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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

Die letzte Salbung Die Heavy-Metal-Urgesteine Black Sabbath verkünden das Aus der Band und gehen ein letztes Mal auf Tour!

COMICS Ausgezeichnete Identifikations-Figuren: Seit Generationen beflügeln die Helden aus den bunten Bilderwelten unsere Fantasie. Für die ViennaComicCon verlosen wir 1 x 2 Wochenend-Pässe! Trefft auf die Szene-Stars von „Breaking Bad“ und „Game Of Thrones“, Jae Lee, June Chung und viele mehr höchstpersönlich!

P.b.b. 15Z040254 M Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

musik show 2 0 1 5 sport theater kabarett

NOV

get up! BRYAN ADAMS Nach sieben Jahren hat der kanadische Vollblutmusiker ein neues Studioalbum eingespielt – 2016 gastiert er damit live in Wien.


HIGHLIGHTS

präsentiert

MARTIN RÜTTER hSITZen“ „nac

13.04.’16 Villach, Stadthalle 14.04.’16 Graz, Stadthalle 15.04.’16 Wien, Stadthalle D a 23.03.’17 Wr. Neustadt, Arena Nov 24.03.’17 Linz, TipsArena

MARKUSaliHasIR„ETrmLEi-ORma“ „Ärger-Therapie“ ma.at ,alle Termine auf ermi-o

STEFAN VERRArache:

„Ertappt! Körpersp Echt männlich. Richtig weiblich.“

„Magie – Träume erleben!“

EHRLICHWieBn,RStaOdthTalleHF ERS 03.03.’16 04.03.’16 Salzburg, Arena

01.12.’15 Klagenfurt, Audimax 02.12.’15 Graz, Orpheum 08.12.’15 Salzburg, Republic 09.12.’15 Steyr, Stadttheater 03.06.’16 Innsbruck, Congress 08.06.’16 Leonding, Kürnberghalle 09.06.’16 Globe, Wien

„Echstasy“

MICHAEL HATZIUS

21.01.’16 Graz, Orpheum 22.01.’16 Linz, Posthof 23.01.’16 Wien, Stadtsaal

21.11.’15 Leonding, Kürnberghalleter 10.12.’15 Wr. Neustadt, Stadtthea 30.01.’16 Graz, Orpheum

„Kulisionen“

GERNOT KULIS

kulis.at ,alle Termine auf gernot

KONZERTHAUS, BERIO-SAAL 27. – 30.12. 19:30 UHR 31.12. 19:00 UHR + 22:30 UHR (PAUSE ÜBER MITTERNACHT)

KARTEN: konzerthaus.at 01 - 242 002 und oeticket.at 01 - 96 0 96. Weitere Informationen unter silvesterinwien.at


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!ticket editorial Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Ich glaube ...

Foto: Conny de Beauclair

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uf seinem Album „Udo“ von Udo Jürgens selig singt der große Komponist: „Ich glaube, diese Welt müsste groß genug, weit genug, reich genug für uns alle sein.“ Gerade die letzten Wochen haben uns vor Augen geführt, wie sehr wir uns diesen Satz einprägen, leben sollten – und zur Abwechslung einmal mit weniger Egoismus und Scheuklappen an einer gemeinsamen Zukunft miteinander arbeiten sollten. Wer weiß, was man von einander noch lernen kann? Denn, so singt Udo weiter: „Ich glaube, dieses Leben ist schön genug, bunt genug, Grund genug, sich daran zu erfreuen.“ Leider machen hierbei nur zu gerne „Glaubensfragen“ einen Strich durch die Rechnung: Hier verliert die Religion seit Jahren sukzessive an Bedeutung, dort lodert das religiöse Feuer hoch wie nie. Dass es da zu Spannungen zwischen den Extremen kommt, ist klar. Vielleicht sollte man sich, wie so oft, an der Musik ein Vorbild nehmen? Während selbst für Genrefremde außer Frage steht, dass Black Sabbath eine der wichtigsten Bands der letzten Jahrzehnte darstellt, kann man sich darüber streiten, ob Originalsänger Ozzy, oder doch sein Nachfolger Ronnie James Dio „besser“ waren. Kann man, muss man aber nicht. Denn wenn die Herren zu ihrer letzten Tour läuten, werden beide Fraktionen vereint vor der Bühne stehen und sowohl „Iron Man“, als auch „Heaven and Hell“ abfeiern. Warum kann man also nicht einfach akzeptieren, dass die einen Menschen an Gott, Buddha, Allah oder von mir aus auch ans Spaghettimonster glauben? Welche Götter außer Black Sabbath noch nach Österreich kommen? Das lesen Sie hier! Roberta Scheifinger

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BRYANADAMS GET UP

31.05.2016 WIENER STADTHALLE WWW.BRYANADAMS.COM Tickets sind auf www.musicticket.at, bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096), in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und MegaCard-Members) und unter 01/24924 sowie in allen Raiffeisenbankenin Wien und NÖ sowie auf www.ticketbox.at erhältlich. Ermäßigung für Raiffeisen Kontoinhaber! Weiters gibt es Tickets unter www.stadthalle.com, Tel. 01 79 999 79 sowie an den Kassen der Stadthalle.

LIVE 2016

02.10. DORNBIRN MESSEHALLE 04.10. WIENER STADTHALLE 05.10. INNSBRUCK OLYMPIAHALLE 07.10. SALZBURGARENA 09.10. STADTHALLE GRAZ WWW.ZUCCHERO.IT

TICKETS SIND AUF WWW.MUSICTICKET.AT UND BEI OETICKET WWW.OETICKET.COM; TEL: 01/96096 IN JEDER BANK AUSTRIA ERMÄSSIGUNG FÜR TICKETINGKUNDEN UND MEGACARDMEMBERS UND UNTER 01/24924 SOWIE IN ALLEN RAIFFEISENBANKEN IN WIEN UND NÖ SOWIE AUF WWW.TICKETBOX.AT ERHÄLTLICH. ERMÄSSIGUNG FÜR RAIFFEISEN KONTOINHABER. AUSSERDEM GIBT ES KARTEN BEIM STADTHALLENTICKETING, AUF WWW.STADTHALLE.COM UND UNTER +43 1 7999 979.

ALBUM JETZT ERHÄLTLICH

The Souljazz orche B 7 2 W IE N

s t r a 03.11. ANDINO WIE N

02 .11.

SInkane

R O´I S´I N M U R P H Y 13.11. H A LL E E IM M Q W IE N P O R G Y & B ES S W IE N

17.11.

CURTIS HARDING

S T G E R M A I N 20.11. HALL E E IM M Q W IE N LIVE

OTTAKRINGER BRAUEREI MEHR INFOS ZU DEN NOVA JAZZ & BLUES NIGHTS KONZERTEN FINDET IHR AUF WWW.FACEBOOK.COM/NJBN.AT | WWW.NJBN.AT

WIEN

13.12 .

TOWER OF POWER

a n d y m c k e e 20.02 . CHA YA FU ER A W IE N


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!ticket inhalt

Glaubensfragen.

impressum Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger

Dio oder Ozzy Osbourne? Marvel oder DC? Connery, Moore, Lazenby, Dalton, Brosnan oder Craig? Was für eine Qual der Wahl!

14-20 14 Black Sabbath Sie gelten mit ihren schwerfälligen, düsteren Sounderuptionen als die Gründerväter des Heavy Metals. Nun gehen sie auf Abschiedstour.

22-36

Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger

Textchef: Jakob Hübner Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright. Cover: Ali Krepenek Medieninhaber, Eigentümer: Ticket Express GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, Verlagsconsulting, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 51, 5. Stiege (3. Innenhof), 1060 Wien

I WANNA BE A SUPERHERO Den klassischen Superheld findet man vor allein in Comics. Was fasziniert uns so an ihm und ist er nicht doch ein Antiheld? Eine bunte Analyse.

38-42

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LIFE&STYLE

FUN&ACTION

LIVE&MEDIA

22 Die Mönche des Shaolin Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich die Mönche Eisenstangen auf den Kopf schlagen oder wie es zu diesem Showerfolg kam?

38 !ticket testet Jeder kann zum Hip-Hop-Styler werden. Wir haben uns angesehen, welche Kleidung, Sprache, Dance-Moves und Events dazugehören.

46 Dame Mit einem Gaming-Video wurde er zum Star. Heute ist Dame als Rapper bekannt, der keine Schimpfwörter braucht.

40 Florian Scheuba In den Achtzigern und Neunzigern schuf er als einer der Hektiker bissige Sozialstudien, in den letzten Jahren fiel er vor allem durch messerscharfe Politanalysen, oft gemeinsam mit Thomas Maurer und Robert Palfrader, auf.

52 Panta R&E Das junge Wiener Label präsentiert mit Mother’s Cake, Lausch und vielen anderen hochqualitative, eigenständige Rockmusik.

Art Direktion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00 Jahresabo Europa: € 44,–. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an die PGV Austria Trunk GmbH (Leserservice) oder per Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 863 04 8022 Redaktionsanschrift: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Heumühlgasse 11, 1040 Wien, Telefon: +43 (0)1 589 54-450, E-Mail: office@ticketmagazin.com, Web: www.ticketmagazin.com. Sie finden uns auch auf Facebook und Twitter. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum.

54 Media Mit Rod Steward, One Direction, .MOFF, Seal, ES 2016 und vielen, vielen mehr!

Foto: Fotolia, Illustration: baes

28 Musical Rocks In den letzten Jahrzehnten haben einige Personen und Bands die Musikgeschichte maßgeblich geprägt. Ihre Geschichte ist es wert, immer wieder erzählt zu werden. Auch in Musicalform!

Stv. Chefredakteurin & Chefin vom Dienst: Petra Albrecht B.A.

Redaktion/Kolumnisten: Petra Albrecht B.A. (pa), Stefan Baumgartner (sb), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Alexander Haide (ah), Astrid Radner B.A. Bakk. phil. (ar), Mag. Joachim Schmida, Andreas Ungerböck (ray-Magazin), Bettina Vögl (bv), Andy Woerz, Andy Zahradnik Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons), Gerhard Haderer (MOFF.) Lifestyle: Mag. Karin Steiner

STARS&PEOPLE

18 Slipknot Die maskierte Truppe konnte im Lauf der Jahre Kultstatus erreichen. Liegt es an ihren anbetungswürdigen finsteren Masken? Oder doch an ihrer Musik

Stv. Chefredakteur: Stefan Baumgartner

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!ticket highlights

2015/16 Funny Business Jimmy Carr ist ein britischer Komiker und Fernsehmoderator („8 out of 10 Cats“, „Your Face or Mine“), war bereits des öfteren Gast in den Late-Night-Shows von Conan O’Brien und Jay Leno. Er ist berühmt-berüchtigt für seine scharfzüngigen Einzeiler, seinen dunklen Humor und seine bissigen Verbalattacken. Er reiht sich somit in die Reihe der grandiosen englischsprachigen Künstler ein, die bereits das Gartenbau besuchen durften: Eddie Izzard, Dylan Moran und Russell Brand. Leute, das ist eine Wien-Premiere!

Jimmy Carr

By Monster Energy Es wird laut! Es wird wild! Es wird heiß! Es wird Zeit für „Masters of Dirt by Monster Energy“. In einem komplett neuen Showformat trifft Extremsport auf großes Entertainment. Hier brennen nicht nur die Reifen, sondern auch die Luft! Mach dich gefasst auf ein Spektakel der Extraklasse, mit dabei sind diesmal: Freestyle Motocross, Buggy, BMX, Mountainbike, Quad, Schneemobil, Minibike und neue Showelemente, die noch nicht verraten werden dürfen. Wenn du denkst, du hast schon alles gesehen, dann irrst du! Die Show, der Sport und die Effekte werden alles Bisherige in den Schatten stellen. 19. bis 21. Februar, Wiener Stadthalle (Halle D)

Fotos: MOD (Masters Of Dirt) Stand Up Vienna! (Jimmy Carr) Amigos (Klingende Bergweihnacht) FMS (Toto Simply Red) Morgan White (Skunk Anansie)

9. März, Wiener Gartenbaukino

Masters Of Dirt

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Klingende Bergweihnach

Mit Hermann Delago Am 8. Dezember gastiert Hermann Delago & die Stadtmusik Landeck Perjen mit seinem unvergleichlichen Weihnachts-Showprogramm in der WM-Halle Seefeld und präsentiert moderne Hits und Weltmusik, interpretiert von einem traditionellen Blasorchester und großartigen Stimmen. Erleben Sie ein unvergessliches Konzert. Der Höhepunkt ist wieder die Weihnachtsgala am 9. 12.: Mit den einzigartigen Amigos (Foto), Oesch’s die Dritten und Sigrid & Marina gibt es die schönsten Weihnachtslieder und gefühlvollsten Melodien der drei Topstars!

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ÄISSI / DISSI

8. und 9. Dezember, WM-Halle Seefeld in Tirol

Toto

Toto XIV Im Frühjahr 2015 erschien mit „Toto XIV“ das erste Studioalbum seit 10 Jahren, Keyboarder Steve Porcaro meint darüber: „Für uns ist es irgendwie ,Toto V‘, es fühlt sich an, als wäre es nach ,Toto IV‘ erschienen.“ Die Reaktionen auf das neueste Werk geben ihm recht – das Album landete in neun Ländern in den Top 10. Zusätzlich zu den StudioErfolgen gelten Toto außerdem zu Recht als eine der besten Live-Bands im Rockzirkus – überzeugt euch selbst!

Fotos: MOD (Masters Of Dirt), Stand Up, Vienna! (Jimmy Carr), Amigos (Klingende Bergweihnacht), FMS (Toto, Simply Red), Morgan White (Skunk Anansie)

9. Februar, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer Summer 2016-Tour Ende Oktober spielte die Band rund um Rotschopf Mick Hucknall noch ihr „Big Love“-Konzert in der Wiener Stadthalle und feierten auch bei uns ihr 30-jähriges Jubiläum, im Sommer kommenden Jahres gibt es dann die sommerlichen Konzerte von Simply Red! Ihre Alben wurden zu Meilensteinen der Musikgeschichte und ihre zahlreichen Hits haben nicht zuletzt wegen Micks unverkennbarer Stimme einen sehr hohen Wiedererkennungswert erreicht, worauf sie sehr stolz sind. Gemeinsam mit Mick Hucknall werden Langzeitbandmitglieder wie Ian Kirkham (Saxofon), Kenji Suzuki (Gitarre), Steve Lewinson (Bass), Dave Clayton (Keyboard), Roman Roth (Schlagzeug) und Kevin Robinson (Trompete, Flöte) auf Tour gehen.

Simply Red

im August in Dornbirn, Reifnitz, Klam und St. Margarethen Support: Bones Die 1994 gegründete, britische Band Skunk Anansie besteht aus Sängerin Skin, dem Gitarristen Ace, dem Bassisten Cass und Drummer Mark Richardson. Ihr Debüt-Album „Paranoid & Sunburnt“ erschien 1995. Bis 2012 – und einer Pause zwischen 2001 und 2009 – folgten vier weitere Alben („Stoosh“, „Post Orgasmic Chill“, „Wonderlustre“ & „Black Traffic“). 2016 steht endlich ein neues Album ins Haus, das mit „Anarchytecture“ betitelt sein wird.

Skunk Anansie 15. Februar, Arena Wien

IT’S ONLY WOERZ

Ich bin ein gläubiger Mensch, denn ich glaube, dass ich folgenden Versuch auf jeden Fall machen sollte. Zudem werde ich mich bemühen, in – sagen wir mal dreißig Jahren – über dessen Auswirkungen berichten zu können: Ich bin stolzer Besitzer zweier unberührter, unzerknitterter Eintrittskarten zum diesjährigen AC/DC-Konzert in Spielberg. Ein zukünftiger Schatz, der meinen Erben dereinst viel ungestümen Reichtum bringen und sie in wohligen Gedanken ob meiner weitsichtigen Handlung schwelgen lassen wird. Von Euphorie gepackt und überschwänglicher Vorfreude gezeichnet habe ich diese Karten erstanden und gut sichtbar an einem prominenten Ort in meinem Wohnzimmer platziert, auf dass ich mich an deren Anblick ergötze, wann immer der zufällige Blick darauf fiele (Ja, und ein bisschen auch, damit ich nicht vergesse, mir an diesem Tag nichts vorzunehmen.). Der gefinkelte Plan war, an jenem 14. Mai mit einer würdigen Begleitung an den Ort des Geschehens zu pilgern und der Musik, dem Miteinander und dem Liveerlebnis zu frönen. Soweit das vorsommerliche Vorhaben. Aber dann trug es sich zu, dass erstens die geplante Begleitung sich als nicht würdig erwiesen hat (eine andere, lange Geschichte) und zweitens, ich aus beruflichen Gründen und eines unverschiebbaren Termins wegen, zwei Tage vor dem Konzertereignis ohnehin erkennen musste, dass ich wohl nicht dabei sein würde. Der Versuch, die beiden nicht ganz billigen Karten an Interessierte weiterzuverkaufen, misslang kläglich und so lagen sie bis vor Kurzem an jenem gut sichtbaren Platz. So weit, so gut. Dann entdeckte ich durch Zufall im i-Netz entwertete Tickets für ein Konzert von den Beatles im Jahr 1963 um 700 englische Pfund … Gebote für meine unbenutzten und inzwischen eingerahmten AC/DC-Karten werden entgegengenommen.

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Glaubensfragen Was ist Heldenverehrung? Von Kultfiguren und „Göttern“ im kulturellen Umfeld. Ist Gott tot, oder gibt es viele? Sind sie menschlich oder überirdisch? TEXT: PETRA ALBRECHT

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elden- und Götterverehrung gibt es seit jeher. Im alten Ägypten, Rom und Griechenland stand Götterkult an der Tagesordnung. Vor allem die Griechen vermochten es, ihre Götter so vermenschlicht darzustellen, dass sie einem viel näher waren als ein allwissender, gütiger Übergott. Der Zorn der Götter wurde gefürchtet und gleichermaßen wurden sie aber auch für ihre „Superkräfte“ bewundert. Solche Superkräfte haben auch Superhelden, die den einen oder anderen Comic-Freund durch seinen Alltag begleiten. Wir stellen uns in dieser Ausgabe die Frage, was es mit der SuperheldenVerehrung so auf sich hat.

