Page 1

Einblick & Überblick & Ausblick•november 2014

Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Das „neue Schloss“ im Draschepark, Aquarell von Gerhard Loucky nach einer Postkarte um 1910.

Inhalt

250 Jahre Draschepark Es riecht wieder einmal nach Gegrilltem. Wenn Sie an einem warmen Wochenende in Inzersdorf unterwegs sind, wird Ihnen der Duft wohl oder übel irgendwann in die Nase steigen. Neuzugezogene mögen sich anfangs vielleicht fragen, woher das immer kommt. Alteingesessene wissen es längst: Aus dem Draschepark. Hier befindet sich nämlich einer von nur sechs öffentlichen Grillplätzen in Wien. Und die Freiluft-Roast-Aficionados sind dort oft in Massen anzutreffen. Das mag manche Mitbürger stören – die Mehrheit der Inzersdorfer jedoch wohl kaum. Ein paar Meter weiter rasen Fernsteuerautos und Fahrräder über die BMX-Bahn. Ein Paradies auch für Kinder also. Doch was die wenigsten wissen:

Der Draschepark ist mehr. Beziehungsweise war es einmal. Denn heute würde ihn wohl niemand mehr als Schlosspark bezeichnen – wie denn auch, so ganz ohne Schloss? Gewissermaßen wurde der Park verstümmelt, um seine ursprüngliche Funktion gebracht. Und so mag man sich vielleicht fragen, wieso ausgerechnet im Autobahndreieck ein Stückchen Natur erhalten geblieben ist. Denn dass dieser Park ganze 250 Jahre auf dem Buckel hat, sieht man ihm nun wirklich nicht an. Lesen Sie seine Genikolaus trimmel schichte auf Seite 2.

Der Draschepark hat sich im Laufe der Jahrhunderte von einem Schlosspark zu einem Freizeitpark gewandelt – aber leider mit vielen Abstrichen durch den steten Ausbau des Verkehrs

Historisches aus Inzersdorf

2

Der Papst in Wien

3

Pfarre St. Nikolaus im Jahr 2264

3

Flohmarkt 2014

4

Dann machen wir uns unsere eigene Kirche

4

Schritte zur gemeinsamen Pfarre

5

Synode

5

Bilder aus dem Pfarrleben

6

SCHLUSSpunkt

7

Termine & Tipps

8


Seite 2

november 2014

Inzersdorf am Wiener Berg, Katasterplan von 1818

Das alte Schloss. Kupferstich von Georg Matthäus Vischer, 1672

e Altes Schloss r Neues Schloss t Alten romanisch-gotischen Kirche (wurde 1818 abgetragen) u Mühle in der Krestangasse i Wirtschaftshof, später „Inzersdorfer“ o Draschestraße p Triester Straße a Hochwassergasse s Sterngasse d noch heute im Park erkennbare Allee

Historisches aus Inzersdorf: Der Draschepark Vor knapp 250 Jahren (1775) wurde der Park angelegt, um einem neu erbauten Barockschloss einen würdigen Rahmen zu geben. Der damalige Herrschaftsbesitzer, Ferdinand Bonaventura, Anton Graf von Harrach, Ritter vom goldenen Vlies (die höchste Auszeichnung im Reich der Habsburger) ließ das Schloss erbauen. Damals war die Draschestraße von der Laxenburger Straße bis zur Triester Straße ein durchgehender Straßenzug. An dieser Achse wurde das „neue Schloss" mit einer Fensterfront von 19 Fenstern erbaut. Der Festsaal des Schlosses war mit einem Deckenfresco von Daniel Gran geschmückt. Das „alte Schloss", von dem aus die wirtschaftlichen Agen-

den gelenkt wurden, befand sich am östlichen Ende des Parks neben der alten romanisch-gotischen Kirche. Auf der oben abgebildeten Katasterkarte der Dorfgemeinde Inzersdorf von 1818 kann man die unterschiedliche Gestaltung der Parkanlage gut erkennen. Nördlich des Schlosses befand sich der „englische“ Garten mit seinen Reitwegen und seltenen Bäumen, den der Liesingbach kurvenreich durchfließt. Im südlichen Teil des Parks mit barocker Gestaltung konnte man Obst- und Gemüseanbauflächen finden.

