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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2 0 1 5 sport theater kabarett

OKT

Damit sind Sie live dabei!

a-ha-Effekt Neues Album, neue Tour: Das große Comeback der Norweger

BODYCHECK P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Powersport Eishockey

HURTS: ON TOP MIT SYNTHIEPOP

€ 2,90

k.u.k.

hofbankett DINNERSHOW Franzl und Sisi entführen in eine vergangene Zeit, als der Hochadel die Kombination aus Dinner und Varieté genussvoll zelebrierte.


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!ticket editorial Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Heimat bist du …

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Foto: Conny de Beauclair

roßer Töchter und Söhne? Definitiv! Tausende freiwillige Helfer krempeln seit Wochen die Ärmel hoch und beweisen Menschlichkeit. Ganz gleich, ob an den diversen Verkehrsdrehkreuzen oder in den Auffanglagern: Hilfe passiert, ohne, dass man sich profilieren muss oder dass es seine/ihre „Aufgabe“ wäre. Sie passiert, weil es einfach der Menschenverstand vorgibt. Passenderweise beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit dem Thema „Heimat“: So stellt Stefan Baumgartner in seinem Dossier die Frage, was Heimat überhaupt ist – und schießt als Überlegung gleich nach, dass jene nicht an Landesgrenzen festzumachen ist. Dies wird zwar in der Makroebene des Alltags, wie wir sehen, (noch?) nicht so gelebt, in der Mikroebene der Kunst funktioniert dies aber durchaus: So lernen wir bei Paul M. Delavos, dass im Linzer Landestheater gleich 40 Nationen mühelos gemeinsam an einem Strang ziehen und Großes erschaffen. Damit einhergehend ergibt sich für zahlreiche Kulturtreibende eine ganz andere Vorstellung von „Zuhause“. Dieses kann, wie Geli Goldmann in ihrem Bericht über Madsen und Friska Viljor zeigt, durchaus „mobil“ sein. Im besten Fall ist das Daheim dann ein bequemer Tourbus – der Grenzen überquert und heute in Schweden, morgen in Deutschland und übermorgen in Österreich Platz findet. Wie so oft kann man also aus der Kunst tatsächlich etwas lernen – und dann frage noch einer, warum sie der Förderung bedarf!

Ich wünsche eine angenehme Lektüre! Roberta Scheifinger

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!ticket inhalt

Pinky und Brain?

impressum Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger

Die Weltherrschaft an sich zu reißen, ist doch etwas zu anstrengend. Da genießen wir viel, viel lieber das unbeschwerte Leben. Narf!

16-24 STARS&PEOPLE 16 Simply Red Mick Hucknall ist zum 30-jährigen Bandjubiläum wieder auf Tour, mit „Big Love“ gibt es auch ein aktuelles Album der Erfolgsformation. 20 Hurts Dass Britischer Synthie-Pop nicht von gestern ist, beweisen Hurts eindrucksvoll mit ihrem neuen Werk „Surrender“.

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Stv. Chefredakteurin & Chefin vom Dienst: Petra Albrecht B.A. Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Redaktion/Kolumnisten: Petra Albrecht B.A. (pa), Stefan Baumgartner (sb), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Alexander Haide (ah), Astrid Radner B.A. Bakk. phil. (ar), Mag. Joachim Schmida, Andreas Ungerböck (ray-Magazin), Andy Woerz, Andy Zahradnik Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Mag. Karin Steiner

MORRISSEY Immer mehr Popmusiker veröffentlichen Romane: Ganz gleich ob Sven Regener, Jochen Distelmeyer, Thees Uhlmann oder Nick Cave. Nun wagt auch Morrissey den Weg vom Song zum Satz.

Textchef: Jakob Hübner Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright. Cover: Ali Krepenek

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Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 51, 5. Stiege (3. Innenhof), 1060 Wien Art Direktion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

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LIFE&STYLE

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

28 Kulturelle Vielfalt als Chance Anstatt uns vor dem Anderen, dem Fremden, zu fürchten, sollten wir in einen Dialog treten. In der Kunst ist das schon seit Langem möglich.

38 !ticket testet Wie schön ist es in den eigenen vier Wänden, wo es kuschelig ist, wenn es draußen stürmt. Wie langweilig! Wir zeigen die besten Alternativen zum Stubenhocken in den kalten Monaten.

44 a-ha Sie können nicht mit-, aber auch nicht ohne einander: Die Band um den Welthit „Take On Me“ ist wieder vereint!

40 Eishockey Der Wintersport liegt sowohl den Ausübenden als auch den Fans – vor allem im Skifahren sind wir spitze! Aber warum ist Eishockey bei uns nahezu eine Randsportart?

48 Hannah Vorbei die Zeit, als sie noch brav im Dirndl Schlager trällerte. Mittlerweile hat die Tirolerin ihre eigene Stimme gefunden.

Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an die PGV Austria Trunk GmbH (Leserservice) oder per Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 863 04 8022 Redaktionsanschrift: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Heumühlgasse 11, 1040 Wien, Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum.

54 Media Mit Rammstein, New Order, Hollywood Vampires und mehr!

Foto: FMS, Illustration: baes

32 Viennale Zwischen 22. Oktober und 5. November hält die Viennale die Stadt in Atem, zu Gast wird Tippi Hedren („Die Vögel“) sein. Eine Retrospektive gibt es zwischen 16. Oktober und 30. November im Filmmuseum.

Stv. Chefredakteur: Stefan Baumgartner

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!ticket highlights

2015/16 Star Wars Identities 18. Dezember bis 16. April, MAK Wien

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Ski-Opening Schladmin

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Mit Tenacious D, Fritz Kalkbrenner, Bilderbuch Das inzwischen schon legendäre Planai Ski-Opening geht in die nächste Runde, und dieses Jahr freuen wir uns nicht nur mit Bilderbuch („Schick Schock“) und Christina Stürmer auf zwei heimische Künstler, sondern mit Fritz Kalkbrenner („Get a Life“, „Sky and Sand“, „Back Home“) und einem exklusiven Europa-Auftritt (!) von Tenacious D auch auf zwei internationale Schmankerln. Das Open Air am 4. Dezember ist erstmals der Startschuss für eine mehrtätige Eventreihe von 4. bis 8. Dezember. In diesen Tagen wird vor allem der Skisport in Kombination mit Musik im Vordergrund stehen. 4. Dezember, WM-Park Planai

Fotos: 2015 Lucasfilm Ltd (Star Wars Identities) FMS (Tenacious D Alligatoah) Charles Coates / Getty Images (F1 Grand Prix) Hektiker (Die Hektiker) Harald Kienzl (Sofa Surfers)

Die Ausstellung Erlebe im Wiener MAK eine beeindruckende Sammlung von Star-Wars-Kostümen, Modellen, Requisiten und Kunstwerken, die einen völlig neuen Blick auf Luke und Anakin Skywalker, das berühmteste Vater-Sohn-Duo der Filmgeschichte, und all die anderen unvergesslichen Charaktere aus Star Wars ermöglicht. Gleichzeitig erlebst du eine interaktive Reise in die Identität, die es dir erlaubt, deinen eigenen Star-Wars-Helden zu erschaffen, dich zum Mittelpunkt des Geschehens macht und fragt: „Welche Mächte formen dich?“


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F1 Grand Prix

Von Österreich 1964 fand der erste Grand Prix von Österreich auf dem Gelände des Militärflugplatzes in Zeltweg statt. Es folgte eine lange und spannende Zeit, in der mit Unterbrechungen die Königsklasse in der Steiermark Halt machte. Mitte der 90er-Jahre wurde der Ring umgebaut und vollends Spielberg zugeschrieben. Seit 2003 gab es keine F1-Rennen mehr auf der historischen Strecke, die nun seit dem 15. Mai 2011 Red Bull Ring heißt. Doch seit 2014 kommt die Formel 1 wieder nach Spielberg: Spannung, Geschwindigkeit und Nervenkitzel! 1. bis 3. Juli 2016, Red Bull Ring Spielberg

Fotos: 2015 Lucasfilm Ltd. (Star Wars Identities), FMS (Tenacious D, Alligatoah), Charles Coates / Getty Images (F1 Grand Prix), Hektiker (Die Hektiker), Harald Kienzl (Sofa Surfers)

Alligatoah

Himmelfahrtskommando Die „Triebwerke“ rotieren weiter. Im Frühjahr 2016 nimmt uns Alligatoah mit auf ein „Himmelfahrtskommando“. Begleitet von der terroristischen Live-Kapelle, Berater Boi Basti und im beflecktem Lendenschurz, steigt Alligatoah im großen Streitwagen auf zu den Wolken. Mit im Gepäck: sein neues Album „Musik ist keine Lösung“. Es erwartet die Zuschauer nicht weniger als ein theaterreifes Live-Happening, inszeniert und geleitet vom Feldherren Alligatoah höchstpersönlich.

im Februar im Hohenems, im März in Graz und Wien 200 Jahre „Die Hektiker“ Zur ursprünglichen Besetzung der 81 gegründeten Hektiker gehörten Mini Bydlinski, Wolfgang „Fifi“ Pissecker, Florian Scheuba und Werner Sobotka. Nach großen Erfolgen in den ersten Jahren stieg Mini Bydlinski 1994 aus der Gruppe aus und wurde von Viktor Gernot ersetzt. Nun, 35 Jahre nach ihrem ersten Auftritt, kehren die Hektiker wieder als Gruppe auf die Bühne zurück. Ein entspannter Abend, bei dem Viktor, Wolfgang, Florian und Werner einander Anekdoten, Geschichten und Pointen zuspielen, Bildmaterial aus der Hektiker-Vergangenheit Revue passieren lassen, improvisieren und spontan in Szenen einsteigen.

k Die Hekti

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im März im Globe Wien, im April im Congress Casino Baden Superluminal Superluminal – schneller als Licht: So kommt uns unser Leben bisweilen vor. „Superluminal“ heißt auch das neue Album der Sofa Surfers, die sich seit den Neunzigern permanent neu erfinden. „Superluminal“ ist so etwas wie die Bündelung aller bisherigen Leistungen der vielseitigen Wiener Band: Hier klingt sie so songorientiert und zugleich so facettenreich wie nie zuvor. Dank der kongenialen Visuals von Timo Novotny und Bernd Preiml verspricht dieses Live-Konzert ein Erlebnis für alle Sinne zu werden.

Sofa Surfers

ab Oktober in Wien, St. Pölten, Graz, Salzburg, Kitzbühel & Dornbirn

IT’S ONLY WOERZ

Donnerwetter Man hat das Gefühl, Petrus ist auf Urlaub und lässt ungelernte Ferialpraktikanten versuchsweise an der Wettermaschine herumschwurbeln. Jene üben sich übermütig in Extremen. Der heurige Sommer war, man muss es nicht noch einmal extra erwähnen (ich tue es trotzdem), einer der heißesten der letzten Jahrzehnte. Des einen Fluch, des anderen Segen. Als Verantwortlicher von Open-Air-Veranstaltungen kann man im Vorfeld nur das Orakel von Wasdak befragen, Wetterfrösche beobachten, oder den hundertjährigen Bauernkalender zurate ziehen, um zu erahnen, wie die Wetterlage am Stichtag sein wird. Den bangen Blick gen Himmel, wenn wasserschwangere Wolkengebilde drohen, sich just zum falschen Zeitpunkt zu entleeren, kann man sich in Zukunft vermutlich sparen, wenn sich eine Technik des „Terraforming“ durchsetzen würde. Wolkenimpfen mit Hilfe eines Silberjodid-Aceton-Gemischs. Diese Technik gibt es bereits seit den 40ern und sie wird in der Landwirtschaft eingesetzt, um Hagelbildlung zu verhindern. Die Methode ist nicht ganz unumstritten, aber der britische Luxusreiseveranstalter Oliver’s Travels bietet diesen Service nun großflächig an. Auf Wunsch organisiert das Unternehmen strahlenden Sonnenschein an einem bestimmten Tag. Drei Wochen Vorbereitungszeit sind vonnöten und eine Einwirkzeit von 24 Stunden. Von einem Flugzeug aus wird die Wolke mit dieser chemischen Verbindung von Jod und Silber besprüht und, voilà, Sonnenschein ist garantiert. Na ja, außer ein Hurrikan steht in den Startlöchern. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Bislang wird das Wolkenimpfen zum Privatvergnügen nur in Frankreich angeboten. Erweiterung des Einsatzgebietes ist geplant. Ach, und sollten Sie als Veranstalter daran interessiert sein und keine Mühen oder gar Kosten scheuen: Der Spaß kostet rund 140.000 Euro.

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!ticket thema: heimat

Dahoam is dahoam? Die Bedeutung von Heimat ist so vielfältig wie das Leben selbst. Trotzdem meinen manche, sie eingrenzen zu müssen. Wir meinen: Kunst und Kultur zeigen, wie man Heimat und Freiheit gemeinsam erleben kann.

A

ls „Wanderer“, „Vagabund“ und „Nomade“ lässt sich das lyrische Ich in Metallicas Stadionhymne „Wherever I May Roam“ nur zu gern bezeichnen – denn der Aussteiger findet alles, was er braucht, auf seinem staubigen, steinigen Weg. Die Zwänge des modernen Lebens lehnt er ab: „Wo auch immer ich meinen Kopf bette, dort ist mein Zuhause.“ Die Erde ist sein Zuhause. Nicht anders in der Hymne des Mauerfalls, „Looking For Freedom“ von David Hasselhoff: Auch hier zieht der Protagonist aus dem behüteten Heim aus, um die ersehnte Freiheit zu finden. Während für viele in weiten Teilen der westlichen Welt das Heim eine Art goldener Käfig darstellt, aus dem man zu entfliehen trachtet, herrscht aktuell auch ein Flüchtlingsstrom nach Europa vor. Über eine halbe Million Flüchtlinge werden für dieses Jahr erwartet, vor allem aus Syrien, Albanien, Afghanistan, dem Irak und Eritrea. Sie fliehen vor Bürgerkrieg und Terror, den ihnen „demokratische“ Länder aus Europa, China und die USA in Form von Waffen und Machtbestrebungen frei Haus geliefert haben. Aus Eritrea, dem „Nordkorea Afrikas“, flüchten Menschen vor massiver Unterdrückung. Sie alle sind keine „Wirtschaftsflüchtlinge“, wie die rechte Hassbagage maliziös donnert, sie befinden sich nicht auf einem Selbstfindungstrip

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– sie fliehen aus ihrer eigenen Heimat in eine vermeintlich sichere, neue. Heimat. Was ist das überhaupt? Geburtsort? Der Ort, an den man irgendwann zog, um zu studieren oder der „großen Liebe“ willen? Hier, in Mitteleuropa, wuchs die Generation nach den Weltkriegen mit der Möglichkeit auf, sich des Nationalismus historisch zu entledigen, den Nationalstaat aufzulösen – erst recht bedingt durch die Freiheiten einer Europäischen Union. Heimat ist für viele freie Menschen heute überall – und nirgends, am intensivsten wird das „Daheim“ vielleicht erlebt, wenn man weg ist, das eigentliche Heimatgefühl ist nicht mehr als Heimweh, eine bloße Erinnerung, ähnlich wie das verklärte Gefühl eines Exil-Dichters wie in Heinrich Heines „Wintermärchen“. Aber trotzdem gibt es gerade hier vermehrt Länder, die „nach rechts“ rücken und ihre Nation

nicht mit anderen Ethnien teilen wollen. Aber wohin mit jenen Menschen, denen zuerst die Würde und schließlich auch noch die Heimat genommen wurde? Diesem komplexen, leider auch aktuellen Thema ist unsere Oktober-Ausgabe gewidmet. Paul M. Delavos zeigt auf, dass die Kunst vorführt, dass unterschiedlichste Kulturen sehr wohl nicht nur nebeneinander-, sondern auch miteinander leben können. So erschaffen im Linzer Landestheater 40 Nationen gemeinsam Großes. Andererseits ist der Künstler – egal aus welcher Nation und aus welchem Genre – ein getriebener Geist, der heute in New York, morgen in Paris und übermorgen in Tokio zu Hause ist. Und trotzdem gibt es immer noch die Schwachmaten, welche die rechte Hand erhoben, Haare kurz geschoren, einen auf „besorgter Bürger“ machen. Für sie ist Heimat kein zu bewahrendes „Gut“, hat nichts mit „großen Töchtern und Söhnen“ zu tun, sondern ist schlichtweg das Fleckchen Erde, auf dem man selbst, aber bitte ja kein anderer sitzt. Aber die nehmen sich Haipl und Knötzl zur Brust. Vielleicht ist Heimat unterm Strich auch nur ein Synonym für Sich-wohlfühlenKönnen. Wer Glück hat, findet ein Land auf dieser Welt, das für Lobbyisten und Räuber noch uninteressant ist. Und dann ist es auch ganz gleich, ob man einst in Austria oder Zypern geboren wurde.

Fotos: Fotolia, transcript (Odyssee), Robert Peres (Dorfer), Universal Music (Sido), Gudrun (Madama Butetrfly), Jörg Varga (Seiler & Speer)

TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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heimattour Seiler & Speer. Ihre Single „Ham kummst“ glänzte mit österreichischem Schmäh und man fand sich zeifelsohne selbst darin wieder, denn wer kam noch nie nach einem Ziaga heim und musste sich von der Partnerin Zeter & Mordio anhören? „Waunst amoi nu so ham kummst, sama gschiedane Leid, waunst amoi nu so kam kummst, host die Scheidung mei Freind!“ Die Tour, die Seiler und Speer quer durch Österreich führt und am 4. Dezember in der großen Weihnachtsshow im Wiener Gasometer gipfelt, lautet auf den gleichen Titel. Hingehn und dann wieder ham kummen!

heimatoper Madame Butterfly. In der Oper von Giacomo Puccini treffen zwei Kulturen aufeinander und finden doch nicht zusammen: Die Japanerin Cio-Cio-San wartet auf den Tag, an dem ihr Ehemann Pinkerton endlich zu ihr und ihrem gemeinsamen Kind zurückkehrt. Sie ahnt nicht, dass der amerikanische Leutnant in den Staaten längst mit einer anderen Frau verheiratet ist. Für ihn war die Ehe mit ihr nicht mehr als ein kurzes Vergnügen. Als Pinkerton tatsächlich auftaucht, dann nur, um das Kind zu sich zu nehmen. „Madama Butterfly“ spielt es im Februar und März im Stadttheater Klagenfurt sowie im Oktober in der Wiener Staatsoper.