Die Heldenverehrung beziehungsweise der Kult um Personen zieht sich durch etliche Bereiche unseres Lebens. So ist dieser auch im musikalischen Umfeld gegeben. Ozzy Osbourne beispielsweise ist einfach ad personam schon eine Kultfigur, einige seiner Fans bezeichnen ihn wohl als „Rockgott“. „God Is Dead“ heißt ein Song des letzten Albums seiner Band Black Sabbath. Ob dem so ist, damit beschäftigt sich Redakteur Stefan Baumgartner eingehend. Aber auch unsere Redakteurin Astrid Radner fühlt einem Lifestyle-Kult auf den Zahn:

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Sie sieht sich im Rahmen von !ticket testet an, wessen es bedarf, um zumindest optisch zur Kultfigur im Hip-Hop-Bereich aufzusteigen. Die Glaubensfrage wird also nicht nur in religiöser Hinsicht gestellt. Zu Reibereien zwischen den Anhängern der unterschiedlichen „Religionen“ kommt es im Bereich Kultur wohl auch, allerdings passieren diese meist am Stammtisch und enden zum Glück nicht in heiligen Kriegen. Ob Sie nun selbst zu einer Kultfigur werden wollen, Bands mit Kultstatus wie z. B. Slipknot vererhren, Kabarett einfach göttlich finden oder Daniel Craig als James Bond einfach in die Kategorie „anbetungswürdig“ werfen, die Redaktion hat sich zum Ziel gesetzt, jeglichen Bereich der „kulturellen Götter“ abzudecken. Amen.

Fotos: Fotolia, beigestellt, !ticket/Patrick Pfirrmann, Juhani Zebra, Moritz Schell

!ticket thema: kult


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gottglaube

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Stipsits & Rubey. „Gott und Söhne“ heißt das neue spaßige Meisterwerk, das die beiden Spaßpiraten vorlegen. Ob sie wohl ihre Seelen im Stück verkaufen werden? Davon kann man sich bis in den Mai 2016 hinein österreichweit an den unterschiedlichsten Spielstätten überzeugen.

jenseitsglaube Mike Supancic. Der Steirer beschwört in seinem neuen Kabarett Geister. Dabei landet er irgendwie im Reich der Toten und siehe da: Hier scheint der Schmäh zu rennen! Komisch wird es unter anderem bei der Premiere am 27. Jänner 2016 im Wiener Stadtsaal.

feuerglaube Mono & Nikitaman. Mit „Im Rauch der Bengalen“ bringt das deutschösterreichische Duo ein wundervolles Doppelalbum auf den Markt. Insider munkeln, dass es wohl ihr bestes Werk bis jetzt ist. Einfach Ohren auf, reinhören und mitswingen!

scienceglaube Science Busters. Obwohl „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ schon länger in den Bücherregalen steht, sei dieses kultige Buch dennoch erneut empfohlen! Naturgesetze gelten schulussendlich für jedermann und raten dem einen oder anderen von einem Irrglauben ab.

geister glaube Ghost. Die schwedischen Metaller entführen in die Geisterwelt. Mystisch und teuflisch geht es bei ihren Bühnenshows zu. Skullkostüme, Roben – hui, da will uns jemand Angst einjagen! Zum Glück mit einer geballten Ladung Heavy Metal, vor dem man sich nicht fürchten, sondern eher auf den Geisterbahnzug einsteigen sollte. Am 20. November hat man in der Arena Wien die Chance dazu.

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!ticket coverstory e termin

der ommt eich k r r e t s D) ch Ö er: (Halle d uch na Und a uperstar wie r Stadthalle e S Rock- . Mai Wien Am 31

Das Leben des Bryan

35 Jahre Rock and Roll! Der Mann ist ein Phänomen. Obwohl der kanadische Vollblutmusiker ständig auf Tour ist, hat Bryan Adams noch genügend Power für sein Familienleben, eine erfolgreiche Zweitkarriere als Fotograf und ein neues Studio-Album. Einzig für Starallüren bleibt da keine Zeit. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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An dem Workaholic-Dasein änderte auch Töchterchen Nummer zwei, Lula, die im Februar 2013 das Licht der Welt erblickte, nicht viel. Zudem sind langfristige Planungen dem Star sowieso ein Graus: „Ich nehme es immer, wie es sich gerade so ergibt, das ist einfach. Ich liebe, was ich mache, und ich bekomme so oft Angebote, live zu spielen. Es sind so viele Angebote, dass ich nicht jeden

Fotos: Bryan Adams

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ein Studio-Album in sieben Jahren, lediglich vereinzelt neue Songs, die als DanceExperimente oder auf Soundtracks veröffentlicht wurden. Das bedeutete aber nicht Stillstand für Superstar Bryan: Er konzertierte ohne Unterbrechung mit seinen größten Hits rund um den Globus und kümmerte sich um seine Zweitkarriere als mittlerweile anerkannter Spitzenfotograf, Ausstellungen in Österreich inklusive. Auch die Geburt seiner ersten Tochter Mirabella im April 2011 änderte wenig an seinem Rock-Leben, rasch zog es ihn wieder auf die Bühne. „Im Jahr als meine Tochter geboren wurde, habe ich 120 Konzerte überall auf der Welt gespielt, in Indien, Bangladesch, Nepal, Australien, England, den USA, in Europa und sogar in der Karibik“, erinnert er sich und lacht: „Ja, das war ein bisschen faul für meine Verhältnisse, da hast du recht!“


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Wunsch erfüllen kann. Wenn ich das würde, wäre ich nie zu Hause.“ Ein Eingeständnis ist ihm dennoch zu entlocken. „Es steht völlig außer Frage, dass ich genauso gerne zu Hause bin wie auf Tour“, gibt er zu, „Das war schon immer so.“ Das Leben des Vollblutmusikers haben die Kids nicht auf den Kopf gestellt. „Das Leben hat sich nicht verändert“, philosophiert Adams, „Es ist einfach nur besser geworden!“

Unberechenbar Damals, als Lula das Licht der Welt erblickte, stand ein neues Studio-Album nicht zur Diskussion: „Ich habe zwar eine Menge Songs, aber ich habe mir noch nicht die Zeit genommen, um zu entscheiden, was ich mit ihnen mache.“ Unberechenbar bleiben. Nur das tun, was wirklich Spaß macht und dringlich ansteht. Zu Adams’ Favoriten gehören die unterschiedlichen Kunstprojekte wie der bejubelte „Legacy Of War“-Fotoband, in dem verstümmelte Soldaten zu sehen sind, genauso wie unzählige Charity-Konzerte. In den ver-

gangenen Jahren überraschte Adams mit so manchem Remix oder dem Dance-Track „Tonight in Babylon“. Das fällt ebenfalls unter das Motto „unberechenbar bleiben“: „Manchmal ist ein Ausflug in eine andere Welt eine interessante Herausforderung. Ich hatte immer Freude daran, günstige Gelegenheiten beim Schopf zu ergreifen, egal, ob das Soundtracks waren oder mit Luciano Pavarotti zu singen, ob es Dance oder Rock ist. Es ist alles Musik. Was das alles dieses Mal verbindet? Meine Stimme.“

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Jetzt hat er sich die Zeit genommen. Für ein neues Studio-Album. Gemeinsam mit Langzeit-Partner Jim Vallance, der seit dem Debüt vor nunmehr 35 Jahren an Adams’

Kein Stillstand Trotz Familienleben und Erfolg als Fotograf ist Bryan Adams der Musik treu geblieben.

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!ticket coverstory Objektiv betrachtet Der 56-Jährige ist vor und hinter der Kamera ein Hit.

Seite ist, entstand unter den wachsamen Augen von Producer und PopLegende Jeff Lynne (Electric Light Orchestra, Travelling Wilburys) der Longplayer „Get Up“, der ihn in bester Spielfreude zeigt. Keine Experimente, sondern gerader Rock and Roll. Das bewies schon die erste Single „Brand New Day“, bei „You Belong To Me“ ist sogar die Handschrift von Jeff Lynne unüberhörbar, es erinnert ein klein wenig an den ELO-Sound. Zwischen zwei Welten Auch wenn der Lebensmittelpunkt der Adams-Family in der „alten Welt“ liegt – Bryan besitzt Wohnsitze in London und Paris – hat er den Kontakt zu seinen Wurzeln in Kanada niemals verloren. „Ich habe eine sehr enge Bindung“, plaudert er Privates aus, „Ich fliege ständig hin und her und besitze

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noch immer mein Studio in Vancouver, das Warehouse Studio.“ In Österreich ist Admas beinahe ebenso gerne, in Wien fühlt er sich ganz besonders wohl.

Kein Wunder, verbrachte er in seiner Kindheit, in den späten 60er-Jahren, einige Zeit in Wien, als sein Vater als Diplomat in der Hauptstadt Dienst tat.


TICKETS SIND AUF WWW.M USICTIC KET.AT UND BEI OETICKE T WWW.O WWW.STADTHAL LE.COM, TEL. ETICKET.COM; TEL: 01/9609 6 01 79 999 79 SOWIE AN DEN KASSEN SOWIE UNTER DER STADTH ALLE ERHÄLTL ICH.

19.03. WIENER STADTHALLE - HALLE D 06.04. TIPSARENA LINZ TICKETS SIND AUF WWW.MUSICTICKET.AT, BEI OETICKET (WWW.OETICKET.COM; TEL: 01/96096), IN JEDER BANK AUSTRIA (ERMÄSSIGUNG FÜR TICKETINGKUNDEN UND MEGACARD-MEMBERS) UND UNTER 01/24924, UNTER WWW.STADTHALLE.COM.TEL. 01 79 999 79 SOWIE AN DEN KASSEN DER STADTHALLE UND IN ALLEN RAIFFEISENBANKEN IN WIEN UND NÖ SOWIE AUFWWW.TICKETBOX.AT ERHÄLTLICH.

SKALAR ENTERTAINMENT PRÄSENTIERT:

SPECIAL GUEST:

MATT BIANCO LIVE IN DORNBRIN - HAUS DER MESSE 05.AUGUST REIFNITZ AM WÖRTHERSEE 06.AUGUST BURG CM 07.AUGUST ST.MARGARETHEN - STEINBRUCH 09.AUGUST 2016

01. JULI 2016 - MESSE GRAZ 02. JULI 2016 - KRIEAU WIEN TICKETS SIND AUF WWW.MUSICTICKET.AT, BEI OETICKET (WWW.OETICKET.COM; TEL: 01/96096), IN JEDER BANK AUSTRIA (ERMÄSSIGUNG FÜR TICKETINGKUNDEN UND MEGACARD-MEMBERS) UND UNTER 01/24924 SOWIE IN ALLEN RAIFFEISENBANKEN IN WIEN UND NÖ SOWIE AUF WWW.TICKETBOX.AT ERHÄLTLICH. ERMÄSSIGUNG FÜR RAIFFEISEN KONTOINHABER!

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!ticket stars&people

Gott ist tot Black Sabbath gelten mit ihren schwerfälligen Sounderuptionen, die durch die Düsternis wabern, als die Gründerväter des Heavy Metal. Nun bettet man sich zur ewigen Ruhe: This is the end, beautiful friend. This is the end, my only friend, the end. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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lack Sabbath sind eine Institution. Insbesondere den Frühwerken ist eine schier unglaubliche Autorität anheim, ihr Einfluss auf die Musikhistorie nicht minder bedeutsam wie jener der Beatles. Von kapitalistischer Perspektive mag im Triumvirat Led Zeppelin–Deep Purple–Black Sabbath zwar

termine Black Sabbath ziehen am 28. Juni in der Wiener Stadthalle (Halle D) einen finalen Schlussstrich unter ihre beispielhafte Karriere. Black Label Society spielen am 18. November in der Arena Wien, Kadavar am 15. Dezember ebenda.

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das Flugschiff die Nase vorn haben, in puncto historische Nachhaltigkeit darf man aber gerade die Frühphase der Formation aus Birmingham nicht unterschätzen – gilt sie immerhin bis dato als unverzichtbare Inspirationsquelle, ja, vielmehr oft gar als direkte Blaupause nicht allein für die hippe Retro-Welle, dröhnenden Doom oder geifernden Sludge – sondern vielmehr für alles zwischen Soundgarden und Metallica. Nichts, nicht einmal die Jimi Hendrix Experience oder Cream, waren vor dem selbstbetitelten Debüt (1970) düsterer, elementarer: Tony Iommi penetrierte feist mit sinisteren, dabei aber nicht selten

überaus zephiren Tönen, während die Rhythmusfraktion Bill Ward und Geezer Butler mondäne Katakomben, triefend vor pulsierender Lava und schwefeligem Stank, erbauten. In diesem Tartaros hauste ein wütender Zerberus, der durch die Höllenfeuer angestachelt, heulend begehrte, sich loszureißen, die Zähne durch Mark und Bein zu schlagen und unschuldige Seelen hinab in die Unterwelt zu ziehen: Ozzy Osbourne. Der Bruch Diese kongeniale Urbesetzung zerbrach freilich nach „Never Say Die!“ (1978): Das viele Weißpulver machte Ozzy etwas

Fotos: Universal Music, Hersteller

The End Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Geezer Butler schließen das letzte Kapitel ihrer unglaublichen Geschichte – für immer. Darf vielleicht Bill Ward ebenfalls als Sargträger fungieren?


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MUNDPROPAGANDA

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mehr daneben als die Kollegenschaft, der Split war unaufhaltsam. Ihm folgte Ronnie James Dio, kleiner Mann mit großer Wirkung. Bis heute und wohl auf ewig ist dies eine Glaubensfrage, welche die Geister scheiden wird: „Dio oder Ozzy?“ Insbesondere darf man nicht vergessen: Erstgenannter hat bereits den De-Mortuis-Bonus verliehen bekommen. Dass dabei andere, so auch Ian Gillan, aber auch Glenn Hughes (beide Deep Purple) und Tony Martin für Sabbath hinterm Mikro standen, wird nicht ganz zu Unrecht gern vergessen. Tatsächlich ist Dio selig natürlich der stimmlich gefestigtste, wandelbarste Sänger von allen, doch darum geht es hier nicht wirklich. Für die wahren Sabbath – und hier geht Slash mit uns d’accord – kann es nur eine Stimmlage geben, nämlich Ozzys Geseiere. Jenes wurde von den Gitarristen Randy Rhoads († 1982) und fortan von Zakk Wylde (Black Label Society) kunstvoll unter dem Egobanner in Szene gesetzt, eine Szene, die jedoch ab 2002 von einer ziemlich abstrusen Szenerie überschattet wurde: „The Osbournes“, die MTV-Doku-Soap über die Chaosfamilie. Dieser tattrige, verwirrte Stolperer soll der vormalige Fürst der Finsternis sein? Die Wiedervereinigung Daher war wohl die Heavy-Metal-Welt auch zwiegespalten, als Sabbath 2011 ihre Wiedervereinigung – neues Album inklusive, Bill Ward dann doch exklusive – bekanntgaben. Nicht unbeteiligt war wohl auch die Tatsache, dass sie mittlerweile einem Schwall an „Generation2.0“ gegenüberstanden, die allesamt – von Graveyard bis hin zu Kadavar – die Ära „Black Sabbath“ bis „Masters of Reality“ in Reinkultur zelebrieren. Aber: „13“ zeigte, dass die alten Herren immer noch Relevanz haben, wenngleich es auch unwahrscheinlich ist, dass Ozzy außerhalb des Studioumfeldes auch nur eine Zeile derart gerade zu artikulieren

vermag. Man klang an weiten Stellen wie eine „rubinisierte“ Variante von „Masters Of Reality“, lieferte das beste seit „Dehumanizer“ ab, der Jam-Charakter verlieh eine gelöste Attitüde, die zu Dio-Zeiten stellenweise gemisst wurde. Der einzige Grund, den formidablen Neuanfang mit einem verächtlichen Schnauben abzuschieben, konnte lediglich eine schwere Triskaidekaphobie gewesen sein. Aber dann hat man im Heavy Metal ohnehin sein schweres Los! Ja, selbst auf der Bühne konnte man überzeugen: Tony Iommi spielte trotz seiner Krebserkrankung meisterhaft, und gar Ozzy verstörte weitaus weniger als zuletzt bei „Ozzy and Friends“. Freilich, es mag komisch wirken, dass gerade er Bill Ward attestierte, nicht mehr die erforderliche Leistung für Sabbath bringen zu können und er dementsprechend von Rage Against The Machines Brad Wilk beziehungsweise Tommy Clufetos (Ozzy Osbourne, Rob Zombie, Alice Cooper) ersetzt wurde. Das Ende Doch nun die Hiobsbotschaft: Die Herren Osbourne, Iommi und Butler schließen das letzte Kapitel ihrer unglaublichen Geschichte – „für immer“. Und vielleicht darf ja sogar Bill Ward ebenfalls als Sargträger fungieren, denn trotz aller Dispute: ganz ausgeschlossen wurde es noch nicht. „God is Dead“ hieß es auf „13“, Sabbath jedoch lebten gewaltvoll wieder auf – wenngleich auch nur für einen letzten Seufzer, bevor das EKG nur mehr den einen andauernden penetranten Ton von sich gibt. Aber vielleicht ist’s auch nur das Ziel, für eine Kurzweil in den Himmel aufzufahren und Gottvater mit Pauken und Trompeten dorthin zu jagen, wohin er wirklich gehört: ins lodernde Höllenfeuer. Eben getreu dem Motto: „Is this the end of the beginning? Or the beginning of the end?”

