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KONZERTE 2018 Das Konzertprogramm 2018 ist auf die Ausstellung „Stereo-Typen. Gegen eine musikalische Mono-Kultur“ fokussiert. Musikalische Darbietungen unterschiedlichster Ausprägung bilden einen zentralen Bestandteil dieser Ausstellung.

STEREO-TYPEN Gegen eine musikalische Mono-Kultur Musik begegnet uns allerorten: im Unterrichtszimmer, in der Werkstatt, im Salon und im Konzertsaal. Überall in diesen Räumen intensiver individueller oder kollektiver Musik-Erfahrung begegnen wir ihnen, den Stereo-Typen: LehrerInnen, SchülerInnen, ExpertInnen, Stars, Fans. Im Zusammenwirken dieser unterschiedlichen Stereo-Typen entstand unsere Musikkultur, deren Rituale und Konventionen wir heute vielfach unhinterfragt akzeptieren und weitergeben. Solche Stereo-Typen gründeten und trugen auch den Innsbrucker Musikverein, dessen 200-jähriges Gründungsjubiläum Anlass dieser Ausstellung ist. Die BesucherInnen der Schau sind eingeladen, ihren Platz in diesen Musikräumen zu suchen und zu hinterfragen.

27. APRIL – 28. OKTOBER Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Eröffnung: 26. April, 18 Uhr Eintritt frei

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FR 23. FEBRUAR, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Haller Streicherey Leitung: Ursula Wykypiel Eintritt frei

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ALTE MUSIK GANZ JUNG Barockmusik mit Tiroler NachwuchsMusikerInnen Das Ensemble Haller Streicherey unter der Leitung von Ursula Wykypiel ist Tirols Vorzeigeprojekt im Bereich der Alte MusikAusbildung für junge Menschen. Die international renommierte Tiroler Barockgeigerin hat eine besondere Gabe, ihre Begeisterung und ihr profundes Wissen um die historische Aufführungspraxis Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu vermitteln. Mit vorbildlichem Idealismus und Engagement hat sie so ein Streicher-Ensemble geformt, das auf hohem Niveau musiziert und mit seiner Musizierfreude begeistert. Die Haller Streicherey bietet in diesem Konzert einen Streifzug durch das barocke Ensemble-Repertoire – mit MusikerInnen unterschiedlicher Altersstufen und in diversen Besetzungen. Sie werden staunen, auf welch hohem Niveau die jungen Menschen spielen!


A DUE Johann Sebastian Bach: Sonaten für Violine & obligates Cembalo Dieses Konzert verspricht besonders authentischen Musikgenuss: Die aus Bulgarien stammende, in Basel beheimatete Barockgeigerin Plamena Nikitassova und der Cembalist Peter Waldner interpretieren Meisterwerke von Johann Sebastian Bach auf Instrumenten, die als ideale Vehikel für die Annäherung an die einzigartige Bach‘sche Klangwelt dienen können. Dass Johann Sebastian Bach eine Geige aus der Werkstatt des Absamer Meisters Jakob Stainer besaß, ist durch das Inventar seines Nachlasses bezeugt. Plamena Nikitassova spielt eine der zwei kostbaren Stainer-Violinen aus der Instrumentensammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, ein Instrument, das sie schon gut kennt und liebt. Peter Waldner präsentiert sich auf einem Cembalo, das der Thüringer Instrumentenbauer Jürgen Ammer nach einem anonymen Original aus dem Bachhaus Leipzig gefertigt hat.

SO 25. FEBRUAR, 20 UHR Canisianum, Aula Tschurtschenthalerstraße 7, Innsbruck 19.15 Uhr Einführungsgespräch mit Franz Gratl Plamena Nikitassova (Barockvioline Jakob Stainer 1658) Peter Waldner (Cembalo Jürgen Ammer) In Zusammenarbeit mit der Konzertreihe Innsbrucker Abendmusik Infos und KVV: www.innsbrucker-abendmusik.at

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SO 29. APRIL, 11 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Ensemble Amarena Maria Erlacher (Sopran) Markus Forster (Altus) Alexander Ringler (Hammerflügel Johann Baptist Streicher)

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MATINEE ROMANTISCHE LIEBES PERLEN Lieder und Duette umrahmen Liebesbriefe aus der Bibliothek des Ferdinandeums Die Bibliothek des Tiroler Landesmuseums birgt manchen Schatz, so auch – als Kostbarkeit und Kuriosum zugleich – ein Konvolut von Liebesbriefen aus den Jahren 1845 bis 1850. Die Briefe lassen uns die aufkeimende Liebe zweier junger Menschen ebenso nachempfinden wie die damit verbundenen Schwierigkeiten, die Sehnsüchte, Hoffnungen und Enttäuschungen. Ein renommiertes Tiroler Künstlerehepaar entführt uns mit diesen Briefen ins Tirol des 19. Jahrhunderts. Der vielseitige, in Tirol tätige Pianist Alexander Ringler spielt ein edles, auf das Repertoire ideal abgestimmtes Instrument, einen Flügel des Wiener Klavierbauers Johann Baptist Streicher. Ausgewählte Lieder und Duette von Mendelssohn, Brahms und Tiroler Komponisten – darunter Werke von Ernst Tschiderer aus dem Archiv des Innsbrucker Musikvereins – werden sinnfällig mit den Texten verknüpft.


KAMMERKONZERT: HEIMAT? Kammermusik von Tschiderer bis Pirchner Mit diesem Konzert unternehmen wir einen Ausflug in den Kosmos der Kammermusik. Trios, Sonaten und Solowerke von Tiroler und internationalen Komponisten stehen auf dem Programm dieses Abends, der Romantik und Moderne verbindet und stilistische Gegensätze überbrückt. Titelgebend ist ein Klaviertrio von Werner Pirchner, dessen Musik heute aktueller denn je ist. Ironie und Humor sind in seinen Werken allgegenwärtig, noch mehr aber ein tiefer Humanismus. Im Programm sind auch Raritäten aus dem Umfeld des Innsbrucker Musikvereins zu hören. Ein international renommiertes Musikertrio mit primärem Wirkungsort Tirol garantiert ein außergewöhnliches Hörerlebnis.

