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2018/2019 KUNSTRASEN

BIELEFELDS NEUES KULTURMAGAZIN

KOSTENLOS


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KUNSTRASEN


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Ausgabe 1 · 2018/19

Bielefelds neues Kulturmagazin

KOSTENLOS

KUNST RASEN Kunsthalle

50 Jahre ausgestellt

Sparrenburg

Chor in den Kasematten

Kultur landschaft

Bielefeld begeistert

KUNSTRASEN

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Kultur für Menschen fürKultur Menschen fürStadt. Menschen unserer r Stadt. unserer Stadt.

Wir machen es möglich.

öglich. Wir machen es möglich.


LIEBE LESERINNEN UND LESER, KUNSTRASEN IST EIN NEUES MAGAZIN, DAS SICH AUSSCHLIESSLICH DER KULTUR UNSERER STADT WIDMET: HOCHWERTIG, MIT LIEBE, BEGEISTERUNG UND KÖNNEN GEMACHT, BREIT AUFGESTELLT UND BUNT – EBEN GANZ SO, WIE DIE VIELFÄLTIGE UND IMMER WIEDER ÜBERRASCHENDE KULTUR IN BIELEFELD. UND DIE HAT BESONDERE AUFMERKSAMKEIT VERDIENT.

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as Besondere an Kunstrasen ist, dass dieses repräsentativ gestaltete Magazin nicht nur die glänzenden Highlights präsentiert, sondern auch das, was die Bielefelder Kultur besonders macht. Neben den überregional ausstrahlenden Leuchttürmen Kunst- und Rudolf-Oetker-Halle sowie Kunstverein gibt es zahlreiche weniger bekannte Kulturwelten: Eine freie Theaterszene, wie sie vergleichbar große Städte kaum aufzuweisen haben, ebenso wie zahlreiche Galerien und frei schaffende bildende KünstlerInnen. Daneben eine große lebendige Chorszene, Pop- und Rockbands, Sub- und Off-Kulturen und vieles mehr. Ich selbst bin vor nunmehr 18 Jahren hierher gezogen. Das war eine rein berufl iche und keine Herzensentscheidung – ich wollte wieder weg. Dass ich Jahre später die Entscheidung traf, doch hier in Bielefeld zu bleiben, hing zu einem großen Teil mit der Bielefelder Kultur zusammen. Auch meine BesucherInnen reisen mit der bekannten Parole „Bielefeld gibt es nicht“ an und mit „Bielefeld! - Wow! Das gibt es doch gar nicht!“ begeistert wieder ab. Und sie kommen gerne wieder.

Aber: „Kunstrasen“ –??? Klar, bekommt man im Baumarkt. Nachhaltiger jedoch in diesem Magazin. Denn wer versucht, die Bielefelder Kultur in ihrer vollen Breite zu erfahren, muss wirklich rasen ... Und fi ndet mit Kunstrasen ganz neue Anregungen. Es wäre vermessen, das gesamte Kulturangebot Bielefelds präsentieren zu wollen. Kunstrasen kann aus dem großen Angebot nur eine begrenzte Auswahl bieten, diese jedoch mit interessanten Hintergrundinformationen. In den Veranstaltungskalendern der Stadt und des Kulturamts finden Sie zahlreiche weitere Veranstaltungen. Dem Tips-Verlag danke ich für Inspiration, Engagement und die immer wieder gute Zusammenarbeit. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine unterhaltsame Lektüre und spannende Entdeckungen!

Ihre

Brigitte Brand Leiterin des Kulturamts Bielefeld KUNSTRASEN

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KUNSTRASEN IST DA! BIELEFELDS KULTURLANDSCHAFT BEGEISTERT. MIT GROSSER OPER UND EINER INNOVATIVEN INDEPENDENT-SZENE, MIT HOCHKARÄTIGEN GASTSPIELEN INTERNATIONALER KÜNSTLER, MODERNEM PUPPENTHEATER UND BUNDESWEIT BEACHTETEN FESTIVALS FÜR TANZ, WELTMUSIK ODER STUMMFILM. UM NUR EINIGES ZU NENNEN. KUNSTRASEN SORGT FÜR ÜBERBLICK, BEREITET DEN BODEN FÜR RASENDE BEGEISTERUNG. FEIERT DIE KULTURSTADT BIELEFELD UND IHRE KREATIVEN KÜNSTLER.

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ier kommt das neue, große Kulturmagazin für die schönen Künste in der Metropole – Musik und Malerei, Theater und Literatur. Ein weites Feld, diese Kulturlandschaft, vielfältig und voller reizvoller Kontraste. Und weil sich das nicht so einfach mit einem Titel einfangen lässt, erscheint die erste Ausgabe von KUNSTRASEN gleich mit zwei Titeln! Welcher gefällt Ihnen besser? KUNSTRASEN will sich künft ig einmal im Jahr den Mauerblümchen dieser Kulturlandschaft ebenso wie den über die Jahre gewachsenen Solitären widmen. Dazu gehört gewiss seit 50 Jahren die Kunsthalle Bielefeld, die wir zum Jubiläum einen Schwerpunkt in der ersten Ausgabe von KUNSTRASEN erhält. Die Bielefelder Künstlerin und Fotografi n Janice Jensen zeigt dafür exklusiv ihren ganz persönlichen Blick auf und in Philip Johnsons markanten Bau. Bereits seit 70 Jahren gehören die Bielefelder Puppenspiele, begründet von Hartmut Selje, zur lokalen Kulturlandschaft. Exklusiv für KUNSTRASEN zeigt Dagmar Selje, die in zweiter Generation die Bühne leitet, unserer Redakteurin Stefanie Gomoll die schönsten Puppen aus sieben Jahrzehnten. Die Musikszene in

Tel Aviv hat viele aufregende Musiker und Bands hervorgebracht; der Bielefelder Ralf Buschmann erkundet sie seit Jahren und holt die spannendsten KünstlerInnen ins Forum. Unsere Redakteurin Eike Birck hat ihn getroffen. Buschmanns Reisen passen auch bestens ins Konzept der Reihe „Kulturraum Nahost“, mit der das Kulturamt den Reichtum und die künstlerische Vielfalt dieser Region – jenseits von Krieg und Flucht – in den Fokus rückt. Einen ganz eigenen Ton schlägt der Bielefelder Pianist Nils Rabente an. Mittlerweile in zwei Band-Projekten, die im Umfeld des Bunker Ulmenwall entstanden sind. Unsere Redakteurin Corinna Bokermann porträtiert den umtriebigen Musiker. Das sind nur einige der großen Themen, mit denen KUNSTRASEN die Kulturstadt Bielefeld und ihre kreativen KünstlerInnen feiert. Und die spannenden Kontraste zwischen U und E, zwischen klassischer Kunst und freier Szene, zwischen Rudolf-Oetker-Halle und Bunker Ulmenwall. Bielefeld begeistert. Lassen Sie sich begeistern für Bielefelds Kulturlandschaft!

H.P. Meyer Chefredaktion Tips-Verlag KUNSTRASEN

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Begeisternd. Persönlich. Erfolgreich. Optimale Erfolgsverbindungen zu entwickeln, das garantiert Böllhoff seit Generationen. In unserem familiengeführten Unternehmen stehen individuelle Anforderungen im Zentrum unseres Handelns. Mit unserer Montagetechnik, unseren Verbindungselementen und dazugehörigen Dienstleistungen setzen wir dafür täglich neue Impulse.

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I N H A LT 5

VORWORT: Brigitte Brand

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EDITORIAL

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KUNSTHALLE: 50 Jahre ausgestellt

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AUFTAKT: 25 Jahre Weltnacht Festival, 25 Jahre Alarm Theater, Biennale Passages,

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MITTWOCHSKONZERTE MUSIKKULTUREN: Auf Klangreise

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IGOR LEVIT: Jahrhundertpianist mit Rückgrat

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MUSIKSZENE TEL AVIV: Buschmanns Reisen

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29. FILM+MUSIKFEST: Giganten

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HENRIETTE NAGEL: Das Beste, was mir passieren kann

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THEATERSPIELZEIT: Ein Platz für jedes Ich

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LUFTIGER KUBUS: Fotostory Kunsthalle

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LAMPEDUSA: Flucht berührt

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CHORPROJEKT AUF DER SPARRENBURG: Das Atmen der Steine

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SONGNÄCHTE: Stile und Farben

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AVI AVITAL: Klangzauberer

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NEUE NAMEN: Stars von morgen

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FLAUSEN-FESTIVAL: Mut zum Querdenken

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10 JAHRE KULTURVEREIN: Eine Nische für die Vielfalt

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NILS RABENTE: Welt voller Klangfarben

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70 JAHRE BIELEFELDER PUPPENSPIELE: Figuren auf Zeitreise

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MATTHIAS BRONISCH: Der Impulsgeber

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MARTIN BEYER: Orchester- und Konzerthausdirektor

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BIELEFELDER PHILHARMONIKER: Live und in Farbe

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TILL BRÖNNER: Treffen mit Philharmonikern

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ALTERNATIVE KULTURORTE: Pssst! Fast geheim!

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PROGRAMM: Mehr als 120 Tipps

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VORVERKAUF & KULTURADRESSEN

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IMPRESSUM

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IST DAS KUNST...? „Die Überflüssigste aller Künste” von Hellmut Opitz

Bielefelder Kunstverein, Gala und Fest in der Rudolf-Oetker-Halle, Hélène Grimaud, Kunstforum Hermann Stenner, 40 Jahre Mobiles Theater, 11 Freunde, Typisch OWL?, Frakzionen, Gerd Lisken, Bunker Weihnachtsmatinee, Carnival der Kulturen, Bielefelder Kabarettpreis, Trunkmania mit Heiner Meyer und mehr

TITELFOTO 1: istock/ideeone TITELFOTO 2: Timo Blaschke KUNSTRASEN

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KUNSTRASEN


KUNSTRASEN

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Das Gebäude selbst. Der Skulpturenpark. Die großen Ausstellungen zur Kunst der Klassischen Moderne und zur Gegenwartskunst. Das sind mindestens drei gute Gründe, die Kunsthalle Bielefeld zu besuchen. Und drei gute Gründe, die allseits bekannt sind. Doch das Wahrzeichen der Stadt hütet auch einen geheimeren Schatz, der selten gezeigt wird: Im Eigentum der Kunsthalle befinden sich rund 500 Gemälde, 200 Skulpturen und 4.500 Grafiken.

Jubiläumsausstel lung_Bilder einer Sammlung


50 Jahre Kunsthalle Bielefeld

Baselitz „Tablett mit drei Orangen”

Z um 50. Geburtstag

wuchert das Ausstellungshaus mit diesem ganz besonderen Pfund. Die Jubiläums-Schau widmet sich der bedeutenden eigenen Sammlung zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Ab Ende September heißt es für einen Teil der Sammlung: raus aus dem Magazin, rein in die Ausstellung. Da die Kunsthalle aus einem 1928 begründeten städtischen Kunsthaus hervorgegangen ist, blickt die Jubiläumsausstellung sogar auf ein 90-jähriges Werden und Wachsen der Sammlung von Malerei und Skulptur in Bielefeld zurück. Sie zeigt eine Auswahl von Werken von Baselitz und Beckmann, Palermo und Penck, Richter und Richier, die nicht oft zu sehen sind. Jetzt werden sie in ungewöhnlich assoziativer Weise in einen visuellen Dialog miteinander treten. Die Ausstellung läuft bis zum 27.1.19. www.kunsthalle-bielefeld.de ERÖFFNUNG: 28.9.18, 19:00 Uhr, Kunsthalle Matinee-Konzert der Philharmoniker zum Jubiläum: 30.9.18, 11:00 Uhr, Kunsthalle

Stella „Khurasan Gate”

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KUNSTRASEN

1966: Philip Johnson und Dr. von Moltke (rechts).

1966 Der Bau des w ürfelförm igen, modernen Gebäudes aus rotem Mainsandstein beginnt. Es ist der einzige europäische Museumsbau des amerikanischen Harvard-Absolventen und ehemaligen Mitarbeiters Mies van der Rohes, Philip Johnson. Stifter des Gebäudes ist Rudolf-August Oetker.

1968 Am 27. September 1968, nur 12 Tage nach der Eröffnung der Neuen Nationalgalerie in Berlin, wird die Kunsthalle der Öffentlichkeit übergeben. Das Gebäude von Philip Johnson ist im Gegensatz zur Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe das früheste Museum mit zeitgenös-

sischer Architektur für moderne Kunst im Nachkriegsdeutschland. Die Eröffnung ist begleitet von Kritik wegen der Namensgebung als „Richard-Kaselowsky-Haus“. Rudolf-August Oetker hatte den Wunsch geäußert, die Kunsthalle nach seinem Stiefvater zu benennen, dessen NS-Vergangenheit jedoch Proteste auslöst. Die erste Ausstellung von Dr. Joachim Wolfgang von Moltke ist der Sammlung deutscher Expressionisten des Geschäftsmanns Morton D. May gewidmet. Von Anfang an legt die Kunsthalle großen Wert auf die Vermittlung – von Führungen bis zum museumspädagogischen Programm. Das Museum ist mit der ersten Malschule in Deutschland ausgestattet.


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80er 1974 Jahre Dr. Ulrich Weisner tritt die Nachfolge von Gründungsdirektor Dr. von Moltke an und erarbeitet der Kunsthalle mit seinem Ausstellungskonzept internationales Renommee. Allein vier bedeutende Picasso-Ausstellungen fallen in seine 20-jährige Amtszeit. Mit fast 68.000 Gästen ist „Picassos Surrealismus – Werke 1925-1937“

Während des Direktorats von Dr. Ulrich Weisner erwirbt die Kunsthalle in den 80er Jahren herausragende Werke der amerikanischen Moderne. So etwa das mehr als sieben Meter breite „Khurasan Gate I“ von Frank Stel la, das jetzt im Rahmen der Ausstellung zum 50. Jubiläum der Kunsthalle gezeigt wird. In Weisners Amtszeit fallen unter anderem Ausstellungen zu Joseph Beuys (1988) und Baselitz (1989).

Dr. von Moltke in der Malstube

im Jahr 1991 eine der besucherstärksten überhaupt. Einige Werke Picassos zählen auch zur stetig wachsenden eigenen Sammlung zur Kunst des 20. Jahrhunderts, die außerdem Arbeiten von Max Beckmann, Man Ray, Malern der Brücke sowie Skulpturen von Rodin bis zu Serra umfasst. Im September dieses Jahres wird die Moore-Plastik „Large Oval with Points“ im Skulpturenpark aufgestellt – bis heute eine der prägenden und meist fotografierten Plastiken im Park.

1996 Nach dem plötzlichen Tod Ulrich Weisners wird Dr. Thomas Kellein nach zweijähriger Interimsphase zum neuen Direktor der Kunsthalle berufen. Für Aufsehen sorgen unter anderem seine Ausstellungen „Das große Fressen“, eine Schau zu Kunst und Kulinaria, sowie „Picasso 1905 in Paris“ zum Ende seiner Amtszeit.

Aufstellung der Moore-Plastik „Large Oval with Points“ (September 1974). Hinter der Skulptur stehen Dr. von Moltke (links) und Dr. Weisner (rechts).

Dr. Weisner (rechts) mit dem Künstler Penck

1999 Die umstrittene Namensgebung wird nach 30 Jahren erneut diskutiert. Der Rat der Stadt Bielefeld beschließt offiziell die Abschaffung des Beinamens R ichardKaselowsky-Haus.

Bild linke Seite: Einweihung der Kunsthalle im August 1968 (links: Dr. Ulrich Weisner, Bildmitte: Philip Johnson, rechts neben ihm: Dr. von Moltke)

Seit 1996 neuer Kunsthallendirektor: Dr. Thomas Kellein KUNSTRASEN

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Friedrich Meschede Direktor „Ich schätze an der Kunsthalle, dass sie zeitlos ist und sich mit ihren Ausstellungen seit Anbeginn in die Zukunft wagt.“

Yoko Ono bei der Schau „1937. Perfektion und Zerstörung“

Jutta Huelsewig-Johnen Stellvertretende Direktorin und Sammlungsleiterin „Ich schätze an der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld, die eine noch junge Museumssammlung ist, erst seit neunzig Jahren entsteht und erst seit 50 Jahren in dem für sie erbauten wunderbaren Gebäude von Philip Johnson residiert, dass sie einen spannenden Gang durch die deutsche und internationale Kunst vom späten 19. bis ins 21. Jahrhundert bietet mit teils ganz herausragenden Meisterwerken, die niemand in Bielefeld vermuten würde!“

2007 2009 Die Schau „1937. Perfektion und Zerstörung“ wird international wahrgenommen und lockt sogar Yoko Ono als Besucherin an. Die ist von der Kunsthalle so begeistert, dass sie 2008 eine eigene Ausstellung in Bielefeld zeigt.

2008 Anne Kaestner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing „Ich mag an der Kunsthalle, dass sie immer wichtige und interessante Kunst und auch die Künstler nach Bielefeld gebracht hat. In der Rückschau ist es bemerkenswert, wer schon alles in Bielefeld war und was für Ausstellungen hier realisiert wurden.“

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KUNSTRASEN

Nach dem Erfolg mit „1937. Perfektion und Zerstörung“ erforscht die Kunsthalle zum zweiten Mal ein Umbruchjahr. Abseits der Studentenrevolten und des globalen politischen Aufruhrs geht es unter dem Titel „1968. Die große Unschuld“ um den antidiktatorischen Kunstimpuls dieses Jahres.

Zum 40. Geburtstag wird der Skulpturenpark, restauriert nach Originalplänen Philip Johnsons, neu eröffnet. Jetzt sind Gebäude und Park zu dem stimmigen Ensemble verbunden, das der Architekt ursprünglich entworfen hatte. In das gleiche Jahr fällt mit „Emil Nolde – Begegnung mit dem Nordischen“ mit 74.000 Besuchern die beliebteste Wechselausstellung der Kunsthalle.

Impression von „1968. Die große Unschuld“


PHILHARMONIKER

DaCapo Österreich

präsentiert seit 1996

kkphil.at

2011 Dr. Friedrich Meschede, seit 2011 neuer künstlerischer Direktor

2018

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mit dem K& K

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K&K

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Konzert-Gala

„Final Wooden House” von Sou Fujimoto

S OR I G I N

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Philharmoniker

Gesamtleitung: Matthias G. Kendlinger

Silvesterkonzert 31. 12. 2018 · 18 Uhr · Rudolf-Oetker-Halle

Text+Recherche: Stefanie Gomoll Fotos: Timo Blaschke, Ingo Bustorf, Martin Brockhoff, Kunsthalle Bielefeld, Stadtarchiv, Tips Archiv, Marc Detering

Karten: Tourist-Info im Neuen Rathaus, Münsterland Ticket, konTicket, Geschäftsstellen der Neuen Westfälischen und des Westfalen-Blattes NEU: Gratis-Jugendticket bis 18 mit bestellbar über die Hotline!

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In einer Ausstellung zum Thema Architektur kommt es selten vor, dass ein Bauwerk im Maßstab 1:1 gezeigt werden kann. Das im Rahmen der Ausstellung „Sou Fujimoto. Futurospektive Architektur“ aufgestellte „Final Wooden House“ bereichert seitdem den Skulpturenpark.

W I E N E R

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2012

Die Kunsthalle feiert ihr 50. Jubiläum mit einer großen Ausstellung zur eigenen Sammlung.

N

Dr. Friedrich Meschede wird zum künstlerischen Direktor und Geschäftsführer bestellt. Zu den viel beachteten Ausstellungen seiner Amtszeit zählen die Schau über Anohni aus dem Jahr 2016, die der „Spiegel“ als großen Wurf bezeichnet, sowie „Bauhaus-Pioniere in Amerika“ und „Der böse Expressionismus“ (2017-18).

KUNSTRASEN 15 25.06.18 15:51


A U F TA K T ///

US BAUERNHA M MU S EU

8.9.18 15:00

Uwe Banton

25. Weltnacht Festival OPEN-AIR IM BAUERNHAUSMUSEUM

Unterwegs in doppelter Mission: Seit 25 Jahren holt das Festival Künstler aus aller Welt nach Bielefeld. Setzt mit dem Konzertgenuss zugleich ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Ein Anliegen, das Festivalleiter Michael Lesemann mindestens ebenso am Herzen liegt wie die musikalische Qualität der eingeladenen Bands. Sein Jubiläum feiert das Festival im September mit einem spannenden Familienprogramm aus Konzert, Akrobatik, Vorträgen und gutem Essen. Musikalische Highlights sind das Kozma Orkestra mit seiner Mischung aus Klezmer, Balkan und Straßenmusik, die Gruppe Adessa – echte Weltnacht-Veteranen – mit Roots, Reggae und Ghana Grooves sowie das Bielefelder Reggae Urgestein Uwe Banton & The Feueralarm Band. ////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////

Biennale Passages AFRICAN CONTEMPORARY DANCE FESTIVAL Musik, Theater, Aktionen - zum siebten Mal schlägt die Biennale Passages eine Brücke zum afrikanischen Kontinent. KünstlerInnen der zeitgenössischen Kunstszene aus Europa und Afrika treten in einen innovativen Dialog miteinander. Die BesucherInnen erwarten Performances, Konzerte, Workshops, Ausstellungen und Diskussionsrunden im DansArt Theatre. Zu Gast sind Kompanien aus Benin, Togo, Gabun, Ruanda, Kongo und Europa. Die künstlerische Leitung haben Ulla und Tchekpo Dan Agbetou. www.dansart.de 9.11.-11.11.18

DansArt Theatre Ulla und Tchekpo Dan Agbeton

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KUNSTRASEN

„Brücken bauen – Brücken des gegenseitigen Verstehens“. Unter diesem Motto steht das künstlerische Schaffen von Dietlind Budde und Harald Otto Schmid. Seit mittlerweile 25 Jahren ist ihr Theater im Bielefelder Westen zuhause. Jährlich entwickelt das AlarmTheater bis zu acht Produktionen für Jugendliche und Erwachsene und führt Projekte in Kooperation mit Schulen, Sucht- und Gewaltpräventionsstellen, Integrationsvereinen, Museen etc. durch. Besonderes Renommee hat sich das Theater mit Stücken erarbeitet, die von Inhaftierten bis zu Geflüchteten den Menschen eine Stimme geben, die sonst selten auf der Bühne stehen. Bei Redaktionsschluss stand noch kein konkretes Programm zum Jubiläum fest, gefeiert wird es voraussichtlich Ende 2018. www.alarmtheater.de

Fotos: Corinna Bokermann, Christoph Kassette, Cornelia Lembke, Bernhard Pierel/Westfalen Blatt, Bielefelder Kunstverein, privat

25 Jahre AlarmTheater


/// A U F TA K T

Easter Suite JAZZTRIO KORDES, TETZLAFF, GODEJOHANN

M U S EUM WALDHOF

Bielefelder Kunstverein

16.11.1820.1.19

PAKUI HARDWARE

Das Interesse von Pakui Hardware, gegründet 2014 von Neringa Černiauskaitė und Ugnius Gelguda, richtet sich auf die enge Beziehung zwischen Materialität, Technologie und Ökonomie. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, inwiefern Technologie die Ökonomie und unsere physischkörperliche Wahrnehmung von Wirklichkeit tatsächlich verändert. Pakui Hardware beschäftigen sich mit Fragen der Automation, Robotik und synthetischen Biologie. In den Skulpturen, Plastiken und Installationen des Künstlerduos durchdringen sich verschiedene Materialien, Bilder und Körper, die oftmals an futuristische Settings erinnern. Für ihre erste institutionelle Ausstellung in Deutschland entwickeln Pakui Hardware neue Arbeiten. www.bielefelder-kunstverein.de

Der legendäre Jazzpianist Oscar Peterson (1925-2007) komponierte die „Easter Suite“ 1984 im Auftrag der BBC. Es entstand eine berührende Version der Passionsgeschichte, die dennoch in Vergessenheit geriet. Dem Bielefelder Jazztrio kommt das große Verdienst zu, das Werk nach 22 Jahren wiederentdeckt zu haben. Und damit haben die drei Musiker zugleich eine schöne Tradition geschaffen: Seit 2006 führen sie die „Easter Suite“ alljährlich am Ostermontag in ihrer Heimatstadt auf. 22.4.19

Süsterkirche

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Gala und Fest NEUBEGINN IN DER RUDOLF-OETKER-HALLE Der September 2018 markiert einen Neubeginn für das Konzerthaus, das jetzt unter der Ägide der Städtischen Bühnen Bielefeld steht. Und das feiern prominente Musiker, Mitglieder aus allen Ensembles des Theaters und die Bielefelder Philharmoniker mit einer großen Gala und einem einmaligen Programm. Von Schillers „Jungfrau von Orleans“ bis zu Verdis „La Traviata“ reicht die Bandbreite. Durch den Abend führt der „deutsche Frank Sinatra“ Tom Gaebel, der mit den Bielefelder Philharmonikern den Großen Saal zum Swingen bringen wird. Später am Abend gibt er mit seiner Band außerdem ein Late-Night-Konzert im neu gestalteten Foyer. Weitere prominente Gäste sind der Perkussionist Martin Grubinger sowie die Geigerin und Bratschistin Isabelle van Keulen. Gleich am nächsten Tag steigt das traditionelle Fest zum Spielzeitbeginn. Wie immer kostenlos und für die ganze Familie, aber erstmals in der Rudolf-Oetker-Halle. Mitglieder aller Sparten präsentieren wieder Kostproben aus der neuen Spielzeit. Draußen und drinnen gibt es viele Angebote zum Anschauen, Mitmachen und Erleben. Am Abend wartet dann ein besonderes Highlight: In Zusammenarbeit mit WDR 3 verwandelt sich die Rudolf-Oetker-Halle in einen Sendesaal. Nach einem Live-Radiokonzert der Bielefelder Philharmoniker werden auf einer Großbildleinwand direkt aus der Royal Albert Hall in London die Last Night of the Proms übertragen. Der Eintritt ist zwar ebenfalls frei, die Einlasskarten sind aber begrenzt und nur über das WDR 3-Hörertelefon unter 0221/56789333 erhältlich.

Tom Gaebel

7.9.18 20:00

Gala: Rudolf-Oetker-Halle

8.9.18 12:00

Fest: Rudolf-Oetker-Halle KUNSTRASEN

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A U F TA K T ///

Selbstbildnis Hermann Stenner

Expressionist aus Bielefeld KUNSTFORUM HERMANN STENNER

Hélène Grimaud HARMONISCHE SYMBIOSE AM KLAVIER

Sie gilt als die Impressionistin unter den Pianisten, die Klangfarbenexpertin, die wie mit feinem Pinsel die tausend und abertausend Töne eines Konzerts RUDOLFvorsichtig aufträgt und vor den Augen – und natürlich Ohren – des PubliE L L OE TK ER-HA kums zu einem Gesamtkunstwerk verbindet. Hélène Grimauds Programme folgen stets einer besonderen Idee: Als Synästhetikerin erkennt sie Klangund Farbverwandtschaften zwischen den Werken verschiedenster Kom20:00 ponisten, die anderen verschlossen bleiben. Doch in den Klavierabenden der französischen Pianistin werden sie auf magische Weise spürbar. Nach ihrem von den atmosphärischen Bildern des Fotografen Mat Hennek begleiteten Elbphilharmonie-Debüt im April 2017 taucht sie 2019 in der Rudolf-Oetker-Halle erneut in den impressionistischen Kosmos ein und zeichnet Verbindungslinien von Debussy und Satie zurück in die romantischen Klangwelten von Chopin und Rachmaninow.

13.5.19

Bei den „Nachtansichten“ 2018 wurden Bilder Hermann Stenners noch auf das Gebäude projiziert. Ab dem 20.1.2019 gibt es die Originale in der allerersten Ausstellung im neuen Museum selbst zu sehen. „Hermann Stenner im Kreis seiner Zeitgenossen“ verbindet Arbeiten des Bielefelder Künstlers mit denen seiner Künstlerkollegen aus dem Kreis um Adolf Hölzel wie Oskar Schlemmer oder Johannes Itten sowie mit Künstlern des Westfälischen Expressionismus wie Peter August Böckstiegel. Basis des zwischen Kunsthalle und Museum Waldhof gelegenen Museums in der ehemaligen Handwerkskammer ist übrigens die Sammlung des Bielefelders Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte, der 1.400 Werke als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. www.kunstforum-hermann-stenner.de

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VIEL VOR UND VIEL ERLEBT „Wir haben uns viel vorgenommen“, lacht Dr. Karin Stoll mit Blick auf das Jubiläum des Mobilen Theaters. Zu Beginn der neuen Spielzeit nimmt das dienstälteste freie Theater der Stadt als erstes zwei Inszenierungen der letzten Saison wieder auf, nämlich „Rosemary“ (ab 28.9.18) und „Das Geheimnis der drei Tenöre“ (ab 2.11.18 ). „Silvester feiert dann Georges Feydeaus bitterböses, voller Situationskomik steckendes Stück über einen Moral predigenden Abgeordneten Premiere. ‚Lauf doch nicht immer nackt herum!‘ ist eine ‚Sittenkomödie‘, die kaum der Aktualisierung bedarf“, so Karin Stoll. Im Februar soll dann die Uraufführung von Walter Blohms „Die Haltestelle“ folgen. www.mobiles-theater-bielefeld.de 18

KUNSTRASEN

Fotos: Mat Hennek/DG, Leila Zaklan, Promotion, privat

40 Jahre Mobiles Theater


/// A U F TA K T wiener_klassik_programm_oetkerhalle_18_19.qxp_Programm Oetkerhalle 18.0

Deutschlands große Konzertreihe

Konzerte 2018/2019 Rudolf-Oetker-Halle • BIELEFELD

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Philipp Köster, Jens Kirschneck

11 Freunde

Der lager Ex portsch er aus d dt nsta Beeth ove n Bon

KÖSTER & KIRSCHNECK LESEN VOR UND ZEIGEN FILME

Das wird ein echtes Heimspiel für Philipp Köster und Jens Kirschneck. Die Bielefelder Köpfe hinter dem Kult(ur)-Magazin „11 Freunde” laden in die Rudolf-Oetker-Halle und präsentieren Texte über die schönste Nebensache der Welt: Fußball. Temporeich und immer auf Rasenhöhe erzählen die beiden freundlichen Fußballfanatiker von Telefonaten mit Lothar Matthäus, Besuchen beim RUDOLFLLE OE TK ER-HA sonntäglichen Fußballfrühschoppen „Doppelpass“ und verregneten Auswärtsfahrten nach Rostock. Dazu gibt es rasante Filme von vergurkten Interviews am 20:30 Spielfeldrand und popelnden Bundestrainern. Und sie haben dabei, wie der große Theoretiker Andreas Möller es einmal formulierte, „vom Feeling her ein gutes Gefühl“.

6.10.18

Typisch OWL? Die Menschen sind wortkarg, redescheu und mundfaul, ernähren sich von Pickert, Pumpernickel und Stippgrütze und tragen seltsame Familiennamen wie Ottovordemgentschenfelde oder Füchtencordsjürgen. Alles Vorurteile? Die große Ausstellung „Typisch OWL? Streifzüge durch das Land des Hermanns“ im Historischen Museums will diesen Bildern auf den Grund gehen. Dafür begeben sich die Ausstellungsmacher aus aktueller und historischer Perspektive, aber immer mit einem Augenzwinkern, auf die Suche nach den Eigenheiten und Besonderheiten der Region. Dazu widmen sie sich mit Aspekten wie Landwirtschaft, Randlage oder Weser sowohl den landschaftlichen Besonderheiten der Region, als auch dem Wirtschaftsstandort OWL mit Themen wie Industrie 4.0, Universitäten und Familienunternehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen natürlich gewachsenen Regionen ist Ostwestfalen-Lippe eine „Bindestrich-Region“, ein Konstrukt. Darum sind auch die Menschen in Bielefeld und der Region selbst gefragt: Was halten Sie für typisch und was prägt Ihrer Meinung nach die Region. Unter dem Motto „Dein Bild von OWL“ sind sie dazu aufgerufen Bilder, Texte und Videos einzusenden oder hochzuladen! E-Mail: typisch-owl@historisches-museum-bielefeld.de Facebook: www.facebook.com/HistorischesMuseumBielefeld/ Instagram: #deinbildvonowl 24.11.18-28.4.19

Historisches Museum

Programmeinführung jeweils 19:15 Uhr!

Beginn: 20.00 Uhr www.facebook.com/ klassischephilharmoniebonn/

Sonntag, 7. Oktober 2018 Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 15

Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll KV 491 Klavier: Vasily Gvozdetsky

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 104 D-Dur („Salomon-Sinfonie“)

Dienstag, 4. Dezember 2018 Festliches Weihnachtskonzert u. a. mit Werken von Vivaldi, Bach, Händel, Mozart

Leitung: Heribert Beissel

Dienstag, 8. Januar 2019 Joseph Haydn

Klassische Philharmonie Bonn Tel. 0 521 / 5 60 37 74 Fax 0 2 28 / 63 48 50 (Beratung: Mo.–Fr. von 9.30–12.00 Uhr)

Sinfonie Nr. 6 D-Dur („Le Matin“)

Camille Saint-Saëns

Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 22 Klavier: Hinrich Alpers

Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Dienstag, 12. Februar 2019 Georg Friedrich Händel

Concerto grosso h-Moll op. 6 Nr. 12

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 103 Es-Dur („mit dem Paukenwirbel“)

Donnerstag, 21. März 2019 Gaetano Donizetti Ouvertüre zu „Don Pasquale“

Abonnements:

Einzelkarten: KonTicket: Bielefeld: Tel. 05 21 / 6 61 00 Neue Westfälische: Bielefeld: Tel. 05 21/ 55 54 44 Westfalenblatt: Bielefeld: Tel. 05 21/5 29 96 41 Ticket-Hotline Tel. 0 18 06 / 56 05 50 0,20 EUR/Min., Mobilfunkpreise max.0,60 EUR/Min.

sowie bei bekannten Vorverkaufsstellen. Änderungen vorbehalten

Robert Schumann Violinkonzert d-Moll

Felix Mendelssohn

Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90 („Italienische“)

Belderberg 24 53113 Bonn Tel. 0521/ 560 37 74 Fax 0228 / 63 48 50

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G’schichten aus dem Wienerwald

RUDOLFLLE OETKER-HA

31.12.18 18:00

WIENER JOHANN STRAUSS KONZERT-GALA

Es ist bereits eine liebgewonnene Tradition: Zum Ausklang des Jahres geht’s in die Rudolf-Oetker-Halle zur Wiener Johann Strauß Konzert-Gala. Die musikalischen Welten der Strauß-Dynastie sind eine schier unendliche Geschichte – und wenn einer etwas über Schani & Co. zu erzählen weiß, dann sind es die K&K Philharmoniker. Ob freche Polka oder galanter Walzer – mit ihren erstklassigen Interpretationen verzaubern sie jährlich mehr als 70.000 Musikliebhaber. Seit 1996 ließen sich über eine Million Besucher in 19 europäischen Ländern vom erfrischendjugendlichen Wiener Charme der von Matthias Georg Kendlinger kreierten Konzertreihe hinreißen – Kultstatus inbegriffen. Und garantiert beschwingt kann man alsdann fröhlich auf das neue Jahr anstoßen. www.kkphil.at Wir verlosen 3 x 2 Karten. Stichwort „Johann Strauß“ bis zum 10.11.2018 per Postkarte an den Tips-Verlag, Redaktion Kunstrasen, Goldstr. 16-18, 33602 Bielefeld oder per E-Mail an gewinnspiel@tips-verlag.de

AUSSER HAUS

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Fotos: Stefanie Gomoll, Katrin Kendlinger

THEATERFEST DER FREIEN THEATER Mehr Kommunikation zwischen Theaterschaffenden und Publikum. Mehr Ruhe, um sich auf Produktionen zu konzentrieren, die einen besonders interessieren.. Nach dem Aus für die erfolgreiche „Nachtreise“ haben sich die freien Theater der Stadt nicht entmutigen lassen und ein neues Konzept entwickelt, um sich und ihre Stärken gemeinsam zu präsentieren. Statt ausgeklügelter Reiserouten ging’s im Juni 2018 erstmals „Außer Haus“, um zusammen im und vor dem Theaterhaus Tor 6 Ausschnitte aus aktuellen Produktionen zu zeigen. Die Premiere des neuen Formats war ein voller Erfolg. Fortsetzung folgt – voraussichtlich im Juni 2019. www.freie-theater-bielefeld.de KUNSTRASEN

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Bielefeld

Bilder einer Sammlung 29 09 18 27 01 19 50 Jahre Kunsthalle Unbenannt-1 1

Artur-Ladebeck-Straße 5 33602 Bielefeld T 0521 32999500 kunsthalle-bielefeld.de Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet

Die Ausstellung wird gefördert von

06.07.18 09:22


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Wladimir Kaminer

Fünf Kreuzfahrten hat er bereits absolviert. Bei seiner ersten „war gerade Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden, das Wetter war schlecht, und alle Passagiere meckerten. Tagsüber herrschte Weltuntergangsstimmung, aber ab dem Abend haben alle atemlos durch die Nacht gefeiert. Die ausgelassene Partylaune war sensationell! Unser Schiff kam mir vor wie eine Arche Noah, die gar keine Lust mehr hatte, irgendwo ein anständiges Land zu fi nden, sondern einfach immer weiterfuhr und weiterfeierte.“ Über seine Erlebnisse auf hoher See hat Wladimir Kaminer das Buch „Die Kreuzfahrer“ geschrieben, aus dem er in Bielefeld – vielleicht – liest. Aber man weiß es ja nie so genau. Vielleicht erzählt er auch ganz andere Geschichten. Sicher ist nur eines: Anschließend legt er im Forum bei der „Russendisko“ auf!