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (sb, bv, pa)

Gentleman Pistols – Hustler’s Row Die Heavy-Blues Rocker kredenzen Thin Lizzy im Hinterkopf pulsierendes Testosteron, karessieren indes lieblich.

Paradise Lost – Symphony f.t. Lost Nun schicken sich auch die Gothic-Altmeister an, ihre Songs live in klassische Gewänder zu hüllen. Medioker.

The Decemberists – Flora Songs Alle Songs, die auf dem letzten Album fehlten, nun auf EP! Sphärisch, wundervoll – ein zweistimmiger Traum.

Kari Rueslatten – To The North Mit ihren ruhigen Liedern regt sie das „Nachdenken“ an! Lasst uns einfach mal für ein Moment abschalten.

Mammoth Storm – Fornjot Entspannend und mitreißend zugleich: Das findet man selten derart gekonnt in der „härteren“ Musikszene!

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!ticket stars&people

Sagenhaft schön Mystische Melodien und happy Tristesse: Die geheimnisvollen Klänge der britischen Hipster-Heroen alt-J erobern nun auch den Mainstream.

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eben dem BaumwolleSportbeutel, Bartpflegeprodukten, Craft-Beer und gepunkteten Socken gehört ein Song der Band aus Leeds auf jeden Fall zu einem der wichtigsten „Gadgets“ beziehungs-

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weise Aushängeschilder der hippen Kultur. Fast blöd nur, dass alt-J mittlerweile ganz schön viele Leute gerne hören und sehen wollen – man könnte schon fast von alternativer Mainstream-Musik sprechen. Jetzt hört der

Nachdenklich Auch auf ihren offiziellen Fotos geben sich Thom Green, Gus UngerHamilton und Joe Newman gedankenvoll.

Fotos: Marcus Haney

TEXT: PETRA ALBRECHT


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ner Welle und steckt in einer Geschichte fest, die von düsteren Trollen, von der großen Liebe, einem Aufeinandertreffen mit der „Kindlichen Kaiserin“, von einem Bergabrutschen auf Leprechauns Regenbogen und von einem Bad in rosaroter Zuckerwatte handelt. Und hier braucht man kein LSD oder sonstige bewusstseinserweiternde Substanzen. Es reicht ein Paar gute Kopfhörer oder Boxen und los geht es. Zwischenzeitlich muss man dann aber doch ziemlich auf und ab hüpfen, denn – Obacht – es gibt auch tanzanimierende Elemente bei alt-J. Und eben diese sind live ein Genuss. Während alt-Js Musik sphärenhaft dahinplätschert und ihre Musikvideos einen hohen künstlerischen Anspruch widerspiegeln, so wird live völlig unprätenziös das dargeboten, worum es

termine Mit alt-J schwebt man am 25. November in der Wiener Stadthalle auf Wolken.

schlussendlich geht: Live-Musik ohne viel Schischi und Blabla. Nicht umsonst kommen die Briten aus Kunst- und Literaturkreisen, das spürt man bei jedem kleinen Musikschnipsel den sie uns akustisch oder visuell zukommen lassen, dennoch fehlt zum Glück eine gewisse Arroganz, die man ihnen womöglich pauschalierterweise anrechnen würde. Von außen betrachtet, wirkt die musikalische Attitüte, vor allem direkt auf der Bühne, nicht gekünstelt und einfach echt. Am besten also selbst in aller Ruhe anhören und auf eine musikalischspirituelle Traumreise gehen.

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Rest der ahnungslosen, unhippen Bevölkerung auch alt-J? Dann können sie nicht mehr gut sein. Stopp! Gut sind sie, eben deshalb werden sie auch gerne von Menschen gehört, die keine Skinny-Jeans besitzen. Trist, melancholisch, mystisch und sagenanmutend. Hört man alt-J, fühlt man sich teilweise, als würde man gerade bei den Hunger Games teilnehmen oder wäre auf der Suche nach einem Ring quer durch Mordor unterwegs. Die nächste Assoziation, die sich im Kopf festsetzt, ist, Hand in Hand eine Wiese entlangzulaufen, freudestrahlend, und man endet dann schlussendlich doch im düsteren Wald wieder. Zuviel Tristesse? Nicht unbedingt, man braucht nur ein gewisses Einfühlungsvermögen, um sich darauf einzulassen. Dann aber, dann schwebt man auf ei-

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!ticket stars&people

Metal-Maskerade D

as Behavioral Targeting scheint bestens zu funktionieren: Eine Werbeeinschaltung eines Horrormasken-Vertriebs versperrt kurz vor Halloween für ein paar Sekunden lang den Weg zum YouTube-Video von Slipknots „Dead Memories“. Aber ist es wirklich nur der

Die Nu-Metal-Truppe Slipknot rangiert längst in der Kategorie Kult. Bleibt die Frage: Liegt es an der Musik, oder verbirgt sich das Erfolgsgeheimnis hinter den finsteren Masken? TEXT: PETRA ALBRECHT

termine Vor den bösen Buben von Slipknot kann man sich am 26. Jänner 2016 in der Wiener Stadthalle fürchten.

Fotos: !ticket/Patrick Pfirrmann

Gesichtspflege Die aktuelle Maske von Frontman Corey Taylor sieht „menschlicher“ aus als je zuvor.

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Maskenrummel, der Slipknot zu einer Kultband aufsteigen ließ? Hier spielen wohl mehrere Faktoren eine wichtige Rolle. Ihr Musikstil bettete sich wundervoll in die damalige Zeit – Ende der 90er, Anfang der 2000er – ein. Neben Bands wie System Of A Down oder Korn fanden sie ein Umfeld, von dem sie sich etwas abhoben, mit dem sie aber dennoch eine Synergie bildeten. Eine Art Alternative-Nu-Metal-Photosynthese, für die kein Chlorophyll, dafür aber ordentliche Drums und Gitarren notwendig sind. Zum Drüberstreuen gibt es dann auch noch ein paar grotesk erscheinende Masken. Über diese wurde schon so viel geschrieben, dass es im Prinzip schon müßig ist, darauf näher einzugehen. Dennoch: Natürlich sind Typen hinter einer Maske um einiges mysteriöser und spannender als ohne. Und

schlussendlich auch anbetungswürdiger – erscheinen sie doch ein bisschen anders, nicht von dieser Welt, oder vielleicht direkt aus der Hölle. Apropos Mystik, Hölle und Anbetung: Corey Taylor verriet uns einmal in einem Interview, dass er ein großer Vampir-Fan ist. Ich hätte – da sind wir wieder bei den Masken – eher auf Zombies getippt, aber nein: „Ich war ziemlich fanatisch, was Vampire betrifft. Nicht wegen Twilight oder so einem Mist. Viele der Bücher, die ich als Jugendlicher gelesen habe waren wirklich dunkle, unheimliche Horrorbücher. Alles von dem ursprünglichen Dracula von Bram Stoker bis hin zu den Vampire Chronicles von Anne Rice.“ Nun gut, Slipknot als Helden der Unterwelt zu verehren ist ein Leichtes, was man neben all der Maskerade und durchgeplanten Live-Shows sowie

selbstverschafften Kultus nicht vergessen sollte: Diese Band beherrscht ihr Handwerk. Und hier ist nicht die Rede vom Optischen, sondern vom Musikalischen. Slipknot machen Musik für die Massen – hart genug, um sich von der als kommerziell und einheitlich verschrienen Poplandschaft abzuheben, aber dennoch eingängig, sodass der „Metal“ nicht wehtut. Dies ist vor allem Corey Taylors Stimme geschuldet, die wohl des Growlings mächtig ist, sich aber anscheinend im Balladigen, Melodischen wohler fühlt. Haben es etwa Gwar oder Lordi geschafft, so viele Alben zu verkaufen oder so viele Interaktion auf ihren Social-Media-Kanälen zu generieren? Nein, eben. Also liegt es schlussendlich nicht nur an der Maske! Und die Herren von KISS lassen wir bei dieser Aufzählung einfach mal außen vor – andere Baustelle.

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im Verkauf: U E N

New Sound Festival

Liebe Leserin! Lieber Leser! Rapid oder Austria, Jehovah oder Allah, Bilderbuch oder Wanda – Glaubensfragen sind die Suppenwürze schaler Konversation. Aber den Glauben haben nicht etwa soziopathische Folterknechte und Borderliner in ulkigen Kostümen für sich gepachtet. Auch vernunftorientierte Menschen wie du und ich kommen ums Glauben nicht herum. Es ist die Vorstufe zum Wissen. Ich war noch niemals in Knittelfeld. Trotzdem glaube ich an die größte Eisenbahnerkappensammlung der Welt. Für ihre Existenz gibt es kaum handfeste Beweise. Aber diverse Menschen haben mir fasziniert von ihr berichtet, dabei aber ihr Interesse am Rest der Welt nicht aufgegeben. Ja, sogar meine Hypothese von einer weiteren, noch größeren, bisher unentdeckten Eisenbahnerkappensammlung hat ihre Laune nicht getrübt. Ich glaube an das Interesse. Alles Irrationale, und in dieser Disziplin ist das Glauben ungeschlagener Seriensieger, bedarf interessierter Öffentlichkeit. Nur so kann es sich in Wissen oder sogar Liebe verwandeln. Ich halte nichts von Slogans wie „Religion ist Privatsache“ – das könnte auch über dem Eingang vom Fritzl-Keller stehen. Ich sage: Religion ist interessant. Aber nur, solange niemand dran glauben muss.

26. Februar, Ottakringer Brauerei

Monster High

Die „spuktakuläre“ Arena-Show Die Sprösslinge der berühmtesten Monster der Weltgeschichte erobern die Bühne! Aufregung an der Monster High: Die kopflose Schulleiterin Bloodgood verkündet den allhundertjährlich stattfindenden Tanzwettbewerb. Im Laufe der Vorbereitungen zu diesem monsterkrassen Ereignis geschehen völlig unerwartete und merkwürdige Dinge, deren Herausforderungen sich die Monsterclique um Draculaura, Frankie Stein und Clawdeen Wolf stellen muss. Im mordsmäßig spannenden Finale zeigt sich dann, dass wahre Freundschaft, Mut und Zusammenhalt alle Grenzen überwinden. 21. April, Wiener Stadthalle (Halle D)

Massive Attack Support: Young Fathers Präzise erarbeitete musikalische Konstruktionen, vereint mit der komplizierten Feinheit der menschlichen Stimme unzähliger Gastsänger prägen das Schaffen von Massive Attack. Die epische Verschmelzung präziser Klänge und dunkler Intensität prägen den Sound von Massive Attack. Eine gleichsam musikalische wie visuelle Reise prägen das Live-Erlebnis von Massive Attack. Große Klänge, große Gefühle, ganz großes Konzerterlebnis. Massive Attack! 20. Februar, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

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Fotos: Marko Panic (New Sound, Monster High), FMS (Massive Attack), Ingo Petramer (FM4 Ombudsmann)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

U. a. mit Purple Souls, The Whiskey Foundation Nach dem fulminanten Erfolg des letzten Jahres geht das New Sound Festival in die zweite Runde. Haben bei der Erstauflage Kapazunder wie Wanda und Rakede und viele mehr die Ottakringer Brauerei gerockt, wird das diesjährige Line-up um nichts nachstehen. Neben dem Banana Joe Trio und She and The Junkies spielen u. a. auch Fresh Dixie, Noblesse, Pablo Infernal, The Whiskey Foundation (Foto) und Purple Souls (mehr Ankündigungen zu einem späteren Zeitpunkt). Aufmerksamen LeserInnen wird auffallen: die Letztgenannten haben 2014 schon gespielt, und haben im Mai vor über 100.000 BesucherInnen als Opening-Act der Rocklegenden von AC/DC in Spielberg) begeistert. Daher geben sie sich die Ehre und zelebrieren ihre Albumveröffentlichung am New Sound!


Showhighlights in Österreich

n LIVE erlebe

NOCKALM QUINTETT FANTASY DIE MAYRHOFNER OESCH´S DIE DRITTEN POXRUCKER SISTERS SCHNEIDERWIRT TRIO MODERATION: MARKUS WOLFAHRT

21.01.2016

LINZ BRUCKNERHAUS

15.12.2015

ST. PÖLTEN VAZ

24.01.2016

INNSBRUCK CONGRESS

16.12.2015

LINZ TIPSARENA

25.01.2016

BREGENZ FESTSPIELHAUS

25.02.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

17.12.2015

GRAZ STADTHALLE

28.01.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

27.02.2016

GRAZ STADTHALLE

18.12.2015

SALZBURG SALZBURGARENA

29.01.2016

GRAZ MESSEHALLE A

28.02.2016

INNSBRUCK CONGRESS

19.12.2015

BREGENZ FESTSPIELHAUS

30.01.2016

WIEN KONZERTHAUS

01.03.2016

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26.02.2016

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27.02.2016

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28.02.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

15.04.2016

BREGENZ FESTSPIELHAUS

29.02.2016

BREGENZ FESTSPIELHAUS

13.04.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

16.04.2016

INNSBRUCK CONGRESS

01.03.2016

INNSBRUCK CONGRESS

14.04.2016

LINZ TIPSARENA

17.04.2016

SALZBURG SALZBURGARENA

07.-09.03.2016

WIEN STADTHALLE F

15.04.2016

GRAZ STADTHALLE

18.04.2016

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!ticket life&style

Östliche Lebensart entdecken

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum sich Shaolin-Mönche Eisenstangen auf den Kopf schlagen oder wie es zu diesem Showerfolg kam? Die Antworten darauf können Sie hier lesen! TEXT: PAUL M. DELAVOS

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egonnen hat es – wie so oft im Leben – eigentlich durch einen Zufall. Herbert Fechter, der Mann hinter dem Welterfolg „Die Mönche des Shaolin Kung-Fu“, sagte vor 20 Jahren in einem Zeitungsinterview, dass ihn das Musikgeschäft an-

termine Die Mönche des Shaolin Kung-Fu erleben Sie im Jänner u. a. in Leoben, im März in St. Pölten, Linz, Bregenz, Graz, Innsbruck und Salzburg sowie im April u. a. in Wiener Neustadt und Villach. Für den Salzburg-Termin sind separat Dinner-Tickets verfügbar. Vom 5. Februar bis 14. Februar erleben Sie die Jubiläumsshow im Wiener MuseumsQuartier (Halle E), Workshops gibt es am 6., 7., 13. und 14. Februar, jeweils um 9 Uhr.

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ödet und er es satt hat, für die großen Stars das Geld zu verdienen. Als Reaktion darauf bekam er einen Anruf von einem chinesischen Ingenieur, der bei MAGNA in Graz tätig war, und ihm von Shaolin-Mönchen erzählte, welche die meditativ-religiösen Körperübungen auf einem sehr hohen Niveau praktizieren. Diese leben im Herzen Chinas, in der Provinz Henan, in einem geheimnisumwitterten Kloster, das damals sein 1.500-jähriges Jubiläum feierte. Also flog Herbert Fechter mit seiner Frau dorthin. Nachdem er die Mönche gesehen hatte, fertigte er noch in derselben Nacht einen Vertrag aus, um sich die Rechte daran zu sichern.

Von Österreich in die Welt Am 5. Oktober 1995 kam die Show dann in Wien zur Weltpremiere und war sofort ein Erfolg: vier ausverkaufte Vorstellungen vor 24.000 Menschen. Von da an hat ein Siegeszug um die Welt begonnen, der bis heute nicht abgerissen ist. Auf fünf Kontinenten wurden über 5.000 Vorstellungen gespielt – auch am Broadway war man erfolgreich – und die Mönche waren in allen großen Fernsehsendungen der Welt zu Gast. „Es ist uns gelungen, das Trademark Shaolin nicht nur für irgendwelche Trainingsräume, wo KungFu oder Martial Arts trainiert werden, bekannt zu machen, sondern auch für die Menschen, die an Esoterik, Spiri-

Fotos: Manfred Weihs

Tempel und Mönche Jung und Alt leben und lernen gemeinsam im Kloster.


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nachgefragt !ticket hat Herbert Fechter gefragt, was er von der Zusammenarbeit mit den Mönchen gelernt hat:

Man kann mit Respekt und Würde auf andere Kulturkreise schauen. Sie begegnen jedem Fremden mit einem hohen Maß an Achtung, Würde und Respekt.

Die Chinesen halten die Familie zusammen und haben Respekt vor dem Alter, während wir oft versuchen, die Alten wegzuschieben. Sie nützen die Erfahrung der Alten, machen aber trotzdem Neues.

Gute Figur Jahrelanges Training ist die Voraussetzung für die absolute Körperbeherrschung.

tualität und fernen Ländern interessiert sind“, so Herbert Fechter im Gespräch mit !ticket. Die Tournee zum 20-jährigen Jubiläum beginnt natürlich wieder in Wien und führt dann für drei Monate durch sechs Länder. Der Schlag mit der Eisenstange Denkt man an Kung-Fu, so denkt man oft an Übungen, wo Bretter mit der Hand durchgeschlagen werden, Nadeln durch Glasscheiben geworfen werden oder eben mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen wird. Aber warum passiert das nun? „Die Antwort ist ganz einfach: Die Chinesen sagen, wir werden alle mit einem gewissen Anteil an Qi – der Lebensenergie – geboren. Dieses können wir vermehren – oder verringern, zum Beispiel wenn wir uns schlecht ernähren, rauchen oder Drogen nehmen; wir können es aber auch vermehren. Wenn die Mönche meditieren und imstande sind, ihr

Qi im Körper zu lenken, dann passiert das unsichtbar. Um den Meistern zu beweisen, wie weit sie mit der Qi-Beherrschung gekommen sind, haben sie Übungen erfunden, die uns sinnlos erscheinen. Es sind also eigentlich Beweise der Schüler für ihre Lehrer, worin sie schon Meisterschaft erreicht haben.“ Ein Tag mit den Mönchen Vor allem Kinder und Jugendliche sind von dem Thema sehr angezogen und kippen richtiggehend hinein. „Daher haben wir uns entschieden, auch Workshops anzubieten. Das kann natürlich nur auf einem Einsteigerlevel passieren. Wir sagen den Leuten, wie sie sich bewegen müssen, wie sie richtig atmen müssen und wir zeigen den Menschen, was möglich ist. Wir öffnen die Tür einen ganz kleinen Spalt. Fünf Mönche zeigen die Formen vor und fünf gehen herum und korrigieren. Es

In China hat die traditionelle chinesische Medizin neben der Schulmedizin einen hohen Stellenwert.

