Produktionsleitung, Druckvorstufe: Arch. DI Gerald Gaigg v/o Gorbi, TTI (ggg) Werbeagentur Duschek, 6020 Innsbruck Mag. (FH) Stephan Obholzer BEd v/o Gebro, ABI (so) ADir. RegR. Raimund Zettinig v/o Dr. cer. Hannibal, RTI (rz) Druck: Martin Duschek v/o Dr. cer. Daedalus, ANI (md) Gutenberg – Werbering GmbH, 4021 Linz Redaktionsadresse: Salurnerstraße 6/II, 6020 Innsbruck, Bilder: Tel. +43-512-58 14 84, E-Mail: fidibus.tmv@mkv.at Nicht extra gekennzeichnetes Bildmaterial wurde vom Verfasser zur Verfügung Spendenkonto: gestellt. Konto: Raika Innsbruck/Amras Titelbild: Dipl. Ing. Gerald Gaigg v/o Gorbi IBAN: AT22 3600 0000 0151 7622 BIC: RZTIAT22

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Mit Namen gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Verbandes übereinstimmen. Die Zeitung ist nicht für den Verkauf bestimmt.

Nr. 142: Redaktionsschluss: 2. Dezember 2019 Erscheinungstermin: 19. Dezember 2019

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Tiroler Mittelschülerverband

Mein Bestes geben Im Frühjahr dieses Jahres hat im MKV der Zukunftsdialog begonnen. Unmittelbarer Anlass war der mangelnde Nachwuchs in unseren Verbindungen. Der ZD soll die Ursachen für diese Entwicklung ergründen und die Prinzipien des MKV im Licht der gegenwärtigen Gesellschaft verständnisvoll herausarbeiten und darlegen und so neu das Interesse der Schüler an unseren Verbindungen wecken. Die Prinzipien des MKV mit ihren Zielvorgaben kennen wir: Religio, Patria, Amicitia und Scientia. Amicitia findet man wohl in allen Interessens- und Freizeitgruppierungen (vom Sport bis zum Theaterverein). Scientia ist für alle „neugierigen“ und interessierten Schüler einleuchtend und auch attraktiv nach dem Motto: Bei diesem Verein geht etwas weiter. Nicht mehr so ganz selbstverständlich ist in unserer globalen und multikulturellen Welt das Bekenntnis zu Patria. Und zum Prinzip Religio haben viele Schüler unserer Tage kaum noch einen Zugang. Für viele junge Menschen ist Religion noch ein Dekorativum an bestimmten Schnittstellen des Lebens, das man in Anspruch nehmen kann, aber es ist in der Wahrnehmung vieler nicht mehr ein sinnstiftendes Prinzip. In vielen Bereichen des modernen Lebens haben die Menschen leider inzwischen gelernt, ihr Leben und ihren Alltag ohne Gott zu gestalten. Zahlreiche Events und doch innere Leere Warum gibt es heute, trotz einer sehr hektischen Lebensweise, wo ein Event um das andere ansteht, so viel innere Leere? Ist es nicht so, dass sich die großen Events, sobald die Scheinwerfer erloschen und die Stars von der Bühne sind, auflösen wie Seifenblasen? Und zurück bleibt Leere, zurück bleibt das Dunkel der Nacht. Die Musikerin Johanna Doderer, eine gebürtige Vorarlbergerin, schreibt in ihrem Vorwort zu dem modernen Musical „Liliom“, das heuer im Tiroler Landestheater Premiere hatte: „Wegen meines Berufes bin ich nach Wien übersiedelt, um mehr Kontakte zu knüpfen und auf wichtigen Events wichtige Leute kennenzulernen, und ich habe mich da selbst unter einen inneren Druck gesetzt. Gleichzeitig spürte ich, dass meine Inspiration immer flacher wurde, es ist nichts wirklich Originelles mehr aus mir selbst gekommen, alles war dürr und platt. Da hab ich mich entschlossen, im Waldviertel ein Haus zu erwerben. Ich bin in die Ruhe, in die Einöde übersiedelt. Ich bin nicht mehr den Events nachgegangen, sondern habe konsequent versucht, den Weg in mein Inneres zu finden und siehe: Meine Gedanken haben griffige Konturen bekommen und meine Musik hat an Tiefe und Intensität gewonnen.“

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In sich gefestigte Persönlichkeit Ein Zukunftsforscher hat neulich gesagt: In den nächsten 20 Jahren wird sich die Welt durch Digitalisierung und E-Energy mehr verändern als in den letzten 300 Jahren. Was aber immer bleiben wird, ist der Mensch mit der ganzen Individualität seines persönlichen Engagements, mit seinem Fühlen und Denken, mit seiner ethischen Kompetenz und seinem individuellen Umgang mit den Möglichkeiten der technisierten Welt. Trotz aller digitalen Hilfen und Möglichkeiten wird es auch in der Zukunft darauf ankommen, dass wir unseren Charakter und unsere Sozialkompetenz trainieren und unsere persönlichen Talente nicht brachliegen lassen, sondern mit aller Entschiedenheit einbringen und in unserem Alltag arbeiten lassen. In sich gefestigte Persönlichkeit werden gerade in der „neuen“ Zukunft gefragt und gefordert sein. Der Kirchenlehrer Augustinus leitet den Begriff „Religio“ vom lateinischen Wort „religare“ ab, was so viel bedeutet wie: sich im Leben an eine Gottheit binden. Ich binde mich in meinem Leben an Gott. „Um Himmels willen!“ – werden sich jetzt einige denken. Das schränkt mich ja in meinem persönlichen Entwicklungs- und Reifungsprozess ein und führt in eine gefährliche Enge. Wie kann es aber in eine Enge führen, wenn ich mich auf DEN einlasse, der gesagt hat: „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“? Anderseits warnt Jesus davor, wichtige Prozesse ohne ihn zu tun, wenn er sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts vollbringen, was von Dauer sein soll.“ Und das ist uns im MKV ein Anliegen, dass die Vorhaben und Entscheidungen im ZD von Nachhaltigkeit gekennzeichnet sind. Das bedeutet, dass wir sehr an uns selbst arbeiten müssen, um die Prozesse in unserer Gesellschaft positiv beeinflussen zu können, und das Gemeinschaftliche ist bei diesen Prozessen eminent wichtig. Als Einzelkämpfer können wir sehr schnell von einer mächtigen Hand über uns geknickt werden, aber eine ganze „Garbe von Kämpfern“ wird nicht zu brechen sein.


Tiroler Mittelschülerverband

Das Gleichnis von den Talenten Denken wir an das Gleichnis von den Talenten im Lk_Evangelium, das sogar unseren Sprachgebrauch beeinflusst hat. Wenn wir von begabten Menschen reden, meinen wir, dass sie über besondere Talente verfügen. Der Evangelist stellt in diesem Gleichnis Beziehung und Vertrauen in den Vordergrund und nicht die Angst. Der Herr, so können wir dieser Perikope entnehmen, lässt seine Mitarbeiter nicht allein. Sie sollen an ihren Plätzen ihrer Arbeit nachgehen und ihre Kraft ausschöpfen. Gott hat so ein großes Vertrauen zu den Menschen, dass er jedem von uns ein riesiges Vermögen übergibt – nämlich: sein Leben. Der Herr gibt nicht jedem irgendwelche Gaben auf seine Lebensreise mit, sondern wir alle bekommen Talente und Begabungen nach unseren Fähigkeiten. Sehr oft sehen wir im Laufe unseres Lebens mehr die Talente der anderen und klagen, dass wir die Talente, die wir bei anderen bewundern, selber nicht haben; dabei übersehen wir unsere eigenen Talente auf einem vielleicht ganz anderen Gebiet und verpassen es dann, diese aktiv werden zu lassen. Wir dürfen also nicht die Hände in den Schoß legen und über den Mangel an Talenten jammern. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, unsere Talente zu erkennen und sie dann entsprechend einzusetzen. Mangelndes Vertrauen Noch ein anderes Problem rückt das Evangelium in den Mittelpunkt der Überlegungen: Wieso wird jener Mann so hart bestraft, der nichts Böses getan hat? Er war auf seine Weise sehr sorgsam. Damit ja nichts verkommt, vergräbt er sein Talent, er bringt es in Sicherheit. Sollte er vielleicht hoch pokern, Grenzen überschreiten, alles verlieren? Sicher nicht. Jesus wirft ihm Angst und mangelndes Vertrauen vor, er habe keine Zivilcourage mit Augenmaß und keine oder kaum Lebensperspektiven entwickelt. „Herr, ich hatte Angst vor dir“, sagt der Mann. Das aber lässt Jesus nicht gelten. Angst wird hier als Sünde angerechnet. Zu berücksichtigen ist aber, dass Angst verschiedene Nuancen hat. Es geht hier nicht um die Angst als Schutzmechanismus, den jeder gesunde Mensch in sich trägt. In diesem Gleichnis wird die Angst auf Schuld der Unterlassung eingegrenzt.

Die Zukunft gestalten Gott hat uns die Gabe des Verstandes und der Kreativität gegeben und wir sollen diese fruchtbringend und lösungsorientiert einsetzen. Jesus weiß, dass wir manches verschleudern und verspielen. Und wir wissen, dass es Wege gibt, die zum Ziel führen. Oft sind Umwege und Irrwege dabei. Über 150 Jahre haben engagierte und mutige Bundesbrüder immer wieder die Zukunft neu ins Visier genommen, sich den Herausforderungen gestellt und die Dinge auf den Punkt gebracht. In unserem Glauben sind wir überzeugt, dass Gott zu einem Ganzen zusammenzufügen vermag, was in unserem menschlichen Tun und Streben bruchstückhaft bleibt. Dieses Vertrauen hilft uns auch in unserer Zeit, uns den Problemen zu stellen, die Dinge ins Visier zu nehmen und uns in optimaler Weise einzubringen. Bei Gott ist das Bemühen oft wichtiger als das Gelingen, das von vielen, vielleicht nicht mehr von mir beeinflussbaren Faktoren abhängt. Und: Ich muss nicht das Beste, sondern mein Bestes geben. Wenn das jeder von uns leistet, dann braucht uns um das Ergebnis nicht bange sein. Ihr seid jetzt eingeladen, Arbeitsprozesse einzuleiten und Lösungen zu erarbeiten, die unserem Verbindungsleben im TMV eine neue Perspektive geben. Ich wünsche euch allen viel Freude und Elan, viel Segen und ein gutes Gelingen! Euer Abt German Erd v/o Dr. cer. Gerd LSS im TMV

Wir sollen also nicht aus der Angst heraus, dass wir möglicherweise ohnedies nichts zu bewirken vermögen, schon gleich prophylaktisch gar nichts tun. Das verurteilt der Herr im Gleichnis und ein solches Denken soll auch in unseren Verbindungen keinen Platz haben.

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Liebe Bundes- und Kartellbrüder, liebe Farbenschwestern, liebe Leserin, lieber Leser! Vor mehr als einem Jahr hattest du das letzte Exemplar des in deiner Hand. Es hat sehr lange gedauert, bis wir ein neues Team auf die Beine stellen konnten – Gott sei Dank ist es uns gelungen. Wir sind sehr froh, dass es wieder einen gibt. Wir als Verbandsspitzen haben uns entschlossen, ein gemeinsames Vorwort zu schreiben. Wir wollen damit auch ein Zeichen der Gemeinsamkeit und der Verbundenheit der Kurien setzen, wir wollen eine gemeinsame Sprache sprechen. Es hat sich viel getan in letzter Zeit. Von Ruhe und Stille ist (zumindest noch) wenig spürbar. Jetzt, kurz vor Weihnachten, ist es jedoch an der Zeit, ein wenig Ruhe einkehren zu lassen und die vielen kontroversiellen Diskussionen, die vielen derzeit aktuellen gesellschaftspolitisch relevanten Themen und den Alltagsstress auf die Seite zu schieben, das wünschen wir uns allen! Zu ein wenig mehr Ruhe und einer Lebensumstellung ist unser Landesvorsitzender ADir. RegR Raimund Zettinig v/o Dr. cer. Hannibal gezwungen worden. Aufgrund seiner Erkrankung und der damit verbundenen notwendigen Phase des „Leisertretens“ und der Rehabilitation hat sein erster Stellvertreter Mag. (FH) Stephan Obholzer v/o Gebro, die Amtsgeschäfte bis zur vollständigen Genesung übernommen. Hoher Landesvorsitzender, lieber Dr. Hannibal, wir wünschen dir auch auf diesem Wege viel Gesundheit und viel Kraft! Vergelt’s Gott, dass du uns auch tatkräftig in deinem Krankenstand unterstützt und für jede Frage und jedes Anliegen ein offenes Ohr hast. Mit der Advent- und Weihnachtszeit verbinden wir mittlerweile häufig Stress und Unruhe. Die flackernden Kerzen, die einen kleinen Blick in der Dunkelheit ermöglichen, werden häufig durch viele Lichter ersetzt, die aus der heimeligen Dunkelheit helles Licht machen. Lassen wir uns auf ein wenig Dunkelheit ein, lassen wir uns darauf ein, auch ein Stück des Weges in die Dunkelheit zu gehen – mit wenig Licht und mit wenig Ahnung und Sichtbarkeit von dem, was auf uns zukommt.

