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Helfende Hände

Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

Menschen in Not Vom Hilfswerk zur Stiftung

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Viele helfende Hände gegen die Verzweiflung

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Unsere Partner beim Helfen Gelebte Ökumene: Suppe am Samstag

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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

SO SPENDEN SIE

Jeder Cent, der für „Menschen in Not“ gespendet wird, kommt Bedürftigen zugute, verspricht StiftungsVorsitzender Michael Rümmele.

SPARKASSE BAYREUTH: BLZ: 773 501 10 Konto: 9 000 001 VR-BANK BAYREUTH: BLZ: 773 900 00 Konto: 310 HYPO-VEREINSBANK: BLZ: 773 200 72 Konto: 3 093 344

oder per SMS mit dem Inhalt: MENSCHEN (in Großbuchstaben) an die Kurzwahlnummer: 8 11 90. Fünf Euro (abzüglich 17 Cent für Bereitstellung der Rufnummer) gehen an „Menschen in Not“.

Foto: red

In Deutschland soll Armut keinen Platz haben Kurier-Stiftung bringt schnelle und unbürokratische Hilfe

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s ist bestürzend: Trotz unseres scheinbar diffizil organisierten, eigentlich feinmaschigen sozialen Netzes klafft die gesellschaftliche Schere immer weiter auseinander. Suppenküchen, Sozialkaufhäuser und Lebensmittelspenden bilden die Lebensgrundlage für immer mehr Menschen in Deutschland. Oft geraten diese Menschen unverschuldet in Armut: durch familiäre Schicksalsschläge, durch Krankheit, durch Arbeitslosigkeit. Nicht zuletzt trifft Armut auch immer mehr Kinder, denen es nicht möglich ist, eine unbeschwerte Kindheit in gesicherten finanziellen Verhältnissen zu erleben, oder Rentner, weil schlicht und einfach die Rente nicht reicht, um selbst die grundlegenden Bedürfnisse zu decken. Mit unserer Stiftung „Menschen in Not“ haben wir es uns zum Ziel gesetzt, diesen Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen – und hier insbesondere den Menschen vor Ort, den Menschen im Verbreitungsgebiet des „NordbayeriVor allem Kinder sind oft von Ar- schen Kuriers“. mut betroffen. In vielen Fällen In enger Zusammenarbeit mit geht es darum, Familien aus der den Sozialverbänden verteilen Patsche zu helfen. wir unsere Geldspenden an be-

dürftige Einzelpersonen und Familien. Wir wollen dann helfen, wenn staatliche Hilfe versagt und jemand durch das soziale Netz zu fallen droht. Wir wollen aber auch einen ersten Anschub zur Selbsthilfe leisten. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Wer jetzt noch reichlich hat, der sollte auch geben. Ermöglichen Sie den Menschen, die wir mit unserer Organisation unterstützen können, ein schönes Fest. In Deutschland soll die Armut keinen Platz haben! Jeder Cent, der von Ihnen gespendet wird, kommt ohne Abzug den notleidenden Menschen zugute. Alle Mitglieder des Stiftungsvorstandes und des Stiftungsbeirates sind rein ehrenamtlich tätig. Organisatorische und betriebliche Kosten, die im Rahmen der Tätigkeit für „Menschen in Not“ anfallen, werden von unserem Haus getragen. Ihre Spende kommt also ausschließlich den Hilfsbedürftigen zu. Helfen Sie denen, die unsere Unterstützung dringend brauchen. Allen Spendern bereits jetzt ein herzliches Vergelt’s Gott. Ihr Michael Rümmele, Vorsitzender der Stiftung

Was tun, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig bleibt? Vielen ist nicht zum Lachen zumute.


Spenden-Konto: Sparkasse Bayreuth · Kto. 9 000 001 · BLZ 773 501 10

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Vom Hilfswerk zur Stiftung

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Geschichte und Zweck der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“

eit fast 25 Jahren gibt es „Menschen in Not“, das Hilfswerk des „Nordbayerischen Kuriers“ in Zusammenarbeit mit der Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände. Nach langen Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadt Bayreuth und den unter ihrem Dach angegliederten Sozialverbänden ist „Menschen in Not“ heute eine gemeinnützige Stiftung. Ende November 2007 erhielt sie die Anerkennungsurkunde aus den Händen des Regierungspräsidenten. Dieser Schritt wurde mit Hilfe der Regierung von Oberfranken vollzogen, nachdem das deutsche Stiftungsrecht ausdrücklich die Möglichkeiten vereinfacht hat, für wohltätige Zwecke zu wirken. Die Eigenverantwortlichkeit der Stiftung hat die bewährte Zusammenarbeit mit den wichtigen Sozialverbänden in Stadt und Region nicht

Bereits im Juni 1992 wurde das Kurier-Hilfswerk „Menschen in Not“ für seine Arbeit mit der Markgräfin-Wilhelmine-Medaille ausgezeichnet. Foto: Archiv/Tritschel

grundlegend verändert. Heute wird die absolute Mehrheit aller Fälle, in denen „Menschen in Not“ wirkt, mit Hilfe der Sozialverbände umgesetzt. Sie sind es, die dank ihrer Erfahrung, ihrer Kompetenz und ihrer Vernetzung untereinander in der Lage sind, objektive Einschätzungen des jeweiligen Falles zu liefern. Darüber hinaus prüft die

Stiftung, ob sie für Leistungen eintritt, zu denen der Staat gesetzlich aufgefordert ist. In diesem Fall – und das kommt nicht selten vor – wird „Menschen in Not“ nicht dafür aufkommen. Wohl aber setzt sich die Stiftung auch mit Hilfe der Tageszeitung dafür ein, dass die Betroffenen zu ihrem Recht kommen. Meist sind es Zuwendungen für drin-

gend benötigte Anschaffungen, die diese Menschen nicht selbst zahlen können. So die alleinerziehende Mutter, die bei geringen Mitteln nicht in der Lage ist, die kaputt gegangene Waschmaschine zu ersetzen, aber auf Bergen von Wäsche sitzt. Oft sind es auch Kinder, deren Eltern das Geld fehlt, sie an einem Minimum dessen teilhaben zu lassen, was für andere Kinder (etwa der Schulausflug) selbstverständlich ist. Oder alte Menschen, die von einer Rente leben müssen, welche nicht selten unter dem Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger liegt. Zunehmend fällt auf, dass die Altersarmut von Jahr zu Jahr steigt. Daran mag auch jeder erkennen, wie ungeheuer wichtig seine Spende ist, die ausschließlich den hilfsbedürftigen Menschen aus der Region, dem Verbreitungsgebiet des „Nordbayerischen Kuriers“ zugutered kommt.

