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Einblick & Überblick & Ausblick • Nov. 2017

Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Raum für die Jugend Angebote für junge Menschen, besonders für Kinder, waren den Menschen in unserer Pfarre schon immer ein großes Anliegen. Vom Kindergarten über die Pfadfinder bis zur Jungschar und zur Firmvorbereitung konnten und können junge ChristInnen in einem positiven Umfeld der Gemeinschaft aufwachsen – in dem Glauben zwar irgendwie eine Rolle spielt, aber nicht der „alleinige Lebensinhalt“ ist.Die Pfarre hat den Kindern und Jugendlichen immer Platz und Raum gegeben – sich zu entfalten und zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass der Pfarrer und das geistliche Personal sich nicht in die inhaltliche Gestaltung von Jungschar- oder Pfadfinderstunden „einmischen“. Die Pfarre stellt lediglich die Infrastruktur für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung – sie versucht nicht, zu missionieren oder Ähnliches. Genausowenig ist es für den Besuch von Jungscharstunden oder Jugendtreffs notwendig, KatholikIn zu sein – und besonders gläu-

big schon gar nicht. Diese bedingungslose Unterstützung der Pfarre für die Jugendarbeit ist wohl auch der Grund dafür, warum es seit den 1980ern praktisch ununterbrochen Jugend- und Kindergruppen gibt, die in der Pfarre existieren. Die zwar vielleicht nicht für Messgänger total präsent sind, aber doch mit der Pfarre zu tun haben. Die, wenn Geld in den Pfarrkassen fehlt, ein Sommerfest organisieren. Die der Bastelrunde beim Bänke schleppen für den Adventmarkt helfen. Die immer wieder auch etwas Inhaltliches anstoßen – eine Messe gestalten oder eine Band gründen, um „fetzigere“ und zeitgenössische Musik in den Kirchenraum zu bringen. Ja, es gibt sie, die Jugend – und sie braucht Platz und Raum, wenn die Pfarre sie nicht „vergraulen“ will. >> Fortsetzung auf Seite 2

Wo Sokrates schon irrte Warum engagierst du dich in der PfarrSeite 3 gemeinde?

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Mit dem Kopf durch die Wand „Muss man immer alles neu machen?“ Seite 4

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Personen aus der Geschichte der Pfarre Teil 3 Seite 4

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Jugendsynode Im Oktober 2018 ist Bischofssynode Seite 5

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Selbstständig Ich wurde nicht gefragt, ob ich getauft werden will. Meine Eltern haben das und vieles andere über mich verfügt: was ich esse, anziehe, lerne (und was nicht) … In der Jugend löst man sich – je nach Charakter mehr oder weniger heftig – vom Elternhaus ab. Man überprüft, was von der Kindheit weiter entfaltet wird und was man ablehnt oder zumindest sein lässt. Und da taucht die Frage auf, ob ich überhaupt Christ/in sein will. Immerhin ist es hier ja nicht so wie in vielen anderen Religionen, dass man von Geburt her dazu bestimmt ist. Es gilt, eine persönliche Grundsatzentscheidung zu treffen: Will ich mich von der Frohen Botschaft Jesu und seiner Hoffnung auf die Auferstehung leiten lassen? Will ich wichtige Entscheidungen meines Lebens auf diesem Hintergrund treffen? Oder wähle ich eine andere bzw. gar keine Heilslehre. Unsere Kirche bietet für jeden Beginn eines Lebensabschnitts ein Sakrament an. Den Beginn meines Weges als selbstständige/r Christ/in setzt das Sakrament der Firmung. Es markiert meine Absicht, dem Geist Gottes zu folgen wie Christus es getan hat. Auf dieser Basis einer bewussten Entscheidung kann ich im Glauben „firm” (stark) werden. Sind Sie firm im Gottvertrauen? Dies fragt Sie Ihr Pfarrer Nikolaus Zvonarich

