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Thüringer DVS - Forum

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26. Jahrgang

Auflage: 1000

26. April 2019

Ausgabe 1

Schweißtechnische Notizen und Neuigkeiten für Mitglieder und Kunden Das Spektrum potenzieller Ein­ satzgebiete, in dem LeichtbauMaterialien eingesetzt werden, ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Insbesondere in der Automobilindustrie finden sich zunehmend Anwendungen aus Leichtbau-Werkstoffen. Speziell in der Multi-MaterialBauweise ausgeführte KarosserieRohbau zeichnet sich durch eine Vielzahl eingesetzter Materialien und Werkstoffe aus. Neben verschiedensten Stahl- und Aluminium-Sorten sind hier vor allem moderne, warmumgeformte BorStähle wie beispielsweise Usibor® von Arcelor Mittal zu nennen. *Usibor ® ist ein eingetragenes Warenzeichen der ArcelorMittal, Luxembourg. Diese verfügen über eine sehr gute Crashsicherheit und bieten ein Gewichtseinsparpotenzial von circa 30 bis 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen, kaltumgeformten Stahlgüten. Eine innovative Option für das Fügen unterschiedlicher Materialien und Halbzeugarten ist das so genannte „Reibelementschweißen“, das der Verbindungstechnik-Spezialist EJOT unter dem Markennamen EJOWELD ® vermarktet. Diese neue Entwicklung bietet dem verbindungstechnischen Anwender erstmalig die Möglichkeit, mit einem robotertauglichen Reibelement-Setzgerät Mischverbindungen, insbesondere Leichtbauwerkstoffe und höchstfeste

EJOWELD® Reibelementschweißen Innovative Fügetechnologie aus Thüringen für den automobilen Misch- und Leichtbau

Abb.: 1 Die rot eingefärbten Bereiche zeigen typische Anwendungsgebiete von höchstfesten Stählen und Aluminium im Karosserie-Rohbau, die prozesssicher mit dem EJOWELD® Reibelement-Schweißverfahren gefügt werden.

Stähle, zu fügen. Beim EJOWELD ® Verfahren durchdringt ein rotierendes, axialkraftbeaufschlagtes Reib­ element zunächst das Bauteil aus Leichtmetall und verschweißt sich anschließend mit dem Bauteil aus höchstfestem Werkstoff. Die Verschweißung erfolgt durch den reibungsinduzierten Wärmeeintrag, einhergehend mit der hohen Flächenpressung in der Fügestelle.

Bei diesem Prozess wird kein Vorloch benötigt und es entstehen hochfeste und hoch belastbare Fügepunkte. Mit EJOWELD ® sind die Fügeverbindungen ohne Vorbehandlung der Fügepartner schnell, automatisiert, mit hoher Festigkeit und reproduzierbar zu realisieren. Das innovative Fügeverfahren EJOWELD® eröffnet ver­bindungs­

Wie ich es sehe

Aus- und Weiterbildungskonzept im Wandel Von Dipl.-Ing. Martin Hofmann, Vorsitzender des DVS-Landesverbandes Thüringen Meldungen zum rasanten Fortschritt von technologischen Entwicklungen haben meist einen optimistischen Tenor. Ob sich die hohen Erwartungen bei den Themen Energie, E-Mobilität oder auch bei modernen Verfahren wie bspw. der Additiven Fertigung tatsächlich erfüllen werden, wird die Zukunft zeigen. Bereits jetzt ist der Beginn eines

radikalen Wandels in der Industrie­ landschaft, der zu einer tiefgreifenden Veränderung unserer bisherigen Arbeitswelt führen wird, spürbar. Auch das breite Spektrum der Fügetechnik unterliegt einer permanenten Anpassung an die neuen Herausforderungen der Arbeitswelt. Der DVS ist durch seine langjährigen Erfahrungen, die umfassende

Fachkompetenz auf diesem Gebiet sowie durch die erfolgreiche Arbeit an seinen Forschungseinrichtungen und in den zahlreichen Fachausschüssen gut vorbereitet. Wichtig ist, dass wir dieses Wissen und die aktuellen Informationen effektiv und zeitnah über die Landes- und Bezirksverbände in Form von geeigneten Weiterbildungsangeboten an unsere Mitglieder weitergeben.

technischen Anwender n den Einsatz neuer Materialien und Materialdickenkombinationen. Damit besteht insbesondere für Karosserieentwickler die Möglichkeit, metallurgisch unterschiedliche Werkstoffe mit hoher Festigkeit reproduzierbar zu fügen. Dabei kann mit lediglich zwei bis drei Arten von Verbindungselementen eine große Anzahl der in der Automobilindustrie üblichen Materialkombinationen für Mischbauweise gefügt werden. Weitere Vorteile ergeben sich aus der masse- und störkantenoptimierten Bauart des serienerprobten Reibelementsetzgerätes, die den Einsatz am Roboter und in beengten Karosseriestrukturen ermöglicht. Für das EJOWELD® Fügeverfahren ist ein so genannter „Application Check“ erhältlich, der es dem verbindungstechnischen Anwender ermöglicht, eine allgemeine Aussage zur Machbarkeit der individuellen Fügeaufgabe zu treffen. Die Online-Prozesskontrolle, mit seiner sehr hohen Abtastrate von Messwerten, ermöglicht ein dynamisches Steuerungs- und Regelungskonzept, welches eine Qualitätsrate größer 99,99 % sicherstellt. Alle Einflüsse werden somit detektiert, ausgewertet und der Fügeverlauf entsprechend angepasst. Die Verbindungstechnik-Spezialisten von EJOT haben zur Bewertung der gesamten Mischbauverbindung (Fortsetzung auf Seite 3) Die in den letzten Jahren registrierte „Veranstaltungsmüdigkeit“ ist aus meiner Sicht nicht vordergründig auf Desinteresse zurückzuführen. Wir sind zum Überdenken unserer bisher bewährten Konzepte aufgefordert. Während bei den klassischen Weiterbildungen, mit einem umfangreichen Vortragsangebot, rückläufige Teilnehmerzahlen zu verzeichnen sind, gibt es andererseits Veranstaltungen zu Spezialthemen mit einer signifikant steigenden Nachfrage. Sicher ist dieser Effekt mehreren Ursachen geschuldet. Hinterfragt man diesen Umstand stellt man fest, dass es neben den geringeren zeitlichen Freiräumen auch Restriktionen im Zusammenhang mit Aspekten des Kartell- und/ oder Wettbewerbsrechtes gibt. Diese erschweren den bisher öffentlich praktizierten Erfahrungsaustausch zunehmend.


