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Einblick & Überblick & Ausblick • März 2017

Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Demokratie in der Kirche? Am 18. und 19. März wird ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. Demokratie in der Kirche scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Viele meinen, „es wird ohnehin alles vom Papst/vom Vatikan/von Rom bestimmt“. Auf den zweiten Blick sieht das schon anders aus: Natürlich kann über die Fundamente unseres Glaubens und des Glaubens der Kirche nicht demokratisch abgestimmt werden. Zumindest nicht im Sinne westlicher Demokratien – die Umfrage zur Familienpolitik der Kirche etwa hatte mehr den Zweck einer Erhebung als den der direkten Mitbestimmung. Grundsätzlich bleibt die Glaubensentscheidung jedem Einzelnen vorbehalten. Aber wie die Verkündigung dieses Glaubens in der einzelnen Gemeinde, in der Pfarre, gelebt wird, kann sehr wohl demokratisch erfolgen: im Pfarrgemeinderat. Und dazu sind alle Getauften, die am Leben der Gemeinde interessiert sind, aufgerufen. Diese Mitarbeit bedeutet

aber auch Mitverantwortung zu übernehmen. Durch die Taufe und die Firmung schenkt Gott uns das Vertrauen, an seinem „Haus“, der Pfarrgemeinde „am Ort“ mitzubauen. Deutlich gemacht wird das durch Aussagen in der Bibel. Im Lukas-Evangelium lesen wir, dass Jesus Männer UND Frauen eingeladen hat, ihn bei der Verkündigung der „Frohen Botschaft“ zu unterLukas-Evangelium, 8. Kapitel, stützen. Vers1 ff: In der folgenden Zeit wanderte Jesus … und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die zwölf Jünger begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er … geheilt hatte: Maria Magdalena …, Johanna, die Frau eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen. Und der Apostel Paulus weist in seinem 1. Ko>> Fortsetzung auf Seite 2 rintherbrief auf

Die unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten können genützt werden

Wahlaufruf Pfarrgemeinderatswahl am 18. und 19. März Seite 2

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Der PGR und sein neuer „Bruder“ Aufgabe des Vermögensverwaltungsrates Seite 3

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Kandidatinnen und Kandidaten zum PGR Vorstellung Seite 4

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Personen aus der Geschichte der Pfarre Teil 1 Seite 5

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Beschlüsse des PGRs 2012–2016

März 2017

Suchen Sie sich sieben aus Ein Wahlaufruf von Pfarrer Nikolaus Zvonarich

Auszüge aus den Protokollen des PGRs der letzten Periode: Kindergartenräume Die ehemaligen Kindergartengruppenräume werden zur Verwendung der Kinder- und Jugendarbeit eingerichtet. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Eigentumswohnung Aufgrund zu großer notwendigen Renovierungsarbeiten in der Eigentumswohnung im 3. Stock am Kirchenplatz erfolgte der EINSTIMMIGE Beschluss diese zu verkaufen. Barrierefreier Eingang, kein Museum Der PGR bittet Architekt Ing. Neustädter, die Frage des barrierefreien Einganges beim Haupteingang und in die Marienkapelle in die Bauverhandlungen einzubringen. Wir wollen auch festhalten, dass wir kein Museum wollen, sondern einen Raum für unsere Gottesdienste, in denen wir (die Inzersdorfer) unsere Heimat haben. 2016: Fronleichnam NEU Es scheint uns nicht mehr sinngebend, im Pfarrgebiet eine Prozession durchzuführen. Mit Plakaten und Sprüchen soll das Fest in Form einer Demonstration erfolgen. 2015: Adventkranzweihe in der noch nicht ganz fertig renovierten Kirche Der PGR kam nach kurzer Überlegung zum Schluss, dass wir mit Beginn der Adventzeit unserer Kirche wieder Leben einhauchen, indem wir miteinander feiern. Die Adventkranzweihe wird daher bereits in unserer Kirche stattfinden. Ganz fertig renoviert wird die Kirche noch nicht sein.