November 2017 >> Fortsetzung von Seite 1 In den letzten 40 Jahren war dieser Raum das sogenannte „Jugendheim“ an der Ecke des Häuserblocks am Kirchenplatz – bestehend aus zwei Räumen, Vorraum und einem WC. Das Heim hat jahrelang gute Dienste erwiesen – doch zeigten sich auch immer mehr negative Seiten. Die Gasheizung wurde vor sieben Jahren mit zusätzlichen Sicherheitsschaltern versehen, da Gefahr bestand, dass zu viel Gas austreten könnte. Überhaupt funktionierte sie zuletzt nur recht unzuverlässig, mitunter dauerte es zehn Minuten des „Anstartens“, bis die Flamme anblieb. Die Fensterscheiben waren leicht undicht, im Winter blieb es im Bewegungsraum daher eher kalt. Doch nicht nur baulich wurde das Jugendheim immer mühsamer. Da direkt über den Räumen Wohnungen liegen, war auch mit Nachbarn zu kämpfen, die den Lärm von spielenden Kindern nicht so begrüßten. Die Wiese direkt vor dem Balkon sollte schön ausschauen, man soll daher zum Spielen im Freien doch bitte woanders hingehen. Kurz: Die Ärgernisse, die der wöchentliche Betrieb des Jugendheims mit sich brachte, häuften sich in den letzten fünf Jahren. Jugendliche trafen sich lieber zuhause als in „diesem Kellerverschlag“, wo die Glühbirnen alle zwei Monate gewechselt werden mussten. Und mehrere Personen in der Pfarre begannen nachzudenken – ob unser „Platz für Kinder und Jugendliche“ noch zeitgerecht, ja zumutbar war. Praktisch, dass da der Kindergarten gerade umzog und das Erdgeschoß des Pfarrhauses im Winter 2015 frei wurde. Also sprach ein Pfarrmitglied: „Was ist, wenn wir die Räume für die Jugend nutzen?“ Man begann also, ein Konzept für die Raumnutzung zu erarbeiten. Im November 2016 präsentierten die Jugendlichen ihren Vorschlag dem Pfarrgemeinderat – elf Monate nach Auszug des Kinder-

Ein paar Impressionen vom Einbau der Küche in den neuen Jugend- und Jungscharräumen

gartens aus den Räumen. Und doch scheinbar zu früh: Sofort gab es einzelne Aufschreie, man müsse doch noch darüber nachdenken, die Räume anderweitig zu verwenden! Es könne doch nicht sein, dass der PGR das in einer einzigen Sitzung beschließe – vor allem, da doch trotz Ankündigung der Diskussion über das Thema keine Gegenvorschläge eingebracht worden waren! Der Pfarrgemeinderat hielt in seinem Beschluss ausdrücklich fest, dass auch andere Gruppen die Räume nutzen können, wenn sie bei den Jugendverantwortlichen anfragen. Trotzdem schien es kurze Zeit einen Grabenkampf in der Pfarre zu geben – und bei manchen Jugendlichen entstand das Gefühl, man wolle ihnen keinen Raum mehr geben. Im Endeffekt war viel auf Fehlinformationen und Hörensagen zurückzuführen – nicht auf tatsächliche Animositäten. Also wurden von April bis September 2017 die Räume im Pfarrhaus umgebaut. Die Einbauküche bauten die Jugendlichen in den Sommerferien komplett selber auf, einen Wuzzlertisch organisierten sie über private Spenden an das St.-Anna-Kinderspital. Engagement war und ist sicherlich vorhanden. Denn neuer Raum gibt Motivation. Eine Jungscharleiterin hat einmal zu den ihr anvertrauten Kindern gesagt: „Mein wichtigstes Ziel ist, dass ihr eigenständig denken und hinterfragen lernt.“ Es ist ihr gelungen, behaupte ich. Pfarrliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen darf nicht auf Hörigkeit ausgelegt sein. Sonst gäbe es die Jugend in unserer Pfarre in dieser Form nicht. Die neuen Jugendräume werden am 21. Jänner im Anschluss an die Messe gesegnet und eingeweiht. Sie sind herzlich eingeladen, bei Kost und Trank die Räume anschließend nach der Messe zu besichtigen. Nikolaus Trimmel