Karl Rahner SJ, eine der bekanntesten Größen der KatholischTheologischen Fakultät der Universität Innsbruck, hat die Weihnachtszeit folgendermaßen beschrieben: Gott hat sein letztes, tiefstes, schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in unsere Welt gesagt. Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt, du Mensch. Ich bin da: Ich bin bei Dir. Ich bin dein Leben. Ich bin deine Zeit. Ich weine deine Tränen. Ich bin deine Freude. Fürchte dich nicht. Wo du nicht weiter weißt, bin Ich bei dir. Ich bin in deiner Angst, denn Ich habe sie mitgelitten. Ich bin in deiner Not und in deinem Tod, denn heute begann Ich, mit dir zu leben und zu sterben. Ich bin in deinem Leben und ich verspreche Dir: Dein Ziel heißt Leben. Liebe Bundes- und Kartellbrüder, liebe Farbenschwestern, liebe Leserin, lieber Leser, von ganzem Herzen wünschen wir euch mit diesem meditativen Text von Karl Rahner ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein schönes, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2020. Mag. (FH) Stephan Obholzer v/o Gebro, ABI, AMI, geschäftsführender Landesvorsitzender Michael Ullmann v/o Hieronymus, ANI, Landessenior Josef Sezemsky v/o Dr. cer. Alexander, CII, RTI, Landesphilistersenior

V. l.: L-phil-x Dr. Alexander, gf LV Gebro, L-x Hieronymus

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Im Gespräch mit

Tiroler Mittelschülerverband

„Durchs Reden kommen dÔLeut zÔsamm“. In diesem Sinn startet der eine Gesprächsreihe, bei der eine kleine, nicht repräsentative Runde von Kartellbrüdern mehrerer Generationen ihre persönliche Sicht zur aktuellen Situation ihrer Verbindung, zum Gesamtverband und zum katholischen Couleurstudententum diskutiert. Gut die Hälfte der 165 MKV-Verbindungen kämpft aktuell mit Nachwuchsproblemen, etliche sind sistiert. Ende Mai wurde deshalb zwecks Standortbestimmung und der Entwicklung neuer Perspektiven der MKV/TMV-Zukunftsdialog gestartet, welcher im eine Fortsetzung finden soll. Die jüngsten Diskussionen V. L.: x Cementicus, Dionysos, EB Ortwin, Humphrey um Burschenschaften und ihre Liederbücher zeigten einmal mehr, dass die von uns verwendeten Humphrey, Anfang fünfzig, Chemiker, Lebensmittelgutachter Symbole, Uniformen und Rituale, identitätsstiftende Merkmaund Forschungsleiter an der HBLFA Tirol in Strass im Zillertal, le unserer Vergangenheit, heute in der öffentlichen WahrnehVater von zwei Töchtern und einem Sohn, mehrere Aktiven- und mung häufig missverstanden werden. Der Gegenwind wird Altherrenchargen. stärker. Unsere Prinzipien „Amicitia“ und „Scientia“ werden Dionysos, 17 Jahre, Vater war bei AV Vindelicia Innsbruck aktiv, von unseren Kritikern gleichgesetzt mit „alkoholgeschwängerEinzelkind, Schüler am Paulinum Schwaz. ter Freunderlwirtschaft“, und „Religio“ und „Patria“ als ideoCementicus, 16 Jahre, Vater bei K.Ö.St.V Cimbria Kufstein logische Grundlage rückwärtsgewandter, patriarchaler, frauenurkorporiert, eine Schwester, Schüler am Gymnasium Wörgl. und fremdenfeindlicher Traditionalisten gebrandmarkt. Auf den ersten Blick scheint es, dass der Anteil katholischer Schüler an Ihr habt eben euer 100. Stiftungsfest in sehr festlichem den Schulen, das Fundament unserer Studentenverbindungen, Rahmen gefeiert, auch eure Landesvaterkneipe am 12. November immer kleiner wird, obwohl die Zahl der Schülerinnen und war gut besucht. Ihr schaut auf eine lange und stolze Schüler, die eine Mittelschule oder ein Gymnasium besuchen Verbindungsgeschichte zurück. Wie schaut es bei Euch hinter den wollen, von Jahr zu Jahr steigt. Das Angebot an höheren BilKulissen aus, ist der Weiterbestand eurer Verbindung gesichert, dungsmöglichkeiten wurde, verglichen mit vergangenen Jahrwie groß ist die Aktivitas? zehnten, unbestreitbar vielfältiger, der Zugang leichter. Cementicus: Unsere Aktivitas besteht aktuell aus sechs BunModelle wie „Lehre mit Matura“ eröffnen ganz neue Wege. desbrüdern und einem verkehrsaktiven Ambronen, die Arbeit Die zunehmende Digitalisierung umfasst nicht nur das Freiverteilt sich im Wesentlichen auf vier. Wir haben zwei Spezeit- und Konsumverhalten sondern verändert auch unsere fuchsen, einer ist 17 und macht gerade eine Lehre mit Matura, Kommunikation, die Möglichkeiten der Selbstdarstellung und der zweite ist 15, und mit ihm ist nach langer Zeit endlich wieder die der Meinungsbildung. Welche Zukunft wartet auf das von ein Schüler unserer Stammschule, dem Gymnasium Kufstein, zu uns gelebte katholische Couleurstudententum? Wie sollen wir uns gekommen. Bei den Veranstaltungen kommen vorzugsauf diese gesellschaftlichen Entwicklungen reagieren? weise die Altersklassen bis 25 und über 50, junge Aktive kommen Das 100. Stiftungsfest der Cimbria Kufstein Ende September noch, die 30- bis 40-Jährigen fehlen völlig. Beim Sommergrillen nahm ich zum Anlass, diese Gesprächsreihe mit der Jubilarin zu kommen auch Inaktive, dann sind es auch mal 15–20 Personen. beginnen. Bei der Auswahl meiner Gesprächspartner war mir Dionysos: Die Aktivitas der KÖStv Tratzberg hat aktuell drei mein Bbr. Mag. Fritz Zanier v/o EB Baldur behilflich, der JubelseniAktive und seit zwei Jahren keine Fuchsen mehr aufgenommen. or Oskar Maurer v/o Cementicus hat unsere Runde dankenswerterweise kurzfristig koordiniert. Er und sein Consemester Humphrey: Mit der Familiengründung verschieben sich die Raphael Leder v/o Dionysos vertraten die Aktivitas, OStR Prof. Prioritäten, Partner und Kinder fordern, man verliert seine Mag. Ekkehard Seissl v/o EB Ortwin und Dr. Klaus Dillinger v/o Bundesbrüder leicht aus den Augen. Es gibt Versuche, mittels Humphrey die Altherrenschaft. Zuerst eine kurze Vorstellung: Social-Media-Gruppen alte Kontakte wieder aufzunehmen und aufrechtzuerhalten, beispielsweise die Gruppe „Lemures Ortwin, Mitsechziger, frischpensionierter Lehrer für Deutsch und Cimbriae“. Französisch an der HLW Kufstein, Vater einer Tochter und dreier Söhne, Letztere ebenfalls bei Cimbria Kufstein, ehemaliger Philistersenior, zahlreiche andere Aktiven und Altherrenchargen.

Ortwin: Die Lebensumstände der Bundesbrüder haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Das Freizeitverhalten, das

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Tiroler Mittelschülerverband Reisen. Das Berufsleben wird flexibler, die Leute kommen weit herum, sind längst nicht mehr so ortsgebunden. Früher kamen zu den monatlichen CV-Zirkeln von 80 Mitgliedern 15, heute sind es fünf, die Jungen fehlen. Bei der Landesvaterkneipe waren erfreulicherweise alle Altersgruppen vertreten. Cementicus: Mottokneipen sind, so wie die Landesvaterkneipe, generell gut besucht. Der Regelbetrieb dagegen ist schwierig abzuwickeln, die Arbeit der Aktivitas wird derzeit von vier Bundesbrüdern getragen. Ortwin: Wir dürfen nicht jammern, vom Philistersenior abwärts haben wir sehr engagierte Mitglieder. : Welchen Stellenwert hat aus Eurer Sicht heute das Couleurstudententum an den Schulen, woher kommen eure Aktiven? Ortwin: Die meisten Aktiven kommen von auswärts, vom Gymnasium Wörgl, HAK Wörgl, HTL Jenbach, Paulinum Schwaz. Vom Gymnasium Kufstein ist derzeit leider kein aktiver Bursch dabei. Auch im Lehrkörper gibt es dort keine Cimbern mehr. Von den 800 Schülern sind zwei Drittel Mädchen, immer mehr haben Migrationshintergrund, immer weniger kommen aus bekennenden katholischen Familien. Die Direktorin Dir. HR Mag. Ellen Sieberer ist uns wohlgesonnen, sie war Lehrerin am Paulinum Schwaz und kennt die K.Ö.St.V. Frundsberg. Der Lehrkörper ist eher kritisch, überwiegend linksliberal/grün. Als Bbr. Klaus Berek eine vorwissenschaftliche Arbeit verfassen wollte, die indirekt mit dem Couleurstudententum in Verbindung stand, wurde ihm das von seiner Lehrerin untersagt. Es gibt aber noch andere Schulen in Kufstein, auch zur International School Kufstein ISK können Kontakte geknüpft werden. Cementicus: Bei einem Schülerparlament hat sich einmal ein Mitglied der Schülerunion über einen Kollegen beschwert, der plen.col. gekommen ist, dem wurden gleich mögliche Verstrickungen mit dem rechten Milieu vorgeworfen. Dionysos: Das schlechte Image der Studentenverbindungen wird von vielen Lehrern vermittelt. Humphrey: Und dann noch die problematische mediale Berichterstattung, die nicht unterscheidet und so die öffentliche Wahrnehmung negativ beeinflusst. Dionysos: Da ist der Verband gefordert.

Was sind die Alleinstellungsmerkmale, die sich so woanders nicht finden lassen? Cementicus: Es gibt schon MKV-Verbindungen, die florieren. Die Nibelungia Linz hat sehr viele Aktive (lt. OGV 13 Fuchsen, 16 aktive Burschen, Anm. d. Red.) und agiert meines Wissens auch liberaler. Das Rituelle, der Comment, das Chargieren, ist bei Jungen, die das das erste Mal erleben, eher ein Hindernis. Beim Keilen tut man sich auf Budenfesten leichter als auf Kneipen, da ist alles ungezwungener. Pflichten, wie besonders das Buden- und Kloputzen, sind für die jungen Spefuchsen unattraktiv. Humphrey: Der Schlüssel ist die „Amicitia“, die den Jungen ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt, damit sie sich zu Hause und respektiert fühlen können. Die traditionellen Familienstrukturen sind nicht mehr der Regelfall, wenn Junge auch in den Verbindungen Rückhalt finden, so tut ihnen das gut. Wenn für das „Verbindende“ ein kleinster gemeinsame Nenner gefunden werden muss, dann ist das für große Verbindungen mit vielen Mitgliedern viel schwieriger als für kleine. Ein gemeinsamer Wertekonsens ist für ein klares Selbstverständnis sehr wichtig. Cementicus: Das Übernehmen von Pflichten und Verantwortung, beispielsweise das Organisieren von Veranstaltungen, bietet für Junge viele Chancen. Convents- und Chargenerfahrung, man lernt, vor vielen Leuten zu reden, bekommt eine rhetorische Ausbildung, die Teilnahme an den Veranstaltungen der Kartellführungsschule, die Landesschulungstage, da lernt man viel fürs Leben, begegnet Älteren auf Augenhöhe, die gemeinschaftliche Zusammenarbeit schweißt zusammen. Ortwin: Ja, die Mitgliedschaft bei unseren Studentenverbindungen bringt viel praktische Lebenserfahrung. Weitere Anreize für eine erfolgreiche Keilung könnten zusätzliche Berufsberatung und Berufsinformationen sein. Die Jungen können sich das direkt im Gespräch mit den Älteren abholen, Derartiges sollte vielleicht stärker angeregt werden. Und die Studienerfolge mancher Bundesbrüder bei aller zeitlichen Belastung sind durchaus erstaunlich. Miraku: Könnte ein Angebot von Lernhilfe/Nachhilfe ein zusätzlicher Anreiz sein? Cementicus: Das Lernen auf der Bude ist nicht attraktiv, es ist auch schwierig zu organisieren, da sind wir altersmäßig zu verschieden und zu wenige.

: Ende Mai haben unsere Kartellbrüder Wolfgang Schmidt, MSc v/o Dr. Ursus und Mag. (FH) Stephan Obholzer, BEd v/o Gebro den TMV/MKV-Zukunftsdialog mit einem inszenierten Streitgespräch eröffnet, bei dem die Nachwuchssituation des Verbandes eine ganz zentrale Rolle eingenommen hat. Ist das Couleurstudententum aus heutiger Sicht überholt?

Humphrey: Die Prinzipien, die wir leben, das ist ein verbindendes Merkmal. Die Probezeit als Fuchs, die mit der Burschung folgende lebenslange Perspektive der Zugehörigkeit, die Verbindlichkeit, die gewonnen Freundschaften, das Vertrauen, das „Du“ auch gegenüber Älteren. Gerade solche Erfahrungen als Teil einer Wertegemeinschaft sind heute wichtig.

Ortwin: Das Umfeld wird immer schwieriger, der heute zelebrierte Hedonismus, der in immer weniger Familien praktizierte Katholizismus, die zunehmende Migration, ich fürchte, dass die meisten Verbindungen untergehen werden.

Dionysos: Die Freundschaft durch Generationen, das ist schon was Besonderes, gerade für Junge.

Cementicus: Wir können uns aber auch nicht einfach dem Zeitgeist anpassen und aus unseren Verbindungen Jugendclubs machen, da gehen unsere wesensbildenden Prinzipien und Inhalte verloren! : Wie, glaubt Ihr, können wir unsere Verbindungen zukunftstauglicher machen, was lässt sich verändern, um in Zukunft Bestand zu haben, ohne unsere Identität zu verlieren?

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Ortwin: Dazu gehört auch das Wachhalten der Erinnerungen, das Andenken an unsere Mitglieder; besonders die verdienten Bundesbrüder sind im Verbindungsleben immer gegenwärtig. Miraku: Die meisten Fuchsen kommen in der Oberstufe zu den Verbindungen. Manche über ihre Väter, andere über ihre Schulfreunde. In einem Alter, in dem viele Eltern befürchten, dass ihre Kinder manipulierbar sind und es nicht gerne sehen, wenn von außen erzieherischer Einfluss genommen wird. Haltet ihr die frühe Prägung, die Schüler auf den Verbindungen erfahren, für problematisch? Seht ihr Optimierungspotential bei der Keilung?


