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Fränkische Zeitung

11.August 2010 Nr. 32

Pegnitz und Kulmbach

Spielplatz im Eigenbau

Jugendliche aus zehn Ländern helfen in Betzenstein

Die Beiden setzen die Sandkästen, im Hintergrund entsteht der Zaun für die Spiel-Burg. Die Rutschen stehen schon. Foto: Struller Betzenstein - Kinder gibt es viele in Betzenstein. Mütter dementsprechend auch. Was ihnen fehlt ist ein Spielplatz. Kommunale Mittel? Fehlanzeige. Also entschlossen sich 2008 einige Betzensteiner Eltern, selbst Hand an zu legen. Sie gründeten den Förderverein der Spielplätze im Gemeindegebiet Betzenstein. Mittlerweile ist auf dem Gelände, das damals nur ein Wiese war, eine beinahe

fertiggestellte Kinderspielanlage geworden. Eine Schwadron Jugendlicher aus zehn verschiedenen Ländern ist gerade dabei, die Arbeiten ein beträchtliches Stück weiter zu bringen. Die Organisation Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten (IGB) veranstaltet Work-Camps für junge Menschen an Orten, wo sie bei gemeinnützigen Arbeiten helfen können. Ein solches

Camp findet gerade in Betzenstein statt. „Was die jungen Leute hier in einer Woche schaffen, dafür hätte der Verein Jahre gebraucht“, sagt Yvonne Kasimir, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. Angefangen hat alles nicht mit Schaufel und Säge, sondern mit Planung. „Ein Jahr lang mussten wir planen, Spenden sammeln, Öffentlichkeitsarbeit betrei-

Meldungen in zwei Sätzen

Freischießen

„Fünfte Jahreszeit“ im Frankenwald

Kronach Modernes Sportschießen, Brauchtum und ein fröhliches und buntes Volksfest machen das Kronacher Freischießen, eine der ältesten und lebendigsten Traditionen des Frankenwaldes, ab Donnerstag zum Anziehungspunkt in der Region. Start ist mit dem Bieranstich durch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein um 19 Uhr, danach be-

ginnt der offizielle Volksfestbetrieb. 21 verschiedene Musikkapellen spielen über zehn Tage verteilt auf, am Sonntag ist großer Schützenauszug, der mit einem Standkonzert um 10 Uhr auf dem Marktplatz beginnt. Dann grüßen Schützenkönig und Schützenkönigin die Besucher am Straßenrand. Am Dienstag eröffnet um 13.30 Uhr der Kinderfestzug mit zirka 2000 Teilnehmern den Kindertag auf dem Festplatz. sh Infos und genauer Programmablauf unter www. sgkronach.de oder www. kronacher-freischiessen. com

Kulmbach: Mehr als 120.000 Gäste besuchten innerhalb von neun Tagen den Bierstadel der 61. Kulmbacher Bierwoche, zeigen sich die Veranstalter zufrieden. Der Tag der Fanclubs verzeichnete mit mehr als 2.000 Teilnehmern aus ganz Deutschland ein hohes Interesse. +++ Pegnitz: Eine 18-jährige Fahranfängerin aus dem Münchner Raum kam am Samstag auf der A9 Richtung Berlin auf Höhe der Raststätte Frankische Schweiz ins Schleudern und prallte gegen die Leitplanke. Die junge Frau blieb unverletzt, ihr Seat hat indes nur noch Schrottwert: Der Schaden beträgt laut Polizei 11.000 Euro. +++ Plech: Am Wochenende wurde die Nordic-Walking Tafel neben der Sportanlage mutwillig beschädigt. Wer Angaben zu dem Vorfall machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Pegnitz unter 09241/99060 zu melden.

ben“, erzählt Gwendolyn Mahler, ebenfalls Mutter und Fördervereinsmitglied. Danach formte Landschaftsgärtner Jürgen Meyer ehrenamtlich das Gelände. Und dann durften die Mütter – der Verein hat genau ein männliches Mitglied, den Vorsitzenden Christian Otto – endlich eigenhändig ran. Bepflanzen, Aufschütten, Ausgraben, Aufstellen: alles selbst gemacht, alles für die Kinder. Im Oktober soll der Spielplatz offiziell eröffnet werden, die Rutschen stehen bereits, der „Wehrgang“ soll mit Zaun und Häuschen wie eine Burg werden. Sandkästen, Klettergerüst und Wippe gibt es. Außerdem ein Weidenlabyrinth und das Highlight: eine Seilbahn. Dazu müssen allerdings noch die Pfosten installiert werden. Aber: „So richtig fertig wird der Spielplatz wohl nie“, sagt Kerstin Kassel vom Förderverein. Er wird sich immer weiter entwickeln.“ jas