Die ganze Anlage war von einer Mauer umgeben, deren spärliche Reste heute noch in der Sterngasse zu sehen sind. Wegen des Baus der SüdostTangente (A23) wurde das Schloss in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre abgerissen. Diese Autobahn erdrückt fast den Park und wird jetzt aktuell mit viel Aufwand noch weiter verbreitert. Auch die Eisenbahn hat vor ein paar Jahren einige hundert Quadratmeter der Parkfläche beansprucht. Wenn ich daran denke, wie viele Bäume, die ausgewiesene Naturdenkmäler waren,

wegen dieser Baumaßnahmen verschwunden sind, stimmt mich das traurig. Und auch, dass die Nepomukstatue, die an der Liesingbachbrücke bei der Triester Straße stand und in den siebziger Jahren abgetragen wurde, heute nicht mehr in Inzersdorf sondern in Döbling steht. Diese Statue hat die Dorfgemeinde Inzersdorf aufgestellt, darum wäre es rechtens sie wieder nach Inzersdorf zurück zuversetzen. Gerhard Loucky Gerhard Loucky ist Hobbyhistoriker und besitzt das größte bekannte Archiv über die Geschichte Inzersdorfs.

Welche Bedeutung hat für dich der Draschepark und wie nutzt du ihn?

Marianne, 44 Jahre:

Joseph, 22 Jahre, mit Rico:

Johanna, 20 Jahre:

Matteo & Papa:

„Als Kinder waren wir im Draschepark rodeln. Unerlaubterweise auch vom Autobahndamm hinunter.“

„Ich bin mit meinem Hund Rico hier, um Gassi zu gehen und mich im Grünen von der Stadt zu erholen.“

„Ich radle oft auf dem Weg in die Pfarre durch den Draschepark. Er verbindet mein Zuhause mit dem Ortskern von Inzersdorf.“

„Wir kommen jedes zweite Wochenende zur BMXBahn und nehmen dafür auch den langen (Rad)Weg aus Kledering in Kauf.“


november 2014

Seite 3

1782 – Der Papst in Wien Während man sich in Inzersdorf des neuen Parks erfreute, geschah kirchengeschichtlich Bedeutendes. Es gab in der Geschichte fünf Papstbesuche in Wien. Vier davon fanden nach 1983 statt. Aber der erste Papst, der Wien besuchte, war im Jahre 1782 Pius VI. Waren die Visiten seiner Nachfolger Johannes Paul II und Benedikt XVI reine Pastoralreisen, so fand der Besuch von Pius VI seinen Grund in der Reformpolitik Josephs II. Die öffentliche Meinung in Wien sprach sogar von einem umgekehrten „Gang zu Canossa“. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts manifestierte sich das kirchliche Leben im sogenannten „Barockkatholizismus“. Die Reformen des Konzils von Trient zeigten vor allem in den Ländern der Habsburger durch neue Andachtsformen einen Aufschwung der Reliquienverehrung und einer Zunahme an Wallfahrtsorten eine starke Wirkung in der Öffentlichkeit. Kloster- und Ordensgründungen wurden vor allem von den Jesuiten, die in der katholischen Kirche im Bildungswesen eine fast monopolistische Stellung innehatten, forciert. Dieser Entwicklung wirkten Kaiserin Maria Theresia und ihr Sohn Joseph (ab 1765 Mitregent) ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entgegen. Zahlreiche Reformen – die in den Geschichtsbüchern dem „Josephinismus“ zugeschrieben werden – hatten schon unter Maria Theresia ihren Ursprung. 1773 gab sie den Ausschlag zur Auflösung des Jesuitenordens, die Steuerfreiheit des Klerus wurde beseitigt, die Hälfte der kirchlichen Feiertage abgeschafft und der Ordenseintritt vor dem 24. Lebensjahr verboten. Maria Theresia war zwar fromm, ja fast bigott, umgekehrt war sie aber nicht Willens der Kirche die Position der zweiten oder gar ersten Macht im Staat zu überlassen. Sie sah sich im Sinne der Aufklärung bereits als Dienerin des Volkes. Weder rüttelte sie an Grundfesten von Papsttum und Kirche noch geriet sie in einen

Konflikt mit den religiösen Gefühlen ihrer Untertanen.