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Wo Sokrates schon irrte Auch griechische Philosophen können manchmal irren. Und warum erinneren sich ältere Menschen nicht an ihre Jugend. „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität und hat keinen Respekt vor älteren Leuten.“ Genau so ist es, werden sich jetzt viele Leser über dieses ca. 2400 Jahre alte Zitat – das Sokrates, der bekannte griechische Philosoph, gesagt haben soll – denken. Aber wenn man sich an seine eigene Jugend erinnert, wird man schnell bemerken, dass man selber nicht anders war. Man hat sich ausprobiert, dabei

Erfahrungen gesammelt, manchmal auch Dummheiten gemacht und vieles getan, das man aus heutiger Sicht und mit der Erfahrung des Alters anders machen würde. Aber so funktioniert nun mal das Erwachsenwerden – anscheinend auch schon vor über zweitausend Jahren. Man kann „die Jugend“ oder auch „die Alten“, „die Frauen“ oder „die Männer“ mit einem Buchladen vergleichen, in dem es gute und schlechte, interessante und

belanglose, spannende und fade, große und kleine oder auch dicke und dünne Bücher gibt. Über manch Jugendlichen schüttelt man den Kopf und fragt sich, was da vom Elternhaus mitgegeben wurde. Und nicht alle sind Unschuldslämmchen. Aber es gibt auch jene, die sich über die Welt, in der wir leben, Gedanken machen, sich engagieren und manches besser als die Vorgeneration machen wollen. Und genau solche Jugendliche gibt es auch in un-

serer Pfarrgemeinde Sankt Nikolaus. Jugendliche, die am Pfarrleben teilhaben, es selbst aktiv mitgestalten und einfach da sind, wenn sie gebraucht werden. Und viele sind in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Nicht nur um christliche Werte zu vermitteln, sondern auch den Kinder von heute zu helfen, dass sie im positiven Sinn mündige, kritische und (hinter-)fragende Menschen von morgen werden. Michael Trimmel

Warum engagierst du dich in der Pfarrgemeinde? Der BLICKpunkt hat bei den jungen Menschen in der Pfarre nachgefragt, was sie dazu bewegt, sich in der Pfarre zu betätigen. Lena, 22, Kindergartenpädagogin, Jungscharleiterin, PGRMitglied, Ministrantenleiterin, Firmteam, Dekanatsjugendvorsitzende

„Weil Pfarre immer schon ein Teil von meinem Leben war, ist es für mich ganz klar, dass ich mich da engagiere. Das gehört einfach dazu.“ Judith, 20, Studentin, Jungscharleiterin

„Ich engagiere mich in der Pfarrgemeinde, weil ich selbst als Kind an Jungschar, Krippenspiel usw. teilgenommen habe und ich wahnsinnig viel davon mitgenommen habe. Freunde, Rückhalt, Unterstützung, einen sicheren Hafen, Menschen mit ähnlichen Werten und einen Ort, an den ich immer wieder gerne komme. Ich möchte diese Werte und Erfahrungen, die ich dadurch gewonnen habe, gern an die Kinder weitergeben, die jetzt die Jungschar besuchen und ihnen so auch unsere Pfarrgemeinschaft näher bringen.“

Flo, 17, Schüler, Jungscharleiter

„Weil's mir Spaß macht.“

Agnes, 22, Studentin, Jungscharleiterin

„Weil es für mich einfach dazu gehört. Ich bin bei der Jungschar schon seit ich ein Kind bin. Und bei der Pfarrjugend sind meine Freunde.“ Chrisi, 23, Student, PGR-Mitglied, Ministrantenleiter

Niko, 24, Student, BLICKpunktRedakteur

„Ich engagiere mich, weil es toll ist, in einer Gemeinschaft gemeinsam mit anderen etwas umzusetzen und voranzubringen.“ Teresa, 19, Studentin, Jungscharleiterin

„Ich erlebe Pfarre und insbesondere die Jungschar als einen Ort, an dem jede/r willkommen ist und einfach so sein darf, wie er/sie ist. Das ist etwas Wunderschönes, und ich möchte dieses Gefühl an unsere Jungscharkinder weitergeben.“

„Weil ich möchte, dass die Jugend in unserer Pfarrgemeinde in Zukunft auch weiterhin einen Platz hat.“ Kathi, 21, Studentin, Jungscharleiterin

„Weil ich selbst als Kind in der Jungschar war und heute sehe, wie wichtig es ist, mit Menschen aufzuwachsen, die sich mit allgemeinen und religiösen Werten auseinandersetzten. Ich habe für mein weiteres Leben profitiert und bin auch in eine wichtige Freundesgruppe hineingewachsen. Ich möchte gerne den Kindern und Jugendlichen dieselben Chancen bieten, dies zu erfahren.“

P.S.: Falls Ihnen manche Fotos komisch vorkommen – diese entstanden am heurigen Jungscharlager, wo Fantasie groß geschrieben wird.