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Gratulationen Das DVS-Forum gratuliert herzlich den Mitgliedern

im BV Erfurt

zum 80. Geburtstag: Gerhard Schlöffel, Gotha zum 75. Geburtstag: Horst Pfeil, Eisenach zum 70. Geburtstag: Frank Schweinsberg, Eisenach Joachim Moschkowitz, Erfurt zum 65. Geburtstag: Hilmar Schönitz, Erfurt Bernhard Güttel, Großneuhausen zum 50. Geburtstag: Jörg Schöpe, Erfurt zum 40. Geburtstag: Frank Schneider, Gelmeroda Mike Rödiger, Erfurt Dominik Nolte, Kleinfurra

im BV Ostthüringen zum 80. Geburtstag: Arno Schulz, Laasdorf zum 75. Geburtstag: Klaus Schädlich, Gera Georg Mularczyk, Jena Jürgen Schneider, Gera

im BV Südthüringen

zum 85. Geburtstag: Kurt Zeth, Meiningen zum 75. Geburtstag: Manfred Nachreiner, Metzels Klaus Hörnlein, Gießübel zum 65. Geburtstag: Burkhardt Otto, Erlau zum 60. Geburtstag: Frank Hellmich, Neuhaus a. R. Matthias Albrecht, Steinach zum 40. Geburtstag: René Frank, Schmalkalden

Dipl.-Ing. Gerd-Wilmar Hädrich zum 75. Geburtstag

Am 2. Dezember 2018 vollendete SFI EWE Gerd-Wilmar Hädrich aus Jena ein Dreivierteljahrhundert Lebensgeschichte. Mitglieder des BV Ostthüringen waren erschienen, um dem Jubilar und langjährigen „Finanzminister“ des regionalen Bezirksverbandes zu gratulieren und ein Präsent zu überreichen. Er erlernte den Beruf des Landmaschinenschlossers und arbeitete danach als Traktoren­s chlosser in der MTS in Schlöben. An der Ingenieurschule in Rosswein absolvierte Gerd-Wilmar ein Studium zum Schweißfachingenieur. Im Jahr 1970 wurde ihm die Leitung in der Großteilschweißerei bei Carl Zeiss

Zum 65. Geburtstag von Dipl.-Ing. (FH) Harry Scholz

zum 70. Geburtstag: Karl Panzer, Auma zum 65. Geburtstag: Wolfram Streubel, Greiz Gerd Weida, Markkleeberg Gert-Ulrich Vater, Mühltroff Dr. Thomas Körner, Jena zum 60. Geburtstag: Stephan Federwisch, Großrudestedt zum 50. Geburtstag: Norbert Fiedler, Remptendorf

Langjähriger Hüter der Finanzen im BV Ostthüringen

BV-Vorsitzender gratuliert Gerd-Wilmar Hädrich Quelle: DVS-BVO

Der Schweißtechnik langjährig verbunden

in Jena übertragen. Neben seinen hauptberuflichen Aufgaben engagierte sich GerdWilmar Hädrich ebenso aktiv im Ehrenamt. Die schweißtechnische Gemeinschaftsarbeit in Ost­thüringen war und ist ihm ein besonderes Anliegen. Im Jahr 1992 wurde er als Vorstand Finanzen des BV Ostthüringen gewählt und begleitete diese Funktion ohne Unterbrechung bis 2017. Bis zum Ende der laufenden Wahlperiode, im Jahr 2020, steht er seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite. Auch der direkte Kontakt zur schweißtechnischen Ausbildung war ihm stets wichtig. So war er viele Jahre im Auftrag des PZA als Prüfer in den Kursstätten Ostthüringens tätig. Für seine Verdienste um die DVSVerbandsarbeit wurde Gerd-Wilmar Hädrich 1995 mit der Silbernen Ehrennadel des DVS und zwei Jahre später mit der Ehrennadel des LV Thüringen ausgezeichnet. Wir gratulieren dem Jubilar recht herzlich und wünschen ihm für das neue Lebensjahr alles erdenklich G u t e , vo r a l l e m r e c h t v i e l Gesundheit und weiterhin Interesse an der DVS-Verbandsarbeit. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVO

Der Jubilar umringt von Gratulanten des DVS-LV und BVS

Am 23. November 2018 konnten der Vorstand und Mitglieder des DVS-BV Südthüringen ihren geschätzten Fachkollegen Dipl.Ing. (FH) Harry Scholz zum 65. Geburtstag gratulieren. Grund genug für einen Rückblick auf sein 47-jähriges Berufsleben. Geboren in Friedelshausen, absolvierte er nach Abschluss seiner Berufsausbildung zum Landmaschinen- und Traktoren­schlosser ein Direktstudium an der Ingenieurschule für Landtechnik in Nordhausen. In diesem, stark von der Metalltechnik tangierten Fachbereich, war die Schweißtechnik eine wichtige Komponente. Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss war er als Ingenieur für die Ausbildung an der damaligen Betriebsschule für Landtechnik in Rohr tätig. Im Jahr 1979 wurde Harry Scholz die Leitung der schweißtechnischen Ausbildung übertragen. Nach der Wiedervereinigung übernahm die Handwerkskammer in Südthüringen die renommierte Bildungseinrichtung und gründete das Berufsbildungsund Technologiezentrum (BTZ) Rohr-Kloster. In dieser Zeit leitete er den Aufbau der DVS-Schweiß­ kursstätte und war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand als Schweißfachingenieur tätig. Berufsbegleitend qualifizierte sich Harry Scholz zum Ingenieurpädagogen und zum Schweißfachingenieur. Bildungstechnischen Stillstand kennt Harry Scholz nicht. Die Absolvierung von Röntgenlehrgängen für die Prüfung von Schweißverbindungen und der Erwerb des Befähigungsnachweises als Strahlenschutzbeauftragter waren selbstverständlich. Seit 2006 war er als Fachbereichslei-

Quelle: DVS-BVS

ter Metalltechnik verantwortlich. Seine Tätigkeit als anerkannter Betriebsprüfer/Auditor für die Zertifizierung der WPK nach EN 1090 für den DVS ZERT und DVS-Prüfer übt er heute noch aus. Kein Wunder, dass er sich hier im Laufe der Jahre viel Spezialwissen aneignete und in Fach- und Kollegenkreisen sowie in Stahl- und Metallbauunternehmen als ein ausgewiesener Fachmann gilt. Seit dem 1. September 1990 ist Harry Scholz aktives Mitglied des DVS. Als stellvertretender Bezirksprüfungsausschussvorsitzender (BPA) war er von 1994 bis 1996 tätig. Von 1996 bis 1998 war er stellv. Geschäftsführer des DVSBV Südthüringen und anschließend acht Jahre Geschäftsführer. Auf Grund seiner engagierten Arbeit im Vorstand, wurde er 2004 zum Vorsitzenden des BV Südthüringen gewählt. In dieser Funktion hat er die Geschicke des regionalen DVS-Verbandes bis 2016 gelenkt und geleitet. Für seine besonderen Verdienste um die schweißtechnische Verbandsarbeit wurde Harry Scholz im Jahr 2001 mit der DVS-Ehrennadel in Silber und im Jahr 2008 mit der Silbernen Krawattennadel des DVS-Landesverbandes Thüringen ausgezeichnet. Wir alle wünschen Harry Scholz anlässlich seines 65. Geburtstages Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Gleichzeitig möchten wir ihn für seine geleistete Arbeit in der Schweißtechnik und im DVS-Verband herzlich Dank sagen. F. Radtke Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVS


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Immer am Puls der Zeit

(Fortsetzung von Seite 1)

SFI Arno Schulz zum 80. Geburtstag

einen so genannten „Verbindungsgütefaktor“ entwickelt, anhand dessen die Gebrauchswerteigenschaften der Fügestelle einer Validierung unterzogen werden können. Als zerstörungsfreie Prüfmethode

Vorstandsmitglieder gratulieren Arno Schulz (2.v.l.) Quelle: DVS-BVO

Anlässlich des 80. Geburtstages von SFI Arno Schulz waren Mitglieder des BVO-Vorstandes erschienen, um dem Jubilar persönlich zu gratulieren. Geboren in Landsberg/Warthe, aufgewachsen in Hainspitz lernte er nach der Schulzeit den Beruf des Betriebsschlossers im Armaturenwerk in Eisenberg. Bereits 1956 absolvierte er seinen ersten Schweißlehrgang, an den sich im Verlauf seiner aktiven beruflichen Tätigkeit noch acht weitere schweißtechnische Qualifikationen in drei verschiedenen Verfahren anschlossen. Neben seiner Lehrschweißerberechtigung im E-Handschweißen, schloss sich ein Fernstudium zum Schweißfachingenieur an der Ingenieurschule in Rosswein an.

Auch ein mehrjähriger Einsatz auf Großbaustellen im Ural (Region in Russland) ist Bestandteil seiner Berufsbiografie. An der Ingenieurschule Glauchau absolvierte Arno Schulz ein Zusatzstudium zum Ing. für Rohrleitungs- und Anlagenbau und erwarb 1986 weiterhin den Abschluss als Plastanwendungsingenieur am ZIS Halle. Die beruflichen Geschicke nahm er am 01.09.1990 in die eigene Hand und eröffnete seine Firma, einen traditionellen SHK-Handwerksbetrieb. Auch in verschiedenen Ehrenämtern war Arno Schulz viele Jahre tätig. So war er Mitglied im Gesellen- und Meisterprüfungsausschuss der regionalen Handwerkskammer. Sein umfangreiches Fachwissen brachte Arno Schulz als Senior-Experte im Rahmen von Kurzzeiteinsätzen in deutschen Entwicklungsprojekten in Bulgarien, Lettland und Moldawien ein. Im Jahr 2000 übergab er die unternehmerische Verantwortung in jüngere Hände. Arno Schulz nimmt regelmäßig an den Veranstaltungen des DVSBVO teil und bringt sich aktiv in das Verbandsleben ein. Für seine engagierte Arbeit wurde er 2013 mit der DVS-Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVO

eine Optimierung der Wertschöpfungskette geprüft werden sollen. Eine besondere Anwendungsmöglichkeit für EJOWELD® besteht darüber hinaus in Produktionsprozessen, in denen eine energieeffiziente Fügetechnik notwendig ist, da mit dem Reibelementschweißen

Abb.: 2 Darstellung der vier Prozessschritte des EJOWELD® Fügeprozesses

kann auch die Ultraschallprüftechnik angewendet werden. EJOWELD ® ist primär auf den Herstellungsprozess von Bauteilen beziehungsweise Baugruppen für die Automobilindustrie ausgerichtet. Das Verfahren kann aber selbstverständlich auch für andere blechverarbeitende Betriebe von Interesse sein, in denen Potenziale für

für 1.000 Fügepunkte lediglich die elektrische Energie von ca. 1 KWh benötigt wird.

Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Schrodt Leiter Vertrieb Geschäftsbereich EJOT GmbH & Co. KG, Tambach-Dietharz (Beitrag gekürzt)

Rege Nachfrage zu MAG-Weiterbildungslehrgängen im Handwerk Aktuelles aus der Verbundkursstätte der Handwerkskammer (HWK) für Ostthüringen In den regionalen Unternehmen ist das Interesse an schweißtechnischen Qualifizierungen ungebrochen groß. Die angebotenen Termine im 1. Quartal 2019 waren bei MAG-Weiterbildungslehrgängen besonders begehrt. Die Kosten für die Weiterbildungslehrgänge werden vom Freistaat Thüringen (GfAW) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. An beiden Ausbildungsstandorten der DVS-Verbundkursstätte der Handwerkskammer in Gera und Rudolstadt stehen den Teilnehmern hierzu das umfassende Know-how der Schweißlehrer und modernste Schweißgerätetechnik zur Verfügung. Die umfassenden Lehrgangs- und Qualifizierungsangebote der DVS-Verbundkurs-

stätte der HWK für Ostthüringen sind branchen­offen. So konnten bis Mitte Februar 2019 bereits 12 Teilnehmer aus 6 verschiedenen Unternehmen erfolgreich ausgebildet werden. Weitere Lehrgänge auf Grundlage der gültigen Weiterbildungsrichtlinie finden im ersten Halbjahr 2019 noch im April, Mai und Juni statt. Besonders nachgefragt sind die Verfahren Metall-Schutzgasschweißen, Elektrodenschweißen und Wolfram-Inertgasschweißen. Die Teilnehmer lernen neben der erforderlichen Fachkunde und den notwendigen Handfertigkeiten im Schweißverfahren auch die sachgerechte Bedienung und Wartung der Schweißgeräte kennen. Weiterhin werden die Materialbereitstellung und die korrekte Nahtvorbereitung

SFI K.-H. Günther bei der Auswertung von Schweißnahtproben Quelle: HWK für Ostthüringen

trainiert. Am Ende des Schweißprozesses steht die Beurteilung der Schweißnähte zusammen mit dem verantwortlichen Lehrgangsleiter. Bei bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungszeit individuell verlängert und die Abnahme von Schweißerprüfungen erfolgen. Lehrgangsanmeldungen sind unter

den nachfolgend aufgeführten Telefonnummern möglich. Standort Gera: 036695 829-0, Standort Rudolstadt: 03672 377-0 Dipl.-Ing. SFI K.-H. Günther Leiter DVS-Verbundkursstätte HWK f. Ostthüringen