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heimatmusik

Sido. Das sechste Studioalbum „VI“ des Berliner Rappers ist Anfang September auf Universal erschienen. Hierauf finden wir auch „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung“ feat. Adel Tawil: „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung, hier ist mein Unterschlupf im Krieg, ihr holt mich runter, wenn ich flieg“

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Alfred Dorfer. Alfred Dorfer balanciert in „fremd“(z. B. 12. Dezember, Die Bühne im Hof in St. Pölten) gekonnt zwischen Satire, Theater und schräger Philosophie: Reicht die Biografie, die man lebt, aus? Entsteht sie erst, wenn man sie mit geträumten Biografien teilt? Dorfer nimmt individuelle Lebenssituationen oder politische Finali und erzählt sie bis zum Ursprung, klärt die Entstehung. Er fragt sich und uns, welche eigenen Bilder man vor einer visuellen Welt noch verteidigen kann, und untersucht mit schwarzem Humor, was geschieht, wenn eigene Bilder abhandenkommen und durch aufgedrängte ersetzt werden. Was macht unsere Freiheit zur Scheinfreiheit? Was Demokratie zur Scheindemokratie?

Odyssee: Heimat. Im Februar erscheint im transcript Verlag ein Buch über „Identität, Migration und Globalisierung im Blick der Darstellenden Künste“. Die Herausgeber Natalie Driemeyer und Jan Deck widmen sich hierin u. a. den Fragen, was Heimat im Zeitalter der Globalisierung bedeutet und wie die Auseinandersetzung mit diesem Thema in den Arbeiten der Darstellenden Künste stattfindet. Kritisch und aus unterschiedlichen Perspektiven werden die Themen Heimat, Identität und Migration beleuchtet.

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!ticket coverstory

Speisen wie einst TEXT: PAUL M. DELAVOS

termine Speisen, feiern & amüsieren wie zu Sisis Zeiten können Sie sich zwischen 26. und 31. Dezember sowie zwischen 2. und 15. Jänner in den Wiener Sofiensälen.

Das Menü Das k.u.k. Hofbankett-Menü 2015 ist ein Auszug des Dinners vom 24. April 1879 anlässlich der Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth. Flusskrebse Marinierte Krebse, Romanasalat, Tomaten, Vanille, Chili *** Hühnerbrust Brust vom steirischen Hendl, Polenta, Kresse, Erbsen, Vulcano Schinken *** Rinderfilet Tranche vom Rinderfilet, Cognacglace, Erdäpfel, Kräuterseitlinge, Schalotten *** Schokolade Mousse, Kumquats, Minze, Kokos *** Sisi-Guglhupf

Vegane / Vegetarische Option auf Anfrage

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Kostbare Kaiserzeit: Die „k.u.k. Hofbankett Dinnershow“ serviert hochkarätige Abendunterhaltung für alle Sinne.

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pectacle müssen seyn“ ließ dereinst Kaiserin Maria Theresia verkünden, als sie 1746 die Spektakelfreiheit anordnete. Die Habsburger wussten schon immer zu feiern: Mit pompösen Bällen und prunkvoll ausgestatteten Opernaufführungen setzte der Wiener Hof alles daran, die anderen europäischen Höfe zu übertrumpfen und Machtansprüche zu demonstrieren. Vorbild waren u. a. die Feste am französischen Hof. Dort wurden mehr-

tägige Feste gegeben, bei denen jeder Gast eine Rolle hatte und die einzelnen Mahlzeiten – speziell die Dîner – durchkomponiert waren. Imperialer Rahmen – Die schönste Dinnershow Europas Die imperialen Zeiten sind schon lange vergangen. Doch sie werden gerne wieder heraufbeschworen – vor allem die Zeit von Kaiser Franz Joseph und seiner Sisi, Kaiserin Elisabeth.

Fotos: k.u.k. Hofbankett

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t bei Kaisers Hofzeremonienmeister Ganz nach höfischer Etikette werden die Gäste des „k.u.k. Hofbanketts“ durch den Abend geführt.

aus dem nähkästchen Der Zeremonienmeister des „k.u.k. Hofbanketts“ gibt ein paar seiner Anekdoten preis:

Akrobatik Was hier geboten wird, kann nur in Staunen versetzen.

Die Dinnershow „k.u.k. Hofbankett“ entführt uns nun also in diese vergangene Zeit, als beim Adel die Kombination aus Dinner und Varieté sehr beliebt war. Das Konzept für die Show wurde bereits 2004 kreiert und in der Kaiserstadt Bad Ischl aufgeführt. 2015 ist diese hochkarätige Abendunterhaltung nun endlich auch in Wien zu erleben. Als passender Rahmen wurden die wiederaufgebauten Sofiensäle dafür gefunden. Speisen, Feiern und Amüsieren wie zu Sisis Zeiten Produzent Jochen Auer, Show- und

Catering-Profi, hat mit Christian Auer und Florian Schmalnauer zwei Spitzenköche in seinem Team, die seit über 15 Jahren die Créme de la Créme der weltweiten Show- und Musikbranche kulinarisch verwöhnen! Zu ihren Referenzen zählen neben vielen anderen die Rolling Stones, Paul McCartney, Lady Gaga, Elton John aber auch STS oder Andreas Gabalier. Das k.u.k. Hofbankett-Menü 2015 ist ein Auszug des Dinners vom 24. April 1879 anlässlich der Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth. Tom & Domino Blue sind die künstlerischen Leiter des k.u.k. Hofbanketts. Domino

Bei Hof war es nicht immer selbstverständlich bzw. möglich, dass alle aufgegessen haben. Denn unser guter alter Herr Kaiser war ein richtiger Schuhmacher unter den Essern. Er aß so schnell, dass alle übrigen Gäste Mühe hatten, mit seinem schnellen Tempo Schritt zu halten, und ihm nur selten nachkamen. Das trug einen gravierenden Nachteil mit sich. Wenn seine Majestät nämlich einen Gang beendet hatte und das Besteck niederlegte, mussten dieses auch alle übrigen Gäste, die an dem Bankett teilnahmen, laut Zeremoniell auch tun. Nicht selten wurden ihnen die vollen Teller unter der Nase abserviert. Die umliegenden Etablissements profitierten von dem Hunger der Gäste des Kaiserhauses, und man konnte dort nach einem Hofbankett den ganzen Hochadel antreffen, der sich dann erst richtig satt aß. Viele Jahre lang verbrachte Kaiser Franz Joseph jeden Sommer in Bad Ischl, wo er die Möglichkeit zu jagen, aber auch die Gesellschafft seiner „Seelenfreundin“ Katharina Schratt genoss. Auch die Lokalpresse von Ischl berichtete selbstverständlich sorgfältig und ausführlich über alle Aktivitäten des Kaisers. Dabei passierte dem Ischler Wochenblatt einmal ein arges Missgeschick. Nach einem Ausflug Franz Josephs auf die Hohe Schrott hieß es im Bericht des Blattes: „Seine Majestät bestieg gestern in bester Verfassung die Hohe Schratt.“ Bei einem Hofbankett war die Konversation über den Tisch verboten. Man durfte nur mit seinem linken oder rechten Sitznachbarn leise plaudern. Die Gäste des „k.u.k. Hofbanketts“ in den Wiener Sofiensälen haben allerdings Glück: das Dinner läuft immer sehr familär ab und es darf auch „Konversation vis-à-vis“ geführt werden.

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TIM_10_12_Coverstory Hofbankett_KSBNEU_jak_k1_KPA2_g_RS.qxp_Layout 1 24.09.15 16:02 Seite 3

!ticket coverstory spanischen Hofzeremoniell. Die Verhaltensregeln wurden über Jahrhunderte weitergegeben und erweitert. Dieses Wissen ging mit dem Ende der Monarchie zu einem großen Teil verloren. Doch nun wird man beim Hofbankett wieder von einem Zeremonienmeister empfangen, der auch durch den Abend führt und die hochkarätigen Gäste präsentiert. Dazu zählen u. a. ein arabischer Prinz, der Handstandakrobatik der Superlative zeigt, eine Schlangenfrau, aber auch Aerial- Akrobaten. Zusätzlich wird ein bunter Melodienreigen rund um Sisi und Wien kredenzt – dargeboten von Musicalstars aus dem In- und Ausland. Für stilvolles Ambiente während der Gänge sorgt die Hofharfenistin.

Blue ist ausgebildete Sängerin sowie Choreografin und wird selbst als Kaiserin Elisabeth zu sehen sein. Tom ist ein visionärer Komponist, Arrangeur, Produzent und Regisseur. Die beiden stellen höchste Ansprüche an sich selbst und natürlich auch an das gesamte künstlerische Ensemble. Hofzeremoniell und orientalischer Zauber Das Benehmen bei Hofe ist streng geregelt. Es ist zum Beispiel genau vorgeschrieben, mit wie vielen Schritten sich jemand einem königlichen Herrscher nähern darf oder wie tief er sich verneigen muss. Auch im Alltag am Hof ist somit alles durchchoreografiert. Das Wiener Hofzeremoniell galt als besonders konservativ und traditionsbewusst. Stark beeinflusst wurde es vom

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Showeinlage Akrobatische Meisterleistungen, die durch Eleganz und Anmut strahlen, dürfen nicht fehlen.

Weitere Infos unter www.hofbankett.at


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Mit der Einführung der Fantickets kehrt ein Stück Fankultur zurück nach Österreich. So bunt, emotional und sammelwürdig waren EventTickets noch nie. Egal ob bei dem Rockkonzert des Jahres, der neuesten Musical-Produktion oder dem bevorstehenden Kabarett-Abend: nutzen Sie unsere Fantickets, um sich selbst oder Ihren Liebsten schon vor Beginn der Show Lust auf das Event zu machen. Mit dem Ticket im individuellen Band bzw. Tourdesign bleiben die Erinnerung und die Gänsehaut auch noch Monate nach dem Event erhalten. Hier finden Sie eine Übersicht aller aktuellen Fanticket-Events:

Ganz egal ob Smartphone, Tablet oder Apple Watch, mit der neuen oeticket-App sind Sie nun mobil und können alle Vorteile auch unterwegs nutzen. Behalten Sie mit Ihrer individuellen Startseite immer den Überblick und sehen Sie auf einen Blick alle passenden Events im Veranstaltungskalender. Sie möchten die Songs nicht nur am Handy hören, sondern endlich auch mal live zur aktuellen Lieblings-Musik abrocken? Gerne. Nutzen Sie die Möglichkeit der Push-Benachrichtigung, sobald die Lieblingskünstler aus Ihrer Musikbibliothek in der Stadt sind.  www.oeticket.com/app

 www.oeticket.com/fanticket

Von Fans für Fans – die Fanreports. Sie waren beim Helene Fischer Konzert? Dann klicken Sie sich in den Fanreport und tauschen Sie Ihre Meinungen und konkreten Erfahrungen mit denen aus, die nicht live dabei sein konnten. Oder nutzen Sie umgekehrt unsere Fanreports, um zu erfahren, was das von Ihnen ausgewählte Event wirklich verspricht. Oder möchten Sie ein Event besuchen, dessen Location Ihnen gar nichts sagt? Kein Problem – lesen Sie auf oeticket.com einfach die Fanreports der jeweiligen Spielstätte und erfahren so, was wirklich auf Sie zukommen wird. Worauf warten Sie noch? Legen Sie jetzt gleich los und teilen Sie Ihre Erfahrungen und GänsehautMomente mit anderen:  www.oeticket.com/fanreport

 „Deichkind sind einfach grandios! Angefangen von irrwitzigen Texten, bis hin zu schrägen Bühnenshows. Ein Erlebnis, das man sich einfach nicht entgehen lassen sollte. Crowdsurfen mittels Schlauchboot, Hirne in Übergröße, eine bunte Lichtshow – alles da!“

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Rotkehlchen und die große Liebe T

he Ghost Of Love“, die Single zum Longplayer „Big Love“, ist ein klassischer Simply-RedTrack. Groovig, samtweich und geprägt von der einzigartigen Stimme Hucknalls, an der die drei Jahrzehnte im Scheinwerferlicht spurlos vorübergegangen zu sein scheinen. Nur optisch ist er, sagen wir, reifer geworden. Es könnte – akustisch – genauso Mitte der 80er-Jahre sein, als der junge Rebell mit den roten Haaren aus dem Nichts kam und über Nacht zum internationalen Superstar wurde. „Holding Back The Years“ setzte den Meilenstein, dem viele weitere folgten. Spätestens nach der Jahrtausendwende, der Geburt seiner Tochter und den letzten Top-Ten-Hits „You Make Me Feel Brand New“ und „Sunrise“ merke man dem Superstar an, dass er nicht mehr ganz zufrieden war mit dem Jetset-Leben. Schluss mit Simply Red Mit dem Solo-Album „Tribute To Bobby“, einer Verbeugung vor der Blues-Legende Bobby Bland, warf das Ende von Simply Red 2008 seine Schatten voraus. Nachdem auch noch der Erfolg des Solo-Gehversuchs ausblieb, verkündete er

termin Die Kultband kommt mit neuen Album am 27. Oktober in die Wiener Stadthalle.

cd Simply Red melden sich mit dem neuen Album „Big Love“ zurück. Das 11. Album der Band mit 12 neuen Tracks ist im Juni 2015 erschienen.

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zwei Jahre später: „Ich habe beschlossen, dass nach 25 Jahren Schluss mit Simply Red ist!“ – sprach’s und spielte mit seiner „alten“ Band im Dezember 2010 das letzte Konzert der Farewell-Tour im heimatlichen London. Vor allem die ständige Beobachtung der Klatschpresse nervte den heute 55-Jährigen schon immer. Egal ob es der Rubin war, den er sich in einen Vorderzahn einsetzten ließ oder das G’spusi mit Tennislegende Steffi Graf, noch bevor sie Andre Agassi kennenlernte: „Ich weiß, dass Glamour ein Teil des Jobs ist, aber das hat mich nie angetrieben. Man muss man selbst bleiben, echt bleiben“, gibt sich Hucknall geerdet. „Wenn man ein Leben lebt, mit dem man nicht glücklich ist, wird man innerlich ebenfalls sehr schnell sehr unglücklich. Und ich bin ein sehr glücklicher Mensch! Mein Leben ist großartig, ich bin dankbar dafür. Und ich bleibe irgendwie unter dem Radar der Medien.“ Der Preis, den Mick bezahlt hat, ist hoch, aber angemessen: „Ich bin kommerziell nicht mehr so erfolgreich. Ich habe den Erfolg geopfert, um mir eine gewisse Würde zu bewahren.“ Rückzug und Comeback Die Konsequenz: Nach der Abschiedstournee zog sich das Rotkehlchen für beinahe fünf Jahre ins Privatleben zurück, heiratete Gabriella, die Mutter seiner Tochter, kaufte sich gemeinsam mit Band-Kollegen Chris das Anwesen Glenmore Estate in Irland, wo er, selbst ein begeisterter Hobby-Fischer, für Touristen Jagd- und Angeltrips anbietet.

Dennoch – und damit kommt das Thema Überraschungen wieder ins Spiel – dürfte Mick das Leben abseits der Bühne zu wenig sein. Also trommelte er Simply Red beinahe in der Originalformation wieder zusammen (nur Schlagzeuger Roman Roth ist neu) und nahm im Geheimen zwölf neue Tracks auf. Im Vorfeld der Reunion-Tournee, die im vergangenen Jahr ebenso unverhofft angekündigt wurde, erschienen mit der Single „The Ghost Of Love“ und dem Album „Big Love“ zum 30. Band-Jubiläum nach acht Jahren Pause endlich wieder neue Songs mit der einzigartigen Stimme Hucknalls.


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Bereit für die Bühne Nach fünfjähriger Pause steht der Mastermind von Simply Red, Mick Hucknall, mit seiner unverwechselbaren Stimme bald wieder im Rampenlicht

Frontman Mick Hucknall ist mit Simply Red zum 30-jährigen BandJubiläum wieder auf Tour. Im Reisegepäck: „Big Love“, das aktuelle Album der Erfolgsformation.

