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SCHUTZGEBÃœHR 0,50 E

FEBRUAR 2020

by

Balbina

MACHT MAL EINEN PUNKT.

GE COUNTY + POPPY AN OR X RE + E GN VI LA L RI + JEREMIAS + AV + HARRY POTTER + DER POSTILLON


live nation presents

02.10. Köln 03.10. franKfUrt 04.10. stUttgart 05.10. münchen 08.10. oBerhaUsen 09.10. Bremen 10.10. Bielefeld 11.10. hamBUrg 12.10. hannover 13.10. dresden 14.10. Berlin 15.10. leiPzig 17.10. erlangen

12.07. Mainz 14.07. München 29.07. DresDen

05.05. Bielefeld 06.05. düsseldorf 07.05. Kiel 08.05. rostocK 09.05. Potsdam 11.05. Ulm 12.05. stUttgart 13.05. erlangen 14.05. cottBUs tiCKetMasteR: 01806 - 9 99 0 0 0 0* · ticketmaster.de *20 Ct./anruf aus dem dt. Festnetz / max. 60 Ct./anruf aus dem dt. Mobilfunknetz

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Intro WILLKOMMEN! „Die großen Labels wollen Algorithmen und Mainstream bedienen, und ich bin dafür nicht die Richtige. Ich nehme das nicht persönlich. Eigentlich alle, die Musik machen außerhalb von Rap, Schlager oder Mainstream-Pop, haben dasselbe Problem. Der Rahmen ist sehr klein geworden.“ Diese ziemlich treffende Analyse gab unser Titelact Balbina im Gespräch mit unserer Autorin Ariana Zustra. Balbina hat sich davon jedoch nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: Sie kündigte ihren Major-Vertrag auf, stellte sich noch mehr auf die eigenen zwei Beine und ließ diesen befreienden aber natürlich auch gewagten Schritt mit voller Wucht in ihre sehr eigene, sehr große, sehr schöne Popmusik einfließen. So sehr Balbinas Worte auch stimmen mögen, so sehr möchten wir an dieser Stelle dafür werben, genau diesen „kleinen Rahmen“ ebenso zu feiern wie die großen Acts, die Stadien und Hallen ausverkaufen oder Streamingrekorde brechen. Denn viele, auch kleinere Städte haben Orte, an denen spannende, aus dem Rahmen fallende Musik passieren kann. Und während einige Acts hierzulande noch als „klein“ gelten, wie Rex Orange County zum Beispiel, stehen sie beim berühmtesten Festival der Welt, „Coachella“ in Amerika, schon direkt unter dem Headliner. Aber genug Bekehrung unsererseits: Wir haben natürlich wie immer all die großen und eben auch die kleinen Konzerte, Musicals und Sport-Events im Blick, die unser Haus in den nächsten Wochen noch so in petto hat. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausgehen! Und beim Lesen!

Bal bina

County e g n a r O x e R

Tina Dico


Inhalt

8 NICHT VERPASSEN WILLIAM DUVALL

03

20 FEATURE JEREMIAS

INTRO Willkommen!

04 INHALT 06 VON FREUNDEN FÜR FREUNDE Sehen, hören, machen, essen, ausgehen!

Unsere acht Lieblinge des Monats

08

NICHT VERPASSEN!

William DuVall! Tina Dico!

12 TITEL Balbina

18

BUNTE TÜTE

Grüße aus der ersten Reihe, Kolumne: Konzertnervbirnen

20

INTERVIEWS, FEATURES, STORIES

Jeremias, Der Postillon, Poppy, Rex Orange County

34

4

EINE LIEBESERKLÄRUNG AN ... Avril Lavigne


Inhalt

34 EINE LIEBESERKLÄRUNG AN... AVRIL LAVIGNE

48 HIN & WEG SKI WM 2021 IN OBERSTDORF

38

POP & POLITIK HipHop in China

40

ERKLÄR MIR EINER… Harry Potter

44

SCHÖNE SACHEN

Alben, Filme, Bücher

48

HIN UND WEG

Die Ski WM 2021 in Oberstdorf

52

LIVE Die Lieblingstermine von Ticketmaster

64

TOURDATEN

Auf einen Blick

65

IMPRESSUM

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VOM LEBEN GELERNT

Michael Kiwanuka über Selbstakzeptanz


LIEBE! Der Bestsellerautor David Nicholls hat großartige Bücher über Liebe, Freundschaft und das Dasein als ewige Nummer zwei geschrieben („Zwei an einem Tag“, „Ewig Zweiter“). In seinem neuen Werk „Sweet Sorrow“ geht’s um die erste große Liebe - und um die schönsten, peinlichsten und aufregendsten ersten Male rund um diese erste Liebe. Tja, und dann geht es da noch um die Frage, ob es eine gute Idee ist, seine erste große Liebe 20 Jahre später wieder treffen zu wollen. Ullstein-buchverlage.de

2

KNALLIG

Hobby-Fotografen können sich auf ein schönes, neues Gimmick freuen: Die Silicon-Cases von Easy Cover sehen nicht nur ziemlich knallig aus, sie sind auch ziemlich praktisch und für alle gängigen Kameramodelle erhältlich.

VON FREUNDEN FÜR FREUNDE

3

Easycover.eu

Sehen, hören, machen, essen, ausgehen! Unsere acht Lieblinge für den Februar

HALLO VALENTIN!

Die müssen‘s ja wissen: Der Club Croqueurs de Chocolat du Japon hat die Champagne Trüffel der Düsseldorfer Konditorei Heinemann zu den weltbesten Champagner-Trüffeln gewählt. Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, passen Schoki und Champagner am Valentinstag in jedes Herz. Konditorei-heinemann.de

WIR SEHEN BLAU Am 21. März öffnet in Oberhausen die interaktive Ausstellung „Das Schlumpf Abenteuer“. In der gigantischen Kulisse erwarten Zeichentrick- und Technikfans auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche nicht nur Papa Schlumpf und Gargamel, sondern auch Kinect, Augmented Reality, 180° Videoprojektion und Hologramme. Ticketmaster.de

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DIESE SONGS DÜRFEN NICHT DARAUF FEHLEN

„REALITY“

Richard Sanderson

FESCH Zum Ski-Urlaub gehört Hüttengaudi und zur Hüttengaudi gehört zünftiger AustroPop. Den mischt zur Zeit das österreichische Mundart-Duo Edmund ordentlich auf. Die Musiker Markus Kadensky und Roman Messner, die ihren Bandnahmen bei Edmund „Mundl“ Sackbauer aus der TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ geklaut haben, gehen im Herbst auf Konzertreise durch Süddeutschland. Unter anderem stehen München, Bad Tölz und Kempten auf dem Tourplan. Ticketmaster.de

© Wellenbrecherinnen / Close Distance Productions

WELLENBRECHERINNEN Die Wellenbrecherinnen, das sind vier Hamburgerinnen, die zur Zeit an der berühmt-berüchtigten Atlantik Challenge teilnehmen und den Atlantik im Ruderboot überqueren. Gestartet sind Maike, Steffi, Timna und Cätschi am 12. Dezember auf La Gomera, bei Heftdruck befanden sich die vier noch rund 900 Kilometer vor ihrem Ziel, der Karibikinsel Antigua. Seekrankheit, monströse Blasen an den Händen und bis zu 10 Meter hohe Wellen haben die Wellenbrecherinnen bisher ganz gut überstanden. Wer mehr über das Ruder-Abenteuer erfahren möchte: Ein Filmprojekt begleitet die vier Ruderinnen, im Sommer feiert die Dokumentation Kino-Premiere. Eine 12-teilige Webserie findet man schon jetzt auf ... Wellenbrecherinnen.de

DICKES B 2020 ist zwar offizielles BeethovenJahr, wir möchten hier aber trotzdem eine unbedingte Kaufempfehlung für Víkingur Ólafssons Bach-Einspielung „Bach Works & Reworks“ (Deutsche Grammophon) abgeben. Der KlassikPianist wird weltweit als „isländischer Glenn Gould“ gefeiert, seine J.S. BachEinspielungen sind großartig! Deutschegrammophon.com

So wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ins Weihnachts- und „Dinner for One“ ins Silvesterprogramm der Fernsehsender gehören, so gehört „La Boum - Die Fete“ in die erste Woche eines jeden neuen Jahres. Ab Neujahr (und so ungefähr bis zum Dreikönigstreffen) läuft zuverlässig im Abendprogramm ausgewählter Privatsender die französische Teenagerkomödie aus dem Jahr 1980. Diese ersten faulen Tage des Januars sind perfekt für einen Film wie „La Boum“, wenn man, noch etwas ermattet von Weihnachtsessen und Silvesterparty, in den Sofakissen hängt. „La Boum“ war der Lieblingsfilm einer ganzen Generation, eine charmante Coming-of-Age-Geschichte, die Sophie Marceau zum Weltstar und den Schlüsselsong des Films, „Reality“, zum unsterblichen Fetenhit machte. Mittlerweile gilt der Film von Claude Pinoteau als Klassiker seines Genres. Denn Pinoteau gelang mit der herrlich leichten Teeniekomödie ein wahres Wunder: „La Boum“ wurde zu einem zeitlosen Stück Filmgeschichte, das nicht nur die verwirrenden Gefühle und Hormonausbrüche Pubertierender warmherzig transportiert, sondern auch den Zeitgeist der frühen achtziger Jahre perfekt einfängt. Wer 1980 so ungefähr zwischen 12 und 15 Jahren alt war und gerade durch die wilden Zeiten seiner Adoleszenz surfte, wird sich auch 2020 noch an Schummerlicht und SchmuseEngtanz diverser Wohnzimmer-Parties seiner Teenager-Jahre einnern. Der schottische Sänger Richard Sanderson sang damals den von Vladimir Cosma komponierten und produzierten Song „Reality“ mit den unvergesslichen Zeilen: Met you by surprise / I didn‘t realize / That my life would change for ever / Saw you standing there / I didn‘t know I‘d care / There was something special in the air / Dreams are my reality... Hach! Hach! Sanderson konnte in seiner Karriere zwar nur einen einzigen Hit verzeichnen, aber den gleich zweimal. Denn als der Film zum ersten Mal im deutschen Fernsehen lief, wurde der Titel erneut veröffentlicht und landete noch einmal in den deutschen Charts. Diesmal sogar auf Platz 1. Da gehörte er auch hin.

MIXTAPE

8


NICHT VERPASSEN!

William

DuVall Eigentlich kennt man William DuVall als Gitarrist und Sänger von Alice in Chains, jetzt aber wagt er sich an sein Solodebüt: „One Alone“ heißt das Album, mit dem der US-Amerikaner im Frühjahr für drei Clubshows nach Deutschland kommen wird. Trotz all des Erfolges, den er in der Vergangenheit mit Alice in Chains feierte, fehlte DuVall diese Soloplatte ganz einfach noch in seiner Vita. Und diesen langersehnten Traum hat er sich nun erfüllt - und er nutzt die Chance des Alleingangs, sich musikalisch noch einmal völlig neu zu erfinden. Die harten Riffs und Rhythmen fehlen auf „One Alone“. Was übrig bleibt ist Gesang, eine Akustikgitarre und elf fantastische Songs über das Leben.

William DuVall Tour 2020 07.04. - 20.04.2020 Köln (Club Volta), Berlin (Privatclub), Hamburg (Nochtspeicher) Tickets auf Ticketmaster.de

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NICHT VERPASSEN!

Tina Dico In Dänemark leben bekanntlich die glücklichsten Menschen der Welt. Das mag an den leckeren Smörrebröd liegen, an der aufregenden Architektur (eine Skipiste auf der Müllverbrennungsanlage von Kopenhagen!), den vielen entspannten Fahrradfahrern und dem schönen nordischen Design. Ganz bestimmt aber hat es mit der dänischen Musikszene zu tun. Dieser entspringt auch Tina Dico. Mit ihrem Mix aus nordischer Kühle und sensiblen Songwriting schaffte es die dänische Popsängerin und Songwriterin, die inzwischen mit ihrer Familie auf Island lebt, sich vom Geheimtipp zum absoluten „Must See“ zu entwickeln. Bereits im Alter von 15 Jahren spielte Tina Dico in ihrer ersten Band, mit 23 gründete sie ihr eigenes Plattenlabel. Elf Alben (von denen sechs auf Platz 1 der dänischen Charts landeten) und zwei Danish Music Awards als beste Sängerin und Songwriterin später, versprühen die Auftritte des Multitalents noch immer eine familiäre Atmosphäre: mal folkigcountryesk, mal poetisch-nachdenklich; immer zwischen rockigen Tönen und gefühlvollem Singer-Songwriter Pop. Auf ihrer Tour zum aktuellen Album „Fastland“ hat sich die Künstlerin etwas Besonderes ausgedacht: Tina Dico spielt drei Nächte mit drei verschiedenen Shows in Hamburg. Der Auftakt der „Hamburg Trilogy” findet als Quartett in der Laeiszhalle statt. Mit kompletter Band und einer Bandbreite an Musikinstrumenten wird sie am nächsten Abend auf der Bühne der Grossen Freiheit 36 zu sehen sein. Das große Finale: eine intime Solo Show im Mojo Club.

Tina Dico Tour 2020 01.02. - 15.02.2020 u.a. Darmstadt, Hamburg, Kiel, Rostock Tickets auf Ticketmaster.de


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TITEL

Balbina

Jedem Ende wohnt ein Zauber inne Die Sängerin und Songschreiberin Balbina hat mit vielen Dingen abgeschlossen, bevor sie ihr neues Album aufnahm. Und obwohl dieser faszinierende Brocken Musik den Titel „Punkt.“ trägt, klingt hier so gar nix nach Ende. Im Gegenteil: Richtete sich ihr Blick zuvor oft auf die Kuriositäten des Alltags, geht es diesmal um nicht weniger als die Offenbarung ihrer Seele. Ihre Musik und ihre Stimme wissen dabei immer noch zu polarisieren und zu faszinieren. Als sie im vergangenen Jahr ihre Cover-Version von Rammsteins „Sonne“ veröffentlichte, begeisterte sie damit die Band selbst, während sie den eher konservativen Teil der Rammstein-Fans in Schnappatmung versetzte. Ariana Zustra traf Balbina für uns zu einem Gespräch über Neuanfänge und Marktzwänge, Enden und Befreiungsschlägen - und über das Politische im Unpolitischen.


D

ein neues Album heißt „Punkt.“, jeder Songtitel darauf endet mit einem Punkt. Dieses Zeichen steht für das Ende eines Satzes, in der Alltagssprache sagt man auch „Mach mal einen Punkt“, wenn jemand ein Ende finden soll. Was bedeutet dieser Titel für dich? Wir haben den Punkt abgespeichert als Endpunkt, aber er impliziert immer auch einen Neuanfang. Das Album ist in einer Situation entstanden, in der ich mit vielen Dingen abgeschlossen habe, auch geschäftlich. Man hat manchmal Angst, Lebensphasen zu beenden, weil man nicht weiß, was danach kommt. Aber gleichzeitig wohnt einem Endpunkt eine Kraft inne. Der Punkt symbolisiert für mich den Superlativ von Kraft im Sinne von Neubeginn. Eine Journalistin hat mich in einem Interview gefragt, ob ich jetzt meine Karriere beenden will. Also: Nein, das ist damit nicht gemeint (lacht)! Es ist tatsächlich das genaue Gegenteil. Was war in der Arbeit an dem Album besonders neu für dich? Ich habe begriffen, dass Endpunkte etwas Positives

sind! Das Album ist phasenweise traurig und schwer, aber zum ersten Mal habe ich eine Leichtigkeit, die ich davor nicht hatte. Und eine Zuversicht. Das ist mir nur gelungen, indem ich Niederlagen akzeptiert und als Raum für Neujustierung angesehen habe.

Welche Niederlagen meinst du damit genau? Ich habe mich in der Struktur, in der ich lange unterwegs war, nicht zu Hause gefühlt. Für viele Künstler ist ein Plattenvertrag bei einem Major Label ja der Traum, von dem man sich irgendetwas verspricht, von dem man aber eigentlich keine Ahnung hat, was es ist. Für mich ist dieser Traum eher in einen Albtraum gekippt. Nicht in dem Sinne, dass alles schrecklich war, sondern dass ich dort einfach nicht reingepasst habe. Ich muss mich konzentrieren auf das, was ich in meiner Kunst tue und dafür meine ganze Kraft bündeln, und nicht diese Kraft darauf verschwenden, Leuten immer wieder zu erklären, warum ich diese Dinge tue. Und die Konsequenz daraus war dann, den Vertrag bei Sony aufzulösen? Ich hatte sehr großen Respekt davor, darum zu bitten, aus den Verträgen entlassen zu werden. Ich wusste: In dem Augenblick, in dem ich das ausspreche, kann man das nicht mehr rückgängig machen. Ich habe aber gemerkt, dass mir danach ein unfassbar großer Ballast von der Seele gefallen ist. Plötzlich habe ich gar nicht mehr

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verstanden, warum ich da überhaupt so lange war. Major Labels sind darauf ausgelegt, dass sie für eine Industrie – und es ist eine Industrie! – ein Produkt liefern. Es geht nicht primär darum, dass du dich künstlerisch verwirklichst. Wenn du das trotzdem machst, so wie ich, bist du da einfach falsch, weil die Leute die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: „Wir wissen nicht, was wir damit machen sollen! Mag sein, dass es schön geworden ist, aber du bist so weit entfernt von Mark Forster und du wirst dich dem auch nie annähern.“ Hattest du das Gefühl, dass du dich oft erklären musstest in deiner Karriere? Ja! Aus dem Grund, weil ich einfach im falschen Rahmen war. Für Mainstream musst du in ein bestimmtes Drei-Minuten-Schema passen, sowohl textlich als auch musikalisch, sonst können die Menschen, die das vermarkten, nicht damit umgehen. Das ist, wie wenn du mit jemandem zusammen bist, den

du zwar nett findest, der aber nicht der richtige Mensch für dich ist. Mit dem kannst du dich mal auf einen Kaffee treffen, aber nicht zusammenleben. Hattest du diese Erfahrung nur intern, oder hast du dich auch von Journalisten oder Hörern missverstanden gefühlt? Missverstanden gefühlt habe ich mich nie wirklich, ich glaube nur, dass ich keine Chance habe, in bestimmten Medien stattzufinden. Als ich zum Beispiel mein Rammstein-Cover herausgebracht habe, hatte ich innerhalb von zwei Tagen 250.000 Klicks auf YouTube – für meine Verhältnisse ging das unfassbar ab und ich freue mich super über das Feedback! Für Spotify war das aber so irrelevant, dass sie mich nur in der New Music Friday Playlist platziert haben auf Platz 61 von 80. Wenn dich der Marktführer nicht pusht, dann wirst du halt nie die Chance haben, weiterzukommen. Man müsste sich eben dazu entscheiden, auf die ersten 30

Plätze nicht immer nur Trap zu packen, sondern auch mal etwas anderes. Das ist eher das Problem – und nicht, dass ich missverstanden werde. Sie wollen Algorithmen und Mainstream bedienen, und ich bin dafür nicht die Richtige. Ich nehme das nicht persönlich. Eigentlich alle, die Musik machen außerhalb von Rap, Schlager oder Mainstream-Pop, haben dasselbe Problem. Der Rahmen ist sehr klein geworden. Deine Version von Rammsteins „Sonne“ hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Wie kam es dazu, dass du das erste Mal einen Song gecovert hast – und noch dazu ein solches Schwergewicht? „Sonne“ war schon immer einer meiner Lieblingssongs, weil er für mich eine Kraft symbolisiert. Ich habe ihn immer gehört, wenn ich down war und etwas brauchte, das mich motiviert. Er geht aus einer Härte und Dunkelheit in eine Lichtung hinein.

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Für mich spiegelt das auch den Prozess wider, den ich damals durchlaufen habe. Den kann man nicht besser beschreiben als mit diesem Song. Es sind einfach die richtigen Worte. Wie haben Rammstein darauf reagiert? Das Management hat mir ausgerichtet, dass sie die Version gut fanden. Als sie das Video auf ihren Kanälen geteilt haben, war es ein Ritterschlag! Und als der Song dann sogar für die Nike-Kampagne „Helden“ mit der Boxerin Zeina Nassar gewählt wurde, kamen viele starke Sachen zusammen. Es ist eine Kampagne, in der ein Konzern seine Reichweite auch mal für eine gute Sache nutzt, nämlich pro Vielfalt und gegen Diskriminierung. (Anmerkung der Redaktion: Nassar trägt aufgrund ihrer Religion im Ring lange Kleidung und Kopftuch, weswegen ihr internationale Wettkämpfe verwehrt wurden. Mit ihrer Trainerin hat sie erkämpft, dass die Regeln erneuert wurden.) Dein neues Album wirkt generell offener für die Außenwelt, aber auch kritischer und weniger introspektiv als die Vorgänger. Bist du politischer

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geworden? Das neue Album ist viel direkter und emotionaler. Ich hatte viel Wut, als ich es geschrieben habe, weil mich frustriert, was um uns herum passiert. Ich komme ja aus Polen, wo aktuell die Rechtspopulisten herrschen. Das demokratische Fundament wird immer weiter vergiftet von Leuten, die diskriminierendes Gedankengut in Umlauf bringen. Man muss alles dafür tun, um wieder ein Bewusstsein für demokratische Werte zu schaffen und immer wieder zu betonen: Wir haben es in der Hand, weil wir sind viele. Auf meine unpolitische Art bin ich politisch. In dem Song „Machen.“ lautet eine Zeile „Mir geht es immer schlechter, denn ich denke nur an Schlechtes“. Ist das dein Kommentar zur aktuellen politischen Stimmung? Kennst du diese Situation, wenn du nach der Arbeit in der U-Bahn sitzt, du eine Nachricht liest, dass wieder jemand zusammengeschlagen wurde, und dann rödelst du das die ganze Zeit in deinem Kopf hin und her bis zu dem Punkt: Boah, ich muss echt aufhören, daran zu denken, sonst kriege ich die Krise? Ich habe mich gefragt, wie wir das ändern können. Wenn jeder ein-

zelne in seinem Umfeld darüber spricht, hilft das schon, weil irgendwo sind doch die Überschneidungen. Ich versuche es einfach in meinem Universum, weil ich ein bisschen mehr Kanäle habe als Leute, die nicht auf der Bühne stehen. Herbert Grönemeyer macht das zum Beispiel auch, und er hat noch viel mehr Kanäle. Hast du ihn deswegen auch gefragt, ob er als Feature-Gast auf „Machen.“ singt? Ihr kennt euch ja, seit er dich 2015 auf seine „Dauernd jetzt“-Tour mitgenommen hat. Ich habe ihn gefragt, weil er total gut gepasst hat zu diesem Track, in dem es auch unpolitisch politisch wird. Er propagiert immer, dass wir nicht tatenlos zuschauen sollen. Ich habe Herbert den Song geschickt, und er fand ihn sofort „klasse!“ (imitiert liebevoll Grönemeyers Stimme und lacht). Es ist auch eine Hommage an das, was Erich Kästner gesagt hat: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Klar, man muss dem Beklagen auch Luft geben, aber ändern wird man nur etwas, wenn man aktiv dafür sorgt, dass Leute sich austauschen, weil von Abschottung ist noch nie etwas Positives erwachsen.