Unser Engagement in Bayreuth ist ein voller Erfolg. Seit seiner Gründung 1957 ist unser Bayreuther Werk kontinuierlich gewachsen und präsentiert sich heute stolz als weltweit größtes Werk der British American Tobacco Gruppe. Für diese Bilanz spenden wir Applaus: Allen 1400 Mitarbeitenden aus 30 Nationen, die mit ihrer Motivation und ihrem Einsatz diesen Erfolg ermöglicht haben. Aber auch allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Region und ihren öffentlichen Institutionen, mit denen die Zusammenarbeit so eng wie angenehm ist. Wir sind stolz, ein Teil der fränkischen Familie zu sein. Mehr über unser Engagement in Bayreuth erfahren Sie auf bat.de


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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

Die helfende Hand reichen: Dieses Ziel setzt sich die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ jeden Tag aufs neue. Foto: Archiv/epd

Viele helfende Hände

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Die Stiftung „Menschen in Not“ im Kampf gegen die große Verzweiflung

eil man immer wieder von großer Verzweiflung hört. Aus der Nachbarschaft oder vielleicht auch im Beruf.“ So begründete vor wenigen Wochen eine Frau, die nicht genannt werden möchte, die Spende von 1000 Euro an die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“. Große Verzweiflung. Mit der werden wir in der Kurier-Redaktion immer wieder konfrontiert. Oft erreichen uns direkt Anrufe von Bedürftigen, die nicht mehr weiterwissen. Und um möglichst viele Spenden zu bekommen und vielen helfen zu können, dafür haben wir in den letzten Jahren ein Paket geschnürt, das nicht nur zur Weihnachtszeit Hilfe verspricht. Da gibt es beispielsweise die > Aktion Schultüten. Von den Wohlfahrtsverbänden bekommen wir Listen mit den Namen der Familien, bei denen ein Kind zur Einschulung ansteht. Kurier-Leser packen dann Schultüten. Liebevoll gebastelt, mit ein paar Spielsachen, Süßigkeiten und oft auch Gutscheinen für den Einkauf im Jedes Jahr schnürt die Stiftung ein großes Hilfspaket, das von der Schreibwarengeschäft gefüllt. > Oder den Suppentag im Rot- Päckchenaktion vor Weihnachten (Bild oben links) bis zur Gala main-Center. Gastronomen stel- der Köche, unten rechts, reicht.

len sich in den Dienst der guten Sache, kochen Leckereien und helfen beim Verkauf, bis es heißt: ausgelöffelt. > Oder der Glühweinverkauf am Weihnachtsmarkt. Wer will, kann die lustig-bunten Tassen auch kaufen. > Oder der Kinderflohmarkt in der Oberfrankenhalle, der sich zu einem richtigen Familientreff entwickelt hat. Spielsachen, die nicht verkauft werden, gehen an die Tafel und werden dort weitergegeben. > Und natürlich der Wunschbaum in der Kurier-Geschäftsstelle. An ihm hängen unzählige Kinderwünsche, die mithilfe unserer Leser erfüllt werden. Oft sind es so viele, dass Kurier-Mitarbeiter noch an den letzten Tagen vor Weihnachten einkaufen gehen, damit auch wirklich jeder Wunsch am 24. Dezember in Erfüllung geht. > Und dann die Gala der Köche. Ein gesellschaftliches Event, das ausschließlich dem guten Zweck dient. Ganz zu schweigen von vielen Aktionen, die privat organisiert werden, wie Theater- und Konzertaufführungen oder Adventsmärkte. Kleine Beiträge im Kampf gegen die große VerGabi Schnetter zweiflung.


Helfen ist für uns mehr als nur ein Wort. Platz 1 5. B A Y R E U T H E R KUNDENSPIEGEL

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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

Am 14. September war Richtfest für den Anbau am Kindergarten Löwenzahn in Bayreuth. 20 Kindertageseinrichtungen (Kitas), davon 18 in Bayreuth, und zwei in der Region, in Obernsees und Mistelbach, unterhält die Diakonie. Foto: Archiv/ Harbach

Von Klienten überlaufen Auch heuer war bei der Diakonie Bayreuth wieder viel in Bewegung: Der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) hat mit Horst Tonne einen neuen Leiter erhalten, Gisela Philbert hat die Zentrale Diakoniestation (ZDS) in den Ruhestand verlassen und Caroline Güldner ist ihre Nachfolgerin. Die Beratungsstellen wurden von Klienten schier „überlaufen“.

