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Seniorenwohnungen beim Kloster St. Josef Betreutes Wohnen für „Alte“ und Startwohnungen für „Junge“ 33 Seite 4

Brennpunkt EVN-Wiese Durch Verbauung soll Geld in die Gemeindekasse kommen 33 Seite 8–9

Breitenfurter Ansichten Schicken Sie uns Ihre Bilder der „Wohlfühlgemeinde“ Breitenfurt für eine Fotoausstellung 33 Seite 11

Breitenfurt auf dem Reißbrett

Heft 57/Oktober 2013

brenn

Schade wär´s, wenn man erst, nachdem alles verbaut ist, draufkommt, dass es nicht Von Norbert Rass mehr so schön ist, wie es einmal war.

Jedem, der Breitenfurt nur auf einen Bebauungsplan reduziert sieht, wird auf den ersten Blick die ca. 10 ha große EVN-Wiese zwischen der Josef-Edlinger-Gasse und der Liesingtalstraße ins Auge springen. Macht man sich also – wie vorgesehen – an eine Überarbeitung des Flächenwidmungsplans, werden in erster Linie Begehrlichkeiten in Bezug auf diese Wiese geweckt, obwohl der Beginn ihrer Bebauung – sichtbar an den „Hochhäusern“ in der Josef-Edlinger-Gasse – längst als Bausünde erkannt ist. Wir sollten den Fehler nicht noch einmal machen! Riskieren wir daher einen zweiten Blick auf das tatsächlich schon Vorhandene, das Ausbaufähige in Breitenfurt! Die Breitenfurter Grünen haben dafür Anfang Juli den Regionalentwickler Dr. Reinhard

Paulesich und die Grazer Architektin DI Irmgard Brottrager eingeladen. Bei diesem Treffen sind viele Ideen zu einer zukünftigen Gestaltung Breitenfurts offen diskutiert worden. Das Resümee – kurz gefasst – lautet: Es gibt zwar kein Ortszentrum, aber es gibt mehrere Bereiche, die sich zur Verdichtung und Aufwertung anbieten. Aus Wien kommt man über die Hauptstraße. Durch Ostende ist man mit dem Auto schnell – meist zu schnell. Richtig interessant wird es erst ab dem Laaber Spitz. Und von da an bieten sich allein in Breitenfurt-Ost vier Kernbereiche an, die es verdienten, qualitativ aufgewertet zu werden: © Vom Laaber Spitz bis zur Waldstraße wird den Breitenfurter/-innen zwischen zwei

DIE GRÜNEN

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33 Breitenfurt auf dem Reißbrett Fortsetzung von Seite 1

Zebrastreifen noch einiges geboten: Tankstelle, Bank, Trafik, Apotheke und – wenn man das dazu nehmen will – auch noch die Post. Nostalgiker werden

Eine dritte Zone, die zur Optimierung einlädt, reicht von der Ampelkreuzung die Hirschentanzstraße entlang bis zur Zufahrt zum Parkplatz für Mehr-

Tankstelle Apotheke Trafik Gibt es Überlegungen, den wichtigen Abschnitt vom Laaber Spitz bis zur Waldstraße attraktiver und benutzerfreundlicher zu gestalten?

Die Toplak-Gründe sollten an Billa, Wochenmarkt und Zielpunkt angedockt, die bestehende Einkaufszone damit erweitert und zu einer Kernzone gestaltet werden

Post

sich auch noch an die Drogerie, den Fleischer und das Lebensmittelgeschäft erinnern. Gibt es Überlegungen, diesen wichtigen Abschnitt attraktiver und benutzerfreundlicher zu gestalten, die Straße nicht allein dem Durchzugsverkehr zu überlassen, die Ausfahrt aus der Waldstraße auf die Hauptstraße sicherer zu machen? © Ein weiterer Abschnitt umfasst den Bereich zwischen den Bushaltestellen „Siedlung Eigenheim“ und „Grüner Baum“ vor der Ampelkreuzung. Hier liegt das linksseitige Grundstück entlang der Liesing brach und bietet sich etwa für den Bau erschwinglicher Wohnungen für junge Breitenfurter/-innen an. Auf der rechten Seite war im Flächenwidmungsplan eine Zufahrt zur Georg-SiglStraße geplant.

Grüner Baum

2 BRENNNESSEL

zweckhalle und Schule. Auch hier ist vieles schon vorhanden: Gasthaus, Rotes Kreuz, Sportanlage, Gemeindeamt, Mehr-

ToplakGründe Zielpunkt BILLA

Wochenmarkt

zweckhalle, Schule, Kindergarten und Hort. Was fehlt ist – ohnehin schon angedacht – ein Jugendzentrum, Platz für das Hilfswerk, eine Belebung des Platzes vor der Mehrzweck-

Rotes Kreuz

Sportplatz

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Eine weitere Zone, die zur Optimierung einlädt, reicht von der Ampelkreuzung die Hirschentanzstraße entlang bis zur Zufahrt zum Parkplatz für Mehrzweckhalle und Schule

Bank

halle (Das will man mit einer Kunsteislaufbahn diesen Winter ja schon versuchen!), ein Abenteuerspielplatz, wie ihn eine Elterninitiative schon einmal vorgeschlagen hat, damit die Hort- und Kindergartenkinder aus ihrem beengten Spielbereich raus können. © Das eigentliche Kernstück, auf das die Breitenfurter/-innen in ihrer Versorgung angewiesen sind, befindet sich in der Gewerbezone zwischen Hauptstraße und Georg-Sigl-Straße. Allein dort gibt es Lebensmittelsupermärkte für den täglichen Bedarf. Die Toplak-Gründe, das ist die Industrieruine hinter dem Zielpunkt, sollten an Billa, Wochenmarkt und Zielpunkt angedockt, die bestehende Einkaufszone damit

Gemeindeamt Mehrzweckhalle Schule

EVNWiese

erweitert und zu einer Kernzone gestaltet werden. Leider hat die Gemeinde es wieder verabsäumt, sie zu erwerben. Gerade erst sind sie verkauft worden. Aber vielleicht ist ja noch eine Einflussnahme durch eine entsprechende Widmung in diese Richtung möglich. Aufgaben für Breitenfurt gibt es für die kommenden Jahre also genug. Lassen wir die EVN-Wiese daher kommenden Generationen, damit nicht bald nur mehr die Wegbezeichnungen (Primel-, Margeriten-, Kornblumenweg wie auf dem Königsbühel) an die Blumen erinnern, die jetzt noch auf der Wiese wachsen. OKTOBER 2013


Nationalratswahl 2013 Mitregieren war unser Wunsch, doch am Ende bleibt alles beim Alten. Aber: das beste Wahlergebnis, seit es die Grünen gibt! Von Romana Wiesinger In den Printmedien wurde vorab schon immer viel über Wahlen geschrieben, es wurden Politiker interviewt usw. Doch so viel an Öffentlichkeitsarbeit wie vor dieser Wahl wurde noch nie inszeniert. Neben Leserfragen, Radio- und Printinterviews, Live-Chats, konnten sich Politiker/-innen beim Radiosender „Superfly“ sogar als DJ eine Stunde lang versuchen. Die Politduelle „Jeder gegen jeden“ auf ORF und Puls 4 mit über 20 Sendungen hatten Einschaltquoten von bis zu 800.000 Zuseher/-innen und mehr. Trotz wirklich guter Kritiken für Eva Glawischnig war der Zugewinn an Stimmen auf 12,42 % recht mager. Trotzdem ist es das beste Ergebnis, das die Grünen jemals geschafft haben! Erstaunlich ist, dass die

jungen Neos auf Anhieb 4,96 % erreicht haben. Insgesamt konnten alle Oppositionsparteien, mit Ausnahme des BZÖ, zulegen. Obwohl die Regierung laut Christoph Leitl „eine gelbe Karte erhalten hat“, drehen sich SPÖ und ÖVP das Ergebnis, wie sie es brauchen und sprechen sich Mut zu, indem sie betonen, sie wären trotz allem die erst- und zweistärkste Partei. Eine durchaus „interessante“ Sichtweise, wo es doch das schlechteste Ergebnis in der 2. Republik ist! Wir können aus jetziger Sicht davon ausgehen, dass es bei diesen beiden Regierungsparteien bleibt, da niemand gerne Macht und Einfluss abgibt. Bleibt uns zu hoffen, dass die Arbeit im Parlament vielschichtiger wird, so wie die Vielfalt an Parteien bunter geworden ist!