Völliger Bruch mit dem Papsttum drohte

Papst Pius VI

„Gang nach Canossa“ – Wird heute im übertragenen Sinne als erniedrigend empfundener Bittgang bezeichnet.

Kaiserin Maria Theresia

Joseph II, ab 1756 Mitregent seiner Mutter Kaiserin Maria Theresia

Joseph II agierte aus der selben „aufgeklärten“ Motivation heraus, setzte sich aber nach dem Tod seiner Mutter 1780 über alle katholischen Traditionen hinweg – ein völliger Bruch mit dem Papsttum drohte. Für ihn war Religion keine Privatsache, sondern Sache des Staates und damit Sache des Kaisers. Bis 1787 ließ er ca. 700 Klöster, die weder Schulen noch Kranke betreuten, auflösen. Das Vermögen aus diesen Aufhebungen wurde in die Errichtung von Pfarren sowie in die Ausbildung und Besoldung von Priestern investiert. Bruderschaften und Wallfahrten wurden verboten, innerörtliche Friedhöfe ließ er aus hygienischen Gründen schließen. So wurde auch 1784 der Friedhof der Pfarrkirche St. Nikolaus geschlossen und der neue Friedhof am heutigen Standort errichtet. Joseph II regelte den kirchlichen Alltag bis in das letzte Detail und brachte die Kirche in eine völlige Abhängigkeit des Staates. Aber nicht alles fand bei der breiten Bevölkerung Anklang. Beunruhigt durch diese Entwicklungen reiste Papst Pius VI 1782 nach Wien, um den Kaiser zu beeinflussen. Am Ostersonntag spendete er 60.000 Menschen am Hof den Ostersegen und traf danach mit dem Kaiser zu Gesprächen zusammen. Der Kaiser blieb in seiner Haltung allerdings standhaft und so reiste der Papst am 14. April wieder ab. Zu Weihnachten 1783 besuchte jedoch Joseph II den Papst in Rom. Man einigte sich auf 12 Punkte, die Josephs Reformen etwas abschwächten. Der Papst konnte so sein Gesicht wahren und Joseph vergab sich fast nichts. Der drohende Bruch war hannes maresch ausgeblieben Hannes Maresch ist Magister der Geschichte und unterrichtet an der HAK 1 am Karlsplatz in Wien.

Pfarre St. Nikolaus im Jahr 2264 Ein Redaktionsmitglied dieser Zeitschrift erzählte mir vom 250-Jahr Jubiläum des Drascheparks und meinte, es wäre doch interessant, einmal um diese Zeitspanne in die Zukunft zu schauen. Ein absurdes Unterfangen? Ich machte mich trotzdem daran und sprach darüber mit einigen Menschen aus unserer Pfarre. Die eingefleischten Utopisten waren der Überzeugung, dass wir dann mit Außerirdischen gemeinsam Feste feiern können, die unverbesserlichen Pessimisten – es waren gar nicht so wenige – waren sich sicher, dass bis dahin die Menschheit sich selbst längst ausgerottet hat. Nun, ich will versuchen, jenseits von Kaffeesudleserei den Blick in die Zukunft zu wagen. Ich kann weder sagen, ob die Organisation der Kirche dann noch nach Pfarren gegliedert ist, noch ob ihre Leitung heutigen Gepflogenheiten auch nur im Ansatz ähneln wird. Übrigens war auch vor 250 Jahren vieles ganz anders. Damals regierte Kaiserin Maria Theresia, die heutige Neuordnung der Kirche in Österreich verfügte erst ihr Nachfolger Josef II. ungefähr zwanzig Jahre später. Inzersdorf, das bei der zweiten Türkenbelagerung 1683 völlig zerstört wurde, brauchte mehr als sechzig Jahre für den Wiederaufbau, die alte Wehrkirche war erst 1744 wieder hergestellt – also zwanzig Jahre vor der Errichtung des Drascheparks. Seither ist nicht nur der Kirchenbau ein ganz anderer, sondern auch das Feiern der Heiligen Messe, die Aufgaben einer Pfarrgemeinde und unendlich viel anderes veränderte sich grundlegend. So wird es hoffentlich auch in Zukunft sein. Doch die Kunde von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie Jesus sie verkörpert hat, sowie die Hoffnung auf Auferstehung wird auch in Zukunft Menschen innerlich bewegen, denn das war nicht nur vor 250 Jahren so, sondern bewegt sie seit annähernd zweitausend Jahren. Darauf vertraut Ihr Pfarrer Nikolaus Zvonarich