Womit wir mitten in der Debatte über „Mit Rechten reden“ wären. Entweder die Rechten kriegen eine totale Plattform bei Maischberger und Co. in einem unangemessenen Umfang – oder es wird komplett ignoriert im Alltagsleben. Kinder, die aus einem rechtsradikalen Umfeld herausgenommen werden und in Pflegefamilien aufwachsen, sozialisieren sich komplett anders. Das ist der einfachste Beweis dafür, dass man rechtsradikalem Gedankengut mit Bildung entgegenwirken kann. Eine weitere Neuheit auf diesem Album: Du singst zum ersten Mal auf Englisch. Wie kam es dazu? Das entstand bei dem Song „Blue Note“. Ich finde den Begriff „blue“ so schön, aber es gibt dafür keine Übersetzung, die es so richtig trifft. In alten Jazz-Songs beschreibt der Ausdruck „I feel blue“ ja eine eher positive Melancholie. Ich hatte erst mal auf Englisch geschrieben und meinte dann, dass ich das im nächsten Schritt umformulieren muss, weil ich ja eine deutsche Künstlerin bin. Aber dann dachte ich: Nee. Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich machen werde, worauf ich Lust habe. Wer hat denn gesagt, dass ich das nicht so machen darf? Ich verbiete es mir ja gerade selber. Also habe ich mir erlaubt, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu singen. Hast du dir in dem Fall auch erlaubt, diesmal weniger abstrakt und verspielt zu schreiben, womit du ja bekannt geworden bist, sondern persönlicher? Ich glaube, es war eine Konsequenz dessen, dass ich eine konkrete emotionale Reise hatte, die Mitte 2017 anfing und die ich als Momentaufnahme auf dieses Album gepackt habe. Mit der direkten Referenz sind diesmal auch die Texte direkter geworden. Auch in den Aufnahmen merkt man das, weil ich versucht habe, so zu singen, als würde ich live performen. Teilweise war auch ein Publikum im Studio, damit es emotionaler wird.

Dein Opener heißt „Hinter der Welt.“ Was liegt dort deiner Ansicht nach? Hinter der Welt liegt die fantastische Welt, die man sich selbst erschaffen kann. Die Imagination, die uns Sphären öffnet, die wir uns selbst erdenken können. Ich glaube, dass wir die Realität nicht mal zu einem Prozent erfasst haben, und auch nicht den Zeitbegriff. Der Zeitbegriff hat dich ja immer schon interessiert, auch der neue Song „Langeweile.“ handelt wieder davon. Was beschäftigt dich daran? Langeweile ist für mich der Superlativ von Zeit, weil es die Zeit ist, die nicht vergeht, und das wünscht man sich ja so sehr. Bei „Augenblick.“ geht es darum, dass man den Augenblick zum Verweilen anregen möchte. Bei „Kein Ende.“ geht es um Gegenwart. Der Zeitbegriff und der Realitätsbegriff werden immer mein Thema bleiben. Ich glaube nicht so richtig an Realität. In Träumen treffen wir zum Beispiel unsere Urgroßmutter auf dem Mond und denken: Das geht ja gar nicht. Aber wir haben doch gar keine Ahnung, was parallel alles läuft. Vielleicht sind Träume Hinweise auf etwas. Das hat nichts mit Esoterik zu tun, ich lese viele Bücher über Physik, da merkt man das. Wir verstehen nur die Dimensionen, in denen wir stattfinden, also Zeit und Raum, es gibt aber noch viel mehr Dimensionen. Dazu passen auch deine Zeilen aus „Weit weg.“ feat. Ebow: „Ich bin jetzt ganz woanders, ich bin jetzt jemand anderes, ich bin ganz weit weg.“ Wer oder wo bist du jetzt? Es ist einfach der Wunsch, manchmal nicht Teil dieser Leistungsgesellschaft und dieses Druckes zu sein, irgendwo dazugehören oder passen zu müssen. Ich will mir erlauben, weg von der Welt zu sein, der „Welt der vergessenen Dinge“, weil ich Dinge vergessen will, die mich abfucken. Manchmal will ich einfach abgekapselt sein. Weil die meisten Dinge sind dringend, aber nicht wichtig.

WANN UND WO? Balbina „Punkt.-Tour 2020“ 22.04.2020 Köln, Kulturkirche (c/o Pop Festival) 24.04.2020 Berlin, Admiralspalast (mit dem Filmorchester Babelsberg) Tickets auf Ticketmaster.de

„Punkt.“ Polkadot / BMG


Bunte Tüte

REIHE N E T S R E R E D S GRÜSSE AU

eptemb RITA ORA, 8. S

er 2019,

erlin Lollapalooza B grafie ist für mich, dass man

n tfoto ts wiederhole ere an Ko nzer muss und nich „D as beso nd M usike rin ent erwischen d un om n M ne en ig rin ht den ric m it M usike M er to n nn . Wen n ich re m m it Al ice od er stel le n ka - un te r an de n ca tio n, bi Lo s e eg di , rw nd au f To ur un te su pe r sp an ne es hren d ich wä de ch fin -, r Sh ow, als au un d Lesli e Cl io , sowo hl vo r de nu tzen . Di eses Bi ld vo n et nd rfi vo an di e m ög lic h zu ick lie krea tiv wi e m de n zwei te n Bl de r Sh ow, so hl ich erst au f sc he r äc afi ts gr ta to fo ich s au Ri ta O ra ha be ld wa r vo r O rt un d bi gr en er hn nt Bü Hi s er Da be n ge le rn t. n sim pl er ge lb r M itte des la ngwe ilig : ei de er in eh h er sic id e le Si ch t um en , di el le n illu st rie rte n Bl Ze ich en im gr m it ei n pa ar ei ne m Pe aceäter zu sp rt er rie ab nt nn ze da ir Bü hn en bi ld es eten. Als ich m ch t dn ni or ich an tte ht lic ha en ptop ansa h, Sommersonn La r m ne ne ei ei m m t f in oß au Da s Fo to ve re di e Bi ld er in gr G en re s, is ge re ch ne t. ebn afi ge gr Er to fo em Li eb lin gs m it di es un d m ei ne be id en zt di e En ergi e M ei nu ng na ch s gu t. Es besit al ne n r ei eh g m iti n, ze io ch sh M usik un d Fa in gt ab er gl ei br n, te er nz n Ko Sp an nu ng vo uc h m it sic h.“ en Fash io n-To gewissen sle ek nzer t-

unse r Ko Bil d rüc ke n, die tler, Me ns ch en ins nen und Küns ik wo lle n wir die h die Künstlerin lic tür na In diese r Ru br en ra fin ne n un d m ein Zu tog n. Fo lte die ha n er au ch leb en am Laufe rt: Sa ra h m an de ren ab He ute am Sta hn e ste he n, zu s fes tha lte n. die au f de r Bü i ist . Se it 2015 me nte für un be Mo da se t mi die vo rne sie mi t Fo tog ra fen , die n sc ho n ga nz me ra be ka m t ihren 21 Ja hre ihr e ers te Ka Köste r, die mi großartigen un d Ko nzer te, die s iel ait isp rtr Be Po m te sie zu ite n fotog ra fie rt sie let zt begleite afi n. Ihre Ar be geschenkt. Zu als To urfoto gr sieben Jahren un d Leslie Cl io n rto Me ce Ali Kü ns tle rin ne n r.c om . sa ra hkoe ste fin de t ihr au f

COMICEMPFEHLUNG:„SABRINA“

GRUSELIG, AUCH OHNE HEXEN Ein wenig zu spät, weil schon im Herbst erschienen, aber trotzdem wollen wir euch noch kurz den spannendsten und beklemmendsten Comic des letzten Jahres ans schwarze Herz legen. „Sabrina“ heißt er, hat so gar nichts mit der amerikanischen Fernseh-Hexe gleichen Namens zu tun und hat es als erster Comic geschafft, für den Literaturpreis „Man Booker Prize“ nominiert zu werden. Ach ja, im literarischen Quartett wurde er auch besprochen. Die kühl und schön gezeichnete Story dreht sich um das Verschwinden von Sabrina – und wie die Angst um sie die Menschen, die ihr nahestehen, emotional zerlegt. Geschlossene, kalte Räume, isolierte, strauchelnde Menschen, die das Reden verlernt haben und gesellschaftliche Abgründe vermischen sich zu einer Atmosphäre, die kaum ein Krimi hinbekommt. Erschienen ist „Sabrina“ beim Blumenbar Verlag und kostet 26 Euro.

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Bunte Tüte Kolumne: Konzertnervbirnen

Folge 10: Der Mitfilmer Wir lieben Konzerte und verbringen unsere Abende gerne in der Gesellschaft Gleichgesinnter vor einer Bühne. Aber wir wollen euch in unserem Heft auch nicht nur in Euphorie und Watte kuscheln. Deshalb gehen wir mit dieser Kolumne dahin, wo es wehtut – und stellen uns direkt neben die schlimmen Menschen, die einem auch das beste Konzert versauen können. In der zehnten Folge nimmt sich Musikjournalist und Autor Linus Volkmann den Mitfilmer vor, der einem mit seinem verdammten Handy den ganzen Auftritt versaut. Illustration: Alexandra Ruppert

Ist mal wieder ganz schön eng im Club, doch man hat vorgesorgt und sich einen guten Platz mit freiem Blick zur Bühne gesichert. Hinter einem Typ, der sogar etwas kleiner ist als man selbst. Dann kann’s ja losgehen. Tut es irgendwann auch – aber Moment, warum sieht man denn plötzlich doch nur die Hälfte? Na, weil man auf ein grelles Handy-Display blickt, das der Vordermann nun wie auf ein unsichtbares Zeichen hin über den Kopf hält. Gut, was soll man machen? Wenn jemand unbedingt ein verschwommenes Konzertfoto als Selbstvergewisserung benötigt ... dann möge es halt so ein. Man ist ja kein Unmensch und sowieso ganz entspannt und privat hier. Fotografieren und fotografieren lassen ist das Motto.

brüllen: „Sie haben mir direkt vor’m Gesicht gefilmt. Das dürfen Sie nisch!“ Aber Hand aufs Herz, möchte man wirklich rüberkommen, wie eine musikinteressierte Version des legendären Dresdner Hutbürgers? Nein, zumindest nach außen gilt es, jetzt die Contenance zu wahren. Schwer fällt das, wahrlich schwer. Vor allem wenn man selbst zwangsläufig auf den Bildschirm des Anstoßes starrt. Denn es ist ja nicht so, als würde man hier Kamera-Genie Michael Ballhaus bei der Arbeit beiwohnen. Nein, auf dem Display sieht man die Katastrophe doch schon: Auf diesem EndlosClip ist kaum was zu erkennen, alles unscharf, wackelig und viel zu dunkel. Dieser Mitschnitt findet sein Grab im Handy, niemand wird den Mist hier je zu Gesicht bekommen. Außer eben der Hintermann, in diesem Fall also wir. Na, danke.

MITFILMER

Okay, von entspannt kann nach einem Song mit Handy direkt im Blickfeld nun nicht mehr die Rede sein. Auch die Vorstellung, es würde halt nur „mal kurz was weggeknipst“, hat sich verflüchtigt und ist folgender Gewissheit gewichen: Dieser labile Voll-Hund da vor mir, der filmt tatsächlich den Auftritt mit, oder was? Sowas soll es ja geben, aber man ist doch immer wieder überrascht, wenn einem so ein Exemplar direkt vor der Nase steht. Der Impuls ist klar: Am liebsten würde man ihm das verdammte Smartphone runterreißen und

In der modernen Philosophie gibt es den Begriff des „Interpassiven“. Der Speicher eines Rechners, der voll ist mit hunderten unbesehenen Fotos und Videos, genießt stellvertretend für den Erzeuger, der sich diesen unsortierten Kram selbst nie mehr ansieht. Doch man muss wahrlich kein Philosoph sein, um die Sinnlosigkeit des ungelenken Handyfilmens auf Konzerten zu begreifen. Alle sollten damit schnellstens aufhören. Auch man selbst. Denn Hand aufs Herz: Oft genug ist man heute doch selbst dieser Mitfilm-Depp...


Applause Newcomer Check

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JEREMIAS

Eigentlich wollte die Musikjournalistin und Fotografin Chiara Baluch den Hauptact eines Kölner Konzertabends fotografieren – und wurde stattdessen von der Vorband kalt erwischt. Die hieß JEREMIAS, tauchte schon in der Liste „New for 2020“ bei unseren Ticketmaster-Blog-Kollegen auf und steht gerade auf dem Sprung in eine vielversprechende Karriere. Die logische Konsequenz: Ein Interview für uns nur wenige Tage nach dem Gig. Text und Fotos: Chiara Baluch

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etritt man den Kölner Tsunami Club fühlt es sich immer ein bisschen an, als würde man in den Partykeller im Hause der Eltern hinabsteigen. Die lange Treppe nach unten, die nach dem dritten oder fünften Kölsch dem ein oder anderen schon zum Verhängnis wurde, führt in einen kleinen Konzertraum, Schrägstrich, Bar. Die tief hängende Discokugel an der Decke tut sein Übriges dafür, dass man am liebsten in „La Boum“-Manier mit Tobi aus der 10d engtanzen will. Eigentlich bin ich hier, um Das Moped zu fotografieren. Doch bevor die Band loslegt, betreten vier sehr nett drein schauende Jungs die Bühne. Manche Vorbands haben es schwer, das Publikum für sich zu gewinnen, doch die durchdringende Inbrunst mit der JEREMIAS ihren ersten Song anstimmen, kriegt mich und viele andere sofort. Ich zücke die Kamera weil ich merke, dass es was Gutes ist, was ich da sehe und höre. Die Songs sind melancholisch, bisweilen gar funky und durchzogen von einer Sehnsucht und dem Wunsch nach mehr, was der junge Frontmann Jeremias mit einer Wucht zum Ausdruckt bringt, mit der ich mich sofort identifizieren kann. All das schafft er, ohne es dabei mit theatralischen TeenieKitsch zu überladen. Denn Zeilen wie „Ich bin ein bisschen

präsentiert von

müde. Ein bisschen abgefuckt. Mein Leben dreht sich nur um den Tag und um die Nacht“ sind nicht kitschig. Sie sind ehrlich. Die Blicke von Jeremias, dem die vierköpfige Band auch seinen Namen verdankt, sind so flehend, dass ich ihm am liebsten etwas geben will. Man möchte ihm sagen „Alles wird gut“. Oder „Ich verstehe euch!“ auf die Bühne rufen. Und wenn ich mich so umsehe, bemerke ich, dass es nicht nur mir so geht. Womöglich hat Jeremias dieses Talent, das in Worte oder vielmehr in Songs zu verpacken, was vielen im Kopf rum schwirrt. Wenige Tage später telefoniere ich mit Frontmann Jeremias Heimbach und wundere mich gar nicht, als er sagt: „Clueso und Grönemeyer fand ich textlich immer megaschön. Musikalisch ist es uns allen wichtig, dass wir uns eine gewisse Leichtigkeit bewahren. Wir wollen keinen Singer-SongwriterPop machen. Wir wollen mit deutschen Texten arbeiten – und dabei einen internationalen Sound haben.“ So beschreibt Jeremias die Essenz ihrer Musik und trifft ihre Debüt-EP damit ganz gut. Die trägt den zugegeben, leicht blumigen Titel „Du musst an den Frühling glauben“, kommt aber ohne Hymnen über die erste Liebe im Frühjahr an einem milden Morgen im April aus.


Applause Newcomer Check

WANN UND WO? Jeremias „Jeremias Tour 2020“ 04.02.2020 Köln, Yuca 05.02.2020 Düsseldorf, Tube 06.02.2020 Darmstadt, 128qm 07.02.2020 Stuttgart, Im Wizemann 08.02.2020 Würzburg, Cairo 13.02.2020 Göttingen, Musa 14.02.2020 Nürnberg, Club Stereo 15.02.2020 München, Milla 18.02.2020 Mainz, Schon Schön 19.02.2020 Bamberg, Live Club 20.02.2020 Erfurt, Engelsburg 21.02.2020 Leipzig, Neues Schauspiel 22.02.2020 Dresden, Altes Wettbüro 26.02.2020 Osnabrück, Kleine Freiheit 27.02.2020 Hamburg, Nochtspeicher 28.02.2020 Hannover, Musikzentrum 29.02.2020 Berlin, Musik & Frieden Tickets auf Ticketmaster.de

„Du musst an den Frühling glauben“ Caroline Distribution

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Vielmehr geht es um die Gier nach mehr, den neugierigen Blick auf das große Ganzen und um die Frage, ob die weite Welt auf dich am Bahnsteig wartet. Oder eben auch nicht. „Wir kommen nicht drum herum, einen gewissen melancholischen Vibe in unserer Musik zu haben“, sagt mir Jeremias und gibt zu: „Das ist am Ende aber auch der Reiz.“ Einige seiner Zeilen erinnern dabei an kleine Gedichte, wirken hier und da gar altmodisch, oder besser: zeitlos. So wie „Tausend Fragen, tausend Bitten, die ich mir aus der Kehle schrei.“ Es sind starke Zeilen wie diese, die mich bei ihrem Konzert fast dazu brachten, wie eine LK-Schülerin den Textmarker zu zücken, um die schönsten Metaphern zu markieren. Doch nichts von dem was Jeremias singt, wirkt dabei gezwungen. Jeder Song ist verständlich und klar. Und drückt eben genau das aus, was er sagen will. Und dabei trägt er trotzdem diesen Sturm und den Drang junger Menschen in sich, die voller Erwartungen sind auf das, was noch kommen mag. Alle Mitglieder der Band stammen aus dem Umkreis Hannover. Zu Jeremias und seinem Schulfreund Olli, die erst nur zu zweit Musik machen, kommen nach kurzer Suche Ben und Jonas dazu. Jeremias erzählt mir: „Es ist eigentlich mega pragmatisch, wie wir uns zusammengefunden haben. Wir hatten einfach Bock, eine Band zu gründen.“ Die ersten Gigs gestalteten sich noch etwas holprig und alles andere als professionell. Nichts funktionierte so richtig und da keiner der Jungs zu der Zeit schon einen Führerschein hat, musste Papa die Band im Kombi zu ihren Konzerten fahren. „Das war schon unangenehm. Und alle dachten sich bestimmt ‚Was ist nur los mit den Jungs?‘. Aber wenn man selbst etwas in dem sieht, was man tut, dann ist es nur eine Frage der Zeit.“, fasst Jeremias den Anfang ihrer Bandgeschichte zusammen. Und so schlimm kann es nicht gewesen sein, denn plötzlich schreibt sie Jonas von der Band OK KID von heute auf morgen bei Instagram an und fragt, ob sie nicht Lust hätten, bei vier Shows als Support zu spielen. Das war im Oktober 2019. „OK KID machen das schon zehn Jahre und haben ein tolles Standing und tolle Fans. Das war irgendwie so absurd, auf einmal live dabei zu sein. Da haben wir erst richtig gecheckt, dass es für uns auch größer weiter gehen kann.“ Kurz danach werden JEREMIAS von der Band Das Moped angefragt, sie als Vorband auf der Tour zu begleiten, die sie zu mir in den Tsunami Club führte. Wo sie gedrungen auf der engen Bühne spielten, angestrahlt von den Glitzerpunkten der Discokugel und singend von einer diffusen Zukunft, Fernweh und Verlustängsten. Im Dezember veröffentlichte die Band „Grüne Augen lügen nicht“, ein Song, den Jeremias als logische Konsequenz beschreibt: „Wir fanden das Lied alle wunderschön, und es ist emotional bei mir tief verankert. Es ist so befreiend, das einfach rauszuhauen, weil wir nicht festgelegt haben, ob das jetzt in der nächsten EP endet oder es nur eine Single ist. Es ist komplett losgelöst von allem.“ Diesen Februar geht es für die Jungs das erste Mal auf eigene Tour durch die Republik. Neben großer Euphorie fährt die Angst mit, dass man nun als Hauptband vielleicht weniger ankommt, oder der kleine Erfolg genauso schnell wieder verflogen ist. Doch Jeremias gibt sich gelassen: „Ein befreundeter Musiker hat mal zu mir gesagt: ‚Die Frage ist nicht wieso ich das mache, sondern ob ich etwas anderes machen könnte.‘ Wenn man sagt, man kann nichts anderes als das, ist das eben das beste Argument dafür, die Sache durchzuziehen.“ Also zieht die Band die Sache eben durch. Es hilft ja alles nichts. Und die Prognosen für JEREMIAS stehen gut. Ich bin nicht die einzige, die glaubt: Da kommt noch was! Aber zu Kopf steigen wird ihnen das sicher nicht, denn Jeremias sieht die Sache so: „Wir sind ja noch ganz am Anfang, aber man hat jetzt schon das Gefühl, dass es sich vielleicht ein bisschen gelohnt hat. Und dann fängt es erst richtig an Spaß zu machen.“


Applause Newcomer Check

Fünf für die Zukunft

In unserer Kolumne zum Applause Newcomer Check stellen wir jeden Monat eine Handvoll Newcomerinnen und Newcomer vor, denen wir eine gloriose Zukunft wünschen. Diesmal hat sich Daniel Koch durch das Line-up des größten Newcomer-Schaulaufens des Jahres gehört: dem Eurosonic Noorderslag Festival in Groningen, bei dem sich Anfang Januar die Musik- und Live-Branche trifft, um die Headliner von morgen zu suchen. Unser Newcomer Check wird dabei präsentiert von Levi’s® - die schon lange aktiv in der Musikwelt unterwegs sind und zum Beispiel mit dem „Levi’s® Music Project“ dem Nachwuchs das Musizieren ermöglichen und in ihrer Club-App „Levi’s® 247“ in Zukunft gemeinsam mit uns Tickets für die spannendsten Newcomer-Shows verlosen werden.

