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#5 / Herbst / 04/2011


G OT T ES F U R C H T

bwohl die Schrift deutlich sagt: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang“ (Spr 1,7), fehlt es nicht nur der „Welt“ an Gottesfurcht, sondern auch das Volk Gottes selbst wird von Ehrfurchtslosen, ja Spöttern und Lästerern unterwandert. Das war schon in Israel so und wird vom NT insbesondere für die letzte Phase der Heilsgeschichte vorausgesagt (2. Petrus, Judas). Und genau das ist der Fall: Publikationen wie die Volxbibel und immer mehr flapsige Prediger mit Dreck- und Gossensprache wollen ein lockeres und cooles, aber letztlich geringschätziges Christentum vermitteln. Einmal erschrak ich, als ich auf einer christlichen Webseite ein Spottgedicht auf den Satan las – natürlich nicht deshalb, weil ich etwa um den Satan besorgt war, sondern weil ich mich fragte: Was für ein überheblicher Menschen muss das sein, der es wagt, gegen geistliche Mächte und Gewalten zu kläffen wie ein Dackel gegen einen Löwen? Die Schrift sagt, sogar der Erzengel „Michael wagte es nicht, ein lästerndes Urteil“ gegen Satan zu fällen (Jud 9), dass aber der endzeitliche Abfall geprägt ist von Irrlehrern, die „Herrlichkeiten lästern, wo Engel, die an Stärke und Macht größer sind, nicht ein lästerndes Urteil gegen sie beim Herrn vorbringen“ (2Petr 2,10-11). Wie viel schlimmer und schrecklicher ist es, gegen Gott selbst das Wort zu erheben? Und das geschieht nicht nur durch ehrfurchtslose Wortwahl, sondern auch durch unbiblische Lehren, die die Größe und Erhabenheit Gottes herabsetzen wollen. Zum Beispiel die verbreitete Behauptung, Gott sei ungerecht, wenn er manche Menschen verdamme und nur einige begnadige, ist ein unfassbarer Affront gegen die Souveränität Gottes. Genau auf diesen Einwand antwortet nämlich Paulus inmitten seiner Erklärung des souveränen Heilshandels Gottes in Römer 9: „Wer bist du, o Mensch, dass du das Wort nimmst gegen Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du mich so gemacht?“ (Röm 9,20). Müssten sich Christen nicht eher die Zunge zerbeißen als zu behaupten wagen, ein souveräner Gott sei ein „Monster-Gott“ (wie ich es schon mehrfach gelesen habe)? Ist ihnen nicht klar, was für ein Urteil sie über sich selbst aussprechen, wenn nur ein Fünkchen einer Chance besteht, dass sie mit ihrer Auffassung irren? Eine ebenso üble Haltung wird durch die emergente Bewegung verbreitet. Dort wird nicht nur der Gott der Bibel kritisiert, der Sünder völlig gerecht richtet, sondern das Herz des Evangeliums verspottet: Das stellvertretende Sühnopfer Christi wird als „göttlicher Kindesmissbrauch“ bezeichnet. Mit solchen Spöttern sollen wir keinerlei Gemeinschaft haben (Ps 1,1) und vielmehr durch eine gesunde biblische Lehre eine gesunde Gottesfurcht vermitteln. „So hoch die Himmel über der Erde sind, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten“ (Ps 103,11).

Hans-Werner Deppe Oktober 2011


SOLI DEO GLORIA

1 Jahr Timotheus Magazin

02 // Editorial 03 // Inhalt 04 // Ein gottesfürchtiges Herz

Die Redaktion sagt Danke!

08 // Von Menschenfurcht zu Gottesfurcht 12 //

Angst vor Gott?

16 //

Der gottesfürchtige mann

#5 Gottesfurcht 1. Oktober 2011

20 // Die gottesfürchtige Frau

Ausgabe Nummer fünf ist die vierte gedruckte Timotheus, die letzte Ausgabe in 2011 und die zweite Herbstausgabe. Das Magazinprojekt steht in allen Belangen vor großen Herausforderungen und ist auf die Fürbitte beim souveränen Schöpfer angewiesen.

#4 Frieden 1. Juli 2011

24 // Das Evangelium in Sambia

Die erste Sommerausgabe enthält Beiträge von Hans-Werner Deppe, Bernhard Kaiser und John MacArthur und beschäftigt sich ausgiebig mit dem Frieden, wie die Bibel ihn lehrt. Die Zahl der Abonnenten steigt weiter, das Magazin bleibt jedoch weiterhin ein „Zuschussgeschäft“.

28 // Nachlesen 32 // Termine

#3 Sünde

33 // Impressum

1. April 2011

Für das zweite gedruckte Heft wird Timotheus sowohl physisch als auch inhaltlich weiter verbessert. Es sind Gastbeiträge von Paul Washer, John Piper und Matthias Lohmann enthalten. Die Timotheus hat erstmals 40 Seiten.

#2 Glaube 1. Januar 2011 Betanien übernimmt

Der bibeltreue Verlag Betanien unterstützt das Magazin finanziell und macht somit auch die Printausgaben möglich. Der Betanien Verlag übernimmt auch den Druck, Vertrieb und Abo-Service. Das Team wird nun durch Hans-Werner Deppe, Hans-Jürgen Holzmann und Michael Töws verstärkt.

Die zweite Ausgabe „Glaube“ ist zugleich die erste Ausgabe, die auch als Printversion erscheint. Erstmals kann man Timotheus abonnieren und bestellen. Online bleibt Timotheus (bis heute) kostenlos.

Dezember 2010

Die erste Ausgabe 1. Oktober 2010

Sommer 2010

Am 1. Oktober wird die erste Ausgabe „#1 Nachfolge“ ausschließlich als kostenlose Onlineausgabe angeboten. Es sind 4 Artikel der 4 Redakteure enthalten. Bis heute wurde das „Heft“ über 18.000 mal aufgerufen.

Die ersten Ideen

Aus einem Bibelkreis von 4 jungen Männern entstehen erste Ideen für ein bibeltreues und auslegendes Magazin.


Ein gottesf端rchtiges Herz Text Waldemar Dirksen


David bittet Gott um ein ungeteiltes Herz, das von Gottesfurcht geprägt ist. Nur Gott kann ein geteiltes Herz einen und wahre Furcht vor ihm bewirken.

ichte mein Herz auf das Eine, dass ich deinen Namen fürchte! • Psalm 86,11b Manche unserer Anliegen werden zu abgedroschenen Gebetsfloskeln, die von unserem lauen Gebetsleben zeugen, weil wir Gottes Größe außer Acht lassen. Im gesamten Psalm 86 zählt David etwa 14 Gebetsanliegen1 auf und in der Mitte des Psalms (Verse 8 - 10) lobt er Gott wegen seiner Größe. Nach diesem Lob folgt im Vers 11 die Bitte um ein gottesfürchtiges Herz. Während Gott in den Augen Davids groß ist, entsteht bei ihm das Verlangen nach einer tiefgründigen Gottesfurcht: „richte mein Herz auf das Eine, dass ich deinen Namen fürchte!“ Das Bewusstsein der Größe Gottes ist der rechte Ansatz für Gottesfurcht im Herzen. Ausgehend vom Grundtext kann die Bitte Davids auch mit den Worten „Einige mein Herz“ anfangen.2 Da eine Einigung nur dort erfolgen kann, wo vorher etwas geteilt war, muss sich David eines geteilten Herzens bewusst gewesen sein. Sein Herz war nicht vollständig auf Gottesfurcht ausgerichtet; es war zerrissen. Von Zerrissenheit im Innersten bleibt niemand verschont. Widersprüchliche Aussagen, heuchlerisches Handeln und scheinheilige Bekenntnisse sind Hinweise auf innere Zerrissenheit. In einem geteilten Herzen wird letztlich die Gottesfurcht durch trügerische Begierden eingeschränkt. Die Begierden mögen anfänglich wie harmlose Kätzchen erscheinen, aber zuletzt verschlingen sie uns wie reißende Löwen. Ein zerrissenes Herz ist daher ein jämmerlicher Zustand. Diese innere Not veranlasste David dazu, sich mit dieser Bitte an Gott zu wenden. Er muss sich selbst als unfähig gesehen haben, in seinem Herzen Gottesfurcht zu bewirken. Das menschliche Herz ist in Wahrheit ein trotziges und verzagtes Ding und zudem der Ursprung jeder Sünde. Gott allein ist allerdings fähig, auf das menschliche Herz derart einzuwirken, dass es seinen Namen fürchtet. Er kann das Herz zusammenfassen und hin zur Furcht seines Namens wenden. Mangelnde Gottesfurcht im Herzen soll Grund zur Sorge und zum Gebet sein, wie es bei David der Fall war. Lieber Leser, wann hast du Gott zuletzt um ein gottesfürchtiges Herz gebeten? Möglicherweise bist du um

DIE HEILIGE SCHRIFT

» ... AUF DAS EINE, DASS ICH DEINEN NAMEN FÜRCHTE«

DAS HERZ

Das Bewusstsein der Größe Gottes ist der rechte Ansatz für Gottesfurcht im Herzen Timotheus I 05


deine innere Ausgeglichenheit und um ein tadelloses Leben vor den Menschen bemüht, aber dein Herz ist fern von Gottesfurcht, was vor allem durch deinen leichtfertigen Umgang mit verborgenen Sünden deutlich wird. Hinweg mit dieser geistlichen Oberflächlichkeit! Sei kein Heuchler! Bitte Gott darum, dass er dein Herz auf das Eine richtet, dass du seinen Namen fürchtest! C.H. Spurgeon veranschaulicht Davids Anliegen in einer besonders trefflichen Weise: „Unsere Seelenkräfte zerteilen sich so leicht auf eine Menge Gegenstände, wie rieselnde Bächlein, die ihre Kraft in hundert Rinnsalen vergeuden. Unser Hauptbestreben sollte dahin gehen, dass alle Wasser unserer Lebenskraft sich in einen Strom sammeln und dieser Strom geraden Laufs zum Herrn hinfließe. Wer ein zwiespältiges Herz hat, ist schwach und, wie Jakobus sagt, unbeständig in allen seinen Wegen; der Mensch, der ein Lebensziel hat, einen Zweck verfolgt, der ist ein ganzer Mann. Gott, der die Bande unserer Natur gewoben hat, kann sie zusammenziehen und festknüpfen, sie fest und stark machen; wenn wir so durch die einigende, sammelnde Gnade innerlich fest gegürtet sind, werden wir tüchtig werden zum Guten, sonst aber nicht.“3

Die Auswirkungen eines gottesfürchtigen Herzens

In weiteren Psalmen wird die Gottesfurcht beschrieben. Beispielsweise in Psalm 119,120 bekennt der Psalmschreiber vor Gott: „Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, und ich entsetze mich vor deinen Gerichten.“ Dieses Bekenntnis zeigt, dass Gottesfurcht durchaus eine Angst umfassen kann, die den Menschen zum Zittern bringt. In Psalm 34,12-15 heißt es: „Kommt her, ihr Kinder, höret mit zu! Ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ Gottesfurcht zeigt sich in einem vorbildlichen Wandel, wobei sie ausgehend vom Herzen Worte und Taten bestimmt.

