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Der

Schutzgebühr € 3,-

Ausgabe 24

Strohhalm

1│2017

Ein Katzenfreund lässt sein Tier kastrieren!

Magazin des Stuttgarter Tierschutzvereins www.stuttgarter-tierschutz.de


Veranstaltungen 2017

Rettet das Tierheim Stuttgart

S

Mitgliederversammlung im Tierheim Donnerstag, 29. Juni

Sommerfest im Tierheim 1. + 2. Juli jeweils von 11.00 - 17.00 Uhr

Weihnachtsmarkt im Tierheim 3. Dezember von 11.00 - 16.00 Uhr

eit Juni 2013 können Sie sich virtuell am Bau der Arche Noah beteiligen. Durch den Kauf eines Fensters, auf welchem dann Ihr Name steht, nimmt die Arche dann immer mehr Fahrt auf. Mittlerweile hat sie die stattliche Größe von 3.584 Fenstern erreicht! 475.012 Euro gingen bislang zur Rettung des Tierheims ein! Danke an Sie alle! Wer nicht online spenden möchte, kann dies natürlich auch auf dem üblichen Weg tun. Stichwort: Rettet das Tierheim. Wir sind für jede noch so kleine Summe dankbar, denn jede Spende ist wertvoll - jeder Euro unersetzlich! Unsere Arche Noah darf nicht untergehen - helfen Sie mit, dass wir auch weiterhin Heimstatt für die vielen heimatlosen Tiere sein können. Helfen Sie uns und der geschundenen Kreatur, denn jedes Tier hat das Recht auf ein unversehrtes Leben. Hier geht es zur OnlineSpende: www.stuttgarter-tierschutz.de

Besuchen Sie uns!

Und nun einfach auf den grünen Spenden-Button klicken! Herzlichen Dank im Voraus.

Ruf doch mal an! Einfacher kann Helfen nicht sein! Unsere Spendenhotline ist rund um die Uhr erreichbar:

09001 - 44 33 66

Mit jedem Anruf spenden Sie 5 Euro an den Tierschutzverein und tragen so zum Wohlergehen unserer Tiere bei. Der Betrag wird Ihrer Telefonrechnung belastet. Anruf nur aus dem deutschen Festnetz möglich.

Lieben Dank! Kontakt

Impressum

Der Strohhalm Ausgabe Nr. 24 - 1. Halbjahr 2017 Herausgeber und Anschrift der Redaktion: Tierschutzverein Stuttgart u.U. e.V. Furtwänglerstraße 150 70195 Stuttgart Telefon: 0711-65 67 74 18 Telefax: 0711-65 67 74 12 vorstand-tsv@stuttgart-tierheim.de Redaktion und Anzeigen: Angelika Schmidt-Straube v.i.S.d.P. Telefon: 0711- 38 36 75 vorstand-tsv@stuttgart-tierheim.de Artikel von Gastautoren sind gekennzeichnet und stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Fotonachweise: Seite 4 Druck: Berufsbildungswerk der Paulinenpflege Papier: 100% Recycling ohne Chlorbleiche

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Tierheim:

Telefon: 0711 - 65 67 74 - 0 oder - 41 Telefax: 0711 - 65 67 74 - 23 thv@stuttgart-tierheim.de

Tierheimleitung:

Telefon: 0711 - 65 67 74 - 42 thl@stuttgart-tierheim.de

Tierschutzbeauftragter:

Telefon: 0711 - 65 67 74 - 17 TschB@stuttgart-tierheim.de

Vereinsgeschäftsstelle u. Mitgliederverwaltung:

Telefon: 0711 - 65 67 74 - 18 Telefax: 0711 - 65 67 74 - 12 info@stuttgarter-tierschutz.de vorstand-tsv@stuttgart-tierheim.de

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Silberpfoten:

Projektleiter: Marcel Yousef Telefon: 65 67 74 - 11 silberpfoten@stuttgart-tierheim.de www.silberpfoten-stuttgart.de

Tierärztlicher Notdienst: Telefon: 0711 - 76 57 477

Tiernotdienst (Stadt Stuttgart) Telefon: 0711 - 216 919 00 Amt für öffenliche Ordnung: Tiermisshandlungen etc. Telefon: 0711 - 216 919 41

Katzenhilfe Stuttgart e.V. Telefon: 0711 - 63 66 604

Spendenkonto des Stuttgarter Tierschutzvereins:

Gerichtsstand: Stuttgart

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Der Strohhalm Nr. 24

Buchhaltung:

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st

sind n e d n e p S zbar. t e s b a h c i euerl


Inhalt 5

Katzen-Kastration

6

Die Katzenquarantäne

8

Glückskatze Laura

9

Die Ziegeninvasion

10 14 15

Ein notwendiges Übel? Einblicke

Buchbesprechung Eine Huftierstory

Projekt "Silberpfoten" Für Senioren und ihre Tiere

80 auf einen Streich Wellensittiche ohne Ende

Vereins-News

Mitgliederversammlung 2016 Veranstaltungen Taubenmanagement

21

"Asena" und "Yaman"

22

Tierisch gut

25

Die Kangal-Sorgenkinder Unsere Unterstützer

Unsere Sorgenkinder Zuhause gesucht

26

Tierheimtagebuch

28

Jugend und Tiere

30

Patenschaften

31

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde!

"Esra" berichtet"

Unsere Jugendtierschutzgruppe Eine gute Sache

Freude schenken

Besuch im Pflegeheim

www.puschit.de Tiere empfinden wie wir auch Freude, Liebe, Angst und Leiden, aber sie können das Wort nicht ergreifen. Es ist unsere Pflicht, als Stellvertreter zu wirken und denen, die sie ausnützen, niedermetzeln und foltern, zu widerstehen. (Sigmund Freud)

Wer den Schutz der Tiere als Herzensanliegen betrachtet, wird oft vom Ausmaß der Tiertragödien regelrecht nieder geschmettert. Dabei muss man nicht lange suchen, um die Verursacher festzustellen. Sie leben Tür an Tür mit uns, sind quasi unsere Nachbarn. Die Tragödien enden meist in unserem Tierheim und unsere Mitgeschöpfe befinden sich erst einmal in Sicherheit. Doch dann sind unsere Tierpfleger gefordert. Mit mühevoller und aufopfernder Pflege gilt es nun, die Tiere am Leben zu erhalten. Niemand kann sich so richtig vorstellen, was für unsere Tierpfleger ein "Tierheimalltag" bedeutet. Daher erhalten Sie im vorliegenden "Strohhalm" einen tieferen Einblick in unterschiedliche Bereich. Es ist mir ein großes Bedürfnis, unseren Tierheimmitarbeitern an dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. Trotz großer physischer und psychischer Belastung meistern sie ihre Aufgabe mit Bravour und dies jeden Tag aufs neue. Damit unser Tierheim auch finanziell auf tragfähigen Füßen steht, sind wir natürlich auch auf Ihre Mithilfe angewiesen. Gerade Ihre Zuwendungen ermöglichen den Fortbestand unserer wunderbaren Einrichtung, unserer einzigartigen Arche Noah. Schon Albert Schweitzer meinte: "Man muss etwas, und sei es noch so wenig, für diejenigen tun, die Hilfe brauchen, etwas, was keinen Lohn bringt, sondern Freude, es tun zu dürfen." Bitte bleiben Sie uns mit allen Ihren Möglichkeiten weiterhin treu verbunden! Ihre Angelika Schmidt-Straube 1.Vorsitzende

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Nur mit Ihrer Hilfe können wir unseren Mitgeschöpfen zur Seite stehen! Wir danken allen, die uns regelmäßig mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Die uns mit einem Vermächtnis oder Nachlass bedenken. Die uns mit ihrer Stiftung unterstützen. Die eine Patenschaft für unsere Tiere übernehmen. Die uns durch eine Mitgliedschaft zur Seite stehen.

TOP-DOG-SPRINGORUM Jana-K. Springorum Eingetragene Hundetrainerin

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Die den Tierschutzgedanken verbreiten. Die sich ehrenamtlich für uns einsetzen. Die sich beruflich unseren Mitgeschöpfen widmen. Die sich jeden Tag aufs Neue an unseren Mitgeschöpfen erfreuen und ihnen eine Heimstatt bieten. Ohne Ihre Hilfe wären wir hilflos!

Seien Sie lieb zu den Hunden! Auch zu den scheinbar bösesten. Kein Mensch kann in Ihren schlimmen Stunden Sie so, wie ein Hund es kann, trösten. Joachim Ringelnatz

Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere kein Fabrikat zu unserm Gebrauch. Arthur Schopenhauer

Auflösung des Bilderrätsels: 11 Fehler Die Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt.

Fotonachweise: Seite 3 Silvie Brucklacher, Seite 6 Paskal Papanikolau, Seite 8 Doris Meisner, Seite 10 Petra Veiel, Seite 12 und 13 Silberpfoten, Seite 14 oben Paskal Papanikolau, Seite 17 Lena Krümmel + Marcel Yousef, Seite 18 + 19 Martin Pechmann,, Seite 20 Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer + Anne Pieplow, Seite 21 Stefan Groß, Seite 22 mitte Paskal Papanikolau, unten Petra Veiel, Seite 23 Marion Wünn, Seite 24 Golfclub Vagabunden, Ulrike Mändle, Seite 25 Olga Zeeb + Marion Wünn, Seite 26 + 27 Marion Wünn, Seite 28 Lena Krümmel, Seite 30 Olga Zeeb, Paskal Papanikolau, Seite 31 Petra Veiel

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Der Strohhalm Nr. 24


Katzenkastration Katzenelend? Nein Danke! von Angelika Schmidt-Straube

Unkastrierte Freigängerkatzen können ungehindert Nachwuchs zeugen bzw. trächtig werden. Gewünscht ist der Nachwuchs in den seltensten Fällen und oftmals sind die Jungkatzen schwer auffindbar und erhöhen im Anschluss nicht nur die Population wild lebender Katzen, sondern führen ein elendiges Dasein.

Kastriert und auf der sicheren Seite

A

us meiner Sicht handelt jeder Katzenfreund verantwortungslos, der sein Tier unkastriert in der Gegend herumspazieren lässt. Neben dem Jagdtrieb steht der Fortpflanzungstrieb an erster Stelle eines Katzendaseins. Und die Nachkommen sind bereits nach rund fünf bis sieben Monaten selbst in der Lage, trächtig zu werden. Da muss mein kein Rechengenie sein, um die daraus resultierenden Folgen abzuzählen. Zwei Hände genügen dazu nicht, denn pro Jahr kann es eine Katze bis zu drei Würfen mit durchschnittlich vier bis fünf Kätzchen bringen. Wer mit seiner Katze oder seinem Kater nicht züchten möchte, sollte sein Tier daher kastrieren lassen bevor es Nachwuchs bekommen kann. Der beste Zeitpunkt ist dann, wenn die Geschlechtsreife beginnt. Auch reine Hauskatzen sollten kastriert werden. Unkastrierte Kater markieren sonst Ihr Heim mit wundervollen Duftspritzern und die Katzen bekommen "Liebeskummer" (Rolligkeit), der es wahrlich in sich hat und für die Tiere fürchterlichen Stress bedeutet. Natürlich existieren in punkto Kastration Ammenmärchen, die es rigoros zu entschärfen gilt. Hier möchte ich einige Vorurteile aufführen: 1. Die Katze wächst nicht mehr! Größe und Statur eines Lebewesens werden vorwiegend durch Gene festgelegt. Geschlechtshormone sind nur für die Fortpflanzung zuständig. 2. Die Katze fängt keine Mäuse mehr! Der Jagdtrieb hat mit dem Fortpflanzungstrieb nichts gemein. Entfällt der Fortpflanzungstrieb, wird meist der Jagdtrieb verstärkt. 3. Die Katze wird dick! Für das Dickwerden ist immer ein überhöhtes Nahrungsangebot und mangelnde Bewegung verantwortlich. Ein sogenannter "Hängebauch" kann allerdings durch Bindegewebsschwäche entstehen.