SIRENS OF LESBOS

ÄTNA

Die fünfköpfige Schweizer Band um die Schwestern Jasmina und Nabyla Serag hat mit einem ihrer erster Songs, „Long Days, Hot Nights“, gleich einen Volltreffer gelandet – dabei wollten sie nur beweisen, dass sie einen Ibiza-Hit schreiben können. Aber die Sirenen von Lesbos sind mehr als Ibiza. Ihr Sound verbindet eine Liebe zum klassischen Soul, Reggae-Parts und spacige Flötensounds mit viel 60s-Hippie-Flair und weltumarmenden Lyrics. Herkunftsland: Schweiz Songs zum Einstieg: „Ecstasy“, „I Got New Feelings“

Das Dresdner Duo bestehend aus Inéz Schaefer und Demian Kappenstein passt mit seinem Eletcro-Pop-Sound gut in unsere Zeit und ist vor allem live sehr eindrucksvoll. Inéz singt, spielt Keyboard und hat die Samples im Griff, während Demian live für die Drum-Rhythmen sorgt. Zuletzt erschien die tolle Single „Come To Me“ – ein Song, der klingt, als wolle man mit Pop-Königin Robyn in den Ring steigen. Herkunftsland: Deutschland Songs zum Einstieg: „Come To Me“, „Remission“

JOY CROOKES

FLOHIO

Die junge NeoS o u l -S ä n g e r i n stammt aus einem bangladeschischirischen Elternhaus und ist in Süd-London geboren. Joy hat sich schon als Teenagerin selbst das Piano-, Gitarre- und Bass-Spielen beigebracht, bis sie ihre tolle Stimme für sich entdeckte und nach ersten CoverVersionen auch das Songschreiben begann. Die Übereifrigen vergleichen sie gar schon mit Amy Winehouse und Lauryn Hill – was vielleicht ein ganz klein wenig zu früh ist. Herkunftsland: England Songs zum Einstieg: „Two Nights“, „Mother May I Sleep With Danger“

Geboren in Nigeria, zog Flohio mit acht Jahren mit ihrer Family nach London – und sprang im Teenager-Alter mit großer Freude in die lokale Rap-Szene. Seit 2017 haut Flohio in schöner Regelmässigkeit Songs und Features raus und macht dabei ihrem Namen alle Ehre. Denn ihre Raps haben nicht nur ein atemraubendes Tempo, sondern auch einen makellosen Flow. Das erkannten auch Modeselektor, die sie für den Song „Wealth“ auf ihr letztes Album holten. Herkunftsland: England Songs zum Einstieg: „WAY2“, „Wild Yout“

präsentiert von

CRYSTAL MURRAY Cr ystal Murray wohnt in Paris, ist gerade mal 17, k lingt aber schon jetzt, als sei sie eine alte Seele, die alle Soul-, Jazz- und R’n’B-Größen im Herzen trägt. Tatsächlich war ihre Kindheit beschallt von der Musik von Macy Gray, John Coltrane, Beyoncé und Marvin Gaye. Zwar hat sie bisher nur zwei Songs offiziell draußen, zeigt sich darin aber als intuitiv-geniale Songwriterin, die zudem mit einer tollen, dunklen Stimme gesegnet ist. Herkunftsland: Frankreich Songs zum Einstieg: „Princess“, „After Ten“

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Der Postillon auf Jubiläumstour

APFELSTRUDEL GEGEN DIE WUTBÜRGER

Ab März geht die Bühnenshow der Satire-, pardon, Nachrichten-Website Der Postillon auf große Jubiläumstour. Die von Stefan Sichermann vor zehn Jahren ins Leben gerufene Website spielt reichweitentechnisch inzwischen in der Liga großer Nachrichtenportale – und schafft es immer noch zu unterhalten und zu verwirren. Die von Anne Rothäuser und Thieß Neubert moderierte Show schafft es dabei tatsächlich, die gute Mischung aus Realsatire und bösen Pointen adäquat auf die Bühne zu bringen. Wir haben mit dem Kreativ- und Regie-Duo Peer Gahmert und Volker von Liliencron gesprochen, die hinter der Produktion stecken und unter der Knute ihres Chefs zwischen Weltherrschaftsstreben, Wutbürgertum und Bildungsauftrag gefangen sind. Bevor wir richtig loslegen: Wir würdet ihr jeweils euren Aufgabenbereich bei dem Projekt beschreiben? Volker: Wir beide haben eine große Schnittmenge in unseren Aufgaben. Ich produziere sozusagen die ganze Geschichte hier und sorge dafür, dass sie auf die Bühnen des Landes kommt, mit allem Papierkram, den das mit sich bringt. Dann komme ich schon zur besagten Überschneidung mit Peers Aufgaben, der – oh, jetzt sprech ich für dich … Peer: Mach mal, ich werde schon reingrätschen, wenn du Schwachsinn erzählst.

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Volker: Peer, der ja auch Teil der PostillonRedaktion ist, bereitet die schon vorhandenen Texte zunächst bühnentauglich auf. Dann gehen wir beide gemeinsam ran und schauen, wo man eine Pointe auf der Bühne noch einmal anders herausstellen kann. Wir haben zwei Moderatoren und eine Leinwand zur Verfügung, da kann und muss man satirisch natürlich anders arbeiten als auf einer Homepage. Peer ist dabei der Mann fürs Textliche, ich der für die Multimedia-Beiträge. Die eigentliche Regie und die Absprachen mit dem Moderationsteam, also mit Anne Rothäuser und Thieß Neubert, machen wir gemeinsam.

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal davon las, dass Der Postillon auf Tour geht, dachte ich ehrlich gesagt: „Die spinnen doch! Das klappt doch nie!“ Beziehungsweise, dachte ich, die Tourankündigung sei eine PostillonNews. Die Videos, die ich dann von der Show gesehen habe, zeigen aber das Gegenteil. Wie kam es zu der etwas spinnert anmutenden Idee, aus einer Satire-News-Website einen funktionierenden Live-Abend zu machen? Volker: Wir fanden das eigentlich total logisch.


Interview Peer: Genau. Der Postillon hat zwar sehr viele Leserinnen und Leser und treue Fans, aber das Problem ist: Die lesen das zuhause auf dem Smartphone oder Tablet. Wir bieten ihnen mit dieser Show eine schöne Gelegenheit mal das Haus zu verlassen, andere Menschen zu sehen, gemeinsam zusammen zu sitzen und vielleicht noch ein Bier zu trinken. Der Hintergrund ist ja, dass in Deutschland ganz viele Ecken noch kein Internet haben. Dementsprechend müssen wir auch diese Menschen mit Nachrichten versorgen, weil man täglich mitkriegt, dass viele gar nicht wissen, was da draußen passiert – und das ist unser Bildungsauftrag. Auch in den Osten zu gehen, nach Süddeutschland … Volker: … teilweise sogar in den Westen … Peer: … und im Norden haben wir sogar angefangen. Da und überall sind immer noch viele überrascht, was in der Welt so alles passiert. Das ehrt euch sehr, dass ihr das auf euch genommen habt. Peer: Kein Thema.

HALLER

ALVARO SOLER

MACHIAVELLI

Wie darf man sich eigentlich einen Redaktionsalltag beim Postillon vorstellen? Peer: Wir sind ein Nachrichtenmagazin. Wir haben natürlich einen ganz klassischen Redaktionsalltag. Wir haben tägliche Konferenzen, wir reden miteinander, wir gucken, was passiert ist auf der Welt. Dann fragen wir uns, was uns interessiert – und das hat dann eben auch die Leserschaft zu interessieren. Ich darf jetzt nicht ins Detail gehen, was Alkohol und Drogen angeht, aber ich kann sagen, dass ein Teil von uns durchaus nikotin- und koffeinsüchtig ist und das bei der täglichen Arbeit auch eine große Rolle spielt. Das hatte ich schon an den Pointen diagnostiziert, aber schön, das jetzt mal auf Band zu haben. Zurück zur Show: Ihr arbeitet wieder mit Anne Rothäuser und Thieß Neubert, beide aus den TV- und Radio-Ablegern des Postillon bekannt. Wie hart war der Castingprozess und warum habt ihr euch damals für die beiden entschieden? Volker: Es waren die billigsten, die wir gekriegt haben.

KÜSSCHEN. TOUR 2020 04 FEB Rostock Mau Club 05 FEB Osnabrück Foyer 06 FEB Oldenburg Flänzburch 07 FEB Lüneburg Salon Hansen KUSS. TOUR 2020 10 MAR Nürnberg Club Stereo 11 MAR Ulm Roxy Café Bar 12 MAR Konstanz Kula 14 MAR Mainz schon schön 15 MAR Saarbrücken Garage Club 17 MAR Köln Yuca 18 MAR Hannover Lux 19 MAR Münster Café Sputnik

EUROPEAN SUMMER TOUR 2020 29 MAY Bratislava (SK) NTC 30 MAY Graz (AT) Kasematten 31 MAY Gmunden (AT) Gmunden Rockt 05 JUN Bad Vilbel HR3 Festival 03 JUL München Tollwood Festival 04 JUL Dresden Junge Garde 10 JUL Stuttgart Mercedes-Benz Konzertsommer 16 JUL Rosenheim Sommerfestival 17 JUL Ansbach Ansbach Open 18 JUL Schopfheim Sommersound 23 JUL Rastatt Residenzschloss Open Air 24 JUL Tettnang Schlossgarten Open Air 11 AUG Bonn Kunst!Rasen 23 AUG Hannover Gilde Parkbühne 29 AUG Nordhorn Grafschaft Open Air 03 SEP Bochum Zeltfestival Ruhr 05 SEP Papenburg NDR2 Papenburg Festival

LIVE 2020 22 JAN Köln Artheater 03 FEB Berlin Urania 04 FEB Chemnitz Atomino 05 FEB München Substanz 06 FEB Wiesbaden Schlachthof 12 FEB Oberhausen Druckluft 19-21 FEB Nürnberg Z-Bau 23 FEB Wien (AT) TAG 26 FEB Hamburg Schmidtchen

LENA LENA

Peer: Es waren auch die ersten, die sich gemeldet haben. Der Casting-Prozess war in der Tat schnell beendet. Wir haben sie gefragt. Volker: Thieß war ja zuerst an Bord damals und die Arbeit mit ihm brachte uns überhaupt erst auf die Idee, den Postillon nicht nur ins Radio und ins Fernsehen, sondern auch auf die Bühne zu bringen. Wir hatten also keine andere Wahl außer die beiden. Peer: Es ist aber auch eine sehr gute Wahl. Volker: Ja, im Ernst: Die beiden sind ein Glücksgriff, denn sie sind sehr, sehr gut. Sie machen sehr viel Freude – und genau das, was wir ihnen sagen. Ich stehe auf Kuchendiagramme. Wie würde der Themenkuchen der kommenden Jubiläumsshows aussehen? Volker: 30 Prozent Schwarzwälder Kirschtorte … Peer: … genau, also was Klassisches, was Leckeres, was jeder mag. Volker: 20 Prozent Donauwelle … mit Bitterschokolade. Peer: Das ist dann mehr so für die Nische.

MORE LOVE TOUR 2020 29 APR Leipzig Haus Auensee 30 APR München Tonhalle 01 MAY Düsseldorf Mitsubishi Electric Halle 03 MAY Frankfurt Batschkapp 04 MAY Stuttgart Beethovensaal 06 MAY Berlin Tempodrom 07 MAY Hamburg Sporthalle

LIVE 2020 18 JUL Melt! Festival

WOODKID ALBUM 16 MAR 17 MAR 18 MAR 28 MAR

RELEASE TOUR Berlin Bi Nuu Hamburg Nochtspeicher Köln Artheater München egoFM Fest

LOLA MARSH

WINCENT WEISS

i,i TOUR 2020 07 NOV Köln Lanxess Arena 10 NOV München Zenith

SOMMERTOUR 2020 06 JUN Rostock IGA Park 20 JUN Olpe Biggesee Open Air 25 JUN Bietigheim Live am Viadukt 26 JUN Künzelsau Würth Open Air 04 JUL Mainz Summer In The City 11 JUL Zwickau Freilichtbühne 17 JUL Ulm Münsterplatz 23 JUL Tettnang Schlossgarten Open Air 30 JUL Schwetzingen Schlossgarten 31 JUL Erfurt Kulturbühne am Wasserturm 01 AUG Damp RSH Pop am Strand 02 AUG Braunschweig Volksbank BraWo Bühne 10 AUG Bonn Kunst!Rasen 13 AUG Fulda Universitätsplatz 14 AUG Fulda Universitätsplatz 15 AUG Halle (Westfalen) Gerry-Weber-Stadion 16 AUG Kamenz Hutbergbühne 21 AUG Lingen Open Air an der Emslandarena 23 AUG Gießen Gießener Kultursommer 29 AUG Arbon (CH) Summerdays Festival 30 AUG Gelsenkirchen Amphitheater 12 SEP Beverungen Weser Open Air

BON IVER SUPER SAD GENERATION TOUR 2020 24 FEB Berlin Kantine Berghain

BUDDETALENTAGENCY.COM

ARLO PARKS


Volker: Die noch offenen 50 Prozent des Kuchens sind der klassische Apfelstrudel, der schnell runterflutscht … Peer: … mit Vanillesauce. Volker: Ab und zu machen wir natürlich auch Butterkuchen.

WANN UND WO? „Der Postillon live – Die große Jubiläumstour“ 03.03.2020 Krefeld, Kulturfabrik Krefeld e.V. 04.03.2020 Bochum, RuhrCongress 05.03.2020 Osnabrück, Rosenhof 10.03.2020 Ulm, ROXY 28.03.2020 Mainz am Rhein, Frankfurter Hof 02.04.2020 Chemnitz, Stadthalle 03.04.2020 Erfurt, DASDIE Brettl 04.04.2020 Berlin, Urania Humboldt-Saal 15.04.2020 Lübeck, Kolosseum 16.04.2020 Oldenburg, Kulturetage 17.04.2020 Hannover, Pavillon 18.04.2020 Münster, Aula am Aasee 28.04.2020 Frankfurt am Main, Batschkapp 29.04.2020 Mannheim, Capitol 30.04.2020 Baden-Baden, Rantastic Tickets auf Ticketmaster.de Postillon täglich auf der-postillon.com

Für mich ist euer Programm – sei es jetzt Website oder TV-Show oder LiveShow - auch und vor allem außergewöhnlich, weil es einerseits die breite Masse erreicht, andererseits bei all der Satire aber auch hin und wieder politisch ist und meiner Meinung nach durchaus Haltung zeigt. Sie pisst für meinen Geschmack den richtigen Leuten ans Bein. Wie wichtig ist euch dieses Element? Peer: Ich will es mal so ausdrücken: Wir sind ja jeden Tag mit Dingen konfrontiert, die uns manchmal mehr aufregen als andere Dinge. Wenn irgendwo – ich sage jetzt einfach mal – im Osten der Republik ein paar Nazis aufmarschieren, dann ist das für uns wichtiger, als zum Beispiel einen Artikel über die Autoindustrie zu bringen. Uns ist wichtig, dass solche Dinge bekannt werden und ich glaube, wir haben da einen gewissen Resonanzboden, den wir ganz gut zu nutzen wissen. Volker: Ich würde sagen, dass es da gar nicht um eine Haltung gehen muss, sondern um gesunden Menschenverstand. Als Kevin Kühnert zum Beispiel mal ein paar Forderungen aufgestellt hat und die Alten in der SPD und alle anderen in Schnappatmung versetzt hat, kam bei uns die Headline: „Juso-Chef in der Kritik, weil er linke Ideen hat.“ Ganz ehrlich, da muss man gar nicht unbedingt mit seiner Haltung rangehen: Das ist Realsatire, die für ihre eigenen Pointe sorgt. Führen politische Beiträge bei der LiveShow eigentlich auch zu schwierigen Momenten? Sitzen die Wutbürger, der Alu-Hut-Träger oder der grau schäumende Altnazi hin und wieder in der Show und pöbeln? Peer: Nicht jeder äußert sich. Und nicht jeder gibt sich zu erkennen, als einer gewissen Partei oder einer gewissen Weltanschauung zugehörig. Schlimm wurde es aber glaube ich noch nie. Volker: Leider wurde es noch nie schlimm, muss man ja fast sagen. Das ist auch das Phänomen des Internets: Wenn man halb-

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wegs anonym posten kann, hat plötzlich jeder eine Meinung. Wir würden das überhaupt nicht verbieten, im Gegenteil, es ist sogar herzlich gewünscht. Genauso wie man sich über Lacher und Applaus freut, hat das Publikum alles Recht zu buhen oder kundzutun, wenn ihm etwas nicht schmeckt. Letztendlich kann man aber schon sagen: Bei uns sitzen meistens Fans, und es werden jetzt sicher keine Nazis oder AfD-Anhänger – das ist das Gleiche, tschuldigung – in die Show kommen. Was wir aber merken: Es sind ja durchaus nicht nur ganz klar polarisierende politische Links-Rechts-Themen bei uns. Wir sprechen Sachen an, die jeden betreffen. Mein Lieblingsbeitrag auf der letzten Tour war die News über den jungen Rifat aus Bangladesch, der von seinen Altersgenossen gemobbt wird, weil er keine Markenklamotten herstellt in seinen 14-StundenSchichten. Das trifft fast jeden, denn egal ob wir Adidas oder Nike-Klamotten oder bei Kik kaufen – das wird alles unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. Da sprachen uns einige an, die das nicht so doll fanden. Und wir dachten uns: „Tja, warum wohl. Weil es eben dich betrifft und wir nicht nur AfD-Bashing betreiben. Weil du dir an die eigene Nase fassen musst, was dir nicht passt, weil du dich für einen Gutbürger hältst.“ Peer: Wir hindern niemand aktiv daran, die Show zu besuchen. Alu-Hüte dürfen mitgebracht und getragen werden? Volker: Alu-Hüte ja, Hakenkreuze und so was nicht. Da muss sich natürlich jeder im Rahmen des Grundgesetzes bewegen. Letzte Frage: Wo wird der Postillon in 10 Jahren stehen und wie sieht es dann in Deutschland aus? Volker: Das sind zwei Fragen, aber die bedingen sich ja ganz klar. Deutschland wird es nicht mehr geben und der Postillon wird die Weltherrschaft erlangt haben. Peer: Das ist das erklärte Ziel unseres Herausgebers und Chefredakteurs. Deshalb müssen wir das hier sagen. Private Meinungen tun da nichts zur Sache. Das sind doch mal klare Ansagen. In diesem Sinne, wie es bei den Nachrichtenkollegen vom Spiegel immer so schön heißt: Wir danken Ihnen, äh, euch für das Gespräch.