Veranstaltungen in Pegnitz und Kulmbach

Hirschbach (Opf.) - Bei einer Tour mit der Naturführerin Daniela Reisch am Samstag ab 10 Uhr geht es zu den schönsten Naturdenkmälern und Aussichtspunkten des Felsgebietes Schwarzer Brand. Anmeldung: 0170/5856939. +++ Neuenmarkt - Am Samstag von 10.45 bis 15.45 Uhr ist Dampfbetrieb auf der Kleinbahn im Deutschen DampflokomotivMuseum. +++ Trebgast -

Am Samstag um 20.30 Uhr zeigt die Naturbühne die Komödie „Der verkaufte Großvater“ in einer fränkischen Version. www.naturbuehne.de. +++ Pegnitz - Dieter Eckert lädt am Samstag ab 16 Uhr zum großen Straßenfest in der Lindenstraße ein. +++ Neudorf - Der Pegnitzer Orts-

teil feiert am Sonntag seine Kirchweih. +++ Thurnau - Im unteren Schlosshof präsentiert der Fränkische Theatersommer am Sonntag um 19 Uhr „Cyrano de Bergerac“. www.theatersommer.de. +++ Pegnitz - Der Bergknappenverein bietet am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr wieder Führungen am Erweinstollen, Bergwerkstraße, an. +++ Kulmbach - Am Sonntag um 14 Uhr ist auf der Plassenburg die Kinderführung „Auf den Hund gekommen“. Anmeldung: 09221/82200. +++ Pottenstein Deftigen fränkischen Ehezank präsentieren „Herbert und Renate“ mit ihrem Kabarettprogramm am Samstag um 20 Uhr in der Teufelshöhle. Karten: 09243/70841.

Kuchenbackersgäßchen

Eine kleine Gasse, die nichts mit Konditoren zu tun hat

Mit Oswald Ramming (rechts), dem Kuchenbackerenkel, nahm OB Henry Schramm das neue-alte Kuchenbackersgäßchen in Augenschein. Foto: pr Kulmbach - Es sind die historischen Details, die eine Stadt wie Kulmbach prägen. Die älteren Kulmbacher werden sich sicherlich noch erinnern – an das sogenannte Kuchenbackersgäßchen (von der Gustav-Adolf-Straße zum Hundsanger). Nun trägt der alte Fußweg auch offiziell diesen Namen.

Wer beim Namen des Gäßchens jedoch an Konditoren und leckere Backwaren denkt, ist diesmal auf dem Holzweg. Der Name stammt vom Kulmbacher Bürger Johann Kuchenbacker, der 1874 dem Schnittwarenhändler Andreas Christ das „Gemeindestücklein auf der Kalten Marter am Saugraben“ (heute Hundsanger 11) ab-

kaufte. Da der Weg zum Rehberg damals nur über den Siechengrund führte, baute Johann Kuchenbacker von seinem Grundstück aus einen Weg zu den Drei Steinen. Schon bald erfreute sich die neue Verbindung großer Beliebtheit. Auch die Herren des Kulmbacher Magistrats

nutzten das Gäßchen beim Spaziergang mit ihren Damen. Die ergriffen, wie andere Spaziergänger auch, besonders im Sommer die Gelegenheit, um sich dort mit frischem Obst zu versorgen – von den Bäumen auf Kuchenbackers Grundstück. Nachdem er dieser Praxis einige Zeit zugesehen hatte, beantragte Johann Kuchenbacker beim Magistrat, den Weg zu verlängern und an seinem Grundstück vorbeizuführen bis zum Hundsanger, was dann gar nicht überraschend auch gemacht wurde. Das „Kuchenbackersgäßchen“ war geboren samt der vielen „Gschichtla“ und Geschichten, die sich im Lauf der Zeit dort zugetragen haben. Nur eine offizielle Bezeichnung des Weges fehlte bislang. Von Oswald Ramming, Urenkel von Johann Kuchenbacker, wurde nun diese Idee wieder aufgegriffen und durch Oberbürgermeister Henry Schramm offiziell zum Kuchenbackersgäßchen erklärt.

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Fränkische Zeitung vom 11.08.2010  

Die Wochenzeitung in Oberfranken: vor allem fränkisch - manchmal zänkisch -30,5% Nach den Richtlinien von BVDA und BDZV geprüfte und verteil...

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