Tiroler Mittelschülerverband Miraku Cementicus: Am Anfang war es für mich ein bisschen komisch. Ich bin mit 14 Jahren zur Cimbria gekommen und es war mein Vater, der mich dazu gebracht hat. Die Werte prägen schon. Dionysos: Mein Vater war bei der Vindelicia aktiv, ist aber ausgetreten. Ich bin mit 16 eher zufällig zu einem Stiftungsfest der KÖL Theresiana Innsbruck auf die Bude der Cimbria gekommen und hab mich gleich wohlgefühlt, es hat einfach gepasst. Ich komme aus einer konservativen Familie, respektvoller Umgang und christliche Werte haben bei uns zu Hause immer schon einen hohen Stellenwert gehabt. Für die Entwicklung meines Selbstbewusstseins hat mir die Zugehörigkeit zur Cimbria gutgetan. Ortwin: Aus der Generation der heute 45- bis 55-Jährigen kommen nur wenige ihrer Söhne zu den Verbindungen, da besteht Handlungsbedarf, sollen diese gezielt angesprochen werden. Es geschieht einiges, es kann aber sicher noch vieles verbessert werden. Cementicus: Bei einigen Vätern habe ich den Eindruck, dass sie Angst haben, dass ihre Söhne dann anfangen zu „saufen“. Humphrey: Der Verband hat Datenbanken, es sollten an die Chargenkabinette gezielter Informationen zur effektiveren Keilung der Söhne von Bundesbrüdern weitergegeben werden. Der auf manchen Verbindungen ausgelebte Traditionalismus ist teilweise zu stark in der Vergangenheit verankert, die Zukunft verliert man so aus den Augen. Da gibt es durchaus Tendenzen zum Fundamentalismus, aus einer Verteidigungshaltung heraus, die Abwehr von Veränderungen und Neuerungen. Wir müssen aber in die Zukunft schauen. Alle Prinzipien sind wichtig, die Gewichtung muss stimmen.

: Korporationen verbindet die Öffentlichkeit häufig mit „Saufen“, der frühe Kontakt Jugendlicher zu Alkohol wird heute zu Recht sehr negativ beurteilt. Jugendliche Komatrinker haben es in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen unserer Tageszeitungen gefunden. Wie haltet ihr es mit Alkohol im Verbindungsbetrieb? Cementicus: Bei uns auf der Cimbria gibt es keinen Trinkzwang. Und auch keinen hochprozentigen Alkohol, nur Bier und Wein. Humphrey: Wenn die Jungen das erste Mal mit Alkohol in Berührung kommen, ist es besser, wenn dies nicht irgendwo und ohne Kontrolle von Älteren passiert. „Rauschdisziplin“ ist uns sehr wichtig, die Jungen lernen schnell ihre Grenzen und auch, wie viel sie vertragen. Ortwin: Die soziale Kontrolle einer Gruppe, die gegenseitige Verantwortung, vor allem der Älteren gegenüber den Jüngeren, ist wichtig, wenn das funktioniert, kommt es erst gar nicht zum Komatrinken. Dionysos: An den Schulen ist Cannabis und Alkohol unter Jugendlichen heute allgegenwärtig. In den Verbindungen gibt es wenigstens die Möglichkeit einer Kontrolle. Miraku: Teil des Gemeinschaftslebens ist auf einigen Verbindungen auch gemeinsamer Sport. Wie sieht das bei Euch aus? Dionysos: Schifahren, es gibt jedes Jahr einen gemeinsamen Schitag, der sehr gut ankommt. Ortwin: Im Vorfeld des 100. Stiftungsfestes haben wir eine Initiative „100 Jahre, 100 Gipfel“ gestartet, die sehr gut aufgenommen wurde. Insgesamt wurden von den Bundesbrüdern in kleineren und größeren Gruppen mit Band und Bier mehr als 160 Gipfel bestiegen, darunter 16 3000er. Dazu wurde ein Fotobuch aufgelegt, um diese Touren auch entsprechend zu dokumentieren. Mirak : Wenn wir nun zum Abschluss der Diskussionsrunde in die Zukunft schauen, wo seht ihr die Cimbria in 25 Jahren? Ortwin: Ich sehe die Cimbria dann als Altherrenverband. Dabei tragen die Cimbern heute in vielen Vereinen, in der Pfarre und anderen Einrichtungen, maßgeblich die Entwicklungen in Kufstein mit und haben den Einfluss, etwas zu verändern und zu gestalten. Humphrey: Die Cimbria wird es weiter geben, aber es besteht die Gefahr, im Traditionalismus stecken zu bleiben. Ja zum Konservatismus, dabei dürfen wir aber nicht den Anschluss an die Zeit verpassen. Dionysos: Da sehe ich mich mit Familie im Berufsleben und hoffe, trotzdem Zeit für meine Cimbria zu finden. Cementicus: Es braucht mehr Breite. Vier wirklich Aktive, so wie jetzt, das ist zu wenig. Durch den Zeitaufwand für die Vorbereitung des Stiftungsfestes waren sehr viele Energien in organisatorischen Aufgaben gebunden, diese Energien müssen nun verstärkt für die Keilung neuer Mitglieder aufgewandt werden. : Ich bedanke mich bei euch ganz herzlich für dieses offene Gespräch und freue mich schon auf die Reaktionen!

V.l.: Dionysos, x Cementicus, EB Ortwin, Humphrey

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Jubelstiftungsfest 100 Jahre Cimbria Kufstein Liebe Kartellbrüder! Als unser Gründer Ing. Meinrad Schumacher v/o Dr. cer Perkeo als Schüler des Gymnasiums am 12. 11. 1919 unsere Cimbria gründete, dachte er wohl nicht im Entferntesten daran, dass die Korporation 100 Jahre bestehen würde. Doch hier sind wir nun, ein Jahrhundert später mit rund 200 Mitgliedern, und können auf eine stolze Verbindungsgeschichte zurückblicken. Doch um die soll es heute gar nicht gehen, sondern um die Festlichkeiten rund um unser 100. Stiftungsfest! Das Fest wurde bewusst zweigeteilt, und zwar in das Stiftungsfestwochenende selbst, für das als am besten geeignet ein Termin im September erachtet wurde, sowie als internen Höhepunkt eine Landesvaterkneipe am Gründungstag selbst. Die Feierlichkeiten gestalteten sich wie folgt: Begrüßungsabend am Freitag, 20. 09. 2019 Der Begrüßungsabend wurde als Wiener Abend organisiert, wozu die Bude im Stile eines Heurigen dekoriert wurde. Die Verpflegung bestand neben den üblichen Getränken vor allem aus Wein vom Weingut Johann Zechmeister aus Eisenstadt und einem Heurigen-Buffet. Das Programm wurde bewusst eher knapp gehalten: Für die Unterhaltung in Form von Schrammelmusik waren die 16er-Buam zuständig, zusätzlich hat Gunther Hölbl einen kurzen Sketch im Stil des Hans Moser dargebracht. Auf weitere offizielle Programmpunkte wurde beim Begrüßungsabend absichtlich verzichtet. Der Begrüßungsabend darf als sehr gelungen betrachtet werden, es waren ca. 120 Bundesbrüder und Gäste auf der Bude anwesend. Samstag, 21. 09. 2019 Den Beginn der Feierlichkeiten machte am Samstag um 14:30 Uhr ein Festakt in der Aula unserer Stammschule. Nach einer Begrüßung durch den Bildungsreferenten Dr. Klaus Berek jun. v/o Herakles sowie durch die Frau Direktor HR Mag. Ellen Sieberer hielt Phil-X Dr. Clemens Telser v/o Attila die Festansprache, die er unter den Titel „Charakter – Wichtigkeit der Charakterbildung in Schule und Verbindung“ stellte. Den Abschluss des Festaktes bildete die Übergabe eines Schecks in Höhe von € 5.000,00, der von

Impressionen vom Stiftungsfest fotografisch festgehalten von Johannes Reiter v/o Oetker und Philipp Pfleger v/o Chilli. Cimbria dem Gymnasium Kufstein für (charakter)bildende Projekte der Schule gestiftet wurde. Umrahmt wurde der Festakt musikalisch durch Bundesbruder Lorenz Adamer v/o Galahad und seine Gattin. Im Anschluss an den Festakt, zu dem sich rund 80 Personen in die Aula eingefunden hatten, fand bei herrlichem Wetter im Innenhof des Gymnasiums ein Sektempfang statt, bei dem sich die Schar der anwesenden Bundesbrüder und Gäste immer weiter vergrößerte. Parallel nahm bereits das Landeschargiertencorps des TMV ebenso Aufstellung im Schatten des Gymnasiums, wie auch die weiteren Fahnenabordnungen diverser anderer Verbindungen sowie die Kufsteiner Schützen und die Stadtmusikkapelle Kufstein. Bei herrlichem Wetter startete dann der Festumzug vom Gymnasium auf der Straßenseite Madersbergerstraße, um dann über die Kinkstraße Richtung Oberer Stadtplatz zu führen, die Marktgasse hinunter und nach Durchquerung des Eppensteiner Durchganges den Unteren Stadtplatz aufwärts bis zum Rathaus. Der Festumzug konnte dabei von außergewöhnlich vielen Gästen beobachtet werden, da zuvor in Kufstein der Almabtrieb stattgefunden hatte und naturgemäß noch viele Einheimische und Touristen an den Ständen am Straßenrand verweilten. Der Stimmung für den Festzug tat dies sehr gut. Im Bereich des Hörfarter Denkmals vor dem Rathaus nahmen die Chargierten auf den Stufen Aufstellung, was zu einem sehr guten Gesamtbildnis führte.

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Der Kartellvorsitzende des MKV, Kartellbruder Walter Gröblinger v/o Tasso, hielt eine kurze vaterländische Kundgebung, die mit einem Orgelkonzert auf der Heldenorgel von Bundesbruder Mag. Helmut Luksch v/o Organo abgeschlossen wurde. Bundesbruder Organo gab Landeshymne, Bundeshymne und Europahymne zum Besten, wie auch eine Variation des Gaudeamus igitur. Im Anschluss wurde ein Gruppenfoto aufgenommen, auf dem immerhin 97 Cimbern abgebildet sind. Im Anschluss begab sich die Festversammlung samt Chargierten in die Stadtpfarrkirche St. Vitus für die Feier der Stiftungsfestmesse mit Beginn um 17:00 Uhr. Der erst rund drei Wochen zuvor neu eingesetzte Kufsteiner Stadtpfarrer Mag. Michael Blassnigg stand der Messe vor, die auch von der Stadtmusikkapelle Kufstein musikalisch umrahmt wurde. Im Anschluss bestand Zeit zum gemeinsamen Abendessen für die Bundesbrüder in diversen Kufsteiner Innenstadtlokalen. Im Andreas-Hofer-Stadl fand parallel das Chargiertenessen statt, sodass der Kommers im Stadtsaal des Hotels Andreas Hofer pünktlich um 20:00 Uhr mit dem Einzug der Chargierten eröffnet werden konnte. Rund 50 Chargierte sowie 280 Kommersgäste füllten den Stadtsaal perfekt und gaben ein schönes Kommersbild ab. Nach einem hervorragenden Kommers und einer super Stimmung sammelten sich die vielen Bundes-, Kartell- und Farbenbrüder sowie viele der erschienen Gäste zum Ausklang auf der Bude wieder, welcher noch bis in die frühen Morgenstunden andauerte.

Im Anschluss fanden sich dann insgesamt 58 Burschenbandträger auf der Bude ein, um eine feierliche Landesvaterkneipe zu begehen. Ob des großen Andranges musste neben den beiden Contrarien noch eine zweite Rotte an Schlägerchargierten aufgestellt werden, damit beide Tafeln parallel den Landesvater stechen konnten. Die Bundesbrüder Spund und Swatch stellten sich hier dankenswerterweise als Kenner des Comments zur Verfügung. Dr. Kurt Berek v/o Hektor hielt eine den Anlass würdigende Landesvaterrede, im Anschluss an die Kneipe selbst wurde auch ein Gruppenbild der 58 anwesenden Burschenbandträger aufgenommen. Damit hatte der Festreigen 100 Jahre Cimbria seinen offiziellen Abschluss gefunden. Cimbria hat mit diesem Fest sicher bewiesen, dass sie versteht, Feste zu feiern. Es ist vor allem den unzähligen Bundesbrüdern zu verdanken, dass sie durch ihre aktive Teilnahme und die Bereitschaft, wie auch immer eine helfende Hand zur Verfügung zu stellen, dieses Geburtstagsfest für Cimbria ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt unserem Kassier Dr. Plato, der es trotz der mit einem solchen Fest verbundenen hohen finanziellen Aufwendungen schaffte, das gesamte Fest mit einem ausgewogenen Budget zu absolvieren.

Dr. Clemens Telser v/o Attila Philistersenior

Sonntag, 22. 09. 2019 Ebenfalls bei bestem Wetter ein würdiger Abschluss für ein rundum gelungenes Stiftungsfestwochenende war der Ausflug zum Gasthof Stimmersee am Sonntag zum gemeinsamen Mittagessen. Rund 50 Bundesbrüder und Gäste trafen sich dort, um das Wochenende in gemütlicher Runde Revue passieren zu lassen. Am Gründungstag selbst, dem 12. 11. 2019, versammelten sich bei schlechtem Wetter etwas mehr als 30 Bundesbrüder bei strömendem Regen bei unserer Cimbria-Kapelle am Kalvarienberg, um der toten doctores cerevisiae stellvertretend für alle verstorbenen Bundesbrüder zu gedenken. Ein kurzer Abriss der Lebensläufe leitete die Entzündung der Gedenkkerze für jeden einzelnen verstorbenen Dr. cer. ein.

Oskar Maurer v/o Cementicus Senior

Festlich versammelte Cimbern.