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11.10. DÜSSELDORF 14.10. FR ANKFURT 15.10. BERLIN 24.10. MÜNCHEN

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FEATURE

Poppy

N E L L A F E G E L L AUS DER RO Ihre Karriere begann im Nebelfeld zwischen Musik und Kunst, ihre Inszenierung als mal naive, mal verquer-bissige Cyborg-Lolita verwirrte ebenso wie sie begeisterte. Mit ihrem dritten Studioalbum „I Disagree“, das Poppy im März live vorstellen wird, wagt die in L.A. lebende Künstlerin nun die eigene Menschwerdung. Ihr Soundtrack dazu? Ein Bastard aus Metal, J-Pop und zuckersüßen Pop-Hooklines. Text: Michael Schütz

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a sitzen sie vor ihren goldenen Schallplatten. Ein Haufen alter Männer mit roten Koksgesichtern und grauen Frisuren, an denen nur noch die Geheimratsecken wachsen. Wir sind in einem dieser seelenlosen Konferenzräume, wie man sie oft in den Büros der großen Plattenfirmen findet. Die Männer wirken gelangweilt, großkotzig, überlegen. Am Ende des Tisches: Ein blondes Wesen, wie eine Kreuzung aus Heidi und Geisha. Poppy. Sie trägt ein graues Oberteil mit roten LatexÄrmeln und singt: „I disagree / With the way you continue to pressure me /I disagree / With the way you are failing to pleasure me / I disagree.“ Dann ein Schnitt. Der Refrain bricht los, eingeleitet von sägenden Metal-Gitarren und Poppy springt wie ein blondierter Derwisch über den Tisch. Diese beschriebene Szene stammt aus dem Video zum Titelsong ihres neuen Albums. Und obwohl das Klischee der bösen Plattenfirma recht oft bemüht wird, passt es mit Blick auf Poppys bisherige Karriere – wenn man ihrer Darstellung folgt. Dem NME erzählte sie Ende letzten Jahres in einem ihrer sehr seltenen Interviews, dass ihr erster Major-Deal, den sie aufgrund ihres YouTube-Channels „thatPoppy“ bekommen hatte, „richtig scheiße“ gewesen sei und man sich zudem noch über ihre selbst produzierten Kunst-Videos

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gestritten hatte. Über das Label, das darauf folgte, sagte sie im gleichen Interview: „Jetzt kann ich es ja erzählen: Es war nicht wirklich ein funktionierendes Label, eher ein Steuer-Abschreibungsprojekt. Eine Kontinuität gab es nicht wirklich.“ Was eine interessante Aussage ist, wenn man weiß, dass sowohl ihr erstes Album „Poppy.Computer“ (2017) und der Nachfolger „Am I A Girl“ (2018) auf I Am Poppy Records rauskam, das an Diplos Label Mad Decent angeschlossen war. „I Disagree“ erscheint nun wiederum beim Prog- und MetalLabel Sumerian Records – und das passt ausgesprochen gut, wenn man sich ihr neues Album so anhört. Denn darauf lebt sie zum ersten Mal auf Langstrecke ihre Liebe zu extremen Klängen aus – und verpasst ihrem sonst eher a u f We i ß und Rosa setzenden Outfit ein grelles Fetisch-trifftKawaai-Update. Überhaupt muss man oft an das Wort „Update“ denken, wenn man sich mit Poppys Karriere beschäftigt. Ihre Herkunftsgeschichte, die man als Graphic Novel kaufen kann (und die sogar einen eigenen Ambient-Soundtrack dabei


hat), will uns erzählen, dass sie eine Art Cyborg ist, der seine ersten Jahre eingesperrt in einer Militärstation verbrachte. Ihre Persönlichkeit entwickelte Poppy, weil sie einen Weg fand, von ihren Bewachern unbemerkt ins Internet zu gelangen, wo sie dann mit künstlerischen Videos aus ihrer „Zelle“ ihre ersten Fans und Freunde sammelte. Die Wahrheit ist weniger spektakulär: Geboren wurde sie Mitte der Neunziger als Moriah Rose Pereira in der Nähe von Nashville. Im NMEInterview erzählte Pereira, man habe sie in der Schule oft gehänselt, weil sie „dünn und still“ gewesen sei. Sie habe keine einzige gute Erinnerung an ihre Jugend – aber immer gewusst, dass sie Musikerin werden wollte. Nun ja, sie wurde mehr als das. Sie sagte auch: „Das Internet, nicht die Schule, hat mich unterrichtet.“ Eine deutliche Parallele zu ihrem YouTube-Character Poppy und dessen Biografie. Mit 18 zog Pereira nach Los Angeles, wo sie nach einigen Monaten ihren Kreativpartner Titanic Sinclair traf, mit dem sie ihre ersten erfolgreichen Videos, ihren Look und die ersten Songs realisierte. Sinclair sagte später, seine erste Begegnung mit Pereira habe sich angefühlt, als hätte er David Bowie getroffen. Sinclair selbst ist eine bisweilen umstrittene Person. Der Künstler und Regisseur wurde oft als Strippenzieher oder gar Sklavenhalter bezeichnet. Allerdings hatte Sinclair, der eigentlich Corey Michael Mixter heißt, zuvor mit der Künstlerin Mars Argo und deren „Computer Shows“ auf dem YouTube-Channel grocer ybagdottv“ ein recht ähnliches Projekt. Und Mars Argo beschuldigte Sinclair später vor Gericht, sie emotional bedrängt und ausgenutzt zu haben. Das Verfahren wurde erst 2019 durch einen Vergleich, bei dem jedoch kein Geld floss, beigelegt. Das alles kommentierte Poppy beim NME so: „Es ist lustig, dass alle denken, ich sei nur das Werkzeug von Titanic und

er sei der Böse. Das war genau die Storyline, die wir uns für das erste Album ausgedacht hatten. Die Leute, würden sich wundern, wie kollaborativ wir sind. Eigentlich sind die Anteile mindestens fünfzig fünfzig.“ Es ist schon fast ein Luxus, dass man inzwischen Aussagen wie diese von Poppy zitieren kann. Zuvor war Poppy nämlich bei jedem Auftritt „in character“ – und ließ sich auch nicht aus der Rolle und Ruhe bringen, wenn sich hochkarätige US-Moderatoren wie Howard Stern an der vermeintlich naiven Cyborg-Blondine die Zähne ausbissen. Keine doofe Entscheidung, denn ihre Fans – die sich der „Church of Poppy“ zugehörig fühlen – feiern die Poppy-Videos fast mehr als ihre Musikclips. Ihr erfolgreichstes steht gerade bei über 24 Millionen Views. Die Handlung: Poppy mit weißer Bluse vor weißer Wand, wie sie zehn Minuten lang immer wieder sagt: „I am Poppy.“ In einem Video aus dem letzten September wiederum steht sie in einem schwarzen Latexanzug in einem weißen Studio und kichert. Spielzeit: 27 Minuten. So weird, arty und unterhaltsam das alles ist, sollte man an dieser Stelle ruhig noch mal betonen, dass man sich wirklich auf die Shows im März und das neue Album freuen darf. Denn – und das war schon immer so – Poppys Musik ist bunt, grell, unberechenbar und wahnsinnig eigen, auch wenn man ihre Liebe zu Metal wie jenem von Marilyn Manson (der bekennender PoppyFan ist), zu Pop im Stile von Grimes (mit der sie sich persönlich zerstritten hat nach dem gemeinsamen Song „Play Destroy“) und zu japanischem Girl-Pop deutlich raushört. Das alles ist so gut, das würde auch ohne die wundersame Internetlegenden-Welt von Poppy funktionieren. Freuen wir uns also drüber, dass wir uns von beidem verwirren und begeistern lassen können.

WANN UND WO? Poppy „I Disagree“-Tour 2020 21.03.2020 Bochum, Zeche 22.03.2020 Berlin, Columbia Theater 24.03.2020 München, Backstage Tickets auf Ticketmaster.de

„I Disagree“ Sumerian Records / Rykodisc / Warner


Rex Orange County

IMMER LANGSAM MIT DEN JUNGEN PFERDEN

Gerade mal 21 Jahre ist Alexander O’Connor alias Rex Orange County alt - und trotzdem steht sein Name auf dem Poster des Coachella-Festivals schon in der Zeile direkt unter dem Headliner. Auch hierzulande sprechen sich die Klasse und der Charme des Briten so langsam herum – von denen man sich im März live überzeugen lassen kann. Steffen Rüth sprach mit O’Connor über die Tour und sein aktuelles Album „Pony“. Ach, dieses glamouröse Leben der Popstars: Als er zur verabredeten Zeit am frühen Nachmittag anruft, steht Alexander O’Connor, der sich als Musiker Rex Orange County nennt, aber als Rufname weiter lieber „Alex“ als „Rex“ verwenden mag, gerade in der Küche jener Wohnung im Südwesten Londons unweit von Wimbledon, die er gemeinsam mit seiner Freundin Thea bewohnt, und kocht für beide einen Tee. „Heute ist ein ruhiger Tag“, sagt er und

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klingt dabei so ein wenig wie Opa, der sich beim Aufstehen aus dem Schaukelstuhl den Staub aus der Hose klopft. „Wir beide mögen es unheimlich gern, wenn mal so richtig gar nichts los ist. Vielleicht gehen wir nachher noch eine Runde im Grünen spazieren, aber mehr steht wirklich nicht an.“ Natürlich weiß O’Connor selbst am besten, dass solche netten, ruhigen Tage, um es mal frei nach Fettes Brot zu formulieren, für ihn eher spärlich gesät sind. Schließlich

gehört er gerade zu den gefragtesten neuen Popmusikern des Planeten. Sein im Oktober veröffentlichtes, drittes Album „Pony“, mit dem er nun auf Tournee geht, schaffte es in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland in die Top Five, und insbesondere auf der britischen Insel ist er einem breiteren Publikum seit seinem zweiten Platz bei der „BBC Sound of 2018“-Abstimmung sowieso ein Begriff. „Ich war ganz froh, dass Sigrid


Feature erste geworden ist und nicht ich“, sagt Alex in einem Tonfall zwischen lakonisch und freundlich, jedenfalls meilenweit weg von jedwedem Arroganz-Anflug. „Das war eine nette Anerkennung, und das Radio der BBC hinter dir zu haben, ist eine große Sache. Aber mehr Druck hatte ich dadurch nicht.“ Er habe sich, so Rex Orange County, in einem für ihn schwierigen, von einer Schreibblockade, Selbstzweifeln und zwischenmenschlichen Enttäuschungen geprägten, 2018 nicht hetzen lassen mit „Pony“. „Ich kann nicht gut Lieder schreiben, wenn ich gestresst oder schlecht drauf bin. Also blieb mir nur die Möglichkeit, zu warten, bis ich wieder Freude fühlte.“ Das sei Anfang 2019 der Fall gewesen. Wer „Pony“ („Ich mag einfach, wie das Wort klingt und aussieht“) hört, bekommt nun einen erstaunlich detaillierten Einblick in das Leben und die Nöte des Alex O’Connor. Er habe sich verändert in den vergangenen Jahren, seit seinen Alben „bcos u will never b free“ (2016) und „Apricot Princess“ (2017, betitelt nach dem Kosenamen für seine Freundin). Einerseits, so stellt er fest, bleibe ohnehin kaum ein Stein auf dem anderen in der Phase zwischen ungefähr 16 und ungefähr Anfang 20. Andererseits sei er zusätzlich noch in dieses eigenartige, ungewohnte Leben hineingeschleudert worden, mit dem er erstmal warmwerden musste und noch muss. „Ich habe sehr viel Neues in vergleichsweise kurzer Zeit erlebt“, so Rex Orange County. „Und weil ich dazu neige, alles ernst zu nehmen, war ich oft sehr müde vom ganzen Nachdenken über Dinge, die viele in meinem Alter bewegen, aber mich aufgrund der Umstände besonders.“ Alex ist 21, im Mai wird er 22, äußerlich ginge er wohl noch als Teenager durch, „doch es gibt Momente, da muss ich die junge Version eines Mannes, die ich ja tatsächlich bin, erst wiederfinden. Ich fühle mich oft ganz schön alt und komisch.“ Besonders krass sei es auf seiner ersten richtig massiven Tournee vor zwei Jahren gewesen. „Ich war überall, sah wahnsinnig viel und machte all diese neuen Erfahrungen.“ Aber er sei auch immer frustrierter und wütender geworden, weil ein Teil der Leute, mit denen er zusammen tourte, ihm nicht guttaten. „Die Shows waren cool, aber mehrere Menschen in meinem Umfeld pflegten Gewohnheiten, die ich definitiv als unpassend empfand.“ Mädels aufreißen, Drogen, Alkohol und Clubs – für viele eine feine Sache, für Rex Orange County der Horror. „Face To Face“, ein musikalisch flottes, fluffiges Handklatsch-Pop-Soul-Stück, gibt die Situation besonders schön wieder.

„Der Song beschreibt, wie wir beide in unseren Betten liegen, ich spätabends und sie frühmorgens, und uns ganz schrecklich vermissen. Ich wollte einfach nur zu Hause bei ihr sein.“ Auch „It Gets Better“ handelt von Thea, seit vier Jahren, also noch bevor der Wahnsinn losging, sind die beiden zusammen. „Auch als Paar mussten wir uns erst hineinfuchsen in die neue Situation. Wir sind schon sehr eng miteinander verbunden. Sie sieht vieles durch meine Augen, und ich durch ihre.“ Getrennt, teils bewusst, teils unbewusst, hat sich Alex, der in bürgerlich-unauffälligen Verhältnissen in der Grafschaft Surrey, nicht weit entfernt von seiner jetzigen Bleibe, aufwuchs, im Schulchor sang und mit 15, 16 die Lust am Songschreiben, Singen und Produzieren (sein erstes Stück hieß „Corduroy Dreams“) entdeckte, hingegen von einer Reihe alter Freunde. „10/10“ beschreibt diesen Prozess der Entfremdung, auch „It’s Not The Same Anymore“. „Ohne, dass etwas vorgefallen ist, werden die Abstände, in denen man miteinander spricht oder sich sieht, größer und größer. Ich denke, das ist soweit normal. Hart finde ich nur, wenn diese ehemaligen Freunde sich plötzlich genau dann wieder melden, wenn ich eine neue Single draußen habe oder ein Konzert spiele. Da fühlt man sich dann benutzt und verarscht.“ Dass die Musik auf „Pony“ durchaus heller und heiterer klingt als die ernsten Inhalte es nahelegen, ist ein weiterer Pluspunkt im Werk dieses Jungen, der seinen musikalischen Schliff auf jener vielgerühmten „BRIT School“ bekam, auf die einst etwa auch Amy Winehouse oder Adele gingen. Stilistisch ist das strenggenommen kaum greifbar. Alex liebt und macht Pop, Soul, R&B, Jazz, Folk und HipHop, und er schraubt seine Stücke, wie etwa auch Billie Eilish, daheim ohne großes Studio mit schlichten Mitteln zusammen. Bedroom-Pop nennt man das. Und Rex Orange County mag zwar ein bescheidener, lieber, manchmal ruhebedürftiger Kerl sein, ambitioniert und auch kess ist er natürlich schon. Immerhin hat er vor zwei Jahren den legendären Songwriter Randy Newman kontaktiert, ob dieser auf seiner, Alex‘, Version von Newmans Klassiker „You’ve Got A Friend In Me“ mitwirken möchte. Randy Newman mochte. Und kam sogar raus auf die Bühne, als Rex Orange County den Song beim Konzert in Los Angeles spielte. „Ich fühlte mich wirklich gesegnet und glücklich“, sagt er, „aber ich glaube, Randy hatte auch seinen Spaß. So viele 15-jährige kreischende Fans dürfte er aus seinen eigenen Shows eher nicht mehr gewohnt sein.“

WANN UND WO? Rex Orange County „Pony“-Tour 2020 11.03.2020 Hamburg, Grosse Freiheit 36 12.03.2020 Berlin, Astra Kulturhaus 13.03.2020 Köln, Live Music Hall (ausverkauft) Tickets auf Ticketmaster.de

„Pony““ Rex Orange County


UNSERE 5 Präsen

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Präsen

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L Devine

June Cocó

Subshine

Hingehen mit: Fans von Charli XCX

Hingehen mit: Solo-Pianisten

Nicht verpassen weil: L Devine als nächster Shooting Star Großbritanniens gehandelt wird

Nicht verpassen weil: George Clooney und Udo Lindenberg zu ihren größten Fans zählen. Und die haben bekanntlich einen guten Geschmack

Hingehen mit: Liebhabern von Neo-Synthpop

Für Freunde von: Brian Wilson von den Beach Boys Unbedingt vorher reinhören: „Peachy Keen“ - die Hook ist eine Verbeugung vor dem 80er-Jahre-Hit „Bette Davis Eyes“

Olivia Rebecca Devine ist 22 Jahre alt, stammt aus der Nähe von Newcastle, wohnt mittlerweile in London und mischt mit ihren Songs langsam aber sicher die Popwelt auf. „Naked Alone“ und „Peachy Keen“ sind unwiderstehliche Radiohits – die aber nicht platt daherkommen, sondern Tiefe, Witz und Herzschmerz in Killer-Refrains packen. Sie hat das Zeug, die nächste große UK-PopIkone zu werden und Stars wie Charli XCX sind schon jetzt große Fans von L Devine. Die junge Britin schafft es jeden Moment perfekt in Worte zu fassen und auf der Bühne

Nicht verpassen weil: Subshine das Genre Singer Songwriter gekonnt mit elektronischen Einflüssen der Achtziger verbindet

Für Freunde von: schwereloser Popmusik

Für Freunde von: New Order, Beck, AIR

Unbedingt vorher reinhören: „Paperskin“

Unbedingt vorher reinhören: „Subshine“

June Cocó spielte jahrelang in Leipziger Hotel-Bars am Flügel. Prominente Gäste wie Udo Lindenberg und George Clooney blieben ab und zu in der Bar hängen, lauschten ihrem Spiel und waren hin und weg von June Cocó. So wie wir. Jetzt gibt es endlich für den Rest der Republik, der noch nicht das Vergnügen hatte, sie im Steigenberger oder im Westin zu hören, die Chance auf ein Kennenlernen. Im Frühjahr kommt die Leipziger Sängerin und Pianistin mit ihrem neuen Album „Fantasies & Fine Lines“ auf Tour.

Ole Gunnar Gundersen ist Norweger. Dies hört man auf seinem aktuellen Projekt Subshine und dem im Juni dieses Jahres erschienenen Debütalbum „Easy Window“ aus jedem Song heraus. „Easy Window“ das ist wie ein stundenlanger Spaziergang durch die nordischen Gletscher, Fjord,und Berglandschaften. Im Februar 2020 präsentiert Ole Gunnar Gundersen diese sphärischen Synth-Pop-Melodien erst-

25.02. - 10.03.2020 u.a. Rostock, Stuttgart, Heidelberg

15.02. - 17.02.2020 Hamburg, Berlin, Köln

mals live auf Deutschland-Tour.

mit Haltung zu performen.

19.05.2020 Berlin (Berghain Kantine)

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BESTEN tie Präsen

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Maisie Peters

Haller

Hingehen mit: Achtzehnjährigen Mädchen

Hingehen mit: dem tollen, neuen Flirt

Nicht verpassen weil: Maisie Peters die weibliche Antwort auf Lewis Capaldi, George Ezra, Sam Smith & Co. ist Für Freunde von: Intelligenter Popmusik

Nicht verpassen weil: bei Hallers „Kuss.“-Konzerten geküsst werden darf Für Freunde von: HipHop, Funk, Blues, Elektro und Soul gepaart mit klugen deutschen Texten

Unbedingt vorher reinhören: „Adore You“, weil sich Maisie Peters im dazugehören Video den perfekten Freund einfach selber bastelt

Unbedingt vorher reinhören: „Schön genug“

Ihre ersten Songs schrieb sie mit 12, ihre erste Single „Place We Were Made“ erschien, als sie gerade 17 geworden war. Mittlerweile hat die junge Songwriterin Maisie Peters aus Brighton allein auf Spotify dank Hits wie „Worst Of You“ und „Favorite Ex“ über 120 Millionen Plays gesammelt – und noch nicht mal ein Debütalbum draußen. Alles gute Gründe, eines ihrer Live-Konzerte zu besuchen, die sie im April in Köln, Berlin und Hamburg geben wird.

Der Gitarrist und Sänger Haller geht im Frühjahr 2020 mit seinem Debütalbum „Kuss.“ auf gleichnamige „Kuss.“-Tour. Das klingt ziemlich vielversprechend, und Haller hält Wort: Zu minimalistischen Gitarrenklängen und Blues-Elementen geschmeidig auf den Punkt singend, trägt er die Kopflage bis runter zum Bass und den Text direkt ins Ohr. Tja, und von dort fließen die Texte direkt ins Herz. Bis zum Überschwappen. So klingt intelligenter deutscher Pop.