NR-Wahl 13: Ergebnis Breitenfurt ÖVP 25,30%

NEOS 9,34% Stronach 5,74%

SPÖ 22,84%

FPÖ 16,78% GRÜNE 14,20%

Partei Stimmen ÖVP 864 SPÖ 780 FPÖ 573 Grüne 485 Stronach 197 BZÖ 131 KPÖ 39 Neos 320 Piraten 28

Prozente 25,30 % 22,84 % 16,78 % 14,20 % 5,74 % 3,84 % 1,14 % 9,34 % 0,82 %

NR 08 27,97 % 27,13 % 15,78 % 14,98 % n.K. 7,00 % 0,55 % n.K. n.K.

Differenz –2,67 % –4,29 % +1,00 % –0,78 % – –3,16 % +0,59 % – –

Gemeinde 21: Bürger/-innen gestalten Das Land Niederösterreich unterstützt mit dieser Aktion Gemeinden, die unter Einbindung der Bevölkerung ein Entwicklungskonzept für das 21. Jahrhundert Von Ingrid Kitzwögerer erarbeiten wollen. Am 3. Oktober 2013 fand in der Mehrzweckhalle die Auftaktveranstaltung für den Breitenfurter Entwicklungsplan (B.EP) statt. Wenn die Breitenfurter Grünen auch nicht mit manchen angedachten Veränderungen einverstanden sind (siehe Seite 8 und 9), so bietet diese Aktion der Dorferneuerung doch eine noch nie da gewesene Möglichkeit, dass interessierte Bürger/-innen ihre Ideen in einem von Fachleuten betreuten Arbeitskreis einbringen können. Auch Schule und Vereine sind eingeOKTOBER 2013

laden mitzumachen. Der Prozess wird von der Planung über die Umsetzung und den weiterführenden Maßnahmen von neutralen Experten begleitet und soll insgesamt fünf Jahre dauern. Die Planungsphase läuft bereits an. Nebenstehend sind die Termine und Treffpunkte der Arbeitsgruppen – Soziales und Kultur – Jugend und Freizeit – Umwelt, Energie und Mobilität – Wirtschaft, Nahversorgung, Infrastruktur. Jeder kann gerne mitmachen!

Termine und Orte der Arbeitsgruppen, Beginn jeweils 19 Uhr AG Soziales Mo, 7. Oktober 2013 Mo, 28. Oktober 2013 Mo, 18. November 2013

GR GR SC

AG Wirtschaft Do, 10. Oktober 2013 KM Di, 29. Oktober 2013 KM Di, 19. November 2013 KM

AG Umwelt Mo, 21. Oktober 2013 Di, 5. November 2013 Do, 21. November 2013

SC SC GR

AG Jugend Di, 22. Oktober 2013 Do, 7. November 2013 Fr, 22. November 2013

GR GR EX

GR: Gasthaus Der Grieche, Hirschentanzstraße 4 SC: Gasthaus Schöny, Hochroterdstraße 14 KM: Gasthaus Kühmayer, Stelzerbergstraße 34 EX: wäre z.B. gut für die „Jugend-Exkursion“ geeignet Informationen unter: www.gemeinde21.at

BRENNNESSEL 3


Seniorenwohnungen: Lieber gemeinsam statt einsam! Am 26. Juni 2013 wurde die Wohnhausanlage der Heimat Österreich beim Kloster St. Josef ihrer Bestimmung übergeben. 31 absolut barrierefreie Zwei- bzw. Dreizimmer-Wohnungen können von Seniorinnen und Senioren, aber auch von jungen Von Ingrid Kitzwögerer Leuten gemietet werden. Lange Zeit will man es ja nicht wahr haben, aber eines Tages ist es soweit: die Stiegen im eigenen Haus bilden ein unüberwindliches Hindernis, die Pflege und Instandhaltung des Gartens kann ohne fremde Hilfe nicht mehr bewältigt werden. Man muss also etwas ändern. Wie gut, wenn man bereits für das „Betreute Wohnen" angemeldet ist! Eine Zweizimmer-Wohnung (rund 57 m2), mit Terrasse, Einlagerungsraum und Autostellplatz kostet zum Beispiel 17.200 Euro an Eigenmitteln, die um ein Prozent pro Jahr abgewertet und bei Aufgabe der Wohnung wieder rückerstattet werden. Dazu kommen rund 470 Euro Miete inklusive Be-

Interview mit Renée Pappler, die nun schon einige Zeit in einer netten Wohnung beim Kloster St. Josef wohnt.

Wohnhausanlage der Heimat Österreich beim Kloster St. Josef

Interessenten können sich bei der Gemeinde anmelden

4 BRENNNESSEL

Frau Pappler, was hat Sie bewogen, Ihre Wohnung in Wien aufzugeben und hierher zu ziehen? Ich habe meine Mutter, meine Schwiegermutter und meine Tanten betreut und möchte eigentlich nicht, dass meine Kinder das auch für mich machen müssen. Meine Tochter wohnt in Breitenfurt, und ich freue mich, wenn sie mich besucht. Ich habe mein ganzes Leben aktiv geplant und wollte auch diesen Lebensabschnitt selbst in die Hand nehmen. Ist es Ihnen schwer gefallen, sich bei der Übersiedlung von vielen Sachen trennen zu müssen? In einer großen Wohnung sammelt sich im Laufe der Zeit sehr viel an. Natürlich überlegt man, aber man braucht nicht mehr so viel, wenn man älter ist. Zu meiner Wohnung hier gehört auch ein Abstellraum unten beim Park-

triebskosten pro Monat sowie die Heizkosten (Pellets-Zentralheizung), die aber bei einem hervorragenden Wärmewert von 19 kWh/m2 nicht allzu hoch ausfallen dürften. Außerdem gibt es eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Im Preis inbegriffen ist eine Betreuung durch Michaela Fuzik-Aigner vom Caritas-Haus St. Bernadette, die einmal pro Woche die Bewohner/-innen kontaktiert. Jeden Monat steht außerdem eine diplomierte Krankenschwester in einem eigenen Ärztezimmer zur Verfügung. Die Mahlzeiten können im Caritas-Heim eingenommen werden, ab zehn InFortsetzung auf Seite 5

platz, da kann ich einige Dinge unterbringen. Meine Bücher könnte ich auch einer offenen Bibliothek im Hause zur Verfügung stellen, damit sie auch andere Mitbewohner/innen lesen können. Haben Sie bereits Kontakte im Haus geknüpft? Ich habe ganz liebe Nachbarn und auch mit ein, zwei anderen Leuten spreche ich öfters. Ein kleines Kind gibt es auch, das läuft immer auf der Wiese unter meinem Balkon herum. Gestern gab es ein Schnupperturnen im Gemeinschaftsraum. Das hat mir sehr gut getan. Wie ist sonst die Betreuung organisiert? Einmal die Woche kommt Frau Fucik-Aigner vom Haus Bernadette und erkundigt sich, wie es geht und ob man etwas braucht. Ich bin zum Glück ja noch sehr mobil und fahre mit dem Auto einkaufen. Im Winter werde ich den Bus nehmen. Auch wenn ich abends ins Theater fahre, bin ich lieber öffentlich unterwegs. Die Bushaltestelle ist ja gleich vor dem Haus.