Gelernt habe ich auch, dass man seinen Gegner achten soll. Deshalb beginnen auch Kämpfe immer mit einer respektvollen Verbeugung.

ist ein sehr behutsames Heranführen auf verschiedenen Leveln, sodass die Leute einen Eindruck bekommen. Einen Eindruck vom Alltag und Leben der Mönche bekommt man auch bei der Show durch die Moderation sowie Filmzuspielungen. „Zusätzlich habe ich dem ganzen Thema quasi ein westliches Mäntelchen angezogen. Die Instrumentalmusik wurde – basierend auf chinesischen Motiven – in ein westliches Musikgewand gekleidet. Ich habe versucht zu erreichen, dass die Show westlichen Maßstäben genügt. Natürlich ist es dann nicht mehr komplett authentisch, aber es wird doch den Menschen vermittelt, worum es geht.“

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!ticket life&style

Hightech-Hochamt Jazz-Vocals statt Kirchenchor, DJ-Pult statt Orgel, bunte Visuals statt Opferkerzen: Mit „Electric Church“ und „Dom im Berg“ wird der Kirchenbesuch zur multimedialen Erleuchtung. TEXT: ASTRID RADNER

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as letzte Mal in der Kirche? Naja. Ähm. Puh. Die Antwort „alle heiligen Zeiten“ auf diese Frage wäre für viele auch noch eine Übertreibung. 2013 haben laut amtlicher Kir-

termine „Electric Church“ macht in zwei österreichischen Kirchen halt: 13. November – Stephansdom, Wien 04. Dezember – Barmherzigenkirche, Graz Das sind die nächsten Highlights im „Dom im Berg“ in Graz: 09. November – Catch Pop String Strong 23. November – S. Ninic & Wiener Tschuschenkapelle & JOZ 07. Dezember – 20th Guinness Irish Christmas Festival

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chenstatistik rund sieben Prozent der Österreicher einen Gottesdienst – und so eine Kirche besucht. Somit bleiben noch 93 Prozent, die das Innere einer Kirche zuletzt auf der Landschulwoche oder beim Sightseeing in einer fremden Stadt gesehen haben. Viele können nicht mehr viel damit anfangen, was dort innerhalb der alten Gemäuer passiert. Und schon gar nicht würden sie hier ihren Freitagabend verbringen. Von Elektro bis Jazz Eine Veranstaltung schafft jedoch genau das: Sie lässt die Besucherzahlen in ausgewählten österreichischen Kirchen seit drei Jahren in die Höhe schnellen. Denn bei „Electric Church“ kann man so viele

Sünden haben, wie man will, die Hüften schwenken und laut jubeln, an den Quinoa-Gott oder die Inkarnation von Kurt Cobain als Regenwurm und an beide auf einmal glauben. In zwei Kirchen, dem Wiener Stephansdom und der Barmherzigenkirche in Graz geht es vor allem um eines: die Musik im biblischen Kontext. „Es werden Geschichten und eindrucksvolle Szenen aus dem alten Testament in eine moderne Story integriert und musikalisch arrangiert“, sagt Veranstalter Robert Otto. DJ Sergio Manoel Flores hat dazu ein musikalisches Konzept von Elektro über Soul, Funk und Jazz entwickelt. Die ganze Musik wurde eigens für das Event geschrieben. Die Klänge werden dabei nicht nur elek-

Fotos: felipekolm

Multimediale Show In diesen Farben sieht man eine Kirche nur bei „Electric Church“.


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tronisch produziert. Es werden auch Solisten live singen, begleitet von einem Chor und einem mehrköpfigen Streichensemble. Dazu werden auch Saxofon, E-Gitarre und Synthesizer zu hören sein. Zu sehen gibt es eine multimediale Show mit Visuals, die an die Wände der Kirchenmauern projiziert werden. Da tanzen grüne und blaue Laserstrahlen über die Säulen, dann ist wieder ein nackter Adam links, eine leicht bekleidete Eva rechts an die Wand gebeamt oder der ganze hohe Raum färbt sich in tiefes Rot. „Es soll kein VolksgartenClubbing sein, sondern ein musikalisch und visuelles Gesamterlebnis“, sagt Otto. Kirchen als begehrte Locations Kirchen gehören zu seltenen und begehrten Veranstaltungslocations. Das zeigt sich auch beim Grazer „Dom im Berg“. Hier wurde vor 15 Jahren eine domähnliche Kuppel in den Felsen des Grazer Schlossbergs geschlagen, die heute zu den stylischsten Hotspots von Graz gehört. Für

die Umsetzung von Musik und Show-Events sind Kirchen dabei grundsätzlich nicht geeignet. Es ist vor allem schwierig, einen satten Sound zu bekommen und die Lichtinstallationen trotz verwinkelter Säulen optimal hinzubekommen. Für „Electric Church“ suchten sich die Veranstalter Kirchen mit möglichst großflächigen Wänden und genug Abstand zum Publikum, damit die Visuals auch wirken können. „Eigentlich wäre eine moderne Kirche mit glatten Wänden für Akustik und die VideoProjektionen am besten“, meint Otto, „Ich möchte mit unserem Projekt aber auch die jeweilige alte und Ehrfurcht einflößende Architektur miteinbeziehen. Und vielen Personen, die vielleicht noch nie oder selten in der Kirche waren, eine atemberaubende Kulisse bieten.“ Nächstes Jahr möchte Otto auch deutsche Kirchen elektrisch erstrahlen lassen. Der Kölner Dom und der Hamburger „Michl“ sind möglicherweise die nächsten Locations.

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Fotos: beigestellt

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TIM_28_29_Rockstars bei Musicals_g_KSB_jak_k1_RS.qxp_Layout 1 21.10.15 12:26 Seite 1

!ticket life&style

Tribute-Show Elvis, The Beatles, Barry White, Tina Turner, ABBA – sie alle haben Musikgeschichte geschrieben. Dank aufwendiger Bühnenshows sind sie jetzt drauf und dran, auch Musical-Geschichte zu schreiben. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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termine

empfiehlt

„Tina – The Rock Legend“ erleben Sie am 1. März in der Wiener Stadthalle (Halle F) und am 2. März im Linzer Brucknerhaus. „The Barry White Experience“ findet am 17. März, ebenfalls in der Wiener Stadthalle (Halle F) statt. „Elvis – Das Musical“ spielt es zwischen Jänner und April in Bregenz, Graz, Wien, Salzburg, Linz und Innsbruck. Für Salzburg sind spezielle Dinner-Kombinationen verfügbar. „Thank You For The Music“ spielt es im Februar und März, und zwar in Salzburg, Wien, Graz, Innsbruck, Bregenz und Linz. „All You Need Is Love“ ist im März in Bregenz, Innsbruck, Linz und Wien zu sehen.

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The King „Elvis – Das Musical“ zelebriert legendären Rock’n’Roll und sexy Hüftschwünge.

ten Konzertauftritt bescherte. Hauptdarstellerin ist die Vocalistin/Tänzerin Tess „Dynamite“ Smith, die als weltweit bestes Tina-Turner-Tribute gilt. Barry White Soul und hemmungsloser Rock ’n’ Roll. Die Show „The Barry White Experience“ widmet sich dem einzigartigen Musiker, Songwriter und Produzenten Barry White, der über 100 Millionen Alben verkaufte. Eric Conley setzt ihm ein würdiges Denkmal und spielt gemeinsam mit 20 erstklassigen Profimusikern die beliebtesten Songs, darunter „What Am I Gonna Do“, „Never Gonna Give You Up“ und „The First, The Last, My Everything“.

Elvis „Elvis – Das Musical“ erhält seine Einzigartigkeit durch die Einbindung von Zeitzeugen: So wird Elvis alias Grahame Patrick vom legendären The Stamps Quartet um den Sänger Ed Enoch begleitet. Der Konzertfotograf und Elvis’ früherer Tourmanager sowie guter Freund, Ed Bonja, begleitet die Tour und steuert seine Elvis-Fotos bei. Aufwendige Choreografien, Spielszenen sowie Originalfilmsequenzen und Fotoprojektionen führen durch alle wichtigen Stationen in Elvis’ Leben, und natürlich werden die größten Hits live dargeboten: von „Love Me Tender“ über „Jailhouse Rock“ bis „Can’t Help Falling In Love“.

Fotos: COFO

ina Turner – Wer kennt sie nicht, die Rockröhre? Ihre ersten Erfolge feierte sie mit Ike Turner als Duo. Nach ihrer Scheidung von ihrem drogensüchtigen und gewalttätigen Ehemann Ike, 1978, verlief ihre Solokarriere anfangs holprig. Erst mit dem Album „Private Dancer“ konnte sie 1984 so richtig durchstarten. 2008/09 war sie das letzte Mal auf Welttournee, danach veröffentlichte sie Alben mit spirituellen, buddhistischen und christlichen Gesängen. Im ersten Teil der Multimedia-Produktion „Break Every Rule: TINA – The Rock Legend“ dreht sich alles um ihr Leben, Teil 2 ist ein live gespielter Ausschnitt des Konzertes bei Rock In Rio 1988, das ihr einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als Solokünstlerin mit dem größ-


TIM_28_29_Rockstars bei Musicals_g_KSB_jak_k1_RS.qxp_Layout 1 21.10.15 12:26 Seite 2

sie in dieser Zeit – vor allem nach dem Sieg des Grand Prix d’Eurovision 1974 mit „Waterloo“ – die Hitparaden. Die Musical-Show „Thank You For The Music“ bringt alle bekannten Hits wie „Waterloo“, „Mamma Mia“ und „Dancing Queen“ live auf die Bühne.

Hitfabrik „Thank You For The Music“ ist eine musikalische Hommage an ABBA und kommt ziemlich nah an das schwedische Original heran.

ABBA Männer in hautengen, glitzernden Overalls und Plateaustiefeln: Das waren Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Mit Agnetha Fältskog und Anni-Frid

Lyngstad bildeten sie ABBA. Kaum zu glauben, seit 1982 existiert ABBA nicht mehr! Doch ihre Hits kennt auch die Jugend heute noch. Obwohl ABBA nur für zehn Jahre bestanden, dominierten

The Beatles In zwei Akten lässt die Show „All You Need Is Love“ die bedeutenden Stationen der Beatles Revue passieren. Mehr als 30 unsterbliche Hits werden von der Band Twist & Shout gespielt. Dazu erzählt das Musical in kleinen szenischen Darstellungen und Episoden die Geschichte der Beatles, die durch die Schauspieler verbunden werden, während im Hintergrund historisches Bild- und Videomaterial zu sehen ist.

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Bilderbuch

Karriere

Ob auf Papier oder Leinwand: bereits seit Generationen beflügeln Comic-Helden unsere Fantasie. Aber was macht sie so faszinierend? Eine bunte Analyse. TEXT: PETRA ALBRECHT

termine Die Vienna Comic Con findet zwischen 21. und 22. November in der Messe Wien statt. Für Freunde von Comic, Animation und Superhelden außerdem interessant: Disney FANTASIA live, 29. November, Wiener Konzerthaus Star War Identities, ab 18. Dezember, MAK Wien Disney On Ice, 3. bis 6. März 2016, Olympiahalle Innsbruck

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intensiv wie in einem bilderlosen Buch beschrieben werden, man kennt ihre Gesichtsausdrücke, ihre Launen, ihr komplettes Erscheinungsbild perfekt. Und vor allem um diese Figuren geht es, die eine Faszination bis ins hohe Erwachsenenalter ausüben. Helden Die Protagonisten steigen zu Helden auf, zu Idolen, und das, obwohl sie selbst oftmals Underdogs oder Anti-Helden sind. Gerade das ist es eben, was sie für uns so interessant macht: Sie haben Fehler wie wir, eine Identifikation mit ihnen fällt einfach. Man begleitet Helden mit einer gewissen Schwäche viel lieber durch ihren Alltag und ihre Abenteuer als glattgebügelte Saubermänner, die fehlerlos und langweilig erscheinen. Wenn man an Helden denkt, ist man über kurz oder lang bei Superhelden angelangt. Diese sind heutzutage populärer denn je, da ihre Geschichten in den letzten Jahren äußerst erfolgreich über Kinoleinwände und Fernseher flimmern. Stan Lee, Comiczeichner und Mitbegründer von Marvel Comics, die große Namen wie

Fotos: Fotolia, Katharina Klein, ReedPop

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omics sind eine Verbindung von bildendender Kunst und Literatur, und ihre Ursprünge findet man bereits in der Antike. Comics sind so weit verbreitet, dass jeder einzelne von uns wahrscheinlich schon eines in Händen hielt und einer Ente beim Bad in Goldtalern zugesehen, einen Gallier bei seiner Reise nach Rom begleitet, oder einen grünen Riesen bei der Ausübung seines Zerstörungswahns bewundert hat. Warum wir die bunten lustigen Büchlein so gerne in unseren Händen halten, scheint leicht erklärt: Die Kombination aus Bild und Text entführt uns in eine uns vorgegebene Welt – Figuren müssen nicht annähernd so


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Superman Der erste Superheld der Comicgeschichte rettet die Welt bereits seit 端ber 80 Jahren.

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Wir verlosen 2 Weekend-Tickets für die Vienna Comic Con am 21. und 22. November und 7 x 2 Tickets für „Star Wars Identities“ von 18. Dezember 2015 bis 16. April 2016. Weitere Infos unter www.ticketmagazin.com

Supermozart Comic-Fans aufgepasst! Auch wir haben uns von Comics inspirieren und eine Sonderauflage von Katharina Klein illustrieren lassen. Zu finden in begrenzter Stückzahl auf der Comic Con von 21. bis 22. November am Messegelände Wien. Für Mozart-Fans im Allgemeinen: Mozart! Das Musical läuft gerade im Wiener Raimund Theater.

Spiderman, Hulk oder X-Men beherbergen, ist bekannt dafür, seinen Charakteren nicht nur übermenschliche Fähigkeiten, sondern auch fehlerbehaftete Züge zu verleihen. Er sieht den Erfolg seiner Comics und Figuren auch darin begründet: „Ich würde sagen, es läuft so gut, weil wir versuchen, unsere Charaktere so menschlich und empathisch wie möglich zu gestalten. Anstatt nur ihre Superheldentaten zu beleuchten, möchten wir ihr Privatleben und persönliche Probleme so realistisch und interessant wie möglich konstruieren. Unser Ziel ist es, dass sie wie echte Menschen wirken und der Leser Zeit mit ihnen verbringen und sie besser kennenlernen will.“ Stan Lee war somit einer der ersten, der vermochte, Superhelden auf eine gewisse Art zu entglorifizieren. Dies war allerdings nur im Superheldengenre neu: Man denke an die Pechvögel Donald Duck und Charlie Brown, oder auch Asterix oder Popeye, die ohne

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Zaubertrank beziehungsweise Spinat auch nur ganz „normale“ Menschen sind. Identifikation Der klassische Superheld erlebt Abenteuer und muss furcheinflößende Aufgaben bewältigen und wird am Ende triumphieren. Meistens geht es bei Auseinandersetzungen wirklich um Leben und Tod, der am Ende besiegt wird. Der Superheld selbst stellt sich all seinen Ängsten und geht als Triumphierender aus einem Kampf hervor. Durch die Charakteristik als „einer von uns“ begleiten wir den Helden nicht nur auf seinen Abenteuern, sondern sind schlussendlich bei Identifikation angelangt. Diese wirkt oftmals genauso wie bei einer Beziehung eines Kindes zu den Eltern: Eltern werden bewundert, als Helden angesehen und tief drin will man selbst auch einmal genauso werden. Dass sich das mit dem Alter wahrscheinlich ändert, ist eine andere Geschichte.