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KUNSTRASEN


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FRAKZIONEN 2019

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NEUE KLÄNGE

Ein Wochenende voller Musik. Neue Klänge und Erfahrungen bietet das Festival für zeitgenössische Musik vom 11. bis 13. Januar 2019 in E ZIONSKIRCH der Zionskirche Bethel. Sage und schreibe 12 Konzerte wird es geben. Bereits zum dritten Mal veranstaltet die Zionsgemeinde Bethel unter dem Titel FRAKZIONEN ein Festival für zeitgenössische Musik. „Die Konzerte richten sich nicht nur an das Fachpublikum der zeitgenössischen Musik, sondern vielmehr an alle, die Freude an neuen Klängen haben“, erzählt Kirchenmusiker Christof Pülsch, seit 2006 im Amt und seit 1938 erst der vierte Inhaber der hiesigen Kantorenstelle. Um den Zuhörern den Zugang zu der Musik des späten 20. und des 21. Jahrhunderts zu erleichtern, wird die Dauer der Konzerte mit je 40 Minuten bewusst kurz gehalten. Der Eintritt ist übrigens kostenfrei. Dazu wird in Konzerteinführungen per Radio – über Antenne Bethel in Bielefeld auf 94,3 Mhz – und als Audio-Datei auf der Webseite des Festivals im Vorfeld über die Konzerte berichtet, damit auch mit Neuer Musik wenig vertraute Zuhörer Strukturen und Besonderheiten nachvollziehen können. Daneben gibt es zwei Vorträge, darunter von einer Philosophin, die zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit Neuem anregen. Das Publikum darf sich auf unterschiedliche Besetzungen freuen: vom Solo bis zum Kammerorchester. Unter den Mitwirkenden 2019 sind die Sopranistin Irene Kurka, das EOS-Kammerorchester unter der Leitung von Susanne Blumenthal, das Ensemble Earquake der Musikhochschule Detmold sowie Musiker der Bielefelder Philharmoniker. Die Zionskirche ist für dieses Festival genau der richtige Ort. Denn K irchen sind seit Jahrhunderten Orte, die Menschen für Besonderes hellhörig machen und an denen sie Grenzerfahrungen machen können. Christof Pülsch www.frakzionen-festival.de

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Dictaphone

Dictaphone & Nadia Struiwigh NR. Z. P.

Nach fünf Jahren der Stille meldet sich das deutsche Kult-Trio Dictaphone zurück. Coole Jazz-Beats, analoge Ausschmückungen, hypnotische Rhythmen und raffinierte Electronics füttern eine dunkle, schlangenähnliche Kreatur, die in ständig-wechselnder Form durch formlose Landschaften mäandert. Der Kultursender Arte attestierte „minimalistischunterschwellige Eleganz“. Nadia Struiwigh ist eine niederländische Produzentin & DJ aus Rotterdam. Irgendwo zwischen Biosphere und Boards of Canada beheimatet, faszinieren Struiwighs raffinierte Downtempo-Electronica mit synthetischen Klanglandschaften, angereichert um eine Prise Ambient-Techno.

21.12.18 21:00

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WeihnachtsMatinee BUNKER ULMENWALL Konzerte und Lesungen auf vier Bühnen zeigen einen guten Ausschnitt der großen Bandbreite der Jugend- und Kulturarbeit des Bunker Ulmenwall e. V. Bereits zum 14. Mal lädt der Verein zur Weihnachts-Matinee in die Rudolf-Oetker-Halle ein. Die alljährliche Benefizveranstaltung soll dringend benötigtes Geld zum Erhalt der legendären Bielefelder Jugendkultur-Spielstätte „Bunker“ einbringen. Eine gute Sache! 26.12.2018 11-14

Rudolf-Oetker-Halle 24

Der im Frühjahr mit 90 Jahren verstorbene Musiker und Komponist gehörte zu den prägenden Gestalten der lokalen Musikszene. Als junger Dozent kam Gerd Lisken 1960 an die damalige Pädagogische Hochschule, engagierte sich in der 68er Bewegung, begeisterte sich für die Kunst der freien Improvisation. Zu seinen zahlreichen Ensembles zählten das Chaos Orchester, das Trio Dekadenz mit Anke Zülich-Lisken und Willem Schulz oder zuletzt das Trio WEGULI mit Reinhold Westerheide und Andreas Gummersbach, das Bach mit freier Musik verband. Er war Mitbegründer der Cooperativa Neue Musik und wirkte noch im Alter von 88 Jahren an der Performance „Väter und Söhne“ im Theaterhaus Tor 6 mit. 2009 wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt Bielefeld ausgezeichnet. Mit einer Nacht „für Gerd“ im Bunker Ulmenwall erinnern Künstler, Freunde, Wegbegleiter an diese außergewöhnliche Persönlichkeit. 2.3.19 20:30

Bunker Ulmenwall

Fotos: Tips-Archiv, Promotion, privat

Gerd Lisken

Heike Rommel

Drei Bielefeld-Krimis hat Heike Rommel bereits geschrieben. Im November 2018 erscheint „Zerrissene Wahrheit“, der vierte Krimi mit dem Ermittlerteam des KK11 um den leicht verpeilten Schilsker Kommissar Dominik „Dodo“ Domeyer. Die Autorin ist Psychologin und arbeitet in Bethel mit behinderten Menschen. Sympathische, vielschichtige Charaktere, spannende Plots und ganz viel Lokalkolorit zeichnen ihre Bücher aus. Ging es im letzten Krimi „Zwischen Schatten und Licht“ um einen Mord im Bunker Ulmenwall, spielen im neuen Roman ein tödlicher Autounfall auf der Dornberger Straße und der Tierpark Olderdissen eine gewichtige Rolle. Neben der Premierenlesung im November finden sich weitere Termine auf der Homepage der Autorin! 8.11.18 19:30

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Bielefelder Kabarettpreis

COOPERATIVA NEUE MUSIK

Seit 1989 gibt die Cooperativa Neue Musik Werken von Komponisten wie Arnold Schönberg oder Johne Cage ein Podium. Widmet sich – teilweise mit dem eigenen Cooperativa Ensemble Bielefeld – der 12-Ton-Musik ebenso wie ungewöhnlichen Sound-Experimenten. Neben einzelnen Konzerten und Projekten wie der Diagonale in der Rudolf-Oetker-Halle findet regelmäßig an jedem ersten Montag im Monat in der Capella hospitalis der Jour fixe statt. „Dazu laden wir Menschen ein, die sich mit Neuer Musik beschäftigen und in experimentellen Zwischenbereichen unterwegs sind“, so Willem Schulz. „Das ist ein richtiger Schatz in Bielefeld, den ich aus keiner anderen Stadt kenne.“ www.cooperativaneuemusik.wordpress.com ////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////

Carnival der Kulturen BUNTE VIELFALT FÖRDERN! Eine Parade der Masken, Kostüme, fantastischen Installationen und durchdringenden Rhythmen quer durch die Stadt – und anschließend ein großes Fest im Ravensberger Park: Der Carnival der Kulturen zeigt seit 1997 Bielefeld von seiner schönsten Seite, als weltoffene, aufregende Metropole. Mit rund 2.000 AkteurInnen in etwa 70 Gruppen aus der Region, dem In- und Ausland begeistert er rund 100.000 ZuschauerInnen. Das hat seinen Preis, nicht zuletzt wegen der aufwändigen Sicherheitsauflagen, die die Stadt verlangt. Seit sich die Bielefeld Marketing aus der Förderung des Carnival zurückgezogen hat, ist er mehr denn je auf Sponsoren und private Unterstützer aus der Stadtgesellschaft angewiesen. Darum wurde bereits 2014 im Welthaus ein Förderkreis gegründet. Privatpersonen können mit einem jährlichen Beitrag ab 25 € und Unternehmen oder Institutionen mit einem jährlichen Beitrag ab 200 € Mitglieder werden. Der nächste Carnival der Kulturen findet übrigens am 15.6.2019 statt! www.carnival-bielefeld.de 26

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Wer hat’s erfunden? Inge Börchers und Volker Surmann waren es, die vor mehr als zwei Dekaden die Kabarettgemeinschaft Bielefeld e.V. (KGB) gründeten und den Bielefelder Kabarettpreis ins Leben riefen. Eine nach wie vor bundesweit einmalige Erfindung, denn der Preis richtet sich ausdrücklich an den Nachwuchs, der mit seinem Debütprogramm um die Gunst des Publikums wetteifert. Und dass die Kabarettgemeinschaft dabei immer wieder den richtigen Riecher hatte, beweisen ehemalige Debütanten, die mittlerweile längst die großen HalG EN Z WEISCHLIN len füllen: von Bülent Ceylan (2001) bis zu Katie Freudenschuss (2015). Das Publikum darf also gespannt sein, wer 2019 den Pudding an die Wand nagelt.

22.-23.2.19 20:00

Backes, Beune, Brohm 20 02 g r ündeten sie d ie erste Lesebühne Ost westfalens. Der perfekte Rahmen für Hintergründiges, Gedankenspaziergänge und Alltagsbeobachtungen. Bis heute treffen die drei (Ex-)Bielefelder regelmäßig zusammen. Das Ergebnis: keine abgehobenen „Dichterlesungen“, sondern bunt gemischte Texte über Fußball, Popmusik und die ganz normalen kleinen und größeren Katastrophen des Lebens. 15.2.19 20:00

Tor 6 Theaterhaus

Fotos: Stefanie Gomoll, Lukas Kawa, Isabel Opitz, Promotion

Jour fixe

Willem Schulz, Marcus Beuter


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Eugen Gomringer In Berlin verpönt, in Bielefeld geschätzt: Das Gedicht „avenidas“ („Alleen“) des Dichters Eugen Gomringer muss von der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin weichen, die ihm just für diese Kunst 2011 den gleichnamigen Poetik-Preis verliehen hatte. Doch die Studierenden befanden, das Gedicht sei sexistisch, weil es mit den Zeilen „avenidas y flores y mujeres y / un admirador“ (Deutsch: „Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer“) Frauen zu Objekten degradiere. Das Bielefelder Ehepaar Helen und Marcus Knauf hat den Versen an seiner Hausfassade in der Dorotheenstraße eine neue Heimat gegeben – mit Segen des Dichters. Übrigens: Der Bielefelder Kunstverein hatte Eugen Gomringer, der als „Vater der Konkreten Poesie“ gilt, 2015 zu seinem 90. Geburtstag eine große Einzelausstellung gewidmet. Mehr zum Thema Poesie („Die Überflüssigste aller Künste“) in einem Essay des Bielefelder Lyrikers Hellmuth Opitz auf S. 122

Bielefelder Puppentheater Fünf Bühnen, drei Spielorte und jede Menge Programm. Dass Bielefeld nicht nur Pudding-, sondern auch Puppenhauptstadt ist, beweist die erstaunliche Vielfalt der Figurentheaterszene am Teuto. Die Bielefelder Puppenspiele Dagmar Selje, die gerade ihr 70. Jubiläum feiern (siehe S. 74!), machen gemeinsame Sache mit dem Puppentheater Pulcinella, der Niekamp Theater Company, den Kammerpuppenspielen und der Teutoburger Puppenbühne. Sich und ihr Programm präsentieren sie zusammen auf einer Website. Und dass sie an einem Strang – oder Faden – ziehen, bedeutet für das Publikum einen praktischen und schnellen Überblick, was sich in Sachen Kasper & Co. gerade so tut. Übrigens: Dass sie gemeinsam stärker sind, haben auch die freien Theater und die Independent-Musikszene Bielefelds erkannt, die sich ebenfalls zusammengeschlossen haben. www.bielefelder-puppentheater.de www.freie-theater-bielefeld.de www.facebook.com/soundzofthecity

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27.1.19 11:30

Ron Diva

Bunte Mischung, kurze Kunst KLEINKUNSTABEND

Der berühmte LV-Print ist das Markenzeichen von Louis Vuitton, der mit 16 Jahren beschloss Kofferhersteller zu werden. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts steht der Name für exklusive Koffer, Taschen und hochpreisige Gepäckserien, für luxuriöse Lederwaren wie Hand- und Sporttaschen sowie Accessoires. Louis Vuitton ist der Inbegriff von absolutem Luxus und Eleganz. Ein Label, das international als Statussymbol gilt. Der Name Heiner Meyer steht seit den 1980er Jahren wiederum für virtuose Leinwandmalerei, die er nutzt, um den zeitgenössischen Hedonismus, insbesondere auch den um sich greifenden Markenwahn vorzuführen und zu konterkarieren. Rund 70 Originale der Firma Louis Vuitton – zur Verfügung gestellt von der Galerie Eikelmann, Düsseldorf – inspirierten den Bielefelder Künstler zu den für ihn typischen „Cross-Over“ mit Zitaten der Pop-Art. „Trunkmania – Trunks & Bags & Heiner Meyer“ zeigt ab Januar die Ergebnisse des kühlen Spiels mit Zitationen ebenso wie aktuelle Gemälde und weitere Installationen. ////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////

Deutsches Fächer Museum

Im Herzen der Altstadt präsentiert das kleine, aber feine Deutsche Fächer Museum/Barisch Stiftung einen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Fächers der vergangenen Jahrhunderte. Neben der Dauerausstellung entwickelt das Bielefelder Sammlerpaar Marie-Luise und Günter Barisch regelmäßig themenspezifische Sonderausstellungen. Die aktuelle Schau dreht sich um kunstvolle Perlsticktaschen aus Glasund Stahlperlen. „Neben Fächern geht es uns immer auch um das Beiwerk, das eine Dame zum Ausgehen brauchte“, erklärt Günter Barisch. „Außerdem um Dinge, die Geschichte und Geschichten erzählen.“ Die Sonderausstellung läuft bis zum 29.11.18 Öffnungszeiten: Mittwoch & Donnerstag, 14:30 Uhr-17:30 Uhr und nach Vereinbarung 28

Günter Barisch

23.3.19 20:00

Rock-Veteranen Alle Jahre wieder um Weihnachten spielen zwei der dienstältesten lokalen Indie-Bands in der Extra Blues Bar. Den Auftakt macht zwei Tage vor Heiligabend die Uschi Obermayer Experience mit ihrem vom Punk infi zierten Garagenrock. Einige Text steuerte übrigens Lyriker Hellmuth Opitz bei. Kurz nach dem Fest rocken The Dukes Of Hamburg die Bar mit knackigen Sixties-Sounds. Sänger George Perl wurde der Beat schon in die Wiege gelegt: Seine Eltern benannten ihn nach Beatle George Harrison! 22.12.18 Uschi Obermayer Experience Extra Blues Bar 28.12.18 The Dukes Of Hamburg Extra Blues Bar

Fotos: Corinna Bokermann, Stefanie Gomoll, Ariana Kanonenberg

Trunkmania mit Heiner Meyer

Ein Abend – vier KünstlerInnen, das ist das Konzepts des K leinkunstabends, den der Kulturverein Bielefeld mit wachsendem Erfolg organisiert. Mit dabei sind Miss Alli – die kleine Singer-Songwriterin mit Herz –, der größte Kabarettist Deutschlands, Jonas Greiner (2,07 m), die musikalische Lokalgröße Ron Diva und es gibt Musik-Poesie von Masha Potempa. Das Publikum bekommt an einem Abend eine hochkarätige und abwechslungsreiche Mischung präsentiert. Ein Veranstaltungsformat, das am 8.3.19 unter „Women on Stage“ und bereits am 6.12.18 als TO R 6 „Gentlemen’s Night US immer jeweils vier THEATERHA KünstlerInnen auf die Bühne bringt. www.kulturverein-bielefeld.de

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Youn g Scots

MITTWOCHSKONZERTE

MUSIK‑ KULTUREN IN KOOPERATION MIT WDR 3 LÄDT DAS KULTURAMT BIELEFELD WIEDER ZU EINER AUFREGENDEN WELTREISE FÜR DIE OHREN. FLIEGEN AUF DEM KLANGTEPPICH SOZUSAGEN. KREUZ UND QUER ÜBER DIE KONTINENTE. EINFACH MAL HINHÖREN, WIE MUSIK IM HOHEN NORDEN ODER IM NAHEN OSTEN KLINGT UND DAZU DAS EIGENE KOPFKINO STARTEN. WIE GEWOHNT IMMER MITTWOCHS IM KLEINEN SAAL DER RUDOLF-OETKER-HALLE.

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nter dem Motto „Hot fiddles from cool Scandinavia“ eröffnet eine der bekanntesten Bands der finnischen Folkszene im Oktober die Konzertreihe. Frigg ist verwurzelt in der Tradition nordischer Spielmannsmusik und verbindet westliche Volksmusikstile. Die 7-köpfige Gruppe begreift Folkmusik als Ausdruck der Lebensfreude und das hört man dem virtuosen Zusammenspiel von Geigen, Gitarre, Mandoline und Kontrabass auch an. Geografisch weniger eindeutig verortet sind JMO, die im November unter dem Titel „Drei Länder – eine Sprache!“ auftreten. So unterschiedlich die Hintergründe der Musiker sind, so vielseitig ist auch ihre zeitgenössische Kammermusik. Moussa Cissokho (Senegal), Jan Galega Brönnimann (Schweiz) und Omri Hason (Israel) lassen drei Kulturen aufeinander treffen und verbinden den perlend klaren Klang der afrikanische Stegharfe mit den sonoren, rauchigen Tönen der Bassklarinette und den eleganten Rhythmen diverser Perkussionsinstrumente. Fast ein Heimspiel hat im Dezember das Ensemble Vinorosso. Dessen künstlerischer Leiter Florian Stubenvoll studierte an der Detmolder Hochschule für Musik und war als Soloklarinettist in namhaften Orchestern engagiert. Doch die abendländische klassische Musik allein füllte ihn nicht aus. Er wollte mehr: Eigene Kompositionen und Arrangements, ein eigenes Orchester, mit dem er ausgetretene Pfade verlassen und neue Weltmusik in exzellenter Qualität auf die Bühne bringen konnte. Genau das leistet das Ensemble Vinorosso, dessen internationale 15-köpfige Besetzung das Publikum musikalisch vom Mittelmeer über den Balkan bis zur Schwarzmeer-Region führt. Mit orientalischem Crossover-Stil beginnt das neue Jahr. Das Babylon Orchestra besteht zu gleichen Teilen aus geflüchteten und europäischen Musikern und verbindet zeitgenössische orientalische Musik mit urbanen westlichen Elementen. Elektronische Elemente treffen auf Klänge arabischer Instrumente, indigene Perkussion und rituellen Gesang. Als besonderer Gast ist die mexikanische Komponistin und Sängerin Diana Syrse dabei. Nach dem sensationellen Erfolg der letzten Saison darf Bielefeld im Februar wieder vier junge schottische Ausnahmemusiker begrüßen. Mit ihren abwechslungsreichen Solo-Performances im ersten Programmteil und ihrem gemeinsamen Auftritt im zweiten zeichnen die Young Scots ein ebenso aufregendes wie facettenreiches musikalisches Bild Schottlands. Zum Abschluss der Mittwochskonzerte im März serviert das Kioomars Musayyebi Quartett „Orientalische Impressionen“ gepaart mit europäischen Arrangements und Weltmusik mit Einflüssen aus dem Jazz. Der Schwerpunkt der Musik liegt auf den Kompositionen des Iraners Kioomars Musayyebi für die Santur, ein traditionelles iranisches Saiteninstrument, und den Arrangements des deutschen Gitarristen Christian Hammer.

Die Termine im Überblick: 17.10.18 Frigg 14.11.18 JMO 12.12.18 Ensemble Vinorosso 16.1.19 Babylon Orchestra Soloists feat. Diana Syrse 13.2.19 Young Scots 13.3.19 Kioomars Musayyebi Quartett Jeweils: Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal, 20:00

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s ist das Jahr, in dem er auch von den Bielefeldern mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, als er ganz kurzfristig für Hélène Grimaud eingesprungen war. Jetzt kommt der „Pianist der Stunde“ zurück in die Rudolf-Oetker-Halle. Mit Werken von Bach, Schumann, Wagner und Liszt. Vor acht Jahren war er noch ein Student an der Hochschule für JAHRHUNDERTPIANIST Musik, Theater und Medien Hannover. Sein Klavierexamen MIT RÜCKGRAT noch vor der Brust. Er beendete sein Studium mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Wen wundert’s! Inzwischen wird der junge Deutsch-Russe längst von vielen als „Jahrhundertpianist“ gehandelt. Er hat international Karriere gemacht und gilt als „Prototyp eines modernen Künstlers“. Er ist einer, der meisterhaft auf seinem Flügel spielt, aber auch als wacher Zeitgenosse Rückgrat beweist, agil ist, begeistert twittert, liest und reist. Sich direkt ans Publikum wendet oder sich beim Konzert im vom Brexit erschütterten London die Europaflagge ans Revers heftet. Igor Levit kam 1987 im russischen Nischni Nowgorod zur Welt, erhielt bereits mit drei Jahren Unterricht bei seiner Mutter, der Pianistin Elena Levit. Sein erstes Solokonzert gab er mit vier Jahren. Es dauerte nicht lange, bis ein Musikprofessor aus Hannover auf ihn aufmerksam wurde und anbot, ihn zu unterrichten. Als jüdische Kontingentflüchtlinge konnte die Familie 1995 nach Deutschland übersiedeln. Zehn Jahre später gewann er als jüngster Teilnehmer beim International Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv gleich vier Preise. Schon ein Jahr zuvor, also 2004, war er mit gerade mal 16 als zweiter Preisträger beim International Maria Callas Grand Prix in Athen erfolgreich und gewann den International Hamamtsu Piano Academy Competition in Japan. Igor Levit, der jetzt in Berlin lebt, ist zudem einer, der sich als Mensch und Musiker in gesellschaftlicher Verantwortung sieht. Und so spielt er Konzerte für Flüchtlinge und hat bei der diesjährigen Vergabe des Echos an Kollegah und Farid Bang als einer der ersten reagiert. Der 31-Jährige, der selbst vor vier Jahren mit dem Klassik-Echo ausgezeichnet wurde, gab seine Auszeichnung zurück. In seiner Begründung schreibt er, dass die Vergabe des Echos an Kollegah und Farid Bang ein „vollkommen verantwortungsloser, unfassbarer Fehltritt der Echo-Jury und gleichzeitig auch Ausdruck für den derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft sei“. Seine politische Haltung spie2010 WAR FÜR IGOR LEVIT EIN DENKWÜRDIGES gelt sich durchaus auch in den Stücken, die er aufführt. Stücke, JAHR. DIE MUSIKKRITIKERIN DR. ELEONORE BÜNING die viele seiner Kollegen, nicht öffentlich anfassen würden. So wie Frederic Rzewskis einstündige Variationen über das SCHREIBT ÜBER DEN DAMALS 23-JÄHRIGEN IN chilenische Revolutionslied „The People United Will Never Be DER FAZ: „DIESER JUNGE MANN HAT NICHT NUR Defeated” – Levit spielt es. Das virtuose Stück des US-Pianisten DAS ZEUG, EINER DER GROSSEN PIANISTEN DIESES und Komponisten – dieser komponierte es ironischerweise für JAHRHUNDERTS ZU WERDEN. ER IST ES SCHON.“ die 200-Jahr-Feiern der Vereinigten Staaten – ist mittlerweile zu seinem Markenzeichen geworden. Aufgenommen hat er es übrigens zusammen mit Bachs Goldberg- sowie Beethovens Diabelli-Variationen. Das gereicht zumindest zu SpekulaRUDOLF tionen. Eins steht auf jeden Fall fest: Igor Levit, der sich OETKER selbst als „Pianist, Bürger und Europäer“ bezeichnet ist - H AL L E immer für Überraschungen gut. Der Blick über den Tellerrand, das Engagement, das nicht an der Bühnenkante haltmacht, sondern integraler Bestandteil seiner Künstlerpersönlichkeit ist, zeichnet ihn als Mensch und Musiker aus. „Er ist einfach großartig“, resümiert Konzertveranstalter Till Schoneberg, der ihn den Auftritt in der Rudolf-Oetker-Halle verpflichten konnte. An dem Abend wird er Transkriptionen von Werken Bachs, Liszts und Wagner mit Robert Schumanns „Geistervariationen“ verbinden – seiner selten zu hörenden letzten Komposition. (C.B)

Igor Levit

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Buschmanns Reisen

MUSIK SZENE TEL AVIV MIT ISRAEL VERBINDET MAN HIERZULANDE VIELLEICHT NICHT ALS ERSTES EINE LEBENDIGE UND UNGEHEUER INTERESSANTE MUSIK-SZENE. ABER DIE GIBT ES. UND MAN MUSS NICHT GLEICH NACH TEL AVIV FLIEGEN, UM DIESE BANDS LIVE ZU ERLEBEN. DENN SEIT EINIGEN JAHREN TRETEN IM BIELEFELDER FORUM REGELMÄSSIG FORMATIONEN AUS DEM LAND IM NAHEN OSTEN AUF.

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Ralf Buschmann

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arauf wurde auch das Kulturamt der Stadt Bielefeld aufmerksam und so spielen innerhalb der Reihe „Kulturraum Nahost“ auch viele israelische Künstler im Forum oder auch an anderen Orten der Stadt, wie zum Beispiel an der Sparrenburg oder, wenn's jazzig wird, im Museum am Waldhof. Aber wie fi ng das alles eigentlich an? Manchmal ist es wie so oft der Zufall, der diese neuen Wege eröffnete. „Wir hatten immer schon viele Bands aus den USA“, erzählt Ralf Buschmann, seit 1994 Booker des traditionsreichen Veranstaltungsortes. „Häufi g spielten bei denen Musiker aus Israel.“ Und so entstand schon vor 10 Jahren der Kontakt zu Asaf Avidan, der mittlerweile sieben Alben veröffentlicht hat und große Erfolge feiert. „Viele Musiker aus Israel haben eine richtig gute Ausbildung“, weiß Ralf Buschmann, der sich eingehend mit der Szene beschäft igt hat. Und mittlerweile ist auch das Bielefelder Forum in Israel ein Begriff. Ralf Buschmann bekommt häufig Anfragen von israelischen Bands, die in Europa spielen wollen. In dem Land mit etwa 8 Millionen Einwohnern

sind die Auft rittsmöglichkeiten begrenzt. und in den Nachbarländern aufgrund der politischen Situation bestenfalls als schwierig zu bezeichnen.

MUSIKALISCHE OBERLIGA

Ralf Buschmann war schon selbst sechs Mal in Israel. Unbestrittenes Zentrum der Musikszene ist Tel Aviv. Auch Jerusalem, Haifa oder die Universitätsstadt Be'er Sheva mitten in der Wüste, wo sich Technologie-Start-ups angesiedelt haben, ist Treff punkt für Künstler. „Auf so kleinem Raum – Israel ist in etwa so groß wie Schleswig Holstein – gibt es unfassbar viele Bands“, erzählt der Booker, der seine Urlaubsreisen auch dazu nutzte, sich direkt vor Ort Live-Clubs anzugucken. „Musikalisch gesehen spielen viele der Formationen in der Oberliga. Die Bandbreite der Genres ist sehr vielfältig und reicht von hebräischer Volksmusik über Rock und Punk bis hin zu Indie.“ Vorbehalte in Deutschland aufzutreten, konnte Ralf Buschmann, der vor über 25 Jahren durch Israel getrampt ist, nicht feststellen. „Die jüngere Generation ist sehr offen, positiv neugierig und


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Oetke

Sivan Talmor

selbstbewusst. Die meisten kommen nicht, um mit der Tour Geld zu verdienen, sondern sie wollen unbedingt spielen. Einige bekommen zum Beispiel Zuschüsse zu den Reisekosten aus israelischen Kulturförderungsmitteln.“ Die Künstlerbetreuung unterscheidet sich kaum von anderen internationalen Bands. „Ich frage vorher an, ob koscheres Essen gewünscht wird“, sagt der Forums-Booker, „aber meist ist das gar nicht notwendig. Trotzdem achte ich darauf, dass nicht unbedingt Schweinef leisch auf die Teller kommt.“ Eine Band reiste mit einem Nightliner an, auf dem groß Werbung für Israel gemacht wurde. Der Bus wurde während des Konzerts von der Polizei bewacht. „Das war die ganz große Ausnahme“, so Ralf Buschmann. „Einmal, als die Anschlagsgefahr in Israel selbst gerade größer war, habe ich hier in Bielefeld mit dem Staatsschutz gesprochen, ob Sicherheitsmaßnahmen notwendig seien. Aber die Beamten sagten, das sei kein Problem.“

r-Halle

1. SEPTEMBER TRIOSENCE

19. SEPTEMBER* TILL BRÖNNER PHILHARMONIC

22. SEPTEMBER ANTHONY STRONG

29. SEPTEMBER KLAUS DOLDINGER

20. OKTOBER KENNEDY ADMINISTRATION

25. OKTOBER MATT BIANCO

26. OKTOBER HENRIK FREISCHLADER

10. NOVEMBER LAILA BIALI

ZU GAST IN ISRAEL

Durch einen Studentenaustausch kam Ralf Buschmann Anfang der 1990er das erste Mal nach Israel. Sechs Wochen arbeitete er in einem Kibbuz. „Ich hatte Glück, dass ich nicht in eine Fabrik musste, sondern auf den Feldern Datteln geerntet habe“, stellt er rückblickend fest. „Eine Woche hatten wir frei und sind dann im Land umhergereist.“ Seitdem war der Booker noch fünf Mal in Israel. Unsicher fühlte sich der 51-Jährige auf seinen vielen Reisen durch Israel nicht. „An den Anblick des bewaffneten Militärs gewöhnt man sich schnell. Man läuft vielleicht etwas achtsamer durch die Gegend, aber in Tel Aviv selbst ist nichts zu spüren, was Unbehagen bereitet. Das ist eigentlich ähnlich wie in westeuropäischen Städten. Tel Aviv ist die einzige Stadt in ganz Nahost, in der eine Gay-Parade stattfindet und vor dem Rathaus die Regenbogenfahne gehisst wird.“ Ein Highlight war die Einladung von Asaf Avidan zu seiner CD-Release-Party, die im Opernhaus von Tel Aviv stattfand. „Das war großartig. Avidans Musik wurde live mit Orchester präsentiert. Anschließend sind wir mit der Band, Freunden und Familie noch essen gegangen“, erzählt Ralf Buschmann begeistert. (E.B.) www.forum-bielefeld.com

Oetke

r-Halle

15. NOVEMBER SEVEN

19. NOVEMBER* JAN GARBAREK GROUP

5. DEZEMBER KLAZZ BROTHERS

31. DEZEMBER SILVESTER MIT PIMPY PANDA

& CUBA PERCUSSION *Tickets an der Theater- und Konzertkasse Bielefeld ohne VVK-Gebühren. Die Konzerte fi nden in der Schiller Bar-Lounge, Kurfürstenstraße 2 in Herford statt.

WWW.MUSIK-KONTOR-HERFORD.DE


M U S I K ///

KULTURRAUM NAHOST WER JETZT NEUGIERIG AUF MUSIK AUS ISRAEL GEWORDEN IST: DIESE UND ANDERE AUFTRITTE MIT KÜNSTLERN AUS DEM KULTURRAUM NAHOST HABEN WIR HIER IN EINER KLEINEN ÜBERSICHT ZUSAMMENGESTELLT.

Trace Kotik

Michael Morgenstern

Die dynamische israelische Band um Singer/Songwriter Jonathan Kotik hebt das Konzept des „Chutzpah“ auf ein völlig neues Level. Entsprechend frisch und frech sprengen Trace Kotik die musikalischen Genregrenzen und präsentieren leidenschaftlichen Alternative Folk Rock.

Der Münchner Schauspieler Michael Morgenstern verkörpert in „Ich werde nicht hassen“ bravourös die Rolle des Izzeldin Abuelaish, eines palästinensischen Arztes, der im Gaza-Konflikt seine drei Töchter verlor. Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2016. Kulturamt SO2 15.11.18 20:00 Ouzo Bazooka

Forum 12.9.18 20:00

Esther Bejarano & Microphone Mafia

Trace Kotik

Ein Konzert im Rahmen der Ausstellung „Warum schreibst du mir nicht“, die vom 5.11. bis Ende Januar 2019 in der VHS zu sehen ist: Im Mittelpunkt steht Esther Bejarano, die im Konzentrationslager Auschwitz im Mädchenorchester spielen musste und auch Ravensbrück überlebte. Ein breites Spektrum vom jüdischen Lied über Rap bis hin zu ungewohnten Arrangements in unterschiedlichen Sprachen.

Sivan Talmor Irgendwo zwischen West Coast Folk, klassischer Ballade und Nouvelle Chanson bewegt sich die Singer/Songwriterin aus Israel. Sie begann als Musicalsängerin, spielte später in der Israelischen Armee Band unzählige Konzerte im In- und Ausland. Die Songs auf ihrem Album „Fire“ lassen den Zuhörer mit offenen Augen träumen.

Historischer Saal der VHS Bielefeld 24.11.18 16:00 Babylon Orchestra Soloists feat. Diana Syrse Das Orchester besteht aus geflüchteten und europäischen Musikern und hat es sich seit seiner Gründung 2015 in Berlin zur Aufgabe gemacht, zeitgenössische orientalische Musik mit urbanen westlichen Elementen zu verbinden, in diesem Konzert mit den Rhythmen und Klängen Lateinamerikas. WDR3 überträgt das Konzert zeitversetzt ab 22 Uhr. Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle 16.1.19 20:00

Meïkhâneh Die französische Gruppe spielt Klänge, die an die Steppen in Asien und Andalusien erinnern. Treibende Rhythmen der Perkussion atmen uralte persische Traditionen. Meikhâneh führen das zu einer Musik ohne Grenzen zusammen, die an das Konzept der „Folklore Imaginaire“ anknüpft. Kulturamt SO2 22.2.19 20:00 Kioomars Musayyebi Quartett

Babylon Orchestra Soloists KUNSTRASEN

Sie stehen wie kaum eine andere Formation für das Schöne an Tel Aviv: kulturelle Koexistenz, lebhafte Kreationen und eine ständig in Bewegung bleibende Kulturszene. Dabei bringen sie die Exotik des mittleren Ostens mit klassischem Hardrock, PsychedelicArt, Garage Rock und Surf zusammen. Forum 7.2.2019, 20:00

Forum 31.10.18 20:00

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Ouzo Bazooka

Christian Hammer, Erfan Pejhanfar, Nils Imhorst und K ioomars Musayyebi spielen Impressionen orientalischer Melodien und Rhythmen, europäische Arrangements und Weltmusik mit Einflüssen aus dem Jazz. Im Fokus stehen Kompositionen für die Santur – ein traditionelles iranisches Saiteninstrument. WDR3 überträgt das Konzert zeitversetzt ab 22 Uhr. Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle 13.3.19 20:00


Nur wer sich einsetzt, setzt sich durch.