Der Wert eines gottesfürchtigen Herzens

Ein gottesfürchtiges Herz erweist sich in Zeiten der Anfechtung als ein Schutzschild gegen feurige Pfeile. Denn die Furcht des Herrn hasst das Arge. Aufgrund seines gottesfürchtigen Herzens hat Josef die zuchtlose Frau Potifars abgewiesen. „Wie sollt ich ein solch großes Übel tun und wider meinem Gott sündigen“, war seine Reaktion auf ihre verführerischen Worte. Josef fürchtete sich davor, gegen Gott zu sündigen. Meist schützt uns die Menschenfurcht vor gravierenden Tatsünden, aber bei Josef war es offensichtlich die Gottesfurcht, die ihn vom Ehebruch abhielt. Menschenfurcht ist verwerflich. Unsere Herzen sollen von einer tiefgehenden Gottesfurcht geprägt sein. Ein gottesfürchtiges Herz ist wie eine Goldgrube mit unermesslichem Wert, wo zur Ehre Gottes geistliche Überzeugungen entstehen und heilige Entschlüsse gefasst werden. So hat Hiob in seinem

06 I Timotheus

Ein gottesfürchtiges Herz erweist sich in Zeiten der Anfechtung als ein Schutzschild gegen feurige Pfeile


gottesfürchtigen Herzen einen Bund mit seinen Augen abgeschlossen, dass er nicht begehrlich auf eine Jungfrau blickte. Daniel nahm sich in seinem gottesfürchtigen Herzen vor, dass er sich mit der Speise und dem Wein des Königs nicht unrein machen wollte. Tiefgehende Gottesfurcht im Herzen bewegt Menschen zu einer heiligen Entschlossenheit, sodass der äußere Wandel eine klare Ausrichtung bekommt. Mögen doch unsere Herzen gänzlich auf die Furcht des Herrn gerichtet sein. Nur Gott allein soll groß in unseren Herzen sein und sonst nichts und niemand. Unsere Herzen sollen nur den souveränen Herrscher des Universums fürchten und sonst keinen Menschen und keine Macht der Welt. Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Lieber Leser, lass das Gebet Davids zu deinem Eigentum werden! Bitte Gott um ein gottesfürchtiges Herz! Die Furcht des Herrn soll in unsere Herzen eingebrannt werden, auch wenn dieser Vorgang schmerzvoll werden kann. • 1John MacArthur Studienbibel, 2004, Anmerkung zum gesamten Psalm 86 2Elberfelder Studienbibel, 2009, Fußnote zu Psalm 86,11 3C.H. Spurgeon, Die Schatzkammer Davids, CLV, 2000, 2. Band, S. 761

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Nur Gott allein soll groß in unseren Herzen sein und sonst nichts und niemand

Timotheus I 07


Von Menschenfurcht zu Gottesfurcht Text Andreas Kuhlmann

Schließen sich Menschenfurcht und Gottesfurcht aus? Wohin führt Menschenfurcht und wohin Gottesfurcht? Eine biblische Betrachtung.


enschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt. • Sprüche 29,25 In der Heiligen Schrift wird an vielen Stellen von Personen berichtet, deren Handeln durch Menschenfurcht bestimmt wurde. Anhand dieser Ereignisse können wir unsere eigene Motivation hinterfragen, weil uns die Bibel auch die Beweggründe der von Menschenfurcht gelenkten Personen schildert. Salomo schreibt in seinen Sprüchen, dass Menschenfurcht zu Fall bringt. Eine generelle Konsequenz von einem durch Menschenfurcht motivierten Leben ist also der Fall. "Wir müssen nicht überzeugt oder überredet werden, unsere Hoffnung auf Menschen [oder uns selbst] statt auf Gott zu setzen. Wie der Wutanfall eines Kindes ist dies kein Verhalten, dass wir lernen oder uns von anderen abschauen müssen." (Edward T. Welch, Befreit leben, Seite 67) Das menschenverherrlichende Leben ist Teil unseres Wesens.

Menschenfurcht ...

Das hebräische Wort, das hier mit Furcht übersetzt wird (khar-aw-daw'), bedeutet eine übermäßige Furcht zu empfinden oder übermäßig zu zittern. In 1. Samuel 14,15 wird es benutzt, um den Schrecken der im Heerlager der Philister entstand zu beschreiben, als Jonathan mit seinem Waffenknecht den Vorposten der Philister erschlug. Die Furcht ist dabei hauptsächlich auf etwas gerichtet, das dem eigenen Leben Schaden zufügen kann. Mit Khar-aw-daw' wird auch eine übermäßige Sorge oder Beachtung zum Ausdruck gebracht. So beschreibt in 1. Mose 27,33 das gleiche Wort Isaaks Entsetzen über Jakobs Betrug an seinem Bruder Esau. Ebenso wird mit dem gleichen Wort in 2. Könige 4,13 die Fürsorge der Schunamitin gegenüber Elisa geschildert. In diesem Fall ist die eigene Besorgnis auf jemanden gerichtet, und zwar in Verbindung mit der Angst davor, dass diesem etwas Unerwünschtes widerfährt. Beide Bedeutungen haben nichts Verwerfliches an sich. Niemand würde den in Schrecken versetzten Philistern eine Sünde vorwerfen. Auch würde niemand das Entsetzen von Isaak bezüglich seines hinterlistigen Sohnes als


Sünde bezeichnen, geschweige denn die fürsorgende Haltung der Schunamitin, die sich mütterlich um Elisa gesorgt hat. Salomo verwendet khar-aw-daw' jedoch in Verbindung mit dem Wort Mensch und spricht deshalb von einer gerichteten Furcht durch den Menschen. Sobald unsere Furcht durch den Menschen (einschließlich uns selbst) gelenkt wird, muss die Gottesfurcht weichen. Denn wie der Herr Jesus sagte, können wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen. Wir werden jenem folgen, dem wir Furcht und Beachtung entgegenbringen.

anerkennung bestätigung liebe

Ein Extremfall von Menschenfurcht stellt sicherlich die buchstäbliche Furcht vor dem Menschen dar. Das heißt wir nehmen eine bangende Haltung gegenüber anderen Menschen ein, weil unserer Meinung nach von ihnen eine Gefahr für unser Leben ausgeht und sie uns oder unserem Besitz Schaden zufügen können. Diese Art von Menschenfurcht ist in einem Rechtsstaat wie Deutschland selten zu sehen, weil Gesetze und Vorschriften einem derartigen Schaden vorbeugen. In der Bibel gibt es einen solchen Fall z.B. im Buch Richter, als Jotam „aus Furcht vor seinem Bruder Abimelech“ (Richter 9,21) nach Beer floh, weil dieser den übrigen männlichen Teil seiner Familie erschlagen und sich selbst zum König gemacht hatte. Auch wenn diese Art von Furcht in unserem Leben meistens nicht über den Schulhof hinausreicht, wo uns Mitschüler bedrohen oder unseren Besitz zerstören, leiden Geschwister in zahlreichen Ländern bis aufs Blut für ihren Glauben und sehen diesem Schrecken Tag für Tag ins Auge. Sie zittern um ihr Leben, doch sie wollen ihren Herrn auf keinen Fall verleugnen. Und auch wenn ihre zitternden Knie nur eine schwache Reaktion auf die Aufforderung Christi sind, nicht diejenigen zu fürchten, die nur den Leib töten können, so sind sie doch willens sogar den Tot in Kauf zu nehmen, weil sie wissen, dass ihr Gott größer ist als ihre Peiniger. So listet auch der Schreiber des Hebräerbrief die Propheten auf, die von Menschen misshandelt und grausam ermordet wurden und fordert uns auf, auf sie zu schauen und sie zum Beispiel zu nehmen, weil ihr standhaftes Ende uns ermutigt ebenso bis ans Ende auszuharren. Es ist ein überaus trauriger Anblick, wenn Kinder Gottes vor Menschen ihre Knie beugen, weil sie glauben, dass Menschen größer sind als ihr Herr. Eine uns bekanntere Form von Menschenfurcht kommt durch das Verlangen nach Anerkennung, Bestätigung, Liebe usw. zum Ausdruck, indem wir Menschen eine hohe Beachtung einräumen. Das Wort Gottes berichtet uns von vielen Ereignissen, die von einer solchen Menschenfrucht bestimmt wurden. Beispielsweise lesen wir in 1. Samuel 15,24 von dem Ungehorsam des Königs Saul, wie er den Befehl Gottes missachtete und das beste vom Vieh und den König der Amalikiter verschonte. Auf Samuels Vorwürfe antwortete Saul, dass er ungehorsam war, weil er sich vor dem Volk fürchtet. Im Johannesevangelium 12,42-43 lesen wir davon, dass

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sogar Teile der Obrigkeit der Juden an Jesus glaubten, aber es wegen der Pharisäer nicht bekannten, weil ihnen die Ehre vor den Menschen lieber war als die Ehre vor Gott. In diesen Geschichten ist es sehr leicht, sich selbst wiederzuerkennen. Im Alltag lösen wir ohne viel Nachdenken unzählige Situationen in einer Art und Weise, die direkt auf die Ehre beim Menschen zurückzuführen ist. Wir bejahen die sündhaften Einstellungen und Entscheidungen des Kollegen oder Vorgesetzten, um nicht ins Kreuzfeuer zu geraten. Wir können nicht nein sagen, obwohl wir es sollten, weil wir befürchten, dass unser Ruf darunter leiden wird. Wir sagen stets, was die Leute hören wollen, weil uns unsere reine Weste wichtiger ist als die Wahrheit. Wir bevorzugen andere Menschen, weil diese ein positives Licht auf unsere Person werfen können und meiden auf der anderen Seite jene, die das Gegenteil bewirken. Oder wir bemühen uns für Christus Tätigkeiten auszuüben, die von möglichst vielen gesehen werden können und ehrenvoll sind. Unser Weg wird in vielerlei Hinsicht von Menschenfurcht bestimmt. Doch dadurch werden wir in besonderer Weise abhängig von Menschen und unser Urteilsvermögen wird getrübt.

… bringt zu Fall

Salomo beschreibt das bildhaft mit dem Fall. Das Wort Fall (mo-kashe') bedeutet wörtlich Schlinge, wie sie bei der Jagd nach Wildtieren verwendetet wird und impliziert im Hebräischen einen Fanghaken. Das Wort wird unter anderem in 1. Samuel 18,22 benutzt, um Sauls böswillige Absicht gegenüber David zum Ausdruck zu bringen, als er ihm seine Tochter Michal zur Frau geben wollte. Anstelle der Heiratsgabe wollte Saul aber die Vorhaut von 100 Phillistern und hoffte insgeheim, dass diese David töten und Michal ihm so zum Fallstrick würde.

Unser Weg wird in vielerlei Hinsicht von Menschenfurcht bestimmt


Ein Tier, das in eine Schlinge gerät, ist der Gnade des Jägers ausgeliefert. Es hat die Freiheit verloren und muss sich dem Willen eines anderen beugen. Laut Sprüche 29,25 verhält es sich ebenso mit der Menschenfrucht. Wenn wir unsere Wünsche und Bedürfnisse etwas näher betrachten, werden wir feststellen, dass sie oftmals von Menschen abhängen und das macht uns wiederum von ihnen abhängig. Eine derartige Abhängigkeit muss nicht zwingend auf Menschenfurcht zurückgeführt werden. Das Wort Gottes sagt uns, dass wir einander brauchen und den guten Kampf des Glaubens gemeinsam kämpfen müssen, aber wenn uns unsere Bedürfnisse nach Anerkennung, Beachtung oder Liebe dazu veranlassen für deren Befriedigung zu sündigen, dann ist das Menschenfurcht. Ein Mensch, dessen Lebensführung von einer solchen Abhängigkeit geprägt wird, gleicht einem Tier, dass einer Schlinge zum Opfer gefallen ist. Er hat seinen Willen einem anderen unterworfen, weil er auf das, was ihm dadurch gegeben bzw. genommen wird, nicht verzichten kann. Auf eine solche Art sind viele Menschen von der Liebe und Zuneigung eines anderen abhängig. Ehemänner von Ehefrauen und Ehefrauen von Ehemännern, Kinder von Eltern und Eltern von Kindern, ein Freund von einem anderen Freund oder ein Nacheiferer von seinem Vorbild. Während Liebe ein von Gott gegebener Segen ist, nennt die Bibel das, was Salomo in Sprüche 29,25 beschreibt, Götzendienst, oder in diesem Fall Menschenfurcht. Dieser Fall ist aber nicht durch die Tatsache, dass wir von Menschen abhängig sind gekennzeichnet, sondern dadurch, dass wir die Gottesfurcht abgelegt haben. Aufgrund der Menschenfurcht werden wir voreingenommen gegenüber anderen und dem Wort Gottes. Die Bibel lesen wir dann nur noch mit Vorbehalten und können deshalb den Willen Gottes nicht gänzlich erkennen und nicht nach seinem Willen beten, weil selbstauferlegte Vorurteile gegenüber anderen und Gott fest in unserem Herzen verankert sind. Deshalb müssen wir uns von allen Schlingen der Menschenfurcht lösen. Doch wie sollen wir das schaffen? Salomo gibt uns die Antwort auf diese Frage.