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Der Jungschargrundkurs Vom 5. – 11. August fand dieses Jahr der Jungschargrundkurs auf der Burg Wildegg statt, an dem drei angehende JungscharleiterInnen unserer Pfarre teilnahmen. Mittels Vorträgen, Workshops und spielerisch gestalteten Übungen erhält man die nötigen Basisinfos, um eine Jungscharbzw. Ministrantengruppe gut leiten zu können. Man bekommt viele Anregungen und Tipps, um spannende und inhaltsreiche Jungschareinheiten gestalten zu können. Neben den spielerischen Einheiten gibt es theoretische Vorträge beispielsweise über die Bedürfnisse und Entwicklungsstufen der Kinder. Dabei kam es auch zu Diskussionen, etwa darüber, ob es sinnvoll ist, „Gruselnächte“ bei einem Jungscharlager zu machen. Manche Kinder können von Gruselgeschichten langfristig verängstigt werden, andere haben damit unserer Erfahrung nach kein Problem. Wir kamen zum Schluss, dass es gut ist, wenn die Geschichten ein gutes Ende haben und sich der „Schrecken“ aufklärt. Des Weiteren lernt man am Grundkurs viele andere Jungscharleiter aus verschiedenen Pfarren Wiens und Umgebung kennen, mit denen man Erfahrungen und Ideen für erfolgreiche Jungscharstunden austauschen kann. Im Allgemeinen war der Grundkurs eine tolle Erfahrung, da wir neue Freundschaften schließen konnten, viele neue Methoden kennengelernt haben und nun motiviert ins neue Jungscharjahr starten können! Judith Knell, Laura Mairinger, Florian Trimmel

Mit dem Kopf durch die Wand „Das haben wir schon immer so gemacht!“ „Das hat doch immer so funktioniert, warum sollten wir das jetzt ändern?“ „Muss man immer alles neu machen?“ JA! Man muss. Alles neu, alles anders, alles besser. Manchmal aus vollem Anlauf einen Bauchklatscher riskieren – auch das gehört dazu. Dann weiß man wenigstens, dass es so nicht funktioniert. Man weiß doch eh, wie die Dinge funktionieren – das ist ja langweilig. Diese Erfahrung haben andere schon oft gemacht. Wie oft sie aber vorher am Bauch gelandet sind – davon redet heute keiner mehr. Die sind heute schon alt und je länger die Erinnerungen zurück liegen, desto rosaröter färben sie sich ein und im Gedächtnis des Kollektivs bleiben die Erfolge. Wie hat ein Gottesdienst ab-

zulaufen? Wie ist eine Gruppe zu organisieren? Wie ist ein Fest zu planen? Alles erprobt und überliefert. Aber das muss doch auch anders gehen. Mit dem Kopf durch

Unbequem sein und damit vielleicht alte Konflikte lösen die Wand, neue Wege ausprobieren. Dazu sind wir da – die Jugend. Junge Hörner an alten Problemen abstoßen. Fehler machen – ja, aber vor allem auch neue Wege finden, die von der nächsten Generation wieder in Frage gestellt werden können.