Das neue Küchenprojekt mit der Diakonie Kulmbach ist vorangekommen, die neue gemeinsame Integrationsfirma ist gegründet. Zum ersten Mal haben Diakonie-Einrichtungen an der Bayreuther Ausbildungsmesse teilgenommen. Sehr gelungen waren auch der Integrativen-Nordic-Walking-Tag und die Herbstsammlung unter dem Motto „Ehrenamt ist Trumpf“. Und die Schülerinnen der Q12 der Diakonie-Partnerschule Richard-Wagner-Gymnasium haben einen Spendenlauf zugunsten der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) organisiert, der neben einem sehr guten finanziellen Ergebnis für alle Beteiligten auch ein großer menschlicher Gewinn war. red

Grenzen überwinden Diakonie Bayreuth umfasst 40 Einrichtungen von Bayreuth bis Hof

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ie Diakonie Bayreuth – das sind das Diakonische Werk – Stadtmission Bayreuth e. V., die Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH, die Zentrale Diakoniestation Bayreuth e.V. und die Werkstätten für behinderte Menschen gGmbH der Diakonie Bayreuth – sieht ihre Aufgabe darin, Grenzen zu überwinden und Wege für Menschen in leiblicher, seelischer und sozi-

aler Not zu finden. Die Schwerpunkte liegen im Bereich Fördern, Helfen, Begleiten, Beraten, Pflegen und Ausbilden. Die Diakonie Bayreuth umfasst über 40 Einrichtungen in Bayreuth, Kulmbach, Pegnitz, Bad Berneck, Hof, Bamberg, Mistelbach und Obernsees. Rund 1000 Mitarbeitende kümmern sich um über 2000 Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung und Senior/innen.

So vielfältig ist die Arbeit der Diakonie: Im Café Samocca im RW 21 sind Menschen mit Behinderung selbstständig tätig (links). Ein Kalenderprojekt hat die Aidsberatung auch für 2013 erneut aufgelegt. Fotos: Lammel/Wittek

Außerdem führt die Diakonie Bayreuth drei Werkstätten für Menschen mit Behinderung und das Lesecafé Samocca von Mitarbeitern mit Handicap. Diakonie als Ausdruck und Umsetzung christlicher Nächstenliebe gehört unabdingbar zum Auftrag der evangelischen Kirche und durchzieht ihre Arbeitsfelder. Diakonische Einrichtungen erfüllen diesen Auftrag, indem sie sich in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen und Diensten sowie mit anderen Wohlfahrtsträgern, Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen für das Wohl, die Gesundheit, Bildung, Erziehung und Ausbildung, für Lebenschancen und gelingende Lebensgestaltung von Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen engagieren. Sie orientieren sich dabei an den jeweiligen Lebenslagen der betroffenen Menschen, ohne Ansehen der Person, des Geschlechts, des Alters, der Nationalität oder der Religion. Die verschiedenen Angebote versuchen den jeweiligen Herausforderungen durch eine zeitgemäße Form der Diakonie zu entsprechen. INFO: Diakonie Bayreuth, Kirchplatz 5, 95444 Bayreuth, Tel: 75 42-0 www.diakonie-bayreuth.de


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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

Caritas: Von Schuldnerberatung bis Frauenhaus

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Protokoll einer dreistündigen Beratungszeit

n der Allgemeinen Sozialen Beratungsstelle der Caritas arbeiten die Sozialpädagoginnen Eva-Maria Meyer und Karin Raithel. Sie haben es täglich mit einer Vielzahl von sozialen Nöten zu tun. Und so sieht sie aus, die alltägliche Beratungsund Betreuungsarbeit: Drei Stunden offene Sprechstunde: > Eine Mutter fragt nach Bekleidung für ihre Kinder und sich selbst: Sprechen über die Notlage, Einkommensprüfung, Formulieren eines Widerspruchs beim Jobcenter, weil bei der Miete die Heizkosten vergessen wurden, Ausstellen eines Tafelausweises, Vergabe von Gutscheinen für den Einkauf im Sozialladen. > Ein älterer Herr hat ein Problem mit einem kaputten Wasserhahn: Er bekommt Geld vom Jobcenter, dies reicht in diesem Monat nicht für eine Ersatzbeschaffung. > Ein Mann ist wegen Eheproblemen obdachlos geworden, er erhält Informationen, an welche Behörde er sich wenden kann. > Eine behinderte Frau ruft an wegen der hohen Energiekosten – sie muss mit Strom heizen –, dass sie gerne einen Holz- und Kohleofen hätte, um die Kosten zu reduzieren. Terminabsprache wegen einer Beschaffungsmöglichkeit. > Eine junge Mutter mit Niedrigeinkommen klagt, weil ihr kleiner Sohn schon wieder die Brille beim Fußballspielen kaputt gemacht hat, und neue Gläser braucht er wegen seiner Augenkrankheit auch. > Am Telefon weint eine junge Frau. Sie hat drei kleine Kinder, es gab wieder mal Streit. Im Gespräch stellt sich heraus, dass ihr Mann aggressiv wurde und sie verletzt hat. Angehörige und Freunde hat sie vor Ort nicht, sie hat Angst. Es wird ein Gespräch mit dem Frauenhaus vermittelt und eine Aufnahme ermöglicht. > Eine Seniorin bittet um einen Lebensmittelgutschein, sie kann den Weg zur Tafel nicht mehr bewältigen, sie selbst rutscht wegen der geringen Rente unter die Armutsgrenze. Die Hilfe kann durch „Menschen in Not“ gewährt werden. > Ein alter Mann möchte zum Arzt, kann aber die Gebühren nicht bezahlen; das Einkommen und die Möglichkeit der Zuzahlungsbefreiung werden geprüft.

Das Frauenhaus in Bayreuth: Seit 25 Jahren eine feste Institution, wenn Frauen Gewalt widerfährt. Unser Bild zeigt Leiterin Christine Ponnath. Foto: Archiv/Harbach