Seite 4

november 2014

Retro-Inzersdorf: Flohmarkt 2014 Heuer im Jänner wurde es konkret: Wir hatten Ferry Zorich gefunden, der die Flohmarkt-Organisation übernahm. Ab August konnten Flohmarktwaren abgegeben werden und das Sortieren begann. Anfang September waren rund 150 Schachteln und jede Menge Bekleidung auf Kleiderständern zusammen gekommen. Am Samstag, 6. September, wurde um 9 Uhr der Flohmarkt im Pfarrgarten eröffnet. Viele Käufer waren gekommen um die besten Schnäppchen zu ergattern. Rund 45 Mitarbeiter von 11 bis 88 Jahre waren bei den Ständen Elektro, Schuhe, Sportartikel, Taschen, Spielsachen, Kleidung, Bücher, Geschirr, Kunst und Verpflegung tätig. Köstlichkeiten wie Würstel, Gulasch, selbstgemachte Kuchen und Getränke warteten nicht lange auf Abnehmer. Das Wetter war im Verhältnis zu den Wochen davor ein richtiger Glücksgriff und die Sonne

meinte es oft gut mit uns. Nachdem am Sonntag um 15 Uhr die Pforten geschlossen wurden, waren noch drei Dinge wichtig: Aufräumen, Restware verwerten und Geld zählen. Die Restware wurde in ca. 70 Schachteln verpackt und am nächsten Tag von „wieder wohnen“ vom Fonds Soziales Wien abgeholt. Das ist eine Organisation, die verschiedene Wohnmöglichkeiten für wohnungslose Menschen anbietet – von der Übergangslösung bis zur Dauerlösung. 7.760,– Euro betrug der Reinerlös des Flohmarkts. Mit diesem Betrag werden die laufenden Ausgaben der Pfarre wie Heizkosten oder auch die Finanzierung des BLICKpunkt unterstützt. Vielen Dank an alle Mitarbeiter und besonders Ferry Zorich für die Organisation! Johanna Kacetl

Dann machen wir uns unsere eigene Kirche Ja, es gibt sie: Jugendliche in der Kirche. Und sie sind aktiver, als manch einer denken mag. Viele Jugendliche arbeiten in ihren Heimatpfarren mit und bringen sich regelmäßig mit viel Engagement ein. Doch auch über die Pfarrgrenzen hinaus besteht eine sehr gute Zusammenarbeit und Vernetzung. In unserem Bezirk (in Kirchensprache: „Dekanat“) können wir uns über eine besonders engagierte Jugend freuen. Geleitet wird die Dekanatsjugend von einem Team mit drei ehrenamtlich Vorsitzenden, in dem ich seit der letzten Wahl im Juni 2014 mitarbeiten darf. Die Jugendlichen der einzelnen Pfarren haben dabei auch Katharina Wagner aus der Pfarre Neu

Beim alljährlichen Volleyballturnier wird bei jeder Witterung um den Wanderpokal gespielt

Erlaa und Maximilian Neubauer aus der Pfarre Liesing gewählt. Zu dritt teilen wir uns in den nächsten zwei Jahren die Aufgabenbereiche Vorsitz, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen.