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Wo Funken sprühen und Spitzennähte geschweißt werden Südthüringer Jungschweißer stellen sich mit Bravour den Herausforderungen Der Bezirksverband Südthüringen gab den Startschuss für die nunmehr 13. Auflage der Wettbewerbsrunde „Jugend schweißt 2019“ innerhalb des Thüringer DVS-Landesverbandes. Zum Bezirkswettbewerb waren 21 hochmotivierte Teilnehmer in vier verschiedenen Schweißverfahren angetreten. Die DVSKursstätte der SBH Südost GmbH in Merkers war am 16.03.2019 Austragungsort für das regionale fachliche „Kräftemessen“ der Südthüringer Jungschweißer. Das Team der Schweißlehrer hat in Regie von Horst Nitsch, Leiter der Schweißtechnischen Kursstätte, die Veranstaltung optimal vorbereitet und am Veranstaltungstag für die guten Rahmenbedingungen am Wettkampftag gesorgt. Die Teilnehmer, die Jurymitglieder und die anwesenden Vertreter des DVS-Vorstandes Südthüringen bestätigten der Veranstaltung ein hohes Niveau. Mindestens 70 Punkte in Theorie und Praxis mussten erreicht werden, um sich am 25.05.2019 zum Landeswettbewerb zu qualifizieren, der in diesem Jahr ebenfalls in Merkers (Wartburgkreis) ausgetragen wird. Wer dort als Sieger hervorgeht, trifft im DVS-Bundeswettbewerb vom 25.–28.09.2019 in der GSI Gelsenkirchen auf eine starke Konkurrenz aus ganz Deutschland. „Hier treffen dann die besten Nachwuchsschweißer aufeinander und die Wettkämpfe in den vier Disziplinen sind immer äußerst spannend.“ Alle Teilnehmer konnten, wenn sie die Anforderungen für die DIN EN ISO 9606-1 erfüllten, zusätzlich zu den ausgelobten Prämien eine gültige Schweißerprüfung mit nach Hause nehmen. Die 21 Jungschweißer konnten am Ende des Wettkampftages mit hochwertigen Preisen nach Hause gehen. So gab es für jeden Teilnehmer ein speziell designtes T-Shirt als Erinnerung, gesponsert von der Firma WEGRA Anlagenbau, Westenfeld sowie zusätzlich ein

Gratulation an die Erstplatzierten v.l.n.r. Markus Hornaff (Vorsitzender BVS), Nick Götz (MAG), Luis Schulz (WIG), Sebastian Greiner (Gas), Christian Hofmann (E-Hand) und Hans Thiemann (voestalpine Böhler Welding) Quelle: DVS-BVS

Teilnehmer des BV-Wettbewerbes

Quelle: DVS-BVS

Teilnehmer mit einem Vertreter der Firma Kemppi (r.)

Quelle: DVS-BVS

tolles Zangenset der Firma NWS aus Schwarza; Hauptsitz Solingen. In den Verfahren MAG/E/WIG erhielten die jeweiligen Sieger einen Werkzeugkoffer für Profis, gesponsert von den Firmen SHS Harry Scholz aus Wasungen, MHW Martin Hofmann aus Schwarza, Georg Rauch aus Frankenheim und im Verfahren Autogen-Schweißen einen Brennerkasten von der Firma Kayser Werk GmbH aus Fulda. Auch die nachfolgend Platzieren gingen nicht leer aus. Es gab weitere interessante Sachpreise wie beispielsweise Schleifhelme und Schweißer-Schutz-Helme der Firmen Optrel, Kemppi, Kemper, Castollin sowie Zangen der Firma Rennsteigwerkzeug aus SteinbachHallenberg. Die Organisatoren bedanken sich bei den Firmen Fronius und Kemppi für die Bereitstellung der erforderlichen Schweißmaschinen am Wettbewerbstag, um faire Bedingungen zum Schweißen für alle Starter zu gewährleisten. Weiterhin wird den Firmen voestalpine Böhler Welding, Guttroff, Firma Rummer, Stahl Schweißfachhandel und Eisen-Fischer für die Bereitstellung des Verbrauchsmateriales, der Schweißzusätze und des erforderlichen Schweißzubehörs sowie der Firma Tyczka für die Bereitstellung der Technischen Gase gedankt. Für das großzügige und schmackhafte Catering der Firma Meininger Wurstspezialitäten ein herzliches Dankeschön. Natürlich sollen auch die vielen fleißigen Helfer an dieser Stelle erwähnt werden. Denn oft sind es die im Hintergrund agierenden Personen, welche für den reibungslosen Ablauf sorgen und somit eine solche Veranstaltung zum Event werden lassen. Vielen Dank auch an alle nicht namentlich genannten Sponsoren die mit Geld- und Sachspenden diese Veranstaltung maßgeblich unterstützt haben. Y. Reichsthaler Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVS

Für den Landeswettbewerb haben sich in den vier Schweißverfahren qualifiziert: E-Hand (111)

Gas (311)

WIG (141)

MAG (135)

1.Platz: Christian Hofmann, WEGRA Anlagenbau GmbH, Westenfeld 2.Platz: Phillip Gaasenbeek, Schlegelmilch GmbH, Suhl

1.Platz: Sebastian Greiner, GRW Anlagenbau GmbH, Sonneberg 2.Platz: Dominic Sperschneider, GRW Anlagenbau GmbH, Sonneberg

1.Platz: Luis Schulz, WEGRA Anlagenbau GmbH, Westenfeld 2.Platz: Martin Hellmich, Hellmich Metallbau, Neuhaus/Rwg.

1.Platz: Nick Götz, WEGRA Anlagenbau GmbH, Westenfeld 2.Platz: Robin Neumann, ELIOG Industrieofenbau GmbH, Römhild

Herzlichen Glückwunsch allen Siegern und Platzierten!


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13. Wettbewerbsrunde „Jugend schweißt“ 2019 gestartet Gemeinsamer Bezirkswettbewerb BV Ostthüringen und BV Erfurt

Teilnehmer, Betreuer und Organisatoren des Wettbewerbes

Tradition und Neuer ung prägten den 13. Bezirkswettbewerb „Jugend schweißt“ am 25.03.2019 in der Schweißtechnischen Kursstätte (SK) des Berufsbildungszentrums(BBZ) der Handwerkskammer Erfurt. Zum nunmehr zweiten Mal findet die gemeinsame Durchführung des Bezirkswettbewerbes der BV Erfurt und Ostthüringen statt. Durch die Kooperation ergeben sich Synergieeffekte, die sich positiv auf Veranstaltung auswirken. Die nominierten Jungschweißer haben sich in den jeweiligen Verfahren einem echten Wettbewerb stellen müssen. Die angemeldeten und zugelassenen Teilnehmer waren durchweg motiviert und entfalteten enormen Ehrgeiz im Wettbewerbsverlauf.