Demokratisierung steht nicht hoch im Kurs in diesen Zeiten der Erdogans, Putins oder Trumps. Leider gilt auch die Kirche nicht gerade als Hort der Demokratie. Und dennoch hat sich zumindest auf Pfarrebene seit fast sechzig Jahren ein langsamer Demokratisierungsprozess ereignet, seit der Einführung der Pfarrgemeinderäte. Konnte früher der „Pfarrherr” schalten und walten wie er wollte – leider meint das so mancher meiner Berufskollegen noch heute und erleidet Schiffbruch – so ist er mittlerweile in vielen Bereichen an Beschlüsse eben dieses Rates und auf Gegenzeichnung durch den stellvertretenden Vorsitzenden gebunden. Als Pfarrer halte ich das für gut und richtig und ich fühle mich dadurch auch entlastet für meine eigentliche Aufgabe: die richtige Verkündigung der Frohbotschaft Jesu. Meiner Erfahrung nach nehmen die Räte ihre Aufgabe sehr ernst. Sie wissen, dass es nicht darum geht, eigene Wünsche durchzudrücken, sondern dass sie denen, die sie gewählt haben, verpflichtet sind. Jede/r vertritt nicht nur

eine bestimmte Altersgruppe von Pfarrmitgliedern, etwa Kinder, Jugend oder Senioren, sondern sorgt auch dafür, dass wesentliche Bereiche des Christ Seins nicht vernachlässigt werden: Caritas, Glaubensbildung, Kontakt zu anderen Religionen und vieles mehr. Dies sichert eine bunte Vielfalt in unserer Pfarre. Sie tun dies ehrenamtlich als Dienst an den Menschen hier, an den lebendigen Gliedern des Leibes Christi, wie Paulus es im Korintherbrief ausdrückt: 1. Korintherbrief, Kap.12, Vers 12–26: Denn so wie der Körper eine Einheit ist, und doch aus vielen Teilen besteht; aber alle Teile zusammen gehören und einen einzigen Körper bilden: So ist es auch mit Christus. Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, Meiner Erfahrung also gehöre ich nicht zum Leib! – Hört er nach damit auf, ein Teil des Körpers zu sein? nehmen Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein die Räte ihre AufAuge, also gehöre ich nicht zum Leib! – gabe Hört es damit auf, ein Teil des Körpers sehr zu sein? ernst. Wenn der ganze Mensch nur aus Augen bestünde, wie könnte er dann hören? Wenn er nur aus Ohren bestünde, wie könnte er dann riechen? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Körper eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach.(…) Denn er wollte, dass es keine Uneinigkeit im Körper gibt, sondern jeder Teil sich um den anderen kümmert. Wenn ein Teil des Körpers leidet, dann leiden alle anderen mit. Und wenn irgendein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit. Sie, liebes Pfarrmitglied, sind aufgerufen am 18. oder 19. März zu wählen. Suchen Sie sich Ihre Pfarrgemeinderäte aus, an die Sie sich die kommenden fünf Jahre vertrauensvoll mit Ihren Anliegen wenden können. Ihr Pfarrer Nikolaus Zvonarich

>> Fortsetzung von Seite 1 die unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten hin, die in einer Gemeinde vorhanden sind. Sie sollen genützt und benützt werden. Es gibt nicht nur den PGR, sondern viele Aufgaben, denen sich eine Gemeinde stellen muss. Wir alle sind aufgerufen, in „dem einen Geist“, der uns geschenkt ist, am Leben der 1. KoPfarrgemeinde mitzuarbeiten. rintherbrief, Kap.12, Vers 4ff: Es gibt verschiedene Gaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, (…) dem dritten Glaubenskraft, einem andern die Kraft, zu heilen. (…) Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, Werner Paulus wie er will.