SA 12. MAI, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Martin Yavryan (Violine) Nikolaus Messner (Violoncello) Shao-Yin Huang (Klavier)

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MI 23. MAI, 20.30 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck 19 Uhr Diskussionsveranstaltung der Reihe ConTakt, Audioversum Dorothea Seel (romantische Flöten) Christoph Hammer (Hammerflügel) Eintritt frei

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ROMANTISCHER MUSIKSALON Salonmusik des 19. Jahrhunderts für Flöte und Klavier Salonperlen des 19. Jahrhunderts, zum Teil aus dem Archiv des Ferdinandeums, stehen auf dem Programm dieses Konzerts. Dorothea Seel hat sich intensiv wissenschaftlich und praktisch mit dem Flötenklang der Romantik auseinandergesetzt und stellt mit ihren Erkenntnissen unsere Hörgewohnheiten auf die Probe. Der Spezialist für historische Tasteninstrumente Christoph Hammer ist ihr auf dieser Erkundungstour ein kongenialer Partner. Mit den historischen Hammerflügeln in der Musiksammlung der Tiroler Landesmuseen steht ihm eine reiche Palette klangschöner Originalinstrumente zur Verfügung. Lassen Sie sich in eine ganz eigene Klangwelt entführen: Sie werden Romantik ganz neu erleben!


CHORROMANTIK Aus der Schatzkammer des Innsbrucker Musikvereins Die historische Bibliothek des Innsbrucker Musikvereins, die sich seit 2007 zur wissenschaftlichen Aufarbeitung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum befindet, ist eine schier unerschöpfliche Fundgrube zur regionalen und internationalen Musikgeschichte. Schon ab seiner Gründung im Jahr 1818 widmete sich der Musikverein auch der Pflege der Chormusik. Die Bibliothek enthält daher auch zahlreiche Kostbarkeiten und Raritäten des Chorrepertoires mit Schwerpunkt aus der Romantik. Josef Pembaur, der bedeutendste unter den Musikdirektoren des Vereins, erwarb sich insbesondere durch seine Chorwerke überregionales Renommee. Neben Musik von Pembaur stehen Werke von Franz Schubert im Zentrum des Konzertprogramms. Der Kammerchor Innsbruck unter der Leitung von Martin Lindenthal geht auf Schatzsuche im Vereinsarchiv.

SA 26. MAI, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Kammerchor Innsbruck Athina Giliopoulou (Hammerflügel) Leitung: Martin Lindenthal

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DI 5. JUNI, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Performance kuratiert von Erika Wimmer Mazohl Eintritt frei

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FLIESSTEXTE Poesie, Klang, Bewegung Die Veranstaltung „fließtexte“ lädt inmitten der Ausstellung „Stereo-Typen“ das Publikum dazu ein, verschiedene Elemente aus Poesie, Musik und Tanz auf sich wirken zu lassen. Geboten wird ein Programm, das Sprache „tönen“ lässt und Texte nicht auf ihren Inhalt reduziert, sondern auch deren Klang hörbar macht. Musikalische Zwischenspiele werden die sprachlichen Darbietungen konterkarieren und in einen Dialog mit den poetischen Texten treten. Gewidmet ist der Abend außerdem der körperlichen Bewegung, die einer inneren Musik Ausdruck gibt. Als Beitragende konnten u. a. Oswald Kollreider und Tom Zabel, Franz Josef Czernin, Floria Herrero-Pinto und Erika Wimmer Mazohl, Julia Rhomberg und Marion Steinfellner gewonnen werden. Max Castlunger begleitet dieses Programm mit verschiedenen Percussions-Instrumenten.


A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM – VON VERLIEBTEN UND ANDEREN VERRÜCKTEN Ein Abend mit Musik von Norbert Zehm Zur Sommersonnenwende präsentieren wir Musik des Tiroler Komponisten Norbert Zehm, für den der Dichter William Shakespeare eine nie versiegende Inspirationsquelle darstellt. Zu hören sind unter anderem Ausschnitte und Paraphrasen aus der Oper „Cadence Macbeth“, die 2010 im Tiroler Landestheater uraufgeführt wurde, zudem die Klaviertrios Nr. 4 und Nr. 5. Der Sopranist Arno Raunig, einst Protagonist von „Cadence Macbeth“, interpretiert Shakespeare-Vertonungen und andere Vokalwerke. Norbert Zehm, geboren 1962 in Innsbruck, studierte Klavier und Komposition am Innsbrucker Konservatorium und in London an der Guildhall School of Music and Drama. Seit 1976 war Zehm auch immer wieder Mitglied verschiedener Pop und Rockgruppen in Österreich und England. Entsprechend zeigen sich in seiner Musik auch Einflüsse von Pop und Jazz.

DO 21. JUNI, 20 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Arno Raunig (Sopran) Martin Yavryan (Violine) Kate Shortt (Violoncello) Norbert Zehm (Klavier / Keyboards)

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DO 28. JUNI, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Tobias Koch (Hammerflügel Conrad Graf, Wien um 1835)

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ERLESENE KLAVIERROMANTIK Musik von Franz Schubert, Robert Schumann und Frédéric Chopin Tobias Koch zählt zu den renommiertesten und international erfolgreichsten Pianisten der Gegenwart. Er bespielt moderne und historische Instrumente gleichermaßen virtuos und passt das Instrumentarium stets dem Repertoire an, das bei ihm von der Renaissance bis in die Gegenwart reicht. Erstmals bespielt Koch den Hammerflügel des Wiener Klavierbauers Conrad Graf aus der Musiksammlung der Tiroler Landesmuseen, ein außergewöhnlich klangschönes Instrument, das einen überwältigenden Reichtum an Farben aufweist. Aufgrund der kontinuierlichen Betreuung und Bespielung befindet sich der Flügel in einem exzellenten Zustand und zählt zu den Prunkstücken der museumseigenen Instrumentensammlung. Tobias Koch spielt ausgewählte Klavierwerke dreier Großmeister der Klavierromantik: Schubert, Schumann und Chopin.