> Ein junges Pärchen kommt mit seinem Geld nicht klar, ein Termin bei der Schuldnerberatung wird ermöglicht, eine Einnahmen-Ausgaben-Liste wird erstellt und ein Haushaltsbuch angeregt. Zur Nachbesprechung gibt es einen neuen Termin. > Eine Frau klagt über den geplanten Schulausflug ihrer Kinder. Das Bildungspaket samt Antragstellung wird erklärt. > Eine Migrantin benötigt einen Kinderwagen, der Sozialladen kann helfen. > Die Ehefrau eines älteren Herrn ist schwer erkrankt. Nun benötigt er Hilfe bei der Pflege zu Hause und bei der Versorgung des Haushaltes. Der Kontakt zur Sozialstation wird vermittelt. > Ein junger Mann hat Stress mit dem Jobcenter, er hat schon

zwei Sanktionen. Er bekommt keine finanzielle Hilfe in der Beratungsstelle, aber er bekommt Zeit, um mit dem Berater sein Verhalten in der Behörde zu reflektieren und zu überlegen, was er tun kann, um weitere Sanktionen zu verhindern. > Ein Lehrer ruft an, er möchte Material für eine Infowand über die Caritas. > Eine Frau möchte sich trennen, sie erhält Informationen zur Existenzsicherung, zum Umgangsrecht und einen Paartermin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, da sie und ihr Mann trotzdem an einer Paarberatung interessiert sind. > Erneut eine Anfrage wegen Bekleidung. Im Gespräch erzählt die Frau von ihren Sorgen und der Angst vor Weihnachten, weil

in ihrem schmalen Budget – und weil man ihr das Fahrrad geklaut hat, welches sie dringend für den Weg zur Arbeit braucht (sie arbeitet im Niedriglohnbereich und bekommt aufstockend Hartz IV) – kaum etwas übrig bleibt, um für die vier Kinder Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Wir schreiben vier Wunschzettel für die Weihnachtsaktion des Kuriers. 92 Wunschzettel haben wir in diesem Jahr bereits ausgefüllt, es werden nach jeder Sprechstunde mehr. Auch ein Ausweis für die Tafel kann ausgestellt werden. > Eine Frau erzählt, dass sie sich um ihre demente Mutter kümmert und diese nicht mehr alleine lassen kann. Es wird ein Kontakt zur Beratungsstelle für pflegende Angehörige hergestellt. > Am Nachmittag werden Stiftungsanträge bearbeitet, es werden Unterlagen gesichtet, es wird im Team über Anfragen gesprochen und es werden Antworten gesucht. Nicht immer kann für jedes Problem die gewünschte Antwort gefunden werden. Aber manchmal finden sich neue Wege, neue Ideen, neue Helfer und damit neue Lösungen.

Eine großartige Möglichkeit, günstig an Kleider zu gelangen, ist Eva-Maria Meyer der Caritas-Shop. Die Schuldnerberatung hilft, auch mit wenig Ein- Dipl.-Soz.-Päd./FH kommen über die Runden zu kommen. Fotos: red Allgemeine Soziale Beratung


Spenden-Konto: Sparkasse Bayreuth · Kto. 9 000 001 · BLZ 773 501 10

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Niemand soll sein Dach überm Kopf verlieren

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Kurier-Stiftung unterstützt den Verein „Christen schaffen Wohnungen“

äuser bauen und an arme Menschen preisgünstig vermieten – das war der ursprüngliche Gedanke, den Verein „Christen schaffen Wohnungen“ zu gründen; denn in den 1990er Jahren waren preiswerte Wohnungen rar, sagt Hilmar Sommermann, seit 2006 Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. Durch die Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) wurde der Verein 1994 gegründet, der sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Schon fünf Jahre später konnte in St. Georgen ein älteres Haus gekauft werden. Eine achtköpfige Familie fand dort jahrelang eine Bleibe, bis die Kinder flügge wurden. Im Rahmen der Aktion Soziale Stadt St. Georgen wurde das Haus saniert und neu vermietet. „Mehr war nicht zu schaffen“, erklärt der frühere Pfarrer an der Christuskirche Bayreuth, „aber zu schaffen machten uns immer mehr Menschen, die Mietschulden hatten oder die Stromrechnung nicht bezahlen konnten.“ Die Frage, ob es die Aufgabe des Vereins sein könnte, nicht nur Wohnungen zu

„Einkleines, aber unbürokratisches Hilfswerk istder Verein geworden undein ökumenischesdazu.“ Hilmar Sommermann, Bayreuth

schaffen, sondern auch Wohnungen zu erhalten, wurde durch die zunehmende Zahl solcher Bittgesuche beantwortet. Die defekte Waschmaschine, eine Autoreparatur, aber auch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung stürzen Menschen mit geringem Einkommen schnell in Schulden. „Wenn der Verlust der Wohnung droht, kommen sie zu uns“, sagt der Vorsitzende und fährt fort: „Nicht selten werden sie auch zu uns geschickt.“ Dann erzählt er, dass seine Telefonnummer schon wie ein Geheimtipp weitergegeben wird und auch Ämter und Wohlfahrtsverbände Hilfesuchende auf den Verein hinweisen. „Wir arbeiten mit allen gut zusammen“, sagt er. „Manche Men-

Beim Ferienprogramm des Jugendamtes 2009 informierte der Verein „Christen schaffen Wohnungen“ über sein Engagement. Daraufhin übergab ihm das Kinderparlament die gesamte Knobbernspende in Höhe von 630 Euro. Foto: red

schen, die zu uns stoßen, müssen wir aber erst zu einem Sozialdienst schicken, wie die Caritas oder die Diakonie, weil das Wohnproblem nur eines von vielen ist.“ „Die Hilfsbedürftigkeit muss nachgewiesen werden“, betont der Vereinsvorsitzende. „Jeder Fall wird in der einmal monatlich stattfindenden Vorstandssitzung geprüft. Ist alles klar, helfen wir mit einem zinslosen Darlehen, etwa für die Kaution, für einen Umzug oder den Kauf von Mobiliar. Wenn eine Tilgung nicht möglich ist, kann auch schon mal eine Miete oder ein Teil der Kaution beglichen werden. Niemand soll sein Dach über dem Kopf verlieren.“ „Ein kleines, aber unbürokratisches Hilfswerk ist der Verein geworden und ein ökumenisches dazu“, stellt Sommermann fest und hebt auch die gute Zusammenarbeit mit der Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ hervor, ohne deren Unterstützung manches nicht möglich wäre. INFO: Christen schaffen Wohnungen e. V. Hühlweg 57a 95448 Bayreuth Telefon 09 21/7 91 22 97 ah.sommermann@gmail.com Konto: 9 03 77 55 BLZ: 773 501 10

Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Bayreuth e.V.