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F I L M & M U S I K F S T ///

29. FILM+MUSIKFEST

Giganten GROSSE LEINWAND, GROSSARTIGE FILME UND MUSIK, DIE TEILWEISE IN GROSSER ORCHESTERBESETZUNG DARGEBOTEN WIRD. MIT DIESER GIGANTISCHEN IDEE BEGEISTERT DAS FILM+MUSIKFEST JETZT BEREITS ZUM 29. MAL. DA IST ES NUR FOLGERICHTIG, DASS ES SICH IN DIESER SAISON DEN GIGANTEN DES FRÜHEN KINOS WIDMET. VOM 26.10. BIS 11.11.2018 MACHT SICH DIE BIELEFELDER FRIEDRICH WILHELM MURNAU-GESELLSCHAFT, DIE DAS FESTIVAL VERANSTALTET, AUF DIE SUCHE NACH DEN GANZ GROSSEN DIESES MEDIUMS.

S

eit sie in der griechischen Mythologie auftauchten, dürfte sich das Erscheinungsbild der Giganten allerdings deutlich verändert haben. Statt Größe und Kraft ist es manchmal ein Augenaufschlag, der andere umhaut. „Eine Gigantin der flirrenden, fulminanten Frechheit ist sicher Clara Bow, die zeigt, dass ein veritabler Gigant des Sports nur wachsweiche Masse in ihren zarten Händen ist“, so Christiane Heuwinkel vom Vorstand der MurnauGesellschaft. „Ein Gigant des Kinos ist dagegen der Revolutionsklassiker ‚Panzerkreuzer Potemkin‘, der sich bis heute als einer der zehn besten Filme aller Zeiten behauptet. Gigantisch ist auch die Idee, einen Film einer einzigen Bewegung – der nach oben – zu widmen: in Hal Roachs nervenzerfetzendem Höhenkoller ‚Safety Last‘. Und dass gerade auch der Verlierer der eigentliche Gigant des Kinos ist, beweisen F. W. Murnau und sein Darsteller Emil Jannings eindrucksvoll in ‚Der letzte Mann‘.“ In diesem Sinne buchstabiert das Film+MusikFest die verschiedensten Spielarten der Leinwandgiganten durch. Und lädt zu einem Festival, das seit seiner Gründung eines immer wieder ist: gigantisch unterhaltsam.

Safety Last

www.murnaugesellschaft.de

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/// F I L M & M U S I K F E S T

Programm im Überblick: THE PLASTIC AGE

JUWELEN

Der Film von Wesley Ruggles aus dem Jahr 1925 begründete die Karriere des ersten It-Girls der Filmgeschichte. Die faszinierend variationsreich aufspielende Komödiantin Clara Bow mischt als jazz- und sexverrücktes College-Girl in diesem Coming-of-Age-Film die Uni-Szene kräftig auf. Sie verliebt sich in einen attraktiven Sportler, der seinerseits den Sport zu vernachlässigen beginnt, was dessen Vater genauso wenig begeistert wie den Freund und Rivalen. Die flirrende, swingende Atmosphäre der Roaring Twenties auf die Bühne zu bringen, versteht wohl niemand besser als Axel Goldbeck, mit seinem Cinematografischen Orchester vielfach umjubelter Stammgast des Festivals.

Unter dem schlagkräftigen Titel „Sensation im Diamantenclub“ kam der Reißer 1930 als einer der letzten Stummfilme in die Kinos. Regisseur Hans Brückner mischt in seinem Kriminalfilm, der im visuell faszinierenden dunklen Wien spielt, einige Elemente des Genres. Die Palette reicht vom klassischen „Whodunit“ über den Detektiv- bis hin zu Elementen des Horrorfilms. Das Duo WeberWendt debütierte beim 28. Film+MusikFest mit „Nachtgestalten“. Mit seiner unorthodoxen Spielweise setzt es einen ganz eigenen Akzent im Spektrum der Stummfilmmusik. LICHTWERK, 8.11.18, 20:00

RUDOLF-OETKER-HALLE, 26.10.18, 20:00

PANZERKREUZER POTEMKIN Die gescheiterte russische Revolution von 1905 inszeniert Sergej Eisenstein in seinem berühmtesten Film 1925 als Tragödie in fünf Akten. Hergestellt zum 20. Jahrestag der Meuterei auf dem zaristischen Kriegsschiff vor dem Hafen von Odessa konnten Verbote und Boykottmaßnahmen die Fahrt des „Panzerkreuzers Potemkin“ nicht stoppen. Die von Eisenstein entwickelte „Montage der Attraktionen“ ist bis heute stilprägend und fest verhaftet in unserem kollektiven Filmgedächtnis. Hommagen an die ikonische Szene des Massakers auf der Hafentreppe in Odessa finden sich von Brian de Palma bis zu Frank Castorf. Die Murnau-Gesellschaft stellt die 2005 komponierte Filmmusik von Yati Durant in Kooperation mit dem Braunschweig International Film Festival und dem Braunschweiger Staatsorchester vor.

SAFETY LAST Hal Roachs „thrill comedy“ aus dem Jahr 1923 ist legendär: so brillant-komisch wie nervenzerfetzend. Kaum jemand hat den Wolkenkratzer kongenialer als prototypisches amerikanisches Erfolgssymbol in Szene gesetzt als Hauptdarsteller Harold Lloyd. Der Aufstieg seines Helden ist hier eine tatsächliche Gipfelbezwingung, und die Zeit spielt, überdeutlich in Szene gesetzt, den alles entscheidenden Faktor: Time is Money. Carl Davis ist international berühmt für seine kongenialen Neuvertonungen bedeutender Stummfilme; Bernd Wilden und die Bielefelder Philharmoniker sind vielfach umjubelte Stammgäste des Film+MusikFests. RUDOLF-OETKER-HALLE, 9.11.18, 20:00

DER LETZTE MANN

Der Erste Weltkrieg nicht aus der siegreichen amerikanischen Perspektive – und ein Antikriegsfilm des als Western-Regisseur zur Legende gewordenen John Ford: 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs zeigt das Film+MusikFest diese doppelte Überraschung. Zu verdanken ist sie dem Filmkritiker Daniel Kothenschulte, der die cineastische Kostbarkeit selbst am Klavier begleitet. Dass in „Four Sons“ der junge, noch unbekannte Schauspieler John Wayne erstmals in einem John Ford-Film eine kleine Rolle spielt, ist eine weitere Überraschung – und markiert den Beginn einer jahrzehntelangen Freund- und Partnerschaft der beiden Johns.

Der gebürtige Bielefelder F. W. Murnau zeigt in seinem Film aus dem Jahr 1924 die Geschichte des sozialen Abstiegs eines Hotelportiers als Parabel über die Wechselhaftigkeit des Lebens nach dem Muster des mittelalterlichen Glücksrads: „Heute bist Du der Erste, geachtet von Allen, ein Minister, ein General, vielleicht sogar ein Fürst – Weißt Du, was Du morgen bist?!“, heißt es im Vorspann. Der Einsatz von Spezialeffekten, wie die entfesselte Kamera und der fast vollständige Verzicht auf Zwischentitel, sind spektakulär und brachten dem in Babelsberg arbeitenden Regisseur internationalen Ruhm und das Ticket nach Hollywood ein. Die nur unvollständig erhaltene Originalmusik von Giuseppe Becce wurde nach dem Klavierauszug von Richard Siedhoff für das Metropolis-Orchester Berlin bearbeitet, das zum ersten Mal beim Film+MusikFest zu Gast ist.

LICHTWERK, 1.11.18 , 20:00

RUDOLF-OETKER-HALLE, 11.11.18, 17:00

RUDOLF-OETKER-HALLE, 28.10.18, 17:00

FOUR SONS

KUNSTRASEN

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P R O L O G ///

das

Beste was mir passieren kann HENRIETTE NAGEL EINFACH NUR STILLSITZEN GEHT GAR NICHT. DIE QUIRLIGEENERGIE, MIT DER SIE AUF DER THEATERBÜHNE STEHT, BRINGT HENRIETTE NAGEL AUCHMIT INS GESPRÄCH. GLEICHZEITIG NIMMT SIE SICH ZEIT FÜR DIE ANTWORTEN, WIRKT KONZENTRIERT UND REFLEKTIERT. EINE KOMBINATION, MIT DER SICH DIE JUNGE SCHAUSPIELERIN AUCH IHRER ERSTEN RICHTIG GROSSEN HAUPTROLLE AM THEATER BIELEFELD ANNÄHERT: ZU BEGINN DER SAISON 2018/19 SPIELT SIE DIE JUNGFRAU VON ORLEANS IN SCHILLERS GLEICHNAMIGEM DRAMA. DIE PREMIERE IST AM 15.9.18 IM STADTTHEATER. Text: Stefanie Gomoll Fotos: Stefanie Gomoll, Philipp Ottendörfer

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KUNSTRASEN

„Hexenjagd“ von Arthur Miller


/// P O R T R ÄT

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ie Proben haben schon vor den Theaterferien begonnen. Zugleich forderte die Schlussphase der letzten Spielzeit noch einmal vollen Einsatz. „Am Ende einer Spielzeit bin ich immer sehr erschöpft, das hinterlässt Spuren“, verrät Henriette Nagel. „Hier am Haus habe ich sehr viel zu tun. Aber das ist das Beste, was mir passieren kann.“ Seit zwei Jahren gehört sie zum Ensemble des Theater Bielefeld. Ihr erstes festes Engagement nach der Schauspielschule – und jede Menge Herausforderungen. „Ich habe immer wieder Begegnungen mit Dingen, von denen ich dachte, dass ich sie nicht kann: singen, improvisieren, auf hohen Schuhen laufen“, lacht die sympathische 26-Jährige. „Ich suche nach Aufgaben, die mich überfordern, das macht mir Spaß.“ Gefunden hat sie die in ganz unterschiedlichen Stücken: von ihrem Einstand in Arthur Millers „Hexenjagd“ bis zum Performanceprojekt „#Heldinnen“, vom prolligen Mädchen in „Ellbogen“ bis zur hohen Sprache der „Orestie“ von Aischylos.Ihr Resümee nach zwei Jahren in Bielefeld: „Bis jetzt ist es wahnsinnig toll gelaufen.“

"Bis jetzt ist es wahnsinnig toll gelaufen" Und es läuft toll weiter: mit der Jungfrau von Orleans. Eine Rolle, auf die sich Henriette Nagel sehr freut, der sie aber auch mit großem Respekt begegnet. „Ich habe das Gefühl, ich muss die Geschichte tragen, sie vorantreiben. Auf der Bühne möchte ich Expertin für diese Figur sein. Johanna ist eine ganz, ganz spannende Rolle. Sie erlebt Dinge, wie sie in der klassischen Literatur sonst nur Männerfiguren vorbehalten ist. Sie ist nicht nur Liebende oder Geliebte, sondern eine eigenständige Figur, die nicht über die Beziehung zu einem Mann entsteht.“ Schiller war gepackt von dieser Kultfigur. Johanna, eine junge Frau, die scheinbar aus dem Nichts kommt, wendet das Blatt einer ganzen Nation, weil sie alles in sich vereint, das nicht zusammen passt: Weiblichkeit, Krieg, Unverwundbarkeit, Mord und Reinheit. Ihr Charisma wird zur En-

ergiequelle für die an allen Fronten geschlagenen Franzosen und zum Schrecken der sieggewohnten Engländer. Ob Heilige, Hexe, Märtyrerin oder Hochstaplerin – Teil der Gemeinschaft kann sie niemals werden. Als ihre Mission erfüllt ist, strauchelt sie. Der Moment des Erbarmens mit dem Feind macht sie bei Schiller angreif bar. Statt der Kriegsmaschine ist da plötzlich ein verwundeter Mensch. Gerade die Vielschichtigkeit der Johanna reizt Henriette Nagel. „Es ist toll, am Rätsel dieser Figur zu knobeln. Mit Rätsel meine ich, dass sie sich auf nichts festschreiben lässt. Sie ist kein Mädchen, keine Frau, aber auch kein Junge. Sie will Krieg, sieht sich aber als Friedensstifterin. Es ist eine ziemliche Aufgabe, sich zwischen diesen Polen zu bewegen.

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P O R T R ÄT ///

„Rondo“ von Alan Ayckbourn

Es wäre wunderbar, wenn es auf der Bühne so etwas Vibrierendes, Oszillierendes hätte.“ Dass sich die Figur schwer (be)greifen lässt, macht sie für die Schauspielerin gerade so aufregend und auch für heute interessant. „Dass man ganz viel auf einmal sein kann. Das werden die Zuschauer trotz oder gerade wegen der Schiller-Sprache verstehen, die sehr poetisch ist, aber auch erstaunlich modern.“ Spätestens mit dieser herausfordernden Hauptrolle dürfte klar sein: Henriette Nagel ist eindeutig am Theater Bielefeld angekommen. Aber auch die Stadt selbst und die Menschen sind ihr nach zwei Spielzeiten angenehm vertraut. Klar, als gebürtige Berlinerin ist sie andere Dimensionen gewohnt. „Aber hier am Siegfriedplatz, wo ich auch wohne, bin ich komplett ausgelastet. Es gibt tolle Kneipen und Cafés, vor denen im Sommer

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alle zusammensitzen, das ist wunderschön. Wenn ich frei habe, gehe ich gerne als Zuschauerin ins Theater, besonders Oper ist echt krass. Oder ich gehe Spazieren in den Parks und im Teuto, das ist genial. Bevor ich nach Bielefeld kam, wurde mir gesagt, ich solle mich schlecht gelaunt in die Ecke stellen und niemandem in die Augen schauen, dann würde ich hier gut empfangen, aber das ist gar nicht so“, sagt die Schauspielerin mit einem charmanten Schmunzeln. „Die Bielefelder sind gar nicht so ostwestfälisch, wie sie gerne von sich selbst behaupten.“ Wer übrigens das Gefühl hat, Henriette Nagel nicht nur auf der Bühne oder im Bielefelder Westen begegnet zu sein, könnte richtig liegen. Sie war und ist nämlich immer mal wieder im Fernsehen zu sehen. So hat ihre Schauspiel-Karriere

auch überhaupt begonnen. „Meine Erzfeindin in der fünften Klasse hatte immer Castings“, verrät Henriette Nagel. „Da habe ich gedacht: Was die kann, das kann ich auch.“ Ihre erste Rolle hatte sie mit 14 in dem Kinofilm „Freche Mädchen“. Es folgten Auftritte in einem Musikvideo von Rea Garvey und in „SOKO Leipzig”. Und auch wenn sie seit dem Besuch der Schauspielschule in Leipzig lieber auf der Bühne als vor der Kamera steht, nutzt sie weiterhin die Gelegenheit hin und wieder zu drehen. „Das ist ein komplett anderer Job. Beim Theater hat man sechs Wochen, um die Szenen gemeinsam zu knacken und zu entwickeln. Beim TV hat jeder seinen Part gelernt, man trifft sich und muss alles, teilweise komplett unchronologisch, vor der Kamera zusammenfügen.


/// P O R T R ÄT

Beim Theater kann man über einen zweistündigen Abend ganz tollen Schwung bekommen. Außerdem ist das Spielen vor der Kamera kleiner. Irgendwer hat mal gesagt, beim Film müsse man Gefühle nur zulassen, sie beim Theater aber mit dem ganzen Körper auf die Bühne bringen. Generell ist es mir mit dem Drehen aber genauso ernst, auch wenn es ‚nur‘ ‚Der Lehrer‘ oder ‚Notruf Hafenkante‘ ist. Ich bemühe mich, die Sätze aufrichtig zu sagen“, unterstreicht Henriette Nagel. Und fügt flugs hinzu. „Aber die Dialoge macht Schiller sehr viel besser.“

Auf der Bühne Wer Henriette Nagel live auf der Bühne erleben will, hat dazu in der Spielzeit 2018/19 viele Gelegenheiten. Zwar standen bei Redaktionsschluss noch nicht alle Stücke fest, in denen sie mitspielen wird, aber folgende Termine sind gesetzt: „Die Jungfrau von Orleans“ Premiere am 15.9.18 im Stadttheater „Ellbogen“ Premiere der Wiederaufnahme am 4.10.18 im Theater am Alten Markt „Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit“ Premiere der Wiederaufnahme am 17.10.18 im Theater am Alten Markt „Aladin und die Wunderlampe“ Premiere am 10.11.18 im Stadttheater

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T H E AT E R ///

DIE THEATER-SPIELZEIT 2018/19

Ein Platz für jedes

NIE ZUVOR STAND DAS „ICH“ SO IM RAMPENLICHT WIE HEUTE. PERSÖNLICHE ERFOLGE UND INDIVIDUELLE RECHTE RÜCKEN IMMER MEHR IN DEN FOKUS. DIE SOLIDARGEMEINSCHAFT DROHT ZU ZERBRECHEN, DAS BEWUSSTSEIN FÜR DIE VERANTWORTUNG GEGENÜBER DEM GANZEN GEHT VERLOREN. GERÄT UNSERE GESELLSCHAFT DURCH ÜBERTRIEBENEN INDIVIDUALISMUS INS WANKEN? DIESE FRAGEN PRÄGEN DIE KOMMENDE SPIELZEIT, DIE UNTER DEM MOTTO „ICH“ STEHT.

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Fotos: Philipp Oltendörfer / Joseph Auben

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/// T H E AT E R

as Theater Bielefeld nimmt die Fragen rund um das eigene Sein, die Definition des Selbst und den Stellenwert des ‚Ich‘ in der heutigen digitalen Gesellschaft auf“, so Intendant Michael Heicks. „Es gilt, die negativen Auswirkungen der extremen Fokussierung auf das ‚Ich‘ zu benennen, die positiven Faktoren zu suchen und dafür zu sorgen, dass jedes ‚Ich‘ in unserer Stadt Platz hat.“ Wo ihr Platz ist, muss mit Eliza Doolittle eine der beliebtesten Musicalfiguren überhaupt herausfinden. Frederick Loewes unverwüstliche „My Fair Lady“ eröffnet das Musiktheater am 21.9.18 im Stadttheater. Um ihren Lebenstraum kämpft „La Traviata“ alias Violetta Valéry in Giuseppe Verdis Opernklassiker am 6.10.18. Ein wahres Dilemma prägt Jake Heggies Oper „Dead Man Walking“ (13.1.19): Ist die Todesstrafe eine adäquate Bestrafung für einen zweifelsfrei überführten Mörder? Im Mai arbeiten Musiktheater und Schauspiel bei „Lazarus“(18.5.19) – einem Musical von David Bowie und Enda Walsh – eng zusammen. Und zu Saisonende am 7.6.19 feiert das Musiktheater Offenbachs 200. Geburtstag mit „Orpheus in der Unterwelt“. TANZ Bielefeld widmet sich unter anderem einem Schlüsselwerk der Ballettmusiken. Gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern bringen Simone Sandroni und sein Ensemble Igor Strawinskys „Der Feuervogel“ auf die Bühne des Stadttheaters. Die fulminante Eröffnung der Tanz-Saison findet am 27.10.18 im Stadttheater statt. Am 1.2.19 kommt ein neues Tanzstück an einem neuen Ort zur Uraufführung: Im Foyer der Rudolf-Oetker-Halle gestalten drei internationale Gastchoreografen den Abend „New Sites“. Weitere Highlights: die Uraufführung „Woher wir kommen“ am 6.4.19 sowie die Fortführung der Community-Dance-Projekte „Schrittmacher“, die Bielefeld in Bewegung bringen. Das Schauspiel startet im September mit der Uraufführung von „German Love Letter“ der jungen Autorin Lisa Danulat (14.9.18) und einem herausfordernden Klassiker: Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ (15.9.18). Als

Liederabend Istanbul

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Weihnachtsmärchen leitet „Aladin und die Wunderlampe“ am 10.11.18 die winterliche Saison ein, während am 22.11.18 eine deutsche Erstaufführung ansteht: In „Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon“ trifft Pink Floyds weltberühmtes Album auf eine Erzählung des Science-Fiction-Autors Ray Bradbury. Weitere Highlights: Samantha Ellis dekliniert in „How to Date a Feminist“ (19.1.19) lustvoll Geschlechterklischees; Shakespeares „Wie es euch gefällt“ (16.3.19) entführt die Zuschauer in den Ardenner Wald. Zudem begibt sich das gesamte Schauspielensemble in eigener Regie mit „PreVolution“ (24.5.19) in einen spannenden Selbstversuch. Über die ganze Spielzeit konzipiert ist ein ebenfalls neues Format: Alfred Döblins gigantisches Erzählwerk „Eine deutsche Revolution. November 1918“, dessen politische Strahlkraft nichts an Brisanz verloren hat, wird in einem szenischen Langzeitlesungsprojekt sinnlich erlebbar. Aufführungsort ist nicht zufällig die Rudolf-Oetker-Halle, die seit dieser Spielzeit unter der Leitung der Städtischen Bühnen steht. Neben diesen und zahlreichen weiteren Premieren stehen Wiederaufnahmen einiger Publikumslieblinge an: von Mozarts „Zauberflöte“ über „Heisenberg“ von Simon Stephens bis zum viel diskutierten „Ellbogen“ von Fatma Aydemir. www.theater-bielefeld.de

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Luftiger Kubus KUNSTHALLE BIELEFELD

ZUM 50. GEBURTSTAG HAT DIE JUNGE BIELEFELDER KÜNSTLERIN UND FOTOGRAFIN JANICE JENSEN FÜR KUNSTRASEN DEN BAU VON PHILIP CORTELYOU JOHNSON IN SZENE GESETZT. IN IHREN SCHWARZWEISS-FOTOGRAFIEN BEKOMMT DER MÄCHTIGE KUBUS AN DER ARTUR-LADEBECKSTRASSE EINE ÜBERRASCHENDE OFFENHEIT UND LEICHTIGKEIT.

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1+3: Olaf Nicolai Baraque de Chantier, 2003/2015 Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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F O T O S T O R Y ///

Das Bild im Bild

Meine Kunsthalle Die Kunsthalle Bielefeld stellt für mich den Gegensatz zwischen Offen- und Geschlossenheit in einem Gebäude dar. Von außen betrachtet ist da dieser riesige, klobige Kubus; betritt man ihn aber, fühlt es sich dort fast luftig an und die Wände wirken keinesfalls so erdrückend und massiv, wie man meinen könnte. Teil dieser Wirkung sind einerseits die niemals geschlossenen Räume, welche abgetrennte Ausstellungsbereiche schaffen, ohne das offene Raumkonzept einzuschränken. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind die großen Fensterfronten der Kunsthalle. Durch die Integration der Fenster als Teil der Wände entsteht ein Zusammenspiel von innen und außen, der Raum erweitert sich und fügt sich in seine Umgebung ein. Dadurch wird auch der Kunsthallenpark zum direkten Bestandteil des Gebäudes und die dort ausgestellten Skulpturen so dauerhaft in aktuellen Ausstellungen sichtbar. Genau diese Wechselwirkung und die Wandelbarkeit der Kunsthalle machen sie zu einem ganz besonderen Ort für verschiedenste Kunstausstellungen.

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/// F O T O S T O R Y

4: Olaf Nicolai Der 673. Morgen, 2017 Ausstellungsansicht Kunsthalle Bielefeld, 2018 Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 6: Michel Majerus Bunte, 1992 © Michel Majerus Estate Courtesy neugerriemschneider, Berlin und Matthew Marks Gallery

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7: Michel Majeruswhat looks good today may not look good tomorrow, 1999 © Michel Majerus Estate Courtesy neugerriemschneider, Berlin und Matthew Marks Gallery 8: Michel Majerus Gib auf, 2001 © Michel Majerus Estate

Janice Jensen Bielefelderin

Künstlerin und Illustratorin janice-jensen.de instagram: janice_blaugruen KUNSTRASEN

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Ha ns- Pe ter Kr

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Ma rti n Ne um

Sa nd ra Sc hm itz

A S U D E P M LA FLUCHT BERÜHRT „ALS WIR UNS VOR GUT ANDERTHALB JAHREN UM DIE LIZENZEN FÜR DAS STÜCK ,LAMPEDUSA' BEMÜHTEN, KONNTEN WIR NICHT AHNEN, WIE TRAURIG AKTUELL DAS THEMA FLUCHT NOCH IMMER SEIN WÜRDE“, SAGT MARTIN NEUMANN, MITBEGRÜNDER VOM FORUM FÜR KREATIVITÄT UND KOMMUNIKATION E. V. Text & Foto: Eike Birck

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ampedusa“ ist ein Zwei-Personen-Stück. Sandra Schmitz verkörpert Denise, die in London Kleinkredite von Sozialhilfeempfängern eintreibt. Martin Neumann schlüpft in die Rolle des Fischers Stefano, der vor Lampedusa nun nicht mehr Fische, sondern im Auftrag der Regierung Überlebende und Leichen aus dem Meer fischt. Der Hintergrund zu „Lampedusa“ ist traurige Realität, denn das Mittelmeer ist heute ein gutbewachtes Massengrab. Knapp eine Million Menschen f lohen im vergangenen Jahr über das Mittelmeer nach Europa. Rund 3.600 sind dabei ertrunken. Wie viele werden es dieses Jahr sein? Wie viele müssen es noch werden?

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Was aber verbindet Denise und Stefano in dem T heaterst ück? „Beide sind Tei l des Systems“, erk l ä r t Reg isseu r Ha ns-Peter K rüger. Und beiden ist bewusst, dass sie Abstand halten müssen zu ihren Klienten, also den Sozialhilfeempfängern und den Gef lüchteten, um ihren Job machen zu können.“ Und so ist Denise anfangs eine sehr taffe Frau, die beim Schuldeneintreiben nicht diskutiert, sondern gnadenlos Geld einfordert, bis sie selbst durch die Erkrankung ihrer Mutter der Unterstützung des Systems bedarf und letztlich doch eine Beziehung mit einer Klientin eingeht. Der Fischer Stefano macht eine ähnliche Erfahrung.

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/// T H E AT E R

Für den Regisseur bestand die besondere Herausforderung darin, zwischen Denise und Stefano, die eine in London, der andere auf Lampedusa, eine Verbindung zu schaffen. „Ihre Leben sind völlig unterschiedlich, jeder hat seine eigene Geschichte und sie begegnen sich nicht“, schildert Hans-Peter Krüger die Konstellation. „Ich wollte kein Dialog-Stück daraus machen, vielmehr sind es ineinander verschmelzende Monologe. Wenn der eine spricht, muss sich die andere dazu verhalten, aber das verbindende Element haben wir mit der Musik gefunden. Wir freuen uns sehr, mit Reinhold Westerheide einen herausragenden Musiker gefunden zu haben, der von der Idee begeistert ist und selbst viele neue Impulse setzt.“ So ist es viel mehr als „nur“ Musik, die die Zuschauer in den Bann zieht, sondern auch Sounds und Geräusche, akzentuiert eingesetzt. „Wir arbeiten auch mit ungewöhnlichen Instrumenten, wie afrikanischen Zupfinstrumenten, die einen ganz eigenen Klang haben“, so der Regisseur, der alle zwei Jahre für das Forum für Kreativität und Kommunikation Regie führt.

SPIELTERMINE: Kulturpunkt Paulusstraße Premiere 19.10.18, 20:00 Uhr 20.10.18, 20:00, 21.10.18, 18.00 Uhr Astoria Theater, Klosterplatz 23. & 24.11.18, 20:00

ZWEI KLEINE REBELLEN

Auch wenn Denise und Stefano ganz Unterschiedliches erleben, so haben sie ähnliche Gedanken zu dem System, dem sie dienen. Und letztlich gelingt es ihnen, über ihren Schatten zu springen und sich menschlich zu verhalten. „Zwei kleine Rebellen“, nennt Hans-Peter Krüger seine Figuren liebevoll. „Lampedusa“ von A nders Lustgarten ist ein starkes, wütendes, bitteres und doch hoffnungsvolles Stück über die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Zeit. Dem brit ischen Autor geht es n icht u m Konzepte oder um politische Strategien zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, sondern

um konkrete Menschen, hilflose, vertriebene, bitterarme, orientierungslose Menschen, die von nichts mehr träumen als einem Leben in Zufriedenheit. „Wir möchten mit dem Stück die Zuschauer berühren“, sind sich Regisseur und Schauspieler einig. „Auch wenn einige Passagen bedrückend sind, so ist es Lustgartens schwarzer Humor, der auch im nächsten Moment ein Schmunzeln erlaubt.“ Das Forum für Kreativität und Kommunikation e. V. bringt seit fast 30 Jahren immer wieder hochaktuelle und brisante Stücke auf die Bühne und steht in der freien Theaterszene Bielefelds für das klassische Sprechtheater. www.forum-info.de/ lampedusa_premiere

Eames Plastic Chairs | Charles & Ray Eames, 1950

Grand Repos & Ottoman | Antonio Citterio, 2011

Soft Modular Sofa | Jasper Morrison, 2016

Lounge chair & Ottoman | Charles & Ray Eames, 1956

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Atem der Steine

KLANGREISE DURCH DIE KASEMATTEN

SCHON ZAHLREICHE BIELEFELDER WAREN IN DER UNTERWELT. HABEN BEI FÜHRUNGEN DIE KASEMATTEN DER SPARRENBURG MIT IHREN DÜSTEREN GÄNGEN, NISCHEN UND RÄUMEN ERLEBT; SICH GEGRUSELT UND GESCHICHTE GEATMET. JETZT KÖNNEN SIE DEM „ATEM DER STEINE“ BEI EINER GANZ BESONDEREN CHOR-INSZENIERUNG NACHSPÜREN.

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iebz i g St i m men u nd z wei Musi ker er wecken d ie Unterwelt zu neuem Leben. Reinhold Westerheide und Marion Meisenberg gehen mit den Ensembles Heart Chor und Vierteltöne Chor auf Klangreise durch die Kasematten. Sie versuchen, den uralten Steinen ihre Geheimnisse zu entlocken. Die Idee ist auf dem Siggi bei einem Bier entstanden“, lacht Marion Meisenberg. „Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Orten für meine Chöre.“ Die Musikerin leitet das Projekt gemeinsam mit Reinhold Westerheide. Die beiden haben auch vorher schon im Duo zusammengespielt und der Gitarrist und Perkussionist hat Musik für die Chorleiterin arrangiert. Ein eingespieltes Team also, bei dem es nicht verwundert, dass aus der „Bierlaune“ schnell ein konkreter Plan wurde, der auf


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KASEMATTEN

Gegenliebe stieß. Die Bielefeld Marketing war von Genau genommen 70 Stimmen, welche die von ReinDER SPARRENBURG der Idee angetan, das Wahrzeichen der Stadt zu behold Westerheide arrangierten Stücke und vertonten spielen, das Kulturamt Bielefeld fördert das Projekt. Texte aufführen. Bei der Auswahl haben die ProjektleiWer am Teuto zuhause ist, für den führt kein Weg ter auf vorhandenes Material zurückgegriffen. „Atem an der Sparrenburg vorbei. Und so kannten die der Steine“ etwa ist ein Gedicht von Ernst Meister. Wahl-Bielefelderin und der gebürtige Bielefelder „Die ‚Galgenlieder‘ von Morgenstern fanden wir pasdie Kasematten der Burg natürlich bereits. Allerdings send und wir sind auf ‚Das Hexenlied‘ von Ernst von nicht von klassischen Führungen, sondern vom KinderWildenbruch gestoßen“, so Marion Meisenberg. Beim Abgeburtstag und einer Veranstaltung der Musikschule. Von schluss im Schusterrondell erklingen außerdem unter anderem der einzigartigen Atmosphäre der Kasematten sind beide fasziniert. Carl Orff, Philip Glass, aber auch Volkslieder, begleitet von Lisa Wilhelm Reinhold Westerheide findet es besonders spannend, dass die unterirauf der Geige und Reinhold Westerheide mit Gitarre und Perkussion. dischen Räume Zeitzeugen mehrerer Jahrhunderte sind. „Was haben Die 70 Stimmen gehören zudem Sängerinnen und Sängern, die aktiv an die Steine alles gehört und gespeichert, was könnten sie erzählen?“ der Entwicklung der Inszenierung beteiligt sind. Von inhaltlichen Ideen Während er sich auf der rationalen Ebene für die Geschichte und bis zum Entwurf der kreativen Kostüme, die Vergangenheit und Futudas Leben der Soldaten hier unten interessiert, empfindet er auf der ristisches zusammenbringen. „Wunderbar fi nde ich den Humor, wenn emotionalen Ebene angesichts der Dunkelheit und Feuchtigkeit der etwa ein halbes Ofenrohr zum Teil einer Ritterrüstung wird. Die Chöre teils engen Gänge und Räume vor allem Beklemmung. „Man spürt sind unglaublich kreativ mit Material umgegangen und mit Spaß und ein lustvolles, makabres Grauen.“ Marion Meisenberg ergänzt: „Es ist Herzblut dabei. Dieses große Engagement beflügelt mich“, so Reinhold klaustrophobisch und düster, aber auch faszinierend. Ich finde, dass Westerheide. „Alle sind sehr ambitioniert“, bestätigt Marion Meisenberg. man hier unten Geschichte spürt. Da nichts modernisiert ist, kann „Es bedeutet viel Arbeit und Disziplin, an so einem Konzeptkonzert mitman sich gut hineinversetzen, wie es gewesen sein muss, hier zu leben." zuwirken. Für viele ist es eine Herausforderung, nicht nur Sängerin und Genau diesen Faden spinnen sie weiter. Ohne konkrete historische FakSänger, sondern auch Akteur einer Performance zu sein.“ Die Bespielung ten zu vermitteln, wollen sie der Historie mit allen Sinnen nachspüren. der Gänge und Räume der Katakomben ist mit einem normalen Konzert „Mich reizt es unheimlich, dass die gleichen Steine, die die Geschichte nicht zu vergleichen. „Die Zuschauer gehen mit und sind mittendrin in erlebt haben, noch da sind“, unterstreicht Reinhold Westerheide. „Wenn den Emotionen. Manches können sie nur hören, nicht sehen“, erklärt die sie Augen und Mund hätten, könnten sie berichten, was sie gesehen Chorleiterin. Ebenso wie Reinhold Westerheide ist sie begeistert von dem haben.“ Eine Vorstellung, die seine Fantasie bef lügelt. „Ich finde Klang in den Kasematten, der durch die runden Räume hervorgerufenen Worte und Klänge, die das ausdrücken. Der Stein wird personifiziert besonderen Akustik. „Manchmal wirkt es so, als bewege sich der Klang und kann Texte, Klänge und Emotionen transportieren. Und das geht die Gänge runter. Da werden 70 Stimmen zu einem Klangerlebnis, bei am besten mit Stimmen.“ dem ich selbst als Chorleiterin oft Gänsehaut habe.“ (S.G.)

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Yuma

Bielefelder

Songnächte STILE UND FARBEN DES SINGER-SONGWRITINGS Text: Eike Birck Fotos: Kai Marks, Promotion

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„EIN GUTER SONG IST EINER, DER EINEN BERÜHRT, DER – AUCH WENN ES ABGE‑ DROSCHEN KLINGT – UNTER DIE HAUT GEHT. MANCHMAL REICHEN ZWEI AKKORDE ODER EIN BIS ZWEI TEXTZEILEN“, SAGT TOM KUMMERFELDT VON NEWTONE, DER GEMEINSAM MIT DEM KULTURAMT DIE SECHSTE AUFLAGE DER SONGNÄCHTE MIT KÜNSTLERISCHEM INHALT FÜLLT.