04.04. - 07.04.2020 Köln, Berlin, Hamburg

06.02.-19.03.2020 u.a. Oldenburg, Ulm, Saarbrücken


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Eine Liebeserklärung an…

AVRIL LAVIGNE „Wegen Avril Lavigne bin ich lesbisch geworden“, erzählte mir vor kurzem eine Freundin. Bei mir lösten eher Adele und Beyoncé Interesse an Frauen aus, aber ich verstand trotzdem, was sie meinte. Zum Anfang des neuen Jahrtausends hatten wir als Mainstreamkonsumentinnen vor allem bauchtänzelnde und zungenschnalzende Normschönheiten aus Castingshows als Identifikations- und Begehrensfiguren, bis SIE auf VIVA eintrudelte: Auf dem Skateboard angefahren in weiter, schwarzer Hose, Tanktop mit Schlips darüber, schwarz angemalten Augen, Mittelscheitel, Stulpe über dem Arm und Gitarre in der Hand fragte sie ihre Bandkollegen und Kumpel im „Complicated“-Video im Mai 2002 „What‘s up boys?“ und wir hielten das für Punk. Die Zeit der Mädchen, die nicht wie „Mädchen“ waren, begann. Und sie taten alles dafür, dass das auch jeder und jede wusste. „One of the boys“ sein war cool, weil Boys cool waren und Mädchen nicht. Es war natürlich die gleiche misogyne Frauenkonkurrenzscheiße wie immer, aber wenn man sich nicht besonders arschig anstellte, konnte man diese Facette von Frausein einfach den bisher bekannten hinzufügen und hatte etwas gewonnen. Dass Mädchen rülpsen, Instrumente spielen, Slacker-Klamotten tragen und Mittelfinger zeigen, das ging jetzt endlich mal und galt sogar als cool. 2002 und 2003 trugen wir unserem neuen Vorbild entsprechend pink-schwarze Würfel als Ohrringe, Kirschen auf den Vans, überhaupt Vans, Neon-Blitze als Haarspangen, kariertes Alles, Nietenarmbänder, und irgendwann würden wir uns endlich Sterne sonstwohin tätowieren. Wir wussten es nicht besser und jede Generation muss für sich lernen, wie Anderssein gehen kann. Für die Riot

Grrrls waren wir Millennials leider zu jung und der Indie rettete uns erst ein paar Jahre später. Avril Lavigne war die Billie Eilish unserer Generation, also von der Überraschung her. In eine ähnliche Kerbe schlugen damals Ashlee Simpson, The Veronicas, P!NK, Michelle Branch und, was Typen anging, Sum 41, Good Charlotte und Blink-182. Nu Metal, meine Güte. Nachtrauern muss man dieser musikalischen Phase also nicht allzu sehr, auch wenn jede Party von Um-die-30-jährigen von ihr einige Liedchen grölen kann. Die nachfolgende Jugend machte dann direkt in Tokio Hotel, Manga und Emo. Auch gut. Mit dem Anderesmädchensein machte Avril noch eine Weile weiter, ob in ihrer zweiten Single und heutigem KaraokeKlassiker „Sk8er Boi“ oder noch 2007 in „Girlfriend“ und „One Of Those Girls“ von „The Best Damn Thing“. In den Songs geht es darum, dass ein Typ super ist und eine andere Frau eine Gefahr darstellt, also muss man sie runterputzen, und das kann einen wirklich sauer machen, aber man darf die wunderbaren Songs dabei nicht vergessen. Was für eine mutige Sache es war, ihr Debüt mit dem relativ düsteren und toll betexteten „Losing Grip“ aufzumachen, was für ein VerliebtseinsOhrwurm das süße „Things I’ll Never Say“ ist, oder wie treffend „Nobody’s Home“ von der zweiten Platte Einsamkeit und Angst beschreibt. Denn da ist Avril Lavigne am besten, wenn sie nach innen geht und sich nicht über andere stellt. Wenn sie verletzlich ist und nicht verletzt. Im Anschluss an die ersten beiden Alben machte sie dann doch mehr auf feminin, wurde Model, färbte sich die Haare hellblond und schrieb weniger Texte über Teenage Angst, sondern über die gute alte Liebe. Dass sie sich trotzdem nicht unter „Erwachsen geworden“ einordnen

lässt, machte sie 2013 klar mit „Here’s To Never Growing Up“. Und wenn man sich anhört, was sie seitdem veröffentlicht hat, blieb sie weitestgehend bei dieser Einstellung. Während ihrer Karriere wurde Lavigne auch selbst immer wieder mit Häme überschüttet: wegen normalen Banalitätsvorwürfen, die Frauen im Pop abbekommen, wegen ihrer Style-Entscheidungen (viel Kritik bekam sie 2013 für das Video und den dazugehörigen Song „Hello Kitty“, in dem sie jedes Klischee der japanischen Kultur adaptiert und das alles auch noch mit schlimmem Dubstep unterlegt hat), als sie an Gewicht zulegte, als sie Chad Kroeger von Nickelback heiratete und als sie sich wieder von ihm schied. Es dauerte noch eine Weile, bis sie endlich zurückfeuerte. 2019 erschien der Song „Dumb Blonde“ mit Nicky Minaj, indem sie sprechgesangig konstatierte: „I ain‘t no dumb blonde / I ain‘t no stupid Barbie doll / I got my game on / Watch me, watch me, watch me prove you wrong“. Ohne Abgrenzung geht’s wohl nicht, aber immerhin ist die Wut zurück. Überhaupt war ihr letztes Album - hier kommt die erste Musikjournophrase - ein Befreiungsschlag. Nachdem sie monatelang ihr Bett wegen ihrer Lyme-Borreliose-Erkrankung nicht verlassen konnte und befürchten musste, an ihr zu sterben, schrieb sie „Head Above Water“ und reichte damit den Beweis ein, dass sie - zweite Musikjourno-Phrase - sich treu geblieben ist. Spätestens bei „Bigger Wow“ bekomme ich 2002er-Feelings, hole die alten aufwaschbaren BRAVO-Sterntattoos, die noch irgendwo rumliegen müssen, raus und knutsche mit meiner Freundin auf ihrem Skateboard sitzend. Wir sind ganz andere Mädchen als Avril geworden. Aber wir lieben sie trotzdem. Paula Irmschler

Den „Befreiungsschlag“ namens „Head Above Water“ kann man ab Mitte März mit ihren alten Hits endlich mal wieder live in Deutschland erleben. Am 19. März spielt Avril Lavigne in der Stadthalle in Offenbach, am 28. März in Berlin in der Columbiahalle, am 29. März im Kölner Palladium und am 30. März im Zenith in München. Tickets für alle Shows gibt es auf Ticketmaster.de.


Bunte Tüte

PODCAST DES MONATS

Deutschland 3000

Wer uns inzwischen kennt, weiß dass wir an dieser Stelle die großen ebenso wie die kleinen Podcasts vorstellen. Diesmal springen wir allerdings voll in den Podcast-Mainstream. Denn „Deutschland3000 - `ne gute Stude mit Eva Schulz“ ist eine Produktion von Radioprofis. Der Podcast ist Teil des „funk“-Programms der Öffentlich-Rechtlichen und man findet ihn nicht nur bei Spotify, Apple und Co. sondern auch bei den Jugendsendern N-Joy vom NDR und Radio Fritz vom RBB. Auch die Moderatorin ist keine Unbekannte. Im Gegenteil: Die 1990 geborene Eva Schulz gewann schon zu Schulzeiten Journalistenpreise, war Teil der deutschen Ausgabe von Wired, schrieb für Spiegel Online und andere. Seit 2017 gibt es schon den YouTube-Channel Deutschland3000, auf dem sie informativ, sympathisch, kritisch und witzig versucht, Politik für junge Menschen greifbar zu machen. Seit 2019 gibt es dazu nun den Podcast, für den Eva eben ungefähr eine Stunde mit spannenden Menschen spricht – und oft aber nicht immer ins Politische driftet. Selbst mit Mark Forster, von dem man ja immer sagt, er sei so gar nicht politisch. Weitere Gäste in den letzten Wochen waren zum Beispiel Musiker Thees Uhlmann, Moderatorin und Aktivistin Salwa Houmsi, Topmodel Sara Nuru, der Auschwitz-Überlebende Justin Sonder oder auch mal ein junger Krankenpfleger wie Alexander Jorde. Deutschland3000 lebt vor allem durch Evas Präsenz und die spannende Wahl der Gäste. Fast jede Folge ergibt ein tiefschürfendes Gespräch, das einerseits wachsam geführt und doch zutiefst menschelnd ist – im besten Wortsinn. Wer also bisher nur von gelesen und nicht reingehört hat: Nachholen!

Von Profis empfohlen: TEITUR An dieser Stelle wollen wir euch Tipps von echten Herzbluttäterinnen und -tätern präsentieren , die das Konzert- und Musikleben am Laufen halten. Heute kommt unsere Empfehlung von Henrike Möller. Sie ist Journalistin, Reporterin, Moderatorin und Autorin in Berlin. Man kann sie zum Beispiel lesen in der Zitty und dem Tip Magazin oder hören bei ARD Cosmo, Deutschlandfunk Kultur und beim RBB. Dort, nämlich beim jungen Sender Radio Fritz, läuft auch ihr Herzensprojekt – ihre

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eigene Sendung „Nordlichter“. Jeden Samstag zur Nachtzeit (oder immer im Stream auf der Fritz-Website) sorgt sie von Mitternacht bis zwei Uhr sozusagen für m u s i k a l i s c h e s P o l a rleuchten und präsentiert handverlesene Musik aus Skandinavien. Kein Wunder, dass ihre Wahl auf Teitur von den Färöer Inseln fiel, der vom 10. bis zum 17. März auf Deutschlandtour ist und in Leipzig, Erlangen, München, Essen, Köln, Hamburg und Berlin live zu erleben sein wird.

ie groß Teitur in seiner Heimat, den Färöer Inseln, ist, wurde mir erst klar, als ich 2019 dort war auf dieser unfassbar schönen Inselgruppe zwischen Norwegen und Island. Da stand er auf der Bühne des Faroese Music Awards (ja, die Färöer haben ihren eigenen, putzigen Musikpreis) und überstrahlte alle mit seiner unprätentiösen und deshalb so eindrucksvollen Performance. In einem grau-melierten Hemd saß er vor einem imposanten Flügel und griff völlig vertieft und geistesabwesend in die Tasten. Zwischendurch spielte er auch Geige oder bediente seine Looping-Station, um seinen melancholisch-ehrlichen

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Singer-Songwriter-Sound experimentell anzureichern. Ganz zurecht ging Teitur an dem Abend gleich mit zwei Preisen nach Hause: Er wurde ‚Artist of the Year‘ und hatte den ‚Song of the Year‘.“


BUCHTIPP: „THESE GIRLS“ EIN STREIFZUG DURCH DIE FEMINISTISCHE MUSIKGESCHICHTE Eine kleine Empfehlung eines großen Buches, das uns sehr am Herzen liegt. Herausgeberin Juliane Streich hat einige der besten Musikjournalistinnen und -journalisten an Bord geholt, um Popgeschichte aus feministischer Perspektive zu betrachten. Denn obwohl es von Anfang an weibliche Role Models wie zum Beispiel Aretha Franklin oder Patti Smith gab, wurde die Musikgeschichte doch eben oft aus männlicher und nicht selten chauvinistischer Perspektive geschrieben. Soooo wahnsinnig viel hat sich da bis heute auch nicht geändert, denn obwohl die Charts voll sind von weiblichen Stimmen und großen Künstlerinnen, werden die Festivals, Musikzeitschriften und Clubs eben doch noch oft – zumindest in den Führungspositionen – von Männern dominiert. Das N: EHE WO GES in Berlin im Ventil Verlag erschienene Buch WC der Bar Posh Teckel hat dabei wundervolle Autorinnen DESIGN: und Autoren versammelt – darunter zen in einer älteren Folge: Kat Wir schrieben es schon zum Beispiel Françoise Cactus, Paula fast n diese Cartoon-Katze gehen immer. Selbst, wen Irmschler, Franz Dobler, Jacinta NanalWas t. wirk ruff r aggro-d ein wenig bedrohlich ode di, Klaus Walter, Christina Mohr, Bettin Wangen liegt rbte gefä sam selt den lerdings auch an zdem: Trot en. Aug na Wilpert, Linus Volkmann und Ebba den r unte und der Kriegsbemalung ndlich ins Gesicht und freu m Durstewitz. Diese widmen sich Vorreieine ht fauc ign Das Des um s man rausfinden will, war terinnen wie Björk, Christina Aguilera, wirkt so lange nach, das „Bubngs Aufkleber klebt und Bikini Kill, Billie Holiday, Alice Coltrane, denn Die Realität neuerdi , tion bina tkom t – eine Wor blegum Noir“ drauf schreib ESG, Georgia Anne Muldrow, Kimya uns wie n, aber Popkulturnasen die ja viel bedeuten kan t. Dawson, Madonna, Patti Smith und läss ken den r Noi Film an Bubblegum-Pop und natürlich den Spice Girls. Das Buch kann man am besten bestellen auf FAKTEN: liRichtung: Denn Die Rea tige rich die www.ventil-verlag.de. in t führ Und das

STICKER-CHECK

DIE REALITÄT

, die im letzten Jahr auf tät sind eine Band aus Köln nt ihr Debütalbum „Bubble dem sehr guten Label Triko Band formiert sich Die . hat t tlich ffen verö gum Noir“ rnalisten Eric Pfeil, den man um den Musiker und Jou im atlichen Pop-Tagebuch vielleicht von seinem mon könnte. Dass der nen ken azin Mag e Rolling Ston er-Kneipe Posh Teckel zu Aufkleber in der Neukölln ls Sinn. Dort spielte Die nfal ebe ht mac ist, finden er letzten Jahres – wobei emb Nov im Realität nämlich Adresse ist, wenn man gute die charmante Bar eh eine cklassen will: Dort zurü er kleb Auf n eine mal als Band iz nämlich gefühlt -Qu Pop hen glic trifft sich zum sonntä ille. urna ikjo die halbe Berliner Mus

KUNST: NO PLANET NO FUN

WAS IST EIGENTLICH SO TOLL AN DIESEM PLANETEN?

Musik: ikten. Und er ist selbst Mus Wor mit gut n kan l Eric Pfei s die eigene das t, nich es t der wun journalist. Deshalb chublade den Sound von Beschriftung der Genre-S gwriter-Kraut-Wave und Son : trifft gut r seh Die Realität Oder eben: „Bubblegum . elia hed Chamber-Lo-Fi-Psyc lich eingängig, der KeyNoir“. Die Songs sind herr te nicht – und die Texte Ges ße gro die boarder scheut holie und lakonischem anc Mel n tänzeln herrlich zwische Da g nur „Sommer vorbei“. Witz. Man höre zum Bele igen Dienstag weil lang n eine h durc singt Pfeil „Ich lief n mit dir Kirschen gegesse / Und plötzlich hatte ich hlich unausweichreic on sch st war Du / n im Schatte th-Haaren und deinen lich mit deinen Robert-Smi chen hattest Tränen in den Tas Patti-Smith-Platten / Du der Sommer vorwar n Dan / eih Gew im und Konfetti es nicht? bei.“ Herrlich. Wer kennt FAZIT: kann ik, aktuelle Platte. Besser Toller Aufkleber, tolle Mus rik. Rub er es doch nicht laufen in dies

Das Künstlerkollektiv „No Planet No Fun“ hat sich zusammengefunden, um mit kreativer Power und viel Herzblut das Offensichtliche klarzumachen: Wenn wir diesen schönen Planeten Erde weiterhin so ins Knie ficken, haben wir bald keinen mehr. In einer Bilderreihe für das Online-Magazin „We Present“ zeigten sie kürzlich eine Bilderreihe, die sich der Frage widmet: Was würde ich eigentlich am meisten vermissen? Illustratorin Agata Królak, von der dieses Bild stammt, meint: den Blick auf die Berge. „Es ist herzerwärmend sie anzuschauen. Sie sind ja fast so was wie die ältesten Wesen auf dem Planeten. Es fühlt sich an, als schaue man direkt in die eigene Seele.“ Alles über ihre Projekte und ihre Ausstellungen findet ihr auf www.noplanetno.fun.


POP & POLITIK

Rap in China

HYMNEN AUF DIE

GROSSE NATION Kaum ein Musik-Genre ist so renitent, aktuell, sozialkritisch, und explosiv wie Rap. Das gilt natürlich nicht für alle Acts dieses weiten Feldes, aber der Kampf gegen das System, der „Fight The Power“-Schlachtruf, die Ermächtigung, das Sprachrohr der Minderheiten zu sein – all das ist tief in der DNA des Raps verwachsen. Aber wie verhält sich das eigentlich in einem Staat wie China, der zunehmend von Überwachung und gezielter Unterdrückung der freien Meinungsäußerung geprägt ist? Der in Berlin und Peking lebende Journalist Fabian Peltsch über die junge HipHop-Szene Chinas, die ohne den internationalen Rap-Hype der letzten Jahre vielleicht besser dran gewesen wäre – oder zumindest freier.

R

ap ist in China eine große Sache. Los ging der Hype vor zwei Jahren mit der ersten Staffel einer Casting-Show namens „Rap Of China“. Mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 200 Millionen Menschen katapultierte sie das Genre - zuvor nur eine kleine Nische - über Nacht in den Mainstream. Noch nie zuvor hat ein Pop-Phänomen mit westlichen Wurzeln in der Volksrepublik solche Wellen geschlagen. Und immer wenn eine nicht von oben gesteuerte Bewegung in China zu groß wird, reagiert die Regierung in Peking nervös. Das war schon 1989 so, als Musiker wie Cui Jian und Hou Dejian, die sich an den Studentenprotesten auf den Tiananmen-Platz beteiligt hatten, Auftrittsverbote bekamen. Im Fall von HipHop reichten dieses Mal jedoch ein paar kleinere Kontrollmaßnahmen: Standard-Vokabeln wie „Bitch“ und „Motherfucker“ wurden verboten, Tattoos bei Fernsehübertragungen weggepixelt. Zwei Skandal-Rapper wurden mitsamt ihrem Werk kurzerhand aus dem Netz gelöscht. Um sich nicht die

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Karriere zu verbauen, überarbeiteten einige ihre Texte. Gai, der Sieger der ersten „Rap Of China“-Staffel, der von der Regierung für seine drogenverherrlichenden Texte kritisiert worden war, veröffentlichte einen neuen Song mit dem Titel „Große Mauer“, als Hymne auf „die Verteidigung unserer großartigen Zivilisation“. Die Zensoren waren zufrieden, die Fans nahmen es hin. Denn obwohl Chinas junge Rap-Stars amerikanische Vorbilder studiert haben, hat kaum einer von ihnen eine sozialkritische Agenda oder gar kriminelle Ambitionen. Im Gegenteil: Hier ballert nicht „Fight The Power“ aus der Boombox. Hier heißt es eher „We support the Regime“. Ein im westlichen Internet beliebtes Meme (siehe Foto) stellt den Blick der Rap-Pioniere N.W.A. auf die Polizei und den der chinesischen Higher Brothers sarkastisch gegenüber. In der Volksrepublik gab es keine romantisierten Pop-Großereignisse wie Woodstock und auch keine Aufstände gegen soziale Ungerechtigkeit wie jene im Jahr 1992 in L.A., deren Soundtrack HipHop war. Die einzige chinesische

Massenbewegung von unten endete 1989 bekanntlich in einem Massaker. Und weil vieles danach erst einmal schlimmer wurde, taugt Musik als Motor der Veränderung nicht mehr zur popkulturellen Legendenbildung. Einen Rap-Underground gibt es in China schon seit 20 Jahren. Dort war mitunter auch Sozialkritik möglich, denn die Szene war so klein, dass sie sich weitgehend unter dem Radar bewegte. Das ist mit dem Hype nun vorbei. Umso größer ein Künstler in China wird, umso angepasster muss er sein. Die neue Welle erfolgreicher Rapper verkörpert daher nicht mehr das „CNN der Straße“, wie Public Enemy einst die Mission des Rap formulierten, sondern verkommt mehr und mehr zum „CCTV“ für die Massen, wie der größte chinesische Staatssender heißt, der die offizielle Parteilinie propagandistisch aufbereitet. Besonders gut sehen konnte man das während des 70. Jubiläums der Volksrepublik am 1. Oktober 2019. Nicht nur Chinas Metropolen waren in ein Meer roter Fahnen getaucht, auch die Pop-


kultur quoll in jenen Tagen über vor Patriotismus. Kaum ein etablierter Rapper, der dem Staat nicht gratulierte oder der Kommunistischen Partei auf den Social-Media-Kanälen für das „Wiedererstarken der großen chinesische Nation“ dankte. Unter den Gratulanten war auch das auf asiatische Artists spezialisierte US-Label 88rising, das mit Rich Brian und den Higher Brothers aus dem südwestchinesischen Chengdu mittlerweile weltweit Hallen ausverkauft. Allerdings beschränkten sich die Glückwünsche der New Yorker Firma auf chinesischsprachige Kanäle wie Weibo und WeChat. Doppelmoral? Sicher. Aber die haben sich westliche Firmen wie Daimler im Umgang mit China ja längst ebenfalls zugelegt.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, wo die Rapper mit freier Presse und ohne Kulturkontrollen aufwuchsen, gab es 2019 gleich zwei HipHop-Tracks die Polizeigewalt anprangerten. In China stellten sich die rappenden Altersgenossen dagegen auf die Seite der Staatsgewalt, die während der pro-demokratischen Proteste in Hongkong ja nur für Ruhe und Ordnung sorge, während die von „ausländischen Mächten“ aufgestachelten „Kakerlaken“ und „Gangster“, ohne Grund ihre eigene Stadt zerstören. „Ich unterstütze die Hongkonger Polizei. Hongkong wird für immer China sein“, postete etwa die im Januar von Warner unter Vertrag genommene Shanghaier Rapperin VAVA, die sich

gerne als „chinesische Rihanna“ inszeniert. Zugzwang und Karrieredenken spielen bei solchen Bekenntnissen sicher eine Rolle. Es ist aber auch viel Trotz im Spiel. Die wachsende chinesische Mittelschicht ist von einem „Wir sind wieder wer“-Gefühl geprägt. Auch in Abgrenzung zur negativen westlichen China-Berichterstattung suchen viele junge Chinesen nach einer eigenen Identität auf der Weltbühne. Und mangels Alternativen und freier Presse werden die Narrative von Einigkeit und Nationalstolz fast ausschließlich von der Kommunistischen Partei bereitgestellt. Mittlerweile gibt es sogar selbsternannte „rote“ Rap-Crews wie CD Rev, die der Jugendliga der Kommunistischen Partei nahestehen. Und auch die Regierung hat die Soft Power von HipHop erkannt, um den „Chinesischen Traum“ global zu promoten, wenn auch bislang noch sehr unbeholfen. Im Frühjahr 2019 verpflichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua etwa den Rapper Su Han, eine jährliche Sitzung des Nationalen Volkskongresses anzuteasern. Über Stock-Photos rappte der 23-jährige da dann komplizierte Reime auf Englisch über die „entzückenden“ Errungenschaften Chinas, etwa im Agrarsektor oder im Bildungswesen: „Legendary dragon to the sky, y’all know it’s time for Chinese miracle!“ Dass die Propaganda, die hier klingt als hätte sie ein 60-jähriger Kader aus der Provinz geschrieben, so durchschaubar und stocksteif bleibt, ist jedoch unwahrscheinlich. Die nachrückende Führungsgeneration der Partei ist international ausgebildet und durchaus zu Ironie fähig. Für die jungen Rapper Chinas gilt das schon heute. Solange aber kritisches Denken unterdrückt wird und die Künstler in ihren Texten nicht auch potentiell die Herrschenden in Frage stellen dürfen, wird es einen sendungsbewussten Game-Changer wie Kendrick Lamar in China bis auf Weiteres nicht geben. Solange Überwachung, Propaganda und Zensur die Regeln vorgeben, bleibt HipHop in China vor allem eines: „Unconscious Rap“.