Innovativ sein und damit vielleicht alte Probleme lösen, umständlich sein und damit neue Aspekte alter Themen entdecken, unbequem sein und damit vielleicht alte Konflikte lösen. Jung sein und vielleicht nicht die Welt, aber doch das eigene Umfeld ein bisschen besser machen – mit dem Kopf durch die Wand. Älter werden, bequemer werden und die gesammelten Erfahrungen anwenden. Den Kopf schütteln, wenn die Jungen wieder alles auf den Kopf stellen wollen, schließlich weiß man doch eh wie’s geht. Sebastian Petraschek

Personen, die die Pfarre prägten Teil 3: Von Rosalia Fürstin Kinsky bis Heinrich Drasche Um die Reihe der Herrschaftsbesitzer in In- Heinrich Drasche in die Firma und kaufte vom zersdorf fortzuführen sind Rosalia Fürstin Herzog die gesamte Herrschaft sowie den Kinsky, sowie die Familie von Simones zu nen- Freihof Steinhof. nen. Von diesen kaufte Jakob Fürst a Sancto Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war der Bedarf Mauro, Herzog von Corigliano-Saan Ziegel für die weitreichende Umluzzo aus Norditalien, im Jahr gestaltung der Stadt enorm. 1807 die Herrschaft. Dieser Stichworte dazu sind die RingMann hatte zuerst wenig für straßenbauten, das Arsenal, die Kirche übrig, obwohl u.v.m. Auch die Inzersdorder Bau schon arge Mänfer Bevölkerung nahm in gel hatte. Der Bischof dieser Zeit zu und so entklagte „in Inzersdorf schloss man sich, die Insteht eine Ruine“. Die zersdorfer Kirche durch französische Besetzung den Zubau einer Apsis, wütete in der Kirche die den Rundbau mit (1809) und branddem Turm verbindet, schatzte im Ort, darum sowie mit einem neuen musste das Gebäude Eingangsbereich und endgültig geschliffen später noch mit der Sawerden. Die Planungszeit kristei und der Gruftkafür den Neubau beanpelle zu erweitern. spruchte 13 Jahre bis es zum Das Patronat für die Kirche Neubau kam. Der Fürst genehist erst beim Verkauf der ehemigte nach italienischem Vormaligen Herrschaftsgüter an bild eine Rundkirche mit die Stadt Wien in den Jahren Heinrich Drasche einem freistehenden Turm. von 1960–1970 aufgehoben 1821 konnte die Kirche endworden. lich eingeweiht werde. In dieser Zeit kam Gerhard Loucky Alois Miesbach nach Inzersdorf, pachtete zuHobbyhistoriker und besitzer des größten benächst einige Grundstücke und begann eine Ziegelei aufzubauen. Er holte seinen Neffen kannten Archivs über die Geschichte Inzersdorfs


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Jugendsynode

Inserat

Im Oktober 2018 ist es wieder so weit: Bischöfe von allen Ecken der Erde – aus jedem Land mit katholischen Einwohnern ein Vertreter – werden sich in Rom treffen, zur Bischofssynode – einem der wichtigsten Beratergremien des Papstes. Das Thema der 15. ordentlichen Gene- Es geht Wort ergreifen können, aber nicht am ralversammlung lautet: „Die Jugendli- auch um Abschlussbericht mitarbeiten. Bechen, der Glaube und die Berufungsent- die Ein weiterer Schritt zur „Ergründung“ deutung scheidung“. der Anliegen und Bedürfnisse von Juvon Und wie schon bei der letzten Synode Sexualigendlichen an die Kirche war ein SemiSport gibt es im Vorfeld wieder eine Umfrage. tät, nar, das im September in Rom stattfand. und MuOnline (!) können Jugendliche bis 30. No- sik für 80 Geistliche, Jugendliche und Experten vember den Fragebogen über ihre Ein- junge tauschten sich unter anderem über die stellungen und Lebensrealitäten ausfül- Men Bedeutung von Sexualität, Sport und schen len, die Ergebnisse sollen den Diskurs Musik für junge Menschen aus. Die 20 auf der Synode prägen. vertretenen Jugendlichen, Allerdings, kann man einunter ihnen eine Österreiwenden, werden sich vor cherin, regten auch an, JuOrt dann fast ausschließgendliche dauerhaft in Orlich alte Männer auf der ganisationen und Struktu„Jugendsynode“ tummeln ren des Vatikans zu inte– Bischöfe eben. Dieses grieren – ein „ambitionierProblem ist auch dem Vatiter Vorschlag“, so Baldiskan bewusst: Kardinal Loseri. Zumindest sollen sie renzo Baldisseri versichert, jetzt am Vorbereitungsdodass Jugendliche dabei kument für die Synode mitsein sollen – als „Auditoschreiben. ren“, also Teilnehmer, die Hier geht’s zum Online-Fragebogen für Quellen: Radio Vatikan, Erzdiözese Wien in den Arbeitsgruppen das Jugendliche: http://bit.do/synode18