I

Es gibt Momente, da stehen Sie als Unternehmer ganz schön alleine da. Mit uns nicht.

n diesem Jahr geht es sehr international zu. So hat beispielsweise Elif für Bielefeld ein spezielles Unplugged-Programm zusammengestellt, in dem sowohl ihre bekannten Pop-Songs als auch ihre musikalischen türkischen Wurzeln zu hören sein werden. Das melancholische Stimmwunder Scott Matthew ist Australier, lebt aber in New York. Und Yumam, die in einem tunesischen Dialekt singt, ist zum ersten Mal in Deutschland und macht extra während ihrer Frankreich-Tour einen Abstecher in die Süsterkirche, die auch erstmals als Veranstaltungsort mit dabei ist. Wie auch das heimelige Nr. z. P. Hier werden Fortuna Ehrenfeld auftreten. „Und der Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist bei genauer Betrachtung ja auch höchst international“, lacht Tom Kummerfeldt. Und so bildet das Programm der Saison 2018/19 die extreme Bandbreite ab, die Singer/ Songwriting weltweit zu bieten hat. Ein Konzept der Songnächte sind die wechselnden Veranstaltungsorte. Feste Größe ist die Rudolf-Oetker-Halle, die als Konzerthaus schon allein wegen der Akustik für die besonderen Stimmen ideal geeignet ist. Dieses Mal sind die Hechelei, Nr. z. P. und die Süsterkirche dabei. „Wir möchten auch die kleineren Orte bekannter machen“, so der Newtone-Chef. „Außerdem ist es für die Besucher eine tolle Gelegenheit, neue Bands kennenzulernen, bevor sie vielleicht so richtig durchstarten.“ Dabei denkt er an Lilly Among Clouds, die vor zwei Jahren noch in intimer Atmosphäre in Bielefeld auftrat und nun bei den großen Festivals zu sehen ist. In den vergangenen Jahren haben sich tolle Künstler die Klinke in die Hand gegeben. Wie beispielsweise Sophie Hunger, Jesper Munk, Axel Prahl oder Meret Becker, die, wie Tom Kummerfeldt feststellt „hinter der Bühne viel normaler ist, als man so denkt“. Unterstützt wird die Konzertreihe nach wie vor von der BITel. „Dadurch können wir Konzerte zu einem recht moderaten Eintrittspreis veranstalten, dafür sind wir sehr dankbar“, so der erfahrene Booker und ausgewiesene Kenner der Singer/Songwriter-Szene. „Uns ist es sehr wichtig, dass gerade junge Leute wie Schüler und Studenten eine spürbare Ermäßigung bekommen.“ Einige Künstler, wie in diesem Jahr Elif und Scott Matthew hatte Tom Kummerfeldt schon länger auf dem Schirm für die Songnächte und freut sich nun umso mehr, dass es endlich geklappt hat, sie nach Bielefeld zu holen. „Die meisten werden wahrscheinlich Michael Schulte von seinem Auftritt beim European Vision Song Contest kennen, aber der hat schon vorher richtig gute Sachen gemacht. Er ist ein fantastisch guter Singer/ Singwriter. Ihn nur auf den ESC zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht“, betont Tom Kummerfeldt. Und welcher Song hat für ihn Gänsehautpotenzial? „Auf jeden Fall Heroes von Andrea Schröder. Die Coverversion von David Bowie hat sie etwa zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlicht. Und der Song geht tatsächlich unter die Haut.“

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Fox and

B ones

Programmübersicht:

Fortuna Ehrenfeld

FOX AND BONES „Better Land“ Sarah Vitort und Scott Gilmore aus Portland/Oregan sind Fox and Bones – die fiktive, moderne und musikalische Reinkarnation von Bonnie und Clyde. Fox, ein eher faules Mädchen mit wenig Geld, und Bones, ein Waisenjunge mit einem Herz aus Gold, verlieben sich ineinander und lassen alles hinter sich, um zu reisen und gemeinsam Musik zu machen. Ihre Lieder erzählen von gemeinsamen Abenteuern. Sie kreieren mit ihrer Musik eine neue Welt, frei von Macht, Zwang und klassischen Beziehungsrollen. Herzerwärmende Melodien und der unverwechselbare zweistimmige Gesang sind das Markenzeichen des international tourenden Folk-Duos. „Better Land“ zeigt mit Schlagzeug und Bass eine ganz neue Facette, vernachlässigt dabei jedoch nicht die eingängigen Melodien. Tor 6 Theaterhaus 8.11.18 20:00

YUMA „Poussiére d‘Etoiles“ Yuma erschaffen ihr eigenes musikalisches Universum: Folk, Blues, alternative Rock und zweistimmiger, poetischer Gesang im tunesischen Dialekt Daja. Sie stechen heraus, im überwiegend von HipHop und Rap dominierten Tunesien. Sängerin Sabrine Jenhani und Gitarrist Rami Zoglemi gründeten Yuma im Dezember 2015, nur wenige Monate später entstand das erste Album „Chura“. Ihre besondere Verbindung von westlicher Musik und arabischen Texten ist einzigartig. Sie singen über Liebe und Freundschaft, scheuen sich jedoch nicht davor, auch die sozialen und politischen Probleme ihrer Heimat zum Thema zu machen. Man muss den tunesischen Dialekt nicht verstehen, um die Macht dieser Musik zu spüren – emotional und kraftvoll in ihrer Einfachheit und Ehrlichkeit. Süsterkirche 19.11.18 20:00 56

M ic ha el Sc

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SCOTT MATTHEW „Ode to Others” Traurig sein kann jeder. Weltschmerz in leuchtende Melodien packen und so hell besingen, dass es einem das Herz abwechselnd zuschnürt und aufsprengt, das kann keiner wie Scott Matthew. Der Australier mit Wahlheimat New York komponiert wohl die schönsten melancholischen Songs der Welt – einem Bein in der unglücklichen Kindheit, mit dem anderen im Alleinsein des Jetzt. Und trotzdem klingt ein Ja aus allem, die Chance zur Versöhnung. In seinem sechsten Studioalbum „Ode To Others“ besingt Scott Matthew die Liebe im weitesten Sinne. Er singt über Familie und Freunde, seine Kindheit in Australien oder sein heutiges Leben in New York. Trompete, Posaune und Geige schweben um seine sanft-warme Stimme, die, zutiefst einfühlsam und berührend arrangiert, im Vordergrund steht. Garantiert das beste traurige Konzert des Jahres! Hechelei 24.10.18 20:00

ELIF „Doppelleben Unplugged“ Ihre Musik lebt von Emotionen. Mit einer einzigartigen Stimme – zerbrechlich zart und zugleich kraftvoll und mitreißend – und ihren unverstellten, ehrlichen Texten zieht Elif ihre Zuhörer ohne Umwege in ihren Bann. „Extrem privat, extrem ehrlich, extrem offen“, so bezeichnet die Berliner Morgenpost die Künstlerin und genau das zeichnet nicht nur sie als Mensch, sondern auch ihre Musik aus. Die Berlinerin mit türkischen Wurzeln bleibt sich treu und vereint, neben Hits wie „Unter meiner Haut“, ihren poppigen Sound und ihre deutschen Texte mit orientalischen Melodien, wie z. B. die Akustikversion ihres Songs „Regenstadt“, bei der sie von einer türkischen Saz begleitet wird. In Bielefeld wird Elif ein einmaliges Akustikkonzert geben: bunt, lebendig und mit orientalischem Flair. Rudolf-Oetker-Halle 6.2.19 20:00

MICHAEL SCHULTE „Hold The Rhythm“ „I’m a dreamer“ – so die erste Zeile des erfolgreichen Hits „You Let Me Walk Alone“ von Michael Schulte. Geschrieben für seinen toten Vater geht dieses Lied nicht nur ins Ohr, sondern vor allem tief ins Herz. Und so steht auch die Tour des Ausnahmekünstlers ganz im Zeichen des Träumens. Der 28-Jährige startete seine Karriere als Cover-Künstler auf YouTube, daraufhin wurde er im Jahr 2011 von Musiker Rea Garvey entdeckt. Gemeinsam schreiben sie den Erfolgshit „Carry Me Home“ und spielen einige Konzerte in Deutschland. Nach einer längeren Auszeit und einer anschließenden Erfolgstour mit der Band „Alle Farben“ veröffentlicht er 2017 sein aktuelles Album „Hold The Rhythm“. Rudolf-Oetker-Halle 1.3.19 20:00

FORTUNA EHRENFELD „Hey Sexy“ Es gibt sie noch, die gute deutsche Popmusik! Hinter Fortuna Ehrenfeld steckt der Kölner Multiinstrumentalist und Tausendsassa Martin Bechler, der nicht nur außerordentliches kompositorisches Talent mitbringt, sondern auch einer der eindrucksvollsten deutschen Texter derzeit ist. Er singt von Hund und Herz, Glitzer und Schwein, Weihnachtsmann und Feuerwehr. „Ich war der Zahnarzt von Darth Vader – ich hatte immer gut zu tun” sinniert er. Er macht leicht verquere Popmusik für Erwachsene, die positiv bekloppt ist, „cool und eigenwillig”, wie Gisbert zu Knyphausen konstatiert. Unbedingt hören! Nr. z. P. 15.3.19 20:00

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AVI AVITAL KLANGZAUBERER ER HAT DIE MANDOLINE VIRTUOS AUS DER FOLKLORE-ECKE GEZUPFT. MIT SEINEM INSTRUMENT EROBERTE SICH AVI AVITAL EINEN PLATZ AUF DEM PODIUM ZURÜCK. MIT DEM AUSSERGEWÖHNLICHEN ENSEMBLE THE KNIGHTS AUS NEW YORK SORGT DER ISRAELISCHE WAHLBERLINER SEITDEM FÜR FRISCHEN WIND IM KONZERTBETRIEB. „ER IST EIN ECHTER ROCKSTAR. SO VIEL IST SICHER!“, URTEILT KONZERTVERANSTALTER TILL SCHONEBERG, DER IHN FÜR SEINE KONZERTREIHE IN DIE RUDOLF-OETKER-HALLE HOLT.

Text: Corinna Bokermann

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eg von gezupfter Langeweile hin zu klangsinnlicher und technisch perfekter Performance. Ohne Frack und Dirigent, aber mit höchstem Anspruch an Musikalität und Virtuosität haben The Knights in dem Mandolisten Avi Avital einen Bruder im Geiste gefunden. Der sympathische Virtuose und das außergewöhnliche Ensemble aus Übersee machen in dieser Saison gemeinsame Sache. Im Eröffnungsjahr der Elbphilharmonie erspielten sie sich – und zwar unabhängig voneinander – beim Publikum stehende Ovationen. Dabei ist es Avi Avital gelungen, seinem Instrument ein vollkommen neues Image zu verpassen. Weltweit elektrisiert der aus Israel stammende charismatische Virtuose sein Publikum. „Um den ganzen Kosmos der klassischen Musik abzubilden, darf natürlich auch ein unkonventionelles Projekt im Schoneberg-Zyklus nicht fehlen“, erklärt Konzertveranstalter Till Schoneberg dazu.

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Die Mandoline ist für Avi Avital mehr als ein Instrument. Vielmehr ist sie ein Werkzeug, mit dem er Kontinente, Epochen und kulturelle Welten erobert. „Ich betrachte es als meine Aufgabe, die historische Lücke in der Mandolinenliteratur zu füllen, damit es in Zukunft keinen Mangel an Kompositionen für dieses Instrument gibt“, erklärt er. Dabei reichen seine künstlerischen Fähigkeiten von Arrangements von Vivaldis Vier Jahreszeiten bis zu neuen Auftragswerken. Und ganz egal, mit welcher Musik sich Avi Avital gerade auseinandersetzt, immer lotet er die Grenzen der Klangmöglichkeiten aus. Auf der Suche nach ihrer Gegenwart und ihren Wurzeln. In jeder seiner Interpretationen geht es ihm darum, den Geist einer Epoche, die Experimentierfreude des Barocks und die Unmittelbarkeit der Musik in Szene zu setzen. Perfekt ins Bild passt es daher, dass Bach-Puristen und Mandolinen-Experten erstaunt waren von der Kraft und der Freiheit, die sich Avital für seine BachBearbeitungen genommen hat. Denn egal, was er macht, er folgt völlig unerschrocken dem Motto: „Es darf in der Musik keine Tabus geben.“


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Als erster Mandolinenspieler überhaupt wurde der Israeli 2010 für einen Grammy nominiert. Die Nominierung in der Kategorie „Bester Instrumentalsolist“ brachte ihm seine Aufnahme von Avner Dormans Mandolinenkonzert ein. Zwei Jahre später unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon und produzierte sein erstes Album für das gelbe Label: Cembalo- und Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach in Avitals eigenen Arrangements. Das BBC Music Magazine lobte ihn für die „geniale Technik“ und den „ergreifend schönen Klang“. Geboren wurde der Klangzauberer 1978 in Beerscheba (Be’er Sheva) am Rand der Negev-Wüste im Süden Israels. Mit acht Jahren begann er Mandoline zu spielen und trat ins JugendMandolinenorchester ein. Gegründet wurde dies von dem aus Russland stammenden Geiger Simcha Nathanson, der durch seinen charismatischen Unterricht und die Tatsache, dass er Transkriptionen von Violinwerken verwendete, einen bleibenden Eindruck bei dem jungen Avi Avital hinterließ. „Er lehrte mich Musik“, sagt dieser noch heute. „Das Instrument ist für mich nicht das Entscheidende.“ Auf der Suche nach einer eigenständigen künstlerischen Identität – er hatte das historische Mandolinenrepertoire bei Ugo Orlandi am Conservatorio Cesare Pollini in Padua studiert – brach er bald mit Traditionen. Durch Begegnungen mit anderen musikalischen Richtungen und Gattungen – von Bluegrass und Jazz bis zu Weltmusik – und Projekten mit seinem Mentor, dem großen Klezmer-Klarinettisten Giora Feidman, ebneten ihm den Weg. Er entwickelte sich zum Pionier der Mandoline und pflegt enge Beziehungen zu Künstlern, die ebenso aufgeschlossen neue musikalische Wege gehen. Dazu zählen unter

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anderem der Cembalist Mahan Esfahani, die Akkordeonistin Ksenija Sidorova und der Perkussionist Itamar Doari. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre gehören u.a. Recitals mit Esfahani in der Wigmore Hall sowie in Deutschland, Österreich und der Schweiz; ausgedehnte Between Worlds-Tourneen durch Europa, Südamerika, Taiwan und die USA mit Sidorova und Doari; Konzerte mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Atlanta Symphony Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra und Mahler Chamber Orchestra. Mit seiner Art zu spielen, seiner historischen wie emotionalen Beschäftigung beispielsweise barocker Musik Vivaldis sprengt der Mandolinenmeister noch heute manchmal die Grenzen der Aufnahmetechnik. Für Avital ist die Mandoline eine Zeitmaschine, ein Instrument, mit dem er immer wieder aus der Vergangenheit in die Gegenwart reist. Eine Begegnung, die wie die zweier Menschen eine Leidenschaft entfachen kann. Eine, die Avi Avital mit der Mandoline feiert. Tabulos.

Programm Jean-Féry Rebel Le Chaos aus Les Éléments || Thomas Adès Three studies from Couperin || Jean-Philippe Rameau Ouvertüre zur Oper Zoroastre || Johann Sebastian Bach Cembalo-Konzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052, arrangiert für Mandoline von Avi Avital || Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 || Arrangements, Transkriptionen und Originalmusik aus dem Mittleren Osten, dem Balkan und aus dem Bereich des Klezmer.


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Simon Höfele Simone Rubino

Fabian Müller

Tobias Feldmann

Tianwa Yang

Boris Kusnezow

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Neue Namen STARS VON MORGEN

SOL GABETTA UND IGOR LEVIT – SIE GEHÖREN ZU DEN KLASSIKGRÖSSEN, DIE VOR IHREM

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GROSSEN DURCHBRUCH BEI DER KONZER-

Er war sieben Jahre alt, als er seinen ersten Trompetenunterricht erhielt. Jetzt ist der 23jährige Simon Höfele einer der spannendsten Trompeter der jungen Generation. „Höfeles Ton klingt wie der einer Oboe. Nein, er klingt wie eine menschliche Stimme. Oder doch wie eine Trompete. Irritierend schön“, urteilte der SWR2 über den jungen Musiker, der u.a. BBC Radio 3 New Generation Artist ist, „Junger Wilder“ am Konzerthaus Dortmund, SWR2 New Talent und Preisträger des Sonderpreises „U21“ des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD. Gemeinsam mit Simone Rubino entfacht er ein virtuoses Feuerwerk an ungehörten Klangfarben und rhythmischer Präzision – gleichzeitig verblüffen die beiden Jungstars mit einem empfindsamen und differenzierten Stil. „Wie er die verschiedenen Schlagwerke überblickt, bearbeitet, bespielt und liebkost, könnte man den Eindruck gewinnen, Rubino entlocke einem Orchester alle nur möglichen Klangfarben“, lobte die Neue Zürcher Zeitung Simone Rubino, der wie Simon Höfele den ARD Musikwettbewerb gewann. Er läutet zweifelsohne eine neue Ära von Schlagzeugern im klassischen Konzertbetrieb ein.

TREIHE NEUE NAMEN IM KLEINEN SAAL DER RUDOLF-OETKER-HALLE ZU HÖREN WAREN. FÜR DIE NEUE SPIELZEIT PRÄSENTIERT DAS KONZERTBÜRO SCHONEBERG WIEDER JUNGE UND NOCH WEITGEHEND UNBEKANNTE TALENTE. „AUCH FÜR UNS IST DAS MANCHMAL ECHT ÜBERRASCHEND“, ERKLÄRT KONZERTVERANSTALTER TILL SCHONEBERG, DER SICH AUF DIE ENTSPANNTE ATMOSPHÄRE DER AFTER WORK KONZERTE FREUT. Simon Höfele

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SIMON HÖFELE & SIMONE RUBINO

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Simon Höfele, Trompete & Simone Rubino, Schlagzeug 9.10.2018, 18:30 Uhr, Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle


TIANWA YANG & GABRIEL SCHWABE virtuos & fein

Tianwa Yang und der Cellist Gabriel Schwabe sind Überflieger mit feinem Gestaltungsvermögen, die ihre Instrumente phänomenal beherrschen und virtuose Herausforderungen lieben. „Tianwa Yang ist die stärkste junge Geigerin, weit und breit“ urteilte die FAZ mit Blick auf die Pekingerin, die bereits in ihrer frühen Kindheit als erste Preisträgerin von sechs Wettbewerben ihr Talent unter Beweis stellte. Als Zehnjährige wurde sie von Lin Yaoji ins Musikkonservatorium ihrer Heimatstadt aufgenommen. Wenig später bezeichneten Medien in Hongkong die junge Künstlerin als „Stolz Chinas“. Sie wurde bereits mit zwei ECHO Klassik ausgezeichnet. Gabriel Schwabe, der Berliner ist der Sohn deutsch-spanischer Eltern, hat sich wiederum unter den führenden Cellisten seiner Generation etabliert. Kritiker loben den Überflieger für seine Interpretationskunst und sein technisches Vermögen. Tianwa Yang, Violine & Gabriel Schwabe, Violoncello 28.1.2019, 18:30 Uhr, Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle

FABIAN MÜLLER furchtlos & gestaltungsfreudig

„Eminent klar, durchsichtig, spannungsvoll in jeder Phrase und in jedem Ton war das musiziert. So kontrolliert und rund im Anschlag, aber immer mit feinem Ausdruck und Sinn für Struktur und Spannungsverläufe zu spielen, ist ein Glücksfall.“ So kommentierte die Süddeutsche Zeitung im letzten Jahr Fabian Müllers Aufführung von Beethovens drittem Klavierkonzert im Rahmen des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs in München. Dort erspielte er sich nicht nur den 2. Preis in der Gesamtwertung, sondern sicherte sich auch gleich vier Zusatzpreise. Der junge Bonner, der gerade dabei ist, sich als einer der bemerkenswertesten deutschen Pianisten seiner Generation zu etablieren, veröffentlichte vor zwei Jahren seine Debüt-CD „Out of Doors“. „Man darf gespannt sein, wie sich dieser furchtlose, gestaltungsfreudige Pianist in den nächsten Jahren entwickeln wird“, resümierte das Fono Forum dazu. Neben seinen solistischen Projekten widmet sich der junge Pianist übrigens intensiv der Kammermusik. Zu seinen Partnern auf diesem Gebiet zählen u.a. Albrecht Mayer, Julian Bliss, Sarah Christian, Niklas Liepe, Daniel Müller-Schott, Maximilian Hornung, das Aris Quartett sowie das Vision String Quartet. Fabian Müller, Klavier 13.9.2018, 18:30 Uhr, Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle

TOBIAS FELDMANN & BORIS KUSNEZOW sanft & dynamisch „Sensationell, unglaublich, eine Sternstunde“ – so und ähnlich lauten die Kommentare des faszinierten Publikums, das Tobias Feldmann live erlebt hat. „Niemand öffnet so viele Horizonte wie dieser junge Geigenvirtuose, der es versteht, mit sehr viel Tiefe und Expressivität zu erzählen.“ Der 26-Jährige, der Anfang des Jahres eine Professur an der Hochschule für Musik in Würzburg erhielt, ist einer der jüngsten Professoren in der Geschichte Deutschlands und dürfte gemeinsam mit Boris Kusnezow für ähnliche Resonanz sorgen. Denn auch Der Boris Kusnezow, seinen Durchbruch feierte der Pianisten 2009 mit dem Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbs, wird von den Medien gelobt. Die New York Times lobte Boris Kusnezow, der seine Ausbildung an der traditionsreichen Gnessin-Akademie absolvierte und heute in Hannover lebt, für seine „most impressive interpretation“. Tobias Feldmann, Violine & Boris Kusnezow, Klavier 10.4.2019, 18:30 Uhr, Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle


T H E AT E R ///

Ra lph Wür fe

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flausen Mut zum Querdenken

WER FLAUSEN IM KOPF HAT, GILT ALS

UNSTRUKTURIERTER, WENN NICHT GAR LEICHTSINNIGER MENSCH, DER UNSINN VERANSTALTET. ABER HÄUFIG ENTSTEHT AUS VERMEINTLICHEM UNSINN EINE GUTE IDEE. GERADE HEUTE SIND QUERDENKER GEFRAGT. MENSCHEN, DIE KREATIVE IDEEN HABEN UND SICH TRAUEN, DRÄNGENDE GESELLSCHAFTLICHE THEMEN NEU UND AUF ANDERE ART ANZUGEHEN. DAZU BRAUCHT ES MUT UND NICHT ZULETZT EIN UMFELD, DAS DIESE

eshalb gibt es vom 4. bis zum 7. Oktober im TOR 6 Theaterhaus Bielefeld beim gleichnamigen Festival nichts als Flausen. Junge Künstler, die zuvor am bundesweiten Residenzprogramm „flausen – young artists in residence“ teilgenommen haben, zeigen in Bielefeld ihre unkuratierten tourneefähigen Theaterproduktionen. „Die flausen-Residenz bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Auszeit vom Produktionszyklus. Sie können sich vier Wochen aus dem Zwang rausnehmen, Geld verdienen zu müssen und hier ganz frei während ihres Aufenthaltes an eigenen Forschungsprojekten arbeiten“, erklärt Ralph Würfel, organisatorischer Geschäftsführer beim Theaterlabor im TOR 6 Theaterhaus. Die jungen Künstler bekommen neben einem Stipendium nicht nur einen Raum zur Verfügung gestellt, sondern ein Dramaturg, ein Mentor und Techniker begleiten sie bei der Entwicklung frischer und vielleicht auch abwegiger Ideen. Ein Exil fürs Experiment, einmal ganz ohne Ergebnisorientierung. „Wenn dabei Weltbewegendes entsteht – sehr schön. Wenn nicht, eröffnet das Scheitern der ursprünglichen Idee neue Wege der Entwicklung – was kann daran falsch sein?“, so lautet die Idee dahinter.

Fotos: Eike Birck, Promotion

FLAUSEN IM KOPF UNTERSTÜTZT.

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POLITISCHES THEATER

Entwickelt wurde die „flausen-Residenz“ 2010/2011 in Oldenburg. Ein Konzept, das voll aufging. Mittlerweile hat sich daraus ein Netzwerk aus kleinen und mittleren Theaterhäusern der freien Szene entwickelt. Neben dem TOR 6 Theaterhaus/Theaterlabor Bielefeld beteiligen sich in NRW das Freie Werkstatt Theater Köln und das Theater im Ballsaal Bonn an dem Verbund der kreativen Künstlerförderung. Bewerben können sich Ensembles, die aus vier Künstlerinnen und Künstler bestehen und ein Forschungsprojekt bearbeiten wollen. Seit 2014 fanden in Bielefeld bereits vier Residenzen statt. „Das war immer wieder sehr spannend“, berichtet Ralph Würfel. „Wir hatten dokumentarisches und politisches Theater. Immer wurden aktuelle Themen bearbeitet.“ Das lässt sich auch an den Stücken ablesen, die im Rahmen des „flausen-Festivals“ auf die Bühne gebracht werden. Es geht beispielsweise um die Af D, Geschlechtergerechtigkeit, um 1968, Israel oder um die Digitalisierung. Mensch oder Maschine – wer übernimmt wen? Oder um die Frage, wie persönliche Entscheidungen Geschichte verändern können. Für die Teilnehmenden gibt es über die Aufführungen hinaus Arbeits- und Begegnungstreffen, denn die Künstler stehen häufig vor ähnlichen Problemstellungen. „Das können Fragen organisatorischer Art sein“, so der Kulturmanager. „Wie vereinbare ich Theater und Familie oder wie archiviere ich die erarbeiteten Materialien.“ Außerdem gibt es im Rahmen des Festivals eine Art Speed Dating für die Künstler mit Förderern.

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KUNST BRAUCHT RUHE

„Die Politik hat eher die kulturellen Leuchttürme bei ihrer Förderung im Blick“, weiß Ralph Würfel. „Wir möchten Künstler auch dabei unterstützen, Ko-Produktions- oder Tour-Modelle zu entwickeln, damit ein Ensemble ein Stück nicht nur ein paar Mal in einem Theater aufführt, bis es dann nach maximal zehn Aufführungen vom Spielplan verschwindet, sondern, dass die Künstler mit ihrem Stück auf Tour gehen und Gastspiele in anderen Städten anbieten können.“ Im August 2018 war wieder ein Ensemble zu Gast in der Residenz – mit dem Thema „Faulheit“. Wann ist man eigentlich wirklich faul? Was mach Faulheit mit einem? Und ist in Zeiten der permanenten Selbstoptimierung Faulheit nicht ein probater Gegenpol? Kreativität braucht zuweilen Ruhe. Also, vielleicht wäre es gut, wenn wir alle öfter mal ein paar Flausen im Kopf hätten. Erste Inspirationen bietet das „flausen-Festival“. (E.B.) www.theaterlabor.de

Programm: flausen-Festival im TOR 6 Theaterhaus Donnerstag, 4.10. 18:00 Uhr Foyer: Festivaleröffnung 19:00 Uhr Saal: nö theater „Inside AfD“ 21:00 Uhr Studio 1: Meinhardt Krauss Feigl „Robot Dreams“ Freitag, 5.10. 19:00 Uhr Saal: Eleganz aus Reflex „rot oder tot/Folge 2“ 21:00 Uhr Studio 2 Theaterlabor „Paul“ Samstag, 6.10. 19:00 Uhr Studio 1: Theater Mär „Und wir flogen tausend Jahre“ (Making OFF), 19:30 und 22:00 Uhr Notausgang: Chicks* „SOFT SKILLS gonna bite“, 21:00 Uhr Saal: Fanti Baum Frédéric De Carlo, Joana Tischkau „Hors de Combat“ Sonntag, 7.10. 17:00 Uhr Studio 1: Pulk Fiktion „Max und Moritz“ (Kindertheater), 20:00 Uhr Saal: internil „Gog/Magog, Teil 3: Israel“

Öffnungszeiten: Mo. und Di. Ruhetag Mi. bis Sa. 18 - 0 Uhr So. 12 -14.30 Uhr und 18 - 0 Uhr Wertherstraße 58 33615 Bielefeld Telefon 05 21 / 17 37 18 Telefax 05 21 / 9 62 36 50 www.kdw-restaurant.de

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K L E I N K U N S T ///

10 Jahre Kulturverein Bielefeld

EINE NISCHE FÜR DIE VIELFALT

Foto: Harald Hoffmann

NISCHENKULTUR. UND DANN AUCH NOCH KLEINKUNST. DAS KÖNNTE LEICHT SO MISSVERSTANDEN WERDEN, ALS SEI DIESE ART VON KULTUR NICHT SO WICHTIG. HICRAN CONKER SIEHT DAS ALLERDINGS GANZ ANDERS.

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/// K L E I N K U N S T

I

"Der Jugendkulturring war eine Marke in Bielefeld und ich glaube, dahin entwickeln wir uns auch." Hicran Conkers

m Kulturentwicklungsplan der Stadt Bielefeld steht, dass kleine Kulturvereine Nischen füllen“, so die neue erste Vorsitzende des Kulturvereins Bielefeld e.V. „Ich glaube, dass solche Nischenfunktionen wichtig sind, weil sie zur Vielschichtigkeit beitragen. Monopole entwickeln sich ähnlich wie in der Wirtschaft sonst auch im kulturellen Bereich. Und wenn man nicht möchte, dass Monopole einem vorschreiben, was man zu sehen und zu hören bekommt, dann braucht es die kleinen Vereine.“ Seit 10 Jahren besetzt der Kulturverein diese Nische mit stetig wachsendem Erfolg. Der lässt sich unter anderem an dem wachsenden Angebot und den steigenden Abonnentenzahlen messen. Gegründet wurde der Verein übrigens, um die schmerzhafte Lücke zu füllen, die ein anderes Nischenprogramm hinterlassen hatte. „Der Jugendkulturring war eine Marke in Bielefeld und ich glaube, dahin entwickeln wir uns auch“, sagt Hicran Conker mit typisch ostwestfälischem Understatement.

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Hicran Conker

K L E I N K U N S T ///

Pünktlich zum Jubiläum steht der Kulturverein jetzt selbst vor einem Umbruch. Die Vereinsgründerinnen Leida Schievink und Jutta Kokel sowie Brigitte Gregor haben nämlich entschieden, dass es Zeit ist für etwas Neues. Dafür, dass die Arbeit des Vereins nahtlos weitergeht, sorgt der neue Vorstand: Hicran Conker (1. Vorsitzende), Sandra Reimer (stellvertretende Vorsitzende) und Alexander Döring (Schatzmeister). Aus der ehemaligen „Renterinnen-Gang“ ist ein Vorstand von Berufstätigen geworden, der den Verein neben dem Job weiterführt. Wie sehr ihr der Kulturverein am Herzen liegt, beweist auch Hicran Conkers Schritt, von der Stelle als bezahlte Teilzeitkoordinatorin in den ehrenamtlichen Vorstand zu wechseln. Da sie den Verein mit aufgebaut hat, ist es der 44-Jährigen besonders wichtig, dass im Vorstand tatsächlich kulturaffine Menschen sitzen. Sie selbst ist im Januar 2009 auf den Kulturverein gestoßen. „Eigentlich wollte ich nur die Zeit zwischen Studium und erstem Job für ein ehrenamtliches Engagement nutzen. Das machte mir aber so viel Spaß, dass ich hängengeblieben bin“, lacht die Soziologin, die seit 2012 dann als Mitarbeiterin in Teilzeit angestellt war. Privat hat sie sich schon immer für Kultur interessiert, Kleinkunst- und Kabarettveranstaltungen besucht und die Entwicklung von KünstlerInnen verfolgt. Ideale Voraussetzungen, um das Programm des Kulturvereins zu gestalten, das unter anderem Musik-Kabarett,ACappella-Konzerte, Lesungen und Theater bietet.

„Eigentlich wollte ich nur die Zeit zwischen Studium und erstem Job für ein ehrenamtliches Engagement nutzen. Das machte mir aber so viel Spaß, dass ich hängengeblieben bin“

Einen guten Überblick über die Szene hat Hicran Conker ohnehin. Weitere spannende KünstlerInnen entdeckt sie durch den Kontakt zu neuen Agenturen, Empfehlungen von KünstlerInnen, die in Bielefeld auftreten, und den Besuch der Kulturbörse in Freiburg. „Natürlich haben wir auch größere Veranstaltungen in der Stadthalle,aber wir holen außerdem Künstlerinnen und Künstler, die mal was anderes machen, und die in Bielefeld vielleicht noch keiner kennt“, so die engagierte Vereins-Vorsitzende. „Mit Konzepten wie der ‚Gentlemen’s Night‘ und ‚Women on Stage‘ wollen wir dem Publikum Vielseitigkeit bieten und gleichzeitig jeweils vier unbekannteren KünstlerInnen den Auftritt auf kleiner Bühne ermöglichen. Vielleicht haben es die Zuschauer ja auch satt, immer dasselbe zu sehen.“ In der kommenden Spielzeit freut sich die Programmplanerin selbst besonders auf Muttis Kinder. „Das sind eigentlich Schauspieler, die entdeckt haben, dass sie singen können“, lacht Hicran Conker. „Was die machen, ist einfach abgefahren, eine Art von A-Cappella, die man sonst so nicht kennt.“ Ihre weiteren Empfehlungen: Lalelu, die bereits ein großes Stammpublikum haben, sowie Carmela de Feo. „In Köln ist sie bereits sehr bekannt, für Bielefeld noch eher ein Geheimtipp.“ (S.G.)

NICHT VERPASSEN! Insgesamt 27 Veranstaltungen finden von Oktober 2018 bis Mai 2019 statt. Highlights rauszupicken, ist immer unfair. Aber wir hätten da ein paar Empfehlungen: 11.10.18, Tor 6 Theaterhaus, 19:30 Uhr Eröffnung mit Musik-Kabarett von Das Geld liegt auf der Fensterbank Marie 24.11.18, Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr, A-cappella-Konzert mit Muttis Kinder 13.12., Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr, Musik-Kabarett mit Tina Teubner 10.1.19, Stadthalle, 19:30 Uhr, A-cappella-Comedy mit LaLeLu 15.2.19, Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr, Lesung mit den Bielefelder Autoren Backes, Beune, Brohm 7.3.19, Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr, Musik-Kabarett mit Carmela De Feo 10.5.19, Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr, Konzert mit Wildes Holz

Zum „Kultursamstag“ am 1.9. ab 12 Uhr liegt das Programmheft für die Spielzeit 2018/19 in der Geschäftsstelle in der Breiten Straße 24 druckfrisch vor. Ab diesem Termin können Kulturbegeisterte wieder ein Wunsch-Abonnement zusammenstellen und auch der freie Verkauf startet. Wie gewohnt gibt es ermäßigte Preise für SchülerInnen und StudentInnen, um jungen Menschen Kultur zugänglich zu machen.

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2018 Spielzeit

GE SANG

L A DY M Y FA I R lan Jay Lerner A / k Loewe 8 Frederic 21.09.1 V I ATA L A T R A erdi eV Giusepp 06.10.18

RETEL L U N D G inck E S N Ä H erd rt Hump Engelbe 2.18 01.1 KING A N WA L D E A D M eggie Jake H 13.01.19 B A RT D B L AU U E ) N U E N A -BLE ARI T BARBE E E N IA (A R as Paul Duk 9 .1 3 02.0 AMADIS LE) D E G AU (A M A D IS stian Bach hri Johann C 4.19 7 2 .0 S L A Z A RU ende re berg if Spartenü ration Koope a Walsh wie / End B David o .05.19 18

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2019

VO N G F R AU N U J E I D S O R L E A N ler il h c S Friedrich 8 .1 9 15.0 WA LT DER GE N E Z R IM HE Louis Édouard 22.09.18 E S TA N T C H A R LY homas T Brandon 09.11.18

rung Urauffüh G E L R E VO D E R F E U androni S Simone 8 27.10.1 rung Urauffüh S TE N E W S I abian Wixe n, F inkelman Kenan D 01.02.19 rung Urauffüh M M E N K R WI O WO H E R Sandroni Simone 06.04.19 ER T M AC H S C H R I T nce-Projekte ity-Da Commun

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UND ALADIN AMPE R E ND L D I E W U s 1001 Nacht au Märchen .11.18 10 rung Urauffüh R E I H E I T F VO G E L SÜ S S E R s Zapfe Nil 16.11.18 fführung e Erstau Deutsch O S C O P E _ KALEID RK SIDE DA TO THE MOON H O F T E ink Floyd bury / P Ray Brad .11.18 22 I ST A FEMIN E T A D H OW TO antha Ellis Sam 19.01.19

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T H E AT E R BIELEFELD

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M U S I K ///

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M U S I K ///

Nils

Rabente EINE IMPROVISIERTE WELT VOLLER KLANGFARBEN SCHON EIN EINZELNER KLAVIERTON BESITZT AUSSERGEWÖHNLICHE KLANGFARBEN. ALS SCHÜLER WARF ER SEINEN RANZEN NACH DER SCHULE SOFORT IN DIE ECKE, SETZTE SICH ANS KLAVIER UND IMPROVISIERTE. DIE SOUNDS, DIE MAN AUS EINEM KLAVIER HERAUSHOLEN KANN, FASZINIEREN NILS RABENTE BIS HEUTE. DOCH AM LIEBSTEN MACHT ER ZUSAMMEN MIT ANDEREN MUSIK. Text: Corinna Bokermann

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as ist mein Ding“, stellt er fest und ist deshalb gleich in zwei Bandformationen zuhause. Als Duo Fluz gemeinsam mit der Cellistin Nele Immer und beim NÉ-K Trio, das in der Bielefelder Jazzszene rund um den Bunker Ulmenwall wurzelt. In der 5. Klasse brachte ihn sein damaliger Musiklehrer Walter Kunert dazu, in einer Band zu spielen. Bis heute ist es genau diese Idee – gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten Musik zu machen –, die den Bielefelder begeistert und fesselt. „Da komme ich her, da gehöre ich hin“ beschreibt wohl am ehesten das Gefühl, das Nils Rabente beim Spielen in einer Band empfi ndet. Mit 14 gründete er seine erste und produzierte sogar seine Debüt-CD. Es folgten Stationen mit Soul- und Indie-Pop-Bands. „Mein Traum war es damals auf Festivals zu spielen“, sagt Nils Rabente, der in der Oberstufe auch Abstecher Richtung Filmmusik wagte.

