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05 // BETT


Hier erfahrt ihr immer den neusten Shit. Es geht schließlich ums Obst. Ums //TISCHOBST.

TISCHOBST.BLOGSPOT.COM

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BILD: Franziska Evers & Julia Wittmann TEXT: Redaktion

EDITORIAL

WHAT WE’VE WORKED ON Diese Ausgabe widmen wir all unseren verstorbenen Kuscheltieren. Wir lieben euch und unser Bett. VOR ALLEM Herbert. Ihr habt uns treu in jeder Nacht begleitet und uns vor Alpträumen und Monstern unterm Bett beschütz. Danke dafür und für die viele Sabber, die wir nachts in euch reinpumpen druften. Danke, dass ihr nie nachträglich wart, wenn wir euch im Bus haben liegen lassen. Ein Hoch auf Mc Donalds - heut verhasst - früher für seine Happy Meal-Tierchen geliebt. Ballbäder adé. Kuscheltiere tun halt weniger weh. Nun lieg ich, alten Zeiten fröhnend, in meinem Bett und find das ziehmlich nett. mit einem Teechen in der Hand und einer Nutellastulle an der Wand. Und dies ist unser kurzer Bericht über Milben - Milben, ich hör immer nur Milben: Jeder hat welche. Also weg mit Baldrian. Jetzt wird nur noch TISCHOBST gezischt.

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ANNA ALE 2 cl Grenadinesirup 7 cl Ananassaft 2 cl Lime Juice Ginger Ale Alle Zutaten, außer Ginger Ale, im Shaker mit Eis shaken und dann in einem Glas mit dem Ginger Ale auffäullen. Limettenscheibe drauf und dann wird es lecker lecker.


IMPRINT HERAUSGEBER // Julia Wittmann, Franziska Evers, Julian Hildebrandt WORDS // Julian Hildebrandt, Benedikt Bentler, Gianna Lange, Björn Brolewski, Isabel Krämer PICTURES // Franziska Evers, Kathrin Sammetinger, Julian Hildebrandt ILLUSTRATION // Julia Wittmann, Igor Dolinger, Alisa Jakub, Bennet Pazurek, Alexander Schwarz COVER & GRAFIK // Julia Wittmann MARKETING & ANZEIGEN // julia.wittmann18@googlemail.com FEEDBACK // contact.tischobst@googlemail.com

contents copyright //TISCHOBST-Magazin All rights reserved. No parts of this publication may be reproduced without permission from the publishers. The views expressed in //TISCHOBST-Magazin are not necessarily those of the contributors, editors or publishers oder deiner Mudder. Für unverlangt eingesendete Text- und Bildmaterialien wird keine Haftung übernommen.

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BILD: Redaktion

BESONDERER DANK // Gilt Britta Werner für ihre interessante Studienstadt. Alisa, Igor, Alexander und Bennet für ihre kreativen Alpträume. Nicole Schwittlich für ihre Zeichen-Sessions. Clara Ide und Isabel Krämer für die fotogenen Betten und ihre Geduld. Julian Börsch für das spontane Leihen seiner schnieken Sneakers. Dem Quokka für seine unaufhörliche gute Laune. Carla für ihre Geduld unter Franzis Dusche und das tolle Foto unserer Vorschauseite. Gianna - Für ihre Texte bewundert und nun auch wegen ihrer Video- und Flecht-Skills beim Shooting sehr gemocht. Hannah, die immernoch unsere Blog-Werbeanzeige schmückt. Und vor allem dem OTTO-Fotostudio! Wir sollten alle zusammen Bananas in Pyjamas gucken.


INHALT

08 // Bettzeiten 12 // Umfrage 15 // Interview 20 // Liederladen 24 // Krümeln erlaubt 38 // Betttest 40 // Wolfspelz 53 // Alpträume 58 // Björns Sofa Bäsh 64 // Das Bett des kleinen Mannes 68 // Termine und Tipps 72 // Fotostrecke 85 // Ein Wochenblick 88 // DOs & DONTs

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www.tischobst.de


BILD: Franziska Evers & Julia Wittmann TEXT: Benedikt Bentler

START

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LÖFFELCHEN-LIEGEN Das mit dem Löffelchen-Schlafen ist so eine Sache. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Vielleicht könnte man das Löffelchen-Liegen als eine Art Indikator dafür sehen, ob man den Richtigen oder die Richtige neben sich liegen hat. Die Löffelchen-Position als Zeichen der wahren Liebe? Forscher sind sich zumindest darüber einig, dass die Schlafposition etwas über das Liebesleben und das Verhältnis in einer Partnerschaft aussagt. So gilt die Löffelchen-Einschlafposition als Zeichen besonderer Vertrautheit, eines starken Wir-Gefühls und Gleichberechtigung. Doch keine Panik, nur weil man diese Einschlafposition nicht mag, heißt das noch lange nicht, dass die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist. Die Po-an-Po-Position ist nicht zwingend ein Signal für Streit in einer scheiternden Beziehung, vielmehr steht sie für selbstbewusste Partner, die ihren Freiraum brauchen. Mach also nicht gleich Schluss, nur weil dein Freund/deine Freundin nicht auf Löffelchen-Schlafen steht.

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B E T T Z E I T E N

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Je früher der Morgen, desto gemütlicher das Bett. Das ist ein unbestrittener Fakt. Am schönsten und wärmsten ist es immer genau dann, wenn einen der Wecker unangekündigt und gnadenlos aus dem Schlaf reißt. Oft schmiegt sich dann auch noch die warme Decke in einer Art und Weise an den Körper, wie es gewollt niemals möglich wär, also bloß nicht bewegen.

BILD: Franziska Evers

Oder besser noch, es schmiegt sich ein warmer Körper an den eigenen, schläfrig und zufrieden, so ist die Welt gut. Außerhalb dieser warmen, perfekten Federnwelt wartet obendrein eine schlotternde Kälte oder die schier endlosen grauen Wolkendecken, wie es sie nur in Norddeutschland geben kann. Da lässt es sich doch im Bett viel besser aushalten. Aber der Wecker gibt keine Ruhe. Also Zähne zusammenbeißen, Decke weg und raus aus den Federn. Diese morgendliche Qual führt leider nur selten dazu, dass wir abends früher ins Bett gehen. Abends ist es eben nur ein Bett. Morgens ist es der Himmel auf Erden. Sechs bis acht Stunden im Bett zu verbringen, ist die reinste Wonne. Alles, was drunter oder drüber liegt, hat seine Nachteile. Dass Schlafdefizit eine ungesunde Sache ist, ist wohl jedem klar. Man fühlt sich ausgelaugt, die Augen sind trocken, die Lider schwer wie Blei, das Hirn scheint der Umgebung hinterher zu hinken. Aber auch zu viel Schlaf macht schlapp. Bewegung fehlt sowohl Körper als auch Geist.

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Deswegen stehen wir irgendwann auf, wir sind ausgeschlafen. Und im Bett rumliegen, obwohl man weder schlafen oder relaxen noch schöne Dinge zu zweit tun möchte, ist blöd. Das bestätigt sich spätestens, wenn man krank wird. Plötzlich ist man ans Bett gefesselt. Aber nicht von einer Sexualpraktik, sondern von einem Virus oder einem Bakterium, je nachdem wer einen da erwischt hat. Im Bett liegen zu bleiben ist wie ein gutes Buch in der Schule zu lesen. Würde man wollen, wenn man nicht müsste. “Homo Faber” ist ein Klassiker der deutschen Literatur und zurecht hochgelobt. In der Schule steht es auf dem Lehrplan. Schon findet man es doof. Jeden Morgen möchte man gern im Bett liegen bleiben, aber nicht liegen bleiben müssen. Die Krankheit lässt einem keine Wahl. Schon findet man es doof. Zunächst wird viel geschlafen, krank sein strengt schließlich an und Schlaf hilft bei der Genesung. Aber irgendwann hat es sich einfach ausgeschlafen. Und dann? Ein Buch lesen. Vielleicht auch zwei. Irgendwann