Bürgerreuther Str. 9 95444 Bayreuth Tel.: 0921/78902-0 Email: info@caritas-bayreuth.de www.caritas-bayreuth.de

Ihr starker Partner in der häuslichen Alten- und Krankenpflege ❑ Caritas-Sozialstation Bayreuth Schulstraße 26, Bayreuth, 0921/21515

❑ Caritas-Sozialstation Hollfeld Am Graben 2B, Hollfeld, 09274/1777 ❑ Caritas-Sozialstation Pegnitz Röschmühlweg 24, Pegnitz, 09241/5858

Die Caritas bietet ein starkes Paket der Hilfe

❑ Grund- und Behandlungspflege ❑ Verhinderungspflege nach Klinikaufenthalt ❑ Hauswirtschaftliche Versorgung ❑ Demenzerkrankten-Betreuung ❑ Kostenlose Erstberatung


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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

Bis zum Ersten wird die Decke knapp Die Tafel versorgt rund 1000 Menschen in der Woche mit gespendeten Lebensmitteln

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urz vor 13 Uhr wartet schon mehr als ein Dutzend Menschen vor dem Tafelladen in der Justus-Liebig-Straße auf Einlass. Innen warten gut gefüllte Regale auf die Kundschaft. Der Raum wirkt wie ein Krämerladen früher, nur gibt es bei der Tafel mehr Personal. Die ehrenamtlichen Helfer mit grünen Schürzen legen letzte Hand an. Dann stehen die Körbe mit Salat, Möhren und Obst, Eier und Milch, Butter, Wurst und Joghurt auf ihren Plätzen. Es duftet nach frischem Gemüse und Brot. Christine Burkhardt, Tafelhelferin seit 2005, steht mittendrin. An diesem Tag ist sie ausnahmsweise schon seit 7 Uhr im Dienst. Für sie wird es ein langer Tag.

Gegen 14 Uhr ist es richtig eng im Laden. Hier ein freundliches Wort, dort eine zaghafte Nachfrage. „Hier geht nichts über die Theke, was wir selbst nicht essen würden“, lautet das Motto der Helfer, erklärt Peter Zilles. Tasche um Tasche füllt sich. Die Reihe der Einkaufswagen schiebt sich langsam vorwärts. Etwa 25 Minuten dauert der Einkauf. Die Tafelhelfer sprechen freimütig von Kunden. Schließlich zahlen die Leute, wenn sie kommen. Für den Bedarf einer Person ist ein Euro fällig, sind es mehrere, 1,50 oder gar zwei Euro. Ausgegeben werden Lebensmittel für eine Woche. Ein Farbsystem regelt, wann wer kommen darf. Ihre Bedürftigkeit müssen die Kunden nachweisen, bevor sie einen Tafelausweis bekommen. Rund 1600 hat der Verein bisher ausgegeben. In der Schlange steht auch ein junger Vater mit seinen beiden Söhnen. Seit zwei Jahren macht sein Rücken nicht mehr mit. „50 Prozent behindert, berufsunfähig“, sagt er. Das Geld reicht nicht bis zum Monatsende, obwohl die Ehefrau arbeitet. Da muss die Tafel helfen. Den Schritt zur Tafel geht auch eine junge Frau. Sie wartet seit ein paar Wochen auf ihre HartzIV-Bezüge, deren Bearbeitung sich verzögert. Nun ist das Geld alle. Die Not hat viele Gesichter. Zur Tafel kommt auch eine be-

Das täglich Brot: Der frühere Pfarrer Klaus Rettig bei der Arbeit. Er sucht den Kontakt zu den Menschen und findet immer wieder ein aufmunterndes Wort. Fotos: Wittek

über sein Schicksal sagen. Sie schämen sich für ihre Lage, manche verbergen sogar ihre Gesichter. Kamen früher meistens Flüchtlinge und Übersiedler aus Osteuropa in den Tafelladen, so versorgen sich mittlerweile auch viele Bayreuther. „Tendenz steigend“, sagt Peter Zilles. Während die Helfer im Laden Lebensmittel verteilen und sich die Regale langsam leeren, kurven die Tafelfahrer mit ihren Lieferwagen durch die Region. Von Hof bis Nürnberg karren sie emsig Nahrungsmittel zusammen. Supermärkte, Bäcker und sogar Partyservices unterstützen die Tafel. Allen gemeinsam ist die eine Haltung: Die Lebensmittel sollen dort hingelangen, wo sie am meisten gebraucht werden. So gesehen, ist die Tafel ein mittleres Logistikunternehmen, das ehrenamtliche Mitarbeiter professionell führen. Um 19 Uhr schließt der Laden. Zwölf Stunden war Christine Burkhardt auf den Beinen. Dennoch geht sie zufrieden mit Lidwina Littmann (links) verteilt Gemüse, das zum Standardsorti- dem guten Gefühl nach Hause, ment gehört. Bevor der Laden öffnet, warten die Bedürftigen schon etwas Sinnvolles getan zu havor der Tür. Udo Bartsch ben. rufstätige Frau mittleren Alters. Ihr Mann arbeitet zwar, doch für die Familie mit vier Kindern reichen beide Einkommen nicht bis zum nächsten Ersten. Ein älterer Mann freut sich über all die Lebensmittel in seinem Einkaufs-

wagen und bedankt sich voller Überschwang bei Klaus Rettig an der Brotausgabe. „Seit ich bei der Tafel bin, kann ich am Monatsende wieder lachen“, sagt er. Von den älteren Männern im Laden will sonst keiner etwas


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Notruf und Ferienhort Breit gefächert: Arbeit des AWO-Kreisverbands