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Alle Jahre wieder … … das Problem Schüler/-innen-Bus nach Perchtoldsdorf. Ein Bus für 160 Kinder? Von Susanne Hartig

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Heuer besuchen 160 Jugendliche aus Breitenfurt das Schulzentrum Perchtoldsdorf. Hier handelt es sich um die zuständige Pflichtschule und das zuständige Sprengelgymnasium. Eine direkte Bus-Verbindung nach Perchtoldsdorf und weiter zur HTL Mödling („HTL-Bus“) gibt es leider nur von Breitenfurt-Ost bzw. Hirschentanz. Natürlich möchten alle Schüler/-innen diese Verbindung nutzen. Der Bus verfügt über 29 Sitzplätze und 61 Stehplätze. Er kann somit 90 Schüler/-innen transportieren. Und was machen die restlichen 70 Schü-

ler/-innen? Das scheint den Verantwortlichen der Gemeinde Breitenfurt und des VOR seit Jahren egal zu sein! Man schlägt ihnen inakzeptable Busverbindungen vor, die ein besonders frühes Aufstehen oder Umsteigen mit langen Wartezeiten erfordern und wundert sich, dass die Schüler/-innen und ihre Eltern dieses Angebot ablehnen. Jedes Jahr zu Schulbeginn die gleiche Situation Aus Überlastung werden Haltestellen mit einsteige-willigen Kindern ignoriert, manchmal werden sogar zugestiegene

Schüler/-innen aus dem Bus geworfen. Für Kinder aus BreitenfurtWest stellt sich die Situation noch um etliches schlimmer dar: Schon ab der Haltestelle Schlossallee ist der Linienbus (um 6:40 Uhr) voll. Wollen sie dann bei der Haltestelle „Grüner Baum“ in den „HTL-Bus“ nach Perchtoldsdorf zusteigen, ist er manchmal bereits abgefahren, manchmal total überfüllt! Diese Situation ist eine Zumutung! Zu Schulbeginn häufen sich die Beschwerden der Eltern am Gemeindeamt. Und alle Jahre wieder erhalten sie die Auskunft: „Das ist jedes Jahr zu Schulbeginn so. Warten sie ein wenig, nach einigen Wochen reguliert sich die Situation!“ Natürlich, denn viele Eltern weichen dem Problem aus, indem sie (trotz bezahlter Busfahrt) die Kinder privat mit dem Auto – und dann natürlich gleich bis vor die Schule – transportieren. Das führt zur Verstärkung der Verkehrsbelastung und verstärkt die ohnehin schon gravierende Staubelastung!

Fortsetzung von Seite 4

Unterbringung im CaritasHeim St. Bernadette. Wohnungen, die aktuell nicht von Senior/-innen benötigt werden, können auch von jungen Leuten für drei Jahre befristet gemietet werden. Durch diese Vermischung entsteht kein Ghetto für alte Menschen, sondern – wie ich mir vorstellen kann – ein sozialer Austausch. Im großen Gemeinschaftssaal sollen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, aber auch für private Feiern

steht der Raum zur Verfügung. „Laden Sie Ihre Nachbarn ein, wenn Sie Geburtstag feiern", rät Stefan Haertl, „Das ist gelebte Nachbarschaft und niemand wird sich über Lärm beschweren." Breitenfurt hat mit diesem Projekt bereits eine Vorleistung für die in der Bürgerbefragung gewünschte Schaffung von betreutem Wohnraum für ältere Menschen und auch für Startwohnungen für Junge erbracht.

teressenten ist eine Hauszustellung möglich. Sollte höherer Betreuungsbedarf festgestellt werden, wird diese Hilfe von der Caritas organisiert. „So wenig Unterstützung wie man möchte, aber so viel wie man braucht", sagt DI Stefan Haertl, der Geschäftsführer der Heimat Österreich. Sollte man in der eigenen Wohnung gar nicht mehr zurechtkommen, haben die Bewohner/-innen vorrangigen Anspruch auf eine OKTOBER 2013

Heuer besuchen 160 Jugendliche aus Breitenfurt das Schulzentrum Perchtoldsdorf. Der „HTL-Bus“ kann aber nur 90 Schüler/-innen transportieren

Ein weiterer Bus von Breitenfurt West nach Perchtoldsdorf ist dringend nötig!

Auch nachmittags gegen 16 Uhr (ab Perchtoldsdorf/ Spitalskirche) wird ein Bus – diesmal zur Heimfahrt – dringend gebrauch!

BRENNNESSEL 5


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D RISCHE O T IS H

SEITEURTS

NF BREITE

Der Männergesangsverein Breitenfurt trifft sich regelmäßig – jeden Dienstag um 19:30 Uhr – im Museum Breitenfurt, Kardinal-PifflPlatz 1, zu Proben

Zusammenstellung der Chronik: Ing. Gerhard Brazda, Obmann MGV Breitenfurt

Der Männergesangsverein Breitenfurt wird 65 … … und viele seiner Mitglieder auch. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich in unserer hektischen und materialistischen Zeit immer noch Männer finden, die Freude am mehrstimmigen Chorgesang haben, die mit ihren Liedern auch ihre Zuhörer erfreuen und einen wichtigen Beitrag zum Breitenfurter Kulturleben leisten. Von Ingrid Kitzwögerer

Oberlehrer Dungl gründete 1887 den ersten Männergesangsverein in Breitenfurt und übergab bald darauf die Leitung an Anton Schillhammer (vgl. BRENNNESSEL 10/2010). Nach einigen Jahren löste sich der Verein wieder auf und wurde erst 1948 von Pfarrer Georg Zaubzer neu gegründet. Dieser war ein begabter Sänger, leitete bereits viele Jahre den Kirchenchor und wollte nach dem Krieg vor allem die verunsicherte Bevölkerung wieder zu einer Gemeinschaft formen. Nach der Abberufung von Pfarrer Georg Zaubzer in die Pfarre nach Wien-Oberlaa übernahm der Junglehrer Heribert Bachinger seine Stelle als Chorleiter. Neben der Pflege des österreichischen Volksliedes studierte er mit dem Chor auch vielstimmige Messen ein und vertonte das von Johann Stelzer geschriebene Breitenfurter Heimatlied. Im September 1952 wurde Ing. Josef Ulm Chorleiter. In dieser Position gestaltete er aktiv und erfolgreich 40 Jahre

lang die Vereinsgeschichte des Breitenfurter Männergesangvereines mit. In der Zeit von 1978 bis 1983 überließ er die Chorleiterstelle Dkfm. Hans Gruber und unterstützte diesen als Stellvertreter. Ihm folgte 1993 Margarita Arbesmeier, die nicht nur ihr Fachwissen („Bachelor of music", honoris cum laude abgeschlossen), sondern auch ihre offene, fröhliche und liebenswerte Art bei Proben und Aufführungen mit einbrachte. Von 1996 bis 2001 lag die künstlerische Leitung des Männergesangvereines dann in den Händen von Rudolf Sablitzky. Besonders erfolgreich waren in diesen Jahren speziell die Faschingsveranstaltungen. Der „Rudi" fand immer die richtige musikalische „Mischung“ für das Publikum. Durch die tatkräftige Unterstützung des zweiten Chorleiters, Ing. Ernst Jakel, wurde auch die Qualität des „Musikalischen Advents” weiter verbessert. Nachdem Rudi Sablitzky die Funktion des Chorleiters zu-

rückgelegt hatte, konnte im Frühjahr 2001 mit Antal Bamas ein ungarischer Dirigent gewonnen werden. 2005 übernahm dieser dann die Leitung des Wiener Männergesangvereins, war aber noch bei der Suche nach einem kompetenten Nachfolger behilflich. Bei der ersten Probe im Jänner 2005 konnte Armin Engl als neuer Chorleiter begrüßt werden. Neben seiner Jugend, seiner Persönlichkeit und seiner Musikbegeisterung brachte Armin Engl auch sein reichhaltiges Fachwissen – er leitete bereits zwei Chöre in Südtirol – in die Probenarbeit mit ein. Nach vier erfolgreichen Jahren des gemeinsamen Weges und nach Abschluss seines Studiums in Wien ist Armin Engl wieder nach Südtirol zurückgegangen. 2008 folgte György Mészáros. Doch auch sein positives Wirken endete mit seiner Diplomprüfung, nach der er den Breitenfurter Männergesangsverein verließ, um ein Engagement am Stadttheater Braunschweig anzutreten. Vinicius Kattah, ein Dirigent aus Brasilien, der in Wien sein Master-Studium machte, übernahm dann die Chorleitung von September 2010 bis Mai 2011. Seit Juni 2011 leitet Carlos Fernandez aus Kolumbien den Männergesangverein. Er hat heuer sein Orchesterdirigentenstudium am Konservatorium der Stadt Wien mit Fortsetzung auf Seite 7

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OKTOBER 2013


Einfach zum Nachd(sch)enken Als mir im August dieses Jahres das „Profil“ in die Hände fiel, wusste ich sofort, worüber ich schreiben würde. Schon der Titel „Volkssport Alkoholismus“ ließ mich innerlich aufhorchen. Von Romana Wiesinger Zudem habe ich natürlich meine eigene Geschichte mit dem Thema Alkohol. Und zwar die, dass ich praktisch keinen Alkohol trinke und mir oft in Gesellschaft anhören muss: „No geh, was is denn dabei?“ oder „Ein kleines Gläschen wird dir schon nix tun!“ oder bis hin zu „Bist leicht krank?“

Beim Alkoholkonsum auf Platz 2 Ich will Sie nicht zu sehr mit Zahlen und Fakten konfrontieren, aber ein paar müssen schon sein. Meiner Meinung nach sind es erschreckende Zahlen: Im EU-Vergleich rangiert Österreich beim Alkoholkonsum auf Platz 2! Hätten Sie uns so eingeschätzt? Denken Sie nicht auch sofort an Russland, Ungarn oder Polen? Ich muss Sie enttäuschen. Die liegen alle hinter uns in der Statistik. Allen voran liegt Frankreich, mit einem Pro-Kopf-Konsum von 12,3 Liter pro Jahr, gefolgt von Österreich und Portugal mit je 12,2 Liter, dann erst kommen Tschechien, Estland, Luxemburg, Ungarn, Slowenien, Russland bis Großbritannien, mit immer noch stolzen 10,2 Litern.

