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#8 / Sommer / 03/2012 » W E R S I C H A B E R S E L B S T E R H Ö H T, D E R W I R D E R N I E D R I G T W E R D E N ; U N D W E R S I C H S E L B S T E R N I E D R I G T, D E R W I R D E R H Ö H T W E R D E N . « – MAT T HÄU S 23,12

DEMUt WA S WA H R E GRÖßE BEDEUTET


EDITORIAl

emut heißt die Wahrheit zu erkennen und darin zu leben.

EDITORIAl Seite 2

Diese Wahrheit ist im Wort Gottes zu finden. Darin wird der lebendige Gott als der uneingeschränkte Herrscher beschrieben, der den Himmel ausbreitet wie einen Schleier und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen. Die Erde ist der Schemel für seine Füße und die Niedrigkeit ihrer Bewohner gegenüber dem Schöpfer wird mit einem Staubkorn auf der Waagschale verdeutlicht. Alles ist Gottes Herrschaft unterworfen: Angefangen von den kosmischen Bewegungen bis hin zu den kleinsten Details unseres Alltags.

AUTOREN Seite 3

In Herrlichkeit wird er als Richter erscheinen und alles ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, sei es gut oder böse. Er hat Macht, die Seele in der Hölle zu verderben und damit an dem Sünder das gerechte Urteil zu vollstrecken. Ebenso liegt es in seiner Macht, durch das Werk Jesu Christi den Sünder aus seinem Elend zu retten und ihm damit eine unbeschreibliche Gnade zu erweisen.

SPURGEONS

Die rechte Erkenntnis dieser Größe und Macht Gottes offenbart dem Menschen seine Niedrigkeit und bewirkt eine demütige Herzenshaltung. Gleich dem Abraham beugt sich dieser Mensch und bekennt, dass er nur Staub und Asche ist. Wie der Zöllner im Tempel schlägt er mit gesenktem Haupt an seine Brust und bittet Gott um Gnade. Ähnlich wie Paulus betrachtet sich dieser Mensch als der Geringste unter den Geringen. Von Gottes Größe überwältigt beugt sich der Mensch im Wissen seiner Unwürdigkeit. Wird Demut nicht im Bewusstsein dieser Erkenntnis ausgeübt, so ist sie in Wahrheit eine falsche Demut, die sich zwar in den Augen der Menschen vor Gott erniedrigt, letztlich aber nur zur Befriedigung des Fleisches dient. Diese Fassade gilt es niederzureißen, damit die wahrhaftige Demut zum Vorschein kommt. Die heutige Christenwelt ähnelt in ihrem Selbstbewusstsein immer mehr der weltlichen Gesinnung: Prediger und christliche Musiker werden als Superstars gefeiert und es wird verstärkt zu Selbstverwirklichung aufgerufen. Jesus ist nur noch eine Fußnote, die das Gewissen beruhigt. Angesichts dieser Tatsachen stellt sich die Frage: Was ist Demut wirklich? · DIE

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REDAKTION

DIE

DEMUT

DES

MEISTERS

PETER VOTH

Seite 4-7 MAHNUNG

ZUR

DEMUT

WA L D E M A R D I R K S E N

Seite 8-11 DEMUT

SIMON SCHUSTER

Seite 12-15 DEMUT

UNTER

MENSCHEN

HANS-JÜRGEN HOLZMANN

Seite 16-19 EIN

AMERIKANER

UND

DIE

DEMUT

I A I N H . M U R R AY

Seite 20-25 EIN

BRIEF

UEBER

DIE

H A N S -W E R N E R D E P P E

Seite 26-29 REZENSIONEN Seite 30 IMPRESSUM Seite 31

DEMUT


AUTOREN

Simon Schuster

Peter Voth

(*1989) ist zur Zeit Student am Reformatorisch-Theologischen Predigerseminar in Hannover.

(*1986) ist Redakteur und Art Director von Timotheus. Beruflich ist er als Grafikdesigner tätig.

Hans-Jürgen Holzmann

Iain H. Murray

(*1970) ist Ehemann und Vater von fünf Kindern und ist hauptberuflich in der Immonilienwirtschaft tätig. Er schreibt regelmässig für Timotheus und ist Teil der Redaktion.

(*1931) war Assistent von D. Martyn Lloyd-Jones und ist Mitbegründer des Verlages Banner of Truth. Er ist bekannt für seine Biografien, u.a. über C.H. Spurgeon, Jonathan Edwards, A.W. Pink oder John Wesley.

Waldemar Dirksen

Hans-Werner Deppe

(*1982) ist derzeit Referendar sowie Redakteur und Mit-Herausgeber von Timotheus.

(*1968) ist Ehemann und Vater von zwei Kindern. Der Prediger, Verleger und Autor (unter anderem „Wie wird es in der Hölle sein?“) ist seit über 10 Jahren Leiter des bibeltreuen Verlages Betanien.

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Die demut des meisters T EXT x PETER VOTH

Es ist geradezu bizarr: Während Jesus Christus einen Weg der Selbstverleugnung, Entbehrung und Erniedrigung ging, wollen wir „Christen“ besser leben als der Sohn Gottes selbst. Wir strotzen vor Selbstbewusstsein und verwirklichen uns selbst. Darüber haben wir längst vergessen wem wir eigentlich „folgen“. Ein Plädoyer auf den Pfad der Demut zurückzukehren!


enn wir zu den grundlegenden praktischen Dingen des christlichen Glaubens kommen, haben wir den großen Vorteil, uns an einem Leben orientieren zu können, dass in allen Belangen perfekt und vorbildlich war. Das ist übrigens auch eins der Dinge, die das Christentum von anderen Religionen grundsätzlich unterscheidet. Andere sogenannte Propheten und Glaubensvorbilder in Religionen waren immer mit Fehlern und Sünden behaftet. Letztlich taugen sie nicht als Rollenmodelle für ein Leben nach dem Willen Gottes. Der Prophet Mohammed war ein Sünder, genau wie Siddhartha Gautama, der Begründer des Buddhismus und alle anderen Religionsstifter. Es gab und gibt nur ein Leben, das als absolutes Leitbild tauglich ist. Andere menschliche Vorbilder sind für uns als „Vorbild“ nur dann relevant, wenn sie größtmögliche Ähnlichkeit mit dem „wirklichen“ Vorbild haben.

»Es gab und gibt nur ein Leben, das als absolutes Leitbild tauglich ist.«

Sein Leben, unser Vorbild

Jesus von Nazareth besaß kaum materielle Güter, er hatte keine bedeutende gesellschaftliche Stellung, er hatte keinen gut bezahlten oder angesehenen Beruf. Den Großteil seines Lebens verbrachte er unbeachtet und still. Es war ihm auch kein langes Leben vergönnt. Er wurde eines Staatsverbrechens schuldig gesprochen und geringer geachtet als ein Mörder. Er starb mit Anfang dreißig auf grausame Art und Weise. Er wurde beleidigt, bespuckt und geschlagen. Gegen ihn wurde die Todesstrafe durch Kreuzigung verhängt und ausgeführt. Es gab keinen Menschen auf dieser Welt, der mehr verachtet war. Es ist das perfekte Leben. Es ist das erstrebenswerte Leben. Es ist das Leben, das der einzige Schöpfergott auf dieser Erde als Mensch gelebt hat. Es gibt keine Biografie in der Historie der Menschheit, die uns ein größeres Vorbild sein könnte. Keine! Willst du dieses Leben? Willst du IHM nachfolgen? Letztlich war Jesus immer auch Gott und er hatte auf seiner kurzen Pilgerschaft auf der Erde bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Nicht jeder Christ muss zwangsläufig arm sein und nicht jeder Christ muss jung und qualvoll sterben. Doch ein radikaler Nachfolger muss entschieden Jesu sündloses Leben nachahmen. Er muss den Anspruch haben, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, seine Feinde zu lieben, freundlich, sanftmütig, langmütig, geduldig, gütig, treu, selbstbeherrscht und vor allem Gott gehorsam zu sein. Es ließe sich noch vieles mehr aufführen, was das Wesen Jesu ausmachte, doch auf eine erstaunliche Eigenschaft des Sohnes Gottes legen wir hier einen besonderes Augenmerk: die Demut.

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Kein Mittel um »besser« zu werden

Eins sollte jedoch klar sein: Wir wollen Christus nicht nachahmen, damit wir bessere Menschen werden. Wir wollen Christus nicht nachfolgen, damit wir uns den Himmel verdienen können. Wir wollen keine Jünger sein, damit wir in Zukunft weniger Probleme und Konflikte haben. Nichts ist schädlicher für den kostbaren Namen unseres Retters als die Moralchristen unserer Zeit, für die Jesus eine Art Vorbild á la Dalai Lama ist. Jemand der uns christliche Werte vermittelt und ein paar kluge Dinge gesagt hat, die es nun nachzuahmen gilt. Welch eine fatale Verkennung des Werkes und Lebens Jesu. Jesus lebte das perfekte Leben, damit sein Opfer rein und makellos sei. Er starb und nahm die Strafe der Sünde auf sich, damit es stellvertretend und sühnend sei. Er stand von den Toten auf, damit sein Opfer wirksam sei. Und in allem war er Gehorsam. Wir glauben und vertrauen auf Jesus Christus, der all das vollbracht hat, was wir nie hätten vollbringen können. Deswegen sind wir gerettet. Wir glauben an Jesus Christus und deshalb sieht Gott der Vater das Opfer seines Sohnes, wenn er uns anschaut. Jesus plus nichts gleich alles. Nichts muss zum Opfer hinzugetan werden, denn es ist vollkommen. Warum also Jesus in seiner Demut nachahmen? Wenn wir durch die Gnade Gottes gerettet werden, sind wir nicht nur seine Kinder, sondern auch seine Sklaven. Wir haben nun den heiligen Geist und wir sind keine Sklaven der Sünde mehr. Diese Welt und ihr ganzes System ist nicht mehr relevant für uns, denn es ist sündig und folgt dem Fürsten dieser Welt, dem Satan. Gott gehorsam zu sein heißt, ihm wohlgefällig zu sein und nichts war Ihm wohlgefälliger als sein einziger Sohn. Weil wir glauben, sind wir gerettet. Weil wir gerettet sind, heißen wir seine Kinder. Weil wir seine Kinder sind, wollen wir gehorsam sein. Weil wir gehorsam sind, wollen wir Jesus nachahmen.

Auf dem Pfad des Demütigen

»Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz.« (Philipper 2,5-8) Wie bereits oben erwähnt, müssen nicht alle äußeren Umstände Jesu auf das Leben eines Christen zutreffen, doch die heilige Schrift fordert uns radikal dazu auf, die Gesinnung Christi zu haben. Im Gegensatz zur Demut des Menschen war die Demut Christi nicht durch Fehler und Sündhaftigkeit motiviert. Seine Demut war ein Akt der unendlichen Perfektion, unfehlbarer Wahrheit und Freiheit von jeglicher Sündhaftigkeit. Das alles führte dazu, dass er es nicht nötig hatte, dass man Ihm diente. Er kam, um anderen zu dienen. Das war Jesus Christus auf Erden.

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»Nicht alle äußeren Umstände Jesu müssen auf das Leben eines Christen zutreffen, doch die heilige Schrift fordert uns radikal dazu auf, die Gesinnung Christi zu haben.«


Angesichts dieser Tatsachen haben wir keinen einzigen Grund auch nur einen Moment etwas anderes als demütig zu sein. Während wir Christen heutzutage nach großen Dingen in der Gesellschaft streben, „entäußerte“ sich Christus und gab freiwillig seine offensichtliche Gottesstellung auf. Während wir hoch angesehene Posten und Stellungen anstreben, nahm Christus die Gestalt eines „Knechtes“ an. Während wir empört und beleidigt sind, wenn wir keine Anerkennung erfahren, „erniedrigte“ sich Christus selbst. Während wir den heiligen Geist bereits in kleinen Dingen willentlich überhören und ungehorsam gegenüber Gottes Wort sind, war Jesus „gehorsam bis zum Tod am Kreuz“.