Realitätsflucht In Comics wird, abgesehen von den dazugehörenden Figuren, eine komplette Welt geschaffen. Diese divergiert oftmals vollkommen mit einer gewohnten Umgebung, wie beispielsweise bei Flash Gordon, oder schafft fiktive Städte und Landschaften, die existierenden ähneln (Batman, Sin City, Watchmen etc.). So oder so sind die geschaffenen Welten so weit von unserer Realität entfernt, dass sie ein kaum zu greifendes Faszinosum bilden. In ihnen leben allerdings so ausgeklügelte und uns emotional ähnliche Charaktere, dass einem Eintauchen in diese fremden Universen dennoch nichts im Wege steht. Meistens tauchen wir in diese Welten ganz alleine ein. Wir sitzen in einer ruhigen Ecke und widmen uns in aller Seelenruhe den bunten Heftchen und bauen uns unser eigenes Universum, in dem wir einerseits Zuseher sind, aber andererseits gedanklich auch zum Protagonisten vulgo Superhelden auf-


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steigen. Natürlich ist ein Austausch mit anderen Begeisterten möglich und gegeben, aber dennoch liest man sich kaum gegenseitig vor, sondern genießt den Lesevorgang allein in aller Ruhe. Realität und Fantasie Die Zusammenführung der auf Papier und in seinem Kopf entstandenen Welten und Figuren mit der Realität scheint oftmals schwer. Welten können im Prinzip nur virtuell geschaffen werden und man kann wohl auch kaum in Entenhausen anrufen und Daisy und Co auf einen Kaffee einladen. Was dennoch funktioniert und sich spätestens seit der äußerst erfolgreichen Serie „The Big Bang Theory“ hierzulande zu etablieren scheint, ist, dass man einfach in die Haut seines Helden oder Vorbildes schlüpfen kann. Angefangen vom billigen Faschingskostüm bis zur Meisterklasse des Verkleidens, dem Cosplay. Cosplay – ein Kofferwort aus costume und play – kommt eigentlich aus dem japanischen Raum und kam vor allem durch den AnimeBoom auch nach Europa und in die USA. Stundenlang verbringen Fans damit, sich optisch an ihren Superhelden anzugleichen, und reisen teilweise von Convention zu Convention, um das Ergebnis zu präsentieren. Demnach scheint sich hier ein Kreislauf zu schließen:

Was mit Identifikation begann, endet darin, den verehrten Helden selbst darzustellen – das geht über eine Kostümierung weit hinaus, es wird Gestik, Mimik und die Sprache angepasst. Nun gut – um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben: Nur ein Bruchteil der Comic- bzw. SuperheldenFans sind Cosplayer, sondern bleiben wohl eher in ihrer Fantasiewelt. Ein angenehmer Nebeneffekt von Comics ist, dass sie moralische Werte vermitteln – dies ist nicht von der Hand zu weisen und kommt ein wenig spannender daher, als wenn man beispielsweise versucht, die 10 Gebote auf heute umzumünzen. Ja, die Faszination an der ganzen Sache ist wohl das Spiel aus Identifikation mit komplett uns fremden Wesen und Gestalten. Helden, die keine sind, aber am Ende dennoch gewinnen. Was also schon im antiken Griechenland Opium fürs Volk war – griechischen Göttern wurde niemals Unfehlbarkeit zugesprochen, ganz im Gegenteil! Unter ihnen befinden sich Weiberhelden, Lügner, Narzissten und Täuscher – gelingt auch heute noch einwandfrei. Dass Identifikation mit gut gestalteten Charakteren funktioniert, erscheint logisch, erklärt aber dennoch nicht komplett den Fanatismus, den einige ComicFans hegen.

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Wildstyle statt Nove Zum 20. Jubiläum warten bei der Wildstyle & Tattoo-Messe nicht nur jede Menge Spitzentätowierer, coole Outfits und Gimmicks, sondern auch traditionell einige der bizarrsten Shows und Freaks des Planeten. TEXT: ALEXANDER HAIDE

The Twisted Man Kiros Hadgu ist derzeit der bemerkenswerteste Schlangenmensch der Welt.

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Schlangenmensch und Nagel-Akrobat Spektakulär – das ist wohl die beste Beschreibung für den außergewöhnlichsten Neuzugang in der Riege der Wildstyle-Freaks: Kiros Hadgu, besser bekannt als The Twisted Man, ist derzeit der bemerkenswerteste Schlangenmensch der Welt. Seine Verrenkungen lassen die Augen vor Staunen weit offen stehen. Bereits beim Hinsehen schmerzt „normale“ Menschen seine Performance. Nicht viel anders

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: esse gibt’s am raz ,G e & Tattoo M Die Wildstyl vember, Messehalle A Linz , o 7. und 8. N ovember, Tabakfabrik a, .N 14. und 15 ovember, Arena Nov .N 21. und 22 t Wr. Neustad

info den Alle Infos fin

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Fotos: wildstyle.at

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uf allen fünf Kontinenten und in 25 Ländern hat Jochen Auer, Mastermind hinter dem wildesten Event des Jahres, seine Aussteller und Show-Acts für die Jubiläums-Wildstyle-Messe rekrutiert und präsentiert nun seinen „Jahrmarkt der Freaks“ in drei österreichischen Städten. Und es ist eine neue Show, noch extremer als jene im Frühjahr.

ergeht es verblüfften Besuchern bei den Auftritten von Reverend B. Dangerous, dessen Name Programm ist. Egal, ob sich der Prediger der „Church of Freaks“ Nägel (mit dem Hammer natürlich) in die Nase schlägt, die Bohrmaschine im Gesicht ansetzt oder sonst Schräges mit seinem Kopf anstellt – es sind keine Tricks! Dangerous kehrt nach 15 Jahren Auszeit nun wieder zum Wildstyle-Tross zurück und zeigt, was er bereits bei den legendären Ozzfests von Altvater Osbourne zum Besten gab. Mit Garry „Stretch“ Turner präsentiert sich der Mensch mit der elastischsten Haut der Welt (dafür steht er im Guinessbuch der Rekorde) den erstaunten Fans. Ein Gendefekt macht die bizarren „Kunststücke“ erst möglich, bei denen Turner seine Wangen in die Breite zum Froschgesicht zieht oder seine Haut am Hals wie die eines Chamäleons dehnt, sodass man das Licht dahinter


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Lebendes Kunstwerk Matt Gones Körper ist zu 99 Prozent tätowiert – inklusive Rachen und Zunge.

durschimmern sieht. Sein schwarzer britischer Humor treibt den Bizarr-Faktor zudem auf die Spitze. Extrem-Tattoos Mit Matt Gone, dem lebenden Schachbrett, und Enigma, The Puzzleman, kommen Freunde der ExtremTattoos auf ihre Kosten. Matts Körper ist zu 99 Prozent tätowiert – aber nicht nur das: Er hat sich selbst (!) mehrmals die Augen tätowiert, und auch im Inneren ist er dauerbemalt. Der Rachen und seine Zunge sind ebenfalls verziert. Enigma ist der Vorreiter der Extrem-Tattoo-Szene und war der erste Mensch, der die

Idee des Ganzkörper-Tattoos umgesetzt hat und bereits bei der „Jim Rose Circus Side Show“ zu sehen war. Natürlich zeigt er seine außergewöhnliche Performance, für die Fleischhaken, Kettensägen und Schwerter unentbehrliche Requisiten sind. Der Kern der Wildstyle ist natürlich der gleiche geblieben. Es geht um Tattoos, Piercings und alles, was zum extremen und wilden Lebensstil gehört: Extravagante Mode, Klamotten für Biker und den perfekt gestylten Clubbesuch, Schuhe, Schmuck, Accessoires, aber auch Dessous, Bikes und Zubehör.

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For Your Eyes Only

Das 24. James-Bond-Spektakel trägt den eher nichtssagenden Titel „Spectre“. Doch dank der exzellenten Besetzung darf man wieder einmal auf ein Highlight in der wechselvollen 007-Geschichte hoffen. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

James Bond Zeitlich soll „Spectre“ an „Skyfall“ anknüpfen, inhaltlich „A Quantum of Solace“ fortführen. Ab 6. November wissen wir mehr.

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ine rätselhafte Nachricht aus Bonds Vergangenheit bringt ihn auf eine Spur, die zu einer unheilvollen Organisation SPECTRE führt. Während M mit politischen Kräften kämpft, um den Geheimdienst zu bewahren, arbeitet sich Bond durch die Schichten der Organisation, um die schreckliche Wahrheit hinter dem „Gespenst“ (Spectre) zu offenbaren.“ So weit, so beliebig und knapp. Mehr über das neue Bond-Abenteuer Spectre wusste wahrscheinlich nicht einmal seine „Auftraggeberin“, Queen Elizabeth II – jedenfalls bis zur traditionellen Londoner Royal-Premiere am 26. Oktober.

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Österreichschwerpunkt Wir Normalsterblichen werden erst ab 6. November wissen, was es damit auf sich hat, dass Bond wieder einmal ausgiebig in Österreich zu Gast war: Gedreht wurde in Obertilliach in Osttirol, in Sölden und im Ausseer Land. Und wir werden auch wissen, warum es einen österreichischen Bösewicht namens Franz (nicht Elmar!) Oberhauser gibt. Dieser wird von keinem Geringeren als dem zweifachen Oscar-Preisträger Christoph Waltz gespielt, und das kann ja schon einmal – nimmt man Waltz’ epochale Leistungen in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“ als Maßstab – nicht verkehrt

Erwartungshaltung Längst ist der Vorrat an Original-BondStorys, geschrieben vom britischen Schriftsteller Ian Fleming (1908–1964), erschöpft, und so wurde wieder das Team John Logan, Neal Purvis und Robert Wade beauftragt, ein Drehbuch zu schreiben – so wie schon bei „Skyfall“ (2012). Ebenfalls zum zweiten Mal dabei ist Regisseur Sam Mendes, der einst in England am Theater für Furore gesorgt hatte, u. a. bei der Royal Shakespeare Company, ehe er 1999 mit American Beauty ein fulminantes, für fünf Oscars nominiertes Kinodebüt hinlegte. Die Erwartungen an das 24. BondVehikel sind wie immer enorm hoch, gerade weil die letzten beiden Filme, „A Quantum of Solace“ und „Skyfall“, nicht jedermanns Sache waren. Viele Leute scheinen nicht akzeptieren zu können, dass Bond allmählich aus dem albernen Sixties-Macho-Kalter-KriegSumpf herausmusste, zumal ihm schneidige Konkurrenz-Agenten, allen voran Matt Damon als Jason Bourne (ein neues Sequel ist für 2016 angekündigt) und der schier unverwüstliche Tom Cruise in der „Mission: Impossible“-Reihe, schwer im Nacken sitzen.

Foto: Sony Pictures

sein, ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Bond-Damen (sie „Girls“ zu nennen, verbietet sich bei Schauspielerinnen dieses Kalibers) diesmal von Léa Seydoux und Monica Bellucci dargestellt werden.


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HipHop !ticket fun&action

HOW TO

Jeder kann zum Hip-Hop-Styler werden. !ticket hat sich angesehen, welche Outfits, Sprüche, Dance-Moves und Events einfach dazugehören. TEXT: ASTRID RADNER

Der Style Protzige Pelzmäntel, sündteure Anzüge und viel Bling-Bling – das war nicht immer so. Eigentlich stammt Hip-Hop aus den Armenvierteln New Yorks. Die Rapper konnten sich nicht viel mehr leisten als Jogginganzüge, improvisierte

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Jacken und selbst genähte Hosen. Der Style ist geblieben. Künstler wie Snoop Dog und Kayne West machen’s vor. Man nehme: Baggy Pants und XXLShirts in bunten Farben, Sneakers und Baseball-Caps. Drucke und Schriftzüge peppen das Ganze auf. Für ganz Modebewusste dürfen dann doch die richten Accessoires nicht fehlen: Schlüssel- und Jeansbänder, Goldketten – mehr oder weniger aufdringlich. Coole Styles gibt es zum Beispiel auf www.iced-out.biz.

Die Moves Breakdance und Street Dance sind die Tanzstile für Hip-Hop. Man muss die Musik fühlen, nicht zu viel nachdenken und einfach Spaß haben. Als Hip-Hopper steht man nicht einfach gerade da, man stellt die Beine so weit auseinander, wie die Schultern breit sind, dazu leicht in die Hocke gehen. Die Arme sollten beim Tanzen seitlich bleiben und nicht vor der Brust herumbaumeln. Und das Wichtigste überhaupt: Shake Your Booty! Das Vienna Dance Center oder

Foto: fotolia

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eder weiß heutzutage, wie es geht, ein Hipster zu sein: gepflegt-wuchernder Spitzbart, überdimensional große Brille mit Fensterglas und dickem Rand, Abhängen in viel zu teuren Schischi-Lokalen und Abtanzen zu elektronischen Klängen. Und fertig. Bei Hip-Hop ist das nicht mehr ganz so klar. Dabei ziehen sich Hip-HopFans durch alle Gesellschaftsschichten, wie uns Hip-Hop-Experte Trishes 2014 im Interview bestätigt: „ Der Hip-HopUser ist nicht mehr spezifisch einordenbar – mittlerweile weder optisch noch sonst wie. Da ist alles dabei, vom Rechtsanwalt bis zum freischaffenden Künstler.“ !ticket gibt deshalb für alle Hip-Hop-Styler den Überblick für „How to Hip-Hop“:

t e k c ti t teste


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Streetdance Center Salzburg bieten Tanzkurse von Hip-Hop New Style über Hip-Hop R ’n’ B bis Breakdance.

Die Sprache Um den Hip-Hop-Charme auch richtig glaubwürdig zu machen, müssen auch die richten Sprüche her. Hip-Hop-Experte Trishes erzählt von den verschiedenen regionalen Hip-Hop-Slangs. „Es gibt viele verschiedene Trends, wie beispielsweise „derbe“, das aus der Hamburger Szene kommt. In Wien wiederum werden Dialektausdrücke ganz spe-

ziell betont. Generell kann man sagen, dass viele Anglizismen verwendet werden, weil die meisten Fans und Künstler auch sehr viel amerikanischen HipHop hören“, bringt es Trishes auf den Punkt. Tipps: Ein Freund ist ab sofort ein „Homie“, statt „Cool“ oder „Super“ sagen Sie jetzt „Respect“, statt „Hallo“ einfach „Yo“, statt „Hey Leute“ „Hey Peeps“.

Die Events Gleichgesinnte können Sie am besten auf den nächsten Hip-Hop-Konzerten

treffen. Austro-Hip-Hop kann man mit Skero am 12. Dezember im Grazer ppc erleben. Mehr Herzschmerz zeigt Curse am 9. Jänner in der Wiener Grellen Forelle. Die wenigsten wissen, dass Namika mit ihrem soften Hit „Lieblingsmensch“ eigentlich aus der RapRichtung kommt. Am 11. März ist sie im B72 in Wien zu sehen. Beim „Red Bull Flying Illusion“ kann man zwar nicht selbst shaken, aber den weltbesten Breakdancern beim Shaken zuschauen. Von 11. bis 13. Dezember in der Wiener Stadthalle.

Shake Your Booty Breakdance und Street Dance liefern die artgerechten Dance-Moves zum Hip-Hop.

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Im Rahmen der Republik In den Achtzigern und Neunzigern schuf er als einer der Hektiker bissige Sozialstudien, in den letzten Jahren fiel er vor allem durch messerscharfe Politanalysen auf: Florian Scheuba. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER Flügel Am 7. Oktober premierte das neue Programm von Florian Scheuba und Robert Palfrader unter der Regie von Werner Sobotka im Wiener Rabenhof Theater.

Von der gemeinsamen Schulbank in Mödling zur erfolgreichsten heimischen Kabarettgruppe: Wie verhielt es sich um die einzelnen Hektiker im Klassenverband? Die Ausrede „wir waren bei einer Probe für die Schülerakademie“ hat uns einige Freiheiten beschert. Mein Klassenvorstand hat mich durchaus in Richtung Kabarett ermutigt. Das Studium der Lehrer war für die Entwicklung parodistischer Rollengestaltungen mitunter lohnend.

termine Florian Scheuba erlebt man gleich mehrfach im Herbst und im Winter auf Österreichs Bühnen: Zum einen mit seinem neuen Programm „Flügel“ gemeinsam mit Robert Palfrader im Wiener Rabenhof, gemeinsam mit Alfred Dorfer in „Ballverlust“ u. a. in Wien, Graz, Klagenfurt, am 15. November mit Florian Klenk (Falter) in Baden, mit „Bilanz mit Frisur“ u. a. in Salzburg, Linz und Wien (u. a. im Rahmen von „Silvester im Akzent“, Theater Akzent), im Dezember gemeinsam mit Thomas Maurer und Robert Palfrader mit „Wir Staatskünstler“ im Wiener Rabenhof und schließlich im März und April mit Die Hektiker im Globe Wien!

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Bei Ihrem ersten außerschulischen Auftritt kam es Kollegen Pissecker gegenüber zu einem Zwischenruf: „Du woame Sau!“. Wie gehen Sie heute mit etwaigen lautstarken „Zwischenmeinungen“ um? Wenn uns wer etwas direkt mitteilen möchte, laden wir ihn ein, auf die Bühne zu kommen. Relativ rasch stellte sich bei Ihnen der Erfolg ein. Konnte man damals mit Kabarett schneller Fuß fassen als heute, oder waren die Ansprüche schlichtweg andere? Das Angebot war nicht so vielfältig. Mit unkonventionellen Ansätzen war es leichter, Aufsehen zu erregen.

Wie wichtig ist die „Frechheit“, wie wichtig „Verstörung“? Als Selbstzweck halte ich sie für entbehrlich. Es kommt immer darauf an, was ich damit sagen will. In den Neunzigern waren die Hektiker mit ihrem Tonträger „Endlich“ sogar in den Charts, heute ein Ding der Undenkbarkeit, außer vielleicht für Mario Barth oder Cindy aus Marzahn. Im Sommer 1991 waren wir Platz 1 der österreichischen Hitparade. Das haben weder Mario Barth noch Cindy aus Marzahn jemals geschafft. Bei Humor ist es ähnlich wie bei Musik. Sinkender Anspruch kann manchmal steigende Umsätze erleichtern.

Fotos: Ingo Petramer, Hersteller

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umm, zack, iiin die Goschn!“: Die Taktik von Ringer Rene Dattel aus dem Hektiker-Klassiker funktioniert auch bei Florian Scheuba seit Jahren: Gelten die Sketche der Hektiker schon als messerscharfe Sozialstudien, so verdichteten sich sein Biss, Witz und Verstand in den letzten Jahren ungemein: Zumeist mit Thomas Maurer und/oder Robert Palfrader schafft er gekonnt den Spagat zwischen Weinen und Lachen.


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

Bei der Ankündigung Ihrer Kollaboration mit Alfred Dorfer, „Ballverlust“, musste ich an Ihren Sketch mit Rene Dattel denken. Intellekt und Sport schließen sich, dem gemeinen Volksmund folgend, ja gerne aus. Da hat sich mittleweile die Wahrnehmung deutlich verschoben. „Ballverlust“ stellt eine Gegenthese dar.

In welchem Verhältnis stehen bei Ihnen Aufklärung und Amüsement? Im Idealfall gehen sie ineinander über.

Was hebt den Fußball über andere Sportarten hinaus? Mit der beim Fußball gebotenen Vielfalt an Interpretationsmöglichkeiten und Projektionsflächen kann kein anderer Sport mithalten.