Unterstützt werden wir dabei vom Dekanatsjugendteam, welches aus einer nicht fixierten Anzahl von freiwilligen MitarbeiterInnen besteht. Gemeinsam planen wir jedes Jahr einige Veranstaltungen. In diesem Jahr sind das unter anderem eine ökumenische Nachtwanderung gemeinsam mit den Jugendlichen der evangelischen Gemeinde Liesing und das alljährliche Volleyballturnier, bei dem bei jeder Witterung um den Wanderpokal gespielt wird. Das größte Event ist auch in diesem Jahr wieder unsere aufwändig gestaltete Dekanatsjugendmesse, die heuer am

15. Februar 2015 in der Pfarre Erlöserkirche stattfindet. Das ist aber nicht bloß eine 08/15-Messe mit Geschwafel und Orgel – eine Liveband und Mitmach-Aktionen sorgen für Stimmung. Zu den Veranstaltungen kommen bis zu 250 Jugendliche – Firmlinge, Freundesgruppen und andere Interessierte. Sogar einige Leute, die nicht so viel mit Glauben am Hut haben, aber die Gemeinschaft und das Zusammentreffen lena petraschek mögen! Klicktipp: http://member.katholische-jugend.at/ dekanat23


november 2014

Seite 5

Schritte zur gemeinsamen Pfarre Erstmals findet eine gemeinsame Klausur der Pfarrgemeinderäte von Emmaus, Inzersdorf-Neustift und Inzersdorf St. Nikolaus statt. Die drei Pfarren werden in Zukunft enger zusammenarbeiten (Siehe auch vergangene BLICKpunkt-Ausgaben). Bei der Klausur wird es auch um folgende ganz konkrete Punkte gehen.

ein gemeinsamer Firmtermin möglich und sinnvoll? Eine Angleichung des Termins könnte etwa bedeuten, dass die Firmung nicht mehr im Dezember stattfindet, sondern in der warmen Jahreszeit.

Messzeiten

Erstkommunion

Wie kann am besten gewährleistet werden, dass die Menschen vor Ort ihre Sonntagsmesse feiern können? Was ist zu tun, wenn ein Pfarrer, etwa krankheitsbedingt, verhindert ist? Die Wochentagsmessen in St. Nikolaus werden ab Dezember geändert: Dann gibt es nur am Dienstag um 8:15 und Freitag um 18:00 Uhr eine Messe, Mittwoch findet keine Messe mehr statt.

Eine Zusammenlegung wäre aufgrund der hohen Zahl an Erstkommunionkindern gar nicht möglich. Dennoch kann zusammengearbeitet werden. Zum Fest des Hl. Martin wird es – zum zweiten Mal – einen gemeinsamen Beginn der Vorbereitung zur Erstkommunion mit den Pfarren Emmaus und Inzersdorf St. Nikolaus geben. Andere Veranstaltungen wie die Nikolausfeier oder ein gemeinsamer Kreuzweg sind – wie im Vorjahr – ebenfalls angedacht.

Firmung In allen drei Pfarren gibt es immer weniger Menschen, die gefirmt werden möchten. Wäre da eine gemeinsame Vorbereitung oder zumindest

Caritas Seit einiger Zeit gibt es einen gemeinsamen Caritaskreis der

drei Pfarren, in dem die Fragen nach gegenseitiger Hilfe und gemeinsamen Aktionen im Vordergrund stehen. Ein wesentlicher Schritt zur Vernetzung der Gemeinden wird jetzt mit der gemeinsamen Klausur gesetzt. Wichtig dabei ist ein gegenseitiges Kennenlernen der Menschen, die in unseren Pfarren leben und miteinander feiern, die Rücksichtnahme auf gewachsene Traditionen und die Möglichkeiten, gegebenenfalls auch in eine andere Pfarre zu gehen. Für Jugendliche etwa ist eine Veranstaltung an einem anderen Ort kein Problem, während für Kinder und ältere Menschen eine weitere Anfahrt mit Schwierigkeiten verbunden ist. Die Umsetzung der angedachten Kooperation der drei Pfarren wird auf jeden Fall spannend und erfordert Zeit, um miteinander zu reden und für die Wünsche der Menschen vor Ort kreative Lösungen zu finden. Uli Farthofer