Es ist kalt und wackelig jenseits der Matratze. Wenn die Krankheit noch in vollem Gange ist, gleicht das Bett einem sicheren Hafen

hat es sich aber ausgelesen. Und dann? Einen Film schauen. Vielleicht auch zwei. Irgendwann kenne ich aber alle DVDs. Den Fernseher schalte ich noch nicht ein. So weit ist es noch nicht. Bin ja erst einen halben Tag krank. Ab und zu muss man ja auch was essen. Dafür schlag ich dankbar die Decke zurück, freue mich, endlich mal aufstehen zu können und dafür auch noch trotz Krankheit einen triftigen Grund zu haben. Immer noch erfreut schiebe ich die Beine über die Bettkante. Dann steh ich auf. Dann freue ich mich nicht mehr. Schon sitze ich wieder. Kurz sammeln, dann noch mal probieren. Irgendwie in die Küche geschleppt, kriege ich gerade noch eine Tütensuppe zustande, verschwinde aber für die fünf Minuten, die sie kochen muss, wieder im Bett. Es ist kalt und wackelig jenseits der Matratze. Wenn die Krankheit noch in vollem Gange ist, gleicht das Bett einem sicheren Hafen, den ich nur zwecks Nahrungsaufnahme und Klogang verlasse. Lässt die Krankheit langsam nach, wird zuerst der Kopf klar. Der Körper ist geschwächt und bettlägerig, der Geist aber beginnt zu drängeln. Raus hier, auf zu neunen Taten! Der Körper verdreht die Augen und antwortet nicht. Keine Chance, noch bin ich nicht gesund und gehöre ins Bett. Dem wachen Geist bleiben Bücher, Filme und der Laptop auf dem

Schoß. Jetzt wird’s langweilig und sogar ungemütlich. Kaum zu fassen, dass ich mein Bett noch vor wenigen Tage zum schönsten und gemütlichsten Ort auf Erden erklärt habe. Ich schau es mir an, wie es da so still unter mir liegt. Meine Beine haben keine Lust mehr auf die Horizontale, mein Hintern ist plattgelegen, mein Rücken protestiert gegen die ungesunde Haltung irgendwo zwischen Sitzen und Liegen. Und der Geist langweilt sich zu Tode. Mir fehlt die Außenwelt. Selbst die unter norddeutschen Wolken. Irgendwann schalte ich dann doch den Fernseher ein. Aber nicht lange. Das Nachmittagsprogramm bewegt sich auf so niedrigem Niveau, dass es an Körperverletzung grenzt. Angeekelt schalte ich die Kiste wieder aus und wälze mich grunzend auf die andere Seite. Abends schleppe ich mich ins Bad, erledige eine kurze Katzenwäsche und bin danach wieder so erschlagen, dass ich in acht Stunden erholsamen Schlaf sinke. Am nächsten Tag geht es mir etwas besser, aber ich muss leider feststellen, dass es noch nicht reicht, um der Bettruhe den schmerzenden Rücken zu kehren. Es reicht, um öfter mal aufzustehen, um sich einen Tee zu kochen, ein Brot zu schmieren, vielleicht mal Wäsche zu waschen und aufzuhängen. Aber nach einer Weile protestiert regelmäßig der Kreis-

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lauf und droht damit, sich zu verabschieden, sollte ich nicht schleunigst wieder ins Bett finden. Ich beginne, zu telefonieren. Vorgestern noch wollte ich nicht aus den Federn. Zwei Tage später fühle ich mich zweidimensional plattgelegen und derart desozialisiert und von der Außenwelt abgeschnitten, dass ich mich frage, was eigentlich eine eigene Wohnung damals zu so einer tollen Idee gemacht hatte. Eine Freundin kommt vorbei und bringt mir Hühnersuppe, Multivitaminsaft und Milchschnitte mit. Ich freue mich über die Mitbringsel, aber noch mehr über die Lieferantin. Nur die Ansteckungsgefahr meiner Seuche hält mich davon ab, ihr um den Hals zu fallen. Sie bleibt auf eine Milchschnitte und hat keine Ahnung, dass ich in dem kitschigen Gefühl schwelge, ich bekäme wieder Leben eingehaucht. Wir sitzen am Fußende meines Bettes. Später setze ich mich mit heißer Hühnersuppe ins Bett und schlage sogar bereitwillig die Decke über die Beine. Ich schaue einen guten Film und freue mich drauf, bestimmt morgen oder spätestens übermorgen mein Bett wieder morgens verlassen zu dürfen. Ein paar Morgen später frage ich mich warum.

GIANA LANGE // 11


UN D DU SO?

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ÜBELKEIT Fuß aus dem Bett Viel Wasser trinken Schnell schlafen gehen Eimer vors Bett Flasche Wasser ans Bett Vorher Kotzen Kein Alkohol Kein Wasser trinken Nicht hinlegen

SCHLAF POS ITIONEN?

WIE AN GEZOGEN BIST DU?

PLA STISCHE NACHT?

98 % auf der Seite

64 % tragen Pyjama

22 % träumen in 2D

1 % auf dem Rücken

14 % nackt

50 % träumen in 3D

1 % auf dem Bauch

22 % nackt mit Partner

28 % träumen 2D & 3D

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TRÄUME Gar nichts Horror Vergangenes vom Tag Schmerzfreies Kinderkriegen Gini Schönes Stimmungsvolles Action Wirres Zeug

BILD: Franziska Evers

Oft Einbruch

SCHONMAL BUN INS BETT T IST GEKOTZT? TRUMPF

FRÜH ODER LANGSCH LÄFER

64 % japp

15 % Schwarz/Weiß-Träume

50 % Frühaufsteher

36 % nein

55 % träumen in Farbe

50 % Langschläfer

30 % unsicher

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JANINE SCHULZ

JANINE SCHULZ, GESUNDHEITS- UND KRANKENPFLERIN KLINIKUM BARMBEK

INTERVIEW

Wie lang dauert so eine Krankenschwesternausbildung regulär? Was sind die Hauptinhalte, die man lernt? Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin - eigentlich Krankenschwester - dauert drei Jahre. Inhaltlich beschäftigt man sich in den Jahren hauptsächlich mit Pflege, Anatomie, Krankheits- und Arzneimittellehre, Pathologie, Psychologie, Gesunderhaltung (Hygiene, Prävention, Mikrobiologie), Organisationsabläufe um Krankenhaus... Hm. (lacht) Was noch? Ich denke, das war schon ein guter Überblick. Braucht es viel Überwindung mit den Patienten zu interagieren? Am Anfang war da schon eine Distanz zu den Patienten. Aber eher aufgrund meiner eigenen Unsicherheit. In den ersten zwei bis drei Tagen traust du dir noch nicht alles so zu. Aber mit der Zeit merkst du, wie deine Abläufe routinierter werden und du bekommst auch im Umgang mit den Patienten mehr Sicherheit. Das einzige Problem, was aber durchgängig bleibt ist, dass du als junge Auszubildende - und selbst als ausgelernte Kraft - nicht ernstgenommen wirst. Manche Patienten möchten sich nicht von dir behandeln lassen. Hast du ein genaues Beispiel? Ja klar. Mittlerweile bin ich da ja auch abgebrüht. Vor allem bei älteren Personen, die sehr auf ihre Krankheit fixiert sind - meist sind es dauerhafte Patienten, die langfristige Krankheiten wie z.B. Parkinson haben und deswegen besonders auf sich und ihren Körper mit viel Eigenverantwortlichkeit achten müssen. Da kommt es vor, dass du als Schwester das Zimmer betrittst und die Patientin eine “richtige” Schwester verlangt. Dabei ging es nur darum einen Thrombosestrumpf zu wechseln. Was hast du gemacht? Na, da hab ich gesagt: “Moment, dann sag ich einer “richtigen” Schwester mal Bescheid.”, bin raus gegangen und gleich wieder durch die Tür in das Zimmer zurück. Da hat sie aber geguckt, was? Ja, da hat sie große Augen gemacht.