Fotos: Lorenzo Agius, Hersteller

TEXT: ALEXANDER HAIDE

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!ticket stars&people Immer mehr Rockmusiker veröffentlichen Romane: Soeben debütierte Thees Uhlmann, international ist vor allem Nick Cave erfolgreich. Nun wagt auch Morrissey den Schritt vom Song zum Satz. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Ü

ber das Lied und die Poesie tauschten sich in der Antike schon die Philosophen Platon und Aristoteles aus, Musik und Sprachkunst ist seit jeher eng miteinander verbunden: So stellte der Erstgenannte bereits im fünften Jahrhundert vor Christus fest, dass „Wort“, „Tonart“ und „Rhythmus“ eng zusammengehören. Nicht umsonst herrschte lange vor der Schriftlichkeit eine mündliche Tradition in der Überlieferung von Literatur vor. Auch sind in der Literatur selbst lautmalerische Momente – wie beispielsweise bei James Joyces „Ulysses“ – seit Anbeginn en vogue. Vom Song zum Satz Dass im Gegenzug Musiker – und zwar nicht ausschließlich die wilden Jungspunde, die ohnehin „danach trachten, sämtliche Grenzen ad acta zu legen, aufzulösen“ – nicht nur fachspezifische Texte wie auch schon die „Klassiker“ Strauss oder Wagner verfassen oder irgendwelchen Ghostwritern ihre Autobiografie diktieren (oder selbst verfassen), sondern auch vom

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„Song“ zum „Satz“, also vom „Lied“ zum „Roman“ gehen, ist allerdings eine vergleichsweise „neue“ Erscheinung. War es früher neben einschlägigen Kleinstverlagen vor allem Kiepenheuer & Witsch, in dessen Programm sich Popmusik und Literatur nicht ausschloss, erscheint mittlerweile so gut wie in jedem Literaturverlag „Popliteratur“. Von wirtschaftlicher Seite her dürften sicherlich die Erfolge von Nick Cave von den Bad Seeds (international) und Sven Regener von Element Of Crime (deutschsprachig) das Genre angefeuert haben. Aber was ist die Motivation der Künstler selbst? Letztes Jahr las Tex Rubinowitz, unter anderem Falter- und Trzeszniewski-Karikaturist sowie Experimentalmusiker bei Mäuse, beim Ingeborg-Bachmann-Preis „Wir waren niemals hier“ – und gewann (so wie auch schon Diskursrocker Kristof Schreuf 2003, der jedoch nicht triumphierte). Vor zwei Jahren erschien mit „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“ das Romandebüt von Frank Spilker, Sänger bei Die Sterne. Die-

ses Frühjahr debütierte Jochen Distelmeyer von Blumfeld (etwas zweifelhaft) mit „Otis“, seiner Odyssee durchs Berliner Nachtleben. Diesen Herbst nun legt Thees Uhlmann von Tomte mit „Sophia, der Tod und Ich“ ebenfalls sein Debüt, einen „Lebensfragenroman“, vor, der im Herbst und Winter in Österreich im Rahmen einiger Lesungen vorgestellt wird. Soeben legte Christoph („Christ Of“) Kather, seines Zeichens Schlagzeuger bei Japanische Kampfhörspiele, seinen zweiten „Grindpunkprosa“-Gedichtband „Japanische Kampflektüre“ vor, wie auch Rammsteins Till Lindemann nach „Messer“ im März des Jahres „In stillen Nächten“. Und natürlich publiziert im deutschsprachigen Raum seit 15 Jahren die bereits angesprochene Galionsfigur Sven Regener: Gerade seine „Lehmann“-Romane landen hierzulande regelmäßig auf den Bestsellerlisten, erst kürzlich erschien seine Zusammenarbeit mit dem deutschen NDWMusiker Andreas Dorau, „Ärger mit der Unsterblichkeit“.

Fotos: FMS, Hersteller

Sprachmelodie


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MUNDPROPAGANDA Der logische Schritt? Auffällig ist, dass jene Künstler, aber auch die internationalen Granden wie Leonard Cohen (bizarr: „Beautiful Losers“), Patti Smith (überaus lyrisch: „Woolgathering“) oder allen voran Nick Cave (mit seinen „King Ink“-Gedichtbänden, „And the Ass Saw the Angel“, „The Death of Bunny Munro“ – beide von Weltformat! – und zuletzt „The Sick Bag Song“), nicht nur wegen ihrer Musik, sondern vor allem auch dank ihrer lyrischen Songtexte bekannt sind. Nicht umsonst ist ein großer Teil der publizierenden Musiker im deutschsprachigen Raum Teil der „intellektuellen“ Hamburger Schule. Ist es vielleicht doch nicht so überraschend, dass man von der kleinen Form, den Lyrics, zur großen Form, dem Roman, kommt? Reicht das Schreiben von Songs als künstlerisches Ausdrucksmittel nicht? Dazu verrät Sven Regener in einem Interview mit der FAZ 2008: „Das Schreiben von Liedern und Liedtexten ist einfach eine andere Disziplin als das Schreiben von Romanen. Ich konnte deshalb auch keine Liedtexte schreiben, während ich an den Romanen saß. Das eine sind Liedtexte. Die wurden so geschrieben, damit sie gut klingen und damit man sie singen kann. Das andere sind Roma-

termine Morrissey spielt am 10. Oktober im Dvorana Tivoli in Ljubljana, Slowenien. Thees Uhlmann liest „Sophia, der Tod und ich“ im Oktober im Wiener Stadtsaal, im November im Linzer Posthof und im Spielboden Dornbirn, sowie im Jänner im Volkshaus Graz und im Salzburger Rockhouse.

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Im November spielt Sven Regener mit seinen Element Of Crime auf der Kulturbühne Ambach in Götzis, im Grazer Orpheum, in der Music Hall Innsbruck, im Linzer Posthof, im Salzburger republic und in der Wörtherseehalle in Klagenfurt. Rammstein arbeiten gerade am Nachfolger zu „Liebe ist für alle da“ und werden wohl gegen Ende 2016 wieder auf Tour gehen. Melden Sie sich beim oeticket-Ticketalarm an!

ne. Und die kann man nicht singen.“ – und schließt: „Womit sich auch die wiederkehrenden Diskussionen darüber erledigt haben dürften, ob nicht Bob Dylan den Literaturnobelpreis verdient hätte.“ Traum & Absatz Nun geht auch Morrissey unter die „wirklichen“ Autoren. Auch er ist einer, dessen Lyrics bereits zu Smiths-Zeiten literarischen Mehrwert hatten – wie fürderhin seine öffentliche Rolle als Agent Provocateur einen gewissen „Unterhaltungswert“ bot. Für Moz erfüllt sich damit ein langgehegter Traum, nach seiner hitzig diskutierten Autobiografie mit dem minder einfallsreichen, dafür maximal eindeutigen Titel „Autobiography“, im September beim britischen Traditionsverlag Penguin Books sein Romandebüt „List of the Lost“ zu verlegen. Nicht nur, dass es vorläufig nur in Großbritannien, Irland, Australien, Indien, Neuseeland und Südafrika erhältlich sein wird: Über den Inhalt des Buches wird der Mantel des Schweigens gebreitet. Ob das Cover, das eine Schwarz-Weiß-Fotografie des jungen Morrissey als Staffelläufer seiner Schulmannschaft zeigt, etwas über den Inhalt verrät, bleibt abzuwarten. In seiner Autobiografie hatte er ja durchaus auf seine sportlichen Erfolge während der Schulzeit zurückgeblickt. Ganz gleich, ob auch für Morrisseys ohnehin schon vorhandene lyrische Tiefe der Schritt „logisch“ war, oder ob Regener doch mit seiner Gewaltentrennung recht hat: Der Brite setzt auf jeden Fall „eine Menge Hoffnung“ in „List of the Lost“ – denn für ihn persönlich hat die Pop- und Rock-Musik ihre „Leidenschaft verloren“. Vielleicht hat aber das geschriebene Wort schließlich doch einfach mehr Bestand als das Gesungene. Zumindest ist es – aus kapitalistischer Sicht, in Zeiten der schwindenden CD-Verkäufe – ein ziemlich sicherer zusätzlicher Absatzmarkt.

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (ar)

Kwabs – Love + War Soul mit dem richtigen Beat zum Abshaken, mit der richtigen Tiefe, um sich daran zu erinnern.

Gary Clark Jr. – The Story of Sonny Boy Slim Blues, Hip-Hop, Rock n’ Roll und Soul. Handgemachte Musik mit Stil.

Disclosure – Caracal Die beiden Brüder schießen nach dem ersten Longplayer „Settle“ neuen Dubstep in die Clubs.

Bob Moses – Days Gone By Das Debüt des kanadischen Duos liefert feine und entspannende ElectroBeats. Perfekt zum Abschalten.

Philipp Dittberner – 2:33 Sein Song „Wolke 4“ war in den vergangen Monaten überall zu hören. Mehr im gleichen Stil gibt es am Album.

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Hurts her! Von wegen retro. Das Erfolgsduo Hurts beweist eindrucksvoll, dass britischer Synthie-Pop kein Ablaufdatum hat. !ticket hat das Interview. TEXT: PETRA ALBRECHT

Wie sieht es bei euch mit Lampenfieber bei kleineren Gigs aus? Adam: Es ist ganz anders. Es ist aber gut so. Ich denke, dass du dich irgendwann daran gewöhnst, in großen Venues zu spielen. Da gibt es einen großen Abstand zwischen dir und dem Publikum. Wenn es

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aber eine kleine Location ist und die Leute sozusagen direkt vor deinen Zehen stehen, dann ist das schon speziell. Es ist cool, aber einfach anders, vielleicht ein bisschen spannender. Würdet ihr sagen, dass Bands heutzutage noch immer so erfolgreich und langlebig sein können wie, sagen wir mal, The Beatles? Theo: Ich glaube schon, solange du immer wieder etwas Spannendes und Frisches lieferst, dann geht es weiter. Wenn du dich ständig wiederholst, dann wird es schwierig. Wir versuchen einfach, spannende neue Dinge zu finden und uns immer wieder zu pushen. Adam: Ich glaube, dass wir zu den glücklichen Bands zählen, mit denen die Fans gewachsen sind. Als ich jung war, habe ich immer wieder Platten gekauft, so circa drei pro Jahr, und ich habe sie mir so oft angehört, bis ich sie auswendig konnte. Heutzutage ist es schwieriger, so etwas zu erreichen, dementsprechend ist es vielleicht auch schwieriger, länger zu währen und ein Vermächtnis zu hinterlas-

Fotos: Neil Krug, Hersteller

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ir hatten das Vergnügen, Hurts im Juni live bei einem exklusiven Fan-Showcase im Berliner Lido zu sehen. Das war eine Show! Es wurden Rosen ins Publikum geworfen, gemeinsam mit ihren Backgroundsängerinnen gaben Theo Hutchcraft und Adam Anderson alles. Am Tag danach trafen wir sie dann auf einen kleinen Plausch, bei dem sie mit uns über Routine, Musik und Dinosaurierschädel plauderten. Ihr habt euch bei eurem Konzert ja ganz schön verausgabt. Sind kleine Konzerte bei euch immer so energiegeladen? Theo: Die letzten Konzerte, die wir gegeben haben, waren große Festival-Shows. Die Show, die du gestern gesehen hast, war auch so gestaltet, nur eben einfach in einem kleinen Venue. Außerdem ist es auch gut, eine Live-Show zu einem richtigen Erlebnis zu machen.

Br Ad un ha so ihr


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sen. Das musikalische Klima ist heutzutage sehr anders. Kauft ihr noch immer Platten? Theo: Natürlich. Adam: Noch immer drei pro Jahr. Kein Downloaden, kein Streamen? Theo: Manchmal benutze ich Spotify, wir hören auch viel Radio. Radio kann dir helfen, Dinge zu finden, die du sonst nicht bemerken würdest. Gibt es irgendeine spezielle Musikrichtung, die ihr in Zukunft mit eurer eigenen kombinieren wollt? Theo: Auf Surrender haben wir mehr tanzbare Elemente eingebaut … das war sehr aufregend. Es sind einfach ganz viele unterschiedliche Musikrichtungen dabei. Also können wir in alle Richtungen gehen. Rap, Folk, Country? Theo: Ja, oder auch Metal. Du kannst wirklich alles machen.

termin Hurts beehren uns am 26. Februar im Wiener Gasometer.

cd

Wir sind immer offen, alles auszuprobieren, es gibt hier keine Grenzen. Adam: Wir können machen, was wir wollen. Es gibt kein Regelwerk. Unterscheidet sich euer Musikgeschmack? Adam: Wir mögen oft das Gleiche, unterscheiden uns aber dennoch. Das hilft auch, wenn wir Musik machen, damit Vielfalt gewährleistet ist. Theo: Ich glaube, unsere Musik kann nicht von nur einer Person gemacht werden. Weil wir beide ganz anders darauf zugehen und es definitiv ein Produkt beziehungsweise ein Mix von zwei Personen ist. Das macht es auch aufregend. Wenn ihr einen Tag lang in den Schuhen einer anderen Person stecken könntet, wer wäre das? Theo: Prince. Ich würde einfach gerne jedes einzelne Instrument auf der Welt spielen können, Prince scheint dies zu können. Ich würde einfach gerne wissen wie es ist, brillant auf der Gitarre und auf dem Piano zu sein. Und noch dazu ein großartiger Tänzer und großartiger Sänger zu sein. Es sieht bei Prince so einfach aus. Und er kennt so viele Frauen … ein Tag als Prince wäre großartig (lacht)! Adam: Ich würde wohl Nicholas Cage sein. Er besitzt einen echten Dinosaurier-Schädel und ganz viele andere freaky Dinge. Ich würde gerne einen Tag mit seinen seltsamen Dingen verbringen. Ich will einfach einen Dinosaurier-Schädel (lacht).

g,

weiterlesen? British Style Adam Anderson und Theo Hutchcraft haben nicht nur musikalisch, sondern auch modisch ihren ganz persönlichen Stil.

gibt es auf Das vollständige Interview om in.c www.ticketmagaz

Surrender Mit ihrem dritten Album beweisen Hurts, dass Wiedererkennungswert und Neuerfindung kein Widerspruch sein muss!

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Rock’n’Roll hilft! Die Toten Hosen setzen genauso ein Zeichen wie Zucchero, Bilderbuch, Conchita Wurst, Konstantin Wecker und viele andere. Am Heldenplatz. Sie geben Asylbewerbern eine unüberhörbare Stimme, die ihren die rechten Hetzer gerne verbieten würden. Landauf, landab solidarisiert sich die Musikszene mit Flüchtlingen! TEXT: ALEXANDER HAIDE

info Unter dem Titel „Solidaritätskonzert für ein menschliches Europa“ wird am Samstag, dem 3. Oktober, ab 16.30 Uhr der Heldenplatz in Wien zum Herz der Hilfsbereitschaft. Auch wenn das Mega-Konzert bei freiem Eintritt stattfindet, bitten die Veranstalter um (großzügige) Spenden, die an diverse Hilfsorganisationen wie an die Volkshilfe, die Caritas, die Diakonie und viele andere verteilt werden. Live zu sehen: Die Toten Hosen, Zucchero, Bilderbuch, Conchita Wurst, Konstantin Wecker, Soap & Skin, Seiler & Speer, Maschek, Thomas Stipsits, Raul Haspel, Tagtraeumer, Kreisky, Christoph & Lollo, Salah Ammo & Peter Gabis und Thomas David. Mastermind des Chartity-Konzerts ist Ewald Tatar von Nova Music, der unter anderem für das Nova Rock Festival verantwortlich ist.

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s ist ein Phänomen, das sich durch die Jahrzehnte zieht: Immer wenn die Politik längst noch schläft und versagt, sind MusikerInnen an vorderster Front, um in humanitären Krisen zu helfen. Von Bob Geldofs „Live Aid“ bis zur aktuellen Flüchtlingswelle aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens und „Voices For Refugees“ – österreichische Künstler und Veranstalter reagieren vorbildlich! Zum einen ist in den News-Headlines von der Masse an Menschen die Rede, die vor Bomben und Terror flieht – zum anderen, beinahe in gleicher Regelmä-

ßigkeit, werden Namen genannt, die man aus dem Music-Biz kennt: Hunderte Flüchtlinge finden in der „Nova Rock“-Backstagehalle Zuflucht, die „Schweigeminute für Traiskirchen“ ist an der Spitze der Charts, der Heldenplatz wird für den guten Zweck – und als Statement gegen die Hetzer von rechts – zur größten Bühne des Landes. „Mit der Teilnahme an dem Konzert wollen wir sowohl unsere Solidarität als auch unseren Respekt gegenüber allen Menschen und Organisationen ausdrücken, die sich mit unglaublichem Engagement, oft bis zum Rande der Erschöpfung, dafür einsetzen, Schutzsuchenden eine menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung zu bieten, in Österreich genau wie in Deutschland und anderen Ländern. Wir wollen an diesem Tag alle willkommen heißen, die auf der Suche nach Zuflucht und einem sicheren Leben unsere Hilfe brauchen“, ließen die Toten Hosen über ihre Facebook-Seite verlauten.

Fotos: Markus Wache

Solidarität Hunderte Menschen sagten am 19. September „Danke Traiskirchen!“


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Gewissen Das Gewissen der Bevölkerung ist zum Großteil noch in Ordnung. Denn dort, wo die Politik kläglich versagt, springt die Menschlichkeit ein. Davon ist auch oeticket-Chef Andreas Egger überzeugt. „Erst die Aktionen der Menschen in diesem Land und deren Motivation haben zum Umdenken der Verantwortlichen und PolitikerInnen geführt“, analysiert er. Nova-Boss Ewald Tatar, der die Nova-Rock-Halle in Nickelsdorf als Notunterkunft für ankommende Asylbewerber zur Verfügung stellte, meint pragmatisch: „Es gibt hier eigentlich nicht viele Worte zu verlieren, außer dass es für mich aus tiefstem Herzen selbstverständlich ist, dass ich helfe, wo ich nur irgendwie kann. Und auch so gut wie möglich mithelfen möchte zu sensibiliseren und solidarisieren.“ Ebenfalls bereits in den ersten Tagen begann Klaus Leutgeb vom Freizeitzentrum Schwarzlsee bei Graz zu helfen: „Ich

unterstütze Flüchtlinge, weil ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, Menschen in solch einer unfassbaren Notlage alleinzulassen. Aus diesem Grund haben wir am Schwarzlsee schnell und unbürokratisch eine Notunterkunft eingerichtet, um den Menschen zumindest ein Dach über dem Kopf zu geben und sie mit dem Nötigsten zu versorgen.“ Danke Traiskirchen In den ersten Tagen, noch im Sommer, entzündete sich an den katastrophalen, von der Unfähigkeit der Regierung verursachten, Zuständen im Flüchtlingslager Traiskirchen die unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft. Dort, wo alles begann, ging bereits Mitte September ein Konzert der besonderen Art über die Bühne: Zahlreiche Künstler bedankten sich mit einem achtstündigen Programm bei allen Helfern und der Bevölkerung Traiskirchens,

an deren Spitze der engagierte Bürgermeister Andreas Babler eine Lanze für die Schutzsuchenden brach. „Es ist eine große Aufgabe, die wir in Traiskirchen zu lösen haben“, meinte Babler, „Zum einen die Verantwortlichen dazu zu bewegen, solche Massenlager abzuschaffen und Flüchtlinge menschlich zu behandeln. Zum anderen, als Stadt, die Begleiterscheinung zu bewältigen und auch für die Wohnbevölkerung wieder ein Stück Normalität in ihr Alltagsleben kommen zu lassen. Selbst in dieser angespannten Situation haben die TraiskirchnerInnen gezeigt, dass sie ihre Enttäuschung, ihren Zorn und ihre Wut nicht gegen Flüchtlinge richten, sondern gegen diejenigen PolitikerInnen, die diese Zustände zu verantworten haben. Und wir haben in Traiskirchen niemals vergessen, dass es hier um Menschen geht, die Schlimmes erlebt haben und die hoffen, dass sie zukünftig in Frieden weiterleben können.“