Von Herzen demütig

Sein eigenes Leben zu überprüfen und zum Schluss zu kommen, man sei demütig, zeugt natürlich nicht von Demut. Tim Keller sagte einmal treffend, dass die Demut schüchtern sei: sobald man von ihr redet, verschwindet sie. Es gilt die Anweisung der Schrift radikal umzusetzen. Wir können uns in jeder Lebenssituation fragen, ob unser Handeln der demütigen Gesinnung Christi entspricht. Hältst du deine Glaubensvorstellungen oder Schrifterkenntnisse für besser als die der anderen? Sei ehrlich! Wenn es zutrifft, ist keine Demut in dir, denn du sollst deinen Nächsten höher achten als dich selbst. Bist du bemüht ein vorteilhaftes Bild in Bezug auf deine gesellschaftliche Stellung (Klamotten, Auto, Haus) zu zeichnen? Wenn es zutrifft, ist keine Demut in dir, denn dein Ego ist dir wichtiger als die Gestalt eines Knechtes, die Christus angenommen hat. Bist du gleich empört, wenn dich dein Chef zu Unrecht gerügt hat? Wenn ja, ist keine Demut in dir, denn es zeugt nicht von selbstloser Erniedrigung, wie es Christus tat. Schämst du dich, bestimmten Personen von Jesus zu erzählen? Wenn ja, ist keine Demut in dir, denn Jesus hat sich deiner Sünden nicht geschämt, als er gehorsam bis zum Tod ans Kreuz ging. Vielleicht sagst du dir, dass die Fragen zu krass und die Folgerungen Unfug sind, doch eine halbe Demut gibt es nicht, genauso wie es keine halbe Nachfolge oder eine halbe Selbstentsagung gibt. Schlage ihn ein, den Pfad der Demut, denn es ist der Weg unseres Retters. Demütige dich, „denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen“ (Philipper 2,13). Lass die wohlklingenden und wunderbaren Worte Jesu tief in dein Herz fallen, wenn er sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11, 29.30). Soli Deo Gloria. ·

»Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.«

philipper 2:13

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MAHNUNG ZUR DEMUT T EXT x WA L D E M A R DI RKSEN

Jesus warnt eindringlich vor Ehrsucht. Eine demütige Grundhaltung soll stets unser Verhalten im Alltag prägen. Gott erhöht den Demütigen zu seiner Zeit.


enn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.« Lukas 14,11 Wahre Demut zählt zweifellos zu den edelsten Charakterzügen, die einen Menschen vor Gott und Mitmenschen angenehm erscheinen lassen. Für den sündigen Menschen ist diese Tugend jedoch so fremd, dass er sie oft nur in geheuchelter Form lebt. In Bedrängnissen fällt meist die Fassade der scheinbaren Demut und der Stolz mit seiner grausamen Macht kommt zum Vorschein. Stolz und Demut haben gegensätzliche Erscheinungsformen. Während der stolze Mensch viel von sich hält, ist sich der demütige Mensch seiner Bedeutungslosigkeit insbesondere vor Gott bewusst. Während der Demütige darauf bedacht ist, sich selbst zu erniedrigen, nutzt der Stolze jede Gelegenheit, um sich selbst zu erhöhen. Genauso unterschiedlich sind die Folgen: Der Stolze wird erniedrigt und der Demütige wird erhöht. Charles Spurgeon sagte einmal: „Es ist für uns von allergrößter Wichtigkeit, dass wir demütig gehalten werden. Es ist eine hassenswerte Illusion, wenn wir uns selbst für wichtig halten, aber eine, der wir so leicht verfallen, wie das Unkraut auf einem Dunghaufen wächst. Wenn der Herr uns gebraucht, träumen wir auch bald davon, wichtig zu sein; wir denken, wir sind für die Gemeinde unersetzlich, tragende Säulen des Werkes und Grundsteine des Tempels Gottes. Wir sind Nichtse und Niemande ...“1

Jesus warnt vor Ehrsucht

Mit seiner Aussage: „Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden“, bringt Jesus den Kerngedanken von den Versen 8-10 mit wenigen Worten prägnant zum Ausdruck. In diesem kurzen Abschnitt geht es in Form eines Gleichnisses um die ersten und letzten Plätze bei einer Hochzeit. Damals bekamen Gäste ihre Plätze bei Festmahlzeiten entsprechend ihrem gesellschaftlichen Status zugewiesen. Besonders ehrenvolle Plätze waren für die vornehmsten Gäste vorgesehen.

»Während der Demütige darauf bedacht ist, sich selbst zu erniedrigen, nutzt der Stolze jede Gelegenheit, um sich selbst zu erhöhen.«

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Jesus forderte nun seine Zuhörer auf, den letzten Platz zu wählen, wenn sie von jemandem zur Hochzeit geladen waren, um nicht vom ersten Platz wegen eines „Geehrteren“ verwiesen zu werden. Im Fall eines Platzverweises blieb den Gästen nichts anderes übrig, als den letzten Platz einzunehmen, was aufgrund der unfreiwilligen Erniedrigung mit Schande verbunden war. Wenn ein Gast allerdings bewusst den letzten Platz eingenommen hatte und der Gastgeber anschließend zu ihm sprach: „Freund, rücke höher hinauf“, dann wurde er dadurch vor den anderen Gästen geehrt. Ein Gleichnis dient grundsätzlich zur Veranschaulichung von geistlichen Wahrheiten, die allgemeingültig sind. Folglich müssen wir uns darum bemühen, den wahren Lehrgehalt des Gleichnisses sowie seine praktische Relevanz für unser Leben zu erkennen. Um die geistliche Bedeutung zu erfassen, ist zunächst die Frage nach der Motivation hilfreich. Warum erzählte Jesus dieses Gleichnis? Der Kontext hilft uns, diese Frage zu beantworten. Anlass für das Gleichnis war das Verhalten von Gästen im Haus eines der Obersten der Pharisäer. Nachdem Jesus ���bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze aussuchten“ (Lukas 14,7), richtete er geradeheraus die mahnenden Worte an die geladenen Gäste. Er sah ihre Ehrsucht. Sie wählten die ersten Plätze, um ihre Wichtigkeit zu betonen sowie Ehre zu bekommen. Jesu mahnende Worte sind nicht als eine bloße Anstandsregel für Feste zu verstehen. In Form eines Gleichnisses warnt er vor Ehrsucht. Eine demütige Herzenshaltung soll immer und überall unser Verhalten bestimmen. Der letzte Platz soll nicht mit der heuchlerischen Absicht eingenommen werden, später höher aufrücken zu dürfen. Diese Erwartungshaltung würde nur taktisches Vorgehen bedeuten. Zudem würde diese Deutung offensichtlich im Widerspruch zum aufrichtigen Handeln stehen. Nicht Heuchelei, sondern zurückhaltende Bescheidenheit soll unser Wesen prägen. Die Worte aus Lukas 14,11 werden in der Bibel mehrfach erwähnt. So basiert das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner auf dem gleichen Kerngedanken wie das oben betrachtete Gleichnis (vgl. Lukas 18,9-14). In der Rede gegen die Heuchelei der Schriftgelehrten und Pharisäer erwähnt Jesus ebenfalls diese Aussage (vgl. Matthäus 23,12). In den apostolischen Briefen wird diese Aussage verkürzt wiedergegeben (vgl. Jakobus 4,10; 1. Petrus 5,6). Verschiedene Lebensbilder in der Bibel veranschaulichen diese Aussage (z.B. Nebukadnezar, vgl. Daniel 4). Insgesamt kann daher festgehalten werden, dass Lukas 14,11 zu den grundlegenden Lehraussagen der Bibel zählt. Welche Konsequenzen hat diese Lehre für unseren Alltag?

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»Der letzte Platz soll nicht mit der heuchlerischen Absicht eingenommen werden, später höher aufrücken zu dürfen.«


Den niedrigen Platz wählen

Wahre Demut nimmt bereitwillig den niedrigen Platz ein. Sie begehrt nicht nach großen Dingen. Sie begnügt sich damit, klein und unauffällig zu bleiben. Kein Ehrenplatz dieser Welt vermag in ihr die Ehrsucht zu wecken. Aufgaben und Verantwortung im Beruf werden von der Demut nicht am Maßstab der Ehre vor den Menschen gemessen, sondern gerne zur Ehre Gottes übernommen. Unangenehmen Pflichten in der Familie geht die Demut nach, ohne sie auf andere abwälzen zu wollen. Unbeachtet am Rand zu stehen und die Erfolge anderer zu sehen, gibt der Demut niemals einen Anlass zur Eifersucht, sondern zur Freude. Dieser demütige Lebensstil entspricht der Gesinnung Christi. Möglicherweise stellst du fest, dass du von der Gesinnung Christi fern bist. Du möchtest gerne der Erste und der Beste sein. Du magst es nicht, nur im Durchschnitt – geschweige denn unter dem Durchschnitt zu liegen. Der verbissene Ehrgeiz treibt dich zu außergewöhnlichen Taten. Du bist bereit, deine Nachtruhe auf wenige Stunden zu reduzieren und hart zu arbeiten, um im Wettbewerb mit deinen (scheinbaren) Konkurrenten als Sieger hervorzugehen. Die Ehrsucht beherrscht dein Herz und macht dich dünnhäutig, was andere immer wieder zu spüren bekommen. In deinen eigenen Augen bist du ein großartiger Mensch. Du verstehst nicht, weshalb andere dich unterschätzen. Du meinst, sie wissen noch nicht von deinen besonderen Fähigkeiten und Charakterzügen. Deine Selbsteinschätzung beruht auf Illusionen. Der Blick für die Realität in Bezug auf deine Person fehlt dir. Denn in Wahrheit wirst du getrieben von sündigen Begierden, die dich zur Selbsterhöhung bewegen. Tue Buße und demütige dich unter die gewaltige Hand Gottes, damit er dich erhöhe zu seiner Zeit. Wir brauchen in unseren Familien und Gemeinden Männer und Frauen, Jungen und Mädchen, die den „letzten Platz“ bewusst einnehmen und gleichzeitig bereit sind, diese Erniedrigung zu ertragen. Der persönliche Stolz ist dabei das größte Hindernis. Diesem muss bewusst entgegengetreten werden, damit in allem die wahre Demut den Vorrang bekommt. ·

»Deine Selbsteinschätzung beruht auf Illusionen. Der Blick für die Realität in Bezug auf deine Person fehlt dir. Denn in Wahrheit wirst du getrieben von sündigen Begierden, die dich zur Selbsterhöhung bewegen.« 11


SPURGEONS DEMUT T EXT x SI MON SCHUSTER

C. H. Spurgeons vorbildliche Demut entspringt seinem Verständnis des Evangeliums: der geistlich tote Mensch wird allein durch Gottes freie und erwählende Gnade gerettet. Neben dieser frohen und zugleich demütigenden Botschaft trat in Spurgeons Leben »die große Katastrophe«, aus der er lernen musste, dass er entbehrlich ist. Gott baut seine Gemeinde nach seinem Willen und zu seiner eigenen Ehre.


emut ist eine Tugend, die wir nicht einfach durch Selbstdisziplin lernen können. Die sogenannten bürgerlichen Tugenden wie Pünktlichkeit, Fleiß und Sparsamkeit können wir uns mit Selbstdisziplin mehr oder weniger aneignen. Dazu helfen schon äußere Mittel wie Kalender, Konto oder auch das alte Mittel des Knotens im Taschentuch. Dass diese Werkzeuge bei dem Erlernen der Demut nicht viel helfen, leuchtet ein. In Philipper 2,1ff wird deutlich, dass Demut zuerst einmal eine Frage der Gesinnung ist, die sich dann natürlich in entsprechenden Taten äußert. Demut, so zeigt Paulus in Philipper 2,1-11 und Kolosser 3,12-13, ist eine Frucht des Evangeliums: „Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Geduld, Milde, Langmut“ (Kolosser 3,12). In folgenden ersten Abschnitt soll deutlich werden, dass auch bei Charles Spurgeon die Demut eine Frucht des Evangeliums ist. Spurgeons Demut ist in der Frohen Botschaft der freien, unverdienten Gnade für verlorene Sünder verwurzelt. Charles Haddon Spurgeon lebte von 1834-1892. Mit 20 Jahren wurde er als Prediger nach London berufen, wo schon bald mehrere tausend Menschen seine Predigten hörten. Sie wurden in ca. 30 Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet. Gerade diese Entwicklungen könnten Anstoß zum Stolz und zur Selbstgefälligkeit geben. Wie konnte Spurgeon bei diesem Werdegang trotzdem ein demütiger Mensch bleiben?