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Im Krankenhaus gibt es klischeehaft immer zwei Sorten von Schwestern: Die super-strenge und maulige oder die mega-nette und freundliche. Was denkst du, bist du für eine? Anfangs sind generell alle Schwestern nett zu ihren Patienten. Aber es kommt immer auch auf den Patient drauf an. Streng wirst du erst, wenn dir einer pissig kommt. Gehört es auch zu den Aufgaben einer guten Krankenschwester den Patienten als moralische Stütze zu dienen und sie in gewisser Weise auch zu beschäftigen? In wieweit bist du Motivation? Also die Motivation der Patienten ist keine Aufgabe einer Krankenschwester. Wir sind aber dennoch dazu da, den Patient in seiner Psyche zu unterstützen und aufzubauen. Besonders bei Prognosen ist es unsere Aufgabe den Patienten Mut zu machen und zum weiterund mitmachen zu animieren. Vor allem bin ich da die Vermittlung zwischen Arzt und Patient. Manche Fachbegriffe und Vorgänge muss man nochmal genauer erklären und von Erfahrungen berichten, um dem Patient alles verständlicher zu gestalten. Aber vorrangig ist die Versorgung im medizinischen Sinne. Dazu gehört aber auch das Erstellen einer ganzheitlichen Pflegeplanung, die alle Aktivitäten des täglichen Lebens umfassen muss. Solche Aktivitäten sind neben medizinischen Untersuchungen, der Reinhaltung der Zimmer und Betten, ebenfalls Dinge wie Sich bewegen, waschen und kleiden und vor allem die Kommunikation. Aber man kann schon sagen, dass wir der Mülleimer für Emotionen sind.     Als Außenstehender habe ich immer das Gefühl die meisten OPs sind reine Routinesache und alles geht sehr schnell. Eigentlich ist es im Krankenhaus doch ein ständiger und schneller Bettenwechsel, oder? Definitv! Ich habe heute sechs Zimmer in Betreuung gehabt. Das macht 12 Patienten. Davon waren sechs Entlassungen (zwei in OP und anschließend Intensiv-Station, vier einfache Entlassungen und davon drei ganz spontan), es gab vier Neuaufnahmen über den Tag und nochmal zwei im Spätdienst. Die meisten OPs sind auf jeden Fall zu Routineeingriffen geworden. Patienten, die früher zwei Wochen blieben, sind heute nur noch zwei bis drei Tage da. Das sind vor allem OPs an den Weichteilen, Abzesse oder Operationen an Blinddarm und Galle. Aber bei Fällen mit Tumoren rechnet man schon zwei Wochen ein. Bei Komplikationen oder langfristigen Krankheiten kann sich ein Aufenthalt sogar auf Monate ausdehnen.

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Kommt es oft zu Komplikationen? Es gibt schon vermehrte Fälle. Der ständige Bettenwechsel bedeutet ja, dass kein Geld da ist. Die Patienten müssen sogar ihre eigenen Schlafsachen mitbringen. Es soll bald nicht mal mehr Duschbad und Handtücher geben. Musst du alles selbst mitbringen. Kein Geld mehr. Dadurch kommt es auch zu ständig wechselndem Personal und vor allem sehr jungen, unerfahrenen Ärzten. Da gibt es viele Komplikationen. Wie oft musst du so pro Tag Betten neu beziehen bzw. wie oft wechselt ihr immer so die Bettbezüge? Bei jedem Patienten einmal pro Tag. Aber dann kommen noch Bettenwechsel, wenn operiert wurde, wenn jemand gekotzt hat, wenn was ausläuft... Rechne mal 36 bis 50 Betten pro Tag. (lacht) Für ein Bett brauche ich zwei Minuten. Was bedeutet es biologisch sich wund zu liegen? Wund liegen ist der sogenannte Dekubitus. Sieht wahrlich nicht schön aus. Besonders bei längeren OPs, durch die zu harten Tische, kommt es dazu. Vor allem auch an Stellen wo der Körper weniger Fett hat, das sind Schulterblätter, Becken, Steiß, Fersen oder Ellenbogen, da kommt es zum Dekubitus. Das Ganze heißt auch “Gewebefraß” und zwar nicht ohne Grund. Das Gewebe wird dabei abgeklemmt und kann nicht mehr versorgt werden. Die chemischen Prozesse der Gefäße können nicht mehr laufen. Das Gewebe stirbt dann ab. Ich sage dir, ich hab ein ganzes Buch drüber zu Haus und die Bilder sehen nicht schmackhaft aus. Wir selbst verhindern das Wundliegen durch Gewichtsverlagerung und drehen und wenden uns ja in der Nacht. Ihr “wendet” und bewegt die Patienten deswegen regelmäßig. Worauf muss man da speziell achten. Und wie oft wendet man so? Also es gibt extra Wechselmatratzen, KCI-Matratzen, die den Druck über Kammern regulieren. Aber die sind teuer und müssen extra für bedürftige Patienten bestellt werden. Für alle anderen kommen wir alle zwei Stunden vorbei und wenden sie. Oder auch beim Waschen versuchen wir über leichte Druckmassage die Gelenke zu bewegen. Ich kann mir vorstellen, dass diese Prozedur auch für den Patienten unangenehm ist?! Es sind meist Patienten, die länger pflegebedürftig sind. Ihnen ist es nicht wirklich unangenehm. Aber es ist schon belastend, wenn du alle zwei Stunden auf eine andere Seite gedreht wirst und dann für

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die nächste Zeit in dieser Position ausharrst und auch nur in eine Richtung guckst. Ich stell deswegen ab und an ein Bild von Angehörigen auf den Nachttisch oder mache ihnen Radio an. Man versucht den Aufenthalt angenehm zu gestalten und Impulse zu geben. Wie groß war die Hemmung vor deinem ersten Mal Patienten zu berühren, zu drehen... Meine größte Angst anfangs war, einen Patienten allein zu wenden. Ich hatte wirklich Sorge, er würde mir aus dem Bett fallen. Doch nach ein paar praktischen Versuchen bekommst du Zutrauen in dich selbst und kennst die Handgriffe. Ist im Grunde wie eine stabile Seitenlage zu machen. Das Wichtigste ist nur mit der Person zu reden und jeden Schritt vorab zu erklären und das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Am Ende frage ich auch immer ab, ob der Patient bequem liegt und frage mich selbst, ob ich gern so zwei Stunden liegen wollte. Ich stelle es mir schlimm vor, drei Wochen und länger in einem Krankenhausbett zu verbringen. Hast du vielleicht nach deinen Jahren Berufserfahrung ein paar Tipps, wie der Aufenthalt angenehmer werden kann? Fernsehen und Radio ist kostenlos. Für Privatpatienten gibt es sogar Zeitungen wie das Hamburger Abendblatt. (lacht) Aber nur für Private. Doch solange du laufen kannst: Beweg dich! In Barmbek sind wir zudem sehr flexibel mit den Besuchszeiten. Besuch ist vor allem morgens, während der Visite, gern gesehen. Bei längerem Aufenthalt gibt es sogar die Möglichkeit sich einen Tag beurlauben zu lassen, um mal raus zu kommen. Außerdem sehe ich viele auch mit ihren iPads im Bett. Handy und PC ist bei uns nämlich erlaubt. Auf der Intensivstation natürlich nicht. Aber ansonsten hat selbst die Schwester ihr Mobiltelefon im Kittel. Letzte Frage: Hast du selbst mal eure Betten getestet? Also die Betten zum Hochklappen an der Seite, wie man sie aus Film und Fernsehen kennt, sind alles nur die Intensivbetten. Solch schöne Betten gibt es nur etwa zehn Stück in jedem Krankenhaus. Die anderen Betten sind von 1970! Sie sind alle kaputt. Die Nachttische ebenfalls und die Matratzen sind durchgelegen. Ich mag da nicht drin liegen. (Das Interview führte Julia Wittmann)

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LIED ER LAD EN

-Großes Kino?-

TWO DOOR CINEMA CLUB BEACON Ok, dass eine Band sich verändert ist ja normal, aber dass das so schnell geht wie bei Two Door Cinema Club hätte ja keiner ahnen können. Die neue Platte “Beacon” ist insgesamt viel reifer, aber auch düsterer. Wer sich auf neue Ohrwürmer und Abgehsongs gefreut hat, der wird dieses Mal leider nicht fündig. Insgesamt ist “Beacon” durchaus gelungen, aber kann an das grandiose Debut „Tourist History“ nicht anknüpfen.

-Everything und mehr-

Gelobt bis zum Gehtnichtmehr präsentierten sich Everything Everything 2010 vor allem als hervorragende Liveband. Hier kam was ganz Neues auf uns zu, das sich gar nicht so leicht definieren lässt. Darum werden die vier ehemaligen Studenten der Musikwissenschaften meist einfach ins Indie-Rock Genre gedrückt. Doch birgt ihr Sound so viel mehr, dass man ihn gar nicht beschreiben sondern hören muss. Hoffen wir, dass ihre für Anfang dieses Jahres angekündigte zweite Scheibe namens “Man Alive” genau da anknüpft, wo alles aufgehört hatte, und die neue Tour hält, was die letzte versprach.

-Saalschutz tut, was Saalschutz tun muss-

SAALSCHUTZ NICHTSNUTZ Saalschutz is back mit ner neuen Scheibe und dass obwohl es den ein oder anderen Zweifler gegeben hat. Doch mit diesem Doppelalbum beweisen sie einmal mehr, dass sie den Saal schützen oder besser gesagt aufmischen können. „Nichtsnutz“ bringt die Saalschutz-Qualität deutlich ans Licht. Ein bisschen geschmeidiger sind sie doch geworden und ab und zu heißt es einfach mal chilliges 4/4-Stampfen und nicht ganz Körperzappelalarm. Durch und durch geht das Album gut ins Ohr. Hören und selbst überzeugen.