DUO FLUZ

Vor sechs Jahren entdeckte er Musik dann noch einmal ganz anders. „Eigentlich waren meine Instrumental-Improvisationen eher für zuhause gedacht. Ich hätte nie geglaubt, dass aus diesen sehr intimen Musikmomenten etwas für die Bühne entstehen kann“, betont der Musiker. Der Anlass für die Öffentlichkeit kam mit dem Geburtstag einer Tante. „Sie ist selbst Künstlerin und wünschte sich, dass ich dort spiele“, erzählt der 29-Jährige, der für diese Premiere Nele Immer gewann, eine befreundete Cellistin aus Hamburg. „Wir hatten zwei, drei Skizzen, Motive und Muster“, beschreibt er den Anfang von Fluz. Die Resonanz war für beide Musiker ein Schlüsselerlebnis. „Das Publikum wurde ganz leise und hörte zu. Das war schon irre.“ Vor allem aber machte Nils Rabente eine für ihn entscheidende Erfahrung: „Wenn ich mich öffne, dann öffnet sich auch das Publikum.“

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M U S I K ///

DAS PUBLIKUM WURDE GANZ LEISE

NÉ-K TRIO

Das zweite Projekt, in das der Musiker involviert ist, nutzt auch Improvisation und Kommunikation als kreativen Antrieb. Das NÉ-K Trio– das sind Kontrabass, Schlagzeug und Klavier – definiert sich seit eineinhalb Jahren über fein Arrangiertes und Auskomponiertes im Wechsel mit freier Spontanität. Energetisch, kraftvoll, groovy. Der Name des Trios, das erst ein Duo war, setzt sich übrigens aus den Anfangsbuchstaben von Nils Rabente und Elmar Lappe zusammen. „Er ist ein Maler auf dem Schlagzeug, der geilste Drummer, den ich kenne“, begeistert sich Nils Rabente und fügt hinzu: „Aber es fehlten einfach tiefe Basstöne.“ Als Kontrabassist Kevin Hemkemeier zu dem Duo stieß, musste natürlich auch ein weiterer Buchstabe her. „Der Bindestrich ist die Strafe dafür, dass er erst nachträglich zu uns stieß“, erzählt Nils Rabente lachend. „Außerdem hätten wir als „NEK“ wie eine Versicherungsagentur geklungen. Den Akzent gabs dazu, weil Elmar so ein cooler Typ ist und der Bindestrich macht uns zum Jazz-Trio.“

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NÉ-K Trio

ENERGETISCH, KRAFTVOLL, GROOVY

Jedes Konzert des NÉ-K Trios ist anders. „Da bin ich mehr Zuhörer als Spieler. Gehe ganz entspannt auf die Bühne, agiere aus dem Zuhören und liefere Impulse“, beschreibt Nils Rabente seinen Part des Trios, das als Punk-Jazz-Band für Emotionen und Statements sorgt. Zugrunde liegt in der Regel ein minimales, eingängiges Gerüst oder Thema, an dem sich die Jazzimprovisation entlanghangelt oder den Pfad gänzlich verlässt. Neben ruhigen, melancholischen Tönen ist die Musik von Groove und Frische geprägt. Gerade die Bandbreite von nachdenklich bis aufgeweckt macht den drei Musikern besonderen Spaß. „Ich finde dort alles wieder, solo zu spielen kommt ebenso vor wie das Experimentieren mit Klangfarben“, betont Nils Rabente, der seit fünf Jahren Jazz-Piano-Unterricht nimmt. „Ich bin ein Fan von lebenslangem Lernen und gucke einfach, was mir guttut.“ Einen Traum erfüllten sich die NÉ-K-Trio-Musiker übrigens im letzten Jahr. Für Albumaufnahmen packte das Trio einen Bulli mit Musikequipment voll und mietete sich eine Woche im südschwedischen Bakaryd ein. In dem idyllisch gelegen Holzhaus zwischen Wäldern und Seen spielte das Trio dann in Eigenregie seine erste CD ein. „Das war wie im Film. Wir haben im Haus ein Studio aufgebaut, um Demo Aufnahmen zu produzieren. In der Kompositionswoche haben wir 14 Impros produziert. Davon haben wir neun plus zwei Live-Versionen auf CD gepackt. Das hat uns zusammengeschweißt“, erzählt Nils Rabente, der durch das NÉ-K Trio neben zwei Freunden auch eine CD dazu gewonnen hat. Die heißt symbolträchtig „Backaryd Sessions“ und ist Anfang 2018 erschienen. Ziel beider Musikprojekte – sowohl als Fluz-Duo als auch mit dem NÉ-K Trio – „ist natürlich eine Tour“, wirft Nils Rabente einen Blick in Richtung Zukunft. Doch zunächst einmal liegt ein anderes spannendes Projekt auf der Klaviatur. „Wir wurden jetzt für einen 120 Minuten langen Spielfilm im Art-House-Stil angefragt, der bei den großen Filmfestspielen wie der Berlinale laufen soll. Wir sollen die Filmmusik produzieren. Das ist in diesem Jahr eines unserer größeren und auch aufregenderen Projekte, die wir noch umsetzen werden.“ www.nektrio.de www.fluz-musik.de

Fotos: istockphoto.com/jacoblund/Irena Tsoneva/Alija/Dmytro Dmytro Aksonov Aksonov/KuzminSemen, Fotolia.com/Riko Best

Seit 2013 musiziert das in Bielefeld gegründete Duo inzwischen zusammen und lädt dazu ein, sich zurückzulehnen und zu träumen. Eindrucksvoll und wie Filmmusik. Die Kompositionen der Minimal-Besetzung einer Jazzformation sind improvisiert, was ein gegenseitiges Interagieren von Violoncello und Piano in den Vordergrund stellt und jeden Auftritt einzigartig werden lässt. Ihre erste CD „Retrospektive“, aufgenommen mit Joel Köhn aus dem Bunker, verschenkte Fluz zunächst an Freunde. Dann ging es Schlag auf Schlag. „Inzwischen haben wir mehr als 700 CDs verkauft. Auch Konzerte gibt das Duo inzwischen an den verschiedensten Locations: von Cafés über Open Airs und Wohnzimmern bis hin zu Küchen, Ateliers, Kunstmuseen und größeren Bühnen. Musik, die an Künstler wie Yann Tiersen, Ludovico Einaudi, Esbjörn Svensson, Ólafur Arnalds, Lambert oder Nils Frahm erinnert. „Zur zweiten CD gab‘s eine Mini-Tour. Jetzt ist die dritte CD in Planung“, verrät Nils Rabente. Ideen entwickelt der leidenschaftliche Musiker mit Master in Erziehungswissenschaften und einer Drittelstelle als Musiklehrer zuhause am Klavier. Immer mit einer Geschichte, einem Bild oder Gefühl im Kopf. „Mal entsteht daraus vier Wochen nichts, dann gibt es wieder 15 Ideen innerhalb kurzer Zeit“, erklärt Nils Rabente mit Blick auf das aktuelle Fluz-Projekt, das melancholisch, groovy und fröhlich zugleich klingt. „Ich lebe mit der Musik meine Gefühle aus, bin aber überhaupt kein melancholischer Mensch, wie manche vermuten könnten“, so Nils Rabente. „Ich finde darin eher etwas Meditatives und Nostalgisches. Einfach, weil ich Dinge musikalisch noch einmal erlebe. Da bin ich dann ganz bei mir.“ Aber Achtung: Ein romantisch-schnulziger Typ ist der Bielefelder auf gar keinen Fall.

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P U P P E N T H E AT E R ///

70 JAHRE BIELEFELDER PUPPENSPIELE

Figuren auf

Zeitreise

SIE SIND DIE STARS AUF DER BÜHNE. STEHLEN DEN SPIELERINNEN UND SPIELERN AUS FLEISCH UND BLUT REGELMÄSSIG DIE SHOW. ABER GENAU SO SOLL ES BEIM PUPPENSPIEL SEIN. UND WEIL SIE DAS RAMPENLICHT SO LIEBEN, HABEN DIE PUPPEN AUCH ZUM JUBILÄUM IHREN GROSSEN AUFTRITT. VOR 70 JAHREN HAT HELMUT SELJE DIE BIELEFELDER PUPPENSPIELE GEGRÜNDET, SEIT 1995 LEITET SEINE TOCHTER DAGMAR SELJE DAS THEATER. ANLASS FÜR EINE KLEINE ZEITREISE MIT UNGEWÖHNLICHEN REISEFÜHRERN: FIGUREN AUS SIEBEN JAHRZEHNTEN. Text: Stefanie Gomoll Fotos: Timo Blaschke

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/// P U P P E N T H E AT E R

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1 GEVATTER TOD „Diese Inszenierung meines Vaters ist 1954 entstanden. Für die damalige Zeit war sie sehr ausdrucksstark und mutig“, erzählt Dagmar Selje. Dass es hier nicht um Kasperletheater für Kinder ging, sieht man den Stabpuppen von Kurt Seifert auf einen Blick an. Tatsächlich hat Helmut Selje in den ersten Jahren in seiner ersten Spielstätte im Bunker Ulmenwall Puppentheater für Erwachsene gemacht.

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2 PUPPEN-FAUST „Diese Puppen haben das Schaffen meines Vaters geprägt. Den ‚PuppenFaust‘ hat er vom Ende der 50er bis in die 90er Jahre häufi g gespielt.“ Typisch für die Puppenbildnerin Anuschka Adloff sind die umzeichneten Augen, die fast wie Malerei wirken. „Mein Vater hat sehr an den Puppen gehangen“, erinnert sich Dagmar Selje.

3 KASPERTHEATER Bei Puppentheater denken viele Zuschauer sofort an Kaspertheater. Und tatsächlich haben auch bei der Familie Selje schon so einige Kasperfi guren im Rampenlicht gestanden. Diese beiden sind zwei der frühen Exemplare. Der Vertreter im weißen Umhang hat gelegentlich noch Auftritte beim „KasperCasting“, wo er als Geist mitspielen darf. Sein Kumpel mit dem Holzkopf wurde in den 70ern von dem bekannten flämischen Puppenmacher Till de Kock gefertigt. „Seine Figuren werden hoch gehandelt, danach würden sich Sammler die Finger lecken“, verrät Dagmar Selje. „Holzfi guren sind eine Rarität.“ Allerdings haben sie auch einen Nachteil. „Sie wiegen wesentlich mehr als andere Werkstoffe und sind für meine Frauenhände nicht so einfach zu spielen.“

4 DER KLEINE PRINZ Der beliebte Klassiker eroberte gleich in zwei Inszenierungen die Bühne. Zuerst in den 50er Jahren – die Figuren gibt es allerdings nicht mehr – und dann noch einmal in den 80ern. „Diese Puppe ist die Verbindung zwischen meinem Vater und mir. Ich war damals fast 18 Jahre alt und hatte schon viele Assistenzen gemacht. Aber der kleine Prinz war meine erste große sprechende Rolle“, so Dagmar Selje. Außerdem steht das Erfolgsstück für einen Neuanfang: 1978 sind die Puppenspiele aus dem Bunker ausgezogen eröffneten erneut in Kellerräumen – nun an der Ravensberger Straße.

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P U P P E N T H E AT E R ///

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5 IMMER WIEDER FAUST „Das also ist des Pudels Kern“, möchte man angesichts dieses ungewöhnlichen Teufels aus einer „Faust“-Inszenierung ausrufen. „Mein Vater hat viel mit Carl Schröder zusammengearbeitet. Der hat Figuren gemacht, die aus dem Rahmen fallen. Den Teufel fi nde ich so toll, weil er zeigt, was für ein großes Spektrum an Figuren es gibt.“

6 PIPPI LANGSTRUMPF „Das ist eine der prägenden Inszenierungen für mich, mit der ich angefangen habe, meinen Vater in der Bielefelder Kulturlandschaft zu vertreten. Mein Vater hat das Theater sehr geprägt, als ich es 1995 übernommen habe, wollte ich ganz vorsichtig anfangen, ein eigenes Profi l zu entwickeln. Pippi ist eine lustige Figur, ein Freidenker, eine schöne starke Rolle, damit wollte ich ein Zeichen setzen. Den Kopf hat meine Tochter gemacht, die Bemalung stammt von dem Bielefelder Künstler Gilbert Bender.“

6

7 EIN SCHAF FÜRS LEBEN „Das Stück hat 2005 Premiere gehabt, damit sind wir richtig bekannt geworden. Die herzallerliebsten Figuren von Doris Gschwandtner sind keine Handpuppen, sondern werden offen im Raum geführt. In dieser Inszenierung habe ich nur das Schaf gespielt. Das ist ein großer Luxus, meistens schlüpfe ich in mehrere Rollen. Generell ist es mein Job, die Figuren lebendig werden zu lassen, ihnen Charakter zu geben. Deshalb habe ich einen persönlichen Bezug zu ihnen und es hängen sehr viele Erinnerungen daran.“

7 8 RUSALKA Die aufwändige Kinderoper mit mehreren Spielern und Musikern, die zusammen mit dem Verein Klangfestival e.V. entstanden ist, markiert wieder einen Neuanfang. „Die Puppen sind Prachtexemplare, die Inszenierung war wunderschön“, unterstreicht Dagmar Selje. „Das Stück hat mir 2016 den arbeitsreichen Umzug an den neuen Spielort im früheren Skala-Kino an der Herforder Straße versüßt.“

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/// P U P P E N T H E AT E R

Das Jubiläum ... feiert Dagmar Selje mit einem besonders vielfältigen Herbstprogramm – mit eigenen Inszenierungen und spannenden Gästen. Außerdem ist eine Figuren-Ausstellung geplant. Und da im Januar zufällig der Bundeskongress der Verbandes Deutscher Puppenspieler sein 50. Jubiläum feiert, fi ndet vom 10.-12.1.19 ein kleines Figurentheaterfestival statt. Aktuelle Infos unter www.selje-puppenspiele.de

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L I T E R AT U R ///

Matthias

Bronisch DER IMPULSGEBER

SO EINEN WIE IHN TRIFFT MAN SELTEN IM

LITERARISCHEN GEWERBE. DENN WENN MATTHIAS BRONISCH AUF SEINE SCHRIFTSTELLERISCHE LAUFBAHN ZURÜCKBLICKT, KANN ER KLAR KONSTATIEREN, DASS ER MEHR FÜR ANDERE GETAN HAT ALS FÜR SICH SELBST.

Text: Helmut Opitz Foto: Isabel Opitz

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I

ch habe mich immer gefreut, wenn ich anderen helfen konnte“, bekennt der ehemalige Oberstudienrat, der auf 24 Dienstjahre am Helmholtz-Gymnasium zurückblicken kann. Er ist viel herumgekommen in seinem Leben. 1937 in Stettin geboren, verschlug es ihn gemeinsam mit seiner Mutter und vier jüngeren Geschwistern in die Gegend von Bremen, wo er aufwuchs. Nach dem Studium begann er eine akademische Laufbahn an der Uni Bremen. „Es waren die 60er Jahre, es herrschte eine linke Aufbruchsstimmung und die Uni galt als rote Kaderschmiede“, erinnert sich Bronisch. Aber dann ereilte ihn der Ruf nach Skopje in Makedonien (damals Jugoslawien), als Lektor für deutsche Gegenwartsliteratur. Und Bronisch folgte dem Ruf, gemeinsam mit seiner Frau und dem damals vierjährigen Sohn. „Die schönsten Jahre“, meint er im Rückblick, „wir lebten in einfachen Verhältnissen in einem kakerlakenverseuchten Haus, aber die menschlichen Begegnungen waren einzigartig.“ Die Vorliebe für das Slawische hat Bronisch, der selbst sorbische Wurzeln hat, seitdem gepackt. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte, Erzählungen und einen Roman, aber, so Bronisch selbstkritisch, „meine Art des Erzählens ist schwierig, ich schreibe immer etwas kompliziert und einfach nicht so, um breite Leserschaften anzuziehen.“ Das kann man auch anders sehen. Bronisch verfügt zudem – ähnlich wie Günter Grass – über eine synästhetische Begabung. Graphiken, Holzschnitte, Bilder begleiten visuell oft seine literarischen Werke. Diese Gestaltungskraft kommt auch dem Magazin „Tentakel“ zugute, der einzigen Literaturzeitschrift Ostwestfalens, die Bronisch vor gut 10 Jahren gemeinsam mit anderen gegründet hat. Überhaupt ist der agile 81-Jährige immer eine Art Initiator, Impulsgeber und Gründer gewesen: 1978 rief er den Wettbewerb „Jugend schreibt“ ins Leben, der heute noch Bestand hat; auf seine Initiative hin lief auch das Literaturtelefon Bielefeld über mehrere Jahre. Auch in seinem neuesten Werk überlässt Bronisch wieder einem anderen die Bühne: dem Maler Ernst Lindemann (1869-1943). Diesem in Rahden geborenen, fast vergessenen Maler, der eine rasante stilistische Vielfalt in seinem Werk vereinigt, widmet Bronisch einen bildstarken Band mit interessanten und kenntnisreich geschilderten biographischen Details. Mit seiner Frau Mariana, einer gebürtigen Rumänin, übersetzt er außerdem Lyrik namhafter rumänischer Poeten und Poetinnen ins Deutsche. Gibt es noch ein Traum-Projekt, das Matthias Bronisch realisieren möchte? Er nickt. „Ein Roman, der meine Mutter ins Zentrum rückt, die, nachdem mein Vater in den letzten Kriegstagen gefallen war, mit uns fünf Kindern floh, uns aufzog und immer ihre Bedürfnisse zugunsten von uns hintanstellte.“ Man darf gespannt auf diesen Roman sein. (H.O.)

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P O R T R ÄT ///

Martin

Beyer

ORCHESTER- UND KONZERTHAUSDIREKTOR

ES WAR SCHON ETWAS WEHMUT DABEI, ALS MARTIN BEYER 2014 DIE KOFFER PACKTE UND SEINE GEBURTSSTADT BRAUNSCHWEIG IN RICHTUNG BIELEFELD VERLIESS. „ABER ICH WUSSTE JA, WAS MICH ERWARTET. ALSO, EIGENTLICH“, LACHT ER. DENN ZU SEINEM URSPRÜNGLICHEN POSTEN ALS ORCHESTERGESCHÄFTSFÜHRER DER BIELEFELDER PHILHARMONIKER KAM ZUM JAHRESBEGINN 2018 DAS MANAGEMENT DER RUDOLF-OETKER-HALLE HINZU.

Text + Foto: Eike Birck

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/// P O R T R ÄT

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as war so nicht abzusehen. Es ist sowieso schon etwas Besonderes, dass die Philharmoniker einen so wunderbaren Konzertsaal mit dieser Akustik regelmäßig als Spielort zur Verfügung haben. Und jetzt können wir auch die programmatische und künstlerische Ausgestaltung des Konzerthauses aktiv steuern“, freut sich der 34-jährige über das intendantengeführte Haus. An erster Stelle steht eine Prof ilschärfung des Programms. Künftig sollen Dopplungen von Konzerten, die von verschiedenen Veranstaltern durchgeführt wurden, ausgeschlossen werden. „Wir möchten versuchen, einzelne Konzerte inhaltlich aufeinander abzustimmen, so dass im Laufe einer Spielzeit auch Zyklen und Themenschwerpunkte entstehen können.“ Auch sollen selbst Programme organisiert, Ensembles durch die Einwerbung von Drittmitteln verpflichtet und der konzertpädagogische Bereich ausgebaut werden.

Eine weitere Neuerung betrifft die Außendarstellung. „Man muss sich Gedanken darüber machen, wie man ein Konzerthaus, das in den 1920ern gebaut und 1930 eingeweiht wurde, präsentiert. Ich glaube, dass vielfach in den Köpfen der Bielefelder Stadtgesellschaft und der Region die Rudolf-Oetker-Halle als hochkarätiges Konzerthaus gar nicht so präsent ist. Deshalb haben wir den Namen der Halle bewusst um den Begriff ,Konzerthaus‘ ergänzt, damit gleich klar ist, worum es geht“, so Martin Beyer. Um das Konzerthaus zeitgemäßer nach außen darzustellen und die Inhalte zu vermitteln, braucht es Marketing im weitesten Sinne. „Das ist eine schöne Herausforderung. Man hat schließlich nicht alle Tage die Möglichkeit, eine Stadt aktiv mitzugestalten. Das ist sensationell.“

„Man muss sich Gedanken darüber machen, wie man ein Konzerthaus, das in den 1920ern gebaut und 1930 eingeweiht wurde, präsentiert.”

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KUNSTRASEN

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P O R T R ÄT ///

Multitalent

Hier deutet sich bereits an, mit wie vielen unterschiedlichen Aufgaben – neben seiner Arbeit als Orchesterdirektor – es Martin Beyer jeden Tag zu tun hat. Da ist es gut, dass sein Herz gleich mehrere Leidenschaften kennt. Da ist natürlich die Musik. Fast hätte er selbst als Musiker auf der Bühne gestanden, denn an der Universität der Künste in Berlin studierte er Trompete bei Prof. Konradin Groth. Davor allerdings war es die Stimme der Vernunft, die ihn nach dem Abitur Bauingenieurwesen und Mathematik studieren ließ. „Es war eine knappe Entscheidung. Ich habe mich immer schon für Naturwissenschaften interessiert und logische Denkprozesse machen mir viel Spaß, aber dann hat es in den Fingern gekribbelt und ich wollte wieder Trompete spielen.“ Zu Naturwissenschaften und Musik gesellte sich die Freude an der Organisation. Also ging es noch mal zur Uni, um sich im Bereich des Kultur- und Medienmanagements weiterzubilden. Was vielleicht auf den ersten Blick nicht wie eine geradlinige Karriereplanung wirkt, kommt ihm nun zugute. So kann er recht gut einschätzen, wie Musiker ticken, dass es bei der Programmplanung beispielsweise möglichst zu vermeiden ist, dem Orchester eine Barockoper direkt nach einem großen romantischen Werk zuzumuten. „Da wäre allein die physische Belastung der einzelnen Musiker sehr hoch.“ Oder wie sich ein Orchester- bzw. Konzerthausbetrieb in der Öffentlichkeit kommunizieren sollte.

Frische Ideen

Neben fachlichem Know-how braucht Martin Beyer enormes Organisationstalent und ein gutes Zeitmanagement. Nicht selten beantwortet er seine Mails auch nach Konzertende. „Da ich bei vielen Konzerten der Bielefelder Philharmoniker und im Konzerthaus dabei sein möchte, bin ich auch später am Abend noch unterwegs, aber dafür kann ich mir, wenn es passt, auch mal tagsüber eine kleine Auszeit nehmen. Meine Arbeit ermöglicht mir unglaubliche Freiheiten.“ Und diese Freiheiten erstrecken sich auch auf neue Ideen, wie zum Beispiel die Open-Air-Konzerte auf dem Kesselbrink. Vor zwei Jahren standen Filmmusiken auf dem Programm. „Wir dachten, dass mit ein wenig Glück vielleicht 3.000 Zuschauer kommen werden“, erinnert sich der Orchesterdirektor. „Als der Platz mit rund 8.000 Besuchern gefüllt war, waren wir tatsächlich überwältigt.“ Das schrie natürlich förmlich nach einer Wiederholung. Und das Ergebnis wurde im Sommer 2018 mit gut 10.000 Besuchern sogar noch getoppt. Bei schönstem Sonnenschein gaben die Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic Computerspielmelodien. „Let‘s Play“ lautete das Motto des Abends und zog sowohl Klassik-Fans als auch Computerspiel-Enthusiasten in seinen Bann. Und das Konzept ging voll auf, denn „über die logische Weiterentwicklung des bisher gespielten Programms und die Übertragung des Digitalen auf die Konzertbühne, wollten wir auch gern das Publikum erreichen, das vielleicht nicht so häufig klassische Konzerte besucht“, skizziert Martin Beyer die Intention. „Insgesamt gesehen hat jede Musik ihre Berechtigung. Auch wenn man sich einfach nur mal berieseln lassen möchte, ist das selbstverständlich in Ordnung.“ In Bielefeld hat Martin Beyer eine neue Heimat gefunden. „Bevor ich kam, erzählte mir eine Freundin, dass Bielefeld die hässlichste Stadt sei, die sie kennt. Ich konnte sie ganz schnell vom Gegenteil überzeugen.“ (E.B.)

„Insgesamt gesehen hat jede Musik ihre Berechtigung. Auch wenn man sich einfach nur mal berieseln lassen möchte, ist das selbstverständlich in Ordnung.“

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JEDERZEIT BEREIT, SICH ZU BEWEISEN. Die neuen Modelle der C-Klasse hören nie auf in Führung zu gehen. Denn wer zu den Besten gehören will, muss sich stets verbessern wollen. Deshalb wurde die neue C-Klasse in allen Bereichen weiterentwickelt und noch sportlicher, ästhetischer, komfortabler und innovativer gemacht. Ganz im Geiste eines Champions: Best Never Rest.

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M U S I K ///

BIELEFELDER PHILHARMONIKER

LIVE UND IN FARBE

Foto: Christian R. Schulz

SIE SIND DAS HERZSTÜCK IHRES PROGRAMMS: NEUN SYMPHONIEKONZERTE, DIE VON BACH BIS BEETHOVEN, VON SCHUBERT BIS SCHÖNBERG DIE GROSSEN KOMPONISTEN DER KLASSIK ZELEBRIEREN. UND DIE – ENTGEGEN DEM ALLGEMEINEN TREND – IMMER MEHR ZUHÖRER ANZIEHEN.

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/// M U S I K

I

n Zeiten digital abrufbarer Kunstgenüsse hat das Konzert als Live-Erlebnis in Bielefeld einen neuen Stellenwert erhalten“, freut sich Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic. Damit das so bleibt, will er mit dem Programm der Spielzeit 2018/19 „noch eine Schippe drauflegen.“ Das gelingt etwa mit der Einladung hochkarätiger Solisten wie Geigerin Isabelle van Keulen, Martin Helmchen, der als einer der Top-Pianisten der jüngeren Generation gefeiert wird, sowie dem Geiger Frank Peter Zimmermann. Letzterer stellt im April-Konzert das warm tönende e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy in einen Kontext mit dem dMoll-Konzert des von Mendelssohn wiederentdeckten Bach. Alexander Kalajdzic serviert dazu Robert Schumanns Erste, die „Frühlingssymphonie“. Stichwort Bach: Zeitlose Größe und Meisterschaft prägen seine h-Moll-Messe, deren Manuskript zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt. Franz Liszt sprach von ihr als „Mont

Blanc der Kirchenmusik“. Für den GMD ist sie schlicht und ergreifend einer der Gründe, sich überhaupt mit Musik auseinanderzusetzen. „Alle Wege gehen von dort aus und führen wieder dorthin zurück.“ Für die Aufführung im März kommt das Estnische Philharmonische Kammerorchester nach Bielefeld und trifft auf beliebte Solisten des Musiktheaters. Bereits im Februar dürfen sich Freunde der unverwüstlichen „Moldau“ auf den Zyklus „Mein Vaterland“ von Bedřich Smetana freuen, der eine ganze Serie von Motiven und Episoden aus der Böhmischen Geschichte reizvoll zu erzählen weiß. Verwandte, fast schon bildhafte Programmmusik gibt es außerdem im ersten und im letzten Symphoniekonzert zu hören: Max Regers „Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin“ hier, Richard Strauss‘ „Don Quixote“ dort. Am titelorientierten Cello trifft Bruno Delepelaire, Solist der Berliner Philharmoniker, auf die Solo-Bratschistin der Bielefelder Philharmoniker, Antonina Shvyduk. Deren Rolle ist mehr dem Sancho Pansa zugeordnet.

Frank Peter Zimmermann Martin Helmchen

Grimaud Avi Avital Fest! Sabine Meyer Hélène Akademie für Alte Musik WDR Sinfonieorchester

Auryn

Simon Höfele & Simone Rubino Quartett Jan Garbarek Group Bielefelder Philharmoniker 2 9. Fi l m+Mu si k Fe st Maurice Steger Junge Sinfoniker OWL Estnischer Philharmonischer Kammerchor

Till Brönner & Band Marek Janowski Igor Levit

Ensemble Modern Eine Deutsche Revolution. November 1918

Sing mal mit der Maus

RUDOLF-OETKER-HALLE KO N Z E R T H A U S B I E L E F E L D

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Alexander Kalajdzic

Wie ein roter Faden ziehen sich große Symphonien durch das Konzertprogramm: neben Schumann erklingen Tschaikowskys Erste, Beethovens Zweite und Brahms‘ Dritte. Ihnen gegenüber stehen gleich drei Werke, deren „Unfertigkeit“ ihren besonderen Reiz überhaupt erst ausmacht: Am Volkstrauertag im November schließt Schuberts „Unvollendete“ mit dem Adagio aus Mahlers 10. Symphonie einen Kreis um dessen berührende „Kindertotenlieder“, gesungen von Mezzosopranistin Katja Starke. Im Januar erklingt Bruckners unvollendete Symphonie im Anschluss an Béla Bartóks 2. Klavierkonzert, gespielt von dem bereits erwähnten Martin Helmchen. „Damit starten wir einen Zyklus mit Bartóks Klavierkonzerten, wir werden alle drei aufführen“, gibt der GMD bereits einen Ausblick auf die kommende Spielzeit. Zuvor erklingen passend zum adventlich geprägten Dezemberkonzert Tschaikowskys 1. Symphonie mit dem Untertitel „Winterträume“, Georg Friedrich Händels festlich gestimmte „Wassermusik“ sowie Max Bruchs beliebtes Violinkonzert mit der Solistin Isabelle van Keulen. Natürlich dürfen auch Moderne und Postmoderne nicht fehlen. Gleich das 1. Symphoniekonzert im Oktober feiert den 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann mit dessen spektakulärer Ekklesiastischer Aktion. Und das 8. Symphoniekonzert erfüllt mit „Three Illusions“ für Orchester von Elliot Carter einen echten Herzenswunsch des Generalmusikdirektors. Eine kleine Kursänderung gibt es allerding bei den Werken der Moderne, die oft ein gewisses Fremdeln auslösen. Wurden sie bislang noch häufiger als in dieser Saison in einem etwas klassischeren Konzertablauf „versteckt“, konzentrieren sie sich in dieser Spielzeit auf ein besonderes Wochenende. „Wir haben als Orchester einen Kulturauftrag zu erfüllen“, unterstreicht Alexander Kalajdzic. „Da unser Gesamtprogramm die Moderne etwas vernachlässigt, werden wir ihr gezielt ein Festival widmen, um den Menschen die Angst vor der Moderne zu nehmen.“ Auf dem Programm stehen am 11. & 12. Mai 2019 unter anderem Auftragswerke von Komponisten wie York Höller, Gerard Grisey, Rebecca Saunders und Ashley Fure.

Der genaue Ablauf des Festivals stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber einige der Komponisten werden ebenso nach Bielefeld kommen wie das Ensemble Modern. Den neun Symphoniekonzerten zwischen Oktober und Juni sind wieder neun Kammerkonzerte zur Seite gestellt. Ob Liederabend mit Ensemblemitgliedern des Theater Bielefeld, „Saitenweise Spaß“ mit Mitgliedern der Bielefelder Philharmoniker oder hochkarätige Gäste wie das Auris-Ensemble – auch in kleiner Besetzung locken spannende, stilistisch vielseitige Konzertabende. Darüber hinaus sind die Bielefelder Philharmoniker wie gewohnt mit zahlreichen Chor- und Sonderkonzerten am Start. Nicht nur in der Rudolf-Oetker-Halle, deren Hausorchester sie sind, sondern überall in der Stadt: Vom Matinee-Konzert zum 50. Jubiläum der Kunsthalle im September über die Orchesterkonzerte im Assapheum Bethel bis hin zu Picknick trifft Klassik im Naturbad Brackwede zum Ende der Saison. Es gibt also viele Gelegenheit, die Bielefelder Philharmoniker zu erleben – live und in Farbe. www.bielefelderphilharmoniker.de

Katja Starke

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Fotos: Marco Boggreve, Philipp Ottendörfer

Isabelle van Keulen

M U S I K ///


„Verschwörungstheorien – früher und heute“ wird gefördert durch:

Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung

TILL BRÖNNER ER IST EINER DER POPULÄRSTEN JAZZMUSIKER DEUTSCHLANDS. SPIELTE 2016 GAR AUF EINLADUNG VON BARACK OBAMA MIT ARETHA FRANKLIN, HERBIE HANCOCK UND ANDEREN IM WEISSEN HAUS. JETZT SPIELT ER MIT DEN BIELEFELDER PHILHARMONIKERN IN DER RUDOLF-OETKER-HALLE.

M

an wähnte Till Brönner irgendwo in den seichten Untiefen des Smooth Jazz, als er sich Anfang 2018 mit dem kraftvollen JazzAlbum „Nightfall“ zurückmeldete, das der Trompeter gemeinsam mit seinem langjährigen Freund, dem Bassisten Dieter Ilg aufgenommen hatte. Für Überraschungen war er schon immer gut. Brönner produzierte Popsternchen wie die No Angels, aber auch Hildegard Knefs letztes Album. Ging als Juror in die Castingshow X-Factor, spielte aber auch mit Jazz-Legenden wie Ray Brown oder Dave Brubeck. Schwärmt für die von Creed Taylor opulent produzierten Jazz-Alben aus den 70er Jahren, lehrt an der Hochschule für Musik in Dresden, veröffentlichte aber auch einen Bildband als Fotograf. Ob U oder E, Pop oder Jazz – für Schubladen scheint sich Till Brönner nicht besonders zu interessieren. Der ideale Kandidat also für die Auftaktveranstaltung einer neuen Reihe von Konzerten mit internationalen Größen des Jazz gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern im Konzerthaus an der Lampingstraße. Till Brönner unterbricht dafür seine Tournee mit Bassist Dieter Ilg und wird mit seinem Quintett den Großen Saal in einen exquisiten Jazzclub verwandeln. Wie gut Jazz hier klingen kann, davon konnte sich vor bald zwei Jahren nicht nur Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic beim bravourösen Konzert von Gregory Porter überzeugen. Till Brönners Quintett erweitert sich beim Treffen mit den Bielefelder Philharmonikern Rudolfum ein komplettes Symphonieorchester. Oetker-Halle Magnus Lindgren, selbst preisgekrönter Saxophonist und Mitglied des Quintetts, schreibt eigens für diesen Abend im September neue Arrangements für die Philharmoniker. Das verspricht ein wirklich einmaliges Konzerterlebnis.

19.9.18 20:00

Verschwörungstheorien früher und heute Sonderausstellung 18.5.2019 bis 22.3.2020 im Kloster Dalheim


Capella Hospitalis

R E P O R T ///

Text: Eike Birck Fotos: Timo Blaschke

PSSST! FAST GEHEIM!

Alternative

Kulturorte KUNST UND KULTUR SIND WUNDERBAR WANDELBAR. UND BESONDERS SCHÖN, WENN SIE AN SPANNENDEN, UNERWARTETEN ORTEN STATTFINDET. WIR HABEN UNS IN BIELEFELD UMGESEHEN UND MÖCHTEN IHNEN KULTURSTÄTTEN VORSTELLEN, DIE VIELLEICHT NOCH NICHT JEDER KENNT.