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Erfolg abgeschlossen und beginnt im Herbst mit dem Master-Studium. Viele Männerchöre in Österreich mussten bereits wegen Nachwuchsmangels ihre Tätigkeit beenden. Bei den Breitenfurtern ist es in letzter Zeit auch immer schwieriger, Abgänge rechtzeitig nachzubesetzen. OKTOBER 2013

Diese Angaben sind jeweils Reinalkohol in Liter, pro Kopf auf die Bevölkerung ab 15 Jahren gerechnet. Mein nächster Gedanke: „Und was ist mit den Jugendlichen unter 15 Jahren?“ Wenn man sich umsieht, hat man in Österreich nicht den Eindruck, dass hierzulande erst ab 15 getrunken wird. Ganz im Gegenteil, es sind oft die 12bis 13-jährigen, die total betrunken von ihren Eltern von einer Party abgeholt werden müssen. Für mich ist das eine traurige Entwicklung und ich vermute, dass etwas mit unserem Wertesystem nicht passt. Räusche – sagen mir alle Erwachsenen – hatten wir damals auch. Ja, aber nicht mit 13!

aufgerüttelt, genauso wie „Kulturdroge", und das geht durch alle Schichten und Generationen des Landes; nicht angesprochen die anderen „Kulturdrogen“. Abgesehen davon kostet uns diese „Kulturdroge“ enorm viel Geld, einerseits direkt, andererseits wegen der durch Alkohol hervorgerufenen gesundheitlichen Schäden. Doch wichtiger sind mir die Menschen, die dem Alkohol verfallen sind.

Ist das noch Genuss?

Wie können zwei Jugendliche (14 und 15 Jahre) beim Spar am Maurer Hauptplatz Alkohol um über 80 Euro kaufen? Woher haben die Jugendlichen so viel Geld? Doch zurück zu den Erwachsenen. 1,1 Millionen Menschen sind abhängig oder gefährdet, in die Abhängigkeit zu rutschen. Und – wie gesagt – das Wort „Volkssport“ hat mich so

Wohl eher nicht! Ich denke, wer es schafft, hin und wieder mit Genuss – also mit dem richtigen Maß – zu trinken, hat gewonnen und wird wohl niemals in die Spirale der Abhängigkeit geraten. Auf die Frage „Wie entgehen Sie diesem gesellschaftlich verordneten Alkoholzwang? Haben Sie sich Tricks zugelegt?“ antwortet Erwin Steinhauer, allseits bekannter Schauspieler: „Ganz einfach. Ich stoße an, ich nippe nur und mische mit Wasser. Prinzipiell vermeide ich Schnäpse und Rotweine und halte mich ausschließlich an leichte Weißweine. Doch davon nie mehr als drei Gläser.“ (Profil, August 2013)

Derzeit sind 21 aktive Sänger im Verein tätig (davon nur 16 aus Breitenfurt). Es wäre noch genügend Platz für weitere Sangesbrüder in den Reihen! Der Männergesangsverein sieht sich als Amateurchor, der sich regelmäßig – jeden Dienstag um 19:30 Uhr – im Museum Breitenfurt, Kardinal PifflPlatz 1, zu Proben trifft und

durch seine Auftritte zum Kulturleben von Breitenfurt beiträgt. Allen gemeinsam ist die Freude an Gesang, Geselligkeit und Kameradschaft. Probieren Sie es einmal aus! Das 65-jährige Bestehen wird heuer jedenfalls ausgiebig gefeiert und zwar unter dem Motto: So jung kommen wir nicht mehr zusammen.

Sieht und kontrolliert das niemand?

Volkssport Alkoholismus?

Erwin Steinhauer, allseits bekannter Schauspieler: „Ich stoße an, ich nippe nur und mische mit Wasser“

BRENNNESSEL 7


Leider ist es wieder so weit: Die E Der neue Bürgermeister sieht in der Verbauung der EVN-Wiese eine gute Gelegenheit, an Geld zu kommen. Was jahrzehntelang unter Altbürgermeister Herzig ein Tabu war, will Ernst Morgenbesser nun ändern. Denn die Erfüllung der Wünsche aus der Befragung Breitenfurt 2023 kostet Geld. Von Gabriele Rass-Hubinek

8 BRENNNESSEL

Wie kommt eine Gemeinde zu Geldsegen? Durch den Zuzug neuer Bürger. Je mehr Einwohner mit Hauptwohnsitz eine Gemeinde hat, desto mehr

Familie Breiteneder, die ein Immobilienimperium betreibt, hat sie dann als Bauland-Aufschließungszone gekauft, mit der Hoffnung, dass sie bald

Wenn es darum geht, jungen Breitenfurter/-innen eine Wohnmöglichkeit zu bieten, stellt sich zuerst die Frage, wie hoch ist der Bedarf im Mo-

Geld bekommt sie vom Land. Was liegt also näher, als die letzten großen Ressourcen anzuzapfen, noch dazu, wenn man sich als neuer Bürgermeister ein Denkmal setzen will? Die Breitenfurter Grünen sind vor 27 Jahren aus einer Bürgerinitiative gegen die Verbauung der 10 ha großen Wiese zwischen den Hochhäusern und der Liesingtalstraße entstanden. Damals haben wir auf den großen Fehler hingewiesen, dass die Gemeinde unter Altbürgermeister Ernst Herzig es versäumt hat, die Wiese um günstiges Geld von der EVN zu kaufen, obwohl sie ihr angeboten worden war. Die

aufgeschlossen wird. Dazu braucht es nur einen Gemeinderatsbeschluss. Allerdings hat Altbürgermeister Herzig damals versprochen, dass die Wiese unter seiner Amtszeit nicht aufgeschlossen wird. Leider hat ihn das nicht gehindert, einen Teil als Kernzone zu widmen, was wiederum Einfluss auf die mögliche Bauhöhe und -dichte hat.

ment? Wie viele Leute werden zuziehen? Wenn man von nur 1000 neuen Einwohnern ausgeht – weniger Zuzügler wären finanziell nicht interessant – wie viele davon werden Breitenfurter/ -innen sein? Und was machen wir in den Jahren danach, wenn die nächsten Breitenfurter/ -innen Wohnraum suchen? Immer weiter verbauen? Warum wollen Menschen überhaupt in Breitenfurt leben? Vielleicht, weil sie die Natur suchen und eben nicht städtisches Flair? Man kann nicht beides haben. Was bedeutet es für Breitenfurt, wenn durch die Auf-

Kurzsichtiger Ansatz Natürlich braucht eine Gemeinde Geld. Und es ist auch verständlich, dass ein neu gewählter Bürgermeister Initiativen setzen will. Allerdings ist dieser Ansatz sehr kurzsichtig.