TEXT: Julian Hildebrandt (3), Benedikt Bentler (1)

EVERYTHING EVERYTHING MAN ALIVE

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-Label: URSL-

SOUKIE & WINDISH A FOREST Die Sonne lacht, und auf dem BachstelzenFloor des Fusion-Festivals wird seit mehreren Tagen ohne Pause getanzt. Tausende Fußpaaare geben sich dem verspulten House hin, der nur eine Richtung kennt: Nach vorn! Die beiden Outdoor-Fanatiker Nayan Soukie und Fritz Windish gehören seit Jahren zu den Initiatioren der Bachstelzen - für viele der beste Floor des Festivals. In diesem Jahr müssen sie ihre Outdoor-Liebe aber um Peaktime-Spielzeiten in dunklen Clubs und Technokellern erweitern, denn in weniger als einem Monat erscheint ihr erstes Soloalbum: “A Forest”. Ich habe mich mit Fritz in Berlin getroffen und ein bisschen über seine Arbeitsweise, Album und Techno-Burnout unterhalten. Fans der EPs werden auf keinen Fall enttäuscht, die beiden sind sich ihrem Stil absolut treu geblieben: lange Arrangements, die dem Hörer melodische und atmosphärische Welten eröffnen, aber immer tanzbar sind. Fritz: “Wir hatten auch so downbeatartige Tracks, aber sollten wir die jetzt nur aufs

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Album packen, weil man das eben so macht bei einer LP? Um zu zeigen, dass man das auch kann? Nein. Unser Album entspricht unserem Stil, man kann dazu joggen, putzen und tanzen.” Stimmt, das Genre-Korsett “House” sitzt bei “A Forest” ziemlich eng, gleichzeitig verleiht es der Platte ihre Konsistenz, die dafür sorgt, dass sich die gut einstündige LP viel kürzer anfühlt und ganz locker an einem Stück durchhören lässt. Die Arbeitsweise bei den Livesets hat sich mit dem neuen Album allerdings gewandelt, denn Vocals werden live eingesungen und im Set bleibt Zeit für Improvisation. Die beiden kommen mit mehr als nur dem Laptop auf die Bühne. Syntheziser und Drumpads machen den Sound erlebbarer als zuvor. Nach der ganzen Promo-Action gönnen sich die beiden allerdings erst einmal Urlaub, bevor die Platte dann erscheint: Fritz reist für ein paar Wochen nach Indien, um sich vom TechnoBurnout zu erholen, und Nayan gönnt sich ein bisschen Zweisamkeit. Dann gehts auf Club- und Festivaltour. Wir sind gespannt, und sehen uns sicher auf der Fusion!


-Label: Ostgut Ton-

FUNCTION INCUBATION

GRIZZLY BEAR SHIELDS Wer Grizzly Bear kennt, weiß, dass ihre Musik immer wieder neue Überraschungen in sich birgt. Bei jedem Hören fallen neue Melodien auf. Es wird nie langweilig, sich einen Song öfters anzuhören. Genau so ist es diesmal auch mit “Shields”. Nach ihrem Mega-Erfolg mit „Veckatimest“ war es an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu hauen. Direkt wie nie kommt das Album daher und zeigt trotzdem die Verspieltheit der vier New Yorker. “Shields” ist grandios und ein Muss in jeder Plattensammlung. -Tick Tack-

METRONOMY THE ENGLISH RIVIERA Hierzulande sind Metronomy nicht die Bekanntesten, dennoch sorgen sie seit Jahren für den etwas anderen Sound im elektronischen Genre. Endlich ist das Gefüge einer Band bemerkbar, das bei ihrem Vorgänger „Nights Out“ nicht wirklich durchgedrungen ist. Mit „The English Riviera“ bringen Metronomy ihr bisheriges Meisterstück, das in sich stimmig und mit dem gewissen Etwas daher kommt. Reinhören ist ein Muss!

-Düster Bis Stürmisch-

ESBEN AND THE WITCH WASH THE SINS NOT ONLY THE FACE Esben And The Witch, benannt nach einem dänischen Märchen. Genau so düster wie das Märchen selbst zeigt sich die Musik der drei jungen Musiker aus Brighton. Mit ihrem nun schon zweiten Album “Wash The Sin Not Only The Face” führen sie ihr Erfolgsrezept weiter. Düster, emotional, depressiv und auf jeden Fall ehrlich, so wecken sie in einem Gefühle, die man bei keiner andere Band erlebt. Musik, die bis in die Zahnwurzeln vordringt.

TEXT: Julian Hildebrandt (4), Benedikt Bentler (4)

-Durchweg Grandios-

Na da kommt, in traditioneller Manier, ein amtliches Stück Techno aus dem Hause Ostgut Ton. Der Amerikaner David Summer veröffentlicht als Function sein erstes SoloAlbum auf dem Label rund um die heiligen Hallen des Berghain. Ein treibender Beat, Synths, mal hart, mal sphärisch, aber immer düster. Function reiht sich hiermit absolut würdig zwischen Herrn Klock, Herrn Dettmann und Herrn Faki aus eben jenem Hause ein.

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-Like On Facebook-

-Sonnenuntergangstanzen-

FEINE SAHNE FISCHFILET SCHEITERN & VERSTEHEN

LUSINE THE WAITING ROOM

Mit ihrem nun schon dritten Album hauen FSF ihr wohl aufwändigstes Studio-Album auf den Tisch. 2012 hätte für die sechs Buben aus Meck-Pom nicht besser laufen können, erst unterschrieben sie bei Audiolith und wurden dann noch durch den Staat ordentlich promotet. Ihre erste Single „Komplett im Arsch“ schlug ein wie ein Molotow und zeigt die ganze Sprengkraft der Band. FSF bedeutet Musik auf die Ohren und fürs Gehirn.

Lusine haben die Viele von uns noch im Ohr. Der Track „Two Dots“hat sich mittlerweile zum Opening-Air-Klassiker entwickelt. Glaubt ihr nicht? Dann hört selbst nach. Auf seinem neuen Album hat Lusine wieder housige Tracks mit ähnlichen Ambitionen, “Get The Message” und “By this Sound”, in ein Gewand aus teils recht düsterem AmbientTechno gefasst. The Waiting Room wirkt wie aus einem Guss, ist abwechslungsreich und bietet die nötigen Ecken und Kanten, um positiv aus der Masse herauszustechen.

-R’nB von Herzen-

-Label: Warp-

INC. NO WORLD

DARKSTAR NEWS FROM NOWHERE

In ein paar Tagen erscheint das DebutAlbum von inc. und wir können euch an dieser Stelle schon einmal mitteilen, dass es groß wird! Ihr kennt inc. noch nicht? Na dann aber mal schleunigst Youtube angeschmissen, wenn ihr soften, flowigen R’nB mögt. Die Single “5 Days” vom neuen Album ist nämlich bereits raus. Die beiden Brüder Andrew und Daniel Aged, die sich bis 2011 noch Teen inc. nannten, überzeugen mit einer Liebe zum Detail in den Sounds und gaaaaaaaaaanz viel Soul in der Stimme. So viel Soul, dass es einen nach mehrmaligem Hören der Platte nervt. Aber bis dahin ist es schön.

2010 haben sie mit ihrem Album “North” schon einmal überzeugt. Das Duo ist mittlerweile zum Trio angewachsen und von Hyperdub bei Warp gelandet. Entsprechend anders klingt die Platte. Mit bandeigenem Sänger sind deutlich vocallastigere Tracks in dem einsamen Haus in Yorkshire entstanden, in das sich Aiden Whalley, James Young und James Buttery für einige Monate zurückgezogen haben, um das Album zu produzieren. Der Gesang wird zum Instrument, der Sound erscheint beim ersten Hören zu verwaschen, zu unpräzise. Man muss die Platte mehrmals hören, um die geschickt gesetzten Akzente wahrzunehmen. Das sieht James Young nach eigenen Aussagen übrigens ganz ähnlich.