Geraten Sie leicht in Rage? Es gehört zu den Privilegien meines Berufes, dass ich Ärger oftmals mit Hilfe meiner Arbeit bewältigen kann.

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Im Rahmen des Hektiker-Sketches „Wiener Fremdenfreunde“ haben Sie in puncto Fremdenfeindlichkeit in den Raum gestellt, dass man präventiv „den Hebel im Ausland ansetzen müsste“. Ließe sich das nicht auch auf die aktuelle Asylfrage umsetzen? Nur zur Sicherheit: Dies war eine Nummer über spezifisch wienerische Abgründigkeitsformen der Xenophobie. Was die Asylfrage anbelangt, erleben wir eine Hysterisierung. Mit Angst und Emotionalisierung lassen sich gut Geschäfte machen, als Ratgeber für die Herausforderungen der Zukunft sind sie weniger geeignet. Sie sind in den letzten Jahren durch Ihre feinsinnigen Polit-Analysen aufgefallen. Ist die „Kleinkunst“ nicht gewissermaßen die „Opposition“ – werden hier wie dort primär Verfehlungen angeprangert, weniger Lösungsansätze präsentiert? Anders als eine Oppositionspartei müssen Kabarettisten keine Lösungsvorschläge präsentieren. Bei der Vielzahl an Verfehlungen kommen wir schon mit deren Würdigung kaum nach.

Warum hat es Sie noch nicht in die Politik verschlagen? Ich interessiere mich auch für Fußball ohne dass ich deswegen ein geeigneter Spieler oder Trainer wäre.

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (sb, pa)

Novelists – Souvenirs Aus der französischen Metalcore-Szene stieg ein Stern empor. Melodisch, eingängig, aber dennoch metallig.

Was halten Sie vom ORF-Politmoderator Paul Tesarek? Tesarek ist ein Symptom des Prinzips der politisch unter Kuratel der Landeshauptleute stehenden ORF-Landesstudios. Ein für einen öffentlich-rechtlichen Sender absolut untragbarer Zustand.

Little Simz – A Curious Tale Of Trials + Persons Fresher Hip-Hop aus UK – wohl das nächste große Ding in diesem Genre.

Obwohl Sie bereits seit etwa 35 Jahren in der Kabarettszene aktiv sind, haben Sie erst 2014 Ihr erstes Soloprogramm vorgestellt. Ist das Zwiegespräch für Sie wichtiges Stilmittel? Es bedeutet Lebensqualität, mit Menschen arbeiten zu dürfen, die man künstlerisch schätzt und privat mag.

Rea Garvey – Prisma Er will aufrütteln, auf den Tisch hauen: Die Welt ist schlecht! Dieser lobenswerte Ansatz verpufft aber rasch.

Zum neuen Programm „Flügel“: Im aktuellen trend-Ranking liegt Red Bull „nur“ auf Platz 15 der erfolgreichsten heimischen Unternehmen – was macht den geflügelten Stier angreifbarer als Rewe, Spar oder Porsche? Red Bull setzt ganz bewußt und mit voller Absicht auf Mythos und Geheimnis. Das prädestiniert den Besitzer (den reichsten Mann Österreichs) zu einer perfekten Projektionsfläche für Heilserwartungen, die in unserer kapitalismusgläubigen Welt immer mehr religionsähnliche Züge annehmen.

Def Leppard – Def Leppard Wurscht ob Singalong-Chorusse oder eingängige Hooks: Die Hardrock-Heroen können’s nach wie vor! Badabäm!

David Garrett – Explosive Der Stargeiger kann nicht nur fulminant „nachspielen“, sondern auch selbst komponieren. Gimme fuel, gimme fire!

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Schräge Vögel Seriosität ist komplett überbewertet – finden zumindest Josh und Jesse von Eagles Of Death Metal. Dementsprechend ungewöhnlich verlief auch unser Interview … TEXT: PETRA ALBRECHT

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as Spiel „Wie bringe ich Journalisten aus dem Konzept?“ beherrschen Josh Homme und Jesse Hughes exzellent. Wo sollte man sich euer Album am besten anhören? Josh: Auf Biobauernhöfen. Jesse: Im Sexclub oder in einer Kokainfabrik. Josh: Ich steh’ ja total drauf, wenn Journalisten ihren kleinen Fragenkatalog auspacken … Jesse: Es wirkt immer so, als hätte sie all die Antworten.

termin Die Eagles Of Death Metal sind mit ihrem neuen Album „Zipper Down“ im Gepäck unterwegs. So auch am 30. November in der Arena Wien.

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Spaßbrüder Die zwei BFFs Jesse Hughes und Josh Homme gründeten die Eagles Of Death Metal bereits 1998.

Ihr wart schon mit so vielen Leuten auf der Bühne, wer geht euch noch ab? Jesse: Mir geht Dean Martin ab. Aber er ist tot. Jesse: Darum geht er uns ja ab. Was ist besser – Himmel oder Hölle? Josh: Was wirklich wichtig ist: Du kannst nicht eines ohne das andere haben. Mmm, ja! Josh: Hast du gerade „Miau“ gesagt? Ich könnte schwören, du hast. Keine

Sorge, ich möchte nicht, dass du deshalb peinlich berührt bist. Das war perrrrrrfekt, kratzt du mir jetzt die Augen aus? Wenn du mit einer Zeitmaschine verreisen könntest … Josh: Das ist viel zu schwierig! Stell dir vor, du wirst von einem Dinosaurier gefressen, das war dann wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Danke für den Spaß, danke für das Gespräch :)

Fotos: Universal Music

Wenn ihr meinen Job hättet, was würdet ihr euch selbst fragen? Jesse: Weißt du, wo man Gras herbekommt? Josh: Wann hört es endlich auf? Jesse: Die Frage des Lebens ist auf jeden Fall, was „Jerking on“ sein könnte. Josh: Wir wissen, was „Jerking off“ ist. Jesse: Aber „Jerking on“?


„DER STANDARD-Kompakt hat genauso viel Gewicht wie der große. Aber deshalb abonniere ich ihn ja.“

Jederzeit kündbar – mit SoftStorno Dienstag, 15. September 2015

Qualität im Handformat Österreichs unabhängige Tageszeitung

Seriös, unabhängig, unbeugsam

Flexibel im Format, unbeugsam im Inhalt der Standard: als Klassik, Kompakt oder E-Paper Liechtenstein/Wien – Kompakte Länder wie Liechtenstein können aufatmen: Kompaktheit wurde jetzt erstmals offiziell als nützlich nachgewiesen. Dies gelang einer 19-jährigen Abonnentin aus dem Wiener Alsergrund, die nach der neunwöchigen Lektüre des Standardkompakt einen deutlichen Wissensvorsprung gegenüber ihrem sozialen Umfeld aufwies, dabei aber die vorteilhaften Inhalte weiterhin unterwegs und in kürzester Zeit konsumieren konnte. Damit wird auch für die Frage, ob kompakte Lebensmittel wie straff gerollte Dosenfische oder besonders eng gepackte Walnüsse für den Menschen von Vorteil sind, mit einer positiv ausfallenden Antwort gerechnet. In der wissenschaftlichen Community hat die Gewissheit über diesen schon lange vermuteten Vorteil von Kompaktheit einen wahren Kompakt-Boom ausgelöst. Kompakte Studien zu kompakten Themen mit kompakten Ergebnissen erfreuen sich unter Forschern neuer Beliebtheit. Für den kompaktfreudigen Laien gilt, was der Volksmund schon seit Generationen predigt: In der Kürze liegt die Würze. Damit wird auch für die Frage, ob kompakte Lebensmittel wie straff gerollte Dosenfische oder besonders eng gepackte Walnüsse für den Menschen von Vorteil sind, mit einer positiv ausfallenden Antwort gerechnet. Kompaktheit wurde jetzt erstmals offiziell als nützlich nachgewiesen. · http://derStandard.at/Abo ·

Österreich – Immer mehr Menschen suchen Kontakt zu einem flexiblen Partner, der dabei auch ruhig unbeugsam ausfallen darf. Besonderer Wert wird dabei häufig auf Inhalt bei gleichzeitiger Vollständigkeit gelegt. Charakterlich gefestigte Personen mit starker eigener Meinung und Offenheit erwarten von ihrem Gegenüber Seriosität, Unabhängigkeit und sogar Unbeugsamkeit im Inhalt, wenn auch Flexibilität im Format durchaus als Plus gesehen wird. Dass bei der Wahl des Diskurspartners ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe Grundvoraussetzung ist, überrascht nicht weiter. Offenheit, Neugierde und Dialogfähigkeit gelten hier als positive Eigenschaften. Man wählt eben besonders umsichtig, wen man täglich beim Frühstück vor sich hat.

Die Zeitung für Leserinnen und Leser im Abo der Standard verbessert Ihre Lebensqualität Waidegg – Das Handformat macht mit der Aktion „Jetzt 3 Wochen gratis testen“ derzeit von sich reden. Max Manus, Österreichs führender Hersteller von Handtellern in Originalgröße, bezichtigt den Standard, seine Kompakt-Ausgabe im Handformat in Anlehnung an seine linke Hand gestaltet zu haben. Eine Klage wird in zweiter Instanz in Erwägung gezogen, in erster Instanz ist sie bereits abhandengekommen. Derzeit geht man in belesenen Kreisen davon aus, dass

das Handformat an sich wohl schon fast so alt ist wie die Hand selbst – oder doch so alt wie das beliebte Gesellschaftsspiel „Schere, Stein, Papier“, in dem jedes Handformat ein anderes schlägt. „Wenn eine Zeitung schon im Handformat erscheint, warum dann bitte ohne Finger?“, soll eine anonyme deutsche Politikerin zu dem Thema gesagt haben, viel eher jedoch stammt die Aussage von dem Rapper HaHaND$, dem Drechsler handfester Sprüche. Ein neuerliches

Gutachten der Argru HAND (Heutige Angehende Neue Denker) will nun einen Zusammenhang zwischen dem Lesen des Handformats in kritischen Kreisen und der Handlichkeit unbeugsamen Journalismus im Allgemeinen herstellen, was wohl insofern als gegeben zu erachten ist, als die Neuen Denker überdurchschnittlich häufig auch Abonnenten einer gewissen Qualitätszeitung – Name der Redaktion bekannt – sind. Nimm das, Max Manus!

@derStandardat · /derStandardat · AboService 0800/50 /50 15 08 · Retouren: Postfach 100, 1350 Wien · GZ: 13Z039544T · P.b.b.

Flexibel im Format, unbeugsam im Inhalt. Jetzt 3 Wochen gratis lesen. Gleich bestellen unter: derStandard.at/Testlesen

Die Zeitung für Leserinnen


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!ticket live

Eines für alle

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as verbindet ihr mit der Farbe Blau?“, fragt DJ Frans Zimmer alias Alle Farben letztes Jahr in einem Berliner Kunstkurs, über den „Spiegel Online“ berichtete. Das Ziel der Stunde: Die Schüler sollen zu Frans’ Musik malen und ein Cover für sein Album entwer-

termine 2015 können Sie noch folgende Veranstaltungen im Congress Innsbruck erleben: 19. Dezember Die Seer, Stad Tour 2015 19. Dezember Die kleine Meerjungfrau, Das Musical 27. Dezember Der kleine Prinz, Das Musical 31. Dezember Alle Farben 2016 stehen diese Events am Programm: 5. Jänner Otto Schenk – Mit Humor ins neue Jahr 6. Jänner Schwanensee 14. Jänner Die Nacht der Musicals 23. Jänner SISSI – Liebe, Macht und Leidenschaft 28. Jänner & 24. Februar Das Phantom der Oper 2. März Hair – Let the sun shine in 3. Juni Stefan Verra 26. November Nik P.

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fen. „Kälte“, kam da als Antwort „Entspannung“. „Und mit Rot?“, fragt er weiter. „Liebe“, sagt der eine, „Verlangen“, ein anderer, „Wut“ ein Dritter. Andere Frage: Was verbinden wir eigentlich mit Frans Zimmer und seinem Projekt Alle Farben? Elektronische Musik gemischt mit Klassik, viel Gefühl, Berlin, Tanzen, das Debütalbum „Synesthesia“, das 2014 Star der Internet – und Radiocharts war. Und ja, heuer werden wir den Berliner auch mit dem neuen Jahr 2016 verbinden und mit dem Veranstaltungszentrum Congress Innsbruck. Genau hier wird Alle Farben nämlich zu Silvester feiern. Gemeinsam mit seinen Fans, die zu seiner Musik, zu blauen, roten, gelben Tönen in das neue Jahr shaken werden. Steile Karriere Das Congress Innsbruck selbst hat mit dem Jahr 2016 schon seinen über 500. Geburtstag auf dem Buckel. Im späten Mittelalter war es sogar das erste und größte Saaltheater Europas. Später

wurde es zur Reitschule umfunktioniert und galt als Vorbild für den Bau der Spanischen Hofreitschule in Wien. Weitere Karriereschritte im Laufe der Jahrhunderte: Zollamt, Tagungsort der katholischen Vereine und schließlich 1973 das erste Tiroler Kongress- und Veranstaltungszentrum. 22 Jahre später wurde das Haus um die Hälfte vergrößert, nach einiger Zeit mit modernen Designs aufgepeppt und ist heute Zentrum für die Musik-, Kabarett-, und Showszene in Tirol.

Foto: cmi

Trotz jahrhundertealter Geschichte präsentiert sich das Zentrum der Tiroler Musik- und Kulturszene moderner denn je. Im Congress Innsbruck treffen Rock, Pop, Musical und Show aufeinander. Und zu Silvester gibt es heuer ein besonderes Event. TEXT: ASTRID RADNER


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Historische Kulturstätte Die Geschichte des Congress Innsbruck geht bis ins Mittelalter zurück. Heute ist es ein stylishes Veranstaltungszentrum.

Von Musical bis Elektro Neben Elektro-Tunes wie von DJ Alle Farben, gibt es in diesem und im nächsten Jahr vor allem auch Musicals im Innsbrucker Congress zu erleben. Musical-Fans aus den westlichen Bundesländern müssen also nicht extra nach Wien fahren, um Events wie „Die kleine Meerjungfrau“, „Sissi“, „Phantom der Oper“ oder „Die Nacht der Musicals“ zu sehen. „Der kleine Prinz“ kommt außerdem auf die CongressBühne. Der Klassiker von Antoine de

Saint-Exupéry wurde in 110 Sprachen übersetzt und gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Kein Wunder – Kinder und Erwachsene kennen den Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Ab März zieht dann auch die Sonne wieder nach Tirol. „Let the Sun Shine“, so das Motto des Musicals „Hair“ mit Songs wie „Aquarius“ und „I Got Life“, zu denen jeder mitträllern kann. Weniger geträllert, mehr gequasselt wird

bei Stefan Verras Show „Ertappt! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich“. Dem Körpersprecher kann man nichts vormachen. Er deutet die Zeichen der Körpersprache und weiß, wie wir uns und andere besser verstehen. Übrigens: die Körpersprache der Kunstschüler zur Single „She Moves feat. Graham Candy“ von Alle Farben ist leicht zu deuten – beim Hören und Malen gab es Hin- und Herbaumeln der Füße und Köpfe, erquicktes Wippen und fröhliche Gesichter.

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Ohne Scheiß D

ame hat keine glänzenden Ketten um den Hals, keinen fetten Ferrari und, soweit bekannt, keine düstere Drogenvergangenheit. In seinen Videos tänzeln keine nackten Frauenhintern vor der Kamera, in seinen Texten hält sich das Schimpfwortrepertoire in Grenzen. Trotzdem ist der 25-jährige Salzburger Rapper: einfach anders. Einfach erfolgreich. „Deutscher Rap ist ein Maskenball“, singt der Österreicher in seiner aktuellen Single „Maskenball“ und kritisiert damit so einiges, was Hip-Hop in Deutschland und Österreich in den

termine Dame – „Einer Von euch“-Tour: 19. November – ppc, Graz 20. November – Stereo, Klagenfurt 21. November – Weekender Club, Innsbruck 3. Dezember – Flex, Wien 4. Dezember – Warehouse, St. Pölten 5. Dezember – Posthof, Linz 18. Dezember – Rockhouse, Salzburg Ernst Molden & der Nino aus Wien treten am 9. November im Stadtsaal auf. Weitere Austro-Highlights im November sind Tagträumer, Naked Lunch und die Sofa Surfers. Alle drei geben Konzerte in ganz Österreich. Zudem beehren die Steaming Satellites am 14. das Salzburger Rockhouse.

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letzten Jahren ausgemacht hat: eine brutale Attitüde wie bei Bushido oder Aggro Berlin, Kostümierung in Panda- bis Totenkopfform wie bei Cro oder Sido. „Es gibt so viele schöne Facetten im Hip-Hop, nur leider ist die primitivste meistens die erfolgreichste“, sagt Dame im Interview. Damit meint er etwa nicht Moneyboy, den

er eher als Comedian sieht. Er meint den Rap unter der Gürtellinie, der auch nicht davor zurückschreckt, auch einmal die Mutter oder die Schwester als Schlampe zu bezeichnen. Dass das nicht unbedingt mit Rap Hand in Hand geht, haben jedoch schon Künstler wie Max Herre und Materia gezeigt.