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Der PGR und sein neuer „Bruder“ Welche Aufgabe hat der neue Vermögensverwaltungsrat einer Pfarre? Mit 19. März 2017 – dem Wahltag – tritt auch eine neue Ordnung für den Pfarrgemeinderat (PGR) in Kraft. Diese regelt die Geschäftsordnung für den PGR sowie für den neuen Vermögensverwaltungsrat (VVR). Was ist damit also neu für den neu zu wählenden PGR bzw. für die Pfarrgemeinde? Zunächst wird als genereller Sendungsauftrag formuliert, dass die Pfarre DIE wichtige Einheit gemeinsamen christlichen Lebens ist. Sie muss, auf Mission und Nachfolge Christi ausgerichtet, zu den Menschen des 21. Jahrhunderts passen. Diese Menschen leben in einer großen Weite und Freiheit und meiden zum Teil zu enge Bindungen an eine konkrete Gemeinschaft. Andererseits gibt es Menschen, die gerade in nahen beständigen Gemeinschaften Stütze und Beheimatung suchen. Dies findet in der Neugestaltung der Pfarrstrukturen der gesamten Erzdiözese ihren Niederschlag. Sie soll Voraussetzungen schaffen für eine Kirche der Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Glaubens. Der Pfarrgemeinderat ist in der neuen Ordnung der Pastoralrat der Pfarre. Er ist ein eigenverantwortliches Gremium, dessen Mitglieder aus ihrem Glauben heraus initiativ werden, um in der Pfarre alles zu fördern oder zu initiieren, wodurch Menschen den Weg zu Christus und zum Glauben finden. Das können verschiedenste Angebote und Dinge sein

– vom Aufstellen einer Box zum Fürbitten sammeln über die Initiierung einer neuen Firmvorbereitung bis hin zur Erarbeitung neuer Konzepte. Der PGR berät den Pfarrer bei wichtigen pastoralen Fragen und zum Pfarrleben. Der PGR ernennt auch die Mitglieder für einerseits den Vermögensverwaltungsrat und andererseits das Pfarrleitungsteam (den bisherigen Vorstand des PGR). Der Vermögensverwaltungsrat ist ein ei-

Der Pfarrgemeinderat ist in der neuen Ordnung der Pastoralrat der Pfarre genständiges Gremium, das eng mit dem PGR zusammenarbeitet. Der Vermögensverwaltungsrat hat ein Entscheidungsrecht in Angelegenheiten der kirchlichen Vermögensverwaltung. Er regelt z.B. Bauangelegenheiten und Dienstverträge und ist für den jährlichen Haushaltsplan verantwortlich. Er besteht aus vier bis acht Mitgliedern, die nicht unbedingt auch Mitglieder des PGR sein müssen, aber für die professionelle Durchführung der Aufgaben geeignet sind. Hier wird empfohlen, Mitglieder aus jenen Berufsfeldern zu wählen, die

den zu erledigenden Aufgaben nahestehen, um auf deren berufliche Erfahrung zurückgreifen zu können. Mit der neuen PGR-Ordnung wird also eine Aufgabenteilung in pastorale Angelegenheiten im Pfarrgemeinderat und in Verwaltungsangelegenheiten im Vermögensverwaltungsrat vorgenommen. Der Vorteil dabei ist, dass sich nicht mehr jedes PGR-Mitglied mit allen Themen gleichzeitig beschäftigen muss wie in der Vergangenheit, sondern in einem der Gremien seinen Tätigkeitsschwerpunkt gesetzt hat. Somit ist der PGR frei, sich als eine repräsentative Vertretung der Pfarrmitglieder und deren Gruppen der zeitgemäßen Verkündigung des Wortes Gottes zu widmen, ohne sich gleichzeitig um alle Verwaltungsagenden kümmern zu müssen. Der Vermögensverwaltungsrat hält dem PGR durch seine Tätigkeit „den Rücken frei“ für dessen Hauptaufgabe: der pastoralen Tätigkeiten. Die Pfarrarbeit wird dadurch für mögliche Mitglieder attraktiver, während der Vermögensverwaltungsrat zunehmend professionalisiert wird. Somit sollte es uns gelingen, für jede/n, der sich für eine Pfarrgemeinderatsfunktion interessiert und in den kommenden PGR gewählt wird, eine zu den jeweiligen Interessen und Tätigkeitsschwerpunkten passende Funktion zu finden. Gabi Twrznik

