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Thüringer DVS - Forum

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25. Jahrgang

Auflage: 1000

14. Dezember 2018 Ausgabe 3

Schweißtechnische Notizen und Neuigkeiten für Mitglieder und Kunden Leider schränkte der vorherrschende Hochnebel am Anreisetag, den Blick auf die bezaubernde Laubfärbung des Thüringer Waldes im Spätsommer ein. Der DVSLandesverband Thüringen hatte am 19./20. Oktober 2018 in das Waldhotel „Berghof“ nach Luisenthal zur diesjährigen Fachveranstaltung eingeladen. Das bereits häufig für DVS-Veranstaltungen genutzte Tagungshotel bietet, wegen seiner zentralen Lage im „Grünen Herzen“ Deutschlands und der gastfreundlichen Atmosphäre, optimale Rahmenbedingungen für diese überregionale Fachtagung. Ein Planungsteam, bestehend aus Fachkollegen der drei BV und des LV, organisierte in enger und konstruktiver Zusammenarbeit dieses Event. Die Eröffnung der Landesfach­ tagung (LFT) erfolgte durch Dipl.Ing. Martin Hofmann, Vorsitzender des DVS-Landesverbandes Thüringen. Unter den 98 anwesenden Fachkollegen wurde auch der stellv. Präsident des DVS, Dipl.-Ing. Peter Boye, recht herzlich begrüßt. In seinen Eröffnungsworten zog Hofmann ein kurzes Fazit zur LFT 2017, verwies auf die effiziente Arbeit bei der Organisation der Veranstaltung unter Nutzung des vom DVS eingerichteten Telekommunikationsportals und stellte das breite inhaltliche Spektrum des Vortragsprogrammes heraus. Der Rektor der Technischen Universität Ilmenau, Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter Scharff, sprach

Breites Themenspektrum und Fachkompetenz Landesfachtagung 2018 des DVS-Landesverbandes Thüringen

Teilnehmer verfolgen die interessanten Fachvorträge

in seinem Grußwort zum „Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft“. Er gab hierbei einen Einblick in die Zusammenhänge von Grundlagenforschung und der Überführung von relevanten Ergebnissen in die angewandte Forschung bis hin zur Vorlauf- und Auftragsforschung. Ein weiterer Aspekt seiner Ausführungen beschäftigte sich mit dem Patent als eine wichtige Form der Fachpublikation. So werden von der TU Ilmenau jährlich etwa 50 Patente angemeldet. Auch auf die Renaissance von Studiengängen mit dem Abschluss Dipl.-Ing. an der Uni in Südthüringen wurde verwiesen. Prof. Scharff unterstrich, dass vernetztes

Quelle: DVS-LV Thüringen

Wissen und die Optimierung des Wissens- und Technologietransfers zwischen Uni`s/Hochschulen und der Wirtschaft zukünftig eine noch wichtigere Rolle für Deutschland spielen wird. Die Absolventen der TU Ilmenau profitieren von der derzeitig sehr starken Nachfrage der Unternehmen an gut ausgebildeten Akademikern (ø 11,2 Angebote je Absolvent). Der erste Fachbeitrag wurde von Michael Spiess von Safra S.p.A. in Travagliato (Norditalien) gehalten. Er referierte zum Thema „Auswahlkriterien für Aluminium Schweißzusätze“. Hierbei ging er auf die sechs Hauptkriterien ein. Insbesondere sind Schweißbarkeit,

Wie ich es sehe

Kommunikation ist wichtig Von Dipl.-Ing. Martin Hofmann, Vorsitzender des DVS-Landesverbandes Thüringen

Nach der personellen Erneuerung von Vorstand und Präsidium gab es beim diesjährigen DVS Congress in Friedrichshafen auch eine erste Auswertung der Befragung zur Kundenzufriedenheit von Bildungseinrichtungen mit angeschlossenen DVS-Schweißkursstätten. Diese Befragungen bieten den Bezirksverbänden die Gelegenheit, mit den verantwortlichen Leitern

von regionalen Bildungsanbietern direkt ins Gespräch zu kommen und auch deren Probleme und Sichtweise im Umgang mit der aktuellen Situation im Aus- und Weiterbildungsbereich besser zu verstehen. Die bisherigen Auswertungen zeigen u.a., dass die Vielzahl personeller Wechsel an der Spitze von Bildungseinrichtungen und in den BV in den vergangenen Jahren auf beiden Seiten zu Wissensdefiziten führten. Es muss uns als wissenschaftlich-technischer Verband wieder besser gelingen, unsere Ziele, Kernkompetenzen und die

Vorzüge des DVS-Kursstätten­ systems überzeugend zu erläutern und miteinander zu diskutieren. Passend zu diesem Thema gab es am Rande der Veranstaltung in Friedrichshafen, auf Anregung von Frau Anke Fengler aus der DVSHGSt in Düsseldorf, auch ein ausführliches Gespräch mit zwei Vertreterinnen der DVS Media GmbH zu einem schon lange diskutieren und aus meiner Sicht dringend benötigten „Motivationspapier“. Darin sollen einerseits Informationen für die Mitarbeit im Ehrenamt und andererseits Argumente für die Unterstützung der DVS-Arbeit

Festigkeit, Verformbarkeit, Korrosionsanfälligkeit, Einsatztemperatur und Farbgebung entscheidende Faktoren für die richtige Auswahl des Schweißzusatzes. Zur weiteren Optimierung der Auswahl des richtigen Schweißzusatzes werden die Kriterien einer Wichtung unterzogen. Die über viele Jahre gesammelten Erfahrungen wurden in einer Tabelle zusammengefasst. Diese kann bei Fragen zur richtigen Auswahl des Schweißzusatzes für den Werkstoff Aluminium herangezogen werden. Nach einer Pause, die zum Besuch der Posterschau und verschiedener Firmenpräsentationen genutzt wurde, fand die Fachtagung mit dem Beitrag von Dipl.-Ing. Sylvio Rossin aus Bad Berka, der vielen Teilnehmern persönlich bekannt ist, ihre Fortsetzung. Er referierte über „Augmented reality“ – der erweiterten Realität in der Schweißerausbildung“ Zunächst sensibilisierte er seine Zuhörer mit einem kurzen Filmausschnitt aus „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ für die Thematik Computeranimation und deren Verknüpfung mit realen Prozessabläufen. So sind solche Anwendungen, z.B. bei der simulierten Ausbildung von Piloten- und Triebfahrzeugführern, bereits heute Alltag. Auch das virtuelle Basistraining in der Schweißerausbildung (MAG, WIG, E-Hand) sind bereits Realität. In der Industrie hat die Automatisierung mittels Robotertechnik einen hohen Durchsatz erreicht und entwickelt sich rasant. An dieser Stelle ist die Verknüpfung von fügetechnischer Prozesskompetenz mit der Programmierung von Robotern oder anders ausgedrückt das Zusammenführen von technischen Handhabungen mit künstlicher Intelligenz erforderlich. Sylvio Rossin stellte (Fortsetzung auf Seite 3) von Arbeitgebern enthalten sein. Es geht für beide Positionen vor allem um eine überzeugende Darstellung von Vorteilen, die als Anreize sowohl die eigene Mitarbeit wie auch die aktive Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Verband stärken. Ein solches Motivationspapier kann die Bereitschaft bei neuen und jüngeren DVS-Mitgliedern steigern, sich zukünftig in der Vorstandsarbeit und in den DVS-Fachausschüssen zu engagieren. Gleichermaßen soll es als Argumentationshilfe auch die Arbeit bereist aktiver Mitglieder im Ehrenamt unterstützten.