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Kr端meln erlaubt. Fotografie: Franziska Evers Modelle: Anna Schmitz, Miran Zrimsek Haare & Make Up: Leonie Schneider Stying & Art Direktion: Julia Wittmann Assistenz: Julian Hildebrandt

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Fast Food Ohrringe: Jonney Gold Oberteil: Monki Rock: H&M Strumpfhose: H&M Str端mpfe: Monki

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Herzhaft M端tze: Urban Outfitters Pullover: Topman Shorts: Unabux Str端mpfe: Urban Outfitters

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Healthy ER Shirt: Forvert Pants: Roscoe Str端mpfe: Urban Outfitters SIE Top: Carhartt Hose: Superdry

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Breakfast Shirt: Pop Rocky Short: Unabux

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Romantic SIE Top: Monki Leggings: Zara Ohrringe: Jonney Gold ER Hose: H&M (Beckham Collection) Pullover: Weekday

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Sweets Shirt: Pop Rocky Rock: H&M

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TEXT: BENEDIKT BENTLER

HOCHBETT THE SKY IS THE LIMIT Das Hochbett ist das Gegenteil der Bodenmatratze. Wahrscheinlich hat jeder schon mal oben in einem Hochbett geschlafen, auf der Klassenfahrt oder im Ferienlager zum Beispiel. Mit einem Hochbett lässt sich im Zimmer natürlich Platz sparen. Unter dem Bett kannst du wunderbar deinen Schreibtisch platzieren. Oder man macht es wie meine Mitbewohnerin: Ein begehbarer Kleiderschrank. Doch sind wir mal ehrlich. Wer hat schon Bock nach einer durchgefeierten Nacht noch in ein Hochbett zu steigen? Womöglich kann man kaum noch laufen und sieht gar nicht mehr wie viele Sprossen die Leiter überhaupt hat. Schnell wird das Hochbett zu einer echten Gefahr. Und mit dem schlaftrunkenen, verpeilten Zustand am nächsten Morgen/Abend folgt direkt die nächste Herausforderung, man muss ja auch wieder herunter. Abhilfe kann da nur der Erfüllung unseres Kindertraums schaffen: Ein Hochbett mit Rutsche. Damit ist jeder Gang zur Toilette ein Riesenspaß. Naja. Hochbett ist einfach nicht geil.

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WASSERBETT Es gibt eine Gruppe von Menschen, die würden niemals ein schlechtes Wort über ein Wasserbett verlieren. Das sind in der Regel die Besitzer eines solchen. Ist ja auch verständlich. Wer gibt schon gern zu ein halbes Vermögen für etwas ausgegeben zu haben, dass ihm letztendlich nicht gefällt. Mir sind Wasserbetten zu schwabbelig. Je nachdem wie viel Wasser sich in der Matratze befindet, kann es sehr lustig zu sein darauf herumzurollen, vor allem zu zweit. Aber wenn es wirklich ums Schlafen geht, ist es mir persönlich doch unangenehm. Ich habe immer das Gefühl es bewegt sich etwas. Das Wasser in der Matratze reagiert ja schon auf ein Drehen des Kopfes. Den Preis für ein Wasserbett würde ich ja für etwas anderes bezahlen…

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ILLUSTRATION: Julia Wittmann & Nicole Schwittlich

TEMPURMATRATZE …nämlich für eine Tempur Matratze. Ich will hier wirklich keine Werbung machen, wir sind ja ein unabhängiges Faktenmagazin, in dem es um knallharten Journalismus geht. Aber diese Tempur-Matratzen sind einfach nur der Hammer, vorausgesetzt du hast die auf dein Körpergewicht abgestimmte Matratzendicke. Die Matratze passt sich perfekt deiner Körperform an. Du legst dich rein und hast das Gefühl auf einem Bett zu liegen, dass nur für dich gemacht ist. Wenn du dich mal schlecht fühlst: Geh in ein Möbelhaus und leg dich auf eine Tempur-Matratze. Innerhalb von zwei Minuten gehörst du zu den glücklichsten Menschen auf diesem Planeten. Versprochen! Für mich steht fest: Wenn ich groß bin will ich Tempur.

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HIMMELBETT OH WIE ROMANTISCH! Das Himmelbett á la Sissi ist der Traum aller Prinzessinnen von morgen. Also ich brauche das nicht unbedingt. Meiner Meinung nach ist Himmelbett eine komplett sinnfreie Bezeichnung für ein Bett mit hohem Gestell und einem Tuch oben drüber. Völlig egal ob da jetzt Sterne draufgestickt sind oder nicht. Die Dinger leuchten ja nicht einmal wie die Sterne am richtigen Himmel. Das hohe Bettgestell empfinde ich auch eher als einengend. Das Gegenteil der Freiheit, die ich mit dem Schlafen unter echtem Himmel verbinde. Würde ich in tropischen Gefilden wohnen, wäre es vielleicht praktisch, das Anbringen eines Moskitonetzes ist kinderleicht. Aber so. Nääää.

MATRATZE KEEP IT SIMPLE Die einen lieben es, die anderen hassen es. Ich persönlich gehöre zur ersten Gruppe. Die Matratze direkt auf dem Boden lässt einen ganz unten liegen – nah am Boden eben. Der Nachttisch wird gespart, er ist im Prinzip unendlich groß, jeder Zentimeter um das Bett herum kann vollgestellt werden. Man muss sich kaum bewegen um an irgendetwas heran zu kommen. Ok das Aufstehen ist etwas anstrengender, als wenn sich das Bett auf Hüfthöhe befindet. Aber sind wir ehrlich, wer hat in unserem Alter schon solche Rückenprobleme, dass er das nicht mehr schafft? Das Problem des nicht-aufstehen-wollens hat doch eher etwas damit zu tun, dass man die Wärme und Gemütlichkeit des Bettes nicht verlassen möchte, als mit dem Akt des Aufstehens an sich.


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UKRAINISCHES MÄRCHEN FOTOGRAFIE: KATHRIN SAMMETINGER ART DIREKTION: JULIA WITTMANN UNSERE FLEISSIGE HILFE: FRANZISKA EVERS

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in Bauer hatte einen Hund. Solange dieser jung war, bewachte er das Haus; aber als er alt wurde, jagte sein Herr ihn vom Hof. Da stromerte er durchs weite Feld, fing Mäuse und fraß, was ihm sonst noch vor sein Maul kam. Eines Nachts begegnete ihm der Wolf. "Guten Tag, Bruder Hund!" begrüßte ihn der Wolf. "Was machst du denn?" "Ach, als ich jung war, hatte mein Herr mich sehr gern, weil ich den Hof bewachte; aber jetzt, da ich alt geworden bin, jagt er mich davon!" Mitleidig nickte der Wolf. "Sicherlich hast du Hunger, wie?" "Ja" sagte der Hund, und der Wolf sprach weiter: "Komm, wir gehen zusammen, ich werde dich schon durchfüttern."

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So zogen sie los. Und als sie eine Weile gegangen waren, sah der Wolf Schafe auf einer Wiese. "Geh und sieh, was da weidet." Der Hund ging, besah sich das Vieh, kam wieder und sagte: "Es sind Schafe." "Hol sie der Kuckuck! Wir werden nur in Wolle beißen; sie haben zu wenig Fleisch auf den Knochen und wir werden nicht satt. Komm weiter!" Sie gingen wieder eien Stück, und der Wolf erblickte eine Herde Gänse. "Geh", sagte er, "und sieh, was da weidet!" Und der Hund lief, schaute nach und sprach: "Es sind Gänse." "Hol sie der Kuckuck! Wir kriegen das Maul voll Federn, aber keine Fleisch in den Magen. Komm weiter!" So gingen sie weiter, der Wolf blickte umher und sah ein Pferd auf der Weide. "Geh", sagte er wieder, "und sieh, was da weidet!" Der Hund sah nach und sagte: "Es ist ein Pferd." "Nun, das soll uns gehören." Sie gingen auf das Pferd los, der Wolf scharrte die Erde auf und biß in den Rasen, um sich in Zorn zu bringen und rief: "Sieh her, hab acht auf meinen Schwanz: Zittert er schon?" Der Hund besah ihn und sagte: "Ja, er zittert schon." "Und tränen nicht auch meine Augen?" "Ja, sie tränen."

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Da st체rzte sich der Wolf auf das Pferd, packte es bei der M채hne und zerfleischte es. Dann fingen beide an zu fressen. Der Wolf war noch jung und konnte schnell schlingen, aber der Hund hap hap - sagt selbst, das war so gut wie nichts! Zuletzt liefen auch noch andere Hunde herbei und verdr채ngten ihn ganz und gar.