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VN-Wiese im Brennpunkt schließung der Wiese viele neue Leute zuziehen? Was für die Infrastruktur – also die Versorgung mit Wasser, den Kanal (Erhöhung der Kanalgebühren?), die Volksschule, den Kindergarten, den Hort, die Kläranlage, die Verkehrswege auch rund um die Wiese, die jetzt schon stark befahren sind, und den Verkehrsstau nach Wien? Wie will Breitenfurt das alles finanzieren? Auf diese Fragen wollen wir konkrete Antworten mit konkreten Zahlen. Sie sind nicht leichtfertig vom Tisch zu wischen. Denn es ist zu befürchten, dass ein Nullsummenspiel herauskommt und der von den meisten angestrebte ländliche Charakter von Breitenfurt verloren geht.

Der Vorschlag der Breitenfurter Grünen Wir sind für die Gestaltung eines Ortszentrums in Breitenfurt, allerdings dort, wo es bisher bereits eines gibt, nämlich

im Bereich von Zielpunkt, Billa, bis zum Würstelstand an der Hauptstraße. Die Toplak-Gründe, die eben verkauft worden sind, können als Kernzone gewidmet werden. Wir sind dafür, dass junge Breitenfurter/-innen hier bleiben können. Aber Fakt ist, dass die Grundstückspreise enorm gestiegen sind und dass sich die Jungen das, was sich die Älteren leisten konnten, nicht mehr so einfach werden leisten können. Das betrifft alle Bereiche des Lebens. Niemand hat sich vorgestellt, dass der allgemeine Wachstumsglaube einmal zusammenbricht. Den Preis dafür zahlen die Jungen. Was die Gemeinde tun kann, ist, günstige Startwohnungen zu bauen, und darauf zu schauen, dass diese auch nur (!) an Breitenfurter/-innen weitergegeben werden dürfen. Und nicht weitere Ressourcen zu verschwenden, sondern Breitenfurt als attraktiven Lebensraum zu erhalten und zu

Unterschreiben auch Sie gegen die Verbauung der EVN-Wiese in Breitenfurt! © Wenn Sie Breitenfurt als das erhalten wollen, wofür Sie es lieben, nämlich als eine ländliche Wienerwaldgemeinde © Wenn Sie finden, dass wir genug Verkehr auf der Hauptstraße haben © Wenn Sie meinen, dass grenzenloses (Größen-) Wachstum nicht das Gelbe vom Ei ist © Wenn Sie auch Ihren Enkeln noch Ressourcen überlassen wollen, dann unterschreiben Sie bitte online die Bürgerpetition auf www.avaaz.org/de – Der Kurzlink zur Petition lautet: http://tinyurl.com/o862sjy Sie können gegen die Verbauung der EVN-Wiese natürlich auch auf einer der Unterschriftenlisten, die in der Trafik und der Apotheke aufliegen, unterschreiben.

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gestalten. Eine zusammenhängende ebene Wiese in dieser Größe ist eine Begegnungsfläche, die vielfältige Möglichkeiten bietet, nicht nur für Hunde. Am Ende der Leine ist immer ein Mensch.

Eine Rückwidmung ist möglich Die Wiese soll als innerörtliches Grünland erhalten bleiben. Ja, sie könnte sogar rückgewidmet werden, wie ich vom Land NÖ erfahren habe. Wenn die Planungsstrategie der Gemeinde sich ändert, liegt es in der Autonomie der Gemeinde, eine Rückwidmung zu beschließen. Das kann auch gegen den Willen der Eigentümer geschehen. Ich habe mit dem Altbürgermeister von Klosterneuburg gesprochen, der 140 ha Bauland rückgewidmet hat, ohne die Eigentümer zu entschädigen. Die wenigen Klagen dagegen wurden vor Gericht abgewiesen.

Bleiben Sie informiert: abonnieren Sie unseren Newsletter! Auf unserer Homepage gibt es jetzt neu die Möglichkeit, sich für unseren Newsletter anzumelden. Wenn Sie in Zukunft in unregelmäßigen Abständen über die Arbeit und Aktivitäten der Breitenfurter Grünen informiert werden wollen und z.B. die neuesten Entwicklungen zur EVN-Wiese nicht verpassen wollen, dann abonnieren Sie unseren Newsletter. http://breitenfurt.gruene.at/newsletter/

Neue E-Mail-Adresse! Anliegen, Meinungen und Wünsche an die Breitenfurter Grünen können Sie uns ab sofort an unsere neue E-MailAdresse schicken: breitenfurt@gruene.at

BRENNNESSEL 9


Breitenfurter Dorfgemeinschaft goes Hollywood Am 23. August 2013 gastierte bereits zum 8. Mal das Grüne Wanderkino in Breitenfurt. Und wiederum mit großem Erfolg! Über 300 Zuseher/-innen waren gekommen und genossen bei Schönwetter Kino unter freiem Sternenhimmel.  Von Thomas Steigberger

Michael Mullan, Leiter der Dorfgemeinschaft, erklärte vor Filmbeginn das Konzept der Dorfgemeinschaft

Bis spät in die Nacht dauerte der erfolgreiche grüne Wanderkinoabend

Diesmal wurde der Film „So wie Du bist“ gezeigt, in dem sich zwei Jugendliche mit DownSyndrom lieben und auch heiraten wollen. Teile dieses Filmes wurden in der Breitenfurter Dorfgemeinschaft gedreht und einige Bewohner/-innen der Dorfgemeinschaft wirkten dabei mit. Auch der Leiter der Dorfgemeinschaft, Michael Mullan, war in einigen Szenen zu sehen. Vor Filmbeginn erklärte er das Konzept der Dorfgemeinschaft: Betreuer und Betreute leben gemeinsam in kleinen Wohneinheiten. Einige liebevolle Stände umrahmten die Wanderkinoveranstaltung und wurden vom Publikum fleißig frequentiert. Die Österreichische Bandgesellschaft, Grünzeux, der

Weltladen, unser heimischer Imker Erwin Fassl und natürlich die Breitenfurter Dorfgemeinschaft selbst präsentierten dabei ihre Produkte. Dazu wurden Getränke ausgeschenkt, und das kulinarische Angebot der Familie Kühmayer ließ keine Wünsche offen. Wer sich vor dem Film noch ausruhen wollte, konnte seine persönliche Biomasse auch in einen der aufgestellten grünen Liegestühle pflanzen.  Aber nicht nur das, auch das ReportTeam des ORF war anwesend und interviewte manche Zuseher sowie anwesende grüne Politprominenz, wie z.B. Madeleine Petrovic, Dieter Brosz und Klaus Hochkogler. Im Anschluss an den Film, nach einem großartigen Applaus des

Publikums, kamen auch Darsteller/-innen aus der Breitenfurter Dorfgemeinschaft zu Wort und erzählten sehr emotional über ihre wunderbaren und unvergesslichen Erinnerungen an die Dreharbeiten. Sie betonten ganz besonders, jederzeit wieder an einem Film mitwirken zu wollen. Dazu führte auch unser Filmexperte Thomas Vavrinek ein Interview mit Michael Mullan, das weitere interessante Einblicke in die Dreharbeiten zu „So wie Du bist" und in die Rolle der Breitenfurter Dorfgemeinschaft darin bot. Bis spät in die Nacht dauerte der  erfolgreiche grüne  Wanderkinoabend. Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Vorstellung im kommenden Jahr! 

Nach dem Wanderkino ist vor dem Wanderkino Auch im kommenden Jahr wird das Grüne Wanderkino versuchen, seinen Erfolgslauf Von Thomas Vavrinek im Raum Mödling weiterzuführen.  Trotz des etwas holprigen Starts in Bruck/Leitha und der wetterbedingten Absage in Wolfsgraben, konnte der Rekord vom Vorjahr mit diesmal über 5.100 Zusehern überboten werden. Dieser neuerliche Erfolg bestätigt wieder unsere Grundidee, gute, unterhaltsame und anspruchsvolle Filme einem interessierten Publikum zu zeigen. Die im Vorjahr zum ersten Mal gestarteten Trailer machten zusätzlich Appetit 10 BRENNNESSEL

auf die nächstfolgenden Filme. Nach dem Wanderkino ist vor dem Wanderkino: Für die nächste Saison werden einige, auch technische, Neuerungen geplant. 10 Jahre Grünes Wanderkino bedeuten auch 10 Jahre Erfahrung und den Willen, unsere Veranstaltungen noch besser zu machen. Im Sommer 2014 startet die 11. Saison. Es wird sicher wieder ein spannendes Filmangebot geben. OKTOBER 2013