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im Verkauf: U E N Wildstyle & Tattoo Messe

Liebe Leserin! Lieber Leser! Wir vom aufrichtigsten Magazin Österreichs, „!ticket“, treffen auch in diesem Monat wieder voll ins Schwarze: „Hausen, Wohnen, Residieren“ – welches Thema könnte derzeit aktueller sein? Die Rettung von Kriegsflüchtlingen hat die Rettung von Banken aus den Schlagzeilen verdrängt. Zumindest geht es jetzt um Menschen. Wir erinnern uns daran, dass Menschen Rechte haben. Zum Beispiel ein Recht auf sauberen, sicheren, bezahlbaren Wohnraum. Kinder, Frauen, Männer, die am Fußboden schlafen müssen, auf der Straße, im Gatsch – das ist nicht nur unerträglich, es ist auch ungesetzlich. Mein Vorschlag: Im Zuge der Bankenrettungspakete haben wir Steuerzahlerinnen und Steuerzahler eine Reihe von hell erleuchteten, gut beheizbaren, barrierefreien Räumlichkeiten in bester Lage erworben. Noch nützen wir unsere Immobilien für 24-StundenBankfoyers. In Zeiten des Bankomaten und des Online-Banking eine herzlose, menschenverachtende Verschwendung. Und angeblich hat in unserer Zeit ja der Mammon den lieben Gott abgelöst. Insofern wären die Banken die Pfarren unserer Zeit. Ich bin sicher, nach meinem Aufruf wird jede Filiale eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen. Glauben Sie nicht?

im November in Graz, Linz und Wiener Neustadt

Teatro

Die Dinnershow von Alfons Schuhbeck Ein Abend im Schuhbecks teatro bietet ein ganzheitliches Erlebnis für alle Sinne, eine perfekte Mischung aus Magie, Akrobatik und Comedy, gepaart mit kulinarischen Gaumenfreuden im einzigartigen Ambiente eines Spiegelpalasts. Für einige Stunden entziehen sich die Besucher dem alltäglichen Stress, umgeben von Kerzenlicht, das sich in den unzähligen Spiegeln reflektiert, platziert inmitten von zauberhaft dekorierten Tischen, an denen bis zu 350 Gäste Platz finden. Der Leitgedanke „sehen, staunen, genießen und erleben“ wird vom Eintreten im Foyerbereich bis zum Verlassen der Veranstaltung zelebriert. Das ist wahre „kulinarische Spitzenakrobatik“! vom 25. November bis 10. Januar in der Linzer Tabakfabrik

Die kleine Meerjungfrau & Der kleine Prinz Angelehnt an die bekannte Märchenvorlage ist „Die kleine Meerjungfrau“ ein anspruchsvolles Kindermusical über die Kraft der Liebe und die Wichtigkeit von Familie und Freundschaft. Mit viel Musik und tollen Kostümen garantiert es beste Musical-Unterhaltung ab vier Jahren! „Der kleine Prinz“ von Deborah Sasson und Jochen Sautter ist die traumhafte Geschichte von Saint-Exupéry, die über einen Prinzen, der von einem fernen Stern kommt, berichtet: Auf der Erde stellt er uns Menschen scheinbar einfache Fragen …

Kindermusicals

zwischen November und Februar in ganz Österreich

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Fotos: Wildstyle (Wildstyle), COFO (Teatro), Theater Liberi & COFO (Kindermusicals)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Jahrmarkt der Freaks Im Herbst präsentiert sich Europas erfolgreichste Tattoo-Show in neuen Gewändern und mit neuem Slogan: „Jahrmarkt der Freaks“ heißt es nun. Anstatt die bekannten Gesichter nochmals auflaufen zu lassen, ist diesmal nur noch The Enigma mit von der Partie, die Neuzugänge versprechen ein wahrlich „freakiges“ Revival: das „lebende Schachbrett“ Matt Gone, Reverend B. Dangerous mit seiner absolut durchgeknallten Freakshow, Kiros Hadgu (Foto) und Garry Stretch Turner sind die neuesten Attraktionen, die das Showprogramm ordentlich auffetten! Was das heißt? Mehr elastische Haut als je zuvor, mehr elastische Knochen als je zuvor! Dass das Kernthema – die Tätowierer und Aussteller aus über 25 Ländern und 5 Kontinenten – beibehalten wurde, versteht sich natürlich (wie auch die „wilden“ Einkaufsstände) von selbst!


Showhighlights in Österreich CORNELIUS ZEITSPRUNG TOUR 2015

P „O P H Y , D A Y

MODERATION: MARKUS WOLFAHRT

A

NOCKALM QUINTETT FANTASY DIE MAYRHOFNER OESCH´S DIE DRITTEN POXRUCKER SISTERS SCHNEIDERWIRT TRIO

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PETER

n LIVE erlebe

EINER DER BESTEN GOSPELCHÖRE DER WELT

GRAMM NEUES PRO 15.10.2015

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16.10.2015

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15.12.2015

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17.12.2015

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20.12.2015

INNSBRUCK CONGRESS

09.11.2015

VILLACH CONGRESS

18.12.2015

SALZBURG SALZBURGARENA

21.12.2015

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10.11.2015

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19.12.2015

BREGENZ FESTSPIELHAUS

22.12.2015

GRAZ STEFANIENSAAL

SALZBURG CONGRESS

EAV

Wolfgang Ambros

DAS KONZERTHIGHLIGHT FÜR DIE GANZE FAMILIE!

z t i w o k f f i h c S von STS Moderation:

artinger

Klaus Eberh

11.03.2016

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22.03.2016

LINZ TIPSARENA

30.04.2016

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12.03.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

23.03.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

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LINZ TIPSARENA

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INNSBRUCK OLYMPIAHALLE

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17.03.2016

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Fotos: beigestellt

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Die große Chance Anstatt uns vor dem Anderen, dem Fremden, zu fürchten, sollten wir in einen kulturellen Dialog treten. Die Kunst hat diesen Schritt längst gemacht. Ein wunderbares Beispiel dafür ist das Wiener Festival „Salam Orient“. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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ährend ich Mitte September mit der Arbeit an diesem Artikel beschäftigt bin, überschlagen sich die Meldungen. Von geschlossenen, wieder offenen, wieder geschlossenen Grenzen ist die Rede; Grenzzäune werden gebaut und trotzdem kommen tagtäglich tausende Flüchtlinge aus Syrien, aber auch anderen Ländern nach Österreich bzw. in die EU, um hier Schutz zu suchen. Und man ist froh, dass man hier in Europa zur Welt gekommen ist und ein sicheres Leben führen kann.

„Salam.Orient“, von 14. bis 31. Oktober, Infos zu allen Veranstaltungen gibt es unter www.salam-orient.at. Aus der Vielfalt zwei Empfehlungen: - Shanbehzadeh Ensemble/Iran & Michael Red/Kanada: „Musik vom Persischen Golf trifft auf Electronic Music“, 16. Oktober, Porgy & Bess - „Hossein Alizadeh, Alireza Ghorbani & Zarbang Ensemble: „Liebestrunken“ – Klassische Musik aus dem Iran, 31. Oktober, Theater Akzent „Hakoah Wien“, in der Herbst-/Winter-Saison im Volkstheater Wien: Wien um 1930: Ein junger Jude träumt von einem Leben in Tel Aviv. Tel Aviv 2012: Der Enkel dieses Mannes träumt davon, österreichischer Staatsbürger zu werden. „Beide müssen ihre Identität finden und zwar in einer Zeit der Gewalt, des drohenden Krieges“, schreibt die Autorin und Regisseurin Yael Ronen. „Die Geschichte, die wir erzählen, handelt von zwei Generationen der gleichen Familie, von Emigration, Nationalgefühl, Fußball und Männlichkeit.“

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Hakoah Wien Auch Sport verbindet! Wie, das ist im Volkstheater Wien in „Hakoah Wien“ zu sehen.

Natürlich stellt uns dieser Flüchtlingsstrom akut vor große Herausforderungen in der Versorgung, aber auch in den nächsten Jahren in Sachen Integration. Im Kunstbereich wird schon seit Langem Integration tagtäglich vorgelebt, und immer mehr Projekte beschäftigen sich mit diesem Thema. Wussten Sie zum Beispiel, dass am Landestheater Linz mehr als 800 Menschen aus über 40 Nationen vor und hinter den Kulissen arbeiten, damit Sie spannende, unterhaltsame und anregende Theaterabende genießen können? Dass also auch viele KünstlerInnen ihre Heimat verlassen, um anderswo aufzutreten, vielleicht Karriere zu machen? Oder auch,

dass viele zwischen verschiedenen Ensembles hin und her pendeln – oftmals auch aufgrund der eher schlechten Bezahlung? Salam.Orient „Grenzen schaffen Spielregeln, Sicherheiten. Wir sind drinnen, die anderen sind draußen. Grenzüberschreitungen verunsichern – im privaten Gespräch, in weltweiten Flüchtlingsströmen. KünstlerInnen leben vom Überschreiten von Grenzen. Sie brechen Tabus, entwickeln neue Sichtweisen. Wo das nicht möglich ist, brechen sie aus, verlassen ihre gewohnte Umgebung, Stadt und Gesell-

Fotos: www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz, Shanbehadeh

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TIM_28_29_Kulturelle Vielfalt_g_KPA_jak_k1_RS.qxp_Layout 1 23.09.15 13:07 Seite 2

schaft. … Der Orient einmal nicht als Brutstätte von Gewalt und Krisen, sondern als Heimstätte des Unerhörten, als Quelle für eine andere Form des Miteinander. Ich denke, wir brauchen solche Ermutigungen. Hier und heute. Auch und gerade bei uns.“ So schreibt Norbert Ehrlich in der Presseaussendung zum diesjährigen Festival „Salam.Orient“ das von 14. bis 31. Oktober an unterschiedlichsten Orten in Wien stattfindet. Dabei gibt es neben spannenden Konzerten und Performances auch diverse Vorträge. Mehr gibt es für mich hier nicht hinzuzufügen, außer den Aufruf: Schauen Sie sich das an!

Salam Orient Traditionelle persische Musik trifft auf kanadischen DJ – zu hören beim Festival „Salam.Orient“

die unseren Horizont erweitern und auch zeigen, dass die anderen, die Fremden, gar nicht so anders und so fremd sind.

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Tanz die Toleranz Wer selbst aktiv werden möchte, kann dies zum Beispiel beim Projekt „Tanz die Toleranz“ der Caritas Wien machen.

Denn Tanz verbindet über alle Grenzen, da die Sprachbarriere wegfällt. In freien Workshops und Tanzklassen können so neue Horizonte eröffnet werden, und die TeilnehmerInnen erleben dadurch eine veränderte Wahrnehmung ihrer Umgebung und Mitmenschen. Zeitgenössische TänzerInnen und ChoregrafInnen wie zum Beispiel Gisela Elisa Heredia arbeiten auch mit Flüchtlingen u. a. in Traiskirchen und studieren mit ihnen auch Stücke ein. Vielfalt in der Kultur heißt aber auch, dass wir unsere Sehgewohnheiten anpassen müssen. Ein gutes Beispiel ist dafür eine aktuelle Produktion der Vereinigten Bühnen Wien: in „Mozart!“ spielt die gebürtige Holländerin mit kapverdischen Wurzeln, Ana Milva Gomes, die Rolle der Gräfin von Waldstätten. Freuen wir uns also auf spannende Begegnungen,

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Friska Viljor Joakim Sveningsson und Daniel Johansson starteten ihre musikalische Karriere während einer Tour durch das Stockholmer Nachtleben.

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ls ich die Nummer des Managements wähle, antwortet mir ein freundlicher Schwede am anderen Ende der Leitung. Es ist Daniel Johansson persönlich, die eine Hälfte der schwedischen Indie-Band Friska Viljor. Die andere Hälfte, Joakim Sveningsson, begleitet mich entspannt in den Backstage-Bereich. Die beiden

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blonden Bandmitglieder sind zusammen in einer Kleinstadt in Südschweden aufgewachsen. „Wir sind nur zwölf Tage auseinander geboren, seitdem wir sechzehn sind, machen wir gemeinsam Musik – wir haben superviel gemeinsames auf dem Buckel!“ meint Daniel. Klingt für mich nach einem eingespielten Team, wie eine Langzeitbeziehung. Ist

Die einen werden im Tourbus nicht wach, die anderen sind froh, endlich einen zu haben. Madsen kommen aus Deutschland, Friska Viljor aus Schweden. Und trotzdem haben sie ein gemeinsames Zuhause: die Band. TEXT: GELI GOLDMANN es auch. Wie geht sich das aus? Immerhin haben die Burschen ein ganzes Leben zusammen verbracht. Joakim erklärt: „Wir haben vor Jahren beschlossen, total ehrlich miteinander zu sein und alles geradeheraus zu sagen. Wir sind selten uneins. Richtig gestritten haben wir noch nie! Und solange es Spaß macht, machen wir gemeinsam Musik.“ So eine Beziehung, freundschaftlich wie musikalisch, will gepflegt werden. Friska Viljor haben es geschafft, Kreativität zu organisieren. Für soziale Kontakte abseits von Familie und Band bleibt kaum Zeit. Besonders nicht, wenn man sechs Monate lang ein Album einspielt. Privat abhängen ist für Joakim und Daniel nicht oft möglich. „Aber wir haben den Luxus, gemeinsam an der Musik zu arbeiten!“ Im Oktober geht es für die Burschen aus dem Norden wieder auf Tour. Zu lange von daheim fort sein wollen sie nicht, zwei bis drei Wochen maximal. „Aber wir sind froh, nun endlich einen richtigen Tourbus zu haben, nicht mehr den Minibus und selber hinterm Steuer sitzen zu müssen!“

Fotos: !ticket/Geli Goldmann, Marco Sensche

Daheim unterwegs


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Bruderschaft Sascha, Sebastian und Johannes Madsen – Niko Maurer (re) gehört nur musikalisch zur Familie.

Auch Madsen sind froh über den Tourbus. Sebastian und Sascha fällt es manchmal schwer, wach zu werden „weil es da drinnen schön kühl und dunkel ist“. Nach zwei Wochen auf Tour kann Sascha daheim gar nicht richtig einschlafen, „Mir fehlt das Wackeln! So stell ich mir das bei einer Schiffsreise vor.“ Eine thematische und musikalische Reise verspricht auch der neue Albumtitel „Kompass“. Orientieren könnten sich die beiden mit einem echten Kompass wohl eher nicht, gestehen sie mir. „Das Album kannst du aber wunderbar mit in den Urlaub nehmen und als eine Art Zuhause betrachten. Es ist etwas, woran man sich festhalten kann, wenn es mal turbulent wird. Die Texte sind nicht immer angenehm, „es reibt sich hier und da“. Bequem soll es aber auch nicht sein. Der Song „Sirenen“ ist ein Weckruf, ein Spiegelbild unserer

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Vom schwedischen Charme der Jungs von Friska Viljor kann man sich im November überzeugen. Am 2. in der Theaterfabrik München, am 3. im Salzburger Rockhouse, am 4. in der Arena Wien, am 5. im Grazer ppc und schließlich am 6. im Linzer Posthof im Rahmen des Ahoi Pop Festivals. Aber auch Madsen sind ganz schön umtriebig! Am 4. November bespielen sie das Münchener Backstage, am 5. die Wiener Arena. Weiter geht es im Dezember, und zwar am 12. im Linzer Posthof und am 13. im Grazer Orpheum.

Generation. Sind wir zu desinteressiert, will ich wissen: „Es ist sehr leicht, alles zu ignorieren, was unangenehm ist. Man sitzt daheim vor seinem Rechner und guckt Filme in HD, in denen schreckliche Dinge passieren, und das ist o. k. Sobald es aber in den Nachrichten irgendwie Wirklichkeit wird, habe ich den Eindruck, ist es für viele unangenehm, sich das anzuschauen.“ Das Zuhause in der Musik. Für Madsen eine Frage der Organisation. Nicht alle Bandmitglieder wohnen in derselben Stadt geschweige denn Land. Sascha wohnt in Wien. Er fliegt, Sebastian fährt mit dem Auto, jeder kommt aus einer Richtung und irgendwo trifft man sich, um Musik zu machen. „Manchmal treffen wir uns auch einfach zum Grillen und Musik machen, für zwei Wochen oder so, um das Bandgefühl zusammenzuhalten“ meint Sascha. Sebastian stimmt ihm zu. „Wir sind eine Band! Wir müssen auch miteinander abhängen! Es darf nicht nur Business sein. Gerade weil wir auch so verteilt sind.“ Nicht nur in der Band fühlen sich die Jungs zu Hause und gut aufgehoben. Madsen gibt es seit zehn Jahren. Dieses Jahr waren sie zum 4. Mal in der Bandgeschichte am Nova Rock. „Das ist wie ein Klassentreffen. Man trifft die anderen Bands jedes Jahr und man ist mal eine Stunde nur mit Hallo-Sagen beschäftigt.“

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Filmmarathon mit Tieren

Zwischen 22. Oktober und 5. November hält die Viennale die Stadt in Atem. Eine Retrospektive gibt es zwischen 16. Oktober und 30. November im Filmmuseum. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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The Birds Tippi Hedren, Hauptdarstellerin im Hitchcock-Klassiker, wird höchstpersönlich nach Wien kommen, um den Film zu präsentieren und anschließend Rede und Antwort stehen.