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Da ging unser Hund traurig seiner Wege. Bald aber begegnete ihm ein Kater. Der war genauso alt wie er selbst. Er lief über die Felder und fing Mäuse. "Guten Tag, Freund Kater! Wohin des Wegs?" "Ach, ich gehe immer der Nase nach. Als ich noch jung war, fing ich meinem Herrn die Mäuse; aber als ich alt wurde und schlecht sah, schaffte ich`s nicht mehr; da jagte er mich davon. Nun strolche ich hier herum." "So komm mit, Katerchen! Ich werde dich füttern." Der Hund wollte es nämlich auch so machen wie der Wolf. Sie gingen zu zweit ihres Weges. Da sah der Hund die Schafe und schickte nun den Kater hin: "Lauf Katerschen, guck mal, was da weitet!" Der Kater lief, guckte und sprach: "Es sind Schafe." "Ach, der Kuckuck soll sie holen! Wir kriegen nur das Maul voller Wolle, aber kein Fleisch in den Magen. Gehen wir weiter." So gingen sie weiter, und der Hund sah die Gänse: "Geh", sprach er, "und guck, was da weidet!" Der Kater lief, guckte und sprach: "Es sind Gänse!" "Hol sie der Kuckuck! Da kriegt man vor lauter Federn kein Fleisch in den Schlund." Schließlich aber erblickte der Hund das Pferd. "Lauf, Brüderchen!", sprach er zum Kater, "und sieh, was da weidet." Der Kater ging, sah sich um und sagte: “Es ist ein Pferd!” “Nun”, sprach der Hund, “das soll uns gehören, das wollen wir fressen!”

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r biß in die Erde, um in Zorn zu kommen und rief: "Schau her, Kater, sieh auf meinen Schwanz, zittert er schon?" "Nein", sprach der Kater, "er zittert nicht." Wieder scharrte der Hund in der Erde und fragte noch einmal: "Zittert er jetzt? nun sag schon, dass er zittert." Der Kater guckte und sprach: "Ein bisschen fängt er an." "Ha - den Teufelsgaul werde ich zerfleischen!" rief der Hund. Dann kratzte er noch einmal im Grase herum und fragte: "Nun, Kater, guck: Tränen meine Augen?" Aber der Kater sagte: "Nein, sie tränen nicht." "Ach, du schwindelst! Sag, dass sie tränen!" "Meinetwegen, sollen sie tränen." sagte der Kater. Da stürzte sich der Hund wie wild auf das Pferd; aber das, nicht faul, gab ihm eins mit dem Huf über den Schädel. Er streckte gleich alle Viere von sich, und die Augen quollen ihm aus dem Kopfe. Da rannte der Kater herbei und rief: "Ach, ach, Bruderherz, jetzt tränen deine Augen richtig!"

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ALPTRÄUME ALISA JAKUB BENNET PAZUREK ALEXANDER SCHWARZ IGOR DOLINGER

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ALISA JAKUB “Gib Acht, gib Acht. Es kreucht und fleucht. Um Mitternacht!”

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IGOR DOLINGER “Das Bild ist eine Szene aus einem Traum, den ich mit fünf hatte. Da war ich noch im Kindergarten in Russland. Ich habe geträumt, dass ein Fuchs meine Unterhose gestohlen hat und man mich trotzdem gezwungen hat, mit den anderen Kindern und einem Pferdemann zu spielen. Der Hausmeister hat dann angeboten einen Eimer als Schlübber zu benutzen. ”

BENNET PAZUREK “Die Klauen des Albtraums greifen nach mir. Zur Sternstunde wach ich umnachtet auf. Es war nur ein Abenteuer in meiner Rübe…”

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ALEXANDER SCHWARZ “König der Löwen kann einpacken. Jetzt kommen wir.“

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BJÖRNS S O F A B Ä S H

BILD: Julia Wittmann

Ich stehe an einer U-Bahn-Station in Charlottenburg und das Warten fällt nicht nur schwer, weil Warten nun mal schwer fällt, nein, verstärkt wird dieser Umstand dadurch, dass ich ein Stück Bett trage. “Klar, kannst du du das gute Stück haben aber du musst es dir spätestens morgen abholen!” hat er gesagt, der nette Mann von der Kleinanzeige. Und weil 25 Euro für ein Bett so schön klingt, ist es mir dann auch egal, dass fast niemand Zeit zum Helfen hat. Mit eines Tageskarte bewaffnet fahre ich also 6 mal hin und her, unfähig mehr als ein Bauteil auf einmal zu tragen. Dinge tragen - noch so eine Sache, die ich nicht ganz so drauf habe.

WAS MIR ABER SEHR LIEGT? SPONTANE IMPULSENTSCHEIDUNGEN. Wie etwa die, mein Studium so mehr oder weniger auf Eis zu legen und nach Berlin zu ziehen. Groß und wild sollte das Leben sein. Größer und wilder

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jedenfalls, als es das in der OstseeProvinz möglich gewesen wäre. Und weil man ja bekanntlich eher das bereut, dass man nicht getan hat, sitze ich jetzt hier, in einer WG-Küche die sich endlich richtig anfühlt. Ich will hier gar keine fette Liebeshymne an Berlin schreiben oder versuchen irgendwen davon zu überzeugen, dass es The place to be sei. Ich denke, dass jeder von uns seinen ganz eigenen Platz finden sollte. Ob es nun ein Mensch ist, ein toller Job, eine heimatliche Verbundenheit oder ein Gefühl, dass uns an diesen Ort bindet, festzuhalten ist, dass es wohl tausend gute Gründe geben kann. Vielmehr mag ich diesen Text als eine Hommage darauf nicht mehr zu warten anlegen. Nie wieder werden wir so jung oder so gutaussend sein wie genau jetzt. Mit Anfang 20 hat man noch so viel Zeit zum Fehler machen - es wäre doch


schade, das nicht zu nutzen. So wie das süße Gefühl des Leichtsinns beim Nachtbaden in der Ostsee uns tausend Mal länger in Erinnerung bleiben wird, als die kleine Erkältung danach, so sollten ein paar Rückschläge doch niemanden davon abhalten mal ein bisschen mutig zu sein. Kein lückenloser Lebenslauf kann das ersetzen, was man bekommt wenn man einfach mal aufhört. Oder neu anfängt. Oder eine Pause macht. Wenn ich daran denke, wie hoch die Miete für mein Zimmer im Wedding ist, wie viel Geld ich jede Woche für Museen und/oder Gin Tonic ausgebe oder wie schnell sich American Appareal-Besuche preislich in die Höhe schaukeln können ist das manchmal ein bisschen beängstigend. Aber dann fällt mir ein wie viel Charme meine WG hat, wie schön das Gefühl ist vor einem meiner Lieblingsbilder zu

stehen ist, wie sehr ich die durchzechten Nächte liebe und wie unfassbar schick ich in fair gehandelten Textilen bin. “Arm aber sexy” sagte Klaus Wowereit einst über Berlin. Da hat aber mal einer was auf den Punkt gebracht. Mit jeder S-Bahn-Bekanntschaft, jeder wilden Hausparty, Vernissage, mit jedem Katerbrunch und jedem neuen großen Ding schwingt es mit: Arm - aber sexy.

DAS IST DAS GEFÜHL, MIT DEM ICH MORGENS AUFWACHEN MÖCHTE. Vielleicht habe ich gestern Abend viel zu viel Geld auf den Kopf gehauen und vielleicht weiß ich noch nicht wo und mit was ich die nächsten 3 Jahre verbringen werde. Aber mein Bett, dessen U-Bahn-Odysee mich mit Stolz erfüllt, steht genau am richtigen Ort.