Von Brombeeren bis zu Wildbirnen Am Vormittag des 14. September regnete es noch zum Teil heftig, aber dieses Mal war Verlass auf die Wettervorhersage. Und so traf um 14 Uhr bei Sonne, Wolken und Wind eine beträchtliche Gruppe von Interessierten beim Gemeindeamt ein. Von Anne Vavrinek Renate Weber zeigte uns in ihrer begeisterten und begeisternden Art einen wahren Schatz von Früchten an Wiesen- und Waldrändern, der in Hülle und Fülle von der Natur zum Sammeln geboten wird: Brombeeren, Wildbirnen, dunkelblaue Schlehen, rote Weißdornfrüchte, Holunder, Hage-

butten, Bucheckern und sogar Eicheln, die vielen nur als Wildschweinfutter bekannt sind. Dazu gab es auch Tipps zur Herstellung von Tees, Marmeladen, Säften, Schnaps...! Renate Weber wies auch auf Vorsichtsmaßnahmen bei der Verarbeitung hin. Zum Beispiel auf die Menge des Konsums

von Weißdorntee (Herzmittel) oder dass Bucheckern wegen der darin enthalteten Blausäurederivate kurz geröstet oder im Gebäck mitgebacken werden sollten. Ihr umfassendes Wissen ist beeindruckend! Und nun viel Erfolg beim Sammeln, Trocknen und Gläserund Flaschenfüllen!

Ein wahrer Schatz von Früchten, die in Hülle und Fülle von der Natur geboten werden

Aufruf Fotoausstellung „Breitenfurter Ansichten“ Vielen Dank an diejenigen, die mitmachen wollen und uns schöne Bilder schickten! Es sind aber noch zu wenige. Gut Ding braucht Weile. Wir verschieben also den Ausstellungstermin und freuen uns auf weitere Zusendungen. In der letzten BRENNNESSEL (Heft 56 vom Juni 2013) riefen wir die Breitenfurter/-innen auf, uns ihre Breitenfurter Impressionen für eine geplante Fotoausstellung zur Verfü-

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gung zu stellen. Im Herbst geht sich das nun noch nicht aus. Aber aufgeschoben muss nicht aufgehoben sein! Alle, die immer wieder mit dem Fotoapparat unterwegs sind und in unserer „Wohlfühlgemeinde“ ihre Eindrücke festhalten, sind noch einmal eingeladen, uns ihre Bilder zukommen zu lassen. Vielleicht können wir dann im Frühjahr unser Vorhaben realisieren! Und es bleibt Zeit genug, um neue herbstliche, winterliche und

frühlingshafte Motive einzufangen! Wenn Sie nun Lust bekommen haben mitzumachen, senden Sie bis zu drei Fotos im JPG-Format (ideale Größe 5 MB) unter dem Kennwort „Fotoausstellung“ mit Name und Adresse per Mail an: breitenfurt@gruene.at oder an atelier@tintifax.biz Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an das Atelier Tintifax, Tel.: 02239/4277.

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Ausstellung Christa Braun – Elfriede Mach – Pepe Holzschmied Wir zeigen im Rahmen der „NÖ Tage des offenen Ateliers” unsere Bilder und Objekte. Foyer der Mehrzweckhalle Hirschentanzstraße 3, Breitenfurt Ausstellungszeiten: Sa., 19. 10. 2013, 14–18 Uhr So., 20. 10. 2013, 10–12 Uhr und 14–18 Uhr Besonderes Schmankerl: So., 20. 10. 2013, 11:00–11:30 Uhr Elfriede Mach liest aus ihrem Buch „Rosen am Horizont” Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und Ihren Besuch. Auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Die nächsten Veranstaltungen des SKB Sa., 26.10. 2013: Breitenfurter Wandertag Do., 31.10. 2013: Halloween-Party, Sportplatz Breitenfurt

Einladung zur Lesung „Bruno’s family“ 6 Nachdem unser Dorfdichter Bruno Puchinger leider im Vorjahr überraschend verstorben ist und sowohl er als auch seine Zuhörer seine fünf Leseabende im Pfarrheim stets sehr genossen haben, gibt es im November eine Abschiedslesung mit gewohnter Besetzung. (Christa und Werner Braun sowie Eva und Waldemar Dremel) Als Gastleser erwarten wir den bekannten und beliebten Walter Hornik, Dichter und Freund von Bruno. Unser Bürgermeister i. R. Ernst Herzig hat sich freundlicherweise bereit erklärt, einführende Worte zu sprechen. Fr., 15. 11. 2013, 18:30 Uhr, Pfarrheim Kurse zum regelmäßigen Mitmachen: • Spanisch Stufe I: jeden Mittwoch, 17:00 – 18:30 Stufe II: jeden Montag, 10:30 – 12:00 Stufe III: jeden Montag, 15:00 – 16:30 • GesundheitsGymnastik Montag, 18:15 – 19:30 Dienstag, 8:15 – 9:30 Dienstag, 10:15 – 11:30 • Yoga am Abend Montag, 20:00 – 21:30 • Zhan Zhuang Qi Gong Mittwoch, 8:30 – 10:00 Donnerstag, 19:00 – 20:30 • Folkloretanzen 20.10., 3. und 17.11., 1. und 15.12., jeweils 18:30 – 21:00 Seminare und Workshops: • Lustvoll singen: 19. 10., 14 – 18 Uhr • smovey-Workshop: 6. 11., 19 – 21 Uhr • FACE (Gesichtsgymnastik): 22.11., 9 – 17 Uhr Tel.: 02239/2312, E-Mail: office@bildungswerkstatt-breitenfurt.at www.bildungswerkstatt-breitenfurt.at

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Ringelnatter

Fotos R. Kopeczky

14 Schülerinnen und Schüler des BG Perchtoldsdorf – sieben davon aus Breitenfurt und Laab – erkundeten auf Mountainbikes mit ihrem Mathematiklehrer Mag. Anton Hartig in den Projekttagen die Umgebung Breitenfurts .

Schlingnatter

Äskulapnatter

Zauneidechse

Weitere Infos auf www.sk-breitenfurt.at

suchen herangetragen, über ihre Arbeit, Angebote oder auch Ansichten zu berichten. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen, zeichnet aber nicht für den Inhalt verantwortlich.

Bildungswerkstatt

Die BRENNNESSEL – ohne Inserate und Werbung – wird in Breitenfurt von vielen aufgeschlossenene, interessierten Menschen gelesen. An die Redaktion wird deshalb häufig das An-

Einladung zum Vortrag von

Richard Kopeczky

REPTILIEN IN BREITENFURT 15. November 2013 um 19:00 Uhr Museum Breitenfurt Organisation: Umweltbeirat der Marktgemeinde Breitenfurt

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Saschas Gartentipps 潮澙潮 潥

Von Sascha Buresch

潹潿潺潿潹潿潺潹潿潺潹潿潺潹潿潺潿 Noch ist Pflanzzeit für Zwiebelblumen. Bilden die Frühlingsboten kleine Gruppen, entstehen oft kahle Bereiche, nachdem das Laub eingezogen ist. Unter Gärtnern gefragt sind deshalb spät austreibende Nachbarn, die den Tulpen, Narzissen oder Traubenhyazinthen zunächst Platz und Licht zur Entfaltung lassen und später das vergilbte Zwiebellaub abdecken. Geeignete Partner im sonnigen Beet sind die ameri-

kanischen Präriestauden wie Sonnenhut, Sonnenbraut oder andere Spätzünder. Im lichten Schatten bilden Funkien, Herbstanemonen, Silberkerzen, Astilben, Ziergräser oder Farne nach dem Einziehen der Zwiebelblumen einen attraktiven Blickfang. Farbenfroh und winterhart sind jetzt als Farbtupfer die HerbstChrysanthemen. Dabei entzünden die alten Bauerngartenschönheiten auch im Beet ein

Farbenfeuerwerk zum Saisonfinale. Sorten wie „Paul Boissien“ (zwischen cognac- und kupferfarben), die pomponblütige „Julia“, „Herbstkuss“ und die gelbe „Schaffhausen“ sind auch Nahrung für Insekten. In der Heimat der Chrysanthemen, in China, beschäftigte man sich schon vor 2000 Jahren mit deren Züchtung. In Europa trat die Chrysantheme erst im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug an.