Klar verursacht eine Kastration Kosten, die sich bei einem weiblichen Tier um die 125,- Euro und bei einem männlichen Tier um die 80,- Euro bewegen. Doch ist dieses Geld gut investiert, da es jeder einzelnen Katze und auch dem Halter nur Vorteile bringt. Was kann der Einzelne tun, wenn er in seiner Umgebung eine frei lebende Katze entdeckt, die anscheinend niemand gehört? Zunächst sollte das Tier genau in Augenschein genommen werden. Gibt es Anzeichen von Krankheiten und Verletzungen? Wie sieht der Gesamteindruck des Tieres aus? Ist das Tier eher scheu und zurückhaltend? Kann eventuell eine Ohrtätowierung entdeckt werden? Hat es vielleicht ein geschwollenes Gesäuge? Erst wenn eindeutig feststeht, dass das Tier keinen Besitzer hat und im Moment keine Jungen säugt, darf es eingefangen werden. Erst abklären, dann handeln! Dazu gibt es spezielle Katzenfallen, die ein schonendes Einfangen ermöglichen. Eine scheue und wild lebende Katze erfährt in dieser Falle natürlich einen hohen Stressfaktor. Daher muss unverzüglich gehandelt und das Tier in tierärztliche Versorgung und weitere Obhut gebracht werden. Der Tierarzt legt dann den Zeitpunkt der Kastration fest. Nach der Erholungsphase wird das Tier wieder in seine gewohnte Umgebung entlassen, oder, falls es mit Menschen zurecht kommt, an einen guten Platz vermittelt. Bitte handeln Sie bei ungeklärten Sachverhalten nicht eigenmächtig, sondern nehmen dazu kompetenten Rat in Anspruch. Gerne sind wir und die Katzenhilfe Stuttgart e.V. bei derartigen Fällen behilflich. Hier finden Sie näheres zur Katzenhilfe: www.katzenhilfe-stuttgart.de, Telefon: 0711 - 63 66 604. Unsere Kontaktdaten stehen auf Seite 2. Quellen:www.tierwiki.com/katzen/kastration

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Unsere KatzenQuarantäne von Pia Klassen und Angelika Schmidt-Straube

Jeder Katzenneuzugang "landet" zunächst in unserer Katzen-Q. Dort steht jedes Tier unter Beobachtung und auf eventuelle Krankheitsanzeichen und sonstige Unpässlichkeiten kann sofort reagiert werden. Ebenso müssen alle Katzen-Q-Zöglinge die erforderlichen Impfstandards über sich ergehen lassen, es sei denn, ein aktueller Impfpass gibt diesbezüglich Auskunft. Natürlich kommen auch Katzenmütter mit ihren Jungen in die Katzen-Q. Von dort aus können die Jungtiere dann direkt weiter vermittelt werden und wachsen, bis es soweit ist, zusammen mit ihren Geschwistern auf.

I

m Alltag der Katzen-Q geschieht manchmal der guten Dinge zuviel. So z.B. am 13. Juli 2016. 15 beschlagnahmte Katzen mussten auf einen Streich aufgenommen werden. Da galt es, schnurstracks ausreichend Platz zu schaffen, zumal die Neuzugänge eine besondere Konstellation aufwiesen. Es handelte sich um einen Kater, vier Katzendamen (allesamt natürlich nicht kastriert) und 10 Katzenbabys. Eine der Katzendamen hatte eine massive Gebärmuttervereiterung und musste schnellstmöglich operiert werden. Schnell stellten die Katzenpflegerinnen fest, dass es sich bei den 10 Jungtieren um drei unterschiedliche Katzenwürfe handelte. Jetzt galt es, die Kinder den Müttern zuzuordnen, wobei gleichzeitig Namen vergeben wurden. Die Mütter erhielten die Namen: Jenny, Joana und Julchen.

Katzenbabys

Jenny hatte drei Babys im Alter von ca. 1 1/2 Wochen. Sie bekamen die Namen: Jesko, Jerry und Jeremy. Sie sahen alle recht zufriedenstellend aus. Joana hatte ebenfalls drei Babys. Deren Alter schätzen 6

Der Strohhalm Nr. 24

Pia Klassen in ihrem Element

die Katzenpflegerinnen auf ca. 2 1/2 Wochen. Sie erhielten die Namen: Joey, Joya und Joelle. Diesen Kleinen ging es richtig miserabel. Sie waren stark unterkühlt und abgemagert. Sie bestanden nur noch aus Haut und Knochen. Nach der Untersuchung der Katzenmutter war auch klar warum, Joana hatte keine Milch mehr. Julchen hatte vier Babys im Alter von ca. 3 1/2 Wochen. Sie wurden Jule, Juana, Julika und Justin genannt und waren in einem guten Zustand.


Bedingt durch den Stress der Einfangaktion und den Transport ins Tierheim hatte auch Jenny keine Lust mehr ihre Jungen zu versorgen. Sie kümmerte sich einfach nicht mehr um ihre Kinder. Schnell war klar, eine einzige Katzenmutter kann nicht 10 Welpen versorgen. Jetzt wurden alle Katzenkinder mit Aufzuchtsmilch und Fläschchen zugefüttert. Schnell bemerkten die Katzenpflegerinnen, dass Joey, Joya und Joelle so schwach waren, dass ihr junges Leben an einem seidenen Faden hing und ihr Gesundheitszustand daher mehr als bedenklich war. Um den Kleinen eine Überlebenschance zu geben, Hilflos! nahm unsere Pia Klassen die Babys kurzerhand über Nacht zu sich nach Hause, um sie alle zwei Stunden füttern zu können. Dazu meint sie: "Die erste Nacht ist immer die Schlimmste, da die Kätzchen weder die Aufzuchtmilch noch das Fläschchen kennen. Man muss die Tiere erst mal dazu bringen, aus dem Fläschchen zu trinken." Doch in diesem speziellen Fall war es mit Fläschchen geben nicht getan, denn die drei Welpen waren so schwach, dass sie nur tröpfchenweise Milch aufnehmen konnten. Also kommt unsere arme Tierpflegerin mehr oder weniger nicht zum nötigen Schlaf. Weiter bemerkt sie: "Man muss alle zwei Stunden die Kätzchen mit Milch füttern, Bauch und Hinterteil massieren, damit die Verdauung in Gang kommt. Denn was in die Katze rein kommt muss ja auch wieder raus." Klar stellt sie für diese verantwortungsvolle Aufgabe den Wecker. Wer wacht schon alle zwei Stunden von alleine auf? Tag und Nacht muss dieser Rhythmus eingehalten werden. Nachts Zuhause und tagsüber im Tierheim. Freizeit? Fehlanzeige. Das Wohl der Kätzchen steht in diesen Wochen im Vordergrund. Auch von einem erholsamen Wochenende kann keine Rede sein, denn die kleinen Mäuler wollen rund um die Uhr versorgt werden.

rungszeiten wieder zu Hause sein, oder man nimmt die Katzenkinder samt Futter und allen benötigten Utensilien einfach mit. Man freut sich, wenn die Kätzchen wachsen und gedeihen und irgendwann nur noch alle drei, dann vier oder fünf Stunden ihre Milch brauchen. Mit ca. vier bis fünf Wochen fangen die Kleinen dann an, feste Nahrung zu essen. Danach gibt es gegen 23.00 Uhr die letzte Milchmahlzeit und man kann bis ca. 5.00 Uhr durchschlafen. So eine Flaschenaufzucht kostet viel Zeit und Kraft, da man ja auch die eigenen Tiere nicht vernachlässigen darf. So stressig und schlaflos die Tage und Nächte auch sind, es lohnt sich immer, ein Leben zu retten und zu erhalten. Tierpfleger zu sein ist kein Beruf, sondern Berufung. Man hat nicht generell einen Achtstundentag, manchmal ist man wirklich 24 Stunden eingespannt."

Das Jungvolk

Das sind beileibe nicht die einzigen Begebenheiten, die unsere Katzenpflegerinnen umtreiben. Viele schwerstkranke Tiere gilt es ebenso zu versorgen, wie auch leichtere Fälle. Und immer steht das Wohl eines jeden einzelnen Tieres im Vordergrund. Dabei müssen die Mitarbeiterinnen auch mit vielen Interessenten "fachmännisch" umgehen und manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, dass unsere Katzen-Q zu einer psychologischen Anlaufstelle für depressive Mitmenschen geworden ist. Aber auch diese Anforderungen schaffen unsere drei Katzenpflegerinnen mit Bravour, die sich zu unterschiedlichen Zeiten um unsere Samtpfoten kümmern. Lieben Dank an Pia Klassen, Katrin Staab und Petra Kirchhoff, die sich so wunderbar um unsere Katzentiere bemühen und gleichzeitig versuchen, die Samtpfötchen in ein gutes Zuhause zu vermitteln.

Ich habe überlebt!

Und was sagt Pia Klassen dazu: "Das sind oft harte Wochen, denn Freizeit, Familie und Freunde müssen da zurückstecken. In dieser Zeit hat man kein Wochenende zum Erholen. Man plant seine Aktivitäten nur noch im Stundentakt. Was bedeutet, man muss zu den Fütte-

Neugierig!

Natürlich möchten Sie abschließend wissen, was eigentlich mit den zehn Katzenbabys passiert ist. Gerne stille ich Ihre Neugier. Sie wurden alle an wunderbare Plätze vermittelt. Der Strohhalm Nr. 24

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Glückskatze Laura Buchbesprechung von Angelika Schmidt-Straube

Bücher bereichern unser Leben. Und Tierfreunde vertiefen sich natürlich gerne in Lektüren, bei denen Tiere eine große Rolle spielen. Im vorliegenden Band spielt eine Katze die Hauptrolle und da wir in diesem Strohhalm ausführlich über Katzen berichten lag es für mich einfach nahe, für Sie die Glückskatze Laura vorzustellen.

D

as Leben in einer Schwäbischen Kleinstadt findet ohne allzu große Höhen und Tiefen statt. Das sollte sich allerdings ändern, denn eine dreifarbige Katze stattet, zunächst äußerst scheu, der Autorin einen Besuch ab. Aus der anfänglichen Begegnung entsteht eine große Zuneigung, allerdings eher auf der menschlichen Seite. Bis die Katze dann tatsächlich ihren Platz im neuen Heim einnehmen kann, sind einige Hürden zu überwinden. Doch dann entfaltet sich eine Katzen-Menschbeziehung, von der eigentlich jeder Katzenbesitzer beste Kenntnisse besitzt. Bei vielen Begebenheiten, die in einfachen Worten aber immer realistisch erzählt werden, ist man hautnah am Geschehen dabei. Sei es nun bei Begegnungen mit Artgenossen oder anderen Tieren, Katze Laura benimmt sich so, wie wir Katzen kennen. Detailgetreu darf der Leser an vielen Begebenheiten teilhaben, die mitunter einer gewissen Komik nicht

entbehren. Selbst einen Umzug übersteht die Katze recht gut, obwohl es anfänglich nicht danach aussieht. So gehen wundervolle gemeinsame Jahre ins Land und Laura hat irgendwann ein stolzes Alter erreicht. Gerade die Phase des Alterns und die entsprechenden Begleiterscheinungen und Belastungen werden hier sehr einfühlsam geschildert. Die Autorin versteht es bestens, die Gefühlslage wiederzugeben wenn man die Gewissheit hat, dass bald der Abschied naht. Auch die Anstrengungen, diesem nahenden Ende ein Schnippchen zu schlagen, gehen zu Herzen. Doch alles auf unserer Erde hat irgendwann ein Ende und wir müssen uns mit dieser Tatsache abfinden. Und immer wieder verliebt man sich aufs neue, zumindest was Katzen anbelangt. Als ich das Buch zuklappte, war ich zu Tränen gerührt und gleichzeitig sicher, dass ich Ihnen liebe Leser diese Lektüre empfehlen muss.