Antragsrecht für Geldmittel

Pfarrgemeinderat

Vermögensverwaltungsrat

informiert regelmäßig

Pfarrer Diakon Vorsitzende/r VVR Fixe PGR-Mitglieder

Sieben Mitglieder von der Gemeinde gewählt

vom PGR entsandtes Mitglied vom Pfarrer bestelltes Mitglied

Aufgaben: Erstellung eines Pastoralkonzepts Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden Gewinnung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements der Pfarrmitglieder Kontakte und Zusammenarbeit mit nichtkirchlichen Gruppen Leitung der Pfarre in Pastoralfragen Bestätigt Beschlüsse des VVR oder leitet Klärungsmaßnahmen ein

Pfarrer

Vom PGR ernannte Mitglieder

Vom Pfarrer ernanntes Mitglied

Rechnungsprüfer vom PGR bestellt

Aufgaben: Erstellung und Beschluss des Haushaltsplans und Jahresabschlusses Verwaltung von Dienstverhältnissen Beschluss von Bauangelegenheiten Verwaltung der Gebäude und Liegenschaften Ist an das Pastoralkonzept des PGR gebunden Bestimmt einen Vorsitzenden (Sitz im PGR)


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März 2017

Die Kandidatinnen und Kandidaten zum PGR Wir haben alle Pfarrmitglieder, die zur Wahl stehen, gefragt, was ihre Anliegen sind, worauf der PGR mehr Aufmerksamkeit legen soll und warum man sie wählen sollte. Helga Bresich

Gabriele Bruckner

Nina Chalupsky

Lehrerin, 60 Jahre

Pädagogin in Pension, 58 Jahre

In Pension, 60 Jahre

Ich saß schon zwei Mal im PGR. Meine Anliegen sind: Entwicklung der „Pfarre Neu“; Pastorale Arbeit mit und an Erwachsenen; Religiöse Weiterbildung; Pfarrcafé. Der PGR sollte sich mehr dafür einsetzen, dass die Informationen innerhalb der Gemeinde besser fließen.

Ich saß bereits im PGR. Meine Anliegen sind: Pensionist-/innen. Der PGR sollte sich mehr dafür einsetzen, dass man die Fernstehenden, die in die Kirche kommen, miteinbezieht. Sonst hat der PGR bisher gute Arbeit geleistet.

Ich saß noch nie im PGR. Mein Anliegen ist: die Lebendigkeit in der Pfarre. Ich möchte etwas vom eigenen Glück an andere weitergeben; dort sein, wo man mich braucht. Ich hoffe, mit meinem Engagement und meiner beruflichen Erfahrung einen Beitrag leisten zu können.

Markus Ebner

Renate Kletzl

Michaela Kofler

Caritasmitarbeiter, 55 Jahre

Religionslehrerin, 56 Jahre

Steuerberaterin, 48 Jahre

Ich saß schon ein Mal im PGR. Meine Anliegen sind: Erhaltung der Gebäude; Familien; positive Kommunikation. Der PGR sollte sich mehr für die Volkspastoral einsetzen. Wir dürfen die neu Zugezogenen nicht außer Acht lassen und sollten Zeichen der Einladung setzen.

Ich war schon fünf Mal im PGR tätig. Da ich viele Menschen aus dem Pfarrgebiet kenne, möchte ich weiterhin versuchen, ihre Wünsche und Anliegen zu hören und sie zu vertreten. Der PGR sollte sich mit den Nachbarpfarren vernetzen und Pfarrangebote evaluieren.

Ich saß noch nie im PGR. Meine Anliegen sind: Ich möchte anpacken, wo Hilfe gebraucht wird, bei organisatorischen Dingen und mitgestalten. Ihr solltet mich wählen, weil man Newcomer unterstützen sollte ;-)

Maria Kocjancic

Ulrike Lahner-Trimmel

Eva Malina

In Pension, 71 Jahre

Sozialbetreuerin, 48 Jahre

In Pension, 75 Jahre

Ich war schon ein Mal im PGR. Meine Anliegen sind: Kirchengeher anzusprechen und in das Pfarrleben zu integrieren sowie die Caritasarbeit.