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TMV/MKV-Zukunftsdialog am 29. Mai 2019 Liebe Kartellbrüder, im gesamten MKV kämpfen viele Verbindungen mit Nachwuchsproblemen. In etwa die Hälfte unserer 165 MKV-Verbindungen haben momentan nur einen oder sogar gar keinen Fuchsen. Das Netzwerken liegt uns MKVern im Blut, viele von uns nutzen unser Netzwerk bereits sehr erfolgreich für sich in Schule, Beruf und Gesellschaft. Doch wir nutzen es viel zu wenig für unsere Verbindungen. Es gibt in vielen unserer Verbindungen bereits sehr gute Ideen, Ansätze und Initiativen, wie Verbindungen an junge Menschen wieder attraktiver „verkauft“ werden können. Viel zu viele Verbindungen agieren jedoch als Einzelkämpfer und versuchen, „das Rad neu zu erfinden“.

Li. gf LV Gebro und der Autor K-phil x Dr. Ursus

Ich glaube, wir müssen die bereits bestehenden Ideen, Ansätze und Initiativen viel stärker untereinander austauschen, damit unsere Verbindungen auch ein starkes Netzwerk bleiben.

Finanziert wurde der erste Zukunftsdialog aus Mitteln von MKV und TMV und mit einer großzügigen Unterstützung durch das Land Tirol – auch hierfür ein herzliches Dankeschön!

Aus diesem Gedanken heraus habe ich die Idee für den Zukunftsdialog entwickelt, und zwar mit tatkräftiger Unterstützung durch meinen nunmehrigen ZipŎ ruder Mag. (FH) Stephan Obholzer v/o Gebro, BEd (ABI, AMI). Er war es auch, der mich gebeten hat, den ersten MKVZukunftsdialog gemeinsam mit dem TMV in Innsbruck zu veranstalten. Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Idee zu einem Konzept entwickelt, Einladungskarten an alle TMVer und alle MKVer in Tirol versendet und die Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Der Beginn des TMV/MKV-Zukunftsdialogs war für 18:00 Uhr angesetzt, und bereits die ersten angeregten Diskussionen vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung zeigten, dass der Dialog unter den Verbindungen so gut es geht gefördert werden muss. Ohne externes Zutun diskutierten die rund 50 Teilnehmer gleich vom Eintreffen weg sehr intensiv untereinander, und zwar völlig durchmischt und ohne verbindungsinterne Grüppchenbildung.

Auf Einladung von Kbr. MMag. Maximilian Thaler v/o Lurn (TAV, GTS, AMI) durften wir den ersten Zukunftsdialog im Pfarrheim Pradl abhalten. Er hat uns auch bei der Organisation und der Durchführung tatkräftig unterstützt, wofür ich mich sehr herzlich bei ihm bedanke!

Kartellbrüder bei der intensiven Arbeit ...

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Gebro und ich fanden es fast schade, diese Diskussionen durch die offizielle Eröffnung unterbrechen zu müssen, für die wir uns des eher unüblichen Vehikels eines Streitgesprächs bedienten. Anscheinend haben wir unsere Rolle durchaus überzeugend gespielt, denn wir hörten anschließend, dass so mancher Kartellbruder uns beruhigen wollte. Nachdem der Zukunftsdialog als Workshop Ergebnisse liefern sollte, die nicht nur den anwesenden, sondern allen Kartellbrüdern im MKV zur Verfügung gestellt werden sollen, wählte ich die Form eines „World Cafés“. Damit ist es in gemütlicher und lockerer Atmosphäre möglich, schnell zu vielen unterschiedlichen Themen Ansätze zu entwickeln. Diese Form wurde sehr gut angenommen, und so konnten wir viele Ideen, Lösungsvorschläge und Denkanstöße sammeln, die demnächst im Online-Gesamtverzeichnis (https://ogv.mkv.at) für alle Kartellbrüder veröffentlicht werden.


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Der TMV/MKV-Zukunftsdialog war nicht zuletzt dank der Mithilfe vieler TMVer, für die ich sehr dankbar bin, ein voller Erfolg und ein gelungener Startschuss für diese österreichweite Veranstaltungsreihe. Ich konnte auch am Pennälertag in Leoben, der bereits in der Woche nach dem Zukunftsdialog stattfand, über diesen wunderbaren Auftakt berichten. Der zweite Zukunftsdialog fand am 31. Oktober in Kooperation mit dem NÖMKV im Landhaus St. Pölten statt. Nachdem bei der Veranstaltung in Innsbruck auch interessierte NÖ-MKVer zu Gast waren, konnten auch in St. Pölten Kartellbrüder aus dem TMV begrüßt werden. Mit den besten kartellbrüderlichen Grüßen Euer Wolfgang Schmidt, MSc v/o Dr. Ursus (HES), Kartellphilistersenior ... und bei der Arbeit ...

... und noch immer bei der Arbeit.

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Vinzenzgemeinschaft des TMV Altherrenausflug 2019

Wie jedes Jahr veranstaltete die Vinzenzgemeinschaft TMV einen Altherrenausflug. Heuer ging es ins bayrische Kloster Ettal. Die bunte Runde an TMVern startete mit einer gemütlichen Verkostung des im Klosterbräu selbstgebrauten Bieres. Im Anschluss genossen wir eine von Humor und interessantem Wissen geprägte Kirchenführung durch die Basilika des Klosters, abgehalten von Pater Rupprecht. Wir wurden dabei mit vielen Details über die Entstehung und die Entwicklung des Klosters selbst vertraut gemacht und konnten darüber hinaus noch so kniffelige Fragen an den Pater stellen, der stets eine Antwort wusste. Im Anschluss bummelten wir bei schönstem Wetter in das nahe gelegene Ludwigbräu, um bei einem guten Essen den Ausflug ausklingen zu lassen. Wir freuen uns bereits auf den Ausflug 2020. Basilika des Klosters Ettals

Jahreshauptversammlung 2019 Am 15. 11. 2019 fand die Jahreshauptversammlung der Vinzenzgemeinschaften der Tiroler Mittelschulverbindungen statt. In den vergangenen zwei Jahren konnten wieder einige soziale Aktionen gesetzt werden. Vor allem die gute Zusammenarbeit mit dem Haus St. Josef am Inn, mit dessen Bewohnern die mittlerweile schon traditionelle Oldtimerfahrt veranstaltet wird und wo der traditionelle Weihnachtsmarkt stattfindet, wurden im

Besonderen hervorgehoben. Ein spezieller Dank gilt allen Bundesund Kartellbrüdern, die sich nach wie vor um die tägliche Ausfahrt mit dem Vinzibus bemühen, um Innsbrucks Obdachlose mit einer warmen Mahlzeit und ein wenig Menschlichkeit zu versorgen. Des Weiteren möchten wir dem amtierenden Vorstand gratulieren: Ihm wurde zum Abschluss der Sitzung für eine weitere

Amtsperiode das Vertrauen ausgesprochen. Ich hoffe im Namen des ganzen Vorstandes, dass der soziale Gedanke der Vinzenzgemeinschaft verstärkt durch gemeinsame Projekte und Taten in unserem Verband weiter gefördert wird! in unitate firmitas Mag. Stephan Michalek v/o EB Monty Obmann VGTMV

Die Vinzenzgemeinschaft des TMV bemüht sich insbesondere um das seelische wie leibliche Wohl von Innsbrucks Obdachlosen.

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Rückblick Pennälertag 2019

TMV-Corps bei der Festmesse In diesem Jahr fand der Pennälertag des MKV, wie jedes Jahr zu Pfingsten, vom 7. Juni bis 10. Juni in Leoben statt. Der TMV startete am Freitagabend mit einer Kreuzkneipe zusammen mit dem Landesverband Kärnten. Diese wurde vom Landessenior aus Kärnten, Andre Kuß v/o Bussibär (GLK), und in Abwesenheit des Landesseniors des TMV von Landesconsenior 1, Paul Skoficz v/o Polo (NBH), geschlagen. Nach dieser Festlichkeit hieß es für die Seniores und Philisterseniores der einzelnen Verbindungen, am darauffolgenden Samstag den Aktiven- bzw. Altherrentag und die Kartellversammlung zu besuchen, ehe man sich am Abend

Einzug am Festkommers

wieder auf Landesverbandskneipen traf. Am Sonntag folgte der Höhepunkt des Leobener Pennälertags mit einer Festkundgebung am Hauptplatz, einem Festumzug durch die Altstadt und dem großen Festkommers am Abend unter der Leitung des scheidenden Kartellseniors Sebastian Skupa v/o Skupidoo (AMV, LUL, HEW). Natürlich war auch hier der TMV mit seinem Chargierten-Corps vertreten, welches rund 30 Chargierte umfasste und von Paul Skoficz v/o Polo geführt wurde. Zu feiern gab es an diesem Festkommers nicht nur das alljährliche Zusammentreffen vieler begeisterter Couleurstudenten, sondern

auch den Titel „Verbindung des Jahres“ für die K.Ö.St.V. Nibelungia Hall, die es nach dem zweiten Platz im Jahre 2015 nun doch ganz nach oben geschafft hatte und den goldenen Schläger mit ins Heilige Land Tirol nahm. Nach einem erfolgreichen Wochenende hieß es montags, nach einem letzten Frühschoppen-Bier, Koffer packen und die länger dauernde Heimreise anzutreten, auf der man sich schon sehnsüchtig auf den nächsten Pennälertag freute. Mit kartellbrüderlichen Grüßen Paul Skoficz v/o Polo

Die Verbindung des Jahres mit dem goldenen Schläger

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Höchste Auszeichnung des ÖCV für Kartellbruder LT-Präs. a.D. MMag. DDr. Herwig van Staa v/o Dr. cer. Parzifal Innsbruck, 27.10.2019

Am 27. 10. 2019 erhielt Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa in Innsbruck eine ganz besondere Ehrung. Ihm wurde vom Österreichischen Cartellverband, der Vereinigung katholischer farbentragender Studenten, für seine herausragenden Verdienste rund um das Land Tirol, die Republik Österreich, die Europäische Union, den österreichischen 121 Chargierte aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gaben Van Staa die Ehre Cartellverband und das gesamte katholische Farbstudententum das „Wollek-Band“, die höchste Auszeichnung des Akademiker-Verbandes, verliehen. Dieses Ehrenband – „In vestigiis Wollek / in den Spuren von Wollek“, so der korrekte Name – kann jeweils nur an einen einzigen lebenden Cartellbruder des Verbandes vergeben werden. Dies geschah in der 155-jährigen Geschichte des ÖCV erst fünfzehn Mal. Wer war Wollek und warum hat das CV-Ehrenband einen so hohen Stellenwert? Richard Wollek wurde am 18. 7. 1874 in Innsbruck geboren und studierte zuerst in seiner Heimatstadt Medizin und später Jus in Prag. Er engagierte sich politisch stark für christlich-soziale Projekte. Als Landtagsabgeordneter, dann bis 1918 als Reichsratsabgeordneter und ab 1920 als Nationalratsabgeordneter nutzte er seine Funktionen und seine privaten finanziellen Möglichkeiten, um in Not geratenen Familien und arbeitslosen Neu-Akademikern in der schwierigen Nachkriegszeit bei der Jobsuche nachhaltig zu helfen. Wollek verstarb 1940 in Wien und ist im Familiengrab in Hall in Tirol beigesetzt. Auch van Staa engagierte sich intensiv während seiner langen öffentlichen Tätigkeit sowohl im politischen und sozialen als auch im couleurstudentischen Bereich. Seine Leistungen sind vielerorts dokumentiert und füllen Bücher. So war er nicht nur über zwei Perioden Bürgermeister von Innsbruck, wobei er in dieser Zeit die Stadt finanziell sanierte und zugleich die Grundsteine legte für die Neubauten von Rathaus, Bahnhof, Sprungschanze und Fußballstadion. Er war ÖVP-Landesparteiobmann und Tiroler Landeshauptmann, anschließend zehn Jahre Präsident des Tiroler Landtages. Sechzehn Jahre engagierte er sich darüber hinaus maßgeblich in der EU in führenden Funktionen des Europarates zum Schwerpunktthema „Regionen und Gemeinden“. Im sozialen Bereich hatte er immer ein offenes Ohr für

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Aufstellung des Corps vor der Jesuitenkirche Notleidende und half spontan mit Rat und Tat. Zur Förderung von Schülern und Studenten hat er immer beispielhaft beigetragen. Im österreichischen Cartellverband stellte er entscheidende Weichen sowohl bei der Erstellung des 1. ÖCV-Grundsatzprogrammes als auch bei der Sanierung und Konsolidierung des Verbandes. In seinem Leben als Politiker und Mensch spielte die enge Verbindung zum katholischen Farbstudententum eine omnipräsente Rolle. Er war immer ein rastloser Unterstützer von nachhaltigen Projekten und leistete stets ideelle und finanzielle Hilfestellung, dies auch privat ohne Anspruch auf Gegenleistungen – ein Leben ganz im Geiste Richard Wolleks. Der Festakt rund um die Verdienste des Herwig van Staa begann am Samstag mit einer heiligen Messe in der Jesuitenkirche. 42 Studentenverbindungen aus ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz hatten ihre Delegierten geschickt, begleitet von rund 200 farbentragenden Studenten. Im Anschluss formierte sich ein farbenprächtiger Festumzug auf dem Weg zur Innsbrucker Messe. Dort fand dann die feierliche Bandverleihung „In vestigiis Wollek“ unter Beisein von Landeshauptmann Günther Platter sowie viel


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ÖCV-Vorortspräsident Michael Bayerhammer gratuliert Herwig van Staa. Prominenz aus Kirche, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben statt. In Laudationen wurden die vielfältigen Verdienste des neuen Bandträgers beleuchtet mit dem einheitlichen Tenor, dass es van Staa durch das bedingungslose Vorleben der traditionellen Werte des CV nachhaltig gelungen ist, diese Leistungen zu erbringen. Gerade in der heutigen modernen Zeit sei die Besinnung auf christlich-soziale Werte das beste Mittel gegen die immer stärker um sich greifende Orientierungslosigkeit in der globalen Gesellschaft. Auch nach mehr als 150 Jahren CV-Geschichte sind diese Werte immer noch zeitgemäß und in ihren Leistungen attraktiv. Zahlen – Daten – Fakten zum ÖCV