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Gratulationen Das DVS-Forum gratuliert herzlich den Mitgliedern

im BV Erfurt

zur Silbernen Ehrennadel des DVS: Peter Kuhn, Eisenach zur 60-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Helmut Becker, Erfurt zur 50-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Gerhard Stein, Weimar zur 40-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Peter Witt, Niedernissa zur 25-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Michael Altmann, Vieselbach Edgar Arndt, Berka Uwe Barthel, Nordhausen Thomas Hucke, Erfurt Sylvio Rossin, Bad Berka Thomas Schäfer, Altengottern Carl Warrlich GmbH, Treffurt MES GmbH, Erfurt Stahlbau Wölk & Partner GmbH, Arnstadt zur 10-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Matthias Apel, Nordhausen Mario Klaus, Deuna Holger Rastelbauer, Bleckenrode Andreas Warzecha, Ringleben Joachim Windschügl, Salomonsborn

im BV Ostthüringen

zur 25-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Günther Boob, Jena Friedrich Golle, Harth-Pöllnitz Wolfgang Grau, Saalfeld Dirk Haupt, Hofheim Heinz-Jörg Heger, Triebes Jens Helaß, Penig Reinhard Schwierz, Kleinobringen Frank Steingrüber, Hermsdorf Michael Wagner, Rudolstadt Ina Liebold Metallbau, Hohenleuben zur 10-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Gisela Gerdes, Gera Michael Geyer, Neugernsdorf Marianne Gniechwitz, Gera Jutta Hädrich, Jena Linette Jörk, Gera Jochen Kaminski, Großpürschütz Bärbel Körner, Jena Robby Luderer, Gera René Merbach, Unterwellenborn Marcel Scheller, Paitzdorf Steffen Simon, Bürgel Kornelia Vester, Jena

im BV Südthüringen

Zur Silbernen Krawattennadel des LV: Markus Hornaff, Wutha-Farnroda

zur 25-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Günter Delle, Kieselbach Horst Nitsch, Floh-Seligenthal Thomas Schäfer, Urnshausen Henri Siebelist, Erlau Thomas Stahl, Suhl Arnold AG, Friedrichsdorf SBH Südost GmbH, Bad Salzungen SPA GmbH, Simson Private Akademie, SK, Suhl TU Ilmenau, FB Maschinenbau, Ilmenau zur 10-jährigen Mitgliedschaft im DVS: Uwe Heublein, Frauensee Stephan Hoffmann, Saalburg-Ebersdorf Evelyn Hofmann, Schwarza Ulrike-Claudia Kanzler, Stadtlengsfeld Christoph Klose, Remda-Teichel Jürgen Menz, Suhl Reiner Möller, Breitungen Ines Wagner, Trusetal Christian Wicklein, Sonneberg Wolfgang Winkler, Masserberg OT Einsiedel Frank Wuchert, Kaltenwestheim

im BV Erfurt

zum 70. Geburtstag: Bernd Kochzius, Breitenworbis zum 65. Geburtstag: Jörg Brähme, Arnstadt zum 60. Geburtstag: Thomas Schäfer, Altengottern zum 50. Geburtstag: Thomas Leffler, Erfurt

im BV Ostthüringen

zum 75. Geburtstag: Gerd-Wilmar Hädrich, Jena zum 70. Geburtstag: Dietrich Martin, Greiz zum 65. Geburtstag: Wilfried Sachse, Kraftsdorf Hans-Jürgen Thanheiser, Crossen zum 60. Geburtstag: Heinz-Jörg Heger, Triebes

im BV Südthüringen

zum 80. Geburtstag: Helmut Erdenbrecher, Meiningen zum 70. Geburtstag: Reinhard Danzeisen, Oepfershausen Erhard Müller, Tiefenort zum 65. Geburtstag: Harry Scholz, Wasungen zum 60. Geburtstag: Martin Hofmann, Schwarza zum 50. Geburtstag: Uwe Oberender, Floh-Seligenthal zum 40. Geburtstag: Nico Höfer, Leutersdorf

Als Fachmann dem Ehrenamt verschrieben Zum 60. Geburtstag von Dipl.-Ing. Martin Hofmann

Fachkollegen der drei BV, des LV und PZA Thüringen gratulieren und präsentieren die neue (Un)Ruhebank Quelle: privat

Der 12. des Monats Oktober im Jahre 1958 war ein Sonntag und der 285 Tag in der 41. Kalenderwoche. Tja, lieber Martin, Du bist also ein „Sonntagskind“. Zu Deinem 60. Geburtstag wünscht Dir der Vorstand des DVS-Bezirksverbandes Südthüringen alles erdenklich Gute. Wie heißt es so schön? Die Feste soll man feiern, wie sie fallen! Besonders gilt das für runde Geburtstage. Am bewussten 12. Oktober beging unser geschätzter Fachkollege Martin Hofmann seinen 60. und sicherlich nicht den letzten „runden“ Geburtstag. Die perfekte Gelegenheit, einmal innezuhalten, um zurückzublicken und „Danke“ zu sagen. Nach seiner Berufsausbildung zum Elektromechaniker und dem anschließenden Studium an der TU Dresden war sein berufliches Ziel die Gründung eines Werkstoffprüflabors. Der konsequente Schritt in die Selbstständigkeit erfolgte am 01.08.1992. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Martin Hofmann Werkstofftechnik (MHW) von einem zunächst regionalen Dienstleister für Werkstoffprüfungen zu einem werkstoff- und technologieorientierten Ingenieur- und Sachverständigenbüro mit eigenem Materialprüflabor entwickelt. Es würde bei Weitem den Rahmen sprengen, seine vielen Ehrenämter aufzuzählen. Besonders sollte seine engagierte Arbeit in unserem (Süd) Thüringer DVS-Verband und im Härtereikreis Suhl nicht unerwähnt bleiben. Martin Hofmann ist seit 1994 aktives Mitglied im Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS). Als Vorstand Forschung, Wissenschaft und Technik des Bezirksverbandes Südthüringen und

des Landesverbandes hat er immer wieder neue Projekte angeregt, entwickelt und mit großem Erfolg umgesetzt. Seit 2012 wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden und ab 2014 zum Vorsitzenden des DVS-Landesverbandes Thüringen gewählt. Basierend auf seiner fundierten und breit gefächerten Ausbildung sowie seinen umfassenden Berufserfahrungen, sucht Martin Hofmann stets nach neuen Ideen, Wegen und Methoden, die Bildungs- und Verbandsarbeit im DVS zu optimieren. Eine besondere Herzensangelegenheit ist es ihm, vor allem junge und jung gebliebene Menschen für die spannende Welt der Fügetechnik zu begeistern. Die Umschreibung „tätig sein“ trifft es nicht wirklich, denn Martin Hofmann lebt und liebt nicht nur seinen Beruf und die ehrenamtliche Tätigkeit. Horizonterweiternde (Kurz) Reisen, die Musik und seine Familie geben ihm den notwendigen Ausgleich zum beruflichen Alltag. Das besondere Quäntchen mehr an Leidenschaft ist es, was seine Familie, die Geschäftspartner und nicht zuletzt auch seine Mitarbeiter an ihm schätzen. Ergo wurde es für die Gratulanten und auch für den Jubilar ein Tag, angefüllt mit vielen Episoden aus der Vergangenheit und Gegenwart sowie einer Menge guter Laune. Die Mitglieder des DVS-Thüringen sowie die Vorstände wünschen Dir, lieber Martin, weiterhin viel Erfolg im Beruf und Ehrenamt, voller Schwung, Leidenschaft, sprühender Ideen und vor allem recht viel Gesundheit. F. Radtke Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVS


Seite 3 (Fortsetzung von Seite 1) ein anwendungsbereites Konzept (Fanuc – Weldplus) für die virtuelle schweißtechnische Ausbildung in Verbindung mit Robotertechnik vor. Diese mobile Trainingseinheit war im Foyer ausgestellt und konnte auch „in Aktion“ besichtigt werden. Der letzte Vortrag am ersten Veranstaltungstag befasste sich mit der Werkstoffprüfung in der Fügetechnik. Hierfür konnte Dipl.-Ing. Heiko Küchler von der Olympus Deutschland GmbH in Hamburg als Referent gewonnen werden. Den inhaltlichen Schwerunkt seines Fachbeitrages bildete die Ultraschallprüfung mit „Phased-Array“. Bei diesem System befinden sich mehrere Prüfköpfe (16-256) in einem Gehäuse. Die Sensoren im Schallkopf erzeugen eine zeitlich versetzte Wellenfront und liefern Prüfergebnisse in Echtzeit. Der Fokus für die zu prüfenden Bereiche kann genau definiert werden. Das Phased-Array-Verfahren kann sowohl manuell als auch automatisiert eingesetzt werden und besticht mit seinem sehr hohen Informationsgehalt hinsichtlich der Prüfergebnisse. Wesentliche Vorteile des vorgestellten Verfahrens sind Flexibilität, hohe Prüfgeschwindigkeit, optimaler Prüfwinkel (0-90°), handliche Bauform und sehr gute Bildgebung. Für den Einsatz von Phased-Array-Geräten gilt die EN ISO 18563:2015 in Verbindung mit der DIN EN ISO 20601:2017 für dünnwandige Materialien (3,2 bis 8,0 mm). Heiko Küchler präsentierte am Stand eine Auswahl von Phased-Array-Gerätetechnik des Herstellers Olympus. Er demonstrierte und erläuterte anhand von mitgebrachten Prüfstücken die Anwendung und die Auswertung von Ultraschallprüfungen mit der modernen Gerätetechnik. Im Anschluss an die Vorträge des ersten Veranstaltungstages zeichneten Martin Hofmann und Jürgen Vester anwesende Mitglieder für ihre langjährigen DVS-Mitgliedschaften aus. Mit der Ehrennadel des DVS-Landesverband Thüringen wurde dieses Jahr Dipl.-Ing. Markus Hornaff für seine besonderen Verdienste um die schweißtechnische Gemeinschaftsarbeit geehrt. Der Abend klang in angenehmer Atmosphäre mit einem gemeinsamen Abendessen und bei interessanten Fachgesprächen aus. Den Auftakt am Sonnabendmorgen machte Dipl.-Ing. Michael Paschen vom Ingenieurbüro für Bauwesen – Professor Sedlacek & Partner in Aachen. Er sprach über die Instandsetzungen an den Rheinbrücken in Neuenkamp und Leverkusen. In seinen Ausführungen ging er hierbei auf die besonderen Herausforderungen von geschweißten und geschraubten Verbindungen ein. Nach ca. 50 Jahren Nutzungsdauer sind an beiden

Brückenbauwerken umfangreiche Reparatur- und Ertüchtigungsarbeiten erforderlich. Die jetzt auftretenden Schadensbilder lassen sich insbesondere auf Faktoren wie die konstruktive Umsetzung, die Ausführung und Fertigung, die Materialeigenschaften und die Belastung zurückführen. Insbesondere die tägliche Verkehrsbelastung von bis zu 120.000 Fahrzeugen, davon 15% Schwerlastverkehr, setzen diesen Brücken enorm zu. Michael Paschen stellte typische Schadens-

und internationale Schadensfälle vor, welche vom Allianz Zentrum für Technik (AZT) untersucht wurden. Hierbei ging er auf die Ursachen der Schadensentstehung und die gewählten Methoden zur Schadensuntersuchung ein. So bildet die Technische Schadensanalyse nach VDI 3822 eine wichtige Grundlage jeder Schadensfalluntersuchung. Nach Probeentnahmen und umfangreichen Werkstoffuntersuchungen lassen sich im Ursache-Wirkungsdiagramm Zusam-

Christian Straube (ifw Jena) während seines Vortrags Quelle: DVS-LV Thüringen

bilder wie z.B. Terrassenbrüche, hervorgerufen durch dynamische und thermische Belastungen in der Brückenkonstruktion, vor. An den Beispielen erläuterte er die hierfür gewählten Instandsetzungsverfahren. Besondere Herausforderungen und Risiken für die Instandsetzung stellt das Schweißen unter teilweiser Aufrechterhaltung des rollenden Verkehrs dar. Die komplette Sperrung von Rheinbrücken ist stets die „letzte Option“. Meist muss an Wochenenden und mit reduzierter und angepasster Verkehrsführung gearbeitet werden. Neben schweißoder schraubverbindungstechnischen Ertüchtigungen bilden die umfangreichen und kontinuierlich durchzuführenden Prüfverfahren eine weitere wichtige Komponente zum Erreichen der Grenznutzungsdauer der Brückenbauwerke (ausgelegt auf 100 Jahre) sowie für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Dipl.-Ing. Reinhold Schaar von der Allianz Risk Consulting GmbH in München referierte anschließend zu Schadensuntersuchungen an Schweißverbindungen. Zum Kundenkreis des Industrie- und Spezialversicherers innerhalb des Allianz Konzerns zählen u.a. 500 der größten Unternehmen weltweit. Reinhold Schaar kann auf mittlerweile ca. 1.000 durchgeführte Schadensbegutachtungen verweisen. In seinem Vortrag stellt er nationale

menhänge visuell darstellen. Die fachlichen Anforderungen an die für das AZT tätigen Prüfingenieure sind sehr anspruchsvoll. Ein Abschluss als Schweißfachingenieur mit langjähriger Berufserfahrung und umfassende Kompetenzen auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Werkstoffprüfverfahren sind hierfür erforderlich. Zusammenfassend brachte es Reinhold Schaar wie folgt auf den Punkt: „Nur wer den Blick für das Ganze hat, wird auch das Ganze erkennen“. Nach einer kurzen Pause schloss sich der Vortrag von Christian Straube, M. Sc. vom ifw Jena – Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH zum Thema „Digitale Durchstrahlungsprüfung von Schweißnähten nach DIN EN ISO 17636-2 und Möglichkeiten der Computertomographie“ an. Er stellte die am Institut vorhandene Anlage sowie die Einsatzmöglichkeiten der Film- und Digitaltechnik im Vergleich mit deren Vor- und Nachteilen vor. In seinen Ausführungen ging Christian Straube auch auf die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes der Computertomografie (CT) ein, mit der ein 3-dimensionales Abbild der Prüfkörper über das gesamte Bauteilvolumen möglich ist. Innere Unregelmäßigkeiten lassen sich hiermit gut lokalisieren sowie klassifizieren. Die erfassten Abbildungen sind

sehr gut digital archivierbar und ermöglichen zeitlich versetzte Vergleichsprüfungen durch kurze Zugriffszeiten. Anschließend ging er auf die anzuwendenden Normen zur Bewertung von Durchstrahlungsaufnahmen ein. Aspekte hierbei sind die Materialgeometrien wie Stumpfnähte an Blechen und Rohren sowie von Kehlnähten. Weiterhin wurde die verbindliche Kennzeichnung der Prüfstücke, die Kontrolle der Aufnahmequalität und die visuelle Erscheinung typischer Unregelmäßigkeiten anhand von Beispielaufnahmen erläutert. Die Teilnehmer wurden hierbei speziell auf erkennbare Unregelmäßigkeiten wie Poren, Porennester und -zeilen sowie Bindefehler aufmerksam gemacht. Im Abschlussvortrag wurde das Thema Normung, hier zum aktuellen Stand der DIN EN 1090ff. informiert und diskutiert. Dipl.-Ing. Tino Gurschke von der DVS ZERT GmbH in Halle (Saale) stellte eine, gemeinsam mit Roland Zschech (SLV Halle GmbH), erarbeitete Präsentation vor. Schwerpunkt seiner Ausführungen war das umfassende Regelwerk im bauaufsichtlichem Bereich. Dieses umfasst die Vorschriften zur Ausführung von Stahl- und Aluminiumtragwerken sowie die Definitionen von Bedingungen unter denen Bauprodukte in den Anwendungsbereich der DIN EN 1090-1 fallen. Ein weiterer Aspekt waren die technischen Anforderungen nach DIN EN 10904:2018 bzw. DIN EN 1090-5:2017 für dünnwandige, kaltgeformte Bauelemente und -teile für Dach-, Decken-, Boden- und Wandelemente sowie die Anforderungen an Schweißzusatzwerkstoffe im bauaufsichtlichen Bereich nach DIN EN 13479:2017. Abschließend informierte Tino Gurschke über Änderungen zur Ausführung von Stahltragwerken nach DIN EN 1090-2:2018. In seinem Schlusswort fasste der Vorsitzende des DVS-Landesverbandes Thüringen die fachlichen Schwerpunkte der erfolgreichen Landesfachtagung 2018 zusammen. Hofmann bedankte sich für die rege Teilnahme der DVS-Mitglieder aus den drei Thüringer Bezirksverbänden. Einen besonderen Dank sprach er dem Bezirksverband Erfurt für die Organisation des Veranstaltungsrahmens aus. Das im letzten Jahr erstmalig umgesetzte fachliche Veranstaltungskonzept der Landesfachtagung hat sich auch in seiner zweiten Auflage bewährt. Hofmann bedankt sich bei allen Referenten und aktiv in der Vorbereitungs- und Umsetzungsphase tätigen DVS-Mitgliedern. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen


Seite 4 Die Teilnahme von 48 Fachkollegen an der diesjährigen Fachexkursion des BVO zeigt, dass das Thema „Automobilbau“ auf allgemein großes Interesse unter unseren Mitgliedern gestoßen ist. Der extrem hohe Automatisierungsgrad und die damit bis ins kleinste Detail durchorganisierte Logistik an Zulieferungen und Produktionsabläufen faszinieren jeden Techniker. Unsere Exkursion startete am 30.08.2018 mit dem Reiseziel Bücken, einer Gemeinde, 50 km vor den Toren Bremens an der Weser gelegen. Nach dem gemeinsamen Abendessen im „Thöles LandGut-Hotel“ standen interessante Fachgespräche zu aktuellen Themen der Schweißtechnik und die erforderlichen Vorbereitungen für den Folgetag auf dem Programm. Am nächsten Morgen ging es dann gen Bremen und wir erreichten unser erstes Ziel, das UNIVERSUM® Bremen. Hier konnten sich die Teilnehmer individuell auf eine außergewöhnliche Entdeckungstour in die Welt der Wissenschaft begeben. An über 300 Exponaten konnten naturwissenschaftliche Phänomene hautnah und mit allen Sinnen erlebt und auch verstanden werden. Die drei Themenbereiche Technik, Mensch, Natur luden ein, erkundet zu werden. Eine Sonderausstellung zum Thema „Fahrrad – von der Entwicklung bis heute“ rundete den Besuch ab. Mit Sicherheit wird sich mancher Teilnehmer das „UNIVERSUM“ auf seinen Notizzettel für einen gesonderten Besuch notiert haben. Nach kurzer Fahrt mit dem Reisebus war unser Exkursionsziel, das Mercedes-Benz Werk, schnell erreicht. Nach der Begrüßung und der Stärkung in der Betriebskantine wurden wir in einem interessanten Einführungsvortrag über die Entwicklung und wirtschaftliche Stärke des Produktionsstandortes Bremen der Daimler AG vertraut gemacht. In Bremen werden 11 Modelle aus der umfangreichen Mercedesreihe hergestellt. Pro Tag rollen hier ca. 1.700 Fahrzeuge vom Band. Und das bei einer Beschäftigtenzahl von

Automobilherstellung live erleben 26. Fachexkursion des DVS-BVO zum Mercedes-Benz Werk in Bremen

Gruppenfoto vor dem Mercedes-Benz Werk in Bremen

rund 12.500 Mitarbeitern. Im Jahr 2017 wurden am Standort Bremen 427.000 Fahrzeuge hergestellt. Mit besonderem Stolz wurde auf das Jahr 2016 verwiesen, in welchem man das größte Werk, gemessen am Fahrzeugausstoß, innerhalb der Daimler AG war. Mit einem werkseigenen Bus begann im Anschluss unsere Tour durch das gigantische Werksgelände. Die erste Station war der Rohbau. Dieser ist gekennzeichnet durch die große Zahl an Zuführ- und Schweißrobotern. Karosserieteile werden automatisch zugeführt, positioniert und miteinander durch unterschiedliche Fügeverfahren (überwiegend Kleben und Punktschweißen) verbunden. Es ist beeindruckend, wenn gleichzeitig und ohne sich gegenseitig zu behindern, mehrere Roboter an einer Karosse präzise ihre Arbeit verrichten. Die nächste Station war die Endmontage. Auf speziellen Besucherwegen, oberhalb der Montagebänder, konnten wir miterleben, wie Schritt für Schritt

11. Jenaer Lasertagung Experten beraten am 22./23. November in Jena über die Zukunft der Branche Als wichtiger Forschungs- und Industriestandort trägt die Lichtstadt Jena mit ihren ansässigen Unternehmen, Instituten und Hochschulen maßgeblich dazu bei, innovative neue Technologien in die Industrie zu bringen. Ein wichtiger Beitrag dazu ist seit über 20 Jahren die Jenaer Lasertagung, die gemeinsam von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) und dem Günter-

Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung (ifw Jena) veranstaltet wird. In diesem Jahr fand die inzwischen 11. Jenaer Lasertagung im Kongresszentrum der Ernst-AbbeHochschule statt. Am 22. und 23. November wurden auf der Tagung erneut zukunftsweisende Innovationen und Potenziale der Lasertechnologien präsentiert. Die Tagung

Quelle: DVS-BVO

unterschiedliche Fahrzeugtypen gleichzeitig und abwechselnd an den einzelnen Montagestationen komplettiert wurden. Um besseren Zugang zum Fahrzeug zu haben, werden vorher Türen und manchmal auch die Heckklappe demontiert und an separaten Montagelinien vervollständigt. Damit gewährleistet man die optimale Zugänglichkeit in das Fahrzeuginnere. Türen und Heckklappen werden nach kompletter Montage wieder dem Fertigungsprozess zugeführt und an das Fahrzeug montiert. Besonders interessant gestaltet sich in der Endmontage die sog. „Hochzeit“, bei der Karosserie und Fahrwerk miteinander vereint werden. Wenn alle Teile montiert und entsprechend geprüft wurden, verlassen die fertigen Fahrzeuge das Band. Alle Teilnehmer waren hinsichtlich der gewonnenen Erkenntnisse rund um die Automobilfertigung beeindruckt. Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt mit einem Mercedes GLK

wurde durch Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena, eröffnet. Im Anschluss erwartete die ca. 270 Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit 32 Fachvorträgen in 13 Sessions, über 35 Industrieausstellern und eine umfangreiche Posterausstellung. Leitthemen waren in diesem Jahr die laserbasierte Additive Fertigung, UKPLasersysteme und deren Anwendungen, Trends und Ausblicke in der Verfahrensentwicklung sowie neue Lasersystemtechniken. Die beiden Veranstaltungstage wurden durch Keynotes von Dr. Rüdiger Paschotta von RP Photonics Con-

