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Einblick & Überblick & Ausblick • März 2014

Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Fasten – bitte wie? Fasten – das klingt für viele nach Lichtnahrungsmythos, Schlank-in100-Tagen-Diät oder Selbstkasteiung. Die katholische Fastenzeit hat jedoch einen ganz anderen Hintergrund. Bereits im 2. Jahrhundert verbrachten Christen den Karfreitag und -samstag fastend, aus Trauer über den Tod Christi. Dieses Prinzip des Trauerfastens kommt aus dem Judentum und existiert heute noch bei Muslimen und Aleviten. Doch bereits im 5. Jahrhundert hatte sich das Trauerfasten in eine 40tägige Fastenzeit vor Ostern verwandelt. Die 40 Tage sollen dabei symbolisch an das laut Bibel 40tägige Fasten Jesu in der Wüste erinnern. Ähnlich dazu gab es auch vor Weihnachten eine 40tägige Fastenzeit, die am Martinstag begann. Der Faschingsdienstag einerseits und das Martiniganslessen andererseits entstanden in der Bevölkerung, um vor Beginn des Fastens noch einmal „die Sau raus zu lassen“. Doch wie fastet man „richtig“? Die Regeln dafür wurden1966 von „Konzilspapst“ Paul VI neu überarbeitet. Was etwa nur die Wenigsten

wissen: Durch das ganze Jahr hindurch ist an Freitagen der Genuss von Fleisch für alle Katholiken ab 14 Jahren verboten. Diese Regelung gilt auch für den Aschermittwoch. Das eigentlich besondere an der Fastenzeit ist das Abbruchfasten. Es gilt an Aschermittwoch und Karfreitag und besagt, dass alle Katholiken zwischen 21 und 60 Jahren wenn möglich nur eine Mahlzeit am Tag zu sich nehmen sollen. Ausgenommen von beiden Regelungen sind Arme, Kranke, werdenden oder stillenden Mütter, Schwerarbeiter und alle, die durch Umstände dem Gebot nicht nachkommen können (etwa weil sie keinen Zugang zu anderen Lebensmitteln als Fleisch haben oder bei einer einzigen Mahlzeit nicht genug zu sich nehmen können). >> Fortsetzung auf Seite 2

Man sollte sich über getätigte Fehler und „Sünden“ bewusst werden und das Unrecht wieder gut machen

Inhalt Autofasten in Inzersdorf

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Der Vatikan will’s wissen

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Wie hältst du es mit dem Fasten?

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Historisches aus Inzersdorf

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Nach sieben Monaten Bauzeit …

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Le+O – Ein Projekt stellt sich vor

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Bilder aus dem Pfarrleben

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SCHLUSSpunkt

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Termine & Tipps

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Autofasten in Inzersdorf Haben Sie schon mal dran gedacht, den Weg zum Einkaufen, zur Apotheke oder in die Kirche zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen? Autofasten lädt zur Änderung der eigenen Mobilität ein und auf das Auto zu verzichten.

Fasten … … spielt im christlichen Glauben keine große Rolle. Auch Jesus hält nicht allzu viel davon. So lesen wir im Matthäusevangelium: „Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.” (Mt 9, 14–15). Fasten ist hier Ausdruck von Trauer. Da hat man ohnedies keinen großen Hunger. Matthäus berichtet aber auch, dass Jesus sich vor seinem öffentlichen Auftreten zurückzog: „Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.” (Mt 4,1–2). Fasten dient hier als Vorbereitung für ein größeres Vorhaben. Fasten bedeutet also keinesfalls egozentrische Selbstkasteiung, sondern vielmehr Befreiung von unnötigen Abhängigkeiten, um größere Vorhaben im Leben zu verwirklichen. Es geht darum, die mir zur Verfügung stehende Energie neu zu bündeln, Klarheit in den Gedanken zu finden und aufmerksam zu werden für das, was meinem Leben tiefere Freude und tieferen Sinn gibt. Auf ein fröhliches Fasten! Ihr Pfarrer Nikolaus Zvonarich

Das Pfarrgebiet von Inzersdorf St. Nikolaus hat eine Größe von etwa 2,8 x 2,2 km. Bei einer Gehgeschwindigkeit von 15 Minuten pro Kilometer

wege-Netz von etwa 12 km und Parkanlagen mit insgesamt 190.000 m². Draschepark, Hans-Dunkl-Park, Wege an der Liesing oder andere verkehrsberuhigte Zonen liegen möglicherweise genau auf Ihrem Weg.