Ich saß noch nie im PGR. Mir ist wichtig: Die Zukunft der Pfarre liegt mir am Herzen. Die Menschen einladen, den Weg gemeinsam zu gehen. Raum für Kinder und Jugend. Lebensnahe spirituelle Angebote setzen. Ein offenes Ohr haben, damit alle gehört werden.

Ich saß schon ein Mal im PGR. Meine Anliegen sind: Bibelarbeit; gute interne Kommunikation und klare Strukturen. Ihr solltet mich wählen, weil mir diese Gemeinde ein echtes Anliegen ist und ich gerne mit dem, was ich einbringen kann, zur Verfügung stehen will.

Christoph Mayer

Felix Mayer

Magdalena Petraschek

Student, 23 Jahre

Technischer Angestellter, 57 Jahre

Kindergartenpädagogin, 21 Jahre

Ich saß noch nicht im PGR. Meine Anliegen sind: Jugend, Ministranten. Der PGR sollte mehr auf neue Leute zugehen, die vielleicht die Kirche aus den Augen verloren haben. Ihr solltet mich wählen, weil ich gerne die Kirchengemeinde von Morgen mitbauen möchte.

Ich saß bereits im PGR, zuletzt als Vorstandsmitglied. Ich möchte mich gerne um sicherheits- und brandschutztechnische Belange in der Pfarre kümmern. Es freut mich, dass unsere Kirche und die Marienkapelle barrierefrei erreichbar sind.

Ich saß schon ein halbes Mal (drei Jahre lang als Vertretung) im PGR. Mein Anliegen ist vor allem die Kinder- und Jugendarbeit in der Pfarre. Es ist mir wichtig, dass sie eine „Stimme“ im PGR haben und ihre Meinungen dadurch gehört werden.

Paul Petraschek

Gabriela-Maria Twrznik

Manfred Stolzer

Technischer Angestellter, 59 Jahre

Angestellte, 53 3/4 Jahre

Angestellter, 56 Jahre

Ich saß schon drei Mal im PGR. Meine Anliegen sind: Finanzen. Der PGR sollte sich mehr dafür einsetzen, dass viele Meinungen gehört werden. Ihr solltet mich wählen, weil ich die Pfarrfinanzen seit 15 Jahren nach bestem Wissen und Gewissen verwalte.

Ich sitze seit über 30 Jahren im PGR. Meine Anliegen sind: Steuerung und Organisation in der Pfarre. Der PGR sollte sich in Zukunft mehr um pastorale und spirituelle Themen kümmern.

Ich saß noch nie im PGR. Meine Anliegen sind: Der Kontakt zu verschiedenen Religionen und Menschen aus anderen Kulturen. Ihr solltet mich wählen, weil ich die Probleme und Anliegen aller Pfarrmitglieder vertreten und in den PGR einbringen möchte.


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Personen, die die Pfarre prägten

GEDANKEN

Teil 1: Von Bischof Ulrich II. (1217) bis Geyer von Osterburg (1653)

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Zeichnung von Baptholome Behem zur Zeit der osmanischen Belagerung von Wien (1529) mit der Inzersdorfer Kirche (1) und Spinnerin am Kreuz (2).

Am 15. September 1217 kam es zur Gründung der Pfarre Inzinsdorf durch Bischof Ulrich II. von Passau, unter dessen kirchlicher Hoheit das Land unter der Enns (Niederösterreich) stand. Er schlichtete damit einen Streit zwischen dem adeligen Herrschaftsbesitzer Ulrich von Rodaun und Pfarrer Heinrich von Wien um die Frage, wem die Kirche des kleinen Ortes mit 11 Gehöften und einer Mühle gehöre. Ulrich II von Passau entschied die Frage zugunsten des Adeligen und erhob die Kirche von Emcinsdorf zu einer neuen Pfarre, wobei der Herrschaftsbesitzer als Patron der Pfarre eingesetzt wurde. Das Herrschaftspatronat bedeutete für die Kirche und ihren zuständigen Pfarrer, deren Erhalt zu gewähren. Die Pfarrgründung fällt in das Zeitalter der Kreuzzüge: Die Verehrung des Pfarrheiligen Nikolaus von Myra wurde vermutlich von Kreuzfahrern nach Österreich gebracht, und Bischof Ulrich II. von Passau selbst starb 1221 in Ägypten während eines Kreuzzuges gegen die Mameluken. 1227 wird vom Schottenkloster dem Pfarrer von Inzersdorf, Berthold, ein Lehen übergeben. Mitte des 14. Jahrhunderts wird das Dorf zwei Mal von der Pest heimgesucht. In