EL GRILLO Tierstimmen in der Musik der Renaissance Zu allen Zeiten haben Naturlaute Komponisten inspiriert, nie war aber die Freude an der naturalistischen Nachahmung von Vogelgezwitscher, Grillengezirpe, Katzengeschrei und Froschgequake größer als in der großen Blütezeit der Vokalmusik, der Renaissance. Dieser neue Realismus erinnert an parallele Phänomene in der Malerei, in der die Natur – wie exemplarisch in Cranachs „Hl. Hieronymus in der Einöde“ – mit bis dahin ungekannter Akribie wiedergegeben wird. Das Ensemble rosarum flores rund um die Innsbrucker MusikerInnen Ilse Strauß und Wolfgang Praxmarer unternimmt eine höchst vergnügliche Entdeckungsreise in tierisch bevölkerte Gefilde der Renaissancemusik. Von Josquins witziger Frottola „El grillo“ über Lassos frivole Villanellen bis hin zu den Lautmalereien der englischen Madrigalisten reicht das Repertoire-Spektrum, das mit stilkundigen Vokalisten und einem farbigen RenaissanceInstrumentarium dargeboten wird.

SA 15. SEPTEMBER, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Ensemble rosarum flores Andrea Oberparleiter (Sopran) Wilfried Rogl (Tenor) Ilse Strauß (Blockflöten) Wolfgang Praxmarer (Laute, Cister, Renaissancegitarre) Gabi Ruhland (Gambe) Marian Polin (Tasteninstrumente) Philipp Lamprecht (Percussion) Ein Konzert im Rahmen der Ausstellung „Cranach natürlich. Hieronymus in der Wildnis“

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SA 22. SEPTEMBER, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Cedag Quartett Martin Yavryan (Violine 1) Clemens Gahl (Violine 2) Ernst Theuerkauf (Viola) Peter Polzer (Violoncello)

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QUARTETTABEND IN D Streichquartette von Felix Mendelssohn Bartholdy und Joseph Netzer Mit diesem Konzert bringt das Cedag Quartett einen kleinen Zyklus zum Abschluss: Diesem „Quartettabend in D“ gingen Quartettabende in E (2017) und F (2016) voraus – stets mit der Gegenüberstellung von Werken Felix Mendelssohn Bartholdys und seines Tiroler Zeitgenossen Joseph Netzer. Netzer lernte Mendelssohn persönlich kennen, als er mit seiner Zigeuneroper „Mara“ in Leipzig gastierte. Später wirkte der aus Zams im Oberinntal gebürtige Komponist eine Zeitlang am Leipziger Theater als Kapellmeister. Sein Streichquartett in D-Dur stammt aus dem Jahr 1846 und ist von jener romantischen Klassizität geprägt, die auch typisch für das musikalische Schaffen Mendelssohns ist, dessen eigenes D-Dur-Werk 1839 in Leipzig uraufgeführt wurde – ein ausnehmend brillantes Quartett mit einem besonders virtuosen Violinpart, der für Mendelssohns Freund Ferdinand David bestimmt war.


DER LÄNGSTE LIEDERZYKLUS DER MUSIKGESCHICHTE Johann Vesque von Püttlingen: Die Heimkehr Johann Vesque von Püttlingen war ein hoher Beamter im Österreich des Vormärz. Seine besondere Leidenschaft galt der Musik. Er veranstaltete legendäre Hauskonzerte, scharte die musikalische Elite Wiens um sich und betätigte sich als Komponist. Seine Spezialität war die Liedkomposition. Besonders die von hintergründigem Humor und bissiger Ironie geprägte Lyrik Heinrich Heines hatten es ihm angetan. Deren musikalische Umsetzung gelang ihm besonders gut, wie der Liederzyklus „Die Heimkehr“ beweist: Vesque von Püttlingen, der sich gern des Pseudonyms Johann Hoven bediente, vertonte nicht etwa ausgewählte Gedichte aus diesem Teil der „Reisebilder“ Heines, sondern alle 88 (!). Mit diesen zu Unrecht kaum bekannten Kompositionen beschäftigt sich die Liedklasse des Tiroler Landeskonservatoriums unter der fachkundigen Anleitung von Annette Seiler. Eine Auswahl aus der „Heimkehr“ gibt es im Workshop-Abschlusskonzert zu hören.

SA 29. SEPTEMBER, 19 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Abschlusskonzert eines Workshops mit der Liedklasse des Tiroler Landeskonservatoriums Leitung: Annette Seiler Eintritt frei

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SO 14. OKTOBER, 17 UHR Haus der Musik Rennweg 2, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Benjamin Schmid (Violine) Michael Schöch (Klavier) Orchester der Akademie St. Blasius Leitung: Karlheinz Siessl

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FESTKONZERT 200 JAHRE INNSBRUCKER MUSIKVEREIN Ermanno Wolf-Ferrari: Violinkonzert Rudolf Kattnigg: Klavierkonzert Andreas Trenkwalder: Orchesterwerk Benjamin Schmid zählt zu den bedeutendsten Geigern der Gegenwart. Das Violinkonzert von Ermanno Wolf-Ferrari ist Guila Bustabo gewidmet, einer amerikanischen Virtuosin, die am Innsbrucker Konservatorium unterrichtete. Ihr Schicksal, ihre NS-Verstrickungen und ihre Innsbrucker Zeit werden in der Ausstellung „Stereo-Typen“ ebenso thematisiert wie das Wirken von Rudolf Kattnigg, einer nicht minder kontroversiellen Persönlichkeit, als Direktor des Innsbrucker Musikvereins. Sein Klavierkonzert erklingt in der Interpretation von Michael Schöch, Tirols pianistischem Aushängeschild. Die beiden konzertanten Werke aus der Mitte des 20. Jahrhunderts werden der Uraufführung einer Komposition des jungen Tirolers Andreas Trenkwalder gegenübergestellt. Mit diesem Konzert sind wir – kurze Zeit nach dessen Eröffnung – erstmals im neuen Haus der Musik zu Gast.