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ie Arbeiterwohlfahrt ist ein anerkannter Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege, politisch unabhängig, konfessionell neutral, ein demokratisch und föderativ aufgebauter Verband, dessen Willensbildung von den Mitgliedern ausgeht. Der AWO-Kreisverband Bayreuth hat rund 360 Mitglieder und unterhält eine Vielzahl von sozialen Einrichtungen der Altenund Jugendhilfe in Bayreuth: > stationäre Spezialpflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz > ambulanter Pflegedienst mit einem ehrenamtlichen Helferkreis für die Betreuung von Menschen mit Demenz und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen > Hausnotruf > ambulanter Mahlzeitenservice: Essen auf Rädern > Kindertagesstätte Fizzli-Puzzli

mit neuer Krippengruppe und einer Besonderheit: Kneipp-Konzept > vier KiBBidS-Horte > neun Gruppen für Mittagsbetreuung > 15 Gruppen in offenen Ganztagsschulen > neun Kooperationen mit den Ganztagsklassen der gebundenen Ganztagsschulen > Ferienhort am Lindenhof > für alle AWO-Einrichtungen: Schulverpflegung > Sprachreisen nach England > 120 hauptamtliche und 90 aktive, ehrenamtliche Mitarbeiter > Sprechstunde für Menschen in Not > ein eigenes Jugendwerk für junge Menschen und Familien > Veranstalter von Freizeiten und Ausflügen für Kinder und Jugendliche > Seniorenclub. Und es gibt noch viele Ideen, die in Bayreuth verwirklicht wer- Auch in Kulmbach ist die Arbeiterwohlfahrt aktiv: Unser Bild zeigt eired nen Blick in die Kindertagesstätte Fantasia. Foto: Archiv/Fölsche den könnten.

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DANKE

Regelmäßige Blutspendedienste gehören zum festen Angebot des Roten Kreuzes. Foto: Archiv/Lammel

Großes Netzwerk

IDEEN · HANDWERK · SERVICE

Diakonie Bayreuth

Die KURIER-Stiftung

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Das Rote Kreuz und sein Angebot

ie Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt. Während die meisten Menschen mit einem Dreh am Heizkörper für wohlige Wärme sorgen können, ist das für einige Mitmenschen nicht selbstverständlich. Alfred S. (Name geändert) gehört dazu. Betriebsbedingt erhielt der Facharbeiter die Kündigung. Mitte 50 und ein orthopädisches Leiden – keine guten Voraussetzungen, um wieder Anstellung zu finden. Die Ersparnisse der letzten Jahre sind aufgebraucht, mittlerweile lebt er von staatlicher Unterstützung. Nur wenig Geld bleibt ihm, um jeden Monat über die Runden zu kommen. Um zu sparen, heizt er großenteils mit Holz, das er selbst schlägt – wenn es ihm gesundheitlich möglich ist. Spezielle orthopädische Schuhe sind Voraussetzung dafür, dass er sich trotz fortschreitender Krankheit einigermaßen schmerzfrei bewegen kann. Zuschüsse für diese Spezialanfertigung gibt es nicht. Verzweifelt wendet er sich an das Rote Kreuz. Im Büro der Abteilung Allgemeine Sozialarbeit berät Abteilungsleiterin Susanne Bühner Herrn S. über mögliche Hilfen und kommt zum Entschluss, diese wichtige Hilfe finanziell zu unterstützen. Dank der Stiftung „Menschen in Not“ kann Alfred S. schon wenige Wochen später nahezu beschwerdefrei den Alltag bewältigen – und sich um das Brennholz für den kommenden Winter

kümmern. Dieses Beispiel ist nur eines einer Vielzahl an Möglichkeiten, wie das BRK in Not geratenen Menschen helfen kann. Allein im Bereich der Beratung und Hilfen ist das Rote Kreuz jährlich für rund 350 Personen unterstützend tätig. Hinter dem Begriff „Sozialarbeit des BRK“ steckt ein großes Netzwerk. Hierzu gehören: > die Kleiderkammer: Ehrenamtliche Mitarbeiter nehmen Kleider- und Sachspenden entgegen, entweder für die Kleiderkammer, für den Weiterverkauf im Rotkreuz-Laden oder auf den Flohmärkten des BRK. Kleidung, die nicht benötigt wird, erhält der Katastrophenschutz. > die Sozialstation oder ambulante Pflege, über die Menschen zu Hause pflegerisch oder auch im Haushalt unterstützt werden > die Senioren- und Pflegeberatung > der Betreuungsverein, der Personen in Alltagsdingen unterstützt, die sie aufgrund von Krankheit oder Alter phasenweise oder dauerhaft nicht alleine bewerkstelligen können > die Organisation von persönlicher Assistenz für Personen mit Schwerstbehinderung > die mobilen Dienste mit Patientenfahrdienst, Essen auf Rädern und Hausnotrufsystemen > das Serviceteam Betreutes Wohnen. Die Sozialarbeit ist auch gut verzahnt mit den anderen Täred tigkeitsfeldern des BRK.


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Einander auf Augenhöhe begegnen: der Paritätische Wohlfahrtsverband hat sich vor allem die Gleichwertigkeit aller Menschen auf die Fahne geschrieben. Foto: dpa

Die Gleichwertigkeit der Menschen

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Zum Paritätischen Wohlfahrtsverband gehören 49 Vereine und Organisationen

er Paritätische Wohlfahrtsverband ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. Unter seinem Dach haben sich in Bayern mehr als 770 Mitgliedsorganisationen aus allen Bereichen der sozialen Arbeit

Anlaufstellen Als eigene Dienste betreibt der Paritätische in Bayreuth den Sozialdienst für Hörgeschädigte, der sich in ganz Oberfranken um Menschen mit Hörbehinderungen aller Art kümmert. Hierzu gehören auch die Vermittlungsstelle für Gebärdensprachdolmetscher, die Frühförderung hörender Kinder von hörgeschädigten Eltern und der Integrationsfachdienst für Hörgeschädigte im Arbeitsleben. Die Beratungsstelle für Familien mit behinderten Angehörigen ist eine Anlaufstelle für alle Fragen, die sich nach einer Diagnosestellung, einem plötzlichen Unfall- oder Krankheitsereignis oder dem ersten Auftreten einer Erkrankung stellen. Sie arbeitet in enger Kooperation mit dem Bunten Kreis Bayreuth zusammen, der früh- und risikogeborene sowie chronisch kranke Kinder und ihre Familien beim Übergang von der Klinik nach red Hause begleitet.

zusammengeschlossen. Vielfalt, Offenheit und Toleranz sind dabei die Grundsätze des gemeinsamen Handelns. Der Paritätische in Bayern steht für eine engagierte Sozialpolitik und setzt sich für mehr Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft ein.