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen. Ernest Hemingway

Wir sind für Sie da wenn Sie unsere Hilfe benötigen. Beachten Sie dabei bitte unsere Öffnungs- und Sprechzeiten: Unsere Vereinsgeschäftsstelle erreichen sie von Montag bis Freitag jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr unter: 0711-65 67 74-18. Ihre Ansprechpartnerin: Frau Birgit Strobel. info@stuttgarter-tierschutz.de Unsere Buchhaltung erreichen Sie von Dienstag bis Samstag jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr unter: 0711-65 67 74-13. Ihre Ansprechpartnerin: Frau Darija Kruzic-Pechmann. buchhaltung@stuttgarter-tierschutz.de 8

Der Strohhalm Nr. 24

Doris Meissner Glückskatze Laura 151 Seiten ISBN 978-3-7323-7026-9 € 14,80 Verlag tredition Hamburg

Von jedem verkauften Exemplar geht 1,- Euro als Spende an den Deutschen Tierschutzbund

Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter die man sich wünschen kann. Pablo Picasso


Ziegen ohne Ende....

von Angelika Schmidt-Straube

... suchten Anfang September an einem lauen Abend bei uns Unterschlupf. In einem Stuttgarter Gartengrundstück hatten sich zunächst ein paar Ziegen häuslich niedergelassen und dem Gartenbesitzer seine in Aussicht gestellte Ernte komplett niedergemacht. Sein Hilferuf bei der Polizei blieb nicht ungehört, denn die Ordnungshüter verzeichneten mittlerweile mehrere derartige Meldungen, was den Einsatz des städtischen Tiernotdienstes erforderlich machte. Doch dieser konnte ohne Unterstützung unserer Tierheimmitarbeiter die frei umher sausenden Ziegen weder einfangen, noch transportieren. 18 Ziegen bugsierte unser Ziegen-Martin* mit Hilfe unserer Ziegen-Tina** dann in unseren Transporter und steuerte schnurstracks mit ®

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seiner meckernden Ladung unser Tierheim an. Derweil hatte unsere Ziegen-Petra*** bereits alle Formalitäten vorbereitet und die Ziegenschar wurde in unseren Huftierauslauf verbracht. Zum Glück waren die normalerweise dort ansässigen Hängebauchschweine kurz zuvor vermittelt worden. Auch die restlichen vier Ziegen, die im Tiernotdiensttransporter nun angereist kamen, gesellten sich munter zu ihren Artgenossen. Ziegen-Martin meinte sarkastisch: "Für 70 hätten wir Platz!" Klar kamen tags drauf nochmals fünf dazu. Zum Kuckuck, die muss doch jemand vermissen! Die Huftierschar bestand aus lauter hübschen weißen Tieren, die keineswegs menschenscheu waren und sich auf unserer Pferdekoppel an allem ergötzten was ihnen einigermaßen genießbar erschien. Hatte eine Ziege etwas Interessanten entdeckt, kamen alle anderen auch gleich daher gelaufen, damit sie ja nichts verpassten. Man hätte diesen bezaubernden Mitgeschöpfen stundenlang bei ihrem Vorgehen zuschauen können. Aber wo blieb der Besitzer? Der musste doch nach zwei Tagen festgestellt haben, dass seine Tiere ausgebüxt sind!

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Am anderen Tag dann die Entwarnung. Der Ziegenbesitzer hatte sich gemeldet und war mit einem großen Transporter angereist, um seine Ausreißer wieder in heimatliche Gefilde zu verfrachten. Den kleinen Tipp, seine Ziegen künftig ausbruchsicher unterzubringen, gaben wir ihm noch mit auf den Weg und dann war der ganze Spuk vorbei. Jetzt ist unsere Koppel wieder verwaist. Fragt sich nur für wie lange! * Martin Pechmann, ** Tina Niekisch, *** Petra Veiel Der Strohhalm Nr. 24

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Für Senioren und ihre Tiere

Ein Projekt des Stuttgarter Tierschutzvereins unter der Schirmherrrschaft von Tatjana Geßler

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Tatjana Geßler mit Lotte

ieses Projekt ist aus dem Wunsch entstanden, Tierhaltern bis ins hohe Alter zur Seite zu stehen und in allen Belangen der Tierhaltung Hilfe zu

bieten. Mit unserer Unterstützung kann das lieb gewonnene Haustier weiterhin glücklich und zufrieden mit seinem Herrchen oder Frauchen in häuslicher Gemeinschaft leben und die nötige Versorgung des Tieres wird dabei durch uns ergänzt bzw. in die richtigen Bahnen gelenkt.

Wir verstehen unter „Silberpfoten“ ein Projekt, welches Menschen zusammenführt, um Mensch und Tier gleichermaßen zu helfen. Viele zufriedene Senioren haben mittlerweile unser Angebot dankbar angenommen und

wir hoffen, dass weiterhin viele Zwei- und Vierbeiner den Lebensabend im gewohnten Zuhause und in Gesellschaft ihres geliebten Halters verbringen dürfen. Unser Dank geht an die sympathische SWR-Moderatorin Tatjana Geßler, die als Schirmherrin unser Projekt Silberpfoten unterstützt und begleitet. „Mein Wunsch ist es zu wissen, dass ich meine Tiere behalten kann, wenn ich altersbedingt auf fremde Hilfe angewiesen bin“, sagt die Tierfreundin, die selbst zwei Katzen aus dem Tierheim und einen Hund von der Tierhilfe Ungarn hat. Aktuelle Informationen zu Silberpfoten finden Sie auf unserer Facebook Fanseite!

Dankeschön

Kontakt: Silberpfoten Projektleitung Marcel Yousef Tierschutzverein Stuttgart und Umgebung e.V. Furtwänglerstraße 150 70195 Stuttgart Telefon: 0711 - 65 67 74 - 11 Telefax: 0711 - 65 67 74 - 23 E-Mail: silberpfoten@stuttgart-tierheim.de www.silberpfoten-stuttgart.de Spendenkonto: BW Bank IBAN: DE37 600501010002920157 BIC: SOLADEST600 Stichwort: Silberpfoten 10

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E

von Angelika Schmidt-Straube

in Projekt steht und fällt mit der Akzeptanz der Öffentlichkeit, dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer, dem Vorhandensein, bzw. Beibringen der erforderlichen finanziellen Mittel und natürlich mit einem Projektleiter, der souverän alle diesbezüglichen Belange unter einen Hut bringt. Tierschutzarbeit ist mit einem breiten Spektrum behaftet und in unterschiedliche Bereiche gegliedert. Dabei gibt es zwar etliche Schnittpunkte zwischen den einzelnen Bereichen, doch oftmals kann man feststellen, dass ein sogenanntes "Konkurrenzdenken" entsteht. Davon sind wir zum Glück meilenweit entfernt und ich möchte an dieser Stelle allen herzlich danken, die diesem und auch anderen Projekten Raum für die jeweilige Entfaltung bieten. Unser besonderer Dank geht an die Martha-Egerter-Stiftung, die unser Silberpfoten-Projekt mit 1.500,- € unterstützte.


Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, liebe Unterstützer von Silberpfoten, der Jahreswechsel steht vor der Tür. Ein Anlass auch für uns, einen Blick zurück auf das vergangene Jahr und die Entwicklung unseres Projekts Silberpfoten - für Senioren und ihre Tiere zu werfen. Silberpfoten ist auch in 2016 weiter gewachsen und hat sich sehr erfolgreich etabliert. Mit der tatkräftigen Unterstützung von mehreren hundert Ehrenamtlichen betreuen wir inzwischen regelmäßig über 50 Klienten und tragen so entscheidend dazu bei, dass diese Senioren mit ihren Tieren einen gemeinsamen Lebensabend verbringen können. Monatlich bewältigen wir mehr als 100 Anfragen von Hilfesuchenden. Manche dieser Probleme sind glücklicherweise schnell zu lösen. Andere sind eine echte Herausforderung und erfordern den gemeinsamen Einsatz vieler helfender Hände. Einen weiteren Fokus legten wir in diesem Jahr auf die Öffentlichkeitsarbeit, um den Bekanntheitsgrad von Silberpfoten zu erhöhen und den Gedanken dahinter weiterzutragen. So meisterten wir etwa zahlreiche Infostand-Einsätze auf unterschiedlichsten Veranstaltungen, bauten unsere Facebookseiten weiter aus und überarbeiteten Logo und Infomaterialien. Besonders gefreut haben wir uns über die Einladung des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband BW, Silberpfoten einem großen Fachpublikum vorzustellen. Das Interesse und die Anerkennung, die wir dort für die innovative Idee und unser Engagement erhielten, freuten uns sehr und bestärkten uns, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen Eindruck der vielseitigen Aktivitäten von Silberpfoten vermitteln. Bilder sagen dabei oft mehr als Worte. Und wir möchten im kommenden Jahr weitermachen! Dafür sind wir auch künftig vor allem auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Bitte helfen Sie uns dabei, zum Beispiel mit einer Patenschaft. Ein Antrag liegt diesem Strohhalm bei. Einfach ausfüllen und abgeben. Vielen Dank! Auch allen, die uns bereits mit Geld- und Sachspenden, Sponsoring, einer Patenschaft oder ehrenamtlicher Hilfe unterstützt haben danken wir von Herzen! Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine besinnliche Weihnachtszeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch in ein für Mensch und Tier glückliches und zufriedenes neues Jahr. Ihr Marcel Yousef Projektleitung Silberpfoten

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80 auf einen Streich Natürlich müssen wir im Tierheim immer mit Überraschungen rechnen. Doch mit einer derart stattlichen Anzahl von Wellensittichen, die Anfang August auf einen Schlag bei uns unterzubringen waren, zeigte sich unser Einfallsreichtum mehr als überfordert. Wohin mit diesen bunten Piepmätzen? Käfige kamen jedenfalls nicht in Frage. Vielleicht in den noch leer stehenden Raum in unserer gerade neu erbauten Kleintier-Quarantäne? Gesagt, getan. von Jochen Vetter

D

ie Frage der Unterbringung war also geklärt. Bevor wir die Tiere allerdings dort unterbringen konnten, mussten noch einige Kraftakte bewältigt werden. Jedes einzelne Vögelchen wurde begutachtet. Gesundheitszustand, Allgemeinbefinden, Geschlecht, Farbe, beringt, geschätztes Alter? Eine nicht enden wollende Tätigkeit, bei der natürlich alle zur Verfügung stehenden Mitarbeiter ihren Teil beitrugen. Auch Nestlinge befanden sich unter den erwachsenen Vögeln. Diese galt es, mit aller Kraft am Leben zu erhalten. Doch für einige kam leider jede Hilfe zu spät. Das machte uns unsäglich traurig. Doch nahmen die noch zu versorgenden Tiere alle Mitarbeiter derart in Anspruch, dass für Trauer nicht allzu viel Zeit blieb. Nach etlichen Stunden war das Gröbste Ein hilfloses Küken erledigt und die Nacht hatte bereits Einzug gehalten. Futter und Wasser standen bereit. An der Zimmerdecke luden Bambusstangen zum Verweilen ein und auch die vorhandenen Rohrinstallationen nutzte das bunte Völkchen für seine Zwecke. Getrost konnten wir nun den Feierabend antreten und alles Weitere am anderen Tag erledigen. Beim "Verabschieden" zwitscherte die bunte Vogelschar aus vollem Hals, bzw. aus vollen Kehlchen ein Abendlied, welches am anderen Morgen, ähnlich klingend, zu unserer Begrüßung dargeboten wurde. Seither zwitschern die Piepmätze ununterbrochen, zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal ob wir bei ihnen weilen oder nicht. Sie scheinen immer gut gelaunt zu sein. Da könnten sich manche Menschen eine Scheibe davon abschneiden. Wobei auch unsere gute Laune alsbald rapide abnehmen sollte. Die 14

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Piepmätze waren nicht nur gesellig und umtriebig, sondern hatten unseren schönen Neubau alsbald mit ihren Machenschaften heimgesucht. Dass sie Löcher in die Verkleidung der Zimmerdecke pickten, um darin zu brüten, hätten wir ja gerade noch so hingenommen. Aber die Stromleitungen müssten eigentlich tabu sein. Wellensittiche sind unberechenbar und unser Neubau darf nach deren Auszug (falls der Besitzer die Tiere wieder zurückbekommen sollte) komplett renoviert werden. Und nochmals wurden wir durch eine Massenaufnahme heimgesucht!