Quelle: DVS-BVO

In der aktuellen Wettbewerbsrunde stellten sich insgesamt 28 Jungschweißer in vier verschiedenen Schweißverfahren den anspruchsvollen Anforderungen. Die Teilnehmer kamen durchweg aus Betrieben der Metallver- und -bearbeitung in Mittel- und Ostthüringen. Unter der Anleitung erfahrener Schweißlehrer wurden sie optimal auf diesen Wettbewerb vorbereitet. In Verantwortung des Kursstättenleiters, SFI Jochen Reindanz, wurde diese Veranstaltung mit der tatkräftigen Unterstützung des Schweißlehrerteams hervorragend organisiert. Die anwesenden Vorstandsmitglieder der BV Erfurt und Ostthüringen, die Jurymitglieder sowie die Schweißlehrer und Betreuer bestätigten der Veranstaltung ein hohes fachliches und organisato-

risches Niveau. Auf Grundlage der erzielten Platzierungen und Ergebnisse haben sich 13 Jungschweißer zur Teilnahme am Landeswettbewerb qualifiziert, der am 25.05.2019 in der SK der SBH Südost GmbH in Merkers ausgetragen wird. Die Platzierten erhielten aus den Händen des BV-Vorsitzenden, Olaf Kopplin, und Jürgen Vester, Vorsitzender des PZA Thüringen und der Jury, die Urkunden mit dem ausgelobten Preisgeld. Alle aktiven Starter wurden mit einer Teilnahmebescheinigung und einem Erinnerungsgeschenk gewürdigt. Gedankt wurde ebenso den Juroren, der Leitung und den Organisatoren in der DVS-Kursstätte im BBZ der HWK Erfurt, den anwesenden Betreuern für ihre ehrenamtliche

Tätigkeit sowie den Sponsoren (voestalpine Böhler Welding Germany GmbH in Hamm, Schweiß-Schneider Gesellschaft für Schweißtechnik mbH in Erfurt-Kerspleben, Merkle Schweißanlagen-Technik GmbH in Kötz, HIWESO GmbH in Gotha, A&G Stahl Verarbeitungs- und Vertriebs GmbH in Saalfeld, Lorch Schweißtechnik GmbH, Auenwald) für die großzügige materielle Unterstützung der Veranstaltung. Weitere Informationen, Auswertungen und Fotos erhalten Sie auch auf unseren Internetseiten dvs-ev. de/lv-thueringen beim jeweiligen Bezirksverband unter Aktuelles. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen

Die Erstplatzierten in den einzelnen Schweißverfahren v.l.n.r. Franz Wachsmann (E-Hand), Lucas Born (MAG), Artur Strelko (WIG) und Tim Petsch (Gas) Quelle: DVS-BVO

Die Platzierungen in den einzelnen Schweißverfahren: Verfahren

Platzierung

Teilnehmer

Unternehmen

E-Hand (111)

1. Platz

Wachsmann, Franz

JTJ Sonneborn Industrie GmbH, Sonneborn

Erfurt

2. Platz

Schilk, Jonas

Bystronic Maschinenbau GmbH, Gotha

Erfurt

3. Platz

Wagner, Marco

RSB Rudolstädter Systembau GmbH, Rudolstadt

Ostthüringen

1. Platz

Petsch, Tim

Bystronic Maschinenbau GmbH, Gotha

Erfurt

2. Platz

Schallenberg, René

Bystronic Maschinenbau GmbH, Gotha

Erfurt

3. Platz

Gläßer, Tim

ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH, Jena

Ostthüringen

1. Platz

Born, Lucas

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH, Gotha

Erfurt

2. Platz

Kunkel, Fabian

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH, Gotha

Erfurt

3. Platz

Gotza, Elias

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH, Gotha

Erfurt

1. Platz

Strelko, Artur

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH, Gotha

Erfurt

2. Platz

Steuding, Nick

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH, Gotha

Erfurt

3. Platz

Paak, Dustin

Agentur für Arbeit Bad Langensalza

Erfurt

Gas (311)

MAG (135)

WIG (141)

Bezirksverband

Vorbereitung auf praktische Prüfungen Quelle: DVS-BVO


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Schweißtechnische Verarbeitung der Feinkornbaustähle 6. Schweißtechnisches Forum 2018 des BV Ostthüringen Im Rahmen der Vortragsreihe „Aus der Praxis - für die Praxis“ fand am 06.12.2018 ein Forum zur schweißtechnischen Verarbeitung von Feinkornbaustählen statt. Zu diesem Vortrag konnte der ehemalige Leiter der Anwendungstechnik der voestalpine Böhler Welding Germany GmbH, Dipl.-Ing. Günter Metting, gewonnen werden. Der Einladung des BV waren 26 interessierte Mitglieder und Gäste gefolgt.

Kerbschlagarbeit und die Festigkeit erhöht. Der Referent erläuterte im Anschluss die verschiedenen Herstellungsarten, angefangen von normalgeglühten oder normalisierend gewalzten Feinkornbaustählen mit einer 0,2 % Dehngrenze von 275 – 460 MPa, den thermomechanisch gewalzten FK-Baustählen mit bis zu 960 MPa und den vergüteten FK-Baustählen mit bis zu 1300 MPa. Normalgeglühte FK-Baustähle

Teilnehmer verfolgen den interessanten Vortrag von Dipl.-Ing. Günter Metting Quelle: DVS-BVO

Zunächst wurde der Begriff Feinkornbaustahl nach DIN EN ISO 643 erklärt. Dabei handelt es sich um Stähle mit einem C-Gehalt von < 0,2 %. Eine Kornverfeinerung wird durch das Zulegieren von Mikrolegierungselementen wie Al, Ti, Nb und V bis max. 0,22 % erreicht. Durch das Zulegieren von Ni, Mo, Cr bis 2 % wird das Umwandlungsverhalten verbessert und dadurch die

we r d e n ü bl i c h e r we i s e i m Behälterbau und bei der Herstellung vo n L a g e r t a n k s e i n g e s e t z t . Thermomechanisch behandelte Stähle f inden im Pipelinebau, Fahrzeug- und Kranbau, bei Windenergie- und OffshoreAnlagen ihre Anwendung. Vergütete FK-Baustähle werden im Fahrzeug-, Kran- und Brückenbau sowie im Bergbau eingesetzt.