dieser Zeit war Wenzel von Windten Besitzer der Herrschaft. Heute erinnert noch ein Straßenname im 10. Bezirk an diese Familie. Die Straße führt hinter dem Wasserturm direkt zur Spinnerin am Kreuz. Die Spinnerin wurde in diesem Zeitraum auf Grund und Boden von Inzersdorf errichtet. Bei der osmanischen Belagerung von Wien 1529 kamen 80 Prozent der Bevölkerung von Inzersdorf um, auch das kleine Kirchlein von Inzersdorf war dem Erdboden gleich. Der Pfarrhof war ein Trümmerhaufen, darum mussten die Pfarrer in Wien Quartier nehmen. Pfarrer Melchisedech Plenagel schreibt in einem Bericht: „Der Pfarrhof ist zerrissen und zerlumpt.“ 1563 erwarb die Familie Geyer von Osterburg die Herrschaft, sie stammt aus Norddeutschland und bestand aus glühenden Anhängern der lutherischen Lehre. Fast 100 Jahre lang bestimmten sie das Geschehen in Inzersdorf. Die Ortschaften Hernals, Vösendorf und Inzersdorf bildeten zu dieser Zeit einen protestantischen „Gürtel“ rund um Wien. Bei den Predigten gab es oft 10bis 20-Tausend Zuhörer – viele Wiener Bürger nutzten die Gelegenheit, nach Inzersdorf „auszulaufen“, da sie innerhalb Wiens keine evangelischen Gottesdienste besuchen durften. Während Kaiser Maximilian II. auf Ausgleich mit den Protestanten aus war, änderte sich das nach seinem Tod: Der evangelisch geborene Konvertit Melchior Khlesl, Propst von St. Stefan, trat auf den Plan. Bereits am 14. Jänner 1579 erging ein Verbot an alle Fuhrleute, Personentransporte nach Inzersdorf zu übernehmen. 1588 ließ Erzherzog Ernst die Schlossprediger von Inzersdorf und Vösendorf vor sich treten und verbot ihnen die Fortsetzung des öffentlichen Gottesdienstes; als sie sich weigerten, wurden sie des Landes verwiesen. Die Schließung der Schlosskapelle konnte aber keinen Erfolg haben: Unter dem Schutz der Geyer von Osterburg lebten protestantische Prediger im Grünhof (heute die Volksschule Draschestraße 90–92). Im Gegenzug verhinderte die Familie Geyer von Osterburg, dass Geld aus dem Stiftungsfond der Pfarre für Kirchenreparaturen und das Gehalt des katholischen Pfarrers ausbezahlt werden konnte. Es kam zu einem langwierigen Streit zwischen Pfarrer und der Herrschaft. Dieser Streit konnte erst 1717, nach etlichen Prozessen, durch einen Beschluss des Höchstgerichtes (Gravaminum) beendet werden. 1653 musste die Familie Geyer von Osterburg per landesfürstlicher Anordnung die Herrschaft Inzersdorf verkaufen. Gerhard Loucky Teil 2 folgt im nächsten Blickpunkt

Das GUTE Wort Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt. Epheser 4,29.