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Erklär mir Einer...

Harry Potter

GRYFFINDOR

LIFE!

Über 20 Jahre ist es her, seit der erste Band der KultRoman-Reihe von J.K. Rowling erschienen ist - und trotzdem haben die Geschichten um Harry Potter bis heute nicht an Reiz verloren. Im Gegenteil: der Hype wird in schöner Regelmäßigkeit neu befeuert. Im Kino zum Beispiel durch den Ableger „Phantastische Tierwesen“ und nun auch im Theater: Im März startet die deutsche Aufführung des von Rowling mitgeschriebenen Stückes „Harry Potter und das verwunschene Kind“ im Mehr! Theater in Hamburg – eine Produktion, wie sie die deutsche Theaterbranche selten erlebt hat. Eine gute Gelegenheit, um noch einmal kurz zu erklären, warum Harry Potter heute viel mehr ist als „nur“ eine der erfolgreichsten Roman-Reihen aller Zeiten. Text: Michael Schütz

Man hätte ja damals meinen können, dass der Potter-Hype nach dem Erscheinen des letzten Bandes ein wenig zur Ruhe kommt. Das wäre im Jahr 2007 gewesen, als „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ des Nächtens auf Euro-Paletten in die Buchhandlungen geschoben wurde, in denen schon die Fans warteten. Gerne mal verkleidet als Harry, Hermine, Ron – oder, wer eher dem Bösen zugeneigt war – als Draco oder gar als Voldemo… pardon, „der, dessen Name nicht genannt werden darf.“ Nächster Punkt, an dem man etwas Ruhe erwartete, wäre dann der letzte Kinofilm mit Daniel Radcliffe als Harry gewesen, der 2011 erschien –

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und das langsame Hinabschreiten in erwachsene, bedrohliche Zauberwelten fast noch konsequenter vollzog, als es die Bücher taten. Aber auch danach ging es munter weiter. Bis heute versucht nämlich die Generation Potter, seine Kids mit den Büchern anzufixen. Und bis heute halten sich die Filme in den „Beliebt beim Publikum“-Listen der Streaming-Dienste, die sie im Angebot haben. Ähnlich wacker hält sich da vielleicht nur der „Herr der Ringe“ oder „Star Wars“. Die Gründe dafür liegen natürlich auch und vor allem im Reiz der Geschichte und der schillernden Welt, die sie aufmacht. Die reizvolle, magische Welt in

unserer Welt, der schulische Abenteuerspielplatz Hogwarts, die komplexen Haupt- und Nebencharaktere, in denen sich Millionen Kids und auch Erwachsene wiederfinden, die magischen Häuser Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin - aber auch die zahlreichen, wundervollen Idee wie zum Beispiel der Zauber-Volkssport Quidditch – all das liefert ein KopfkinoFutter, das seinesgleichen sucht. Bei all dem muss man aber auch betonen, dass Harry Potter eine riesige Marke geworden ist und Rowling mit ihren Partnern sehr cleveres Marketing betrieben hat. Was gar nicht despektierlich gemeint ist – wenn zum Beispiel


das Fan-Merchandise so toll aussieht wie die Quidditch-Trikots, lässt man sich das ja gerne gefallen. Aber während Rowling auf diesem Feld als gewiefte Geschäftsfrau agiert und ihr Copyright in strengem Blick hat, lässt sie eine andere Welt munter gewähren. Und auch hier findet sich ein Grund, warum das „Potterverse“ noch immer wächst und gedeiht und wie im Falle des neuen Theaterstücks immer noch Verkaufsrekorde brechen kann. Denn die Geschichten um Harry Potter mögen zwar Rowlings Fantasie entsprungen sein – aber sie wurde von tausenden Fan-Fiction-Autorinnen und -Autoren als dankbares Material aufgenommen. Allein auf der Website „Archive of Our Own“ – eines der zwei größten Fan-Fiction-Portale – finden sich über eine Millionen Geschichten aus der Welt von Harry Potter. Mal erzählen diese Geschehnisse aus, die in den Romanen nur angedeutet werden oder spinnen die Geschichte Harrys nach dem Buchende weiter, oft aber werfen sie die Charaktere in wundervolle, bisweilen gar queere Konstruktionen. Die Erzählrichtung, dass Harry in Wirklichkeit in seinen Erzfeind Draco verliebt ist, zählt zum Beispiel zu den beliebtesten in der Fan-Fiction-Welt. An der Anzahl dieser Geschichten lässt sich also ungefähr erahnen, wie groß, treu und fantasievoll die Fan-Armada ist. Während Rowling im Kino lieber die Geschichte von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ um den Magizoologen Newt Scamander auf Blockbuster-Level weiterspinnt und gerade der dritte Teil entsteht, lieferte sie ihre Antworten auf Harrys weiteren Lebensweg im Sommer 2016 mit dem Theaterstück „Harry Potter and the Cursed Child“, dessen Skript quasi zeitgleich auch als Buch erschien. Geschrieben von Rowling mit John Tiffany und fürs Theater adaptiert von Jack Thorne, sammelte diese Geschichte die Fäden dort auf, wo das letzte Buchkapitel sie dem Fandom überlassen hat. Und sie hatte einige Überraschungen auf Lager: Nein, der erwachsene Harry Potter ist keine gefeierte Zaubererle-

gende, auf ein Podest gehoben und sich ewig sonnend im Glanze seines Triumphs über Voldemort. Er ist kein Werbegesicht für magische Sicherheit, hat keine Autobiografie geschrieben und auch sonst keine astronomisch-steile Karriere hingelegt. Harry Potter ist einer von uns. Er hat einen Bürojob im Zaubereiministerium, er ist genervt und desillusioniert. In seinem Leben läuft alles irgendwie, aber auch irgendwie nicht so, wie er es gerne hätte. Sein zweiter Sohn, Albus Severus Potter, stürzt sich beherzt in eine Teenage-Identitätskrise und fühlt sich außerstande, die großen Fußstapfen seines Vaters auszufüllen, was ganz klassisch zu grundsätzlicher Ablehnung besagter Fußstapfen und trotzigem Vater-Sohn-Krach führt. Das ist doch bestimmt alles der Einfluss von diesem Scorpius Malfoy, oder? Dracos Sohn ist nämlich, zu Harrys großem Missmut, Albus Potters bester Freund. Die deutsche Version des Stücks, bei der auch Rowling wieder involviert war und höchstselbst das Casting absegnete, startet nun im März im Mehr! Theater, wo es in zwei Teilen aufgeführt wird. Die Spielstätte wurde in den letzten Monaten aufwendig umgebaut und wird mindestens drei Jahre lang täglich Harry auf die Bühne bringen. Satte 45 Millionen wurden laut NDR für den Umbau investiert, der sich als komplex herausstellte, da das Gebäude am Großmarkt unter Denkmalsschutz steht. Vor dem Theater entstand zudem ein neues Gebäude für die Besucherinnen und Besucher. Aber die Aufführung ist nun mal nicht weniger als eine Sensation: Denn sie ist die erste nicht englische Produktion des Stücks. Der Erfolg scheint schon jetzt gesichtert, denn die Fan-Armada aller Altersklassen sorgte für einen regelrechten Run auf die Tickets. Man muss also vielleicht ein wenig Geduld mitbringen bis zum nächsten freien Termin – aber ein Spektakel wie dieses sollte jeder gesehen haben, der auch nur einmal – ob im Kino oder im Roman – Harry und seinen Freunden und Feinden begegnet ist.

WANN UND WO? Harry Potter und das verwunschene Kind Teil 1 und Teil 2 Deutschlandpremiere am 15. 03.2020 Vorstellungen: Mittwochs 14.30 Uhr, Teil Eins & 19.30 Uhr, Teil Zwei Donnerstags 19.30 Uhr, Teil Eins Freitags 19.30 Uhr, Teil Zwei Samstags 14.30 Uhr, Teil Eins & 19.30 Uhr, Teil Zwei Sonntags 14.00 Uhr, Teil Eins & 19.00 Uhr, Teil Zwei Mehr! Theater am Großmarkt Hamburg Tickets auf Ticketmaster.de


! e c n a D ! e c n a D

AUSE L P P A ller ü f n Die e h c nzflä a T 0 7 Top

! e c n Da

ch ein u E i e b haben r 2020 ü y f t r e a z t p r ä Silveste lle guten Vors ieder eine d n u r c h t s fe i e s g e l ö s t , d a s a g e h e n ! M a l w l e b e n l ä s s t ? a n h i e W ber au Öfter tanzen Februar über e i F o c Dis gung! uch noch im e w azu! e d B r r e a h k e ) i ! s M ( meißen ie Feten-Klas h c s y t r Pa en wir d b a h n Dan Die Klassiker

01 Strong Enough - Cher 02 Dancing Queen - ABBA 03 Tainted Love - Soft Cell 04 YMCA - Village People 05 I Will Survice - Gloria Gaynor 06 I Feel Love - Donna Summer 07 I Wanna Dance With Somebody - Whitney Houston 08 Stars On 45 - Stars On 45 09 Sex Bomb - Tom Jones 10 Call Me - Blondie

Die Rausschmeißer

01 Those Were The Days - Leningrad Cowboys 02 Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze Wums Gesang 03 Crocodile Rock - Elton John 04 Westerland - Die Ärzte 05 Über den Wolken - Dieter Thomas Kuhn 06 Come On Eileen - Dexys Midnight Runners 07 Rebell Yell - Billy Idol 08 Centerfold - J. Geils Band 09 Ich war noch niemals in New York - Udo Jürgens 10 Moskau - Dschinghis Khan

Für Nicht-Tänzer

01 (You Gotta) Fight For Your Right (To Party) - Beastie Boys 02 Schools Out for Summer - Alice Cooper 03 The Shoop-Shoop-Song - Cher 04 We Are The Champions - Queen 05 I Was Made For Loving You Baby - Kiss 06 Sweet Home Alabama - Lynyrd Skynyrd 07 I Love Rock N Roll - Joan Jett & The Blackhearts 08 Everything Counts - Depeche Mode 09 Boys Don’t Cry - The Cure 10 Lady In Black - Uriah Heep

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Feature FÜR ENGTÄNZER

01 Reality - Richard Sanderson 02 Leuchtturm - Nena 03 It’s Not Unusual - Tom Jones 04 Easy - The Commodores 05 San Francisco - Scott McKenzie 06 Words - F.R.David 07 I Got You Babe - Sony & Cher 08 With Or Without You - U2 09 Africa - Toto 10 Forever Young - Alphaville

FÜR Ü-40

01 Let’s Twist Again - Chubby Checker 02 Staying Alive - Bee Gees 03 Heart of Glass - Blondie 04 September - Earth, Wind & Fire 05 Sultans Of Swing - Dire Straits 06 Nur geträumt - Nena 07 D.I.S.C.O. - Ottawan 08 Flashdance - Irene Cara 09 Wake Me Up Before You Go-Go - Wham! 10 Respect - Aretha Franklin

FÜR U-30

01 Schüttel deinen Speck - Peter Fox 02 I Gotta Feeling - The Black Eyed Peas 03 Sex On Fire - Kings of Leon 04 Hot n Cold - Katy Perry 05 Dance With Somebody - Mando Diao 06 Heavy Cross - Gossip 07 Uptown Funk - Mark Ronson feat. Bruno Mars 08 Happy - Pharrell Williams 09 Can’t Stop The Feeling - Justin Timberlake 10 Shut Up - The Black Eyed Peas

ZUM RUNTERKOMMEN FÜR DEN MORGEN DANACH

01 Blue Skies – Noah And The Whale 02 Never As Tired As When I’m Waking Up – LCD Soundsystem 03 Sunday Morning – The Velvet Underground & Nico 04 Rise Up With Fists – Jenny Lewis & The Watson Twins 05 Wake Up – Sudan Archives 06 Sunday Morning Coming Down - Kris Kristofferson 07 Thinking Of A Place – The War On Drugs 08 New Morning - Bob Dylan 09 The Pure And The Damned – Oneohtrix Point Never feat. Iggy Pop 10 I Wish I Was Sober – Frightened Rabbit


Schöne Alben

„Raw Youth Collage“ Mura Masa

„Walking Like We Do“ The Big Moon Sängerin und Songwriterin Juliette Jackson und ihre Mitstreiterinnen Soph Nathann, Celia Archer sowie Drummer Fern Ford haben schon mit ihrem Debüt „Love In The 4th Dimension“ aus dem Jahr 2017 gezeigt, dass Indie alles andere als dated und verstaubt klingen muss. „Walking Like We Do“ wirkt nun reifer und leichter zugleich. Jeder Song ist ein bittersüßer Zuckerschock, angefangen vom lässigen „It’s Easy Then“ - das paradoxerweise sofort ins Ohr geht, obwohl es mehr Ideen hat, als vier Ed-Sheeran-Songs zusammen – bis zum eher gechillten „ADHD“, in dem Jackson augenzwinkernd fragt: „Is it really you or is it me or is it ADHD?“ Überhaupt ist es Juliette Jackson mit ihrer Stimme und ihren SongwritingSkills, die diese Band so besonders macht. Wobei man bei „Your Light“ und dem bereits genannten Opener, die beide auf mehrstimmigen Background-Gesang setzen, in jeder Sekunde hört, dass hier vier Freunde am Werk sind. Caroline / Universal

Der 1996 geborene Produzent Alex Crossan alias Mura Masa galt schon nach seinem Debüt aus dem Jahr 2017 als Wunderkind. Einen Grammy und einer Nennung in der renommierten Forbes-Liste „30 under 30“ später hätte man befürchten können, dass er nun völlig verkrampft und nur Halbgares abliefert. Das Gegenteil ist der Fall: Auf „Raw Youth Collage“ (R.Y.C.) macht Mura Masa nicht weniger, als Stimmen seiner Generation zu inszenieren - eine, die er selbst „No Hope Generation“ nennt, obwohl sie oft im Wohlstand lebt. Eine Generation, die mindestens vierstellige Followerzahlen hat und trotzdem vereinsamt. Wehleidig ist das nie – im Gegenteil. Dank Gästen wie Clairo, Slowthai, Tirzah, Georgia und der Wolf-Alice-Sängerin Ellie Rowsell ist R.Y.C. wie das perfekte Mixtape für den Blick in das Leben junger Erwachsener. Die Highlights: Slowthais rotziger „Komma klar!“-Kommentar „Deal Wiv It“, Georgias Beweis, dass Disco auch heut noch funktioniert „Live Like We’re Dancing“, Clairos zerschossener Ichfühl-mich-gar-nicht-so-wohl-Pop „I Don’t Think I Can Do This Again“ und die schöne Erkenntnis, dass Alex, wenn er in „No Hope Generation“ selbst singt, wie ein Postal-Service-Jünger klingt. Universal

„Über Nacht“ Oehl Gefühlvolle, deutschsprachige Musik hat einen schlechten Ruf. Was in erster Linie daran liegt, dass die deutschen Endreimreiter der Formatradiolandschaft ihre kleinen Gefühle immer in übergroße, vor Pathos-Rotz triefende Metaphern betonieren und dazu den Stadion-Pop-Generator anwerfen, der leider nur bei Coldplay so gut funktioniert. Wie es anders geht, beweist dieses Album vom Wiener Liedermacher Ariel Oehl und dem isländischen Multiinstrumentalist Hjörtur Hjörleifsson. Die beiden schaffen es sogar, kitschfrei und wunderschön über das Vater-Sein zu singen – in einem Lied namens „Keramik“, das bei alledem sogar noch tanzbar bleibt. Selbst die Trauerbewältigung „Über Nacht“ swingt ganz unwiderstehlich, hat einen funky Bass – und trotzdem Poesie, Tiefsinn, Traurigkeit. Erstaunlich ist auch, dass sich diese Lieder einen eher internationalen Sound bewahren und trotz der tollen Texte auch im reinen Klang funktionieren, vermutlich weil Hjörleifsson Gesang und Text ganz selbstverständlich in seine Musik einwebt. Grönland Records

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Schöne Alben

„Golem“ Tarek K.I.Z

„HYPE“ Children Auf ihrem Debüt „Leaving At Home“ noch ausschließlich mit englischen Songs und als Trio unterwegs, wurden Children hin und wieder mit The xx oder Daughter verglichen, was ja schon mal sehr schmeichelhafte Referenzen sind. Mittlerweile sind Steffi Frech (Synths und Gesang) und Laura Daede (Bass und Gesang) ein Duo – und obwohl der Bandname und die Stimmen die gleichen sind, klingt hier alles nach Neustart. Und zwar im besten Sinne: „HYPE“ kommt auf Englisch, Deutsch und Denglisch daher, ist melancholisch und tanzbar, mal witzig, mal deep – und macht sich stilistisch eine ganz eigene Schublade auf. „Forever & Ewig“ ist ein Instant-Hit auf die InstantLiebe, „Dschungel“ ist die NDW aus der Zukunft und trifft lyrisch und musikalisch perfekt das Lebensgefühl der ersten wilden Nächte nach dem Umzug aus der Provinz in die große Stadt. „Poor Boy“ wiederum ist eine schillernde Pop-Ballade, die wie im Raumschiff aufgenommen klingt, und ein Abgesang auf den harten Jungen – den sie hier ganz zärtlich in den Arm nehmen, um ihm den Hinterkopf zu tätscheln. Grönland Records

K.I.Z sind und bleiben eine der erfolgreichsten und unterhaltsamsten HipHop-Bands des Landes – gerade weil sie zwar wie alle Rapper provozieren und Grenzen überschreiten, aber das nicht aus reinem Proletengehabe oder GangstAttitüde tun, sondern dabei den Spießbürger und den Rassisten klar im Visier haben. Rapper Tarek Ebéné nutzt nun die Bandpause, um sein extrem gelungenes Solodebüt an den Start zu bringen. Er wird zwar „K.I.Z für immer“ bleiben, das stellt er im gleichnamigen Track klar, nutzt „Golem“ aber, um neue Seiten zu zeigen. „Kaputt wie ich“ ist für K.I.Z-Verhältnisse schon fast einfühlsam, „Nach wie vor“ eine BossHymne gegen Boss-Typen und für die vermeintlichen Loser der Gesellschaft. „Weißer Drache“ der Song, den jeder Kokser verdient hat. „Freak“ dann gar eine, äh, Akustikgitarren-Ballade. Mal mit Autotune und immer auf Beats, die gut in den aktuellen HipHop-Sound passen, dürfte „Golem“ nicht das Schicksal ereilen, das Tarek in „Nach wie vor“ besingt: „Das Album ist gefloppt, das war wohl nichts / Keine Goldene, keine Radiohits / Von den Kritikern ernt‘ ich Hohn und Spott.“ EKLAT Tonträger

„Uthlande“ Turbostaat Unglaublich, dass die Flensburger PostPunk-Instanz schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Während andere in dem Genre sich schnell auf den ewiggleichen Akkordfolgen und Textbausteinen ausruhen, klingt „Uthlande“ vom ersten Lied an so dringlich, aktuell und angepisst, als hätte man sich gerade erst in junger Wut zusammengefunden – was Produzent Moses Schneider wieder perfekt eingefangen hat. „Rattenlinie Nord“ heißt dieser Opener und bezieht sich auf die gleichnamige norddeutsche Fluchtroute hochrangiger Nazis, auf der zum Beispiel Heinrich Himmler auch durch Flensburg kam. „Und ich höre euch wieder schleichend, auf der Rattenlinie Nord“, ruft Sänger Jan Windmeier und meint das als Kampfansage an die ewig-gestrigen Nazis und Nation-Verklärer, die man dieser Tage ja in der direkten Nachbarschaft finden kann. Dieses EinstiegsNiveau halten sie lyrisch und musikalisch locker auf allen weiteren elf Songs, gönnen sich und uns aber zwischendurch mal ein etwas ruhigeres Tempo, in Stücken wie „Schwienholt“ und „Brockengeist“, was ihnen ebenso gut steht. Pias / Rough Trade


schöne Bücher

Neuschnee Lucy Foley Dieser Krimi ist weniger ein Thriller als ein differenziertes Psychogramm einer Clique von langjährigen Studienfreunden. Diese neun Freunde verbringen den Jahreswechsel in einer abgelegenen Berghütte in den schottischen Highlands. Und wer schon einmal einen gemeinsamen Urlaub mit seinen Freunden in einem Ferienhaus verbracht hat, weiß, dass das schnell mal aus dem Ruder laufen kann - auch ohne umherstreifenden Serienmörder. So wird in „Neuschnee“ aus dem Ausflug in die Highlands schnell bitterer Ernst, als ein Schneestu das Anwesen von der Außenwelt abschneidet und das Gerücht des bereits erwähnten Serienmörders die Runde macht. Bald liegen die Nerven aller blank und lang verschüttete Geheimnisse bahnen sich zwischen den Freunden ihren gefährlichen Weg ans Licht. Als einer aus der Clique tot im Schnee gefunden wird, eskaliert die Lage in der Hütte endgültig. Guter Plot und eine überraschende Auflösung der Story. Penguin Verlag