Festzug durch die Universitätsstraße

Der Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen ist der Zusammenschluss von derzeit 50 farbentragenden Verbindungen, die landesweit an österreichischen Hochschulen bestehen. Mit über 13.000 Mitgliedern, davon rund 2.200 aktuell Studierenden, ist der ÖCV der größte Akademikerverband in Österreich. Gemeinsam pflegen sie die vier Prinzipien „Religion, Wissenschaft, Vaterland und Lebensfreundschaft“. In diesem Sinne wird extremistisches Gedankengut genauso abgelehnt wie die Mensur der schlagenden Studentenverbindungen und Burschenschaften. Im CV werden alle Mitglieder zu verantwortungsbewussten und weltoffenen Staatsbürgern orientiert, die soziale Verantwortung in völkerverbindender Gesinnung pflegen. Stefan Tatalovic Kommunikationsreferent des ICV-Vorsitzes AV Raeto-Bavaria zu Innsbruck

Festmesse in der Jesuitenkirche

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TMV im ÃœBERBLICK

GZL

ABI

Seite 19

Seite 24 + 25 + 26

TTI

CIK

Seite 20

Seiten 10 + 11

RRL Seite 21 + 22

AMI Seite 27

LTR Seite 28

ANI Seite 29

Ve Seite 30

SKH

NBH

CII

Seite 22 + 23

Seite 27

Seite 26

RTI

BES

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LBK

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ROI

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TMV im ÜBERBLICK

Gelungenes 55. Stiftungsfest GZL

Bei den Görzern ging es zum Halbrunden rund

Vor nunmehr fünfeinhalb Jahrzehnten hat Orange in Lienz Einzug gehalten und behauptet sich auch weiterhin tapfer, galt es doch am 31. Oktober jedwedem Spuk und Grusel zu trotzen und das 55. Stiftungsfest zu begehen. Bereits die Vorbereitung verlief reibungslos, und so freuten sich alle Chargen und Gäste schon lange auf des heißersehnte Fest. Die Stiftungsfestmesse war von Görzer Seite gut besucht, und Bundesbruder Pater Martin zelebrierte einen schönen Gottesdienst, den er mit einer seiner berühmten bildhaften Predigten krönte. Wer sind denn die Heiligen, die als Attribut eine Null, eine Schneiderschere und eine Wärmflasche bei sich tragen? Hättet ihr es gewusst? Pater Martin hatte natürlich die Antwort parat. Nach der Messe zog das orange Bundesbruder Faramir gut aufgelegt bei seiner kurzen, aber prägnanten Festrede Grüppchen gemütlich in die nahegelegene Bude weiter, die im Weiteren als Veranstaltungsort gerade noch groß genug sein fach wohl! Im dicht gedrängten Programm standen als nächstes sollte. Während des obligatorischen Cumulativconvents stärkzwei Ehrungen an: Bundesbruder Vico und Bundesbruder Halvar te sich der ein oder andere mit einem Würstchen, ehe es endsollten das 100- bzw. 50-Semester-Jubelband erhalten. Die launilich zum langersehnten Einzug der Chargierten kam. Für ge Laudatio von Bundesbruder Stiftl wurde wiederholt durch lauSenior Wiesel, flankiert von seinem Bruder Consenior Orpheus te „Fiducit“-Rufe unterbrochen, diese hatte sich der Laudator und dem strengen Fuchsmajor Ramses, sollte es der erste aber mit einer anfänglichen Aufforderung selbst eingebrockt – selbst geschlagene Kommers überhaupt sein, doch er löste ein Running Gag, durch den nun kaum ein Auge trocken bleiben diese große Aufgabe souverän und führte seine festlich versollte. Ernst wurde es schließlich, als die versammelten Görzer sammelte Corona gekonnt durch einen abwechslungsreichen Burschen und Philister zum Stechen des Landesvaters schritten, Abend. Ein früher Höhepunkt der Feier war die flott gehaltene eine dem geneigten Couleurstudenten wohlbekannte Tradition, Stiftungsfestrede von Bundesbruder Faramir, der zum Thema die in dieser Form bei Görz nur alle fünf Jahre stattfindet. Nach „Warum ich im fortgeschrittenen Alter noch Görzer wurde“ dieser feierlichen Zeremonie setzte sich der Abend munter fort referierte. Kurz die Vorgeschichte: Faramir war erst recht spät und eine bestens gelaunt aufspielende Kiste begleitete die wazur Verbindung gestoßen und wurde kurz vor dem Stiftungsckere Sängerschar durch die beliebtesten Cantus der letzten 55 fest, bei der Antrittskneipe, im Alter von 26 Jahren geburscht. Jahre. Als dann in der Redefreiheit kurz vor Mitternacht unser älEr hob in seinen Worten stark das Zusammengehörigkeitsgetester Alter Herr, Dr. cer Pluto, immerhin 90 Jahre alt, das Wort fühl zwischen Jung und Alt hervor, das sich so wie an vielen erhielt und zu einer herzergreifenden Spontanrede ansetzte, wie Abenden auch an diesem nicht leugnen ließ. Er sprach aus, gut es ihm denn immer noch auf seiner Görz gefalle, war nicht was so viele sich so oft denken: Bei der Görz fühlt man sich einnur der Bogen zu Faramirs Rede gespannt, sondern der größte Gänsehautmoment des Abends perfekt. Ein Stiftungsfest als Achterbahnfahrt der Gefühle, wo hat man so etwas denn schon einmal erlebt? Ungläubig schauten sich so manche Görzer nach Kommersende an, als wollten sie fragen: Wie sollen wir das bitte jemandem erklären, was hier bei uns abgeht? Umso mehr hat es uns gefreut, dass erneut zwei Kartellbrüder einer Tauriskia Villach den Weg auf unsere Bude gefunden und dieses schöne Fest mit uns begangen haben. Begeistert von der guten Stimmung ließen sie es sich dann auch nicht nehmen, miteinander beim Landesvater mitzustechen und ihren Burscheneid zu erneuern – ja, auch das ist bei Görz möglich! So verließ an diesem geschichtsträchtigen Abend ein jeder Gast an Leib und Seel gewärmt die Bude und freute sich insgeheim schon auf das nächste Highlight in Orange: die Geburtstagskneipe am 4. Jänner, mit ganz besonderer Überraschung. Ein Schnappschuss: Dr. cer Pluto und Bundesbruder Corax beim Stechen des Landesvaters

Alexander Zollner v/o San Alexanderyi, GZL

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TTI

Traditionelle Kulturtage

Im Juni 2018 durften wir das letzte Mal eine Ausgabe des in Händen halten. Seit damals ist nunmehr über ein Jahr vergangen, das bei Teutonia durchaus abwechslungsreich verlaufen ist. Neben den üblichen Veranstaltungen sei insbesondere auf einen Vortrag des Stadtarchivdirektors Dr. Lukas Morscher zum Ende des Ersten Weltkrieges hingewiesen, der von einer Betrachtung unserer Teutonengeschichte durch BBr. Edmund Mauracher v/o Dr. Zapp in dieser Zeit ergänzt wurde. So konnte unsere eigene Geschichte in einen historischen Kontext eingebettet werden und die Lebenssituation unserer Bundesbrüder besser verstanden werden. In den letzten Semestern wurde bei Teutonia der Bildungsarbeit über Bildungsveranstaltungen wie diese hinaus besonderes Augenmerk geschenkt. Die Verbindung bemüht sich, durch regelmäßige, im Rahmen des Leopold-Figl-Instituts durchgeführte Seminare, Aktive in ihrer Persönlichkeitsbildung zu unterstützen. Diesem Anliegen sind auch die mittlerweile regelmäßigen Aktiventage gewidmet. Nachdem der Landesverband in den letzten Jahren die Schulungstage leider umstrukturiert hat und nunmehr nur noch eine, dafür längere Schulung in der Karwoche anbietet, haben nicht mehr so viele Bundesbrüder die Gelegenheit, diese zu besuchen. Nachdem trotz mehrmaliger Anregungen der TMV leider an einem einzigen Schulungstermin im Verlaufe eines Verbandsjahres festhält, haben wir uns entschlossen, die entstehende Lücke zu schließen und selbst eine zumindest eintägige Schulung unter starkem Einbezug der Aktiven zu veranstalten. Das hat sich durchaus bewährt, in den einzelnen Semestern wurden dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und auf die konkrete Situation der jungen Bundesbrüder eingegangen. Wermutstropfen bleibt, dass der Austausch mit Kartellbrüdern anderer Verbindungen darunter leidet. Insofern bleibt ein Umdenken der verantwortlichen Verbandsfunktionäre wünschenswert. Im vergangenen Kirchenjahr hat Teutonia auch in der Kirche im Herzen der Stadt – wie die alte Spitalskirche in der Maria-Theresien-Straße nunmehr genannt wird – kleine Akzente setzen können. Seit mittlerweile einem Jahr zeichnet unser Verbindungsseelsorger, Bischofsvikar Msgr. Mag. Jakob Bürgler v/o Felix, als Rektor für diese Kirche verantwortlich. Die Aktiven Teutoniae haben unter Mithilfe von Altherren die Aufgabe übernommen, jeweils die Weihnachts- und Fastenkrippe sowie das Hl. Grab auf- und abzubauen. So wollen wir einen kleinen Beitrag zur weiteren Belebung dieser für unsere Stadt so wichtigen Kirche leisten und gleichzeitig junge Bundesbrüder für eine positiv gelebte Volksfrömmigkeit sensibilisieren. Diese Aktionen in den geprägten Zeiten spannen auch den Bogen zur nachfolgenden Berichterstattung über das Sommersemester 2019 und den Start ins laufende Wintersemester. Im Verlaufe des letzten und des laufenden Semesters hat es durchaus einige Ereignisse bei Teutonia gegeben, über die es sich gegenüber der Leserschaft des zu berichten gilt.

Enthüllung des Auftragswerks, v.l. x Skoffy, 1.Vbgm. F. X. Gruber v/o Nero, Künstlerin Luise Hirsch, Organisator Attila, Phil-x v/o Tschurtschi, Dr. Orpheus Beginnen möchte ich mit einer Kneipe mit dem ungewöhnlichen Namen „Hippie-Kneipe“ im März 2019. Es war eine Fuchsenkneipe, und ich kann den beteiligten Fuchsen durchaus Kreativität unterstellen. Nicht nur das Kostüm des Präsidiums meine ich damit allein, sondern auch den Umstand, dass zahlreiche Liedtexte auf das Motto hin umgedichtet wurden. Am 20. 4. 2019 beteiligte sich Teutonia wiederum an der Grabwache im Stift Wilten, einewohl mittlerweile traditionelles Bekenntnis zu unserem Prinzip „Religio“. Ein ebenfalls traditioneller Höhepunkt des Semesters waren die Kulturtage, dieses Mal bereits die 30. Am 10. 5. 2019 wurden sie mit einer Vernissage mit Bildern von Luise Hirsch, die auch ein dort enthülltes Auftragswerk für Teutonia geschaffen hat, durch den 1. Vbgm. der Landeshauptstadt Innsbruck, Kbr. Franz Xaver Gruber v/o Nero, eröffnet. In der Folge gab es einige hochkarätige Vorträge und Diskussionen bis hin zum Abschluss mit einer Weinverkostung. Dem Organisator, dem ehemaligen Landessenior des TMV, Bbr. Wieser v/o Attila, gebührt großes Lob für die Abwicklung dieser Jubiläumsveranstaltung – denn die 30-jährige Durchführung eines Veranstaltungsmodells ist auch für mehr als 100 Jahre alte Verbindungen ein nicht allzu häufiges Ereignis. In der Folge stand die Feier der runden Geburtstage der Doctores cerevisiae Caesar und Zapp an, zusammen 160 Jahre alt. So gab es am 15. Juni, einen Tag nach seinem 70. Geburtstag, eine Festkneipe für Dr. Zapp und bei der Antrittskneipe des WS 2019/20 die Gratulation für den gesundheitsbedingt leider abwesenden Dr. Caesar zum 90iger. Einen schweren Aderlass erlitt Teutonia durch das Ableben von Bundesbrüdern in kurzer Abfolge. Am 27. 6. 2019 verließ uns unser hochaktives, treues Ehrenmitglied Bbr. OStR Mag. Christoph Zecha v/o Stoff, am 7. 9. der bekannte Kufsteiner Orthopäde Primar Bbr. Dr. Ferdinand Gundolf v/o Armin, am 26. 9. der mehrjährige Verbindungsseelsorger Bbr. Mag. Walter Platzer v/o Laurin und am 1. 10. Bbr. Dr. Klaus Koppelstätter v/o Punkt. Fiducit! Das Leben muss weitergehen! So kann ich abschließend von der Burschung dreier Füchse berichten, die bereits als solche sehr positiv aufgefallen sind. Dies nährt die große Hoffnung, dass das aktive Leben weitergeht und wir in den nächsten Nummern des Positives über Teutonia berichten können. Edmund Mauracher v/o Dr. Zapp

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RRL

Cerevisia bibunt homines Die Geschichte des Bieres im Mittelpunkt eines WA’s bei Raeto Romania Landeck

Über viele Jahre war Bier ein relativ unbeachtetes Alltagsgetränk. Zwar wurde eine gewisse Bierkultur, gerade bei uns Farbstudenten, hochgehalten. Aber ansonsten stand Bier völlig im Schatten von Wein. Wein war das edle Getränk, das ein gutes Essen oder einen schönen Abend begleitet, Bier war das schnelle Getränk für den Durst und das simple Gasthaus. Schuld an dieser Situation war auch die Marktkonzentration am Brauereimarkt, die zu einer immer stärkeren Monopolisierung geführt hat und kleinen Brauereien fast völlig die Luft zum Atmen genommen hat. Mit der Marktkonzentration war auch eine vermehrte Einheitlichkeit der Inhaltsstoffe verbunden – praktisch wurde fast nur noch eine Sorte Hopfen angebaut und verarbeitet. In den vergangenen Jahren hat sich aber das Bild von Bier grundlegend gewandelt. Das hatte verschiedene Gründe. Maßgeblich daran beteiligt war aber die Craft-Bier-Szene. In den USA gründeten innovative Braumeister neue Kleinbrauereien, die den marktbeherrschenden 08/15-Bieren von Anheuser-Busch (Budweiser), Heineken etc. den Kampf angesagt haben. Mit riesigem Erfolg. Der Konsument erkannte das Potential, das geschmacklich im Bier steckt, und bescherte den neuen Bieren große Gewinne. Diese Szene fiel zunächst in Italien auf fruchtbaren Boden, um schließlich auch im deutschsprachigen Raum anzukommen. Das forderte auch die etablierten Brauereien heraus. Das Ergebnis ist eine neue Vielfalt an unterschiedlichen Bieren und Bierstilen wie schon lange nicht mehr, und Bier wird mittlerweile gleichrangig mit Wein gesehen. Dieses neue Interesse am Getränk „Bier“ hat auch zu neuer Beschäftigung mit der Geschichte des Bieres geführt. Im Rahmen eines WA bei Raeto Romania habe ich Bundesbrüdern und Gästen Aspekte der Biergeschichte, insbesondere aus der Entstehungszeit des Bieres in Mesopotamien und Ägypten und den wichtigsten Veränderungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit, nahebringen können. Untermalt wurden diese Ausführungen durch Proben. Den Abschluss bildete eine Bierverkostung und

Bewertung von Märzen/Lagerbieren. Ein gelungener Abend endete mit viel Gesang und dem Wissen, dass Hopfen und Malz noch lange nicht verloren ist. Prof. MMag. Peter Leitl v/o EB Herodot, Philx RRL

Raetoromanen lauschen den Ausführungen ihres Phil-x.