Die Grundlage der Demut

Spurgeons Demut gründet in der Erkenntnis seiner eigenen Unfähigkeit und Unwürdigkeit einerseits und Gottes erwählenden, freien und allmächtigen Gnade andererseits. Er war davon überzeugt – er hatte es selbst erfahren – dass er nicht aufgrund eigener Bemühungen gerecht vor Gott werden kann. Er glaubte als Junge, dass er sich einfach jederzeit zu Jesus Christus bekehren kann, wie und wann es ihm gefällt: „Ich dachte wirklich, ich könnte mich Christus zuwenden, wann immer ich wollte, und so könnte ich es bis zum letzten Abschnitt meines Lebens aufschieben, um es dann gemütlich auf einem Krankenbett zu tun. Aber als der Herr meiner Seele die ersten Erschütterungen solcher Überzeugung schickte, wusste ich es sehr bald besser.“1 Als Spurgeon aber seine eigene Sündhaftigkeit erkannte,

»Spurgeons Demut gründet in der Erkenntnis seiner eigenen Unfähigkeit und Unwürdigkeit einerseits und Gottes erwählenden, freien und allmächtigen Gnade andererseits.« 13


war er davon so bestürzt, dass er nicht mehr dazu fähig war, sich „gemütlich“ Christus zuzuwenden. Er konnte vor lauter Sünde nicht auf Jesus Christus schauen. „Ich fand keine Ruhe, als ich in den Fängen des Gesetzes war. Ich dachte, ich könnte mit vielen Tränen ein wenig von dem zurückerstatten, was ich Falsches getan hatte. Aber das Gesetz hielt mir einen Spiegel vor, so daß ich mein Gesicht über und über verschmiert und durch meine Tränen nur noch mehr entstellt sah. So machte mir das Gesetz auf allen Seiten Kummer und Schwierigkeiten. … Ich entdeckte, daß selbst meine allerbesten Taten sündig waren, daß ich über meine Tränen weinen mußte und daß meine Gebete die Vergebung Gottes benötigten. Ich merkte, daß alle meine guten Werke aus selbstsüchtigen Motiven getan waren, nämlich mich selbst zu retten, und daß sie deshalb nie für Gott annehmbar sein konnten.“2 Die Erfahrung seiner Sündhaftigkeit und absoluten Hilflosigkeit verhalf ihm zu dem Verständnis, dass Errettung ganz Gottes Sache ist. Es liegt an ihm, einem Menschen gnädig zu sein. Er begnadigt, wen er will: „Denn Gott sagt zu Mose: Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen [an seinen Bemühungen], sondern an Gottes Erbarmen“ (Römer 9,16-17). Spurgeon verstand auch, dass Gott sich sein Volk von Ewigkeit her erwählt hat, vor Grundlegung der Welt: „Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens“ (Epheser 1,4-5; vergleiche 2. Timotheus 1,9; 2. Thessalonicher 2,13; Römer 8,2830). Errettung ist ein freier Akt Gottes am Menschen – an dem Menschen, den er dazu erwählt hat. Der Biograf Iain Murray sagt zu Recht, dass Spurgeons Verständnis des Evangeliums die Grundlage seiner Demut ist. Spurgeon schreibt: „Die Tatsache, daß Bekehrung und Errettung von Gott sind, ist eine demütigende Wahrheit. Und wegen ihres demütigenden Charakters mögen die Menschen sie nicht. „Gesagt bekommen, daß Gott mich retten muß, wenn ich gerettet werde, und daß ich in Seiner Hand bin wie der Ton in der Hand des Töpfers, das mag ich nicht“, sagt einer. Nun, das dachte ich mir; wer hätte je im Traum daran gedacht, daß du es mögen würdest?“3 Es ist für unsere menschliche Natur, die immer einen Grund für Stolz und Eigenlob sucht, eine demütigende Lehre. Murray nennt diese Lehre der freien Gnade Gottes eine Schule der „Demut des Verstandes vor Gott“.4 Das Evangelium demütigt uns, aber es ist und bleibt die gute Nachricht für verlorene Menschen. Die Einladung bleibt bestehen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr

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mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28). Trotz unserer Errettung, dass Gott uns von den geistlichen Toten auferweckt hat, und der tröstenden Aussage, dass Gott genau mich dazu vor der Erschaffung der Welt bestimmt hat, tun wir uns oft schwer damit, Gott als den freien Gott und Herrn über uns anzuerkennen. Spurgeon glaubte Gottes Wort, auch wenn es gegen seinen Stolz stand, und so wurde der Stolz gebrochen. Es gab nichts mehr, was Spurgeon an sich selbst finden und loben konnte. Er verdankte – wie wir auch – Gott alles. Dieses wunderbare Evangelium, was Rettung für den Menschen und Ehre für Gott bedeutet, verkündigte Spurgeon trotz aller Anfeindung. Murray schreibt: „Er wußte, daß durch diese Wahrheiten eine tiefgreifende praktische Wirkung auf die Gewissen der Zuhörer ausgeübt wurde. Sie zerschlagen die Selbstüberhebung des Menschen, bis er hilflos vor Gott steht und unausweichlich mit seinem eigenen verzweifelten Zustand konfrontiert wird.“5


Wir erziehen uns nicht zu Demut mit äußeren Mitteln wie Notizblock, Kalender oder Konto. Demut gegen Menschen und Gott ist eine Frucht des Evangeliums. Weil Spurgeon in diesem Punkt, der für uns so schwer zu akzeptieren ist, einfach Gottes Worten glaubte, sich also in diesem so großen Thema unter Gottes Wort demütigte und sich von dieser Lehre demütigen ließ, war er ein demütiger Mensch. Der lernt Demut, der gelernt hat, sich bei der Lehre der Erwählung, des unfreien Willens und der freien Gnade unter Gottes Wort zu demütigen. Das ist für uns ein Kampf, weil unser Ego stolz sein möchte. Aber es ist ein wichtiges Schlachtfeld und wir sollten das Bemühen darum nicht aufgeben.

Eine Lektion in der Demut

Im Jahr 1856, Spurgeon war gerade einmal 22 Jahre alt, sollte er eine große Lektion in der Demut bekommen. Weil so viele Menschen zu den Gottesdiensten gingen, dass die eigene Kapelle nicht mehr genug Platz bot, entschied sich die Gemeinde, vorübergehend andere Räume für die Gottesdienste zu suchen. Drei Jahre war die Gemeinde zu den Abendgottesdiensten in der Music Hall in den Royal Surrey Gardens. Während des Hauptgebetes des ersten Gottesdienstes gaben einige Feinde Spurgeons falschen Alarm, indem sie „Feuer! Feuer!“ und „Die Galerien stürzen ein. Das ganze Gebäude stürzt ein!“ riefen. Sie lösten eine Massenpanik aus, bei der sieben Menschen starben und viele schwer verletzt wurden. Spurgeon konnte das nicht verkraften und stand lange unter schwerem Schock. Ihn konnte scheinbar nichts darüber trösten, dass unter seinem Dienst eine Katastrophe geschah, die Menschen das Leben kostete. Er war tagelang unfähig zu predigen, und erholte sich sein ganzes Leben lang nicht ganz von diesem Schrecken. Spurgeons Frau Susannah schreibt, dass er an diesem Abend nur „ein Schatten seiner selbst“6 war. Er setzte den Dienst vorübergehend aus, um sich im Haus eines Diakons zu erholen. Seine Frau berichtet: „Wie gewohnt gingen wir gemeinsam im Garten spazieren, er ruhelos und gequält, ich voll Kummer und fragend, wie das Ende all dessen aussehen würde. Vor dem Eingang des Hauses blieb er plötzlich stehen und drehte sich zu mir um. Mit dem alten, wunderbaren Strahlen in seinen Augen (wie sehr hatte ich es vermisst!) sagte er zu mir: „Liebste, wie töricht war ich doch! Es ist nicht wichtig, was aus mir wird, wenn nur der Herr verherrlicht wird!“ Und mit Eifer und Nachdruck wiederholte er Philipper 2,9-11: „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich jedes Knie beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Sein Gesicht glühte vor heiliger Leidenschaft, als er sagte: „Wenn Christus erhöht ist, so soll er mit mir machen, was ihm gefällt.

Mein einziges Gebet soll es sein, dass mein Ich sterben möge und ich vollkommen für ihn und zu seiner Ehre lebe. Meine liebe Frau, dies erkenne ich nun! Lobe den Herrn mit mir!“7 Der Herr ließ ihn in die Depression fallen, um diese wichtige Erkenntnis zu vermitteln. Es geht nicht um Spurgeon, noch geht es je um einen Menschen. Wenn Gott zu seiner Verherrlichung Wege geht, die Spurgeon verschiedene Lasten und Unehre einbringen, so soll es ihm recht sein. Der Demütige nimmt um der Ehre Gottes willen Feindschaft und Entbehrung in Kauf. Er ist sich selbst nicht so wichtig wie Gott. Dabei hat Spurgeon nicht nur selbst eine große Lektion gelernt, in seinen Worten haben wir auch schon die Bestätigung für eine demütige Gesinnung. Das zeigt sich daran, dass er Philipper 2,9-11 zitiert. In diesem Kapitel ermahnt Paulus wie sonst nirgends die Gemeindeglieder, nicht eigensüchtig und ruhmsüchtig, sondern demütig zu sein. Wie schnell kann gerade ein Prediger wie Spurgeon, dessen Dienst sehr gesegnet war, zu Ruhmsucht verführt werden. Stattdessen, sagt Paulus, soll man in Demut den anderen höher achten als sich selbst. Wie Christus sollen wir gesinnt sein: er gab die Herrlichkeit auf, die er beim Vater hatte, erniedrigte sich und starb wie ein Verbrecher am Kreuz. Er demütigte sich selbst. Spurgeon hatte es schon durch das Evangelium gelernt und nun durch diese schwere Lektion noch mehr verstehen können. Es heißt ganz praktisch, dass wir uns auch im Leid und Feindschaft nicht um uns selbst drehen. Christi Ehre und das Wohl des anderen soll mir wichtiger sein als ich selbst. ·

»Wie Christus sollen wir gesinnt sein: er gab die Herrlichkeit auf, die er beim Vater hatte, erniedrigte sich und starb wie ein Verbrecher am Kreuz.« 15


DEMUT unter Menschen T EXT x HANS- JÜRG EN H OLZ MANN

Demut unter die ultimative Autorität des ewigen Gottes gehört zum Grundverständnis der biblischen Gott-Mensch-Beziehung. Wer ein intaktes Verständnis von Gott hat, der sieht darin nichts Erniedrigendes, sondern weiß um die Sicherheit des Glaubenden in der mächtigen und liebevollen Hand Gottes 1 und die Fürsorge des guten Hirten.


