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„Hallo!“ an alle aktiven – spielenden- jugendlichen Klubszene-Teilnehmer!!! Ohne euch gäbe es das Festival nicht, deshalb ist es uns eine große Freude euch mit diesem Festival-Programmbuch alles in die Hand geben zu können, was ihr braucht um gut informiert zu sein. Aber da sind dann noch ein paar leere Stellen in diesem Buch, die ihr ausfüllen dürft, sollt, mögt – oder so ähnlich ... Zunächst findet ihr für jede Klubszene-Produktion eine Doppelseite mit allen Infos zum gezeigten Stück bzw. Stückausschnitt und dem dazu gehörenden Klub. Und auch eine kleine Box, in der ihr euren ersten Gedanken, eure wichtigste Frage, den besten Moment oder das tollste Zitat sofort aufschreiben könnt, wenn ihr den Festivalbeitrag gesehen habt ... Dann gibt es weiter hinten noch Seiten, die euch helfen sollen das Austauschgespräch am letzten Festivaltag optimal vorzubereiten ... denn wenn ihr alles gesehen habt, kann es sein das euch euer Gedächtnis im Stich lässt! Also lieber immer mal wenn Zeit ist eine kleine Notiz machen, oder eine kleine Krakelei machen, oder die wichtigste Frage notieren, oder was euch immer helfen mag bei einem gemeinsamen Frühstück-Brunch mit euerer Workshop-Gruppe über alles zu reden, was so zu sehen, hören und erleben war! Und die restlichen leeren Seiten? Keine Ahnung! Vielleicht mal die eine oder andere E-Mail-Adresse festhalten? Oder auch mal eine Telefonnummer ergattern? Oder eine neue Stückidee skizzieren? Ist doch euer Buch! Macht was draus! Herzlich Willkommen, euer Festivalteam!

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Inhalt 1

Grußwort an alle Teilnehmer

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Grußwort Thomas Sutter

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Grußwort Peter Otto

Intendant ATZE Musiktheater

Geschäftsführer Deutscher Bühnen-

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Grußwort Tanja Pfefferlein, 

verein / Landesverband Berlin

Janine Schweiger

künstlerische Leitung KLUBSZENE

Theaterklubs 10 Die ATZEn

22 Spiel.Raum des Jungen DT

ATZE Musiktheater

Deutsches Theater

12 Die Zwiefachen

24 Die Aktionisten

Schaubühne am Lehniner Platz

Maxim Gorki Theater Berlin

14 Banda Agita GRIPS Theater

26 STRAHL Theaterklub

16 Viruz HAU

18 Operatiefer Eingriff

28 JugendtheaterBüro

30 P14

Staatsoper im Schiller Theater

Theater Strahl

20 Jugendclub IV

32 Die Dachlosen

Theater an der Parkaue

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Workshops 36 1 Jazz meets Anatolian

44 5 KLANG und IMPULS in KÖRPER

und in der STIMME

Sinem Altan-Begüm Tüzemen

Özgur Ersoy-Sibel Egimez

38 2 I can DJ DJ IPEK 40 3 Akte / NSU

46 6 Klappe auf – Klappe zu

Marina Schubarth-Judith Rahner

Jörg Isermeyer

42 4 VOKALl-BODY LABORATORY

Sven Seeger

Notizen / Beobachtungsfragen 50 Beobachtungsfragen

62 Programmübersicht

54 Notizen

64 Impressum

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Bühne frei! Dem Festival ein gutes Gelingen

Der Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins fördert die Jugendtheaterclubs seiner Bühnen nun schon seit einigen Jahren, indem er das Klubszenefestival ermöglicht. Mit Freude können wir feststellen, dass die Klubszene bereits ein fester Bestandteil des Jugendtheaters in unserer Stadt ist. Das Motto der Klubszene 2012 „Meine Sprache  –  D eine Sprache  –  Unsere Sprache“ zielt auf den Kernbereich des Theaters: Es lebt vom gesprochenen Wort. Die Sprache ändert sich mit der Zeit, wir ändern die Sprache, die Sprache ändert uns. Zu verstehen, wie unsere Sprache gewachsen ist, die Sprache der anderen zu verstehen, erfordert Annäherung und Zuwendung. Dass sich die Klubszene mit diesen Themen befasst, liegt nahe und verspricht wichtige Einsichten. An erster Stelle wird jedoch, da bin ich sicher, wieder die Spielfreude und die Begeisterung für das Theater stehen. Allen Teilnehmern und Zuschauern wünsche ich erkenntnis- und ereignisreiche Tage. Deutscher Bühnenverein, Landesverband Berlin Peter Otto, Geschäftsführer

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Vorwort zur Klubszene 2012

Bereits zum siebten Mal findet das Klubszene-Festival der Jugendtheaterklubs der Berliner Bühnen statt. Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr das Klubszene-Festival erstmals ausrichten zu können. Das Festival bietet den etwa 180 Jugendlichen einen intensiven und kreativen Austausch, der ihnen innerhalb von drei Arbeitstagen genügend Raum gibt, Theater selbst zu präsentieren, zu sehen und zu erleben. Dies war und ist mir immer noch sehr wichtig, weiß ich doch aus eigener Erfahrung, wie prägend es sein kann, wenn man als Jugendlicher selbst auf einer Bühne steht und hautnah erlebt, welche unterschiedlichsten Gefühle dies in einem auslösen kann. Als Musiktheater für Kinder und Jugendliche sehen wir uns in der Verantwortung, den Zuschauern Theater besonders über Musik begreifbar und erlebbar zu machen. Dieser Philosophie möchten wir auch während des Festivals treu bleiben. Musik als eine Form von Sprache wird daher bei den Workshops eine bedeutende Rolle einnehmen. Dafür konnten wir hoch interessante Künstler aus den Bereichen Musik, Theater und Tanz wie Sinem Altan, DJ Ipek, Begüm Tüzemen und Marina Schubarth als Workshop-Leiter gewinnen. Ich möchte es nicht versäumen, mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern und Förderern zu bedanken, die dieses Festival ermöglichen. Ich wünsche allen ereignisreiche und bedeutsame Tage und heiße Sie und Euch herzlich in unserem Haus willkommen, Thomas Sutter, Theaterleiter

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Herzlich willkommen zum 7. klubszene festival 6