Muntere Entenschar

Einzelne Tiere aufzunehmen, gehört zu unserem Alltag und bereitet uns meist keine Probleme. Doch wenn auf einen Schlag die Zahl "Dreißig" überschritten wird, müssen wir kurzfristig improvisieren. So auch Anfang Oktober, als eine Schar Enten, Fasane, Kaninchen und rund 30 Zuchttauben "Einlass" begehrten. Die kleinen Entlein hatten wohl schon lange kein Wasser mehr gesehen und waren daher schwer zu bewegen, den bereit gestellten Badepool wieder zu verlassen. Die Entlein waren derartig verdreckt, dass sich bei uns der Verdacht einstellte: Die vorige Tierhaltung dürfte nicht optimal gewesen sein. Der Halter ist verstorben und über Verstorbene redet man nicht schlecht. Hoffentlich können wir die Tierchen alsbald an gute Plätze vermitteln!


Der Verein und sein Tierheim " Der Mensch wird am Du zum ich." Martin Buber

Mitgliederversammlung 30. Juni 2016 Trotz anstehender Wahlen sind lediglich rund 5 % unserer Mitglieder der Einladung gefolgt, um an der ordentlichen Mitgliederversammlung teilzunehmen. Wie in den vergangenen Jahren fand die Versammlung auf unserem Tierheimgelände statt und wir wurden, trotz anfänglicher Sorge, von keinem Regenschauer heimgesucht. Damit alle Mitglieder, zumindest was die Zusammensetzung von Vorstand und Verwaltungsrat anbelangt, auf dem Laufenden sind, stellen wir hier unsere aktuellen Amtsinhaber namentlich vor. Vorstand Vorstandsvorsitzende: Angelika Schmidt-Straube Stellvertreter: Harald Giese Schatzmeisterin: Bruni Kiesel Schriftführerin: Inge Derenbach

Verwaltungsrat Holger Albrecht Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer Rüdiger Gunzenhäußer Dr. Thomas Kölpin Petra Veiel Winfried Wiedersich Jeweilige Kontaktaufnahme unter Email: vorstand-tsv@stuttgart-tierheim.de Postanschrift: Tierschutzverein Stuttgart Furtwänglerstraße 150 70195 Stuttgart

Auch wenn unser jährlicher Mitgliedsbeitrag sehr gering ist, vergessen doch viele Mitglieder diesen zu entrichten. Er ist immer am Anfang eines Kalenderjahres fällig. Mit einer Einzugsermächtigung sind Sie dabei auf der sicheren Seite! Eine Änderung Ihrer Bankverbindung möchten Sie uns bitte umgehend mitteilen. Das erspart uns Zeit und Kosten, welche wir gerne für unsere Tiere verwenden! Haben Sie Dank für Ihre Unterstützung. Kontakt auf Seite 8.

Dank Nachlass überlebt Tiere benötigen die Verantwortung von uns Menschen. Wir übernehmen sie, wenn andere es nicht mehr können oder wollen. Sie können unsere Arbeit unterstützen und den Tieren durch ein testamentarisches Vermächtnis helfen. Persönliche und vertrauliche Beratung erhalten Sie bei unserer 1.Vorsitzenden. Vorab gerne telefonisch unter 0711- 38 36 75.

Wir gedenken unserer verstorbenen Mitglieder und werden Ihnen allezeit ein ehrendes Andenken bewahren.

╬ 2016 Der Vorstand

Der DerStrohhalm StrohhalmNr. Nr.20 24

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Sommerfest im Tierheim 25.+26. Juni 2016 Die "Mümmelmänner" spielen die Hauptrolle

Bei unseren Tierheimfesten spielen unsere vier- und zweibeinigen Mitgeschöpfe generell die Hauptrolle. Und weil am Sommerfest unsere neue Kleintier-Quarantäne eingeweiht wurde, standen natürlich die künftigen Bewohner im Mittelpunkt.

M

it Unterstützung der Margarete Müller-Bull Stiftung konnte das lang ersehnte Bauvorhaben verwirklicht werden und etliche Festbesucher nahmen an der Einweihung teil. Jetzt steht der Erweiterung unserer Reptilienstation endlich nichts mehr im Weg.

Allzeit beliebt sind unsere unterschiedlichen Flohmarktstände, die bestens bestückt zum Stöbern und Feilschen einladen. Hier kamen Flohmarktbegeisterte wieder voll auf ihre Kosten. Die Bestände sind teilweise an Kuriosität nicht zu überbieten und finden dennoch Käufer. Das

Gäste auf vier Pfoten

Natürlich verwöhnten wir unsere Besucher mit allerhand Köstlichkeiten, wobei das reichhaltige Kuchenbuffet die Naschkatzen regelrecht verzückte. Dafür ein herzliches Dankeschön an unsere großartigen Kuchenbäcker! Beim Obstsalatschnippeln holte sich mancher Helfer wunde Finger, so stark war die Nachfrage.

Zwei Mitglieder der Jugendtierschutzgruppe hatten einen Radiosender organisiert, bei dem sie live als Moderatoren agierten und dabei gekonnt verschiedene Besucher in Sachen Tier interviewten. Zu jeder vollen Stunde stellte "ChefModerator" Stefan versiert unsere Fellschnauzen den Besuchern vor. Da blieb kein Platz auf den bereit gestellten Bänken frei. Mit ausgefeiltem Fachwissen und einer gehörigen Portion Humor zieht er regelmäßig die Zuschauer in seinen Bann. Dadurch fanden einige Vierbeiner bereits ein schönes, neues Zuhause.

liegt natürlich auch daran, dass jeder Euro in unserer Tierschutzkasse landet und die Tierfreunde uns gerne unterstützen. Unterschiedliche Tierschutzorganisationen konnten auch am Sommerfest ihre Anliegen vorstellen und am Ende der Veranstaltung waren zwar alle Beteiligten erschöpft, aber dennoch zufrieden.

Herrlich erfrischend

Zuhause gefunden

Lieben Dank an alle Helferlein

Lecker Kuchen

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Der Strohhalm Nr. 24

Flohmarktschönheiten


Herbstfest im Tierheim 25. September 2016 von Angelika Schmidt-Straube

Veranstaltungen im Tierheim versprühen immer einen ganz besonderen Charme. Das kommt nicht von ungefähr. Tierfreunde sind meist angenehme Zeitgenossen und freuen sich nicht nur auf die Begegnung mit Tieren, sondern eben auch auf den Austausch mit Gleichgesinnten. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun der eine oder andere Besucher Mitglied in unserem Verein ist. Wir heißen gleichermaßen alle Tierfreunde herzlich willkommen.

A

uch wenn der Herbst die kühleren Tage einläutet, konnte davon während unseres Herbstfestes keine Rede sein. Bei strahlendem Sonnenschein nahmen unzählige Tierfreunde die Möglichkeit wahr, unseren Tieren einen Besuch abzustatten. Damit die Besucher in beinahe allen Bereichen voll auf ihre Kosten kamen, hatten wir uns einiges einfallen lassen.

unterschiedliche Schmankerln an und freuen uns, dass die Vielfalt gut angenommen wird.

Auch die "Silberpfoten" wollten unsere Besucher über ihre Aktivitäten informieren, was ebenso gut ankam, wie ein eigens kreiertes und ausgeklügeltes Quiz. Dabei winkte auch noch ein Gewinn! Jedes Engagement für unsere Mitgeschöpfe geht mit unterschiedlichen Beweggründen einher. Letztendlich zählt aber nur der Erfolg, denn Tiere können ihre Stimme nicht erheben.

Gesund und hausgemacht

"Pantoffelheld"

So lud z. B. die Jugendtierschutzgruppe zum "Pantoffelweitschießen" ein, wobei da ganz beachtliche Ergebnisse erzielt wurden. Wer mit aktivem Sport so ganz und gar nichts am Hut hatte, vergnügte sich derweil mit einem kühlen Bierchen und krönte den Gaumengenuss mit einem traumhaften "Veggiburger". Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Klar sind wir um das seelische Wohlbefinden unserer Besucher ebenso bemüht, wie um das leibliche. Daher bieten wir gerne

Während Stefan in gewohnter Manier unsere Fellschnauzen vorstellte, konnten sich Taubenfreunde über die aktuelle Situation unseres Taubenprojektes informieren. Dazu hatten die Ehrenamtlichen nicht nur InfoMaterial parat, sondern boten auch allerlei Brauchbares zum Verkauf an. Tauben führen ein Schattendasein. Selbst eingefleischte Tierfreunde betrachten die gefiederten Mitgeschöpfe oft als Plage. Das wollen wir mit allen Mitteln ändern.

Unsere Taubenfreundinnen

Der "Silberpfotenstand"

Unzählige Ehrenamtliche hatten im Vorfeld Großartiges geleistet. Die Zelte, Tische und Bänke mussten aufgebaut und jede "Bude" mit Lebensmittelverkauf, durch eine besondere hygienischen "Einrichtung" bestückt werden. Dabei hat unsere gute Fee, Jutta Bothner, fantastisches geleistet. Dank ihr und unserem Martin Pechmann konnten wir dieses Herbstfest auch ohne unsere erkrankte Tierheimleiterin stattfinden lassen. Alle zogen an einem Strang und so stelle ich mir eigentlich wahre Der Strohhalm Nr. 24

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Maler

G i e s e®

Maler · Stuckateuer · Betonsanierung

Bin ich nicht genauso toll wie die Wand vom Maler Giese?

Epplestraße 56 · 70597 S-Degerloch · 0711-7676055 · www.malergiese.de · E-mail:info@malergiese.de Tierschutzarbeit vor. Unseren Ehrenamtlichen möchten wir nicht nur hier, sondern generell ein herzliches Dankeschön sagen. Was für ein Glück, dass wir diese wunderbaren Menschen an unserer Seite haben. Davon profitieren natürlich auch unsere Besucher, denn Erfahrung, Kompetenz und Fachwissen sind in allen Lebensbereichen nicht zu unterschätzende Vorteile.

So ein Tierheimfest bedarf vieler 07.11.2015 Helfer und alle arbeiten Hand in Hand auf gleicher Augenhöhe. Wie schön, dass sich an unseren Veranstaltungen so viele Menschen einbringen.

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Ein Päuschen in Ehren

Lektüre mit Fachberatung

Unsere Ehrenamtlichen der Gruppe ± Vierzig haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Besucher an unseren Veranstaltungen mit traumhaften, selbst hergestellten Brotaufstrichen zu begeistern. Viele Stammkunden decken hier ihren kompletten Bedarf ab!

Brotaufstrich vom Feinsten

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Der Strohhalm Nr. 24

An unserem Körbchenstand kann man sich mit allem eindecken, was das Leben mit Hund, Katze und Co. verschönert, erleichtert oder auch interessanter macht. Unsere Besucher lieben den Körbchenstand und so wurde er an unserem Herbstfest nahezu vollständig "geplündert".

Die Damen vom Körbchenstand

Mit Freude dabei

Unser bestens bestückter Kleidermarkt konnte aktuell sogar eine Umkleidekabine anbieten, mit Spiegel. Klar gingen wir dabei nicht mit einer

Die Modeberaterinnen

14:53:23


D

B o d e n G i e s e® Parket t-

und

Bodenbeläge

Ist doch nicht soH schlimm, KS 78 K das kriegt der Giese wieder hin!