emut unter Gott bedeutet zu wissen, dass der souveräne Herr den Plan und die Kontrolle hat. Es bedeutet zu wissen, dass alle – auch für uns unverständlichen – Dinge dauerhaft zu unserem Besten sein werden.2 Was ist eigentlich „Demut“? Es ist die ergebene, bescheidene Gesinnung3 eines Dienstwilligen. Demut ist die Haltung des Geschöpfes zum Schöpfer analog des Verhältnisses von Knecht zum Herrn.4 Das ist natürlich für unsere postmodernen, egozentrisch geprägten Zeitgenossen mittelalterliches Gedankengut. Wenn wir aber der Wahrheit des Evangeliums verpflichtet sind, ist das der vernünftige und zeitlos gültige Glaube an die Theozentrie des Daseins. Das ist eine Weltanschauung mit Gott im Zentrum. Diese unterscheidet uns Christen radikal von der postmodernen, gottlosen Sichtweise, die den Menschen im Mittelpunkt hat.5 In unserer biblisch begründeten Weltanschauung hat Gott das Primat – den Vorrang über alles. Es geht um seine Ehre. Wir sind für Ihn geschaffen. Er ist der ewige Schöpfer und wirksame Erhalter dieser Welt. Gott ist in Jesus Christus der initiative Erretter und wird am Ende der Zeit der unbestechliche Richter sein, vor dem sich jeder Mensch verantworten muss. Gerade als junge Christen brauchen wir für unsere Lebenspraxis biblische Orientierung. Wir sind einer genialen Autorität unterstellt. Gott ist unsere höchste und übergeordnete Autorität. Christus ist der Herr. Sein Wort und seine Gebote sind prinzipiell und fundamental für unsere Denkart und Einstellung. Die Qualität unseres Verständnisses über die Souveränität Gottes bestimmt die Echtheit unserer Nächstenliebe. Übrigens, davon wird auch unser Glücklichsein bestimmt. Denn „glücklich ist das Volk, dessen Gott der HERR ist“.6 Wenn wir nach Demut streben, geht es um Gottes Ehre. Und Gottes Ehre in unser Demut zu suchen, ist immer auch zu unserem eigenen Wohlbefinden und Glücklichsein.7 Wie ist es nun mit Demut unter Menschen, die Sünder sind wie wir? Unserer sündigen Natur widerstrebt es, Autorität anzuerkennen, sich unterzuordnen. Für das geordnete und glückliche Miteinander sind die von Gott gegebenen Autoritätsstrukturen jedoch unerlässlich.

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»Demut ist eben – wie bei unserem Herrn – nicht eine Charakterschwäche, sondern ein zentral prägendes und sichtbares Wesensmerkmal gerechtfertigter und geheiligter Persönlichkeiten.« Wir sind daher aufgefordert und herausgefordert, in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens in den guten Ordnungen Gottes aus demütiger und freudiger Überzeugung zu leben. Das können wir von Herzen jedoch nur, wenn wir von der Sklaverei der Sünde befreit wurden und unter der Herrschaft des Christus leben. Zunächst wachsen wir als Kinder unter der Autorität unserer Eltern auf. Ohne das 5. Gebot8 gelesen zu haben, sind wir unter der elterlichen Fürsorge und Abhängigkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt unsere Selbständigkeit und zugleich – aufgrund unserer sündigen Natur – auch die Rebellion gegen die bestehende Ordnung im elterlichen Haus zu. Das 5. Gebot Gottes bekommt dann eine hochaktuelle Bedeutung. Demut bedeutet also für Teenager, Jugendliche und junge Erwachsene, die von Gott gegebene Autorität und Führung der Eltern zu respektieren und wertzuschätzen, auch wenn diese ganz sicher nicht immer fehlerfrei ist. Das ist unsere erste Pflicht und ausdrücklicher Wille Gottes. In Eph 6,1-3 steht: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn! Denn das ist recht. Ehre deinen Vater und deine Mutter - das ist das erste Gebot mit Verheißung - damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde“. Vom verständnisvollen, reifen und interessierten 12-jährigen Jesus lesen wir, wie er im Tempel mit den Schriftgelehrten theologische Gespräche führt. Obwohl ihm das sehr wichtig ist, folgt er dem Wunsch seiner Eltern: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan (= gehorsam)“9 In den ersten 30 Jahren seines Lebens hat unser Herr Gehorsam gelernt.10 Er war als Mensch demütig in den Ordnungen des Elternhauses und im Arbeitsleben. Später konnte er seinen Jüngern Kraft seines authentischen Lebensvorbildes mit Überzeugung den Weg weisen, der auch für uns maßgebend ist: „Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“.11

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Demut ist eben – wie bei unserem Herrn – nicht eine Charakterschwäche, sondern ein zentral prägendes und sichtbares Wesensmerkmal gerechtfertigter und geheiligter Persönlichkeiten. Als junge Männer sind wir ganz besonders herausgefordert, dem Jesusvorbild zu folgen. Wir sollen denkende, demütige und dienende Männer Gottes werden, die ihr Leben als freudige und heilige Pflicht begreifen. Wir wollen nicht egozentrische und materialistische Machttypen sein, sondern Männer sein, die ihrem Herrn Christus aktiv und initiativ aus Herzensüberzeugung mit Fleiß und Anstrengung nacheifern und sein Wort lieben. Der Apostel Paulus erklärt den Maßstab für diese Art des demütigen Lebensstils: „Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch!“12 In Bezug auf die Führungsrolle der (zukünftigen) Ehemänner lehrt uns die Schrift, was Christus gemäßer, demütiger Führungsstil ist. Nicht das Durchsetzungsvermögen steht an erster Stelle, sondern die zielorientierte, selbstlose und demütige Haltung der Hingabe: „Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen.“13

Nicht Selbstbewusstsein macht uns stark, sondern ein überzeugendes Gottesbewusstsein. Das ist das Verständnis von der souveränen Gnade Gottes in Jesus Christus. Wenn der ewige Gott in seiner unumschränkten Souveränität durch Christus in unser Leben hinein redet, uns von Sünden rettet und dann regiert, verstehen wir, was Demut bedeutet. Der von Gott Erwählte und Begnadigte kann seine Identität in Gottes Schöpfungs- und Erlösungsplan freudig und demütig genießen. Auch in der Schule, im Studium und im Beruf respektieren wir als denkende und überzeugte Christen willig und mit freudiger Überzeugung die notwendigen menschlichen, wenn auch mit Fehlern behafteten Autoritätsstrukturen.15 Aufgrund unserer christlichen Grundhaltung der Demut lernen wir unseren Lehrern und Leitern positiv und freundlich zu begegnen, sie zu achten und wertzuschätzen. Wir sind dankbar für die geordneten Verhältnisse in unserem Staat. Wir sind demütig, aber auch zugleich aufmerksam und nicht Konfliktscheu, wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht. Wir sind im Zweifelsfall bereit – in Demut und Liebe wohlgemerkt – Gott mehr als den Menschen zu gehorchen! ·

Was uns Christus demütig dienend und liebend vorgelebt hat, ist Maßstab für das christliche Mannsein. Das ist absolut erstrebenswert für unser Leben. Dann werden wir gute Mitarbeiter am Evangelium, selbstlos dienende Ehemänner und Familienväter. Die demütige Haltung einer jungen, christlichen Frau beginnt im Verstehen und Leben der gottgegebenen, schöpfungsgemäßen Identität. Dieses Verständnis ist natürlich völlig konträr zu dem feministischen, selbstbestimmten und gottlosen Rollenmodell unserer Zeit. Christliche Frauen brauchen darum fundierte biblische Theologie, um ihre Femininität in unserer modernen Zeit demütig-dienend und biblisch-überzeugend zu leben. Die Einzigartigkeit von Mann und Frau im Bild, Gottes geschaffen zu sein, und die Rolle der Frau mit dem vollständigen Ergänzungspotential für den Mann, ist das Fundament für ein biblisches, demütiges, freudiges und glückliches Unterordnungsverständnis. Die Gefahr ist groß, Demut als blinden Gehorsam oder notwendige Formalität zu verstehen. Die christlichen Gemeinden brauchen heute biblisch denkende und zugleich demütige Männer und Frauen, die einen gottzentrierten Lebensstil pflegen und das Gute suchen. Demut lernende Menschen verstehen den Sinn der biblischen Anweisung für das Gemeindeleben: „Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“14

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Ein Amerikaner und die Demut T EXT x I AI N H. MURRAY

Der weltweit bekannte Pastor und Autor John MacArthur hat unzählige Christen durch sein Leben und Werk maßgeblich beinflusst und geprägt. Erstaunlich ist dabei, wie unwichtig er sich nimmt. Hier ein Auszug aus der Biografie über MacArthur, die uns einiges interessantes und nachahmenswertes über die Demut des Pastors offenbart.


ie Zeit um das Jahr 1979 war für John MacArthur, der nun 40 Jahre alt war, von vielen Problemen und Angriffen geprägt, u.a. von einer langwierigen Anklage wegen eines Selbstmordes von einem jungen Mann, der sich angeblich wegen falscher Seelsorge umgebracht hatte. Dies führte MacArthur noch tiefer in das Wort Gottes. Denn der Dienst für Gott bewirkt stets nicht nur Frucht bei jenen, denen man dient, sondern auch im Leben des Dieners selbst. Während seines jahrelangen Studiums wurde MacArthur auf seinen Dienst vorbereitet, aber danach machte Gott ihn erst wirklich brauchbar, indem er ihn Demut lehrte, seinen Charakter schliff und ihn zu einem Leben in der Heiligung erzog. Bei einem Prediger ist es die geistliche Qualität seines Lebens, die ihn überzeugend macht, und die kann er nicht aus sich selbst heraus entwickeln. Darüber hinaus übten in den folgenden Jahren viele und heftige lehrmäßige Kontroversen MacArthur in der Demut. Er plädiert dafür, sich bei nötigen Kontroversen nicht »beleidigend, verächtlich oder aggressiv gegenüber anderen zu verhalten«. »Kontroversen sind mir einfach widerwärtig. Wer mich persönlich kennt, wird bestätigen, dass ich keinen Spaß an irgendwelchen Disputen habe.« Außerdem brauchen wir, so warnt er, stets die rechte Demut: Wir müssen tatsächlich sehr aufpassen, wenn wir die Schwere des Fehlers eines anderen beurteilen. Wir dürfen niemals oberflächlich urteilen. Wir müssen bedenken, dass wir tatsächlich zu Fehlurteilen und eigenen Fehlern neigen. »Wir alle straucheln oft« (Jak 3,2).1 Auch seine Frau Patricia war nützlich, um ihren Mann zur Demut zu mahnen. Das tat Patricia einmal aus unerwartetem Anlass. Eines Morgens um sechs wurden sie zu Hause buchstäblich wachgerüttelt – von einem Erdbeben der Stärke 6,8. John schrieb später darüber: Dank Gottes Fügung war das Einzige, was wir verloren, ein Regal voller Sportpokale, die ich früher einmal gewonnen hatte. Als wir das Durcheinander betraten, lagen sie da, die Symbole meines längst vergangenen Ruhms als Footballspieler: in einem Haufen am Boden, kurz und klein geschlagen.2 Als sie dieses Bild der Zerstörung betrachteten, »nutzte meine Frau die Gelegenheit, um mich daran zu erinnern, dass Gott den Demütigen Gnade gibt.« Das war kein leichtfertiger Ausspruch. Um diesen Rat zu

untermauern hatte sie ihm schon Jahre zuvor eine selbstgestickte Handarbeit mit den Worten geschenkt: »Wandle demütig vor deinem Gott!« Dieses Geschenk hängte er in Augenhöhe gegenüber dem Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer auf. Vielleicht ist Demut nicht gerade die typischste Tugend in den USA, und so lernte MacArthur in dieser Beziehung besonders auf seiner Fernostreise 1988 von asiatischen Gemeinden. Auf den Philippinen beobachtete er: »Die Gemeinde besteht aus einfachen, demütigen Leuten«, in denen er die Gnade Gottes am Werke sah und von deren vorbildlichen »demütigen Dienerherzen« die Amerikaner viel lernen können. Einen besonders tiefsten Eindruck hinterließen die Gläubigen in Südkorea bei ihm. Er schrieb in sein Reisetagebuch: »Die koreanischen Christen sind faszinierend – treu im Gebet und der täglichen Andachtszeit, sie singen gern, sind voller Freude, glücklich und nicht materialistisch. Gott hat sie wirklich gesegnet. Sie sind demütig und ehrerbietig.«