Fast jeder Bielefelder, der die Teutoburger Straße einmal entlanggefahren ist, wird sie zumindest kurz wahrgenommen haben: die capella hospitalis. Konzerten, Performances, Vorträgen und Gesprächen bietet sie einen stimmungsvollen Rahmen. Aber auch einen besonderen Raum der Stille. Hierhin können sich Patienten, Angehörige und Mitarbeitende der Klinik zurückziehen, um etwas zur Ruhe zu kommen. Die Kapelle am K linikum Bielefeld ist ein wahres Kleinod mit wechselvoller Geschichte. Sie wurde im historistischen Stil vom Danziger Baurat Böttger errichtet und gemeinsam mit dem Krankenhaus 1899 eröffnet. Sie diente zur Ausund Einsegnung, vorübergehend fanden Taufen statt. Von 1949 bis 1990 war sie Teil des Instituts für Pathologie. In den 1990ern stand sie leer und

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drohte zu verfallen, da sich niemand an das 1986 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude heranwagte. Um die Kapelle zu retten, gründete Gesine Schlüter, die Tochter des ersten Pathologen, Prof. Terbrüggen, gemeinsam mit sieben Bielefelder Bürgern im September 1999 den Verein capella hospitalis e. V. Dank ihres Engagements und der Unterstützung von einigen Großspendern und vielen kleinen Spenden konnte die Kapelle 2002 restauriert werden. Ein Jahr später gestaltete die bekannte Bielefelder Künstlerin Elisabeth Masé den „Raum der Stille“. Die capella-hospitalis öffnet ihre Pforten dienstags, donnerstags und samstags von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr und natürlich zu regelmäßigen Mitmach-Angeboten wie Lach-Yoga oder gemeinsames Singen. Daneben gibt es hochkarätige und experimentelle Konzerte aus der Reihe „Klang und Poesie“ wie zum Beispiel ein Cello-Abend am 26.10. Oder wenn der Pianist Holger Mantey am 11.11. Elemente aus Klassik und Jazz, angereichert mit Improvisa-

torischem und Meditativem verbindet, kommt es zu einem musikalischem „Freiflug“, der gekonnt die Grenzen der Genres auslotet. Ein Abend mit Sonaten und Liedern mit Werken von Johannes Brahms und Hugo Wolf steht am 11.1. unter dem Titel „In goldnen Abendschein getauchet“ auf dem Programm. „Im Wandel der Zeit“ heißt es am 15.2. Die Kombination der beiden Instrumente Cymbal und Akkordeon verspricht ein außergewöhnliches Hörerlebnis. Übrigens: Bei vielen der der tollen Konzerte ist der Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten. capella hospitalis e.V. Teutoburger Str. 50 33604 Bielefeld www.capella-hospitalis.de

Fotos: Timo Blaschke

CAPELLA HOSPITALIS


Auto-Kultur-Werkstatt

/// R E P O R T

AUTO-KULTURWERKSTATT Das Treppenhaus ist gemeinhin ein Ort der Kommunikation. Warum diesen Ort nicht als Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen oder Vorträge nutzen? Die Künstlerinnen und Künstler der auto-kultur-werkstatt – kurz akw – setzen genau dies seit 2004 mit ihrer „treppenhausga-

lerie“ im Bielefelder Westen um. Ob Matinee mit einem Bericht aus Zimbawe oder der sich regelmäßig treffende „treppenhauschor“, bei dem gemeinsam gesungen wird – das Angebot ist so vielfältig wie die Initiatoren selbst. Unter dem Motto „Entdecke deine größte Freude, deine größte Angst, mach ein Projekt draus und fang an!“ bietet die auto-kultur-werkstatt, die sich aus einer Gruppe interessierter (Lebens-) Künstlerinnen und Künstler zusammensetzt, in

der Werkstatt ein Sozial- und Kulturleben für junge und ältere Menschen, die zu unterschiedlichen Themen kreativ gestalten möchten. Neben regelmäßig stattfindenden Hausveranstaltungen und fortlaufenden Gruppen werden Projekte angeboten, in denen „learning by doing“ praktiziert wird: Die jeweiligen Projektleitungen organisieren die künstlerische Arbeit, machen inhaltliche und methodische Vorschläge – die TeilnehmerInnen entscheiden gleichberechtigt den Prozess des Projektes mit. Aus einem ist übrigens auch die „treppenhausgalerie“ entstanden. Egal ob es um die Arbeit an den eigenen Persönlichkeiten – Identitätsarbeit – oder um experimentelle Ausdrucksformen geht: Die akw-Kunst soll nach eigenem Bekunden radikal, spinnert, spaßig, mit Gefühl und Geist ausgeführt werden. Das soll allen Beteiligten neue Erfahrungen und Kompetenzen ermöglichen. auto-kultur-werkstatt (akw) treppenhausgalerie Teichstraße 32, 33615 Bielefeld Tel: 05 21-521 45 28 www.auto-kultur-werkstatt.de

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R E P O R T ///

OB TRADITIONSREICH ODER EHER JÜNGEREN DATUMS, OB FILM, POESIE WORKSHOP, KAMMERKONZERT ODER LESUNG – IN BIELEFELD GIBT’S IMMER ETWAS ZU ENTDECKEN.

OFF-KINO

KUKS

Es sind alles Ehrenamtliche, die seit 2010 mit viel Engagement das Off-Kino betreiben. Sie verbindet die Leidenschaft für Film und Kinomachen. Immer wieder Freitagsabends gibt es im Kinosaal des alten Lichtwerk im Filmhaus cineastische Highlights, die man sonst nur noch selten auf großer Leinwand zu sehen bekommt. Jeder Monat steht thematisch unter einem bestimmten Motto. Mal sind es die Diven und dann dreht sich im nächsten Monat alles um das Thema „Wohnen“. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Kinokonzerte. So sind beispielsweise am 17.11.2018 Les Trucs zu Gast an der der August-Bebel-Straße. Die Formation besteht aus Charlotte Simon, Toben Piel sowie verschiedenen elektronischen Gerätschaften. Halb Fleisch, halb Draht. Halb Experiment, halb Pop. Nach Eskapaden in Theater- und Performance- und diversen Soloprojekten beehren Les Trucs die Welt mit neu erlerntem Wissen und Fähigkeiten wieder mit ihren konzertanten Interventionen. Nach ihrer großartigen Live-Vertonung von „Der letzte Mann“ von Murnau im November 2016 wieder zu Gast im Off-Kino.

Da kuckst du! Kultur in Bielefeld ist selbstredend nicht auf die Innenstadt oder den Westen beschränkt. Im Osten der Stadt sorgt das „Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker“ – kurz KuKS – mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen für ein lebendiges Kulturleben im Quartier. Die Stiftung Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker in der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut Bielefeld versteht sich als Initiator und Kooperationspartner für gesellschaftliche Gruppen, um für den Stadtteil Sieker ein lebendiges kulturelles Zentrum bereit zu stellen. „Wir führen eigene Veranstaltungen durch, wie beispielsweise das Sommer-Nachbarschaftsfest ,Sieker is(s)t süß' oder an jedem zweiten Samstag eines Monats den Flohmarkt für soziale Zwecke ,Fair trödeln'“, erzählt Stefan Peters, Assistent der Geschäftsleitung in der gemeinnützigen Sozial AG.

Jeden Freitag ausgesuchte Filme Filmbeginn: 20.30 Uhr – Einlass: ab 20.00 Uhr Filmhaus, August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld www.offkino.de

Werden die Räumlichkeiten nicht selbst genutzt, können sie von Vereinen, gesellschaftlichen Gruppen, Bildungsund soziale Einrichtungen gegen eine geringe Gebühr genutzt werden. Dies geht von Parteitagen über Neujahrs‑ empfänge, das Danke-Schön-Essen für sozial engagierte Menschen über die Westfalenschau, die verschiedensten Auftritte der Jugendmusikschule z. B. „JeKits“ oder das jährliche Highlight „MuKo Royal“. Manchmal finden aber auch Prüfungen oder zweite Staatsexamen in den Räumlichkeiten statt, genauso wie Konzerte oder Benefizveranstaltungen. Der Veranstaltungssaal mit Bühne bietet Raum für bis zu 650 Stühle und/oder 150 Tische – ein kleinerer Raum nebst ausgestatteter Küche und Theke kann bei Bedarf integriert werden. Daneben stehen noch zwei Seminarräume zur Verfügung, die mit einer Schiebetür zusammengefasst werden können. Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker Meisenstraße 65, 33607 Bielefeld Tel. 05 21–299 63 33 www.kuks-bielefeld.de

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/// P R O G R A M M I N T R O

PROGRAMM 2018|19 Mehr Kultur, mehr Begeisterung, mehr als 120 Tipps für Konzerte, Kunst und Kabarett, Theater und Lesungen. Volles Programm für Bielefelds kulturelle Vielfalt.

Neue Termine und tägliche Kultur-Tipps immer aktuell unter www.der-bielefelder.de

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P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

Henreitte Nagel © Philipp Ottendörfer

12.9.

Mittwoch 2018

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BERÜHMTE NAMEN

Loriot Die Nudel beim verpatzten Rendezvous im Gesicht, das Jodeldiplom oder die Cartoons „Herren im Bad“ und „Das Frühstücksei“ – Vico von Bülow, besser bekannt als Loriot und einer der größten deutschen Humoristen, steckt hinter diesen Ideen. Feinsinnige Sprüche und Lebensweisheiten seiner Sketche sind längst Allgemeingut geworden. Die von ihm geschaffenen Figuren begleiten uns auch nach seinem Tod als unverrückbare Bestandteile deutscher Humorgeschichte. Der Bielefelder Historiker Heiko Hasenbein stellt ihn im Rahmen der Reihe „Berühmte Namen!“ vor. Museum Huelsmann, 15:30 Uhr

14.9.

freitag 2018

Britt Dehler © Philipp Ottendörfer

URAUFFÜHRUNG VON LISA DANULAT

German Love Letter (zum Mond) Bewaffnet mit der Handykamera begibt sich „jemand“ auf die Reise durch das nächtliche Deutschland und sammelt zwischen Eckkneipe, Späti und Tankstelle Begegnungen mit anderen Nachtschwärmern. Die vom Smartphone gespiegelte Expedition wird zum schrägen Trip durch Erinnerungen und Zukunftsvorstellungen, zu einer Sinnsuche auf den Spuren des Ich. Lisa Danulat lässt in ihrem Stück Alltag und Utopie aufeinanderprallen und baut daraus Paralleluniversen voller Möglichkeiten. Ein theatrales Forschungsprojekt zwischen virtuellen und realen Welten. TAMDREI, 20:00 Uhr

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ORCHESTERKONZERT

Junge Sinfoniker Auch in dieser Konzertsaison haben die Jungen Sinfoniker ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Sie spielen Antonín Dvořáks Konzert für Violoncello und Orchester op. 104 sowie Johannes Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73. Unter der Leitung des Dirigenten Pawel Poplawski musizieren ca. 80 Jugendliche aus ganz OWL. Solistin ist die junge Detmolder Cellistin Irena Josifoska. Rudolf-Oetker-Halle, 18:00 Uhr

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PREMIERE: FRIEDRICH SCHILLER

Die Jungfrau von Orleans

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15.9.

samstag 2018

16.9.

Fasziniert von der Geschichte um Jeanne d‘Arc hat Schiller mit seinem ganz eigenen Blick auf diese (historische) Figur ein ebenso wirkungsmächtiges wie widerspruchsgeladenes Erbe hinterlassen – keine Reliquie hinter Glas, sondern eine offene Wunde. Stadttheater, 19:30 Uhr

21.9.

freitag 2018

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PREMIERE: FREDERICK LOEWE, ALAN JAY LERNER

My Fair Lady Professor Higgins hat eine prima Idee: Er könnte seine Zufallsbekanntschaft, die Blumenverkäuferin Eliza, von ihrem schlimmen Dialekt „heilen“ und sie nebenbei auch gleich zu einer Dame machen. Das Musical könnte ein bitterböser Kommentar zur Zweiklassengesellschaft im Allgemeinen und der Unterdrückung der Frau im Besonderen sein, wenn es nicht dank seiner Komik und besonders der Melodien von Frederick Loewe längst zu einem der beliebtesten Klassiker überhaupt geworden wäre, dessen Charme derlei Botschaften auf viel subtilere Weise transportiert. Stadttheater, 19:30 Uhr

sonntag 2018


21.9.

freitag 2018

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23.9.

sonntag 2018

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FREIES SINFONIE ORCHESTER BIELEFELD

Symphoniekonzert

GRUNERT UND BERGES

Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht Aus dem Leben eines polnischen Zwangsarbeiters erzählt die berührende Inszenierung von Michael Grunert (Spiel) und Regina Berges (Regie). Mit knapp 16 Jahren wird Ferdi aus Ostgalizien nach Deutschland deportiert: Zwangsarbeit auf einem Bauernhof in Ostwestfalen. Von Erinnerungen gequält, innerlich zerrissen und heimatlos ist er lange Zeit nicht fähig, über seine Erlebnisse zu sprechen. Eine Erfahrung, die er mit vielen jungen Menschen, die im heutigen Europa unfreiwillig ein Zuhause suchen, auf vielfältige Weise teilt. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

75 Musiker aus ganz Ostwestfalen-Lippe, arbeiten mit dem Ehrgeiz, den nur wahre Freude an der Sache hervorbringen kann. In ihren Konzerten führt das Freie Sinfonie Orchester Bielefeld auf unterhaltsame Weise in die Werke ein und bringt sie so auch jenen näher, die mit klassischer Musik weniger vertraut sind. Unter der Leitung von Thomas Bronkowski sind bei dem Symphoniekonzert die Ouvertüre „Die Zarenbraut“ von Rimsky-Korsakow, das Konzert für Harfe und Orchester von Glière sowie Bantocks „Russian Scenes“ – Suite for small orchestra und Glasunows Sinfonie Nr.5 zu hören. An der Harfe spielt Jasmin Isabel Kühne. Rudolf-Oetker-Halle, 18:00 Uhr

28.9.

Egal woher, egal wie alt Ihr Audi oder VW ist: Wir sind Ihr fairer Servicepartner!

freitag 2018

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MATULLA, LATZA, GUMMERSBACH

22.9.

samstag 2018

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PREMIERE: ÉDOUARD LOUIS

Im Herzen der Gewalt Die radikale soziale Relevanz des Romans, den das Theater Bielefeld adaptiert, führte zu einem Welterfolg. Er verweist durch die Misshandlung, die der Hauptfigur widerfährt, auf eine Gesellschaft, in der Ressentiments, Unterdrückung, Beherrschung und die Dominanz des Maskulinen an der Tagesordnung sind. Zugleich öffnet er den Raum für eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Gewalt im Allgemeinen, indem er die Unterscheidung zwischen dem Intimen und dem Politischen als konstruiert entlarvt. Theater am Alten Markt, 19:30 Uhr

MaLaGu Fein gewebte Grooves treffen auf jazzige, leidenschaftliche Melodiebögen, unterlegt von farbigen Akkorden. Klaus Latza steht mit seiner Percussion für das Fundament. Er spielt auf Djembe, Cajon, Rahmentrommel, Tablas und Gongs. Manfred Matulla mit zwölfsaitiger und sechssaitiger Gitarre verbindet diese Grooves zu Kompositionen, die mal vom Jazz, dann wieder von Folklore und Tango inspiriert sind. Andreas Gummersbach mit seinem expressiven Spiel auf Sopran; Alt und C-Melodie Saxofon taucht die melodischen Bögen durch seinen warmen Ton und seine vitalen Improvisationen in ein buntes Licht. Neue Schmiede, 20:00 Uhr

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P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

30.9.

sonntag 2018

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Max Goldt liest © Axel Martens

Max Goldts Lesungen im Theater am Alten Markt sind schon eine liebegewonnene Tradition. Nun beehrt er uns wieder und liest eine Auswahl seiner Texte. Das ist komisch und zugleich wunderbar elegant und voller Poesie. Dabei ist er nicht nur ein meisterhafter Sprachjongleur, sondern auch genauer Beobachter der Verhältnisse. Und seine moralische Intelligenz sucht seinesgleichen. Theater am Alten Markt, 20:00 Uhr

7.10.

sonntag 2018

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WIENER KLASSIK | 1. KONZERT

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DER LITERARISCHE OKTOBER

Literaturtage Bielefeld Die Kunst des Erzählens mit aktuellen Prosawerken prominenter Schriftstellerinnen und Schriftsteller steht hier im Mittelpunkt. Über zweihundert Autorinnen und Autoren waren hier bereits zu Gast, darunter Karen Duve, Katharina Hacker, Christoph Ransmair oder Uwe Timm. Bei Redaktionsschluss stand das Programm für 2018 noch nicht fest. Die Literaturtage enden am 2.11.2018. Stadtbibliothek am Neumarkt, 19:00 Uhr

5.10.

freitag 2018

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UNTERBRÜCKUNG

Miriam Spies: Das ist DAF Sie gelten als eine der innovativsten Bands der neuen deutschen Musik, als Pioniere des Elektropunk und des Techno. Anfang der Achtziger füllten DAF mit „Der Mussolini“ die Tanzflächen der Republik. Ihre Songtexte sind provokativ und in der Sprache reduziert, ihre Lieder bestehen meist nur aus ungewöhnlichen Synthesizerklängen sowie kühlem Schlagzeugbeat. Miriam Spies liest aus der autorisierten Biografie der Band. Nr. z. P., 20:30 Uhr

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ARTUR! 9 „Wir zeigen es Ihnen!“, versprechen fünf Galerien und eröffnen bzw. präsentieren zeitgleich ihre aktuellen Ausstellungen. So zeigen etwa in der Artists Unlimited Galerie unter dem Titel „Reaktion und Raum“ sieben KünstlerInnen raumbezogen und miteinander interagierend Fotoarbeiten, Malerei, Collagen, Installation und Bildhauerei. Und in der Galerie GUM versammeln sich unter den Begriffen „Komponiert – geordnet – gruppiert“ aktuelle Arbeiten von Merle Lembeck, Monika Witte und Helene Wolf. Artists Unlimited Galerie, atelier D, Galerie GUM, Raumstation, treppenhausgalerie in der autokulturwerkstatt, 19:00-24:00 Uhr

6.10.

samstag 2018

Klassische Philharmonie Bonn Programmatischer Schwerpunkt der Abonnementreihe des Orchesters unter Leitung von Heribert Beissel ist die Musik der Wiener Klassik, wobei aber auch Werke des Barock bis zur Moderne fester Bestandteil der Konzertprogramme sind. Heute Abend stehen zum Start der Reihe Werke von Beethoven, Mozart und Haydn im Mittelpunkt. Tipp: 45 Minuten vor Konzertbeginn gibt Heribert Beissel eine Einführung! Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

8.10.

Montag 2018

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/////////////////////////////////////////// Randale © Steffi Behrmann

4.10.

donnerstag 2018

BIELEFELDER GALERIE-HOPPING

PREMIERE: GIUSEPPE VERDI

La Traviata Nach dem desaströsen Misserfolg der Uraufführung 1853 entwickelte sich „La Traviata“ zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte, ganz im Einklang mit der Einschätzung ihres Schöpfers: „Als Profi halte ich ‚Rigoletto‘ für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber ‚La Traviata‘.“ Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

MEHR ALS RANDALE

Kindermusikfestival Bereits zum dritten Mal bietet das Kindermusikfestival die Möglichkeit, herausragende Kindermusiker aus ganz Deutschland zu erleben. Mit Begleitung der Bielefelder Kinderrockband Randale präsentieren Feri aus Frankfurt, Mathias Lück aus Hannover, die Rotzgören (Berlin/Bielefeld) Lieder aus ihren Programmen. Rudolf-Oetker-Halle, 11:00 Uhr


11.10.

donnerstag 2018

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Save The German Liedgut Betty LaMinga, die westfälische Diva mit dem trockenen Humor und dem großen Herz, ist Unterhaltung pur. Das Energiebündel brachte schon Harald Schmidt zum Lachen und machte mit Götz Alsmann ein „Zimmer frei“. Vielseitigkeit und trockener Humor sind die Markenzeichen der Ausnahmestimme. Einfallsreich und selbstironisch hat sie jede Situation fest im Griff, ist schnell und schlagfertig wie Bette Midler oder eine Portion gute Sahne, sie bewegt sich stilsicher zwischen Barbra Streisand und dem „Kumpel vonner Zeche“. Ihr Witz triumphiert über jede Eitelkeit und sie ist wunderbar wandelbar. Bielefelder Jazzclub, 20:00 Uhr

freitag 2018

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Alexander Kalajdzic © Philipp Ottendörfer

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ALFRED DÖBLIN

BETTY LAMINGA

12.10.

14.10.

sonntag 2018

Eine deutsche Revolution – November 1918, Teil 1 Erster Teil der szenischen Langzeitlesung. Auf über 2.000 Seiten entfaltet Döblin ein atemberaubendes und anspielungsreiches Panorama, in dem historische Persönlichkeiten und frei erfundene Figuren gleichermaßen kraftvoll nebeneinander stehen. In jeweils eigenständigen szenischen Lesungen widmet sich das Schauspielensemble über eine gesamte Spielzeit Döblins Erzählwerk, das höchst aktuelle Fragen stellt. Der Autor vermittelt ein sinnlich konkretes Bild dafür, wie es sich anfühlt, als Kriegsheimkehrer, mit körperlichen und seelischen Verwundungen, in eine Gesellschaft zurückzukommen, die erdrutschartig in Veränderung begriffen ist. Rudolf-Oetker-Halle, 19:30 Uhr

15.10.

Montag 2018

1. SYMPHONIEKONZERT

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Reger / Zimmermann / Brahms

1. KAMMERKONZERT

Die Bielefelder Philharmoniker eröffnen die Saison mit Max Regers „Vier To n d i c h t u n g e n nach A. Böcklin op. 128“, Bernd Alois Zimmermanns „Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne“ – einer Ekklesiastischen Aktion für 2 Sprecher, Bass-Solo und Orchester – sowie der Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90 von Johannes Brahms. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

Haydn / Beethoven / Kantscheli Die Saison der Kammerkonzerte eröffnen die Bielefelder Philharmoniker mit einem Liederabend mit Hasti Molavian und Lorin Wey. Auf dem Programm stehen Joseph Haydns „Schottische und Walisische Volkslieder“, der Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ von Ludwig van Beethoven sowie Gija Kantschelis „Exil“ nach Texten von Paul Celan, Hans Sahl und dem Alten Testament. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

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17.10.

BACH SUITEN

Mittwoch 2018

Das Cello

Black Matters – Urban Photography Als Experte afroamerikanischer Kulturen setzt Wilfried Raussert in seinen Bildern den Fokus auf Menschen in diversen Städten der USA sowie in Kanada und Mexiko. Sie verstehen sich als bildlichkünstlerischer Ausdruck der zeitgenössischen Bewegung Black Lives Matter. Raussert ist Professor für Amerikanistik und Interamerikanische Studien am Center for Inter-American Studies an der Universität Bielefeld. Die Ausstellung läuft bis zum 8.2.2019 Kommunale Galerie im Kulturamt, 18:00 Uhr

INDIEROCK

Locust Fudge Auf ihrem Album „Oscillation“ greifen Locust Fudge die Wurzeln dessen auf, was später Indierock genannt wurde, stellen sie auf den Ko p f un d ko mb ini e re n si e mi t m an ch m al ungewöhnlichen und überraschenden Elementen, um ihre Geschichte auf organischste Weise neu zu schreiben und in die Zukunft zu übertragen. Back to the roots. Forum, 20:00 Uhr

18.10.

donnerstag 2018

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FAVOURITE STRANGER

Jesper Munk Waren „Claim“ (2016) und sein Debüt „For In My Way it Lies“ (2013) eine Hommage an jene Blueslegenden, die ihn einst zum Gitarrenspiel brachten, und von zeitgenössischen Größen wie The Black Keys und Gary Clark Jr. inspiriert, so steht „Favourite Stranger“ für eine gänzlich neue Mission: alles zerreißen, alles auf Anfang. Das Ergebnis ist das Porträt eines jungen Mannes – und zugleich musikalisch weltgewandter und authentischer als alles, was Jesper Munk zuvor aufgenommen hat. Forum, 20:00 Uhr

23.10.

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TEEMÄNNCHEN

heinz strunk Eine Lesung mit Heinz Strunk ist eher ein Happening. Manchmal bizarr und verstörend, aber immer höchst unterhaltsam und pointiert. Die Geschichten des Musikers, Schauspielers und Schriftstellers handeln u. a. von Einsamkeit, Sexualnot, Körperverfall, Alkohol und Übergewicht. Forum, 20:00 Uhr

26.10.

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freitag 2018

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SPIELFREUDE

Von Weiden Nachdem die selbsternannte Dorfkapelle „Adrett & Elegant“ in der Rudolf-Oetker-Halle spielte, geht es jetzt wieder zurück zu den Wurzeln. Polka und mit Volldampf voraus, witzige Texte und außerdem ist die Band aus Bardüttingdorf in puncto Spielfreude kaum zu übertreffen. Forum, 20:00 Uhr

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dienstag 2018

© Ralf Bittner

VERNISSAGE: WILFRIED RAUSSERT

© Dennis Dirksen

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2018 ist das Jahr des Cellos –eine gute Gelegenheit Stücke zu spielen, die die eleganten Klänge dieses Instruments in seiner ganzen Pracht präsentieren. Dafür eignet sich nichts besser als die Suiten von Johann Sebastian Bach, die speziell für das Cello als Soloinstrument komponiert wurden und zu den meist gespielten Stücken gehören. Der aus Montevideo stammende Cellist der Philharmonie Südwestfalen Germán Prentki spielt im einstündigen Programm drei Bachsuiten und stellt dabei seine aktuelle CD vor. Prentki absolvierte sein Cellostudium beim berühmten Cellisten André Navarra an der Hochschule für Musik in Detmold. Ein Hörgenuss aus der Reihe „Klang & Poesie. capella hospitalis 20.00 Uhr

27.10.

samstag 2018

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URAUFFÜHRUNG: SIMONE SANDRONI

Der Feuervogel In der ersten Premiere der Spielzeit 2018/19 widmet sich TANZ Bielefeld erneut einem Schlüsselwerk der Ballettmusik. Interpretiert von den Bielefelder Philharmonikern nimmt die geheimnisvoll-mystische Komposition das Publikum mit auf die Reise in die sagenhafte Welt des Feuervogels. Simone Sandroni spürt den der russischen Märchenwelt entsprugenen Figuren nach und verleiht ihnen psychologische Tiefe. Im Mittelpunkt steht das Beziehungsgeflecht der Protagonisten, das er behutsam in unsere heutige Lebensrealität überträgt. Spannungsgeladene Momente in seiner Choreografie wechseln sich ab mit impressionistischen, leisen Partien. Zu den kontrastreichen Kompositionen Sibelius’ und Strawinskys entsteht so ein atmosphärisch dichter und bewegender Tanzabend. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)


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27.10.

den Leib geschrieben hat. Und um Musik im Ergebnis so vollständig klingen zu lassen braucht es eine veritable Band – was liegt da näher, als sich einfach mal vor der eigenen Haustür umzuschauen: Bassist Drew Gress gehörte zu Trumanns Dozenten an der New York University, mit Vibraphonist Dierk Peters verbindet ihn eine musikalische Vergangenheit aus Kölner Zeiten und den in Manhattan ansässigen Drummer Jochen Rueckert hat er in den Clubs der Jazzmetropole kennengelernt. So klein ist die Welt. Bunker Ulmenwall, 20:30 Uhr

samstag 2018

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FATIHMORGANA

Fatih Çevikkollu

GOLDENER LEINEWEBER

Poetry All Stars

Der Kabarettist bietet eine Einladung zum Perspektivwechsel. Es geht um Schein und Sein, Nachrichten und Fake News, Nullen und Einsen. Die Aufteilung von Inländern und Ausländern – das war gestern; heute unterscheiden wir zwischen digitalen Eingeborenen und digitalen Migranten - man könnte auch sagen: zwischen Nullen und Einsen. Zweischlingen, 21:00 Uhr

30.10.

dienstag 2018

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SING MAL MIT DER MAUS

WDR Rundfunkchor „Weißt du, wie viel Sternlein stehen, an dem blauen Himmelszelt?“ Zusammen mit dem WDR Rundfunkchor hört sich der Fernsehmoderator André Gatzke durch die Lieder aus Omas und Opas Kindheit. Denn im neuen Format für Kinder ab fünf Jahren singen nicht nur die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, sondern auch das Publikum. Und weil die Maus

in diesem Konzert auch mit dabei ist, fragt André Gatzke nach, was es mit dem Singen auf sich hat und was mit der Stimme passiert, wenn man zum Beispiel auf dem Kopf steht. Rudolf-Oetker-Halle, 16:00 Uhr

JAZZ

Trumann New York Quartet feat. Gress, Peters & Rueckert

Die 22. Ausgabe des großen Poetr y SlamFestes: Hier greifen acht de r b e s te n Sp o ke n Word-Stars Deutschlands zum Mikrofon, unter ihnen gleich mehrere Preisträger von Meisterschaften im Poetry Slam, und kämpfen um die Trophäe des „Goldenen Leineweber“. Egal ob witzig oder ernst, die Grenzen zwischen Kabarett, Comedy, Rap und Lyrik sind fließend. Sp e k t a ku l ä r e Wo r twechsel um die Gunst des Publikums, das bei dieser einzigartigen SlamRevue über den Sieger des Abends entscheidet, sind garantiert. Cinemaxx, 20:00 Uhr

Mit „Be Here, Gone and Nowhere“ reflektiert der Kölner Posaunist Janning Trumann seine Zeit im Big Apple und liefert ein vielbeachtetes Debüt ab. Die Stücke, geprägt von klarer Struktur und einer entspannten Gradlinigkeit, wirken allesamt, als ob er sie den Musikern seines New York Quartetts auf

Packaging & Printing. Publishing. Process Intelligence.


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31.10.

Mittwoch 2018

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2.11.

von allen Interpreten vorgetragen. Dabei kommt der Facettenreichtum des Instruments und der vier Musikerpersönlichkeiten eindrucksvoll zur Geltung. Kleiner Saal der Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

freitag 2018

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FERNSEHKONZERTE

BERÜHMTE NAMEN

FOUR STYLES

Lola Montez

Gitarrenfestival

Das skandalumwitterte Leben der berühmten Tänzerin und Selbstdarstellerin (1821-1861) bietet nahezu unerschöpfliche Geschichten. Einige davon erzählt Historiker Heiko Hasenbein. Museum Huelsmann, 15:30 Uhr

Ein Instrument, vier unterschiedliche Stilrichtungen. Beim Gitarrenfestival treffen vier Meister ihres Faches aufeinander und bieten ein hochklassiges Konzerterlebnis. Während des Konzertes spielen die vier Gitarristen jeweils ein Programm von ca. 10 Minuten. Hier stellen sie zunächst Stücke aus ihrem Solo-Repertoire vor. Die Musiker spielen im weiteren Verlauf des Abends verschiedene Kombinationen von acoustic fingerstyle und jazz guitar, flamenco und classicalguitar – im Duett sowie gemeinsam

1.11.

Krüger! und Komplizen & Steakfisher & Khalif Wailin‘ Walter Krüger! und Komplizen spielen unverschnörkelten Rock’n‘Country-Pop mit deutschen Texten, die das Leben schreibt. Gekonnt verknüpfen die Steakfischer Punk-, Ska- und Prog-Elemente mit klassischem Rock auf ihrem neuen Album „Bring Back“, das sie erstmals live auf die Bühne bringen. Khalif Wailin‘ Walter beschließt den Abend mit zeitgenössischen Bluestiteln und innovativen Eigenkompositionen. Studio Kanal 21, 19:00 Uhr

3.11.

donnerstag 2018

samstag 2018

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FRED AND THE ROACHES & THE FORGOTTEN SONS OF BEN CARTWRIGHT

Fernsehkonzerte Fred and the Roaches beginnt mit einem Ausschnitt aus dem Johnny Cash-Programm der Band, bei dem Cash-Songs und gelesene Texte ineinander übergehen. Danach folgt das reguläre Programm mit Coverstücken aus mindestens sechs Jahrzehnten Rockmusik. Die Forgotten Sons Of Ben Cartwright spielen überwiegend internationale Country & Western-Lieblings-Songs und bieten dabei eine bemerkenswerte musikalische Bandbreite. Studio Kanal 21, 19.00 Uhr

SCHONEBERG KONZERTE

Sabine Meyer

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9.11.

freitag 2018

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PREMIERE: BRANDON THOMAS

Charlys Tante © Christian Ruvolo

Sie zählt weltweit zu den renommiertesten Solisten überhaupt. Ihr ist es zu verdanken, dass die Klarinette, oft als Soloinstrument unterschätzt, das Konzertpodium zurückerobert hat. Und, soviel steht fest, sie wird das Bielefelder Publikum auch in dieser Saison wieder mit ihrem Auftritt inspirieren. Sabine Meyer – ein „Weltstar mit Herz“ wie ihre Biografie überschrieben ist – wurde bereits mit 23 Jahren von Herbert von Karajan bei den Berliner Philharmonikern verpflichtet. Die Ausnahme-Klarinettistin, die bereits acht ECHO-Klassik-Preise erhielt, begeistert mit ihrem ebenso warmen wie perfektem Spiel. Rudolf-Oetker-Halle, 18:00 Uhr

Sie ist eine der berühmtesten Verwechslungskomödien und wurde seit ihrer Uraufführung 1892 in zahlreichen Bearbeitungen auf Leinwand und Bühne vom Publikum gefeiert. Theater am Alten Markt (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)


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freitag 2018

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AUKTION MENSCH 2018

Till Reiners

Aladin und die Wunderlampe

© Christopher Rückert

9.11.

PREMIERE: WEIHNACHTSMÄRCHEN

Weihnachten ist ja bekanntlich die Zeit, in der Wünsche wahr werden – und da kommt die Wunderlampe gerade recht. Wesire, Dschinns, Könige und Prinzessinnen, fliegende Teppiche und schwarze Magier bevölkern die Abenteuer des frechen Aladin mit dem reinen Herzen. Ob alles gut ausgeht und seine Geschichte auch die wunderbare Scheherazade retten kann – das wissen nur die Geister aus dem Morgenland. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

Der Gewinner des Bielefelder Kabarettpreises kommt ohne moralischen Zeigefinger und „Die da oben“-Attitüde aus und sucht das Politische im Privaten. Bevor er auf die Schuldigen zeigt, hält er einmal mehr inne. Lange genug, um zu merken, dass man es oft selbst ist. „Wenn die Welt doch so schlecht ist − warum funktioniert sie so gut?“ Till Reiners arbeitet sich an dieser Frage ab. Mit Haltung und viel Humor. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

JOHANNES FLÖCK

Verlängerte Haltbarkeit

10.11.

samstag 2018

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Themenwelten wie, gesunde Ernährung ,,ein Glas Rotwein ersetzt eine Stunde Sport“ oder wie ,,Mann als Gentlemen die Haltbarkeit der Partnerschaft verlängert“ bieten nur einige Einblicke in die ,,Flöckosophie“ und eine echte Alternative, altersbedingte Veränderungen wieder positiv zu betrachten. Zweischlingen, 21:00 Uhr

SOLANG NICHT DIE HOSE AM KRONLEUCHTER HÄNGT …!

Jo van Nelsen © Melanie Grande

Die Musik der 20er Jahre hat es dem Chansonnier schon in seiner Jugend angetan und war in vielen seiner Musikkabarettprogramme vertreten. Nun widmet er sich ausschließlich diesen Glanzstücken der Unterhaltungskunst und präsentiert die witzigsten, frivolsten und absurdesten Schlager und Chansons der Jahre 1919 bis 1933. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

Veranstaltungen in Rietberg

06.10.18 | Rüdiger Baldaufs „Jackson Trip“ Jazziger Michael Jackson Sound

28.12.18 | 17 HIPPIES Weltenklang-Rock’n’Roll aus Berlin

Jetzt Karten sichern! 10.11.18 | Cultura Rock Festival mit „The Les Clöchards“, dem AC/DC Tribute „BAROCK“ und „The O‘Reillys and the Paddyhats“ 23.11.18 | Frau Höpker bittet zum Gesang: Das Mitsing-Konzert 31.01.19 | Ingo Oschmann – „Schönen Gruß, ich komm zu Fuß!“ 21.02.19 | Ringmasters – BarbershopWeltmeister aus Stockholm, A Cappella 15.03.19 | Pistors Fußballschule – „Alles Vollpfosten!“ Viele weitere Veranstaltungen unter www.kulturig.de

08.03.19 | Wingenfelder Die Köpfe von Fury in the Slaughterhouse

17.05.19 | BLISS – „Mannschaft“ A Cappella-Sensation aus der Schweiz

Infos und Karten: Touristikinformation 05244 986-100 www.kulturig.de

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DIE HELDEN DER STADT Wir lieben sie und berichten darüber.