BJÖRN BROLEWSKI

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SIE SEHEN HIER: EIN QUOKKA 62 \\


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JULIAN HILDEBRANDT

DAS BETT DES KLEINEN MANNES ICH WILL DIE GANZE WELT ERKUNDEN! Ein Spruch den schon der eine oder andere von uns mit voller Überzeugung in den Mund genommen hat. Ist es doch auch so schön, mehr zu entdecken und über die Grenzen des eigenen Kaffs hinweg zu schweben und das Fotoalbum mit Bildern aus anderen Ländern zu füllen, um später seinen Enkelkindern sagen zu können: „Seht Kinder wo ich schon überall war.“ Doch leider gestaltet sich dieses gigantische Vorhaben als finanziell schwierig. Deshalb müssen wir sparen oder besser noch einsparen. Und wo kann man nicht besser sparen als bei der Unterkunft. Denkt sich doch jeder: „Was soll ich dafür viel Geld ausgeben, will ja eh was erleben und nicht im Hotel rumhängen.“ Die bekannteste Lösung des Problems ist wohl das Hostel. Waren doch schon die meisten von uns zu Gast in dieser von Jugendkultur geprägten Übernachtungsresidenz. Jedoch nicht alle waren immer begeistert am Ende der Exkursion. Das Hostel war einmal die preisgünstige Alternative zum Hotel, leider ist das längst nicht mehr der Fall. Man erstaunt über die teils heftigen Preise mancher Hostels. Und wundert sich, warum sie trotzdem so gut besucht sind. Denn der Schrecken zeigt sich nicht nur auf der Kreditkartenabrechnung, sondern auch vor Ort. Angekommen in der Erholungszone fängt der ganze Stress bereits am Empfang an. Wie kann ein Hostel ein paar Euro billiger sein als ein Hotel? Na klar! Durch weniger Personal und mehr Eigeninitiative der Gäste. Beim Einchecken dauert die ganze Prozedur dann gerne mal eine Stunde und ganz zufällig ist ja die Klimaanlage erst seit heute defekt. Schnell vergessen ist die Verärgerung jedoch, schließlich

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sind wir ja im Urlaubsfeeling. Da will man die Seele baumeln lassen und nicht die Ader am Hals aufpumpen. Im Zimmer angekommen fragt man sich dann, ob das das Richtige ist. Leider sind die Spuren unseres Vorgängers noch gut sichtbar im Raum verteilt und irgendwie hat wohl die Reinigungskraft den Raum übersehen. Ach nein, eine Reinigungskraft ist ja aufgrund der minimalistischen Personalplanung nicht vorhanden. Auch hier heißt es Selbstmanagement! Sagen sich doch viele spätestens jetzt: “Hätten wir bloß lieber Couchsurfing gemacht!” Natürlich ist es beim Couchsurfing auch nicht immer ordentlicher, jedoch zeigt sich hier der große Unterschied im Preis. Man bekommt das, wofür man bezahlt hat. Beim Hostel ist leider genau dies nicht der Fall. Denn dort lauern die versteckten Kosten, kosten die Handtücher oder Bettlaken schließlich extra. Freies Internet gibt es nur in der Lobby (übrigens: mein altes 56K Modem ist schneller) und von Frühstück brauchen wir ja wohl gar nicht erst anfangen. “Nein, nicht mit mir,” denkt sich jeder und schwört, nie wieder ein Hostel zu besuchen. Hätten mich die drei Filme von Eli Roth doch schon genug warnen müssen. Wer nicht hören will, muss also fühlen. Soll mir diese Erfahrung eine Lehre sein. Somit kann ich auf meiner Einmal-Gemacht-ImLeben-Liste ein weiteres Kreuz setzten. Und trotzdem werde ich wieder ein Hostel besuchen, denn welche Alternative, wenn ich nicht gerade Couchsurfen möchte, habe ich? Außerdem, was wäre das Leben ohne Ärgernisse? Fazit: Hostel, du wirst nie mein Freund werden, trotzdem werde ich dich weiterhin für meine Zwecke missbrauchen, danke schon mal dafür und bis dahin.

HOTEL Gegen eine, oft mehr als weniger hohe Bezahlung, kann jeder in einer dieser Beherbergungs- und Verpflegungsbetriebe als Gast nächtigen. Besonders der Service, die Übernachtungsräume und das Restaurant eines Hotels bestimmen den Preis. Ob klein und privat oder große Hotelkette, morgens Roomservice oder Frühstücksbuffet, wer in einem Hotel schläft, kriegt auf jeden Fall morgen frisch bezogene Betten.

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COUCHSURFING

BILD: Franziska Evers & Julia Wittmann

HOSTEL Ein anderer Begriff für ein Hostel wäre wohl (Jugend-) Herberge. Damals eine Bergung für das Heer, spricht man heutzutage allegemein über eine Unterkunft für Reisende, die bewirtschaftet wird. Wobei sich das mit der Bewirtschaftung von Hostel zu Hostel in Umfang und Qualität unterscheidet. Im Bettpreis allgemein kostengünstiger sind Speisen, Service und Extras meist nicht im Preis inbegriffen.

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Couchsurfing ist eigentlich nur ein Netzwerk. Ein internetbasiertes, kostenloses Gastfreundschaftsnetzwerk, bei dem man nach Anmeldung munter Kontakte knüpfen kann. Die Mitglieder können ihre Wohnung als Unterkunftsmöglichkeit anbieten oder aber andere kostenlose Unterkünfte für ihre Reise suchen. Leistungen wie Verpflegung und Bettzeug gestalten sich nach Absprache. Private Stadtführungen und echte Geheimtipps sind ab und an inklusive. Innovativ und persönlich gestaltet sich das Reisen2.0


-Konzert-

OF MONSTERS AND MEN Nachdem sich ihr Hit “Little Talks” mehrere Wochen in den isländischen Single-Charts hielt, schwappte die “Of Monsters and Men”-Welle auf das europäische Festland rüber. Den Sommer 2012 haben sie bereits geprägt. Nun nehmen sie Kurs aufs neue Jahr. // 14.03. Berlin, 17.03. München, 23.03. Bremen

-Konzert-

CAPTAIN CAPA “Saved my life” brachte bereits die Massen zum Springen und Tanzen. Die letzten Jahre waren geprägt von tollen Capa-Konzerten. Eine Audiolith-Band, die einen eigentlich immer zum Zappeln bringt. 2013 also mal wieder auf Tour. // 22.02. Hamburg, 21.02. Oldenburg, 23.02. Flensburg und viele weitere

-Festival-

JAZZAHEAD! FESTIVAL

In den letzten acht Jahren hat sich die “Jazzahead!” zu einer der wichtigsten Netzwerkplattformen in der europäischen und weltweiten Jazzszene entwickelt. Produkt dieser Plattform ist das Jazzahead! Festival, welches dieses Jahr in Bemmen stattfindet. Diese Veranstaltung vereint Festival, Messen und Konferenzen rund um das Thema Jazz. Jazzhead! - Das Produkt einer Netzwerkplattform genießt weltweit einen hervorragenden Ruf in der Szene. Das verspricht Qualität. // 25.04.-28.04. Bremen -Ausstellung-

HELMUT NEWTON

Helmut Newton war nicht nur einer der berühmtesten Aktfotografen, er widmete sich auch der Modefotografie. Er arbeitete lange vor seinem internationalem Durchbruch für renommierte Modemagazine und Modehäuser. Viele dieser Arbeiten veröffentlichte er in seinem 4. Buch (1984) “World without Men”. Dieses Fotobuch wird nun erstmals ausgestellt. Es werden schwar-weiß-Fotografien unterschiedlicher Generes aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren gezeigt. // 07.12-19.04.13 Museum für Fotografie Berlin

Immer Up To Date bleiben kön

TISCHOBST.BL

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-Ausstellung-

-Festival-

VON BECKMANN BIS WARHOL

MONSTER BASH BERLIN

Die Sammlung der Bayer AG zählt zu einer der ältesten Firmensammlungen Deutschlands. Im Walter Gropius Bau werden aus dieser Sammlung von Werke Beckmann, Kirchner, Picasso und Andy Warhol der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Schnitt durch das 20. und 21. Jahrhundert aus Anlass des 150-jährigen Firmen-Jubiläums.

Berlins Punk Rock Festival. Das dritte Jahr in Folge treten Bands wie Pennywise, Polar Bear Club, Rise Against oder Less Thai Jake auf. Aber dieses Jahr ist alles anders. Getreu dem Motto “Doppelt hält besser” findet das Festival erstmalig in zwei Städten statt: Berlin und München. // 27.04. Berlin, 26.04. München

-Sport-

33.BERLINER HALBMARAHON

Ihr seid gern sportlich, aber keine Topsportler? Na und. Es muss nicht gleich der ganze Marathon sein. In Berlin könnt ihr eure Laufschuhe 21km einlaufen, bevor ihr im nächsten Jahr die ganze Strecke angeht. Auch für Zuschauer ein spannendes Ereignis. // Berlin 07.04. -Konzert-

nnt ihr auch über unseren Blog:

LOGSPOT.COM

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-Konzert-

PAUL KALKBRENNER

MUMFORD & SONS

Paul Kalkbrenner. Ein Name zu dem jeder gleich Songs wie “Sky and Sand” oder “Dockyard” im Kopf hat. Unvergessen auch sein Filmdebut “Berlin Calling”. Nun also wieder auf Tour. // 21.02. München, 01.03. Stuttgart, 14.03. Leipzig, 15.03. Hamburg, 16.03. Berlin

Wer Mumford & Sons einmal live erlebt hat, kann bestätigen, dass diese Band ein Muss für jeden Folk-Konzertgänger ist. So viel Leidenschaft und Musikalität auf einer Bühne vereint, darf keiner verpassen. // 02.04. Berlin, 04.04. Hamburg, 11.03. München


KRÜMEL IM BETT Ich frühstücke für mein Leben gern bei einer gemütlichen Tasse Kaffee und Frühstücks-TV. Doch die elendigen Krümel im Bett stören mittlerweile sehr. Habt ihr Tipps was ich gegen Krümel im Bett tun kann?