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Ich dachte, sie ziehen nie aus

Lucinde Hutzenlaub / Heike Abidi Die Journalistinnen Luzide Hutzenlaub und Heike Abidi haben die perfekte Literatur für (verwaiste) Mütter geschrieben. Unter dem Motto „Ich dachte, sie ziehen nie aus“ beschreiben sie äußerst amüsant diesen einen Moment, wenn die erwachsenen Kinder zu Hause ausziehen und ihre Eltern nach rund 18 Jahren Fulltime-Betreuung alleine zurücklassen. Tja, und was tun die Mütter? Die erfinden sich neu und suchen sich nach dem Projekt Brutpflege ein neues. Dabei ist eines sicher: Der Nachwuchs steht schneller wieder vor der heimischen Tür, als man dachte und lässt sich, wenn es hart auf hart kommt, gerne noch mal von Mama die Waschmaschine erklären. Penguin Verlag

Little Lies

Megan Miranda „Tick Tack“ war schon ein verdammt spannender, und - aufgrund der umgekehrten Erzählweise - sehr anspruchsvoller Thriller, aber jetzt legt Megan Miranda mit ihrem neuen Werk „Little Lies“ noch mal eine Schippe drauf: Die Journalistin Leah flieht vor ihrem alten Leben: Sie lässt ihre Heimat und ihren Job hinter sich und zieht mit ihrer besten Freundin Emmy in ein altes Haus auf dem Land. Leah arbeitet tagsüber in der Schule, Emmy nachts an einer Rezeption. Eines Nachts stellt Leah fest, dass sie ihre Freundin schon seit Tagen nicht mehr gesehen hat. Aber noch bevor sie ihre Freundin als vermisst melden kann, wird in der Nähe eine brutal misshandelte junge Frau gefunden. Aber es ist nicht Emmy. Stattdessen sieht diese Frau Leah zum Verwechseln ähnlich. Um was muss Leah nun mehr fürchten: um Emmys oder um ihr eigenes Leben? „Little Lies“ ist ein großartiger Pageturner für eine schlaflose Nacht. Penguin Verlag


schöne Filme

Bombshell - Das Ende des Schweigens Enkel für Anfänger Komödie Der Markt für Leih-Omas und -Opas boomt bekanntlich und Silver Surfer, die keine Lust auf Power Walking und Stuhl-Yoga haben, suchen sich neue Betätigungsfelder für Ü-70er. Und so bieten in der deutschen Komödie „Enkel für Anfänger“ drei Senioren ihre Dienste an - in den Hauptrollen: Maren Kroymann, Heiner Lauterbach und Barbara Sukowa , die mit ihrer Enkelbetreuung in ein völlig neues Berufsfeld starten, das sich bald zu einem wahren Schlachtfeld entwickeln soll: Wohnungen versinken im Chaos und hyperaktive PatchworkGeschwister, nervende Helikoptereltern und freiheitsliebende Single-Mütter wollen, ebenso wie die Leihenkel, cool gemanagt werden. Filmstart: 6. Februar 2020

Drama

Dieser Film trumpft nicht nur mit seiner Starbesetzung, sondern auch mit einem brandaktuellen Thema auf. Charlize Theron, Margot Robbie, Nicole Kidman spielen die Hauptrollen in diesem auf einer wahren Begebenheit beruhendem Drama über die amerikanische Journalistin Megyn Kelly (Charlize Theron), die Moderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und die News-Produzentin Kayla Pospisil (Margot Robbie), die beim amerikanischen Fernsehsender Fox News unter Leitung des Gründers Roger Ailes arbeiten. 2016 klagt Gretchen Carlson ihren Boss des sexuellen Missbrauchs an. Sechs weitere Frauen schließen sich mit eigenen Vorwürfen gegen Ailes an, darunter auch die Prime-TimeNachrichtensprecherin Megyn Kelly. Es gab leider kein Happy-End: Roger Ailes kündigte zwar bei Fox, erhielt aber eine Abfindung in Höhe von 40 Millionen US-Dollar und unterstützte bis zu seinem Tod im Jahr 2017 Donald Trump. Filmstart: 13. Februar 2020

Der Unsichtbare Horror „Der Unsichtbare“ ist die moderne Adaption von H. G. Wells gleichnamiger Buchvorlage, die von James Whale 1933 zum ersten Mal verfilmt wurde und einen Klassiker des Horrorfilms darstellt. Jetzt kommt der Film unter der Regie von „Saw“-Autor Leigh Whannell erneut auf die Leinwand. Cecilia Kass beendet darin die Beziehung zu ihrem ebenso gewalttätigen wie genialen Freund, einem Wissenschaftler. Mit ihrer Schwester, ihrem Jugendfreund James und dessen Tochter taucht sie eines Nachts unter. Nachdem sich ihr Ex das Leben genommen und Cecilia einen erheblichen Teil seines Vermögen geerbt hat, häufen sich allerdings unheimliche Vorkommnisse. Als es zu mysteriösen Todesfällen in ihrem Umfeld kommt, glaubt Cecilia, ihr Ex habe seinen Tod nur vorgetäuscht und wolle sie nun in den Wahnsinn treiben... Filmstart 27. Februar 2020


Hin und Weg

FIS Nordische Ski WM 2021 in Oberstdorf

Auf die Skier, fertig, los! 48


Okay, bis zur Nordischen Ski WM 2021 in Oberstdorf ist es noch fast ein Jahr hin. Aber wer sportliche Herausforderungen, Schnee und Wintersport liebt, sollte sich schon jetzt das World Championships Package für die FIS Ski WM sichern. Und dann nichts wie auf ins Allgäu nach Oberstdorf. Dort stehen vom 23. Februar bis 7. März 2021 insgesamt 23 Medaillenentscheidungen an. Darunter sechs im Skispringen, fünf in der Nordischen Kombination und zwölf im Langlauf. Die Tickets sind ab sofort auf Ticketmaster.de erhältlich.


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WANN UND WO? FIS Nordische Ski WM 2021 23.02. - 07.03.2021 Oberstdorf Allgäu Tickets auf Ticketmaster.de


Live

Die Lieblingstermine von TicketmasteR

Robbie Williams In Rekordzeit war das Konzert von Robbie Williams auf der Bonner Hofgartenwiese ausverkauft. Sollten eventuell doch noch weitere Kartenkontingente in den Verkauf gegeben werden, sind sie auf Ticketmaster.de erhältlich. Es lohnt sich also, die Website des Ticketanbieters immer mal wieder zu checken. Neben dem Konzert in Bonn, das Robbie Williams im Rahmen des Beethoven-Jahres zu Ehren des 250. Geburtstages von Ludwig Van Beethoven geben wird, plant Robbie 2020 nur noch zwei weitere Shows: Neben der Residency in Las Vegas wird er ein Benefizkonzert in seiner Heimatstadt Stoke-on-Trent spielen. 18.05.2020 Bonn (Hofgartenwiese)

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Konzert-Lieblinge Patti Smith and her band Patti Smith ist die „Godmother of Punk” und „Queen of Cool“. Im New York der 70er Jahre begann ihre Karriere zunächst als Poetin. Begegnungen mit Musikern wie Tom Verlaine führten zur Vertonung ihrer Gedichte - und auf den Weg zum weltbekannten Star. Die wichtigste Wegmarke vielleicht der Herbst 1975, in dem Patti Smith ihre Band in den Electric Lady Studios in New York City zusammentrommelte, um das Debütalbum „Horses“ aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung des Albums wurde Smith Vorläufer und Vorbild der englischen und amerikanischen Punk- und New-Wave-Bewegung und schrieb Musikgeschichte. Im Sommer ist diese Ikone der Musikgeschichte live auf Tour zu erleben. 10.06. - 19.07.2020 u.a. Dresden, Stuttgart, Frankfurt/M.

Seventeen Die glitzernde Fassade des TeenagerPhänomens K-Pop hat nach dem Tod von drei K-Pop-Stars erhebliche Risse gekriegt. Dem weltweiten Hype scheint das momentan noch keinen Abbruch zu tun. Der Run auf die Tickets von K-PopBands ist ungebrochen. Das gilt auch für SEVENTEEN, die im Frühjahr 2020 auf große „Ode To You World Tour“ gehen und dabei auch Deutschland einen Besuch abstatten. Am 10. März 2020 findet das einzige Deutschland-Konzert 2020 in Berlin statt. 10.03.2020 Berlin (MercedesBenz Arena)

Madeline Juno Madeline Juno steht für alles, was das Genre „Singer-Songwriter“ verspricht. Egal ob bei poppigen und lauten Songs mit ihrer voll besetzten Liveband, oder allein bei Akustikversionen nur mit ihrer Ukulele: Sie erzählt Geschichten und Gefühle: eindringlich und sprachgewandt. Um das Ganze auch noch mit Zahlen zu belegen: Über fünf Millionen monatliche Hörer sowie mehr als fünf Millionen Streams ihrer letzten Single „Grund Genug“ auf Spotify, über 85.000 erstellte Videos zu der Single bei der Videoplattform TikTok und YouTube-Videoaufrufe in Millionenhöhe zeigen, dass die Musikern mit ihren eingängigen Popsongs voll auf die Zwölf trifft. 01.09. - 07.09.2020 u.a. Essen, Frankfurt/M., München

The Baseballs The Baseballs melden sich 2020 mit einem neuen Album und einer großen Tour zurück! Aber was heißt schon zurück? So richtig weg waren sie schließlich nie. Mit ihrem 2017er Jubiläumsalbum „The Sun Sessions“ tourten sie wahnsinnige zweieinhalb Jahre lang von Moskau bis Singapur. Das Publikum kann sich an ihrem authentischen Rockabilly-Sound der 50er Jahre, den charmanten Coverversionen aktueller Hits, ihren wilden Rock‘n‘Roll Shows, dem einzigartigen Satzgesang und den schweißtreibenden, energiegeladenen Livekonzerten einfach nicht satt hören. Zur Zeit arbeitet das Trio mit Hochdruck am verflixten siebten Album: Es soll „Hot Shots“ heißen. Aber, Pst!, mehr wird noch nicht verraten. Nur soviel: Die Tourdaten stehen schon fest. 09.10. - 28.10.2020 u.a. Leipzig, Kaiserslautern, Nürnberg


Konzert-Lieblinge Jonas Brothers 2013 trennten sich die Jonas Brothers nach acht Jahren Boyband-Wahnsinn und stürzten mit dieser Entscheidung weltweit ihre weiblichen Fans in kollektive Trauer. Jetzt feiern sie ein Comeback – und was für eins! Mit der Single „Sucker“ landeten die Brüder prompt einen Nummer-eins-Hit - auch Dank der Unterstützung ihrer tollen Ehefrauen. Die spielen im Videoclip zur Single eine wichtige Rolle. Da passt auch der Titel der Europa-Tour ziemlich gut: „Happiness Begins“, mit der die Jonas Brothers auch nach Berlin und Köln kommen! 10. + 11.02.2020 Berlin (Mercedes-Benz Arena), Köln (LANXESS arena)

Michael Schulte Die Medien schätzen Michael Schulte sehr. Nicht umsonst wird ihm trotz „Schulte-Fieber“ (Focus) nachgesagt, dass er immer „bodenständig, symphatisch, norddeutsch“ geblieben ist (t-online). Spätestens bei der Verleihung des Bambi-Publikumspreises zeigte Michael Schulte, dass er auf seinem Weg nach „You Let Me Walk Alone“ mit Sicherheit nicht alleine ist – und dieser noch lange nicht vorbei ist. Auf seiner „Highs & Lows“ Tour 2020 wird er einen Blick in den Rückspiegel, gleichzeitig aber auch in die Zukunft wagen. 13.03. - 27.03.2020 u.a. Oldenburg, Stuttgart, Leipzig

Harry Styles Harry Styles präsentiert im Frühjahr sein zweites Solo-Album „Fine Line“ live in Berlin, Hamburg, Köln und München. Ob er bei seinen Auftritten auch einen pinken Anzug oder die sehr abgefahrene, weiße Hose vom Plattencover tragen wird, wissen wir natürlich nicht. Eines aber können wir jetzt schon garantieren: Die Shows werden zu den Höhepunkten des Konzertjahres 2020 gehören. 29.04. - 28.05.2020 u.a. Berlin, Hamburg, München

MEUTE Der Bass vibriert, das Konfetti flimmert und die rotblauen Uniformen glitzern im Strobo. Mit ihrer explosiven Kombination aus hypnotisch treibendem Techno und expressiver Blasmusik brechen die elf Hamburger Jungs von MEUTE die Regeln und sprengen die Grenzen. Ausschließlich mit akustischen Instrumenten vollführen sie eine Revolution im Techno und definieren gleichzeitig die Idee des Spielmannszugs neu. 2020 bereisen sie die Welt und spielen auch bei uns! 06.03. - 06.05.2020 u.a. Köln, München, Berlin

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Camila Cabello

Vanessa Mai

Im Frühjahr und Sommer 2020 begibt sich Camila Cabello auf eine riesige „The Romance Tour“ durch die größten Arenen der USA und Europas. An Camila Cabello dürfte damit auch im Sommer 2020 kein Weg vorbei führen - wie schon in den Jahren zuvor: Gemeinsam mit Shawn Mendes landete die Sängerin 2019 den knalligen Sommerhit: „Señorita“, der seit der Veröffentlichung Ende Juni weltweit über eine Milliarde(!) Mal gestreamt wurde. 2017 hieß der Ohrwurm der gebürtigen Kubanerin, der uns damals alle befiel, „Havanna“. Die Single katapultierte Camila Cabello in über 80 Ländern an die Spitze der Charts.. 30.05. + 18.06.2020 Berlin, Köln

Als Mitglied der Popband Wolkenfrei und mit ihrem Debütalbum „Endlos verliebt“ feierte Vanessa Mai ihre ersten Erfolge. Nach dem Ausstieg ihrer Bandkollegen führte die 27-Jährige das Projekt als Solo-Künstlerin fort und veröffentlichte 2015 das Album „Wachgeküsst“ mit der erfolgreichen Single-Auskopplung „Wolke 7“. Jetzt hat die Sängerin ein neues (es ist bereits ihr sechstes!) Album eingespielt. Es wird „Für immer“ heißen und soll demnächst veröffentlicht werden. Wann genau, will sie auf Facebook verraten. 02.10.-15.10.2020 u.a. Köln, Stuttgart, Berlin

Carly Rae Jepsen

LENA Es geht immer um die Liebe. Oder es geht um Liebeskummer. Das ist auch bei Lena nicht anders. Der Titel ihres fünften Studioalbums „Only Love, L“, mit dem sich die Sängerin nach einer längeren Auszeit eindrucksvoll in der Musikwelt zurückmeldete, gibt das Thema vor. Alles dreht sich um die Liebe – in den verschiedensten Facetten. Neben sehr persönlichen Songs wie dem Opener „Dear L“ und nachdenklicheren Nummern wie „Private Thoughts“ oder „Skinny Bitch“ setzt Lena vor allem auf tanzbare Hits und klare Ansagen. 29.04.-07.05.2020 u.a. Leipzig, München, Düsseldorf, Frankfurt/M., Stuttgart

Wer Lust auf Tanzen hat, sollte unbedingt Carly Rae Jepsen in seine Playlist aufnehmen. Auf ihrem Album „Dedicated“ beschäftigt sie sich stilistisch stärker als je zuvor mit dem Disco-Feeling der Siebziger. Die Fans können sich davon zwischen dem 15. und 19. Februar bei ihren Konzerten in Köln, Hamburg, München und Berlin überzeugen. 15.02. - 19.02.2020 u.a. Köln, Hamburg, München


IM FEBRUAR 01|02 02|02 02|02 06|02 07|02 08|02 09|02 10|02 13|02

Forever King of Pop Özcan Cosar Maxi Gstettenbauer Club DREAM THEATER Lewis Capaldi The Worlds Most EPIC Music of Two Steps From Hell Halsey Melanie Martinez Shindy

13|02 15|02 15|02 16|02 17|02 20|02 21|02 22|02 23|02 28+29|02

Herr Schröder Club Ralf Schmitz Music Sneak Club Der große Loriot Abend Schwanensee The 12 Tenors Senna Gamour Beat It Havana Nights Music Discovery Project

SAVE THE DATE!

06|03|20 Abba Gold

13|03|20 God Save The Queen

08|05|20 The Songs of Leonard Cohen – performed by Field Commancer C.

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Reynmen JUJU Micky Beisenherz Club Vanessa Mai The 1975 Vega Bodo Wartke Andre Kramer Club The Musical Box

27|11|20 29|11|20 14|12|20 18-20|12|20 26|12|20 31|12|20 16|01|21 21|02|21 15|04|21

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Konzert-Lieblinge Simply Red Simply Red melden sich zurück. Im November erschien das neue Album „Blue Eyed Soul“, die gleichnamige Tour ist für den Herbst 2020 angekündigt. Zwischen dem 20. Oktober und 18. November 2020 konzertieren Mick Hucknall und Band mit ihren größten Klassikern wie „Holding Back The Years“, „Stars“ oder „If You Don’t Know Me By Now“ unter anderem in Hamburg, Hannover, Stuttgart und Zürich. 29.10. - 18.11.2020 u.a. Mannheim, München, Stuttgart

Sting „My Songs“ geht in die Zugabe! Mit der Konzertserie, mit der Sting schon im Sommer des vergangenen Jahres das deutsche Publikum begeisterte, wird der Brite auch im Sommer 2020 unter freiem Himmel und in einigen ausgewählten Arenen konzertieren. Der Sänger präsentiert natürlich seine größten Hits, inklusive der Songs von The Police. Klassiker wie „English­man In New York“, „Every Breath You Take“ und „Roxanne“ sind auf jeden Fall gesetzt. 15.06. - 20.07.2020 u.a. Köln, Neu-Ulm, Tüßling

Santana Vom Durchbruch-Longplayer „Abraxas“ (1970) über sein erfolgreichstes Album „Supranatural“ aus dem Jahr 1999 bis zum jüngsten Meisterwerk „Africa Speaks“, das 2019 unter Mitarbeit des genialen Produzenten Rick Rubin erschien, dürfen sich die Fans von Carlos Santana bei den kommenden Shows auf eine riesige Auswahl an großen Hits der letzten 50 Jahre freuen. Die Auswahl dürfte Santana schwer fallen, blickt er doch auf eine gigantische Karriere und rund 30 veröffentlichte Alben zurück. 22.03. + 23.03.2020 München, Köln

Ozzy Osbourne Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, und so bittet Ozzy Osbourne 2020 bei seinen Abschiedskonzerten keine geringere Support-Band als Judas Priest mit auf die Bühne. Neben den fünf Shows in Deutschland, kommt Osbourne im Winter 2020 auch nach Österreich (Wien) und in die Schweiz (Zürich). Ursprünglich sollten die Abschiedskonzerte ja schon 2019 in Deutschland stattfinden, die geplanten Shows wurden auf Februar/März 2020 verschoben. Im Herbst 2019 kam dann die Nachricht, dass Ozzy Osbourne auch diese Live-Termine nicht wahrnehmen kann und die Europa-Tour noch einmal verschoben werden muss. Jetzt gilt’s aber: Am 11. November 2020 startet die „No More Tours 2“ in der Dortmunder Westfalenhalle. Bereits im Vorverkauf erworbene Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit für die Nachholtermine. 11.11.2020 - 03.12.2020 Dortmund, München, Mannheim, Berlin, Hamburg


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Volbeat Die dänische Rockband um Sänger und Gitarrist Michael Poulsen wird die Waldbühne mit ihrer Mischung aus Metal, Rock‘n‘Roll, Punkrock, Country und Blues und ihrem speziellen „Elvis-Metal“-Sound ordentlich auf Links drehen. 08.06. + 07.07.2020 Hannover (Expo Plaza), Berlin (Waldbühne)

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Weitere Infos bekommt ihr unter abo@applausemagazin.de Guns N‘ Roses

Guns N‘ Roses kommen im Sommer 2020 für zwei Stadion-Konzerte zurück nach Deutschland. Zu den glücklichen Städten zählen in diesem Sommer München und Hamburg. Wer für die beiden Shows keine Tickets mehr bekommt, kann sein Glück in Österreich (Wien) und in der Schweiz (Bern) probieren. 26.05. - 14.06.2020 München (Olympiastadion), Hamburg (Volksparkstadion), Wien (Ernst-Happen-Stadion), Bern (Stade de Suisse)

Berliner Philharmoniker Das Saison-Abschlusskonzert der berühmten Berliner Philharmoniker in der Waldbühne zählt zu den Höhepunkten des Berliner Sommers. Unter der Leitung von Dirigent Gustavo Dudamel stehen Beethoven, Wagner, Strawinsky, Schostakowitsch, Ravel und John Williams auf dem Programm. 20.06.2020 Berlin (Waldbühne)