»Dank Gottes Fügung war das Einzige, was wir verloren, ein Regal voller Sportpokale, die ich früher einmal gewonnen hatte. Als wir das Durcheinander betraten, lagen sie da, die Symbole meines längst vergangenen Ruhms als Footballspieler: in einem Haufen am Boden, kurz und klein geschlagen.« 21


Ähnliches lernte er auf seinen Russlandreisen in den 1990er Jahren. Der Kontrast zwischen den Lebensumständen im ehemaligen Ostblock und dem Überfluss im Westen war unübersehbar. In St. Petersburg etwa hörte er von vier Familien, die in einer Vier-ZimmerWohnung lebten und sich mit 31 Personen ein einziges Badezimmer teilten. Dennoch erschien das Glaubensleben der Gemeinden durch den allgemeinen Mangel nicht im Geringsten geschwächt; ganz im Gegenteil wies es eine bemerkenswerte Vitalität und Stärke auf. Unübersehbar war auch ein weiterer Unterschied, nämlich die Art und Weise des Gemeindelebens. Während dort vieles »fehlte«, was man in Amerika für den »Erfolg« einer Gemeinde für unverzichtbar hält, gab es einen Hunger nach dem Wort Gottes, so dass man bei jedem Gottesdienst überfüllte Säle erlebte – sei es am Sonntagmorgen oder Sonntagabend wie auch bei Gottesdiensten am Dienstag-, Donnerstag- und Samstagabend. MacArthur schrieb darüber: Ihre Gottesdienste sind das reinste Vorbild für genügsame Schlichtheit: Sie umfassen nur die Verkündigung des Wortes und die Feier von Taufe und Abendmahl ohne alles Blendwerk und Entertainment, das uns alle »Experten« daheim heute als unverzichtbare Werkzeuge aufschwatzen wollen. Das hat mich dahin geführt, tiefer als je zuvor darüber nachzudenken, wie der Herr seine Gemeinde baut und was es heißt, ein weiser Baumeister zu sein (1Kor 3,10-15). Der Gottesdienst im slawischen Sprachraum ist schlicht, und das Evangelium steht im Mittelpunkt, genau wie wir es in der Apostelgeschichte sehen. Was so viele Gemeinden im Westen verdorben hat, nämlich der Griff in die Trickkiste, Oberflächlichkeit und dass der Mensch im Mittelpunkt steht, all das gab es dort bemerkenswerterweise nicht … Es war das völlige Gegenteil dessen, was amerikanische Gemeindewachstumsgurus beharrlich für absolut unverzichtbar erklären. Außerdem beobachtete er: Ein bedeutender Unterschied, der mir auffiel, als ich dort erstmals predigte, war die Ausdrucksweise, mit der praktisch alle russischsprachigen Gläubigen die Bekehrung zu umschreiben pflegen. Sie sprechen nicht davon, dass man Christus als seinen persönlichen Retter annimmt. Sie würden niemals nur sagen, dass jemand »eine Entscheidung für Christus getroffen« oder »Jesus in sein Leben eingeladen« hätte. Ihr Sprachgebrauch ist schlicht und vollkommen biblisch: ein neuer Gläubiger ist jemand, der Buße getan hat. Wenn jemand kein Anzeichen der Buße aufweist, nimmt man ihm nicht ab, Christ zu sein, egal auf welche Art er seinen Glauben auch mit Worten bekennen mag. Anfang der 1990er Jahre war wieder eine Zeit besonderer Übungen für MacArthur. Zunächst geriet sein Werk Grace to You in Schwierigkeiten – unter anderem finanzieller Art –, weil sie sich mit einem zu ehrgeizigen Projekt übernommen hatten. Kurz nachdem dieses Projekt wieder aufgegeben worden war, erlitt seine Frau Patricia 1992 einen schweren Autounfall. Er schreibt:

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»Wir sind nicht dazu da, um Geld zu machen oder ein riesiges DienstImperium aufzurichten. Wir sind allein dazu da, um die Bibel zu lehren, und wir vertrauen darauf, dass Gott uns auf dem Niveau erhält, das ihm beliebt.«


Patricias fast tödlicher Autounfall und die Dinge, die seitdem geschehen sind, haben mir zweifellos viele demütigende Lektionen erteilt. Mein Leben – tatsächlich ja das Leben von jedem von uns – ist wirklich nur ein Hauch, und allein durch Gottes Gnade wird überhaupt je einer unserer Träume Wirklichkeit.3 Während des vergangenen Jahres ließ Gott in seiner Souveränität einige außerordentliche Dinge in meinem Leben geschehen – Dinge, die auf wundersame Weise meine persönlichen Umstände mit gewaltigen Wahrheiten aus dem Wort Gottes in Verbindung gebracht haben … Gott lehrt uns in diesen schweren Tagen so manche Lektion … Wir sind nicht dazu da, um Geld zu machen oder ein riesiges Dienst-Imperium aufzurichten. Wir sind allein dazu da, um die Bibel zu lehren, und wir vertrauen darauf, dass Gott uns auf dem Niveau erhält, das ihm beliebt.4 An erster Stelle der Seligpreisungen nennt unser Herr: »Selig sind, die da geistlich arm sind.« Dieser Charakterzug war unter Evangelikalen selten von Bedeutung. Johns Mitarbeiter Tom Pennington sagte anlässlich einer Festansprache: Ich habe zwölf Jahre lang christliche Radiosendungen gemacht und dabei mit einer ganzen Reihe anderer wohlbekannter christlicher Lehrer und Leiter zusammengearbeitet. Tragischerweise musste ich dabei wiederholt Hochmut und Selbstdarstellung übelster Art erleben.

Im Gegensatz dazu sagte er über seine Zeit als Co-Pastor mit John: Zwar haben wir es noch nicht gut genug gelernt, aber an dir haben wir zumindest gelernt, wie Demut aussieht. Regelmäßig schreibst du deinen Erfolg anderen zu. Du magst es nicht, wenn sich alle Aufmerksamkeit auf dich richtet. Du hast nie die Rolle der Primadonna gesucht noch jemals zugelassen, dass du sie spielst. Pennington war sich durchaus bewusst, dass er mit diesen Worten nicht seinen Leiter für eine Errungenschaft lobte. Er hatte – wie auch John – die Lehre Christi verstanden. Demut heißt zu bedenken, was wir vor Gott sind, und dass wir alles seiner Gnade verdanken: »Demut ist kein menschliches Werk, das wir tun sollen, um würdig zu sein, sondern ein göttliches Werk, das Gott tun muss, um zu zeigen, dass wir unwürdig sind und dass wir an dem, wie wir vor ihm stehen, nichts ändern können.« – »Das Kennzeichen eines reifen Glaubenslebens ist nicht Sündlosigkeit (die es erst im Himmel geben wird), sondern ein zunehmendes Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit.«5 – »Der Gläubige sieht sich vor Gott als arm, bekümmert, sanftmütig und hungrig.«6 Einem Christen sollte es nicht schwer fallen zu erkennen: Wenn Paulus sich als »elender Mensch« bezeichnet, meint er nicht einen ehemaligen Zustand oder eine frühere Erfahrung:

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Was bei MacArthur sichtbar wird, sind die praktischen Konsequenzen der Demut. Für ihn gehört dazu die Bereitschaft, anderen Wertschätzung zu erweisen und ihnen zuzuhören, auch wenn sie anderer Meinung sind als er. Zwar ist sein Predigtstil durch Kühnheit und Gewissheit geprägt, aber in seinem persönlichen Lebenswandel hält er sich durchaus nicht für unfehlbar und weiß, dass eine solche Haltung mit einer demütigen Gesinnung unvereinbar ist. Wie alle Christen bleibt er ein Schüler in der Schule Christi. Er schreibt: Die Früchte wahrer, christusähnlicher Leiterschaft sind Demut, Milde, Selbstaufopferung und Liebe zu den Schafen. Ein guter Hirte verkörpert, wonach jeder Verantwortliche in der Gemeinde streben sollte: Er ist personenbezogen, geduldig, einfühlsam, engagiert und selbstlos … Herrische Autokraten, die zu Mitgefühl oder Freundlichkeit anscheinend unfähig sind, sind als Führungspersonen vollkommen ungeeignet. Der Schlüssel zu effektiver Leiterschaft liegt weit weniger darin, zu herrschen, als vielmehr darin, sich hinzugeben.7 Pennington erzählt folgende Geschichte, die sich begab, als er einmal mit John und Patricia zu einem Predigtdienst in Denver unterwegs war. Als sie am Flughafen ankamen, mussten sie einen Wagen mieten, um zur Gemeinde zu kommen, aber es war nur noch ein teurer Cadillac verfügbar. Da sie keine Alternative hatten, mussten sie ihn nehmen. Du warst derart darum besorgt, welchen Eindruck das erwecken könnte, und es stand deinem Wesen derart entgegen, dass du den Wagen mehrere Blocks vom Gemeindehaus entfernt abstelltest – und du, Patricia und ich gingen trotz Kälte den Rest des Weges zur Gemeinde zu Fuß. Ich bin sicher, dass die Leute sich an jenem Abend bestimmt fragten, warum die MacArthurs zu Fuß zur Gemeinde kamen. Die Frage, was Demut für MacArthur bedeutet, führt uns zum Grundprinzip seines Dienstes zurück: Aller Erfolg hängt vom Wort Gottes ab. John kann Diener Christi wie Luther und Spurgeon bewundern, würde dem aber gleich hinzufügen: »Es liegt nicht am Menschen selbst, sondern an der Wahrheit und Kraft Gottes in diesem Menschen.« Wer unter der Kanzel John MacArthurs gesessen hat, der hat diese Lektion von ihm gelehrt. Dreißig Jahre nach der Gründung von Grace to You bezeugte Jay Flowers, ein dortiger Mitarbeiter, am Ende seines Artikels über dieses Werk: Der heutige Umfang unserer Arbeit wäre 1969 unmöglich erschienen. Menschlich gesprochen war er das auch. Was wir seitdem während der ersten dreißig Jahre unseres Dienstes geschehen sahen, ist kein Denkmal für John MacArthur, unseren Mitarbeiterstab oder unsere Genialität, sondern für Gottes Treue, der sein Wort segnet.8 · Auszüge aus dem Buch „John MacArthur“ von Iain H. Murray. Redaktionell bearbeitet von Hans-Werner Deppe.