EinT RAEBER G

Ich kann mir nicht vorstellen mein Frühstück im Bett einzunehmen. Selbst bei einem Krankenhausaufenthalt ist es mir zuwider.Wem aber die Hygiene nichts ausmacht, den stören auch Krümel nicht. Man kratzt sich am Po und frühstückt weiter.

Generell ist es immer besser Brotscheiben zu nehmen, als Brötchen. Aber dann nimm sie am besten schon beschmiert in dein Bett mit. Sonst schmadderst du nur rum.

Suppe.

Suppe, aber zu einer guten Suppe gehört auch ein Brötchen zum Eintunken - KRÜMEL! Ne ne ne…ich lebe einfach mit ihnen. Sie gehören einfach zu meinem Bett. Wer das nicht mag, kann auf dem Sofa schlafen.

Ein Sabberlatz. Oder noch besser: Eine Schnabeltasse Mein Freund hasst die Krümel in meinem Bett. Ich will nicht auf Frühstück im Bett verzichten. Darum schenkte er mir einen kleinen Handstaubsauger. Gibt es in vielen Farben, sehr stylisch. Seitdem sind die Streitigkeiten um die Krümel Geschichte.

So ein Handstaubsauger versaut schon ein wenig die Romantik beim allabendlichen Kuscheln, oder? Mein Tipp: Frühstückstablett. Überall gibt es mittlerweile solche mit aufklappbaren Beinen.

Zu einem zünftigen Frühstück im Bett gehören auch ein paar Krümel. Man up.

Staubsaugerbeutel leeren – nicht im Schlafzimmer.

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"Wo waren Sie in der fraglichen Nacht zwischen 2 und 3 Uhr?" "Im Bett." "Zeugen?" "Ich hab's versucht, Euer Ehren!"

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THIS IS WHERE TH L I V E DA B E I IN

DE N M A S T E R B E DR O O

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HE MAGIC HAPPENS. OM S UN S E R E R S TARS AND S TRIPES.

EINE FOTOGRAFISCHE ZUSAMMENARBEIT VON

FRANZISKA EVERS UND KATHRIN SAMMETINGER (STYLING: JULIA WITTMANN)

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KARL

LAGERFELD


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BRIDGET

JONES


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PETE

DOHERTY


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JUSTIN

BIEBER


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SAMANTHA

JONES


N

E

S

– Auf’m Sprung –

SALZGITTER

3

2

1

1 Wohnungsknappheit gibt es hier nicht. Eine Wohnung zu finden ist also nicht so schwer. Eine schöne Wohnung zu finden hingegen schon. 2 Die obligatorische Jogginghose. Sie ist der beste Freund eines waschechten Salgitteraner. Ohne sie geht es nicht. 3 Salzgitter. Vom Bismarkturm hat meinen einen guten Blick auf die vielen Dörfer, die Salzgitter ausmachen.

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TEXT & BILD: BRITTA WERNER

W


MONTAG

DIENSTAG

MITTWOCH

DONNERSTAG

FREITAG

SAMSTAG SONNTAG

Fuck Mondays. Es hilft nichts, meine Miezekatze und ich

müssen um 10 Uhr aufstehen. Adé Bett. Die Spuren des Wochenendes sind noch nicht beseitigt. Pizzakartons, China-Essen-Reste und fast leere Club Mate Flaschen bleiben also im Bett – ohne mich.

Abends komme ich heim und merke, dass für Aufräum-Activities noch zu viel Wochenende in meinen Knochen steckt. Ich verkrieche mich unter meiner Decke und stehe heute nicht mehr auf.

TEXT: ISABEL KRÄMER

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Dienstag-Donnerstag Entsorgung des nötigsten Wochenend-Bett-Mülls. Irgendwann bekommt man den Pizzaschneider sonst nicht mehr sauber. So als Single hat man ja zumindest das Recht im Bett so viel zu krümeln, wie man will. Der Wochenendbesuch aus Berlin ist aber größtenteils zu Muttersöhnchen, um das zu verstehen und einzusehen, dass Studium und drei Jobs einen in Anspruch nehmen. Also, bis Donnerstag wird aufgeräumt. (Ha, Vorsätze!) Und ansonsten: 23 bis 7 Uhr - Schlafen. Wichtig. Freitag Meinen besten Freund, der später zum CHILLEN vorbei kommt – weil wir hart gestresste Mid-Twenties sind – interessiert zum Glück nicht, ob es in meinem Bett piekst oder die Bettwäsche schon seit Wochen nicht gewechselt wurde. Der lebt genauso in seinem Bett und was bei mir ein paar Krümel und ein leerer Puddingbecher sind, darf man in seinem Bett gerne als „Reste des Körperflüssigkeitsaustausches“ bezeichnen. Aufräumen = unnötig. Abends ein beliebiger Kult-Film und spätes einschlafen. Samstag Kein Bett

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Sonntag, 13 Uhr. Morgendlicher Blick durch den Raum. Ich wünschte, ich hätte die Decke neu bezogen. Oder zumindest eine zweite Decke aus einem imaginären Hut zaubern können. What the fuck ?! Mein Bett gehört mir allein! Ich arbeite zu viel, ich studiere (zu wenig), meine letzte Beziehung (/Affäre/ONS/Bettgeschichte) ist gefühlt Jahre her und ewig hat sich kein Mann hierher verirrt. Noch dreht sich alles ein wenig. Wäre dies bloß einer meiner fancy realistic lucid dreams. Mein Kopf tut weh. Ich glaube, ich habe noch gar nicht geschlafen. Kann dieser Mann neben mir bitte mein Bett verlassen. Ich spule zurück. Ach ja, Alkohol, du böser Geist. Fick dich hart. Statt mich Berlin. Wo ist mein Telefon?! Schnarchen von rechts. MEINE Seite. Das ganze Bett ist eigentlich meine Seite. Und nun - Ich kuschle… äh, nee, ich lege mich an ihn. Mir ist schließlich kalt. Das bereits erwähnte Problem der einzigen Bettdecke macht sich bemerkbar. Er ist angenehm warm, riecht nach Mann. Ich werde schwach. Diese Person neben mir wird kaum in meinem Bett bleiben. Will ich das denn? Teilen? Mein Bett hat sich bereits entschieden, dass es an der Zeit ist für eine zweite Decke. Ein Reifeprozess innerhalb einer Nacht

Plötzlich seine Stimme: „Wenn du mir jetzt Rührei mit Bacon servierst, komme ich wieder.“ In meinem Kopf steh ich bereits in der Küche. Ich atme tief durch und krächze: "Nur noch 5 Minuten."

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DOs Paillettenhosentr채ger. Arschhosen. Winterbettw채sche Obst.

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DONTs Den Weihnachtskalender auf einmal essen. Popeln. Met-Das Zeug ist ekelig. Kinder schlagen.

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BILD: Franziska Evers


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BILD: Julia Wittmann


WHAT ‘S

NEX T:

SCHWEIN. 1

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

BILD: Julian Hildebrandt TEXT: Julia Wittmann

Kennt ihr es noch, das Gefühl, als es Zeit wurde euer geliebtest Kuscheltier los zu lassen. Euren kleinen Hund, euren Panda, euer Schmusehäschen. Auf einmal war es kaputt und ihr ein Stück erwachsener. Kuscheltiere zu beerdigen ist etwas, das jeder im Leben kennt. Aber was, wenn es da einen Ort gibt, an dem ihr Verstorbenes begraben, um es wieder ins Leben zu holen, könnt. Unglaublich? Sicher. Denn die Sache hat einen Haken. Das Wesen der Tiere wird sich ändern. Zum Bösen ändern. Stephen Kings Roman aus dem Jahr 1983 erzählt eine phantastische Geschichte zum Mitfiebern und Gruseln. Spitzen Bettlektüre, wenn man grad auf die nächste //TISCHOBSTAusgabe wartet. Ein absoluter Redaktions-Tipp.

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BILD: Franziska Evers & Julia Wittmann

ENDE

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