Filmtipp: „Jugend ohne Gott“ Der Film ist eine lose Adaption des gleichnamigen Buchs von Ödön von Horvath von 1937. Jetzt im Kino. Der Film überzeugt mit unglaublichen Landschaftsaufnahmen und herausragenden Schauspielern. Besonders interessant ist der Perspektivenwechsel zwischen den drei Hauptcharakteren, dieser verleiht dem Film eine außergewöhnliche Dynamik. Die Welt, in der die Story spielt, ist von Leistungsdruck und Selektion dominiert. Die Reichen und Intelligenten können sich gute Schulen leisten und nur die Besten dürfen an einem Camp teilnehmen, das gleichzeitig der Aufnahmetest für die angesehenste Universität der Welt ist – wer zu schlecht ist, fliegt raus. Die Kritik an der heutigen Leistungsgesellschaft wird so stark betont, dass man mit

einem gewissen Gefühl der Beklemmung aus dem Kinosaal geht. Wir waren uns einig, dass der Film sehr gut beschreibt, was einige in Schule, Uni und Beruf schon zu spüren bekommen haben. Der Titel „Jugend ohne Gott“ ist bei dieser Adaption allerdings nicht mehr nachvollziehbar. Im Buch sind doch letztendlich alle Jugendlichen „ohne Gott“ und begehen ihre Missetaten. Der Film jedoch baut eine Sympathie zu Zach, Nadesh und Ewa auf. Nur Titus – der Mörder – wirkt gänzlich von Gott verlassen, mit seinem Interesse am Tod und seinen kalten Fischaugen – obwohl ich das schon eher auf eine psychische Störung zurückführen würde.

Ein Mensch wird gesucht, einer unter 7 Milliarden: Größe und Aussehen unwichtig, Bankkonto und Wagentype nebensächlich. Geboten wird eine interessante Tätigkeit. Gefordert wird unmenschlich viel: Mehr hören als reden, mehr verstehen als richten, mehr helfen als klagen. Ein Mensch wird gesucht. Für Dankbarkeit wird keine Garantie übernommen. Sollten Sie sich der Arbeit gewachsen fühlen, melden Sie sich bitte sobald wie möglich beim Nächstbesten! Martin Gutl Wie sieht es aus? Wer hat genug Energie sich dazu zu melden? Wenn ich meine Mitmenschen anschaue, dann sind das wohl vor allem Kinder und Jugendliche sowie all jene, die sich den Kern aus dieser Zeit erhalten haben: die Begeisterungsfähigkeit! Wenn die Begeisterung groß genug ist, dann können im Leben auch große Hindernisse überwunden werden. Dann wird jeden Tag aufs Neue die Mitmenschlichkeit ins Zentrum gestellt und nicht nur der eigene Vorteil. Dann ist Gott wichtig und nicht Kleinkram.

Wir verließen das Kino doch alle mit Begeisterung – einige hörte ich sogar sagen, es sei der beste Film gewesen, den sie seit langem gesehen haben. Und bei weitem nicht nur ein Jugendfilm.

Können und wollen Sie sich heute von der Begeisterung, wie sie Kinder und hoffentlich auch Jugendliche haben, etwas für sich und Ihre Mitmenschen abschauen? Viel Freude dabei wünscht,

Judith Ude

Johanna Kacetl


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Bilder aus dem Pfarrleben Dekanats-Volleyballturnier – Große Festmesse 800 Jahre Pfarre Inzersdorf – Ausstellungen Aquarelle historischer Ansichten Inzersdorfs – Erinnerungen von Pfarrmitgliedern ab den 40ern – Fest der Chöre

November 2017 Zwei Jugendmannschaften unserer Pfarre erreichten den 1. und 3. Platz beim Dekanatsvolleyballturnier.

Trotz schlechten Wetters war es anlässlich des 800Jahr-Jubliäums ein gelungenes Fest. Gerhard Loucky präsentierte seine Aquarelle von historischen Ansichten Inzersdorfs in den neuen Jugenräumen.