Bei der schweißtechnischen Verarbeitung von FK-Bau­stählen sind eine Reihe von wichtigen Voraussetzungen zu beachten, beginnend von der Schweißnahtvorbereitung, dem thermischen Trennen sowie der spanabhebenden Bearbeitung, der Wahl des Schweißverfahrens und damit der Schweißparameter sowie der Wärmeführung. Entsprechend des Stahls, seiner chemischen Zusammensetzung und seiner Herstellungsart, sind die Schweißzusatz- und -hilfsstoffe auszuwählen. Dabei wurde auf die Besonderheit verwiesen, dass die Grundwerkstoffe durch ihre Herstellungsart und die Mikrolegierungselemente ein Feinkorngefüge aufweisen, während es sich bei den Schweißzusätzen grundsätzlich um ein Gussgefüge handelt. Demzufolge ist es unerlässlich, die Schweißzusatzlegierung anzupassen. Generell ist mit steigender 0.2 Dehngrenze und zunehmender Wanddicke eine erhöhte Sorgfalt erforderlich. Speziell ging Metting auf die Schweißbedingungen ein, vor allem auf den TemperaturZeit-Verlauf beim Schweißen. Im Allgemeinen betrachtet man den Zeitverlauf bei der Abkühlung der Schweißraupe zwischen 800 und 500 °C, die sog. t8/5-Zeit. Es wurden die Einflussgrößen auf die Vorwär mtemperatur dargestellt und die Formel zur Berechnung erläutert. Ebenso wurde die Berechnung der t8/5Zeit bei zwei- und dreidimensionaler Wärmeableitung erklärt. Eines der wichtigsten Kriterien bei der Verarbeitung hochfester FK-Baustählen stellt der Wasserstoffeintrag in das Schweißgut dar, hervorgerufen durch Wasserstoff

im Grundwerkstoff, aus der umgebenden Atmosphäre oder des Schweißzusatzes. Deshalb ist bei der Auswahl der Schweißzusatzwerkstoffe (SZW) darauf zu achten, dass diese einen kontrollierten diffusiblen Wasserstoffgehalt aufweisen. Am besten eignen sich deshalb SZW wie basisch umhüllte Stabelektroden, basische Pulver für das UP-Schweißen, basischer oder Metallpulver-Fülldraht und natürlich Massivdrahtelektroden. Wasserstoff im Schweißgut ist Hauptursache für Kaltrisse. Vermieden werden diese durch entsprechende Auswahl der Grund- und Zusatzwerkstoffe, Wasserstoffarmglühen vor und nach dem Schweißen, Vorwärmen oder auch durch konstruktive und fertigungstechnische Maßnahmen. So wird z.B. bei einlagigen Kehlnähten oder in der Wurzellage mit niedrig legiertem und weniger festen Schweißzusatz geschweißt, um so der stärkeren Vermischung und der dadurch bedingten Auflegierung des Schweißgutes entgegenzuwirken. Metting gab abschließend einen Überblick über die entsprechende Normung der SZW und Zuordnung zu den Grundwerkstoffen. In übersichtlicher Form wurden die Einflüsse der Streckenenergie sowie der Wärmebehandlung auf die mechanischen Eigenschaften dargestellt. Der Vorsitzende des BVO, Dr. Lindner, bedankte sich für den gelungenen Vortrag und überreichte ein kleines Erinnerungsgeschenk. Ing. R. Hildenbrandt Vorstand Technik, Wissenschaft, Forschung BVO

Expertentreff der Klebetechnologie 17. Praxisseminar KLEBEN in Jena Die Fügetechnik Kleben ist heute aus dem modernen Fertigungsprozess nicht mehr wegzudenken. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung innovativer Produkte und bietet der Industrie branchenübergreifend in allen Bereichen die Voraussetzung zur Erschließung zukunftsorientierter Märkte. Seit inzwischen 17 Jahren bietet das Praxisseminar KLEBEN des ifw Jena eine Plattform für Wissenschaftler und Anwender aus dem Bereich Kleben, um sich über Erfahrungen und Innovationen auf dem Gebiet der Klebstoffforschung auszutauschen und Impulse zu neuen Projekten und Partnerschaften zu erhalten. Die diesjährige Veranstaltung fand am 30.01.2019 unter dem Titel „Kleben – in Wissenschaft und Industrie – auf den Punkt gebracht“

statt. Knapp 40 Expertinnen und Experten nahmen am Seminar teil. In acht Vorträgen wurden Informationen zu Grundlagen und neuesten Entwicklungen im Kleben und in angrenzenden Technologien angeboten. In den Vorträgen ging es unter anderem um die Möglichkeiten des Einsatzes von CAT-Technologien zur Bestimmung der Klebfestigkeit, um die Untersuchung von Klebschichten und deren Alterung mittels Terahertz-Sensorik sowie um das chemische Schrumpfen und die Härtungskinetik epoxidbasierte Klebstoffe. Einen Einblick in die Medizintechnik gab der Vortrag über beständiges Kleben von chirurgischen Instrumenten. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit automatisierten 2K-Klebprozessen und dem industriellen Kleben von Tiefziehteilen in der Luftfahrt und

Blick in den Veranstaltungsraum

Bahnindustrie. Den Abschluss der Veranstaltungen bildeten Vo r t r ä g e vo n M i t a r b e i t e r n der ifw optronics und des ifw Jena zu Problemstellungen bei Klebverbindungen in der UVSensorik und zum Kleben additiv gefertigter metallischer Bauteile. Begleitet wurde das Seminar wie in den letzten Jahren von einer Ausstellung. Neben dem ifw Jena, welches Innovationen zum Kleben ausstellte und einen Überblick über aktuelle Forschungsprojekte

Quelle: ifw Jena

zeigte, präsentierte die Firma bdtronic GmbH ein Dosiergerät für Klebstoffapplikationen und gab dazu Informationen an interessierte Seminarteilnehmer weiter. Das nächste Praxisseminar KLEBEN findet im Januar 2020 in Jena statt. Informationen zum Seminar und zur Anmeldung finden Sie unter: www.ifw-jena.de Dipl.-Chem. M. Gebhardt ifw Jena