Epplestraße 56 · 70597 S-Degerloch · 0711-7676055 · www.malergiese.de · E-mail:info@malergiese.de Edel-Boutique in Konkurrenz, aber die Kundinnen fanden das super. Männliche Wesen waren hier eigentlich nur als Berater oder Begleiter anzutreffen. Aber für ein Schnäppchen zückten sie großzügig ihr Portemonnaie.

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ben. Auch wenn jeder Euro unserer Tierschutzkasse zugute kommt, will man schließlich keine unbrauchbaren Gegenstände zu Geld machen. Das wäre unanständig!

Barbara Krämer in Aktion

07.11.2015 Großen Zulauf erfuhr auch Christin Kern von unser Schildkröten-Auffangstation. Als Schildkrötenfachfrau konnte sie alle anstehenden Fragen bestens beantworten und dem einen oder anderen Besucher den Wunsch nach einer Schildkröte "austreiben".

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Schildkröten-Infostand

Ein Barbie-Sofa

Wahre Flohmarktliebhaber werden bei uns immer fündig. Unterschiedliche Tierfreunde stellten uns die Artikel zur Verfügung und die Vorlieben jedes einzelnen Spenders spiegeln sich in der immensen Vielfalt ab. Dabei wird vorab die Funktionsfähigkeit der mechanischen und elektrischen Geräte geprüft. Schrott verkaufen wir nicht. Dank Roland Krämer und Claus Vetter sind wir dabei immer auf der sicheren Seite. So konnten auch an unserem Herbstfest unsere Besucher stets einwandfreie Ware erwer-

"Fleißiges Bienchen" Fachgespräche

Dank an alle, die unser Fest zum Gelingen führten. Sie sind die Besten! Der Strohhalm Nr. 24

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Was für ein Leben...? von Antje Geiss, Anne Pieplow und Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer

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onntagmorgen, 10:00 Uhr. Ein sanftes „Guru, guru“ ist zu hören, wenn man das Ohr an die Tür hält. Friedlich kuscheln die Tauben zusammen, putzen sich gegenseitig oder halten ihre Eier schön warm. Das ändert sich kurz, wenn die Tür aufgeht und die Taubenpatin mit einem gelassenen „Guten Morgen, Täubchen!“ den Raum betritt. Natürlich haben die Tiere längst bemerkt, dass jemand im Anmarsch ist. Daher gehen sie vorsichtshalber auf Distanz und fliegen erst einmal Richtung Ausgang, man weiß ja nie was kommt. Schnell beruhigt sich der Schwarm aber wieder, wenn nur die gewohnten Aktivitäten stattfinden. Das Suchen nach frisch gelegten Eiern, der kurze Check ob verletzte oder kranke Tiere zu sehen sind, ein bisschen Putzen, frisches Wasser in die Näpfe...und dann der Moment, auf den alle gewartet haben: Es gibt Futter!!! Begeistert, aber noch vorsichtig nähern sich die ersten Tauben, als klar ist dass sich kein Mensch mehr im Schlag befindet gibt es kein Halten mehr! Hungrig stürzt sich der Schwarm auf die leckeren Körnchen, die aus dem Futterturm rieseln, und eine Zeitlang hört man nur leises „pick, pick“ und gelegentliche Gurrlaute. Was für ein Leben!

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Frühstück

Frühstück

onntagmorgen, 10:00 Uhr. Hektisch tapsen ein paar ausgehungerte Tauben zwischen den Tischen des Cafés herum, um jeden herunterfallenden Krümel zu erwischen. Gar nicht so einfach, wenn man gleichzeitig den frühstückenden Menschen ausweichen muss, die oft nicht so begeistert davon sind ihre Brötchen zu teilen. Was ist das? Eine Salzstange?!? Sofort ist sie von 5 oder 6 Tauben umringt, und jede versucht das vermutlich essbare Objekt selbst in eine schnabelgerechte Form zu bringen. Hinkend versucht es auch ein älterer Tauber mit zerzaustem Gefieder, natürlich mit mäßigem Erfolg. Wenn die alle wüssten, dass er eine Frau und zwei Eier hat, wären sie bestimmt nicht so respektlos. Zu allem Überfluss fängt es an zu regnen. Mit den Frühstücksgästen flüchten auch die Tauben, statt in den warmen Innenraum des Cafés allerdings in die zugigen Nischen zwischen Markise und Dach. Dort drängen sich nun 10 Tauben auf wenigen Zentimetern Fläche, und ein kleiner Nestling gerät zu nahe an den Rand... Was für ein Leben!

Welches würden Sie wählen? Wir geben dem Frieden ein Zuhause. Stadttauben-Projekt Stuttgart. www.stadttauben-stuttgart.de Sie möchten es mit eigenen Augen sehen? Aktuelle Führungen im Taubenschlag in Feuerbach finden statt am: Sonntag, 18.12.2016 ("Taubenweihnacht") Sonntag, 08.01.2017, jeweils um 11.00 Uhr. 20

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Um Anmeldung unter taubenteam-stuttgart@gmx.de wird gebeten, denn es können maximal 10 Personen pro Führung teilnehmen. Die Führungen sind für Sie kostenlos. Über Spenden an den Tierschutzverein Stuttgart, als unseren Träger, freuen wir uns aber sehr.


"Asena" und "Yaman" Unsere Kangal-Sorgenkinder Asena und Yaman sind eigentlich das Dreamteam in unserem Tierheim. Doch leider gehören die zwei wunderbaren Hunde einer Rasse an, die nicht einfach zu halten ist. Mit der weitläufigen Bezeichnung Herdenschutzhund oder Türkischer Hirtenhund macht man eigentlich nicht viel falsch. Wobei sich bereits 1996 Experten und Züchter einig waren, dass der Kangal eine eigenständige Rasse ist. Ursprünglich lediglich in Anatolien zur Bewachung der Schafherden gehalten, hat der Kangal mittlerweile weltweite Verbreitung gefunden.

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ie weltweite Verbreitung macht natürlich nicht vor unseren Toren halt und daher suchen wir für die beiden Hunde dringend einen Platz, der ihren rassespezifischen Neigungen entgegenkommt. Hier finden Sie einige Merkmale und Besonderheiten, die diese Hunderasse auszeichnet. Zunächst der ganz passable Körperbau: Größe Rüde: 74 cm bis 85 cm, Hündin: 71 cm bis 79 cm Gewicht Rüde: 50 kg bis 70 kg Hündin: 40 kg bis 60 kg Trotz seiner beeindruckenden Größe ist der Kangal ein ruhiger, ausgeglichener, stolzer und selbstsicherer Hund, der äußerst zuverlässig alle ihm anvertrauten Menschen und Besitztümer beschützt. Er zeichnet sich durch Intelligenz und Anpassungsfähigkeit aus, gepaart mit Mut, Härte und Selbständigkeit. Kangals greifen nicht an, sie sind zuverlässige Verteidiger! Fremden gegenüber verhält sich der Kangal zunächst eher uninteressiert, wird dabei allerdings keine großen Vertraulichkeiten dulden. Mit rund zweieinhalb Jahren ist er aus-

gewachsen, wobei sich seine volle Reife erst im Alter von vier Jahren einstellt. Seine Beschützerinstinkte entwickeln sich nach und nach. Trotz den vorgenannten Eigenschaften ist der Kangal ein sensibler Hund und braucht relativ lange, bis er Zuneigung erwidert. Mit Spielen, wie Balloder Stöckchenwerfen, kann er nur kurzzeitig beschäftigt werden. Seine ureigene Aufgabe ist der "Wachdienst" und um seine Halter, Haus und Hof zu schützen, würde er sein Leben einsetzen. Trotzdem muss der Kangal wissen, wer der Herr im Haus ist. Ohne eindeutige Rangordnung kann so ein Schwergewicht schon Unheil anrichten. Dabei ist übertriebene Härte allerdings nicht dienlich, denn ein Kangal lässt sich nicht unterdrücken. Geduld, Konsequenz und Zeit sind hierbei die Zauberworte. Vertrauen und Autorität werden ihn überzeugen. Sobald man seine Zuneigung und seinen Respekt gewonnen hat, geht er für seinen Besitzer durchs Feuer. Er ist allerdings kein sanfter Riese. Dies gilt es immer wieder vor Augen zu halten, gerade auch beim Spiel mit Kindern. Der Kangal ist kein Kinderhund. Damit man seinen Ansprüchen gerecht werden kann, ist ein großer Garten oder Hof unabdingbar.

Idealer Aussichtspunkt

Beides muss bestens eingefriedet sein, denn Kangals sind Ausbruchkünstler. Auf "seinem" Gelände wird er unermüdlich seiner Leidenschaft nachkommen. Die ist und bleibt: Wachen! Sollte etwas Ungewöhnliches seine Aufmerksam erregen, wird er dies mit dröhnender Stimme lauthals kundtun. Nicht immer zur Freude der Nachbarn, zumal bei Einbruch der Dämmerung seine Wachsamkeit den Höhepunkt erreicht. Ausgedehnte Spaziergänge liebt auch der Kangal. Da er aber gegenüber anderen Hunden unberechenbar reagieren kann, muss man das Tier völlig unter Kontrolle haben. Die Kraft und Entschlossenheit des Kangals dürfen niemals unterschätzt werden. Auch wenn er Haus und Hof bewacht, sollte er immer Zugang zu einem trockenen, sauberen und den Jahreszeiten entsprechenden Aufenthaltsort haben. Ein Kangal ist eher für den ländlichen Raum geeignet, denn so ein Großstadtleben auf engem Raum käme seinen Vorlieben nicht entgegen. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Asena (4 Jahre) und Yaman (6 Jahre) doch noch ein wunderbares Zuhause finden werden. Vielleicht bei Ihnen? Quellen: www.sivas-kangal.de www.kangal-altin-arkadash.de Der Strohhalm Nr. 24

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Unsere Unterstützer,

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uch in diesem Strohhalm möchten wir unseren Gönnern und Unterstützern ein herzliches Dankeschön sagen. Ohne ihr Zutun könnten wir unserer verantwortungsvollen Aufgabe nicht nachkommen. Leider. Mit der Kostenerstattung der Stadt Stuttgart de-

cken wir lediglich ein Drittel unserer Aufwendungen. Da kann man nicht getrost die Hände in den Schoß legen. Ganz im Gegenteil. Wir sind nach wie vor auf Spenden und Zuwendungen angewiesen und stellen hier einige Unterstützer und Spender vor.

40 Jahre dm-Markt

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Von links: Tobias Trinkle (dm), Bettina Weinz (Jugendhaus), Petra Veiel (Tierschutzverein), Ulrike von Hülsen (Olgäle-Stiftung) und Alfred Wagner (dm)

ir gratulieren dm-Markt ganz herzlich zum vierzigsten Bestehen und freuen uns gleichzeitig rießig, dass auch gemeinnützige Organisationen am Gesamterfolg teilhaben dürfen. Kinder und Tiere haben einen schönen Stellenwert in unserer Gesellschaft, was sich zumindest aus dem Ergebnis der Kundenbefragung ablesen lässt. Unsere Anerkennung geht natürlich an dmMarkt und der wunderbare Scheck in Höhe von Euro 6.000,- füllt unsere stets bedürftige Tierschutzkasse bestens auf. Herzlichen Dank für das ehrenwerte Engagement!

Dank an die BW Bank

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roß war unsere Freude, als uns Vertreter der BW Bank während des Herbstfestes 2016 einen Besuch abstatteten und eine hübsche Aufmerksamkeit als Gastgeschenk im Gepäck hatten. Ein Scheck mit der traumhafte Summe von € 3.000,- wechselte dabei den Besitzer. Die Spende ist ausschließlich für die Erweiterung unsere Reptilienstation gedacht und wir möchten allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön sagen.