auf einem Geländewagen-Parcours am Rande des Mercedes-Benz Werkes Bremen, genannt „The Rock!“. Auf Bremens dritthöchster Erhebung konnten 4 Fahrer mit je 3 Beifahrern, alle wurden übrigens am Abend zuvor per Losentscheid ermittelt, auf einer Strecke von 936 Metern mit 70% Steigung und fulminantem 80% Gefälle ihre Fahrkünste unter Beweis stellen und die Fahreigenschaften des GLK in der Praxis testen. Damit ging auch der Besuch im Mercedes-Benz Werk in Bremen zu Ende. Um Bremen etwas näher kennenzulernen, bot sich eine Stadtrundfahrt mit dem „Bremer Stadtmusikantenexpress“ an. Während der Fahrt durch und rund um die Altstadt gab es zahlreiche Informationen zur Geschichte und Gegenwart Bremens. Ein gemeinsames Abendessen im Ratskeller rundete den erlebnisreichen Tag ab. Auf der Rückfahrt zum Hotel wurde noch sehr intensiv über das Erlebte diskutiert. Die Heimfahrt am nächsten Morgen wurde genutzt zu einem Abstecher nach Hannover, verbunden mit dem Besuch der Herrenhäuser Gärten. Während einer Führung durch den Großen Garten, Herzstück dieser einzigartigen barocken Gartenanlage, gab es Erläuterungen zur Entstehung und dem Werdegang der Herrenhäuser Gärten, die zu den schönsten Parkanlagen Europas zählen. Das Wetter war uns auch an diesem Tage hold und bescherte puren Sonnenschein während des Rundgangs und der anschließenden Vesperpause. Voll positiver Eindrücke aus den beiden ereignisreichen Tagen, traten wir anschließend die Heimfahrt an. Alle Teilnehmer äußerten sich positiv über die abwechslungsund erlebnisreichen Tage der 26. Exkursion und freuen sich schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr zu neuen interessanten Zielen. Ing. R. Hildenbrandt Vorstand Technik, Wissenschaft, Forschung BVO

sulting, Uwe Schulmeister von MBFZ toolcraft und Pierre Forêt von Linde Gas anmoderiert. In den letzten 20 Jahren hat sich die Jenaer Lasertagung bei Expertinnen und Experten aus der Laserforschung und der Industrie als eine Plattform für den gegenseitigen Austausch etabliert. Daneben erhalten auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und ihre innovativen Forschungsthemen vorzustellen. Weitere Informationen finden Sie unter www.lasertagung-jena.de J. Lange, M.A. - ifw Jena


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„Jugend schweißt“ 2019 Aufruf zum 13. Wettbewerb des schweißtechnischen Berufsnachwuchses

Im kommenden Jahr wird der Wettbewerb „Jugend schweißt“ zum 13. Mal ausgetragen, hoffentlich kein negativ belastetes Omen. Bereits jetzt sind die regionalen DVSKursstätten und die Unternehmen der Metallbranche aufgerufen, fachlich versierte und motivierte Jungschweißer der Geburtsjahrgänge 1996 bis 2002, darauf anzusprechen. Anmeldungen sind in den Schweißverfahren: Lichtbogenhandschweißen (E-Hand), Metall-Aktivgasschweißen (MAG), Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) und Gasschweißen möglich. Die Teilnahme am Wettbewerb ist selbstverständlich kostenlos! Für die Platzierten in den Bezirksausscheiden und im Landeswettbewerb werden wieder lohnenswerte Sach- und Geldpreise ausgelobt. Der besondere An-

Die jährliche Weiterbildung für die Schweißlehrer/Prüfaufsichten aus den DVS-Kursstätten Thüringens fand turnusmäßig am 9./10.11.2018 im BTZ Rohr-Kloster der Handwerkskammer für Südthüringen statt. Eingeladen hatte hierzu Dipl.Ing. Jürgen Vester, Vorsitzender des PZA Thüringen. Das Arbeitsprogramm für die beiden Schulungstage war umfangreich und geprägt von einem ausgewogenen Mix aus Fachtheorie und praktischen Vorführungen. Die 34 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich aktuelles Wissen für die tägliche Arbeit anzueignen und andererseits die von DVS-PersZert geforderten regelmäßigen Weiterbildungen zu absolvieren. Den ersten Fachvortrag zum Thema „Sicherheitstechnische Überprüfung der Arbeitsmittel und Gasversorgungsanlagen – sicherer Umgang mit technischen Gasen und autogentechnischem Gerät“ hielt Axel Vogelsang von der Messer Cutting Systems GmbH in Groß-Umstadt. Der zweite Vortrag, dargeboten von Dipl.-Wirtsch.-Ing. Boyan Ivanov von der EWM AG in Mündersbach, informierte zum Thema „Möglichkeiten zur Redu-

reiz des Wettbewerbes sind nicht vordergründig die Preise, sondern der schweißtechnische Wettbewerb an sich. Sieger kann zwar nur einer werden, aber zu den besten Nachwuchsschweißern der Region oder gar des Freistaates Thüringen zu gehören, ist eine herausgehobene Bestätigung hoher fachlicher Kompetenz. Die Wettkampfaufgaben entsprechen den Vorgaben der DIN ISO 9606-1. Durch die Praxisnähe der schweißtechnischen Anforderungen prof itieren die jungen Schweißer von diesem Training nicht nur im Wettbewerb, sondern auch im Berufsalltag. Die Sieger der Bezirkswettbewerbe qualifizieren sich zum Landes- und weiter bis zum Bundeswettbewerb, der vom 25.–29. September 2019 in Gelsenkirchen stattfindet. Weiterführende Informationen erhalten Sie über die Geschäftsstelle des DVS-Landesverbandes Thüringen oder bei den DVS-Kursstätten in ihrer Region. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen in Anlehnung an Informationen der DVS-AG „Jugend schweißt“

Kompetenz in der schweißtechnischen Ausbildung 70. Geburtstag von Dietmar Kruppa

Dietmar Kruppa

Quelle: DVS-BVO

Am 27. August 2018 konnte der langjährige Schweißlehrer Dietmar Kruppa seinen 70. Geburtstag feiern. Nach seiner Berufsausbildung als Triebfahrzeugschlosser arbeitete er ab 1967 über zwei Jahrzehnte in der Maxhütte in Unterwellenborn. Dietmar Kruppa qualifizierte sich hier berufsbegleitend, u.a. zum Lehrschweißer und zum „Geprüften Industriemeister“. Am 1. August 1995 nahm er in der DVS-Kursstätte der Handwerkskammer für Ostthüringen in

Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch Aktuelles von der 26. Weiterbildungsveranstaltung der Schweißlehrer/Prüfaufsichten Thüringens

Teilnehmer bei der praktischen Vorführung in der SK

zierung des Schweißnahtvolumens in Anlehnung an Merkblatt DVS 0973-1, -2“. Im Anschluss stellten Ralf Rauh und Daniel Schüller von der EWM-Niederlassung Nossen in einer interessanten Praxisvorführung die Vorteile der Nutzung von verschiedenen Lichtbogenarten

Quelle: Y. Reichsthaler

moderner Schweißmaschinen in Verbindung mit dem Schweißdatenmonitoring Xnet vor. Ein weiterer Schwerpunkt der beiden Weiterbildungstage waren die Berichte des PZA-Vorsitzenden Jürgen Vester. Er informierte ausführlich über die Sitzungen des

Rudolstadt seine Tätigkeit als Lehrschweißer auf. Er vermittelte insbesondere dem Berufsnachwuchs in den handwerklichen Metallberufen fachtheoretische Kenntnisse und praxisorientierte Fertigkeiten in den Grundlagen der Schweißtechnik. Auch die Aus- und Weiterbildung von Schweißern oder die Vorbereitung auf die Verlängerungsprüfungen zählten zu seinem Aufgabenbereich. Aufbauend auf seine fachlichen Kompetenzen, gepaart mit beruflicher Flexibilität und pädagogischen Geschick, hat sich Dietmar Kruppa stets die Wertschätzung und Anerkennung bei seinen Kollegen, Vorgesetzten und Lehrgangsteilnehmern erworben. Nach vier Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit auf dem Gebiet der Schweiß- und Metalltechnik beendete er 2010 sein aktives Berufsleben und trat in den Ruhestand ein. Dietmar Kruppa ist aktives DVSMitglied und nimmt an den Fachveranstaltungen des DVS-BV Ost­ thüringen teil. Für das neue Lebensjahrzehnt wünscht der Vorstand alles Gute, viel Gesundheit und weiterhin Interesse an der schweißtechnischen Verbandsarbeit. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVO

AfB und des HZA vom Oktober in Magdeburg, u.a. zur Ausbildungssituation in den DVS-Bildungsstätten, Auswertung von internen und externen Audits in den Bildungseinrichtungen, neue Prüf- und Verfahrensanweisung von DVS-PersZert entsprechend QMH und über wichtige Änderungen im PZA-Prüfersystem ab 2019. Hierbei ging er speziell auf die Zentralisierung des PZAPrüferabrechnungsverfahrens ein. Eine weitere wichtige Neuerung für die Schweißlehrer in den Kursstätten ist die ab Mai 2019 verbindlich zu nutzende Online-Prüfungsfragendatenbank. Hier zeigte B.Eng. SFI Andreas Lüderitz, Leiter der SK am ifw Jena, an praktischen Beispielen die entsprechende Vorgehensweise zur Nutzung der Datenbank. Die anwesenden Teilnehmer bedankten sich bei den Referenten, Organisatoren und der gastgebenden Bildungseinrichtung für die rundum gelungene PZA-Veranstaltung. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen


Seite 6 Ein Band fachlicher Partnerschaft und menschlicher Freundschaften verbindet die Vorstandsmitglieder der DVS-Bezirksverbände RheinMain und Ostthüringen seit nunmehr fast 30 Jahren. Was Fachkräfte aus der Fügetechnik 1990 spontan zusammenführte, hat sich bis heute als tragfähige Konstruktion für den technischen Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch innerhalb der DVS-Verbandsarbeit fest etabliert. In diesem Jahr fand das turnusmäßige Arbeitstreffen vom 28. bis 30. September in Jena und Umgebung statt. Ausgangspunkt für die vielfältigen Aktivitäten war die „Lichtstadt“ in Ostthüringen. Die Gäste aus Hessen wurden zunächst im Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung (ifw Jena) vom Geschäftsführer, Dr.-Ing. Simon Jahn, und den anwesenden Vorstandsmitgliedern des DVSBV Ostthüringen herzlich begrüßt. Nach einer kleinen Stärkung fand unter Leitung von Dr. Jahn eine Führung durch die renommierte Industrieforschungseinrichtung statt. Hierbei wurden die verschiedenen Forschungsbereiche vorgestellt. Die schweißtechnischen Fachkollegen und Gäste aus dem DVS-BV Rhein/Main konnten sich während des Rundganges einen sehr guten Überblick über das breite Spektrum an forschungsrelevanten Themengebieten verschaffen. Aktuell liegt der Fokus auf den Schwerpunkten Laserbearbeitung, Diffusionsschweißen, Lötverfahren, Klebetechnik und additive Fertigung, Werkstoffforschung und -prüfung sowie Industrie 4.0. Nach diesem sehr informativen Exkurs und der regen Diskussion bedankten sich die Teilnehmer beim Institutsleiter Die Bodenseestadt Friedrichshafen war in diesem Jahr Gastgeberin für das jährliche Expertentreffen des DVS-Verbandes. Die insgesamt 80 hochkarätigen Fachvorträge verfolgten ca. 320 Fachbesucher in den großzügigen Tagungsräumlichkeiten des Kultur- und CongressCentrums Graf-Zeppelin-Haus. Am ersten Veranstaltungstag wurden zu 12 Themenbereichen insgesamt 36 Einzelvorträge angeboten, die regen Zuspruch beim Fachpublikum fanden. Aus Thüringer Sicht stellten das ifw Jena sowie die TU Ilmenau aktuelle Ergebnisse aus laufenden Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der additiven Fertigung sowie moderner Laserstrahlschweißverfahren vor. Unter der Diskussionsleitung von Dr.-Ing. Simon Jahn (GF ifw Jena) referierte am Dienstag unter anderem Dipl.Ing. Martin Schmitz, in Vertretung von M.Eng. Stefan Ulrich (beide vom ifw Jena), zur „Optimierung prozessangepasster Schutzgasdüsen“. Am Vortag berichtete bereits M.Sc. Philipp Henckell von der TU Ilmenau, im Rahmen des Themen-

Von Hightech bis Kulturgeschichte Arbeitsbesuch Hessischer Fachkollegen in Ostthüringen

Besichtigung des ifw Jena

sowie den anwesenden Mitarbeitern für die gewährten Einblicke und sachkundigen Informationen. Im Anschluss ging es in den Stadtteil Jena-Lobeda, wo die Gäste aus Hessen Quartier für ihren Aufenthalt bezogen. In den frühen Abendstunden trafen weitere Mitglieder des BV Ostthüringen sowie der Vorsitzende des DVS-LV Thüringen, Dipl.-Ing. Martin Hofmann, in Jena ein. Der erste Besuchstag klang mit dem gemeinsamen Abendessen, zu dem der Vorsitzende des gastgebenden BV Ostthüringen, Dr.-Ing. Hans-Peter Lindner, eingeladen hat,

Quelle: DVS-BVO

mit vielfältigen Fachgesprächen in geselliger Runde aus. Am Sonnabendvormittag stand zunächst ein Besuch im Zeiss-Planetarium der Ernst-Abbe-Stiftung im Zentrum Jenas auf dem Programm. Das im Jahr 1926 eröffnete Gebäude ist das „dienstälteste“ Planetarium der Welt. Hier wurden die Teilnehmer auf eine virtuelle Reise zu fernen Galaxien, Sternen und Planeten mitgenommen. Mit seiner völlig neuartigen LaserGanzkuppelprojektion wird die naturwissenschaftliche Wissensvermittlung zu einem faszinie-

Interdisziplinärer Wissenstransfer Aktuelles vom DVS CONGRESS 2018 gebietes: Lichtbogenbasierte Additive Fertigung über die „Modellierung der Bauteileigenschaften“. Am Montagnachmittag fand die 71. Ordentliche Jahresversammlung des DVS statt. Prof. Flegel, Präsident des DVS, moderierte die umfangreiche Tagesordnung der DVS-Jahresversammlung. Neben einer Vielzahl von Auszeichnungen und Ehrungen, standen unter anderem der Jahresbericht des Hauptgeschäftsführers und die Vorlage der Jahresrechnung 2017 auf der Tagesordnung. Ausführliche Informationen und Bilder finden Sie in den beiden DVS-Presseinformationen 12/13-2018 unter folgendem Link: www.die-verbindungs-spezialisten. de/index.php?id=aktuellethemen Weiterhin wurde den anwesenden DVS-Mitgliedern der Haushaltsvoranschlag für 2019 der HGSt erläutert. Alle zur Abstimmung aufgerufenen Tagesordnungspunkte

erhielten die mehrheitliche Zustimmung der Jahresversammlung. Die anwesenden DVS-Verbandsmitglieder entlasteten das Präsidium für die Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und wählten turnusmäßig den Rechnungsprüfer. Der Kongresstag klang mit dem traditionellen Begrüßungsabend aus. Die Möglichkeit von Begegnungen, auch außerhalb der Vortragsreihen, nutzten die Tagungsteilnehmer für vertiefende Fachgespräche. Am zweiten Tag des DVS CONGRESSES wurden die fachlichen Veranstaltungsreihen fortgesetzt. Themenschwerpunkte waren hier unter anderem: Festigkeit gefügter Bauteile, Schadensfälle, Regelwerk- und Qualifizierung sowie Stahlbau, Offshore-Technik und Fahrzeugbau. Während der Veranstaltung diskutierten der Vorsitzende des DVS-Landesverbandes Thüringen,