Nach der Festmesse gab es eine Agape mit Spanferkel, Mehlspeisen und Waffeln.

Außerdem wurden interessante Erinnerungen von Pfarrmitgliedern ab den 40er Jahren präsentiert. Chöre aus Inzersdorf St. Nikolaus und Emmaus am Wienerberg gaben Lieder beim „Fest der Chöre" zum Besten.


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Jung und Alt Wie auf Seite 3 zu lesen ist, hatte Sokrates vor 2500 Jahren Probleme mit der damaligen Jugend. Er war aber nicht der Erste! Vor kurzem wurden nämlich in einer Höhle im Süden Italiens Höhlenmalereien entdeckt. Diese zeigen einen Mann, der einen kleineren Mann schlägt. Die über dieser Szene befindlichen Schriftzeichen konnten von Sprachwissenschaftlern entschlüsselt werden als: „I daschlog eam, den Rotzbuam, den bleden!“ Offensichtlich waren bereits vor tausenden Jahren Wiener in dieser Gegend! Und die Gesprächsbasis zwischen Alt und Jung hat sich zum Teil bis heute nicht wesentlich geändert. Jugendliche haben es mit ihren Vorfahren nie leicht! Wenn sie anderer Meinung sind als die Alten, gelten sie als aufmüpfig. Haben sie eine andere Frisur, sind die Haare zu lang oder zu kurz, sicher aber zu ungepflegt! Außerdem räumen sie nie ihr Gewand weg! Hörten sie andere Musik, zum Beispiel Rolling Stones statt Heintje, wurde der Weltuntergang herbeigeredet. Dem Vernehmen nach ging es vor über 200 Jahren jungen Fans eines gewissen W. A. Mozart genauso. Wenn junge Menschen gegenüber Älteren nett sein

wollen, stoßen sie aber gelegentlich auf Hindernisse wie mich! Neulich stieg ich in die gut gefüllte U-Bahn ein, und kaum setzte sich der Zug in Bewegung, wollte eine junge Dame aufstehen. „Bleib ja sitzen!“, herrschte ich sie an und machte dabei mein bösestes Gesicht. Dreimal noch wiederholte sich dieses Spiel, bis sie unter Tränen fragte: „Darf ich jetzt endlich aufstehen, ich wollte schon vor 2 Stationen aussteigen!“ Vor einigen Jahren haben meine allerliebste Gattin und ich mit vollem Ernst behauptet: „Wir beide haben uns nie zu unseren Eltern das zu sagen getraut, was wir uns von unseren Kindern anhören müssen!“ Ich habe unsere Mütter nie lauter lachen gehört! Erwachsene haben Methoden gefunden, um nicht als egoistisch und unhöflich zu gelten – sie ersetzen diese negativ behafteten Worte durch „Durchsetzungskraft, erfolgsfokussiert“ oder „Zielstrebigkeit“. Aber bereits seit Anbeginn der Menschheit gilt: Sobald du sagst, „früher hätte es das nicht gegeben, das hätten wir uns bei unseren Eltern nie zu sagen getraut“ und „solche Blödheiten sind uns nie in den Sinn gekommen“ – dann bist du alt!

Norbert Kletzl ist Humorist aus Inzersdorf. Am 11. November 2017 können Sie ihm im Rahmen unseres Pfarrjubiläums bei einem „Humorabend“ ab 19 Uhr im Pfarrheim lauschen. Im Anschluss wird es doch eine Agape geben – der Autor wurde dazu überredet.