Pause im Alltag Wenn Sie Zeit für einen Weg zu Fuß finden, kann das eine Pause in Ihrem Alltag sein.

sind Sie in 35 bis 40 Minuten die Strecke von einem Ende zum anderen abmarschiert oder bereits in 15 bis 30 Mi-

ben Menschen haben Platz. Als weitere Alternative zum Auto verkehren in Inzersdorf noch vier Buslinien – 16A, 66A, 67A und 70A.

Änderung der eigenen Mobilität Autofasten lädt dazu ein, die Zeit von Aschermittwoch bis zum Karsamstag (in diesem Jahr vom 5. März bis 19. April) zur Änderung der eigenen Mobilität zu nutzen und so weit wie möglich auf das Auto zu verzichten. Die Aktion ruft jede/n auf, aktiv zu werden. Mitmachen beim Autofasten heißt, aktiv zur Verringerung der CO2-Emmissionen und damit zum Klimaschutz beizutragen. Steigen Sie aus dem Auto aus und in das Abenteuer AutoJohanna Kacetl fasten ein.

Dann haben Sie Zeit um nachzudenken, oder das Hirn ausrauchen zu lassen, aber es ergeben sich auch Raum und

Autofasten ist …

nuten an einem näher gelegenen Ziel, wie zum Beispiel bei der Post, beim Turnverein, beim Einkaufszentrum, in die Kirche oder vielleicht auch nur beim Pfarrcafé nach der Sonntagsmesse. Mit dem Fahrrad würden Sie für die gleichen Strecken nur 5 bis 10 Minuten benötigen. Es gibt in Inzersdorf ein Rad-

– die Zeit von Aschermittwoch bis Karsamstag zur Änderung der eigenen Mobilität zu nutzen. – vorhandene Alternativen (Bahn, Bus, Fahrrad, Füße, Fahrgemeinschaften) zu entdecken und auszuprobieren. – ein Beitrag zur eigenen Fitness und neuen Sinneseindrücken Potential für Kreativität oder neue Ideen. Auch ein Gebet oder Gedanken an einen lie-

>> Fortsetzung von Seite 1 Die Fastenzeit ist also eigentlich keine Fastenzeit, da ja nur explizit an Aschermittwoch und Karfreitag gefastet wird. Aber was sind diese 40 Tage denn sonst? Paul VI betont in seinem Schreiben, dass die Fastenzeit eine Zeit der Buße ist. Das klingt etwas abstrakt, in der Realität bedeutet es aber: Man sollte sich über ge-

Weitere Informationen: www.autofasten.at

tätigte Fehler und „Sünden“ bewusst werden und das Unrecht wieder gut machen, indem man etwa einem Bettler ein paar Euro schenkt oder einer älteren Person über die Kreuzung hilft, oder freiwillig auf etwas verzichtet, das man vielleicht gerne hätte (wie den täglichen Schokomuffin). Nikolaus Trimmel


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Liebe Leserin, lieber Leser!

Der Vatikan will’s wissen Papst Franziskus macht Ernst mit seiner Ankündigung, das Ohr bei der Kirchenbasis zu haben und die Ortskirchen mehr einzubinden. Anfang November 2013 war es soweit: Zur Vorbereitung auf die Weltbischofssynode im Oktober 2014 zum Thema Familie, Ehe und Sexualität versandte der Vatikan einen Fragenkatalog an alle Ortskirchen. In 39 Fragen wollte der Papst die Meinung der Kirchenbasis hören. Die Beteiligung war österreichweit sehr stark, insgesamt gingen über 45.000 Rückmeldungen bei den Diözesen ein. Auch zwei Gesprächsrunden aus unserer Pfarre beantworteten den Fragebogen, darüber hinaus wurden nach der Sonntagsmesse Exemplare ausgeteilt, die die Pfarrangehörigen zu Hause ausfüllen konnten. Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Fragestellung darauf gelegt, wie sehr die derzeitige kirchliche Lehre

mit der gelebten Praxis in den Familien übereinstimmt. Die mittlerweile ausgewerteten Ergebnisse lassen erkennen, dass es zum Teil große Diskrepanzen gibt: So befürworten über 90 Prozent der Befragten die Weitergabe der