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Umwertung von Härtewerten nach DIN EN ISO 18265 Eine elegante Lösung - aber wie sicher ist das? Häuf ig stellt man bei einer Prüfung der mechanischen Eigen­ schaften von Bauteilen fest, dass die Bauteilgeometrie die Bestimmung der vorgeschrieben Kenngrößen laut Zeichnung, bspw. der Zugfestigkeit, gar nicht zulässt. Zur Lösung des Problems ist eine sogenannte „Umwertung“ naheliegend. Die Umwertung von Härtewerten verschiedener Prüfverfahren untereinander oder von Härtewerten in Festigkeitswerte erfolgte bis zum Jahr 2000 nach DIN 50 150. Die Werte in dieser Norm resultierten aus Ringversuchen des VDEH (alte Norm 1976). Die Besonderheiten verschiedener Werkstoffgruppen oder auch statischer Aussagen zur Umwertungsgenauigkeit wurden damals nicht berücksichtigt. Im Jahr 2000 wurde die DIN 50 150 (Stand: 2000-10) mit den Ergebnissen der früheren DDRStandards TGL 43212/02-04 ergänzt. Damit waren nun auch spezielle Umwertungen bspw. für Vergütungsstähle in verschiedenen Behandlungszuständen, Kalt­ arbeitsstähle, Schnellarbeitsstähle und Hartmetalle möglich. Zusätzlich zu diesen Ergänzungen wurden auch Umwertungen für Nicht-Eisenmetalle und deren Legierungen sowie Diagramme zur Messunsicherheit der Umwertung in diese Norm aufgenommen. In der aktuellen EN ISO 18265 von 2014

wurden u.a. die Prüfbedingungen für die Umwertung bei Messing­ legierungen (Patronenmessing) präzisiert. Zu beachten ist, dass es nicht für alle Verfahren auch alle Umwertungsmöglichkeiten g i b t , u n d d i e a n g eg e b e n e n Mindestprüflasten bei den Umwertungsverfahren für die Härtewerte zwingend eingehalten werden müssen. Außerdem wird in der Norm ausdrücklich auf eine hohe Fehlerquote des Verfahrens hingewiesen. Das resultier t auch aus der Tatsache, dass die Bestimmung der aufgeführten Werte auf sehr unterschiedliche Art und Weise und nicht zuletzt auch auf Basis unterschiedlicher Standards durchgeführt wurde. Die Norm weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine gesicherte funktionale Beziehung zwischen den Kennwerten gibt. Beispiele zur Umwertungspraxis: Die Umwertung der mit ver­ schiedenen Methoden an einer Probe ermittelten Härte in Zugfestigkeitswerte kann auch bei sachgerechter Durchführung zu deutlichen Abweichungen im Umwerte-Ergebnis führen. Dies ist kein Widerspruch des Umwertungsverfahrens selbst, sondern ein Ergebnis aus den Streubreiten, die bei der Umwertung berücksichtigt werden müssen. Neben der Wahl des Prüfverfahrens,

Rm in MPa

Härte HRC

Umwertung HRC-Rm Tab. A1

Umwertung HRC-Rm Tab. B.2

HV10

Umwertung HV10-Rm Tab. A1

Umwertung HV10-Rm Tab. B.2

952

33

1045

1003

338

1089

1063

Beispiel 1: Vergütungsstahl Mittelwerte verschiedener Umwertungen an einem vergüteten Werkstoff ohne Berücksichtigung der Grenzabweichungen.

bspw. HRC-, HV- und HB-Werten, beeinflusst auch die ausgewählte Prüflast das Messergebnis. Der Messfehler aus der zur Bestimmung der Ausgangswerte eingesetzten Verfahren ist hier noch nicht berücksichtigt. Die Tab. Beispiel 1 entspricht der bisher üblichen Umwertungstabelle nach der bekannten DIN 50 150. D i e s e Ta b e l l e i s t a u c h d i e Umwertungsgrundlage auf vielen der gerne genutzten Werbeartikel. Zum Vergleich sind Werte aus der Tab. Beispiel 2 „Umwertung für vergütete Stähle im ver­ güteten Zustand“ der aktuellen Umwertungsnorm angeführt. Die Unterschiede zwischen dem Ergebnis aus der umgewerteten Zugfestigkeit anhand der ermittelten HRC- und HV10Werte aus verschiedenen Tabellen sowie der Vergleich mit der tatsächlichen Zugfestigkeit aus dem Zugversuch am gleichen Bauteil zeigen die mögliche Streubreite,

d.h. auch die zu erwar tende Ungenauigkeit aus der jeweiligen Umwertungsvariante. Die aus der Umwertung von H V 3 0 - We r t e n e r m i t t e l t e n Festigkeiten stimmen besser mit den tatsächlichen Werten des Zugversuches überein als die Werte aus der Umwertung von HV10. Die bessere Übereinstimmung der Umwertung aus HV30 resultiert aus einem fertigungsbedingten Randhärteanstieg im gewalzten Blech. Die beiden Beispiele zeigen deutlich, dass insbesondere die in der Praxis häuf ig genutzte Methode der Umwertung von Härtewerten in Festigkeitswerte immer fehlerbehaftet sein wird und nur als grobe Orientierung verwendet werden kann. Dipl.-Ing. M. Hofmann MHW Ingenieur- und Sachverständigenbüro

Rm Zugversuch MPa

RmHV30/Rm MPA / Messunsicherheit (u)

RmHV10/Rm MPa / Messunsicherheit (u)

468

Umwertung ISO 18265483 +/- 4 MPa-A.1HV30

Umwertung ISO 18265507 +/- 9 MPaA.1.-HV10

457

Umwertung ISO 18265498 +/- 4 MPa-A.1HV30

Umwertung ISO 18265514 +/- 46 MPaA.1.-HV10

454

Umwertung ISO 18265471 +/- 10 MPa-A.1HV

Umwertung ISO 18265514 +/- 18 MPaA.1.-HV

Beispiel 2: Umwertung an Kaltband Umwertung der Festigkeit nach der aktualisierten Norm DIN EN ISO 18265 aus der mittleren Härte HV10 und HV30 Tab. A.1 an Kaltband. Die statistische Bewertung der Messunsicherheit erfolgte nach EN ISO 18265 und korrigiertem Härtewert.

Ankündigung DVS CONGRESS 2019 Rostock, eine norddeutsche Großund Hansestadt an der Ostsee, ist mit ca. 210.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Exzellente Bildungseinrichtungen mit zwei Hochschulen und diversen Berufs- und Fachschulen bieten attraktive Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine gesunde Wirtschaftsstruktur mit Forschungseinrichtungen, industriellen Produktionsbetrieben und einem breiten Dienstleistungssektor u.a. im Tourismus ermög-

lichen vielseitige Perspektiven. Die Windenergie, die maritime Wirtschaft, Biotech/Life Sciences, Luft- und Raumfahrt ebenso wie Logistik und IT-Dienstleistungen sind die Wachstumsbranchen der Hansestadt. In diesem Jahr findet die Große Schweißtechnische Tagung und der DVS-Studentenkongress vom 16. bis 17. September 2019 in der Stadthalle Rostock statt. Alle DVS-Mitglieder, Fachkollegen und Gäste sind herzlich dazu eingeladen, dieses Podium zu

nutzen, um fachliche Erfahrungen mit Kollegen auszutauschen. Diese jährlich stattfindende Veranstaltung wird vom DVS organisiert und bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich über den neuesten Stand der Schweißtechnik und verwandter Verfahren umfassend zu informieren. Geplant ist ein repräsentativer Querschnitt an Fachvorträgen, die das breite Spektrum der Fügetechnik und ihrer richtungsweisenden Entwicklungen abbilden. Am 8. Dezember 2018 war Einreichungsschluss für Vortragsangebote. Im