Foto: Anja Hofmann/pixelio.de

Attraktiver Partner für Zwiebelblüher

Chrysanthemen

Kulinarisches im Ort – Teil 3 „Das Pfefferkörndl“ Herr Rautner, seit wann gibt es dieses Gasthaus? Das Pfefferkörndl, so wie es jetzt ist, gibt es seit 1992, das heißt seit 21 Jahren. Davor betrieb es Herr Hochgerner, aber seit 21 Jahren gehört es mir. Was, würden Sie sagen, ist die Spezialität Ihres Hauses? Wie der Name schon sagt „Pfefferkörndl“ – klein und scharf. Küchenmäßig machen wir alles querdurch, von Hausmannskost bis zu internationalen Spezialitäten. Gibt es übers Jahr verteilt Besonderheiten, Veranstaltungen oder Ähnliches? Immer wieder saisonbedingt. Wir gehen nach der Jahreszeit – jetzt zum Beispiel Kürbiscremesuppe oder auch Eierschwammerl. Jetzt kommt dann die Winterzeit, da haben wir fast jeden Monat einen Themenabend, wo wir einen griechischen, einen italienischen oder einen spanischen Abend planen. Oder jetzt aktuell einen steirischen Abend mit OKTOBER 2013

Von Romana Wiesinger steirischer Harmonika und Geige zum Nachtisch. Livemusik, natürlich aus Breitenfurt mit „Blizz Frizz“ beispielsweise. Was ist das Besondere oder anders gefragt, weshalb sollten die Gäste genau hierher kommen? Weil wir ein gutes Essen haben. Ich koche persönlich, wir sind von Montag bis Freitag von 8 bis 24 Uhr da. Wir haben auch hausgemachte Mehlspeisen, seit kurzem haben wir den Breitenfurter Milchrahmstrudel nach dem Rezept der Frau Ulm wiederbelebt. Außerdem haben wir jeden Donnerstag Backhendltag – um 7,50 Euro – und über den Sommer jeden Mittwoch Speisen vom Holzkohlengrill. Mittags gibt es zwei Menüs zur Auswahl. Für Vegetarier empfehle ich gebackenen Camembert oder geröstete Knödel mit Ei. Noch etwas Wichtiges für unsere Leser/-innen? Samstag und Sonntag gibt es

das Partyservice. Man kann aber auch hier Geburtstag oder andere Feste feiern – für 25 bis 50 Gäste ist Platz. Was meinen Sie mit Partyservice genau? Wohin überall liefern Sie? In ganz Breitenfurt, aber auch im ganzen Bezirk Mödling und Wien. Auch für größere Feste, zum Beispiel haben wir im Oktober drei Tage lang im Wiener Schützenverein über 500 Personen zu verköstigen. Für solche größere Veranstaltungen hab ich dann auch zusätzliche Mitarbeiter. Im Lokal selbst arbeite ich mit meiner Frau, die sich aber ab Mittag ums Kind kümmert. Im Service hab ich den Wolfgang, also fast ein Familienbetrieb, denn der Wolfgang arbeitet auch schon sieben Jahre hier. Hin und wieder nehme ich einen Praktikanten auf. Falls Sie also Lust bekommen haben, Andi´s Pfefferkörndl zu besuchen, viel Vergnügen und Mahlzeit!

Pfefferkörndl Hauptstraße 116 02239/2689 www.andis-pfefferkoerndl.at Mo.–Fr., 8–24 Uhr

Beim Pfefferkörndl können Sie außer gut essen auch noch Pakete über das Hermes-Service aufgeben und die Kleiderreinigung in Anspruch nehmen

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Wunderwerk Mensch Teil 21: Das Es liegt mir am Herzen. Manchmal geht mir etwas zu Herzen oder es blutet mir das Herz. Und dann springt es wieder vor Freude. Von Eva Mößler Aorta

Bauchaorta Zwerchfell siehe Wunderwerk Mensch Teil 16 So liegt das Herz im Brustkorb Mächtig ist der verschlungene Knäuel an Blutgefäßen, der unmittelbar anschließt. Die Aorta zum Beispiel hat einen Durchmesser von 3 cm! Sie verlässt das Herz nach oben zu, macht dann aber gleich eine Kurve und verläuft hinter dem Herz hinunter in den Bauchraum.

Offensichtlich spielt das Herz im Gefühlsleben eine große Rolle, als Inbegriff von allem, was einen zutiefst berührt. Herz reimt sich auf Schmerz. Ohne das Wort Herz gäbe es 90 Prozent der Lyrik nicht, heißt es. Wenn man das Herz nüchtern betrachtet, kann man es als Pumpe für die gesamte Versorgung des Organismus sehen. Solange diese klaglos funktioniert, kümmert man sich nicht darum, was für eine unglaubliche Präzision dafür nötig ist. Erst wenn da und dort etwas nicht mehr so genau stimmt, nehmen wir uns den Rat „zu Herzen”, in unserem Lebensstil Rücksicht auf unser Herz zu nehmen. „Das Herz am rechten Fleck haben” Dieser „Fleck” ist zwischen den Lungenflügeln in der Mitte des Brustkorbs direkt hinter dem Brustbein. Das Herz gleicht nicht so sehr einer „Keksform”,

Obere Hohlvene Rechte Lungenarterien Rechte Lungenvenen Rechter Vorhof (Atrium dextrum)

Kopf- und Halsarterien

rta Ao

Lungenschlagader (Truncus pulmonalis)

Linke Lungenarterien Linke Lungenvenen Linker Vorhof (Atrium sinistrum)

Linke Rechte Segelklappe Taschenklappe (Mitralklappe) (Pulmonalklappe). Untere Linke Die linke Hohlvene Kammer Taschenklappe Rechte (Ventriculus (Aortenklappe) Segelklappe sinister) ist auf der Abbil(Trikuspidalklappe) dung durch die Rechte Kammer Lungenschlagader (Ventriculus dexter) verdeckt 14 BRENNNESSEL

sondern eher einem abgerundeten Kegel, der – um 45° gekippt – mit der Spitze nach links unten zeigt, zwei Drittel des Herzens liegen links der Mittellinie, ein Drittel liegt rechts. Das Herz steckt in einem doppelhäutigen gut gleitenden (Herz-)Beutel, der mit dem Atemmuskel Zwerchfell verwachsen ist. So sind die gewaltigen rhythmischen Bewegungen, die in diesem Bereich stattfinden, leichter und geordnet möglich. „Ein großes Herz haben” Normalerweise ist das Herz etwa so groß wie die Faust des jeweiligen Menschen und wiegt ±30 dag. Es besteht durch und durch aus einem speziellen Muskel mit Hohlräumen und einigen bindegewebigen („flaxigen”) Abteilungen dazwischen, der sich rhythmisch zusammenzieht. Wenn ihm besonders viel Leistung abverlangt wird, trainiert sich der Muskel auf. Er wird stärker und größer (Sportlerherz, bis zu 50 dag = 1/2 kg!). Wenn man dann zu trainieren aufhört, kann das zum Problem werden. Das Herz ist eine Doppelpumpe Es besteht aus zwei voneinander getrennten Hälften. Das rechte Herz pumpt das Blut in die Lungen. Das ist nicht weit (kleiner Kreislauf/Lungenkreislauf). Die Muskelschicht ist mäßig dick. Das linke Herz pumpt in den Rest des Körpers. Das ist weit (großer Kreislauf/Körperkreislauf). Die Muskelschicht ist besonders dick. Beide Hälften werfen mit einem Schlag jeweils ca. 70 ml Blut aus, etwas mehr als 1/16 l, d.h. ein kleines

Glaserl Rotwein. Beide Hälften kontrahieren gleichzeitig. Eine Pumpe braucht Ventile Es muss ja die Richtung des Pumpens sichergestellt sein. Jede Herzhälfte ist quer nochmals geteilt: in einen Vorhof und eine Kammer. Ventile (Klappen) sitzen jeweils zwischen Vorhof und Kammer und dort, wo die großen Gefäße das Herz verlassen. Die Vorhöfe dienen als Wartezimmer, in denen sich das Blut schon einmal sammelt, um dann schnell für den nächsten Schlag in die Kammer zu schlüpfen. Der Zeitpunkt dafür ist gekommen, wenn die Kammer die vorherige Portion gerade ausgestoßen hat und die Muskulatur erschlafft. Die Kammer wird weit, der Druck

geschlossen

offen

Segelklappen befinden sich zwischen Vorhof und Kammer. Die „Segel” sind mit bindegewebigen Fäden am Grund der Herzkammer befestigt, damit sie nicht zurückschlagen können.

geschlossen

offen

Taschenklappen dienen zum Verschluss der großen Gefäße, in die die Kammer das Blut hinaustreibt (Aortenklappe und Pulmonalklappe).