Das Bier verbreitet sichtbar seinen Segen.

Gewohnt launig: Phil-x EB Herodot (li.) Referiert über Cerevisia

Oberländerkneipe Der traditionelle Höhepunkt des Wintersemesters diesmal in Landeck Es gibt nicht viele Traditionen im TMV, die auf eine so lange und erfolgreiche Zeit zurückblicken können wie die Oberländerkneipe. Seit Anfang der 80er Jahre treffen sich alljährlich abwechselnd an den verschiedenen Verbindungsstandorten die Oberländer Verbindungen um gemeinsam zu feiern und das Farbstudententum hochzuhalten. Diesmal war wieder Landeck an der Reihe. Raeto Romania als gastgebende Verbindung lud ins Hotel Sonne ein und zahlreiche Bundes- und Kartellbrüder von Raeto Romania, Rofenstein und Bernardia folgten der Einladung. Auch zwei Bundesbrüder aus Innsbruck, der Senior e.v. Rhaetia, Arminius, und der Landesschriftführer Brodie (Andechs) beehrten uns mit ihrem Besuch. Landesschriftführer Brodie als einziger und höchster

Das Präsidium der Oberländer Kneipe mit den Philisterseniores.

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TMV im ÜBERBLICK

RRL

Bunte Oberländer Studentenmützen

Vertreter des TMV sprach sehr persönliche und herzliche Grußworte aus. Er betonte, dass ihm gerade die Oberländerkneipe zeigt, dass es auch außerhalb Innsbrucks ein lebendiges Farbstudententum in Tirol gibt und dieses mehr ins Bewusstsein gerückt werden soll. Er bedankte sich bei den Verbindungen für ihr Engagement. Ein herzliches Danke zurück, lieber Brodie! Vertreter des Vorarlberger Landesverbandes schickten per Mail Grußworte. Danke ans Ländle! Höhepunkt der von FM der Raeto Romania, Indie, mit viel Schwung geschlagenen Kneipe waren zwei Rezeptionen Bernardias. Die Neofuchsen wurden herzlich aufgenommen und ich wünsche Ihnen wunderschöne Stunden bei Bernardia und viele Erlebnisse die sie in Ihrer Persönlichkeit prägen werden! Nach dem Ende der Kneipe saßen wir noch gemütlich zusammen und die letzten Bundesbrüder fanden erst nach Mitternacht ihren Weg nach Hause. Es war halt doch ein schönes Fest! Ein breiter Streifen auf Bernardia, Rofenstein und Raeto Romania und wir sehen uns bei der Oberländerkneipe 2020 in Stams! Pro. MMag. Peter Leitl v/o EB Herodot, Philx RRL

Ein „alter“ Tiger oder gediegen, aber zukunftsfit? Im September 2018 konnten wir unser 130. SKH

Stiftungsfest feiern. Angesichts dieser Zahl kommt einem schon manchmal der Gedanke, ob wir alt und verstaubt sind oder wir uns nach so langer Zeit immer noch zeitgemäß und zukunftsfähig zeigen? Für das Organisationskomitee war klar, dass wir Zweiteres bevorzugen. Daher präsentierten wir uns im Rahmen unserer zweitägigen Feier zum „130iger“ der langen Tradition unserer SKH würdig und aktiv nach innen, aber auch nach außen: Freitagabends gab es im Gymnasium der Franziskaner in Hall einen Festakt mit der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für unseren Bbr Alois Flatscher v/o Roland, der unter den Repressalien des NSRegimes während des Zweiten Weltkrieges sehr gelitten hatte und für seine Überzeugung in den Tod gegangen war. Gerade solche Vorbilder sind immer aktuell. Selbstbewusst für seine Überzeugung einzustehen, sollte gerade einem Couleurstudenten Verpflichtung sein. Würdigung erfuhr Bbr. Alois Flatscher v/o Roland durch ehrende Worte seitens unseres Franziskanerprovinzials Pater Oliver Ruggenthaler und unseres Direktors Bbr. Mag. Gerhard Sailer v/o Lupo. Ein aktiver Bursch, xx Bbr. Jakob Linser v Tschinggala setzte sich mit der Wirkung dieses Vorbildes auf die heutige Jugend ergreifend auseinander.

Festkommers zum 130. Stiftungsfest der Sternkorona Hall

Beim anschließenden Begrüßungsabend konnten Ehrungen vergeben werden und zwei neue Mitglieder in den Kreis der SKH aufgenommen werden. Musikalisch begleitete uns unser Bbr Dr. Franz Posch v/o Fuzzy mit seiner Band bestens durch den Abend.

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Festredner EU-Kommissar a. D. Dipl. Ing. Dr. Franz Fischler v/o Zapfen


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Kulinarisch konnten wir ein herrliches Wildragout aus heimischen Wäldern genießen und uns dabei bis in die späteren Abendstunden in der Aula unserer Schule bestens unterhalten. Sich ehrenamtlich zu engagieren, sich über die Generationen hinweg zu verständigen und gemeinsam Zeit zu verbringen, auch das ist heute mehr denn je wichtig in unserer Gesellschaft geworden. Am Samstag feierten wir zu Beginn eine heilige Messe in unserer Franziskanerkirche. Begleitet und umrahmt von einem stattlichen Corps von Chargierten aus TMV, MKV, ICV und der Veldidena. Danach präsentierten wir uns der Öffentlichkeit im Rahmen eines Umzuges durch die Haller Altstadt und im Rahmen von Ansprachen am Oberen Startplatz durch unseren Philx Mag. Helmut Wopfner v/o Dr. Kuno, Frau BGM Dr. Eva Posch und Bbr. LA Mag. Jakob Wolf

Die Kartellstandarte am Unteren Stadtplatz in Hall

bandes an unsere Frau BGM Dr. Eva Posch. Unsere NeoEhrendame hat nämlich immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Couleurstudenten in Hall, und so auch für unsere Sternkorona. Eine eindrucksvolle und berührende Festrede lieferte uns unser Bbr. Dr. Franz Fischler v/o Zapfen. Ein bis in tief in die Nacht hinein andauernder Ausklang auf der Bude durfte natürlich nicht fehlen. Im Umfeld dieses 130. Geburtstages konnten wir unter maßgeblicher Federführung unseres Philxx Christof Mairinger MBA v/o Dr. Musicus eine sehenswerte Festschrift, den „130iger“, herausbringen. Auch diese Zeitschrift verdeutlicht eindrucksvoll, dass unsere Prinzipien nicht von gestern, sondern aktuell und wichtig sind. Ein absolutes Highlight im „130iger“ ist der Apostolische Segen an die SKH.

Auch Bürgermeisterin Eva Posch gratulierte.

v/o Lupo. Unser Glaubensbekenntnis an den Anfang der Feierlichkeiten zu stellen, sich der Öffentlichkeit mit der bunten Vielfalt aller Chargierten zu zeigen und aber auch die Verhaftung in Politik und Gesellschaft zu demonstrieren, stellt einen wichtigen Wert unserer Gemeinschaft dar.

Zu erwähnen ist noch die Serie „Lebendige Sternkorona“, die sich unter der Organisation und Leitung von Dr. Walter Pilgermair v/o Dr. Marius in fünf Veranstaltungen mit der Geschichte der Sternkorona seit der Gründung intensiv befasste, Zeitzeugen zu Wort kommen ließ und auch einen Ausblick in die Zukunft wagte.

Das studentische Brauchtum fand mit dem Festkommers im Kurhaus in Hall am Abend seinen Höhepunkt. Die Anwesenheit der MKV- und TMV-Führung sowie der zahlreichen Chargierten, ein herausragender x Peter Radauer v/o Burin und die Vielzahl an Gästen trugen dazu bei, dass wir ein würdiges und feierliches Geburtstagsfest erleben konnten. Der Höhepunkt war zweifellos die Verleihung des Ehrendamen-

Zusammenfassend war es ein 130. Geburtstag, den wir zu feiern wussten, bei dem wir uns auf dem Fundament unserer Vorgänger unserer Vorzüge und Verpflichtungen bewusst wurden und diese auch nach außen hin präsentierten. Vivat, crescat, floreat Sternkorona DI Roman Burgstaller v/o Bonzo, FB

Impressionen ...

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ABI

Seit dem letzten Bericht ist viel Wasser den Inn hinuntergeflossen. Und auch bei Ambronias hat sich viel ereignet. So wurde manche Kneipe oder mancher Kommers geschlagen, bei WA’s neue Erkenntnisse gewonnen, auf Conventen reichlich diskutiert, sportliche Ereignisse erlebt oder einfach gemütliche Abende auf der Bude verbracht. Über all dies zu erzählen würde den Umfang der Berichte sprengen. Und so möchte ich über drei Ausflüge bzw. Reisen von Ambronen berichten: ABIcult Bereits seit einiger Zeit gibt es eine Gruppe von Ambronen, die es sich zum Ziel gemacht hat, dem Couleurstudententum auch außerhalb der Heimat auf den Zahn zu fühlen und dabei auch Länder und Kulturen kennenzulernen. Städte wie Heidelberg, Prag oder St. Gallen wurden bereits besucht. Im heurigen Jahr führte uns der bereits zum 14. Mal stattfindende „ABIcult“ nach Bayreuth. Vielen nur als die „Wagner“-Stadt bekannt, hat sie doch auch einiges darüber hinaus zu erzählen. Doch der Reihe nach. Am Mittwoch, den 1. Mai 2019, trafen wir uns um 08:00 vor unserer Bude. Nach Zwischenstopps zum Jausnen bzw. Mittagessen (Gasthaus Fichta im Weiglathal) erreichten wir den ersten Programmpunkt – die Besichtigung des Schlosses Fantaisie in Donndorf. Hier nahmen wir an einer Führung zum Thema „Gartengeschichte erleben und verstehen“ teil. Nach einer abschließenden Stärkung im eigenen Gastgarten wurde die Reise nach Bayreuth fortgesetzt, um die Zimmer im Hotel H4 Residenzschloss Bayreuth zu beziehen. Mit einem Abendessen in der „Eule“ ging der erste Tag zu Ende. Am zweiten Tag besichtigten wir das Richard-Wagner-Museum. Nach dem Mittagessen im Mannsbräu – einem Wirtsund nicht Gasthaus – war ursprünglich eine gemeinsame Führung durch die Katakomben Bayreuths geplant.

Bayreuth, Bier und Badebuchten

Die Mannschaft des ABI-Törns Die auf dem Weg gelegenen Klaviermanufaktur Steingräber & Söhne machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. An dieser konnte unser Cantor natürlich nicht einfach vorbeigehen. So „verkroch“ sich eine Gruppe in die Bayreuther Unterwelt, und die andere Gruppe nahm an einer Führung durch die Manufaktur teil. Zur Verdeutlichung der Klangunterschiede einzelner Klaviere mussten diese natürlich bedient werden. Und so kam Dr. cer. Galilei unter anderem auch in den Genuss, auf dem Flügel von Liszt zu spielen. Beim Abendessen im Oskar traf man sich anschließend wieder. Der Freitag startete mit einer Besichtigung desmarkgräflichenOpernhauses(UNESCOWeltkulturerbe). Danach wurden uns die Stadt und insbesondere die Trinkgewohnheiten von Richard Wagner und Jean Paul fach- und sachkundig bei einer Bierkutscherführung vorgestellt. Zu unserer Freude teilte sich die Besichtigungsrunde durch einen kurzen Zwischenstopp zur Labung im bereits bekannten Mannsbräu in zwei Etappen auf. Am letzten Tag wurde noch das Bayreuther Festspielhaus besucht. Zur besseren Akustik ist der gesamte Innenraum aus Holz errichtet. Eine Besonderheit ist der Orchestergraben in Kombination mit der Bühnentiefe. Zum einen hat nur der Dirigent einen Ausblick auf die Bühne, und zum anderen sind Musik und Gesang um 0,6 sec verzögert.

Nach einem Mittagessen in Bad Feilnbach klang der Ausflug auf unserer Bude aus. Ambronia auf See Neben den Veranstaltungen des Semesterprogramms finden auch zahlreiche gemeinsame Aktionen außerhalb dieses Rahmens statt. Zu diesen Aktivitäten zählen auch die jährlichen Segelurlaube. Der erste Törn mit der Bezeichnung „abiTörn“ fand im Sommer 1992 statt und seit 2014 wird ein zweiter Törn namens „abiAhoi“ veranstaltet. Gemäß einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe – „Alles Behagen am Leben ist auf eine regelmäßige Wiederkehr der äußeren Dinge gegründet.“ – findet (mit einer Ausnahme) in der dritten Juliwoche der erste der beiden Ambronentörns statt. Der diesjährige „abiTörn“ führte uns am Samstag über München nach Sardinien. Vom Flughafen Olbia ging es mit dem Taxi nach Cannigione. Hier konnten wir in der Marina unser Boot, eine Bavaria 51/cruiser, am späten Nachmittag übernehmen. Nach erfolgtem Einkauf, Schlafplatzzuordnung und einem Essen im Hafenrestaurant klang die Anreise gemütlich an Bord aus.