Gottesfurcht

Salomo beginnt einen Vergleich, indem er Gottesfurcht und ihre Wirkung in der gleichen Reihenfolge wie zuvor bei der Menschenfurcht auflistet. Das Wort verlässt (baw-takh') bedeutet wörtlich „in eine Zuflucht eilen“. Es steht sinnbildlich für Vertrauen oder Zuversicht. In 2. Könige 18,5 wird es gebraucht, um das beispiellose Vertrauen des Königs Hiskia in den Herrn zu verdeutlichen. Auf der anderen Seite werden wir in Psalm 146,3 mit dem gleichen Wort davor gewarnt, unsere Zuversicht auf Fürsten oder Menschenkinder zu setzen. Menschenfurcht wird hier der Zuflucht des Herrn gegenübergestellt und der Fall dem Schutz, der von der Zuflucht des Herrn ausgeht. Die Zuflucht des Herrn aufzusuchen impliziert, dass wir

Die Zuflucht dieses erhabenen Königs ist es, in der wir Schutz suchen

ihn kennen müssen. Wir müssen wissen, wer er ist und wo Gottes Thorn zu finden ist, bevor wir uns aufmachen können, um unter seinen Flügeln Schutz zu finden. Niemand wird von einer Zuflucht umfassenden Schutz erwarten, wenn er den Ort nicht kennt, an dem er gerade Schutz sucht. Gottesfurcht bedeutet zuerst Gotteserkenntnis. In seinem Wort hat Gott sich offenbart. Darin schreibt er uns, dass er voller Gnade und Wahrheit ist. Wir lesen darin, dass er Liebe ist und vollkommene Gerechtigkeit ausübt. Er sagt uns durch sein Wort, dass er heilig ist; dass seine Liebe heilig ist; dass seine Gnade heilig ist; dass seine Wahrheit heilig ist; dass seine Gerechtigkeit heilig ist. Seine Heiligkeit umgibt wie ein Schleier sein gesamtes Wesen. Es gibt keinen Charakterzug an Gott, der nicht von Heiligkeit durchdrungen ist. Das ist der Zufluchtsort, den wir aufsuchen. Zuflucht bei dem Herrn zu suchen bedeutet, dass wir seinen Willen kennen müssen. Niemand wird seine Zuversicht auf einen Fremden setzen. Der Wille Gottes ist seine Ehre und Herrlichkeit. In Jesus kam der zweite Adam auf diese Erde und tat mit jedem Atemzug das, wozu Gott den Menschen geschaffen hat. Christus sagte selbst, dass sein Wille darin besteht, den Vater zu verherrlichen und dessen Ehre zu suchen. Er sagte, dass er auf diese Erde gekommen ist, um zu dienen und sein Leben zu geben. Er forderte seine Jünger auf, den selben Weg der Selbstverleugnung zu gehen. Unser Gott ist ein dienender König, ein Fürst des Friedens, der von seinem Thron aufgestanden ist, um Menschen die Füße zu waschen. Die Zuflucht dieses erhabenen Königs ist es, in der wir Schutz suchen. Wir können diese Zuflucht nicht mit einem menschenfürchtigen Herzen betreten, weil die bloße Anwesenheit Gottes diesen Makel reinigt. „Wenn wir im Thronsaal Gottes stehen, rücken alle anderen Dinge an ihren Platz. Was die anderen meinen, wird unwichtig, und selbst was wir über uns selbst denken, verliert an Bedeutung“ (Edward T. Welch, Befreit leben, Seite 127). Um den Schlingen der Menschenfurcht zu entgehen, dürfen wir diese Zuflucht niemals verlassen, denn außerhalb dieses heiligen Ortes lauert der Fall.•

Timotheus I 11


Angst vor Gott? Text Peter Voth


»Gott ist Liebe. Gott ist die Barmherzigkeit in Person. Vor Gott muss niemand Angst haben!« Würden wir diesen Aussagen zustimmen? Stimmt es tatsächlich, dass man vor Gott keine Angst haben muss?

m eine eindeutige Antwort basierend auf dem Wort Gottes geben zu können, ist es zunächst wichtig, all unsere Vorstellungen und Klischees von Gott beiseite zu lassen. Dies gilt nicht nur in dieser Frage. Was selbstverständlich scheint, ist heute keineswegs Praxis. In unseren Köpfen herrscht oft ein Götze, ein verzerrtes Bild von dem, was der einzige, wahre und heilige Gott Israels in Wirklichkeit ist. Unsere Vorstellungen von Gott und wie wir uns Ihm gegenüber zu verhalten haben, basieren zwar meist auf der Bibel, aber eben oft nicht auf der ganzen Wahrheit der Bibel. Deshalb gilt es, unsere Sicht von Gott immer wieder zu überprüfen.

GOTT

Keine einfachen Antworten

Atheisten führen oft als großes Argument gegen das Christentum tatsächlich die Gottesfurcht an. Christen würden eine Weltanschauung der Angst verbreiten. Ein System der Unterdrückung und Unterwerfung, das dem Lebensentwurf eines freien Menschen des 21. Jahrhunderts krass entgegenstünde. Natürlich weiß jeder bibelkundige Christ, dass diese Aussagen grundsätzlich falsch sind. Doch ist es tatsächlich wahr, dass Gottesfurcht niemals Angst bedeutet?

ANGST?

Bedeutung des biblischen „fürchten“

Für das Wort „fürchten“ im Zusammenhang mit Gott (also „Gott fürchten“) wird im Alten Testament das hebräische Wort jare gebraucht. Im Neuen Testament wird es durch das griechische phobeo wiedergegeben. Beide Worte beinhalten ganz klar die Bedeutung „Angst haben“, obgleich sie neben anderen Bedeutungen auch mit „Ehrfurcht empfinden“ (jare, phobeo) oder „Erschrocken sein“ (phobeo) übersetzt werden können. Klar ist in jedem Fall: Die Komponente des „Angst haben“ kann im biblischen Begriff der Gottesfurcht nicht einfach wegerklärt werden. Sie ist schlicht inbegriffen.

Furcht und Angst

Vielleicht ist es sinnvoll, erstmal den Unterschied zwischen Furcht und Angst auszumachen. Während Furcht ein Gefühl konkreter Bedrohung und in der Regel rational begründbar ist, drückt Angst ein Grundgefühl aus. Wir sprechen oft von Existenzangst oder der Angst vor dem Tod. Gott fürchten bedeutet auch, angesichts seiner Schöpfung, seiner Werke und Gegen-

Muss ich Angst vor Gott haben?

Die Komponente des »Angst haben« kann im biblischen Begriff der Gottesfurcht nicht einfach wegerklärt werden Timotheus I 13


wart zu erschaudern. Wenn wir anerkennen, dass Gott vollkommen souverän, über alles erhaben und mächtig ist, dann wird uns nichts anderes bleiben, als Ihn zu fürchten. Der postevangelikale Gott ist leider nur noch ein „Papa“, jemand der sich überreden lässt und mit dem man verhandeln kann. So ein Gott, veranlasst keinen mehr in Furcht vor Ihn zu treten oder gar in Furcht zu erzittern.

Ein Grund Angst zu haben

Wenn wir das Wort „Angst“ im Zusammenhang mit Gott verwenden, müssen wir besonders eine Eigenschaft Gottes näher betrachten: Seine Heiligkeit. Die Heiligkeit Gottes duldet keine Sünde und keine Unreinheit. Der kleinste Makel hat keinen Platz in der Gegenwart Gottes, weil er heilig ist. Weil Gott nicht nur vollkommen gerecht und die Liebe selbst, sondern auch heilig ist, wurden Adam und Eva infolge des Sündenfalls aus der Gegenwart Gottes verbannt. Ein heiliger Gott kann niemals Gemeinschaft mit Sünde haben. Unsere beste Gerechtigkeit ist vor ihm wie ein beflecktes Kleid (Jes. 64,5). Deshalb sind Sätze wie „kleine Sünden vergibt der liebe Gott sofort“ nicht nur unbiblisch, sondern deuten auch die Liebe Gottes völlig falsch. Seine Liebe geschieht immer im Einklang mit seiner Heiligkeit. Ja, Gottes Liebe wäre nie vollkommen und nicht göttlich, ginge sie nicht mit seiner Heiligkeit einher. Eigentlich ist das Wort „heilig“ keineswegs ausreichend Gott zu beschreiben, deshalb wird er in Jesaja 6,3 gleich dreimal heilig genannt: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen“. Als Gott sich Mose in der Wüste offenbarte und ihn berief, sprach er: „Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden!“ (2. Mose 3,5). Was hat das ganze mit Angst zu tun? Ein Gott, der vollkommen heilig ist, hat für einen sündigen und nicht durch Christus gerechtfertigten Menschen nur den ewigen Tod übrig. Die Bibel sagt ganz klar, dass die Konsequenz der Sünde, die Hölle sein wird. Ein Ort der äußersten Finsternis, in dem die Hoffnung längst gestorben ist. Die Bibel spricht von einem Ort, wo es nur noch „Heulen und Zähneknirschen“ geben wird. Das ist nicht etwa ein Ausdruck der Gefühlskälte Gottes, sondern angesichts seiner göttlichen Liebe und Heiligkeit unbedingt notwendig. Gott ist souverän, heilig, gerecht, ein verzehrendes Feuer, jemand, der die Sünde nicht duldet. Was ist angesichts dieser Tatsachen die Konsequenz für einen Menschen, der in Sünde lebt und keine göttliche Vergebung in Anspruch genommen hat? Der ewige Tod, die Hölle. Der von Gott getrennte Sünder wird eine Strafe bekommen, die weit furchtbarer ist als jede Todesstrafe, jede Folterung, jede Krankheit und jede erdenkliche Qual. Es gibt nichts auf dieser Erde, was den oft gebrauchten Satz „Es war die Hölle!“ beschreiben könnte. Die Konsequenz der Sünde ist der ewige Tod. Manch einer wird denken: „Das ist ja prima, wenn man Tod ist, fühlt man nichts mehr!“. Doch weit gefehlt. Der ewige Tod ist mit einer Ewigkeit in der Hölle gleichbedeutend. In der Hölle werden sich die Menschen danach verzehren zu sterben, doch dies wird nicht eintreten. Nach dem Tod

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Es gibt nur einen einzigen Grund, warum verdorbene Menschen auch nur einen Moment nicht in der Hölle sein müssen: nur deshalb, weil es Gott gefällt - Jonathan Edwards

geht es erst richtig los, im Himmel oder in der Hölle. Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Allein das gerecht machende Blut Jesu Christi hält Gott davon ab, die grausame Strafe für alle Menschen zu vollstrecken. Sollte man nicht Angst vor so einem Gott haben? Die Angst eines sündigen Menschen Gott gegenüber ist gerechtfertigt. Jonathan Edwards liefert für diese These eine eindrucksvolle Begründung: „Es gibt nur einen einzigen Grund, warum verdorbene Menschen auch nur einen Moment nicht in der Hölle sein müssen: nur deshalb, weil es Gott gefällt ... Der Zorn Gottes ist wie ein großes Wasser, das im Moment noch durch einen Damm zurückgehalten wird. Es wird immer mehr und steigt immer höher, bis es einen Ausweg findet; und je länger der Strom aufgehalten wird, desto schneller und gewaltiger ist sein Lauf, wenn er endlich Bahn hat. Der Gott der uns über den Abgrund der Hölle hält, wie man eine Spinne oder ein lästiges Insekt über eine Flamme hält ... Sein Zorn über uns brennt wie Feuer ... sein Auge ist so rein, dass er unseren Anblick nicht ertragen kann ... Du hast dich viel häufiger gegen ihn aufgelehnt, als sich je ein Rebell gegen seinen Fürsten aufgelehnt hat ... O Sünder! Denk daran, in welch schrecklicher Gefahr du dich befindest: Es ist ein großer Ofen des Zorns, eine weite, bodenlose Grube ... Du hängst an einem dünnen Faden, um den die Flamme des göttlichen Zorns züngelt.“1


In der Regel hat der Mensch jedoch keine Angst vor Gott. Wie auch? Die weit verbreitete und unwürdige Karikatur, der man den Namen Gott gegeben hat, veranlasst niemanden Ehrfurcht und erst recht nicht Angst vor ihr zu empfinden. Es gibt heute verschiedene Ängste im Bezug auf das Übernatürliche. Allerdings beziehen sich die Ängste nicht direkt auf Gott. Ungewissheit (was wird nach dem Tod sein?) und Unwissenheit (falsche Vorstellungen und Lehren über Gott, z.B. in der katholischen Kirche oder Sekten) sind wohl die am weitesten verbreiteten Ängste. Gott ist aber eher selten der eigentliche Gegenstand der Angst. Wie komme ich dahin, dass ich vor Gott keine Angst haben muss?