ERLEBNIS KONZERT Das Ritual Konzert, ironisch hinterfragt Zeitgenössische KomponistInnen setzen sich ironisch und kritisch mit Elementen des Rituals „Konzert“ als wesentliche Form der Musikvermittlung und Erbe des bürgerlichen 19. Jahrhunderts auseinander: Vom Starkult über den Applaus und das Husten bis zur Zugabe werden einzelne Elemente dieses Rituals seziert, hinterfragt und musikalisch umgesetzt. Dieses Konzert zeugt mit Uraufführungen von Werken aus der Feder von sechs Tiroler KomponistInnen von der Vielfalt und dem breiten Spektrum der heimischen Neue Musik-Szene. Der Humor kommt in diesem besonderen Konzert nicht zu kurz, aber die Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Konzertbetrieb soll auch zum Nachdenken anregen – ganz im Sinn der Ausstellung „Stereo-Typen“. Das Tiroler Kammerorchester unter der Leitung von Gerhard Sammer beschreitet wieder einmal neue Wege.

SA 20. OKTOBER, 19 UHR DAS TIROL PANORAMA mit Kaiserjägermuseum Bergisel 1–2, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Tiroler Kammerorchester InnStrumenti Leitung: Gerhard Sammer

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SO 28. OKTOBER, 11 UHR Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck Konzert im Abonnement erhältlich Kaspar Singer (Violoncello) Peter Rabl (Klarinette) Martin Müller (Hammerflügel von Johann Baptist Streicher)

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SONNTAGSMATINEE: KAMMERMUSIK VON JOHANNES BRAHMS Cellosonate in e-Moll, Klarinettentrio Auf dem Programm dieser Matinee (zugleich Dernière zur Ausstellung „Stereo-Typen“) steht erlesene Kammermusik von Johannes Brahms, unter anderem das späte Klarinettentrio und die Josef Gänsbacher gewidmete e-Moll-Cellosonate. Gänsbacher, ein enger Brahms-Freund mit Tiroler Wurzeln, vermachte seine Musikbibliothek dem Innsbrucker Musikverein. Diese wehmütige, in herbstlichen Farben leuchtende Musik des Abschieds markiert das Ende unserer Ausstellung, und noch einmal sind es sehr versierte Musiker, die uns mit ihrer Musikalität in den Brahms’schen Kammermusikkosmos entführen. Diese Musik erklingt auf Instrumenten der Zeit und erhält dadurch eine faszinierende Transparenz und einen Farbreichtum, der mit modernen Instrumenten nicht zu erzielen ist: Brahms favorisierte den Wiener Klavierbauer Johann Baptist Streicher, von dem ein wunderschön klingender Flügel zum Einsatz kommt.


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VERANSTALTUNGEN RAUM FÜR MUSIK! MI 2. MAI Bespielung der Räume in der Ausstel- Schubertiade: Lieder und Klavierstücke von lung jeweils Mittwoch, 15.30–17 Uhr Franz Schubert mit Veronika Mair (Sopran), MusikerInnen, Lehrende und SchülerInnen, InstrumentenbauerInnen und KomponistInnen werden eingeladen, jeweils eine Stunde aktiv die Räume der Ausstellung mit Live-Acts zu beleben: InstrumentenbauerInnen geben Werkstatt-Einblicke und stellen sich der Diskussion, MusikerInnen spielen in einem informellen Rahmen und bieten dem Publikum Möglichkeiten zur Begegnung, reale Unterrichtsstunden werden ins Museum verlegt, SchülerInnen und Lehrende stellen sich den Fragen des Publikums. Bespielt werden der Salon, das Unterrichtszimmer, die Werkstatt und der Konzertsaal.

Peter Rabl (Klarinette), Annette Seiler und José Gutierrez Hernandez (Klavier)

MI 9. MAI Live-Unterrichsstunde mit der Blockflötenklasse Ilse Strauß, Musikschule Innsbruck

MI 16. MAI Werkstattgespräch: Claudia Unterkofler (Streichinstrumentenbauerin)

MI 23. MAI Dorothea Seel (romantische Flöten) und Christoph Hammer (Hammerklavier), öffentliche Probe

MI 30. MAI Annette Seiler (Hammerklavier) mit Überraschungsgast, öffentliche Liedprobe

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MI 13. JUNI

MI 3. OKTOBER

Schellack & Vinyl: Ein Hörnachmittag mit Kostproben aus der Pionierzeit der Alten Musik

Holzgeister, Zeitgeister: Renate Plieseis (Gitarre) im Dialog mit Matthias Tilzer (Gitarrenbauer)

MI 20. JUNI

MI 10. OKTOBER

Werkstattgespräch: Benedikt Sonnleitner (Blechblasinstrumentenbauer)

Live-Unterrichtsstunde mit der Gesangsklasse Maria Erlacher, Tiroler Landeskonservatorium

MI 27. JUNI Nachmittäglicher Volksmusikabend

MI 17. OKTOBER

MI 19. SEPTEMBER

Musiksalon: Konstanze Hubmann (Graz) musiziert auf den Hammerflügeln aus der Sammlung des Ferdinandeums

Musiksalon: Lieder und Klavierstücke von Clara und Robert Schumann mit Maria Erlacher (Sopran), Martin Friedrich Lechleitner (Tenor) und Annette Seiler (Hammerflügel)

MI 26. SEPTEMBER In memoriam Hans-Ulrich Roth: Kompositionen eines Geigenbauers – mit Johannes Anker und MusikerkollegInnen