Fotos: 31 Plus

Hip-Hop-Power ohne Kraftausdrücke: Der Salzburger Rapper Dame, der mit seinem Sprechgesang für ein Gaming-Video zum YouTube-Star avancierte, ist eine echte Ausnahmeerscheinung. TEXT: ASTRID RADNER


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

YouTube-Star Weniger unter den Gangstern, mehr unter den Gamern ist Dame ein Star. Bekannt wurde er 2011 mit dem Song „12 Millionen“, wo er über Szenen aus dem Computerspiel „World Of Warcraft“ seinen Sprechgesang legt. Bis heute wurde das Video 9,8 Millionen Mal angeklickt. Noch höhere Klickzahlen, nämlich 20 Millionen, erreichte auch der zweite Song im selben Stil, „Pave Low“. Dieses Lied wurde auch zur ersten Single von Dame. Darauf folgte 2012 das erste Album „Herz gegen Fame“, der endgültige Startschuss für die Karriere des Salzburgers. Seither war der gelernte Koch und Konditor musikalisch enorm produktiv. Jedes Jahr gab es eine neue Platte, außer 2012, hier veröffentlichte Dame gleich zwei Alben. Für das vierte Album „Rap ist sein Hobby“ war er erstmals für den Amadeus Award in der Kategorie „Urban/Hip-Hop“ nominiert. Den Preis sahnte jedoch Nazar ab.

Erntezeit Heute ist Rap für Dame mehr als ein Hobby. 2012, mit nur 22 Jahren, gründete er sein eigenes Label „Damestream Records“, unter dem er seine Musik unabhängig veröffentlichen möchte. Vor einem Jahr hat er mit dem Kochen aufgehört, um völlig von der Musik zu leben. Im Track „Gemüsebeet“ geht es um Ribiselsträucher und Radieschen, die er sich mühsam angepflanzt hat. Ein eigener Garten, seine eigene „Kompostition“, deren Früchte er nun ernten kann. Damit und mit dem Song „Einer von Euch“ bedient sich Dame dann doch einer klassischen Rapper-Rolle: „From Zero To Hero“. Zu ernten gibt es nun auch etwas in Bezug auf seine Karriere: Im August schaffte Dames fünftes Album „Lebendig begraben“ es auf die Nummer eins der österreichischen Album-Charts. Ein heißer Kandidat für den Amadeus Award 2016 ist er damit auf alle Fälle. Ganz ohne den üblichen Schnickschnack, Aggression und Selbstinszenierung.

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (sb, pa)

Parasol Caravan – Para Solem Gekonnt wie Magier Sardu ziehen die Linzer hypnotisch in ihren Bann, locken ins fließende Licht der Gottheit.

The Inner Me – A New Horizon Ausgeklügelt, klassisch, divers: Für anspruchsvolle Freunde von Annihilator über Megadeth bis hin zu Iced Earth.

Die! – Die! Vor Du Erzählt von Alltagsgeschichten, die allerdings so skurril anmuten, dass sie schon wieder unalltäglich sind.

Esteban’s – Overthrown Singer/Songwriter-Tum in Reinstform, das allerdings in Bandbesetzung. Trübsinnig, einfach schön traurig.

„Einer von euch“ Vom Koch und Konditor zum Rapper. Schmutzige Wörter lässt er aus.

N. Efendi – Red Wine Conspiracy Todessehnsucht, Lebensfreude, Englisch, Slowenisch, Langsam, Schnell – ein illustres Werk, das nie langweilt.

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Akrobat, schööön! „Winterfest“, das Salzburger Festival für zeitgenössischen Zirkus, hat sich als fixe Eventgröße in der Weihnachtszeit etabliert. Heuer steht die internationale Show ganz im Zeichen der Clowns. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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eit der Gründung des Festivals „Winterfest“ durch Georg Daxner vor 15 Jahren hat sich dieses zu einem der größten europäischen Festivals für zeitgenössischen Zirkus entwickelt. 2015 gibt es nun mit dem Theaterzelt erstmals ein eigenes Zelt und eine langfristige Heimat. Aber auch das Spiegelzelt ist wieder dabei und dient als Bühne für Konzerte, Tanzabende, Kabarett, Lesungen sowie neu für Kino.

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Balanceakt Das Duo Magmanus aus Schweden scheint in „Attached“ die Gesetze der Schwerkraft auszuhebeln.

Jahrmarktzirkus Eine einzigartige Welt aus Zirkus, Marionetten, Objekttheater und Tanz – kurz: ein Abbild ihres gemeinsamen künstlerischen Werdeganges schaffen der Artist Laurent Cabrol und die Kostümbildnerin Elsa De Witte in „Petit Théâtre de Gestes“. Gerade einmal 100 Personen finden Platz in dem kleinen Zelt. Mit dem „Concerto pour deux Clowns“ sind Les Rois Vagabonds zu Gast. Unter dem Schein eines Lusters

spielen Julia Moa Caprez und Igor Sellem ihr Konzert. Die Liebe zur Klassik vereint das ungleiche Paar – vereint sie als Musiker, Akrobaten und Mimen, die ihr Publikum im Rhythmus von Ravels Bolero zum Lachen und Weinen hinreißen.

termine Die Jubiläumsausgabe des Winterfest findet zwischen 25. November und 6. Jänner im Salzburger Volksgarten statt.

Foto: Alex Hinchcliffe

Artistik und Film Noir „The Elephant in the Room“ ist die neue Show des französischen Cirque Le Roux, die 1937 spielt. Mit brillanter Akrobatik, Slapstick und einer Prise Film Noir präsentieren Gregory Arsenal, Yannick Thomas, Philip Rosenberg und Lolita Costet den Nouveau Cirque par excellence, nämlich als Zusammenspiel von Zirkus, Theater und Tanz. In der Zirkusperformance „Attached“ experimentieren Manu Tiger und Magnus Bjøru mit ungewöhnlichen Materialien und Bewegungen. Das schwedische Duo erinnert mit seinen Balanceakten daran, dass unsere Körper physikalischen Gesetzen unterworfen sind. Aber was wäre der Zirkus, wenn die beiden Artisten nicht mit Humor und Erfindergeist ausloten würden, wie weit ihnen die Schwerkraft zu gehen erlaubt?


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November Palazzo

Genüsslichkeiten Im einzigartigen Ambiente des nostalgischen Spiegelpalastes genießen Sie ein exquisites Vier-Gang-Gourmet-Menü, bereits zum dritten Mal kreiert von Haubenkoch Toni Mörwald. Abgerundet wird der wundervolle Abend durch ein atemberaubendes Showprogramm mit genialen Artisten, brillanten Künstlern, albernen Komödianten und einer fantastischen Band. Die Wiener PALAZZO-Gäste erwartet eine Weltpremiere: Mondän, zeitlos, ein bisschen verrucht und voller exquisiter Sinnesfreuden präsentiert „Genüsslichkeiten“ das Nachtleben der Wiener Bohème – wie es war, wie es ist, wie es sein könnte … Im Mittelpunkt des Geschehens steht Monsieur Joy, ein Bonvivant im besten Alter. Als strahlend funkelnder Solitär des Abends ihm gegenüber seine Muse: Chris – Chansonette, formidable Tänzerin und zugewandte Gastgeberin … ab 12. November, Spiegelpalast im Wiener Prater Hairless Toys Ohne professionelle Gesangserfahrung gründete Róisín mit Mark Brydon 1994 die mittlerweile legendäre Dance-Kombo Moloko. Gemeinsam erschafften sie Ohrwürmer wie „Sing It Back“ und „The Time is Now“, die heute noch jedes Tanzbein ins Schwingen bringen. Vier Moloko-Alben später erschien das umjubelte Solo-Debüt „Ruby Blue", es folgte „Overpowered". Ganze acht Jahre hat sie uns nun auf ein neues Album warten lassen, seit Mai ist es da: „Hairless Toys“!

S Cirque du

oleil

Varekai Das Unmögliche wird möglich in der magischen Welt von „Varekai“, der fesselnden ArenaProduktion von Cirque du Soleil. Die Mysterien des Universums und der menschlichen Vorstellungskraft spiegeln sich in spannungsgeladenen Traumsequenzen aus Dramatik und Akrobatik: Auf dem Gipfel eines Vulkans, tief in einem Wald voller Magie, beginnt eine außergewöhnliche Welt. Eine farbenprächtige Welt, in der alles möglich ist. Die Welt von Varekai. Vom Himmel schwebt ein Mann. Sein Fallschirm lässt ihn sanft zu Boden gleiten. Er ist allein. Die Geschichte von Varekai beginnt. Ein Abenteuer mit magischen Momenten, unglaublichen Begegnungen und fantastischen Kreaturen. Ein Abenteuer am Rande der Zeit. 4. bis 29. November in Wien und Innsbruck Support: New Years Day Er wurde während düsterer Séance-Sitzungen unzählige Male zurückbeschworen – auf seinem neuen Album erlebt er heute eine echte Wiedergeburt. Mit „The Pale Emperor“ liefert Marilyn Manson nun eines der stärksten, vielleicht sogar das stärkste Album überhaupt ab, eine schonungslos ehrliche und hochexplosive Songsammlung, die es in ihrer Detailverliebtheit mit Leichtigkeit mit seinem ’98er-Meisterwerk „Mechanical Animals" aufnehmen kann!

Marilyn Manson

Róisín Murphy 13. November, MuseumsQuartier Wien (Halle E)

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13. November, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

Fotos: Palazzo Wien (Palazzo) Martin Girard (Crique du Soleil) Jiro Schneider (Marilyn Manson) FMS (Roisin Murphy) Live Nation (Gigi D’Alessio) Ash Newell Photography (Whitesnake) Rockhouse (Therapy? / The Fratellis) Ben Leitner Photography (Virginia Ernst) Milica Theessink (Hans Theessink)

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Fotos: Palazzo Wien (Palazzo), Martin Girard (Crique du Soleil), Jiro Schneider (Marilyn Manson), FMS (Roisin Murphy), Live Nation (Gigi D’Alessio), Ash Newell Photography (Whitesnake), Rockhouse (Therapy? / The Fratellis), Ben Leitner Photography (Virginia Ernst), Milica Theessink (Hans Theessink)

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Malaterra World Tour Gigi D’Alessio ist ein italienischer Sänger, mit „Passo dopo passo“ gelangt er 1995 zu nationalem Ruhm. 1998, sein Sommerkonzert im Stadion San Paolo zieht mehr Zuschauer an als wenige Tage zuvor Robbie Williams. Bei einem Auftritt im albanischen Tirana sollen sich sogar 250.000 Personen versammeln, in New York spielt er im ausverkauften John F. Kennedy Center. Nun, nach den erfolgreichen Konzerten in den letzten Monaten in den USA und Südamerika ist es nun so weit. Gigi D’Alessio kommt im Rahmen seiner „Malaterra World Tour 2015“ auch nach Österreich und stellt sein neues Album „Malaterra“ vor. Der Albumtitel ist zugleich der Soundtrack eines Dokumentarfilms und ein Roman, bei dem Gigi D’Alessio mitwirkte.

Gigi D’Alessio

12. November, MuseumsQuartier Wien (Halle E)

Whitesnake

The Purple Tour; Support: The Dead Daisies David Coverdale ist sicher ein wahrer Meister seines Faches. Wie kein anderer schafft er es mühelos, dem Hard Rock die richtige Mischung Blues einzuhauchen und einen Gesangsstil zu prägen, der seinesgleichen sucht. Als Sänger von Deep Purple hat er sich einen Namen gemacht, als Frontman von Whitesnake ist er schon zu Lebzeiten unsterblich geworden. Songs wie „Fool For Your Loving“, „Here I Go Again“ und „Ready An’ Willing“ hat wohl jeder echte Rockfan sofort im Ohr. Und dass Größen wie Jon Lord, Ian Pace, Steve Vai, Tommy Aldridge und Michael Schenker immer wieder für den genialen Shouter spielten, sagt wohl einiges aus!

19. November, Planet.tt. Bank Austria Halle Gasometer

Virgina Ernst

Therapy? / The Fratellis Disquiet / Eyes Wide, Tongue Tied Beeinflusst von Bands wie Big Black, Snuff oder Hüsker Dü werden Therapy? 1990 in Nordirland gegründet, schon mit ihrer ersten Single „Meat Abstract“ finden sie sogar in John Peel von Radio 1 einen großen Befürworter, mit ihrem Album „Troublegum“ gehen sie international durch die Decke. 20 Jahre später erscheint nun „Disquiet“! Nachdem sich The Fratellis 2009 überraschend getrennt hatten, schloss man sich 2012 wieder zusammen und legte auch ein neues Album vor. Im August diesen Jahres folgte Album #4 und nun ihre einzige Österreich-Show! 1. und 24. November, Salzburger Rockhouse

Hans Theessink

Mit Band Virginia Ernst ist vom österreichischen Musikhimmel nicht mehr wegzudenken! Sie hat sich seit Sommer 2014 mit ihren tollen Songs, wie „Rockin“, „Soldier“ und auch ihrer letzten Single „Kiss“ in die Herzen der Österreicher gesungen! Mit ihrer Band, die von Beginn weg wie ein Felsen hinter ihr steht, macht sie Musik vom Feinsten! Sie wird im Chaya Fuera nicht nur ihre bekannten Songs, sondern auch ganz neue, die eine ganz andere Seite von ihr zeigen werden, präsentieren! Man darf gespannt sein!

Mit Ian Siegal Die beiden Blues-&-Roots-Künstler von Weltformat, Hans Theessink und Ian Siegal, verbindet bereits eine längere Bekanntschaft. Theessinks Vorzüge kennt man auf der ganzen Welt: eine sonore Stimme, Texte mit Aussage, Gespür für Melodien, eine zurückhaltende, aber feinnervige und sensible Instrumentierung. Siegal ist ein britischer Draufgänger und nicht nur für das renommierte Musik-Magazin MOJO einer der „innovativsten und talentiertesten Blues-Musiker des Planeten“ … 25. und 26. November, Wiener Metropol und Bühne im Hof

20. November, Chaya Fuera

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Alles fließt Das junge Wiener Label Panta R&E erinnert an das rebellische gallische Dorf aus „Asterix“: Dort werden die Römer auseinandergenommen, hier normierte Strukturen der Rockmusik. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Alles fließt Wären sie beide – um auf den Labelnamen anzuspielen – Gewässer, welche wären sie wohl? „,Glass Bones‘ wäre ein aufgewühltes Meer – voller Untiefen,

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A Wild Dance With … Mother’s Cake befinden sich nach ihrer Tour mit Limp Bizkit noch am Adrenalin-Trip, Lausch und Parasol Caravan stellen ihre neuen Alben vor.

Gräben und Riffe, und das alles bei recht rauem Seegang“, grübelt Jonathan Gabler, tut dabei ein paar gemütliche Paddelschläge in seinem knallorangen Gummiboot am Nepomukteich. Hinter uns liegt die Bühne des „Lake On Fire“-Festivals, Parasol Caravan spielen gerade „Take Off“ von ihrem neuen Album. „,Para Solem‘ gleicht am ehesten einem reißenden Lavastrom: Brennende Leidenschaft, unerwartete Wendungen und explosive Ausbrüche, eine ganze Menge schwarzer Rauch“, gerät er ins Schwärmen – und wahrlich: Das Sonnenfahrtskommando ist merklich spürbar, nicht nur weil es in Waldhausen gerade sommerliche 40 Grad hat.

Leidenschaft Die Leidenschaft, das kreative Denken, das die einzelnen Künstler eint, ist aber auch dem Label selber immanent, im „Gabler-Komplex“ im 23. Wiener Gemeindebezirk. Hier laufen alle Fäden zusammen, hier wird geprobt und aufgenommen, hier entstehen die Ideen zum kunstfertigen In-Szene-Setzen: Aufmachung der Alben, Videos, Marketing: „Man brennt natürlich noch ein paar Lumen heller für eine Band, wenn man die Zusammenarbeit auf vielen Ebenen intensiviert.“ Was natürlich nicht heißt, dass sich Vater und Sohn Gabler „überall einmischen“. Mit „Hilfe zur Selbsthilfe ist ein gutes Stichwort“ schließt Jonathan Gabler das Gespräch, und legt gekonnt am Ufer an. „Panta rhei!“, grüße ich zum Abschied.

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in der stellt Panta R&E r: Ende November Künstler vo ine se )) ne ze Wiener ((s drome, Solar Blaze, Palin 20. November: an rav MILK+, Parasol Ca ies, Lausch, She and the Junk 29. November: Cake Dewolff, Mother’s

Foto: Markus Kapeller und Panta R&E

er Name des Labels lässt sich auf Heraklits Aphorismus „panta rhei“ („alles fließt“) zurückführen: „Veränderungen sind bei progressiver Gitarrenmusik essenziell, sowohl rhythmisch als auch harmonisch“, begründet A&R Jonathan Gabler die stilistische Konsistenz des Bandangebots. Gerade die beiden Zugpferde im Stall – die formidablen Mother’s Cake sowie die drei Droogs von MILK+ – gelten schon länger als Aushängeschild heimischer Rockmusik, und das nicht nur von internationalem Format, sondern auch mit einer gehörigen Portion „Mindfuck“. „Uns geht es um moderne und progressive Gitarrenmusik, Rock mit einem gewissen ,Klescha‘, wie der Wiener sagen würde“, heißt es vonseiten des Labels – und tatsächlich: So eigenständig die Schützlinge auch sein mögen, so eint sie doch der Wahnwitz. Mit „Love the Filth“ gelang Mother’s Cake eine dreckige Jam-Orgie, die sich unweigerlich durch die Gehörgänge in Herz und Hirn fräst; In ein normiertes Mieder zwängen lassen sich aber auch die beiden aktuellen Veröffentlichungen – „Glass Bones“ der Wiener Lausch und „Para Solem“ der Linzer Parasol Caravan – nicht.


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MUNDPROPAGANDA ROD STEWART

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. (ar)

Bloc Party – Hymns Psychedelisch, catchy, melodisch, abwechslungsreich. Die Indierock-Band aus England hat’s wieder drauf!

Another Country Das Album beginnt mit einem CountryFolk-angehauchten Song mit starkem Beat, in dem der als Gigolo bekannte Superstar erklärt, was Liebe heißt: Sie ist geduldig, ehrlich, verrückt und kennt keine Grenzen. „Love Is“ geht schon mal richtig ins Ohr und lässt gute Laune auf dem Album vermuten. Heulende Gitarren ertönen auf Song Nummer 2 „Please“. Stewart lässt sich dabei völlig in

Silbermond – Leichtes Gepäck Ja, die vier von Silbermond gibt es noch immer. Nach drei Jahren und mit neuer Energie melden sie sich jetzt zurück.