Foto von links: Isabel Kleinert, Manfred Schulz, Angelika SchmidtStraube und Ralf Schairer Lieben Dank an Full Moon People. Durch die tolle Futterspende haben sie uns super unterstützt Jana, Dennis, Jasmin, Ebru, Marion Wünn, Annika und Tanja (von links)

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Futter in Hülle und Fülle


Spender, Gönner und ... Dank an Dr. Richter

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Dr. Susanne Richter und Petra Veiel (von links)

ine Tierarztpraxis kümmert sich um Tiere. Keine Frage. Doch die Praxis von Dr. Jörg Richter veranstaltete anlässlich ihres Jubiläums einen Flohmarkt und der Erlös sollte in unsere Tierschutzkasse fließen. Ein "hübscher" Scheck wurde uns von Dr. Susanne Richter persönlich überbracht und wir fanden die Aktion mehr als nachahmenswert. Dafür möchten wir uns beim gesamten Praxisteam von Dr. Jörg Richter herzlich bedanken und wünschen uns dabei, dass diese Idee Schule macht.

Sport und Wohltat

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nter dieser Überschrift ist es Christian Diener gelungen, sagenhafte € 250 für unser Tierheim zu erlaufen. Dazu musste er an 90 Tagen jeweils 6.127 Schritte gehen und ging damit eine Wette ein, dass er es schaffen würde. Er hat gewonnen und wir sagen herzlichen Dank!.

D A N K E

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ie Klasse 7a der Raichberg Realschule Stuttgart hat mit ihrem Projekt "Tierliebe" ganz schön was auf die Reihe gebracht. Das finden wir nicht nur super, sondern möchten uns bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken. Bitte behaltet die Tierliebe für immer in euren Herzen und lasst euch durch nichts von eurem eingeschlagenen Weg abbringen!

Ein großes

DANKESCHÖN an die EVA MAYR-STIHL Stiftung, die uns bei der spontanen Versorgung etlicher kranker Fundtiere wunderbar unterstützt hat. Dank der großartigen Zuwendung von € 10.000,- waren die enormen Tierarztkosten für uns einigermaßen erträglich. Wir sind unendlich dankbar!

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erzlichen Dank an Vincent Klink und an seine Frau Elisabeth, die trotz ihrer enormen Arbeit unsere Mitgeschöpfe nicht vergessen. Mit der Spende von € 1.000,- haben sie die Versorgung unserer Tiere ganz wunderbar unterstützt. Ganz große Klasse!

Man muss Tiere nicht lieben. Aber man muss sie achten und respektieren. So wie es sich jeder Mensch von seinem Gegenüber wünscht. A. Schmidt-Straube

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Lizge Erbay in Vertretung für alle Beteiligten

Tolle Gewinne bei Pflanzen-Kölle

erzlichen Dank an das Pflanzen-Kölle Gartencenter in Fellbach! Wir durften während des Herbstmarktes 2016 die reich bestückte Tombola betreuen und der Erlös von Euro 2.299,- kam unseren Tieren zugute. Einfach klasse! Der Strohhalm Nr. 24

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... weitere Tierfreunde Der Kids Club der Innenstadtkinos spendet 2.500 Euro an das Tierheim

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Sport trifft Tierschutz

ine "sportliche" Spende bekamen wir im Juni 2016 von den Golfern "VAGABUNDEN", die alle samt sehr tierlieb sind. 300 Euro kamen unsere Tierschutzkasse zu Gute. Wir wünschen dem Vagabunden-Golfteam stets ein „good game“ und sagen allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!

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Anlass-Spenden

iele Tierfreunde verzichten zu unseren Gunsten auf Geschenke und sonstige Zuwendungen anlässlich ihres Geburtstages, der goldenen Hochzeit und sonstigen Jubilarfeiern. Das ist eine mehr als ehrenwerte Geste und wir sind froh und dankbar, dass wir auf diese Weise an den freudigen Ereignissen teilhaben dürfen und unsere Tiere letztendlich die Beschenkten sind. Tiere sind wunderbare Mitgeschöpfe, die unseren Einsatz einfach verdienen.

von Ulrike Mändle

ierisch gut fanden die Kinder des Kids Club der Innenstadtkinos ihren Ferien-Ausflug in das Stuttgarter Tierheim. Es gab einen Blick hinter die Kulissen und es wurden natürlich alle Fragen der Kids beantwortet. Zuvor hatten die Kinder gemeinsam mit den Kids Club Betreuerinnen den Animationsfilm PETS im Kino gesehen und konnten nun im Tierheim echte Haustiere erleben. Dabei war auch die Ernsthaftigkeit und Notwendigkeit eines Tierheims ein wichtiges Thema. Denn anders als im Film, dienen die Tiere hier nicht mehr der Unterhaltung des Menschen, sondern bedürfen als Lebewesen mit schicksalhafter Vergangenheit einer aufwendigen Pflege. Dass man Kinofilm und Realität sehr gut miteinander verbinden kann, haben die Innenstadtkinos jetzt bewiesen: Eine Spende in Höhe von 2.500 EURO aus den Ticketeinnahmen des Films PETS ging direkt an das Stuttgarter Tierheim! Frau Veiel, gleichzeitig auch Pressesprecherin des Tierheims, freut sich nicht nur über diese Zuwendung, sondern auch über die gelungene Kooperation mit dem Kids Club der Innenstadtkinos: „Eine tolle Aktion, von der alle was haben. Die Kinder lernen, dass ein Haustier Verantwortung bedeutet und das Tierheim bekommt die Aufmerksamkeit der Kinokunden.“ Der Kids Club hat Mitglieder im Alter von 5-11 Jahren, die von verschiedenen Aktionen wie Gewinnspiele, betreutem Kino usw. profitieren. Zwei Mal im Jahr bekommen die Kinder das Clubmagazin zugesandt. Weitere Infos unter www.kinokidsclub.de

An dieser Stelle möchten wir allen Jubilaren unseren Glückwunsch und unseren Dank aussprechen. Vielleicht finden sich noch weitere "Nachahmer", die ihren Gästen diese tolle Idee nahebringen möchten.

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Statt Grabschmuck

s ist schwer einen geliebten Menschen zu verlieren und ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Doch auch in der größten Trauer wird an unsere Tiere gedacht und darum gebeten, auf Grabschmuck zu verzichten und stattdessen dem Tierschutzverein Stuttgart eine Spende zukommen zu lassen. Unser aufrichtiger Dank an alle, die uns auf diese Weise bedachten.

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di k an n a D n ! Liebe torinnen Initia

Dr. Karin Fritz und Petra Veiel bei der Scheckübergabe (von rechts)


Wir wünschen uns ein neues und schönes Zuhause!

Unsere Sorgenkinder

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allo ich bin "Ursula", eine TokeeDame aus der Familie der Geckos. Um meinen Ansprüchen gerecht werden zu können, solltet ihr keine "Einsteiger" sein. Meine Aktivitäten beginnen mit der Dämmerung und wenn ich mich angegriffen fühle, kann ich schon mal kräftig zubeißen. Welcher Tierfreund hat ein schönes Terrarium für mich?

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ch heiße "Cameo" und bin ein waschechter Hovawart. Trotz meiner 11 Jahre zeige ich mich sehr agil und gehe total gerne spazieren. Mit Hündinnen vertrage ich mich gut. Von Rüden halte ich aber nicht viel und das muss ich denen auch beim Spazieren gehen ab und zu mal sagen. Aber keine Angst, ich lasse mich von euch mit etwas Leckerem gut ablenken. Und schließlich bin ich nicht zu alt, um noch was dazuzulernen. Ihr wollt so einen tollen Kuschelbär wie mich euer eigen nennen? Dann kommt schnell vorbei! Hier stellen wir lediglich eine kleine Auswahl unserer Sorgenkinder vor. Schauen Sie doch einfach im Tierheim vorbei, dann können wir Ihnen weitere Sorgenkinder persönlich vorstellen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

nser Grünflügel-Ara "Hilti" sucht dringend ein papageiengerechtes Zuhause. Welcher Papageien-Liebhaber kann diesem wunderschönen Vogel eine Heimstatt bieten? Er ist an Menschen gewöhnt und daher eigentlich recht pflegeleicht, doch benötigt dieser hübsche Exot ausreichend Platz und natürlich einen Partner. Bei Interesse rufen Sie uns einfach an, oder senden uns eine kurzr E-Mail. Dann erhalten Sie alle entsprechenden Informationen und nötige Details.

ch bin "Tilda", eine ganz liebe 2-jährige Katze, die gern Kontakt zu den Menschen sucht. Schmuse super gerne und bin stubenrein. Leider habe ich Leukose und auch das Augenlicht verloren. Nun suche ich ruhige Menschen, die mich verwöhnen möchten. Bedingt durch mein Handicap kann ich nur in Wohnungshaltung vermittelt werden. Ideal wäre ein Zuhause, in dem schon eine Leukosekatze lebt. Denn auf Dauer allein in einer Wohnung zu leben ist auch für uns Katzen sehr langweilig. Wer nimmt mich zu sich?

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tellvertretend für alle meine Artgenossen möchte ich euch bitten, falls sich der Wunsch nach einem Kaninchen bei euch einstellt, einfach zuerst mal im Tierheim vorbeizuschauen. Meine Kumpel und ich würden liebend gerne ein eigenes Zuhause finden. Wir fühlen uns irgendwie heimatlos, aber ihr könnt das ändern.

allo ich bin die "Quendolin" und erst 6 Monate alt. Leider habe ich ein neurologisches Problem, ich schwanke beim Laufen und falle auch immer mal wieder um. Trotzdem habe ich Freude am Leben und fühle mich bei anderen, eher ruhigen Katzen recht wohl. Wie sich mein Gesundheitszustand entwickeln wird kann niemand genau sagen. Fest steht, ich werde Zeit meines Lebens gehandicapt bleiben. Daher suche ich eine ruhige Familie mit gut sozialisierten, lieben Katzen, die mich so nehmen wie ich bin. Darf ich bald bei euch einziehen? Auch ich möchte ein eigenes Zuhause. Bitte, bitte!

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Esras Tierheimtagebuch von Marion Wünn

Hallo liebe Leser, da bin ich wieder, ihr seid sicher schon gespannt was so im letzten halben Jahr im Tierheim passiert ist.

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Juni 2016

uhu es ist Sommer, na ja noch nicht so ganz aber immerhin. Es wird täglich wärmer und die Arbeit im Tierheim macht den meisten bei angenehmeren Temperaturen auch mehr Spaß. Mir ist das ja völlig schnurz, ich bin schließlich ein Kangal und Kangals lieben jedes Wetter! Der Juni ist ein vergleichsweise ruhiger Monat. Warum das so ist, keine Ahnung. Trotzdem mussten wir 162 Tiere aufnehmen, im Vormonat waren es sogar 190. Schrecklich! Es vergeht wirklich kein Tag ohne tierischen Zuwachs. Glücklicherweise gibt es auch keinen Tag, an dem keines unserer Tiere in sein neues Zuhause umziehen darf. Ein tägliches Kommen und Gehen. Jeden Tag werden die Tierheimleute vor neue Herausforderungen und Probleme gestellt. Frauchen träumt ja immer noch davon, dass es irgendwann eine Institution wie das Tierheim gar nicht mehr braucht, weil die Menschen vielleicht doch mehr Verantwortung für uns Tiere übernehmen. Lassen wir sie mal weiter träumen. Die kleine Mischlingshündin "Quiny" kam zum Beispiel als Fundhund zu uns und wurde, wie so viele ihrer Artgenossen, nicht wieder abgeholt. Echt gemein! Warum nur wiederholt sich das immer wieder? Monat für Monat kommen so genannte Fundtiere, die nicht wieder abgeholt werden. Dabei wäre es so hilfreich, wenn wir mehr über diese Tiere wüssten. Fängt ja schon beim Alter an und warum sie wohl auf so feige Weise entsorgt wurde? Alles Fragen, die uns die Besitzer beantworten könnten. Dann hätten es viele Tiere leichter, schneller ein neues Zuhause zu finden. Traurige Welt… Wenn das so weiter geht bleiben Frauchens Träumereien wohl unerfüllt.