Perlen und Dokumentarfilme Im aktuellen Programm der Viennale finden sich wie gewohnt viele Perlen, die bei den großen Festivals der Welt zusammengesammelt wurden, so etwa Nanni Morettis „Mia Madre“, Woody Allens „Irrational Man“ oder Apichatpong Weerasethakuls „Cemetery of Splendour“. Neben prominenten und festivalerprobten Regisseuren wie Hou Hsiao-Hsien oder Arnaud Desplechin präsentiert Festivaldirektor Hans Hurch aber auch bestimmt die eine oder andere Entdeckung. Großen Wert legt Hurch auf den Dokumentarfilm, der bei der Viennale stets in großer Zahl und Qualität vertreten ist. Unter anderem gibt es eine Doku über den charismatischen US-Filmemacher Jim Jarmusch und eine über den großen französischen Regisseur Claude Lanzmann. Packend sollte auch „Jaco“ von Paul Marchand und Stephen Kijak sein – ein Porträt des großen, allzu früh verstorbenen Jazzbassisten Jaco Pas-

torius, in dem so prominente Musiker wie Carlos Santana, Wayne Shorter oder Herbie Hancock Stellung nehmen. Produziert hat übrigens niemand Geringerer als Metallica-Bassist Robert Trujillo, für den der Film, wie er selbst sagt, ein Herzensprojekt war. Spezialitäten Eine Vielzahl an Spezialprogrammen und Hommagen ergänzt das umfangreiche Programm. So gibt es ein Tribute an den heuer im April im Alter von 106 Jahren verstorbenen portugiesischen Filmemacher Manoel de Oliveira; ein weiteres Special widmet sich dem uruguayanischen Regisseur Federico Veiroj, und auch Raúl Perrone, dem „Vater des argentinischen Independent-Kinos“, ist ein Programmpunkt gewidmet. Partys, Talks und Rahmenveranstaltungen sollte man auch nicht vergessen – das werden gewiss sehr lange und intensive 14 Tage.

Foto: Viennale

as diesjährige Plakatsujet der Viennale lässt es schon erahnen: Der mehrere Millionen Jahre alte Schädel eines fossilen Krokodils gibt die Richtung des diesjährigen Festivals, das wie jedes Jahr zwei Wochen lang für einen filmischen Ausnahmezustand in der Hauptstadt sorgt, vor: Tiere in allen erdenklichen Arten und Gestalten machen einen wesentlichen Programmpunkt aus. Die sechswöchige (!) Viennale-Retrospektive im Filmmuseum trägt den leicht untertriebenen Titel „Animals. Eine kleine Zoologie des Kinos“ und versammelt eine große Zahl von Filmen, die sich in der einen oder anderen Form mit dem Tier bzw. mit der Beziehung des Menschen zu ihm beschäftigen. Dabei dürfen große Klassiker nicht fehlen, wie etwa Alfred Hitchcocks Schocker „The Birds“ (1963), Franklin J. Schaffners „Planet of the Apes“ (1968) oder David Cronenbergs „The Fly“ (1988). Diese Filme – zwei Mal Horror, einmal futuristische Dystopie – stehen in schroffem Gegensatz zum eher lieblichen Tier-Bild des klassischen Hollywood-Familienkinos, wie es sich etwa in „Lassie Come Home“ (1943) oder auch im meisterlichen Disney-Animationsfilm „Bambi“ (1942) manifestiert. Zusätzliches Highlight der Tier-Retro ist, dass „Birds“-Hauptdarstellerin Tippi Hedren, die im realen Leben die Mutter von Hollywood-Star Melanie Griffith ist, nach Wien kommen wird, um den Film zu präsentieren und anschließend Rede und Antwort zu stehen.


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Dackeln im Sturm Zwei Drittel der Anarcho-Kabarettgruppe „Projekt X“, Clemens Haipl und Herbert Knötzl, blasen 16 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Programm erneut zum Sturm. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Projekt X Aber auch Gerald Votava („Narzissmus und Tiere“), Clemens Haipl (auch Redakteur u. a. bei „Sendung ohne Namen“) und Herbert Knötzl (ehem. Redakteur für „Willkommen Österreich“) sorgten ab 1994 unter dem kollektiven Banner „Projekt X“ im ORF, aber auch

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auf FM4 für einen (Zerr-)spiegel auf die (österreichische) Gesellschaft, teils mit realistischen, teils mit grotesken Elementen – und immer mit sauren Gurken im Talon. Rückblick: Bereits vor 20 Jahren befand sich unsere „abendländische Kultur am Scheideweg“, so der Titel eines der Sketche. Da ging es jedoch nicht um Oktoberrevolution und Asylproblematik, sondern es prallten zwei musikalische Welten aufeinander: Hermine „Oma“ Jansen (Knötzl), die Großmutti der Altrocker Scorpions, brachte nur wenig Verständnis für die neue Modeerscheinung, den „Lärcherlschaß“ namens „Boygruppe“ auf, einer „Computermusik“, bei der die Protagonisten ohnehin nur „Kasperl“ seien, die „synchron auf der Bühne Salti schlagen“. Immerhin: Mitglied Hubert (Haipl), 19-jähriger Kuscheltiersammler, war schon damals Vegetarier, weil gesünder. Dackeln im Sturm Heute, zwei Jahrzehnte später, stehen zwei der drei Kleinkünstler wieder gemeinsam auf der Bühne, ohne Gerald Votava, der beim letzten Kabarettprogramm „Protest“ noch mitwirkte, seine Tätigkeit bei Projekt X jedoch vor fünf Jahren beendete. Wobei, auf die Begrifflichkeit der „Kleinkunst“ reagiert das Überbleibsel doch etwas schnippisch: „Kleinkunst sollte kleine Kunst machen. Also eher Miniaturen wie Fa-

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tober

Ok “ premiert am 22. „Dackeln im Sturm . en Wi in ir ma er im Kabarett Nied

bergé-Eier und keine Bombastbauwerke wie unter Ceausescu.“ Weniger mit Miniaturen, denn mit Assoziationsketten plant man, im Rahmen von „Dackeln im Sturm“ modisches „Infotainment“ zu liefern und – ganz großes Kino! – „Missstände aufzudecken“. Investigatives Kabarett ist ja bekanntlich hip wie nie, und wenn man schon verspricht, dass gleich „Zwischen-

Fotos: Dieter Steinbach, Hersteller

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n den Neunzigern rappelte es gewaltig in der österreichischen Kleinkunstszene: 1991 begannen Stermann und Grissemann mit ihrem „Salon Helga“, Josef Hader schwitzte 1994 mit dem Teufel höchstpersönlich in der Pratersauna und Roland Düringer füllte als „Benzinbruder“ die Wiener Stadthalle bis auf den letzten Platz. Sicheritz-Komödien wie „Muttertag“ (1993) und „Hinterholz 8“ (1998) brachten den österreichischen Schmäh auf die große Leinwand und sorgten für unvergessliche Bonmots, vom Fickfroscherl und dem Willi bis hin zum prokrastinatorischen „Morgen, geht das?“. Lieber gar nicht als morgen (oder gar heute!) schufteten Düringer und Dorfer ab 1998 im Amt für Weihnachtsdekoration – just in dem Jahr, in dem der „Riesenschmarrn“ namens „Tohuwabohu“, bei dem seit 1990 illustre Namen wie Ossy Kolmann, Hansi Hinterseer, Jazz Gitti, Rainhard Fendrich und Vera Russwurm abstrusen Wirrwarr boten, zu Grabe getragen wurde: „Uuuund: aus!“


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MUNDPROPAGANDA menschliches, Politisches, Popkultur und die Welt im Allgemeinen pflichtschuldigst ironisiert“ wird, hat man sich schon etwas Elementares, Beständiges vorgenommen. Dass es zumindest substanziell wird, lässt die Auswahl dieses universellen Spannungsfeldes jedenfalls erahnen, wird immerhin jedes Bedürfnis unserer Sozietät abgedeckt. War es dereinst die Modewelle der Boybands, die zahlreiche Teenies kreischend zu Boden sinken ließen und vom Projekt X kritisch beäugt wurden, erkennt selbiges heute mit geschultem Auge, dass man sich das Phänomen „Helene Fischer“ einmal näher anschauen könnte. Immerhin kollabieren bei ihr gleich mehrere Generationen – atemlos eben. Da ist der Gedankensprung zu einer anderen Massenveranstaltung durchaus naheliegend: Erst kürzlich setzten die Veranstalter, die Musiker und in weiterer Folge auch das Publikum am Nuke Festival ein Zeichen, als die DiktatorenRede von Charlie Chaplin eine Schweigeminute für die 71 toten Flüchtlinge

auf der A1 einläutete. Ist dies „eh nett“, oder bewirkt so ein Zeichen tatsächlich etwas? „Es ist wahrscheinlich ziemlich egal, was man der „Masse“ vorspielt“, mutmaßen Clemens Haipl und Herbert Knötzl, „in der Masse funktioniert es immer.“ Und während der Frisör im genannten Film ungewollt an die Spitze des Staates gestellt wurde, es jedoch ablehnt, beherrschen und bezwingen zu wollen, so rappelt es aktuell zwischen links und rechts in der Bundeshauptstadt. Demnach wird bei „Dackeln im Sturm“ auch die Wiener Gemeinderatswahl thematisiert werden – über eventuelle Ausgangsmöglichkeiten möchten die beiden Herren im Vorfeld jedoch nicht wirklich spekulieren, bitten sie höflich um Entschuldigung. Man wird wohl erst einmal abwarten, wer nun neuer Conduca˘tor in Wien wird – immerhin wird die öffentliche Hand auch von Haipl und Knötzl außerordentlich geschätzt, und es wäre doch gar unklug, die fütternde Hand zu beißen.

Sturm und Drang 2.0 Wie bei all den anderen Kleinkunstduetten von Rubey & Stipsits bis hin zu Eckel & Lainer sind auch bei Haipl & Knötzl die Rollen klar verteilt: „Wir haben auf jeder Toilette eine“, heißt es.

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, ar)

Avicii – Stories Die Single „Waiting For Love“ wird in den Radios schon auf und abgespielt. Jetzt gibt’s das ganze Album.

Märvel – The Hills Have Eyes Oldschool Metal vom Feinsten. Leider ist der musikalische Spuk nach gerade mal 21 Minuten wieder vorbei.

Mustasch – Testosterone Dass im hohen Norden der Metal wohnt ist bekannt! Mit Testosterone ist ein weiterer Schwermetallbeweis entstanden.

Naytronix – Mister Divine Ein Nebenprojekt von tUnE-yArDs Bassisten Nate Brenner. Funky, groovig, fetzt.

Gabrielle Aplin – Light Up The Dark Feinste Melodien der britischen Singer/Songwriterin lassen uns in ein Traumland schweben.

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Aus „Metropolis“ wird Akrobatik, Tanz, Theater und Poesie. „Cirkopolis“, die neue gefeierte Produktion des kanadischen Cirque Éloize, verdichtet Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ zu einer fantastischen Bühnenshow. TEXT: PAUL M. DELAVOS

termine Cirque Éloize findet abends am 28. November sowie nachmittags und abends am 29. November im Festspielhaus St. Pölten statt.

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Jahrhunderts in England. Anfänglich fand der Zirkus in eigens gebauten Häusern seine Heimat; erst durch Einflüsse aus Amerika verbreiten sich ab 1880 Zirkuszelte in Europa. Ein großer Vorteil der Zirkuszelte war, dass nun auch in kleineren Städten ohne eigene Zirkusgebäude gespielt werden konnte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Wien drei Zirkusgebäude und die Stadt war nicht mehr nur als Theater- und Musikstadt

Cirkopolis Unterstützt durch Videoprojektionen und drehbare Wände lassen die Macher der Show eine futuristisch anmutende Stadt-Atmosphäre entstehen, die von Fritz Langs Stummfilmklassiker „Metropolis“ inspiriert wurde.

bekannt, sondern auch für seine Zirkusse. Die Zirkusgasse im 2. Wiener Gemeindebezirk erinnert noch an diese Zeit: dort, wo heute der Gemeindebau Renz-Hof steht, wurde 1854 der Zirkus Renz errichtet. Viele der Zirkusgebäude des 19. Jahrhunderts wurden während des 2. Weltkrieges

Foto: Valerie Remise

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irkus gab es schon in der Antike – man denke nur an den klassischen Ausspruch „panem et circenses“ („Brot und Spiele“). Die Geschichte des modernen Zirkus beginnt in der zweiten Hälfte des 18.


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d „Cirkopolis“ durch Bombenangriffe zerstört. Der Zirkus war und ist auch immer eine Parallelwelt der Gesellschaft und so ein wundersamer Ort der Welterkenntnis, der Überraschungen und Sensationen, ein Ort der Poesie aber auch der Aufregungen und des Unbehagens. Zeitgenössischer Zirkus Zeitgenössischer Zirkus lässt Sie in eine Welt von Akrobatik, Poesie und Humor eintauchen – ist gleichzeitig einmalig, liebevoll und ehrlich; dabei sehen Sie nur Menschen und – im Gegensatz zum traditionellen Zirkus – keine Tiere. Er überschreitet Spartengrenzen und verbindet Theater, Musik, Tanz, Puppenspiel, aber natürlich auch Artistik. Er ist nicht nur triviale Unterhaltung, sondern eine wahrhaftige Kunstform. Für Brigitte Fürle, künstlerische Leiterin des Festspielhauses St. Pölten, ist „zeitgenössischer Zirkus Theater, das Erwachsene und Kinder gleichermaßen staunen macht – und eine wunderbare Kunstform, mit der wir auch neues Publikum ins Festspielhaus locken. Ich habe bereits in meiner Zeit bei den Wiener Festwochen und den Berliner Festspielen ähnliche Theaterformen programmiert (2009 „Die Riesen von Berlin“ anlässlich 20 Jahre Mauerfall, das 2 Mio. Menschen in den Straßen Berlins bewegt und berührt hat) und freue mich, dass es im Herbst auch im Festspielhaus St. Pölten heißen wird: Bühne frei für die jungen ZirkusartistInnen aus

Montréal, den berühmten Cirque Éloize.“ Cirque Éloize Seit der Gründung 1993 hat der Cirque Éloize mehr als 4.000 Vorstellungen in 440 Städten und 40 Ländern gegeben und dabei über 3,5 Millionen ZuschauerInnen begeistert. Er gilt als Paradebeispiel für modernen kanadischen Zirkus und wurde vielfach international ausgezeichnet. „Cirkopolis“ ist die neunte TourShow und kam 2012 zur Uraufführung. Die Inszenierung verantworten Cirque-Éloize-Gründer Jeannot Painchaud und Choreograf Dave St-Pierre. Zwölf ArtistInnen rebellieren gegen Monotonie, erfinden sich selber und überschreiten die Grenzen der Fabrikstadt „Cirkopolis“. Unterstützt durch die Originalkomposition von Stéfan Boucher und dem innovativen Stage Design von Robert Massicotte, in das auch zahlreiche Projektionen eingebunden sind, wird das Publikum in eine Welt entführt, in der Fantasie der Realität trotzt. „Cirkopolis“ ist eine Mischung von Fantasie und Realität, zeigt die Menschen zwischen Individualität und Gemeinschaft sowie zwischen Grenzen und Möglichkeiten. Ganz so, wie es der monumentale Stummfilm „Metropolis“, von Regisseur Fritz Lang in den Jahren 1925 und 1926 gedreht, auch tut. Der Film gilt als einer der teuersten der damaligen Zeit und als eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte.

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!ticket fun&action

Heimnachteil it cket t e t s e t

Kuscheldecke drüber und tschüss. Wenn der Herbst ins Land zieht, ist Cocooning in den eigenen vier Wänden angesagt. Aber wer genau sagt das eigentlich? !ticket zeigt die besten aktiven Alternativen zum Stubenhocken. TEXT: ASTRID RADNER

Essen mit Action Wer ein wenig mehr Action beim Essen wünscht, der kann das Dinner einmal außergewöhnlich erleben. Zum Beispiel mit Dinner & Crime, das noch bis 18. Dezember im Congress Casino Baden

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läuft. Hier passiert während des Essens das ein oder andere Verbrechen – es wird betrogen, belogen und gemordet. Musik und Verköstigung gibt es außerdem mit den verschiedenen Dinnerpackages von oeticket.com. Zum Beispiel zu Schwanensee am 16. Jänner 2016 im Wiener MuseumsQuartier oder Best of Austria am 11. Mai 2016 in der Salzburgarena.

Sport vor Ort Jetzt, wo auch Österreichischer Fußball nach 18 Jahren wieder etwas reißt und die EM 2016 in Frankreich für das Nationalteam vor der Tür steht, muss das gefeiert werden. Was ist da die Stimmung zu Hause im Gegensatz zur Stimmung im Stadion? Am 12. Oktober heißt es: ab ins Ernst-Happel-Stadion. Hier spielt Österreich gegen Liech-

Fotos: Fotolia

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arum gehe ich nicht öfter nach der Arbeit einfach mal raus, einfach mal spazieren?“, sagt Simone, während sie über die Wiener Währinger Straße schlendert, ihr der Wind durchs Haar bläst und sie die Strahlen der rötlichen Abendsonne betrachtet, die zwischen den Giebeln der Votivkirche durchblitzen. „Schau dir das an! Wunderschön! So, als wären wir auf einem Trip in einer fremden Stadt“. Ja, warum geht Simone nicht öfter raus? Tja, sonst recht unternehmungslustig, wird die Mittzwanzigerin in den kalten Monaten zu einer klassischen Stubenhockerin, einer Indie-Decke-Kuschlerin, eine Serien-Seherin aus Leidenschaft. Dabei muss das nicht sein. Geht es Ihnen ähnlich? Bei diesen Aktivitäten fällt der Abschied von der Couch bestimmt leicht.


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Kuschelkonkurs Wer in den kälteren Tagen nur auf der Couch liegt, verpasst so einiges.

tenstein in der Qualifikation für die UEFA EURO 2016. Film-Festival statt Heimkino Den Laptop aufklappen und einen Hollywood-Film oder eine Antarktis-Doku über Netflix schauen geht immer. Was nicht das ganze Jahr über geht, sind die jährlich stattfindenden Film-Festivals im Lande. Allen voran das Let’s

CEE Film Festival von 1. bis 11. Oktober in Wien. In diversen Locations werden hier neue Filme aus dem zentral- und osteuropäischen Raum gezeigt, Regisseure und Schauspieler sind teilweise vor Ort. Heißer Urlaub Warum nicht ein heißes Bad in der heimischen Badewanne gleich gegen einen

Kurzurlaub in heißen Quellen austauschen? Das bringt Abstand und Abwechslung in den kalt-trüben Alltag. Besonders die Eurothermen Resorts in Bad Ischl, Bad Hall und Bad Schallerbach sind zu empfehlen. Gutscheine für viele österreichische Thermenregionen gibt es auf gutschein.oeticket.com, zum Beispiel von der Firma Webhotels!