Bonifacio

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Der zweite Tag und somit unser erster Segeltag endete nach Zwischenstopps – Bucht Porta Palma der Insel Caprera und Badestopp zw. den Inseln Budelli, Razzoli und Santa Maria – und bei herrlichem Wetter in der Hafenstadt Bonifacio auf Korsika. Die nächtliche Stadterkundung endete mit einem Abendessen auf der Burg oberhalb des Hafens. Am nächsten Tag konnten wir bereits beim Auslaufen einen Anstieg der Windstärke feststellen. Bis zum Ende des Tages steigerte sich diese nochmals kräftig. Hiervon kann unsere Genua einiges berichten, aber eben nur „hiervon“; gab sie doch kurz vor dem Tagesziel ihren Widerstand gegen den Wind auf und ließ sich von diesem in etwa mittig teilen. Eine spätere Begutachtung bei wenig Wind zeigte, dass die horizontale Naht aufgegangen war. Ungeachtet dieses Ereignisses erreichten wir, entlang der Ostküste Korsikas Richtung Norden segelnd, mit der restlichen Segelfläche das Tagesziel, die Bucht Porto de Rondinara. Hier konnten wir dank der hervorragenden Arbeit unseres Ankermannes Dr. cer. Resus das auŔ ommende Gewitter, das uns zwar reichlich Wind, aber nur spärlichen Regen vorbeischickte, abwettern. Nach einer vorzüglichen, selbst gekochten Mahlzeit und einer längeren Beobachtung der Wetterentwicklung mit den 2. und 3. W’s – sicherheitshalber bis in den beginnenden Morgen hinein – konnte auch dieses Ereignis sicher abgeschlossen werden. Die weitere Routenplanung musste aufgrund der verringerten Segelfläche und der hierdurch veränderten Segeleigenschaften (geringere Geschwindigkeit, weniger „Höhe“ – für Nicht-Segler: das Fahren gegen den Wind wird anstrengender und die Strecke deutlich länger) den vorherrschenden Windbedingungen angepasst werden. Und so entschied man sich, den Abstecher zur Nordwestküste von Sardinien auszulassen und stattdessen mehr mit dem Wind die Nordostseite von Sardinien zu erkunden. Für eine detailliertere Beschreibung der folgenden Segeltage fehlen die zulässigen Zeilen.

Grundsätzlich sei gesagt, dass die erste Hälfte der restlichen Zeit mit einem Segel gemütlich unter Wind verbracht werden konnte und uns nur der einschlafende Wind zwang, in der zweiten Hälfte verstärkt auf den Motor zurückzugreifen. Als besondere Stationen auf diesem Teilstück seien die Bucht auf der Insel Lavezzi, die Durchquerung des Naturschutzgebietes um die Insel Maddalena oder die Costa Smeralda mit ihren herrlichen Farben erwähnt. Ach ja, und eine Begegnung der unangenehmen Art hat sich auch noch ereignet. Da wollte sich doch eine Qualle von hinten an mich heranmachen. Doch dank schneller Hilfe von Calimero mit – welche Ehre – Balsamicoessig und anschließender Salbung konnte der Angriff zufriedenstellend abgewehrt werden. Der Segeltörn endete am Freitag wieder in der Marina von Cannigione bzw. das diesjährige Abenteuer nach der erfolgreichen Zurückweisung der verlangten Segelreparaturkosten durch unseren Kapitän Dr. Cer. Manuel. Nach einer weiteren Nacht an Bord ging es via Taxi zum Flughafen Olbia und von dort über München nach Innsbruck zurück. Als Resümee zu diesem Törn kann man festhalten, dass es immer neue Erlebnisse an Bord gibt und das Gebiet SardinienKorsika sicher eine weitere Reise wert ist. Der zweite Ambronentörn fand letztes Jahr in Griechenland statt. Heuer führte uns der Törn wieder zurück nach Kroatien. Dank Bbr. Castiel konnten wir bereits einen Tag früher anreisen und auf dem Anwesen seines Onkels in der Nähe von Novigrad einen Zwischenstopp mit Grillen und Übernachtung einlegen. Hierdurch gestaltete sich die Anreise per Auto nach Pula, unserem Ausgangshafen, wesentlich bequemer. Dank eines „early boarding check in“ konnten wird das Schiff, eine Dufor 50, am Samstag schnell übernehmen und mit Proviant auffüllen. Der Abfahrt am gleichen Tag stand somit nichts mehr im Wege.

Wem die Region besser bekannt ist, weiß auch, dass Richtung Süden zuerst der Kvarner überquert werden muss. Diese Meeresstraße ist meist durch ihre Starkwinde und hohe Wellen bekannt. Wenn jedoch Engel reisen ... Ich erspare mir weitere Ausführungen und vermelde lediglich eine gemütliche, wegen fehlendem Wind unter Motor stattfindende, nächtliche Überfahrt. Diese endete in der Bucht von Unije auf der gleichnamigen Insel. Der nächste Schlag am zweiten Tag führte uns zur Insel Susak; zuerst zu einem Badestopp in einer Bucht auf der Nordwestseite der Insel und anschließend zur gleichnamigen Hafenstadt. Zwischen Anlegen und Abendessen erkundete manch einer noch den höher gelegenen Ortsteil. Am folgenden Tag ging es zuerst zur Insel Ilovik, auf der wir einen Badestopp einlegten. Anschließend genossen wir die schmale Durchfahrt zwischen den Inseln Ilovik und Sveti Pater. Die Tagesetappe endete schließlich in der uns bereits bekannten Bucht auf der Nordseite der Insel Olib. Analog zum ersten Törn zeigte sich auch hier am Abend des zweiten Tages ein Gewitter am Himmel. Im Gegensatz zum abiTörn gab es für uns zum Glück nur Wetterleuchten, ein paar Tropfen von oben und etwas mehr Wind in der Nacht – insgesamt also unspektakulär für uns alte Seebären. Nach einem Frühstück wurde die nächste Etappe gestartet. Diese endete vorerst nirgends. Vor lauter Freude über den auŔ ommenden Wind und Unstimmigkeiten in der Kurswahl wurde zuerst ein Dreieck abgesegelt, ehe es wieder zurück Richtung Ilovik ging. Nach einem Badestopp an der Südspitze der Insel ging es zum Ort Veli Lošinj auf der Ostseite der Insel. Wir forderten unser Fortsetzung S. 26

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ABI

Bayreuth, Bier und Badebuchten

Glück heraus und versuchten erst gar nicht, einen Platz im südlich gelegenen Hafen zu finden, sondern steuerten den kleinen Ort direkt an. Hier konnten wir auch wirklich noch den letzten Platz (von max. fünf möglichen) direkt vor einem Restaurant ergattern. Nach einem Erfrischungsbier, der Bekanntschaft mit einem bayrischen Segler – dieser legte sich mit seinem kleineren Boot an unsere Außenseite – und einem ausgiebigen Abendessen wurde noch die Stadt erkundet. Weiter ging es Richtung Cres in die Bucht Baldarin. Hier konnte unser Kapitän Mag. cer. Mirakulix seine Überraschung für den diesjährigen Törn präsentieren. Unser Bbr. Minos machte mit seiner Familie auf der nahegelegenen Insel Krk Urlaub. Und beide hatten verabredet, sich in dieser Bucht zu treffen. So war unser Erstaunen groß, als ein Motorboot auf uns zuhielt

CII

und mit dem Ruf „Heil Ambronen“ den Motor stoppte. Nach einer kurzen Begrüßung lud er uns, in zwei Gruppen getrennt, ein, in seinem Boot etwas hinauszufahren und zu wakeboarden. Diesen Spaß ließ sich natürlich keiner entgehen. Nachdem er sich wieder verabschiedet hatte, setzten wir unsere Reise aufgrund mangelndem Duschwasser Richtung Rab fort. Die Freude auf eine saubere Dusche in der Marina war dabei so groß, dass die angedachte Weiterfahrt zu einer nahen Bucht aufgegeben wurde und der Abend in Rab verbracht wurde. Die beginnende Rückreise führte uns zunächst wieder zurück nach Cres. Hier verbrachten wir noch einen schnellen Badestopp bevor es Richtung Osor weiterging. Hier hieß es vorerst einmal zu warten. Für die Durchfahrt durch die schmale Betonrinne zwischen den Inseln Cres und Lošinj wird nämlich nur zweimal

Der letzte Segeltag begann würdig mit kräftigem Wind, sodass wir sogar die Segel reffen (=verkleinern) mussten. Die Überfahrt über den Kvarner verlief somit kurzweilig und schnell. Bis zum Badestopp um die Mittagszeit in der Einfahrt nach Pomer hörte jedoch der Wind auf und das letzte Stück zurück zur Marina in Pula konnte so nur unter Motor zurückgelegt werden. Nach einem kräftigenden Abendessen und einer eher kurzen Nacht ging es zeitig in der Früh retour nach Innsbruck. Michael Gruber v/o EB Sokrates

Sommer 2019 bei Cimbria Innsbruck

Die Sommermonate sind vorbei – mit zeitweise Temperaturen hart an bzw. über der als angenehm zu fühlenden „Empfindungsgrenze“. Und ich hoffe, dass wir ihn trotzdem gut überstanden haben; Urlaube wurden als schön und erholsam befunden. Bei Cimbria waren wir für diejenigen, die zu Hause geblieben sind, jeweils an den Mittwochabenden für ein Treffen zum Barabend auf unserer Bude da bzw. am ersten Montag im Monat beim Stammtisch in einem vorherbestimmten Lokal. Als Highlight herauszuheben ist da ein „Kulinarischer Barabend“ am 10. 7. Bei dem gab es einen – von mir bei meinem letzten Besuch in Wien besorgten – „Ziegel“ Pferdeleberkäse mit Senf, Semmeln und Bier. Die immerhin ca. 2,7 kg, die ich zu Hause auf die richtige Temperatur erwärmt hatte und mit notwendiger und schmackhafter Kruste lockend auf die Bude brachte, hatten bei 13 „Gourmets“

Überreste der Kickl’schen Polizeipferdestaffel? nur eine kurze „Überlebenschance“. Es gab bereits einmal so einen Barabend und eine weitere Wiederholung wird es sicher geben – vielleicht dann mit größerer Beteiligung (und eventuell zwei Ziegeln?). EB Bismarck, JDW, CII

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am Tag die überquerende Brücke auf die Seite gedreht. Nachdem auch dies geschafftwar,konntenwirmitgutemWind das Tagesziel, eine Bucht an der Südseite der Insel Unije, ansteuern.


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Unterlandtreffen

AMI

e.v. Amelungia zu Innsbruck Am 10. 8. 2019 lud Amelungia zu einem Unterländertreffen nach Kramsach ein. Eine stattliche Anzahl von Bundesbrüdern folgte dieser Einladung. In Kramsach angekommen, besichtigten wir nach einem Begrüßungsumtrunk das Höfemuseum mit seinen geschichtsträchtigen alten Bauernhäusern. Nach dem Rundgang fuhren wie mit dem Bus zum Gasthof Seewirt am Reintaler See. Dort erwarteten uns schon einige Bundesbrüder, die aus der näheren Umgebung angereist waren. In einer gemütlichen Stube schlug dann Bundesbruder Verdo eine zünftige Unterländerkneipe.DasTreffenendetemiteinem gemeinsamen Abendessen. Man hatte sich viel zu erzählen und tauschte alte Erinnerungen aus. Nur allzu schnell verging die Zeit und die Innsbrucker Bundesbrüder mussten wieder die Heimreise antreten.

Unterländer Treffen in Kramsach

Es war eine großartige Veranstaltung und eine baldige Wiederholung wurde beschlossen.

Kurt Rubner v/o Dr. cer. Hektor Höfemuseum in Kramsach

NBH

Geselliges Beisammensein im Gasthof Seewirt

Bergmesse am Schartenkogel

Trotz Sommerpause ging es für Nibelungia wieder hoch hinaus. Selbst nach fünf Jahren ist der Andrang auf unser Gipfelkreuz am Schartenkogel ungebremst, und so brauchte man sich nicht zu wundern, dass am Sonntag, den 1. September, knapp 100 Bundesbrüder, Freunde und Familienangehörige an unserer Bergmesse teilnahmen. Gemeinsam von Abt Raimund Schreier und Verbindungsseelsorger Pater Volker Stadler zelebriert, boten dieses Ereignis und die atemberaubende Kulisse auch die Möglichkeit, sich

Zeit zu nehmen, den Berg zu erleben und Gott dadurch näher zu sein. „Achte auf Dein Herz und laufe für meins“ war am Wochenende darauf das Motto des Tiroler Herzlaufs in Thaur, dessen Reinerlös wieder Herzkinder Österreich zugutekam. Wie letztes Jahr nahmen wieder einige Nibelungen die Herausforderung an und konnten trotz Regenwetter sogar den Spitzenplatz in der Teamwertung erlaufen. Mit diesem Schwung im Gepäck starten wir nun voller Zuversicht ins neue Semester, welches wieder einiges zu bieten hat!

