Page 64

hören Leser Tipp Zora Mette (19)

Schülerin gebürtige Bielefelderin

The XX

XX & Coexist

Die einzige Band, die ich schon seit vier Jahren höre, ist The XX – eine britische Indie-Toprock-Band. Das neue Album „Coexist“ ist auch wieder hörenswert, aber nach wie vor ist das alte Album „XX“ mein Favorit. Von diesem Album zählt immer wieder ein anderes Lied zu meinen Lieblingssong. Zurzeit ist es gerade „Night Time“. Wenn ich von elektronischer Musik genug habe, kehre ich immer wieder zu The XX zurück. lll entspannend

CD des monats

Grant Hart // The Argument Erinnert sich noch jemand an die großartige amerikanische Post-Punk-Band Hüsker Dü, die in den 80ern ein Highlight-Album nach dem anderen herauskatapultierte? Grant Hart war neben Bob Mould der Songschreiber der Band (für mich zumeist auch der bessere). Nach einigen eher folk-orientierten Alben bringt Hart nun ein Konzept-Doppelalbum heraus. Maßgebend dafür war die Begegnung zwischen Hart und James Grauerholz, dem Assistenten des großen Beat-Poeten William Burroughs. Der zeigte ihm ein unveröffentlichtes Story-Manuskript, das auf dem epischen Gedicht „Lost Paradise“ von John Milton basiert. Diese Story wurde zum inhaltlichen Rückgrat des Albums. Die Songs reichen musikalisch vom düsteren Industrial-Existentialismus bis hin zum sonnigen Retro-Chartspop eines Buddy Holly. Eine ungeheure Stil-Bandbreite und das garantiert Abwechslung, Anregung und Unterhaltung gleichermaßen (H.O.) lll spannungsreich; Anspieltipp: Letting Me Out; mehr Info: www.granthart.com

Pet Shop Boys Electric Willkommen zurück im Acid-House. Schon das Intro des Openers Axis weist mit seinem fulminanten instrumentalen Einstieg den Weg. Neunziger Rave zerrt auf den Dancefloor. TanzHymnen mit vielen Synthesizer-Kaskaden setzen triumphale Akzente. Kompromisslos ehrlich ist das Duo auf seinem zwölften Studioalbum, erstmals mit Stuart Price als Produzenten. (C.B.) lll gigantisch

Anna Netrebko Verdi Der Maestro feiert seinen 200. Geburtstag und die populäre Sopranistin singt ihm zu Ehren Macbeth, Giovanni D’Arco, I Vespri Siciliani, Don Carlo und Il Trovatore. Die Grand Dame der Opernbühnen verzaubert mit zuckersüßen Tönen, schwermütigen Nuancen und beeindruckenden Höhen. Ihr Name verspricht Qualität. Nicht nur für Klassik-Experten ein sinnliches Erlebnis. (M.H.) lll großartig

64 | Bielefelder | August 2013

lll schlecht

Vargo Lounge Summer Celebration 1 Doofes Cover, klasse Compilation: Der Hamburger Chillout-Spezi Ansgar Üffink alias Vargo versammelt sommerlich leichten Stoff mit Gästen wie José Padilla, Fritz Brauses Sabine Sabine oder Feist. Übrigens: Auch nicht schlecht und mit deutlich besserem Cover kommt „Obsession Lounge 7“ des Münchner DJ Jondal - mit einem Track von Lokalheld Leon El Ray! (H.P.M.)

Sam Lee Ground Of It’s Own Die Songs dieses britischen AusnahmeFolkies brechen mit konventionellen Hörgewohnheiten. Es ist kein melodiöser Folk á la Nick Drake, sondern weitaus komplexer in der Rhythmik, traditioneller in der Instrumentierung, ungewöhnlicher im Gesang. Keine leichte Kost und doch von einzigartig hypnotischer Wirkung. Man sollte Ohren und Herz dafür öffnen. (H.O.)

Fiddlers Green Winners & Boozers Ums Trinken und Spaß haben geht es auch auf dem dreizehnten Studioalbum der Erlangener Band. Ihr punkiger Speedfolk wurzelt in Irland, mit diesem Land verbindet Fiddlers Green auch die Lust am Feiern, was „Winners & Boozers“ klar anzuhören ist. In Sachen Dynamik und Eingängigkeit haben sie sogar noch zugelegt. Live am 22.11. im Forum Bielefeld. (R.R.)

Alicia Keys VH1 Storytellers Für alle, die hinter den glatten Grooves ihres Albums „Girl On Fire“ ein wenig mehr von ihrer großartigen Stimme gehört hätten. Hier gibt‘s Alicia Keys pur, mit neuen und alten Hits wie „No One“ nebst kleinen Geschichten dazu. Wie die, dass ihr Sohn sich gerne „Not even the king“ beim Einschlafen vorsingen lässt. Tipp: Auf DVD kommt das Konzert noch besser! (H.P.M.)

lll sommerlich leicht

lll außergewöhnlich

lll austrinken & tanzen

lll großartig

lll nett

lll gut

lll genial

Pohlmann Nix ohne Grund Der ostwestfälische Sänger mit Wohnsitz in Hamburg hat wohl keine Lust mehr darauf, den Hannes Wader für Cappuccino-Mütter zu machen. Also sucht er sein Heil in der Vielseitigkeit und macht am Ende doch nur den Xavier. Aber dann gelingen ihm zwischendurch so tolle Lieder wie „Unterwegs“ oder das großartige „Roy Batty“, ein Tribut an SF-Autor Phillip K. Dick. (H.P.M.)

Isabell Schmidt Alles hat seine Zeit Sie meldet sich zurück, die Finalistin von The Voice of Germany der 2012er Staffel. Der ehemalige Schützling von Pop-Legende Nena liefert mit dem Debüt authentische Rock-Balladen mit selbst verfassten Texten ab. Wer Silbermond & Co. mag, auf klassischkonventionellen RockPop mit Schlageranleihen steht, der verzeiht der Newcomerin auch die streckenweise trivialen Lyrics. (C.B.)

lll unentschieden

lll klassischer Rock-Pop

Fotos: Corinna Bokermann, Shawn Brackbill/ Domino Records

neue cds im august

Bielefelder August 2013  

Die Illustrierte der Stadt

Advertisement