Daneben betreibt der Verband eigene Einrichtungen und Dienste in verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit. Die Idee der Parität – der Gleichwertigkeit aller Menschen – trägt der Verband in die Gesellschaft und verwirklicht sie selbst

Diakonie Bayreuth

unter anderem in den eigenen Einrichtungen und zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen. Aktuell gehören 49 freie gemeinnützige Vereine und Organisationen zum Paritätischen Wohlfahrtsverband in Oberred franken.

Wir wollen für Sie da sein! Wir bieten Einrichtungen und Dienste für unterschiedliche Lebenssituationen: Kindertageseinrichtungen für Kinder im Alter von 0 – 14 Jahren (Kindergärten, -krippen, Schulkinderhorte, integrative Einrichtungen) Behinderteneinrichtungen mit Schule und Werkstätten Beratungsstellen Ambulante Pflege Alten- und Pflegeheim

Mit Leib und Seele

Diakonisches Werk – Stadtmission Bayreuth e. V.

Werkstätten für behinderte Menschen gGmbH der Diakonie Bayreuth

Unsere Angebote sind geprägt von hoher fachlicher Qualität und intensiver persönlicher Zuwendung zu den Menschen. Kontakt: Diakonisches Werk – Stadtmission Bayreuth e. V. Kirchplatz 5 95444 Bayreuth Tel.: 0921/7542-0

Ihre Diakonie

Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH Zentrale Diakoniestation Bayreuth e. V.

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Die Kurier Stiftung „Menschen in Not“

„Wann werden Arme schon bedient?“ Siegbert Keiling startete mit „Suppe am Samstag“ eine Aktion, die Menschen zusammenbringt

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ber Essen, das elementarste Essen zumal, das täglich Brot, machen sich die Menschen seit jeher immer Gedanken. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, schnodderte Bert Brecht. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, heißt es dagegen in der Bibel, „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ Beide Aspekte, so darf man annehmen, spielen mit bei einem Unterfangen, das Siegbert Keiling vor bald 20 Jahren in Bayreuth startete: „Suppe am Samstag“ heißt das Projekt, das bedürftige Menschen speist. Einmal in der Woche, und das mit weitaus mehr, als der Name verheißt. Ein richtiges Mittagsmenü wird gereicht, zusammen

mit Brot, hinterher gibt’s Kaffee. Die Speisen gebe es durchaus so reichlich, „dass die Menschen auch noch etwas mitnehmen können“, sagt der Dekan der Schlosskirche, mittlerweile im Ruhestand. Auf die Idee kam Keiling, als er in München das Engagement der Benediktiner im Kloster St. Bonifaz beobachtete. Die Brüder speisen Obdachlose, bieten ihnen ärztliche Hilfe und ein Schließfach für ihre Habseligkeiten. „Ich habe mir gedacht, was die in München können, das können wir in Bayreuth auch“, sagt Keiling. Auch die Pflichten eines Christenmenschen gingen ihm nicht aus dem Kopf: „Den Armen zu helfen, ist das erste Gebot der Kirche.“ Das tun die Helfer von „Suppe am Samstag“ auf eine Art, dass die Hilfe weite Kreise zieht. „Die Menschen können sich unterhalten, sich mitteilen, das ist ganz wichtig“, sagt Keiling. „Das Essen wird ihnen gebracht, man fragt, ob sie noch was möchten. Wann gibt es das schon, dass Arme mal bedient werden?“ Auf diese Art kommen viele Bedürftige auch zwanglos in Kontakt mit einem Priester. So können die Menschen auch einmal darüber reden, was sie beschäftigt. „Das gehört zur Würde eines Menschen“, sagt Keiling. Weil manchmal auch Konfirmanden und Firmlinge mithelfen, Schüler oder Studenten,

Nahrung für die Seele und den Leib: Siegbert Keiling (stehend, mit Tablett in der Hand) startete vor bald 20 Jahren das Projekt „Suppe am Samstag“. Foto: Archiv/Buchwald

kommen bei „Suppe am Samstag“ auch die Generationen zusammen. Und die Kirchen. Der katholische Geistliche Siegbert Keiling mag die Idee zu der Hilfsaktion gehabt haben; doch getragen wird sie ebenso von der evangelischen und der refor-

mierten Kirche sowie der Caritas. Serviert wird im Schlossturmkeller der Schlosskirche oder in der Begegnungsstätte der evangelischen Stadtkirche, abwechselnd im Dreimonatsrhythmus. Jeden Samstag im Monat übernimmt ein Team der

Innenstadtpfarreien, der Stadtkirche, der Schlosskirche, der reformierten Gemeinde, der Christuskirche oder eben die Caritas mit drei, vier Helfern den Dienst. Zwar wird das Essen von Metzgereien vorgekocht, doch mit Tischdecken, Servieren, Abtragen, Kaffeekochen, Putzen und Abspülen gibt es immer noch eine Menge zu tun. „Die Konfessionen haben in Bayreuth ohnehin null Probleme miteinander“, sagt Keiling, „aber ,Suppe am Samstag‘ ist so gesehen natürlich auch ein richtiges ökumenisches Projekt.“ Anerkennung gab es auch schon aus Bamberg: Heuer erst zeichnete Erzbischof Ludwig Schick die Bayreuther mit seinem Ehrenamtspreis aus. Die Helfer investieren ihre Freizeit, Bäckereien spenden Brot, Pfarreien geben, auch mancher Bayreuther zahlt für den guten Zweck. Der größte Teil aber stammt aus dem Spendentopf der Aktion „Menschen in Not“ vom „Nordbayerischen Kurier“. „Eine Aktion, die Menschen ohne große Worte hilft“, sagt Keiling. Und so mit Essen Mehr als nur Suppe: Damit die „Suppe am Samstag“ Leib und See- Leib und Seele zusammenhält. le sättigt, helfen viele Menschen zusammen. Michael Weiser Fotos: red