Kritisiert werden Abgehobenheit und Realitätsferne der kirchlichen Lehre Sakramente an wiederverheiratete Geschiedene. Über 70 Prozent teilen die "ablehnende Einstellung der katholischen Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften" nicht. Und 95 Prozent finden, die Kirche sollte die Verwendung von hormonellen Methoden der Empfängnisverhü-

tung oder Kondomen akzeptieren. Kritisiert werden Abgehobenheit und Realitätsferne der kirchlichen Lehre besonders in diesen Bereichen. Die Weitergabe des Glaubens an die Kinder sowie das Gebet und das Gespräch über den Glauben in der Familie ist für 80 % der Befragten wichtig, jedoch werden auch viele Hindernisse dabei wahrgenommen. Nur 20 Prozent gaben an, ganz nach den Lehren der katholischen Kirche zu leben. Beim Rombesuch der österreichischen Bischöfe Ende Jänner 2014 übergab Kardinal Christoph Schönborn die Ergebnisse an Papst Franziskus. Jetzt heißt es warten, ob die Synode Ergebnisse hervorbringt. Ulli Lahner-Trimmel

Albert, 71 Jahre:

Wie hältst du es mit dem Fasten?

„Fastenzeit spielt sich für mich im Kopf ab. Ich verzichte nicht bewusst auf etwas, weil ich auch sonst kaum trinke, Süßes esse und nicht rauche. Bewusster den Tag angehen ist für mich fasten.“

Benedikt, 9 Jahre:

Sabine, 42 Jahre:

„Ich verzichte auf Süßigkeiten. Wir haben zwar immer welche zuhause, aber in der Fastenzeit ess‘ ich sie nicht.“

„Ich versuche, auf Sachen zu verzichten, die mir Freude machen – etwa Kaffee und Fernsehen – und die Zeit stattdessen zum Beten zu nützen. In den letzten 14 Tagen esse ich kein Fleisch.“

Teresa, 16 Jahre:

Agnes, 18 Jahre:

„Ich versuche, auf Schokolade zu verzichten, aber schaff‘ es oft nicht. Das wichtige ist der Vorsatz!“

„Ich finde, in der Fastenzeit sollte man sich etwas suchen, auf das man gerne verzichtet; und sich nicht von jemand anderem vorschreiben lassen, worauf man verzichten MUSS.“

„Pfarre Neu“ Nach der ersten Phase der Renovierung (Trockenlegung der Mauern) der Pfarrkirche St. Nikolaus können wir wieder als Gemeinde miteinander feiern, beten und singen. Der derzeitige Zustand des Kirchengebäudes ist für mich ein sichtbares Zeichen für die Situation in unserem Dekanat, in der Kirche von Wien. Sicht- und erfahrbare Änderungen werden uns in den nächsten Jahren unter dem Titel „Pfarre Neu“ begleiten. Die Verantwortlichen der sogenannten „Steuerungsgruppe“ der drei Pfarren „Emmaus“, „St. Nikolaus“ und „Neustift“ haben im Dezember 2013 mit Gesprächen begonnen, wie die kommenden Veränderungen in den jeweiligen Pfarren gelebt und umgesetzt werden können. Einiges wurde ja schon durchgeführt: Fronleichnamsfest 2013, Beginn der Erstkommunionvorbereitung, gemeinsame Gottesdienste in Emmaus. Geplant sind in nächster Zeit Kinderkreuzwege und ein Emmausgang am Ostermontag. Bei allen diesen Veränderungen dürfen wir Eines nicht vergessen: „Pfarre Neu“ ist die Gemeinschaft aller Getauften und Gefirmten. Wir sind dazu berufen, die Frohe Botschaft eines menschenfreundlichen, gütigen Gottes zu verkünden und zu leben. Wir müssen sehr darauf achten, dass uns Organisatorisches nicht „über den Kopf wächst“ und wir auf diesen Grundauftrag vergessen. Bitten wir Gott um seinen Segen und seine Begleitung auf diesem Weg! Werner Paulus