Moment sichten und bewerten die Verantwortlichen der Programmkommission die fristgerecht eingereichten Vorschläge. In jedem Fall laden die wissenschaftlichen und praxisnahen Inhalte ein, ausführlich über aktuelle Fachthemen aus Forschung, Industrie und Handwerk mit anderen Experten zu diskutieren. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen in Anlehnung an die DVS-Ver­ öffentlichung „Call for Papers“


Seite 8 Termine 2019 Veranstaltungen (Auswahl)

Veranstalter

09.05.

Schweißerstammtisch

BV Südthüringen

15.05.

Mitgliederversammlung und Schweißtechnisches Forum, Triptis-Oberpöllnitz

BV Ostthüringen

25.05.

Landeswettbewerb „Jugend schweißt“, Merkers

LV Thüringen

12.06.

„Wissenschaft trifft Praxis“, Ilmenau

LV Thüringen mit Thüringer Hochschulen

13.06.

Schweißtechnisches Forum, Jena

BV Ostthüringen

LV-Jahresversammlung, Bad Salzungen

LV Thüringen

21.06.

Fachexkursion

BV Erfurt

21./22.06.

Fachexkursion

BV Südthüringen

29.-31.08.

Fachexkursion

BV Ostthüringen

Schweißtechnisches Forum, Jena

BV Ostthüringen

18./19.10.

Treffen der Landesvorstände Hessen und Thüringen, Eisenach

LV Thüringen

18./19.10.

Bezirksfachtagung, Luisenthal

BV Erfurt

08./09.11.

27. Weiterbildung der SL/LS und Prüfaufsichtspersonen, Luisenthal

PZA Thüringen

22./23.11.

37. Weiterbildung der PZAPrüfer, SK-Leiter, Lehrgangsleiter, QMB/QMZ, Luisenthal

PZA Thüringen

Schweißtechnisches Forum, Jena

BV Ostthüringen

14./15.06.

10.10.

28.11.

Nachruf zum Tod von Dipl.-Ing. Heinz Büschel Am 06. Dezember 2018 verstarb Dipl.-Ing. Heinz Büschel, lang­ j ä h r i g e s M i t g l i e d d e s DV S Bezirksverbandes Ostthüringen, im Alter von 82 Jahren. Heinz Büschel war vier Jahrzehnte sehr eng mit der Landmaschinen-, Metall- und Schweißtechnik verbunden. Er studierte an der Ingenieurschule in Nordhausen Landmaschinentechnik und arbeitete anschließend als Verantwortlicher für die spezielle Instandsetzung von Hebezeugen. Im Rahmen eines berufsbegleitenden Zusatzstudiums qualifizierte sich Heinz Büschel 1968 am ZIS Halle zum Schweißingenieur. Bis zum Eintritt in den Ruhestand arbeitet er über zwei Jahrzehnte als Hauptschweißingenieur im Wohnungsbaukombinat Gera. Heinz Büschel war von 1992 bis 2014 als Rechnungsprüfer im DVS-Landesverband Thüringen ehrenamtlich tätig. Diese verantwortungsvolle Funktion übte er sehr pflichtbewusst aus. Für seine 25-jährige DVS-Mitgliedschaft wurde Heinz Büschel die Ehrenurkunde und Anstecknadel

„Wissenschaft trifft Praxis“ – Fachtagung des LV Thüringen 2019 Expertentreff der Fügetechnik am 12. Juni 2019 an der TU Ilmenau Als fachlichen Höhepunkt hat der DVS-Landesverband (LV) Thüringen 2019 in diesem Jahr eine Halbtagesveranstaltung zum Thema „Wissenschaft trifft Praxis“ an der Technischen Universität (TU) Ilmenau geplant. Neben praktischen Fachvorträgen werden bei dieser Gelegenheit auch Studenten ihre Forschungsthemen vorstellen, um diese im Anschluss direkt an den Versuchsständen dem interessierten Fachpublikum ausführlich zu erläutern. Die wissenschaftliche Kompetenz am Fachbereich von Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. J. P. Bergmann und die zentrale Lage der TU Ilmenau sowie die moderne Ausstattung bieten dieser Tagung ein ausgezeichnetes Podium für eine Präsentation der DVS-Arbeit im LV Thüringen und der wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Fügetechnik an den Hochschulen in Thüringen. Dieses Veranstaltungsforum ist für

Studierende eine günstige Gelegenheit, mit Vertretern aus Fachfirmen unmittelbar in Kontakt zu kommen und neben dem Erfahrungsaustausch auch über mögliche berufliche Perspektiven in der Fügetechnik zu reden. Andererseits haben auch die dringend nach Fachkräften suchenden Unternehmen mit dieser Veranstaltung die Möglichkeit, ihren Bedarf an Praktika oder zu aktuellen Forschungsthemen mit den Studenten und Lehrkräften zu kommunizieren. Für den ungezwungenen fachlichen und persönlichen Austausch bietet ein zünftiger Grillabend zum Abschluss der Veranstaltung ausreichend Gelegenheit. Das Vortragsprogramm und die Einladung werden rechtzeitig über die Web-Seite des DVS-LV Thüringen und die digitalen Medien verteilt. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen

Frohe Ostern

Heinz Büschel

Quelle: DVS-BVO

Impressum – Thüringer DVS-Forum

überreicht. Im Jahr 2016 wurde er mit der Silbernen Krawattennadel des Landesverbandes Thüringen ausgezeichnet. Wir werden Heinz Büschel als fachlich interessierten, kollegialen und stets hilfsbereiten Kollegen vermissen und sein Andenken in Ehren halten.

Herausgeber: DVS-Landesverband Thüringen gemeinsam mit den DVS-Bezirksverbänden Erfurt, Ostthüringen und Südthüringen Geschäftsstelle: DVS-Landesverband Thüringen Otto-Schott-Str. 13 07745 Jena Telefon: 03641/204-223 Telefax: 03641/204-224

E-mail: kreichenbach@ifw-jena.de Internet: www.dvs-ev.de/lv-thueringen Redaktion: Andreas Jörk Telefon: 0365/8225-187 Satz & Druck: Satzstudio Sommer GmbH Am Storchsacker 11 07751 Jena

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