Lasse ich diesen Bibelvers in mir wirken, breitet sich Friede aus. Ein Friede, der in Klarheit, verstanden werden und Gemeinschaft wurzelt. Dieses gute Wort heißt nicht zwangsläufig, nur lieb, brav und nett zu reden – sondern klar zu sprechen. Klar in der ganzen Person und klar in der Botschaft zu sein. Gelingt dies, kann der Gesprächspartner überhaupt zuhören und man sich gegenseitig verstehen. Gelungene Kommunikation verbindet Menschen. Ein gutes Wort in der Familie gesprochen ist eine gute Basis für das Familienleben. Ein gutes Wort in der Arbeit gesprochen ist eine Wohltat für Chef und Mitarbeiter. Ist ein gutes Wort in der Pfarre Selbstverständlichkeit? Wie schaut es mit meinen Worten aus? Wie klar und unvoreingenommen kann ich zuhören? Dem neuen Pfarrgemeinderat wünsche ich den Geist Gottes, damit das gute Wort Raum findet. Johanna Kacetl


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Bilder aus dem Pfarrleben Adventmarkt – Einweihung der Orgel – Neue Ministrantinnen – Der heilige Nikolaus – Sternsinger unterwegs in Inzersdorf – Kinderfasching

März 2017 Die Damen der Bastelrunde waren im Rahmen des Adventmarktes wieder in vollem Einsatz. Auch der Punschstand kam gut an. Orgelbaumeister Johannes Rohlf und Organist Oswald Amtmann beim Anschneiden der „Orgel-Torte“. Drei neue Ministrantinnen erhalten ihr Kreuz von den ebenfalls neuen Verantwortlichen Lena und Christoph. Domdekan Karl Rühringer segnet die Orgel. Die neue Orgel ist gesegnet! Karl Schantl ist seit vielen Jahren unser „Nikolaus“ und hat für alle ein offenes Ohr.

Organisten unter sich: Veronika Däubl im Gespräch mit Oswald Amtmann. Eifrig zogen unsere Sternsingerinnen und Sternsinger vier Tage lang von Haus zu Haus.

Auch der Kasperl war beim Kinder fasching zu Gast.


März 2017

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Pfarre sucht Aktivisten In unserer Kirche wurde verkündet, dass demnächst PGR-Wahlen sein werden und sich geeignete Kandidaten melden sollen. Gemeldet haben sich einige Parteien – ob diese aber geeignet sind oder nur sich selbst für geeignet halten, soll jeder für sich selbst entscheiden … Da wäre einmal „Pfarre Gegen Rechte“: Eine Gruppierung, die dagegen ankämpfen will, dass sich der

Pensionisten“ ins Leben gerufen! Da ohne Pensionisten das Pfarrleben sehr alt aussehen würde, gründete unser Pfarrer schnell die Gegengruppe „Pfarrer Grüßt Pensionisten“. Diese Gründung tut auch mir persönlich sehr gut! Eine sehr kurios anmutende Gemeinschaft ist eine Gruppe von Frauen und Männern, die regelrechte Fans des Pfarrers

in der allgemeinen Weltpolitik zu beobachtenden Rechtstrend auch in der Kirche breit macht. Nach Bekanntwerden der Kandidatur dieser Gruppe bildete sich aber sehr schnell die Gegenbewegung „Pfarre Gehört Rechts“. Dem Vernehmen nach ist ein gewisser HC von dieser Gruppe sehr angetan! Einige als radikal einzustufende Jugendliche haben die Partei „Pfarre Gegen

sind. Sie hängen sprichwörtlich an seinen Lippen und gehen mit ihm „wohin er will, auch bis ans Ende dieser Welt, wenn es sein muss auch nach Ottakring!“ Sie nennen sich die „Pfarrer-GRoupies“! Ich persönlich hoffe, dass sich bei der Wahl dann die „Pumperl-Gesunden Richtigen“ durchsetzen und die Geschicke unserer Pfarre in den nächsten Jahren wieder gut lenken werden! Norbert Kletzl


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März 2017

Termine & Co

Termine PGR-Wahl

MÄRZ

10

Vortrag „Vom Fasten zum Fest“ von Dr. Karl Essmann 19:30 Uhr im Pfarrheim

17 17 19 24 26 31

Kinderkreuzweg, 16:00 Uhr Orgelkonzert mit Emanuel Amtmann, 19:00 Uhr Gospelmesse mit dem Chor Chàra, 9:30 Uhr Kreuzweg, 17:15 Uhr

Danke!