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lich gibt es auch das eine oder andere Urlaubsopfer, aber diese Tierschicksale sind zum Glück sehr selten. Die Medien bauschen das nur immer wieder so auf. Dabei könnten die wirklich täglich über die vielen ausgesetzten oder abgegebenen Tiere berichten. Doch das wird wohl kaum jemanden interessieren. Im Tierheim müssen jeden Tag viele Neuzugänge versorgt werden. Diesen Monat waren es 30 Hunde, 40 Katzen, 44 Kleintiere und 20 Reptilien. Davon waren „nur“ 41 sogenannte Fundtiere. Große Sorgen macht uns die stetig steigende Anzahl der Reptilien. Deshalb bauen wir auch um. Das ehemalige Vogelzimmer wird zu einem zusätzlichen Reptilienzimmer. Die Vögelchen ziehen dann in die alte Kleintierquarantänestation um und die Tierchen aus der alten Kleintierquarantäne dürfen in die eigens erbauten Räume im Huftierstall umziehen. Diese Umbauarbeiten haben ganz schön viel Geld gekostet. Aber es war echt nötig. Denn unser Reptilienzimmer platzt aus allen Nähten!

Kornnattern

Fundhündin "Quiny"

Wirklich schlimm. Und auffällig, dass es sich bei den Reptilien fast ausschließlich um Fundtiere handelt. Mensch Leute! Schafft euch doch diese Tiere erst gar nicht an! Grade Reptilien sind nicht immer einfach zu halten und die wenigsten informieren sich VOR dem Kauf über eine artgerechte Unterbringung dieser Exoten. Zudem scheinen fast alle Reptilienhalter feige zu sein, oder warum gibt kaum einer dieser Menschen sein Tier „offiziell“ im Tierheim ab. Nein, diese Tiere werden einfach so ENTSORGT! Mag gar nicht darüber nachdenken, dass vermutlich viele dieser Tiere nicht gefunden werden. Ganz schrecklich! Übrigens freuen wir uns immer noch über eure Spende für den Umbau der Reptilienstation! Jeder Euro zählt!!!

Juli 2016

August 2016

Auch wenn immer alle meinen, dass vor den Sommerferien jede Menge Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden, ist das schon lange nicht mehr der Fall. Natürlich gibt es sie, die ausgesetzten Tiere. Es vergeht kein Tag an dem wir nicht so ein armes Seelchen aufnehmen müssen. Aber es sind nicht mehr als in den anderen Monaten des Jahres. Frauchen sagt das läge daran, dass die Menschen nicht nur in den sogenannten Sommerferien Urlaub machen. Natür-

Im August ist es in der Regel immer ganz ruhig. Liegt wohl daran, dass Ferien sind und viele im Urlaub weilen. Trotzdem gibt es jede Menge zu tun. Große Sorgen macht sich Frauchen über die extrem steigende Anzahl der anscheinend hilfsbedürftigen Wildtiere. Vorwiegend junge Vögel, Eichhörnchen, Wildmäuschen und Co werden ins Tierheim gebracht. Dabei sind die meisten dieser Tiere gar nicht hilfsbedürftig und könnten durchaus in der Natur verbleiben.

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sie vermisst wurde und dass viele an sie denken. Ich finde das auch ganz toll. Oktober 2016

Eichhörnchen bei der Fütterung

Erschreckend ist auch die Anzahl der Stadttauben die zu uns gebracht werden. Alleine nur in diesem Jahr waren es über 200 Tauben. Zum Glück gibt es den Verein Natur e.V. und das Taubenprojekt des Tierschutzvereins. Deren Ehrenamtliche nehmen uns regelmäßig Jungtiere ab und kümmern sich um gute Aufzuchts- und Pflegestellen. Gar nicht dran zu denken, wenn diese fleißigen Tierfreunde mal wegfallen oder keine Tiere mehr aufnehmen könnten. Deshalb muss ich mich hier, auch ganz herzlich im Namen meines Frauchens, für den Einsatz dieser ehrenamtlichen Tierfreunde bedanken. Wer schon einmal ein Wildtier aufgepäppelt hat weiß, was diese Menschen leisten. Da kann man nicht genug danke sagen. Denn das Tierheim wäre mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert! Auch dem Jagdpächter von Botnang gebührt unser Dank. Er hat uns schon oft bei der Unterbringung von Wildtieren wie Füchsen, Wildschweinen, Rehen, Dachsen usw. geholfen. Für diese Tiere ist das Tierheim überhaupt nicht ausgerüstet. Deshalb wäre es toll, wenn in Baden Württemberg ENDLICH eine Wildtierstation gebaut würde. Nötig wäre es allemal und ganz DRINGEND! Noch wichtiger ist natürlich auch der Hinweis, dass ihr Menschen, auch wenn ihr es gut meint, nicht jedes vermeintlich hilflose Tier einsammelt und ins Tierheim bringt. Ruft im Zweifelsfall im Tierheim an. Dort gibt es nämlich fachkundiges Personal welches euch sagen kann, was ihr tun könnt. Die Anzahl der vermeintlich hilfsbedürftigen Tiere die wir im Tierheim aufgenommen haben liegt, Stand Ende August, bei über 400 Tieren. Davon hätten die meisten gar keine Hilfe von euch Menschen gebraucht. Auch ein Animalhording-Fall hat uns heimgesucht (siehe Seite 14). Frauchen sagt dann immer wie froh sie ist, so ein tolles Team um sich zu haben! Zum Glück kommen diese Animalhording-Fälle nicht so oft vor.

Frauchen hat sich zum Glück von der blöden Infektion erholt und mischt so langsam aber sicher wieder im Tierheim mit. Das tut ihr gut! Blöderweise wird sie in den nächsten Wochen auch nicht arbeiten können. Sie muss ins Krankenhaus. Zum ersten Mal bin ich dann von Frauchen getrennt, aber Frauchens Mann und der Sohn sind ja auch noch da. Ich und alle anderen Tiere im Haushalt sind also bestens versorgt! Hoffentlich kommt sie bald wieder. Da sieht man mal wieder wie wichtig es ist, wenn man im Krankheitsfall jemanden hat, der sich um das Tier im Haus kümmert. Vor jeder Vermittlung unserer Tierheimbewohner fragen wir die neuen Besitzer immer ob jemand da ist, der sich im Fall der Fälle um das Tierchen kümmern kann. Diese Frage stößt oft auf Unverständnis. Wenn die Menschen nur wüssten, wie viele Tiere aus diesem Grund ihr Zuhause verlieren. Schaut, alleine diesen Monat kamen z.B. über 30 Tiere zu uns, bei denen der Besitzer verstorben oder schwer erkrankt ist. Niemand fühlte sich zuständig, die hinterbliebenen Tiere zu versorgen. Traurig, gell. Diese traurigen Schicksale lassen sich minimieren. Bitte sorgt dafür, dass es eurem einst so geliebten Tier auch noch gut geht, wenn ihr nicht mehr in der Lage seid das Tierchen zu versorgen!

November 2016 Frauchen ist wieder wohlauf und das Tierheim hat seine Tierheimleiterin wieder. Natürlich wurde sie von den Tierheimmitarbeitern immer auf dem Laufenden gehalten. Die Büromädels haben einen wirklich tollen Job gemacht und doppelt so viel arbeiten müssen. Man glaubt ja gar nicht was so alles an Arbeit in einem Tierheim anfällt und wenn dann noch die Tierheimleiterin ausfällt, ist das kein Vergnügen. Aber Frauchen ist ganz stolz, dass „ihr“ Tierheim während ihrer Abwesenheit so gut weitergeführt wurde!! Jetzt sind Frauchen und ich wieder da und übernehmen das Ruder. Es gibt viel zu tun.

September 2016 Ein aufregender Monat, Frauchen geht es nicht gut, sie hat sich einen blöden Keim eingefangen. Die Ärzte sagen, es sei eine bakterielle Infektion. Ich bin natürlich immer an ihrer Seite und habe mich neben ihr Bett gelegt, ab und zu ein Nasenstüber und ihre Hand ablecken tut mir und ihr gut, muss ihr doch beistehen. Frauchen findet es ganz schrecklich wenn sie nicht im Tierheim sein kann. Zudem hat Sandra, die Frauchen immer ganz doll unterstützt, ausgerechnet jetzt Urlaub. Aber zum Glück gibt es da noch die Petra, Tina, Inge, Jutta und Alexa, die tatkräftig eingesprungen sind. Frauchen war ganz gerührt und wieder einmal darin bestätigt, dass sie ein wunderbares Team um sich hat. Zudem war sie völlig überrascht, dass so viele Menschen Genesungswünsche und Geschenke vorbei gebracht haben. Bei all diesen Menschen möchte sie sich hiermit noch einmal GANZ DOLL bedanken. Es tat ihr gut zu erfahren, dass

Sonja Hummel, Birga Dexel und Marion Wünn (von links)

Anfang November hatten wir hohen Besuch im Tierheim. Die Tiertherapeutin Birga Dexel, viele Katzenfreunde kennen sie sicher aus dem Fernsehen, hielt ein Seminar für Katzenfreunde im Tierheim ab. Und Frau Dexel spendete sogar einen Großteil der Seminargebühren an unsere stets bedürftige Tierschutzkasse. Klasse! Danke an Sonja Hummel und Birga Dexler für den tollen Einsatz. In diesem Sinne eure Esra Zahlen und Fakten: 2016 wurden bis dato 1600 Tiere im Tierheim aufgenommen, davon durften 800 Tiere im selben Jahr noch in ihr neues Zuhause umziehen. 500 Tiere wurden wieder von ihren Besitzern abgeholt oder in Freiheit entlassen. Stand November 2016. Der Strohhalm Nr. 24

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Fabian Zwei Mitglieder Beide Autoren

F

abian ist seit dem 14.10.2010 in der Jugendtierschutzgruppe Stuttgart. Er kam zum Tierheim durch das Holen seiner ersten Kaninchen aus dem Tierheim. Als er merkte, dass das Tierheim auf ehrenamtliche Helfer angewiesen ist, wollte er unbedingt selber mithelfen. So stieß er auf die Jugendgruppe des Tierschutzvereins. Endlich nach seinem 10. Geburtstag, da die Jugendgruppe erst ab 10 Jahren ist, konnte er mithelfen.