Linktipp: Modell einer „Pfarre Neu“: http://bit.do/pfarreneu


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Historisches aus Inzersdorf Diesesmal: Die Baugeschichte der heutigen Pfarrkirche St. Nikolaus – 1. Teil Schon 1809 konnte man den schlechten Bauzustand der alten romanisch-gotischen Patronatskirche St. Nikolaus erkennen. Soldaten Napoleons verursachten zusätzliche Schäden im Kirchenraum. Man dachte an einen Neubau und entwickelte Pläne, ein mühevolles Unterfangen mit vielen Gesprächspartnern wie Herrschaft, Diözese, staatliche Behörden, Pfarrer und Pfarrgemeinde. 1816 beklagte der Erzbischof von Wien, dass in Inzersdorf die baufälligste Kirche von ganz Österreich sei. 1817 ist die Kirche bei einem Großbrand total zerstört worden. Herrschaftsbesitzer von Inzersdorf war zu dieser Zeit Jakob Fürst a Sancto Mauro, Herzog von Corigliano–Saluzzo, aus Norditalien. Während der Planung starb der Herzog, doch sein Sohn und seine Tochter, die Erben, ließen den Kirchenbau nach den Plänen des Vaters erbauen. Am 6. Dezember 1821, am Fest des Hl. Nikolaus, konnte dann endlich die Kirche geweiht werden. Der Baustil ist der Heimat der Herrschaftsfamilie entsprechend der zu dieser Zeit übliche oberitalienische Klassizismus, der ganz selten nördlich der Alpen zu sehen ist. Die Kirche hat nun eine Nord/SüdAchse, im Gegensatz zum alten Kirchenbau, der eine Ost/West-Ausrichtung hatte. Der Bau bestand aus zwei Teilen, einem Rundbau („Rotunde“) und einem freistehenden Turm („Campanile“). Auf die Rotunde setzte man eine außergewöhnlich hohe Kuppel, die obenauf eine groß dimensionierte Laterne mit großen Fenstern hatte für das Tageslicht im Raum. 1828 zeigten sich die ersten statischen Probleme mit der hohen Kuppel, die mit gewalzten Bleiplatten gedeckt war. Zur Stabilisierung dieser wurde ein Mauerkranz auf die Rotunde gesetzt. Alois Miesbach, damals 29jährig, kam 1820 nach Wien (vorher stand er im Dienst des Fürsten Kaunitz) und pachtete zunächst die kleine Ziegelei von Herzog Corigliano, am Südhang des Wienerberges, um diese auszubauen und zu erweitern. Ab 1826 kaufte Miesbach Stück für Stück der Ländereien und Gebäude der Familie Corigliano, mit dem Freihofgut Steinhof auf. 1882 war

er Alleinbesitzer der Herrschaft Inzersdorf. Die Inzersdorfer Bevölkerung nahm wegen mehrerer Industriebetriebe zu. Die Kirche erwies sich für diesen Zuwachs als zu klein, darum entschloß sich der Gutsbesitzer für eine Erweiterung des Kirchengebäudes. 1845/46 wurde darum die Rotunde durchbrochen um Raum für eine Apsis und die Verbindung mit dem Turm zu haben. Die Kuppel wurde zu einem flachen Kegel geschrumpft, die Fenster bedeutend vergrößert, neue Säulen für die Porta und

Alois Miesbach und seine Familie in der Kirche St. Nikolaus bauen zu dürfen. 1860 ist eine Kapelle gebaut worden, gleichzeitig die Sakristei wie wir sie heute kennen. Der Grundriss der Kirche ist bis heute gleich geblieben. Die beiden Rundfenster an der Turmfront der Kirche, aus Terrakotte sind nach einem Entwurf von Theophil Hansen, den Architekten unseres Parlamentsgebäudes, entstanden. Nicht eigens für unsere Kirche, sondern für den Bauboom von jüdischen Synagogen im österreichischen Kaiserreich.

Die schwarze Zeichnung stellt das Kirchengebäude dar, wie es am 6. Dezember 1821 eingeweiht wurde. Die rote Zeichnung zeigt das Aussehen nach der Erweiterung und den Umbau von 1845/46.

den Chor aufgestellt. Die Außenseite der Rotunde bekam einen Quaderverputz. Am Turm wurden große Schallfenster an allen vier Seiten ausgebrochen für das Geläute. Das spitze Turmdach bekam eine flache Version, vermutlich wurde auch aus Gründen des Gesamteindrucks der Turm ein wenig gekürzt. Zusätzlich baute man an der Westseite eine kleine ebenerdige Sakristei an. Insgesamt eine sehr gefällige Umgestaltung. Heinrich Ritter Drasche von Wartinberg, ein Neffe Alois Miesbachs, ersuchte den Bischof von Wien, eine Gruftkapelle für

Im Jahr 2017 feiert die Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus ihr 800jähriges Bestehen

Für die Innenraumgestaltung der Kirche konnte 1882 ein Bronzeabguss des Lettnerkreuzes von St. Stephan angeschafft werden. Zur Jahrhundertwende 1898/99 wurde der Innenraum neu ausgemalen, in vielen Brauntönungen, und als besondere Errungenschaft eine Gasbeleuchtung installiert. Im Zuge dieser Renovierung wurden die Heiligenfiguren Petrus und Paulus, die ursprünglich bei der Kapelle an der Triester Straße waren, neben dem Haupttor in Nischen angebracht. Gerhard Loucky

Gerhard Loucky ist Hobbyhistoriker und besitzt das größte bekannte Archiv über die Geschichte Inzersdorfs.