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Bodycheck !ticket fun&action

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intersportarten gibt es etliche, und vor allem unsere schöne Alpenrepublik widmet sich aufgrund der Wetterlage, sprich der oftmals vorhandenen Eiseskälte – Schnee inklusive – ganz gerne der Ausübung dieser. Ob der Amateur sich mit Carving-Skiern im Pflug und ganz nach der Methode „Kopf-nach-unten-Hintern-nachoben“ in U-Hakerl-Form die blaue Piste runterplagt, um dann doch bei einem Jagatee in der Talstation zu landen, oder der Profi mit Geschwindigkeiten an die 140 km/h die Kitzbüheler Streif mit Abfahrtsski herunterrattert – die Liebe zum Wintersport ist beiden gemein. Auch das Langlaufen erfreut sich immer größerer Beliebtheit und wird mittlerweile als die neue Winter-In-Sportart gesehen, und auf rutschigem Eis scheint man sich ebenso sehr gerne zu bewegen. Selbst die Kleinsten der Kleinen wagen auf ihren Lillifee- oder Cars-Kufen den x-haxigen Tanz auf dem gefrorenen Wasser. Ohne X-Haxen, sondern flott und unglaublich geschickt, bewegen sich Profi-Eishockeyspieler. Anders als im Skisport kann Österreich hier mittlerweile nicht zur Weltspitze gezählt werden – da tummeln sich Kanada, die USA, Schweden, Russland, Finnland, und auch unser Nachbarland Tschechien beeindruckt immer wieder mit TopErgebnissen. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht auch ganz einfach da-

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Harte Kerle, herzhafte Prügeleinlagen und volles Tempo. Eishockey ist der rasanteste Mannschaftssport der Welt. !ticket hat einen Insider gebeten, die wichtigsten Fakten auf den Puck zu bringen. TEXT: PETRA ALBRECHT

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nr im Fernsehen, so man sich nicht nu e Chance dazu Eishockey sollte Ein . en hr fü Gemüte dern auch live zu e bei den Graz99ers oder beim eis gibt es beispielsw urg. Die Saisonen beider Mannlzb bis Sa ll Bu d Re EC und dauern noch bereits gestartet schaften haben an. ins Frühjahr 2016


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ran, dass jeder Sport natürlich auch seine Fans braucht und Eishallen, beides ist hierzulande eher dünn gesät. Obwohl der flotte und anspruchsvolle Sport wirklich Spaß macht, und zwar sowohl beim Zusehen als auch beim Selbstausüben. Das Regelwerk wirkt auf den ersten Blick verwirrend und undurchschaubar. Allerdings ist es in dem einen oder anderen Lexikon und auch online in sich so nennenden bestens nachzulesen. Deshalb haben wir uns gedacht, wir fragen mal die wirklich wichtigen Dinge, die, die Herrn Normalverbraucher interessieren – fernab von langweiligem Regelwerk. Wir haben diese Tino Lassmann gestellt, Stürmer des in Wien ansässigen Amateurvereins EC Hornbach Austrian Angels, und wie sich herausstellte, ist er ein wahrer Experte im Beantworten ernster und nicht ganz so ernst gemeinter Fragen:

Wie viel Schlagen und Tögeln ist während des Spiels erlaubt? Ab wann droht ein Ausschluss? Schlägereien gehören zum Eishockey schon seit jeher dazu – speziell in Nordamerika wird es als fixer Bestandteil des Entertainments angesehen. Je nach Liga gibt es bezüglich der Bestrafung von Schlägereien unterschiedliche Regeln. Man muss natürlich unterscheiden können – einerseits gibt es während eines Spiels immer wieder kleine Rangeleien, die zumeist vom Schiedsrichter schnell aufgelöst werden und selten Strafen zur Folge haben. Und dann gibt es da die klassische Schlägerei – Handschuhe weg, Mann gegen Mann. Grundsätzlich ist es so, dass ein Spieler nach einer Schlägerei eine 5-minütige Bankstrafe absitzen muss. In Europa wird zudem auch noch ein Ausschluss vom Spiel ausgesprochen. Dies bedeutet, dass der

Spieler sich gleich auf den Weg zur Dusche machen kann und ein Mitspieler seinen Platz auf der Strafbank einnimmt. Wie viele Schichten muss man als Eishockey-Spieler anziehen? Mindestens zwei Schichten sind erforderlich. Zum einen gibt es die Schutzausrüstung, zu der gehören Brustschutz, Tiefschutz, Hose, Schienbeinschoner, Ellbogenschoner usw. Und dann gibt es so eine Art Überschicht, die aus Trikot, Stutzen und etwaiger Überhose besteht. Je nach persönlichem Geschmack trägt man dann auch noch Funktionswäsche unter diesen beiden Schichten. Im Amateurbereich bekommt man da schon mal den einen oder anderen Ribanov (Anm.: Bezeichnung für eine einteilige Unterwäsche, die früher gängig war) zu sehen, der mehr aus Löchern als Stoff besteht. Gibt es ein Mindestgewicht, das man als Spieler haben sollte? Nein, aber da es sich um den schnellsten Mannschaftssport der Welt mit entsprechend intensivem Körperkontakt handelt, ist ein gewisses Grundgewicht sicherlich nicht von Nachteil. Wenn du „nass“ gerade mal 60 kg wiegst und einen Check von einem 95 kg Bröckerl bekommst, dann kann das schon Spuren hinterlassen. Aber es gibt genügend Spieler, die ein verhältnismäßig geringes Körpergewicht aufweisen, dafür aber verdammt flink sind und somit gar nicht in diese Situation kommen. Ich würde sagen, es ist weniger das Gewicht ausschlaggebend, mehr die körperliche Verfassung. Wie viele Zähne gehen durchschnittlich in einem Spiel verloren? Das ist schwer zu sagen, kommt natürlich auch darauf an, auf welchem Niveau man spielt. Im Jugendbereich,

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!ticket fun&action speziell im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, gehen die Zähne nur auf natürliche Weise verloren. Bis zum 18. Lebensjahr ist ein Gitter am Helm Pflicht, da ist die Gefahr, einen Zahn zu verlieren, auch eher gering. Bei den Erwachsenen sieht das dann schon etwas anders aus. Nehmen wir zum Beispiel die NHL (National Hockey League) im Jahr 2013, da gingen in 76 Playoff-Spielen 17 Zähne verloren, also 0,22 Zähne pro Spiel – das ist gleichbedeutend mit einem Zahn alle fünf Spiele. Im Amateurbereich sind wir von so einem Durchschnittswert weit entfernt. Eine Zahnlücke alleine macht aber noch lange keinen zum Eishockeyspieler. Was wird im Eishockey als „unsportlich“ angesehen? Eishockeyspieler sind für ihre „Toughness“ bekannt, da ist es ein absolutes No-Go, sich fallen zu lassen, um eine Strafe zu schinden. Attacken von hinten sind auch nicht gern gesehen. Eine gewisse Härte in den Zweikämpfen kann von einem Laien schon mal als „unsportlich“ angesehen werden, jedoch gehört diese beim Eishockey nun mal dazu und ist von den Fans in den Hallen auch gern gesehen. Was aber klar als unsportlich gilt, ist das „Einschneien“ des Tormanns nachdem

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Im Einsatz Tino Lassmann beantwortet nicht nur flink und gewitzt Fragen, sondern macht auch auf dem Eis eine gute Figur.

er den Puck bereits fixiert hat – das passiert immer wieder mal. Zumeist bekommt es der Spieler dann auch vom Gegner schnell zu spüren, dass diese Aktion nicht okay war. Obszöne Gesten oder Gegenstände aufs Eis schmeißen gehört auch nicht zu den vorbildlichen Aktionen. Es kam durchaus schon mal vor, dass ein Trainer eine Spielerbank aufs Spielfeld geschmissen hat, weil er mit der Entscheidung der Schiedsrichter nicht zufrieden war. Es war zwar „sportlich“ von ihm, dass er es geschafft hat die Bank hochzuheben, aber aus regeltechnischer Sicht schwer unsportlich.

Nun wissen wir also, dass Eishockeyspieler extrem tough sind, da wird das eine oder andere Spiel selbst mit Milzriss fortgesetzt, während beispielsweise im Fußball der kleinste blaue Fleck schon zu einem Schauspiel führt, das man höchstens vom sterbenden Schwan in der Oper gewöhnt ist. Dieser Sport hat sich eindeutig eine größere Fanbase verdient, finden wir! Nicht zuletzt deshalb, weil man neben dem Erlebnis eines actiongeladenen Spiels auch noch seine Sinneskräfte schärft – unfassbar, welche Geschwindigkeiten so ein Puck erreichen kann!


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!ticket live

a-haEffekt

A

ls drei junge Norweger im Jahre 1982 eine Band gründeten, suchten sie nach einem Namen, den die meisten Menschen mit Positivem verbinden. Herauskamen drei Buchstaben, besser gesagt, drei Buchstaben und ein Bindestrich: „a-

termin

empfiehlt

a-ha ist zurück: Am 10. April tritt das Norweger-Trio in der Wiener Stadthalle auf.

cd Zum Comeback schießt die Band eine zehnte Platte nach. Mit weniger Pfeffer als die neun Vorgänger.

ha“ als der Ausdruck der weit aufgerissenen Augen und hochgezogenen Brauen, der Ausdruck der endlichen Erkenntnis oder freudigen Nachricht. Mit dem Hit „Take On Me“ wurde a-ha zur Weltband. Große Augen dürften viele auch gehabt haben, als sie vom neuen Album „Cast in Steel“ und der kommenden Tour erfuhren. Denn eigentlich hat sich die Band 2010 zum bereits zweiten Mal getrennt und verkündet, kein Album mehr zu machen. „Wir haben uns getäuscht“, sagt Keyboarder Magne Furuholmen. !ticket hat mit dem a-ha-Mitbegründer gesprochen. Magne, hinter dir liegen fünf Jahre ohne a-ha. Was hast du nicht vermisst? Ich vermisse nicht viel, während etwas geschieht. Als wir entschieden haben, ein neues Album zu machen, habe ich jedoch bemerkt, wie ich das Schreiben für a-ha vermisst habe, ohne es vorher zu realisieren. Das hat mich sehr überrascht. Damals war Morten glücklich mit der

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Trennung, Pål wollte eigentlich weitermachen. Wie ist es dir damals gegangen? Ich war damit einverstanden, es gehen zu lassen. Wir hatten viele tolle Dinge zusammen gemacht, auch Dinge, die vielleicht nicht so großartig waren. In einer Band muss es immer ein gemeinsames Ziel geben und ich konnte das nicht mehr fühlen. Ich habe mich getäuscht, dass da nichts mehr ist. Immer, wenn wir eine längere Pause gemacht haben und unsere Meinung geändert haben, haben wir einen Funken der Anfangsinspiration gefunden, der uns wieder zusammengebracht hat. Euer letztes Album „Foot Of The

Fotoa: Stian Anderson, Hersteller

Sie können nicht mit- und nicht ohne einander. Nach zwei Splits ist die norwegische Hitfabrik a-ha wiedervereint und back in town. TEXT: ASTRID RADNER


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On/Off Sie verkündeten 2010 ihr endgültiges Ende. Jetzt geht a-ha mit neuem Album auf Tour.

,

Mountain“ war sehr energiegeladen und experimentell. „Cast In Steel“ ist dagegen eher ruhig und emotional. Ist das euer Sound zum Comeback? Nicht wirklich. Als ich in dieses Album-Projekt eingestiegen bin, hatten Morten und Pål schon an Songs gearbeitet. Ich habe dann auf die Songs reagiert und nach meinem Gefühl lag mehr Reiz in den langsameren Songs. Ich habe beim Schreiben versucht, nicht zu sehr auf einen Gesamtplan zu schauen, sondern einfach Songs zu schreiben, die etwas für mich bedeuten. In manchen Songs am Album, zum Beispiel „The Wake“ oder „Forest Fires“, verwendet ihr Synthies, die an

euer erstes Album vor 30 Jahren erinnern. Was hältst du davon, wie etwa Indie-Bands Synthies heute verwenden? Ich finde es lustig, weil wir schon an den Anfängen des Synth-Pops da waren und wir ihn für uns selbst definieren konnten. Neue Bands verwenden Synthies anders. Der Song „Forest Fires“ war eigentlich inspiriert von „One Way Trigger“ von The Strokes. Dieses Lied klingt ein wenig wie „Take On Me“. Viele a-ha-Fans sagten dann: „Oh, die haben das von a-ha gestohlen“. Ich wusste, dass viele der Jungs von The Strokes a-ha sehr mögen. Dann dachte ich, warum nicht ein bisschen von ihnen zurück einfließen lassen. Ihr habt viele Bands beeinflusst, Cold-

play zum Beispiel. Und du hast auch mit Coldplay zusammengearbeitet. Beeinflussen euch diese Bands also heute wieder zurück? Ja, definitiv. Ich höre auch viel Coldplay und ich finde sie fantastisch. Ich versuche so viel Inspiration von ihnen zurückzubekommen, wie ich kann. Es ist cool, wenn sie darüber sprechen, wie wichtig a-ha für sie selbst war, und außerdem hilft es zu sehen, wie andere unsere Vergangenheit sehen und dass a-ha Teil der Musikgeschichte ist.

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!ticket live

Satellitenaufnahme Der Bandname ist zwar abgehoben, die vier Jungs aus Salzburg aber gut geerdet. Die Steaming Satellites haben ein neues Album aufgenommen und schwenken wieder in die Tour-Umlaufbahn. TEXT: PETRA ALBRECHT

termine Die Steaming Satellites haben am 22. Oktober einen Auftritt im Wiener WUK – presented by !ticket. Danach geht es am 23. ins Grazer ppc und am 24. zum Posthof in Linz.

Sympathisch Ansätze von Arroganz oder Starallüren gibt es bei den Steaming Satellites keine.

Weitere Tipps aus heimischen Gefilden: Auch im Oktober beehren uns die allseits beliebten Herren von Wanda wieder! Und zwar in Wien, Graz, Linz und Innsbruck. Auch Russkaja sind in Wien, Linz und Innbruck zugegen, Turbobier wiederum beschränken sich auf Salzburg, Lustenau, Timelkam und Wien. Am 23. des Monats spielen Fijuka im WUK und Christian Becker feiert CD-Release in der Ottakringer Brauerei. Hallo Graz, Linz und Wien heißt es für From Dawn To Fall, die ein neues Album im Gepäck haben.

cd „Steaming Satellites“ ist im September erschienen und verspricht fantastischen Hörgenuss!

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auf Tour unterwegs und fanden noch kurz Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten. Wie viele Tage im Jahr seid ihr auf Tour? Max: Dieses Jahr haben wir nicht so viele Festivals gespielt, weil wir wegen des Albums viel im Studio waren. Aber im Prinzip so um die 100 Tage.

Fotos: Christian Maislinger, Hersteller

D

ie klingen ja gar nicht, als wären sie aus Österreich!“ scheint mittlerweile das gängige Prädikat für gute Musik aus „Hierzulande“ zu sein, und diesen Ausruf vernimmt man bei einem Konzert der Steaming Satellites zig Mal aus Publikumsmündern. Der Erfolg gibt den vier Salzburgern auf jeden Fall recht. Nun sind sie mit neuem Album wieder


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

Was geht euch denn am meisten von zu Hause ab? Manfred: Die gewohnte Umgebung. Max: Der Tagesrhythmus und die Natur. Wir gehen gerne in die Natur, um Energie zu tanken. Wie ist denn das Essen auf Tour? Matthäus: Es ist Standard, dass du, wenn du auf Tour bist, jeden Tag Weißbrot, Käse und Wurst isst … das bekommst du auch in den diversen Clubs. Max: Das Catering ist aber mittlerweile schon ganz cool. Was war denn das schlechteste Catering? Max: Das war auf der Amerika-Tour … da gab es gar nichts (lacht). Matthäus: Doch, ein halbes Bier haben wir bekommen. Für sieben Leute. Emanuel: Und einmal in Regensburg. Da haben wir Pizza bekommen, von der wir dann alle gekotzt haben und krank waren am nächsten Tag.

g ,

Habt ihr abstruse Wünsche für Backstage? Emanuel: Wir sind draufgekommen, dass auf unserem Rider mal ohne unser Wissen stand, dass wir kein Ottakringer und noch eine zweite Biersorte wollen. Wir wussten das nicht. Das hat unser damaliger Manager in den Rider geschrieben. Wir haben das erst bemerkt, als wir auf einem Festival gespielt haben, das von Ottakringer gesponsert wurde und die sich sehr bemüht haben ein anderes Bier herzubekommen. Matthäus: Wir waren sehr überrascht. Max: Es liegt auf jeden Fall nicht an uns. Ist Touren wie eine Beziehung oder als ob man mit der Familie auf Dauerurlaub ist? Max: Schlimmer (lacht)! Nein, nicht

unbedingt schlimmer, aber anders. Wenn du stundenlang immer zusammenpickst, kannst du dich irgendwann nicht mehr riechen, vor allem wenn du Dinge, die dich stören, nicht aussprichst. Manfred: Wenn du, wie besprochen, 100 Tage im Jahr unterwegs bist und du wirklich 24 Stunden am Tag zusammen bist – in einer Beziehung ist man gemeinsam daheim aber untertags geht man arbeiten. Da macht man alles gemeinsam, Hotel, Frühstück … immer auf engstem Raum. Das ist eine Herausforderung Seid ihr selbst Fanboys? Max: Das war früher vielleicht eher so. Man versucht ja doch, sein eigenes Ding durchzuziehen. Nicht, dass ich mir da jetzt viel drauf einbilde, aber früher hatte ich das mehr mit „Wow, cool!“, wenn man ein Konzert mit einem Vorbild gemeinsam spielt. Das war dann aber teilweise auch einschüchternd, was dann natürlich auch für die eigene Musik nicht cool ist. Ich würde eher sagen, dass es ein Respekt ist, der da ist. Emanuel: Je mehr man selbst spielt und auf der Bühne steht, geht dieser Fankult verloren. Wenn man diesen Zirkus nicht mitbekommt, dann denkt man sich: „Wow, leben die cool!“ Natürlich ist es cool und super, aber trotzdem ist es wie jeder andere Job und man kann die ganzen großen Musiker vom Podest herunterheben und einfach sagen: „Gut, die haben das gleiche durchlebt.“ Sind trotzdem Menschen. Max: Es kann ja auch sein, dass man dann eher enttäuscht ist … Matthäus: Vielleicht will man die gar nicht kennenlernen, falls sie unsympathisch sind. Damit man ihre Musik noch weiter hören kann (lacht).