Meine Sprache – Deine Sprache – Unsere Sprache Auch 2012 heißt es wieder Bühne frei für die KLUBSZENE, das Festival der Jugendtheaterklubs der Berliner Bühnen, welches bereits 2006 ins Leben gerufen wurde. Diesmal ist das gastgebende Haus das ATZE-Musiktheater und wir möchten uns jetzt schon bei allen Gewerken für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken. Auch die positive Zusammenarbeit mit allen beteiligten TheaterpädagogInnen der Berliner Häuser ist für das Gelingen dieses Festivals unerlässlich. Das Konzept der vergangenen Jahre hat sich bewährt: … Jugendliche der verschiedenen Berliner Jugendtheaterklubs zusammen zu bringen … den Austausch über unterschiedliche Arbeitsweisen und Profile zu fördern … das Engagement der TeilnehmerInnen zu würdigen … die vielfältigen Ausgestaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir danken an dieser Stelle dem Deutschen Bühnenverein für die kontinuierliche finanzielle Unterstützung, ohne diese all die Ziele des Festivals nicht erreichbar wären. Das 7. KLUBSZENE-Festival steht unter dem Motto „Meine Sprache – Deine Sprache – Unsere Sprache“. Theater bietet vielfältige Möglichkeiten, Sprache zu entdecken, auszuprobieren und einzusetzen. Theater kann Sprachrohr sein, ( Sprach- )Grenzen überwinden und Zugänge öffnen. Die eigene Sprache mit der Sprache der Gruppe, mit der gewünschten Aussage in Einklang zu bringen ist eine Herausforderung, der sich alle TeilnehmerInnen der KLUBSZENE jedes Jahr aufs Neue stellen. Neben dem gesprochenen oder auch nicht ( aus- ) gesprochenen Wort wird die Sprache des Körpers, der Musik, des Raumes und jedes einzelnen Teilnehmers in Szene gesetzt. In sechs Workshops setzen sich die Jugendlichen darüber hinaus mit bekannten und unbekannten, alten und neuen Sprech- und Ausdrucksweisen auseinander. Als Workshopleiter haben wir KünstlerInnen eingeladen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit Sprache arbeiten. Die Workshopergebnisse werden am Samstag im großen Saal des Theaters zusammengeführt und präsentiert. Im Rahmen des Festivals möchten wir auf vielfältige Weise ins Gespräch kommen und unsere Sinne ein weiteres Mal sensibilisieren für meine Sprache, für deine Sprache, für eine gemeinsame Sprache, für die Sprache im, mittels und über das Theater. Wir wünschen allen Beteiligten ein fröhliches, offenes und erfahrungsreiches Festival! Das Festivalteam: Tanja Pfefferlein und Janine Schweiger Künstlerische Leitung , Maura Meier und Linda Burghardt Produktionsleitung , Tina Hohmann Social Media 7


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10 – 33 theaterklubs 9


Deine Notizen:

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Warm up to go Die ATZEn – Theaterklub des ATZE Musiktheaters Das Lehrerzimmer ist ein Ort, meist für Schüler unzugänglich, der dazu einlädt, sich über das Zusammenleben und -arbeiten von Menschen Gedanken zu machen und zu spekulieren. Was genau ereignet sich dort in der Zeit vor, zwischen und nach dem Unterricht? Lohnt es sich, dort hinein zu blicken oder sogar zu verweilen? Die ATZEn haben sich dieser Fragen angenommen und ein eigenwilliges Stück im und für das Lehrerzimmer entwickelt. In Warm up to go haben die Lehreinnen ( von morgen? ) 40 Minuten Zeit, sich für den Schulalltag aufzuwärmen. Das zu Beginn ergatterte Requisit bestimmt den jeweiligen Charakter des Spieltages, die Spielpartner werden ausgelost. Jeder ist zugleich Spieler und Juror, die Bewertungskriterien folgen keinem bestimmten Muster, d. h. sie dürfen jeder Zeit erweitert oder außer Kraft gesetzt werden. Wenn der Gong ertönt, treten die Lehrerinnen in Aktion, gewinnen und verlieren Energiepunkte, geben ihre Bestes und scheitern nicht selten. Die Devise lautet: Alles ist erlaubt, nur langweilen darf sich keiner. Wenn auch ihr euren Arbeitsalltag beleben wollt, dann ladet die ATZEn zu euch ein, ob ins Lehreroder ins Klassenzimmer, ins Büro oder in den Betrieb – gerne erweitern wir unser Programm um andere Personengruppen – oder bucht noch heute einen Workshop bei unseren jungen Meisterschülerinnen. Denn wie schon Friedrich Schiller sagte: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Der ATZE Jugendtheaterklub hat sich im September 2008 gegründet und seit 2010 trägt der den Namen „die ATZEn“. Anzahl und Zusammensetzung der Gruppenmitglieder variieren von Spielzeit zu Spielzeit. Jedes Jahr aufs Neue werden Ideen und Themen gesammelt, ausprobiert, zusammengestellt und nicht selten wieder verworfen, solange bis jeder seinen Platz und seine Rolle gefunden hat und ein eigenes kleines Theaterstück entstanden ist. Mit Warm up to go nimmt der ATZE Jugendtheaterklub zum 4. Mal am Klubszene Festival teil.

Es spielen: Annalena Hampke, Beatrice Reinke, Canan Özcan ,Caroline Mahlburg, Christina Huhn, Claudia Kandefer, Gufran Mustapha, Isabelle Bergstrøm, Leonie Kaiser; Regie: Tanja Pfefferlein; Musik/Sounds: Anne Grabow; Regieassistenz: Lea Blum, Marie Günther

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Deine Notizen:

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Nach Brundibar Die Zwiefachen – Schaubühne am Lehniner Platz Ein Projekt um die Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása und Adolf Hoffmeister, deutsch von Matthias Harre und Frank Harders-Wuthenow Tyrannische Erwachsene und rebellierende Kinder – Unterdrückung und Aufbegehren – Märchen mit schöner Musik in einer unmenschlichen Zeit. „Brundibár“ heißt die Oper, geschrieben für Kinder und 1941 heimlich unter den Augen der Nazis im jüdischen Kinderheim Prag uraufgeführt – ihr Libretto schmuggelte man bis ins Ghetto Theresienstadt, wohin ihr Komponist deportiert worden war. „Brundibár“ wurde im Lager beliebt, machte Kinder zu stolzen Darstellern und dem Publikum Freude und Hoffnung. Und „Brundibár“ diente den Nazis zum Beweis, wie schön das Leben in Theresienstadt ist – bezeugt vor dem Roten Kreuz und der Welt gezeigt in Filmausschnitten in der Wochenschau. Weder ihr Komponist, Hans Krása noch die meisten Kinderdarsteller erlebten das Ende von Lager und Nazi-Herrschaft. Was geht uns das als vierte Generation danach noch an? Was ist, wenn man Zahlen und Phrasen nicht mehr hören kann und trotzdem was verstehen will? Warum konnten aus normalen Menschen Massenmörder werden? Woher habe ich meine Rentnerphobie? Wie darf man das darstellen? Hast du schon mal ernsthaft was riskiert im Kampf gegen Mächtige? Wir sind die ZWIEFACHEN, Jugendtheatergruppe der Schaubühne, und machen das, was wir noch nie gemacht haben; eine Oper! Zusammen mit Kindern des Chores der Deutschen Oper erzählen wir von den Geschwistern Aninka und Pepicek, die Milch für die kranke Mutter brauchen und gegen den bösen Leierkastenmann Brundibar kämpfen müssen. Unsere Proben sind auch Zeitreisen, Experimentier-Labor und Streitraum. Da wir keine Ur-Opas haben, mit denen wir sprechen können, stellen wir uns selbst und unserem Publikum Fragen, verbotene und erlaubte. Wir fahren nach Terezin/ Theresienstadt und treffen Greta Klingsberg und Eva Hermannová, die damals in „Brundibar“ mitgespielt haben. Eine Konfrontation mit dem Zwang zur Betroffenheit, unserem eigenen Kampf gegen die Leierkästenmänner der Macht und mit heutigen rechten Wortergreifungsstrategien.