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Nach sieben Monaten Bauzeit … … sind wir mehr oder weniger planmäßig am 14. Dezember 2013 wieder in die Kirche eingezogen. In den Renovierungsphasen 1 und 2, die jetzt abgeschlossen sind, wurden die gröbsten Arbeiten in der Kirche getätigt: Mit einem besonderen Schneidverfahren wurden die bis zu drei Meter starken Mauern durchgeschnitten und isoliert. Der Boden wurde dazu entfernt, auch um die Fußbodenheizung zu erneuern. Es wurde eine Heizungsanlage mit Erdgas installiert, mit der nun auch die Marienkapelle und die Sakristei beheizt wer-

den können. Der neue Steinboden enthält einige Details, die in der Vergangenheit bereits vorhanden gewesen waren und anhand von alten Fotos rekonstruiert wurden. Ebenso wie die Heizungsanlage wurde auch die gesamte Elektroinstallation erneuert bzw für die nächsten Renovierungsschritte vorbereitet. Durch eine Rampe unter dem Vordach der Kirche ist unsere Kirche außerdem nun erstmals barrierefrei zugänglich.

Wir danken allen beteiligten Personen und Firmen, die durch ihren Einsatz dieses Projekt erst möglich machen: Hr. Link, BH, Diözese Bauamt Wien; Hr. Gebhardt, BH, MA 34 Bau-Gebäudemanagement; Fr. Gärtner, BDA, Bundesdenkmalamt Wien; Hr. Neustädter, Arch., nm–Architekten; Hr. Mitter, Bau KG, Vogtmann- Schweighofer ZT.GmbH; Hr. Schepper, HKLS, TB–Riebenbauer.

Die nächsten Schritte der Renovierung betreffen die Neugestaltung der Marienkapelle, der Beleuchtung, der Beschallung und der Türen. Der Innenraum soll einen neuen Anstrich bekommen, der an die pastellfarbenen Lehmdenfenster und den Kreuzweg angepasst werden wird. Das Bundesdenkmalamt wird sehr rücksichtsvoll einzelne Elemente der Bemalung zum Vorschein bringen. Bis Sommer 2015 haben die Wände aber noch Zeit zu trocknen. In dieser Zeit bleiben sie im unteren Bereich auch noch unverputzt. Das vorgehängte Vlies ist atmungsaktiv und mildert etwas das Baustellenflair.

Der Glockenstuhl soll ebenso erneuert werden, damit die jetzigen Erschütterungen, die immer wieder zu Sprüngen führen, vor der Fertigstellung der Renovierung deutlich reduziert werden. Bis zum Jahr 2017 soll unsere Pfarrkirche zu unserem Pfarrjubiläum 800 Jahre Inzersdorf St Nikolaus innen und außen in neuem Glanz erstrahlen. Bis dahin soll auch unsere Orgel auf den Zustand vor der Bombardierung im Jahr 1945 erweitert werden. Die Renovierung ist nur durch die großzügige Unterstützung der Gemeinde Wien, als Patron unserer Pfarrkirche, und der Erzdiözese Wien möglich. Markus Ebner

Le+O – Ein Projekt stellt sich vor Wenn Sie schon öfters in unserer Nachbarpfarre Emmaus am Wienerberg waren, haben Sie vielleicht schon einmal etwas von „Le+O“ gehört. Vielleicht werden Sie sich fragen, wer dieser Leo, der sich noch dazu so komisch schreibt, eigentlich ist. Mit vollem Namen heißt dieses Projekt der Caritas „Lebensmittel + Orientierung“. Es kombiniert die Ausgabe von Lebensmitteln an armutsbetroffene Menschen mit einem individuellen, kostenlosen Beratungs- und Orientierungsangebot. In Wien gibt es elf Ausgabestellen, in denen ein Mal pro Woche bedürftige Menschen Lebensmittel zu einem symbolischen Preis erhalten. Für viele Familien ist es nicht selbstverständlich, dass sie in Supermärkten wahllos einkaufen gehen können. Diese Menschen erhalten nach Kontrolle ihres Einkommens (es darf eine bestimmte Summe nicht übersteigen) Zugang zu diesem Projekt. Im Jahr 2012 wurden beim Projekt Le+O in Wien 11.000 armutsbetroffene Menschen

gezählt. Und die Tendenz der Bedürftigen in unserem Land ist leider steigend! Die Lebensmittel kommen aus dem Zentrallager der Caritas bzw. aus verschiedenen Supermärkten – etwa 70 Unternehmen unterstützen Le+O. Wöchentlich werden so sechs Tonnen Lebensmittel verwertet, die sonst wegen Überproduktion, beschädigter Verpackung oder falscher Etikettierung sinnlos weggeworfen würden.