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Festival-Lieblinge Rock am Ring + Rock im Park 60 Jahre Festivalgeschichte wollen 2020 gebührend gefeiert werden. 35 Jahre Rock am Ring sowie 25 Jahre Rock im Park verlangen Jubiläumspartys, die es krachen lassen. Wenn musikalische Gäste wie System Of A Down, Green Day und Volbeat bereits zur Geburtstagssause zugesagt haben, kann man sich schon mal auf eine wilde Party einstellen. Das 2020er Line-Up der Zwillingsfestivals ist auch sonst ein Knaller. Es feiern unter anderem mit: Billy Talent, Broilers, Korn, Disturbed, The Offspring, Bilderbuch, Weezer, Wanda, Yungblud, Bosse und Of Mice & Men. 05.06. - 07.06.2020 Nürburgring Eifel + 05.06. - 07.06.2020 Nürnberg (Zeppelinfeld)

Kunst!Rasen Festival Das kleine, aber sehr feine Kunst!Rasen Festival startet 2020 in seine neunte Saison. Zu den Stars des diesjährigen Festivals gehören neben Element of Crime, Sting und Lionel Richie auch Roland Kaiser und Melissa Etheridge. Beste Stimmung für alle musikalischen Geschmäcker im lauschigen Grün ist garantiert. 25.06. - 15.08.2020 Bonn/Gronau

MS Dockville Das MS Dockville macht uns auch in diesem Sommer mal wieder so richtig glücklich. Der Blick auf den Hafen und das Meer, die gute Musik, die kalten Getränke und die äußerst entspannte Stimmung machen aus dem MS Dockville eines des schönsten Festivals, die wir kennen. 21.08. - 23.08.2020 Hamburg (Wilhelmsburg Uferpark)

Immergut Festival In Neustreelitz an der malerischen mecklenburgischen Seenplatte kann man nicht nur richtig gut rudern und picknicken, sondern auch Festivals feiern. Und so darf sich das popkulturell interessierte Publikum beim Immergut 2020 wieder auf ein liebevoll gestaltetes Gelände und sorgsam ausgewähltes Line-Up freuen. Neben Konzerten großartiger Indie-Künstler - bestätigt für 2020 sind unter anderem schon Hundreds, Shame und die Viagra Boys - finden auf dem Festivalgelände auch Lesungen, DJ Sets, Filmvorführungen und Sportaktivitäten statt. 29.05. - 31.05.2020 Neustrelitz (Festivalgelände)


Show-Lieblinge Bethlehem - Ein Chormusical Ganz egal, was Michael Kunze auch anfasst: es wird zum riesigen Erfolg. Dabei werden viele seinen Namen gar nicht kennen, aber seine Liedtexte können alle auswendig mitsingen. Er entdeckte Peter Maffay, textete die großen Hits von Udo Jürgens („Griechischer Wein“, „Ich war noch niemals in New York“), Peter Alexander („Die kleine Kneipe“), Jürgen Drews („Ein Bett im Kornfeld“) und Silver Convention („Fly, Robin, Fly“). Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zog er sich zurück, wurde erst Romanautor, dann Übersetzer von Musicals („Cats“, „Phantom der Oper“), um sich dann als Musicalmacher neu zu erfinden. Werke wie „Elisabeth“ und „Mozart“ entstanden. Mit seinem kongenialen Partner Dieter Falk (Komposition) schuf er später die gefeierten Chorprojekte „Die 10 Gebote“ und „Luther“. Jetzt bringt das Erfolgsduo Kunze / Falk ein neues Monumentalwerk auf die Bühne: „Bethlehem - Ein Chormusical“ mit über 2.500 Sängerinnen und Sängern feiert am 5. Dezember seine Weltpremiere in Düsseldorf.! 05.12.2020 Düsseldorf (ISS Dome)

Cabaret - Das Berlin Musical Die legendäre Bar-jeder-Vernunft-Inszenierung des amerikanischen StarChoreographen und Regisseurs Vincent Paterson ist wieder da! Die Geschichte des leichtlebigen Szenegirls Sally Bowles im glitzernden, zwielichtigen Milieu der Goldenen Zwanzigerjahre in Berlin ist eine Geschichte, die in das aktuelle Berlin passt. Im Sommer 2020 und 2021 ist die grandiose Show im großen Schwesterzelt in Berlins Mitte im Tipi am Kanzleramt zu sehen. 21.07. - 23.08.2020 + 02.07.-08.08.2021 Berlin (Tipi am Kanzleramt)

NYSA

Der kanadische Zirkus Cirque du Soleil kommt nach Berlin und bezieht am Potsdamer Platz seine erste europäische Residenz. Im Herbst 2020 wird die speziell für Berlin konzipierte Show ihre Uraufführung feiern. Das ist nun wirklich ein echter Coup. Denn zum ersten Mal wird eine Cirque du Soleil Show dauerhaft in einer europäischen Stadt zu sehen sein. Ab 17.09.2020 Berlin

STARLIGHT EXPRESS

(Theater am Potsdamer Platz)

Der Rollschuh-Dauerläufer Starlight Express feierte im Sommer sein 30-jähriges Bestehen und ließ es zum Jubiläum ordentlich krachen. Andrew Lloyd Webber verpasste seinem Werk zum Geburtstag eine wahre Verjüngungskur: Neue Songs, neue Charaktere und neue Technik machen die Bochumer Show jetzt noch schneller und spektakulärer. Webber setzt außerdem auf Frauenpower: „Papa“ landete auf dem Abstellgleis. Dafür steht nun die großartige Reva Rice als „Mama“ auf den Rollen, die die Welt bedeuten. tgl. außer Montag und Dienstag im Starlight Express Theater Bochum SEHNSUCHT NACH EINER NEUEN WELT

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FRANKFURT SPOTLIGHT MUSIC SNEAK — 3 Bands, 3 Stages, 1 Host Foto: Christoph Seubert

Eine Sneak Preview wie im Kino, nur mit Musik. Die drei Acts des Abends sind im Vorfeld geheim. Am 15. Februar 2020 öffnet der Club der Jahrhunderthalle zum 20. Mal die Türen für eine neue Überraschungsausgabe der Music Sneak. Drei ganz besondere Musik Acts stehen schon in den Startlöchern. Psst… Geheime Insider-Info: Es ist Musiker zu Gast, der in der Schweiz schon ein Superstar ist. Gekührt mit dem MTV Music Award als “Best Swiss Act” und dem Swiss Music Award für “Best Hit”. Ausgezeichnet mit Gold, Platin und Doppelplatin für seine Hit-Singles. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Nicht nur für die Bands, sondern auch für die persönliche und originale Sixties-Atmosphäre im CLUB, lohnt sich der Weg in den Frankfurter Westen allemal. JAHRHUNDERTHALLE FRANKFURT Samstag 15.02. // Samstag 30.05. — 20 UHR

ABBA GOLD – The Concert Show „Knowing You – Knowing Me“ ADVERTORIAL

Sie ist eine der erfolgreichsten Musikgruppen aller Zeiten und liefert mit ihren unsterblichen Hits den Sound für Generationen: die Kultband ABBA! Dass die zahllosen Fans der schwedischen Ausnahmeband das einzigartige Feeling der unvergessenen ABBA-Songs auch heute noch originalgetreu erleben können, dafür sorgt die grandiose LiveShow „ABBA GOLD – The Concert Show“! Mit Superhits wie „Waterloo“, „Money, Money, Money“, „Thank you for the music“, „Mamma Mia“, „Super Trouper”, oder „Dancing Queen” lässt „ABBA GOLD – The Concert Show“ die ABBAGlitzerwelt auf Plateauschuhen wieder auferstehen. Freuen Sie sich mit uns auf die Live- Performance als ein faszinierendes Erlebnis für Jung und Alt – ein Event der Extraklasse! JAHRHUNDERTHALLE FRANKFURT FR 06.03.2020 — 20 UHR

THE SONGS OF LEONARD COHEN – Perfomed by Field Commander C. Field Commander C. ist eine liebevolle Hommage an den großen kanadischen Singer-Songwriter Leonard Cohen. Eine zehnköpfige Band spielt dabei mit eindrucksvoller Virtuosität und unaufhörlicher Spielfreude, Intensität und Werktreue Klassiker wie „Suzanne“, „Sisters of Mercy“, „So long Marianne“ oder „Famous blue Raincoat“. Geboren wurde die Idee für Field Commander C. kurz nach dem Tode von Leonard Cohen Ende 2016. Als Namensgeber und Vorbild fungierte das Live-Album „Field Commander Cohen: Tour of 1979“. Ableiter und seine musikalischen Mitstreiter reduzieren Cohen allerdings nicht nur auf seine Musik. Ein Konzertabend mit Field Commander C. ist immer auch ein kleiner Ausflug in die Welt der Texte, Gedichte und Gedanken von Cohen, welche in Form von Livelyrics und Erzählungen mittels eines eigenen Sprechers vorgetragen werden. JAHRHUNDERTHALLE FRANKFURT FR 08.05.20 — 20 UHR

Foto: Bernadette Fink


Show-Lieblinge „Ich war noch niemals in New York“

We Will Rock You „We Will Rock You“ ist eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Mehr als 15 Millionen Menschen in 17 Ländern haben die Show inzwischen gesehen - und bejubelt. Zwölf Jahre und 4.600 Shows dauerte allein die Auftrittsserie im Londoner Dominion Theater. Jetzt kommt die Inszenierung der englischen Original-Produktion endlich nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Die Songs werden natürlich in Englisch gesungen, während die Dialoge auf Deutsch geführt werden.

„Ich war noch niemals in New York“, das Erfolgsmusical mit den großen Chansons von Udo Jürgens, feiert am 14. Mai 2020 im Stage Theater des Westens in Berlin seine Wiederaufnahmepremiere. Zuvor können ungeduldige Fans, die die Premiere nicht mehr abwarten können, schon die Previews ab dem 7. Mai besuchen. Und nach der Show werden auch die traurigsten Bewunderer des 2014 überraschend verstorbenen Entertainers glücklich pfeifend aus dem Theater nach Hause gehen: Ich war noch niemals in New York / ich war noch niemals auf Hawaii / Ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans / Ich war noch niemals in New York / ich war noch niemals richtig frei / Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen…. Ab 07.05.2020 Berlin (Stage Theater des Westens)

13.10.2020 - 04.04.2021 u.a. Wien, Zürich, Bremen, Erfurt, Leipzig, Berlin, Hannover

TINA - Das Tina Turner Musical Wow! War das eine Premiere! Im März feierte „TINA – Das Tina Turner Musical“ im Hamburger Stage Operettenhaus eine furiose Uraufführung. Die Show geriet zu einem wahren Triumph für Hauptdarstellerin Kristina Love. Größter Moment des Abends: Als Rock-Queen Tina Turner persönlich auf die Bühne trat. Seit Seit März 2019 in Hamburg (Stage Operettenhaus)s

MAMMA MIA! - Das Musical MAMMA MIA! kehrte im September 2019 nach Berlin zurück. Das Stück der ABBA Mitglieder Benny Andersson und Björn Ulvaeus wurde Anfang der 2000er zu einem weltweiten Erfolg. Das besondere Konzept, die legendären Songs von ABBA in eine eigenständige, unabhängige Geschichte zu integrieren, kam auch in Hollywood gut an. Die Verfilmung des MAMMA MIA! Musicals 2008 mit Superstars wie Meryl Streep, Pierce Brosnan und Colin Firth wurde auch im Kino ein Riesenerfolg. Noch besser als auf der großen Leinwand funktioniert MAMMA MIA! aber als Musical live auf der Bühne. Seit 24.09.2019 Berlin (Stage Theater des Westens)

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Show-Lieblinge TANZ DER VAMPIRE - Das Musical

Wicked Mit Wicked zieht Hamburg 2020 einen weiteren Musical-Dauerbrenner an Land. Seit 2003 läuft das magische Hexen-Stück schon ohne Unterbrechung am New Yorker Broadway und in London, über 60 Millionen Zuschauer sahen den Musical-Klassiker weltweit, jetzt also zieht es in die Hansestadt in das Stage Theater Neue Flora. Die Story basiert auf der Novelle von Gregory Maguire. Erzählt wird die Geschichte der beiden ungleichen Hexen Elphaba und Glinda, deren Freundschaft mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt wird. Auf ihrer abenteuerlichen Reise durch das Zauberreich von Oz müssen sie sich nicht nur diversen Gefahren stellen, sondern am Ende auch der alles entscheidenden Frage, was wahre Freundschaft wirklich zusammenhält. Ab 27.10.2020 Hamburg (Stage Theater Neue Flora)

1967 schuf Roman Polanski den Kultfilm „Tanz der Vampire“, der im Original „The Fearless Vampire Killers or Pardon Me But Your Teeth Are In My Neck“ heißt. Die Parodie auf das Genre der Vampirfilme zählt bis heute zu den besten Filmen aller Zeiten und wurde 1997 vom kongenialen Musical-Dreamteam Michael Kunze und Jim Steinmann (in Zusammenarbeit mit Roman Polanski) in Wien auf die Bühne gebracht - und setzte auch als Bühnenversion zu einem Siegeszug rund um die Welt an. Bis 20.09.2020 Oberhausen, Stuttgart

25.06.

Snarky Puppy

9

Jahre

26.06.

Lionel Richie 28.06.

Klassik!Picknick

01.07.

Melissa Etheridge

09.07.

Sting -Ausverkauft10.07.

Deep Purple

15.07.

Element of Crime 25.07.

Latin Music Festival

am Rhein 04.08.

Ben Harper & The Innocent Criminals Magic Mike Live „Magic Mike Live“ ist die zur Zeit heißeste Show dieses Planeten. In London und Las Vegas begeistert der Ableger der Blockbuster-Filme „Magic Mike“ und „Magic Mike XXL“ ein (vornehmlich) weibliches Millionenpublikum. Jetzt kommt die Sensations-Show von Channing Tatum nach Deutschland! Seit Januar gastiert „Magic Mike Live“ in Berlin im eigens dafür umgebauten Club Theater am Potsdamer Platz. Seit 16.01.2020 Berlin (Club Theater Berlin)

06.08.

Helge Schneider

07.08.

The BossHoss

09.08.

Pietro Lombardi + Mike Singer 10.08.

Wincent Weiss

11.08.

Alvaro Soler

15.08.

Roland Kaiser Pretty Woman Der Filmklassiker „Pretty Woman“ kommt als Musical auf die Bühne und feierte am 25. September 2019 im Stage Theater an der Elbe in Hamburg Deutschland-Premiere. Die Musik schrieb kein Geringerer als Superstar Bryan Adams. Seit September 2019 in Hamburg (Stage Theater an der Elbe)

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Auf Tour AUF GROSSER DEUTSCHLAND-TOUR 2020 DAS GALAKTISCHE MUSIK-ERLEBNIS

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MATHEA 09.05.2020 München Ampere 11.05.2020 Leipzig Neues Schauspiel 12.05.2020 Berlin Musik & Frieden 13.05.2020 Hamburg Nochtspeicher 14.05.2020 Köln Yuca 16.05.2020 Mainz Kulturclub Schon Schön 17.05.2020 Stuttgart Im Wizemann QUEEN & ADAM LAMBERT 24.06.2020 Berlin Mercedes-Benz Arena 26.06.2020 Köln LANXESS arena 29.06.2020 München Olympiahalle THE DARKNESS 08.02.2020 München Technikum 11.02.2020 Nürnberg Hirsch 12.02.2020 Berlin Kesselhaus 20.02.2020 Hamburg Markthalle 21.02.2020 Köln Essigfabrik 25.02.2020 Frankfurt/M. Batschkapp THE HOOTERS 06.06.2020 Bensheim Musiktheater REX 10.06.2020 Karlsruhe Substage 12.06.2020 Leipzig Parkbühne im Clara Zetkin Park 13.06.2020 Aschaffenburg Colos-Saal 14.06.2020 Koblenz am Rhein Festung Ehrenbreitstein 16.06.2020 Saarbrücken Garage

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BRIT FLOYD


Auf Tour Impressum 20.03.2020 Magdeburg Stadthalle 25.03.2020 Wuppertal Historische Stadthalle 26.03.2020 Lübeck Musik- und Kongresshalle 27.03.2020 Kiel Sparkassen Arena 30.03.2020 Berlin Philharmonie 31.03.2020 Rostock StadtHalle TYCHO 13.02.2020 Hamburg Uebel & Gefährlich 14.02.2020 Köln Live Music Hall 19.02.2020 Berlin Huxleys Neue Welt WILHELMINE 14.04.2020 München zehner 15.04.2020 Mainz Kulturclub 17.04.2020 Essen Temple Bar 18.04.2020 Münster Sputnik Café 20.04.2020 Hannover LUX 21.04.2020 Köln Luxor 23.04.2020 Hamburg Hebebühne 28.04.2020 Dresden Studentenclub Bärenzwinger

JEANETTE BIEDERMANN 17.06.2020 Köln Die Kantine 19.06.2020 Thale Harzer Bergtheater 20.06.2020 Vacha Kulturzentrum 06.07.2020 Berlin Columbia Theater 07.07.2020 Dresden Tante JU 09.07.2020 Bielefeld Lokschuppen 10.07.2020 Brilon Gemeindehalle 13.07.2020 Augsburg Spectrum 17.07.2020 Osnabrück Hyde Park 19.07.2020 Bremen Metropol Theater 21.07.2020 Hamburg Fabrik 22.07.2020 Bochum Zeche 25.07.2020 Regensburg Piazza TEITUR 10.03.2020 Leipzig Horns Erben 11.03.2020 Erlangen E-Werk 12.03.2020 München Substanz

13.03.2020 Essen Zeche Carl 14.03.2020 Köln Stadtgarten 16.03.2020 Hamburg Nochtspeicher 17.03.2020 Berlin Frannz Club THE MUSIC OF STAR WARS LIVE IN CONCERT 28.02.2020 Kassel Kongress Palais / Stadthalle KS 01.03.2020 Frankfurt/M. Jahrhunderthalle 02.03.2020 Koblenz Rhein Mosel Halle 03.03.2020 Bremen Metropol Theater 05.03.2020 Karlsruhe Konzerthaus 09.03.2020 Wiesbaden Friedrich von Thiersch Saal 11.03.2020 Bochum RuhrCongress 12.03.2020 Köln Palladium 13.03.2020 Essen Colosseum 14.03.2020 Duisburg Mercatorhalle 15.03.2020 Hannover Theater am Aegi

XAVIER NAIDOO 10.07.2020 Mönchengladbach SparkassenPark 11.07.2020 Mainz Volkspark 21.07.2020 Regensburg Schlosshof Thurn und Taxis 22.07. Salem Schloss Salem 24.07. Füssen Barockgarten am Festspielhaus 25.07.2020 Ulm Klosterhof Wiblingen 26.07.2020 Emmendingen Schlossplatz 14.08.2020 Hof Volksfestplatz 15.08.2020 Ladenburg Festwiese 16.08.2020 Kassel Messegelände 22.08.2020 Halle (Saale) Freilichtbühne Peißnitz 23.08.2020 Rostock IGA Park 28.08.2020 Bielefeld Ravensberger Park 30.08.2020 Berlin Zitadelle Spandau 05.09.2020 Dortmund Westfalenpark Alle Termine, Tourneen und Tickets auf Ticketmaster.de Ticketmaster.at Ticketmaster.ch

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Herausgeber Dr. Klaus Zemke (V.i.S.d.P) Projektmanagement Simone Wendel Art Direktion Sebastian Rasche Director Content Daniel Koch Redaktion Daniel Koch, Stefan Hartmann, Miriam Schlüter Texte Daniel Koch, Simone Wendel, Michael Schütz, Steffen Rüth, Ariana Zustra, Paula Irmschler, Linus Volkmann, Fabian Peltsch Fotos A.S.S. Concerts, Cirque du Soleil, Close Distance Productions, DEAG, KunstRasen Festival Bonn/Gronau, Live Nation, Mehr! Entertainment, Oberstorf.de, PROMO, Selective Artists, Stage Entertainment, Sony Music, Universal Music, Warner Music Cover Mit freundlicher Genehmigung von Selective Artists Ansprechpartner Veranstalter-, Buch-, Film- & Musikindustrie: SEBASTIAN F. DUDEY MEDIA SALES MANAGER TICKETMASTER Tel. +49 30 92 10 949 448 · sebastian.dudey@ticketmaster.de Ansprechpartner Marken & Mediaplanung: Live Nation Brand Partnership & Media GmbH Köhlbrandtreppe 2 · 22767 Hamburg OLIVER BRESCH - DIRECTOR BRAND PARTNERSHIP & MEDIA Tel. +49 40 411 726 0 oliver.bresch@livenation.de Druck Moeller Druck und Verlag GmbH Ticketmaster GmbH Alt-Moabit 60 | 10555 Berlin Telefon +49 (30) 9210 949 - 300 Fax +49 (30) 9210 949 - 311 Email info@ticketmaster.de | Ticketmaster.de


Vom Leben gelernt

ICH BIN ICH. UND DAS IST IN ORDNUNG. MICHAEL KIWANUKA

Der britische Songwriter Michael Kiwanuka holt mit seinem dritten Album zum ganz großen Wurf aus. „Kiwanuka“ ist ein Meisterwerk, das den Geist großer Künstler wie Curtis Mayfield, Kendrick Lamar, John Lennon und Sly Stone atmet. Ein reflektierter, empathischer, manchmal wütender Blick auf eine kaputte Welt. Live wird er das Album am 10. Juli in Hamburg auf der Stadtpark Freilichtbühne vorstellen. Tickets für die Show sind auf Ticketmaster.de erhältlich.

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live nation presents

22.03. MÜNCHEN 23.03. KÖLN

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Applause 02/2020  

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