Aktuell: Synode zum Thema „Ehe und Familie“ 253 Bischöfe und Fachleute aus allen Kontinenten diskutierten vom 5. bis 19. Oktober im Vatikan über das Thema „Ehe und Familie“. Die Grundlage der Diskussion bildete eine Umfrage, an der auch 34.000 Österreicher teilgenommen haben. Es herrsche eine Atmosphäre wie beim Zweiten Vatikanischen Konzil, meinte Kardinal Luis Tagle. Papst Franziskus habe klargemacht, dass alle Bischöfe frei reden könnten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Dementsprechend gab es konservative Geistliche, die offen in Opposition zum Papst eine Anpassung der Lehre ablehnten, und hitzige Äußerungen wie vom deutschen Kardinal Marx, man dürfe auf Afrikaner beim Thema Homosexualität nicht hören.

Auf eine Grundaussage konnten sich jedoch alle Bischöfe einigen: Die Kirche soll niemanden ausschließen und für alle offen stehen. Auch erkennt das Abschlussdokument die Schwierigkeiten an, die Familien heutzutage erfahren, und drückt aus, dass auch „jene, die keine Kinder bekommen können“, Liebe und Familienwerte weitergeben können. Von vielen Teilnehmern wurde eine bessere Ehevorbereitung und die Verdeutlichung christlicher Vorstellungen in Alltagssprache gefordert. Ob man die Sakramente für Wiederverheiratete öffnen soll, bleibt sehr umstritten, eine Entscheidung zu Einzelfallprüfungen könnte nächstes Jahr aber fallen. nikolaus trimmel

Gedanken ... Novembernebel Wie Nebel sich lichtet unter der Sonne, so soll sich alles auflösen, was euch trennt von mir. Kommt zu mir, denn ihr sollt von Neuem leben dürfen. Ich bin ein Gott, der mit euch ist. Jesaia, Kapitel 44

Nach Allerheiligen ist es oft neblig. Das Wetter wird nass, kalt und feucht, meistens ist es keine angenehme Jahreszeit. Der Nebel lässt uns vieles nicht sehen und erkennen, aber diese Zeit bietet auch die Möglichkeit, sich zurückzunehmen, Innenschau zu halten. Wie geht es Ihnen mit den Nebelzeiten in Ihrem Leben? Gelingt es Ihnen, die Nebelschwaden anzunehmen, es auszuhalten, dass nicht immer alles klar und eindeutig zu sehen und zu erkennen ist? Manchmal ist es eine Chance, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, Dinge einmal sein zu lassen und sich bewusst dem Nebel zu stellen – z.B. Schwierigkeiten, die schon länger spürbar sind, endlich anzugehen, sich bewusst damit auseinander zu setzen. Dabei bleibt immer die Hoffnung, dass sich die Nebelschwaden auflösen, dass eine Lösung des Problems sichtbar wird, dass wir vertrauen dürfen, mit diesen Problemen nicht allein zu sein. In unserer Kirche ist die letzte Station des Kreuzwegs die der Auferstehung Jesu. Im Bild, auf dem Jesus nur durch Nebel zu erkennen ist, erkennen wir, dass wenn der Nebel vollkommen verzogen ist, wir das Wort Nebel von hinten lesen werden: so wird aus NEBEL:LEBEN. Ulrike Lahner-Trimmel


Seite 6

Bilder aus dem Pfarrleben

november 2014 Der Pfarrflohmarkt am 6. und 7. September war ein voller Erfolg!