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John MacArthur Dienst am Wort und an der Herde

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EIN BRIEF UBER DIE DEMUT T EXT x H ANS- WERNER DEPPE

Im Philipperbrief schreibt Paulus seiner persönlichen „Lieblingsgemeinde“ besonders über eine christusgemäße Gesinnung und Demut. Es bestand auch konkreter Anlass dazu.


as ist das Hauptthema des Philipperbriefes? Wer schon ein wenig die Bücher des NT studiert hat, wird diese Frage vielleicht mit „Freude“ beantworten, denn dieser Begriff und die Aufforderung „freut euch“ kommt recht häufig im Philipperbrief vor. Wenn man aber nicht nur stur nach statistischer Häufigkeit von Begriffsvorkommen vorgeht, sondern den Gedankengang von Paulus und die Situation in Philippi untersucht, stellt sich heraus: Das Anliegen von Paulus war nicht, dass die Philipper einfach mehr gute Laune haben sollten, sondern es war nötig, ihre christusgemäße Gesinnung und Demut zu fördern. Der Philipperbrief ist ja als sehr praktisch ausgerichteter Brief bekannt, in dem es weniger um systematische Lehre (wie z.B. im Römerbrief ) geht, als vielmehr darum, wie wir im Alltag als Christen leben sollen. Aber dazu liefert der Philipperbrief nicht zuerst eine Liste von Geboten, Verboten oder Tätigkeitsanweisungen, sondern es geht hier vor allem um die innere Einstellung des Herzens: um die Gesinnung. Und das wichtigste Merkmal einer christlichen Gesinnung ist dem Philipperbrief zufolge die Demut. Die Kernaussage ist Philipper 2,3-5:

die vom Herzen ausgehend dazu führt, nicht für sich selbst, sondern dem Herrn gehorsam und anderen dienend zu leben. Was genau war der Anlass, dass Paulus dies den Philippern schrieb? Waren sie nicht seine Lieblingsgemeinde, denen er am wenigsten Kritik und am meisten Lob und Dank schrieb? Ist der Philipperbrief nicht sogar ein Dankesschreiben für die großzügige finanzielle Unterstützung, die die Philipper dem inhaftierten Apostel haben zukommen lassen (1,3-5; 4,10-18)? Ja, aber auch die Philipper hatten kein problemfrei-perfektes Christenleben, und Paulus spricht ihre Probleme konkret, aber auf eine sehr feine Weise an. Er klopft ihnen nicht auf die Schultern und sagt nicht: „Ihr seid toll und super, dass ihr mir so viel Geld geschickt habt! Ohne euch wäre ich glatt aufgeschmissen“, sondern er macht ihnen gleich im Zusammenhang mit dem Dankesausdruck (und er dankt nicht ihnen, sondern „Gott bei jeder Erinnerung an euch“; 1,3) deutlich, dass ihre guten Taten von Gott gewirkt sind: „dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch vollenden wird …“ (1,6). Dieses Bewusstsein soll letztlich dazu führen, dass ihr „Rühmen überreich werde“ – nicht über sich selbst, sondern „in Christus Jesus“ (1,26).

„[… dass ihr] nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war …“ Diese zentrale Aufforderung zur Demut mündet dann in dem großartigsten Lehrabschnitt des Philipperbriefes: der wohl majestätischsten Beschreibung der Erniedrigung Christi in der ganzen Bibel. Die biblische Lehre über die Person Christi würde bedeutend geschmälert, wenn wir diesen Abschnitt in Philipper 2,6-11 nicht hätten, der beschreibt, wie unser Herr Jesus „von Herzen demütig“ (Mt 11,29) war : Er machte sich selbst „zu nichts“, wurde „gehorsam bis zum Tod am Kreuz“. Die Wortwurzel des hebräischen Wortes für Demut hat die Bedeutung von „herabbeugen“, und genau das ist es, was der Herr Jesus tat. Dafür wurde er von Gott „hoch erhöht“ und „jedes Knie wird sich vor ihm beugen“. Was für eine Ruhmesdoxologie auf unseren Herrn! Und dieser Lobpreis Christi steht nicht im Zusammenhang eines Lehrabschnitts über seine Person, sondern in einem Abschnitt darüber, wie wir leben sollen, ja, wie wir sein sollen! Wir sollen von derselben Gesinnung geprägt sein wie Christus: demütige Selbsterniedrigung,

»Wir sollen von derselben Gesinnung geprägt sein wie Christus: demütige Selbsterniedrigung, die vom Herzen ausgehend dazu führt, nicht für sich selbst, sondern dem Herrn gehorsam und anderen dienend zu leben.« 27


Die anzusprechenden Probleme bei den Philippern thematisiert Paulus ganz konkret, und zwar sind es genau zwei Probleme: Erstens waren sie wegen des Stolzes der einzelnen Gläubigen untereinander zerstritten oder zumindest nicht wirklich in christlicher Eintracht, und zweitens gab es eine Bedrohung durch Irrlehrer. Bemerkenswerterweise geht es bei beiden Punkten besonders um die Gesinnung, obwohl diese zwei Problempunkte jeweils mit dem praktisch klingenden Wort „wandeln“ angesprochen werden:

»Ihm zu dienen, bedeutet auch, anderen zu dienen und nicht sich selbst.«

1.) „Wandelt würdig des Evangeliums“ (1,27a) heißt, dass sie „in einem Geist und mit einer Seele“ (1,27b) kämpfen und die richtige „Gesinnung“ (2,2) demütiger Teamfähigkeit haben sollen; und

Gottes nicht die, dass ich allzu oft meine Meinung durchsetzen will, dass ich meine Interessen für die wichtigsten halte, dass ich mich aus meiner beschränkten Ich-Perspektive übergangen oder benachteiligt oder nicht angemessen gewürdigt fühle? Besteht unser grundsätzliches Versagen nicht allzu oft darin, dass wir den anderen eben nicht „höher achten als uns selbst?“ (2,3), sondern „auf das Eigene [auf den eigenen Vorteil] bedacht“ sind (2,4)?

2.) Die Philipper sollen „wandeln, wir ihr uns [Paulus und seine Mitarbeiter] zum Vorbild habt“ (3,17) und nicht so wie die „wandeln … die Feinde des Kreuzes sind“ (3,18), nämlich die Irrlehrer.

Christliche Stars

Schauen wir uns diese zwei Bereiche – innere Streitigkeiten und Irrlehrer – nun genauer an. Vielleicht lag es an dem kulturellen Hintergrund der Philipper, dass sie nicht von vornherein die bescheidensten und demütigsten Leute waren: Die Bürger der Stadt rühmten sich ihres römischen Bürgerrechts (Apg 16,21); Philippi war eine bedeutende römische Kolonie und Schauplatz der berühmten „Schlacht von Philippi“, mit der im Jahre 42 v.Chr. das Römische Reich begann. In der heidnischrömischen Kultur Philippis war Demut (im Gegensatz zur jüdischen Kultur) keine Tugend, sondern Ausdruck von Schwäche und einer niedrigen (z.B. Sklaven-) Stellung. Die Philipper waren auch nicht gerade arm, z.B. hatte die Purpurkrämerin Lydia ein großes Haus, und sie waren imstande, Paulus mehrfach großzügig zu unterstützen. Die Gemeinde von Philippi bestand hauptsächlich aus Heidenchristen mit einem solchen römischen Hintergrund. Ihre Grundeinstellung zur Demut musste sich also grundsätzlich ändern – so wie es heute in unserer Kultur auch wieder der Fall ist, wenn jemand sich bekehrt. Stolz und Streben nach Selbstverwirklichung führte dazu, dass die Harmonie in der Gemeinde gestört war. Selbst christliche Aktivitäten wie die Verkündigung des Evangeliums geschahen aus „Neid“ und „Eigennutz“. Es war ein Denken verbreitet, dass danach strebte, ein „christlicher Star“ zu werden. Vielleicht der beste Bibelkenner, der tollste Prediger, der supergeistlichste Stille-Zeit-Einhalter, der ausdauerndste Beter oder größte Spender. Paulus brandmarkt das als „eitle Ruhmsucht“ (2,3), die dem Wesen Christi und dem Plan, wie Gott die Demütigen erhöht, völlig entgegengesetzt ist (2,6-11). Wir müssen uns fragen, wie viel der Missstände in unserem Leben und in unseren Gemeinden nicht genau auf diesen Punkt zurückzuführen ist. Ist die Ursache für unser Mangel an Freude, Einheit und Leben zur Ehre

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Gerade in dieser Hinsicht der rechten demütigen Gesinnung sollten die Philipper „ihr Heil bewirken mit Furcht und Zittern“ (2,12). Bei dieser Aufforderung geht es also nicht um Aktivismus und gute Werke, sondern um diese Einstellung „alles ohne Murren und Zweifel“ zu tun (2,14), und vor allem dabei zu bedenken, dass sowohl äußere Taten wie auch die innere Einstellung von Gott gewirkt und geschenkt sind: „… denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken nach seinem Wohlgefallen“ (2,13). Obwohl die Philipper bereits äußerlich „gehorsam“ waren (2,12), fehlte es ihnen noch an dieser demütigenden Erkenntnis, dass alles von Gott kommt. Auch im weiteren Verlauf spricht Paulus das Problem fehlender Demut und deren Folgen an. So hebt er die Einstellung von Timotheus hervor: „Ich habe keinen ihm Gleichgesinnten, der aufrichtig um das Eure besorgt sein wird; denn alle suchen das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist“ (2,20-21). Hier sehen wir: Auf das zu achten, „was des anderen ist“ (2,4) ist gleichbedeutend damit, zu „suchen, was Jesu Christi ist“. Ihm zu dienen, bedeutet auch, anderen zu dienen und nicht sich selbst.

Selbstgerechte Irrlehrer

Besondere Beispiele für egoistischen Stolz sind im Philipperbrief die falschen Lehrer und Irrlehrer, vor denen Paulus warnt. Das beginnt bereits in Kapitel 1 bei denen, die „Christus aus Neid und Streit“ verkündigen (1,15) – wobei nicht genau geklärt werden kann, wer gemeint ist, und diese Personen offenbar auch keine wirklichen Irrlehrer waren, denn Paulus bestätigt ja, das sie das echte Evangelium verkünden. Hier verdeutlicht Paulus, dass Arbeit im Reich Gottes kein Casting-Event ist wie „Deutschland sucht den Superchristen“, es geht nicht um meine Ehre, sondern um die Ehre Christi und die Förderung seines Evangeliums. Im Dienst soll nicht Rivalität herrschen, wie es oft am weltlichen Arbeitsplatz der Fall ist, sondern Eintracht im gemeinsamen Streben


nach der Ehre Gottes. Paulus musste hier in Kapitel 1 leider Negativbeispiele nennen, aber selbst von denen ließ er sich nicht in seiner demütigen Haltung beirren oder verärgern, sondern hatte die richtige Einstellung: Auch wenn sie mich dadurch kränken wollen – was solls! Hauptsache, Christus wird verkündigt und nicht ich, sondern er wird „an meinem [nicht geehrten, sondern in Mitleidenschaft gezogenen] Leib groß gemacht“ (1,20). Offenbar andere Personen als die in Kapitel 1, nämlich tatsächliche Irrlehrer, sind jene, von denen Paulus in Kapitel 3 spricht. Es waren gesetzliche Judaisten, die offenbar die Beschneidung für Christen propagierten (3,1.3). Interessanterweise geht Paulus gar nicht so sehr gegen die Lehre dieser Leute vor, als dass er vielmehr vor ihrer Gesinnung warnt. (Oder anders gesagt: Die falsche gesetzliche Lehre besteht in der falschen Gesinnung der Selbstgerechtigkeit). Er befürchtet, dass diese stolze, selbstgerechte Gesinnung auf die Philipper abfärben könnte. In einem langen Selbstzeugnis beschreibt er, dass das jüdische Gesetz ja nicht dem Stolz dienen sollte – obwohl er das früher als Pharisäer dachte –, sondern der Demütigung und Sündenerkenntnis. Die vermeintliche Selbstgerechtigkeit – zu der das mosaische Gesetz nur führen kann, wenn es missverstanden wird – hält er jetzt für „Dreck“, und zwar „damit ich Christus gewinne“ (3,8). Auch ist es nicht er selbst, der Christus ergriffen (oder sich „für ihn entschieden“) hat, sondern er ist „von Christus Jesus ergriffen“ (3,12). Einheit und damit Teamfähigkeit unter Christen bestehen dann, wenn alle diese Einstellung haben; darauf sollen wir „bedacht sein“ (3,15). Als abfärbendes Vorbild der Demut sollten sich die Philipper Paulus und seine Nachahmer nehmen (3,17), und nicht diese judaistischen MöchtegernGesetzeslehrer, die sich letztlich nur selber dienen und irdische Errungenschaften wie das Halten äußerlicher Gebote oder das Verbessern der Welt erreichen möchten (3,18-19). Im Gegensatz zur römischen Kultur galt Demut bei diesen Irrlehrern wohl als Tugend, aber sie konnten bestenfalls eine geheuchelte äußerliche Demut an den Tag legen. Innerlich waren sie erfüllt von Stolz – doch der Stolz, den sie für Ehre hielten – sich als vermeintliche Gesetzhalter zu rühmen und so Christus seinen Vorrang als einziger Gesetzeserfüller streitig zu machen, die Befriedigung der eigenen religiösen Lüste und die Selbstbeweihräucherung als Gottes Superhelden mit allen damit verbundenen materiellen Vorteilen wie Geld und Luxus, war in Wirklichkeit – aus Gottes Sicht betrachtet – peinliche Schande (3,19). Lasst auch uns nicht auf charismatische Predigerstars schauen, die in teuren Anzügen mit Luxuslimousinen (oder in Gewändern und Papamobilen) vorfahren und so den christlichen Glauben in Verruf bringen, sondern lasst uns die demütige himmlische Gesinnung haben, die Paulus dementgegen in 3,21 beschreibt: auf Christus zu hoffen, „der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit.“