Max und Fabian 2012

Die erste Gruppenstunde In seiner ersten Gruppenstunde ging die Jugendgruppe ins Kino, genauer gesagt, in den Film "Konferenz der Tiere". Dort lernte er die damaligen Mitglieder der Jugendgruppe kennen. Schnell freundete er sich mit einem anderen Jungen an, durch den ihm dann die Jugendgruppe sehr viel Spaß machte. Auch damals war Lena Krümmel Gruppenleiterin, die jeden, naja fast jeden Spaß mitmacht. Sie ist heute immer noch Gruppenleiterin und macht ihren Job richtig gut, da die Jugendgruppe noch heute Spaß macht, aber erstmal eins nach dem anderen. Jetzt mit Max Fabian brachte dann am 24.05.2012 einen Schulfreund, namens Max mit, dem die Jugendgruppe dann auch sehr schnell Spaß machte. Max gefiel die Jugendgruppe sehr, da in der Jugendtierschutzgruppe viel mit den Tieren aus dem Tierheim gemacht wird und man durch sie auch als Kind das Tierheim in einer gewissen Weise unterstützen kann. Er und Fabian gingen von da an regelmäßig zu den Gruppenstunden und unterstützten das Tierheim so gut sie konnten. Allerhand Aufgaben Zu den Aufgaben der Jugendtierschutzgruppe gehört es zum Beispiel mit den Hunden im Wald Gassi zu gehen, die Katzen im Katzenhaus mit selbstgebastelten Spielzeugen oder durch Streicheln zu beschäftigen. Manchmal den Stall der Enten und Gänse auszumisten und den Stand der Jugendgruppe beim Tierheimfest zu planen, aber auch Spenden für das Tierheim zu sammeln. In der Jugendtierschutzgruppe wird aber nicht nur gearbeitet sondern manchmal auch einfach der Umgang mit den Tieren genossen und etwas über sie gelernt. Dazu gehört Reptilien anschauen, Kaninchen streicheln und allgemein Dinge mit den Tieren unternehmen. Zur Jugendtierschutzgruppe gehört aber auch der Umgang mit den anderen Mitgliedern, mit denen wir oft Gemeinschaftsspiele spielen. 28

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Seit 2012 gab es unter den Mitgliedern der Jugendgruppe viele Wechsel, doch Fabian ist bis jetzt am längsten überhaupt in der Jugendtierschutzgruppe. Max ist am zweitlängsten in der Jugendgruppe. Kaninchen-Projekt Im Laufe der Zeit hat die Jugendtierschutzgruppe viele Projekte durchgesetzt, wie zum Beispiel das KaninchenProjekt, bei dem die Mitglieder der Jugendgruppe den Besuchern des Tierheimfestes über das Kaninchen erzählten und wichtige Unterschiede zwischen Hase und Kaninchen erklärten. Außerdem wurde erklärt, wie schrecklich echter Kaninchenpelz erzeugt wird und was mit den Kaninchen dabei geschieht. Tiernotdienst Ein weiteres Projekt war der Tiernotdienst. Dabei kam der Tiernotdienst ins Tierheim und es wurde die komplette Ausrüstung erklärt. Die Mitglieder der Jugend-


& Max berichten hier sind 16 Jahre alt

Max und Fabian 2016

Der neue Film ist vor ein paar Wochen fertig geworden und steht ab jetzt für neue Mitglieder zur Verfügung. Das Beste Für Fabian war das Beste an der Jugendtierschutzgruppe, immer Spaß in der Gruppe zu haben, was auch Max meint, aber auch den Umgang mit den Tieren immer gut fand. Zusammen meinen sie, dass es die Mischung ist, welche die Jugendgruppenstunden so interessant macht. Lena hat also alles richtig gemacht und immer gut geplant. Wenig Zeit Fabian und Max sind mittlerweile in der zehnten Klasse und haben leider donnerstags Mittagsschule. Insgesamt haben sie durch die Schule immer weniger Zeit für die Jugendtierschutzgruppe und können daher oft nur noch an den Tierheimfesten mithelfen. YouTube

gruppe durften alle Fragen stellen und es wurden Geschichten von der Arbeit des Tiernotdiensts erzählt.

Ein Fernsehsender hat über die Mitarbeit von Fabian im Tierheim Stuttgart einen Fernsehbeitrag gedreht, bei dem man weitere Einblicke über die Jugendtierschutzgruppe Stuttgart erhält, den man findet, wenn man bei YouTube nach "Fabian im Tierheim Stuttgart" sucht. Die Jugendtierschutzgruppe hat den beiden immer Spaß gemacht und sie hoffen, dass sie noch lange mithelfen können. Vielen Dank an Lena und das Tierheim Stuttgart!!!

Moderne Projekte Das bis daher modernste Projekt, welches von Fabian entwickelt und umgesetzt wurde, war die Tierheim-App. Fabian programmiert in seiner Freizeit und hat sich daher dazu entschlossen eine App für das Tierheim zu entwickeln um die Reichweite des Tierheims im Internet zu erhöhen und nicht nur auf die Webseite einzugrenzen. Die App ist mittlerweile fertig und hat mehr als 3000 Downloads. Man findet sie im App-Store oder im Google-Play-Store unter dem Namen "Tierheim Stuttgart App". Das zweite moderne Projekt war der Film über die Jugendtierschutzgruppe und die Regeln im Tierheim, welcher gedreht wurde um neue Mitglieder der Jugendgruppe einfacher und schneller einzuweisen. Das war jedoch nicht der erste Film der Jugendtierschutzgruppe, da Lena schon vor ein paar Jahren ein selbst geschriebenes Theaterstück gefilmt hatte.

Wer hat Lust, in der Jugendtierschutzgruppe mitzumachen? Du bist zwischen 10-17 Jahre alt, magst Tiere und möchtest ihnen gerne helfen? Dann bist Du bei uns richtig! Wir treffen uns alle 14 Tage donnerstags von 14:30 - 16:30 (außer in den Schulferien). Info und Anmeldung bei Lena Krümmel, Telefon 0711-656774-25 oder per E-Mail: jtsg@stuttgarttierheim.de Ihr könnt uns auch mal auf unserer Homepage besuchen: www.jugendtierschutzgruppe.de

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Mit einer Patenschaft Gutes tun!

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ie möchten den Tieren des Stuttgarter Tierheims gerne etwas Gutes tun? Haben aber zu wenig Platz oder Zeit, um eines der heimatlosen Tiere selbst aufzunehmen?

Mit einer Tierpatenschaft haben Sie die Chance, einen wichtigen Beitrag für unsere Tiere zu leisten. Und eines können wir Ihnen gleich vorab garantieren: Jegliche finanzielle Unterstützung kommt zu 100 Prozent den Tieren zugute zum Beispiel in Form verbesserter Unterkünfte, teurer Medikamente oder aufwendiger Operationen. Sobald Sie sich entschieden haben eine Tierpatenschaft zu übernehmen, kann es losgehen. Sie können eine Patenschaft online beantragen:

http://stuttgarter-tierschutz.de//IhrEngagement/Patenschaften Gerne auch telefonisch bei unserer Frau Birgit Strobel, die Ihnen von Montag bis Freitag während den üblichen Bürozeiten unter 0711 - 65 67 74 - 18 zur Verfügung steht. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail: info@stuttgarter-tierschutz.de

Garten- und Schreinerservice Gunzenhäußer

Als künftiger Pate stehen Sie erst einmal vor der "Qual der Wahl". Denn Sie alleine entscheiden, welchen Tieren Ihre Unterstützung zugute kommen soll. Ob für Hunde, Katzen oder unsere Kleintiere - sie zahlen monatlich einen von Ihnen festgelegten Betrag, der speziell der von Ihnen gewählten Tiergruppe zugute kommt. Außerdem erhalten Sie, sobald Sie eine Patenschaft übernommen haben, einen Patenschafts-Ausweis. Mit diesem können Sie "Ihre Tiere" besuchen und sich von unseren Pflegerinnen und Pflegern darüber informieren lassen, wie es Ihren Lieblingen geht. Bitte haben sie Verständnis, dass wir Ihren Antrag erst ab einem monatlichen Beitrag von € 10,- bearbeiten können.

Geschenk gesucht? Eine Patenschaft eignet sich, im Gegensatz zu lebenden Tieren, bestens als Geschenk. Die Patenschaftsdauer bestimmen Sie im Voraus und auf dem Patenschafts-Ausweis wird der Name des Beschenkten eingetragen. Eine schöne Idee, Tierfreunden eine Freude zu bereiten. Allen Paten sagen wir im Namen unserer Tiere ein herzliches Dankeschön! Über jeden neuen Paten freuen wir uns von ganzem Herzen.

Danke!

0173 / 66 46 559

Gartenpflege (Jahresangebote) Reparaturen rund ums Haus Holz- und Möbelmontagen Umzugshilfe

D. Gunzenhäußer Stuttgart-Kaltental mobil 0173/66 46 559 daniel-gunzenhaeusser@t-online.de 30

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Ein eingespieltes Team

ilke und Micha Schyma springen ein, wenn Not am Mann ist. Auf die Frage, warum er samstags Streicharbeiten bei uns erledigt, meinte Micha Schyma grinsend: " Sonst bekomm ich heute abend nichts zu essen!" Da wünschen wir einfach "Gesegneten Appetit!"


Freude schenken von Petra Veiel

Als Tierschutzlehrerin des Tierschutzvereins Stuttgart besuche ich einmal im Monat auch das ASB Pflegeheim in Feuerbach. Allerdings bin ich bei meinen Besuchen nicht die Hauptperson, sondern Lotte, meine vierbeinige Tierschutzassistentin steht bei den Begegnungen heißersehnt im Mittelpunkt.

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issenschaftlich ist erwiesen, dass Tiere die Möglichkeit bieten, über die Ansprache aller menschlichen Sinne, positiv auf den gesundheitlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Status an Demenz erkrankter Menschen einzuwirken. Dem kann ich nach meinen Erfahrungen voll und ganz zustimmen. Wenn Lotte durch die Gänge läuft, warten die Bewohner schon freudig auf den kleinen Wuschel. Sie darf auf dem Schoß Platz nehmen, wird gekuschelt und geschmust, darf ihre kleinen Kunststücke vorführen und natürlich bekommt sie auch das eine oder andere Leckerli zugesteckt. Sie darf auch bettlägerige Menschen in ihren Zimmern erfreuen. Für mich ist es sehr rührend zu sehen, dass die Menschen richtig aufblühen und sich sehr über unseren Besuch freuen.

"Lotte" auf Besuchstour

Manchmal fließen auch Tränen, denn der eine oder andere Bewohner war einst selbst Hundehalter und vermisst sein Tier zutiefst. Dabei entstehen die unterschiedlichsten Gespräche und ich muss bei jedem Besuch versprechen, dass Lotte bald wieder kommt. Für Lotte und mich ist der regelmäßige Ausflug keine Verpflichtung, sondern ein liebgewonnenes Ritual geworden. Faszinierend ist, dass die kleine Lotte, die sich "privat" als wilde Hummel gebärdet, absolut ruhig, behutsam, zärtlich und geduldig mit den Bewohnern umgeht. Sie legt sich neben die Rollstühle, oder sitzt brav auf einem Schoß. Dabei genießt sie es, gekrault und geherzt zu werden. Sie kennt „ihre“ Oldies und wedelt eifrig mit dem Schwanz, wenn sie gerufen wird. Auch Lottes Hundefreundin Rosalie, eine junge Labradorhündin, darf uns ab und an begleiten. Auch sie versteht es, auf pflegebedürftige Menschen einzugehen. Für mich steht fest:

"Rosalie" und "Lotte" erfreuen die Bewohner

Hunde müssen Pflegeinstitutionen und Altenheime besuchen dürfen und das regelmäßig! Tiere können zwar weder Demenz noch Depressionen heilen, doch trägt der Kontakt zum Tier wesentlich zur Erhöhung der Lebensqualität und des Wohlbefindens bei. Und natürlich beschert so ein tierischer Besuch den Bewohnern immense Freude. Zu beachten ist hierbei natürlich, dass man auf die Bedürfnisse des vierbeinigen Begleiters eingeht und dabei die spielerischen Grenzen nicht überschreitet. Auch der Besuchshund muss Freude an seiner Aufgabe Braver Hund haben. Lotte mag die Gesellschaft der Menschen und kommt nicht in Stress. Sie geht behutsam mit ihrem Gegenüber um und ich kann ihr absolut vertrauen. Wir freuen uns sehr über die Kooperation zwischen dem ASB Pflegeheim in Stuttgart-Feuerbach und unserem Tierschutzverein. Unser Motto: "Menschen helfen den Tieren und Tiere helfen den Menschen!"

Hund im Bett?

Möchten Sie mehr über die Tätigkeit der Tierschutzlehrerin wissen, Führungen oder Besuche in Schulen und Altenheimen buchen? Bitte kontaktieren Sie mich unter Email: thv2@stuttgart-tierheim.de Der Strohhalm Nr. 19 24

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Die Meeresschildkröte. Ihr stromlinienförmiger Panzer schützt sie von allen Seiten.

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Baden-Württembergische Bank

Der Strohhalm Nr. 24, Tierschutzverein Stuttgart  

Magazin des Tierschutzvereins Stuttgart

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