MI 24. OKTOBER Opernbearbeitungen und andere vergnügliche Abendunterhaltungen – mit Ilse Strauß und Nik Tarasov (Spazierstockflöten / Csakane), Wolfgang Praxmarer (Gitarre)

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JESUITENKIRCHE Karl-Rahner-Platz 2, Innsbruck

GOTTESDIENSTE IN DER JESUITENKIRCHE INNSBRUCK

Eine Kooperation zwischen den Tiroler Landesmuseen und der Jesuitenkirche

Eine Kernaufgabe der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum ist die Bewahrung und wissenschaftliche Aufarbeitung der reichen tirolischen Musiktradition sowie ihre Erschließung für die Praxis. Mit der gemeinsamen Intention einer klingenden Präsentation der Musikschätze der Region verbindet die Tiroler Landesmuseen eine vielfach bewährte Zusammenarbeit mit der Jesuitenkirche Innsbruck und ihrem Kirchenmusiker Marian Polin. In den Gottesdiensten erklingt 2018 Musik der Renaissance aus dem Umfeld der Innsbrucker Hofkapelle (Heinrich Isaac, Pierre de la Rue, Jacob Regnart, Blasius Amon, Christian Hollander), Barockmusik aus der Glanzzeit der Tiroler Musikgeschichte (Leopold von Plawenn, Giovanni Buonaventura Viviani) und spätbarocke Musik aus dem Haller Damenstift (Vigilius Blasius Faitelli). Ausführende sind die Capella Claudiana unter Leitung von Marian Polin sowie der Barockviolinistin Verena Zeisler.


MI 14. FEBRUAR, 19 UHR

SO 19. AUGUST, 11 UHR

Aschermittwoch Musik u. a. von Blasius Amon

Festwochen-Gottesdienst Missa solemnis von Vigilius Blasius Faitelli

FR 30. Mร„RZ, 19 UHR Karfreitag Musik u. a. von Christian Hollander und Jacob Regnart

DO 10. MAI, 11 UHR Christi Himmelfahrt Musik u. a. von Blasius Amon

DI 31. JULI, 11 UHR Fest des Hl. Ignatius von Loyola Musik von Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor

SO 18. NOVEMBER, 19.30 UHR Geist der Krypta Violinsonaten von Giovanni Buonaventura Viviani

SO 25. NOVEMBER, 11 UHR Christkรถnig Werke u. a. von Pierre de la Rue aus dem Umfeld der maximilianeischen Hofkapelle

MI 26. DEZEMBER, 11 UHR Fest des Hl. Stephanus Werke u. a. von Blasius Amon

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AUDIOVERSUM Wilhelm-Greil-Straße 23, Innsbruck Ein öffentliches und offenes Forum für Alte Musik in Tirol

CONTAKT Alte Musik im Gespräch

Tirol verfügt über eine äußerst lebendige Alte Musik-Szene. Vielfältige Aktivitäten zeugen vom hohen Niveau heimischer MuMI 17. JÄNNER, 19 UHR sikerInnen und vom intensiven Engagement Metall zum Klingen bringen – von VeranstalterInnen, die große Akzeptanz Blechblasinstrumentenbau beim Publikum ist ein Beleg für den besonderen Stellenwert dieses Musikgenres im MI 21. FEBRUAR, 19 UHR Land. ConTakt versteht sich als Plattform für Das Bach-Cembalo: Konvention versus die Alte Musik-Szene in Tirol und als offenes Realität Forum für MusikerInnen, VeranstalterInnen MI 14. MÄRZ, 19 UHR und interessierte ZuhörerInnen. Geplant ist ein breites Spektrum unterschiedlichster Von der Obsession des Sammelns Formate, das von Diskussionen und VorMI 11. APRIL, 19 UHR trägen oder Präsentationen von MusikeAlternative Konzertformate (Diskussion) rInnen und InstrumentenbauerInnen über Gesprächskonzerte mit didaktischem Ansatz MI 23. MAI, 19 UHR Auf der Suche nach dem romantischen Klang und Workshops bis hin zu Vorstellungen von Instrumenten und Sammlungen reicht. MI 13. JUNI, 19 UHR Halbjährlich findet im Rahmen von „ConTakt“ ein Kinderkonzert statt. ConTakt ist mit dem Musik in Tiroler Frauenklöstern Runden Tisch Alte Musik verbunden, der vom Weitere Termine werden noch bekanntTourismusverband Innsbruck initiiert wurde. gegeben. Für Idee, Konzept und Moderation zeichnen Ilse Strauß und Franz Gratl verantwortlich. 22


CD-REIHE MUSIKMUSEUM MM 1: ROMANTISCHE MUSIK FÜR STREICHORCHESTER AUS TIROL Die Akademie St. Blasius widmet sich spätromantischer Musik für Streichorchester aus der Feder der Tiroler Komponisten Josef Pembaur und Ernst Tschiderer. Einen zeitgenössischen Kontrapunkt bildet das „Orakel für Streicher“ (2007) von Günter Zobl. Als Bonustrack bietet die CD die „Metamorphosen“ von Richard Strauss.

MM 2: JOSEF NETZER – LIEDER Einen Querschnitt durch das reiche, zu Unrecht vernachlässigte Liedschaffen des aus Tirol stammenden, international erfolgreichen Komponisten Josef Netzer bietet diese Produktion. Die vielgestaltigen Lieder werden einfühlsam und meisterlich interpretiert von Maria Erlacher, Andreas Lebeda, Nikolaus Walch und Annette Seiler.

MM 3: IM GLEICHSCHRITT-FORTSCHRITT-MARSCH! – BLASMUSIK 1800–1850 AUF INSTRUMENTEN DER ZEIT Die CD bietet Musik für Bläser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf historischen Instrumenten und entführt in die Gründerzeit der Blasmusik – mit überraschenden Ergebnissen. Unter der Leitung von Alfredo Bernardini stellt das Bläserensemble des Ferdinandeums einige schneidige Raritäten der Musiksammlung vor. 23


MM 4: FRANZ BAUR – DIE SCHÖNE STADT Liedkompositionen in selten gehörter Besetzung – Mezzosopran und Streichtrio – stehen im Mittelpunkt dieser CD. Der Tiroler Komponist Franz Baur greift die düster-melancholische Lyrik von Georg Trakl in seinem Liederzyklus „Die schöne Stadt“ auf, es interpretieren das Ensemble Astarte und die Tiroler Mezzosopranistin Martha Senn.