11.11.

sonntag 2018

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RASTRELLI CELLO QUARTETT

Giora Feidman Der berühmte Klezmer-Klarinettist geht auch mit 81 Jahren immer noch auf Tour. Er konzertiert gemeinsam mit dem Spitzenensemble RastrelliCello-Quartett. Altstädter Nicolaikirche, 17:00 Uhr

HOLGER MANTEY

Freiflug

© Katharina Tenberge

Der Pianist Holger Mantey ist Geschichtenerzähler auf dem Flügel und mit gängigen Kategorien nicht zu fassen. „Turbulenzen garantiert“, so lässt sich sein aktueller musikalischer „Freiflug“ zusammenfassen. Elemente aus Klassik und Jazz, angereichert mit Improvisatorischem und Meditativem, gehen bei ihm eine neuartige und originelle Verbindung ein, die genussvoll und spannend, aber auch sehr witzig sein kann. So gelingt es ihm eindrucksvoll, die Grenzen der verschiedenen musikalischen Genres zum Fließen zu bringen und bekannte Werke von Bach, Gershwin und Paganini höchst turbulent zu bearbeiten. capella hospitalis, 18:00 Uhr

FALSCHE WIMPERN – ECHTE MUSIK

Zucchini Sistaz So großartig wie die Stadt. 100

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Mit Netzstrümpfen und falschen Wimpern katapultieren die drei frechen Damen das Publikum in die goldene Swing-Ära. Ihr musikalischer Fundus speist sich aus der Unterhaltungsmusik der 20er-50er Jahre, schillert und kokettiert allzu gerne mit Zitaten und Attitüden der gesamten Popularmusikgeschichte. So eröffnen die Zucchini Sistaz kein musikalisches Museum, sondern servieren saftigen Swing – wobei eine ordentliche Prise Situationskomik nicht fehlen darf. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr


12.11.

Montag 2018

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16.11.

freitag 2018

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IM PING PONG

URAUFFÜHRUNG: NILS ZAPFE

Festwoche der Volxkultur

Süßer Vogel Freiheit

Vor 35 Jahren wurde die Theaterwerkstatt Bethel als Raum zur gemeinsamen künstlerischen Entfaltung gegründet. Seither sind in einer Vielfalt von verwirklichten Experimenten, künstlerischen Initiativen und Kooperationen zahlreiche eigene Arbeitsweisen entstanden. Aus den Erfahrungen des Volxtheaters entwickelte sich vor drei Jahren die „Volxakademie für inklusive Kultur“. Mit Performances, musikalischen Impulsen, kulinarischen Feinheiten und einem Fest werden zugleich der Abschluss dieses Entwicklungsprojektes und das Jubiläum der Theaterwerkstatt Bethel gefeiert. Bis 17.11.2018. Detailliertes Programm unter: www.theaterwerkstatt-bethel.de

Nach „Bonsai Bielefeld“ bespielt Nils Zapfe erneut mit einem Live-Audiowalk die Stadt. Die ZuschauerInnen stehen als potentielle neue BewohnerInnen einer abgeschirmten Wohnanlage mit RundumSorglos-Paket vor der Frage: Wie viel Freiheit sind sie bereit, gegen Sicherheit und Komfort einzutauschen? Dieser Gegensatz bestimmt nahezu jedes gesellschaftspolitische Feld, sei es digitale Transformation, Überwachung öffentlicher Plätze, Zuwanderung oder Wirtschaft. Aber was, wenn der Feind von innen kommt? Stadtraum (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

Mo, 3. Dezember 2018

UNTERBRÜCKUNG

Di, 19. Februar 2019

Philipp Rumsch Ensemble Ausgehend von der Idee, die Klangsprache von Ambient, Minimal Music und Pop auf ein orchestrales Format zu übersetzen, gründete der Leipziger Pianist und Komponist Philipp Rumsch 2015 ein Ensemble unter eigenem Namen. Die zwölf MusikerInnen aus der Klassik- sowie Jazzszene formen eine ungewöhnliche Besetzung und eröffnen dadurch neue Klangwelten, die scheinbar widersprüchliche Assoziationen miteinander verbinden. Nr. z. P., 20:00 Uhr

2. SYMPHONIEKONZERT

Schubert / Mahler

14.11.

Mittwoch 2018

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BERÜHMTE NAMEN

Christa Päffgen alias Nico

TheaTer GüTersloh spielzeit 2018/2019

Die beiden Komponisten verbindet mehr als eine entfernte optische Ähnlichkeit oder ihre wienerische Heimat: Beide prägten beispielsweise die Gattungen Lied und Symphonie mit wegweisenden Kompositionen. Schuberts Todestag jährt sich zudem am 19.11.2018 zum 190. Mal. Auf dem Programm stehen Schuberts „Unvollendete“ sowie Mahlers Kindertotenlieder und sein Adagio aus der Symphonie Nr. 10. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr Weiterer Termin: 18.11., 11:00 Uhr

In den 1950er Jahren arbeitete sie als internationales Fotomodell. Als Schauspielerin agierte sie in Fellinis Filmklassiker „La Dolce Vita“, Andy Warhol entdeckte sie als Sängerin für die Band Velvet Underground. Heiko Hasenbein präsentiert Musiktitel und seltene Objekte aus Nicos bemerkenswerter Karriere. Museum Huelsmann, 15:30 Uhr

Michael Francis Maximilian hornung Violoncello

Yves abel Sa, 6. April 2019

simon Gaudenz Benjamin appl Bariton So, 5. Mai 2019

Wolfgang emanuel schmidt Cecilia laca Violine ort: stadthalle Gütersloh Beginn: jeweils 20.00 uhr einführung: 19.15 uhr Preise: 15,– / 19,– / 23,– / 29,– / 32,– € InFos und KarTen ServiceCenter Gütersloh Marketing, (0 52 41) 2 11 36 36, bei allen bekannten VVK-Stellen und unter www.kulturraeume-gt.de

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18.11.

23.11.

sonntag 2018

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freitag 2018

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CHORKONZERT Der Universitätschor Bielefeld und die Evangelische Kantorei Sennestadt bereichern alljährlich die Bielefelder Chorlandschaft mit Aufführungen großer Oratorien. Die zusammen mehr als 100 Sängerinnen und Sänger werden unter der Leitung von Dorothea Schenk gemeinsam mit fünf international renommierten Solisten und dem Osnabrücker Symphonieorchester konzertieren. Das Oratorium „In terra pax“ schuf Frank Martin 1944 als Auftragskomposition zum Tag des ersehnten Waffenstillstands des 2. Weltkriegs. Es ist sowohl vom musikalischen Konzept als auch inhaltlich ein zutiefst bewegendes Werk. Mit Anton Bruckners spätromantischen „Te Deum“ schließt sich ein Lobgesang an, der sich äußerst eindrucksvoll zwischen den Polen andächtiger und jubelnder Musik bewegt. Rudolf-Oetker-Halle, 19:00 Uhr

© Andreas Darkow

Universitätschor

19.11.

montag 2018

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JAZZ-IKONE AM SAXOPHON

AGENDA 007

Jan Garbarek Group

Leipziger Pfeffermühle Der feuchte Traum der Stasi ist gesamtdeutsche Wirklichkeit: kein öffentliches WC ohne Kamera, kein privater PC ohne Staatstrojaner. Das Handy hört mit, das Auto sendet die Position und der Fernseher schaut uns ins Schlafzimmer. Das greift bis ins Privatleben: Wir lesen heimlich die E-Mails des Partners, orten die Handys unserer Kinder und checken per WhatsApp, ob sie unter der Bettdecke noch online sind. Franziska Schneider, Matthias Avemarg und Michael Rousavy bringen mit beißendem Spott, ansteckender Musikalität und einer Prise Investigativität Licht ins geheimdienstliche Dunkel. Komödie Bielefeld, 18:00 Uhr

Die menschliche Stimme ist sein Ideal und es gibt wohl kaum einen Saxophonisten, der diesem Ideal so nahe gekommen ist wie der Norweger Jan Garbarek. Es ist der Kontrast zwischen dem Liedhaften, Poetischen, Schlichten und der Intensität des freien Improvisierens mit anderen Musikern, der seine Kunst ausmacht. Die Künstler, die ihn begleiten, tragen jeder auf seine Weise dazu bei: am Piano der langjährige Wegbegleiter Rainer Brüninghaus, Trilok Gurtu, der wilde Trommelmagier aus Indien an den Percussions und der Brasilianer Yuri Daniel am Bass. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

22.11.

donnerstag 2018

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PREMIERE: RAY BRADBURY, PINK FLOYD

© Markus Scholz

Kaleidoscope_To the Dark Side of the Moon

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Eine musikalische Weltraumexpedition, die fünfzig Jahre nach der ersten Mondlandung kunstvoll Pink Floyds berühmtes Album „The Dark Side of the Moon“ mit der poetischen und berührenden Erzählung „Kaleidoscope“ von Science-Fiction-Autor Ray Bradbury verknüpft. Theater am Alten Markt (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

MUSIKVEREIN

Duruflé – Requiem Seit fast 200 Jahren prägt der Musikverein als großer städtischer Konzertchor das kulturelle Leben Bielefelds. Unter der künstlerischen Leitung von Bernd Wilden widmen sich die Sängerinnen und Sänger anspruchsvoller Chorliteratur sowie zeitgenössischen Werken. Zum Saisonauftakt erklingt eine der schönsten und ergreifendsten RequiemVertonungen des 20. Jahrhunderts. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

CELTIC ROCK

In Search Of A Rose Jawoll, die Lokalmatadoren haben eine neue CD mit dem schönen Titel „Horses for Courses“. Die humorvollen Ostwestfalen gehören auf jeden Fall in die Liga guter und professioneller deutscher Celtic Rock-Bands – nicht zuletzt wegen ihrer Kreativität und ihrem Hang zum Detail. Für „Irish Folk Rock“Fans ein absolutes Muss. Movie, 20:00 Uhr

24.11.

samstag 2018

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TROTZ-ALLEDEM-THEATER

Hans im Glück Für sieben Jahre Arbeit erhält Hans einen Klumpen Gold. Diesen tauscht er gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein und immer so weiter. Am Ende bleibt ihm ein alter Stein. Als er diesen verliert, fühlt er sich von aller Last befreit und wird zum glücklichsten Mensch unter der Sonne. Das Märchen für Kinder ab vier Jahren handelt von der Kunst des Loslassens und zeigt den Unterschied zwischen Haben und Sein. Je mehr Hans‘ Besitz an materiellem Wert verliert, umso größer wird sein persönliches Glück. Trotz-Alledem-Theater, 15:00 Uhr Weitere Termine: 25.11., 1.12., 2.12.2018

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An


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MARTIN KOHLSTEDT

„Strom“ Wie nähert man sich dem, was Musik ist – für ihre Macher, ihre Hörer, für die sie umgebende Gesellschaft? Martin Kohlstedt, ein Komponist und Pianist im Wirbel der aktuellen Renaissance experimenteller Klassik, sucht eigene Antworten in Form von Improvisationen, modularer Kompositionen und vor allem der Umarmung des intuitiven Gefühls. Nichts darf in der Musik unerlaubt sein, wenn sie im Kern aus unwiederbringlichen Begegnungen besteht – das ist sein Credo. "Strom" ist nicht nur Dokumentarfilm, sondern auch der Titel des aktuellen Albums von Martin Kohlstedt, eine Anspielung auf die Verschmelzung von Instrumenten-Körpern mit einer elektrisierten Welt. Aber vor allem ist er eine Hommage an den spielerischen Fluss, das Strömende in seiner Musik. Bunker Ulmenwall, 20:30 Uhr

29.11.

donnerstag 2018

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MEISENHORST

1.12.

samstag 2018

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PREMIERE: ENGELBERT HUMPERDINCK

Philip Simon

Hänsel und Gretel

Staatsbürgerkunde mit Philip Simon ist drastisch und unterhaltsam: In seinem neuen Programm „Meisenhorst” führt der niederländisch-deutsche Kabarettist vor, dass im Grundgesetz mehr Zündstoff steckt als Progression in bundesdeutschen Köpfen. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

Ursprünglich als kindertauglicher szenischer Beitrag zu einer Geburtstagsfeier gedacht, fand Humperdinck solchen Gefallen an diesem Märchenspiel, dass er eine große romantische Oper daraus entwickelte. Aus der Taufe gehoben wurde „Hänsel und Gretel“ von keinem Geringeren als Richard Strauss, der am 23. Dezember 1893 in Weimar die Uraufführung dirigierte. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

25.11.

FEEDERLEICHT

sonntag 2018

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HEREINGESCHNEIT

Bodecker & Neander Das Illusionstheater des Duos füllt mit seinem winterlichen Programm „Hereingeschneit“ die Theaterbühne mit tiefgründiger Stille: Sieben Geschichten voller Imaginationskraft, mit sprechenden Gesten, beredter Mimik und Körpersprache. Ohne Worte praktiziert das Duo in diesem winterlichen Stück charismatisch die Kunst der Pantomime auf ganz besondere Weise. Tor 6 Theaterhaus, 17:30 Uhr

Fee Badenius Sie ist insofern eine Rarität in der Kabarett-und Kleinkunstlandschaft, als sie auf die üblichen, bewährten Mittel des beißenden Spotts, der verächtlichen Ironie, der lärmenden Aggression verzichtet. Aber nachdem sie mit ein paar subtilen, einigermaßen harmlos-heiteren Liedern das volle Einverständnis des Publikums gewonnen hat, zwingt sie es ebenso milde, aber bestimmt, sich selbst zu betrachten – und schon ist jeder ideologische Widerstand zwecklos und das Wohlbefinden nachhaltig gestört. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

© Martina Drignat

Da gehen wir hin! Unser aktuelles Programm finden Sie unter www.newtone.de

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1.12.

samstag 2018

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TROTZ-ALLEDEM-THEATER

In 80 Tagen um die Welt Jules Verne schuf im Jahre 1873 mit seinem phantastischen Abenteuer- und Reiseroman einen Klassiker der Weltliteratur. Christina Seck schafft mit ihrer Fassung ein komödiantisches Theaterspektakel für alle Altersklassen, eine gelungene Mischung aus turbulentem Erzähltheater und wahnwitzigem LiveHörspiel. Trotz-Alledem-Theater, 20:00 Uhr

2.12.

sonntag 2018

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WEIHNACHTSBOYKOTT

Rena Schwarz Im Himmel ist die Hölle los, denn der Manager der Himmelswerkstatt hat ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit gekündigt. Christa Stollen, die Hausmeisterin, muss die Stelle schnell neu besetzen, damit das Fest nicht zum Desaster wird. Die aus Bielefeld stammende Comedienne verspricht einen wahren Festtagsschmaus für Hirn, Herz und Lachmuskeln. Scala Brackwede, 19:00 Uhr

4.12.

dienstag 2018

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WIENER KLASSIK | 2. KONZERT

Festliches Weihnachtskonzert Programmatischer Schwerpunkt der Abonnementreihe des Orchesters unter Leitung von Heribert Beissel ist die Musik der Wiener Klassik, wobei aber auch Werke des Barock bis zur Moderne fester Bestandteil der Konzertprogramme sind. Beim festlichen Weihnachtskonzert stehen Werke von Vivaldi, Bach, Händel, Mozart und anderen im Mittelpunkt. Tipp: 45 Minuten vor Konzertbeginn gibt Heribert Beissel eine Einführung! Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

Neue Termine und tägliche Kultur-Tipps immer aktuell unter www.der-bielefelder.de 104

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5.12.

9.12.

Mittwoch 2018

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sonntag 2018

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VIVALDI – DIE VIER JAHRESZEITEN

Chamber of Lights WEIHNACHTSGESCHICHTE NACH CHARLES DICKENS

Miroslav Nemec & Udo Wachtveitl Die 1843 erstmals veröffentlichte Geschichte ist ein zeitloser Klassiker mit einer Moral, die ebenso lebendig wie überzeugend rüberkommt. Die beiden „Tatort“-Kommissare bringen den skurrilen britischen Humor und die weihnachtliche Botschaft auf anrührende Weise auf die Bühne. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

7.12.

freitag 2018

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WELTNACHT IM SO2

Jyotsna Srikanth Aufgewachsen ist sie im südindischen Bangalore und begann schon im Alter von vier Jahren, ihre musikalischen Künste zu entfalten. Heute lebt Jyotsna Srikanth in London und kann inzwischen auf eine lange Karriere als charismatische, karnatische Geigerin zurückblicken, die mit ihrem frei fließenden, oft hypnotisierenden Stil eine eigene Klangsprache gefunden hat. Kulturamt SO2, Kavalleriestr. 17, 20:00 Uhr

GERMAN BRASS

Weihnachten klingt Gold Im Dezember dieses Jahres präsentiert das international renommierte Blechbläserensemble sein musikalisches Weihnachtsprogramm "Weihnachten klingt Gold". Unterhaltsam, mit viel Spielfreude und auf allerhöchstem musikalischem Niveau versprechen die Musiker dem Publikum einen Konzertabend der Extraklasse. Neben weihnachtlichen Klängen aus der ganzen Welt entfalten sich festliche und klassische Melodien von Bach, Vivaldi und Tschaikowsky in der sinfonischen Pracht und Dynamik von German Brass. Rudolf-Oetker-Halle 20:00 Uhr

Die Kammerbesetzung von Chamber of Lights präsentiert mit dem Solisten Anton Teslia Vivaldis Meisterwerk. Im zweiten Teil des Programms werden u. a. Schuberts „Serenade“ sowie Brahms „Ungarische Tänze“ und Boccherinis „Rondo für Cello“, interpretiert von Dina Bolshakova, gespielt. Kl. Saal der Rudolf-Oetker-Halle, 17:00 Uhr

10.12.

Montag 2018

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3. KAMMERKONZERT

Milhaud / Brahms / Beethoven / Bartók „Kontraste“ – Béla Bartóks Stücktitel ist zugleich ein treffendes Motto für die so selten anzutreffende wie reizvolle Kombination aus Klarinette, Geige und Klavier. Kein Geringerer als Benny Goodman war es, der beim ungarischen Komponisten 1939 ein Trio bestellte – bemerkenswerterweise schon, bevor der überzeugte Antifaschist Bartók Europa den Rücken kehrte und in die USA übersiedelte. Außerdem erklingen Sonaten von Brahms und Beethoven sowie die Suite für Klarinette, Violine und Klavier op.157b von Darius Milhaud. Kl. Saal der Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

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KUNSTRASEN

105


P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

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14.12.

freitag 2018

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>>> Krankengymnastik

3. SYMPHONIEKONZERT

>>> manuelle Lymphdrainage

Händel / Bruch / Tschaikowsky

>>> APM nach Penzel >>> Klassische Massage >>> Triggermassage >>> Galileo (Vibrationsplattentraining) >>> Hausbesuche

Die festliche Jahreszeit feiern die Bielefelder Philharmoniker mit Georg Friedrich Händels „Wassermusik“, dem Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 von Max Bruch sowie Pjotr Tschaikowskys Symphonie Nr. 1 g-Moll op. 13 „Winterträume“. Als Solistin ist Violinistin Isbelle van Keulen dabei. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr Weiterer Termin: 16.12., 11:00 Uhr

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15.12.

samstag 2018

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HEIMLICH, STILL UND LEISE

Jazztrio Kordes-Tetzlaff-Godejohann Das aktuelle Programm dieses außergewöhnlichen Bielefelder Jazztrios. Nach zahlreichen Auftritten in Kirchen und Konzertsälen jetzt in ganz intimem Rahmen. Berührend originelle Eigenkompositionen und kreative Bearbeitungen von Musik von Franz Liszt, Jose Feliciano, Harold Arlen, Abdullah Ibrahim und anderen. Hier wird heimlich, still & leise mitreißend musiziert! Neue Schmiede, 20:00 Uhr

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20.12.

donnerstag 2018

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GERMAN HUMOR

Shahak Shapira

Einfach gut ausgehen und genießen 106

KUNSTRASEN

Humor ist in Deutschland Volkssport. Ironie und Sarkasmus sind die neuen Schäferhunde des Deutschen. Gelacht wird ständig. Comedy-Größen wie Bernd Höcke oder Pietro Lombardi dominieren die Szene wie Putin das Weiße Haus. Shahak Shapira ist Satiriker, Künstler, Sex-Symbol und trotzdem irgendwie auch Jude. Mit 14 Jahren verließ er seine Heimat, um das zu tun, was jeder Israeli mit etwas Hirn niemals tun würde: nach Sachsen-Anhalt ziehen. Tor 6 Theaterhaus, 19:30 Uhr


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21.12.

freitag 2018

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SWINGING CHRISTMAS

ORATORIENCHOR

Weihnachtsoratorium Der Klassiker zur festlichen Zeit. Gemeinsam mit den Bielefelder Philharmonikern und unter der Leitung von Hagen Enke stimmt der Oratorienchor sein Publikum mit Bachs „Weihnachtsoratorium“ freudig auf die Festtage ein. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

22.12.

23.12.

sonntag 2018

samstag 2018

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VEREINIGUNG EHEMALIGER CHORMITGLIEDER DES BIELEFELDER KINDERCHORES

Großes Weihnachtssingen Altvertraute Weisen werden den Saal und die Herzen der Hörer erfüllen. Besonders beliebt und stimmungsvoll: Mehrere bekannte Weihnachtslieder stimmen Chor und Publikum gemeinsam an. Rudolf-Oetker-Halle, 18:00 Uhr

Brass Band Berlin

2019

1.1.

dienstag 2019

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Alle 11 Mitglieder der Brass Band Berlin sind Solisten aus Berlins Spitzenorchestern. Mit ihren perfekten und virtuosen Arrangements und den humorvollen Moderationen von Bandleader Thomas Hoffmann wird Swinging Christmas ein unterhaltsames und fröhliches Weihnachtskonzert am Vorabend des Heiligen Abends für die gesamte Familie. Rudolf-Oetker-Halle, 17:00 Uhr

Bielefelder Philharmoniker

28.12.

2.1.

freitag 2018

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BEETHOVENS 9. SYMPHONIE

Deutsche Philharmonie Berlin „Ode an die Freude“ – Mit diesem musikalischen Meisterwerk und vor allem seinem Finalsatz ehrt Ludwig van Beethoven die Brüderlichkeit und den Frieden. Die Kombination aus Chor, Orchester und Solisten verleiht der Aufführung eine einzigartige Ausdrucksstärke. Mit der Deutschen Philharmonie Berlin stehen dabei international renommierte und erfahrene Musiker auf der Bühne. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

NEUJAHRSKONZERT

Wünsch dir was: Alle Jahre wieder dürfen die Fans der Philharmoniker mit ihren Wunschtiteln das Programm des Neujahrskonzerts mitbestimmen. Rudolf-Oetker-Halle, 18:00 Uhr

Mittwoch 2019

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NEUJAHRSKONZERT

Gerrit Zitterbart Der renommierte Pianist mit besonderer Vorliebe für historische Tasteninstrumente, seit 1983 ist er Professor für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, kommt alljährlich zum Jahresanfang ins Museum Huelsmann. Beim diesjährigen Clavierabend spielt er Werke von Schubert, Schumann und Mendelssohn Bartholdy am historischen Hammerflügel der Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld – natürlich mit begleitenden Erläuterungen des Pianisten. Museum Huelsmann, 19:00 Uhr

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KUNSTRASEN

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P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

8.1.

beginnt, führt schnell in die Grauzone zwischen Schuld und Verantwortung, Rache und Vergebung. Jake Heggies suggestive und spannungsgeladene Musiksprache, die neben opernhaften Elementen amerikanische Musikstile wie Blues und Gospel einbindet und auch ihre Nähe zur Filmmusik nicht verleugnet, eröf fnet einen unmittelbare und emotionalen Zugang zu einem Thema, das für die Opernbühne zunächst ungewohnt wirkt: die Berechtigung der Todesstrafe. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

dienstag 2019

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WIENER KLASSIK | 3. KONZERT

Programmatischer Schwerpunkt der Abonnementreihe des Orchesters unter Leitung von Heribert Beissel ist die Musik der Wiener Klassik, wobei aber auch Werke des Barock bis zur Moderne fester Bestandteil der Konzertprogramme sind. Heute Abend stehen Werke von Haydn, Saint-Saëns und Beethoven im Mittelpunkt. Tipp: 45 Minuten vor Konzertbeginn gibt Heribert Beissel eine Einführung! Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

10.1.

donnerstag 2019

© Sabine Michalak

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New York Gospel Stars Hallelujah: Seit rund zehn Jahren preisen die Sängerinnen und Sänger den Herrn und verkünden ihre fröhliche Botschaft – nicht zum ersten Mal – auch in Bielefelds.schönstem Musentempel. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

BÜHNE CIPOLLA

Bestie Mensch Figurentheater für Erwachsene mit Livemusik nach dem Kriminalroman von Émile Zola. Der große französische Schriftsteller Émile Zola beschreibt in seinem 1890 erschienenen Kriminalroman La Bête Humaine (Das Tier im Menschen) in seiner aufrüttelnden, bildgewaltigen Sprache ein beklemmend aktuelles Phänomen: den Mangel an Empathie und die zunehmende soziale Kälte in der Gesellschaft. Der Eisenbahner Roubaud, seine Frau Severine und deren Geliebter Jacques Lantier geraten bei ihrem verzweifelten Kampf um ein bisschen privates Glück und soziale Anerkennung in einen Strudel aus Leidenschaft, Eifersucht und Raserei und schrecken selbst vor Mord nicht zurück. Bielefelder Puppenspiele – Dagmar Selje, 20:00 Uhr 108

KUNSTRASEN

© Kati von Schwerin

Klassische Philharmonie Bonn

11.1.

19.1.

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freitag 2019

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GREGOR MCEWAN

From A To Beginning Dass er mehr ist als bloß ein weiterer Junge mit seiner Gitarre hat der Wahl-Berliner Gregor McEwan bereits eindrücklich unter Beweis gestellt. Nicht umsonst wird er mit Genre-Größen wie Ryan Adams, Damien Rice, Noel Gallagher oder Glen Hansard verglichen. Sein drittes Album „From A To Beginning“ beschreibt er selbst als „Folk meets Pop meets Dance meets frühen Emo à la The Get Up Kids meets Hans Zimmer des Interstellar Soundtracks.“ Alles klar! Bunker Ulmenwall, 20:30 Uhr

13.1.

samstag 2019

sonntag 2019

PREMIERE: SAMANTHA ELLIS

How to Date a Feminist Die englische Autorin dekliniert in ihrer 2016 in London uraufgeführten Komödie lustvoll Geschlechterklischees und ihre Umkehrungen durch und treibt das Vexierspiel auch formal auf die Spitze, indem sie sämtliche Rollen für eine Schauspielerin und einen Schauspieler konzipiert. Ein besonderer Clou, der beweist, dass intelligentes Spiel nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch debattentauglich ist. TAMZWEI

23.1.

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BERÜHMTE NAMEN

Adolph F.F.L. Freiherr Knigge Sein bekanntestes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ ist mehr als eine Sammlung von Benimmregeln, es wird heute als Beispiel angewandter Soziologie geschätzt. Heiko Hasenbein stellt den Aufklärer und Revolutionär vor. Museum Huelsmann, 15:30 Uhr

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PREMIERE: JAKE HEGGIE

Dead Man Walking „Dead Man Walking!“ – so lautet der Ruf amerikanischer Gefängnisaufseher, wenn ein zum Tode Verurteilter seinen Gang zur Hinrichtung antritt. Diesen Ruf wählte die Ordensschwester Helen Prejean als Titel ihres Buchs, in dem sie ihre Begegnung mit einem Todeskandidaten schildert. Auch in der gleichnamigen Oper von Jake Heggie stehen Schwester Helens Erfahrungen im Mittelpunkt. Die Oper lässt keinen Zweifel an der Schuld des Verurteilten. Doch was als eine moralisch eindeutige Geschichte

Mittwoch 2019

Heiko Hasenbein


23.1.

Mittwoch 2019

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ENGELSZUNGENBRECHER

Lennart Schilgen Einmal den Kopf schief geleg t, schon sieht die Welt ganz anders aus – Lennart Schilgen findet Blickwinkel, aus denen das vermeintlich Feststehende auf einmal wackelig erscheint. Und bringt es dann in seinen Liedern zum Kippen: vom Tragischen ins Komische, vom Schönen ins Schräge. Oder auch mal umgekehrt. Bunker Ulmenwall, 20:30 Uhr

25.1.

freitag 2019

®

NIEDERWALL BIELEFELD Tel. 05 21-17 29 72 www.argentina-steakhouse.de Öffnungszeiten: täglich 1130-1500 Uhr & 1730-2400 Uhr

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PREMIERE: LUCY KIRKWOOD

Moskitos Familie als tragikomischer Kampfplatz, auf dem nichts unmöglich scheint. Die Autorin lässt die Verstrickungen von Kindern, Eltern und Geschwistern wie im „Large Hadron Collider“ ineinander krachen. Bei dem Aufprall von Teilchen werden dort Kräfte erforscht, die nur die Wucht zweier Moskitos haben, die zusammenstoßen, aber bei der Entstehung des Universums von fundamentaler Bedeutung sind. Theater am Alten Markt (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

WELTNACHT IM SO2

Sahib Pashazade Duo Das Duo spielt ein eindrucksvolles Repertoire instrumentaler Mugham Stücke mit der Kurzhalslaute Tar und der Zylindertrommel Nagara. Der Mugham Musikstil aus Aserbaidschan wurde 2003 von der UNESCO auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Kulturamt SO2, Kavalleriestraße 17, 20:00 Uhr

GLENN THE WORLD FAMOUS

MILLER ORCHESTRA ®

DIRECTED BY

WIL SALDEN

JUKEBOX SATURDAY NIGHT

SAMSTAG, 09. FEBRUAR 2019 RUDOLF-OETKER-HALLE BIELEFELD Karten: bei der NW-Tickethotline (0521 555 444), der LZ-Tickethotline (05231 911 113), bei allen bekannten DIE CD ZUR TOUR, Vorverkaufsstellen und unter www.eventim.de MCP SOUND&MEDIA GMBH und www.htk-kontor.de MANAGEMENT SCHMIDT&SALDEN GMBH&CO. EVENT KG,

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KUNSTRASEN

109


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SIXTY1STRINGS

26.1.

samstag 2019

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PREMIERE: LOT VEKEMANS

Zwischen U und E Sixty1Strings spielen sowohl auf modernen, klassischen Instrumenten als auch auf historischen Instrumenten: spanische Barockharfe, Barockgitarre und Barockmandoline. Das Trio, bestehend aus der Gitarristin Negin Habibi und Konstanze Kuß an der Harfe sowie der Mandolinistin Ekaterina Solovey, debütierte im Sommer 2013 und besticht seither mit diesem einzigartigen Wechsel aus alten und neuen Epochen auf authentischen Instrumenten, mit dem sicheren Ausloten der Grenzen zwischen E- und U-Musik und mit der unwiderstehlichen Spielfreude dreier Frauen, die viel musikalisches Neuland entdecken und hörbar machen werden. Rudolf-Oetker-Halle 20:00 Uhr

Momentum Mit ihrem neuesten Stück begibt sich Lot Vekemans in die abgründigen Sphären von Politik und Macht. In einem feinen Spiel mit den Realitätsebenen wird die Figur eines ungeborenen Kindes zum Kommentator einer Welt aus Manipulation und Abhängigkeiten. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

1.2.

freitag 2019

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26.1.

PREMIERE: KENAN DINKELMANN, FABIAN WIXE

samstag 2019

New Sites

© Agentur

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DOGENSUPPE HERZOGIN – EIN AUSTOPF MIT EINLAGE

Jochen Malmsheimer Kabarett ist dieser Tage wichtiger denn je! Im Freiland der cerebralen Fäulnis dieses Landes zeltet Jochen Malmsheimer („Neues aus der Anstalt“) , um sich dem geradezu enzephalen Unsinn, gegürtet mit dem Schwert der Poesie, gewandet in die lange Unterhose tröstenden Mutterwitzes und weiterhin unter Verzicht auf jegliche Pantomime, in den Weg zu stellen. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

110

KUNSTRASEN

Eine neue Spielstätte, zehn Tänzerinnen und Tänzer, drei Uraufführungen: In der Spielzeit 2018/19 erobert TANZ Bielefeld die Rudolf-Oetker-Halle. Gemeinsam mit Kenan Dinkelmann und Fabian Wixe gestaltet das Ensemble im Foyer den Tanzabend „New Sites“. Und das Publikum? Ist mittendrin! Rudolf-Oetker-Halle, Foyer, 20:00 Uhr

2.2.

samstag 2019

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Bielefelder Nacht der Chöre Einen Querschnitt der Bielefelder Gesangskultur gibt es bei der Nacht der Chöre zu erleben. Vier Chöre – lokale wie regionale Ensembles – zeigen hier ihr bemerkenswertes Können. Die Namen der Teilnehmenden werden ab Dezember bekannt gegeben! Rudolf-OetkerHalle, 20:00 Uhr

© Harald Morsch

25.1.

freitag 2019

8.2.

freitag 2019

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WIE AUS HEITEREM HIMMEL

Erwin Grosche In seinem 14. Programm überrascht der Paderborner Kleinkünstler und Autor wieder mit ungewöhnlichen Hymnen, absurden Träumen und seltsamen Übertreibungen. Der Magier des Minimalen und Meister der Miniatur schüttelt wortgewaltig sein Oberbett aus, singt auf dem Omnichord von seiner wilden Freundin und beklagt sich über die Tücken des Alltags. Natürlich fehlen auch nicht seine poetischen Zumutungen über die Stille und die Natur. Man darf gespannt sein auf das neue Programm des Paderborner Kulturpreisträgers, der schon im Vorfeld ganz bescheiden abwinkt: „Ich hab doch gar nichts gemacht.“ Freizeitzentrum Stieghorst, 20:00 Uhr


9.2.

samstag 2019

„Ärgern“ Sie sich über Ihre Nähmaschine oder brauchen Sie fachliche Beratung zum Kauf einer „Neuen“? Dann sind Sie bei uns genau richtig!

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Inspektion und Reparatur in unserer eigenen Werkstatt sowie verschiedene Näh- und Stickmaschinen, Overlock und Coverlock, der Marken PFAFF, Singer, Husqvarna, Elna und brother. KURZWAREN Umfangreiche Knopfauswahl | Garne Borten/Bänder | Reißverschlüsse | Vlieseline

© Glenn Miller Orchestra

NÄHZENTRUM

DIRECTED BY WILL SALDEN

Glenn Miller Orchestra Wie einst Glenn Miller, so hält es auch Wil Salden in seinem neuen Programm „Jukebox Saturday Night“: Something Old, Something New, Something Borrowed and Something Blue. In großer Big-Band-Besetzung lebt der Swing der 1930er und 40er wieder auf. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

Nähzentrum Eilers

Inh. Dieter Wipijewski | Oberntorwall 21 | 33602 Bielefeld | Telefon 0521 - 6 06 77 Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 9:00 - 18:00 Uhr | Sa. 10:00 - 15:00 Uhr

Nähmaschinen-Zentrum-Lippe

Inh. Dieter Wipijewski | Wiesenstraße 11 | 32756 Detmold | Telefon 05231 - 2 34 98 Öffnungszeiten: Mo. | Di. | Do. | Fr. 9:30 - 13:00 Uhr + 15:00 - 18:00 Uhr | Sa. 9:30 - 13:00 Uhr

www.naehzentrum-eilers.com

WOLF HAAS

Junger Mann Er ist ein bisschen zu dick und ein bisschen zu jung für sie. Sie ist ein bisschen zu schön und ein bisschen zu verheiratet für ihn. Aber sonst läuft es perfekt. Das verspricht eine spannende Geschichte zu werden mit dem Wahl-Wiener. Wolf Haas wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Seine Krimis mit Privatdetektiv Brenner wurden mehrfach ausgezeichnet und erfolgreich fürs Kino verfilmt. 2006 erschien sein Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“, der mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2009 folgte der Bestsellererfolg „Der Brenner und der liebe Gott“ und 2013 erhielt er den Bremer Literaturpreis für Verteidigung der Missionarsstellung. Theater am Alten Markt, 20:00 Uhr

12.2.

dienstag 2019

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E IN E RE IS E IST E IN T RUN K

WIENER KLASSIK | 4. KONZERT

Klassische Philharmonie Bonn Programmatischer Schwerpunkt der Abonnementreihe des Orchesters unter Leitung von Heribert Beissel ist die Musik der Wiener Klassik, wobei aber auch Werke des Barock bis zur Moderne fester Bestandteil der Konzertprogramme sind. Heute Abend stehen Werke von Händel, Mozart und Haydn im Mittelpunkt. Tipp: 45 Minuten vor Konzertbeginn gibt Heribert Beissel eine Einführung! Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

AUS D E R Q UE LLE D E S LE B E N S.