Evodia und Syntyche

Genau in diesen Zusammenhang („Daher … in dieser Weise“; 4,1) spricht Paulus einen ganz konkreten Fall von Disharmonie in Philippi an: den Konflikt zwischen Evodia und Syntyche (4,2-3). Obwohl sie so vorbildlich aktive Christen waren, die mit Paulus für das „Evangelium gekämpft“ und gearbeitet haben (4,3), war die Zwietracht zwischen ihnen ein schweres geistliches Problem. Doch Messlatte für das geistliche Leben ist nicht die evangelistische Aktivität, sondern ob in uns „die Gesinnung ist, die auch in Christus Jesus“ war (2,5). Die Gemeinde ist Christi Leib, der nur im Zusammenspiel funktioniert und nur in Harmonie ihn ehrt. Deshalb ist in der Gemeinde demütige Teamfähigkeit unverzichtbar und ein egoistischer Individualismus wie z.B. beim niederländischen Fußballer Arien Robben, der beleidigt ist, wenn er nicht den Ball bekommt, nicht hinnehmbar. Der Vergleich mit einem Fußballteam ist gar nicht so verkehrt, denn auch die Mannschaft funktioniert nur, wenn jedes Teammitglied nicht für sich selbst, sondern für die Mannschaft spielt. Wie viel mehr gilt das für die Gemeinde, wo es um die Ehre Gottes und den Dienst für ihn geht! Die Lösung für solche Rivalität wie zwischen Evodia und Syntyche ist die im Abschnitt zuvor beschriebene demütige, himmlische Gesinnung, die nicht verbissen die eigene Ehre sucht und so leicht frustiert ist, sondern die Freude am Herrn und an seinem baldigen Kommen hat. Deshalb bedeutet Demut auch, auf den himmlischen Lohn zu hoffen. Der Stolze erwartet Ruhm und Lohn sofort greifbar von Menschen, der Demütige vertraut auf Gottes jetzt noch unsichtbaren Ruhm und Lohn, der einst in unserer Mit-Verherrlichung mit Christus gipfeln wird. Genau das wird hier in Philipper 4,1-5 als Lösung des Konflikts gelehrt. Wenn wir bedenken, dass unsere „Namen im Buch des Lebens sind“ (4,3) und dass „der Herr nahe ist“ (4,5), dann fällt es leicht, den damit verbundenen Aufruf „freuet euch“ (4,4) auszuleben und im harmonischen Miteinander unsere „Milde allen Menschen bekannt“ werden zu lassen (4,5). Der einzige Weg zur Herrlichkeit Christi ist aber der Weg des Kreuzes und der Erniedrigung Christi, und den haben wir zu gehen. · Quellenhinweis: Die Anregung zu diesem Artikel verdanke ich einer Predigt von Peter Lüling (Hermeskeil)

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DEMUT DIE VERGESSENE TUGEND

JOB THE FILM

Wayne Mack

Chris Koelle, Danny McKnight, John Piper

BIBLISCHE LEHRE

FILM

Nur wenige christliche Bücher im deutschsprachigen Raum befassen sich umfassend und tiefgründig mit Demut, obwohl dieses Thema in der Bibel häufig behandelt wird und für das christliche Leben eine zentrale Bedeutung hat.

Leider liegt dieses einzigartige Projekt bis dato nur in englischer Sprache vor. Ursprünglich war dieser Film „nur“ ein Lyrikband von John Piper. Piper, der nicht nur ein einflussreicher Prediger und Autor ist, hat sich auch der Lyrik und Dichtung verschrieben. So entschloss er sich, die Geschichte Hiobs in Lyrik zu fassen und als Buch herauszubringen. Jahre später erschien das Buch auch in illustrierter Form. Hierfür zeichnete der begabte christliche Illustrator und Künstler Christopher Koelle verantwortlich. Um die illustrierte Ausgabe zu promoten, wurde ein Trailer produziert, indem die Illustrationen animiert wurden und Piper die Lyrik als Erzähler vortrug. Schnell war das Buch vergriffen. Doch für Koelle war hiermit die Arbeit nicht getan. Er entschloss sich, basierend auf dem Trailer, einen animierten 45-minütigen Film daraus zu machen.

„Demut – Die vergessene Tugend“ ist ein nützliches Buch. In den ersten Kapiteln schafft der Autor eine lehrmäßige Basis, die theoretischer Natur ist. Hier gilt es sich durchzukämpfen, da viele Bibelstellen angeführt werden und ihre praktische Umsetzung eher oberflächlich aufgezeigt wird. Die Ausführungen in den folgenden Kapiteln sind dagegen anwendungsbezogen und offenbaren ein biblisch fundiertes Menschenbild. Stolz und Demut werden immer wieder gegenübergestellt. Mutig und mit Bibelstellen untermauert beschreibt der Autor das Wesen und die Folgen dieser gegensätzlichen Haltungen. Er definiert Demut als „eine Grundhaltung, bei der wir unsere persönliche Bedeutungslosigkeit und Unwürdigkeit vor Gott erkennen und Ihm höchste Ehre […] zuerkennen“. Aufschlussreich ist die Anmerkung, dass eine demütige Haltung in demütigen Handlungen sichtbar wird (vgl. Seite 21). In jedem Kapitel werden wesentliche Lehraussagen, die im Text hervorgehoben sind, zunächst prägnant angeführt und anschließend erläutert. Umfangreiche Zitate von Jonathan Edwards und Charles Spurgeon geben an verschiedenen Stellen einen vertieften Einblick in die Thematik. Am Ende eines jeden Kapitels sind Übungsaufgaben zur Anwendung und Diskussion zu finden. Das Buch dient insgesamt zur geistlichen Erbauung. Es eignet sich vor allem als Hilfestellung zur Diagnose des persönlichen Stolzes sowie zu einer geistlich realistischen Selbsteinschätzung vor Gott. Für jeden Christen, der unter seinem stolzen Herzen leidet und nach mehr Demut strebt, ist die Lektüre des Buches zu empfehlen. · WD 30

‒ REZENSIONEN

Allerdings sollte man keinen Pixar-Animationsfilm erwarten. Der teilweise rohe Illustrationsstil passt perfekt zur tragischen Geschichte Hiobs und die zurückhaltenden Animationen legen den Fokus ganz klar auf die Worte von John Piper, der die Lyrik durch den ganzen Film hindurch vorträgt. Teilweise werden die Worte Pipers auch auf dem Bildschirm gut lesbar eingeblendet. Sparsam aber, dennoch effektvoll und gekonnt wird der Soundtrack eingesetzt, der sich durch sanfte Pianoklänge und Streicher im Hintergrund auszeichnet. Auch angenehm ist, dass übertriebener oder hollywoodesker Pathos komplett fehlt. Dafür sorgt die allgmein sehr zurückhaltende Machart des Films. Insgesamt ein gelungenes Projekt, das zeigt: Auch christliche Künstler können Filme schaffen, die handwerklich und künstlerisch mit dem säkularem Markt mithalten können und eine klare, bibeltreue Evangeliumsbotschaft kommunizieren. Leider nur in englischer Sprache vorhanden und deshalb für den deutschen Markt eher unrelevant, leider. · PV


IMPRESSUM DEMUT x

Impressum HERAUSGEBER Die Redaktion REDAKTION Waldemar Dirksen Viktor Sudermann Andreas Kuhlmann Peter Voth Hans-Werner Deppe Hans-Jürgen Holzmann ART DIRECTOR Peter Voth L E K TO R AT Reinhard Reichert ABO-SERVICE Michael Töws SHOP cbuch.de/timotheus INTERNET timotheusmagazin.de cbuch.de/timotheus betanien.de KO N TA K T timotheusmag@yahoo.de mtoews@betanien.de VERTRIEB & VERL AG Betanien Verlag WEITERE INFOS web x cbuch.de email x info@betanien.de tel x 05237-899090 ERSCHEINUNGSWEISE Timotheus ist ein Quartalsmagazin und erscheint somit alle drei Monate: x Januar (Winterausgabe) x April (Frühlingsausgabe) x Juli (Sommerausgabe) x Oktober (Herbstausgabe) ALLGEMEINER HINWEIS Die Erstausgabe „#1 Nachfolge“ ist am 1. Oktober 2010 erschienen. Seit der Winterausgabe 2011 „#2 Glaube“ wird das „Timotheus Magazin“ vom Betanien Verlag herausgegeben, gedruckt und vertrieben (€ 2,90 pro Ausgabe; zzgl. Versandkosten). Das „Timotheus Magazin“ ist kein Verein, sondern ein freies Produkt der Initiatoren. © der Artikel bei den jeweiligen Autoren. Vervielfältigung nur mit Quellenangabe. © der Bilder und Fotos bei den jeweiligen Rechteinhabern (siehe Bildnachweis).

NR. 08 x

03 /20 1 2

BILDNACHWEIS S. 1,26 © by Kevin Russ (istockphoto.com) x S. 4,7,8,11 © by Peter Becker (pbecker.500px.com) x S. 12,14 © by National Portrait Gallery, London (commons.wikimedia.org) x S. 16,17,19,32 © by NASA (commons.wikimedia.org) x S. 20,23,25 © by Lukas van Dyke (lukasvandyke.com) x S. 24 © by Grace To You (gty.org) VERWENDETE S C H R I F TA RT E N x District Thin © by Dylan Smith & Kienan Smith x Mensch © by Morgan Allan Knutson x Adobe Garamond Pro © by Adobe Systems Incorporated M I S S I O N S TAT E M E N T Timotheus ist ein bibeltreues, reformatorisches und überkonfessionelles Magazin, herausgegeben von freikirchlichen evangelischen Christen. Das Ziel ist die verständliche, biblisch fundierte, interessante und herausfordernde Vermittlung biblischer Lehre. "Bibeltreu" bedeutet für die Herausgeber, dass sie von der absoluten Zuverlässigkeit der Bibel als inspiriertes und irrtumsloses Wort Gottes überzeugt sind. Die theologische Ausrichtung lässt sich daher am besten mit den 5 Soli der Reformation beschreiben: Allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift, allein Gott die Ehre.

Quellen MAHNUNG ZUR DEMUT (S. 08-11) 1 Wayne A. Mack, Demut – Die vergessene Tugend, CMV 2011, S. 90 2 Wayne A. Mack, Demut – Die vergessene Tugend, CMV 2011, S. 90 SPURGEONS DEMUT (S. 12-15) 1 Spurgen, C.H., C.H. Spurgeon – Alles zur Ehre Gottes, Autobiografie, Oncken Verlag Wuppertal und Kassel, 1984, Lizenzausgabe, Bielefeld, CLV, 2002, 2. Sonderauflage, S. 38. 2 Ebd., S. 43,46. 3 Murray, I., Spurgeon wie ihn keiner kennt, Hamburg: Reformatorischer Verlag Beese,1992, 1. Auflage, S. 60. 4 Ebd., S. 9. 5 Ebd., S. 90. 6 Ray, C., Susannah Spurgeon, Oerlingshausen, Betanien Verlag, 2009, 1. Auflage, S.47.