Ohne die Hilfe von 500 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wäre dieses Projekt allerdings nicht möglich. So stehen jeden Dienstagnachmittag etwa 25 Helfer in Emmaus zur Verfügung, um an etwa 120 Menschen verschiedenen Alters und verschiedenster Herkunft Lebensmittel auszuhändigen. Darüber hinaus steht ein Sozialarbeiter der Caritas für Beratung zur Verfügung, und es bleibt dazwischen immer Zeit, ein bisschen zu plaudern. Denn schließlich kennt man sich nach einer Weile, und so ist ein Besuch bei Le+O mehr als nur ein rascher, billiger Einkauf. Wenn Sie Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit beim Le+O haben, wenden Sie sich an die Pfarre Emmaus – Ihre Mitarbeit ist herzlich willkommen! Susanne Flemmig


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Bilder aus dem Pfarrleben Dezember 2013: Nikolausfeier – Firmung – Minimesse – Erste Messe in St. Nikolaus nach der Renovierung – Krippenspiel – Adventkonzert – Weihnachten – Jänner 2014: Sternsingen – Erstkommunion-Vorstellmesse

märz 2014 Wie jedes Jahr schlüpfte Karl Schantl in die Rolle des Nikolos

Chor Chará verwöhnte mit einem Adventkonzert Firmung in der Pfarre Emmaus mit Prälat Fürnsinn

Die Ministrantinnen und Ministranten feierten in der Minimesse in Emmaus Erste Messe in unserer Kirche nach der Renovierung Für festliche Stimmungssorgte das „Ensemble“

Die Jungscharkinder führten ein neues Krippenspiel auf Die Sternsinger waren wieder fleißig unterwegs (siehe Seite 8)

Bei der ErstkommunionVorstellmesse gab es Blumen für viele Messbesucher


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Fast(en)zeit Bald beginnt wieder die Fastenzeit und wie jedes Jahr weiß ich nicht, was ich da machen soll. Im Hinterkopf tauchen Bilder von asketischen Menschen auf. Diese erzählen fröhlich, dass sie seit langer Zeit kein Fleisch essen, keinen Alkohol trinken und auch sonst keinen Genüssen frönen und nicht trotzdem sondern deshalb glücklich und zufrieden sind. „Verzicht macht fröhlich“ lautet ihre Botschaft, die ich aber nicht recht glaube, vor allem nicht glauben will!

Und wenn Jesus fast keine Hostien braucht … Das eröffnete neue Perspektiven für das Fasten! Ich beschloss, fast kein Bier zu trinken und auch den Fleischkonsum fast einzuschränken! Den Vorsatz, fast keinen fremden Frauen nachzustellen, konnte ich ohnehin leicht einhalten, da meine allerliebste Gattin schon lange die seltsame Meinung vertritt, dass sich in diesem Fall jeder Spaß aufhört! Kurz dachte ich daran, es als Gutpunkt für meine

Allerdings, dass Fasten auch lustig sein kann, wurde uns in unserer Kirche am Gaudete-Sonntag eindrucksvoll gezeigt! Da wurden nämlich, zum Gaudium der Messbesucher, kurz vor der Kommunion alle Hostien von den vier Kommunionspendern am Altar mit lautem Knacken zerteilt und so haben wir bei der Kommunion quasi zu fasten begonnen. Gleichzeitig sang unser Chor andächtig „O Jesus komm zu mir!“ Da fragte ich mich philosophisch wie klein Hostienbrösel sein dürfen, dass noch immer ein ganzer Jesus zu mir kommen kann! Die Erkenntnis: Da fiel mir auf, dass in dem Wort „fasten“ das Wörtchen „fast“ steckt.

