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[ BUSINESS TRAVEL]

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ie Werbung der Low-Cost-Airlines hat die öffentliche Meinung in den letzten Jahren stark geprägt: Viele gehen mittlerweile davon aus, dass europäische Städtedestinationen mit dem Flugzeug preisgünstiger zu erreichen sind als mit der Bahn. Doch dem ist nicht so. Das zeigt eine Untersuchung, welche die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) School of Engineering zusammen mit der Hamburger Quotas AG im Auftrag des Internationalen Eisenbahnverbands UIC durchgeführt hat. Die Studie analysiert die Reisepreise auf 30 europäischen Städteverbindungen, die für Luftund Schienenverkehr vergleichbare Tür-zuTür-Reisezeiten aufweisen. Es handelt sich dabei um gut frequentierte Strecken innerhalb Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens sowie zehn grenzüberschreitende Strecken (u.a. Genf-Paris, Zürich-Paris, Zürich-Frankfurt). Untersucht wurden die drei Reisetypen «Business Trip», «Weekend Trip» und «Holiday Trip». Beim Geschäftsreisenden gingen die Studien-

verfasser von einer Person aus, die lediglich mit Handgepäck an ein Meeting reist und noch am gleichen Tag wieder zurückkehrt. Berücksichtigt wurden für jede Testreise vier verschiedene Buchungszeitpunkte (einen Tag vor der Reise, eine Woche vor der Reise, einen Monat vor der Reise sowie drei Monate vor der Reise).

Geschäftsreisende profitieren stark Die Resultate sind verblüffend: In 82 Prozent von über 720 untersuchten Reisefällen schnitten die europäischen Bahnen günstiger ab als die Fluggesellschaften. Die durchschnittlichen Einsparungen gegenüber den Ticketkosten der Airlines betrugen 37 Prozent. Für den Reisenden bedeutet dies konkret eine Kostenersparnis von durchschnittlich 68 Euro über alle Reisefälle hinweg. Fokussiert man die Analyse auf die verschiedenen Reisetypen, zeigt sich, dass die Geschäftsreisenden beim Umsteigen auf die Bahn finanziell am meisten profitieren. Rund 76 Prozent der untersuchten, eintägigen Geschäfts-

[ «Die Bahnen sollten verstärkt den

direkten Wettbewerb mit den Luftverkehrsanbietern wagen und ihre Angebote auf den gleichen Portalen präsentieren wie die Airlines.» THOMAS SAUTER-SERVAUS, STUDIENAUTOR UND STUDIENGANGLEITER VERKEHRSSYSTEME AN DER ZHAW

EventEmotion · 4/2016

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