7 Ebd., S. 48f. DEMUT UNTER MENSCHEN (S. 16-19) 1 1.Petr. 5,6-7 2 Römer 8,28 3 Lexikon der dt. Sprache 4 Wikipedia 5 Padberg, L: Freiheit und Autorität, Wuppertal 1984 6 Psalm 33,12 7 Psalm 1,1; Matth. 11,29 8 „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lange währen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt.“ (2Mose 20,12) 9 Lukas 2,51 10 Hebräer 5,8 11 Matthäus 11,29 12 Epheser 5,2 13 Epheser 5,25 14 Jakobus 5,5 15 1Petrus 2,13-14 EIN AMERIKANER UND DIE DEMUT (S. 20-25) 1 Reckless Faith, S. 46 und Wenn Salz kraftlos wird, S. 20. 2 Durch die enge Pforte, S. 112. 3 Grace to You-Rundbrief vom 16. Oktober 1992. 4 Ebd., 17. Juni 1993. 5 MacArthur New Testament Commentary Matthew 1-7, S. 149, S. 160 6 The Jesus You Can’t Ignore, S. 132. Dieser Kommentar behandelt die ersten vier Seligpreisungen in Matthäus 5,3-6. »Jesus hätte sich wohl kaum einen anderen Tugendkatalog ausdenken können, der stärker im Widerspruch zu seiner Kultur gestanden hätte.« 7 »The Pastor as Leader«, in: For the Fame of God’s Name (Wheaton: Crossway, 2010), S. 465, 469. 8 »Mission Impossible«, in: Grace Today, 28. Februar 1999. SOLUS CHRISTUS S O L A G R AT I A SOLA FIDE SOLA SCRIPTURA SOLI DEO GLORIA ·

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HERZLICHE EINLADUNG ZUR

4. betanien-konferenz S A M S TAG , 1 5 . S E P T E M B E R 2 0 1 2 H AU S N E U L A N D , B I E L E F E L D - S E N N E S TA D T

Die sieben Sendschreiben in Offenbarung 2-3 IHRE BEDEUTUNG FÜR UNS HEUTE

DAs Thema und seine Wichtigkeit x

Nachdem auf den vergangenen Betanien- Konferenzen stets ein Thema behandelt wurde, soll dieses Mal ein Bibelabschnitt im Blickpunkt stehen und ausgelegt werden. Wir haben dafür die 7 Sendschreiben der Offenbarung gewählt, da sie einerseits eine besondere lehrmäßige Herausforderung sind und ihre Erklärung aus reformatorischer Sicht für die Konferenzteilnehmer sicherlich eine große Bereicherung bedeutet. Andererseits haben die Sendschreiben auch eine große praktische Bedeutung sowohl für das Leben als Christ als auch für die Gemeinden. Gerade heute bieten sie wichige Orientierung, Korrektur und auch Ermutigung, in schwierigen Zeiten trotz vieler Verführungen und Abirrungen treu dem Herrn Jesus Christus nachzufolgen.

Ort und Organisatorisches x

Haus Neuland · Senner Hellweg 493 33689 Bielefeld-Sennestadt (Anmeldung bitte ausschließlich beim Betanien Verlag) Dieses säkulare Tagungshaus in der Natur (Teutoburger Wald) liegt nur 7 Min. von der A2 und 5 Min. von der A33 entfernt. Übernachtung möglich. Gesonderte Räume für Baby- und Kinderbetreuung stehen zur Verfügung.


PROGRAMM UND REFERENTEN x

9.30 Uhr

Begrüßung, Organisatorisches, Lied & Gebet

9.45 Uhr

Hans-Werner Deppe Einleitung in die Sendschreiben und das Sendschreiben an Ephesus

10.45 Uhr

Kaffeepause

11.15 Uhr

Hans-Jürgen Holzmann Die Sendschreiben an Smyrna und Pergamon

12.15 Uhr

Fragenbeantwortung, Infos und Neuigkeiten

12.30 Uhr

Mittagessen

13.30 Uhr

Wanderung durchs Schopketal (ca. 3 – 4 km)

14.45 Uhr

Jörg Wehrenberg Die Sendschreiben an Thyatira und Sardes

16.00 Uhr

Nachmittagskaffee & Kuchen

16.45 Uhr

Dirk Noll Die Sendschreiben an Philadelphia und Laodizäa

17.45 Uhr

Fragenbeantwortung, Bücherbasar

18.15 Uhr

Abendessen (kaltes & warmes Buffett)

Infos zu den Referenten unter www.betanien.de/konferenz

KOSTEN x

Freiwillige Richtbeiträge: 20-25 € pro Person oder 45 € pro Familie für Mittagessen, Kuchen, Raummiete und Referenten-Reisekosten. (Mit Abendessen plus je 8 €). Für Spendenbeiträge und für Getränkekosten stehen Sammelboxen bereit. Komfortable & preiswertung Übernachtung im Konferenzhaus möglich (Beispiel: Mehrbettzi. ab 15 €, Einzelzi. ab 31 €, Komfort-DZ 60 € für 2 Pers., jeweils zzgl. Frühstück).

ANMELDEFRISTEN x

Bitte melden Sie sich bis zum 31.08.2012 an.

ANMELDEadresse x

Betanien Verlag e.K. Imkerweg 38 · 32832 Augustdorf (J. Pfeiffer, M. Töws, H.-W. Deppe) Tel. 05237 - 89 90 90 · Fax 05237 - 89 90 91 eMail: konferenz@betanien.de weiere Infos: www.betanien.de/konferenz


neuheiten A U S G E WÄ H LT E N E U H E I T E N A U S D E M B E TA N I E N - O N L I N E S H O P t  C B U C H . D E

IAIN H. MURRAY

John

MacArthur

Biografie

Seit über 40 Jahren hat John MacArthur es als Lebensziel verfolgt, das Wort Gottes viele Stunden pro Woche zu studieren und in fortlaufender und auslegender Weise zu verkünden, damit die Gemeinde Jesu wächst und gedeiht. Weil diese schlichte, systematische Verkündigung des reinen Wortes Gottes das Relevanteste ist, was die Gemeinde und die Welt zu allen Zeiten brauchen, sind John MacArthur, seine Gemeinde Grace Community Church und die damit verbundenen Werke Grace to You und The Master’s Seminary zu Segenskanälen geworden, die sich in alle Welt erstrecken. Dieses Buch schildert seine persönliche Entwicklung und seinen Dienst in der Gemeinde, in der theologischen Ausbildung, in US- und weltweiten Radio-, Kassetten- und Predigtdiensten und die Frucht seiner Bücher und Medien. Daraus zeigt sich: Auch sein Leben mit seinen Prioritäten und all den durchstandenen Herausforderungen und Problemen ist eine Predigt für sich. Nr. 175948, Paperback, 274 Seiten, Betanien t € 13,90 Auszug (Kapitel 5+6 über MacArthurs Verständnis von Predigtdienst und Evangelisation): Nr. 177805, Din A5 geheftet, 20 Seiten, Betanien t € 1,00

ELBERFELDER/NASB

Elberfelder

Bibel

-

Deutsch/Englisch

Revidierte Elberfelder Bibel und englische NASB. Die Elberfelder Bibel zeichnet sich im Vergleich mit anderen deutschsprachigen Bibelübersetzungen insbesondere durch ihre Nähe zum Grundtext aus, den sie mit weitgehend wörtlicher Exaktheit wiedergibt. Dabei bleibt sie für den Leser trotzdem gut verständlich. Nun ist die Elberfelder Bibel auch als zweisprachige Ausgabe erhältlich. Dem deutschen Bibeltext wird eine englische Übersetzung gegenübergestellt, die der New American Standard Bible entnommen ist. Auf einer Seite stehen dabei in jeweils einer Spalte der Text der Elberfelder Bibel und der englische Text nebeneinander. Nr. 225990, Gebunden, 2256 Seiten, Brockhaus t € 29,90 Sonderposten mit unbedeutendem Bindefehler, statt 49,90 €

JOHN MACARTHUR

Durch

die

enge

Pforte

Heute ist ein Evangelium gängig, das zwar äußerlich beeindruckend, aber innerlich kraftlos ist. In diesem Buch warnt John MacArthur vor dem modernen Irrweg, das Evangelium nach Marketingmethoden den Launen und Vorlieben der Welt anzupassen. In zwölf bibelzentrierten Kapiteln zeigt John MacArthur, wie falsch dieses "moderne Evangelium" ist und welche fatalen Auslassungen es kennzeichnet. Gerade aufgrund der rein biblischen Argumentation in Form fortlaufender Textauslegung hat das Buch eine enorme Überzeugungskraft. Es ist ein Weckruf, der bei der grassierenden Verdünnung und Verdunklung des wahren Evangeliums dringend beachtet werden sollte und weite Verbreitung verdient. Nr. 175966, Paperback, 221 Seiten, Betanien t € 5,90 Preissenkung, statt vorher 11,50 Euro


HIER BESTELLEN 0 5 2 3 7 - 8 9 9 0 9 0 t I N F O @ B E TA N I E N . D E t  C B U C H . D E t  B E TA N I E N . D E

A R T H U R W. P I N K

Lass

GOTT

GOTT

sein!

<Kurzfassung>)

Aus dem Vorwort von Horst Borutta: "Lass GOTT GOTT sein" , ist unbestritten doch das eigentliche Lebensthema jedes Einzelnen. Wollen wir nicht oftmals selbst bestimmen, was gut und richtig, was unannehmbar und falsch ist? Ist unser Denken und unser begrenztes Auffassungsvermögen nicht somit der alleinige Maßstab für unser Tun und Lassen? Bewusst oder unbewusst, stehen wir damit als Geschöpfe in der Gefahr einer unsinnigen Vermessenheit. Wir müssen uns ernstlich fragen lassen, ob wir nicht deshalb in gewisser Hinsicht "sein wollen wie GOTT?" Es handelt sich um eine Kurzfassung des Titels: Die souveränität Gottes von A.W. Pink. Nr. 029801, Taschenbuch, 115 Seiten, Mission Jesus Christus allein t € 4,70

T H O M A S WAT S O N

Den

Himmel

im

Sturm

erobern

Ein stürmischer Eifer für den Himmel ist die große Aufgabe unseres Lebens. Zu was sonst sind wir in die Welt gekommen? Wir kamen nicht hierher, nur um zu essen und zu trinken und feine Kleider zu tragen, sondern das Ziel unseres Lebens ist, mit stürmischem Eifer nach dem Reich der Herrlichkeit zu trachten. Wenn wir unsere ganze Zeit damit vertreiben, uns zu kleiden und zu verwöhnen oder sie mit nutzlosen Dingen zu verbringen, werden wir Gott nur einen traurigen Bericht geben können, wenn er uns durch den Tod eine Vorladung zusendet und uns gebietet, Rechenschaft von unserer Verwalterschaft abzulegen. Nr. 863971, Hardcover, 160 Seiten, 3L t € 10,20

RICHARD BAXTER

Das Predigeramt aus eines Puritaners

Sicht

In diesem Band deckt Baxter das Verderben schonungslos auf, was er auch unter den gläubigen Dienern am Wort noch findet und hält ihnen den untrüglichen Spiegel des Wortes Gottes vor das Gesicht. Aber bei aller gewaltigen Strenge durchzieht sein Reden doch der Hauch himmlischer Liebe, von welchem das heilige Feuer in seiner Brust angefacht wurde, das Verirrte zurückzubringen, das Verwundete zu heilen und den Schwachen zu trösten. Nr. 863939, Hardcover, 160 Seiten, 3L t € 11,20


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»So spricht der Hohe und Erhabene ...: In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.« Jesaja 57,15 »Demütige Beugung in Erkenntnis der eigenen Schwäche und der Größe Gottes ist das Erste, womit ein bußfertiger Sünder Gott die Ehre gibt.«


#8 Demut