Es spielen: Alex Bäke, Caroline Blumers, Esteban Diego Cramer Doig, Conrad Friedrich, Wiebke Friedrich, Marilena Grun, Ikra Latif, Marie-Christine Le Vaillant, Astrid Pendarvis, Pegah Samadi Ahadi, David Schmidt, Trang Thu Nguyen, Jacqueline Waldmann, Noah Welcker, Annika Westphal; Regie: Uta Plate; Künstlerische Mitarbeit: Lea-Sophie Aspacher, Wiebke Nonne, Paul Oldenburg; Ausstattung: Lena Heeschen; Dramaturgie: Nils Haarmann; Dirigent: Norbert Ochmann

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Deine Notizen:

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Rise up! Wie weit würdest du gehen? Banda Agita  – Theaterklub GRIPS TheaterBerlin Was tun, wenn ein Mitschüler wegen eines Demo-Besuchs in U-Haft sitzt? Was tun, wenn die Schule Diskussionen verbietet? Da hilft nur eins: Campen auf dem Schulhof! Doch was als Utopie von mehr Demokratie und Mitbestimmung beginnt, spitzt sich immer mehr zu und bringt alle an ihre Grenzen. Neben der Herausforderung, den gemeinsamen Protest-Alltag zu meistern sind alle gezwungen, sich zu positionieren und persönliche Opfer zu bringen. Als das Camp geräumt werden soll, stellt sich für jeden die Frage: Wie weit würdest du gehen?

Es spielen: Hasret Aslan, Lukas Huhn, Carlotta Kettel, Sophia Lebedewa, Linda Matzdorf, Aytuna Deva Misch, Vivien-Lea Misch, David Münchow, Maria Schneider, Nathalie Schwichtenberg, Maren Streich, Tomer Yavor; Leitung und Regie: Philipp Harpain; Leitung und Text: Susanne Lipp; Dramaturgie: Stefan Fischer-Fels; Ausstattung: Steven Draffehn; Musik: Cleov & Felix Plattensprung ( Drive Berlin ); Assistenz: Laura Walter, Annika Grützner, Ronja Rienecker, Jan Heidel, Anne Schwarz; Technik: Lennart Bogade, Jerry Geiger

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CLUB Viruz – HAU Wir fühlen uns so schuldig, dass wir keine Worte dafür finden mögen. Zum Beispiel, wenn das Licht ausgeht und die Menge fängt an zu rufen, während wir hinter der Bühne sind. Das berührt uns nicht, wie Freddie Mercury, der es anscheinend liebte, von der Menge verehrt zu werden. Wir beneiden ihn darum. Wir beneiden ihn darum. Nach ihrem ersten Gastauftritt bei „Onkelz“ von Tamer Yiğit und Branka Prlić ist dies ihre erste eigene Performance. Dies ist das Ende … Manische Depression … Heul doch, Baby …

Es spielen: Hanan El-Ali, Dalia Hibish, Jamila Iraqi, Sinem Kaya Manuela Oforiattan und Sinem Yakut

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Deine Notizen:

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GehHeim! Operatiefer Eingriff – Staatsoper Unter den Linden im Schiller Theater Der Jugendklub der Staatsoper hat dieses Jahr viele Herausforderungen angenommen und bewältigt. Während der großen Produktion von „Moskau Tscherjomuski“, wo der Jugendklub der Staatsoper neben jungen Sängerinnen und Sängern, Musikern der Orchesterakademie und Mitgliedern der Staatskapelle Berlin gemeinsam mit einigen russisch-deutschen Jugendlichen aus Berlin Schostakowitschs Werk erarbeitet hat, haben sich ein paar Jugendliche „klammheimlich“ und „GehHeim“ zusammengetan, um den wichtigen Fragen des „Stückes“ und des „Lebens“ auf den Grund zu gehen. „Operatiefer Eingriff“ hat sich mit „GehHeim!“ auf die Fahne geschrieben, den Begriffen Suche, Heimat, Identität ein individuelles Gesicht zu geben. Losgelöst vom klassischen Rollenverhalten gehen die 10 „GehHeim“-Agenten der Komplexität der Thematik auf den Grund, verirren, verbünden, verlieren sich und finden doch immer wieder zusammen. „Heimat ist ein unordentliches Gefühl und ein unordentlicher Ort zugleich, weil es undefinierbar ist“. Die Welt macht uns zu Heimatsuchenden. Der Wunsch nach Verwurzelung macht uns zu Jägern oder Gejagten. In einem fiktiven Familienkonstrukt interagieren die Protagonisten und stellen unterschiedliche Facetten dieses „unordentlichen Gefühls“ dar. Ein Schritt davon entfernt führt uns oft noch näher heran. Das Projekt wird gefördert durch die Allianz-Kulturstiftung.

Es spielen: Antonie Huff, Maximilian Mandery, Diego Cabrera, Alina Schäffer, Michael Clinton Gibbons, Jodie Blank, Roxanna Sadighi, Anne Kalkbrenner, Viktoria Giesbrecht, Maria Peters, Nastassja Kreft, Phillip Lange, Anja Fürstenberg; Leiterin / Regie: Sarah del Lago, Rainer O. Brinkmann; Vocal coach: Christian Wolz

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Deine Notizen:

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Romeo und Julia Jugendclub IV – Theater an der Parkaue

„Romeo und Julia“ – die schönste und zugleich traurigste Liebesgeschichte aller Zeiten. Plötzlich ist sie da, die große Liebe, und die Welt steht für einen Augenblick still. Julia verliebt sich in Romeo, und Romeo verliebt sich in Julia. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern: Ihre Familien sind bis aufs Blut verfeindet. Warum hat Amors Pfeil genau diese beiden zusammengebracht? Ist es ihm egal, dass alle leiden? Es folgen Verrat, Intrigen, Mord.Am Ende gibt es für Romeo und Julia nur noch den Tod, um für immer vereint zu sein. Und die zerstrittenen Familien? Finden durch diese Tragödie wieder zueinander. Wie aus Liebe Hass und aus Hass Liebe wird.