renden Erlebnis. Auf dem Weg zum Nachmittagsprogramm wurde in Nerkewitz Mittagsrast gemacht. Gut gestärkt ging es danach weiter zu den „Dornburger Schlössern“. Eine geführte Besichtigung brachte den Gästen aus Hessen und Thüringen das Ensemble der nur wenige Kilometer von Jena entfernten drei Schlösser aus den Epochen der Gotik, der Renaissance und des Rokoko nahe. Aus dieser Perspektive und bei sonnigem Spätsommerwetter konnte man den wunderschönen Blick über das reizvolle Saaletal in vollen Zügen genießen. Neben der sehenswerten Gebäudearchitektur machen die ca. zweitausend Rosenstöcke, die steil abfallenden Weinberge sowie die terrassenförmig im französischen und englischen Stil angelegten Parkanlagen mit idyllischen Laubengängen den besonderen Reiz der Dornburger Schlösser aus. Wie fast nicht anders zu erwarten, war auch Johann Wolfgang von Goethe, Minister von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, hier regelmäßig zu Gast. Der erlebnisreiche Tag klang im „Braugasthof Papiermühle“ in Jena aus. Den Abschluss des Arbeitstreffens bildete am Sonntagvormittag eine gemeinsame Stadtführung im historischen Zentrum von Jena. Die Gäste des DVS-Bezirksverband Rhein-Main bedankten sich bei den Ostthüringer Fachkollegen und Freunden für das vorbildlich organisierte Arbeitstreffen und freuen sich bereits auf ein Wiedersehen in dieser Runde in zwei Jahren in Hessen. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit BVO Dipl.-Ing. Martin Hofmann, und Andreas Jörk, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit im LV Thüringen, mit M.A. Barbara Stöckmann und Dipl.Betrw. Susett Bendel von der DVS Media GmbH. Im Gespräch wurden inhaltliche Schwerpunkte für eine Motivationsbroschüre zur Mitgliedergewinnung erörtert. Dieses Thema hat Martin Hofmann auch im aktuellen Leitbeitrag aufgegriffen. Im kommenden Jahr findet der DVS CONGRESS mit der Großen Schweißtechnischen Tagung und dem DVS-Studentenkongress am 16./17. September 2019 in Rostock statt. Die Hansestadt hat als Standort für Windenergie, Schiffbau und Waren­ umschlag eine besondere Affinität zur Fügetechnik. Diese Symbiose wird sich auch im geplanten Vortragsprogramm widerspiegeln. Gefragt sind Fachvorträge aus den Bereichen Offshore-Technologie, Stahl- und Brückenbau sowie Energieerzeugung. A. Jörk Vorstand Öffentlichkeitsarbeit LV Thüringen


Seite 7 Der Einladung zum 5. Schweißtechnischen Forum aus der Reihe „Aus der Praxis - für die Praxis“ waren 27 Mitglieder des BVO und Gäste der Innung Metallbauhandwerk Weimar gefolgt. Der interessant gestaltete Vortrag durch Dipl.-Ing. EWE Burkhard Senk, Leiter der werkseigenen Produktionskontrolle und Schweißaufsicht der Schachtbau Nordhausen GmbH, bestand aus zwei thematischen Abschnitten. Im ersten Teil wurde ein Brückenneubauprojekt vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Netzwerkbogenbrücke. Brückendaten: Länge 120 m, Breite 13,5 m und Gewicht 500 t. Die Brücke ist der Startpunkt der künftigen Europastraße E 105, die von Norwegen über Russland und die Ukraine bis auf die Halbinsel Krim führt. Konstruktion und Statik lagen in den Händen des Auftraggebers, während die Schachtbau Nordhausen GmbH für Fertigung und Montage verantwortlich war. Burkhard Senk schilderte, dass neben der DIN EN 1090 auch spezielle nationale, also norwegische Regelwerke, angewendet wurden und sich daraus abweichende Anforderungen an Grund- und Zusatzwerkstoffe, mechanische Gütewerte, Prüfpläne, etc. ergaben. Damit erhöhte sich der gesamte Dokumentationsaufwand erheblich. Die Vorfertigung der einzelnen Baugruppen erfolgte in den Hallen der Schachtbau GmbH in Nordhausen und wurden anschließend per LKW nach Wilhelmshaven transportiert. Dort erfolgte auf einer eigens eingerichteten Montagefläche der komplette Aufbau der Brücke. Das Bogensegment wurde für den Seetransport aufwendig verstärkt und die komplette Brücke auf einen hochseetüchtigen Ponton verladen. Den Transport, entlang der Hurtigruten über 2.900 km nach Kirkenes, unweit der rus-

Wissenswertes über StahlBrückenbauwerke in Europa 5. Schweißtechnisches Forum 2018 des BV Ostthüringen

Burkhardt Senk während des Vortrags

sischen Grenze, hat die Brücke problemlos überstanden. Nach komplizierten Manövern konnte die Brücke schließlich auf die Brückenlager abgesetzt und justiert werden. Um die konstruktiven Unterschiede zwischen der Brücke in Norwegen und ähnlichen Brücken in Deutschland zu verdeutlichen, wurde als Hauptkriterium die Verkehrsbelastung genannt. Während in Deutschland stark frequentierte Brücken mit etwa 100.000 Fahrzeugen pro Werktag und Richtung belastet werden, ist dies in Norwegen um ein Vielfaches geringer. Aus diesem Grund war es möglich, eine solch schlanke Bauweise zu realisieren. Der Hauptträger der

Quelle: DVS-BVO

Brücke in Norwegen hat eine Höhe von 750 mm. Zum Vergleich wurde ein Brückenbauwerk über die DB in Naumburg herangezogen, welches gleichzeitig in der Schachtbau Nordhausen GmbH gefertigt wurde. Dessen Hauptträger ist dagegen 1.600 mm hoch. Netzwerkbogenbrücken in Deutschland besitzen wegen der deutlich höheren Verkehrsbelastung grundsätzlich größere Materialquerschnitte als die vorgestellte Brücke in Norwegen. Im zweiten Teil des Vortrages wurde das Thema Instandsetzung an Stahlbrücken näher beleuchtet. Als Beispiele wurden die Rheinbrücken A1 Leverkusen und A40 Duisburg, der Berliner Brückenzug A59 in

Metalltechnische Ausbildungsberufe live präsentiert Nachwuchswerbung zum Anfassen und Mitmachen Die zweite Auflage des Ausbildungsevents des Ostthüringer Handwerks in der Bildungsstätte der Handwerkskammer für Ost­ thüringen in Gera-Aga unter dem Motto „#einfachmachen“ war wieder ein voller Erfolg. Rund 700 interessierte Besucher, vor allem Schülerinnen und Schüler, nutzen die Gelegenheit, sich einmal vor Ort mit den Ausbildungs- und Karrierechancen im regionalen Handwerk zu beschäftigen. In 25 verschiedenen Handwerksberufen bestand die Möglichkeit, selbst hinter die Kulissen zu blicken, sich auszuprobieren und zu entdecken, welche Vielfalt und Kreativität in den handwerklichen Berufen steckt.

Von A wie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik über E wie Elektroniker, F wie Friseur, G wie Gerüstbauer, K wie Konditor und L wie Landund Baumaschinenmechatroniker, M wie Metallbauer bis zu Z wie Zahntechniker konnten sich die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern informieren und alles rund um diese Berufe erfahren. Die Resonanz war durchweg positiv. Sowohl die teilnehmenden Handwerksbetriebe als auch die Besucher waren begeistert. Vor allem die Tatsache, dass so viele verschiedene Handwerksberufe in kompakter Form zum Anfassen und direkten Mitmachen gezeigt wur-

den, fand großen Anklang. Auch in den Werkstatträumen der DVSVerbundkursstätte herrschte reger Besucherandrang. In diesem Jahr demonstrierte Schweißlehrer Robert Lange das Signieren von Metalloberflächen. Hierbei stellte er die zwei gängigen Signiermethoden vor. So basiert das Dunkelsignieren auf einem Oxidationsprozess, welcher durch ein Elektrolyt und eine anliegende elektrische Spannung erzeugt wird. Dabei verändert sich die Oberflächenstruktur des Metalls nicht. Im µ-Bereich entsteht die gewünschte Signatur, die dauerhaft sichtbar und resistent gegen mechanische und chemische Einflüsse ist. Für diese Art der Signierung