Die Angst muss weichen

Während die Angst gegenüber einem souveränen Gott für einen gottlosen Menschen gerechtfertigt ist, wäre solch ein Verhalten für ein wiedergeborenes Kind Gottes nicht angebracht, auch wenn sie in manchen Fällen durchaus richtig ist. Der Grund warum ein Mensch keine Angst vor Gott haben muss, ist Christus allein. In seinem Buch „Was ist das Evangelium?“ schreibt Greg Gilbert: „Aber. Ich glaube, das ist das stärkste Wort, das ein Mensch sagen kann. Es ist nur ein kleines Wort, doch es hat die Macht, alles wegzuwischen, das ihm vorangegangen ist. ... Das Flugzeug ist abgestürzt. Aber niemand wurde verletzt. Sie haben Krebs. Aber er ist gut zu behandeln. Ihr Sohn hatte einen Autounfall. Aber es geht ihm gut. ... Gott sei Dank, dass die schlechten Nachrichten von der menschlichen Sünde und Gottes Gericht nicht das Ende der Geschichte sind. ... Sie sind ein Sünder, dessen Schicksal es ist, verdammt zu werden. Aber Gott hat gehandelt, um Sünder wie Sie zu retten!“2 Die Angst des verlorenen Menschen vor Gott ist richtig. Aber es muss nicht so bleiben. Allein im Namen Christi gibt es Heil, Vergebung und Erlösung. Echte Buße und die Inanspruchnahme des Blutes Jesu Christi, wird die Vergebung aller Sünden und das ewige Leben zur Folge haben. Nun gilt es, keine Angst mehr vor Gott zu haben. Anstelle von Angst tritt biblische Ehrfurcht. Anstelle der ewigen Verdammnis tritt das ewige Leben schon auf der Erde. Anstelle von Strafe tritt Belohnung. Die Strafe der Sünde ist unfassbar schrecklich, doch die wirksame und bewahrende Gnade des himmlischen Vaters wird alles überstrahlen: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,73-40). Welch herrliches Bild eines Hirten. Ein Vater, der darauf achtet, dass keines seiner Kinder jemals verloren gehen wird. Welche Hoffnung, welche Freude. Die Angst muss weichen.•

Gezwittschert Wahrheit in 140 Zeichen

The whole broad question of providence is one of the most fascinating, important & difficult doctrines in the Christian faith. R.C. Sproul @Ligonier

We're not justified by believing the doctrine of justification by faith alone, we're justified by faith alone in Christ—a deadly difference. @BurkParsons

"Man sagt Menschen nicht, dass sie gerettet sind, sondern wie man gerettet wird. Gott sagt ihnen, dass sie gerettet sind." Paul Washer @pfarrvogel

Wenn du darüber staunen willst, was Jesus für dich tat, schau in dein Herz und erkenne den Schmutz, den er auf sich lud! @KurtVetterli

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1Befreit leben; Edward T. Welch; 3L Verlag 2Was ist das Evangelium?; Greg Gilbert; 3L Verlag

Timotheus I 15


Der gottesf端rchtige Mann Text Hans-J端rgen Holzmann


Wie kann ein Mann vor Gott richtig leben? Was macht einen gottesfürchtigen und frommen Lebensstil aus? In den Timotheusbriefen gibt der Apostel Paulus dem Timotheus hierzu pastorale Anweisungen.

as bedeutet „Gottesfurcht“ bzw. „Gottseligkeit“? Das griechische Wort Eusebeia setzt sich aus zwei Worten zusammen. Eu (= gut) und sebomai (= hingegeben sein). In hellenistischrömischer Zeit wurde Eusebeia für die mit innerer Beteiligung vollzogene Verehrung der Götter oder die ehrfurchtsvolle Haltung zu den Ordnungen des Lebens gebraucht.1 Diese Haltung wird in den Timotheusbriefen sehr deutlich. Gottesfurcht ist eine auf Gott ausgerichtete, respektvolle Denkweise, Einstellung und Art der Lebensführung.2 Der Begriff „gottselig“ hat aber noch eine weitere Bedeutungsnuance. Darin ist das Wort „selig“ enthalten. „Selig“ hat neben „erlöst“ eine weitere Bedeutung im Deutschen. Das Wort kommt aus dem Germanischen und bedeutet auch „sehr glücklich, gut, wohl, ohne Wunsch, zufrieden, froh“.3 Timotheus bekommt die göttlichen Anweisungen seines geistlichen Vaters nicht, um eine distanzierte Haltung der Ehrfurcht vor dem unnahbaren Gott einzunehmen. Im Gegenteil, Timotheus soll aufgrund echter Überzeugungen das Richtige, Gute, glücklich Machende im Leben und seinem Dienst tun. Er soll sich in der personalen Beziehung zu dem heiligen, allmächtigen und allgegenwärtigen Gott durch Jesus Christus erfreuen und darin glücklich leben.

Ein positives Verständnis der Gebote Gottes Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. • 1. Tim 1,5

Es ist fundamental wichtig, eine positive und wohlwollende Sicht über die Gebote Gottes zu haben. Der gottesfürchtige Mann versteht sie nicht als Einschränkung – das sind sie natürlich auch – sondern als Schutz. Wir brauchen eine durchdachte, überzeugende, substanzielle und verlässliche Grundlage, eine Schutzmauer für unseren persönlichen Glauben (1.Tim. 1,1819). Weil Gott heilig ist und uns zur Heiligkeit berufen hat, wollen wir heilig leben und seine Herrlichkeit reflektieren. Weil er gerecht ist, wollen wir der Gerechtigkeit nachstreben. Weil er gütig und barmherzig ist, wollen

wir barmherzig und gütig sein. Weil er liebt, lieben wir. Weil er treu ist, wollen wir treu sein. Wir wollen mit dieser souveränen Sicht von Gott vor Ihm ehrfürchtig leben, weil es logisch und vernünftig ist. Wir wollen „fromm“ leben, weil es Gottes Art entspricht.

Eine gottesfürchtige Sicht für die Welt

Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. • 1. Tim 2,1-2

Der fromme Mann hat eine klare Sicht für die gottlose Umgebung. Er sieht sie nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung. Er hat die Rettungsperspektive des Evangeliums vor Augen und ist im Bewusstsein der Not in der Welt von dieser heiligen Gottessicht hoch motiviert zu kontinuierlichem Gebet. Dieses Verständnis prägt seine Aktivitäten. Simultan dazu hält der gottselige Mann seine Gedanken und seine Phantasie von Sünde rein und lebt in der Vergebung des Christus. Wenn er gefallen ist, steht er wieder auf (Spr 24,16). Er ist seinem Herrn Jesus Christus ehrfürchtig und demütig verpflichtet und unterstellt sich ihm gerne. Als gottesfürchtiger Mann lebt er so, dass er jederzeit persönlich, in der Familie und öffentlich in der Gemeinde, zum Gebet bereit ist (1.Tim 2,8).

Eine gottesfürchtige Lebensgrundlage

Wenn jemand anders lehrt und sich nicht zuwendet den gesunden Worten unseres Herrn Jesus Christus und der Lehre, die gemäß der Gottseligkeit ist … • 1.Tim 6,3

Der gottesfürchtige Mann denkt sich sein Lebensmodell nicht selbst aus. Sein Denkfundament und seine Verhaltensmuster entsprechen einer biblisch-theologischen Grundlage. Die Herrlichkeit des Christus ist Grundlage und Antrieb zu einem gottesfürchtigen Verhalten. Die vor Gott richtige und gesunde Art der Lebensführung hat Christus und seine Interessen auf Grundlage einer klaren biblisch-theologische Basis im Zentrum (1.Tim 3,16).

Timotheus I 17


Was verändert denn unseren Charakter? Oder anders gefragt, was ist dieses ›Geheimnis der Gottseligkeit‹? Es ist das Anschauen der Herrlichkeit der einzig gültigen Offenbarungsautorität von Gott in dem GottMenschen Jesus Christus (Joh 1,14).

höheren Ziel untergeordnet. Das Bild in Vers 8 will uns deutlich machen, dass hartes Training in einer sportlichen Disziplin nur einen irdisch beschränkten Wert besitzt, während ein Training in geistlichen Aktivitäten zeitlichen und ewigen Wert hat.5

Gesunde Lehre wird an der Person Jesus Christus gemessen. Hierfür ist sein Wort der Maßstab. Gute biblische Lehre führt, wenn sie richtig verstanden wird, immer zu einem demütigen und gottesfürchtigen Lebensstil (Tit 1,1).

Weil Gott und sein Wort die zentrale Bedeutung in unserem Leben hat, brauchen wir ent-sprechend geheiligte (=besondere) Übungseinheiten für die Alltagswirklichkeit, die zur Gewohnheit werden und uns so helfen die Trägheit unserer sündigen Natur zu überwinden. Seinem Volk hat Gott die klare Anweisung gegeben, die Gebote bei allen Gelegenheiten zu rezitieren (5.Mose 6,4-6) um sie so ständig im Gedächtnis abrufbereit zu haben.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass das Vertrauen in die Inspiration, Irrtumslosigkeit und Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift zu dem soliden Fundament gehören, dass den Dienst unseres Herrn Jesus Christus (Math. 5,17ff) und den seiner Jünger geprägt hat. Deswegen schreibt der Apostel Paulus an Timotheus: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet“ (2.Tim 3,16). Darum müssen wir, wenn wir gottesfürchtige Männer sein wollen, Männer des ernsthaften, betenden und eifrigen Umgangs mit diesem Buch sein. Wir wollen, wie Esra unser Herz darauf richten „das Gesetz des HERRN zu erforschen und zu tun und… zu lehren (Esra 7,10)“. Nur so kann geistlich substanzielles und erfülltes Leben persönlich, in der Ehe, Familie und Gemeinde entstehen und dauerhaft erhalten bleiben.

Einen gottesfürchtigen Lebensstil einüben

Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit; denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünf tigen. • 1. Tim 4,7-8

Es gibt viele interessante, aber sekundäre, Aktivitäten im Leben. Das gilt für unsere Freizeitgesellschaft mehr denn je. Damals waren es für die gebildeten jüdischen Männer vielleicht rabbinische Geschichten und Mythen4 , ohne Relevanz und geistliche Substanz für ein gottesfürchtiges Leben. Heute verbringen wir viel Zeit mit peripheren Tätigkeiten im Internet, Facebook, Computerspielen, Bundesliga oder Fernsehen, die einem gottesfürchtigen Lebensstil eher schädlich als förderlich sind. Wir sollten unsere Freizeitaktivitäten und Prioritäten immer wieder der Sinnfrage unterordnen. Natürlich gibt es sekundäre Aktivitäten, z.B. Sport, den wir zusammen mit Freunden treiben können, um Gemeinschaft zu pflegen, um das – in unserer bewegungsarmen Zeit – erforderliche und gesunde Mindestmaß an Bewegung zu erreichen oder um Kontakte auch mit Nichtchristen zu pflegen. Dann sind diese Aktivitäten mit Recht einem

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Der große Denker und Theologe Amerikas Jonathan Edwards war von dieser Sehnsucht nach Gott geprägt. Er schrieb: „Ich hatte eine ungemein starke Sehnsucht der Seele nach Gott und Christus, nach weiterer Heiligung, wovon mein Herz so erfüllt zu sein schien, dass es brechen wollte. Das erinnerte mich häufig an die Worte des Psalmisten (Psalm 119,20): Zermalmt ist meine Seele vor Verlangen nach deinen Rechten zu aller Zeit.“6 Lieber Bruder, arbeite an guten Gewohnheiten, sei diszipliniert bei deiner Zeiteinteilung, setze klare Prioritäten. In der Schule, im Studium und im Beruf sei mit allem Ernst und Fleiß bemüht, Gott zu gefallen. Das gehört auch zur Gottesfurcht! Deine Freizeit, der regelmäßige Tagesablauf, Abend und Morgen, den Samstag und die Heiligung des Sonntags kannst du intelligent nutzen, um das Höchstmaß an Zufriedenheit zu erreichen, wenn Gott und sein Wort an erster Stelle stehen. Wenn diese freudige Sehnsucht nach Gott dein Antrieb ist, wird es dir nicht zu viel sein, täglich fortlaufend in einem oder zwei Jahren die ganze Bibel zu lesen. Es wird keine Mühe sondern Genuss und Erfüllung für dich sein in den dunklen Morgenstunden, noch vor Sonnenaufgang im Gebet vor Gott und im Lesen seines Wortes die erste Stunde des Tages zu verbringen, wie es in Psalm 119,147-148 steht: „Der Morgendämmerung bin ich zuvorge-kommen und habe um Hilfe gerufen. Auf deine Worte habe ich gehofft. Meine Augen sind den Nachtwachen zuvorgekommen, um nachzudenken über dein Wort.“ So hat es auch unser Herr und Meister gemacht: „…frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort (Markus 1,35)“. Tu das zuerst was wirklich wichtig ist und was Relevanz in Ewigkeit hat. Wenn du ein Mann des Wortes, ein geheiligter Ehemann, guter Familienvater, vorbildlicher Führer und treuer Diener Jesu Christi sei willst, wird dieses tägliche Training in der Stille vor Gott deine Kraftquelle sein. Du wirst am Morgen mit Verlangen nach lebendigen Worten aufstehen und am Abend die Augen im Nachsinnen über sein Wort schließen.