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (ar, pa, sb)

Dragony – Shadowplay Dies ist zweifelsohne die güldene Essenz des Power Metals, traditionsbewusst, epochal, bombastisch, superb.

Lausch – Glass Bones Grob geschliffen, mit natürlicher Anmut, ist dies eine quirlige „Konkrete Poesie“ – artsy, aber mit Feingefühl.

Bloodsucking Zombies From Outer Space – Mörder Blues 2 Diesmal gibt’s Horrorbilly auf Wienerisch auf die Ohren! Verträgt sich gut.

Peter Franz – A Neie Foab Eine urige Kombi zwischen Rock und Ballade, zwischen Natur-Liebe, Gesellschafts-Kritik und der„Hoamat“.

Christian Becker – Härter ist kein Frauenname Nach Dreck und Rock klingt das durch Crowdfunding finanzierte Album.

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Echtzeit !ticket live

Vorbei die Zeit, als sie noch brav im Dirndl am Brückerl beim Bacherl stand, Schlagerlieder sang und sich den Konventionen beugte. Heute hat sie sich selbst längst gefunden: Hannah, Tirols starke Stimme! TEXT: ANDY ZAHRADNIK

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Foto: Willmann

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ie lässt sich nicht einteilen. Pop, Rock, Schlager – es ist völlig nebensächlich, wo sich Hannah musikalisch katalogisieren ließe, vielmehr zählt das, wofür sie steht. Ihre Album-Titel heißen „Es muss aussa“ und „Weiber, es isch Zeit“, und darin steckt Hannah pur. Die zweifache Mutter arbeitet in ihren Songs vielfach eigene Erlebnisse auf. Textet selbst, so wie sie vieles selbst in die Hand nimmt, was die Karriere betrifft. Die Hochs und Tiefs ihres Lebens haben sie geprägt und aus jedem Tief kam sie als Frau gestärkt wieder heraus. Dieses Selbstbewusstsein lebt sie nicht nur auf der Bühne aus. Dass in ihren Liedern die Ziehharmonika vorkommt, ist kein Grund, sie als typische Volksmusikantin zu bezeichnen. Berührungsängste? „Nein, überhaupt nicht. Überall werden Grenzen abgeAlmrockerin Schlager und rockiges Auftreten schließen einander nicht unbedingt aus. baut, nur zwischen den Musikstilen sollten wir sie ziehen? Das ist doch Quatsch“, sagt sie, denn es gehe ihr Alben liefen in den Charts hervorranicht um Musikstile, sondern vor al- lem, dass das Gefühl, welches sie in gend. „Weiber, es isch Zeit“ hat bereits ihre Lieder legt, auch beim Publikum insgesamt 59 Wertungswochen in den so ankommt. Dass die Songs die Charts aufzuweisen und jede Woche Adressaten auch erreichen, erkennt termine finden sich neue Fans. Ein neues sie daran, „dass die Leut’ plötzlich Hannah live heißt es am 6. November in ganz still werden, wenn ich singe“. Album ist für Anfang 2016 geplant. Hengsberg und am 27. November in Und es werden immer mehr Leute, Eine neue Single soll es dieses Jahr Krumpendorf. noch geben. die Hannah für sich entdecken. Beide


365 NIGHTS A YEAR – NICKNIGHT WIRD 1JAHR! Gefeiert wird mit Programmhighlights und Premieren im Oktober – schalte ein!

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Oktober

Mary Poppins Das BroadwayMusical Das Musical, basierend auf dem Buch von P.L. Travers und einem der beliebtesten Disney-Filme aller Zeiten, mit der wunderbaren Geschichte um die Familie Banks und ihr zauberhaftes Kindermädchen, feierte vor genau einem Jahr seine Premiere im Wiener Ronacher. Das Stück, das 2004 im Londoner Prince Edward Theatre seine Uraufführung erlebte, ist mit sieben Produktionen auf drei Kontinenten, höchsterfolgreichen Tour-Produktionen durch Großbritannien, Amerika, Australien und Asien und mehr als 11,5 Millionen Besuchern weltweit einer der größten Musicalerfolge der jüngsten Zeit. Annemieke Van Dam gibt hier das Kindermädchen mit dem Schirm, ihren Freund Daviod Boyd, der auch schon in Disneys „Tarzan“ begeisterte. Reinwald Kranner gibt den Familienvater, Milica Jovanovic Winifred Banks. Achtung: Das Musical läuft nur mehr bis Jänner 2016! täglich außer Montag, Wiener Ronacher Für immer jung Was mit Gelegenheitsauftritten von Johann K. bei der SpaßTruppe begann, ist längst zu einer fixen Zusammenarbeit geworden. Krankl ist Bandmitglied von Monti Beton (Gesang & Percussion). Für den Goleador, 62, ist das aber keine Überbrückung bis zur Pension, sondern das Ausleben seiner Leidenschaft. Gemeinsam werden sie am 31. Oktober die große Version der Wiener Stadthalle füllen.

Monti Beton & Johan 31. Oktober, Wiener Stadthalle (Halle D)

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Live 2015 Vor 35 Jahren sang Marius Müller-Westernhagen: „Mit 18 rannt‘ ich in Düsseldorf rum, war Sänger in ’ner Rock-andRoll-Band.“ Er ist es noch immer. Mit seinen amerikanischen Mitmusikern hat er in New York sein letztes Werk „Alphatier“ eingespielt. Ein Album, das textlich und musikalisch rebelliert und rockt, als wäre es das Frühwerk einer aufbegehrenden, jungen Band. Nach den intimen Einblicken während der „Pre-Listening Alphatier“-Tour folgt nun die große Hallen-Tour. Bei den kommenden Konzerten wird die Brücke geschlagen vom Heute zum Gestern – und zurück. Hits wie „Sexy“, „Wieder hier“, „Freiheit“ oder „Es geht mir gut“ harmonieren dank der großartigen Musiker in der Westernhagen Band perfekt mit den Hits aus „Williamsburg“ und „Alphatier“.

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gen

20. Oktober im Wiener MuseumsQuartier (Halle E) Energiegeladene Best-Of-Musical-Rockshow „Musical Rocks!“ ist eine energiegeladene Best-of-MusicalRockshow mit den bekanntesten Superhits aus Rockmusicals von den 70ern bis heute. Das Publikum liebt die neuen, rockigen Versionen und fantastischen Musikarrangements. Spätestens ab der dritten Nummer, „Aquarius/Let The Sunshine In“, ist das Publikum nicht mehr zu halten und singt und tanzt mit! Dynamisch und bombastisch!

Musical Rocks!

n K. 2. und 3. Oktober in der Wiener Stadthalle (Halle F)

Fotos: Deen van Meer (Mary Poppins) Ehn Pictures (Musical Rocks) FMS (Chippendales Westernhagen) Kevin Rieseneder (Folkshilfe) Torben Conrad (Fritz Kalkbrenner) Jan Frankl (Richard III) Universal Music (Take That) Clemens Pierer (Krautschädl)

!ticket highlights


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Get Lucky Es ist das Geheimnis der Verführung, wie die erotisch prickelnde Atmosphäre in einer Chippendales-Show entsteht. Es sind Charme, Sexappeal gepaart mit Humor, mit dem die Chippendales die Herzen der Damenwelt erobern. Und es sind traumhaft schöne Männerkörper, die sich in ausgefeilten Choreografien zu den thematisch passenden Songs bewegen und den Fantasien reichlich Stoff bieten. Ebenso wie die abwechslungsreichen Kostüme, die sie nicht lange anbehalten, sondern die stilvoll und lasziv im Rhythmus der Musik und mit perfekt installiertem Licht abgelegt werden. Das Ensemble der Chippendales besteht aus 10 bis 12 Tänzern, die die unterschiedlichsten Männertypen verkörpern. So ist für jede Besucherin der Traumtyp mit dabei!

The Chippendales

Fotos: Deen van Meer (Mary Poppins), Ehn Pictures (Musical Rocks), FMS (Chippendales, Westernhagen), Kevin Rieseneder (Folkshilfe), Torben Conrad (Fritz Kalkbrenner), Jan Frankl (Richard III), Universal Music (Take That), Clemens Pierer (Krautschädl)

in Wien, Wels, Klagenfurt, Wiener Neustadt, Salzburg, Innsbruck

Richard III

Eine Komödie von und mit Michael Niavarani Was tun, wenn man unbeabsichtigt in politische Intrigen gerät, noch dazu im England des 15. Jahrhunderts? Für Gott und den König – aber gegen die eigene Moral? Da bleibt nur die Wahl zwischen erfolgreicher Karriere mit einem Monster als Chef oder die Hinrichtung. Da heißt es: nur nicht den Kopf verlieren! An diesem Abend wird garantiert: Mehrere Morde. Folter. Drei Huren. Zwei kleine Prinzen im Tower. Ein Heiratsantrag. Eine alte, grantige Königin. Viel englischer Wein. Einige Biere. Eine feuchte Pflaume. Eine verzweifelte Flucht. Echtes Theaterblut. Drei abgeschnittene Köpfe. Ein Gebet zu Gott, dem Herrn. Einige gut gekleidete Edelleute. Dreckige Fingernägel. Und eine Liebeserklärung an die Freundschaft.

am 25. und 26. Oktober im Globe Wien in der Marx Halle Mit Knife Party, Fritz Kalkbrenner, Gigi D’Agostino uvm. Nachdem das Beatpatrol Festival bereits Granden wie Knifeparty, Fritz Kalkbrenner, Camo & Krooked, Frittenbude, SPOR, Wilkinson, LOADSTER und viele andere für das heurige Festival bestätigt hat, wartet man jetzt noch mit einer absoluten Legende der Electronicmusic-Szene auf: So wird der italienische DJ, Remixer und Musikproduzent GIGI D‘AGOSTINO (bürgerlich Luigino Celestino Di Agostino) im Zuge einer special Late-Night-Show das Festival beehren. !

Krautschädl

Beatpatrol

25. Oktober, VAZ St. Pölten

Folkshilfe Mit F Spätestens seit der Vorrunde zum Song Contest kennt sie das ganze Land. Mathias, Gabriel und Florian konzertieren auf den ganz großen Bühnen, mal – einfach so – auf der Straße. Und sogar im Hotelzimmer wird gejammt. Nun legt das Trio das Debütalbum „mit F“ vor und ist beim gleichen Erfolgsmanagement gelandet wie „Super-Folker“ Hubert von Goisern. Das Interview mit dem sympathischen Trio über das „F“, den ESC, die Tagespolitik, das Landleben und über die englische Sprache könnt ihr online auf ticketmagazin.com nachlesen! im Oktober (und November) in Linz, Innsbruck, Wien und Melk

„Immer mit da Ruhe“-Releasetour Entspannt ist das Trio auf jeden Fall, egal, ob sie am Frequency spielen, in Bierzelten, bei Volksfesten oder gerade das neue Album „Immer mit da Ruhe“ unter das Fan-Volk werfen. Die drei Alternative-Rocker überraschen dieses Mal jedoch mit einer ungekannten Stil-Vielfalt! Das Interview mit den drei Herren über Zeltfestromantik, Plastiksackerl, Dominic Heinzl und vieles mehr lest ihr online auf ticketmagazin.com, das Album „Immer mit da Ruhe“ ist am 25. September erschienen und darf in keiner gut sortierten Sammlung fehlen!

8. Oktober, Grazer ppc

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!ticket live

Boygroup

termine

, Wien ber – Arena 2. Novem r – ppc, Graz be 3. Novem r – Posthof, Linz be 4. Novem

Nach zweieinhalb Jahren auf Tour begibt sich das schweizerischdeutsche Mädchenduo Boy mit seinem neuen Album auf eine sehr persönliche Spurensuche: „We Were Here“. TEXT: ASTRID RADNER Valeska Steiner: Rein musikalisch haben wir uns in zwei Arbeitsbereiche eingeteilt. Sonja macht zuerst einmal Arrangements in ihrem Homestudio. Ich schlage dann dazu einen Text und eine Melodie vor. Dann setzten wir uns zusammen und machen den Song fertig. Auch persönlich glaube ich, dass wir unterschiedliche Persönlichkeiten sind, aber uns gut kompensieren und zusammen eine doppelte Kraft haben.

Ihr arbeitet schon ziemlich lang miteinander. Was macht euch zu einem guten Team?

Ihr habt euch viel Zeit für das zweite Album gelassen. Seid ihr langsame Schreiber? Sonja Glass: Wir sind natürlich auch

Frauenpower Das kongeniale Musik-Duo Valeska Steiner (li.) und Sonja Glass verbindet auch privat eine enge Freundschaft.

langsam, aber wir waren auch 2 ½ Jahre auf Tour, wo wir nicht schreiben konnten. Uns ist wichtig, dass die Musik etwas Persönliches hat und dass über echte Gefühle gesprochen wird. Wir sind auch sehr perfektionistisch und probieren auch viele Dinge aus, um herauszufinden, was den Songs am besten steht. Valeska, du bist die Sängerin und dadurch oft im Vordergrund. Sonja, fühlst du dich da im Hintergrund? Sonja: Ne, ich empfinde das gar nicht so. Wir sind eine gleichberechtigte Kombination. Valeska: Die erste Idee bei einem Musikvideo ist natürlich: Der Sänger singt das Lied, dann muss man sich überlegen: Was tut Sonja, die natürlich nicht einfach mit dem Bass dastehen kann. Deshalb haben wir uns angewöhnt, Videos zu machen, wo es für beide etwas Richtiges zu tun gibt. Sonja: Das war ehrlich gesagt auch noch nie ein Thema bei uns. Ich glaube, es geht darum, dass wir gemeinsam etwas erschaffen wollen. Es hat sehr wenig mit Konkurrenz zu tun. Wir inspirieren uns sehr, wir sind sehr froh, dass wir uns haben, wir bereichern uns. Und uns verbindet auch eine enge Freundschaft.

weiterlesen? Das vollständige Interview gibt es auf www.ticketmagazin.com

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Foto: Debora Mittelstaedt

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ohltuende Töne, angenehm eingesetzte Synthies und Texte direkt aus dem Leben: Dieser Stil-Mix des schweizerisch-deutschen Duos Boy kam schon 2011 bei den Fans gut an. 14 Millionen Mal wurde allein die damals international gespielte Single „Little Numbers“ auf YouTube angeklickt. Mit Album Nummer zwei zeigt das Mädelgespann: Zu zweit lässt sich’s arbeiten.


www.wolfgangwerner.at

WOLFGANG WERNER E N T E RTA I N M E N T

PRÄSENTIERT EAV - WERWOLF TOUR 2015

THE CHRISTMAS GOSPEL

Sa 14.11.15 Thayatal | Sporthalle | 20:00h

Mi 02.12.15 Amstetten | Johann Pölzl Theater | 19:30h

Die EAV präsentieren ihre neue Liveshow „Werwolf-TourMonsterball ist überall.“ Seit 1977 treibt die EAV ihr Unwesen, hat bis heute weltweit 10 Millionen Tonträger verkauft und einen „World Music Award“ in der Tasche, ist Österreichs erfolgreichste Musikgruppe und schrieb mit „Küss die Hand, schöne Frau“, „Ba-Ba-Banküberfall“ und „Märchenprinz“ Musikgeschichte.

Das Gospelkonzert des Jahres 2015! Die besten Stimmen der Südstaaten aus den USA. In vorweihnachtlicher Stimmung hören Sie die berühmtesten Songs aus dem Repertoire von The Christmas Gospel. Wenn die Sängerinnen und Sänger des Ensembles „The Christmas Gospel“ ihre glasklare Stimme bis in die höchsten Register erheben, geht regelmäßig ein Schauer durch das Publikum.

AMBROS WOLFGANG „PUR IV“

OTTO SCHENK ADVENTLESUNG

Fr 20.11.15 Steyr | Stadtsaal | 20:00h Do 03.12.15 Leoben | Congress | 20:00h Fr 04.12.15 Fürstenfeld | Stadthalle | 20:00h Eine musikalische unplugged Zeitreise mit der österreichischen Liedermacherlegende Wolfgang Ambros und Günter Dzikowski. Dass Ambros‘ Musik Seele hat, steht außer Zweifel. Seine Verdienste sind Legion, kaum jemand hat über ur-wienerische und österreichische Befindlichkeiten solche Worte gesungen so wie er.

„Wer ist’s der an der Türe pumpert“ Do 10.12.15 Do 17.12.15 Sa 19.12.15 So 20.12.15

Wr Neudorf | Freizeitzentrum | 20:00h Wimpassing | Culturcenter | 20:00h Vöcklabruck | Stadtsaal | 20:00h Steyr | Stadttheater | 20:00h

Otto Schenk liest fröhliche Weihnachtsgeschichten. Der Großmeister des Humors hat sich in seinem neuen Programm Heiteres rund um Weihnachten vorgenommen. Musikalisch umrahmt wird das Programm von drei jungen klassischen Musikern, dem TRIO PILLER.

Bekannt aus der ORF Sendung „Narrisch Guat“

LACHEN OHNE ENDE

Dietlinde & Hans Wernerle (KINDERMUND), Heinz Lagler, Sepp Wölbitsch, Walter Kammerhofer

Fr. 27.11.15

St Pölten | VAZ | 20:00h

Wer kennt ihn nicht – den „Kindermund“ aus „NARRISCH GUAT“ – der erfolgreichen Faschingssendung des ORF. Seit Jahren begeistern die beiden „Kinder“ auf ihren Hochstühlen mit ihrem Humor die Zuseher in ganz Österreich, sind der heiß ersehnte Höhepunkt bei den immer ausverkauften Faschingssitzungen in Feistritz an der Drau. Ein nicht mehr wegzudenkender Fixstern am alljährlichen Faschingsmedienhimmel. Live touren die beiden Stars wieder durch Österreich.