» Christian Friedrich Hebbel

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15.2.

22.2.

freitag 2019

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freitag 2019

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ALLES FLIESST

Elke Heidenreich

16.2.

samstag 2019

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KULTURVEREIN PRÄSENTIERT

Birol Altinok Trio Als erstes Trio befasste sich diese Band mit den Tangos von Astor Piazzolla. Wie kann man diese Musik im Jazz-Kontext spielen ohne ihren wahren Charakter aufzugeben? Wieviel Improvisation ist dabei möglich? Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

17.2.

sonntag 2019

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AKADEMIE FÜR ALTE MUSIK BERLIN

Maurice Steger Maurice Steger, der in diesem Programm gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin hochvirtuose Werke von Stulick, Hasse, Fasch und Vivaldi präsentiert, zählt international zu den renommiertesten Blockflötensolisten überhaupt. The Independent nannte Maurice Steger nicht ohne Grund „the world’s leading recorder virtuoso”. Rudolf-Oetker-Halle, 15:00 Uhr

JUBEL, TRUBEL, HEISERKEIT

112

KUNSTRASEN

17.2.

sonntag 2019

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JUBEL, TRUBEL, HEISERKEIT

Johann König Der Poet unter den Komikern macht seine charakteristische – manche würden sagen seltsame – Stimme zum Thema. Der Mann, der die Sprechpausen zur Perfektion gebracht hat und auf der Bühne immer wieder ungläubig seinen Kopf darüber schüttelt, was er da so öffentlich von sich gibt, kommt mit neuem Programm. Stadthalle Bielefeld, 19:00 Uhr

20.2.

Mittwoch 2019

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VERNISSAGE: PETER A. SCHINDLER

Das war’s...; noch lange nicht! 1934 in Berlin geboren, machte sich Peter A. Schindler in den 1960er Jahren als Mode- und Werbefotograf in Bielefeld selbständig. In der Ausstellung sind Auftragsarbeiten aus den Bereichen Mode-, Personen- und Themenfotografie zu sehen sowie Arbeiten aus Wettbewerbsbeteiligungen und freien Projekten, wie z.B. „Mode im Café Oktober“ (1979), „Nahariya – Partnerstadt Bielefelds“ (1983). Die Ausstellung läuft bis zum 3.5.2019 Kommunale Galerie im Kulturamt, 18:00 Uhr

© Herbert Schulze

Warum ist es am Rhein so schön? Das fragten sich Elke Heidenreich und der Fotograf Tom Krausz und brachen gemeinsam zu einer Reise auf, ausgestattet mit Literatur über den Rhein, mit Notizbüchern und einem Fotoapparat. Aus ihren Betrachtungen, aus Geschichten, Ahnungen und sehr persönlichen Eindrücken entstand der Bestseller „Alles fließt“, den die beliebte Autorin in Bielefeld vorstellt. Stadttheater, 20:00 Uhr

FLAMENCO-FESTIVAL

Flamenco Vivo Ein Flamenco-Ensemble von vier Künstlern, die ihr Leben dem Flamenco widmen: Im Vordergrund steht der temperamentvolle, ausdrucksstarke Tanz. Virtuoses Gitarrenspiel und leidenschaftlicher Gesang verschmelzen mit ihm auf der Bühne zu einer beeindruckenden Einheit. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

23.3.

samstag 2019

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SCHONEBERG KLASSIK

Seong-Jin Cho Ein wirklich tolles Orchester, das WDR Sinfonieorchester Köln, trifft auf einen ebenso außergewöhnlichen Pianisten. Seong-Jin Cho ist ein absoluter Shooting-Star und in seiner Heimat Korea ein wahrer Held. 2015 gewann er den renommierten ChopinWettbewerb in Warschau. Danach öffneten sich für den damals 21-Jährigen Tür und Tor: ein Plattenvertrag beim Traditionslabel Deutsche Grammophon ebenso wie Auftritte in den berühmtesten Sälen der Welt, von der Carnegie Hall bis zur Elbphilharmonie. Mit NRWs erstem Orchester stellt er seine jugendlich frische Version von Beethovens 3. Klavierkonzert vor und im zweiten Teil die „Eroica“. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr


24.2.

sonntag 2019

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KULTURSZENE BIELEFELD

Kulturgala Mitreißend, wagemutig, streitbar, innovativ, unterhaltsam, genussvoll und kostbar – Bielefelds Kulturlandschaft lässt sich nicht mit einem Wort beschreiben, so vielfältig und bunt zeigt sie sich Tag für Tag. Zum fünften Mal wird sie nun im Rahmen der Kulturgala Bielefeld im Stadttheater präsentiert – neu, innovativ und schlagkräftig! Zu erleben sind Tanz und Theater, Comedy und Poetry Slam, Musik, Kunst, Film und Fotografie – eben alles, was die heimische Kulturszene zu bieten hat. Teilnehmende KünstlerInnen werden gegen Ende des Jahres 2018 bekanntgegeben. Stadttheater Bielefeld, 19:30 Uhr

2.3.

Sollten auch Sie den Wunsch verspüren, „Anders Alt Werden“ zu wollen, dann lernen Sie unser Wohnprojekt kennen.

samstag 2019

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HOMMAGE Á ASTOR PIAZOLLA

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Cuarteto Rotterdam Das Quartett gilt als eines der besten europäischen Tango -Ens emble s. Die klassische Formation mit Bandoneón, Violine, Piano und Kontrabass verspricht ein Klangerlebnis, das sich zwischen Tradition und Moderne bewegt. Das kleine Tango-Orchester zaubert mit seiner Kreativität, Phantasie und Erfahrung eine Tangowelt für jegliche Art von Emotionen auf die Bühne. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

PREMIERE: PAUL DUKAS

Ariane und Blaubart Paul Dukas, berühmt für seine symphonische Dichtung „Der Zauberlehrling“, gelang mit seiner 1907 uraufgeführten Oper „Ariane et Barbe-Bleue“ eine dunkel-sinnliche und atmosphärisch dichte Vertonung des bekannten Märchenstoffs. Kein Geringerer als Maurice Maeterlinck formte hieraus ein Libretto, das erstaunlich aktuelle Themen berührt. Dukas’ Tonsprache übertrifft zuweilen noch die vor Farben nur so sprühenden Opernpartituren seines Lehrers Alexander Zemlinsky und verleiht der berührenden Befreiungsgeschichte immer wieder geradezu rauschhafte Momente. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

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KUNSTRASEN

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P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

8.3.

freitag 2019

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KULTURVEREIN PRÄSENTIERT

Women on Stage

Genießen ist eine Kunst ...

Eine Bühne – vier Künstlerinnen: Svenja Gräfen, Katja Hofmann, Ninia La Grande, Pauline Füg. Mit dem Format „Women on Stage“ will der Bielefelder Kulturverein aufstrebenden Autorinnen aus der Poetry-SlamSzene eine Bühne und vor allem Zeit bieten, um Ihre Tex te einem interessierten Publikum zu präsentieren. Tor 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

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Sie unsere gehobene regionale Küche mit ihrem unverkennbar mediterranen Einfluss.

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Spezialitäten sind unsere Spezialität.

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bieten den passenden Rahmen für Ihr Fest. Feiern Sie bei uns mit 10 bis 120 Gästen.

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Sie vom Alltag.

15.3.

freitag 2019

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Bei seiner Uraufführung 1896 sorgte das Stück für einen handfesten Theaterskandal, verstieß Jarry doch gegen gängige Theaterkonventionen, weil er unter anderem ganze Heerscharen von einem Darsteller spielen und eine Gehirnentzugsmaschine auftreten ließ. Zudem verbarg sich in dem grotesken Spektakel politischer Sprengstoff. In Zeiten des Kampfes um den größeren roten Knopf ist die Absurdität des Stoffes wieder in der Realität angekommen. Theater am Alten Markt (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

16.3.

samstag 2019

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Öffnungszeiten: 11 – 14:30 Uhr, ab 17:30 Uhr Montag und Dienstag Ruhetag 114 KUNSTRASEN

(Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

PREMIERE: ALFRED JARRY

König Ubu

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alle küssen, wie es mir gefällt, wär ich ein Mann, ich würde laufen, so schnell ich kann. Und wär ich beide, so ging ich aus der Welt.“ Die letzten Sätze könnten zugleich der Beginn einer neuen Geschichte sein. Kein Ende. Stadttheater

PREMIERE: WILLIAM SHAKESPEARE

Wie es euch gefällt Balancierend zwischen Tragik und Komik erschafft Shakespeare einen ungeheuer vielschichtigen und vielgestaltigen Figurenkosmos wirbelt Gewissheiten so klug und zugleich wild durcheinander, dass es eine Lust ist: „Wär ich eine Frau, ich würde

21.3.

donnerstag 2019

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WIENER KLASSIK | 5. KONZERT

Klassische Philharmonie Bonn Programmatischer Schwerpunk t der Abonnementreihe des Orchesters unter Leitung von Heribert Beissel ist die Musik der Wiener Klassik, wobei aber auch Werke des Barock bis zur Moderne fester Bestandteil d e r Ko n z e r t p r o gramme sind. Heute Abend s tehen Werke von Donizetti, Schumann und Mendelssohn Bartholdy im Mittelpunkt. Tipp: 45 Minuten vor Konzertbeginn gibt Heribert Beissel eine Einführung! Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr


21.3.

donnerstag 2019

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schmuckraum

Ober 3360 Tel. 0 www

Bielefeld

HENNES BENDER

Alle Jubeljahre

© Nina Stiller

Das Leben ist ein Wunschkonzert. Zumindest wenn Hennes Bender mit „Alle Jubeljahre“ die besten Nummern, Songs und Dönekes aus seinen 50 Lebensjahren auf die Bühne bringt. Ein Best-Of der besonderen Art, denn die Fans dürfen entscheiden, was gespielt wird. Dass dabei der legendäre Anrufbeantworter, die „Doppelhaushälfte“, SpongeBob und „La Boum“ auftauchen, ist relativ wahrscheinlich. Aber Bender wäre nicht Bender, wenn nicht die eine oder andere Überraschung dabei wäre. TOR 6 Theaterhaus, 20 Uhr

22.3.

freitag 2019

schmuckraum Bielefeld

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Obernstr. 14 / Eingang Goldstr. 33602 Bielefeld Tel. 0521 / 5216 521 www.schmuckraum-bielefeld.de

MOZART & HÄNDEL

Musikverein Beim zweiten Saisonkonzert des Musikvereins der Stadt Bielefeld stehen von Wolfgang Amadeus Mozart die „Große Messe in c-moll“ (KV 427) und von Georg Friedrich Händel das „Dettinger Te Deum“ (HWV 283) auf dem Programm. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

29.3.

freitag 2019

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PREMIERE: JOHANN WOLFGANG GOETHE

Faust 2 In einer multimedialen Installation in der Tradition seiner filmisch-theatralischen Essays „Der Auftrag“ und „Die Möglichkeit“ packt der Dokumentarfilmer Konrad Kästner dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dariusch Yazdkhasti das zentrale literarische Werk der Deutschen bei den Hörnern. Ist es Prophetie, Menschheitsmythos, nationale Selbstermächtigung, Geburtsstunde des modernen Ich oder bereits Abgesang? Wo in dieser Trümmerlandschaft der Gegenwart zwischen Apokalypse und Paradies ist er verborgen, der Augenblick, an dem festzuhalten lohnt? Theater am Alten Markt (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

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KUNSTRASEN

115


P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

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STIMMEN AUS NRW

Stationen IV: Nach drei spannenden Durchgängen mit diversen Instrumentalbesetzungen ist Stationen IV ein reines A-Cappella-Projekt. Ein achtköpfiges VokalEnsemble vertritt unterschiedliche Gesangsstile. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Mihály treten Beatboxing, Jazz, Neue Musik, Performance und Improvisation in neuartige Beziehungen. Mit dabei auch die iranische Mezzosopranistin Hasti Molavian, die aktuell in „La Traviata“ am Theater Bielefeld zu hören ist. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

3.4.

12.4.

freitag 2019

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PREMIERE: GIANNI CUCCARO, RALF JAROSCHINSKI

Männersache

mittwoch 2019

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Ein Tanzabend mit männlichen Laientänzern, der sich und das »starke Geschlecht« nicht immer ernst nimmt und sich mit Humor, aber auch auf berührende Art mit dem Männerbild in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts auseinandersetzt. Tor 6 Theaterhaus (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

SCHONEBERG KLASSIK

Pinchas Zukerman & NDR Radiophilharmonie Eine lebende Legende. Einer der profiliertesten Geiger der Gegenwart. Seinen Stil erkennt man auf Anhieb. Sein expressiver Klang, sein schöner Ton, seine perfekte Technik – allesamt beispiellos. Isaac Stern hatte Zukerman als 12-Jährigen in Tel Aviv entdeckt und vom Fleck weg mit nach New York zum Studium an der Juilliard School genommen. Seine anschließende Musikerlaufbahn ist ein Paradebeispiel dafür, was Pinchas Zukerman heute selbst seinen Studenten beibringt: Ein großes Talent bedeutet eine große Verantwortung. Es muss gepflegt werden durch intensive Auseinandersetzung mit dem musikalischen Material und durch Fleiß. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr

6.4.

14.4.

sonntag 2019

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PREMIERE: GN MC

Set of Sets Guy Nader und Maria Campos arbeiten seit 2006 gemeinsam an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz, Kontaktimprovisation, Akrobatik und Kampfkunst. Motiviert ist ihre künstlerische Arbeit durch die Suche nach immer neuen Möglichkeiten, zwei oder mehrere Körper aufeinander zu beziehen. Hieraus entstehen physisch anspruchsvolle Choreografien, die sie, wie bei „Set of Sets“ zum Teil auch selbst performen. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

FRAU JAHNKE HAT EINGELADEN

Gerburg Jahnke Weiblicher Humor knallt heftiger, schneller, unanständiger. Und! Macht! Spaß! Das beweist Gerburg Jahnke seit mittlerweile elf Jahren mit der „Ladies Night“ im WDR. Auch auf Tour lädt sie sich regelmäßig eine spannende Mischung von Kolleginnen aus Kabarett, Comedy und Entertainment ein. Die Damen scheren sich nicht um Genre-Grenzen, sondern machen, was gut ist. Stadthalle, 20:00 Uhr

27.4.

samstag 2019

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Am letzten Samstag im April öffnen die Bielefelder Museen, Kirchen und Galerien ihre Türen für ein ganz besonderes Kulturerlebnis mit einem abwechslungsreichen Programm an Ausstellungen, Installationen und Performances. Ungewöhnliche Open-Air-Kunstlichtprojektionen sorgen auf verschiedenen Plätzen für ein unvergessliches Sinneserlebnis. Innenstadt, 18:00-1:00 Uhr

URAUFFÜHRUNG: SIMONE SANDRONI

Woher wir kommen (Arbeitstitel)

KUNSTRASEN

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Nachtansichten

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116

25.4.

donnerstag 2019

NACHT DER MUSEEN, KIRCHEN UND GALERIEN

samstag 2019

Simone Sandroni begibt sich mit den Tänzerinnen und Tänzern auf die Suche nach ihren Wurzeln. Gemeinsam inszenieren sie die Mythen ihres Hei-

© Harald Hoffmann

29.3.

freitag 2019

matortes und Anekdoten ihrer Großeltern, die kulturellen Bräuche und kleinen Familienrituale, die sie bis nach Bielefeld begleitet haben, die Volkslieder und Popsongs, die ihnen noch immer das wohlige Gefühl von zu Hause vermitteln. Indem er dem Individuum Raum gibt, lenkt Simone Sandroni den Blick gleichzeitig auf die Diversität der Gruppe. Dem Akt des Erzählens stellt er in logischer Konsequenz das Zuhören gegenüber – eine Fähigkeit, die für das Miteinander in der globalisierten Gesellschaft von heute vielleicht so wichtig ist, wie nie zuvor. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

Nachtansichten © Bielefeld Marketing


27.4.

samstag 2019

Mal ehrlich: Funktionierst du noch? Oder lebst Du schon DEIN LEBEN?

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PREMIERE: JOHANN CHRISTIAN BACH

Amadis (Amadis de Gaule) Johann Christian Bach ist nicht nur der kosmopolitischste der Bach-Söhne, sondern auch der einzige, von dem Opern überliefert sind. Sein 1779 uraufgeführter „Amadis“ entstand als Auftragswerk für die Pariser Oper. An der Schnittstelle zwischen Spätbarock und Klassik erweist sich der jüngste Bach-Sohn gleichermaßen als Erbe Händels wie auch als Vorläufer Mozarts, auf dessen Stil er großen Einfluss ausübte. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

7.5.

Erwartungen, Zwänge, Ängste auf der einen Bedürfnisse, Träume, Sinn auf der anderen Seite Der alltägliche Spagat aus Müssen und Wollen kann manchmal frustrierend und schmerzhaft sein. Und doch: Das Potential unseres Lebens-Kunstwerks liegt bereits in uns. Wartet nur darauf, erkannt, abgerufen und gestaltet zu werden. So wie Michelangelo den David auch nur aus seinem Marmorblock befreit hat. Gehe mit mir auf Entdeckungsreise, finde es und lass es frei.

dienstag 2019

Andreas Vogtschmidt Mastercoach • Potentialmentor • Sinnstifter

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LITERATUR FÜR KINDER

Lesefrühling Kinder treffen ihre Lieblingsautoren, lernen aktuelle Bücher kennen und erleben die Freude am Lesen gemeinsam: Zehn bis fünfzehn hervorragende Autorinnen und Autoren stellen ihre neuesten Bücher persönlich vor für neugierige Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren. Die größte Kinder-Literaturreihe zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet! Bis 7.6.2019. Stadtbibliothek am Neumarkt

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SEIT 1958

10.5.

freitag 2019

FLEISCHERFACHGESCHÄFT & PARTYSERVICE

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DIE WEITREICHENDEN FOLGEN DES FLEISCHKONSUMS

Funny van Dannen Der Songschreiber, Musiker und Maler führt uns bei seiner Lesung in einen ganz eigenen, wunderlichen Kosmos, der von müden Steinen, die gerne einmal einschlafen würden, von sprechenden Insekten, melancholischen Tieren und anderen höchst merkwürdigen Wesen bevölkert wird. Dabei sind die Menschen keineswegs die vernunftbegabten Wesen, sondern mindestens genauso verschroben und verrückt wie alle anderen Figuren auch. Bunker Ulmenwall, 20:30 Uhr

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KUNSTRASEN

117


P R O G R A M M 2 0 1 8/ 19 ///

11.5.

samstag 2019 William Ward Murta

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CHRISTINE SCHÜTZE & SKY DU MONT

Jung sterben ist auch keine Lösung Mit Humor und einer großen Portion Herz widmet sich Sky du Mont der Frage: Was ist das eigentlich, Alter? Wann sind wir wirklich alt? Was macht man, wenn einen die eigene Mutter auf Besichtigungstour durch diverse Altersheime schickt? Schließlich ist sie schon fast 100 Jahre alt, und was soll aus ihm werden, wenn … Aber muss es gleich ein Altersheim sein? All diese Fragen und noch viel mehr kommentiert, persifliert und assistiert Christine Schütze mit Witz und Können. Amüsement garantiert! TOR 6 Theaterhaus, 20:00 Uhr

11./12.5. samstag/Sonntag 2019 ///////////////////////////////////////////

ENSEMBLE MODERN

Festival für Neue Musik Es soll mehrere unterschiedlich besetzte Konzerte geben; darunter mit dem Ensemble Modern, zudem Lectures mit namhaften Komponisten und Musikern: York Holler, Đuro Živković, Gerard Grisey, Salvatore Sciarrino und Rebecca Saunders reisen an oder stehen auf dem Programm wie auch die USamerikanischen Komponistin Ashley Fure, die 2017 für den Pulitzerpreis nominiert wurde. Rudolf-Oetker-Halle (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

18.5.

samstag 2019

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PREMIERE: DAVID BOWIE, ENDA WALSH

Lazarus 1976 spielte David Bowie als Thomas Newton die Titelrolle im Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ von Nicolas Roeg: Er landet als unsterblicher Außerirdischer auf der Erde, um Wasser für seinen Heimatplaneten zu suchen, gründet ein Milliardenunternehmen, verliebt sich unglücklich und scheitert letztendlich an der Kälte der menschlichen Zivilisation. Im Musical „Lazarus“ treffen wir Newton in seiner New Yorker Wohnung, vereinsamt und unter seiner Unsterblichkeit leidend. Berühmte Bowie Songs wie „Absolute Beginners“ und „Heroes“ durchziehen den Plot und machen „Lazarus“ zu einer eigenwilligen Bühnenkreation, angesiedelt zwischen Rockkonzert, Schauspiel und Installation. Bielefelds MusicalProfi William Ward Murta übernimmt die musikalische Leitung. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

22.5.

Mittwoch 2019

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Axel Hacke liest Hacke liest – aber was liest er denn? Das lässt sich vorher nicht so genau sagen, denn Hackes Prinzip ist, alle seine Texte mit auf die Bühne zu bringen und erst im Laufe des Abends zu entscheiden, welche er vorträgt: Klar ist, dass er aus seinem neuesten Buch liest: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen. Aber dann? Vielleicht ein Stück aus „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“, in dem es in jener wunderbar leicht-verspielten Weise, die allen Hacke-Büchern eigen ist, um nicht weniger als den Sinn des Lebens geht? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei KaKUNSTRASEN

24.5.

freitag 2019

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URAUFFÜHRUNG: EIN SCIENCE-FICTION ENSEMBLE PROJEKT

PReVolution Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Planeten geschenkt. Er ist ganz frisch und neu! Er ist unbewohnt. Was für ein Glück. Niemand weiß, wie man sich auf ihm bewegt. Wie könnte Leben auf diesem Planeten aussehen? Unter der Flagge der „PReVolution“ macht sich das gesamte Schauspielensemble für eine neue Welt auf den Weg. Selbstbestimmt, basisdemokratisch, selbstüberfordernd zieht es an den Untergangsszenarien der Gegenwart vorbei, den verheißungsvoll leuchtenden Utopien der Zukunft entgegen. Seine kollektiven Schlachtgesänge erhellen den Horizont dieser neuen Welt: TAMZWEI und TAMDREI (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

25.5.

samstag 2019

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ORATORIENCHOR

WUNDERTÜTE

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pitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen: eine kleine Wundertüte. Theater am Alten Markt, 20:00 Uhr

Elias Das Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy über die Geschichte des biblischen Propheten Elias zählt bis heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten. Uraufgeführt wurde das Werk 1846 in Birmingham. Der Oratorienchor der Stadt Bielefeld mit seinem künstlerischen Leiter Hagen Enke zählt mit seinen etwa 140 aktiven Sängerinnen und Sängern zu den großen Konzertchören der Region. Rudolf-Oetker-Halle, 20:00 Uhr


7.6.

freitag 2019

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PREMIERE: JACQUES OFFENBACH

Orpheus in der Unterwelt Früher war alles besser? Offenbach räumt mit derlei Mythen gründlich auf. Ob Medienherrschaft, bürgerliche Doppelmoral oder hierarchische Strukturen – damals wie heute bietet „Orpheus „ zahlreiche Gelegenheiten, gesellschaftliche Entwicklungen persiflierend aufs Korn zu nehmen. Pünktlich zu Offenbachs 200. Geburtstag im Juni 2019 stellt sich sein beliebtestes Werk der öffentlichen Meinung in Bielefeld. Stadttheater (Uhrzeit bei Druck noch nicht bekannt)

14.6.

freitag 2019

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YVONNE SCHÄFER

© Chris Noltekuhlmann

KURT KRÖMER

Stresssituation Das wird garantiert stressig für Tränensäcke und Lachmuskeln, wenn der Punk im Körper eines Sparkassenangestellten die Bühne betritt. Krömer lässt kein gutes Haar an Politik, Gesellschaft und dem anwesenden Publikum. Stresssituation ist tolerierte und gewollte Anarchie eines Neuköllners, der auszog, um die Welt auch im Jahr 2019 weiter zu beleidigen. Ringlokschuppen, 20:00 Uhr

14.7.

sonntag 2019

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WORKSHOPS & PERFORMANCES

Tanzfestival Bielefeld Das renommierte Festival kombiniert seit 1990 zwei Wochen lang jeden Sommer qualifizierten Tanz- und Choreographie-Unterricht internationaler Dozentinnen und Dozenten mit Aufführungen moderner Tanzensembles aus aller Welt. Es ist in jedem Jahr ein Anziehungspunkt für Tanzbegeisterte aus aller Welt. Bis 27.7.2019 Tor 6 Theaterhaus, Rudolf-Oetker-Halle

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KUNSTRASEN

119


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Kultur & Tickets KULTURADRESSEN auto-kultur-werkstatt (akw) Teichstraße 32, 33615 Bielefeld Tel: 05 21-521 45 28 www.auto-kultur-werkstatt.de

Kleines Theater Spielstätte: Ravensberger Spinnerei Tel: 07 00/88 20 02 00 www.kleines-theater-bielefeld.net

Samuelis Baumgarte Galerie Niederwall 10 Tel: 05 21/56 03 10 www.samuelis-baumgarte.com

Alarm Theater Gustav-Adolf-Str. 17 Tel: 05 21/13 78 09 www.alarmtheater.de

Kommunale Galerie Kulturamt Kavalleriestraße 17 Tel: 05 21/ 51 24 39 www.kulturamt-bielefeld.de

SO 2 Veranstaltungssaal Kulturamt Kavalleriestraße 17 Tel: 05 21/ 51 24 39 www.kulturamt-bielefeld.de

Komödie Bielefeld Ritterstr. 1 Tel: 05 21/98 87 25 70 www.komoedie-bielefeld.de

TAM – Theater am Alten Markt Alter Markt Tel: 05 21/51 54 54 www.theater-bielefeld.de

KuKS - Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker Meisenstraße 65 Tel. 05 21–299 63 33 www.kuks-bielefeld.de

Theater Bielefeld Niederwall 23 Tel: 05 21/51 54 54 www.theater-bielefeld.de

Artists Unlimited e.V. August-Bebel-Str. 94-96 www.artists-unlimited.de Bielefelder Kunstverein Museum Waldhof Welle 61 Tel: 05 21/17 88 06 www.bielefelder-kunstverein.de Bielefelder Puppenspiele Dagmar Selje Kulturpunkt Skala Herforder Straße 5-7 Tel: 05 21/17 96 05 www.selje-puppenspiele.de Bunker Ulmenwall Kreuzstr. 0 Tel: 05 21/1 36 81 70 www.bunker-ulmenwall.de Capella Hospitalis Teutoburger Str. 50 www.capella-hospitalis.de DansArt Am Bach 11 Tel: 0521 175656 www.dansart.de Forum Meller Str. 2 Tel: 05 21/9 67 99 77 www.forum-bielefeld.com Forum für Kreativität und Kommunikation e.V. Theaterpädagogisches Zentrum Bielefeld Markgrafenstr. 3 (Die Lofts) Tel: 05 21/17 69 80 www.forum-info.de Freizeitzentrum Stieghorst Glatzer Str. 13-21 Tel: 05 21/5 57 57 40 www.fzz-stieghorst.de Fächer-Kabinett Am Bach 19 Tel: 05 21/6 41 86 Historisches Museum Ravensberger Park 2 Tel: 5 21/51 36 30 o. 51 36 35 www.historisches-museum-bielefeld.de

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IBZ - Internationales Begegnungszentrum Teutoburger Str. 106 Tel: 05 21/5 21 90 30 www.ibz-bielefeld.de Kamera Feilenstr. 2-4 Tel: 05 21/6 43 70 www.kamera-filmkunst.de

120 ROH

Kunsthalle Artur-Ladebeck-Str. 5 Tel: 05 21/32 99 9 50-0 www.kunsthalle-bielefeld.de Lichtwerk Ravensberger Park 7 Tel: 5 21/55 76 77-7 www.lichtwerkkino.de Lokschuppen Stadtheider Str. 11 Tel: 05 21/5 60 76 76 www.ringlokschuppen.com

Tor 6 Theaterhaus Herman-Kleinewächter-Str. 4 Tel: 05 21/28 78 56 www.theaterlabor.de Trotz-Alledem-Theater Feilenstr. 4 (Theaterhaus) Tel: 05 21/13 39 91 www.trotz-alledem-theater.de Zweischlingen Osnabrücker Str. 200 Tel: 05 21/45 19 28 www.zweischlingen.de

Mobiles Theater e.V. Feilenstr. 4 (Theaterhaus) Tel: 05 21/12 21 76 (Kasse), 16 09 89 o. 12 21 70 www.mobiles-theater-bielefeld.de Movement Theater Haller Weg 38 05 21-14-3 82 38 www.movement-bielefeld.com Museum Huelsmann Ravensberger Park 3 Tel: 05 21/51 37 67 www.museumhuelsmann.de Museum Wäschefabrik Viktoriastr. 48 a Tel: 05 21/6 04 64 www.museum-waeschefabrik.de Neue Schmiede Handwerkerstr. 7 Tel: 05 21/1 44 31 17 www.neue-schmiede.de Niekamps Astoria Theater Klosterplatz 9 Tel: 05 21/6 63 44 www.niekamp-theater-company.de Nr. z. P. – Nummer zu Platz Große-Kurfürsten-Straße 81 www.nrzp.de

VORVERKAUFSSTELLEN Konticket Bahnhofstr. 28 Loom Plaza/Basement 33602 Bielefeld Tel.: 0521/66100 Neue Westfälische Niedernstr. 21-27 33602 Bielefeld Tel.: 0521/555-444 Theater- und Konzertkasse Altstädter Kirchstraße 14 33602 Bielefeld Tel.: 0521/515454

Offkino im Filmhaus August-Bebel-Str. 94 www.offkino.de

Tourist-Information im Neuen Rathaus Niederwall 23 33602 Bielefeld Tel.: 0521/516999

Rudolf-Oetker-Halle Lampingstr. 16 (Stapenhorststr.) Tel: 05 21/51 65 59 www.kulturamt-bielefeld.de

Westfalen-Blatt Geschäftsstelle Jahnplatz 33602 Bielefeld Tel.: 0521/52996-41


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Die Überflüssigste aller Künste WÜRDE UNSERER DURCHÖKONOMISIERTEN WELT WIRKLICH ETWAS FEHLEN, WENN MAN AUF SIE VERZICHTET: DIE POESIE?

G

edichte? OMG, da tauchen doch bei drei Viertel aller Befragten böse Erinnerungen auf, schulische Horrorerlebnisse von Deutschstunden, in denen man vor einem unverständlichen Textkörper saß und man daraus eine schlüsselfertige Interpretation herausarbeiten musste, mit stringenter Formanalyse und Aufzeigen der korrespondierenden Metaphern und Bildmotive. Statt zu vermitteln, dass Poesie sozusagen den G-Punkt der Sprache darstellt, wurde die Chance mit formaler Analyse vertan. Das ist so, als wolle man Sex nach einer IKEA Aufbauanleitung machen. Stattdessen Erinnerungen, die Wege ein für alle mal verbaut haben, weshalb diese Menschen auch müde mit den Achseln zucken würden, müssten sie auf Poesie verzichten. Gedichtbände, von denen heutzutage gerade mal 1.000 Exemplare verkauft werden, gelten schon durchaus als Erfolg. Menschen aber, für die die Welt aus Zahlen besteht und die den berechenbaren Nutzen von etwas gern als Ultima Ratio betrachten, sehen sogar Kultur insgesamt als ökonomischen Faktor. Man spricht in diesen Kreisen gern von „Kreativwirtschaft“, einem Begriff, der heterogene Dinge wie den Kommerz einer Werbeagentur mit den poetischen Schwingen eines Gedichtverses unter einen Hut zwingt. Ein renditeorientiertes Wortungetüm, das so zum Kotzen ist, dass man es seinen Erfi ndern gern mit der Pumpgun in den Hals zurückstopfen würde. Kreativwirtschaft zählt heute als Standortfaktor. Also nehmen wir ruhig mal alle Künste in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung unter die Lupe: Wollte man auf Theater, bildende Kunst, Film verzichten? Oh nein, da hängen viele Arbeitsplätze in Theatern, Museen, Kinos usw. daran. Auch Literatur ist nach diesen Maßstäben unverzichtbar, man denke nur an die Buchhandlungen, Literaturbüros etc. Aber Lyrik?? Sie ist sogar innerhalb der Literatur eine Nischengattung, der Umsatzanteil von Lyrik am Gesamtumsatz einer Buchhandlung dürfte

122

KUNSTRASEN

vielleicht bei 1% oder weniger liegen. Dementsprechend wird ihr auch Regalplatz eingeräumt. Ich kenne in Bielefeld einige Lyrikliebhaber, die haben mehr Gedichtbände im Regal als alle Bielefelder Buchhandlungen zusammen. Dabei war die Poesie von ihrem Nimbus her mal die Königsdisziplin der Literatur. Den Poeten und Poetinnen ist der Bedeutungsverlust natürlich bewusst und sie äußern existenzielle Zweifel wie etwa der Lyriker Gerhard Falkner in seinem Gedicht „Kopfmusik“: unsere Gedichte werden vergessen werden – bleiben wird allein das Kopfweh derer, die sie nicht behalten haben (…) wozu also der Aufwand dem Grashalm mit einem Lüftchen diesen göttlichen Klaps zu versetzen Das ist kein klägliches Jammern, sondern eine konstatierende Wehmut. Ab und zu bricht das Gedicht auch mal aus seiner Marginalisierung aus. Da gewinnt der Berliner Lyriker Jan Wagner mit einem Gedichtband den Deutschen Buchpreis, worauf davon gleich mehr als 50.000 Exemplare verkauft werden. Da wird das Gedicht „avenidas“ des betagten Dichters Eugen Gomringer zum Politikum, weil die Alice Salomon Hochschule in Berlin dieses Poem im Zuge der #metoo-Debatte von seiner Fassade entfernt hatte, weil es den „männlichen Blick“ propagiere. Dass ein Bielefelder Ehepaar sich dazu entschied, dieses Gedicht an seiner Hausfassade anbringen zu lassen, sei hier aus lokalpatriotischen Gründen erwähnt. Überhaupt haben sich Bielefeld und Ostwestfalen doch redlich um die Poesie bemüht. 25 Jahre lang, von 1977 bis 2002, fanden hier die Tage der Konkreten Poesie statt, einer besonderen, oft visuell geprägten Spielart zeitgenössischer

Hellmuth Opitz Autor und Lyriker (zuletzt erschienen: In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten, Pendragon 2017, 15 € )

Lyrik. Und auch die alljährlich stattfi ndende Reihe „Wege durch das Land“ bringt alljährlich an verschiedensten Orten Ostwestfalens den Zuhörern Poesie nahe. Aber das sind Ausnahmeerscheinungen. Wie kann Poesie heute noch einem weitgehend indifferenten Publikum einen Wert vermitteln? Dem amerikanischen Dichter Ted Kooser gelingt dies mit einem faszinierenden Gedicht über eine alltägliche Wunschphantasie: Eine Leserin auswählen Zunächst einmal würde ich sie gut aussehen lassen, während sie sich behutsam meinen Gedichten nähert im einsamsten Moment eines Nachmittags, ihr Haar im Nacken noch feucht vom Waschen. Sie würde eine Regenjacke tragen, die alt wäre und schmutzig, weil sie nicht genug Geld für die Reinigung hätte. Dort im Buchladen nähme sie ihre Brille ab, sie würde durch meine Gedichte blättern und den Band dann zurück ins Regal stellen. Sie würde zu sich selbst sagen: „Für das Geld kann ich auch meine Regenjacke reinigen lassen.“ Und genau das würde sie tun. Zunächst hat die Ideal-Leserin des Poeten partout kein Geld für die Reinigung ihrer Regenjacke. Dann blättert sie in seinem Gedichtband und auf einmal eröffnen sich Spielräume. Ein wunderbarer Beweis: Poesie erweitert Möglichkeiten. Und vielleicht erweitern sich auch mal wieder die Möglichkeiten der Poesie. Denn gerade in der Nichtbeachtung, in der Marginalisierung eröffnet sich vielleicht ein Reservat der größtmöglichen Freiheit.


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