September 2014: Pfarrflohmarkt – Erntedankfest Oktober 2014: Firmvorstellungsmesse – Chorwochenende – Jungscharstartspiel Das traditionelle Erntedankfest, gestaltet von den Pfadfindern, ging bei bestem Herbstwetter im Pfarrgarten über die Bühen

Unser Chor Chará verbrachte ein intensives Probenwochenende in Raabs an der Thaya

Vorstellungsmesse unserer Kandidaten zur Firmung Beim Jungscharstartspiel im Draschepark waren die Kinder mit Begeisterung dabei


november 2014

Seite 7

Zweihundert(fünfzig) Jahre Unser schöner Draschepark feiert seine ersten 250 Jahre! Das verleitet natürlich zu Rück- und Vorausblicken. Vor einem Vierteljahrtausend waren diese Grünflächen so wie heute von Türken besetzt, zum Glück sind aber die heutigen Wiesenbenutzer um ein vielfaches freundlicher und vor allem friedlicher als seinerzeit! Wie aber wird diese Grünanlage in 250 Jahren aus-

wechen in meinen Körper geschlichen und deshalb bin ich derzeit in neuen Verhandlungen. Ich möchte einen Zusatz, dass mir in den restlichen gut 142 Jahren nicht mehr weh tut als heute. Denn sonst werden aus den Wehwechen ausgewachsene Wehwehs! Auch die starren zweihundert Jahre möchte ich ändern. Mein Vorschlag ist: Ich werde erst in dem Augenblick tot umfallen, in

sehen? Ob ich das noch erleben werde, hängt von meinem Verhandlungsgeschick ab! Ich habe nämlich einst beschlossen, 200 Jahre alt zu werden. Ich habe noch so viel vor und möchte noch jede Menge schöner Plätze besuchen, das geht sich in einem normalen Leben nie aus! Und deshalb dieser Beschluss! Da ich nach meiner Entscheidung nichts Gegenteiliges gehört habe, gehe ich davon aus, dass das genehmigt wurde. Leider haben sich in den letzten Jahren einige Weh-

dem meine Lieblingsmannschaft Austria Wien die Champions League gewinnt. Wenn das durchgeht, lebe ich ewig! Den Gegenvorschlag, ich bleibe bis an mein normales Lebensende verheiratet, dann kommt es mir zumindest ewig vor, habe ich empört abgelehnt! Ich erwarte sehr bald eine Entscheidung betreffend meiner Wünsche. Wenn ich also das Erscheinen dieser Kolumne erlebe, kann ich mich schon auf das Fest 500 Jahre Draschepark freuen! Norbert Kletzl

Norbert Kletzl ist Humorist. Sein Buch „Inzersdorf erobert die Welt“ mit Geschichten über den Alltagswahnsinn in einem Wiener Stadtteil ist 2000 erschienen.


Seite 8

november 2014

Neue Messordnung ab 1. Dezember

Termine & Tipps NOVEMBER

8 9 23 22+23 30

Märchenseminar für Erwachsene im Pfarrheim 15:00–17:30 Uhr: „Der Fischer und seine Frau"

Mi keine Messe mehr!

Martinsfest in Emmaus am Wienerberg

Fr 18:00 Uhr

18:00 Uhr, 1100 Wien, Tesarekplatz 2

Sa 18:00 Uhr

Messe in St. Nikolaus mit dem Chor Chará, 9:30 Uhr

Sa. 22. 11.: 9:00–12:00 und 13:00–18:00 Uhr, So. 23. 11.: 9:00–12:00 Uhr

Adventkranzsegnung in St. Nikolaus, 18 Uhr

Rorate um 6:00 Uhr in der Früh Nikolausfeier in St. Nikolaus, 16:00 Uhr Adventstunde: Maria – einmal anders nach der Abendmesse in der Kirche

Adventmarkt 22. + 23. 11. 2015 Sie werden viele nette Geschenke für Weihnachten finden – schöne Handarbeiten, gestickte Tischtücher, Strickwaren, selbst gefertigter Schmuck, Adventkränze, Christbaumschmuck, Kerzen, Weihnachtsbäckerei u.v.m.!