Es spielen: Maxim Andrijenko, Leon Blaschke, Julius Christodulow, Rifka Sarah Döhnel, Lina Gasenzer, Tobias Klee, Felix Klinke, Lea Mattenklotz, Lucie Oelschläger, Yolanda Rüchel, Joelle Schindler, Hannah Rolletschek; Klubleiterin: Joanna Praml

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© Arno Declair

Deine Notizen:

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Heldenhaft Spiel.Raum des Jungen DT – Deutsches Theater Ein Stück über Alltagsfliegen „In völlig ausweglosen Situationen – wenn die Welt kurz vor dem Untergang steht, wenn die Menschheit fast bis zum letzten Krümel verreckt ist, wenn alles explodiert, der Planet in Flammen steht und man nur noch schwarz sieht – dann ist SHOWTIME! für Helden!“ Mal etwas tun, was wirklich wichtig ist. Etwas wirklich Großes. Etwas, das zählt – doch das ist gar nicht so einfach, wenn man schon daran verzweifelt, die innere Ruhe zu finden. Die scheiß innere Ruhe! Die 14 Spieler des Jugendclubs, elf bis 16 Jahre alt, arbeiten sich an Heldenbildern, Kindheitsidolen, der täglichen guten Tat und der Frage ab, was einen Feigling zum Feigling macht. Sie finden heraus, dass der ganz normale Alltag manchmal schon Heldentat genug ist – und dass Helden vor allem die Menschen sind, denen es sich gelingt, sich von der Masse abzuheben. Die Szenen und selbst geschrieben Texte nähern sich dem Thema „Helden“ assoziativ von allen Seiten und kreisen doch immer wieder um denselben Punkt: Das Problem Masse und Mainstream, die Sehnsucht, man selbst zu sein und als solcher auch wahrgenommen zu werden. Nebenbei rettet Barbie die Welt, Winnetou begibt sich auf den Pfad der Erkenntnis und wir lernen die Gattung der Alltagsfliegen kennen. „Ich fliege. Ich fliege. Ich bin ein Vogel. Ich segel durch die Luft. Ich brauche nichts. Ich bin frei. Vogelfrei. Der Wind rauscht durch meine Haare – nein, meine Federn. Die Federn eines Vogels. Ich muss nicht mehr landen. Ich fliege einfach um die Welt – die Sonne glitzert durch mich hindurch.“

Es spielen: Helene Bloch, Mascha Diaby, Leo Dombrowski, Jannika Hinz, Maike Knirsch, Luca Kokol, Helena Lengers, Antonia Lind, Johanna Marin, Fanni Pantförder, Paul Pinkowski, Leontina Runze, Shalev Sheffer, Anaïs Urban; Leitung: Kristina Stang; Kostüm / Choreografie: Laura Bakowsky; Assistenz: Anna Carolina Freiheit

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Deine Notizen:

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„Was träumt Berlin?“ Die Aktionisten – Maxim Gorki Theater Berlin Wir laufen durch Berlin, durch eine Stadt, in der wir uns oft achtlos von einem Ort zum nächsten bewegen. Wir fragen Kinder, Erwachsene und Alte nach ihren Träumen. Welche Träume haben die Menschen, die in Berlin leben? Und welche haben wir? Wo wollen wir in zwanzig Jahren sein? Ist es wichtig, einen Traum zu haben? Und wieso ist es gut, dass sich manche Träume nicht erfüllen? Wir suchen dabei die Echtheit der Klischees von Berlin und ihr Gegenteil. Wir sammeln das Material unserer Expeditionen und wollen davon auf der Bühne erzählen: Kleine literarische Geschichten, Gedichte und Lieder. Es ist ein Abend, der von den Bildern und Traumbildern dieser Stadt lebt, denen wir unsere Stimmen leihen. Die „Aktionisten“ sind der Jugendclub des Maxim Gorki Theaters. Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren treffen sich regelmäßig; was sie alle verbindet, ist die Neugier auf Theater und seine ganz eigenen Mittel, sich auszudrücken und etwas über sich und die Welt herauszufinden.

Es spielen: Sophia Krüger, Gesa Gaue, Julia Jendroßek, Theresa Richter, Beatrice Köhler, Nadja Fallahi, Anna Popova, Petya Zyumbileva, Jan Wysujack, Stephanie Richter, Toni Lucka; Regie: Jana Polasek; Dramaturgie: Rebecca Lang, Maria Nübling; Theaterpädagogische Betreuung: Robert Schulz

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Deine Notizen:

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.semi.transparent. STRAHL Theaterjugendclub – Theater Strahl durchsichtig. undurchsichtig. klar. oder irgendwie gar nicht. eben semitransparent. halbdurchsichtig. gefangen. in irgendetwas. in einem raum. in einer sprache. im körper. in ländergrenzen, leistungsdruck, drogen, facebook oder im eigenen ego. es kann alles sein. und überall. kommt man raus, wenn der weg heraus das ist, was er oft ist? eben semitransparent ... Der STRAHL Theaterjugendclub hat sich 2011 neu aufgestellt. Zehn neue TeilnehmerInnen erarbeiteten sich ihre erste Produktion .semi.transparent. durch Improvisationen, kreatives Schreiben und dem Nachgehen einer Forschungsfrage: kommt man raus, wenn der Weg heraus das ist, was er oft ist? Eben semitransparent …

Es spielen: Lial Hamade, Sophie Illigens, Ingmar Kessler, Luis Klein, Susanne Krüger, Michael Pajuelo, Ana Sambanis, Louisa Schulze, Pia Strehmel; Leitung: Ann-Marleen Barth; Assistenz: Laura Jagotke, Lizanne Stekelenburg; Dramaturgische Beratung: Charlotte Baumgart; Sounddesign: Florian Bertello

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Deine Notizen:

28 Š Nina Ansari Pirsarai


Ick gloob ick bin im falschen Film JugendtheaterBüro „Du bist nicht normal“, streiten sich zwei Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten, während einer Filmvorstellung im Kinosaal. Ihr gemeinsamer Freund versucht zwischen den Beiden zu vermitteln. Im Streit entsteht die Idee, einen eigenen Film – „ein Kino anderer Art“ – zu machen. In drei Teilen erzählen sie ihre Geschichten: von Prof. Sarrabuschkowszin, der alle Jugendlichen nur in Schubladen steckt, von einem Punk und einem arabischen Jugendlichen, die sich zunächst anonym im Chat treffen und danach in der Realität miteinander ganz neue Erfahrungen machen und ihre Vorurteile auf die Probe stellen müssen. Beim Festival der Klubszene wird der erste Teil des Stückes gezeigt. In dieser Produktion des JugendtheaterBüro Berlins ging es um eine Auseinandersetzung der Jugendlichen mit sich selbst, ihrer familiären und kulturellen Herkunft. Durch die kritische Reflektion der eigenen Bilder im Kopf und gesellschaftlich dominierender Stereotypen sollten Vorurteile bewusst gemacht und auf ihre Funktion hinterfragt werden – als Ausgangspunkt dafür, sie auch wieder verlernen zu können. Fragen nach ( vermeintlicher ) Normalität und Abweichung standen dabei im Zentrum. Das JugendtheaterBüro Projekt ist auf zunächst drei Jahre ( Juli 2009 – Juli 2012 ) befristet. In verschiedenen Bereichen eines Theaterbetriebs [ Ensemble ( Schauspiel, Tanz, Musik ), Crew ( Bühnenbild, Kostüm, Licht, Ton ), Büro ( Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement ) sowie Film ] werden neue Theaterproduktionen erarbeitet und gleichzeitig berufsorientierende Maßnahmen im künstlerischen Bereich angeboten. Im Oktober 2011 organisierte das JugendtheaterBüro das FESTIWALLA im Haus der Kulturen der Welt. Mehr Infos: www.jugendtheaterbuero.de Die Stücke des Jugendtheaterbüros werden von Regiekollektiven erarbeitet. Bei „Ick gloob Ick bin im falschen Film“, hat die Jugendliche Saira Amjad unter der Leitung des Coaches Cigir Özyurt Regie geführt und inszeniert.

Es spielen: Kerim Ballı ( 22 ), Başak Yılmaz ( 17 ), Ali El-Hussein ( 19 ), Seyran Jotzo ( 19 ), Saira Amjad ( 22 ), Büşranur Aylin Atmaca ( 14 ), Abed Abou Zaher ( 19 ), Mandy Leubert ( 16 ), Mustafa El-Hussein ( 18 ); Licht, Ton, HelferInnen: Aldan Sabotic ( 14 ), Zelal Kaya ( 16 ), Mervenur Heß ( 15 ); Coach: Çığır Özyurt ( 28 ); Clubleitung: Ahmed Shah ( 46 )

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Deine Notizen:

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Molière‘s HORNY P14 – das Jugendtheater der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Als Don Juan der Liebe einen Klaps auf den Po gab Don Juan will bumsen und sonst glaubt er an nichts. Er hat sie alle rumgekriegt. Traurige Frauen und wütende Brüder pflasternseinen Weg. Zu ihnen gehört Charlotte. Sie ist jung, hübsch und lebt auf dem Land. Seit Kindesalter spielt sie mit Pierrot. Pierrot ist seit immer schon in Charlotte verliebt. Für sie tut er alles. Eines Tages, da ziehen die beiden zwei Männer aus dem Ozean. Und während die Halbertrunkenen sich nebenan gegenseitig warm rubbeln, da fragt Pierrot endlich, ob Charlotte ihn heiraten möchte. Sie sagt erst nein, doch dann sagt sie ja, und Pierrot, der sie schon seit immer und immer geliebt hat, ist überglücklich. Das ist alles, was er je wollte. Er schlägt im Sprung die Fersen zusammen und hüpft aus der Tür, da kommen die beiden Männer herein. Der eine ist egal und der andere ist Don Juan. Es vergehen kaum dreißig Sekunden, da kommt Pierrot mit trockenen Handtüchern wieder herein und sieht nur noch, wie Don Juan Charlottes Hand küsst. Nun ist sie mit dem da zusammen. Don Juan, der alte Schelm, hat es wieder einmal geschafft. „Aber ich dachte, du heiratest mich“, fragt Pierrot entsetzt. Und Charlotte so: „Wenn du mich wirklich liebtest, dann würdest du dich jetzt für mich freuen“. Klirr, klirr, klirr. Sein Herz zerspringt in diverse Teile. Sein ganzes Leben hat er an ihrer Seite verbracht, noch vor einer halben Minute waren sie verlobt, und nur diese eine folgende halbe Minute verpasst er in ihrem Leben – und ebenda ging alles hin. Molière‘s HORNY ist die letzte Ode an den Chauvinismus. Hier wird er gefeiert – noch ein letztes, ein aller letztes Mal – und hier wird er begraben. Feierlich und angemessen. Damit wir unseren Enkeln von einer Zeit erzählen können, in der Männer mal schlimm waren. P14 bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Erfahrungen im Theaterbetrieb zu sammeln und sich selbst auszuprobieren. Die Arbeit der Jugendlichen steht unter der Losung: MACHT EUER THEATER SELBER! Ziel ist es, sie in den gesamten Prozess der Inszenierungsarbeit einzubeziehen und zu begleiten. „Empört uns“ war das Leitmotiv für p14-das Jugendtheater diese Spielzeit. Sieben Inszenierungen sind entstanden.

Es spielen: Widukind Huber, Rémie Pradère, Rose Lohmann, Nora Hickler, Immanuel Ayx, Franziska Knaus, Henriette Nagel, Sarah Gailer, Jonas Boßtet, Fanny Wehner; Regie: Bonn Park; Assistenz: Philippe Gärtner, Christina Berger; P14-Leitung: Vanessa Unzalu Troya

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Die Dachlosen das sind Aya, Julia, Karo, Nicole, Rachel, Tamalan und Tina, sie sind dieses Jahr auf der Klubszene 2012 euere Moderatorinnen! Wir freuen uns euch gut ansagen zu können und haben zuvor jeden Klub auf einer Probe besucht, also sind wir bestens informiert! Viel Spaß beim Festival!

Wir sind jetzt die Dachlosen, denn nun haben wir schon zum zweiten Mal unser Dach verloren: gegründet haben wir uns als JungeGegenWarte an der Tribüne am Ernst-Reuter-Platz. Als das Theater geschlossen wurde, konnten wir kurz vor unserer zweiten Premiere im Lichtburg-Forum unterkommen. Dort fand auch unsere dritte Produktion ihr Publikum. Nun ist auch diese Spielstätte am Ende ihrer Fördermittel für theaterpädagogische Projekte angekommen und so sind wir jetzt im Theaterhaus Mitte und haben dort die Arbeit an unserem vierten Stück beendet. Trotz aller widrigen Umstände ist es uns gelungen immer aktiv an den Klubszene-Festivals in Berlin teilzunehmen oder auch beim 100° Festival im HAU aufzutreten. Unsere Theaterpädagogin Janine Schweiger hat es stets verstanden die Gruppe zusammenzuhalten und das Ziel nie aus den Augen zu verlieren: die Premiere- „ unterDruck“ am 18. Januar 2012! Wir beschäftigten uns dafür mit Terror aller Art aus Sicht von Opfern und Tätern ... Dabei befassten wir uns sowohl mit klassischen Dramen ( Hamlet, Maria Stuart, Orestie, Johanna von Orleans), modernen Romanen ( Misery, Die verlorene Ehre der Katharina Blum ) und zeitgenössischem Theater ( 1/4 Stunde des Dichters ), wobei unser Stück irgendwo zwischen Collage, Performance und Theaterexperiment gelandet ist. Beim letzten Klubszene Festival 2011 sind wir unter dem Titel terrorism mit einem ersten Entwurf aufgetreten ... Einen Eindruck von unserem Auftritt beim Klubszene-Festival 2011: www.youtube.com / user / Klubszene2011 ( 2. Tag / Samstag / terrorism-Junge Lichtburg )