Duisburg und die Fleher Brücke A46 in Düsseldorf vorgestellt. Wegen des immer weiter steigenden Güterverkehrs unterliegen diese Brücken einem erhöhten Verschleiß. Bis zur Umsetzung des Neubaus müssen diese Brücken für das zunehmend wachsende Verkehrsaufkommen ertüchtigt werden. Immer öfter kommt es vor, dass Brücken während des laufenden Verkehrs repariert und somit auch geschweißt werden müssen. Für Neubauten und für Reparaturen bei Brückensperrungen, d.h. vom Verkehr unbelasteten Zustand, liegen umfangreiche Regelwerke für Instandsetzungsarbeiten vor. Diese fehlen weitestgehend für die Sanierung unter dynamischer Verkehrsbelastung. In der Praxis ist kaum eine Brücke mit einer anderen vergleichbar. Deshalb muss für jede einzelne Brücke eine spezielle Reparaturtechnologie entwickelt werden. Gleiches trifft auch für die entsprechenden Prüfverfahren zu. Um dennoch eine gewisse Systematik und Bewertung von Brückenschäden zu erarbeiten, werden diese in Schadenskategorien eingeteilt. Unter Beachtung des Alters der Brücke, der eingesetzten Werkstoffe und der Herstellart (z.B. Nieten, Schweißen, Schrauben) sind clevere Instandhaltungslösungen gefragt, die sich auch teilweise auf andere Brücken übertragen lassen. Die Schachtbau Nordhausen GmbH hat sich diesbezüglich einen großen Erfahrungsschatz angeeignet. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Forschung und Werkstoffprüfung hat sich das Unternehmen zu einem renommierten Ansprechpartner in Sachen Reparaturen und Instandhaltung von Stahlbrücken etabliert. Ing. R. Hildenbrandt Vorstand Technik, Wissenschaft, Forschung BVO

ist ein für das jeweils zu bearbeitende Metall geeignetes Elektrolyt sowie eine Schablone oder ein Labeldrucker mit entsprechenden Beschriftungsbändern erforderlich. Der stellv. Obermeister der Metallbauinnung, Thomas Schleicher aus Untitz b. Gera, stellte auch dieses Jahr die Vielfältigkeit des Ausbildungsberufes Metallbauer vor. Das simulationsgestützte Training in verschiedenen Schweißverfahren und deren Einsatz in der Ausbildung präsentierte Jörg Unger am virtuellen Schweißtrainer. Für das kommende Jahr ist wieder ein Ausbildungsevent geplant, um künftig noch mehr Schülerinnen und Schüler für eine Lehre und spätere Karriere im Handwerk zu begeistern. in Auszügen aus der Pressemit­ teilung der HWK für Ostthüringen


Seite 8

Internationale Plattform für Nachwuchswissenschaftler IIW ANNUAL ASSEMBLY & INTERNATIONAL CONFERENCE 2018 in Bali Vom 15. bis 20. Juli 2018 fand die 71. IIW Annual Assembly & International Conference in Bali, Indonesien, statt. Hierbei ermöglichte der DVS jungen Nachwuchswissenschaftlern, mit einer f inanziellen Förderung, an der Veranstaltung teilzunehmen und die eigenen Forschungsergebnisse einem internationalen Publikum zu präsentieren. In diesem Jahr konnten insgesamt 26 „Young Professionals“, davon 5 Frauen, die Veranstaltung besuchen. Das “International Institute of Welding” (IIW) ist der dem DVS übergeordnete Weltschweißver-

„DVS“ muss in der Wahrnehmung der zu erreichenden Zielgruppen verbessert werden. Ein möglicher Ansatz ist, die Nachwuchsgewinnung an den akademischen Bildungseinrichtungen zu aktivieren und weiter auszubauen. Neben der Ansprache zur Gewinnung neuer Mitglieder für den DVS-Verband stand gleichermaßen deren aktive Einbindung in die Gremien- und Verbandsarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zur Debatte. Weiterhin spielte das Thema Veröffentlichungen von Forschungs- und Projektergebnissen in internationalen Fachpubli-

Aktueller DVS-Technikund Bildungsreport

Young Professionals aus Deutschland

band. Dem IIW sind eine Reihe von Fachausschüssen angegliedert, die jeweils ein relativ breites Spektrum aus dem Bereich Schweiß- und Fügetechnik wissenschaftlich und technologisch bearbeiten. Einige dieser Ausschüsse haben technische Subkommissionen, die sich wiederum mit einer spezifischen Thematik befassen. Die IIW Annual Assembly & International Conference findet jährlich statt und bildet die internationale Plattform für alle Fachausschüsse. Als Moderator eines Workshops war es meine Aufgabe, zusammen mit den 26 jungen Nachwuchsforschern der deutschen Delegation, über die Erwartungen von Young Professionals an den Verband zu diskutieren. Das Thema stand unter dem Motto: „Erwartungen an einen technisch-wissenschaftlichen Verband – definieren, wecken, erfüllen“. Hierbei wurden viele Ideen und Vorschläge entwickelt und erfasst. Ein wesentlicher Aspekt in diesem Workshop war auch die Fragestellung: Was erwarten Studierende und Nachwuchsforscher von einem wissenschaftlichentechnischen Verband – konkret vom DVS? Ein wichtiges Ergebnis war, der Bekanntheitsgrad der Marke

Quelle: DVS

kationen eine wichtige Rolle. Der DVS-Verband hat die WorkshopErgebnisse des Young Professionals aufgenommen und wird diese in den zuständigen Gremien bis zum Jahresende evaluieren. Das ifw Jena war mit drei Teilnehmern auf diesem internationalen Kongress vertreten. Dr.-Ing. Simon Jahn, Geschäftsführer des ifw Jena, ist der Vorsitzende der Fachgruppe „Diffusionsschweißen“ und darüber hinaus engagiert in der Fachgruppe „Additive Fertigung“. Die Mitarbeiter des ifw, Stefan Szemkus und Sebastian Matthes, hielten Vorträge zu den aktuellen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des selektiven Laserstrahlschmelzens, welche sich mit neuen Ansätzen zur Erweiterung der nutzbaren Materialpalette beschäftigen. Für die großzügige finanzielle Unterstützung zur Teilnahme der 26 Young Professionals aus Deutschland wird den Sponsoren gedankt, welche auf dem Foto abgebildet sind. Die nächste Veranstaltung findet 2019 in Bratislava statt. S. Matthes, M.Sc. Sprecher DVS-Studentengruppe Jena

Im Oktober sind die beiden Fachpublikationen zum 4. Mal in Folge im „Doppelpack“ erschienen. Auf 20 Seiten erfahren die Leser interessante Fakten zum gegenwärtigen Stand der Technik und werden über zukunftsweisende Entwicklungen in der Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik informiert.

Beispielhaft sind hier die beiden Titelthemen „Additive Fertigungstechnik“ und „Ausbildung 4.0“ zu nennen. Die beiden Broschüren stehen zum Download unter www.dvs-ev.de/ broschueren zur Verfügung oder können auch als gedruckte Exemplare bestellt werden.

Wir wünschen unseren Lesern und Autoren eine frohe Weihnacht und für das neue Jahr 2019 Glück und Erfolg!

Herausgeber und Redaktion des DVS-Forums Impressum – Thüringer DVS-Forum Herausgeber: DVS-Landesverband Thüringen gemeinsam mit den DVS-Bezirksverbänden Erfurt, Ostthüringen und Südthüringen Geschäftsstelle: DVS-Landesverband Thüringen Otto-Schott-Str. 13 07745 Jena Telefon: 03641/204-223 Telefax: 03641/204-224

E-mail: kreichenbach@ifw-jena.de Internet: www.dvs-ev.de/lv-thueringen Redaktion: Andreas Jörk Telefon: 0365/8225-187 Satz & Druck: Satzstudio Sommer GmbH Am Storchsacker 11 07751 Jena

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DVS-Forum November 2018  

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