Firmung mit Propst Fürnsinn, 9:30 in St. Nikolaus

Sternsingen Pfarrfahrt zum Adventmarkt Grafenegg Abfahrt 11:00 Uhr vom Kirchenplatz, Rückfahrt ca. 18:00 Uhr. Kosten für Eintritt und Bus: € 22,–. Anmeldung ab sofort mit Bezahlung in der Pfarrkanzlei während der Kanzleistunden. Anmeldeschluss: 28. November 2014

13

So 9:30 Uhr

Adventmarkt der Bastelrunde im Pfarrheim

DEZEMBER DEZEMBER

2+9 5 6 7 8

Di 8:15 Uhr (2. + 9. 12.: 6:00 Uhr)

Wenn Sie in der Pfarrkanzlei Ihre Adresse bekanntgeben, bemühen sich die KönigInnen besonders vorbeizukommen!

Advent-Mitsing-Konzert mit dem Chor Chará im Anschluss an die Abendmesse, danach gemütlicher Ausklang im Pfarrheim

19 JÄNNER 24–28

Märchenseminar Punschstand im Pfarrgarten (Pfadfinder), 18:00–22:00 Uhr Weihnachten in St. Nikolaus 24. 12. Heiliger Abend 16:00 Uhr: Kindermette mit Krippenspiel der Jungschar 21:30 Uhr: Adventsingen, 22:00 Uhr: Christmette 26. 12. Wortgottesdienst, 9:30 Uhr 28. 12. Hl. Messe mit Kleinkindersegen, 9:30 Uhr

31

Jahresabschlussmesse in St. Nikolaus, 18:00 Uhr Sternsingen, 29. + 30 .12. 2014 und 5. + 6. 1. 2015

„Der Fischer und seine Frau" Dieses Märchen lehrt uns, wie man besser mit seinen Wünschen umgeht. Welche Wünsche machen mein Leben erfüllter? Wie und was kann ich dazu beitragen, dass sich meine Wünsche erfüllen können? Auf Ihr kommen freut sich Heidi Wechselberger.

Vortrag

Aus der Redaktion Der nächste BLICKpunkt erscheint im Frühling 2015. Für Reaktionen und Anregungen zur Zeitschrift ist Ihnen die Redaktion dankbar – bitte schreiben Sie an blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at Der BLICKpunkt finanziert sich durch Spenden. Wenn auch Sie uns unterstützen wollen, dann können Sie das über die folgende Bankverbindung tun: IBAN: AT42 3200 0000 0631 4900, BIC: RLNWATWWXXX mit dem Verwendungszweck „BLICKPunkt“. Danke für Ihre Mithilfe! Herausgeber und Medieninhaber: Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus, Draschestraße 105, 1230 Wien, Tel.: 0664 886 32 680 Redaktion: Nikolaus Trimmel, Redakteure dieser Ausgabe: Johanna Kacetl, Ulrike Lahner-Trimmel, Uli Farthofer, Lena Petraschek, Gerhard Loucky, Hannes Maresch, Nikolaus Zvonarich, Norbert Kletzl • Bilder: Johanna Knell, Michaela Kofler, Gerhard Loucky, Thomas Schubert, Florian Trimmel, Michael Trimmel, Nikolaus Trimmel • Gestaltung und Produktion: Atelier Tintifax, Breitenfurt • E-Mail Redaktion: blickpunkt@pfarresanktnikolaus.at Bankverbindung: IBAN AT423200000006314900, Kennwort „BLICKpunkt“

www.pfarresanktnikolaus.at

„Die Spuren der Römer in Inzersdorf" Mit Dr. Michaela Kronberger vom Wien Museum 24. 11. 2014, 19:30 Uhr Pfarrsaal St. Nikolaus 2017 feiert die Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus ihr 800jähriges Bestehen

Blickpunkt Ausgabe 4 – November 2014  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Blickpunkt Ausgabe 4 – November 2014  

Zeitung der Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus

Advertisement