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November 2017

Jungscharstunden

Termine & Infos NOVEMBER

Sa 11 Sa 11 Di 14

Laternenbasteln und Martinsumzug in Emmaus, 15.00 Uhr

Fr 17 So 19 Fr 24

Orgelkonzert: Hubert Lederer, 19.00 Uhr

Sa 25 So 26

Adventmarkt, 9.00–12.00 und 13.00–18.00 Uhr

Humorabend: Norbert Kletzl im Pfarrheim, 19.00 Uhr Andacht mit Musik vom Konservatorium der Erzdiözese Wien, 19.00 Uhr Hl. Messe mit Kinderwortgottesdienst, 9.30 Uhr Vortrag „Nikolaus, Christkind & Co.“ von Karl Essmann in der Kirche, 19.30 Uhr Adventmarkt, 9.00–12.00 Uhr, im Pfarrheim

DEZEMBER

Fr 1 Di 5 Mi 6 Di 12 Fr 15 So 17 Di 19 So 24

In unseren wöchentlichenGruppenstunden wird gemeinsam gespielt, gebastelt, werden Themen erarbeitet und diskutiert. Ab sofort sind wir in den neuen Räumen im Pfarrhaus, Draschestraße 105. Freitag 16:00-17:00 Uhr für Kinder der 1. Klasse Volksschule bis 2. Klasse Mittelschule/AHS Freitag 18:30-19:30 Uhr für Kinder und Jugendliche der 3. bis 5. Klasse Mittelschule/AHS

Tanzgruppe Adventkranzbinden im Pfarrheim, 16.00–18.00 Uhr Rorate, 6.00 Uhr Nikolausfeier in der Kirche, 16.00 Uhr Rorate, 6.00 Uhr Orgelkonzert: Wolfgang Capek, 19.00 Uhr Hl. Messe mit dem Chor Chará, 9.30 Uhr Sternsingerprobe im Pfarrheim, 16.00 Uhr

Heiliger Abend

Tänze aus aller Welt, mit leichten Figuren und Schritten, partnerunabhängig, ohne Vorkenntnisse. Kaffee und Gedankenaustausch runden den Nachmittag ab. Jeweils Dienstag am 13. und 27. November, 11. Dezember sowie 8. und 22. Januar, von 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr im Pfarrheim.

Hl. Messe, 9.30 Uhr Kindermette mit Krippenspiel, 16.00 Uhr Musikalische Einstimmung auf die Mette, 21.30 Uhr, Christmette, 22.00 Uhr

Mo 25 Di 26 So 31

Christtag, Festmesse, 9.30 Uhr

Adventfahrt

Hl. Messen in Emmaus am Wienerberg und Inzersdorf-Neustift

Zum Waldviertler Christkindlmarkt auf Schloss Rosenburg am Kamp Freitag, 8.12.2017, Abfahrt 11.00 Uhr Kosten: EUR 27,00 Anmeldung in der Pfarrkanzlei während der Bürozeiten! Anmeldeschluss: Mittwoch, 29. Nov. 2017

Messe mit Taufkindersegnung, 9.30 Uhr

JÄNNER

Sa 6 So 14 So 21 Do 25

Hl. Messe mit den Sternsingern, 9.30 Uhr Hl. Messe mit den Erstkommunionkindern, 9.30 Uhr Hl. Messe, anschließend Segnung der neuen Jugendräume, 9.30 Uhr

Präsentation der Orgel, 18.30 Uhr und Orgelkonzert: Andreas Willberg, 19.30 Uhr

Weitere Termine finden Sie im Mitteilungsblatt, im Schaukasten oder auf der Homepage www.pfarresanktnikolaus.at

Termine 800 Jahre Termine für Kinder

Herausgeber und Medieninhaber: Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus, Draschestraße 105, 1230 Wien, Tel.: 0664 886 32 680 Redaktion: Nikolaus Trimmel, Redaktionsteam: Johanna Kacetl, Ulrike Lahner-Trimmel, Hannes Maresch, Werner Paulus, Michael Trimmel • Lektorat: Ursula Maresch • Bilder: Felix Mayer, Nico Trimmel, Teresa Trimmel • Cartoon: Florian Trimmel • Gestaltung und Produktion: Atelier Tintifax, Breitenfurt • E-Mail Redaktion: blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at Artikel und Beiträge spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung des Herausgebers wider.

Aus der Redaktion Der nächste BLICKpunkt erscheint im März 2018. Reaktionen und Anregungen zur Zeitschrift schreiben Sie bitte an blickpunkt@pfarresankt nikolaus.at

Blickpunkt Ausgabe 13 – November 2017  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus Blickpunkt Ausgabe 13 – November 2017

Blickpunkt Ausgabe 13 – November 2017  

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