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36– 47 Workshops 35


Workshop 1

Jazz meets Anatolian Anatolien Jazz – Gesang, Percussion und Tanz Leitung: Özgur Ersoy, Sibel Egimez

In diesem Jazz-Projekt werden den Teilnehmern Gesang aus Anatolien, verschiedene Trommeln, sowie zwei anatolische Tanzschritte, die vor allem auf Hochzeiten Verwendung finden, aus Ost- und Südost-Anatolien vorgestellt. Durch diese drei Bereiche sollen die Teilnehmer ihre eigenen Ideen, als auch Emotionen, in die Musik mit einfließen lassen. Dies erfolgt durch das anatolische Lied Mavilim, welches von den Teilnehmern für die Abschlusspräsentation erarbeitet wird. Über dieses Stück wird die Melodie eines Volksliedes mit modernen Jazzharmonien verschmolzen, wodurch eine Fusion zweier unterschiedlicher Musikkulturen entsteht. Dafür wird eine Videoaufnahme der Mavilim-Interpretation des Anatolian Jazz Orchestras verwendet, welches zur Präsentation an die Bühnenwand projiziert wird. Begleitend dazu wird getanzt, gesungen und getrommelt. Özgür Ersoy, Jazz-Musiker mit anatolischen Wurzeln, führt die Teilnehmer an die traditionelle Rhythmik, sowie an die anatolische Gesangsart, während die Sängerin Sibel Eğilmez, ebenfalls mit anatolischen Wurzeln, die einzelnen Tanzschritte auflöst und neu interpretieren lässt.

Özgür Ersoy ist 1977 in Erzincan ( Türkei ) geboren und begann mit acht Jahren Baglama ( türkische Langhalslaute ) zu spielen. Nach seinem Abitur studierte er am staatlichen Konservatorium für türkischen Musik der Ege-Universität in Izmir von 1993 – 1998. Gleichzeitig studierte er von 1995 – 1998 an der Ege-Universität Pädagogik. Im Januar 1999 kam er nach Berlin und arbeitete dort an einem privaten Konservatorium als Musikdozent. Seit 2005 spielt er im Anatolian Jazz Orchestra Baglama, Duduk und Zurna. Sibel Eğilmez ist 1984 in Berlin geboren. Ihren schulischen Werdegang absolvierte sie in Berlin und begann 2003 eine Ausbildung als Erzieherin, sie erhielt ihren Abschluss im Jahre 2006. Begleitend zur Ihrer Ausbildung besuchte sie die private Musikschule „Maestro“. Dort bekam Sie vier Jahre lang Gesangsunterricht in traditioneller, türkischer Volksmusik. Seit 2008 ist sie Mitglied des Anatolian Jazz Orchestras.

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Deine Notizen:

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© Georg Schroeder


Workshop 2

I CAN DJ DJ Werkstatt Leitung: DJ IPEK

Ziel des Workshops ist es, Jugendliche im Beruf des DJs auszubilden und ihnen den Umgang mit Schallplatten und Plattenspielern, DJ-geeigneten CD-Playern sowie DJ-Software und PA-Technik zu zeigen. Einführung: Theorie und Praxis, Musikkunde, Technik Auf- und Abbau, Verkabelung, Kopfhörer Technik, Partyvorbesprechung, Signalfluss Wie fühlt sich eine Schallplatte an? Wie findet man den ersten Ton? Wie stellt man die Geschwindigkeit ein? Wie geht das mit dem Vorhören? Grundlegenden Kenntnisse am CD-Player – Tempotrack Ermittlung anhand BPM-Auszählens – Tracks im Sinn und der Harmonie einer Gesamtdramaturgie auswählen – welche Tracks passen zueinander und welche nicht? – Tipps zum Erstellen von Technical Ridern und Biografien – Mixtechniken / „Survival“ Techniken werden erlernt – Struktur von Tracks ( Intro, Main, Break, Outro ) – Djaying, Besprechung Abschlussparty

Die international renommierte, mehrfach ausgezeichnete und die Herausgeberin der preisgekrönten Beyond Istanbul CD-Reihe, She-Jay İpek İpekçioğlu ist bekannt für ihren verführerischen Fusionsound & Dancemusik aus der Türkei, OrAsia und Balkan. In ihre Sets bezieht sie, FolkElektroFusion, Gypsy Funk & Break Beats & Pop, House and Berlin Elektro & Minimal. In ihren Sets nimmt İpek ihr Publikum auf eine Audio-Reise durch verschieden Kulturen des Orients, Balkans und der Türkei und macht strategisch geplante Ausflüge nach Großbritannien und in die USA. Ihre Mixe setzen überraschende Akzente im Flow der Club Music. Die international bekannte Queen des Eklektik Berlinİstan wird nicht umsonst als „Zeremonienmeisterin der transkulturellen Völkerverständigung“ ( Daniel Bax – TAZ ) bezeichnet.

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Backspinning: das Zurückziehen oder -drehen einer Platte Beatjuggling: die Benutzung einer Platte als Rhythmuseinheit Beatmatching: das Synchronisieren zweier Platten (ist mit entsprechendem Equipment automatisierbar) Scratching: die Benutzung einer

© Max Schroeder

Platte als Solo-Instrument

Deine Notizen:

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Workshop 3

„Akte / NSU“ Dokumentartheater-Workshop Leitung: Marina Schubarth, Judith Rahner

Verdrängen, wegschauen und ablenken. Ist dass das Mittel der Wahl, wenn sich in Deutschland Rassismus zeigt? Wie sonst ist zu erklären, dass ein Nazi-Trio jahrelang im Untergrund mordend durch Deutschland ziehen konnte. Dass der Staat nicht nur auf dem rechten Auge, sondern auch gegenüber den Ermordeten blind ist, zeigt nicht zuletzt der unselige Begriff von den „Döner-Morden“. Welches gesellschaftliche Klima ist die Voraussetzung für derartig viele „tragische Missverständnisse“ in den jahrelangen Ermittlungsarbeiten? Wir gehen auf Spurensuche: wer sind Akteure? Wer sind die Vertreter? Welche Schnittstellen lassen sich im Alltag finden? Aufgespürte Dokumente und Fotos, recherchierte Zeitungsartikel und Interviews werden künstlerisch bearbeitet und in einem angeleiteten Prozess in szenische Sequenzen gebracht. Wir verbinden in dem Workshop darstellerische und gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten mit recherchiertem und authentischem Material. Mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters werden wir die vielschichtigen Facetten von Rassismus und fremdenfeindlichem Gedankengut, bis hin zu den mörderischen Taten des NSU aufarbeiten.