MM 5: INNSBRUCKER KLASSIK – SINFONIEN DES 18. JAHRHUNDERTS AUS DEM ARCHIV DES INNSBRUCKER MUSIKVEREINS Zu den Schätzen der Innsbrucker Musikvereinsbibliothek zählt eine Sammlung von Sinfonien des 18. Jahrhunderts mit Werken international bedeutender Komponisten. Die Produktion vereint galante Gustostücke aus der Feder von Leopold Mozart, Johann Christian Bach, Johann Michael Malzat und anderen, interpretiert vom Concerto Stella Matutina.

MM 6: WIE DER HIRSCH SCHREIT NACH FRISCHEM WASSER Motetten, Canzonen und marianische Antiphonen der Komponisten Leopold von Plawenn, Ingenuin Molitor und Johann Stadlmayr vermitteln ein lebendiges Bild der Musikpflege des 17. Jahrhunderts. Hervorragende internationale Gesangssolisten werden musikalisch vom Tiroler Ensemble für Alte Musik vita & anima unter Peter Waldner unterstützt. 24


MM 7: JOHANN RUFINATSCHA – SERENADE FÜR STREICHORCHESTER & MICHAEL F. P. HUBER – WERKE FÜR STREICHORCHESTER, SYMPHONIE NR. 2 Michael F. P. Huber (*1971) ist einer der talentiertesten jüngeren Tiroler Komponisten. Auf dieser CD werden Hubers Werke für Streichorchester und seine 2. Symphonie der Serenade eines großen Tiroler Komponisten des 19. Jahrhunderts gegenübergestellt: Johann Rufinatscha. Eine Kombination mit musikalischer Sprengkraft!

MM 8: HAIMO WISSER – ORCHESTERWERKE Diese Koproduktion mit dem Tiroler Kammerorchester InnStrumenti ist repräsentativen Orchesterwerken eines der unkonventionellsten, originellsten Tiroler Komponisten des 20. Jahrhunderts gewidmet: Haimo Wisser (1952–1998). Unter anderem ist das Klavierkonzert „Mauer“ zu hören, das der Komponist ein Jahr vor seinem Tod vollendet hat.

MM 9: FRÜHLING UND LIEBE Der gebürtige Innsbrucker Josef Pembaur erhielt seine musikalische Ausbildung bei Bruckner in Wien und Rheinberger in München. Bereits mit 26 Jahren wurde er zum Musikdirektor in Innsbruck berufen. In seinen meisterlichen Liedkompositionen verarbeitete er Werke von international bekannten Dichtern und Tiroler Lyrikern. 25


MM 10: BLÄSERMUSIK SAKRAL Hervorragende Gesangssolisten, das Vokalensemble NovoCanto und das Bläserensemble des Ferdinandeums laden zu musikalischen Entdeckungsreisen in die Welt der Bläsermusik des 19. Jahrhunderts im Originalklang ein. Im Zentrum stehen geistliche Werke des Bozner Komponisten Jakob Schgraffer und die Harmoniemesse von Johann Baptist Gänsbacher.

MM 11: DIE ITALIENISCHE RENAISSANCE-ORGEL IN DER SILBERNEN KAPELLE DER INNSBRUCKER HOFKIRCHE Die Innsbrucker Hofkirche beherbergt neben der weltberühmten EbertOrgel noch einen weiteren Schatz der europäischen Orgelbaukunst: die Orgel in der Silbernen Kapelle von ca. 1580, das weltweit älteste erhaltene Instrument der italienischen organo di legno-Tradition. Organist Peter Waldner entführt in eine exquisite Klangwelt.

MM 12: JOSEF NETZER – LIEDER & DUETT „DIE LORELEY“ Der junge Tiroler Tenor Paul Schweinester interpretiert eine Auswahl von Liedern Josef Netzers mit beeindruckender Virtuosität. Subtil wird er von Annette Seiler am historischen Hammerflügel von Conrad Graf und Johannes Hinterholzer am Wiener Horn begleitet. Im Duett „Die Loreley“ wird Schweinester von Bassbariton Andreas Mattersberger sekundiert. 26


MM 13: JOHANN RUFINATSCHA – KLAVIERWERKE Die Tiroler Pianistin Marlies Nussbaumer hat sich zum RufinatschaJubiläumsjahr 2012 intensiv mit dem Klavierwerk des Südtiroler Komponisten auseinandergesetzt. Sein kompositorisches Schaffen erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance, die weltweit Kreise zieht. Das Ergebnis präsentiert sie auf einer 3-CD-Box.

MM 14: FRANZ BAUR – GENESIS Das Oratorium Genesis des Tiroler Komponisten Franz Baur ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem biblischen Schöpfungsbericht. Das Werk besticht durch dramatische Kraft und Kontrastreichtum. Zu hören sind Susanne Langbein und Andreas Mattersberger, Chor und Orchester der Akademie St. Blasius unter der Leitung von Karlheinz Siessl.

MM 15: INGENUIN MOLITOR – MOTETTEN (INNSBRUCK 1668) Der Franziskaner Ingenuin Molitor wirkte im Kloster in Bozen als Organist. Aus seiner Feder stammt eine Sammlung von Motetten und Instrumentalcanzonen, die 1668 in Innsbruck bei Michael Wagner erschienen sind. Mit ihrer feinsinnigen rhetorischen Textausdeutung stehen Molitors Kompositionen auf der Höhe der Zeit. 27


MM 16: MUSICA FERDINANDEA – EIN FEST FÜR KAISER FERDINAND I. Anlässlich des 450-Jahr-Jubiläums der Hofkirche präsentiert diese CD erlesene Musik vom Hof Kaiser Ferdinands I., der diese zum Gedächtnis an seinen Großvater Maximilian I. erbauen ließ. Das exzellente Ensemble Capella de la Torre versucht nachzuzeichnen, wie die Musik zur Einweihung der Kirche 1563 geklungen hat.