Ein gottesfürchtiges Vergnügen

Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg. • 2. Tim 3,4-5

Die meisten jungen Menschen in den Gemeinden leben angepasst an unsere Spaß- und Freizeitgesellschaft. Rockmusik wird gedankenlos konsumiert. Jeder Anlass ist willkommen, um eine Party zu feiern. Der unkritische Konsum von Spielfilmen scheint selbst bei christlichen Jugendgruppen zur regelmäßigen Beschäftigung an den Wochenenden zu gehören. Wer kann denn schon nach einer Party bis spät in die Nacht am frühen Morgen konzentriert die Bibel lesen und nachdenken über Gottes Wort?

Der gottesfürchtige Mann lässt sich von irdisch-vergänglichen Dingen nicht blenden

Der gottesfürchtige, das wirkliche Vergnügen suchende Mann dagegen, wird sein Glück und seine Lust in einsamen Studien- und Gebetszeiten mit Gottes Wort suchen. Psalm 1,1-2 zeigt uns den Weg zum glücklich Sein: „Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!“

Ein gottesfürchtiger Umgang mit Geld und materiellen Dingen

Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können. • 1. Tim 6,6-7

Echtes Mannsein und wirkliche Stärke wird eben nicht durch rauschende Motoren und luxuriöse Markenkleidung definiert, sondern durch ein gereinigtes, für Gott geheiligtes Herz. Der gottesfürchtige Mann lässt sich von irdisch-vergänglichen Dingen nicht blenden. Er gebraucht diese Dinge im Leben weise und Gott zur Ehre. Er richtet seinen Fokus auf die innere Attraktivität, er kümmert sich darum, wie er Gott gefallen und das ihm anvertraute Kapital, sein Leben, seine Gaben und seine Zeit vernünftig vor Gott zu seiner Ehre einsetzen kann. Der von Gottes heiligem Geist geprägte Mensch weiß um die verhängnisvolle und zerstörerische Wirkung des Materialismus und wird sich deswegen davon mit aller Kraft, Energie, Hingabe und Überzeugung distanzieren (1Tim 6,11). Aufgrund der Erkenntnis der Einzigartigkeit und Herrlichkeit Jesu Christi werden der geistliche Charakter und die geistlichen Tugenden der Bezugspunkt für das heilige und disziplinierte Streben des gottesfürchtigen Mannes sein, wie es in 2.Petrus 1,5-7 steht: „eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in

eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe!“

Gottesfurcht mit Konsequenzen

Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden. • 2. Tim. 3,12

Schließlich strebt der gottesfürchtige Mann nicht nach gesellschaftlicher Anerkennung, sondern danach, als ein Sklave Jesu Christi (Röm 6,16), als ein Arbeiter und Diener mit Freude zur Ehre seines Herrn zu leben. Der Psalmschreiber stellt uns in Psalm 119,9 eine Frage und gibt zugleich die Antwort: „Wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort.“ • 1Kittel: Theol. Wörterbuch zum NT, Kohlhammer Stuttgart, Bd. VII, S. 177 2Vine`s Expository Dictonary of New Testament Words, Hendricksen, S. 502 3DBG Lexikon der deutschen Sprache, Berlin 4Was die Bibel lehrt, Kommentar zum NT, 1.Timotheus, CV Dillenburg 1989 5Was die Bibel lehrt, Kommentar zum NT, 1.Timotheus, CV Dillenburg 1989 6Murray, Iain H.: Jonathan Edwards CLV Bielefeld 2011, S. 74

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Die gottesf端rchtige Frau Text Walter & Lena Quiring


Was ist eine gottesfürchtige Frau? Was macht sie aus? Diese Frage scheint in unserer emanzipierten Gesellschaft, selbst unter Christen, nicht mehr relevant zu sein. Das Wort Gottes zeigt jedoch auf, wie wichtig diese Frage ist.

ch kann alles über die Schweizer Alpen wissen: Ihre Entstehung, ihre Koordinaten, ihre Höhe und ihr Einfluss aufs Klima, aber wenn ich in ihre Nähe komme und von ihnen umgeben bin, überwältigt mich ihre Majestät und mit Staunen und Ehrfurcht erkenne ich, wie klein ich bin. Viel größer und erhabener ist ihr Schöpfer – und seine allgegenwärtige Nähe. Es ist nicht bloß das Wissen über ihn, sondern die Erkenntnis seiner Erhabenheit und Allwissenheit. Das Bewusstsein, dass ich vor ihm nackt und offen bis ins tiefste Innere meines Seelenlebens bin, bringt mich zur Ehrfurcht und lässt mich darüber staunen, dass er nahe ist. „Herr du erforschst mich und erkennst mich, ob ich sitze oder stehe, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du Herr nicht völlig wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar, zu hoch, als dass ich sie fassen könnte. Wo sollte ich hingehen vor deinem Geist, und wohin sollte ich fliehen vor deinem Angesicht?“ (Psalm 139,1-7) Gott erfüllt den Psalmisten mit Staunen und Ehrfurcht und dennoch ist Gott ihm näher als alles andere. Es ist die Furcht eines Gotteskindes: Der Psalmist schreit nicht: „ihr Berge fallt auf mich vor dem Zorn des Lammes“, sondern betet stattdessen „erforsche mich Gott und erkenne mein Herz, prüfe und beurteile meine Motive. Sieh, ob ich auf bösem Weg bin und leite mich auf den ewigen Weg!“ (Psalm 139,23-24). Die gleiche Haltung finden wir bei Paulus im neuen Testament, wenn er den Thessalonichern schreibt: „Ich lebe vor dem Gott, der mein Herz überprüft“. Hieraus erkennen wir, dass David aus dieser Verfassung seines Herzens gesagt hat: „Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin“ (Psalm 139,14).

Gott als Frau ehren

Im Schöpfungsbericht heißt es „als Mann und Frau schuf er sie“. Er wollte, dass du als Frau seine Charaktereigenschaften trägst. Gottesfurcht beginnt damit, dass du ihn dafür preist, wie er dich gemacht hat, in Anerkennung und Freude über die Rolle, die er dir zugeteilt hat. Dies geht einher mit einem tiefen Bewusstsein seiner Gegenwart und dem Verlangen, ihm darin zu gefallen.

Er wollte, dass du als Frau seine Charaktereigenschaften trägst Timotheus I 21


Paulus nimmt darauf Bezug, wenn er sagt: „Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes. Ihr Frauen ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn“. Das bedeutet nicht, dass wir uns Geschwätz über Minderwertigkeit anhören müssen. Unser Verständnis von Unterordnung soll sich nicht auf das Äußerliche oder auf das (vom Mann oder der Familie) Erwartete beschränken! Es geht darum, sich dem hinzugeben, der das Herz überprüft und gesagt hat, dass wir ihm mit Freuden dienen sollen. Aber die Furcht vor Gott lehrt dich auch, deine Rolle im Abfall von Gott anzuerkennen, indem du den Fluch dieses Abfalls mit seinen Konsequenzen bejahst. Da sind die Hormonschwankungen, die Periode, die Geburtsschmerzen, die Verführbarkeit und die damit verbundene Rolle in der Gemeinde (1.Timotheus 2). Es muss dir neu bewusst werden, dass selbst diese Dinge dir von Gott zu deiner Heiligung gegeben sind, so dass du ihn in diesen Umständen ehrst. Du musst nicht versuchen, wie ein Mann zu sein, sondern darfst lernen, mit diesen Dingen umzugehen, so dass sie nicht immer wieder die Ursache sind, weswegen du dich gegen Gott und deine Mitmenschen versündigst. Aber da sind auch noch die Gedanken, die Worte, die über die Lippen kommen, die Phantasie mit den Tagträumen, in denen man der Realität entflieht und sich eine Ersatzwelt aufbaut. Wie schnell nimmt man hier Sünde und Unreinheit in Kauf, Undankbarkeit und Unzufriedenheit, Neid und Herrschsucht und empfindet Sünde als angenehmer als Elend zu ertragen (Hiob 36,21). Vor Menschen würde man sich für diese Gedanken schämen, aber man vergisst, dass Gott, vor dem man sich eigentlich schämen sollte, alles weiß und alles sieht. Wie schnell kann man da das Wesentliche aus den Augen verlieren, ist erfüllt von Selbstmitleid und verschiebt die Prioritäten. Aber anstatt darüber zu klagen, beginnt man andere zu verurteilen, bitter zu werden und am Ende sogar Gott anzuklagen, dass er sich nicht um uns kümmere (Lukas 10,38ff). In diesem Zustand ist man schnell bereit, negativ über andere zu reden und vielleicht sogar „Gebetsanliegen“ als Rechtfertigung für Verleumdungen herzunehmen. Wie schnell verliert man sich dann in den Äußerlichkeiten des Lebens, mit äußerlicher Schönheit, oder sogar mit frommen Aktivitäten, aber vernachlässigt den verborgenen Menschen des Herzens, der vor Gott sehr kostbar ist. In dieser Verfassung beschäftigt man sich mehr damit, was andere möglicherweise von uns denken oder sagen werden, wie sie uns beurteilen oder finden werden, als danach zu fragen, was unserem Gott gefällt. Welches sind die Gedanken oder die Kriterien unserer Beurteilung, wenn wir vor dem Spiegel stehen? Ist es Gott? Oder sind es die Augen anderer? Gott sagt, für ihn ist ein sanfter und stiller Geist sehr kostbar (1.Petrus 3) und „durch Umkehr und durch Ruhe könnt ihr gerettet werden, im Stillesein und Vertrauen liegt eure Stärke“ (Jesaja 30,15). Die Gottesfurcht lehrt uns, dass uns ausnahmslos alle Dinge von

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Welches sind die Gedanken oder die Kriterien unserer Beurteilung, wenn wir vor dem Spiegel stehen? Ist es Gott? Oder sind es die Augen anderer?


Gott zum Besten geschickt und gegeben werden und darum treibt sie uns, seine Verheißungen zur nötigen Hilfe, seinen Trost, seine Erbauung und Reinigung zu suchen. Wir verstecken uns nicht hinter dem Wissen unseres Ehemanns, Bruders, Vaters oder Pastors, sondern wissen, dass anderer Leute Frömmigkeit nichts mit unserem Verhältnis zu Gott zu tun hat. Wir lieben die Wahrheit, auch wenn diese schmerzlich oft das eigene Versagen ans Licht bringt. Wir lassen das helle Licht Gottes gerne in unser tiefstes Inneres scheinen, damit das, was vor Menschen verborgen ist, was uns selbst fremd und verhasst ist, durch seine Gnade ans Licht kommt. Wir wissen, dass wir es brauchen, damit wir von allen Abarten unseres Herzens überführt unseren Ist-Zustand immer realistischer betrachten lernen und die Gnade Gottes rühmen, die uns nicht lässt, wie wir sind.

niederfallen, entsetzt über die Härte unseres Herzens, über die Leichtfertigkeit, mit der wir sündigen, und über die mangelnde Ehrfurcht. Und dann danken wir ihm neu für seine Vergebung, suchen den Zuspruch seiner Nähe und beginnen neu zu beten: „Erforsche mich Gott und erkenne mein Herz, prüfe und beurteile meine Motive. Sieh, ob ich auf bösem Weg bin und leite mich auf den ewigen Weg!“ oder mit Johann Jakob Rambach: „Lass mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert; lass mich alles unterlassen, was den teuren Frieden stört. Reinige täglich mein Gewissen, lass mich eifrig sein beflissen, mit Verleugnung dieser Welt, das zu tun, was dir gefällt.“ •