Marina Schubarth, seit 2003 Leiterin und Regisseurin des dokumentartheater berlin. Abgeschlossenes Studium als Tänzerin in Budapest. 1987 – 1997 Engagements im Stadttheater Karlsruhe und Theater des Westens Berlin. 1997 – 2012 als Choreografin bei verschiedenen Produktionen tätig, wie Volksbühne Graz, Berliner Ensemble,Volksbühne Wien, Magdeburger Opernhaus. Von 2003 – 2011 eigene Produktionen, wie: OST-Arbeiter, Tänzerin hinter Stacheldraht, Und der Name des Sterns heißt Tschernobyl, Holodomor- der Unbekannte Völkermord, Gesichter des Krieges, VERA, Vergessene Biografien. Internationale Auszeichnungen für ihr Engagement für Menschenrechte und Theater Inszenierungen. Judith Rahner, Jahrgang 1979, Erziehungswissenschaftlerin und Bildungsreferentin bei der Amadeu Antonio Stiftung, ist seit vielen Jahren in der Jugend- und Kulturarbeit tätig. Sie setzt dort zusammen mit Jugendlichen und unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen von ihr initiierte Musik- und Kunstprojekte um. Spoken-Word und HipHop, Graffiti und Foto-Ausstellungen und zuletzt das dokumentarische Theaterstück „Vergessene Biografien – Migranten und Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“, zu welchem sie auch die Klaviermusik komponierte.

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Workshop 4

VOKAL-BODY LABORATORY Stimme – Tanz – Choreograhpie Leitung: Sven Seeger

In dem Vocal-Body Laboratory erforschen wir die Stimme, das Stimmenvolumen und den damit verbundenen Variationsspielraum in Verbindung mit dem Körper und seinen physischen Ausdruckmöglichkeiten. Wo sitzt unser Atemzentrum und inwiefern beeinflusst der Atem unsere Stimme und welche Variationen erlaubt uns unser individuelles Stimmenvolumen – dabei nähern wir uns der physischen Grenzerfahrung, z.B. das Hyperventilieren des Atems, der damit verbundenen Stimme und den Auswirkungen auf den Körper. Die Stimme wird zum Sound:  schräge Tonlagen, Chaos - Krach oder smooth und soft like a love song. Laute unserer Stimme werden in Zusammenhang mit Vokalen und Konsonanten zu Worten. Aus den Worten, die auch Neukreationen beinhalten, entstehen Wortgeflechte und Sinnkonstellationen. Diese werden in Versform angelegt und rhythmisiert. Je nach Versintonation und Phrasierung entwickelt sich dazu der Tanz, wobei der Tanz – die physische rhythmische Aktion und Expansion des Körpers im Raum ausdrückt. Das tänzerische Repertoire formuliert sich aus dem Impuls unserer Stimme und seiner formal technischen Herangehensweise. Coach von Mini Sequenzen, diese sind ein Mix aus Boden Basics quasi a la Break Dance und Contemporary Dance. Sie inspirieren Euch das vermittelte Basismaterial mit euren Ideen tänzerisch weiter auszuformulieren.

Sven Seeger studierte klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Ballett Rambert School und an der Folkwang Hochschule Essen. Es folgten Engagements am DNT Weimar mit der Ismael Ivo Company ( Regie / Choreographien von u.a. Gerald Thomas, Johann Kresnik, George Tabori ) sowie an den Städtischen Theatern Chemnitz. Weiterhin arbeitete er mit Choreographen und Regisseuren u.a. wie Daniela Kurz, Felix Ruckert, Christoph Loy, Isabelle Schad, Jochen Roller, Dorothea Ratzel, Paulo Castro und Susanne Lietzow sowie choreographische Zusammenarbeit mit Julie Bougard ( Brüssel / Berlin ) und Verena Weiss (Zürich / Berlin). Er wirkte mit als Tänzer und Darsteller in den Filmen „Eine flexible Frau“ und „Stadt als Beute“, die auf zahlreichen Festivals gezeigt wurden, u.a. Berlinale Berlin. Seit 1999 lebt und arbeitet er in Berlin als Choreograf und Tänzer und ist seit 2006 im Jugend- und Ausbildungsbereich tätig. Er realisierte zahlreiche interkulturelle Tanz- und Performance Projekte für Kulturzentren wie die Schlesische27 und die Pumpe Berlin.

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Workshop 5

KLANG und IMPULS im KÖRPER und in der STIMME Gesang, Chor und Komposition Leitung: Sinem Altan, Begüm Tüzemen

In diesem Workshop wollen wir gemeinsam erkunden, wie ein Klang in unserem Körper entstehen kann, wie wir mit unserer Stimme die unterschiedlichsten Farben, Gesten, Gefühlszustände und noch mehr produzieren können. Hier geht es vor allem darum, ausgehend von kulturellen und biographischen Aspekten sowie Einflüsse aus dem Alltag und der Umgebung anhand Improvisationen und Übungen eigene Klangfelder zu schaffen, aus denen wir gemeinsam eine Art neue Komposition bilden werden. Nicht nur Klang spielt dabei eine wichtige Rolle, sondern auch der Impuls und das damit verbundene Rhythmusgefühl soll uns helfen, individuelle und unabhängige Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln, die letztendlich als Ziel durch das Kennenlernen und Erkunden mit- und voneinander zu einem farbenreichen und vielfältigen Chorerlebnis zusammenwachsen wird. Eine weitere Ausführung dieser Idee ist, anhand dieser Ergebnisse unter anderem auch mit den anderen Workshop-Gruppen zusammen zu kommen und womöglich Überschneidungsmomente und Parallelen aus anderen Kunstbereichen in einer gemeinsamen und zusammenhängenden Aufführung zu präsentieren. Wer also seinen eigenen Klang und Impuls noch nicht entdeckt hat, sollte diese Reise unbedingt wahrnehmen.

Sinem Altan ist 1985 in Ankara geboren und bestand mit 11 Jahren die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler im Fachbereich Komposition / Klavier. Sie gewann zahlreiche Preise z.B. „Jugend musiziert“ und „Jugend komponiert“. In Berlin sorgte sie mit ihrem Projekt „Türkisch für Liebhaber“, das sie 2008 / 09 an der Neuköllner Oper als musikalische Leiterin führte, für Aufsehen. Seit 2009 leitet sie als Komponistin und Pianistin die interkulturellen Familienkonzerte des Rundfunk-Sinfonierorchesters Berlin. Zuletzt realisierte und leitete sie gemeinsam mit Begüm Tüzemen und Özgür Ersoy das Festivalprojekt „deLIGHTed“. Begüm Tüzemen ist 1983 in Istanbul geboren und absolvierte ein Musical-Studium am Staatlichen Konservatorium der Istanbuler Universität. Sie war Ensemblemitglied bei ArtIstanbul und wirkte u.a. in Aspendos bei renommierten Musical- und Konzertprojekten mit. Sie wohnt in Berlin und beeindruckte bereits u.a. in „Türkei von gestern bis heute“ am Schiller-Theater und der Produktion „Tango Türk“ an der Neuköllner Oper. Seit 2007 arbeitet sie in diversen Projekten von und mit Sinem Altan und begeisterte an ihrer Seite u.a. die Zuschauer im ATZE Musiktheater.