DER KLEINE PRINZ - DAS MUSICAL

Mo 15.02.16 Salzburg | (Congress, Arena) | 18:00h Di 16.02.16 Wiener Neustadt | Arena Nova | 18:00h Di 23.02.16 St. Pölten | VAZ | 18:00h Mi 24.02.16 | Graz | Helmut List Halle | 18:00h „Der kleine Prinz“ von Antoine Saint-Exupéry wurde in 110 Sprachen übersetzt und ist eines der meist gelesenen Bücher der Welt. Diese Inszenierung lässt die magische Welt des Kleinen Prinzen neu auferstehen. Namhafte Musical-Darsteller aus Hamburg, Berlin, Wien und Zürich werden die Hauptrollen besetzen. Das Ergebnis ist beeindruckend!

2015 3FOR1 TRINIT Y CONCERTS PRESENTS:

2015/

2016

DA

VO

N A


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MUNDPROPAGANDA LANA DEL REY

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (pa, ar)

Duran Duran – Paper Gods Mit ihrem neuen Werk beweisen die Briten einmal mehr, dass sie noch lange nicht wegzudenken sind!

Bring Me The Horizon – That’s The Spirit Von Emocore bis hin zu einer melodischen Popnummer, alles dabei!

Honeymoon Es braucht schon die richtige Stimmung, um Lana Del Rey klanglich zu ertragen. Für fröhlich gestimmte Gemüter ist deshalb auch das neue Album kein guter Tipp. Ebenso sollte man im „Honeymoon“ lieber die Finger davon lassen. Im Schritttakttempo wälzt sich Lana Del Rey im Allerweltschmerz und versprüht auf 14 Tracks eine volle Ladung Depression. Und befindet man sich in dieser

RAMMSTEIN The Libertines – Anthems For Doomed Youth Ein wirklich sehr lange ersehntes Album, das die Fans nicht enttäuschen wird!

Bryan Adams– Get Up „Altes loswerden, Neues beginnen“, schreit das Album. Der Sound klingt frisch und munter, neu ist er jedoch nicht.

The Common Linettes – II Eine Band mit wunderschönen Harmonien, tollen Basslines und intelligenten Lyrics bleiben sie auch auf Album Nr. 2.

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In Amerika Rammstein und Amerika, das passt wie die Faust aufs Auge: Hier die matriarchalische Diktion, dort die Omnipotenz des Weltenbezwingers. „Germany“ hat ja in den Staaten durchaus einen hervorragenden Ruf, vor allem wenn von Autos die Rede ist. Ansonsten zumindest im History Channel. Mitte Dezember 2010, knapp ein Jahrzehnt nach 9/11, kehrte der ostdeutsche Koloss über den Teich zurück in die Stadt mit dem klaffenden

richtigen Stimmung, um den Sound anzunehmen, muss man ihn auch noch erst einmal emotional aushalten, ohne Suizidgedanken zu bekommen. Eine Kennzeichnung auf dem Album mit „Freigegeben nur mit psychologischem Attest“ ist zu überlegen. Mit dieser speziellen dunklen Attitüde, die in den Songs der US-Sängerin mitschwingt, hat sie jedoch eine enorm treue Fanbase geschaffen. Seit die mittlerweile 30-Jährige 2011 mit „Video Games“ auf der Bildfläche auftauchte, steigen die Klicks auf Spotify und YouTube bei jeder Neuerscheinung in den dreistelligen Millionenbereich. Das liegt eben auch an der Musik, die trotz ihrer ständigen Melancholie kreativ und abwechslungsreich daherkommt: Es gibt eine vielfältige instrumentelle Spannweite, und obwohl die Songs langsam sind, weisen sie doch Stärke auf. Wenn auch weniger, als man es von Lana Del Rey gewöhnt ist. (ar)

Loch in der Magengrube – auf ewig patriotische Apologie für jedwede Kriegsherrschaft. Der New Yorker Madison Square Garden also, 18.000 frenetische Kieselsteine stehen freudig zum Zermalmen bereit. Die Vorgruppe Combichrist endete gerade mit „Never Surrender“, man befindet sich also in der Kriegszone. Kurze Pause, die DVD setzt ein: Dunkelheit, die Bühnenwand bricht auseinander, Rauch, Geknatter. Die Deko ist imposant, so richtig geil hässlich industriell. Es lodert, als wolle man zu Klängen von „Rammlied“ bis zum „Engel“ den Terroranschlag auf der Bühne wieder auferstehen lassen. Kinderpuppen werden erhängt, ein ungebetener Gast wird Feuer & Flamme, Till fährt Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr. Tanzen kann man trotzdem, das Publikum versteht wohl wenig, ist aber in Ekstase. Auf der Bühne sieht es laufend wie nach einem Selbstmordattentat aus. Allerdings: Ein bisschen Beinahetod, das mag doch jeder. Riesenapplaus. (sb)

Fotos: Hersteller

Hören Sie mal rein!


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!ticket media NEW ORDER

Music Complete Man muss es New Order lassen: Seit Anfang der Achtziger bringen sie konsequent neue Alben auf den Markt, mit ein paar Jährchen Auszeit Mitte der Neunziger und Trennungsgerüchten Mitte der 2000er. Die Originalbesetzung ist nach dem Ausstieg von Peter Hook zwar nicht mehr hundertprozentig gegeben, musikalisch hat das Spuren hinterlassen, die aber mit dem neuen Werk

durchaus ausgemerzt werden können. Mit „Music Complete“ entführen uns New Order in ihre NewWave-Welt und lassen dabei nicht außer Acht, dass diese sich in den letzten Jahren doch gewaltig weiterentwickelt hat. Während die aktuelle Singleauskopplung „Restless“ als durchaus klassisches Werk angesehen werden kann, werden wir bei „Nothing But A Fool“ in die alternative Pop/Rockrichtung à la Placebo geleitet. „Tutti Frutti“ wiederum hat fast schon etwas von einer Humoreske und besticht durch 8-BitSounds und L’amour-Hatscher-würdige italienische Backing-Vocals. Alles in allem ist zu sagen, dass die Briten mit dem vorliegenden nahezu orchestralen Werk wohl wieder vorhatten, einen kleinen Meilenstein in ihrer Geschichte zu legen, und nach mehrmaligem Hören kann man durchaus sagen, dass dies ganz gut und vor allem musikalisch vielfältig gelungen ist. (pa)

HOLLYWOOD VAMPIRES

Hollywood Vampires Es war dies dereinst eine hochprozentige Wohlfühloase, hier soffen sich Rockstars ins Delirium. Mittlerweile geläutert, rief Alice Cooper gemeinsam mit Johnny Depp dieses Mekka wieder aus, mit weniger Promille, dafür mehr Volume: Unter jenem Banner liefern die Helden von einst, darunter auch Joe Perry, Dave Grohl, Paul McCartney und Brian Johnson, wohlfeile Coverversionen vom Sound des Annodazumal. (sb)

DAHLKE/PICHLER EAGLES OF DEATH METAL

Zipper Down Die Eagles Of Death Metal haben es wieder einmal gut mit uns gemeint, vor allem mit denjenigen, die einen naturgegebenen Bewegungsdrang besitzen. Alle anderen werden aber auch merken, dass ein solcher sie einholt, denn eines funktioniert beim Hörgenuss von „Zipper Down“ nämlich gar nicht: Stillsitzen! Feinster Rock ’n’ Roll, der vor allem durch seine Gitarrenriffs und bestens platzierte Drumbeats besticht. Hinzu kom-

men noch Lyrics, auf die man besonders achten sollte, versteckt sich darin die eine oder andere lustige Zeile, die man nicht missen sollte. Dass Josh Homme neben seiner Position als Drummer bei den Eagles auch als Produzent beste Arbeit geleistet hat, ist augenscheinlich – die Abmischung des Werks sucht ihresgleichen und besticht durch das ihm zugeschriebene musikalische Talent und Gespür. Am besten, man hört sich jedes einzelne Lied über ausgezeichnete Kopfhörer oder Boxen an, da spielt es Rambazamba zwischen den Ohren!Dass der Spaß bei den beiden Masterminds – neben Josh Homme muss natürlich vor allem auch Frontman Jesse Hughes erwähnt werden – niemals zu kurz kommt, ist ein alter Hut. Den hatten sie sichtlich auch bei der Produktion ihres Albums, abgesehen von dem ausgeklügelten Artwork besticht vor allem die 8. Nummer auf dem Album. Warum? Einfach selbst hören! (pa)

GEWINN SPIEL Wir verlosen „Veganize Your Life!“ Nähere Informationen auf www.ticketmagazin.com

Veganize your Life! „Gesünder leben“ heißt mittlerweile für eine Vielzahl an verwöhnten Mitteleuropäern, sich vegan zu ernähren. Ist Veganismus der Lebensstil der Zukunft? Oder sind die Kritiker, die Mangelerscheinungen als Folge sehen, doch im Recht? Ist vegane Ernährung tatsächlich „Peace Food“? Ein Buch mit „1.000 Fakten“, die man durchaus kritisch genießen darf. (sb)

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Hart und zart Postapokalyptische Autoschlachten und Geschicklichkeitsübungen in 3D-Papierwelten: Die Game-Highlights des Herbstes bieten ein starkes Kontrastprogramm. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Jo gibt t es setiem Neues in auch Origami.

Tearaway Unfolded Plus: Wie schon auf der Vita-Version vor zwei Jahren gelingt es auch der recycelten PS4-Variante vor allem durch den exzellenten Einsatz des Steuerungsgerätes – aktuell des DualShock 4 Controllers – zu begeistern. Dem unvergleichlichen Charme des Spiels ist man ohnehin immer erlegen. Minus: Wenn es was zu beanstanden gibt, dann sind es kleinere Hacker bei der Fortbewegung unseres Kuriers durch das Hüpf-Puzzle. Außerdem kommt das größere Vita-Touchpad gameboy JO dem kreativen Gesamtkonzept eher entgegen. Fazit: Papier zu mir – denn das ideenreiche Spielprinzip gehört noch lange nicht in den Altpapier-Container! Publisher: SCEI Jeden Monat stellt euch Joachim Schmida eine Plattform: PlayStation 4 Auswahl der besten Konsolenspiele vor. Faszinierend,

Spielwiese

Fotos: Hersteller

Mad Max Plus: We Don’t Need Another Hero? „We don’t need another Film-Versoftung“, könnte man angesichts der letzten Desaster fast meinen. Gegenteiliges beweist „Mad Max“. Es vermengt die Kampftechnik von „Mittelerde: Mordors Schatten“, die offene Welt eines „Far Cry 4“ und das Endzeit-Wüsten-Setting von „Mad Max“ zu einem anarchisch-bizarren Open-World-Spielerlebnis. Minus: „Mad Max“ ist groß, sehr groß – und wie aufregend einerseits manche Missionen sind (Stichwort Konvoi-Überfälle), so repetitiv und öde sind leider auch eine Vielzahl der anderwärtig zu meisternden Aufgaben. Weniger ist eben oft wirklich mehr. Fazit: Während uns der Film „Fury Road“ von der ersten bis zur letzten Sekunde in einen wahren Adrenalinrausch versetzt und praktisch einen permanenten Showdown zelebriert, kommt das Game leider erst bei fortlaufender Spieldauer so wirklich in Fahrt. Dennoch: Die düster-triste „Mad Max“-Atmosphäre ist absolut stimmig eingefangen. Der genannte Kino-Streifen ist vielleicht einer der besten Action-Kracher des Jahres, das Game, das vom Plot her weder mit dem neuen Teil noch mit den Vorgängern etwas zu tun hat, mindestens ein Anwärter auf eines der besten Filmspiele des Jahres! Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment Plattform: PS4, Xbox One und PC

was sich in der Game-Welt so tut!

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U21 nimmt sich Nationalteam zum Vorbild

Foto: GEPApictures.com

Das österreichische U21-Nationalteam ist erfolgreich in die Qualifikation zur UEFA U21 EM 2017 gestartet. Nach zwei Siegen in den ersten beiden Spielen im Rahmen der Qualifikation liegt das U21-Team in der Tabelle mit dem Punktemaximum von 6 Punkten gleichauf mit Finnland an der Tabellenspitze. Die Gruppensieger und die vier besten Zweitplatzierten nehmen an der Endrunde im Sommer 2017 in Polen teil. Am 9. Oktober spielt das Team von U21-Teamchef Werner Gregoritsch um 17.30 Uhr in der NV Arena in St. Pölten sein drittes Qualifikations-

U21 Michael Gregoritsch und Dominik Wydra (Kapitän) freuen sich über den Erfolg des Teams.

spiel gegen die U21-Auswahl aus Aserbaidschan. Tickets sind für alle Fußballfans im Internet via www.oeticket.com bzw. telefonisch unter 01/96096-555 erhältlich. Das günstigste Ticket (Kind) kann bereits ab € 5,00 erworben werden.

Es können maximal acht Tickets pro Person bestellt werden. Die neuesten Informationen zu allen Nachwuchs-Nationalteams finden Sie unter www.oefb.at bzw. www. facebook.com/NachwuchsNationalteams.

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!ticket spaß

Sexy Old Man Der in Wien lebende Engländer Steve Gander hat eine Stimme, die so klingt, als würde man ganz vorsichtig ein rostiges Eisentor öffnen. Der sinnliche Kerl übte schon einige interessante Berufe in seinem Leben aus. Er war Koch mit Haube in einer britischen Irrenanstalt, Professor für englische Literatur in Prag und Straßenmusiker in Wien. Hier lernte er den Gitarristen Helmut Bibl kennen, der bereits für die Austro-Legenden Andy Baum, Drahdiwaberl, Falco, Hallucination Company und Supermax zum Instrument gegriffen hatte und jetzt an

STARREBUS

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SEX SELLS Georg Biron

den schaurig-schönen englischsprachigen Rocksongs von Gander so sehr Gefallen fand, dass er mit ihm das Studioalbum „Steve Gander & The Lost Heroes“ (Mayday Records) produzierte. Lost Heroes Genial und zugleich hinterfotzig wird dabei mit Elementen der Rock‘n‘RollMusikgeschichte jongliert. Das Album kommt sehr maskulin und breitbeinig daher und eignet sich wunderbar als Soundtrack für das ganz private Kopfkino, das von Heldinnen und Helden des

Scheiterns am Ende einer zähen Nacht erzählt. Die Stadt liegt satt da wie ein schönes Weib. Über den sanft geschwungenen Hüften ziehen eifersüchtige Möwen keifend ihre Kreise. Darüber liegt der Himmel eines warmen, rauchigen Morgens: eine flotte Skizze aus weichem Sound, mit feuchten Fingern auf der Gitarre verwischt. In der Phantasie der „Verlorenen Helden“ kreuzen sich verspielte Phantasien, zeitgeistige Betrachtungen und heißblütige Liebesaffären aus der Vergangenheit. Ein saftiges Vergnügen.

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Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Was könnte hiermit gemeint sein? Die Auflösung unseres letzten Rebus’ war „Imagine Dragons”. Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket.

Fotos: moff, fotolia, beigestellt

Weitere Gewinnspiele finden Sie auf den Seiten 26 & 55. Infos & Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 21. Oktober 2015. Das nächste !ticket erscheint am 28. Oktober 2015.

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DAS BROADWAY MUSICAL

NACH DEN GESCHICHTEN VON P.L. TRAVERS UND DEM FILM VON WALT DISNEY

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©Disney / CML | Foto: George Holtz

NUR NOCH BIS JÄNNER 2016!

22.09.15 15:43


HIGHLIGHTS

präsentiert

MARTIN RÜTTER

„nachSITZen“

a 27.10.’15 Wr. Neustadt, Arena Nov ena sAr 28.10.’15 Linz, Tip 29.10.’15 Innsbruck, Olympiahalle 13.04.’16 Villach, Stadthalle 14.04.’16 Graz, Stadthalle 15.04.’16 Wien, Stadthalle D

BÜLENT CEYLAN ock“ „Haardr

06.11.’15 Graz, Stadthalle 07.11.’15 Innsbruck, Olympiahalle 03.12.’15 Wien, Stadthalle D 04.12.’15 Linz, TipsArena Neues Programm „KRONK“: 29.01.’17 Salzburg Arena

10.02.’15 Graz, Orpheum 11.02.’15 Wien, Theater Akzent 12.02.’15 Linz, Neues Rathaus 13.02.’15 Salzburg, Republic

PATRICK HEIZMAN– Live“ „Essen erlaubt!

27.04.’16 Wien, Globe Theater 28.04.’16 Graz, Orpheum 29.04.’16 Leonding, Kürnberghalle

„Der Körpersprache - Code“

THORSTEN HAVENER

HAGEN RETHER „Liebe“

07.+09.03.’15 Wien, Konzerthaus, Mozart Saal 08.03.’15 Graz, Orpheum 10.03. ’15 Salzburg, Republic

„Leben mit dem Isarpreiß“

HARRY G

15.03.’16 Wien, Stadtsaal 16.03.’16 Graz, Orpheum 18.03.’16 Leonding, Kürnberghalle 19.02.’16 Salzburg, Republic

DR. ECKART VON HIRSCHHAUSEN „Wunderheiler“

„Magie – Träume erleben!“

EHRLICH BStaRdthOalleTF HERS 03.03.’16 Wien, 04.03.’16 Salzburg, Arena

12.04.’15 Wien, Stadthalle F 13.04.’15 Graz, Stadthalle

PAUL PANZER

„Invasion der Verrückten“

01.+02.04.’15 Wien, Stadthalle F

!ticket Oktober 2015  

mit Simply Red, Morrissey, Hurts, dem Thema "Heimat", Viennale, Eishockey, a-ha, Rammstein, Boy, Lana Del Rey, New Order und vielem mehr!

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