Ihn über alles lieben

Abraham hatte lange auf seinen Sohn Isaak gewartet und liebte ihn. Doch eines Tages hörte er die Stimme Gottes: „Abraham, nimm deinen einzigen Sohn, den du lieb hast und opfere ihn mir zum Brandopfer...“. Abraham machte sich früh auf und tat, wie ihm der Herr geboten hatte. Im letzten Augenblick griff Gott ein und sagte: „lege deine Hand nicht an den Knaben, denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen.“ Wie leicht finden sich in unserem Leben Dinge, die wir Gott vorziehen und nicht loslassen wollen. Wir wollen die Kontrolle behalten und stellen Gott Bedingungen. Unsere Kinder können unsere „Isaaks“ sein, unser Beruf, unsere Karriere, vielleicht sogar unsere Gemeindearbeit, unser Ruf und vieles mehr. Gottesfurcht erzieht uns, ihn an die höchste Stelle zu setzen, ihn über alles zu lieben, bereit zu sein, ihm alles zu opfern und unser Herz darin zu bewahren, ihn als unser höchstes Gut zu betrachten. Und doch reagieren wir oft gerade da, wo Gott uns Dinge nimmt, mit Aggressionen, verteidigen unseren Zorn mit dem Verhalten Anderer, um nur einige weitere Beispiele dafür zu bringen, wie oft wir die Furcht des Herrn verlassen. Der Psalmist aber findet offensichtlich reichen Trost in der Allgegenwart Gottes, obwohl dieser alle sündigen Neigungen seines Herzens kennt. Aber da er die Sünde hasst und Gottes Wohlgefallen sucht, weiß er auch, dass Gott allein ihn aus der Verderbtheit seines Herzens erlösen kann. Und so beginnen wir über Jesus Christus nachzudenken, über die Herrlichkeit des Sohnes Gottes, darüber, wie er sich erniedrigt hat, Mensch wurde und sich als Schöpfer seinen sündigen Geschöpfen unterordnete, Unrecht ertrug bis zum Äußersten und das obwohl er nur Gutes tat. Wenn wir sehen, wie er zum Sündenlamm wird, von Gott geschlagen und niedergebeugt, und uns daran erinnern, dass es unsere Sünde ist, die er trug, damit Gott nicht von uns weicht, noch sein Angesicht vor uns verbirgt, so erfüllt uns eine heilige Ehrfurcht angesichts der Herrlichkeit dieser Majestät und Gnade, so dass wir überwältigt vor ihm

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Das Evangelium in Sambia Text Emil Grundmann


Emil Grundmann war in Sambia unterwegs und hat uns einen spannenden Missionsbericht mitgebracht. Ein Artikel über ein Land voller Gegensätze, das Evangelium und den »Spurgeon Afrikas«.

ission schien mir ein Wort zu sein, das häufig über die Lippen kommt, doch in der Praxis nahezu ein Fremdwort bleibt. Wie sieht der Alltag eines Missionars aus? Wie werden Menschen mit dem Evangelium erreicht? Welche Schritte sind bis zur Entstehung einer selbstständigen Gemeinde zu tun? Diese und andere Fragen bewegten mich dazu ein missionarisches und pastorales Praktikum von April bis Juli 2011 in Sambia zu absolvieren. Über die amerikanische Missionsgesellschaft HeartCry (Paul Washer) stieß ich auf die Kabwata Baptist Church (KBC) in Lusaka, wo ich mein Praktikum machte.

In Sambia ist alles anders…

Sambia ist ein Land voller Kontraste. Einerseits erlebte ich eine Landschaft geprägt von malerischen Tälern und Senken, atemberaubenden Wasserfällen, wie z.B. den „Viktoriafällen“, doch andererseits ist das Land überflutet von einer scheinbar nicht enden wollenden Spirale der Armut und Krankheit. Die soziale Situation ist erschreckend: Sambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und zu den Ländern mit der höchsten HIVInfektionsrate (über 25 Prozent). Da die Lebenserwartung nur zwischen 37 und 38 Jahren liegt, leben hier zahlreiche Waisenkinder. Die meiste Zeit meines Praktikums verbrachte ich in der lauten, vollen Hauptstadt Lusaka. In der Stadt häufen sich Marktstände, enge Gänge, wild umher laufende Verkäufer und betrunkene Männer. Da die Straßen von Schlaglöchern übersäht sind und die Busfahrer einen mit meinen Magen nicht harmonisierenden Fahrstil haben, wurde jede Busfahrt zu einer Achterbahnfahrt. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist extrem groß. Einerseits sieht man Gegenden mit teuren Autos, schönen Shopping Malls nach westlichem Standard, gut gekleideten Leuten, doch andererseits sind heruntergekommene Häuser, Alkoholiker, dürre und zerlumpt gekleidete Kinder nicht zu übersehen.

Nicht alles was christlich heißt, ist auch christlich

Das Christentum ist Staatsreligion. Daher gibt es viele Namenschristen, für die es völlig normal, ist am Sonntag zur Kirche zu gehen. Doch leider sind viele nicht

wiedergeboren, leben in Sünde oder in Moralismus, der nichts mit der Rechtfertigung aus Gnade durch Glauben in Christus zu tun hat. Religionsvermischung, Sekten und extrem pfingstlerische Gemeinden sind sehr populär. Jedoch war es für mich sehr ermutigend zu sehen, dass es einige sehr gute, bibeltreue Gemeinden gibt. Sicherlich sind dies Früchte des Dienstes von David Livingstone. Doch muss ich hinzufügen, dass es bis vor 30 Jahren nur sehr wenige evangelikale Gemeinden in Sambia gab. Mittlerweile existieren mehr als 25 reformierte Baptistengemeinden. Allein schon in Lusaka sind mir mindestens fünf reformierte Baptistengemeinden mit über 100 Mitgliedern bekannt. Dies ist das Ergebnis von einigen treuen Pastoren und Missionaren, die unverfälscht und leidenschaftlich Gottes Wort auslegten und verkündigten.

Mittlerweile existieren mehr als 25 reformierte Baptisten Gemeinden in Sambia Timotheus I 25


Kabwata Baptist Church

Die Kabwata Baptist Church, in der ich mein Praktikum machte, feierte dieses Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Es war für mich sehr interessant zu hören, wie Gott diese Gemeinde gebaut, geführt und gesegnet hat, obwohl der Anfang sehr mühsam war. Einige Christen aus der Lusaka Baptist Church evangelisierten über Jahre hinweg in einem Stadtgebiet Lusakas und wollten dort eine Gemeinde gründen. Immer wieder wollte der Mut schwinden, doch schlussendlich gründeten sie 1986 die Gemeinde mit eigenen Ältesten und Diakonen. Kurz darauf wurde Conrad Mbewe Pastor. Er und einige seiner Pastorenfreunde hatten eine klare calvinistische Theologie, sodass die reformierte BaptistenBewegung wuchs.

Conrad Mbewe, der Spurgeon Afrikas

Viele haben den Pastor Conrad Mbewe schon als den „Spurgeon Afrikas“ bezeichnet. Ich muss nach meinem Praktikum bei ihm sagen, dass der Spitzname zu ihm passt und gerechtfertigt ist. Wie Spurgeon predigt auch er meist über einen sehr kurzen Text. Seine Stimme ist sehr voluminös. Er predigt auslegend, leidenschaftlich und ernst. Normalerweise verkündet er dreimal im Monat vor- und nachmittags in seiner Gemeinde, sowie in verschiedenen Veranstaltungen unter der Woche Gottes Wort. In seinem Internetblog schrieb er: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Kanzeln in […] Sambia und vielleicht in ganz Afrika, Gottes Wort in der Kraft des Heiligen Geistes proklamieren. […] Afrika braucht unbedingt treu auslegende Prediger!“ Er ist mittlerweile ein international gefragter Prediger. Dieses Jahr sprach er beispielsweise als Hauptredner neben D. A. Carson bei der „Gospel Coalition“. Neben seinem Predigtdienst, unterrichtet er an mehreren Bibelschulen, veröffentlicht regelmäßig Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, schreibt Bücher und ist wöchentlich in einer Radiosendung zu hören. Ich war schwer beeindruckt, wie hart er arbeitet und trotz allem noch Zeit für seine Familie, seine Herde und selbst für Praktikanten wie mich findet.

Eine Gemeinde mit Herz für die Wahrheit und verlorene Menschen

Die Gemeinde hat sieben Älteste, die der Gemeinde vorstehen. Es war für mich sehr bewegend, wie sehr diese Männer ihre Herde lieben. Sie treffen sich jede zweite Woche um für die Gemeinde, ihre Mitglieder und ihre Missionsstationen zu beten. Außerdem legen sie sehr viel Wert auf gute biblische Lehre. Neben den Predigten im Hauptgottesdienst gibt es Bibelkreise, in denen die Leute systematisch belehrt werden. Dazu dient vor allem das „Baptistische Glaubensbekenntnis von 1689“. KBC ist eine sehr missionarisch ausgerichtete Gemeinde. Conrad Mbewe betont in allen Mitarbeiterversammlungen, dass das Ziel aller Dienste der Gemeinde die Verkündigung des Evangeliums ist, damit Menschen gerettet werden. Die Gemeinde ist sehr aktiv in der Nachbarschaft, den umliegenden Schulen und Universitäten. So versuchen die Hauskreise der Gemeinde

26 I Timotheus

in ihrer Umgebung von Tür zu Tür zu gehen, um mit Leuten zu reden und sie zum Gottesdienst einzuladen. Eine der Schwierigkeiten ist, dass viele Menschen denken, sie seien Christen, jedoch beweist ihr Leben das Gegenteil und ihr Verständnis von Rettung ist sehr verzerrt. Ich hatte ein gutes Gespräch mit einem (betrunkenen) Katholiken, der fest davon überzeugt war Christ zu sein. Auf die Frage, was ihn denn errette, antwortete er: „Ich habe so viel Gutes getan…“ Bei solch einer Antwort ergibt sich dann die Chance das wahre Evangelium zu verkünden und von dem, was Jesus für Sünder tat, die hoffnungslos verloren waren zu erzählen. Darüber hinaus hat die Gemeinde einen Sportplatz gekauft. Viele Kinder und Jugendliche halten sich dort auf, sodass wir dort auch viele mit dem Evangelium vertraut machen konnten. Aufgrund von göttlicher Führung konnten ein afrikanischer Praktikant, der jetzt in der Gemeindegründungsarbeit tätig ist, und ich einen Bibelkreis mit einigen jungen Männern aus einem Elendsviertel beginnen, der von Gemeindemitarbeiter weitergeführt wird. In Sambia gibt es die unterschiedlichsten religiösen Gruppen und leider wird in den meisten Kirchen eine Botschaft verkündigt, die der Bibel diametral entgegengesetzt ist. Das ist einer der Gründe, warum Pastor Conrad Mbewe eine Predigerschulung in Lusaka ins Leben gerufen hat. Ihr Anliegen ist es, Pastoren aus der Umgebung mit Auslegungsprinzipien vertraut zu machen. Außerdem leitet ein amerikanischer Missionar zwei Bibelschulen, die Pastoren und Älteste ausbildet. Zu den dort stattfindenden Blockkursen kommen häufig amerikanische oder britische Lehrer, um zu unterrichten. Viele der sambianischen Pastoren wurden durch die Bücher von „Banner of Truth“ geprägt, da eine Gemeinde in England ihnen den Zugang zu guter christlicher Literatur ermöglichen will und ihnen deshalb Bücher kostenlos zukommen lässt. Dadurch ist auch eine Bücherei entstanden, die gerade Pastoren aus der Umgebung zu einer biblischen (reformierten) Theologie verhelfen soll.

Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Kanzeln in Sambia und vielleicht in ganz Afrika, Gottes Wort in der Kraft des Heiligen Geistes proklamieren - Conrad Mbewe


Wenn Mission zum Überlebenskampf wird…

KBC hat ca. 18 Missionstationen in Sambia und angrenzenden Ländern. Ich durfte einige davon besuchen. Es war sehr spannend, eine Gemeindegründungsarbeit in einer wachsenden Kleinstadt zu beobachten. Doch noch aufregender war es, eine Woche im tiefen Busch zu verbringen, wo eine kleine Gemeinde gegründet wurde. Es war ein Überlebenskampf. Kein fließend Wasser, kein Strom und von der Zivilisation abgeschnitten – die nächste Kleinstadt liegt ungefähr 35 km entfernt. Das Dorf besteht aus vielen kleinen Hütten aus Lehm, Stroh und einige Hütten sind auch aus Steinen gefertigt. Seine Hütte muss man sich mit Ratten teilen, das Badezimmer aus Stroh ist umgeben von Schweinen, die in meinem Wasser baden. Der sog. „Headman“ hat das Sagen und vergibt Grundstücke. Vor einigen Jahren hat ein Einheimischer zum Glauben gefunden und danach eine Bibelschule besucht, um als Missionar in sein Dorf zurückzukehren. Mittlerweile hat die Gemeinde ca. 30 Mitglieder und einen Missionar, der jeden Sonntag im Nachbardorf predigt. Dort predigte ich zu ungefähr 40 Einheimischen über die Sündenvergebung durch Jesus Christus. Sehr bewegend war für mich, dass zwei Damen mir je 1000 Kwacha (ca. 15 Cent) spendeten. Mir kamen fast die Tränen, als ich sah, wie Gott Menschen verändern kann. Trotz ihrer Armut hatten sie ein Herz, das willig war, zu geben. Da mangelnde Bildung dort natürlich ein sehr großes Problem ist, muss der Missionar viel Zeit damit verbringen, die Grundlagen des Glaubens zu lehren, denn viele können weder lesen noch schreiben.

werden Menschen vom Zorn Gottes gerettet. Pastor Mbewe fügte noch kurz vor meinem Abschied hinzu, dass bei vielen die Definition des Evangeliums stimme, doch leider der Missionseifer und das Herz für die Sünder verloren gegangen sei. Gerade deswegen sei es wichtig, ein Herz sowohl für gute Theologie als auch für verlorene Menschen zu haben. Conrad Mbewe schreibt: „Wir müssen allezeit daran denken, dass es bei der Missionsarbeit um eine Welt geht, die unter dem Zorn des allmächtigen Gottes ist, mit der einzigen Hoffnung – dem Herrn Jesus Christus. Ich will es erneut sagen: Bei der Missionsarbeit geht es um das Evangelium. Wir haben einen großen Reichtum in dem Evangelium, einen Reichtum, der unvergleichbar ist. Für dieses Evangelium müssen wir leben, geben und bereit sein zu sterben. Für dieses Evangelium müssen wir bereit sein, unsere besten Söhne und Töchter in eine Welt auszusenden, die sich in einer geistlichen Dunkelheit befindet. Es wird uns große Freude bringen (egal ob wir diejenigen sind, die in das Missionsfeld gehen oder wir zurückbleiben, um die Missionsarbeit zu unterstützen) wenn wir erleben, wie das Evangelium wahre Anbeter Gottes in Gemeinden auf der Erde hervorbringt. Es wird uns auch große Freude bringen, wenn diese Bekehrten den Himmel betreten und ihre Stimmen erheben, um mit den Engeln zu singen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ •

»Wenn wir das Evangelium verlieren, dann haben wir Mission verloren«

Die heutige Missionsarbeit leidet oft an einem falschen Selbstverständnis. Viele Missionswerke sehen es nicht mehr als ihre Hauptaufgabe, die rettende Botschaft einer verlorenen Welt zu predigen, sondern lediglich sozial Schwachen zu helfen. Ich denke, dass die soziale Hilfe in der Missionsarbeit nicht zu kurz kommen darf, doch sollte die Hauptaufgabe nicht vergessen werden: Das Evangelium zu verkündigen!

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Conrad Mbewe schrieb in einem Heft über Mission: „Wenn wir das Evangelium verlieren, dann haben wir Mission verloren - ganz egal was wir sonst noch haben. […] Wir müssen beten, dass solche Orte wieder das Licht des Evangeliums erleben. Mögen diese Kanzeln, die unter dem Klang des Evangeliums errichtet wurden, wieder mit dem gleichen Donnern ertönen durch Männer, in deren Herzen die Botschaft Gottes für eine verlorene Welt schlägt.“ Wir brauchen ein klares Verständnis des biblischen Evangeliums. In Afrika habe ich viele Menschen getroffen, die glaubten, Christen zu sein, doch nie die Wiedergeburt erlebt haben. Deswegen ist es so wichtig, unabhängig davon, ob wir in Deutschland oder in Afrika missionieren, dass wir eine klare Definition des Evangelium Gottes haben, denn nur durch diese Botschaft

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Timotheus I 27


Anlässlich des einjährigen Jubiläums von Timotheus, haben einige Mitarbeiter in ihren Regalen gekrammt und stellen euch hier ihre bis dato liebsten Bücher vor.

Peter Voth

Redaktion, Grafik

„Kaum ein anderer Gottesmann der Vergangenheit genießt einen solch guten Ruf wie Spurgeon. Doch auch kaum ein anderer wurde so verkannt wie Spurgeon. Diese Biografie ist wahrscheinlich die beste und ehrlichste über den „Fürsten aller Prediger“. Auch eine hervorragende Einführung in Sachen „Calvinismus“. Ein Must-Read!“

Andreas Kuhlmann

Redaktion, Web Design

„Carson geht in diesem Buch auf die oft gestellte Frage nach Gottes Souveränität und unserem Leid ein. Er zeigt auf, dass Gott als erhabener Herrscher hinter allen Dingen steht, aber dass dadurch die Verantwortung des Menschen nicht aufgehoben wird und dass der Trost, der aus der Vorsehung Gottes kommt, eine große Stütze für den Gläubigen ist.“

„Trotz einiger Schwächen in der Argumentation, hat es bisher kein Buch so gut geschafft, reformatorische Theologie durch die 5 Punkte des Calvinismus zu erklären, wie dieses Werk von James Boice und Philipp Ryken. Der Schreibstil ist sehr leicht verdaulich und macht das Buch zu einer sehr lesenswerten Leküre. Eine absolute Empfehlung!“ „In diesem kleinen Hardcover schafft es der bekannte Prediger und Autor R.C. Sproul, die Geschehnisse des Kreuzes klar und deutlich darzustellen. Dies geschieht aus einer reformierten Perspektive. Das Buch hebt sich vor allem durch die klare Sprache und immer passenden Illustrationen von vergleichbaren Publikationen ab.“ „Wer genauere Einzelheiten und Hintergründe über verschiedene Lebensabschnitte und Werke des Messias wissen möchte ist bei diesem Buch genau richtig. Fruchtenbaum geht detailiert auf unterschiedliche Wunder ein und zeigt eindrucksvoll, dass der Prozess und die Hinrichtung Jesu nur durch Gottes Hand zustande kommen konnte.“ „Das Leben von Jim Elliot hat viele in Staunen versetzt. Seine hinterlaßenen Tagebucheinträge geben viel Anlass persönliche Motivationen und Prioritäten zu hinterfragen und neu auszurichten. In seinem Leben standen ihm viele Türen offen, doch er hat alles – so wie Apostel Paulus – für Schaden erachtet, um der Gnade Christi willen.“


Hans-Jürgen Holzmann Redaktion

„Ich habe die Institutio von Calvin als täglichen Begleiter schätzen gelernt. Der geistliche Reichtum und die theologische Tiefe des geschätzten Reformators sind in diesem Buch exzellent niedergelegt. Man kann sich nur wünschen, dass viele junge Männer durch dieses Buch neu motiviert werden biblisch zu denken und gottesfürchtig zu leben.“

Hans-Werner Deppe

Redaktion, Verlagsleiter Betanien „Dieses Buch war für viele ein Augenöffner dafür, was Glaube allein an Christus wirklich bedeutet und dafür, dass es dabei nicht um religiöse Gefühle und Erfahrungen geht. Teil 1 erklärt Rechtfertigung und Heiligung biblisch-reformatorisch und Teil 2 warnt vor den historischen Grundabirrungen Humanismus, Katholizismus und Schwärmerei.“

Viktor Sudermann Redaktion

„Das Buch aus der Kommentarreihe von Warren Wiersbe behandelt die Bücher 2.Samuel und 1.Chronik. Das Leben Davids wird in all seinen Lichtund Schattenseiten dargestellt. Er musste lernen, dass Sünde Folgen hat. Im Kern dieses Buches geht es aber ist nicht um das Versagen Davids, sondern um die Treue Gottes. “

„Dieses Buch ist ein ausgezeichneter Einstieg, um die Literatur des reformierten Theologen und Philosophen Francis Schaeffer kennen zu lernen. Ich habe mir vergriffene Bücher von Francis Schaeffer besorgt und gelesen. Bei Schaeffer lerne ich umfassend zu denken, das Evangelium überzeugt und begründet zu leben und weiterzugeben. “ „Das Buch hat mir geholfen, das Grundprinzip des freudigen Glaubens für alle Bereiche zu verstehen. Man erkennt, dass die Lehren der Gnade grundlegend für ein gutes Gemeindeverständnis sind und was freudige Gottesanbetung bedeutet, denn „des Menschen Hauptziel ist es, Gott zu verherrlichen, indem er sich für immer an Ihm erfreut“. „Der Dispensationalismus hat die Offenbarung weitgehend ihrer praktischen Bedeutung für uns Christen beraubt. Für mich tat sich ein unermesslicher Schatz auf, als ich aus der Schrift erkannte, welch reichhaltiges Trost- und Erbauungsbuch die ganze Offb. für uns ist. Der Kommentar von G. Beale ist m.E. die beste Hilfe, sie zu verstehen.“ „Klar, Gott ist souverän, sonst wäre er ja nicht Gott. So denken viele allzu oberflächlich. Dieses Buch hat mir vor Augen geführt, was Gottes Souveränität wirklich bedeutet. Sie ist nicht eingeschränkt und erstreckt sich auch auf die Errettung und das Leben als Christ wie z.B. Heiligung und Gebet. Ungemein erhellend und erbaulich.“ „Das Buch beschreibt den Lebensweg eines Mannes, der treu dem Missionsbefehl Folge geleistet hat. Im Jahr 1886 geboren, entschied sich James mit nur 22 Jahren in die Mission nach China zu gehen. Dabei wird sein Dienst ungeschminkt beschrieben. Eine Ermutigung, den Befehl Jesu aus Matthäus ernst zu nehmen und ihn mit Gebet anzugehen.“ „Müller fing einige Zeit nach seiner Bekehrung ein Glaubenswerk in Bristol an, ohne die nötigen Mittel dafür zu haben. Das Einzige, was Georg Müller für den Bau und den Unterhalt eines Waisenhauses besaß, war ein intensives Gebetsleben und ein starker Glaube. Diese beiden Säulen blieben die ganzen Jahre hindurch seine Stütze.“


MAX LUCADO VERSTEHEN Thorsten Brenscheidt • Zeitkritik Betanien, Paperback, 125 Seiten, € 4,90 Max Lucado ist einer der bekanntesten christlichen Autoren der USA. Hierzulande liegen von seinen mehr als 70 Büchern mittlerweile mehrere Dutzend deutsche Übersetzungen vor. Und obwohl es in den USA eine Reihe kritischer Stimmen zu Max Lucado gibt, hat sich hierzulande kaum jemand kritisch zu dem Erfolgsautor zu Wort gemeldet. Thorsten Brenscheidt setzt sich nunmehr in seinem Buch „Max Lucado verstehen“ mit der Botschaft des Autors gründlich auseinander, indem er anhand vieler Zitate aus über 20 Büchern die Botschaft Lucados näher beleuchtet. Wer als Leser eine leichte Lektüre sucht, wird bei dem lebendigen Erzählstil von Max Lucado schnell fündig. Aber wie treu orientiert sich der Bestsellerautor am Evangelium? Respektiert und achtet er die Würde der Person Jesu Christi? Sind die ansprechenden und interessant ausgeschmückten Erzählungen mit der Bibel vereinbar? Und stellt Lucados Anliegen, „benutzerfreundliche“ Orientierung zu geben, nicht schon einen Kompromiss mit der Heiligen Schrift dar? Thorsten Brenscheidt will mit seinem Buch auf diese und viele andere Fragen Antworten geben. Natürlich muss jeder Leser für sich selbst ein Fazit ziehen. Doch genau dies ist das Anliegen von Thorsten Brenscheidts Buch, der mit seiner sorgfältigen Analyse und einer erhellenden Gesamtschau Max Lucados Botschaft in ein neues Licht rückt. Und so kann der Leser „sein differenziertes Unterscheidungsvermögen schärfen und somit wirklich MAX LUCADO VERSTEHEN“. // Georg Walter Max Lucado genießt den Ruf, der beste Prediger und Pastor Amerikas zu sein. Mit seinen über 70 Büchern (Gesamtauflage: 50 Millionen) gehört er mittlerweile auch in Deutschland zu den beliebtesten Autoren auf dem evangelikalen Buchmarkt. Er fasziniert seine zahlreichen Leser durch eine einfache, bildreiche und humorvolle Schreibweise. Viele bezeugen, dadurch ein tieferes Verständnis des Wortes Gottes zu bekommen. Doch entsprechen die Interpretationen Lucados tatsächlich dem biblischen Sachverhalt oder handelt es sich um bloße Wortmalerei? Sind Lucados Bücher wirklich ein neuer Zugang zu einem besseren Verständnis von Gott? „Max Lucado verstehen“ ist hier ein hilfreiches und wichtiges Buch. Thorsten Brenscheidt hat die umfangreiche Literatur von Lucado gründlich untersucht. In seinem Buch lässt er Lucado immer selbst zu Wort kommen und legt dem Leser die Aussagen des Autors ungeschminkt dar. Brenscheidt selbst kommentiert zwar die Aussagen, lässt aber dem Leser immer Raum, seine eigene Meinung zu entwickeln. Durch viele rhetorische Fragen beteiligt Brenscheidt den Leser aktiv an der kritischen Auseinandersetzung mit der Lehre Lucados. Dadurch wird dieser ständig gefordert, sich an diesem Wertungsprozess zu beteiligen. Die klare Gegenüberstellung von Gottes Wort und den Aussagen Lucados helfen dem Leser, vermehrt auf vermeintlich nichtige Differenzen zwischen Lehr- und Bibelaussagen zu achten. „Max Lucado verstehen“ ist eine wertvolle Analyse. Sie spricht nicht nur Hintergründe und Zusammenhänge in Bezug auf den Autor Max Lucado an, sondern legt anhand ihres Beispiels eine Systematik des Prüfens dar, die den Leser unterstützen kann, auch eigenständig wohlklingende und vermeintlich korrekte Aussagen auf biblische Richtigkeit prüfen und bewerten zu können. // Michael Gülk