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Deine Notizen:

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© Georg Schroeder


Workshop 6

Klappe auf – Klappe zu Szenen schreiben und inszenieren – von der Idee zum Text und weiter zum Bild Leitung: Jörg Isermeyer

Fremde Texte inszenieren ist gut ... aber den eigenen Gedanken eine Form zu geben und sie dann auf der Bühne hinauszuposaunen, das hat auch was. Darum geht’s. Egal ob Monolog, Dialog oder Massentumult. Am Anfang werden wir mit einfachen Methoden des kreativen Schreibens Texte zu Papier bringen. Sie wegschmeißen oder überarbeiten – und am Ende ein paar davon auswählen und sie in Szene setzen. Jeder ist bei diesem Prozess Autor, Regisseur und Spieler. Mal für sich selbst, mal für die anderen. Bei der Inszenierung wird die Arbeit mit Material im Vordergrund stehen: ob Laub-Berge, Zeitungs-Schlachten, Popcorn-Regen oder eine kilometerlange Klopapier-Schlange – das passende Bild muss noch gefunden werden.

Jörg Isermeyer, geboren 1968 in Bad Segeberg, lebt als Schauspieler, Regisseur, Theaterpädagoge, Musiker und Schriftsteller in Berlin und anderswo. Für sein Stück „Ohne Moos nix los“, das derzeit am GRIPS-Theater gespielt wird, erhielt er den Berliner Kindertheaterpreis und wurde für den Mühlheimer KinderStückePreis 2011 nominiert. Ansonsten bewegt er sich in der freien Szene irgendwo zwischen Trash-Comedy, Sperrmülltheater, Klassikverwurstung und Kleinkunstpunk.

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Deine Notizen:

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10 Fragen, die eine ehrliche und faire Antwort verdienen:

01 Welcher Festivalbeitrag ist dir am meisten aufgefallen in Sachen Sprache – gesprochener Text? Und warum?

02 Welches Stück hatte eine außergewöhnliche Art und Weise den Bühnenraum zu nutzen? Und wie?

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03 Welche Gruppe hat deiner Meinung nach eine besondere Leistung im Bereich Körpereinsatz / Körperspiel / Bewegung oder Tanz? An was kannst du dich da erinnern?

04 Ist dir ein Stück in Erinnerung geblieben, weil es auf besondere Art Musik benutze? Und wie?

05 Hattest du nach einer Aufführung das Gefühl das Stück hat bei dir oder dem Publikum eine besondere Stimmung erzeugt? Welche? Wie?

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06 Welche Idee in einem der gezeigten St端cke w端rdest du gerne klauen?

07 Welche Figur aus einem St端ck w端rdest du gerne selber mal spielen? Warum?

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08 Und welche Figur mĂśchtest du auf keinen Fall spielen? Warum?

09 Gibt es einen Festivalbeitrag, der eine Frage bei dir hinterlassen hat? Welche?

10 Hast du dir einen Spruch, einen Satz gemerkt aus einem der StĂźcke? Welchen?

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Programmübersicht Donnerstag, 31. Mai 2012 10.30 – 11.00

Auftakt

11.00 – 14.00

Workshop 1 – 6 / Teil 1

14.00 – 14.30

Snacks / Kaffee

14.30 – 16.00

Eröffnung Großer Saal

16.20 – 17.00

Warm up to go

Die ATZEn – Theaterklub des ATZE Musiktheaters

17.30 – 18.20

Nach Brundibar

Die Zwiefachen – Schaubühne am Lehniner Platz

18.40 – 19.20

Rise up! Wie weit würdest du gehen?

Banda Agita – Grips Theater

19.20 – 20.20

Abendessen

20.20 – 21.00

Club

Viruz – HAU

21.30 – 22.10

GehHeim!

Operatiefer Eingriff – Staatsoper im Schiller Theater

ab 22.10

Lounge mit Kurzfilmen

Großer Saal, Foyer

Freitag, 01. Juni 2012 10.00 – 13.00

Workshop 1 – 6 / Teil 2

13.00 – 13.30

Snacks

13.30 – 14.10

Romeo und Julia

Jugendclub IV – Theater an der Parkaue

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14.40 – 15.20

Heldenhaft

Spiel.Raum des Jungen DT – Deutsches Theater

15.50 – 16.30

Was träumt Berlin?

Die Aktionisten – Maxim Gorki Theater Berlin

16.30 – 17.00

Kaffeepause

17.00 – 17.40

.semi.transparent.

STRAHL Theaterjugendclub – Theater Strahl

18.10 – 18.50

Ick gloob ick bin im falschen Film

JugendtheaterBüro 18.50 – 19.50

Abendessen

19.50 – 20.30

Molière‘s HORNY

P14 – Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

21.00

WTF – freier Jugendtheaterclub des HAU

Foyer danach

Lounge mit Open Stage, Live Musik

Foyer, Studiobühne

Samstag, 02. Juni 2012 11.00 – 13.00

Feedbackbrunch Foyer

13.00 – 15.00

Workshop 1 – 6 / Teil 3

15.30 – 17.30

Präsentation der Workshops 1 – 6

Großer Saal

17.30  – 20.00

Grillen

Garten

20.00 – 01.00

Abschlussparty und Video-Präsentation

Studiobühne und großer Saal 63


Impressum KLUBSZENE 2012

Künstlerische Leitung: Tanja Pfefferlein, Theaterpädagogin, ATZE Musiktheater; Janine Schweiger, Theaterpädagogin, Dramaturgin Produktionsleitung: Maura Meyer, Linda Burghardt Redaktion und Social Media: Tina Hohmann Gestaltung: Sylvia Böhm / www.jobsundboehm.de Logo: Lisa Klinkenberg Coaching Moderationsgruppe: Janine Schweiger Organisation Rahmenprogramm: Tanja Pfefferlein, Ita Räpke, Marie Günther, Laura Walter Video-Dokumentation: Beuth Hochschule für Technik Berlin ( Katrin Beese, Geraldine Roman ) Video-Redaktion: Janine Schweiger Wir bedanken uns für die großzügige Förderung des Deutschen Bühnenvereis.

Gastgeber:

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Klubszene Programmbuch 2012