Fastenbemühungen zu werten, dass ich fast mit dem Rauchen begonnen hätte. Und nur dank meiner bekannten heroischen Selbstbeherrschung habe ich diese Versuchung abgewendet! Aber dieser Gedankengang schien bei näherer Betrachtung sogar mir zu unglaubwürdig! Mein Fazit: Ich werde mich also mit meiner neuen Betrachtungsweise durch die Fastenzeit schummeln und am Ostersonntag fast zufrieden mit mir sein! Norbert Kletzl

Norbert Kletzl ist Humorist. Sein Buch „Inzersdorf erobert die Welt“ mit Geschichten über den Alltagswahnsinn in einem Wiener Stadtteil ist 2000 erschienen.


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Jungschar

Termine & Co. MÄRZ

9 14 23 30

Messe mit Weg rund um die Kirche, 9:30 Uhr Kinderkreuzweg, 16:00 Uhr Kindergartenmesse mit Fastensuppe, 9:30 Uhr Messe mit Tauferneuerung der EK-Kinder, 9:30 Uhr

APRIL

13–21

1.–4. Klasse Volksschule: Fr 17:00–18:00 Uhr 1.–3. Klasse Unterstufe: Fr 18:30–19:30 Uhr

Karwoche und Ostern So 13. 4.: 9:30 Uhr Palmsonntagsmesse Sa 19. 4.: 21:00 Uhr Osternachtfeier, anschl. Osteragape

21 27

Kostenloses Freizeitangebot für Kinder In unseren wöchentlichen Gruppenstunden – betreut von pädagogisch geschulten Jugendlichen – wird gemeinsam gespielt, gebastelt, Themen erarbeitet und diskutiert.

Danke!

Hl. Messe in Emmaus, 10:00 Uhr Erstkommunion, 9:30 Uhr

MAI

16 23

Beginn der Firmvorbereitung, 18:00 Uhr Hl. Messe Gartenfest des Kindergartens „Lange Nacht der Kirchen“ in St. Nikolaus Beginn: 18:00 im Rahmen der Abendmesse Ende: 01:00 Auch diesesmal gibt es wieder ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik und Möglichkeiten der Begegnung. Ausserdem kann man sich über den aktuellen Stand der Kirchenrenovierung informieren.

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Dreikönigsaktion 2014 Unsere Sternsinger sammelten heuer € 7. 898,71. Die Projekte, die mit diesem Geld unterstützt werden, sind auf www.dka.at zu finden.

Christi Himmelfahrt

JUNI

8/9 19

Pfingsten Fronleichnam Begehen wir gemeinsam mit den Pfarren Inzersdorf-Neustift und Emmaus

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Abschlussmesse mit allen musikalischen Gruppen

Weitere Termine finden Sie am Mitteilungsblatt, im Schaukasten oder auf der Homepage www.pfarresanktnikolaus.at

Schulgeld für ein afrikanisches Straßenkind Der Arbeitskreis „Eine Welt Für Alle“ dankt allen Spendern ganz herzlich. 3.000,03 Euro konnten überwiesen werden!

BLICKpunkt online Aus der Redaktion Für Reaktionen und Anregungen zur Zeitschrift ist Ihnen die Redaktion dankbar – bitte schreiben Sie per E-Mail an blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at oder per Post an Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus, Draschestraße 105, 1230 Wien. Der BLICKPunkt finanziert sich durch Spenden. Wenn auch Sie uns unterstützen wollen, dann können Sie das über die folgende Bankverbindung tun: IBAN: AT423200000006314900, Kennwort „BLICKpunkt“ Der nächste BLICKpunkt erscheint Mitte Juni. Herausgeber und Medieninhaber: Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus, Draschestraße 105, 1230 Wien, Tel.: 0664 886 32 680 Redaktion: Nikolaus Trimmel, Redakteure dieser Ausgabe: Johanna Kacetl, Ulrike Lahner-Trimmel, Werner Paulus, Gerhard Loucky, Norbert Kletzl, Susanne Flemmig, Markus Ebner • Redaktionelle Mitarbeit: Hans Schmautz • Bilder: Felix Mayer, Helmut Kofler, Nikolaus Trimmel, Gerhard Loucky, Brigitte Knell, Florian Trimmel • Gestaltung und Produktion: Atelier Tintifax, Breitenfurt • Kontakt Redaktion: Email: blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at Bankverbindung: IBAN AT423200000006314900, Kennwort „BLICKpunkt“

www.pfarresanktnikolaus.at

Einen Link zur Onlineversion des BLICKpunkt finden sie auf der Homepage der Pfarre. Schauen Sie vorbei und entdecken Sie unsere

Fastensuppenrezepte – Zucchinicremesuppe – Rote Linsensuppe – Hühnersuppe mit Grießnockerln

– Fastensuppe nach Hildegard von Bingen


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Fastensuppenrezepte

Zucchinicremesuppe

Rote Linsensuppe

Zutaten: 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 500 g Zucchini, Butter, Mehl, ca. ¾ l Gemüsesuppe 150 ml Schlagobers, Salz, Pfeffer

Zutaten: 1 EL Olivenöl, 1 kleine Zwiebel, 1 Karotte, 150 g rote Linsen, 1 Prise Ingwer, 1 Messerspitze Kurkuma, 1 Messerspitze Curry, 1 Prise Muskatnuss, ¾ l Gemüsebrühe, 100g Sauerrahm, Salz, Pfeffer.

Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Die Zucchini in kleine Würfel schneiden, Zwiebeln und Knoblauch in Butter anschwitzen, die Zucchini beifügen und mitdünsten. Mit Mehl stauben und mit Gemüsesuppe aufgießen. Die Zucchini weich kochen, mit dem Pürierstab pürieren und mit dem Schlagobers verfeinern. Dazu passen Croutons oder getoastetes Weißbrot.

Foto: markus leiter/pixelio

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Karotte schälen und klein würfeln. Zwiebel in Olivenöl andünsten, Karotte und rote Linsen dazugeben und mitdünsten. Gewürze beifügen und mit der Gemüsebrühe aufgießen. Bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die roten Linsen weich gekocht sind (ca. 20–25 Minuten). 2 Esslöffel Linsen für die Einlage entnehmen, die restliche Suppe pürieren. Den Rahm beifügen, die Suppe nochmals aufkochen. Die zur Seite gelegten Linsen beifügen.

Hühnersuppe mit Grießnockerln Zutaten: ½ Suppenhuhn, 1 große Zwiebel, 1 Karotte, ½ Knollensellerie, 1 Lauch, 1 EL getrockneter Thymian, 3 l Wasser, Salz, Pfeffer. Nockerln: 75 g Butter, 120 g Nockerlgrieß, 2 Eier, Salz, Muskatnuss Für die Suppe Gemüse schälen und zerkleinern, den Lauch putzen und längs aufschneiden. Das Suppenhuhn abwaschen und abtupfen. Alle Zutaten mit 3 l Wasser in einem großen Topf aufkochen lassen und ca. 1 Stunde köcheln lassen. Den Schaum, der sich bildet, immer wieder abschöpfen. Suppe durch ein Sieb oder ein Leinentuch abseihen. Für die Nockerln die Butter (zimmerwarm) schaumig rühren, Grieß und Eier nach und nach beifügen, mit Salz und Muskatnuss würzen. Ca. 1 Stunde rasten lassen. Mit 2 Teelöffeln kleine Nockerl formen und in sanft köchelndem Salzwasser ca. 15 Minuten gar ziehen lassen.

Fastensuppe nach Hildegard von Bingen Zutaten: 1 l Wasser, 2 EL Dinkelgriess, 300 g Wurzelgemüse (Pastinaken, Karotte, Fenchel, Sellerie), ½ Bündel Petersilie (frisch, gehackt), eine kräftige Prise Liebstöckel, Beifuß, Gundelrebe. Gewürze: Bertram, Quendel, Galgant (getrocknet), Muskat, Salz. Das Wurzelgemüse klein schneiden und im gesalzenen Wasser weiche kochen. Die Kräuter und Gewürze beigeben, mit dem Stabmixer fein pürieren. Bei kleiner Flamme den Dinkelgriess einrieseln lassen. Kurz aufkochen. Wirkung der Zutaten (nach Hildegard von Bingen): Dinkel ist eine Vitamin-und Mineralquelle, wirkt wärmend, fördert die Muskelbildung und ein gutes Blutbild, ist stimmungsaufhellend. Karotten und Pastinaken füllen den Magen. Sellerie hat viele Mineralstoffe und ist kreislaufanregend. Petersilie gilt als herzstärkend und wirkt positiv bei Grippeerkrankungen. Beifuß wirkt bei Magenempfindlichkeit und Sodbrennen. Gundelrebe ist entzündungshemmend, besonders bei den Atemwegen. Liebstöckel hilft bei Frauenleiden. Bertram wirkt verdauungsfördernd und schleimlösend. Quendel fördert eine reine Haut. Galgant wirkt krampflösend, verdauungsfördernd und besänftigt bei Stress, Muskat wärmt.

Blickpunkt Ausgabe 2 – März 2014  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikloaus

Blickpunkt Ausgabe 2 – März 2014  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikloaus

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