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Herz in ihr sinkt plötzlich ab, das Blut aus dem Vorhof folgt dem Sog und strömt durch die nun nachgebende Segelklappe in die Kammer (Diastole). Schnapp! geht die Tür wieder zu, wenn sich das Herz nun kräftig zusammenzieht (Systole). Dafür öffnet sich die Taschenklappe und das Blut saust in einem Schwall hinaus in die jeweilige Arterie. Lässt das Herz wieder nach, kann das Blut nicht mehr zurück, denn die Klappen sind zu. Die Elastizität der muskulären Wände der Blutbahnen treibt nun den Schwall weiter und weiter. An oberflächlich liegenden Arterien (zum Beispiel am Handgelenk) ist er dann als Puls tastbar. So geht das Schlag auf Schlag. Ungefähr 70 Mal in der Minute. Wenn das Herz einmal stillsteht … … ist es aus mit uns. Das Herz darf sich keine längere Erholungspause gönnen. Es schlägt, ob wir nun hellwach sind oder bewusstlos. Wohl reagiert das Herz auf das vegetative Nervensystem: Es schlägt schneller, wenn wir uns aufregen und langsamer, wenn wir uns entspannen. Aber für die eigentliche Steuerung des Schlagablaufs gibt es direkt im Herzen ein eigenes, autonomes Erregungsleitungssystem, das sich nicht so leicht erschüttern lässt. Wie diese Erregung jeweils verläuft, lässt sich im EKG (Elektrokardiogramm) beobachten. Auch der Herzmuskel selber muss versorgt werden Und zwar an erster Stelle! Vom Blut, das das Herz durchpumpt, hat er nämlich nichts. Aber gleich nach der AustrittsOKTOBER 2013

stelle der Aorta zweigt eine Arterie ab, die sich mit ihren Verästelungen um das Herz herumschlingt. Das sind die Herzkranzgefäße, die dem Herzmuskel den allerfrischesten Sauerstoff zuführen. 5 % des ausgeworfenen Blutes verbraucht das Herz für die eigene Arbeit. Nun ist es so, dass Blut in den Herzmuskel nur dann eindringen kann, wenn er entspannt ist, das heißt während der Diastole. In der Systole – während des Zusammenziehens des Herzens – ist der Muskel fest und drückt die Kapillaren, die sich für seine Versorgung im Muskel verzweigen, schlichtweg zu. Also: Entspannung im Wechsel mit Aktivität ist auch für die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels selbst das Um und Auf. Wenn das Herz geschwächt ist, wirkt sich das auf alle Organe aus. Ein Herzinfarkt … … tritt auf, wenn Äste der Herzkranzgefäße verstopft sind (durch ein Blutgerinnsel, das steckenbleibt, oder durch „Verkalkung”/Arteriosklerose der Gefäße). Kein Blut, kein Sauerstoff, keine Nährstoffe ... heißt: Muskelgewebe geht zugrunde. Je nachdem, wieviel vom Herzmuskel davon betroffen ist, kann man einen Infarkt überleben, oder das Herz hört eben auf zu schlagen. Verheilt ein Herzinfarkt, bleibt statt dem abgestorbenen Stück Muskel eine Narbe zurück, die nicht mehr zur Leistung des Herzens beiträgt. Stellt man fest, dass die Herzkranzgefäße an bestimmten Stellen schon recht verengt sind, wird zur Vorbeugung ein „Bypass” gelegt, d.h. die Gefahrenstelle wird operativ

durch eine Umleitung überbrückt. Oder es wird ein „Stent“ gesetzt: Ein kleines Geweberöhrchen wird in das verengte Gefäß eingeführt, um es offen zu halten. Der Herzschrittmacher… … ist eine Hilfe, wenn das interne Reizleitungssystem des Herzens nicht mehr zu einem gleichmäßigen Rhythmus finden kann. Ein medizinisches Gerät, das elektrische Impulse abgibt, wird unter die Haut eingepflanzt. In der Ersten Hilfe verwendet man den Defibrillator, um ein stockendes Herz wieder zum Gehen zu bringen.

Wiederholung: Arterie = ein Blutgefäß, das vom Herzen wegführt. Vene = ein Blutgefäß, das zum Herzen zurückführt. Man spricht von „arteriellem Blut” (sauerstoffreich, hellrot) und von „venösem Blut” (sauerstoffarm, dunkelrot). Beachte: Dabei bezieht man sich auf den Körperkreislauf. Im Lungenkreislauf ist es umgekehrt. In der Lungenarterie (geht vom Herz zur Lunge) fließt „venöses” (= sauerstoffarmes) Blut, in der Lungenvene „arterielles” (= sauerstoffreiches). Siehe auch die Abbildung in Wunderwerk Mensch Teil 18.

Die Herzklappen … … können auch Grund zur Sorge sein. Sei es, dass sie nicht exakt schließen oder dass sie nicht genug aufmachen. Auch hier vollbringt die Chirurgie wahre Wunder, bis hin zum Ersetzen der Klappen durch Prothesen oder durch Klappen von Schweinen. Was kann ich für mein Herz tun? © Trainieren. Durch körperliche Aktivität fordern, aber nicht überfordern © Entspannen und offen sein für Erlebnisse, wo mir „das Herz aufgeht”. Begeisterung, Liebe, Humor, Natur, Kinder, Vertrauen, Freude an was auch immer ... © Und wenn mir vor lauter Kränkung oder Kummer schon beinahe das Herz bricht, dann schütte ich jemandem mein Herz aus. Schweren Herzens verschiebe ich die Themen Blutdruck, Arteriosklerose und Kreislaufprobleme auf nächstes Mal.

Herzkranzgefäße (Koronargefäße)

„Herz“lich willkommen in der GesundheitsGymnastik! www.gesundheitsgymnastik.at Unter dieser Adresse sind auch alle bisher erschienenen Folgen „WUNDERWERK MENSCH“ als PDF abrufbar

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HERBSTFEST

Einladung zum Herbstfest der Breitenfurter Grünen beim Naturdenkmal Eiche. Zugang von der Liesingtalstraße, Breitenfurt-Ost. Nur bei trockenem Wetter.

Samstag, 26. Oktober 2013, 14:00 Uhr Gemütliches Zusammentreffen unter der Eiche mit Informationen zu Planungen im Umfeld

Die Breitenfurter Grünen sind für Sie da Wollen Sie immer informiert sein? Dann melden Sie sich für den Newsletter an: http://breitenfurt. gruene.at/newsletter/ Falls Sie die BRENNNESSEL nicht im Briefkasten vorfinden, liegt es vielleicht daran, dass der Aufkleber „Kein Werbematerial“ die Zustellung der Postwurfsendung verhindert. Sollten Sie an der BRENNNESSEL Interesse haben, teilen Sie uns das bitte per Telefon oder E-Mail mit breitenfurt@gruene.at

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Herausgeber, Medieninhaber

Die Gemeinderäte der Breitenfurter Grünen Redaktion

OStR. Mag. Norbert Rass, Tel. 02239/4567 2384 Breitenfurt, Kreuzwiesensteig 17 Mag. Susanne Hartig, Tel. 02239/2330 2384 Breitenfurt, Hauptstraße 90

OStR. Mag. Norbert Rass Mag. Susanne Hartig Ingrid Kitzwögerer Mag. Romana Wiesinger Dr. Eva Mößler Thomas Vavrinek Gestaltung, Druckproduktion

Ingrid Kitzwögerer, Tel. 02239/2984 2384 Breitenfurt, Georg-Sigl-Straße 16

Atelier Tintifax atelier@tintifax.biz

Mag. Romana Wiesinger, Tel. 02239/4890 2384 Breitenfurt, Föhrengasse 2

Gedruckt auf Alterna Design, hergestellt aus 100 % total chlorfrei gebleichtem Zellstoff

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Brennessel 57 Oktober 2013