Fabian Umlauft v/o Balthazar

Gipfelkreutz Schartenkogel

Nibelungen beim Herzlauf in Thaur

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LTR

2019 im Überblick

Nachdem der wieder aktiv geworden ist, braucht es natürlich Artikel, um ihn auch zu füllen. Nachdem schon 18 Monate vergangen sind, seit ich den letzten Artikel geschrieben habe, braucht es etwas Zeit, damit ich wieder in die Gänge komme. Natürlich lasse ich nicht die vollen 18 Monate Revue passieren, denn dann bräuchte es eine Extraausgabe des , sondern ich schreibe nur über das Jahr 2019. Gerne würde ich mit einem tollen Ereignis aufwarten, muss Euch aber leider mitteilen, dass wir am 9. Februar 2019 unseren Bbr. Josef Zierhöld v/o Golem im Alter von 43 Jahren zu Grabe tragen haben müssen. Wie gerne hätten wir ihn länger in unserer Mitte gehabt, aber eine tückische Krankheit hat ihn von uns gerissen. Nachdem wir im Augenblick nur mehr den Aktivensenior Tino Ramoser v/o Ragnos zur Verfügung haben, schaut es leider veranstaltungstechnisch ein wenig düster aus. Trotzdem, das Stiftungsfest, und in diesem Falle das 113., haben wir wie gewohnt absolviert und wieder einige Bundesbrüder mit dem 50-Semester-Band beehrt. Als besonderer Gast und als Stiftungsfestredner konnte diesmal Cbr. Herwig van Staa v/o Dr. Perkeo gewonnen werden, der natürlich eine hinreißende Rede aus dem Stegreif herzauberte. Unser vorhin genannter Aktivensenior war auch sehr fleißig unterwegs und zwar beruflich, er wurde im Mai dieses Jahres als jüngster behördlich zertifizierter Makler in die Südtiroler Maklervereinigung aufgenommen. Ein toller Höhepunkt war dann im Sommersemester die Craft-Bier-Verkostung bei unserem Getränkelieferanten am 17. Mai 2019. Was ursprünglich als eine Verkostung von flüssigem Brot gedacht war, jedenfalls vonseiten dieses Autors, entpuppte sich als ein Gaumenkitzel der besonderen Art bzw. auch des Auges, denn wer hat schon knallrotes Bier gesehen? Ein Kompliment an den Biersommelier Martin Unterhauser! Und wieder schlug das Schicksal grausam zu, unser Bbr. Georg Melojer v/o Aries wurde am 20. Juni 2019 nach kurzer Krankheit im Alter von 69 Jahren zu Grabe getragen. Auch seiner gedachten wir am Abend bei einer Trauerkneipe. Nachdem das Herz-Jesu-Fest heuer etwas spät angesetzt wurde, war es uns nicht möglich, mit Chargierten aufzuwarten, trotzdem gingen drei Couleurträger der KMV Laurins Tafelrunde Bozen pflichtbewusst voran. Was natürlich im Sommer nie fehlen darf, ist der Schönebener Kirchtag in Reinswald. Dieser wurde extra eingerichtet, wenn die LTR zu Gast ist, heuer wurde er schon zum 6. Mal ausgerichtet, und zwar vom 20. bis zum 21. Juli 2019. Leider entfiel unser Verbindungsseelsorger P. Andreas Trompedeller v/o Taurus diesmal, sodass in einer kleinen Wortgottesdienstfeier aller verstorbenen Bundesbrüder gedacht wurde.

28 | Dez. 2019 | Nr. 142 |

Innenhof des Klosters Neustift bei Brixen Das Wetter war ein wenig launisch, aber das Familiengrillen am Sonntag fiel trotzdem nicht ins Wasser. Auch gab es eine couleurstudentische Feierstunde, nämlich unser Bbr. Alexander Falser v/o Bischof wurde gebrandert. Leider muss seine Burschung auf Weihnachten verschoben werden, da er in der Zwischenzeit in Wien Chemie studiert. Daher eine kurze Mitteilung an die CV-Verbindungen in Wien, ein potentieller Spefuchs macht gerade die Bundeshauptstadt unsicher. Aber wir kommen zum Beginn des Monats September 2019. Es sind wieder zwei Jahre vergangen und somit stellte sich Laurins Tafelrunde wieder dem Bozner Stadtfest zur Verfügung. Unterfertigter musste dieses Mal passen, der Rücken und die Gelenke waren von den vorhergehenden zehn Malen so lädiert, dass er dieses Mal den Stand der LTR von der anderen Seite des Pudels sehen musste. Aber auch Konsumenten sind bei Laurins Tafelrunde gern gesehene Leute. Die Antrittskneipe ging auch sehr gut vonstatten, sie war leider etwas kurzfristig angelegt, aber es müssten einige Bundesbrüder daran teilgenommen haben trotz fehlender Beweisfotos. Am 12. Oktober 2019 gab es eine Bilderführung in memoriam Bbr. Golem, der in den letzten Jahren einige Wohnungen unserer Bundesbrüder verschönert hatte. Leider konnte ich nicht daran teilnehmen, da das 20. Stiftungsfest der AV Meinhardia Bozen meine Anwesenheit erforderte. Und so schließen wir diesen Bericht mit dem gleichen Ereignis, mit dem wir angefangen haben, nämlich einem Trauerfall. Leider ist am 25. Oktober 2019 unser Bundesbruder Christian Vaja v/o Weinstein im Alter von 76 Jahren urplötzlich von uns gegangen. Auch ihm gaben einige Laurinsritter das letzte Geleit. Wir hoffen inbrünstig, dass das kommende Jahr für die KMV Laurins Tafelrunde Bozen ruhiger verlaufen wird. Natürlich kann niemand den Lauf des Schicksals beeinflussen, aber trotzdem möge es 2020 etwas sanfter mit uns umgehen.

Lorenz Wohlgemuth v/o Dr. Halvar


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ANI

Eine Feier zum Geburtstag von Dr. Zapp

Was haben US-Präsident Donald Trump und Fidissimus Dr. Zapp gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts. Und auch nichts auf den zweiten, den dritten und vierten Blick. Das Einzige, was beide verbindet, ist ihr Geburtstag – der 14. Juni. Als vor vielen Jahren der kleine Edmund im Jahr 1949 das Licht der Welt erblickte, schien die Sonne oder auch nicht, das weiß man heute nicht mehr so genau. Gewiss ist jedoch, dass er sich in den darauffolgenden Jahren nicht nur zu einem verdienten, sondern zum treuesten Andechser – eben zum Fidissimus – entwickelte. Über einen Mann, der nicht altert ...

Das war aber nicht der Grund für die Feier im Andechsheim am 14. Juni 2019. Vielmehr feierte unser Dr. Zapp genau an diesem Tag seinen 70. Geburtstag und wir ihn. Woran es liegt, dass der Jubilar heute immer noch aussieht wie vor vielen Jahren – wenn man die Farbe seiner Haartracht und die fehlenden Dames-Zigaretten ausklammert –, wollte oder konnte er nicht verraten. Auch die an diesem Abend gezeigten Bilder, die sein Aussehen in verschiedenen Jahrzehnten optisch festhielten, konnten jedenfalls diesbezüglich keine AuŔ lärung liefern. Unter den gut 40 Teilnehmern der Geburtstagskneipe waren neben vielen Bundes- und Kartellbrüdern auch einige Damen – darunter die Witwe unseres verstorbenen Bundesbruders Dr. Udo sowie die Frau unser Philisterseniors Olaf, Tina. Auch Verbindungsseelsorger Bbr. Titus, neben Dr. Zapp als einziger

Pro-Fide-Band-Verleihung an Dr. Zapp Dr. Zapp und Burzel … Im Namen aller Andechser freute sich jedenfalls Phil-x Olaf, dem Jubilar zum Geburtstag zu gratulieren, und überreichte ihm einen Zipf, der auch schon in Dr. Zapps Wohnung in Pradl an der Wand hängt. Als sein Leibfuchs hielt Rhawik eine überaus launige Geburtstagsrede und Laudatio zur anschließenden Pro-FideBand-Verleihung. Burzel heißt das persönliche Geschenk von Rhawik an seinen Leibburschen. Couleurstudentischer Höhepunkt des Abends war zweifelsohne die feierliche Pro-Fide-Band-Verleihung an Dr. Zapp. Damit ist seine „Bändersammlung“ bei Andechs vorerst komplett. Was unserem Dr. Zapp in seiner Andechs-Ehrungs-Sammlung noch fehlt, ist das Chargenehrenzeichen. Es wurde vor einiger Zeit als äußeres Zeichen des Danks und der Anerkennung für geleistete Arbeit in der Aktivitas eingeführt, und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis dem derzeitigen Aktivenschriftführer Dr. Zapp auch diese Ehrung verliehen wird. Und dass der Geehrte daran keineswegs abgeneigt ist und daran „arbeitet“, das gab er in seiner Dankesrede schmunzelnd zu erkennen. In diesem Sinn: vivat, crescat, floreat ad multos annos!

Dr. Zapp und sein Kuscheltier „Burzel“, selbstverständlich plen. col.

Christoph Praxmarer v/o Shimano

Andechser seit der Gründung im Amt, machte dem Jubilar seine Aufwartung, ebenso wie der „persönliche“ Pfarrer von Dr. Zapp, Maximilian Thaler v/o Lurn. Alle durften sich einmal mehr über die Großzügigkeit von Dr. Zapp freuen, der für das leibliche Wohl gesorgt hatte. An Essen, Trinken und Sangesfreudigkeit (von -festigkeit will ich nicht reden J) mangelte es an dem Abend keinesfalls.

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Gratulation

RRL

Vor nicht allzu langer Zeit gaben einander im schönen Burgenland unser Bundesbruder Lukas Lang v/o Lord Helmchen und seine Rebecca das Ja-Wort. Die Hochzeitsmesse selbst wurde vom Verbindungsseelsorger Dekan Mag. Martin Komarek v/o Spunt zelebriert, der er sich nicht nehmen ließ, den weiten Weg von Landeck ins Burgenland anzutreten. Auch weitere Bundesbrüder folgten der Einladung. Mag. Clemens Unterthiner v/o Dr. cer. Luitpold

Couleurhochzeit im Burgenland

Jahresrückblick unserer Farbenschwestern

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Wir Veldidenen dürfen auf viele erfolgreiche Monate mit lustigen und sehr interessanten Momenten zurückblicken. Der heurige Pennälertag fand in Leoben statt. Wir besuchten in den vier Tagen das interessante Rahmenprogramm, lernten neue Leute kennen, trafen alte Bekannte wieder und lebten couleurstudentische Tradition. Unsere Chargierten durften uns bei Messe, Umzug und Festkommers vertreten. Seitdem war unser Programm vollgepackt mit gut besuchten Kneipen, festlichen Kommersen und spannenden Ausflügen. Das Wintersemester 2019/20 hat sogleich mit einem Höhepunkt begonnen.

Veldidena am Pennälertag 2019

Das 24. Stiftungsfest, das von unserer hohen Seniora Kristine Lungeanu v/o Octavia äußerst souverän geschlagen wurde, war ein voller Erfolg. Ganz besonders freut es uns, dass wir dort Hermann Buchauer v/o Tassilo von der Cimbria Kufstein einen Ehrenzipf verleihen durften. Bei unserer Krambambulikreuzkneipe mit e.v. AV Claudiana Anfang November konnten wir nicht nur den Krambambuli genießen, sondern auch zwei neue Mitglieder in unserer Veldidena aufnehmen. Weitere Highlights im neuen Jahr werden der Couleurstudentinnenkommers am 18. 01. 2020 und eine Stammzellenspendenaktion gemeinsam mit dem TMV und dem ICV im Frühjahr darstellen.

24. Stiftungsfest unserer Veldidena

Ganz besonders freuen wir uns auf unser 25. Stiftungsfest am 19. September 2020! Wir freuen uns auf das restliche Semester, wünschen allen Bundesschwestern und Farbengeschwistern eine besinnliche Adventzeit, schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Stephanie Weickenmeier v/o Alica Kommerspräsidium des 24. Stiftungsfestes

30 | Dez. 2019 | Nr. 142 |


Tiroler Mittelschülerverband

Das Wort zum Schluss Liebe Kartell- und Bundesbrüder, geschätzte Leser! „Die Kinder falten fromm die Händ´, es ist Advent!“ so lautet der zweite Teil eines Adventspruches. Advent, das wissen wir, hat mit Warten zu tun, es ist die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest, auf das Kommen des Herrn. Mit dem Warten tun wir uns schwer, oft sind wir ungeduldig, werden ungehalten, wenn etwas nicht sofort nach unseren Vorstellungen abläuft, oft können wir es kaum erwarten dieses oder jenes neue Produkt in den Händen zu halten und nehmen dafür oft lange Wartezeiten oder Reservierungsprozesse in Anspruch. Das Warten auf Jesus Christus, das Kind in der Krippe, passt dazu so scheinbar gar nicht. Wieso sollen wir darauf warten, dass ein Kind in einem Stall zwischen Ochs und Esel zur Welt kommt. Da fällt uns modernen Menschen besseres ein, das wissen wir besseres zu tun. Es gilt ja noch die neuesten und hipsten technischen Produkte zu erwerben, es muss den Modetrends nachgerannt werden und der Schmuck für Hals und Ohren blinkt mit den teuren Glaskristallkugel am Christbaum um die Wette. Das Warten scheinen wir dabei zu vergessen – gefaltete Hände, die ineinander ruhen, können sich nicht in den Tätigkeiten des Alltags erschöpfen, sie zentrieren unsere Energie und unsere Gedanken auf das Erwarten der Ankunft des Herrn. Natürlich hätten wir immer was zu tun, und es würde uns „Besseres“ einfallen als die Hände zu falten und Weihnachten betend willkommen zu heißen. Doch vielleicht braucht es gerade die Haltung des Gebetes, um uns aus unserer Geschäftigkeit heraus zu reißen. Uns selbst und unseren Einsatz braucht es, das offene Hinschauen, das bewusst machen von den Dingen, die uns stressen und nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Hände zu falten bedeutet nicht tatenlos zu- oder weg zusehen. Als Christen sind wir dazu aufgerufen den Menschen von heute Jesus den Christus nahe zu bringen. Das kann jede und jeder von uns mit kleinen Gesten und Taten in seinem Alltag ein Stück weit vergegenwärtigen. Erwarten wir als freudig den Herrn mit dem Blick auf das Wesentliche.

Euch und euren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes Jahr des Herrn 2020! Pfr. Maximilian Thaler OPraem v/o Lurn AMI!

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