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MUNDPROPAGANDA STEREOPHONICS

Keep The Village Alive Wiedererkennungswert hat die Waliser Band auf jeden Fall. Dies liegt unter anderem an der einprägsam rauchigen Stimmlage von Sänger Kelly Jones, die vor allem auf ihrer Hit-Single „Have A Nice Day“ aus 2001 hervorsticht. Ganz so verrucht rauchig geht es dann auf „Keep The Village Alive“ nicht zu, aber es wird nun einmal mehr bewiesen, dass der Frontman an stimmlicher Variabilität

Fotos: Hersteller

IRON MAIDEN

BOOK OF SOULS Iron Maiden leibhaftig zu erleben ist wie der (sonn-)tägliche Kirchengang für ein betagtes Mutterl, eine neue Scheibe: eine Absolution. Insbesondere, seitdem sich die Briten mit der Wiederkehr von Dickinson und Smith 2000 – dem bereits besungenen Ikarus („Piece Of Mind“, eine Anspielung finden wir bei „The Red And The Black“) gleich – erneut in luftige Höhen schwangen, selbst in Zeiten, als

so einiges zu bieten hat. Vom krächzenden, fast schon mit Punkattitüde dargebotenen Garagensound bis hin zu Tonlagen, die man sonst eher von Coldplays Chris Martin gewohnt ist – alles da! Dass die Wahl, Jamie Morrison seit 2012 als fixen Stereophonics-Schlagzeuger mit an Bord zu holen, eine gute war, davon konnte man sich schon live überzeugen und wird auch auf vorliegendem Album nicht enttäuscht. Mit dabei natürlich auch die eine oder andere mit Streichern hinterlegte Ballade („Song For The Summer“, „My Hero“), aber natürlich darf es auch an Pep nicht fehlen („C’est La Vie“). Das ganze Werk ist hübsch abgerundet, tut nicht weh und bringt dennoch allerlei Frisches für den Gehörgang. Vielschichtig, poppig, tiefgehend und – Obacht: Wortwitz – wird wohl nicht nur live (z. B. am 16. Oktober im Wiener Gasometer), sondern auch bei stereofoner Übertragung gut ankommen. (pa)

der ehrwürdige Heavy Metal als tot verdammt wurde, moderne Klassiker ablieferten. Gerade „Book Of Souls“ lässt abermalig wundern, wie eine doch antiquarische Band nach wie vor derart substanziell zu klingen vermag, gerade im Kontext Dickinsons Krebserkrankung. Schnörkellos von Kevin Shirley in Szene gesetzt, haben wir hier ein organisches Epos vorliegen, das der Überlänge zum Trotz auch mit Prägnanz zu glänzen vermag; Bei all der Progressivität und den überbordenden tonalen Kontinua (das opereske „Empire Of The Clouds“) geriet „Book Of Souls“ pointiert monströs („When The River Runs Deep“), gar unheilbringend („The Man Of Sorrows“) und ungeachtet aller Psychedelik schier zermalmend („If Eternity Should Fail“). Ob die aphoristischen Momente – die Leadsingle „Speed Of Light“ oder „Death Or Glory“ – alleinstehend über ausreichend Hymnencharakter verfügen, bleibt jedoch abzuwarten. Die Stärke liegt eindeutig in der Epik. (sb)

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, ar)

Madsen – Kompass Lustig, frech, aber alles andere als flach. Indie-Rock aus Deutschland, der oftmals durch eine gewisse Härte überrascht.

Buckcherry – Rock ’n’ Roll Solider Hardrock, der gar nicht erst versucht, in eine -core-Richtung zu gehen. Hic, nomen est omen.

Serafyn – Quantum Leap Ehrlicher und purer Folk-Pop. Ein wunderschönes Debüt der Schweizer, die via WWW bekannt wurden.

a-ha – Cast in Steel Wiedervereinigt auf Tour und mit neuem Album ist der Kultband der Pfeffer aus 1985 etwas ausgegangen.

Disturbed – Immortalized Ein bisschen prollig und post-irgendwas. Dazu herumhüpfen und mitgrölen funktioniert trotzdem super!

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!ticket September 2015  

unter anderem mit Mario Adorf, Wolfgang Ambros, Mans Zelmerlöw, Rick Kavanian und Iron Maiden

!ticket September 2015  

unter anderem mit Mario Adorf, Wolfgang Ambros, Mans Zelmerlöw, Rick Kavanian und Iron Maiden

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