MM 17: JOHANN ZACH – MUSIK FÜR DIE KARWOCHE Das Vokalensemble NovoCanto und die Tiroler Barockinstrumentalisten unter Wolfgang Kostner widmen sich Werken für die Karwoche aus der Feder des Böhmen Johann Zach. Dieser besuchte in seinen letzten Lebensjahren mehrfach das Zisterzienserstift Stams, dessen Musikarchiv heute den weltgrößten Bestand seiner Werke beherbergt.

MM 18: JOHANN ZACH – CONCERTI Auf dieser Produktion steht die weltliche Musik des böhmischen Komponisten Johann Zach, der Tirol sehr verbunden war, im Mittelpunkt. Die Concerti für Flöte, Oboe und Cembalo begeistern mit originellen Einfällen und musikantischem Schwung. Die Barocksolisten München unter der Leitung von Dorothea Seel interpretieren spritzig und gewitzt. 28


MM 19: FRANCESCO ANTONIO BONPORTI – MOTETTEN & TRIOSONATEN Das Ensemble vita & anima unter der Leitung von Peter Waldner zeigt sich in den Triosonaten des Trienter Barockmeisters Francesco Antonio Bonporti in großartiger Form. Es bildet bei den Motetten den vorzüglichen Rahmen für die feinfühlige Interpretation der Sopranistin Melanie Hirsch, die den Affektreichtum der Musik in jeder Note genießt.

MM 20: MICHAEL F. P. HUBER – SYMPHONIE NR. 3 UND KONZERTE Der Tiroler Komponist M. F. P. Huber ist ein Meister in der Beherrschung des Orchestersatzes. Seine dritte Symphonie gibt sich ungestüm, überzeugt aber neuerlich durch Klangreichtum und Ideenvielfalt. In ganz andere Sphären entführen die beiden Solokonzerte – mit exzellenten Solisten und der Akademie St. Blasius unter Karlheinz Siessl.

MM 21: JOHANN RUFINATSCHA – SYMPHONIE NR. 3 IN C-MOLL (ERGÄNZUNG: M. F. P. HUBER), 3 KONZERTARIEN Mit seiner 3. Symphonie feierte Johann Rufinatscha in Wien 1846 den größten Erfolg seiner Karriere. Dieses dramatische Werk erklingt erstmals in neuerer Zeit. Die Bläserstimmen dazu wurden von Michael F. P. Huber stilistisch einfühlsam ergänzt. Die Akademie St. Blasius ist auf der CD weiters mit drei Konzertarien Rufinatschas zu hören. 29


MM 22: MENDELSSOHN – LIEDER OHNE WORTE, RONDO CAPRICCIOSO, VARIATIONS SÉRIEUSES Annette Seiler interpretiert auf dem Graf-Flügel aus dem Ferdinandeum Klavierwerke Mendelssohns – die „Lieder ohne Worte“, das virtuose „Rondo capriccioso“ op. 14 und die beeindruckenden „Variations sérieuses“. Mendelssohn war mit Conrad Graf persönlich bekannt und schätzte die Instrumente des berühmten Wiener Klavierbauers außerordentlich.

MM 23: VEITSTÄNZE – WERKE FÜR KLARINETTE Der Südtiroler Peter Golser interpretiert tirolische und internationale Musik für Klarinette. Unter anderem das frühromantische Solokonzert des aus Sterzing stammenden Komponisten Johann Baptist Gänsbacher. Zeitgenössisches von Huber und Demetz sowie Repertoireklassiker wie Lutosławskis „Dance Preludes“ und das träumerische Baermann-Adagio.

MM 24: VIVIANI – GEISTLICHE MOTETTEN UND INSTRUMENTALMUSIK Hochvirtuose Motetten und Instrumentalwerke des Innsbrucker Hofkapellmeisters Giovanni Buonaventura Viviani stehen auf dem Programm dieser CD. Eine Auswahl aus den „Salmi, Motetti e Litanie“ op. 5 erklingt als Ersteinspielung in der Interpretation hervorragender GesangssolistInnen und des Ensembles vita & anima unter Peter Waldner. 30


MM 25: JOHANN RUFINATSCHA – LIEDER Johann Rufinatschas Liedschaffen ist nicht umfangreich. Zudem erreichten diese Lieder nie weite Verbreitung. Dennoch zählen sie zu den qualitätsvollsten Gattungsbeiträgen der Romantik. Maria Erlacher (Sopran), Andreas Lebeda (Bassbariton) und Annette Seiler (Hammerflügel von Conrad Graf) präsentieren eine Auswahl.

MM 26: REQUIEM AETERNAM – SAKRALMUSIK DER FRÜHROMANTIK IN GROSSER HARMONIEMUSIKBESETZUNG Die CD enthält Werke der Frühromantik in großer Harmoniemusikbesetzung: Den großartigen Trauermarsch op. 103 von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein Requiem, ein Miserere und weitere Sakralwerke von Jakob Schgraffer (1799-1859) und die doppelchörige Motette „Leiden und Tod Jesu“ von Josef Netzer (1808-1864).

MM 27: LUDWIG THUILLE – VIOLINSONATEN Ludwig Thuille, geboren 1861 in Bozen, war eine der Zentralfiguren des Münchner Musiklebens um 1900. Er wirkte dort als Pädagoge und war mit Richard Strauss eng befreundet. Seine Violinsonaten, bedeutende Werke spätromantischer Kammermusik, erklingen in einer Interpretation durch Elisabeth Eibensteiner (Violine) und Marlies Nussbaumer (Klavier). 31


MM 28: CONCERTINO – VIRTUOSES VON NETZER, SCHGRAFFER, GOLLER UND EISNER Diese CD bietet Konzertantes und Unterhaltsames aus der Blütezeit des Virtuosentums, u. a. Divertimenti für Flöte und Fagott und eine Konzertouvertüre von Jakob Schgraffer aus Bozen, ein meisterliches Spätwerk und Opernouvertüren von Josef Netzer sowie das Klarinettenkonzert des Benediktinerpaters Martin Goller.