Spenden-Konto: Sparkasse Bayreuth · Kto. 9 000 001 · BLZ 773 501 10

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Ferien für alle Susanne Bühner vom Roten Kreuz organisiert die Freizeiten für Kinder im Sommer

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ass Kinder jedes Jahr ein- oder zweimal in den Urlaub fahren, ist alles andere als selbstverständlich. Das weiß niemand so gut wie Susanne Bühner. Sie organisiert seit zwölf Jahren die Freizeiten, die gerade für Kinder aus Familien, die sich Urlaube nicht leisten können, ein schönes Erlebnis in den Sommerferien versprechen. Susanne Bühner kommt „eigentlich aus der Sozialarbeit“, wie sie sagt, ist im Hauptberuf beim Roten Kreuz in Bayreuth Abteilungsleiterin für Sozialarbeit und Pflegeleistungen. Die Freizeiten „laufen eigentlich eher so nebenher“, sagt Bühner. Sie hat den Job von ihrem Vorgänger übernommen. „Traditionell ist das so gedacht, dass Kinder aus unterschiedlichen familiären Situationen die Freizeit miteinander verbringen. Und das funktioniert hervorragend: Kinder aus eher schwierigen Familien und aus gut situierten Elternhäusern fügen sich in die Gruppe gut ein.“ Jedes Jahr haben rund 50 Kinder die Möglichkeit, gemeinsam eine Woche, meist die zweite volle Ferienwoche, miteinander zu verbringen. „Wir machen die Freizeiten einmal in der Region, und im Jahr darauf fahren wir etwas weiter weg“, sagt Susanne Bühner. „Wenn wir hier in der Region sind, hat das den

Eine Woche lang Zirkusluft Das BRK-Kinderangebot hat Tradition. Im nächsten Jahr wird es erweitert. In Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Oberfranken ist ein gemeinsames neues Ferienangebot in

Bayreuth geplant: ein Zirkusprojekt für Kinder und Jugendliche ohne und mit Behinderungen. Auch hier wird die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“ einspringen, wenn manche Eltern dafür nicht bezahlen könred nen.

Susanne Bühner arbeitet hauptamtlich beim Roten Kreuz – nebenbei organisiert sie die Freizeiten für Kinder. Foto: Waha

Vorteil, dass die Eltern auch mal zu Besuch kommen und schauen können, was die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, die wir mitnehmen, so treiben.“ Wie Bühner sagt, besteht das Betreuerteam aus zehn Freiwilligen, zum Großteil mit pädagogischer Ausbildung. „So haben wir die Möglichkeit, auch kleine Gruppen zu bilden.“ Die Freizeiten geben den Kindern viel Freiraum: „Sie können zum Beispiel viel Sport machen – wir haben einen ganzen Haufen

Sportgeräte dabei. Wir versuchen aber auch, den Kindern wieder beizubringen, wie sie sich mit sich selber beschäftigen können. Und dazu haben wir althergebrachte Dinge dabei wie Murmeln, Seile zum Seilspringen, Gummis zum Gummihüpfen. Das macht ihnen in der Regel sehr viel Spaß.“ In der Regel sind die Angebote sehr schnell ausgebucht: „Wenn wir Glück haben, melden sich nur so viele an, wie wir Plätze zur Verfügung haben. Meist aber müssen wir aus-

wählen.“ Zehn Plätze stehen regelmäßig für Kinder bereit, deren Mütter im Frauenhaus leben, auch das Stadtjugendamt hat Zugriff auf das Kontingent. Für zwei Drittel der Kinder ermöglichen „Menschen in Not“ und andere Stiftungen den Aufenthalt, ein Drittel der Teilnehmer zahlt den Aufenthalt ganz normal. Was für alle Kinder gleich ist – auch so ein Aspekt der Gleichheit –, ist, dass alle für die Ferientage ein Taschengeld von ihren Eltern mitbekommen, das die gleiche Höhe hat: 15 Euro. „Das ist auch für die Eltern verpflichtend, deren Kindern der Aufenthalt von den Stiftungen bezahlt wird. Wir machen das, damit alle die gleichen Voraussetzungen haben“, sagt Susanne Bühner. Fürs kommende Jahr stehen die Planungen bereits, es wird wieder mal ein wenig weiter weg gehen, nachdem die jüngste Freizeit in Oberfranken, in der Lias-Grube in Eggolsheim, stattgefunden hatte: „Wir fahren nach Kleindöbbern im Spreegebiet. Wir wollten mal wieder einen See vor der Tür haben“, sagt Susanne Bühner mit einem Schmunzeln. Auch der Termin steht: 4. bis 10. August. Vermutlich wird sich Susanne Bühner auch bei diesem Ausflug vor Anfragen nicht retten können. Eric Waha


www.moebel-pilipp.de Einrichtungscenter in Ansbach, Bamberg, Bindlach

Drei richten Franken ein.

Als echtes Familienunternehmen, das seine Wurzeln in Franken hat, ist uns nicht gleichgültig, wenn Menschen in unserer Nachbarschaft in Not geraten. Deshalb unterstützen wir gerne auch in diesem Jahr die Aktion "Menschen Norbert Pilipp, Geschäftsführer der in Not" PILIPP Unternehmensgruppe

mit dem Team von PILIPP und AVANTI Bindlach

3000 Euro für Menschen in Not. Vom PILIPP-Team in Bindlach.

Bindlach bei Bayreuth St. Georgen-Str. 16, Tel. 09208/696-0 info.bindlach@moebel-pilipp.de

Buslinie 328, Haltestelle St. Georgen-Str. Georgen-Str bei PILIPP

NK Menschen in Not 12-2012  

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