SEAL Clueso – Stadtrandlichter LIVE Der deutsche Multimusiker startet solo durch. Auf der Platte gibt es Clueso noch einmal als Band zu hören.

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ZOË – debut Ganz Österreich ist jetzt verrückt nach den französischen Songs der 18-Jährigen. Unser Fazit: Ja eh!

Ellie Goulding – Delirium Internationaler Sound mit Hitcharakter. Ellie-Fans werden auch ihr drittes Album lieben.

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7 Die letzten Jahre trat Seal weniger durch seine Musik, dafür umso mehr an der Seite von Heidi-Klum und dem darauffolgenden medialen TrennungsHickhack auf der Bildfläche auf. Sieben Jahre war der britische Musiker mit dem deutschen Topmodel verheiratet, „7“ heißt auch sein neues Album. Wie könnte es auch anders sein, behandelt er hier das meistbesungene Thema überhaupt: Die große Liebe und wie

70er-Jahre-Rock fallen, die poplastige Note, für die er bekannt ist, spart er aus. Generell experimentiert der mittlerweile 70-Jährige ganz schön herum, panscht verschiedene Stilrichtungen zusammen: Bei „Love And Be Loved“ schwingt man plötzlich zu Reggae, einen Song später wieder zu irischem Folk. Ein wahlloses Durcheinanderwürfeln oder doch alles nach Plan? So wie man Stewart kennt, möchte er uns ein bisschen fordern, hie und da aus dem Folk-Konzept rausschmeißen. Ab der Mitte des Albums schlägt die „Happy“-Stimmung des Ablums in trauriges Zurückblicken, Schmerz und langsame Lovesongs um. Natürlich darf bei Rod Stewart auch ein „Drinking Song“ nicht fehlen. Fröhlicher schließt das Album. Für das viele Gefühl, die Nostalgie, eingepackt in ein breites musikalisches Repertoire, und das abwechslungsreiche Klangerlebnis gibt es zwei Daumen hoch. (ar)

sie in die Brüche geht. Die Enttäuschung und Verzweiflung darüber, dass nichts ewig hält, hört man schon auf den ersten zwei Songs „Daylight Saving“ und „Everytime I’m With You“ heraus. Die Lieder sind emotional, mit viel Herzschmerz gespickt, verzweifelt sucht man aber nach dem richtigen Funken, der wie in „Kiss From A Rose“ – Zeiten überspringt. Die zwei Tränendrüsennummern sind gefolgt von zwei beatlastigeren Songs „Life On The Dancefloor“ und „Padded Cell“, wo Seal ansatzweise versucht, von seinem 90er-Sound loszukommen und zeitgemäßere elektronische Klänge einzubauen. Sehr experimentierfreudig geht der 52Jährige jedoch auch auf diesem Album nicht vor. Manche würden sagen, er entwickelt sich damit nicht weiter, manche mögen aber genau diese Treue zu seinem Stil. Stimmlich ist Seal so stark wie zuvor, die neuen Songs sind angenehm, nett, aber eben, bis auf ein paar funkigere Nummern, nicht einmalig. (ar)

Fotos: Hersteller

Hören Sie mal rein!


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!ticket media ONE DIRECTION

Made In The A.M. Jetzt bitte Taschentuch herauskramen und ganz tapfer sein: Die erfolgreichste Boyband seit den Backstreet Boys möchte nächstes Jahr eine etwas längere Pause einlegen, um solo richtig durchzustarten. Ob das eine gute Idee ist? Schließlich lehrt uns die Vergangenheit, dass nur wenige Boyband-Mitglieder ohne ihr Bubengespann erfolgreich sein können. Zum Beispiel Robbie

Williams konnte sich mit seinem besonderen Charisma und seinem Talent für die Bühne von Take That emanzipieren. Und das obwohl Gary Barlow der Mastermind im Songwriting war. Heute geht die Band, nun zu dritt, wieder auf Tour, die Glanzzeiten sind jedoch vorbei. Wer der Glückliche Einzelstar von One Direction sein wird, steht noch in den Sternen. Am ehesten wäre das noch Louis Tomlinson, der übrigens demnächst Vater wird. Einer ist ja schon bereits im März 2015 aus der Band ausgestiegen: Zayn Malik verließ die Gruppe aufgrund von persönlichen Problemen. Als Quartett ist 1D bislang jedoch genauso nachgefragt. Bevor sich Fans mit der vorübergehenden Auflösung abfinden müssen, gibt es aber auch eine gute Nachricht: Vor der Pause kann noch so richtig dahingeschmachtet werden. Die Singles „Perfect“, „Infinity“ und „Drag Me Down“ zeigen schon die Richtung, in die es gehen wird. (ar)

GNACKWATSCHN

Im Talon „Wir haben uns die Hörner abgestoßen in den letzten Jahren“, heißt es einleitend, und tatsächlich: Die jungen Steirer haben sich seit ihrem Debüt gewaltig gemausert, präsentieren sich am Zweitling souverän und variabel – Flügelhörner, Jazzposaunen und Klavier inklusive. Auch textlich ist man keine reine Spaßpartie mehr, sondern nachdenklich, sozialkritisch. Wenn Bengel flügge werden! (sb)

JUSTIN BIEBER SCHERZ&SCHUND

Neuerscheinungen In der Wiener Fabrik gibt’s Bier, in der aus Linz – benamst mit „Scherz & Schund“ – Sachen zum Lachen. Hier wird der feinsinnige, bissige Strich von Gerhard Haderer in jedweder Form verlegt, am prominentesten freilich seine allmonatlichen MOFF.-Schundhefterl, die Piccolos mit dem Bul, den Kiberern und natürlich dem Novak. Letzterer veröffentlichte bekanntlich letztes Jahr seine Aufzeichnungen, die von Ferry

Öllinger kongenial interpretiert wurden. Nun erscheint das neue Jahrbuch mit den besten Haderer-Zeichnungen aus diesem Jahr – darunter seine Papst-Widmung und seine Reaktion auf die Anschläge auf die Zeitungsredaktion von Charlie Hebdo. Zu finden ist hier aber auch ein Ausschnitt der soeben bei Scherz & Schund erschienenen Paarsatire von Eva Deutsch (FM4) und David Pfister (Neigungsgruppe Sex, Gewalt & gute Laune), „Sonja und Bernd in Thailand“, für die Gerhard Haderer Illustrationen stellte. Kurzweilig wird hier der Trip eines Langzeitpärchens nach Fernost beschrieben, und ja, selbst die Urlaubsidylle kann nicht verschleiern, dass beide einen gewaltigen Poscher und vermutlich nicht nur ein Alkoholproblem haben. Ein anderes Problem, nämlich mit der Schamgrenze, hat hingegen der großartige Oliver Ottitsch, der mit „Endlich ausrasten“ seine härtesten Cartoons präsentiert. Oida! (sb)

Purpose Mit der Single „What Do You Mean“ meldete sich der sich im Erwachsenwerden befindende Bubistar bereits Ende August zurück: Mit einem Mix aus Elektro, Pop und zarter BieberStimme schaffte er es auch in Österreich auf die Spitze der Charts. Erst mit 21 Jahren hat er jetzt Album Nummer 4 im Kasten. Dafür arbeitete er mit den ganz Großen zusammen: Skrillex, Kanye West und Rick Rubin. (ar)

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Flotter Dreier „Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann“, meinte Jacques-Yves Cousteau. Wie richtig der berühmte Meeresforscher lag, zeigen drei TEXT: JOACHIM SCHMIDA Games, die uns als November-Highlights ins Netz gegangen sind.

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Uncharted: The Nathan Drake Collection Publisher: SCEI | Plattform: PS4 Plus: „Sic Parvis Magna“ („Großes aus kleinen Ursprüngen“) ist im Ring unseres Hauptprotagonisten Nathan Drake eingraviert. Kaum ein anderer Spruch könnte die Uncharted-Saga besser beschreiben, denn als der erste Teil vor genau 8 Jahren erschienen ist, konnte noch keiner erahnen, was für ein großartiges Abenteuer daraus entstehen sollte. Nun haben wir die Möglichkeit, alle drei Titel (erneut) zu zocken – und das in 1080p, bei 60 fps sowie mit verbesserten Texturen und Lichteffekten. Minus: Alleine beim Debüt, „Uncharted: Drakes Schicksal“, ist der Mix an Kletterpassagen, Action-Sequenzen und kleineren Puzzles noch nicht ganz ausgereift. Ebenso wäre es schön gewesen, wenn Naughty Dog den Vita-Ableger mit reingepackt hätte. Fazit: Falls es wirklich stimmt, dass ganze 80 Prozent der PS4-Besitzer bisher noch nie ein Uncharted gespielt haben, dann war der Release der „Nathan Drake Collection“ schon längst überfällig. Wie kaum einem anderen Titel gelingt es dem Epos, Blockbuster-Kino und Action-Adventure kongenial zu verbinden.

gameboy JO

Spielwiese Jeden Monat stellt euch Joachim Schmida eine Auswahl der besten Konsolenspiele vor. Faszinierend, was sich in der Game-Welt so tut!

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Pro Evolution Soccer 2016 Publisher: Konami | Plattform: PS4, PS3, PC, Xbox One, Xbox 360 Plus: Immer wieder, immer wieder … oder besser: Alle Jahre wieder kommt es zum Duell FIFA vs. PES. Beide haben Neuerungen und Optimierungen am Start. Doch gebührt Konami heuer allerhöchster Respekt. Die Kult-Fußballsimulation ist wieder auf Augenhöhe mit FIFA. Mehr noch: Für all jene, die das authentische, temporeiche und vor allem flüssige Spiel ums runde Leder bevorzugen, ist heuer PES eindeutig die bessere Wahl. Minus: Bei Lizenzen und Aufmachung lässt man nach wie vor Punkte liegen. Fazit: PES ist wieder zur echten FIFA-Alternative avanciert. #Frankreichwirkommen!

Fotos: Hersteller

Forza Motorsport 6 Publisher: Microsoft | Plattform: Xbox One Plus: 10 Jahre hat die Forza-Reihe mittlerweile auf dem Buckel. Der nun veröffentlichte Xbox-One-Exklusiv-Edel-Racer ist des Jubiläums mehr als würdig. Das Fahrgefühl ist grandios, der Umfang enorm und die Grafik wahrlich beeindruckend. Minus: Etwas Feinschliff in puncto Kollisions-Sound (könnte opulenter sein) und Karriere-Mode (könnte mehr Story bieten) hätte das gelungene Rennpaket komplettiert. Fazit: Forza 6 ist der zum Spiel gewordene Traum aller Benzinbrüder und PS-Schwestern – darüber hinaus ganz ohne Schadstoffausstoß!


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!ticket service

Foto: GEPA-pictures.com

Mit dem neuem Jetzt Tickets checken! Fan-Ticket zum Test gegen die Schweiz Zum Abschluss des Länderspieljahres spielt das Nationalteam am 17. 11. in Wien ein freundschaftliches Länderspiel gegen die Schweiz. Der ÖFB bietet seinen Fans Tickets zu ermäßigten Preisen zwischen 8,– und 40,– Euro an. Gemeinsam mit dem Ticketing Partner oeticket.com präsentiert der ÖFB erstmalig für den Test gegen die Schweiz ein neues Fan-Ticket. Dieses ist mit einem besonderen Motiv versehen und soll für alle Fußballfans ein Erinnerungsstück an das jeweilige Spiel sein. Pro Spiel wird es jeweils ein eigenes Motiv auf dem Ticket geben – und wird die Fans keinen Euro mehr kosten. Das Fanticket gegen die

Fans Wo sind die wahren Fans zu Hause? Natürlich im Fußball! Jetzt daher schnell sichern: Die besonderen Fan-Tickets von oeticket.com!

Schweiz enthält das Motiv des Nationalteams in Schweden nach der erfolgreichen Qualifikation zur UEFA EURO 2016. Erhältlich sind die Tickets ausschließlich im ÖFB Online Ticket Shop unter http://www.oefb.at/tickets oder über die ÖFB Ticket Hotline unter (01) 96096 555.

Per Bahn zum Spiel ASM, das Reisebüro des ÖFB, bietet allen Fans aus den Bundesländern ein attraktives Reiseangebot inklusive Bahnticket, Ticket für das Spiel gegen die Schweiz und Nächtigung im 4*-Hotel ab EUR 99,00 pro Person an! Buchbar ist dieses Package unter www.asm.travel.

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!ticket spaß

Austro-Lolita Wenn ich Zoe Straub wäre, hätte ich im Leben viel Spaß, denn meine Geburtstagstorte würde gerade mal von 18 Kerzen erhellt werden, und ich könnte Musikjournalisten in meinem Alter an Jane Fonda und Brigitte Bardot erinnern und so begeistern, dass bei den Zeitungsartikeln die Worte Flügel bekämen und ich als österreichische Lolita für ein gründliches Gesabbere verantwortlich wäre. Wenn ich Zoe Straub wäre, dann hätte ich trotz meiner Jugend schon drei Wochen lang einen Nummer-1-Hit in den Austro-Charts gehabt und soeben

French Kisses Wenn ich Zoe Straub wäre, dann hätte ich schöne, lange, kraftvolle Beine für einen festen Stand im Leben und einen leuchtend roten Mund, der wie gemacht ist für das Französische, das in den neuen Liedern ihre Sprache ist. Die Jugend hat, so weiß ich heute,

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STARREBUS (1,5 x 2) x 7

meine erste CD („debut“) auf den Markt gebracht. Außerdem würden mich die Kameras lieben, und ich könnte als ORF-„Vorstadtweib“ oder auch in mehrteiligen Fernsehkrimis für Furore sorgen.

SEX SELLS Georg Biron sehr oft einen riesengroßen Vorteil: Sie gestattet den tiefen Glauben an sich selbst, den betörenden Glauben an das eigene Glück und den fröhlichen Glauben an die Geradlinigkeit von Lebenswegen. Im Laufe der Jahre aber müssen Jugendträume oft dran glauben und lösen sich auf wie ein dichter Nebel. Dann stellt sich heraus, dass erhörte Gebete manchmal ein viel zu schweres Gepäck für eine Menschenseele sind. Ja: Wenn ich Zoe Straub wäre … Aber Tatsache ist: Ich bin nicht einmal noch ich.

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Raten und gewinnen! !ticket sucht in Form eines lustigen Rebus jeden Monat einen Künstler oder ein Event! Was könnte hiermit gemeint sein? Die Auflösung unseres letzten Rebus war „Hahnenkammrennen”. Zu gewinnen gibt es ein !ticket-Überraschungspaket. Weitere Gewinnspiele gibt es auf den Seiten 26, 27, 32 und 54. Infos & Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 23. November 2015. Das nächste !ticket erscheint am 30. November 2015.

Fotos: moff, fotolia, beigestellt

LASTNEWS

Kurz vor Druck der aktuellen Ausgabe erreicht uns noch folgende Newsmeldung: Iron Maiden und Rammstein werden das Rock In Vienna 2016 headlinen. Jenes wird erneut auf der Wiener Donauinsel ausgerichtet, als Termin wurde der 3. bis 5. Juni kommuniziert.

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Die beste Zugabe: der Heimweg.

Ihr Ticket wird zum Fahrschein: Denn die Eintrittskarten für viele Veranstaltungen in Wien gelten gleichzeitig als Netzkarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und zwar zwei Stunden vor bis sechs Stunden nach Beginn. www.wienerlinien.at

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HIGHLIGHTS

präsentiert

KAYA YANAR

„Planet Deutschland“

HAGEN RETHER

MICHAEL MITTERMEI’16ER Wien, Globe „Wild“

01.– 05.02. 01 13.10.’16 Graz, Stadthalle

BÜLENT CEYLAN ock“ „Haardr

06.11.’15 Graz, Stadthalle 07.11.’15 Innsbruck, Olympiahalle 03.12.’15 Wien, Stadthalle D 04.12.’15 Linz, Tips Arena Neues Programm „KRONK“: 26.01.’17 Graz, Stadthalle 29.01.’17 Salzburg, Arena

STEFFEN HENSSLER „Hamburg – New York – Tokio – meine kulinarische Weltreise“

29.11.’15 Wien, Stadthalle F 30.11.’15 Graz, Stadthalle NEU: „Henssler tischt auf ... !“ 19.11.’16 Linz, Tips Arena 20.11.’16 Graz, Stadthalle 21.+22.11.’16 Wien, Stadthalle F

„Liebe“

04.+05.03.’16 Wien, Stadthalle F 08.04.’16 Salzburg, Arena 09.04.’16 Linz, Tips Arena 10.04.’16 Graz, Stadthalle 27.04.’16 Wien, Globe Theater 28.04.’16 Graz, Orpheum 29.04.’16 Leonding, Kürnberghalle

„Der Körpersprache-Code“

THORSTEN HAVENER

07.+09.03..’15 Wien, Konzerthaus, Mozart Saal 08.03.’15 Graz, Orpheum 10.03.’15 Salzburg, Republic 11.03.’15 Linz, Posthof

„Leben mit dem Isarpreiß“

HARRY G

15.03.’16 Wien, Stadtsaal 16.03.’16 Graz, Orpheum 18.03.’16 Leonding, Kürnberghalle 19.03.’16 Salzburg, Republic

DR. ECKART VON HIRSCHHAUSEN „Wunderheiler“

12.04.’15 Wien, Stadthalle F 13.04.’15 Graz, Stadthalle

PAUL PANZER

„Invasion der Verrückten“

01.+02.04.’16 Wien, Stadthalle F

!ticket November 2015  

Mit Bryan Adams, Black Sabbath, Slipknot, alt-J, den Mönchen des Shaolin, Electric Church, Vienna Comic Con, Wildstyle & Tattoo Messe, James...

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