MM 29: FRANZ BAUR – AMARTEMA (DER SÜNDENFALL) Schon in seinem Oratorium „Genesis“ hat sich Franz Baur kritisch mit einem biblischen Stoff auseinandergesetzt. In diesem neuen Werk thematisiert der Komponist nun den „Sündenfall“, einen weiteren wirkmächtigen Mythos aus dem ersten Buch der Bibel. Mit exzellenten Solisten, Chor und Orchester der Akademie St. Blasius.

MM 30: CODEX 457 – MUSIK DES MITTELALTERS AUS TIROL Das in Basel beheimatete ensemble Peregrina widmet sich Musik des Mittelalters aus Tirol, wobei Gesänge aus dem Codex 457 der UB Innsbruck im Mittelpunkt stehen. Diese Quelle aus dem 14. Jahrhundert enthält unter anderem experimentelle mehrstimmige Stücke. Die CD bietet klanglich faszinierende Musik in beeindruckender Interpretation. 32


MM 31: EIN MUSIKALISCHES GIPFELTREFFEN 1503 – HÖFISCHE RENAISSANCEMUSIK AUS DER ZEIT KAISER MAXIMILIANS I. 1503 kommt es in Tirol zum Zusammentreffen zwischen Kaiser Maximilian I. und seinem Sohn Philipp dem Schönen. Mehrfach vereinigen sich Philipps burgundische und Maximilians kaiserliche Kapelle, um gemeinsam zu musizieren. Enthusiastische Beschreibungen der Feierlichkeiten erlauben eine Rekonstruktion, die hier unternommen wird.

MM 32: O ANIMA MEA – MOTETTEN UND INSTRUMENTALMUSIK VON GEORG ARNOLD UND INGENUIN MOLITOR Die Werke des Bamberger fürstbischöflichen Hoforganisten Georg Arnold und des Bozner Franziskanerpaters Ingenuin Molitor, die auf dieser CD zum Großteil zum ersten Mal in neuerer Zeit eingespielt sind, erschienen erstmals in Innsbrucker Drucken der Zeit um 1660 aus der Offizin von Michael Wagner.

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ÜBER UNS Die Musiksammlung widmet sich der umfassenden Dokumentation der Tiroler Musikgeschichte. Tirol wird dabei gemäß der Tradition des Ferdinandeums in seiner historischen Dimension begriffen, mit Nord-, Ost- und Südtirol sowie dem Trentino. Die Bestände gliedern sich in die Noten- und die Instrumentensammlung und können über den Zettelkatalog in der Bibliothek des Ferdinandeums bzw. über die Datenbank recherchiert werden.

NOTENSAMMLUNG

INSTRUMENTENSAMMLUNG

- Fundgrube für die regionale Musikgeschichte - vielfältiger Bestand von internationaler Bedeutung - über 20.000 Handschriften und Drucke - Musikalien aus Tiroler Stadt- & Landkirchen sowie Klöstern (18.–20. Jahrhundert) - Nachlässe von Tiroler Komponisten wie Josef Netzer, Johann Rufinatscha, Ernst Tschiderer - Bibliothek des Innsbrucker Musikvereins (1818–1941), seit 2007 als Depositum im Ferdinandeum

- mit ca. 400 Objekten eine der größten Sammlungen Österreichs - heterogen in ihrer Konsistenz - Instrumente aller Gattungen - Präsentation der Streich- und Zupfinstrumente und einiger historischer Tasteninstrumente in der Schausammlung des Ferdinandeums - Preziosen: Instrumente des legendären Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer (ca. 1618–1683), der Hammerflügel von Conrad Graf (Wien um 1835), die Tenorblockflöte von Johann Schell (Nürnberg ca. 1730)

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TÄTIGKEITSBEREICH - Anlaufstelle für Wissenschaft und Praxis - fachkompetenter Partner im wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs - Kooperationen mit Tiroler und internationalen Musikinstitutionen - Ausstellungen und Präsentationen - CD-Reihe musikmuseum - Konzerte - Forschungsprojekte und -kooperationen

KONTAKT Dr. Franz Gratl Kustos T +43 512 594 89 - 118 f.gratl@tiroler-landesmuseen.at

MMag. Andreas Holzmann Wissenschaftlicher Mitarbeiter T +43 512 594 89 - 117 a.holzmann@tiroler-landesmuseen.at

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TICKETS regulär € 19 ermäßigt 1 € 16 für SeniorInnen, Museumsvereinsmitglieder, Ö1-Club Card, u. a. ermäßigt 2 € 10 für SchülerInnen und StudentInnen (bis 27 Jahre)

ABONNEMENT Die Tiroler Landesmuseen bieten für zehn Konzerte die Möglichkeit eines kleinen oder großen Abos. Das Abonnement ist nur im Vorverkauf an der Museumskassa Ferdinandeum erhältlich.

KLEINES ABONNEMENT 3 Konzerte Ihrer Wahl = 15 % Rabatt auf den jeweiligen Ticketpreis regulär € 48,45 / ermäßigt 1 € 40,80 / ermäßigt 2 € 25,50

GROSSES ABONNEMENT 5 Konzerte Ihrer Wahl = 20% Rabatt auf den jeweiligen Ticketpreis regulär € 76 / ermäßigt 1 € 64 / ermäßigt 2 € 40

KONTAKT Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, Innsbruck T +43 512 594 89 - 180, info@tiroler-landesmuseen.at tiroler-landesmuseen.at

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musikmuseum 2018  
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