Rhythm. Messe mit Erstkommunion-Kindern, 9:30 Uhr

Bei der Sternsingeraktion wurden dieses Jahr in unserem Pfarrgebiet 10.367 Euro gesammelt. Danke an alle Spender, alle Sternsinger und Begleiter und alle Köche!

Jesus Christus Superstar, 19:30 Uhr

APRIL

1 7 9 13 14 14 15 15 16 17 21 23

Mi, 15.3. 17:00–19:30 in der Pfarrkanzlei Sa, 18.3. 19:00 Uhr und So, 19.3. 10:30–12:00 jeweils in der Kirche

Jesus Christus Superstar, 19:30 Uhr Kreuzweg, 17:15 Uhr Palmsonntagsmesse im Pfarrgarten, 9:30 Uhr Gründonnerstag: Messe v. letzten Abendmahl, 19:00 Uhr Kreuzweg, 15:00 Uhr Karfreitagsliturgie, 19:00 Uhr Speisensegnung, 16:00 Uhr Osternacht mit Agape, 21:00 Uhr Ostersonntag Festmesse, 9:30 Uhr Ostermontag Messe in Emmaus/Wienerberg, 10:00 Uhr Orgelkonzert mit Johannes Ebenbauer, 19:00 Uhr Tauferneuerung der Erstkommunion-Kinder, 9:30 Uhr

Bei unserer Adventaktion „Fahrende Füße“ wurden 2.517,49 Euro für ein neues Auto für die Schule in Ostafrika gesammelt. Für das Don Bosco Flüchtlingswerk wurden 532,47 Euro gespendet.

MAI

6

Aus!Zeit – meditativer Wortgottesdienst, 19:00 Uhr

Aus der Redaktion

mit Kommunionspende und rhythmischer Musik

7

„Altinzersdorfer-Messe“, 19:00 Uhr Messe mit ehemaligen und langjährigen Pfarrmitgliedern

19 21 28

Orgelkonzert, Orgelklasse der Musikuniv., 19:00 Uhr Erstkommunion, 9:30 Uhr Messe mit anschließender Krankensalbung, 9:30 Uhr

JUNI

3

Aus!Zeit – meditativer Wortgottesdienst, 19:00 Uhr mit Kommunionspende und rhythmischer Musik

9

Lange Nacht der Kirchen

Weitere Termine finden Sie im Mitteilungsblatt, im Schaukasten oder auf der Homepage www.pfarresanktnikolaus.at

Termine 800 Jahre Termine für Kinder

Herausgeber und Medieninhaber: Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus, Draschestraße 105, 1230 Wien, Tel.: 0664 886 32 680 Redaktion: Nikolaus Trimmel, Redaktionsteam: Johanna Kacetl, Ulrike Lahner-Trimmel, Hannes Maresch, Werner Paulus, Michael Trimmel • Lektorat: Ursula Maresch • Bilder: Familie Chalupsky, Monica Hajek, Felix Mayer, Christine Sengseis, Nico Trimmel • Cartoon: Florian Trimmel • Gestaltung und Produktion: Atelier Tintifax, Breitenfurt • E-Mail Redaktion: blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at • Artikel und Beiträge spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung des Herausgebers wider.

Der nächste BLICKpunkt erscheint Anfang Juni 2017. Reaktionen und Anregungen zur Zeitschrift schreiben Sie bitte an blickpunkt@pfarresankt nikolaus.at Der BLICKpunkt finanziert sich durch Spenden. Wenn auch Sie uns unterstützen wollen, dann können Sie das über die folgende Bankverbindung tun – IBAN: AT42 3200 0000 0631 4900 BIC: RLNWATWWXXX mit dem Verwendungszweck „BLICKpunkt“. Danke für Ihre Mithilfe!

Profile for Michael Trimmel

Blickpunkt Ausgabe 11 – März 2017  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

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