Jubiläumskonferenz des EBTC 14. - 15. Okt. 2011 · in Lage

Gottes Wort: zeitlos & zeitgemäß

Christian Andresen EBTC-Schulleiter, Leitungskreis der Evangeliums Christen Gem. Berlin

Martin Manten Pastor der Gemeinde Action Biblique in Bern

John MacArthur Pastor der Grace Community Church, Autor und Bibellehrer

Dave Deuel Direktor von The Master‘s Academy International

Anmeld

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www.ebtc-online.org/Jubi

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Akademie für Reformatorische Theologie Gottesfürchtig Theologie Studieren

as Gebet, die Lektüre und die Anfechtung sind Grundpfeiler eines Theologiestudiums. So definierte es Martin Luther 1539, indem er kurz den Psalm 119 erklärt. Theologie an der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) zu studieren, ist also nicht eine feine Art, sich das Leben leicht zu machen. Wenn zur Zeit der Reformation Studenten sich einen leichten Weg gesucht haben, zu Anerkennung zu kommen, wählten sie das Amt eines Pfarrers. Luther zeigt aber genau das Gegenteil. Der Mensch wird Theologe „dadurch, dass er lebt, dass er stirbt und verurteilt wird; nicht dadurch, dass er grübelt, liest oder spekuliert“, sagt Luther an anderer Stelle. Das Ziel der ART liegt darin, dass Theologie lebendig bleibt. Die Reformatoren M. Luther, J. Calvin, H. Zwingli und P. Melanchthon waren sich einig, dass Lehre und Frömmigkeit zusammen gingen. Es kommt nicht erst die Theorie und dann die Praxis. Der Glaube ist das verbindende Element zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Heiliger Schrift und Theologie. Die ART vertritt das Gemeinsame des Reformatorischen mit Blick auf das theologische Studium, den theologischen Unterricht und die theologische Forschung. Diesem Grund widmet sich die ART und bietet ein Studium evangelischer Theologie. Damit bildet die ART bibeltreue Pastoren, Missionare und anderer Mitarbeiter in der Gemeinde aus, um die Kirche Jesu Christi zu erneuern durch schrift- und bekenntnisgemäße Predigt, Seelsorge und Unterweisung. Um die ART kennen zu lernen, sind Sie zu der nächsten Semestereröffnungsfeier am 15. Oktober 2011 herzlich eingeladen. Wir bitten um eine kurze Anmeldung beim Sekretariat. Adresse: Rotermundstraße 27 30165 Hannover Telefon: 0511 646 898 30 Email: art@reformatio.de Internet: www.reformatio.de


Termine Konferenzen & Freizeiten

• Jubiläumskonferenz des EBTC Wann? 14.-15. Oktober 2011 Wo? Lage Thema? Gottes Wort: zeitlos & zeitgemäß Referenten: Christian Andresen, John MacArthur, Michael Manten, Dave Deuel Mehr Infos: www.ebtc-online.org/Jubi

• Re:Formation Camp 2011 Wann? 28. - 30. Oktober 2011 Wo? Gladenbach-Weidenhausen Thema? • Ein einflussreicher Minister, ein rätselhaftes Buch und Sola Scriptura • Eine erfolgreiche Geschäftsfrau, eine Versammlung am Fluss und Sola Fide • Ein krimineller König, eine dramatische Erkenntnis und Sola Gracia • Zwei desillusionierte Jünger, ein geheimnisvoller Begleiter und Solus Christus • Ein weinender Mann, ein geschlachtetes Lamm und Soli Deo Gloria Referenten: Henrik Riesen, Andre Bay Mehr Infos: www.erb-wetzlar.de

• Jugend-Silvesterfreizeit 2011/2012 Wann? 30. Dezember 2011 - 03. Januar 2012 Wo? Haus RenYou in Braunlage-Hohegeiß Thema? Gottes Souveränität und Evangelisation (Anhand des Buches Jona) Referenten: Johannes Müller Mehr Infos: jochenklautke@aol.com Für Neuigkeiten, weitere Termine und Updates ... www.tinyletter.com/timotheus


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Jahresabo Deutschland 4 Ausgaben mit Lieferung in Deutschland I Magazin Din A4, erscheint quartalsweise, je ca. 36 Seiten I Einzelpreis 2,90 Euro I Jahresabo 11,60 Euro (zzgl. Versandkosten) Jahresabo Europaweit 4 Ausgaben Lieferung europaweit I Magazin Din A4, erscheint quartalsweise, je ca. 36 Seiten I Einzelpreis 2,90 Euro I Jahresabo 21,50 Euro (inkl. Versandkosten) Weitere Infos web I www.cbuch.de eMail I info@betanien.de tel I 05237-899090 Vielen Dank für eure Unterstützung. Denkt auch im Gebet an uns!

GOTTESFURCHT I NR. 05 I 04/2011 I EUR 2,90

Herausgeber I Die Redaktion Redaktion I Waldemar Dirksen, Viktor Sudermann, Andreas Kuhlmann, Peter Voth Creative Director I Peter Voth » www.be.net/petervoth Redaktionelle Mitarbeit I Hans-Werner Deppe, Hans-Jürgen Holzmann Lektorat I R. Reichert Abo-Betreuung I Michael Töws » mtoews@betanien.de Shop I www.cbuch.de Web I www.timotheusmagazin.de Kontakt I E-Mail » timotheusmag@yahoo.de Vertrieb & Verlag I Betanien Verlag » www.betanien.de Erscheinungsweise I Alle drei Monate (01.01; 01.04; 01.07; 01.10) seit dem 01.10.2010 als freier PDF-Download. Als Printausgabe seit dem 01.01.2011 über den Betanien Verlag für € 2,90 pro Ausgabe (zzgl. Versandkosten) Bildnachweis I S. 1 © by Pobytov (www.istockphoto.com); S. 4, 12, 16, © by Kevin Russ (www.istockphoto.com); S. 8, 9 © by Alexandre Buisse (www.wikimedia.org); S. 23 © by aldomurillo (www.istockphoto.com); S. 24 © by Emil Grundmann; S. 32 © by Ligonier Ministries (www.flickr.com); © aller Vektorgrafiken by Peter Voth Allgemeiner Hinweis I Seit der Januarausgabe 2011 „Glaube“ wird das „Timotheus Magazin“ vom Betanien Verlag gedruckt und vertrieben (€ 2,90 pro Ausgabe; zzgl. Versandkosten). Das „Timotheus Magazin“ ist kein Verein, sondern ein freies Produkt der Initiatoren. Das „Timotheus Magazin“ ist mit keiner bestimmten Denomination, Kirche oder Organisation verbunden. © der Artikel bei den jeweiligen Autoren. Vervielfältigung nur mit Quellenangabe. © der Bilder und Fotos bei den jeweiligen Rechteinhabern (siehe Bildnachweis)


Der Weg zur authentischen Gemeinde Mark Dever & Paul Alexander

Der Weg zur authentischen Gemeinde knüpft nahtlos an das Buch 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde von Mark Dever an. Es will Leitern von Gemeinden Hilfestellung geben und aufzeigen, welche Schritte man ganz konkret tun kann, um zu dem gesunden und biblischen Gemeindeprofil zu gelangen, das in 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde vorgestellt wird. Nr. 863877, Paperback, 240 Seiten, 3L Verlag » EUR 12,20

Sklave Christi

Die unterschlagene Wahrheit über deine Identität in Christus John MacArthur „John MacArthur erklärt kompetent und verständlich: Jesus hat die Gläubigen von der Sklaverei der Sünde losgekauft – und zugleich bedeutet dieser Loskauf, dass sie nunmehr königliche Sklaven und sein Eigentum sind. Die Kinder Gottes müssen paradoxerweise zunächst bereit sein, Sklaven Christi zu sein.“ – Robert C. Sproul Nr. 175996, Paperback, 217 Seiten, Betanien » EUR 12,90

Der Tempel aller Zeiten

Die Wohnung Gottes und der Auftrag der Gemeinde eine biblisch-heilsgeschichtliche Studie Gregory Beale "Dieses Buch ist nicht nur deshalb so wichtig, weil es ein erhabenes Thema kompetent abhandelt, sondern weil es dieses Thema in aufrüttelnder Weise entfaltet und damit ein Vorbild dafür liefert, wie man biblische Theologie betreiben soll - und weil es dem Leser erfrischende und wunderbare Dinge aus der Schrift zeigt." – Donald A. Carson Nr. 175995, Paperback, 492 Seiten, Betanien » EUR 21,90

www.betanien.de


Ausgewählte Neuheiten aus dem Betanien-Onlineshop cbuch.de Tel. 05237-899090 eMail. info@betanien.de web. www.cbuch.de

Warum die „Lehren der Gnade“ eine gute Nachricht sind Die theologische Reihe - Band 1 John Benton

"Die Lehren der Gnade sind in der Tat fünf schöne Diamanten, welche die Herrlichkeit Jesu in wunderbarer Weise erstrahlen lassen, um diejenigen anzuziehen, die in Sünde verloren sind. Sie sprechen aufs herzerwärmendste die tiefsten Ängste des Sünders an. Sie sollten nicht als Wahrheiten angesehen werden, die wir beargwöhnen sollten, sondern sie sind vielmehr integraler Bestandteil des Evangeliums, das verkündigt werden soll" – John Benton Nr. 863961, Geheftet, 44 Seiten, 3L Verlag » EUR 4,50

Life-is-More Panoramakalender 2012 Postkarten-Tischkalender

Ein evangelistischer Wand- und Tischkalender mit Bildern, die auch als Postkarten verwendbar sind. Mit Bibelversen, die dem Leser Hoffnung und Ermutigung vermitteln. Auf jedem Kalenderblatt findet man passend zum Monatsvers einen evangelistischen Text. Auf der Rückseite befindet sich eine Bestellkarte für unentgeltliches evangelistisches Material beim Betanien Verlag. Weitere Abbildungen unter cbuch.de Nr. 001067, Spiralbindung, DinA5, Aufsteller » EUR 1,50

Sonderangebot

Das große Bibellexikon Helmut Burkhardt (Hrsg)

Das große Standardwerk für jeden, der privat oder beruflich mit der Bibel zu tun hat. Diese zweibändige Neuauflage präsentiert das umfangreiche Werk im handlichen Format. Über 150 international anerkannte, erfahrene Theologen aus zwölf verschiedenen Ländern haben an diesem vielseitigen Lexikon mitgearbeitet. 2 Hardcover im Schuber, 21x27 cm, 1760 S., Brockhaus » EUR 59,95 » EUR 29,95

www.cbuch.de


timotheusmagazin.de

Gottesfurcht // Nr. 05 // 04/2011 // € 2,90

Verheißungen für Gottesfürchtige aus den Psalmen „Der HERR zieht ins Vertrauen, die ihn fürchten, und sein Bund dient dazu, sie zu unterweisen“ 25,14 „Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade harren“ 33,18 „Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie“ 34,8 „Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten“ 34,10 „Fürwahr, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit Herrlichkeit wohne in unserem Land“ 85,10 „Denn so hoch die Himmel über der Erde sind, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten“ 103,11 „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten“ 103,13 „Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern“ 103,17 „Er erfüllt das Verlangen derer, die ihn fürchten. Ihr Schreien hört er, und er hilft ihnen“ 145,19 „Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Gnade harren“ 147,11.

#5 Gottesfurcht  

#5 — 04/2011

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